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Die Genesis aus biblischer Sicht
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eBook481 Seiten6 Stunden

Die Genesis aus biblischer Sicht

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Über dieses E-Book

Die "Genesis aus biblischer Sicht" erläutert die Sechs-Tage-Schöpfung und macht den Wirklichkeitsgehalt und die Zuverlässigkeit des biblischen Textes und die Vereinbarkeit mit den Naturwissenschaften erkennbar.
Im ersten Teil wird die Verbindung der Urschöpfung mit der Jetztwelt beschrieben. Anhand des Beispiels der Regenwälder wird versucht, die enge Verflochtenheit und die schöpferische Raffinesse in den Naturphänomenen aufzuzeigen.
Im zweiten Teil wird der biblische Text analysiert und ein Gesamtbild der Schöpfung entworfen. Besonders wird dabei die Rolle des Menschen und die Anfänge der Heilsgeschichte Gottes hervorgehoben. Am Beispiel der Saurier-Drachen-Thematik wird verdeutlicht, dass die Bibel ihre eigene Sichtweise hat, sich aber mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und den historischen Erfahrungen harmonisieren lässt.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum6. Mai 2020
ISBN9783347070660
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    Buchvorschau

    Die Genesis aus biblischer Sicht - Roman Nies

    Die Jetztwelt

    1.

    Genesis und Physik

    Die Formel des Lebens

    Die naturwissenschaftliche Forschung unterliegt in weiten Bereichen noch dem Paradigma der Prämissen der Weltanschauungen des Naturalismus und Materialismus. *1 Dazu gehört der Glauben, dass alles materiell und naturgesetzlich einem strengen Determinismus folge. Das ist erstaunlich, weil die Quantenphysik bereits im frühen zwanzigsten Jahrhundert den Materialismus zunächst erkenntnistheoretisch und dann auch experimentell gründlich widerlegt hat.

    Ursprünglich dachte man auf der Grundlage des klassischen Welt- und Menschenbildes, dass man die Welt in den Griff bekommen würde, wenn man der Natur auf den Grund geht und die Materie bis in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt. Schon die alten Griechen stellten sich die Welt aus kleinen Atomen, den kleinsten unteilbaren Teilchen, zusammengesetzt vor. Als man seit John Dalton *2 die chemischen Elemente entdeckte, schien sich diese Vorstellung zunächst zu bestätigen. Doch dann kam die große Ernüchterung. Und sie begann mit Ernest Rutherford. *3 Er stellte mit seinen Alphastrahlen fest, dass Atome noch weiter teilbar waren, und um den Kern kreist eine diffuse Hülle aus Elektronen. Schlimmer noch: Dieses Atomsystem versagte sich den Regeln der klassischen Physik, denn es konnte nur stabil sein, wenn man die Teilchen als immaterielle Schwingung verstand. Damit war klar, das Atom war als Substanz nur vorgetäuscht, es gibt in der Welt nichts Ursprüngliches und nichts Reines, sondern nur eine unfertige Form, die im Werden zur nächsten unfertigen Form wird!

    Das alte Physik-Gebäude kam zum Einsturz, hatte man doch fest darauf vertraut, dass das Fundament der Welt, das Seiende, aus Materie besteht. Stattdessen finden sich Informations-, Steuerungs- und Erwartungsfelder, die mit Energie und Materie ebenso viel zu tun haben wie Beine mit einem Paar Schuhen. Die Beine brauchen die Schuhe nicht wirklich, aber möglicherweise benutzen sie sie. Nicht Materie, sondern Form und Gestalt und ihr Werden liegt im Wesen der Welt. Und sie alle unterliegen dem Primat der Information.

    Man könnte vereinfacht und nicht ganz frei von Ironie sogar sagen, Einstein hat seinen Nobelpreis für Physik dafür verdient, dass er nachgewiesen hat, dass Zweifel an der Ungültigkeit des Determinismus unberechtigt sind. Oder positiv formuliert: Der Determinismus ist nicht Herr über die Elemente! Ein Grund für die Verweigerung vieler Naturwissenschaftler, die neuen Erkenntnisse in ihren Wissensgebieten gelten zu lassen, wird oft genannt. Man sagt, dass sie an den Wirklichkeiten unserer Alltagswelt nichts ändern würde. Es stimmt auch, ein Apfel fällt weiterhin wie immer senkrecht vom Baum. Dennoch stimmt diese Aussage nur eingeschränkt.

    Aus dem Blickwinkel der Quantenphysik, deren Richtigkeit vielfach nachgewiesen worden ist, gibt es in der Physik nichts Reales, sondern nur Potentiales, das sich in der Wirklichkeit entfaltet, oder auch nicht. Auch das kennen wir aus unserem Alltag und ist uns bei unseren eigenen Entscheidungen nicht unbekannt. Tun wir etwas oder tun wir es nicht? Glauben wir oder glauben wir nicht?

    Im Mikrokosmos der Quantenphysik hat man festgestellt, dass die Wirklichkeit, wie man sie wahrnehmen kann, ganz wesentlich vom Beobachter abhängt. Es gibt das berühmte Gedankenexperiment des Kernphysikers Erwin Schrödinger *4 mit der Katze, die in einem Kasten steckt, mitsamt einer Vorrichtung, die die Katze töten kann. Man weiß das aber erst, wenn man hineinschaut. Solange man das nicht tut, ist die Katze, wenn man die Verhältnisse des Quanten-Mikrokosmos zugrunde legt, sowohl tot als auch lebendig. Wie kommt man auf dieses Paradoxon jenseits unserer erlebbaren Wirklichkeit? Durch eine Tatsache, die die Forscher aus der Fassung gebracht hat. Licht zeigt sich, je nach Messung entweder als Welle oder als Photon. *5 Beide haben die Masse null. Aber nicht nur Photonen, alle Quanten, das sind die (vorerst) kleinsten Wirkungseinheiten eines elementarphysikalischen Objekts, haben die Masse null. Das bedeutet, dass die Quantenwelt immateriell ist. *6 Sie ist aber informativ. Was wir eigentlich als Materie wahrnehmen ist nur eine Gestalt, eine Form, die, wenn man ihr „auf den Grund" geht, nichts Materielles, d.h. nichts Festes, Stetes, mehr zeigt, jedoch von Information bestimmt ist. Weniger als heiße Luft! Mehr als Zufall! Viel mehr!

    Nach der Quantenphysik sind alle Elemente eines Systems miteinander verbunden, jeder Eingriff wie beispielsweise eine Messung durch einen Physiker wirkt sich darauf aus. Er will an Informationen ran, er bekommt sie! Doch damit verändert er das System. Die Beobachterrolle, die den Physiker zu solchen verblüffenden Feststellungen nötigt, dass es bei der Bedeutung einer Sache auf die Beobachtung ankommt, erinnert an das kosmologische anthropische Prinzip. *7 Kosmologen haben nämlich festgestellt, dass das Universum anscheinend genauso gebaut ist, dass der Mensch als Beobachter darin existieren kann. Es gibt unzählige Naturkonstanten, die gegeben sein müssen, damit es Leben auf der Erde geben kann. Man könnte noch einen Schritt weitergehen und sagen: das Weltall ist so beschaffen, dass menschliche Bobachter feststellen können, dass das Weltall so gebaut ist, damit Menschen es erforschen können.

    Aber es gibt noch eine weitere erstaunliche Analogie zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Das Universum soll durch einen Urknall entstanden sein. Vor dem Urknall war Nichts, jedenfalls nichts Messbares, nichts was wir Menschen beobachten oder ermitteln können. Da sind die Grenzen der Natur-Wissenschaft spätestens erreicht. Gott, der außer Raum und Zeit ist, lässt sich auch nicht messen. Die Naturwissenschaft kann nichts über Gott sagen. Vor dem Urknall war nichts. Aber das Nichts ist ebenso vor dem, was im Mikrokosmos gerade noch als Wirkung im Kleinsten feststellbar ist. Das Nichts vor dem Urknall ist also vergleichbar mit dem Nichts jenseits der Welt der kleinsten Wirkungen, die ihrerseits eine Welt ist, in der das Wort „Materie" nicht einmal Zustände (Masse- oder Energiezustände), sondern nur Vorgänge beschreibt.

    Die Quantenphysik widerspricht nicht der Bibel. Sie widerspricht aber dem Naturalismus und Materialismus, mithin der weltanschaulichen Grundausrichtung der Naturwissenschaft im 21. Jahrhundert. Sie widerspricht aber auch der darwinistischen Evolutionslehre, wenn diese nur Materie und Zufall oder besser gesagt materielle und zufällige Ereignisse für die Existenz und Entwicklung der Lebewesen verantwortlich machen will. Materie gibt es an sich gar nicht. Und „zufällige Ereignisse sind abhängig von „Messungen, die entweder im Verbund der bereits funktionierenden und informell aufgeladenen Systeme zustande kommen oder von Entscheidungen eines Beobachters abhängig sind.

    In der Quantenwelt geht es immerzu um die Verwirklichung des Möglichen, nie um das blinde Gewährenlassen des Zufalls, das zwar auch vorkommt, aber der Verwirklichung des Möglichen untergeordnet ist, spätestens dann, wenn eine Messung, eine gezielten Interaktion vorgenommen wird. Im Mesokosmos, also der Welt, die wir mit bloßem Auge sehen und mit der Hand betasten können, stellt zum Beispiel die Isolierung einer Tierart auf einer Insel eine Bedingung dafür dar, dass das System „Tierart" sich einer Messung aussetzt. Ein Messfaktor ist die Besonderheit der Nahrungsressourcen, ein anderer das Vorkommen von Fressfeinden. Nach der Evolutionstheorie wirken diese (durch Auslese) nur auf das Ergebnis, was die Tierart durch zufällige Eigenprozesse abgeliefert hat. So ist es aber nicht, denn Auslese nimmt nur etwas weg von dem, was schon da ist und erschafft nichts Neues.

    Die Tigerhaie kommen nicht zufällig an genau dem Tag an einen bestimmten Küstenabschnitt, wo der Albatrosnachwuchs seine Flugversuche macht. *8 Sie sind informiert. Information ist etwas Anderes als Zufall. Spannend ist die Frage, wo die Information herkommt. Information hat immer eine geistige, immaterielle Urquelle und bleibt auf der geistig-immateriellen Ebene. Die Worte dieses Satzes geben nur in den Gedanken des Lesers einen Sinn (oder auch nicht), nicht schon, weil sie dastehen. Es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen Da-stehen und Verstehen. Die Welt steht da und wird nur von Geist verstanden. Sie ist semantisch strukturiert. Durch zufällige Transformation ist das bloß Dastehende nicht in das Verstehende zu überführen.

    Aus Sicht der Quantenphysik wäre es vielleicht möglich gleichsam in einer „Verschränkung" zwei Beobachtungen, die sich zu den Gedankenkonstrukten über die Entstehung und Erhaltung des Lebendigen, dem der (nicht darwinistischen) Evolution und dem der Kreation, zusammenzubringen. Evolution ist aber nicht der Umgang des Zufalls mit der Materie, sondern der Werdeprozess, der zum Fakt wird. Das Genom des Lebens erscheint als Bausteine von Molekülen; die Information dafür, wie die Bausteine zusammengesetzt sein sollen und was sie in den Zellen bewirken sollen, ist aber ebenso eine immateriel