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Wander- und Reiseführer Lanzarote: Die Quintessenz einer Insel
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eBook511 Seiten3 Stunden

Wander- und Reiseführer Lanzarote: Die Quintessenz einer Insel

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Über dieses E-Book

Mystisch und spirituell

Schon beim Landeanflug auf Lanzarote kommen Neugierde und Spannung auf, wenn man viele der insgesamt 283 Vulkankrater unter sich vorbeiziehen sieht. Keine Frage: Diese Insel ist vulkanischen Ursprungs. Das liegt nicht Millionen von Jahren zurück, sondern geschah in der Neuzeit von 1730-1736, sowie 1824. Noch heute gibt es Regionen mit Temperaturen von über 250 °C in weniger als 2 m Tiefe. Die glühende Unterwelt ist präsent und aktiv!

Diese Vulkankegel und Krater formen die Insel zu einer Landschaft. Von grandioser Schönheit ist dabei der direkte Übergang des schwarzen Lavagesteins in den tiefblauen Atlantik, noch verstärkt in seiner Wirkung durch weiße Sandstrände und die weiße Gischt der tosenden Wellen. Grüne Barrancos im Norden der Insel sind die Lebensadern für eine einmalige Flora und Fauna. Abgerundet wird das Naturschauspiel durch das 15 km lange Risco de Famara-Bergmassiv, mit seinen bis zu 600 m hohen, steil abfallenden Klippen.

Sehr beeindruckend ist zu entdecken, wie sich die Einwohner nach Vulkanausbrüchen immer wieder diesen neuen Bedingungen anpassen mussten. Sie nutzten die Fähigkeit bestimmter vulkanischer Gesteine zur Speicherung von Feuchtigkeit, um so in der anscheinend unwirtlichen Umgebung Landwirtschaft betreiben zu können.

Lanzarote hat es dem Maler, Bildhauer und Umweltschützer César Manrique zu verdanken, dass der eigene Charakter der Insel bewahrt werden konnte. Die Folgen des Massentourismus wurden bisher weitgehend verhindert. Somit wurde die Natur dieser Insel ökologisch und künstlerisch in Harmonie erschlossen.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum18. Mai 2021
ISBN9783347328969
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    Buchvorschau

    Wander- und Reiseführer Lanzarote - Michael Will

     VORSTELLUNG LANZAROTE

    Autor

    MICHAEL (WILLO) WILL, geboren 1962 im Alpenrosenweg in Hamburg, Flugtriebwerkmechaniker, Skilehrer, Flugzeugbauingenieur, Abenteurer, Weltwanderer, Extremskifahrer, Director Business Development a. D., Wanderbuchautor und stolzer Vater von zwei Söhnen, lebt in Kiel an der Ostsee.

    Eine wichtige Komponente seiner persönlichen Glücksformel ist folgende: Wanderführer schreiben als Lebensmodell. Durch seine starke Naturverbundenheit und langjährige Wandererfahrung vermittelt er in seinen Wandervorschlägen den einzigartigen Reiz und die beeindruckende Mannigfaltigkeit der jeweiligen Region. Die Einbindung von Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten gestaltet die Wanderung – das Abenteuer – immer spannend. Dabei hat er einen hohen Anspruch an individuelle Übernachtungsmöglichkeiten und einmalige Restaurants.

    Vorwort

    Schon beim Landeanflug auf Lanzarote kommen Neugierde und Spannung auf, wenn man viele der insgesamt 283 Vulkankrater unter sich vorbeiziehen sieht. Keine Frage, diese Insel ist vulkanischen Ursprungs, und das liegt nicht Millionen von Jahren zurück, sondern geschah in der Neuzeit von 1730–1736 sowie 1824. Noch heute gibt es Stellen mit Temperaturen von über 250 °C in weniger als 2 m Tiefe. Die glühende Unterwelt ist präsent und aktiv!

    Diese Vulkankegel und Krater formen die Insel zu einer mystischen und geradezu spirituellen Landschaft. Von grandioser Schönheit ist dabei der direkte Übergang des schwarzen Lavagesteins in den tiefblauen Atlantik, noch verstärkt in seiner Wirkung durch weiße Sandstrände und die weiße Gischt der tosenden Wellen. Grüne Barrancos im Norden der Insel sind die Lebensadern für eine einmalige Flora und Fauna. Abgerundet wird das Naturschauspiel durch das 15 km lange Risco-de-Famara-Bergmassiv mit seinen bis zu 600 m hohen steil abfallenden Klippen.

    Sehr beeindruckend ist zu entdecken, wie die Einwohner sich nach Vulkanausbrüchen immer wieder diesen neuen Bedingungen anpassen mussten. Sie nutzen die Fähigkeit bestimmter vulkanischer Gesteine zur Speicherung von Feuchtigkeit, um so in der anscheinend unwirtschaftlichen Umgebung Landwirtschaft zu betreiben.

    Lanzarote hat es dem Künstler César Manrique zu verdanken, dass der eigene Charakter der Insel bewahrt werden konnte. Die Folgen von Massentourismus konnten bisher weitgehend verhindert werden. Somit wurde die Natur dieser Insel ökologisch und künstlerisch in Harmonie erschlossen.

    Die Herausforderung der Zukunft wird es sein, trotz der ständig zunehmenden Besucherzahlen die Harmonie zwischen Mensch und Natur zu erhalten.

    Die Destination

    Über Jahrmillionen haben Vulkane die Insel Lanzarote mit Lava und Asche kontinuierlich neu gestaltet – und das noch bis ins 18. Jahrhundert hinein. Aber auch die geringe Höhe der Berge trägt zu dem heutigen Erscheinungsbild bei, denn es gibt keine hohen Berge, an denen Passatwolken ihre Feuchtigkeit auskondensieren könnten. Weil Teneriffa, El Hierro, La Gomera, La Palma und Gran Canaria allesamt hohe Gebirge aufweisen, konnte sich dort eine üppige grüne Natur entwickeln, während die Landschaft auf Lanzarote in vielen Regionen äußerst karg ist. Dies macht die kleine Insel Lanzarote zu einem der unwirtlichsten Eilande der Kanaren. Trotz alledem ist die mysteriös wirkende und großartige Inselwelt Lanzarotes sehr abwechslungsreich. Im Nordwesten erhebt sich das Risco-de-Famara-Gebirgsmassiv: Überraschend üppig grün ist diese Region, nur hier wird Landwirtschaft betrieben und bildeten sich grüne Adern – Schluchten, die die Insel durchschneiden. Bis an den Horizont reichende Schlackenfelder und Vulkankegel prägen das Landschaftsbild im mittleren Westen. Der Süden ist die trockenste Region und lockt mit goldfarbenen Sandstränden. Die Weinanbaugebiete um das Dorf La Geria sind das ultimative Alleinstellungsmerkmal für Lanzarote! Die Touristenhochburgen Puerto del Carmen und Costa Teguise liegen im Osten, Playa Blanca im Süden. Und dann ist da noch das Chinijo-Archipel mit der kleinsten bewohnten Insel der Kanaren, La Graciosa, und den unbewohnten Inseln Montaña Clara und Alegranza.

    Geschichte im Zeitraffer

    3000 v. Chr. | Bis 2009 wurde es nur vermutet, aber dann bestätigten spanische und portugiesische Wissenschaftler durch Gentests die Abstammung der Ureinwohner der Kanaren von nordafrikanischen Berberstämmen. Aufgrund von archäologischen Funden glaubt man ziemlich sicher zu wissen, dass die Berberstämme ab 3000 v. Chr. damit begannen, die Kanaren zu besiedeln. Die Ureinwohner der Kanareninsel Lanzarote waren die Majos.

    800 v. Chr. | Homer gilt als der erste Dichter des Abendlandes. Er soll einst gesagt haben, die Kanaren seien die Inseln der Glückseligen. Bemerkung: Es ist nicht einmal sicher, dass es Homer überhaupt gab!

    85 bis 160 v. Chr. | Die Insel Lanzarote wurde vom Mathematiker Ptolemäus kartografiert. Die Inselgruppe geriet für lange Zeit in Vergessenheit.

    Das 13. Jahrhundert war die Zeit des Aufbruchs zu neuen Welten. So erreichten die Spanier und Portugiesen auch die Insel Lanzarote.

    Vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts kam der aus der Republik Genua stammende Entdeckungsreisende Lancelotto Malocello auf die Insel Lanzarote. Es wird angenommen, dass er zu diesem Zeitpunkt einen Handelsstützpunkt auf Lanzarote errichtete.

    Der portugiesische König Alfonso IV. schickte im 14. Jahrhundert eine Expedition zu den Kanaren. So trafen die Eroberer Jean de Bethencourt, ein Franzose im Dienst der spanischen Krone, und Gadifer de la Salle 1402 nach der Inbesitznahme von Lanzarote und Fuerteventura auf El Hierro, eine Kultur mit den typischen Merkmalen der Jungsteinzeit. Es folgte eine schlimme Zeit mit Gewalt und Sklaverei. Durch die spanischen Gouverneure und wechselnde Feudalherren herrschte Willkür und Tyrannei, unter Gewalt mischten sich die Völker der Ureinwohner und Eroberer.

    Portugiesen und Spanier beanspruchten die Kanarischen Inseln. Der Vertrag von Alcáçovas beendete im Jahr 1479 die Streitigkeiten, das Archipel wurde Spanien zugesprochen.

    Im Jahre 1514 wurden die ursprünglichen Bewohner der Insel rechtlich den Spaniern gleichgestellt.

    1569 überfiel Calafats die Insel und nahm Gefangene als Sklaven.

    1571 erbeutete der algerische Pirat Dogali Sklaven und nahm auch Lanzaroteños als Sklaven.

    Bereits 1665 brachte der Weinanbau auf Lanzarote ertragreiche Erfolge, die Malvasía-Traube war dabei besonders beliebt.

    1730 bis 1736 | Unzählige Vulkanausbrüche bildeten über eine Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche dauerten insgesamt 2053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte. Stattdessen entstanden an dieser Stelle neue Vulkane, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhielten und heute den Timanfaya-Nationalpark bilden. Daraufhin wanderten viele Insulaner nach Lateinamerika aus.

    1736 | Glück im Unglück? Was wäre geschehen, hätten die unzähligen Vulkanausbrüche ihre vulkanische Asche nicht über die Insel verteilt? Die Insulaner entdeckten, dass die eigentlich lebensfeindliche Vulkanasche in Wirklichkeit Zaubererde war: Sie machten sich zunutze, dass die Lapilli tagsüber ein Wärmespeicher sind, aber nachts Feuchtigkeit aufnehmen – die optimale Mixtur für einmalige Weingenüsse.

    1836 bekamen die Kanaren eine neue Verfassung mit stärkeren Rechten für das Bürgertum und der Abschaffung der feudalen Strukturen.

    1850 | Die Zucht der Koschenillelaus (Dactylopius coccus) führte auf allen Inseln der Kanaren zum Erfolg.

    1852 | Arrecife wurde zur Hauptstadt auf Lanzarote. Die alte Hauptstadt war zuvor Teguise im Landesinneren.

    1936 bis 1939 fand der Spanische Bürgerkrieg unter dem General Francisco Franco statt, an dessen Ende er sich zum Diktator ernannte.

    Ab 1960 entwickelte sich der Tourismus und ersetzte die Landwirtschaft als wichtigstes Gewerbe.

    1973 ging die Diktatur von Francisco Franco dem Ende entgegen.

    1975 folgten die ersten freien Wahlen.

    1975 | In dem letzten Jahrzehnt nahm die Bedeutung von Lanzarote als Urlaubsregion ständig zu, der Tourismus boomte.

    1982 bekamen die Kanarischen Inseln einen eigenen Autonomiestatus.

    1986 trat Spanien der EU bei.

    1992 starb César Manrique im Alter von 73 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall in einem Kreisverkehr. Er war ein bekannter spanischer Maler, Architekt der Insel Lanzarote, Bildhauer und Umweltschützer.

    Aufgrund ihrer einzigartigen Landschaft und Vegetation wurde Lanzarote 1993 zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt.

    Im Dezember 2007 bewilligte die EU Strukturinterventionen für die Kanarischen Inseln in Höhe von 1,67 Mrd. EUR, zu denen die Europäische Gemeinschaft einen Beitrag in Höhe von 1,02 Mrd. EUR leistete.

    Nach der Finanzkrise 2010 waren ca. 30 % aller Kanarier arbeitssuchend.

    2015 | Krisen im östlichen Mittelmeerraum ließen die Besucherzahlen auf den Kanarischen Inseln stark anwachsen.

    2020 sind auf den Kanarischen Inseln ca. 20.000 irreguläre Migranten angekommen. Um Spanien bei der Versorgung der Menschen zu unterstützen, hat die Kommission eine neue Finanzhilfe in Höhe von 43,2 Mio. EUR bereitgestellt.

    Fakten und Zahlen

    165.000 Einwohner leben auf Lanzarote (Stand 2020) und die Amtssprache ist Spanisch. Lanzarote gehört zur spanischen Provinz Las Palmas. Seit 1982 sind die Kanarischen Inseln eine der autonomen Gemeinschaften des Königreichs Spanien, dessen Autonomiestatut 1996 teilweise reformiert wurde, wobei die Kanaren sie den Rang einer historischen Nationalität erhielt. Die die Inselhauptstadt ist derzeit Arrecife. Das Bruttoinlandsprodukt der Kanarischen Inseln (für Lanzarote lagen keine Zahlen vor) für 2019 wird auf 44 Mrd. EUR geschätzt (zum Vergleich: Deutschland kam im gleichen Zeitraum auf 3,44 Billionen EUR).

    Auf 2300 ha wird Wein angebaut und auf 8000 ha wird Trockenfeldbau betrieben. Bezogen auf das Bruttosizialprodukt verteilen sich nur ca. 3 % auf die Landwirtschaft, ca. 7 % auf die Industrie, ca. 13 % auf das Bauwesen und ca. 70 % auf Dienstleistungen. Von den Dienstleistungen entfallen ca. 40 % auf den Tourismussektor – die wichtigste treibende Kraft der Wirtschaft. Die hohen Arbeitslosenzahlen auf den Kanarischen Inseln sind seit vielen Jahren ein Problem. In 2020 waren ca. 25 % der Menschen arbeitslos, besonders unter 25-Jährige haben derzeit kaum Perspektiven, die Jugendarbeitslosigkeit liegt sogar bei 62 %. Die Coronakrise verschärft die Arbeitslosigkeit auf den Kanaren noch! Die Inflationsrate betrug 2019 0,4 %. Aufgrund der Wasserknappheit auf den Kanaren ist dessen Preis der höchste in Spanien. Dennoch steigt der Verbrauch ständig an!

    Geografie

    Der Archipel der Kanarischen Inseln liegt über 1000 km von der Iberischen Halbinsel entfernt. Lanzarote ist vor rund 16 Mio. Jahren entstanden. Die zu Spanien gehörende Vulkaninsel hat 213 km Küste, ist die nördlichste der 7 Kanarischen Inseln und liegt rund 130 km vor der marokkanischen Küste. Von ihrer südlichen Nachbarinsel Fuerteventura trennt Lanzarote ein Meeresarm von knapp 11 km an seiner engsten Stelle. Die Fläche von Lanzarote beträgt 795 km²; bei 62 km Länge und 21 km Breite. Bei den meisten Wanderungen aus diesem Buch kann man immer den Atlantik sehen. Niemals geht der Eindruck verloren, dass wir uns auf einer Insel befinden. Die höchste Erhebung ist der Penas del Chache mit 672 m Höhe im Norden der Insel. Im Süden erhebt sich der Atalaya de Femés mit 608 m empor.

    Geologie

    Die afrikanische und die asiatische Kontinentalplatte drifteten aufeinander zu und es kam zu Bruchbildungen in der Region um die Kanarischen Inseln. Entlang dieser Bruchstellen gelangte flüssiges Magma aus dem Erdinneren nach oben. Es begann die Entstehung Lanzarotes vor ca. 36 Mio. Jahren. Zunächst waren es nur submarine Vulkanausbrüche, die den Inselsockel aufbauten. Erst nach weiteren 20 Mio. Jahren erreichte das Eruptionsmaterial die Wasseroberfläche – die Geburtsstunde der kanarischen Insel Lanzarote. Als Erstes erhob sich der Atalaya de Femes. Mit 600 m Höhe entstand der drittgrößte Berg der Insel, gefolgt von dem Risco-de-Famara-Massiv und seinem Penas del Chache mit 672 m. Es schlossen sich mehrere Phasen mit starkem Vulkanismus an. Die letzte dieser Phasen begann vor 3000 Jahren und es entstanden im Nordosten der Insel Lanzarote die Malpaís de la Corona mit dem Lavahöhlensystem der Cueva de los Verdes. Von 1730 an ereigneten sich über sechs Jahre andauernde Vulkanausbrüche – die Entstehung der Montañas del Fuego mit 32 Schlackenkegeln, die ca. 5 Kubikkilometer Lava förderten. Die Lavaströme bedeckten 23 % der Inselfläche. Der letzte Ausbruch auf Lanzarote fand im Jahr 1824 statt. Dieser war aber weitaus kleiner als die zwischen 1730 und 1736.

    Im zentralen Bereich des Massivs der Montañas del Fuego spürt man heute noch die Spuren der vulkanischen Aktivität, obwohl die Ausbrüche längst vorbei sind. Die intensivsten thermischen Anomalien werden in der Gegend des Berges Islote de Hilario verzeichnet, wo die Temperaturen an der Oberfläche bis zu 250 °C erreichen, in der Tiefe sogar ca. 600 °C. All diese Geschehnisse sind landschaftsprägend für Lanzarote: Gebilde aus kahlen, beigegrauen Hügelketten, endlose schwarze Lavafelder und Krater – eine Mondlandschaft voll unwirklicher Farben und Formen, kontrastreich in Szene gesetzt durch schnell vorbeiziehende weiße Wolken, die ihre dunklen Schatten werfen, gesäumt von der Gischt des azurblauen Wassers und den weißen Brandungswellen des Atlantischen Ozeans. | Weitere interessante Beiträge mit detaillierten Informationen zum Thema Geologie der Insel von Lanzarote37 und Vulkanet | GPS-Koordinaten 29.003104 -13.716461 |

    Fauna

    Fauna – in terra

    Durch die vulkanische Entstehungsgeschichte sowie die isolierte Lage der Insel entwickelte sich eine überschaubare Artenvielfalt. Die Nähe zum afrikanischen Kontinent spiegelt sich in der Fauna der Insel Lanzarote stärker wider als auf den westlichen Inseln des Archipels, insbesondere bei Wirbellosen. Es gibt zwei endemische Reptilienarten: die Ostkanareneidechse, auch Atlantische Eidechse (Gallotia atlantica) oder Purpurarien-Eidechse (siehe Wikipedia) genannt, und der Kanarische Mauergecko (siehe Wikipedia).

    Dabei hatten die flugfähigen Tiere im Evolutionsprozess einen klaren Vorteil. Auch ist die Tierwelt unter Wasser viel reicher an Nahrung als an Land. Daher kann man hier eine Vielzahl von Vogelarten wie Möwen, Fischadler, Grauwürger, Wanderfalken, Kragentrappen (Chlamydotis undulata fuerteventurae), die auf Lanzarote und Fuerteventura endemisch sind (siehe Wikipedia), Gelbschnabelsturmtaucher, große Sturmtaucher, Regenpfeifer, Rennvögel (Corsorius cursor), Triele, Schmutzgeier, Wiedehopfe und Seeschwalben beobachten. Auf den für Touristen unzugänglichen Inseln des Chinijo-Archipels und im Speziellen auf der nur 10 km² großen Insel Alegranza wurde die Population des Sepiasturmtauchers (Calonectris diomedea), früher als Gelbschnabel-Sturmtaucher bekannt, auf 8000 Brutpaare geschätzt. In der größten und abgelegensten Schlucht der Insel, dem Barranco de Tenegüime, das seit 1994 als Landschaftsschutzgebiet gesetzlich geschützt ist, gibt es noch Schleiereulen (Tyto alba) und Schmutzgeier (Neophron percnopterus). Die meisten Säugetiere der Insel wurden mit Ausnahme der kanarischen Spitzmaus und einiger Fledermausarten eingeführt. So wurden zum Beispiel Kaninchen, Hunde, Katzen, Ziegen, Pferde und Dromedare von Menschen auf die Insel gebracht.

    Fauna – ut aqua

    Die Tierwelt des Atlantiks beeindruckt durch eine sehr große Artenvielfalt. In den Riffen des Chinijo-Archipels gibt es Barrakudas, Zackenbarsche und Stachelrochen. In den Gewässern zwischen Lanzarote und der Fuerteventura vorgelagerten Insel Los Lobos kommen Hammerhaie vor. Nicht selten kann man auf Bootsausflügen Delfine, Wale, Schildkröten und Fliegende Fische beobachten. Thunfische, Tintenfische und Seesterne können von Tauchern in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden.

    Das der Wissenschaft am längsten und in der Öffentlichkeit am meisten bekannte Tier der Salzwasserlagune Jameos del Agua ist der Krebs Munidopsis polymorpha (siehe Wikipedia). Man muss dicht an das Gewässer herantreten, um die 1 bis 2 cm kleinen Tiere zu entdecken. Aufgrund ihrer weißen Farbe heben sie sich deutlich von dem bräunlichen Gestein ab. Dem äußeren Anschein nach ähneln sie auf den ersten Blick eher einer Spinne als einem Krebs. Verweilt man länger an den Becken, so vergeht der Eindruck, als seien diese Tiere regungslos. Zur Nachtzeit kommen die lichtscheuen Tiere in großer Zahl aus ihren Verstecken, um auf der Oberfläche der Lavasteine zu fressen.

    Flora

    Die Natur auf Lanzarote wird von dem Mangel an Wasser geprägt. Trotzdem gibt es in dem Risco-de-Famara-Gebirgsmassiv die höchste Anzahl botanischer Endemiten pro Quadratmeter in ganz Europa! Im Frühjahr, nach niederschlagsreichen Wintern, explodiert die Natur und den Betrachter erwartet ein wahres Blütenmeer. In der 2. Jahreshälfte kehrt der Wüstencharakter auf die Insel zurück. Trotzdem gibt es auf Lanzarote über 600 Pflanzenarten, von denen etwa 20 Arten auf Lanzarote endemisch sind – wobei man differenzieren muss, denn im Norden ist die Artenvielfalt weitaus größer als im trockeneren Süden der Insel. Die einzigen grünen Oasen findet man dort in gepflegten Hotelanlagen. Die Pflanzenwelt an Stränden und Bergmassiven besteht hauptsächlich aus Sukkulenten, Wolfsmilchgewächsen, Trockenpflanzen und Salzpflanzen.

    In den Barrancos trifft man auf eine üppige Vegetation mit Feigenbäumen, Mandelbäumen, wildem Fenchel, Margeriten, gefiedertem Lavendel, Rutenkraut und dem blauen Natternkopf. In der Gegend um Guatiza gibt es auch weitläufige Kaktusfelder. Auf den Kakteen wird die Koschenillelaus (Dactylopius coccus) gezüchtet, da man aus ihr den roten Farbstoff Karmin gewinnen kann. Die in den Wüstengegenden heimische Aloe vera wird im großen Stil auf Lanzarote angebaut. Die vielseitige Heilpflanze wird in zahlreichen Kosmetika, Lebensmitteln und Alltagsprodukten verwendet. Aloe vera kühlt vorzüglich bei einem Sonnenbrand.

    Bäume findet man kaum auf Lanzarote. Die größte Wuchshöhe erreichen Indische Lorbeerbäume (Ficus microcarpa). Trotz ihres irreführenden Namens gehören sie nicht zu den Lorbeer-, sondern zu den Maulbeerbaumgewächsen. Am Risco-de-Famara-Gebirgsmassiv findet man noch einen kleinen Lorbeerwald. An den Osthängen des Gebirgsmassivs gibt es sehr wenige Kanarische Kiefern (Pinus canariensis). Die Kanarische Kiefer gilt als Pionierpflanze auf jungen Lavaböden und verträgt schlechtere Böden. In dem Dorf Guatiza befindet sich eine wunderschöne Allee von Eukalyptusbäumen (Eucalyptus), die ursprünglich aus Australien stammen.

    Der Gummibaum (Ficus elastica) wird bis zu bis zwölf Meter hoch. Die Zimmertanne (Araucaria heterophylla), auch Norfolktanne genannt, erreicht etwa 15 m Höhe. Der Peruanische Pfefferbaum (Schinus molle) wächst ebenfalls auf Lanzarote. Der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) (siehe Wikipedia) ist der bekannteste und wahrscheinlich der eindrucksvollste Vertreter dieser Gattung der Spargelgewächse, er kann auf Lanzarote bis zu 15 m groß werden.

    Klima

    Mit ihrem ausgeglichenen Klima ist die Insel Lanzarote das perfekte Urlaubsziel für das ganze Jahr. Auch in den Wintermonaten sind die Temperaturen durchweg frühlingshaft. Das Thermometer steigt auf behagliche 20–24 °C, die Wassertemperatur liegt zwischen 17 und 19 °C. Im Sommer fällt auf Lanzarote fast kein Regen. Dafür ist tagsüber aber die Sonneneinstrahlung sehr stark.

    Diese Insel befindet sich im Einzugsgebiet der Passatwinde und des kühlen Kanarenstroms. Die Nordostwinde, deren Ursprung im Hochdruckgebiet der Azoren liegt, sorgen dafür, dass es nicht zu heiß wird. Regen fällt in den Monaten November bis März. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge von 135 mm liegt weit unter mitteleuropäischen Vergleichswerten. Unter allen Inseln der Kanaren kommt Lanzarote auf die geringste Niederschlagsmenge. Da die Berge auf Lanzarote niedrig sind, können sich die Passatwolken nicht an ihnen stauen wie auf anderen kanarischen Inseln. Für einige Tage im Jahr dreht der Wind auf Ost oder Südost, und dann kann afrikanische Hitze direkt aus der Sahara die Temperaturen auf über 40 °C treiben. Bei einem Besuch gilt es abzuwägen, ob man lieber im Sommer und Herbst im warmen Ozean baden oder im Frühjahr die Natur mit ihren Blüten erleben möchte.

    Einen sehr verlässlichen Wetterbericht gibt es bei Meteoblue. Er ist für 7 Tage abrufbar und es werden jeweils Temperatur, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Niederschlag, Niederschlagswahrscheinlichkeit und zu erwartende Sonnenstunden angezeigt. Bei Gezeitenfisch gibt es eine Messstation in Arrecife,

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