Genießen Sie von Millionen von eBooks, Hörbüchern, Zeitschriften und mehr - mit einer kostenlosen Testversion

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten: Dokumente zur Geschichte der Familie Ebert. Lebensberichte, Tagebücher, Nachrufe, Archivalien - vom Dreißigjährigen Krieg bis 1914
Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten: Dokumente zur Geschichte der Familie Ebert. Lebensberichte, Tagebücher, Nachrufe, Archivalien - vom Dreißigjährigen Krieg bis 1914
Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten: Dokumente zur Geschichte der Familie Ebert. Lebensberichte, Tagebücher, Nachrufe, Archivalien - vom Dreißigjährigen Krieg bis 1914
eBook728 Seiten8 Stunden

Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten: Dokumente zur Geschichte der Familie Ebert. Lebensberichte, Tagebücher, Nachrufe, Archivalien - vom Dreißigjährigen Krieg bis 1914

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Von den Greueln und Nöten des Dreißigjährigen Krieges, wie sie ein einfacher Landpfarrer erlebte, bis zu den Reisetagebüchern eines Gymnasiallehrers, der 60jährig während der Sommerfrische in der Schweiz vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht wurde, von den Schwierigkeiten eines Dorfpfarrers im Konflikt zwischen katholischer weltlicher und evangelischer geistlicher Herrschaft im 18. Jahrhundert bis zu den Erlebnissen eines Forstmeisters im zaristischen Rußland des frühen 19. Jahrhunderts, von der ausführlichen Lebensbeschreibung eines Universitätsprofessors im 18. Jahrhundert bis zu Kindheitserinnerungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, vom Zug eines Freiwilligenkorps, das im Rahmen der Befreiungskriege 1814 ausrückte, bis zu den Einsätzen eines Pioniergenerals in den russisch-türkischen Kriegen des 19. Jahrhunderts: Von alledem berichten Vorfahren der hohenlohisch-fränkischen Familie Ebert. Begonnen von Dr. Friedrich Ebert (1882-1971), wurde die Sammlung von Lebensberichten, Tagebüchern, Nachrufen, Archivalien und Würdigungsgedichten weitergeführt, ergänzt und herausgegeben von seinem Enkel. Ausführliche Orts- und Personenregister erschließen die vielfältigen Beziehungen in der damaligen Welt.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum28. Juni 2021
ISBN9783347340428
Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten: Dokumente zur Geschichte der Familie Ebert. Lebensberichte, Tagebücher, Nachrufe, Archivalien - vom Dreißigjährigen Krieg bis 1914
Vorschau lesen

Ähnlich wie Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten

Ähnliche E-Books

Rezensionen für Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Familien-Erinnerungen aus vergangenen Jahrhunderten - Christoph Weißer

    Vorwort

    Die Familie Ebert war seit jeher sehr an ihrer Geschichte interessiert und hat seit dem 17. Jahrhundert Aufzeichnungen über Vorfahren und Nachkommen zusammengetragen. Diese Aufzeichnungen hat Friedrich Ebert (1882–1871), mein Großvater, dessen Todestag sich 2021 zum fünfzigsten Mal jährt und der neben seinen vielen anderen Interessengebieten auch ein akribischer Familienforscher war, im Lauf seines Lebens in Abschriften gesammelt. Um die Dokumente zur Familiengeschichte und zu seinen Vorfahren für seine Nachkommen zu erhalten, hat er sie abgeschrieben und mit der Schreibmaschine in wenigen Exemplaren getippt. Diese Zusammenstellung wurde nun durch weitere Texte ergänzt und zu einem Buch zusammengefaßt,

    Der Titel entstammt der ausführlichen Lebensbeschreibung von Wilhelm v. Baumer (1781–1863) und findet sich dort in Goldprägung auf dem Rücken des schwarzen Leineneinbandes seiner zu einem etwa 250 Seiten umfassenden Buch gebundenen Aufzeichnungen.

    Friedrich Eberts Beispiel folgend, sind in einem ersten Teil Berichte von und über Vorfahren aus der Ebertschen Linie zusammengestellt, während der zweite Teil Berichte von Angehörigen sonstiger Ahnenreihen enthält. Die zugehörigen genealogischen Tafeln sind separat zusammengefaßt, um die familiären Zusammenhänge und Abstammungslinien deutlich zu machen.

    Die Texte wurden in der ursprünglichen Orthographie der Originalhandschriften übernommen, offensichtliche Tippfehler der Textvorlagen wurden stillschweigend korrigiert. Dieses Vorgehen soll einerseits die zunehmende Vereinheitlichung der Rechtschreibung im Lauf der Jahrhunderte dokumentieren, aber auch den unterschiedlichen Sprachgebrauch deutlich machen, wie er etwa von einfachen Handwerksleuten verwendet wurde, die immerhin des Schreibens mächtig waren, dabei aber durchaus so schrieben, wie sie sprachen, im Unterschied zu den akademisch gebildeten Pfarrern, die sich eines deutlich gepflegteren Stils bedienten, der allerdings allenthalben von lateinischen Einsprengseln durchsetzt war – als zeitgemäßer Ausdruck ihres gehobenen Bildungsstandes. Und schließlich finden sich Beispiele von geschraubter barockisierender Kanzleisprache, die unseren modernen Ohren recht fremd anmutet. Auch bei den Ortsnamen ist die Schreibung der Urtexte beibehalten; sofern sie zu abweichend von den modernen offiziellen Namen ist, ist diese jeweils in eckigen Klammern angefügt. Lageangaben und moderne Ortszugehörigkeiten als Folge von Eingemeindungen können dem Ortsregister entnommen werden, in dem moderne Ortsnamen aufgeführt sind.

    Es bleibt nicht aus, daß in jahrhundertealten Texten Begriffe verwendet sind, die dem modernen Sprachgebrauch fremd geworden sind. Entsprechende Worterklärungen waren ursprünglich von Friedrich Ebert den einzelnen Texten angefügt. Da sie bisweilen mehrfach begegnen und um den Anmerkungsapparat nicht zu sehr zu belasten, wurden sie einschließlich altertümlicher Abkürzungen in einem Glossar zusammengeführt. Lateinische Worte und Phrasen sind unmittelbar im Text in eckigen Klammern übersetzt. Für die Übersetzungen längerer lateinischer Zitate und Passagen danke ich meinem Bruder Norbert Weißer.

    Der Verbleib der Originale ist überwiegend unbekannt. Lediglich die ausführliche Lebensbeschreibung Johann Wilhelm von Baumers ist als Urschrift sowie in zwei handschriftlichen Abschriften im Familienarchiv erhalten. Die Abbildungen der Schriftproben wurden schon von Friedrich Ebert angefertigt. In einer Reihe von Anmerkungen hat er auch bei seinen Abschriften insbesondere beim ‘Familienbuch’ des Hans Jörg Ebert darauf hingewiesen, daß es sich bei diesen Aufzeichnungen nicht um einen Text aus einer Hand handelt, sondern daß im Lauf verschiedener Generationen immer wieder Einträge hinzugefügt wurden. Diese Anmerkungen sind als Fußnoten übernommen und mit seinem Namenskürzel versehen, alle anderen Anmerkungen stammen vom Herausgeber.

    Friedrich Ebert hat im Lauf seines langen Lebens eine ganze Reihe von Tagebüchern und autobiographischen Texten angefertigt. Diese werden in einem separaten Sammelband dokumentiert: Dr. Friedrich Ebert (1882–1971). Autobiographische Schriften, hrsg. von Christoph Weißer, Hamburg 2021.

    Familienbuch

    angelegt 1636 von Hanß Jörg (Johann Georg) Ebert (1616–1664)¹

    [Außenseite des Einbanddeckels:]

    Schult Register

    Vnd meine liebe Kind darein

    Bezeignet sind.

    Schuldt Register über meine

    liebe Eltern.

    [Innenseite des Einbanddeckels:]

    Anno 1636 den 26. Januarius bin

    Ich Hanß Jörg Ebert in Langenburg mit Wolff

    Fischers Dochter zu Laßbach *zu Kirchen vnd

    Straßen gangen. Gott verley unß gluck

    heil vnd segen. vnd auch allen grist glauberigen.

    * Barbara Fischerin genannt

    [S. 1] In dißem Büchlein sein meiner verstorbenen Eltern allß mein mutr sellig vnd schwer und schwiger. Vnd mein grist glaubiche vnd neü geborene kindter wie folgt beschriben.

    Anno 1636 den 13. April starb mein Lieb muter selgig. Elißabetha Ebertin zu Langenburg gott geb ihr ein fröllige aufferstehung.

    Anno 1639 den 19. martzj starb mein Liebe schwiger muter Anna Fischerj von Laßbach, gott geb ihr ein frölliche aufferstehung.

    Anno 1639 den 8. Nouember starb mein lieber schwer vatter seliger wolff fischer wirdt vnd gastgeber zu Laßbach vnser herrgott der gebe im ein frölliche aufferstehung und vnß allen krist glaubigen.

    [S. 2] Item waß ich für kindter hab gezeuget mit meiner frau barbara Ebertin.

    Erstlich

    Anno 1637 den 6. feberaj zwißen Ain und Zwej vhr ist mir ein söhnlein geboren worden, mit Namen Hanß michel, sein Dothen war Hanß Jörg schreck und michel Preidter zu bechlingen, sein Dothen gelt war ein golt gülten vom hanß Jörgen schrecken vnd ein künißen Doller vom mül-michel.

    Ist zu Weickersheim seelig verschieden den 17. 9br. [9 = novem: November] Ao 1664.²

    Abb. 1: Schriftprobe Hanß Jörg Ebert (1636)

    Anno 1639 den 20. feberarj ist mir widerumb ein söhnlein geboren, mit Namen Georg friderig, sein Dothen war hanß Jörg schreck, vnd michel Preider zu bechlingen. sein Dothen gelt war auch ein golt gült vnd künißer Doller.

    Starb in O.Ickelsheim sanfft und seelig den 29. Aug. Ao. 1710. Seines alters 71 Jahr 6 Monat und 9 Tag. Gott helft uns allen zu seiner zeit selig sterben und einstens frölig aufferstehen Amen.³

    [S. 3] Anno 1640 den 26. May ist mir ein söhnlein geboren, mit Namen JoHanß Georgiuß, Sein Dothen war Her statt schreiber Vogel man vnd Hanß Jörg schreck. Sein Doth gelt war vom H. stattschreiber ein cünißer Doller vnd vom schrecken ein golt gült.

    Anno 41 den 10. December zu morgen frü zwüßen 4 vnd 5 vhr starb mein L. söhnlein mit Namen Hanß Jörg. Gott geb im Ein frölige Aufferstehung.

    Anno 42 den 16. Martzj ist mir ein Döcherlein geboren mit namen Anna Liesa barbara, Ihr Doth war frau stattschreiberj vnd hanß Jörg schrecken haußfrau vnd Jörg renners haußfrau, ihr Dothgelt war ein golt gült von hanß Jörgen schrecken frau vnd stattschreiberj ein cünißer Doller vnd auch ein cünißer Doller von Jörg rennerß haußfrau.

    Starb in Marckbrait⁴ sanfft und seelig den 21 Marty ao 1705.⁵

    [S. 4] Anno 44 ist mir ein Döchterlein geboren den 5. Augusti zwißen 10 vnd 11 vhr. Sein Doth war Jachob bems hauß frau in cüntzlisa⁶ vnd Anders schuberts hauß frau in Cüntzlisa vnd Jörg popen ziglers hauß frau. Sein Dothen gelt war von den drej Doth 3 reiß Doller⁷. vnd ihr Nam hiß Anna maria, vnd im 22 October en schliff sie in Namen deß heren, gott geb ir ein fröllige aufferstehung.

    Anno 46 den 15. sebdember ist mir ein Döchterlein geboren worden mitwochen Abenth zwißen 1 vnd 2 vhr, ihr nam hiß Anna vrsola. ihr Doth war frau pfarerj Ditzlerin vnd Ziglerin hir. Sein Doth gelt war von beiden Dothen 2 Doller.

    ist verEhlicht worden mit Conrad Hertlein nachgehents vorderem Wirth zu Lohnerstatt bey Höchstett, zeügete 2 Kinder, und ist mit dem dritten /:desen Sarg die Mütter wahr:/ am Charfreytag Ao 1682 nachts Gott weis wie, aber ohne Zweifel seelig verschieden. Deren das noch verlaßene Kind bey 2 Jahr alt, bald gefolgt und in d. Muetter Crufft gelegt worden. Gott verleye eine fröhliche Aufferstehung.⁸

    [S. 5] Anno 48 den 29. December ist mir ein söhnlein geboren worden, mit Namen hanß Ludwig. Sein Dothen war hanß vllerig ein Leiden ampt warer under dem Dubadelißen regen mend,⁹ vnd Herr Pfarher Ditzel in Langenburg vnd Jörg Friderig metz in stein circher¹⁰ ein lediger gesel. Sein Dothen gelt war von den drei Dothen 7 R. Dieser ist in seiner Wanderschafft des Mezger Handwerckhs zu Ambsterdam in Holland seelig entschlafen, dem Gott Genade.¹¹

    Widerumb ist mir ein söhnlein geboren Ano (16)52 den 16. Augustj zwißen 1 vnd 2 vhr Abentz, mit Namen hanß Georgius. Sein Dothen war Jörg Pop, Zigler hir, vnd Jörg Shott, sein hauß genoß in d zigel hüten. Sein Dothen gelt war von beiden gevatter 2 reiß Doller, vnd in seiner geburt ist eß so schwach gewest das wirs im hauß müßen dauffen laßen. ist verheyrat mit Anna Barbara Gruberin, zu Weickersheim.¹²

    [S. 6] Widerumb ist mir ein Döchterlein geboren – Wall Burga ihr nam¹³ – Anno 1657 den 27. April zu abendes zwischen 8 und 9 Uhr, sein Dothen war walburg mein gevatter zu widern, friderig metz hausfrau und Zigleri all hir, und Jörg schotten haus frau bette zu Langenburg. Ihr Nam his Anna burgel. gott geb ihr glück und heil; ihr Dothen gelt von allen 3 wardt 4 R.

    Sein geburt ist im fisch ein Mitelmeßiges Zeichen.

    Ist d. 22 7br [7 = septem: septembris] 1669 sel in Gott verschieden zu Fröhstockheim.¹⁴

    Ir Leicht text war matheo: am 11 Capitel Die starckhen bedürfen des Artzes nicht, sondern die Krankhen.

    Widerumb ist mir ein söhnlein geboren Anno 1659 den 23. Januarius zu morgends zwißen 8 vnd 9 uhr. Sein Dothen war Jörg boben Zigler zu Langenburg vnd Jörg Shotten zu L’burg vnd Hanß Ehrt Zigler becken zu L’burg. Sein Nam hiß wollffgang, sein Dothen gelt war 4 R. Gott geb im vnd vnß allen glück vnd segen vnd ein lang leben.¹⁵

    [S. 7]¹⁶ Meiner Frau alls Barbra Fischerin geborn zu Laßpach. Lautt ihr DauffZettel in ihren alter Anno 1619 den 5. April ist sie in der heillich Taff zu regenbach getauffet worden. ihr Thott war Frau Pfarerj Binnj, in dißen ist das Prifflein auch angehefft. Gott geb ihr vnd vns Allen glück vnd heeil.

    Ist in Gott seelig entschlaffen Mittwoch den 13. Janu. früe umb 2 uhr Ao 1686; und ist zu Weickersheim Ehrlich begraben, deren Gott Gnade.¹⁷

    Heüt Tatho¹⁸ den 19. October Ano 1663 starb mein lieber vetter wolf ludwig, waffen beck, burger vnd mectzer, in Langenburg gott geb im und vns allen krist glauberigen ein fröliche aufferstehung. Amen.

    [S. 9] Ao 1664 den 20te february abend Gegen 4 Uhr starb mein herz Lieber Vatter Hanß Georg Ebert, deme vnd vnß allen Gott ein fröliche auferstehung verleyhen wolle.

    Ano 1664 den 17. Novemb zwischen zwey vnd drey vhr nach mit dag starb mein lieber Schwag hanß michel Ebert seiner Sellen gott genad.¹⁹

    Text seiner Leichtpredig

    Ich hab einen gudten Kampff gekämpft vnd meinen Lauff volendet. Ich hab glauben gehalten, hin fort Ist mir bey gelegt die Crone der gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Dage, der gerechte Richter, geben wirdt, nicht mir aber allein, sondern auch allen die seine Erscheinung lieb haben geschrieben.

    Auß der Anderen Ebistel S. Pauli an Thimotheum am 4. Capitel

    [S. 11] Anno 1664 den 13. 7br. [7 = septem: septembris] bin ich Georg Friederich Ebert der Zeit Gegenschreiber im Closter Ahausen ohnweit Öetingen, mit Anna Margarethen Stadelmännin, Herrn Johann Stadelmanns gewesenen Fürstl. Brandb. Conrectoris beim Gimnasio zu Onolzbach, Eheleiblichen hinterlaßener Tochter vertrauet: und durch damaligen Pfarrer H. Albrecht Mizeln copulirt worden. Gott walte mit seiner Allmächtigen Gnaden Hand ob Uns.

    Abb. 2: Schriftprobe Johann Georg Friedrich Ebert

    Anno 1665.

    Freytags den 25. July früe umb halb vier uhr, ist Agnes Barbara Ebertin uff diese Welth gebohren, Tauffs Doden sind Herr M. Casper Hammerschmidts, Statt-Pfarrers, dann Herrn Lorenz Flechtners, hoffRaths Registratoris zu Onolzbach, Haus-Frauen, deren beede Stellen aber umb weite des wegs, von Fr. Pfarrin Kodomännin²⁰ zu Sausenhof und herrn Joh. Samuel Stadelmans Vogts zu Ostheim, Haußfr. vertretten worden.

    Den 1. January nachts zwischen 8 und 9 Uhr wurde mir mein anders Kind, Nahmens Johann Friderich Ebert uff diese Welth gebohren, und zu Ahausen, durch Herrn Johann Samuel Stadelmann, Vogten des Ambts Rechenberg, aus der heyligen Tauff gehoben und versprochen worden.

    Diß mein liebes Kind ist seines alters 4 Jahr 6 Monat und 5 Tag zu Oberickelsheim den 5 July Ao 1671 in Gott wieder seelig verschieden, deme der höchste, und allen Christglaubigen, eine fröliche Aufferstehung verleyhen wolle.

    Den 26. Marty nachts zwischen 1 und 2 uhren ist mir wieder zu Ahausen ein Söhnlein gebohren, so aber in der Geburth verschieden, und zur heyligen Tauff nicht kommen, deme Gott in allen Gnaden pflegen wolle.

    Anno 1671.

    Am 11. July nachts zwischen 7 und 8 uhren ist mir wider zu Oberickelsheim ein Söhnlein gebohren, der von dem Ehrwürdig. und Wohlgelahrten Herrn Johann Leonhard Birckhlein, Pfarrern zu Underickelsheim, aus der heyl. Tauff gehoben, und der Nahm Johann Georg gegeben worden.

    Das liebe Kind ist Freytags den 17. 9br. [9 = novem: novembris] ao 1671 nachts zwischen 12 und 1 uhr, wider in Gott seelig verschieden, der Seele Gott in Gnaden pfleegen wolle.

    am 24. 8bris [8 = octo: octobris] zwischen 10 und 11 Uhr Freytags ist meine liebe Hausfrau Anna Margaretha gebohrne Stadelmännin nach außgestandnen Sechstägigen Lager, sanfft und seel. als Sie Donnerstags zuvor das hochwürdige Abendmal empfangen und dabey Ungemeine Andacht erwiesen, entschlaffen, und Sonntags daruff, den 26. 8bris zu Aub Ehrlich zur Erden bestättiget worden, deren Seelen Gott in Gnaden pflegen wolle, bey abgelegtcr Beicht, bat Sie auch ihrem Beicht-Vatter Herrn Johann Georg Rosenbach Pfarrern zu Waltmanshofen in beyseyn der Umbstehenden liebemütig erzehlt, wie Sie in voriger Nacht ein Gesicht im Traum gehabt, da Sie drey Himmel nacheinand gesehen, den ersten in überaus lieblicher Röte, den andern in schöner blauer Farb, den dritten in so schönem hellem Glanz, daß solcher in seiner Clarheit die Sonne weit übertroffen, da dann schöne Engel erschinen, Sie davon zuführen.

    den 23. febr. bin ich Georg Fridrich Ebert, der Zeit Glaitsmann zu Aub, mit Jungfer Anna Maria Nuschin, des Edlen und Vesten Herrn Johann Gottfrid Nuschen, des Innern Raths und Mittlern Steurers in der Freyen Reichs Statt Rotenburg ob der Tauber, Ältisten Ehrn Tochter nach vorber ansehnlich gehaltenem Heyratstag, deme Hr. Sebastian Kirchmeyer, Superintent, Hr. Bürgermeister Winterbach, Hr. Profeßor Lips und andere Nahe Anverwanthen beygewohnet, in der Haubt Kirchen alda, welche Hochzeit Predigt mehr hochermelter Herr Supp. vortrefflich abgelegt, durch Herrn Johann Georg Herrnbauern, ältern Caplan, copulirt worden, Gott stehe Uns in Gnaden bey, und walte mit seiner Allmacht biß ans Ende ob Uns.

    Am 6. Decembris ist mein liebstes Söhnlein Johann Gottfrid Ebert, Sonntags gegen 1 Uhrn nach Mittag uff diese Welt geboren, dann Montags daruff zur hl. Tauff befördert, und durch seinen Herrn Grosvatter, Herrn Johann Gottfrid Nuschen, und Herrn Johann Salamon Hartung, Pfarrern zue Simmershofen, so zugegen wahren, und Herrn Johann Peter Mucken, Ober Ambtmann zu Hochhaus Öetinger gebiets, so abwesend und weiten wegs halben nit erscheinen Können, vertretten und gehoben worden. Gott laß Ihne, zu seinen Göttlichen Ehren, den Ältern aber zu groser Freude und in allen Christlöblichen Tugenden erwachsen.

    Donnerstags den 9. 9bris nach Mittag zwischen 2 und 3 Uhren, hat der liebreiche Gott meine liebste Hausfrau ihrer getragenen schweren Leibesbürt allergnädigst entbunden, und Uns mit zweyen Söhnen milt vätterlich erfreyet, welche so balden von Herrn Stattpfarrern Johann Gottfrid Ramscheid getaufft, von Herrn Johann Georg Rosenbach Pfarr zu Waltmanhofen in hl. Tauff versprochen: der erste nach den erkisten Gevattern Herrn Fridrich Lipsen, Vesper Prediger, und Herrn Jeremia Christ. Nuschen Fridrich Christian; der andere nach Herrn Johann Georg Herrnbauern, Pfarrern zu Elpersheim, und Hr. David Adam Nuschen, Georg David genannt worden. Gott der Allmächtige laße Sie in allen Christlöbl. Tugenden zu seinen Göttlichen Ehren wachsen und zunehmen, daß Sie Kinder der Ewigen Freud und Seeligkeit werden mögen. Amen.

    Am 7. january Ao. 1694 früe 5 Uhrn ist Georg David Ebert wider in Gott seelig entschlaffen, und den Tag daruff zu Aub zu seinem Ruhe Kämmerlein under andächtigem Gebet und Gesang, begleitet worden, deßen Gott Ewig pflegen wolle.

    Dinstag den 8. 8br. früe umb 7 Uhrn, ist mein liebes Döchterlein uff diese welt geborn und alhier zu OberIckelsheim zur hl. Tauff befördert und durch Herrn Johann Jacob Kisters, Ober Schultheißen zu Gollhofen Haus Frauen, und Herrn Johann Späten, Geyerischen Ambts Vogtens zu Ranisbronn [Reinsbronn], ältister Jungfer Tochter aus der hl. Tauff gehoben und versprochen, und allso mit dem Nahmen Julianna Margaretha Agata begabet worden.

    Gott laße Sie in allen Christlichen Tugenden erwachsen, daß Sie ein Kind der ewigen Freud und Seeligkeit werden möge.

    Mond Lauff im Fisch als der Tag 10 stund worden.

    Den 31. May, nachts gegen 11 und 12 uhren ist mir ein Töchterlein gebohrn, und Mittwoches den 2. Juny alhier zu OberIckelsheim zur hl. Tauff befördert, und durch Herrn Lorenz Kochs, hochfrstl. Brandenb. Ober Schultheißen der Mainflecken Frau Liebste Maria Salome, dann Herrn Fridrich Caspar Stobaei, Pfarrers zu Mertish. [Martinsheim] und Ober Ickelsh. geliebten Haus Frauen Susanna Christina, aus der hl.Tauff gehoben und versprochen, und genant worden Maria Christina.

    Gott erhalte das liebe Kind, und laße Sie in allen Christlichen Tugenden erwachsen, daß Sie ein Erb der ewigen Freud und Seeligkeit werden möge. Amen.

    Den 16. Febr. nachts zwischen 6 und 7 Uhren, wurde Magdalena Jacobina uff diese Welt gebohren und von meinen beeden HHr Schwäger Jeremia Christian, und David Adams Nuschens lieben Ehe Frauen, meinen liebsten Frauen Schwägerinnen, uff Unser gehorsammes bitten, aus der hl. Tauff gehoben. Gott walte ob ihr, und mache Sie ewig Seelig.

    [S. 26] Freytags den 9. July Ao 1700 Ist der WolEdel und Veste Herr Johann Gottfrid Nusch, des Innern Raths Beysizer, und Mittler Steurer, in der Statt Rotenburg an der Tauber, Mein Hochwehrter Herr Schwehrvatter, in seinem Erlöser und Seeligmacher Jesu Christo, nach Mittag gegen 3 Uhren, sanfft und seelig entschlafen und Montags den 12. July zu seiner Ruhestatt zum hl. Creuz under begleitung vieler vornehmen Persohnen, beygesezt worden. Deme Gott eine sanffte Ruhe, und an jenem grosen tag, und Uns allen eine fröliche Aufferstehung zum Ewigen freüeden, Leben verlegen und geben wolle. Amen.

    Sontags den 19. Decembr. Abents zwischen 11 und12 Uhrn im Zeichen des Widers, ist Georg Friderich, mein inniggeliebtes Söhnlein uff diese Welt geboren, und Dinstags drauff zur hl. Tauff befördert, und zu Tauffs Doden erbetten worden, Johann Georg Schenck, Wirth zu Hämmersheim, und dann Georg Krämer alhier zu Ober Ickelsheim.

    Der allerhöchste Gott, stehe ihme mit seiner Gnade bey, laß ihne in allen Christlichen Tugenden erwachsen und zunehmen, daß Er zu seiner Zeit ein Kind der Ewigen Freud und Seeligkeit werden möge. Amen.

    Dinstags den 11. Aprilis frühe gegen 4 Uhrn ist Jungfer Ursula Agatha Nuschin, ihres alters 25 Jahr, Herrn Johann Gottfrid Nuschens Inneren Rathsverwanthens und Mittleren Steurers in Rotenburg EheLeibl. Tochter, in Gott seel. entschlafen, und den 13. dito am grünen Donnerstag in der Nuschischen Grufft daselbst under Begleitung ansehnlich Persohnen, beygesezt worden; deren Seele Gott pflegen wolle.

    Anno 1710.

    Freytags den 29. Aug: früe umb halb weeg 5 Uhren, Starb in Gott seelig mein Lieber Vatter Georg Friderich Ebert, weyl. hochfürstl. Brandenb. Gleitsmann dahier zu OberIckelsheim, und wurde Montags den 1. 7br. [7 = septem: septembris] darauff Christlöbl. zur Erden bestattet, deme Gott in der Erden eine sanffte Ruhe, am jüngsten Tag aber eine fröhlige Aufferstehung verleyhen wolle. aetatis suae [seines Alters] 71 Jahr 6 Monat und 12 Tag.

    ¹ Einband wiederverwendetes Pergament. Format 19 × 16 cm. Rückenbreite 3 cm. – Inhalt noch 15 Blätter, davon die ersten 3 zweiseitig beschrieben, die übrigen einseitig. Die meisten Blätter des ursprünglichen Bestandes sind herausgeschnitten. Es werden im ganzen etwa 100 gewesen sein (F. E.). – Der Verbleib des Originals ist unbekannt. – Friedrich Eberts Abschrift erfolgte zeilengetreu. Hier wird darauf verzichtet, lediglich die Seitenzahlen der Handschrift werden angegeben. Die Interpunktion wurde vorsichtig adaptiert.

    ² Letzter Satz andere Hand = S. 11 (F. E.).

    ³ Spätere Hand, nicht die von S. 28 unten (F. E.).

    ⁴ Marktbreit.

    ⁵ Spätere Hand (F. E.).

    ⁶ Künzelsau (F. E.).

    ⁷ Rheinische Taler (F. E.).

    ⁸ Spätere Schrift (F. E.).

    ⁹ Lies: „ein Leutenant war er unter dem Taupadelischen Regiment" (Georg Christoph v. Taupadel, schwed. Oberst) (F. E.).

    ¹⁰ Lies: „ein Steinkircher", aus Steinkirchen.

    ¹¹ Spätere Schrift (F. E.).

    ¹² Andere Hand, wie die Nachträge zu S. 4 (F. E.).

    ¹³ Schrift wie S. 7 (F. E.).

    ¹⁴ Die 3 Nachträge stammen von verschiedenen anderen Händen, z. T. am Rand (F. E.).

    ¹⁵ Nicht von Hans Jörg E. geschrieben, sondern von einer zierlichen, anscheinend weiblichen Hand (F. E.).

    ¹⁶ Die Schriftzüge der S. 7 sind ungleichmäßig und zitterig (Altersschrift?) (F. E.).

    ¹⁷ Spätere Hand = S. 15 (?) (F. E.).

    ¹⁸ Lies: „dato"

    ¹⁹ Zierliche und schnörkelreiche Handschrift, vielleicht der geb. Stadelmann (F. E.).

    ²⁰ Joh. Lorenz Codomannus, 1660–1669 Pfr. in Sausenhofen, dann in Meinheim, † 1685 (F. E.).

    Geschlechtsregister aufgestellt von Karl Johann Friedrich Ebert²¹

    Geschlechts-Register.

    1.

    Johann Ebert I.

    Er war Bürger und Verwandter des Gerichts in der Hohenlohischen Residenz Langenburg. Von ihm ist nur so viel bekannt: Im Jahre 1593 lebte er nicht mehr. Seine Ehegattin hieß Wandel, und ist nicht gewiß, ob sie des folgenden Hans Eberts rechte oder Stiefmutter gewesen sey. Nach ihres Mannes Tod verheurathete sie sich zum zweitenmal, am 13. März 1593, mit Matthäus Schüler, Burger und Mezger in Öhringen.

    Johann Eberts Kinder waren

    1) Magdalena, kopulirt mit Magister Georg Wiedmann von Öhringen, den 20. August 1593, dieser wurde, am 3. März 1594, Pfarrer zu Krispachhofen [Crispenhofen].

    2) Johann Ebert, gebohren 1576, von welchem hernach ein Mehreres.

    3) Anna, kopulirt, den 24. Januar 1597, mit Johann Weißmüller, Müller zu Unter-Regenbach.

    4) Wandelbra, kopulirt mit Albrecht Oetig von Sindringen, den 10. März 1606.

    5) Friedrich Ebert, kopulirt 1608 mit Barbara Glöckin, Wittwe zu Oehringen, wo er auch vielleicht haussäßig und Burger worden ist.

    2.

    Johann Ebert II.

    Er war Mezger, Wirth, und des Gerichts zu Langenburg Verwandter, auch nachgehends Bürgermeister daselbst, gebohren 1576. Gestorben den 2ten Januar 1626. Alt 50 Jahre. Seine Ehefrau hieß Elisabeth, Barthel Ehrmanns, Bürgers und des Gerichts zu Langenburg, nachgelaßene eheliche Tochter, mit welcher er den 9. April 1594 getrauet worden.

    Ihre Kinder sind gewesen

    1) Anna, gebohren den 2. Januar 1596 kopulirt den 27. Februar 1621, mit Wilhelm Binz, der Gottesgelehrtheit Beflißnen von Schwäbischhall. Ist vermuthlich derjenige Wilhelm Binz, der nach Wibels Hohenlohischer Kirchen-Historie anfangs Kaplan zu Langenburg war, und 1635 am 22. Februar Pfarrer zu Enslingen wurde.

    2) Georg, gebohren und † 1597.

    3) Elisabeth, gebohren 1598 den 16. August, kopulirt 1616 am 3. Pfingsttage [21. Mai], mit Hans Brokken, Jäger zu Langenburg.

    4) Wandelbra, gebohren den 30. Jänner 1600, gestorben 1601.

    5) Veit, gebohren den 21. März 1601, starb ledig 1654.

    6) Wandelbra, gebohren den 27. Januar 1603, kopulirt, den 24. Mai 1625 mit Johann Michael Waffenbeck, Gräflich Solmsischen Hofschneider, damals bei der Gräflichen Wittwe in Kirchberg.

    7) Margareth, gebohren den 10. August 1604, gestorben den 10. September 1604.

    8) Magdalena, gebohren den 7. September 1605. Von ihrer Verehlichung oder Tod findet man nichts.

    9) Barbara, gebohren den 5. August 1606, kopulirt den 26. März 1634 alt Albrecht Rez, einem Jägers-Sohn von Etzlinsweiler.

    10) Rosina, gebohren den 6. April 1609, kopulirt den 19. September 1637 mit Andreas Pfeifer, Jäger zu Unter-Regenbach.

    11) Margareth, gebohren den 10. 0ktober 1610, kopulirt den 23. Februar 1633 mit Friedrich Julius Schüler, Hofgärtner zu Langenburg.

    12) Katharina, gebohren den 3. November 1612, gestorben 1613.

    13) Johann, gebohren den 2. August 1614, gestorben 1616.

    14) Johann Georg, gebohren den 4. November 1616, von welchem hernach ein Mehreres.

    15) Dorothea, gebohren den 24. März 1619. Von ihrer Ehe oder Tod findet man nichts.

    16) Georg Friedrich, gebohren, den 21. November 1622. Von diesem ist sonst keine Nachricht vorhanden.

    Die fruchtbare Mutter dieser sämtlichen Kinder starb als Wittwe 1638 zu Langenburg. den 13. Aprill.

    3.

    Johann Georg Ebert.

    Gebohren den 2. (4.) November 1616 zu Langenburg. Gestorben zu Bechlingen an Langenburg den 20. Februar 1664. Alt 47 Jahre, 3 Monathe, und etliche Tage. Er lebte anfangs vom Jahr 1635 an 12 Jahr lang als Burger und Mezger in Langenburg; hernach kam er nach Bechlingen, und hatte daselbst neben dem Handwerk auch eine Wirtschaft. Er verehelichte sich mit Barbara, Wolfgang Fischers, Wirths zu Laßbach, ehelichen Tochter, den 26. Januar 1636. In der vorhandenen Leich-Predigt von Andreas Hirschen, damaligen Pfarrer in Bechlingen, wird er als ein guter Christ, als ein arbeitsamer, verträglicher, dienstfertiger und redlicher Mann beschrieben; auch als ein solcher, der in seinen besten Jahren schon mit einem grauen Kopf herumgegangen. Seine Krankheit war die Schwind- und Lungensucht, die ihn, wie gewönlich, nach und nach verzehret.

    Die Kinder, die er gezeuget, sind folgende:

    1) Johann Michael Ebert, gebohren den 6. Februar 1637, gestorben zu Weikersheim 1664.

    2) Georg Friedrich, gebohren den 20. Februar (19. Januar) 1639, von welchem hernach mit Mehrerm.

    3) Johann Georg, gebohren den 26. Mai 1640. Gestorben den 10. Dezember 1641.

    4) Anna Elisabeth Barbara, gebohren den 26. März 1642, gestorben zu Markbreit den 21. März 1705. Ob verehlicht, oder ledig, wird nicht gemeldet.

    5) Anna Maria, gebohren den 8. August 1644, gestorben den 22. Oktober selbigen Jahres.

    6) Anna Ursula, gebohren den 15. September 1646. Verehelicht an Konrad Hertlein, nachmaligen Wirth zu Lohnerstadt bei Höchstädt. Es wird von ihr gemeldet, daß sie schwangeren Leibes des Nachts auf eine unbekannte Art gestorben, und das Kind bei ihr geblieben.

    7) Johann Ludwig, gebohren den 29. Dezember 1648, starb in der Wanderschaft als Mezger in Amsterdam.

    8) Johann Georg, gebohren den 16. August 1652. Kam nach Weikersheim, verheurathete sich daselbst mit Anna Barbara Gruberin, und wurde als gräflicher Hofmezger, auch Rathsverwandter, ein angesehener, beliebter und vermöglicher Mann. Sein Sohn, ebenfalls ein verständiger, erfahrner und redlicher Mann, war Gastgeber zur Sonne daselbst. Die Sonnenwirthschaft kam hernach auf einen von seinen Söhnen, und eine Tochter von diesem ist dermal die Besizerin derselben.

    9) Anna Walpurgis, gebohren den 27. Apri1 1657, gestorben zu Fröhstokheim den 77. September 1669.

    10) Wolfgang, gebohren den 23. Januar 1659. Er kam auch nach Weikersheim als Bürger daselbst, war verehlicht, hatte aber eine schlechte Nahrung, und wurde alt. Eine Tochter von ihn war nach seinem Tod noch vorhanden, verehlicht, und wurde auch unter schlechten Umständen alt. Von diesem kommt auch Peter Ebert, Vater einer Sofia Kordula, Johann Georg Pfeifers, Bauverwalters zu Kirchheim Ehefrau; von welchem in der folgenden Zeit ein Sohn wieder eine Ebertin aus der Anverwandtschaft geheurathet, wie unten stehet.

    Die Mütter dieser sämtlichen Kinder war gebohren den 5. April 1619, kam also 1636 den 26. Januar sehr früe in den Ehestand. Sie starb als Wittwe zu Weikersheim den 13. Januar 1686.

    4.

    Georg Friedrich Ebert.

    Gebühren zu Langenburg, den 20. Februar (19. Januar) 1639, gestorben zu Ober-Ikelsheim den 29. August 1710. Alt 71 Jahre. 6 Monat, 9 Tage. Sein Leichenstein ist noch zu Ober-Ikelsheim vorhanden. Im Jahr 1651 hat ihn weilend Graf Joachim Albrecht von Hohenlohe zu sich nach Kirchberg genommen, daselbst 2 Jahre lang in die lateinische Schule geschikt u. zur Schreiberei anweisen laßen. Er kam hierauf in die Gräflich Limburgische Kanzlei zu [Ober-]Sontheim, w er 4 Jahre gewesen, und dann von Graf Heinrich Kasimir von Limpurg mit auf die Universität Tübingen genommen worden. 1659 kam er als Schreiber nach Gunzenhaußen zu dem damaligen Kastner Georg Adam Ulmer; hierauf zu dem Herrn Jakob von Hüffel, Ober-Vogt und Geheimer Rath in Onolzbach, bei dem er einige Jahre als Sekretär gestanden. 1664 wurde er Gegenschreiber zu Kloster Auhaußen. Von da kam er als Geleitsmann nach Ober-Ikelsheim 1671. Hierauf als solcher nach Aub 1690, und endlich durch einen Tausch mit Herrschaftlicher Genehmigung, den er und der damalige Geleitsmann Bischoff gegeneinander getroffen, in eben dieser Qualität 1695 wieder nach Oberikelsheim, wo er ein eigenes Haus auf dem Plaz des dermaligen grosen Wirts-Hauses daselbst, und ansehnliche Feld-Güter beseßen. Er lies auch in dem untern Theil des Hauses durch seine Leute die Schenke und Gastgeberei besorgen. Er verheurathete sich erstlich zu Auhausen mit Anna Margareth, Johann Stadelmanns, Kon-Rektors zu Onolzbach hinterlassenen Tochter, den 13. September 1664, welche 1690 den 24. Oktober wieder verstorben. Die Kinder von dieser Ehe waren

    1) Agnes Barbara, gebohren 1665 den 28. Julius, verheurathet an Erasmus Götzen, Gräflich Wertheimischen Renovator in Dertingen, welcher hernach als Freiherrlich Berlichingischer Beamter nach Rechenberg gekommen. Ihm folgte daselbst sein Sohn im Amt, und von diesem lebt dermal ebenfalls ein Sohn in Wertheim als Gräflicher Kammer-Rath.

    2) Johann Friedrich, gebohren den 1. Januar 1667. Gestorben den 5. Julius 1671 zu Ober-Ikelsheim.

    3) Ein Söhnlein, so bei der Geburt verstorben 1668 den 26. März.

    4) Johann Georg, gebohren 1671 den 11. Julius. Gestorben den 17. November selbigen Jahrs.

    Er trat in die zwote Ehe den 23. Februar 1691 mit Anna Maria, Johann Gottfried Nuschens, des Innern Raths und Mittler-Steuern zu Rothenburg ob der Tauber, aeltesten Tochter, welche hernach als Wittwe zu Betwar bei ihrer Tochter den 22. August 1737 gestorben.

    Die Kinder dieser Ehe waren

    1) Johann Gottfried Ebert, gebohren den 6. Dezember 1691. Er studierte zu Jena die Rechte, war Anfangs-Kanzleisekretär zu Kirchberg, hernach Kammer-Secretär zu Onolzbach, und starb auch daselbst in einem ziemlich hohen Alter. Er zeugte in seiner ersten Ehe mit einer gebohrnen Widerianin eine Tochter, die sich anfangs mit Johann Martin Ritter, Rechnungsrath zu Onolzbach, und hernach mit dem dermaligen Rechnungsrath Förster auch daselbst verheurathet hat, von welcher 1 Sohn und 1 Tochter aus der ersten Ehe vorhanden; dann in seiner zwoten Ehe mit einer gebohrnen Esenbekin, einen Sohn, der als Jüngling wieder verstorben, und 2 Töchter, davon die Aeltere einen Geistlichen im Pappenheimischen, Namens Schwender, geheurathet. Er war ein redlicher, brauchbarer, akkurater und in Gottesdiensten eifriger, aber dabei eigensinniger, jachzorniger und strittiger Mann, der sich zu wenig nach andern richten wollte, und eine erlaubte Weltklugheit nicht auszuüben wuste, wodurch er selbst seine äußern Umstände sehr verschlimmert. Er wurde in seinen besten Jahren zur Ruhe gesezt, und erhielt eine iährliche Pension, wovon er noch leben kunte.

    2) Friedrich Christian, und

    3) Georg David, Zwillinge, gebohren den 9. November 1693. Von jenem im folgenden ein Mehreres; dieser starb wieder den 7. Januar 1694.

    4) Juliane Margareth Agatha, gebohren den 8. Oktober 1695. Wurde an Kristof Nikolaus Rüker, Pfarrer zu Betwar, verheurathet. Starb in dem Pfarr-Wittwen-Kloster zu Rotenburg, wo sie viele Jahre als Wittwe zugebracht, und hinterlies Söhne und Töchter. Unter jenen ist einer Pfarrer zu Leipendorf, einer Präceptor an der Lateinischen Schule zu Rotenburg, einer Pfarrer in Liefland, wohin er von der Universität Jena aus, als Hofmeister für eine adeliche Jugend, gieng. Der Jüngste dient dermal bei der Kanzlei zu Rotenburg. Unter den Töchtern hat sich eine nach Schrozberg an den damaligen Wildmeister Häschel verheurathet, von welcher ein Sohn, der die Chirurgie erlernet, und eine Tochter vorhanden. Dann eine andere von jenen Töchtern hat sich nach Markbreith an einen dasigen Bürger und Essigsieder, Nahmens Günther, verheurathet.

    5) Maria Christina, gebohren den 31. Mai 1697. Heurathete erstlich einen Bürger und Büttner auf dem Zunahmen Philipp, in Wertheim, hernach einen Bürger und Rothgerber, Paul Plaz, auch daselbst, der ihr das Ihrige durchgebracht, und sie in sehr dürftige Umstände versezet; woran sie eher wegen ihres schläfrigen Wesens auch zum Theil Schuld war. Sie starb endlich als Wittwe bei ihrem Sohn erster Ehe, Michael Gottfried Filipp in Schüpf, der ein vermöglicher, wolgesitteter und angesehener Bürger und Rothgerber daselbst ist.

    6) Magdalena Jakobina, gebohren den 16. Februar 1699. Sie verheurathete sich Anfangs an einen adelichen Beamten, Nahmens Seyfried, in Bürg, hernach an den Herzoglich Braunschweigischen Bau-Inspektor Häcker in Braunschweig, der sich damals noch in der Reichs-Stadt Heilbronn als Baumeister aufhielt. Von dem leztern hat sie sich, nachdem er ihr in der Ehe ungetreu worden, und weil er von seiner übeln Lebensart nicht abstehen wollte, selbst getrennet, und ist endlich in Anspach, wo sie eine geraume Zeit in gar schlechten Umständen gelebt, gestorben. Sie hatte einen ganz besondern Sinn und Sitten. Von der ersten Ehe war ein Sohn vorhanden, der die Chirurgie erlernet und verkommen, und von der andern eine Tochter, welche ledig gestorben.

    7) Georg Friedrich, gebohren den 19. Dezember 1700. Durch Vorschub seiner Anverwandtschaft und Verheurathung mit einer gebohrnen Burkhauerin zu Rotenburg kam er daselbst in den äußern Rath und starb als Bürgermeister dieses Kollegiums in seinen besten Jahren 1749.

    Der älteste Sohn, Johann Gottlieb Ebert, ist dermal auch in innern Rath daselbst, als ein würdiges Mitglied, und lebt mit einer gebohrnen Hofmännin in der Ehe ohne Kinder. Der zweite starb auf der Universität Jena; der dritte starb als Kanzellist in Rotenburg, ledigen Standes; der vierte starb daselbst als Unter-Offizier bei dem Rotenburgischen Kontingent. Auch eine Tochter lebt allda im ledigen Stand.

    Anmerkung.

    Von Georg Friedrich Eberts, des Geleitsmanns, zwoter Gattin, als einer gebohrnen Nuschin, war auch eine Schwester an den damaligen Spital-Pfarrer in Rotenburg, Nahmens Herrnbauer, verheurathet. Ein Sohn von demselben, ein Mann von Geschicklichkeit und Einsicht, wurde Bürgermeister des Innern Raths allda. Von diesem kommt die dermalige Herrnbauerische Familie, in Rotenburg, her, einer dermalen Senator des innern Raths, der andere Konsulent der Stadt.

    2te Anmerkung.

    Ein Bruder derselben, Jeremias Christian Nusch, wurde Bürgermeister des innern Raths zu Rotenburg. Dieser gab ihr, als Wittwe, den Rath, Haus und Güter in Ober-Ikelsheim zu verkaufen, und nach Rotenburg zu ziehen. Es war aber in so fern übel gerathen, daß damals die Güter in sehr niedrigen Preis stunden. Ob ihr nun das von der Sache verständigen Leuten vorgehalten wurde, so zog sie doch den Rath des Bruders vor; verkaufte ihre sämtlichen schönen Güter; gieng mit dem daraus erlösten Geld nach Rotenburg, und übergab dieses ihrem lieben Bruder zur Verwaltung, der auch sehr wol verstunde, solches mehr zu seinem als ihren Nuzen anzuwenden. Dieser ihr Bruder hatte keine Kinder, und heurathete als Wittwer noch in seinem alter zum zweitenmal eine junge Person, die als Baas in Hause war, Nahmens Schweigertin, nach der er lüstern wurde. Seine Doris unterlies nun nicht, ernstlich dafür zu sorgen, daß auch ein junger Erbe zum Vorschein kam, welchem nun sein ganzes ansehnliches Vermögen zufiel, da seine Blutsfreunde es schon in Händen zu haben glaubten, unter denen einige dessen sehr bedürftig gewesen wären. Er bestättigte also durch sein Beispiel aufs neue die 2 Wahrheiten, daß man auf Erbschaften sich nie verlassen müsse, und turpe senilis amor.²²

    5.

    Friedrich Christian Ebert.

    Gebohren zu Aub den 9. November 1693. Starb zu Waldmannshofen den 29. Oktober 1776. Alt 83 Jahre, weniger 11 Tage. Wunderbar, daß er sein Begräbnis noch so nahe an dem Ort seiner Geburt finden muste; da es in den vorigen Jahren nie das Ansehen dazu gehabt. Nachdem er zu Rotenburg, wohin sich seine Mutter als Wittwe begeben, in der lateinischen Sprache und übrigen zu seinen Zweck nüzlichen Wissenschaften einen hinreichenden Unterricht empfangen, lernte er in dem Kastenamt Kleinlankheim die Schreiberei, und diente hierauf in verschiedenen Amtsstuben, als Skribent. Er kam auch als Furier, in Anspachischen Kriegsdiensten, nach Holland. In der folgenden Zeit wurde er zuerst Kanzellist bei dem Geheimen Rath und Lehen-Probst Georg Nikolaus von Oppelt in Onolzbach, dann Sekretär bei dem Freiherrn von Eyb zu Dörzbach. Endlich erlangte er die Stelle eines Freiherrlich Adelsheimischen Amts-Verwalters zu Wachbach. Hie trat er sogleich bei dem Antritt seines Amtes in die Ehe mit Maria Magdalena, Johann Friedrich Pfeifers, Haupt-ZollEinnehmers zu Roth bei Schwabach, hinterlassenen ehelichen Tochter, mit welcher er schon als Skribent in dem dasigen Kastenamt ehrlich und rechtmäßig bekannt worden, und sich verlobt hatte. Er wollte zwar, da sie hernach bald zur Waise mit mehrern Geschwisterten worden, und das Vermögen sehr gering war, bei einer Bedienstung, wo er größeres Vermögen sehr wol hätte gebrauchen können, wankend werden, und, da sie als Braut schon gegenwärtig war, drangen noch seine Anverwandte von Rotenburg darauf, sich mit ihr abzufinden; aber sein Gewissen und eine höhere Vorsehung lenkten ihn wieder ein, daß er sich im Vertrauen auf diese, am Dienstag nach Ostern 1721, zu Wachbach, mit ihr kopulieren lies. Dieser Ehestand dauerte bis 1765, da seine getreue Gattin, die mit ihm die Tage ihres Lebens unter manchen Lasten hinbrachte, schnell, an einem Schlagflus, zu Wertheim, in ihrem 65sten Jahre verschied.

    Die Kinder aus diesem Ehestand sind folgende:

    1) Kristof Leopold Ebert, gebohren den 12. Februar 1722. Er starb, als Kandidat der Rechte, am 7. Dezember 1754, an einem gefährlichen Fall, den er am 2. desselbigen vorher in dem Pfarrhaus zu Wachbach von der Stiege herunter that. Wie wol war er nun durch ein seeliges Ende versorgt! Man kunte ihn, als einen sonderbaren Menschen, der zwar Tüchtigkeit gehabt hätte, aber mit seinen Gedanken nie recht zu Hause war, nirgend gebrauchen.

    2) Anna Justina, gebohren den 30. August 1723. Sie war Anfangs verehlicht an Johann Gottfried Franz, gemeinherrschaftlichen Limburgischen Landschafts-Kassier und Rechnungs-Revisor in Sontheim, hernach an Johann Saueracker, damaligen Freiherrlich Helmstättischen Amtman zu Bischofsheim am Nekar, jezigen Fürstlich Brandenburg Onolzbachischen Amtsverwalter zu Deberndorf bei Kadolzburg. Sie starb zu Bischofsheim an der Auszehrung 1759 und hinterlies von der ersten Ehe eine Tochter, die aber auch bereits ledig verstorben, und von der zwoten Ehe einen Sohn, der die Theologie studiert, und eine Tochter.

    3) Scharlotte Albertina I, gebohren den 8. Junius 1725, gestorben den 23. Julius 1727.

    4) Johanna Margareth, gebohren den 20. Junius 1727, † 1796. Sie lebte zuerst in der Ehe mit Johann Georg Bäurlen, Stadtschreiber in Bopfingen, ohne Kinder, hernach mit Johann Basilius Oeder, Fürstlich Oettingischen Amtspfleger zu Mönchs-Roth, von welchem 3 Töchter vorhanden. Die dritte Ehe ist mit Andreas Erasmus Scheuch, Anfangs Gräflich Wertheimischen Partikular-Hofmaler, jezigen Hof-Lakirer zu Sachsen-Meinungen, von welchem eine Tochter vorhanden.

    5) Scharlotte Albertina II, gebohren den 15. Junius 1729. Starb im ledigen Stand zu Heinsheim 1797.

    6) Karl Johann Friedrich Ebert, gebohren den 18. Februar 1732, von welchem hernach ein Mehreres.

    7) Katharina Friederike, gebohren den 25. September 1733. Sie ist verheurathet an Johann Ernst Pfeifer, Freiherrlich Berlichingischen Amtmann zu Roßach. Es sind von ihr 2 Söhne und 2 Töchter noch vorhanden. Dieser ihr Mann stammt mütterlicher Seits von den Weikersheimer Eberten ab.

    8) Margareth Christina, gebohren den 25. November 1736. Sie lebte kaum einige Wochen in der Ehe mit Johann Wolfgang Reuter, Gold- und Silber-Galanterie-Arbeiter zu Nürnberg; starb im Junius 1782. Sie hatte ein trauriges Schiksal, indem sie wegen ihrer unüberlegt getroffenen Heurath Anfangs in Schwehrmuth, hernach in eine Verrükung ihres Verstandes gerieth, und in diesem Zustand bei einer dazugekommenen Auszehrung. jedoch zulezt wieder erhaltenen Gebrauch des Verstandes, ihr Leben endigte.

    Zu Friedrich Christian Eberts Gemüts-Karakter gehört Aufrichtigkeit und Redlichkeit gegen Jedermann, mitleidiges Weesen und Wohlthätigkeit gegen Nothleidende, Liebe zu Gottes Wort und erbaulichen Büchern, die er fleißig und mitt groser Aufmerksamkeit las, herzliches Beten und Innbrunst in allen gottesdienstlichen Verrichtungen, grose Akkuratesse, wo sein Hang hingieng. Die ihm eigenen Fehler hatten meistens ihren Grund in einem gewissen trägen, schläfrigen und langsamen Weesen, nach welchem es ihm an Thätigkeit da fehlte, wo sie öfters am nötigsten war, welches dann auch nicht ohne manche üble Folgen seyn kunte. In seinem Amt zu Wachbach hatte er manche Drangsalen auszustehen. Sein Herr, Friedrich Leopold von und zu Adelsheim, lebte mit einer Maitresse, die von der niedrigsten Sorte Menschen her war. Der Pfarrer des Orts hatte die Schwester derselben zur Frau, wodurch er seine Beförderung, und sonst reichen Zufluß von irdischen Gütern erlangte, auch sich manches herausnehmen durfte, des auser dem nicht thunlich gewesen wäre. Durch diese Verbindungen bekam nun der Beamte manchen Druk, und dieses um so mehr, weil er nach seiner gewönlichen Redlichkeit, Trägheit, und einiger Einbildung von sich selbst, nicht zu politisiren wuste. Die ohnehin geringe Besoldung von seinem Amte zu Wachbach wolte bei vermehrter und heranwachsender Familie nicht mehr zulangen. Es blieb also alle Jahr bei der Rechnung einiger Passiv-Rest, den aber auch der Herr alle Jahr, indem die Rechnung jederzeit richtig gestellt wurde, sahe und dazu stille schwieg, außer daß er ihm manchmal in andern Dingen, wo es nach dem Sinn des Herrn versehen war, schriftlich sehr beisende Vorwürfe machte. Endlich, nachdem sich der Passiv-Rest sehr gehäuft, wurde schnell eine Kommission über ihn verhängt, und zwar in der Person des famosen ritterschaftlichen Syndikus, nachmaligen Selbstmörders, Georg David Jägers, der seine gewöhnliche Nebenabsichten dabei hatte. Es ist also leicht zu erachten, wie man mit ihm umgegangen sey, und was für ein Urteil hier ausfallen muste.²³

    Seine Fehler, die er würklich begangen, und nicht zu läugnen sind, aber gewiß keine Fehler des Herzens waren, wurden überall mit grosem Eifer vergrösert, und von einer höchstverhaßten Seite vorgestellt, das man ihn also, worauf alles schon vorher abgesehen war, zulezt 1758 vom Amt sezte. Jedoch lies man ihn mit Beibehaltung aller seiner Haabseeligkeiten abziehen.

    Es war dieses Amt seinen Gemüths-Eigenschaften gar nicht angemessen, und er hätte weit beßer in eine Kanzelei, wo gute, wolgesezte und gründliche Koncepte verfertiget werden, und wo das Hinsizen angebracht ist, als für eine eigentliche Verwalterei, und Besorgung der Oekonomie eines Herrns getaugt. Seine äußern Umstände waren, an sich betrachtet. nun auf allen Seiten traurig für ihn. Er erfuhr endlich, was für eine seltene Sache Freunde in der Noth sind. Sehr nahe Anverwandte dachten nicht daran, ihm einiges Gute zu erweisen; von andern aber geschahe es auf eine sehr rümliche Weise. Und der Gott, auf den er traute, zeigte ihm vornehmlich seine Hülfe. Er begab sich nun zuerst in das benachbarte Kuhrpfälzische Oberamt Boxberg nach Schweigern, 3viertel Stund von Schüpf, wo sein Sohn damals Kaplan war, um demselben in der Nähe zu seyn; der dan auch einen grosen Theil von der Last seines Vaters, unter manchen Widerwärtigkeiten, und mit einer recht merklichen Verschlimmerung seiner eigenen äußern Umstände, auf sich nahm. Von da wandte er sich nach Wertheim, und bekam daselbst durch seine schriftliche Arbeiten, vornehmlich bei einem der regierenden Herrn Grafen, Karl Ludwig, manchen anständigen Verdienst. Als er 1765 ein Wittwer wurde,²⁴ hielt er sich meistens, und zulezt in einem fort, bis in das 7te Jahr, bei seinem Sohn, Pfarrern in Waldmannshofen auf, wo er ganz in der Stille lebte, und sich mit Lesung nüzlicher, vornehmlich geistlicher Bücher beschäftigte, bis er endlich 1776 in seinem 83. Jahr ganz unvermerkt sizend eingeschlafen und in die ewige Ruhe eingegangen.

    Anmerkung.

    Der Gros-Vater von Friedrich Christian Eberts Ehegattin, väterlicher Seits war Pfarrer zu Obern-Hochstatt, im Anspachischen bei Weißenburg, und hies Johann Georg Pfeifer. Dessen Ehegattin war Johanna Barbara, M. Reinhard Friedrich Jakobäus, Stadtpfarrers in Mainbernheim, mit Johanna Elisabeth, einer gebornen Jordanin aus der Anspachischen Stad Roth, ehelich erzeugte Tochter. Von daher kommt auch die Jakobäische Familie in Uffenheim, ein ehemaliger Stadtschreiber und dessen Sohn Amts-Schreiber, ein überaus redlicher Mann und wahrer Menschenfreund, auch religiös. Ein Sohn von diesem hat die Theologie studirt.

    Ein Jordan von obiger Familie wurde Admiral in den Niederlanden, und starb bei einem großen Vermögen ohne Kinder. Dieses wurde, nach der Verordnung des Verstorbenes, an gewiße Nürnberger Kaufleute verschikt, um es den Erben zuzustellen; es wurde aber von ihnen und ihren Helfern unterdrükt. Es entstund zwar einst eine grose Bewegung unter den Jordanischen Anverwandten, ihre Erbschaft rechtlich zu suchen; aber weil hiezu Geld erfordert wurde, gerieth alles wieder ins Steken.

    6.

    Karl Johann Friedrich Ebert.²⁵

    Gebohren zu Wachbach den 18. Februar 1732, vormittags 8–9. In meiner Kindheit hatte ich den Vortheil, von dem Hofmeister bei der Adelichen Jugend, zu Wachbach, zugleich mit unterrichtet zu werden. Vergnügtes Andenken, da ich meine Zeit in unschuldigen jugendlichen Freuden hinbrachte! Im Jahre 1745 wurde ich zu meines Vaters Bruder, den Kammer-Sekretär, Johann Gottfried Ebert, zu Anspach, in die Kost gethan, wo ich das dasige Gymnasium illustre besuchte. Da hatte ich, in gewißer Absicht, harte Tage; harrete aber aus. Ich wurde auch zu einer gewißen für meine Gesundheit gefährlichen Zeit, da ein schwindsüchtiger Kranker in der Wohnstube auf eine sehr ekelhafte Art lag, durch die Güte des Höchsten erhalten. Im Jahre 1749 gieng ich auf die Universität Jena, und studierte daselbst bis 1752 die Gottesgelehrtheit. Da war ich freilich grosen Verführungen

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1