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Fleischeslust: Roman
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eBook303 Seiten4 Stunden

Fleischeslust: Roman

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Über dieses E-Book

Der Roman schildert die erotischen Erlebnisse und Abenteuer eines alleinstehenden Mannes und führt durch die Systeme unserer Gegenwart.
Die Hauptfigur der spannenden Geschichte wird aufgrund seines unwiderstehlichen Wesens, seines interessanten Auftretens und seiner umwerfenden Potenz zum begehrten Frauenliebling. Dabei wird der Leser mit den intimsten Begegnungen zwischen den Geschlechtern in ihrer ganzen Natürlichkeit vertraut gemacht. Das Buch bietet schmunzelnde Unterhaltung für Jung und Alt und klammert dabei die Probleme unserer Zeit nicht aus. Gleichermaßen finden auch gesellschaftliche Ereignisse im Handlungsspielraum ihren Platz.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum9. März 2017
ISBN9783743908468
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    Buchvorschau

    Fleischeslust - Lothar Zoller

    Kapitel 1

    Er überlegte angestrengt, in wessen Bett er lag. Es war nicht seins.

    Es war auch nicht seine Wohnung in der es stand. Nie gesehen. Da lag ein grüner BH. Kenne ich nicht. Inge trägt nur blau, schwarz und Fleischfarben. Quatsch, Inges Wohnung sieht ganz anders aus. Wo bin ich hier? Langsam, ganz zögernd begann sich die letzte Nacht zu wiederholen. Erst in sehr verschwommenen Bildern. Dann kam langsam Schärfe in das Geschehen. Richtig, er hatte nach langer Zeit wiedermal einen Auftrag als Fotograf bekommen. Ja Mode sollte er fotografieren. Wie hatte er sich gefreut. Doch nun ist er in fremden Betten gelandet. Das gibt es nicht. Was hast du blöder Kerl wieder verzapft. Der Film war immer noch nicht vollständig. Da sauste eine elegante Dame um ihn, der da Fotos machte, herum und gab Befehle. Immer wenn sie den Mund aufmachte knipste er sie, wie zur Strafe. Bald hatte er mehr Bilder von der Dame als von den eigentlichen Objekten. Er sollte doch sicher die neuesten Kreationen ablichten. Lautete nicht so der Vertrag? Ja, richtig.

    Habe ich alles in den Sand gesetzt oder ist es gelungen?

    Der Mann merkte plötzlich, er war total nackt! Er hatte auch merkwürdige Gefühle in der Lendengegend, Druckgefühle, ja als hätte jemand darauf herum gehampelt. Auch tat sein Pint weh, wie nach einem heftigen Geschlechtsakt, der ohne Zielgenauigkeit durchgeführt wurde. Als hätte sein U Boot bei der Einfahrt in den Hafen ständig die Keyanlagen gestreift. Er faltete die Hände und hoffte es war eine Frau, die heute Nacht hier gelegen hat und kein Mann! Er muss betäubt worden sein. Mit KO Tropfen, anders kann ich mir das nicht erklären. Er ist schließlich ein trinkfester und erfahrener Mann, den so leicht nichts umwirft. Doch eine Frau hat das bei mir wirklich nicht nötig. Bisher habe ich mich bei Frauen stets sofort ergeben. Es kann nur ein schwuler Kerl gewesen sein. Denn auf Männer spring ich nicht an. Er denkt sofort an AIDS und stöhnt: Scheiße.

    In diesem Moment stürmt die Dame aus seinem Anfangstraum herein und ruft: Emil deine Fotos sind fantastinella. Emil, so heißt der Kerl im Bett, ist erschrocken und froh zu gleich. Die Dame ist also die Realität und nicht irgendein schwuler Wicht, der ihm diese Falle gestellt hat.

    Die Dame hat nicht nur die Musterfahne der Fotos in den Händen, sondern auch ein umfangreiches Tablett mit Frühstück. Damit und in über hochhackigen Hauspantoffeln, nur mit einem Hauch bekleidet, versucht sie schadenfrei das breite Bett zu erreichen.Emil, schamlos nackend, wie er ist, dreht sich elegant aus den dicken Daunen und greift nach der Dame deren Namen ihm entfallen ist. Sie lässt jeden Griff zu, als hätten beide die ganze Nacht das geprobt.Dabei zog sie genussvoll die Luft durch die Nase ein, was ein überaus sinnliches Geräusch verursachte. Das Tablett landete fast im Sturzflug auf dem Nachttisch.Emil konnte nur ganz schnell einen kräftigen Schluck Kaffee nehmen, als das wahre Frühstück über ihm herein brach. Die Dame, und plötzlich wusste Emil ganz genau, wer sie war, packte ihm mit einer Urgewalt dorthin, wo es ihm schon beim wach werden, gleich wehgetan hatte. Doch sein Schmerz wurde von der Freude überwunden, damit die Verursacherin alter Wunden gefunden zu haben. Es war kein Kerl, es war diese lustvolle Dame mittleren Alters die sich so reizvoll gab, als wäre sie ihre eigene Tochter. Kein Deut schlechter in der Liebe. Erfahrungreich, hingebungsvoll, aufreizend, als ginge es zum letzten Tanz.

    Emil war voll begeistert. Dennoch musste er unbedingt wissen, wie er hier her gekommen ist. In einer Poppause fragte er: Sag mal, hast du mir etwas in den Kaffee getan? Sie griff sofort zum Frühstücksservice: Wieso schmeckt der anders? Das kam Emil ein wenig scheinheilig vor.

    Ich meine doch nicht den. Heute Nacht bei der Aftershowparty …… plötzlich fiel Emil sogar der Name der Schönen ein. Elvira! Sie war sogar als Besitzerin des Ateliers und Sponsorin der Show, Emils Chefin! Er hat bei ihr den Vertrag unterschrieben. Mensch was haben sie dir nur in den Tee getan?

    Elvira hielt Emil zart an den Eiern fest und flüsterte: Sonst wärst du nicht hier gelandet. Einige wenige kleine KO-Tropfen brachten das Wunder zustande und mir den Sieg. Emil versuchte sich aus der Umklammerung seines Patengeschenks zu befreien: Bin ich Opfer einer Wette geworden? Elvira wurde immer zärtlicher und begann dem kleinen Emil die richtige Steife zu verleihen. Ja und ich habe es fast bereut. KO-Tropfen killen die Potenz. Der Mann kann noch so gut ausgestattet sein, nach solchem Drink bekommt er nichts auf die Reihe!

    Emil wurde immer mehr guten Muts. Elvira ermunterte ihn. Sieht gut aus, sieht sehr gut aus. Sie nahm, wie selbstverständlich, die Reiterstellung ein. Dabei schob sie sich ein wesentlicher Teil von Emil in ihren Körper. Emil fand sich auch gut. Leistungsfähig und stark.

    Er spürte ein Selbstwertgefühl, wie nie zuvor. Der Gedanke, eine schöne Frau verabreicht ihm KO-Tropfen, weil er sich sonst nicht erobern lässt machte ihn stolz. Um was ging es denn bei dieser Wette und wer war der Gegner? Elvira hatte sich inzwischen in den Sattel geschwungen und stammelte vor Erregung: "Ach es ging um ein Cabrio. Ein verrückter Autohändler wollte unbedingt mit mir schlafen. Er sagte spontan zu mir, dass ich den Fotografen sowieso nicht abschleppe, damit meinte er dich.

    Da sagte ich leichtfertiger weise: Wollen wir Wetten? Der dicke Autofritze schlug ein. Gut um ein Cabrio. – Oh, das gefällt mir! Oh, das ist gut!" Stöhnte Elvira und meinte nicht das Cabrio.

    Sie war hungrig, wie eine Löwin in einer Fallgrube. Elvira war oft ein Opfer ihres Berufes geworden. Wenn die Schwänze verteilt sind, bleibt einen nur noch die Hand! Lautet ein alter Witwenballspruch! Als Modemanagerin hatte sie nach einer Modenschau als letzte am Laufsteg, nur selten noch einen Kerl abbekommen.Woran lag das? Sie sah gut aus. Sie hatte reichlich Geld und Reife. Sie sah aus, als wüsste sie genau wie man einen Mann an den Eiern packt. Sie mochte nicht das offene anbaggern.Elvira war eine Flirtkillerin.

    Ein Freund fragte mich mal, wie sie zu nehmen ist. Er wusste nicht, ob sie frisch beschlafen ist oder lesbisch, oder noch nie einen Mann in der Hand gehabt hat. Doch wie sich bei mir herausstellte, war sie eine Schläferin, die sich selbst erwecken wollte.

    Das misslang ihr leider oft. Aber wenn sich mal einer bei ihr einbringen konnte, folgte eine wüste Nacht ohne Ende. Der Kerl konnte dann machen was er konnte. Sie war hammergeil. Er reichte nie für ihre Ansprüche und Fantasien. Er konnte die tollsten Nummern mit ihr schieben,- sie verlangte mehr! Ja sie stellte seine Ausdauer und sein Stehvermögen sogar in Frage, obwohl er stand! Er konnte übers Wasser laufen, dann sagte Elvira immer noch: Was schwimmen kannst du auch nicht?

    Kapitel 2

    Emil Schulze begann seine Karriere als Kraftfahrer mit eigenem Auto. Da der Fuhrpark des Fernsehens auch nicht über genügend Fahrzeuge verfügte, wurden gerne freischaffende Mitarbeiter mit Auto engagiert. Zumal Emil auch Fotograf und Kameramann war. Emil ist mein Freund. Wir kennen uns aus der Jugendzeit.

    Auf langen Autofahrten kommt es oft zu langen Gesprächen. Er weiß genau, dass alles unter uns bleibt. Emil ist eine originelle und angenehme Plaudertasche. Er braucht auch jemand um seine Erlebnisse an den Mann zu bringen. In mir sah er immer den Vertrauten und Verschwiegenen. Nicht jeden wählte er zum Zuhören aus. Es gab auch Touren, wo wir nicht beide allein unterwegs waren. Da schwieg er beharrlich und sagte nur das Nötigste. Neben den Fahrten für uns bediente er auch private Kunden mit seinen Transportdiensten. Er ist eigentlich gelernter Fotograf. Doch der Beruf des Sportfotografen ist am Sterben. Zu groß ist die Konkurrenz der großen Bildagenturen die für pauschale Billighonorare aktuelle Fotos verramschen. Die Zeiten in denen Fotografen zwischen 50 und 100 DMark für ein aktuelles Bild bekamen sind längst vorbei. Jeder kann heute mit seinem Handy Fotos machen. Die Vereine und Konzerne bieten oft sogar aus Imagegründen kostenlos den Medien oder Agenturen Bilder von ihren Wettkämpfen oder neuen Produkten an.

    Ohne Nebenjob kann ein Berufsfotograf heute kaum noch überleben.

    So hatte sich auch Emil auf viele Jobs eingerichtet. Es glückte ihm, weil er ein sehr vielseitiger Mensch war und sich in seiner außerordentlich charmanten zuvorkommenden Art stets anpassungsfähig zeigte. Das hatte ihm auch immer außerordentliche Pluspunkte in der Damenwelt eingebracht. Emil hat ein unglaubliches Glück bei den Frauen und Riesenchancen in allen Altersklassen. Nur ehefähig ist er nicht. Seine Ehen dauerten nicht so lange, wie die Kennenlernphase vor der Trauung.

    Aus diesen Verbindungen entstanden zwei wunderbare Kinder, die ihren Vater lieben. Emil unterstützt seine Familie auch nach der Trennung ständig und hat seinen Kinder die besten Ausbildungen ermöglicht.

    Schon deshalb muss er sich um ein regelmäßiges reichliches Einkommen kümmern. Sein gut betuchter Vater unterstützte den Sohn, in der Not.

    Eine seiner Nebenquellen ist das Transportieren begüterter Herren und Damen, die sich einen eigenen Chauffeur und ein eigenes Auto nicht unbedingt ständig halten wollten. Sein Kundenkreis hatte sich in letzter Zeit stattlich erweitert. Ärzte, Unternehmer, mittelständische Handwerker, Künstler, Geschäftsleute und Pensionäre, die sich das Kutschieren durch einen gewieften und verschwiegenen Fahrer leisten konnten, stehen auf der Anmeldeliste.

    Allerdings hat Emil auch besondere Kriterien bei der Auswahl seiner Klientel. Er bevorzugt besonders ältere Herren, die mit etwas bis sehr viel jüngeren Frauen verheiratet waren. Die Dienstherren fährt er, mit einigen ihrer Damen ist er im Verkehr. Ich komme dadurch nicht selten in den Gegenverkehr, wie er sein oftmals nicht ungefährliches Verhaltensmuster nannte. Aber das ist nun mal seine besondere Fleischeslust. Emil Schulze war immer schon ein kraftvoller, stets jugendlich aussehender Mann. Von stattlicher sportlicher Figur. Sein blonder Haarschopf, seine energischen Gesichtszüge und sein flotter Bewegungsablauf bei allen Gelegenheiten, erregten oftmals die erwünschte Aufmerksamkeit in der Damenwelt. Dazu konnte er sich glänzend unterhalten, fand stets ein passendes Gesprächsthema und wusste sich wie ein Gentleman zu benehmen.

    Emil ist ein lustiger und Lust besessener Mann. Offensichtlich hat er aber einen Mangel an vertrauensvollen Zuhörern. Der Mann im Gegenverkehr, wie er sich oft nennt, sucht immer schon den Beichtvater, aber auch gern den Berater. Dem er seine Erinnerungen, Erlebnisse und Heldentaten auf dem Schlachtfeld der Liebe erzählen möchte.

    Emil verfügt über eine raubeinige Erotik, die er aber auch in zartes Begehren schnell umwandeln kann. Je nachdem, wie er die Dame seines Verlangens beurteilt. Sein unbezähmbares Sexverlangen ist Legende. Jeder Rock zieht ihn magnetisch an. Schon in unserer Jugendzeit zeichnete sich das ab. Welche bei drei nicht auf den Bäumen war, wurde von Emil erwischt. Selten konnte eine seinem Drängen widerstehen. Sein Charme und sein Manneskraft sprachen sich herum. Seine stattliche Ausstattung wanderte im wahrsten Sinne des Wortes von Mund zu Mund. Um Schwangerschaften zu vermeiden, zogen viele seiner Gespielinnen den oralen Verkehr vor. Das setzte sich fort, obwohl die Antibabypille bald erfunden war. Emil war als Kindermacher verschrien. Allerdings war das eine Zweckpropaganda einiger Frauen zur Abschreckung, damit der Wanderpokal Emil nicht weitergereicht werden sollte. In Wirklichkeit hatte er nur zwei Kinder in die Welt gesetzt. Frank und Marie, sie leben mit Emils geschiedener Frau, einer Opernsängerin, in Neuseeland.

    Er war schon im jugendlichen Alter ein Schwerenöter, wie man früher zu sagen pflegte. Emils Hormonspiegel drohte schon immer über zulaufen.

    Es machte ihm Vergnügen seine Erlebnisse an den Mann zu bringen.

    Nicht laut trompetend und nur zur Person seines Vertrauens.

    Er musste erst Vertrauen und Verschwiegenheit prüfen und in einem Menschen gefunden haben. Bei unseren langen Fahrten nahm ich gerne auf dem Beifahrersitz Platz, wenn wir nicht allein im Auto waren. Dort konnte ich ihn besser unauffällig warnen, wenn er über das zulässige Maß hinausging. Doch bald stellten sich unsere Unterhaltungen von selbst ein.

    Zu viel Ärger war entstanden. Neid und üble Nachrede bis zu politischen Verdächtigungen. Emil und ich versprachen sich in die Hand, nur noch unter vier Augen zu quatschen. Da hatten plötzlich die Klatschmühlen nichts mehr zu malen.

    Neben den Fahrten für das Fernsehen bediente Emil auch eine nicht geringe Anzahl privater Kunden. Zu seinem Passagierkreis gehörten zum größten Teil begüterte Geschäftsleute, Damen und Herren sowie viele Ärzte und Rechtsanwälte. Der reine Zufall wollte es, dass es oftmals ältere Herren waren, die sich fahren ließen. Die meisten dieser gut situierten Männer waren netter Weise mit weit jüngeren Frauen verheiratet. Sie nahmen hin und wieder auch gern Emils Dienste in Anspruch. Es ist sogar mal vorgekommen, dass Emil dazu von einem Ehemann ermuntert wurde.

    Dieser Drang zum Schwatzen über die intimsten Erlebnisse ist nicht nur ein Phänomen der Frauen. Männer sind nicht weniger geschwätzig.

    Jeder Mensch benötigt ein verständnisvolles Ohr, um von seinen Erfolgen und Misserfolgen des Lebens zu sprechen. Emil drängte es in erster Linie von seinen Erlebnissen und Heldentaten auf dem Schlachtfeld der Liebe zu berichten. Er musste sein Herz ausschütten, Probleme besprechen. Auch hatte er sehr oft das Bedürfnis um Rat zu fragen, eine zweite Meinung einzuholen! Emils Mitteilungsbedürfnis hatte mich zu seinem Ohr gemacht. Wir kannten uns aus der Schulzeit. Ich war sein Beichtvater. Seine Erlebnisse mit Frauen wurden mir brühwarm vermittelt. Wie auch seine Erfolge im Beruf und Sport. Ich muss gestehen, ich bin ein interessierter und geduldiger Zuhörer, schon von Berufs wegen. Ein Zuhörer, der auch mal hinterfragt oder zum Erzählen animiert.

    So entschloss ich mich Emil direkt zu fragen, wie er zu seinen Verführungskünsten gekommen ist. Wodurch wurde er zum Womanizer, zum Don Juan und zum Bel Ami. Er ist zwar ein sehr gut aussehender Mann, aber kein Superheld, kein Olympiasieger oder Nobelpreisträger, kein Filmstar oder Kriegsheld. Was hat er, was ich nicht habe? Du pflückst dir die Frauen, wie Äpfel. Das soll in diesem Buch ein wenig aufgehellt werden. Und an dem Begriff Don Juan wird er noch arg zu knabbern haben.

    Emil ist einfach sicherer in den Frauenverführen als ich. Das kann doch nicht nur eine Vererbung seines Vaters sein. Ein wenig Intuition gehört doch auch dazu. Wie kommt er zu einem so außerordentlichen Frauenriecher?

    Dagegen ist ein Drogenhund eine taube Nuss. Emil sah mich belustigt, aber auch nachdenklich an. Wir kommen schließlich aus demselben Stall. Wir haben die gleiche Schulbank gedrückt, dieselben Lehrer gehabt und dieselben Dämlichkeiten gemacht, sowie dieselben Mädchen geküsst. Wir wurden auch zur gleichen Zeit von der guten alten Studienrätin Almchen Weißdorn in Biologie aufgeklärt. Doch da entgegnete Emil: Aber was die alte Biolehrerin ihren Schülern servierte reichte nicht aus für ein modernes Leben. Wenn man biologisch voll aufgeklärt ist, ist man noch lange nicht sexuell voll aufgeklärt. Das gilt für Männer, wie für Frauen. Oberstes Gebot ist es, das man seinen Körper liebt und erkundet. Da sind die Mädels früher dran. Sie tasten sich gründlich aus.

    Jungs fassen sich manchmal an den Schniedelbutz und staunen, dass plötzlich etwas raus spritzt. Aber das war es schon! Frauen gehen da schon tiefer zur Sache.Sie sind ja nicht nur mit einer tollen Figur ausgestattet, sondern wissen auch aus sich das Beste zu machen. Sie verwandeln sich mit der geringsten Bewegung, mit dem kleinsten Fummel zu einer begehrenswerten Erscheinung.

    Frauen überlegen auch, wenn mit ihren Proportionen etwas nicht so hinhaut, stets etwas anderes besonders zu unterstreichen. Das macht ihnen kein Mann nach. Und wenn es ein Lächeln, ein Blick oder eine Halskette ist. Jeder Körper kann reizvoll und anziehend sein, wenn man es will. Man muss sich auch selbst schön und sexy finden, dann klappt das auch. Man muss sein Selbstwertgefühl aufbauen. Wenn du das alles an einer Frau beachtest und erkennst, nimmst du die Person auch ganz anders wahr. Auch das weibliche Wesen weiß deine Aufmerksamkeit zu schätzen. Viele dieser Dinge sind auch für einen Mann wichtig. Wie notwendig ist dein Selbstbewusstsein überhaupt im täglichen Leben. Mach dich anziehender, errege etwas mehr Aufmerksamkeit, in Haltung, Benehmen, Manieren, Kleidung, Frisur, Blicken und Sprache. Oft reicht ein Ring oder ein Schal. Um einen Leuchtpunkt zu setzen. Wie bei einer Frau, die sonst einfach aussieht und plötzlich durch ein Paar hochhackige Schuhe den ganzen Eindruck verbessert. Übe meinetwegen vor einem Spiegel Eindruck zu schinden."

    Ich begann zu lachen. Ich kann mich doch nicht vor einen Spiegel stellen und mir verlockende Haltungen vorspielen. Emil nickte lebhaft mit dem Kopf. Ja durchaus. Es schaut dir niemand zu. Du muss alles ausprobieren. Du musst selbst auf einen Tonträger sprechen um deine Sprache zu kontrollieren. Es ist wichtig, wenn du bestimmte Sätze von dir selbst hörst, um sie im Sprachrhythmus zu verbessern, wie du im Duktus der Schrift deine Schreibweise verbessern kannst. Ich kenne einen Reporter, der hat sich ständig trainiert mit Reportagen, die er an seinem Wohnzimmerfenster gesprochen hat. Dabei sprach er über alles, was er gerade sah. Also komm mir nicht mit solchen lächerlichen Scham – gefühlen. Ich schüttelte den Kopf. Nein das könnte ich nicht. Am Fenster laut sprechen oder vor einem Spiegel Posen. Emil grinste: Du sagst vor dem Spiegel geht das nicht? Vor einem Spiegel geht noch etwas ganz anderes und es macht Spaß. Was glaubst du, wie viele junge Paare meistens noch schrecklich verklemmt und unerfahren sind, sie sollten alle einen Spiegel benutzen. Sie sollten sich erstmal schamlos vor dem Ding betatschen lassen und davor alles üben. Alle Stellungen, die ihnen einfallen. Der Spiegel ist wie ein Partner, der sofort sagen kann, ob es schön und richtig ist, was du gerade machst.

    Emil schwelgte einmal mehr in seinen Erfahrungen. Wenn der eine den Wünschen und Träumen des anderen Partners nicht gerecht werden kann, hilft auch die stärkste Liebe nur selten. Wenn es sexuell nicht stimmt, ist auch die größte Liebe bald an Ende. Viele Paare zerstören ihr Glück, weil sie nicht im Bett oder anschließend darüber reden, was beim Beischlaf schief gegangen ist. Weil sie ihre Hemmungen auf dem Laken ausbreiten.

    Die berühmte Schüchternheit auf der Bettkante macht sich breit. Manche glauben auch es ist alles OK, sonst hätte sich mein Partner schon gemeldet.

    Wer die meiste Erfahrung hat, muss mit der Führung beginnen. Nach dem Motto: Learning Boy Bücking! Bald werden sie sich gegenseitig führen.

    Zwei Partner, die sich auf der Augenhöhe ihrer Erfahrungen befinden, sind das idealste Gespann.

    Die Lustlosigkeit auf Sex, hat zu oft seinen Ursprung in der Unkenntnis und Fantasielosigkeit. Bald hat man das eintönige rein und raus satt. Sex nach Noten ist auf die Dauer langweilig und unbekömmlich Ein simpler Austausch von Körperflüssigkeiten ist noch lange kein guter Sex. Schade um jede Beziehung, die deshalb in die Brüche geht. Ich musste Emil wieder direkt fragen:

    Warum hat es denn bei dir von Anfang an geklappt? Emils Blick wurde etwas wehmütig: "Ich hatte das Glück, vor meiner ersten längeren Bindung eine Therapeutin kennen zu lernen, die es mir offensichtlich richtig besorgte. Sie entwickelte mit großer Offenheit großartige erotische pädagogische Fähigkeiten, die meine Wissbegierde und Lernfähigkeit auf den Punkt trafen. Sonja Görlitz war auf dem besten Weg eine hervorragende Sexualmedizinerin zu werden. Sie machte mich sofort zu ihren Probanden. Sonja kannte in ihren Anleitungen keine Hemmungen.

    Ich lernte das Üben der vaginalen Erregung. Da muss natürlich auch die Frau nachhelfen. Das kann ein Partner nicht alleine schaffen. Dazu ist auch das Training des Beckenboden wichtig. Es fördert auf jeden Fall den Orgasmus und die bessere Durchblutung der Muskulatur. Hast du schon mal etwas von Cunnilingus gehört? Kannst du mit dem Wort etwas anfangen? Ich musste lange überlegen. Kommt dir dieses Wort wenigstens bekannt vor? Kopfschütteln: Eigentlich nicht. Mir damals, ich war achtzehn Jahre alt, auch nicht. Cunnilingus ist die Stimulation der weiblichen Geschlechtsorgane mit Mund oder Zunge. Bei mir dämmerte es: Ja das kenne ich auch. Zumindest habe ich davon gehört. Da wurde Emil sogar ein wenig überheblich: Man spricht von der vaginalen und der klitoralen Reizung. In Wirklichkeit ist die Klitoris der Mittelpunkt der Lust. Es ist leider oft ein großes Glück diesen Mittelpunkt, der wie Quecksilber sich hin und her bewegen kann, zu treffen. Wer die Klitoris erobert hat die Schlacht gewonnen. Daher kommen die Verlockungen zur Selbstbefriedigung, weil die Frau diesen wunderbaren Punkt am schnellsten selbst erwischen kann."

    Sonja zeigte Emil, dass das Sexterritorium viel größer ist als der kleine G-Punkt. Die Zunge kommt bei der Hafenrundfahrt um den Leuchtturm, der als Klitoris bezeichnet wird, in die empfindlichsten Zonen der unteren Regionen der Frau.

    Emil hat ein wahnsinniges Glück gehabt, eine so innige und schamlose Lehrerin zu treffen. Sicher lag es auch daran, dass Sonja Görlitz ihre in den Hörsälen mitgeschriebene Theorie in der Praxis anwenden wollte.

    Sie machte Emil in Selbstversuchen klar, dass die Klitoris praktisch die sexuelle Antenne jeder Frau ist. Über diesen Kontaktpunkt läuft alles.

    Wer diesen Knopf findet und ihn verwöhnt, hat eine tolle Nacht.

    Natürlich ist es eine Kunst auf diese Lustfrucht zu stoßen. Oft ist es mühseliger als nach Trüffel zu suchen. Intuition, Gefühl, Verbalismus und Erfahrung sind notwendig. Wie oft verzweifeln die Frauen weil es dem Partner nicht gelingt. Wie oft werden heiße Begegnungen wegen Aussichtslosigkeit vorzeitig beendet. Ehen gehen deshalb auseinander.

    Frauen finden, weil der Partner den entscheidenden Trüffel nicht findet, darin einen Grund zum Fremd gehen in eine gleichgeschlechtliche Liebe.

    Von dieser Findung und Berührung des Lustpunktes hängt unglaublich viel ab. Wenn das klappt, ist es den meisten Damen egal, ob der Mann schielt bucklig oder hässlich ist.

    Sonja brachte Emil praktisch bei, dass es nur ein Mittel gibt. Die Zusammenarbeit von Frau und Mann. Sie muss die Führung übernehmen.

    Die Frau

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