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Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren
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eBook270 Seiten3 Stunden

Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren

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Über dieses E-Book

Diese Ausgabe enthält folgende Geschichten:



Sandy Palmer: Eine italienische Romanze

Alfred Bekker: Das unheimliche Schloss

Anna Martach: Hilfe, unsere Eltern heiraten

Alfred Bekker: Die Fütterung der Kuscheltiere





Ellen und Hans-Jürgen – das ist Harmonie pur, das ist Liebe und Vertrauen, Partnerschaft und dauerhaftes Glück. So jedenfalls sieht die junge Grafikerin Ellen Mangold ihre Beziehung – bis ihr jäh die Augen darüber geöffnet werden, dass ihr Freund sie hemmungslos betrügt. Deprimiert, verzweifelt und weinend flüchtet sie aus seinem Haus – und verursacht einen Unfall. Ihr Kontrahent ist Fabian Kettwig, ein Mann, der sich spontan in die unglückliche Blondine verliebt, den jedoch ein großes Geheimnis umgibt...
SpracheDeutsch
HerausgeberAlfredbooks
Erscheinungsdatum24. Sept. 2022
ISBN9783745224306
Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren
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Autor

Alfred Bekker

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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    Buchvorschau

    Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren - Alfred Bekker

    Alfred Bekker, Sandy Palmer, Anna Martach

    Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren

    UUID: 56857be6-21dc-4522-9429-8885b0241d84

    Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://writeapp.io) erstellt.

    Inhaltsverzeichnis

    Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren

    Copyright

    Eine italienische Romanze

    Das unheimliche Schloss

    Hilfe, unsere Eltern heiraten

    Die Fütterung der Kuscheltiere

    Glücksgeschichten - Romane und Erzählungen großer Autoren

    Alfred Bekker, Sandy Palmer, Anna Martach

    Diese Ausgabe enthält folgende Geschichten:

    Sandy Palmer: Eine italienische Romanze

    Alfred Bekker: Das unheimliche Schloss

    Anna Martach: Hilfe, unsere Eltern heiraten

    Alfred Bekker: Die Fütterung der Kuscheltiere

    Ellen und Hans-Jürgen – das ist Harmonie pur, das ist Liebe und Vertrauen, Partnerschaft und dauerhaftes Glück. So jedenfalls sieht die junge Grafikerin Ellen Mangold ihre Beziehung – bis ihr jäh die Augen darüber geöffnet werden, dass ihr Freund sie hemmungslos betrügt. Deprimiert, verzweifelt und weinend flüchtet sie aus seinem Haus – und verursacht einen Unfall. Ihr Kontrahent ist Fabian Kettwig, ein Mann, der sich spontan in die unglückliche Blondine verliebt, den jedoch ein großes Geheimnis umgibt...

    Copyright

    Eine Cassiopeiapress Romanzeitschrift: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

    Alfred Bekker

    © Roman by Author / COVER MARA LAUE

    © dieser Ausgabe 2022 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

    Alle Rechte vorbehalten.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Folge auf Twitter:

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    Alles rund um Belletristik!

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    Eine italienische Romanze

    von Sandy Palmer

    Ein CassiopeiaPress E-Book

    © by Author

    © der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

    www.AlfredBekker.de

    www.postmaster@alfredbekker.de

    **

    Ellen und Hans-Jürgen – das ist Harmonie pur, das ist Liebe und Vertrauen, Partnerschaft und dauerhaftes Glück. So jedenfalls sieht die junge Grafikerin Ellen Mangold ihre Beziehung – bis ihr jäh die Augen darüber geöffnet werden, dass ihr Freund sie hemmungslos betrügt. Deprimiert, verzweifelt und weinend flüchtet sie aus seinem Haus – und verursacht einen Unfall. Ihr Kontrahent ist Fabian Kettwig, ein Mann, der sich spontan in die unglückliche Blondine verliebt, den jedoch ein großes Geheimnis umgibt...

    *

    „Sie versprechen, die Illustrationen bis zur übernächsten Woche fertig zu haben, ja? Ottmar Wallersberg, Verlagsleiter und Cheflektor in einem, sah Ellen Mangold bittend an. „Wenn der Termin platzt, sind wir aufgeschmissen.

    „Aber Ottmar! Sie haben sich doch noch immer auf mich verlassen können." Ellen lächelte bemüht freundlich. So reibungslos die Zusammenarbeit mit dem Chef des Kinderbuchverlags auch klappte – Ottmars Pessimismus war anstrengend. Dabei war die Idee für die neue Reiterhof-Serie ausgezeichnet, die ersten drei Coverversionen abgesegnet. Da sollte es kein Problem sein, auch den Innenteil zu illustrieren.

    Ellen Mangold war seit fünf Jahren gut im Geschäft. Sie hatte nicht nur eine perfekte Technik gelernt, sie war auch sehr kreativ und besaß die Fähigkeiten, den Figuren, die sie entwarf, Leben einzuhauchen.

    Zudem war sie bildhübsch, die blonde Vierundzwanzigjährige. Ottmar hatte allerdings seine Flirtversuche aufgegeben, nachdem er Ellen mehrmals in der Stadt in Begleitung angetroffen hatte.

    Hans-Jürgen Schneider war Architekt, sah gut aus und besaß einen umwerfenden Charme. Zudem hatte er das Aussehen eines Latin-Lovers, und da konnte der rundliche Ottmar nun gar nicht mithalten.

    „Einen schönen Abend, wünschte er jetzt. „Oder... kann ich Sie noch auf einen Drink einladen?

    „Ein andermal gern, jetzt möchte ich rasch heim. Mein Freund wird sich freuen, wenn ich früher als erwartet heimkomme."

    „Haben Sie einen Schirm? Draußen zieht ein Gewitter auf."

    „Ach was, ich bin doch nicht aus Zucker!" Ellen lachte. Sie war glücklich über den neuen dicken Auftrag, sie freute sich auf Hans-Jürgen, den sie fast zehn Tage nicht gesehen hatte, da er geschäftlich auf Sylt gewesen war.

    Auf dem Heimweg kaufte sie eine Flasche Sekt, dazu ein paar Delikatessen, von denen sie wusste, dass Hans-Jürgen sie besonders gern mochte.

    Ein glückliches Leuchten lag auf ihrem Gesicht, das von der Sommersonne zart gebräunt war, als sie den Schlüssel in die Haustür der alten Backsteinvilla steckte. Das Haus wirkte immer ein wenig düster, es passte weder zu Hans-Jürgen noch zu Ellen, die den italienischen Baustil liebte – so, wie sie überhaupt alles mochte, was leicht und heiter war. Jürgen jedoch hatte das Haus von seinen Eltern geerbt, er hing an dem alten Kasten. Seine einzige Konzession an die Moderne waren eine moderne Glaskuppel über dem Terrassenbereich und zwei extravagant eingerichtete Bäder. Er liebte lange Badeorgien, und auch Ellen fand es wunderschön, wenn sie gemeinsam im duftenden Schaum liegen – und sich hinterher mit Zärtlichkeiten verwöhnen konnten.

    Als sie jetzt das Haus betrat, drang ihr sofort der Duft des teuren Badesalzes in die Nase, das Hans-Jürgen bevorzugte.

    „Hallo, Liebling! Klasse, dass du schon zurück bist! Ich hatte dich erst gegen Abend erwar..." Sie hielt mitten im Wort inne, denn in der großen runden Wanne lag nicht nur Hans-Jürgen, sondern auch eine attraktive Rothaarige, die jetzt versuchte im duftenden Schaum unterzutauchen.

    „Nein!" Sie meinte zu schreien, doch es kam nur ein Krächzen über ihre Lippen.

    „Ellen! Verdammt! Mit einem Satz war der Mann aus der Wanne. Und noch während er zu einem Handtuch griff, rief er: „Es ist nicht so, wie du denkst. Lass dir erklären, warum ich...

    „Sei still! An der Haustür drehte sich Ellen noch einmal um. Tränen verschleierten ihren Blick. „Sei um Himmels willen still, du machst doch alles noch viel schlimmer!

    Dann rannte sie hinaus, hetzte durch den Vorgarten – und lief blindlings weiter. Sie sah den Range Rover nicht, der gerade um die Straßenecke bog, sie lief tränenblind über die Straße.

    Fabian Kettwig stieß einen unterdrückten Fluch aus, trat heftig auf die Bremse – und brachte den schweren Wagen endlich zum Stehen. Aber er hatte die blonde Frau gestreift, die urplötzlich und ohne ersichtlichen Grund quer über die Fahrbahn gelaufen war.

    Sein Herz klopfte aufgeregt, als er sich über sie beugte. Das lange blonde Haar lag wie ein Schleier halb über ihrem Gesicht, aber der Mann erkannte, dass sie die Augen geschlossen hielt. Aber auch, dass sie atmete. Der Puls ging regelmäßig, so weit er das beurteilen konnte. Und als er sie jetzt vorsichtig auf die Wange schlug, als er sie ansprach, schlug sie auch die Augen auf.

    „Scheiße!" Das kam undamenhaft, aber höchst energisch über ihre Lippen. Sie richtete sich auf und wollte aufstehen, aber Fabian drückte sie rasch zurück.

    „Um Himmels willen, bleiben Sie liegen! Ich werde sofort den Notarzt verständigen. Und bis dahin..."

    „... ist auf der Straße das Chaos ausgebrochen. Helfen Sie mir hoch, es geht schon."

    Sie streckte die Hand aus und ließ sich auf helfen. Ganz dicht waren ihre Gesichter voreinander. Ellen sah einen gut geschwungenen Mund, ein graues Augenpaar, das sie besorgt anschaute. Fabian hingegen sah nur ihre Augen, die die Farbe eines herrlichen Sommerhimmels hatten... und in denen Tränen schwammen.

    „Lassen Sie mich ruhig los, mir fehlt nichts."

    „Sie weinen! Sie haben Schmerzen! Er nahm wieder ihren Arm. „Kommen Sie, ich bringe Sie wenigstens kurz in eine Klinik.

    „Unsinn." Sie wehrte ab, doch im nächsten Moment wurde ihr schwindelig, und sie war froh, sich an den Fremden lehnen zu können. Wenig später saß sie neben ihm, doch als er die Richtung zur Stadtklinik einbog, wehrte Ellen nochmals ab und erklärte, eine Untersuchung sei wirklich völlig unnötig.

    „Dann kommen Sie wenigstens kurz mit zu mir. Ich koche Ihnen einen Tee..."

    „Ein Glas Wein wäre mir lieber, gab sie trocken zurück. „Es gibt da so einiges, das ich runterspülen muss.

    Und so saßen sie eine Viertelstunde später in Fabians Garten. Er grenzte an einen kleinen Bachlauf, war romantisch verwildert und genau so, wie Ellen sich den eigenen Garten angelegt hätte. Hans-Jürgen hingegen hatte den Park von einem Landschaftsgärtner pflegen lassen. Außer drei Blumenrabatten gab es nur grünen englischen Rasen und alten Baumbestand.

    Hier hingegen blühten Phlox, Sonnenblumen und späte Rosen um die Wette mit Dahlien und Gladiolen. Die Terrasse hatte kein Glasdach, sondern wurde von wildem Wein überwuchert, der Schatten spendete.

    „Fühlen Sie sich besser?", erkundigte sich Fabian.

    „Danke. Sie hätten sich aber wirklich nicht so viel Mühe mit mir machen müssen. Schließlich bin ich mein Elend selber schuld. Wenn ich nicht so kopflos aus dem Haus gelaufen wäre..." Wieder traten Tränen in ihre Augen, die sie sich energisch fortwischte.

    „Weinen Sie nur, sagte Fabian leise. „Das reinigt die Seele, hat meine Großmutter immer gesagt. Er reichte Ellen das Glas. „Und sollte es wegen eines Mannes sein – es renkt sich bestimmt alles wieder ein."

    „Mit Sicherheit nicht! Jetzt klang ihre Stimme schon wieder sehr entschlossen. „Ich lasse mich nicht betrügen! Nicht ein einziges Mal! Das hat der Typ nicht umsonst gemacht – jetzt ist Schluss!

    Am liebsten hätte Fabian laut „Bravo" gerufen, denn ein Mann, der so ein bezauberndes Wesen betrog, musste wahnsinnig sein – und bestraft werden.

    „Sie sind bezaubernd, wenn Sie wütend sind, meinte er. „Sagen Sie mir Ihren Namen?

    „Entschuldigung! Ich bin so was von unhöflich! Da lasse ich mich von Ihnen verarzten und verwöhnen... ich heiße Ellen Mangold."

    „Dass ich Fabian Kettwig bin, haben Sie sicher schon am Türschild gelesen. Aber ich kann’s noch komplettieren: Ich bin 31 Jahre alt, von Beruf Journalist, unbescholten und unbeweibt."

    Ellen lächelte, und mit einem Mal war Hans-Jürgens Betrug in weite Ferne gerückt. Sie fühlte sich wohl in Fabians Gesellschaft. Sie genoss es, auf einer Liege inmitten einer bunten Blumenpracht zu liegen, kühlen Grauburgunder zu trinken und... jetzt auch noch eine Katze auf dem Schoß zu spüren.

    „Das ist der Streuner." Fabian wollte das Tier verscheuchen, doch Ellen legte rasch die Hand auf das weiche grau-getigerte Fell.

    „Gehört er Ihnen?"

    „Nein, ich vermute, dass er gar kein richtiges Zuhause hat. Darum hab ich ihn Streuner genannt. Er kommt in unregelmäßigen Abständen, lässt sich ein bisschen verwöhnen und geht dann wieder."

    „Streuner... Ellen kraulte die Katze hinter den Ohren, was sie mit wohligem Schnurren quittierte. „Haben Sie einen Block?, fragte sie dann.

    „Natürlich! Fabian ging ins Haus und kam gleich darauf mit einem DIN A 4-Block zurück. „Reicht der?

    „Aber ja. Ellen nahm den Stift – und in kurzer Zeit hatte sie Streuner gezeichnet. „Hier, als kleines Dankeschön für Ihre Fürsorge.

    „Das ist ja wundervoll! Sie sind eine Künstlerin!"

    „Nein. Ellen wehrte lächelnd ab. „Nur eine Grafikerin mit Zeichentalent. Ich illustriere gerade ein Kinderbuch. Und wenn ich es recht bedenke, könnte Streuner zum Vorbild für eines der darin vorkommenden Tiere sein.

    „Da fühlen wir uns beide geehrt, was, Streuner?"

    Der Kater reagierte nur mit einem kurzen Heben des Kopfes, dann versuchte er auf Ellens Schoß weiterzuschlafen, was aber nicht gelang, denn wenig später erhob sich die junge Frau. „Fabian, ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Hilfe, aber jetzt muss ich gehen."

    Er zögerte. „Wohin?", fragte er dann.

    Ellen biss sich auf die Lippen. „Ich nehme mir fürs Erste ein Hotelzimmer. Dann sehen wir weiter."

    „Ich... ich würde gern... Also, wenn Sie mögen, können Sie mein Gästezimmer haben."

    Aus unergründlich tiefblauen Augen sah sie ihn an. „Aber wir kennen uns doch gar nicht!"

    „Ist das ein Hindernis, Ihnen zu helfen? Fabian machte eine weit ausholende Geste. „Hier kommen Ihnen sicher noch einige gute Ideen. Und ich würde Sie nicht stören. Ich bin tagsüber meist unterwegs.

    „Stimmt – ich hab Sie noch gar nicht gefragt, was Sie beruflich tun."

    Der Mann zögerte, dann antwortete er: „Ich bin freiberuflicher Journalist, zurzeit aber mit einem festen Auftrag fürs Tagesjournal. Eine Recherche, die zeitaufwendig ist und mich deshalb oft durch die Gegend treibt. Sie wären hier also ziemlich unbehelligt."

    Ellen zögerte. Der Gedanke war verlockend. Und im Gegensatz zu einem tristen, unpersönlichen Hotelzimmer war das alte, liebevoll restaurierte Fachwerkhaus mit dem hellen Anbau und dem großen Garten das reinste Paradies.

    Dennoch lehnte sie ab, Fabian durfte sie allerdings noch zurück zur Villa von Hans-Jürgen fahren, wo sie nur rasch eine Reisetasche mit dem Nötigsten packen wollte.

    „Ich warte hier auf Sie, versprach Fabian. „Und wenn Sie Hilfe brauchen... ein Wort genügt.

    „Danke." Ihr Lächeln ging ihm unter die Haut, und er gestand sich ein, dass er auf dem besten Weg war, sich in die junge blonde Ellen zu verlieben. Sie schutzbedürftig, das war genau der Frauentyp, zu dem sich Fabian hingezogen fühlte. Und dennoch war deutlich zu spüren, dass sie Temperament und Durchsetzungsvermögen besaß.

    Allerdings war davon nicht viel zu merken, als sie das Haus betrat, in dem sie seit einem halben Jahr wohnte. Hans-Jürgen kam ihr schon in der weitläufigen Halle entgegen.

    „Da bist du ja endlich wieder! Er versuchte sie in die Arme zu ziehen. „Schön, dass du zur Vernunft gekommen bist. Das mit Joana... das hat gar nichts zu bedeuten. Sie ist Praktikantin bei einem Kollegen auf Sylt und wollte sich mal hier am Niederrhein umsehen.

    „Das hat sie ja auch ausführlich getan, spottete Ellen. „War sie zufrieden?

    „Komm, Schatz, sei nicht spießig! Die kleine Affäre ist doch schon wieder vergessen. Es hat mir gar nichts bedeutet. Schau, ich hab dir was mitgebracht." Damit wollte er sie in den Wohnraum ziehen. Doch Ellen entwandt sich ihm rasch.

    „Kein Interesse. Ich bin nur hier, um ein paar Sachen zu holen."

    „Sei doch nicht so stur!"

    „Stur? Ich bin weder stur noch spießig! Nur konsequent und auch ein bisschen altmodisch. Zumindest bin ich sicher, dass du es so nennen würdest, wenn ich darauf bestehe, dass der Mann, der mich angeblich liebt, mir auch treu sein soll."

    „Es... es wird nicht wieder vorkommen. Und jetzt sieh dir an, was ich dir mitgebracht..."

    Ganz dicht trat Ellen vor ihn hin. „Sag mal, bist du taub? Oder begriffsstutzig? Es ist aus! Aus und vorbei! Ich teile nun mal nicht. Nichts und niemanden! Als er sie ungläubig anschaute, fügte sie hinzu: „Als ich hier einzog, hatten wir eine klare Abmachung: Keine Affären mehr, keine Flirts so nebenbei. Du hast mir versichert, dass du dich ausgetobt hast, dass du nur mich liebst und mir treu sein wirst...

    „Das tue ich doch auch – dich lieben!"

    „Aber du hast eine sehr merkwürdige Art, mir das zu beweisen. Ellen ging auf die geschwungene Treppe zu. „Ich packe jetzt – und ich rate dir gut, mich nicht daran zu hindern.

    Der Architekt unterdrückte einen Fluch. So ein Mist aber auch, dass Ellen viel zu früh heimgekommen war. Und dass Joana, dieses süße Biest, ihm so voll und ganz den Kopf verdreht hatte, dass er alles andere vergessen hatte...

    „Ich bin sicher, dass sich alles wieder einrenkt. Also, sei nicht so kleinlich. Wo wirst du überhaupt hingehen?"

    „Das soll nicht deine Sorge sein. Ellen hatte sich eine große Reisetasche über die Schulter geworfen und öffnete die Haustür. „Alles andere hole ich später.

    „Ja aber..." Hilflos sah der Architekt zu, wie sie über den Plattenweg auf einen schwarzen Range Rover ging, an dem ein gut aussehender Mann lehnte. Das dunkle Haar war kurz geschnitten, das Gesicht leicht gebräunt. Zu einer hellen Lederjacke trug er schwarze Jeans. Alles wirkte lässig, zeugte jedoch von Geschmack.

    Hans-Jürgen wusste, dass dieser Fremde genau Ellens Typ war – und heiße Eifersucht kochte in ihm hoch. „So ist das also!, rief er ihr nach. „Du hattest schon einen Ersatz für mich in petto! Und da wagst du es, mir was von Betrug zu erzählen? Heuchlerin!

    Fabian machte ein paar Schritte auf Ellen und den zornigen Hans-Jürgen zu, aber die junge Frau hielt ihn zurück. „Lassen Sie ihn, bat sie leise. „Er ist es einfach nicht wert. Bringen Sie mich nur rasch weg von hier.

    „Gern." Fabian legte fürsorglich den Arm um ihre zarte Gestalt, und Ellen schmiegte sich kurz an ihn. Teils tat sie es aus Berechnung, weil sie Hans-Jürgen eins auswischen wollte, doch es war auch ein höchst angenehmes Gefühl, so nah bei Fabian zu sein.

    Sie widersprach nicht mehr, als er sie zurück zu seinem Haus fuhr und ihr das Gästezimmer zeigte. Jetzt war sie müde und erschöpft – und als sie in dem schmalen Bett hoch unterm Dach lag, weinte sie sich in den Schlaf.

    Der nächste Tag jedoch zog so strahlend schön herauf, dass Ellen einfach nicht lange traurig sein konnte. Nach dem Frühstück rief sie im Verlag an und erklärte, wo sie in der nächsten Zeit zu erreichen sei. Dann versuchte sie sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, denn Fabian war zu seinen Recherchen aufgebrochen.

    „Worüber schreiben Sie denn zurzeit?", hatte sie gefragt.

    „Über ein paar Politiker und ihre Skandälchen, hatte er nur gelacht. „Nichts Wichtiges.

    Doch dass das nicht stimmte, wurde ihr in den nächsten Tagen immer deutlicher. Da gab es Notizen, die Fabian rasch wegräumte, wenn sie in sein Büro kam, da kamen Anrufe, die höchst rätselhaft klangen, und sie fand sogar einen Drohbrief im Papierkorb...

    Ellen fröstelte es, als sie die Zeilen las, mit denen man den Adressaten des Briefes einzuschüchtern versuchte. Angst um Fabian erfasste sie – und sie gestand sich ein, dass er ihr bereits sehr viel bedeutete. Viel zu viel, um ihren Seelenfrieden zu stabilisieren. Und viel zu viel, um über diesen Drohbrief hinwegzusehen.

    Als Fabian abends heimkam, lag das Schreiben, mühsam geglättet, auf dem Tisch und Ellen fragte:

    „Wer will dich töten, Fabian? Was hast du getan, dass dir jemand nach dem Leben trachtet?

    *

    „Ich kann so nicht weitermachen, erklärte Ellen, und aus traurigen Augen sah sie Fabian Kettwig an. „Du verheimlichst mir etwas sehr Gravierendes, und das kann ich nicht ertragen. Nicht nach allem, was ich mit Hans-Jürgen erlebt habe!

    „Aber das kannst du doch nicht vergleichen! Ellen, ich bitte dich... es hat wirklich nichts mit dir... mit uns zu tun." Beschwörend sah der junge Journalist seine Mitbewohnerin an. Seit Ellen bei ihm war, fühlte er sich wie ins Paradies versetzt. Sie war seine Traumfrau, das hatte er schon gespürt, als er sie nach dem Unfall versorgt und mit zu sich genommen hatte. Aber noch war es zu früh, um ihr das zu gestehen. Sie hatte den Verrat ihres Freundes, des Architekten Hans-Jürgen Schneider, noch nicht verwunden.

    Das merkte er daran, wie verstört sie immer war, wenn der gut aussehende Mann wieder einmal versucht hatte, sich mit ihr zu versöhnen. Mit schöner Regelmäßigkeit schickte er Rosen, lauerte Ellen auf, schrieb lange Briefe. Doch sie lehnte es ab, auch nur darüber nachzudenken, ihm zu verzeihen.

    „Ich gehe, stieß sie jetzt hervor. „Ich will einfach weg von hier.

    „Aber ich..."

    „Es hat gar nichts mit dir zu tun, fiel sie Fabian erregt ins Wort. „Nein, doch... es hat wohl was mit dir zu tun. Du bist auch nicht besser als Hans-Jürgen. Dabei hab ich mir eingebildet, wir wären Freunde, zumindest kam es mir so vor. Wir haben uns doch so gut verstanden... Sie biss sich auf die Lippen. „Schade. Wieder mal geirrt. Und deshalb gehe ich."

    „Und –

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