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Vergangenheit verstehen - Gegenwart heilen - Zukunft gestalten
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eBook320 Seiten3 Stunden

Vergangenheit verstehen - Gegenwart heilen - Zukunft gestalten

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Über dieses E-Book

Die Arbeit mit der eigenen Biografie ist eines der wertvollsten Tools im Bereich der Potenzialentfaltung und Persönlichkeitsentwicklung. Denn von Geburt bis zum Tod folgen wir unbewusst einem Rhythmus. Dieses Wissen geht zurück bis ins alte Griechenland und wird in diesem Buch von Martina und Michael mit neuen Erkenntnissen aus Psychologie, Hirnforschung und der eigenen Arbeit angereichert. Entstanden ist ein Buch, das auf verständliche Weise die Lebensphasen und ihre Bedeutung für jeden Einzelnen beschreibt.
Wir alle durchlaufen unterschiedliche Lebensphasen mit wechselnden Qualitäten und Energien. Jede Lebensphase stellt uns vor bestimmte Aufgaben, an denen wir wachsen und uns entwickeln. Sehen wir uns unsere Vergangenheit unter Berücksichtigung der Einflüsse der jeweiligen Lebensperioden an, ermöglicht es eine holistische Sicht auf unser gesamtes Leben. So entsteht automatisch ein tiefes Verständnis für uns selbst und unsere Geschichte. Wir erkennen den roten Faden in unserer Biografie, können unsere Potenziale und Möglichkeiten klar erfassen und ausschöpfen. Somit sehen wir den Sinn dahinter und sind in der Lage, unser Leben umzugestalten.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum8. Apr. 2020
ISBN9783347046092
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    Buchvorschau

    Vergangenheit verstehen - Gegenwart heilen - Zukunft gestalten - Michael Pompenig

    EINLEITUNG

    Mit diesem Buch halten Sie einen großen Schatz in Händen. Wir möchten Ihnen dazu herzlich gratulieren!

    Wahrscheinlich blicken Sie auf ein bewegtes Leben zurück. Egal, in welchem Lebensalter Sie sich gerade befinden, tragen Sie einen Rucksack voller Erfahrungen. Darunter befinden sich mit Sicherheit schöne, freudvolle, aber auch schmerzhafte und traurige Momente. Doch nicht jeder, der einen großen Lebens-Rucksack voller Erfahrungen mit sich trägt, kommt auf die Idee, sich den Inhalt genauer anzusehen. Bei einigen drückt der Rucksack bereits, wird von Jahr zu Jahr schwerer oder ist schon ein wenig unbequem. Es kann auch sein, dass Sie ihn am liebsten ablegen und ohne ihn weiterlaufen würden. Alleine der Gedanke, den Weg leicht und unbeschwert fortzusetzen, wäre zu manchen Zeiten sehr verlockend. Glauben Sie uns, wir selbst kennen diese Zeiten im Leben, wo alles andere attraktiver scheint, als diesen Rucksack noch einen einzigen Tag länger durch das Leben zu tragen. Doch mittlerweile wissen wir, dass es gut ist, dass wir ihn nicht ablegen können.

    Dieser Rucksack trägt eine einzigartige Geschichte in sich. Jeder Mensch ist einzigartig in seiner Gestalt, seinem Aussehen, seinem Wesen, seinen Qualitäten, seiner Liebes- und Leidensfähigkeit und seinem persönlichen Ausdruck. Jeder einzelne Mensch schreibt seine ganz persönliche Geschichte. Jeden Tag eine Seite mehr im Buch des Lebens. Diese Geschichte nimmt ihren Lauf, solange wir atmen - ob wir wollen oder nicht. Die große Frage ist, wie viel von all dem gestalten wir selber? Wie viel davon ist vorgegeben? Was verdanken wir dem Schicksal, Gott oder unserem Umfeld? Gibt es überhaupt ein Leben in Freiheit oder ist es nicht viel mehr, als ein großer, kosmischer Witz? Wie ein Spiel, dessen Regeln wir nicht verstehen?

    Wir können unsere Vergangenheit mit einer großen Bibliothek vergleichen. Da stehen beeindruckende Bücher in prächtigen Einbänden, genauso wie einfache Bücher in liebloser Aufmachung. Manche sind verstaubt, andere zerknittert, bei einigen fehlen Seiten, manche sehen sehr gepflegt aus, einzelne wurden noch nie gelesen, andere dagegen sehr oft. Es herrscht ein großes Durcheinander in dieser Bibliothek. Würden wir versuchen, uns einen Weg durch das Chaos zu bahnen, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir über das ein oder andere Buch stolpern.

    Biografie-Arbeit bringt Ordnung in diese Bibliothek des Lebens. Sie sorgt dafür, dass wir ein System an die Hand bekommen, mit dem es leichter fällt, die Bücher in die richtigen Regale abzulegen oder auszusortieren. Es ist eine Art Bedienungsanleitung für das Leben. Wie bei einer Inventur bringt sie Klarheit über die Vergangenheit und rückt vieles wieder ins rechte Licht. Dadurch bekommen wir ein besseres Gefühl dafür, wer wir sind und wohin es in Zukunft gehen soll.

    Generell ist das Buch so aufgebaut, dass es für jeden Menschen hilfreich ist, der offene Fragen an sein Leben, an seine Vergangenheit und an sich selbst hat. Das Buch verbindet Wissenschaftliches mit praktischen Erfahrungen und überträgt dies in eine Sprache und Darstellung, die für jeden verständlich und nachvollziehbar ist. Wir selbst nutzen seit Jahren Biografie-Arbeit als Werkzeug im persönlichen Coaching und obwohl wir wissen, was dabei entstehen kann, sind wir immer wieder überrascht, welch lebensverändernde Wirkung alleine das Aufschreiben und Sichtbarmachen des eigenen Lebens für viele hat. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, jedem Menschen diesen Überblick über die Zusammenhänge der eigenen Vergangenheit zu ermöglichen. Denn erst wenn die Vergangenheit verstanden wird, kann der Sinn dahinter begriffen werden und die Sicht auf das gesamte Leben kann sich zum Positiven verändern. Bestimmung und Lebensaufgabe werden klarer und Potentiale sichtbar. Der Blick wird offen für die Möglichkeiten im Leben, statt nur die Hürden und Hindernisse zu sehen. Friedrich Nietzsche sagte bereits: Wenn das Warum klar ist, kann auch fast jedes Wie gemeistert werden.

    Jeder Mensch ist einzigartig und kann sein Leben zu einem Meisterwerk machen und zur Legende werden. Werden Sie wieder zum Held Ihres Lebens und zu einer einzigartigen Legende. Lieben Sie wieder Ihr Leben!

    Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, Schreiben und Entdecken des Schatzes in Ihrer Geschichte!

    Martina und Michael

    Wie die Strahlen der Sonne

    zwar die Erde erreichen,

    aber noch ihren Ausgangspunkt angehören,

    so steht eine große, heilige Seele,

    die herabgesandt wurde,

    um uns das Göttliche besser verstehen zu lassen,

    zwar mit uns im Austausch,

    bleibt aber ihrem Ursprungsort verhaftet:

    Von dort geht sie aus, hierher blickt sie

    und nimmt Einfluss,

    unter uns wirkt sie

    gleichsam als höheres Wesen.

    (Seneca)

    DER MENSCH

    Wie beginnt jedes Menschenleben? Woher kommen wir, wohin gehen wir, wer formt die Geschichte dazwischen und was genau sind wir Menschen eigentlich?

    In unserem Ursprung sind wir göttliche Wesen. Hell, klar und vollkommen! Mit der Geburt bekommen wir einen biologischen, menschlichen Körper, der uns erst die Möglichkeit bietet, uns mit allen Sinnen zu erleben. Nur durch die Inkarnation in einem begrenzten Körper haben wir die Möglichkeiten, die wir im Himmel nicht haben. Im Himmel sind wir vollkommen, können unsere Vollkommenheit aber nur schwer erfahren. Wir sind Lichter inmitten anderer Lichter - es ist fast so, als würde in einem sonnendurchfluteten Raum eine Kerze entzündet werden. Den Schein der Kerze könnte niemand wahrnehmen. So brauchen wir als göttliche Wesen den Gegenpol, um uns zu erfahren. Wir brauchen die Dunkelheit, um uns in unserem Licht erfahren zu können. Wir brauchen die Unvollkommenheit der irdischen Welt, um uns in unserer Vollkommenheit zu erleben.

    Wir sind zu Lebzeiten immer Bürger zweier Welten. Zum einen haben wir das Ich, das Menschliche, das Erdverbundene. Mit dem Ich haben wir im Gegensatz zu unserem vollkommenen Wesen die Möglichkeit, uns getrennt und unvollkommen zu erleben. Diese Möglichkeit haben wir nur hier auf der Erde. Zum anderen steht die Erfahrung des Ichs immer im Zusammenspiel mit unserer Herkunft - mit unserer Göttlichkeit. Göttlichkeit steht für alles, was in uns bereits angelegt ist, unvergänglich und ewig. Und in diesem Kreis zwischen Ich und unserer Göttlichkeit bewegen wir uns in einem fort.

    Wir kommen auf die Erde mit einer Aufgabe, einer Mission. Wir haben unseren physischen Körper, mit allen Vor- und Nachteilen und sind eingebettet in das familiäre Umfeld. Unsere geistig - göttliche Natur sucht sich eine Vererbungslinie aus, die uns genau die Randbedingungen bietet, die wir als physisches Instrument hier auf der Erde benötigen, um unseren Lebensplan zu realisieren. Wir suchen uns sozusagen unsere Familie aus, unsere Eltern, unsere Geschwister sowie das Umfeld, in dem wir aufwachsen. Im Bezug auf unsere Biografie können wir es so betrachten: Wir sind hier auf dieser Erde mit unserem Ich unterwegs. Dabei sind wir absolut im Menschlichen, in dieser Person, in diesem einen Leben. Das Ziel der Biografie-Arbeit ist es, genau da wieder anzudocken. Wenn wir unsere Geschichte verstehen, dann verstehen wir auch unsere Aufgabe in diesem Leben und was wir uns für dieses Leben vorgenommen haben.

    Dann können wir ein Stück weit aussteigen aus unserer Geschichte und das Ganze von außen betrachten. Letztendlich sind wir alles göttliche Wesen, für die es keine wirklichen Begrenzungen gibt und für die alles möglich ist. Wir haben alles in der Hand und können unser Schicksal selber wählen. In diesem Kreis bewegen wir uns unser Leben lang.

    Es gibt Phasen im Leben, da bedienen wir uns bewusst unserer menschlichen Fähigkeiten und es gibt Phasen, in denen wir uns mehr unserer geistigen Fähigkeiten widmen. Verbunden sind wir in allen Abschnitten unseres Lebens mit beiden Seiten und so schwingen immer beide Anteile mit.

    Zu all dem kommt unsere eigene Innenwelt hinzu. Dieses persönliche Empfinden beschreibt alles, was wir in uns selbst bewegen - wie wir über uns denken, was wir fühlen und was wir über andere denken. Die Außenwelt umfasst die Dinge, mit denen wir konfrontiert werden. Das kann die Familie sein, die Freunde, Regeln, Gesetze oder die Urteile, Meinungen und Sichtweisen anderer über uns. So reagieren wir auf die Welt und andererseits reagiert die Welt auf uns. Wir formen und gestalten unser Umfeld und wiederum formt uns unser Umfeld. Je nachdem, in welcher Umgebung wir aufwachsen, stehen uns unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

    Das Eintauchen in die eigene Biografie bringt die unterschiedlichen Einflüsse ans Tageslicht. Es wird sichtbar, in welcher Phase welcher Kreis bzw. welches Feld mehr oder weniger stark ausgeprägt war und ob wir uns bewusst damit auseinandergesetzt haben oder nicht.

    Den Weg studieren bedeutet,

    sich selbst studieren.

    Sich selbst studieren bedeutet,

    sich selbst vergessen.

    Sich selbst vergessen bedeutet,

    in Harmonie zu sein mit allem,

    was uns umgibt.

    (Dogen Zenji)

    BIOGRAFIE-ARBEIT

    Bei dieser Art der Lebensrückschau blicken wir auf das eigene Leben und den persönlichen Weg. Die Auswirkungen, die sich daraus ergeben, bewegt jedoch automatisch das gesamte Umfeld. Das Erkennen von uns selbst ist untrennbar mit dem Erkennen der Welt, in der wir leben, verbunden. Unser Leben und unser Schicksal werden geprägt durch unser Umfeld, so wie auch wir das Leben anderer beeinflussen. Je mehr wir an uns und unserer eigenen Biografie arbeiten und sie verstehen, desto mehr verstehen wir auch unser Gegenüber. Jeder hat seinen eigenen Lebensfaden und aus den einzelnen Fäden wird der Stoff gewoben, der die menschliche Gemeinschaft ausmacht. Der Fluss des Lebens, der uns alle trägt, ist so alt wie die Zeit selbst und so rudern wir mit unserem Boot und versuchen unserem Dasein eine Richtung zu geben.

    Wie ist er aber nun beschaffen, der Fluss unseres Lebens? Was können wir erwarten vom Leben? Wie steht es mit Kindheit, Jugend, Sturm und Drang und Alter? Welchen höheren Gesetzen folgt dies alles? Und was ist unsere Aufgabe in dem Ganzen?

    Biografie-Arbeit auf Grundlage der Anthroposophie geht davon aus, dass sich hinter all unserem Tun und all unseren Bemühungen im Leben eine Aufgabe verbirgt, die sich im Laufe unseres Daseins Ausdruck verschaffen will. Jedes menschliche Leben ist sozusagen geprägt vom Versuch, diese Aufgabenstellung zu bewältigen. Somit liegt der Motivation für viele unserer Handlungen ein Lebensplan zugrunde, der immer wieder versucht, aus dem Unterbewusstsein heraus, unserem Leben die Richtung zu geben, die wir zu Beginn unseres Lebens für uns gewählt haben. Wenn wir unter diesem Gesichtspunkt unsere Vergangenheit betrachten und die Geschichte des eigenen Lebens verstehen, können wir daraus die richtigen Schritte in Richtung der persönlichen Aufgabe gehen. Es öffnen sich mit einmal Türen, die vorher verschlossen waren und ein Wachsen in die ureigene Kraft kann beginnen - eine Kraft, die vom Vertrauen in das eigene Sein genährt wird. Jeder ist einzigartig, genauso wie jede Lebensaufgabe individuell und einzigartig ist. Darum kann auch niemand die Aufgaben eines anderen Menschen übernehmen. Wir können nur dem anderen helfen, seine Aufgabe zu erkennen und seine Bemühungen unterstützen. Wir gehen davon aus, dass das Leben jeden unterstützt, der seine Bestimmung im Leben gefunden hat und bereit ist, ihr bedingungslos zu folgen.

    Normalerweise betrachten wir die einzelnen Vorkommnisse in unserem Leben isoliert. Gibt es ein aktuelles Problem, beschäftigen wir uns damit und suchen die bestmögliche Lösung. Wir setzen jedoch das, was gerade passiert, kaum in Bezug zu vorangegangene oder zu zukünftige Geschehnisse. Wenn nun aber alle wichtigen Teile unserer Geschichte in einer durchgehenden Rückschau aufgerollt und vergegenwärtigt werden, so ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild, das alle wesentlichen Erfahrungen in einen Gesamtzusammenhang setzt. Jedes einzelne Ereignis bekommt seinen Platz und wie bei einem Puzzle greift plötzlich ein Teil in das andere. Jede einzelne Episode wird nun nicht mehr losgelöst vom Ganzen betrachtet, sondern erfährt durch die neue Sichtweise teilweise eine völlig neue Bedeutung. Bewertungen kehren sich um. Was bislang als große Niederlage gesehen wurde, wird mitunter zu einem Riesengeschenk, weil das Leben dadurch, wie bei einer Weichenstellung, in eine völlig neue Richtung gelenkt wurde. Jede Begegnung, jeder Triumph, jedes Scheitern, jede Freude, jedes Leid kann dadurch einen neuen Stellenwert bekommen. Jeder einzelne Moment war wichtig und notwendig, damit wir hier und heute genau an diesem Punkt stehen. Wir stehen mit der Biografie-Arbeit vor unserem Leben, wie vor einer Landkarte. Viele Teile fügen sich zu einem stimmigen Bild und enthüllen, um welche Themen es von Anfang an gegangen ist. Mit den Erkenntnissen über die Gesetzmäßigkeiten, die unserer Biografie zugrunde liegen, sind wir in der Lage, unsere Zukunft im Einklang mit unserem Lebensthema zu gestalten und die entsprechenden Entwicklungsschritte zu gehen.

    Über dem Tor des Orakels von Delphi stand: Erkenne Dich selbst und über dem Ausgang stand: …dann erkennst Du Gott, das Universum und die Menschheit! Seit Jahrtausenden machten viele Weise und Philosophen, Dichter und Denker deutlich, dass sinnvolles Denken und Handeln letztlich nur auf Selbsterkenntnis basiert. Es wurde viel philosophiert und noch viel mehr geredet über das Thema, aber nur die wenigsten hatten wirklich den Mut, sich selbst zu erkennen. Wir betrachten anscheinend unsere Biografie nicht gern im hellen Tageslicht und die meisten ahnen gar nicht, welcher Schatz darin liegt, das eigene Leben vor sich auszubreiten und darin zu lesen.

    Gerade in der heutigen Zeit scheint es so, als ob die meisten Menschen vorzugsweise ein Dasein als Einzelkämpfer pflegten. Das Internet und die neuen Medien machen es möglich, sich mitten in der Welt aufzuhalten, ohne wirklich mit jemanden in Kontakt zu sein. Die gegenwärtige Zeit hat uns dahin geführt, dass wir uns von der geistigen Welt und allen Lebendigen, das uns umgibt, größtenteils abgeschnitten haben. Unsere Vorfahren wussten noch um die Wichtigkeit eines achtsamen Umgangs mit der Natur, den Ressourcen des Lebens und haben die natürlichen Gesetzmäßigkeiten in ihr Handeln stets mit einbezogen. Wie aber können wir wieder in diesen Kontakt kommen?

    Wenn es eine Veränderung gibt, dann sind wir die Veränderung! Wenn wir uns bewusst auf unsere eigene Biografie einlassen, öffnen wir uns automatisch für die Geschichten anderer und begegnen ihnen mit Verständnis und Empathie. Gerald Hüther, namhafter Hirnforscher und Naturwissenschaftler spricht davon, dass wir als Menschheit nur eine Chance haben, wenn wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Wir Menschen sind durch und durch soziale Wesen und sind auf eine tiefe Weise miteinander verbunden. Wir brauchen einander, damit wir uns entfalten können und nicht, damit wir uns gegenseitig beherrschen. Alles Wissen und jede Fertigkeit haben wir irgendwann von anderen Menschen gelernt und übernommen. Wir alle waren einmal auf die Hilfe anderer angewiesen und hätten alleine nie überlebt.

    Der Siebenjahresrythmus

    Rudolf Steiner (1861-1925) ist der Begründer der Anthroposophie – wörtlich aus dem Griechischen: Weisheit vom Menschen. Eines der größten Ziele der Anthroposophie sah er darin, für den einzelnen Menschen – unabhängig von Geburtsort, Religion, Kultur oder Bildung – Raum zu schaffen, das zu werden, was in seinen einzigartigen und unverwechselbaren Möglichkeiten liegt.

    Nach Steiner folgt der Mensch von der Geburt bis zum Tod unbewusst einem Rhythmus. Er durchläuft unterschiedliche Lebensphasen mit wechselnden Qualitäten und Energien. Jede Phase hat seine eigenen Themen und fordert zu speziellen Lebenserfahrungen und Auseinandersetzungen heraus. Daran gilt es zu wachsen.

    Die Biografie Arbeit geht von einem Lebenszyklus aus, der sich in Perioden von sieben Jahren vollzieht. Die ersten Phasen sind noch stark biologisch bedingt. Die Schulreife erfolgt mit 7 Jahren und wird markiert durch den Zahnwechsel. Geschlechtsreife tritt mit 14 Jahren ein, Erwachsensein beginnt nach Abschluss des Wachstumsprozesses mit 21. Der physische Abbau – vor allem des Gehirns – beginnt mit 28. Die späteren Phasen unterliegen nicht mehr so stark dieser biologisch fundierten Ordnungskraft, sodass der Umgang mit den jeweiligen Lebensthemen mit zunehmendem Alter freier wird. Das schließt natürlich auch die Freiheit ein, gewisse Themen erst gar nicht aufzugreifen.

    Wird die Biografie eines Menschen unter Berücksichtigung der Qualitäten und Einflüsse der jeweiligen Lebensperiode angesehen, ermöglicht es eine holistische Sicht auf das gesamte Leben im Zusammenhang. So entsteht automatisch ein tiefes Verständnis für die eigene Person und die eigene Geschichte.

    Woher kommt dieses Wissen ursprünglich?

    Der griechische Weise Solon (640 v. Chr. – 559 v. Chr.) war laut Überlieferung der erste, der das Leben in Siebenjahresperioden einteilte.

    Von Hippokrates, der von 460 bis 370

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