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Der Südpol: Der Tatsachenbericht über die Entdeckung des Südpöls durch Roald Amundsen und seine Kameraden, sowie detaillierte Berichte über Meteorologie, Ozeanografie, Astronomie und Geologie.
Der Südpol: Der Tatsachenbericht über die Entdeckung des Südpöls durch Roald Amundsen und seine Kameraden, sowie detaillierte Berichte über Meteorologie, Ozeanografie, Astronomie und Geologie.
Der Südpol: Der Tatsachenbericht über die Entdeckung des Südpöls durch Roald Amundsen und seine Kameraden, sowie detaillierte Berichte über Meteorologie, Ozeanografie, Astronomie und Geologie.
eBook1.093 Seiten14 Stunden

Der Südpol: Der Tatsachenbericht über die Entdeckung des Südpöls durch Roald Amundsen und seine Kameraden, sowie detaillierte Berichte über Meteorologie, Ozeanografie, Astronomie und Geologie.

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Über dieses E-Book

Mehr als eine Abenteuergeschichte legt uns dieses Buch auf freundliche Art und Weise eine Botschaft ans Herz. Wir sollen die Natur und alles Geschehen um uns herum achtsam pflegen, auf die Zeichen achten, die uns gegeben werden und unser Verhalten immer so gestalten, dass wir in der Rückschau stets sagen können, wir haben es richtig gemacht. Das geschah 1912 noch ganz ohne erhobenen Zeigefinger und in einer völlig entspannten Atmosphäre. Angesichts der aktuellen Klimaentwicklung ist dieses Buch ein guter Helfer bei der Analyse dessen, was wir allgemein als "Fortschritt" bezeichnen.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum16. März 2022
ISBN9783347397774
Der Südpol: Der Tatsachenbericht über die Entdeckung des Südpöls durch Roald Amundsen und seine Kameraden, sowie detaillierte Berichte über Meteorologie, Ozeanografie, Astronomie und Geologie.
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    Buchvorschau

    Der Südpol - Roald Amundsen

    VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN IM BAND I UND II

    Abbildung 1: Der Übersetzer

    Abbildung 2:  Roald Amundsen, zeitgenössische Fotografie

    Abbildung 3:  Die Anfangsseite des Manuskripts von Roald Amundsen

    Abbildung 4:  Ungefähre Vogelperspektive,

    Abbildung 5:  Helmer Hanssen, Eislotse (ein Mitglied der Polarexpedition)

    Abbildung 6:  Der Schweinestall der Fram

    Abbildung 7:  Die Schweinetoilette

    Abbildung 8:  Das Hissen der Flagge

    Abbildung 9:  Die Expeditionsteilnehmer

    Abbildung 10:  Ein Patient

    Abbildung 11:  Sverre Hassel

    Abbildung 12:  Oskar Wisting

    Abbildung 13:  Modell der Fram im Zustand von 1910 - 1912

    Abbildung 14:  Im Nordostpassat

    Abbildung 15:  In der Takelage

    Abbildung 16:  Eine Beobachtung wird gemacht

    Abbildung 17:  Rønne fühlte sich sicherer, wenn die Hunde einen Maulkorb trugen

    Abbildung 18: Die Steuerbordwache auf der Brücke

    Abbildung 19: Olav Bjaaland, ein Mitglied der Polgruppe

    Abbildung 20: In Ermanglung weiblicher Tanzpartner dreht Rønne eine Runde mit den Hunden

    Abbildung 21: Ein Albatros

    Abbildung 22: In wärmeren Regionen

    Abbildung 23: Eine frische Brise im Westwindgürtel

    Abbildung 24: Die angehobene Schiffsschraube in den westlichen Breiten

    Abbildung 25: Der Salon der Fram ist für Weihnachten geschmückt

    Abbildung 26: Rønne bei Seemannsarbeiten

    Abbildung 27: Die Fram im Treibeis

    Abbildung 28: Treibeis im Rossmeer

    Abbildung 29: Eine intelligente Methode anzulegen

    Abbildung 30: Die Fram unter Segeln

    Abbildung 31: Kap Man's Head

    Abbildung 32: Die Fram

    Abbildung 33: Robbenjagd

    Abbildung 34: Die Fram in der Bay of Whales

    Abbildung 35: Die Mannschaft der Fram in der Bay of Whales,

    Abbildung 36: Das erste Hundelager

    Abbildung 37: Die Fundamente von Framheim werden gegraben

    Abbildung 38: Wir bauen die Hütte

    Abbildung 39: Die sechs Schlittenführer

    Abbildung 40: Polartransport

    Abbildung 41: Pinguine

    Abbildung 42: Das Lebensmittellager

    Abbildung 43: Framheim, im Januar 1911

    Abbildung 44: Suggen, Arne und der Oberst

    Abbildung 45: Mikkel, Ravn und Mas-Mas

    Abbildung 46: Framheim, im Februar 1911

    Abbildung 47: Prestrud in Winterkleidung Bjaaland in Winterkleidung

    Abbildung 48: Eine Seite aus dem Schlittentagebuch mit Einzelheiten zu Depot I und II

    Abbildung 49: Framheim, im März 1911

    Abbildung 50: Robben jagen für das Depot

    Abbildung 51: Das Fleischzelt

    Abbildung 52: Die meteorologische Station

    Abbildung 53: In einem Hundezelt

    Abbildung 54: Ein Abend in Framheim

    Abbildung 55: Die Tischlerwerkstatt

    Abbildung 56: Eingang zur westlichen Werkstatt

    Abbildung 57: Prestrud an seiner Beobachtungsstelle

    Abbildung 58: Schlittenpacken im Kristallpalast

    Abbildung 59: Wisting an der Nähmaschine

    Abbildung 60: Der Eingang zur Hütte

    Abbildung 61: Lindstrøm mit den Buchweizenpfannkuchen

    Abbildung 62: An seinem Heimatort: Ein Hund auf dem Eis der Barriere

    Abbildung 63: Hundeschule

    Abbildung 64: Helmer Hanssen auf der Seehundjagd

    Abbildung 65: Hanssen und Wisting verzurren die neuen Schlitten

    Abbildung 66: Ein Durchgang im Eis

    Abbildung 67: Helmer Hanssen beim Verpacken von Vorräten im Kristallpalast

    Abbildung 68: Eine Ecke der Küche

    Abbildung 69: Stubberud nimmt’s leicht

    Abbildung 70: Johansen verpackt Kekse im Kristallpalast

    Abbildung 71: Hassel und das Dampfbad

    Abbildung 72: Unsere Skibindung in ihrer endgültigen Form

    Abbildung 73: Mittwintertag Juni, 1911

    Abbildung 74: Arbeiten an der persönlichen Ausrüstung

    Abbildung 75: Anprobieren der Patent-Schneebrillen

    Abbildung 76: Hassel im Öllager

    Abbildung 77: Tief in Gedanken

    Abbildung 78: Funcho

    Abbildung 79: Die beladenen Schlitten im Kleiderladen

    Abbildung 80: Die Schlitten sind bereit, aus dem Lager gehoben zu werden

    Abbildung 81: Am Depot auf 80° südlicher Breite

    Abbildung 82: Amundsen im Winteranzug

    Abbildung 83: Hassel in Arbeitskleidung

    Abbildung 84: Wisting im Winteranzug

    Abbildung 85: Stubberud im Winteranzug

    Abbildung 86: Roald Amundsen, in Polarausrüstung

    Abbildung 87: Eine Schneebake auf der Oberfläche der Barriere

    Abbildung 88: Gletscherspalten an der Oberfläche der Barriere

    Abbildung 89: Depot auf 82° S

    Abbildung 90: Depot auf 83° S

    Abbildung 91: Am Depot auf 84° südlicher Breite

    Abbildung 92: Das Depot und Berge auf 85° S

    Abbildung 93: Aufstieg auf den Mount Betty

    Abbildung 94: Mount Fridtjof Nansen, 15000 Fuß (4572 m) über Meereshöhe

    Abbildung 95: Am Ende eines Tagesmarsches: Unsere Expedition zum Pol

    Abbildung 96: Das Zelt nach einem Schneesturm

    Abbildung 97: eine große Gletscherspalte am Höllentor

    Abbildung 98: Das Höllentor am Teufelsgletscher

    Abbildung 99: Mount Thorvald Nilsen

    Abbildung 100: Die Schlitten sind für den letzten Marsch gepackt

    Abbildung 101: Am Pol wird eine Beobachtung durchgeführt

    Abbildung 102: Am Südpol, Wisting und sein Gespann haben das Ziel erreicht

    Abbildung 103: Eine Seite aus dem Beobachtungsbuch vom 17. Dezember 1911

    Abbildung 104: Am Südpol, 16. und 17. Dezember 1911

    Abbildung 105: Mount Don Pedro Christophersen

    Abbildung 106: Framheim, nach der Ankunft der Polgruppe

    Abbildung 107: Lindstrøm in der Küche

    Abbildung 108: Lebewohl, Barriere

    Abbildung 109: Hunde werden in Hobart für Dr. Mawsons Expedition angelandet

    Abbildung 110: Bjaaland als Kesselflicker

    Abbildung 111: Mitglieder der japanischen Antarktisexpedition

    Abbildung 112: Leutnant Prestrud

    Abbildung 113: Ein eingeborener Bewohner der Antarktis

    Abbildung 114: Stubberud überprüft die Situation

    Abbildung 115: Lager auf der Barriere: die östliche Expedition

    Abbildung 116: Ein abgebrochenes Vorgebirge auf der Barriere

    Abbildung 117: Auf nach Osten

    Abbildung 118: Der Übergang von der großen Barriere nach König Edward Land

    Abbildung 119: Improvisiertes Lotungsgerät

    Abbildung 120: Der Leiter der östlichen Expedition, Prestrud, auf Scotts Nunatak

    Abbildung 121: Die Ersten in König Edward Land

    Abbildung 122: In König Edward Land; nach drei Tagen Sturm

    Abbildung 123: Auf Scotts Nunatak

    Abbildung 124: Scotts Nunatak

    Abbildung 125: Die Fram an der Eiskante, Januar 1912

    Abbildung 126: Die Kainan Maru

    Abbildung 127: Robben auf dem Meereis nahe der Barriere

    Abbildung 128: Robben: Mutter mit Kalb

    Abbildung 129: Eine Gruppe von Adéliepinguinen

    Abbildung 130: Eine stille Pfeife

    Abbildung 131: Oberleutnant Thorvald Nilsen von der norwegischen Marine

    Abbildung 132: Der Stellvertreter des kommandierenden Offiziers hält ein Schläfchen

    Abbildung 133: Die Fram wird gesichtet

    Abbildung 134: An der Eiskante, Januar, 1911

    Abbildung 135: Eine Jagdexpedition an der Eiskante

    Abbildung 136: Beck steuert die Fram durch unbekannte Gewässer

    Abbildung 137: Unser Koch; vergnügt und zufrieden, wie immer

    Abbildung 138: Barografenkurven Tiefs

    Abbildung 139: Barografenkurve Hoch

    Abbildung 140: Unsere letzte Vertäuung am Eisfuß

    VERZEICHNIS DER GRAFIKEN IM BAND I UND II

    Grafik 1: Die Fram (1860), Konstruktionsplan, allgemeiner Teil, Übersicht

    Grafik 2: zeitgenössische Karte der Antarktis

    Grafik 3: Karte der unmittelbaren Umgebung des Südpols

    Grafik 4: Geitau

    Grafik 5: Gordinge (Nr. 5)

    Grafik 6: Karte des Rossmeeres

    Grafik 7: Karte der Bucht der Wale

    Grafik 8: Die Fram nach dem Umbau 1910

    Grafik 9: Russeltvedts Apparat

    Grafik 10: Darstellung des Luftdrucks April 1911

    Grafik 11: Darstellung der Temperatur April 1911

    Grafik 12: Darstellung der Windstärke April 1911

    Grafik 13: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit April 1911

    Grafik 14: Darstellung des Luftdrucks Mai 1911

    Grafik 15: Darstellung der Temperatur Mai 1911

    Grafik 16: Darstellung der Windstärke Mai 1911

    Grafik 17: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit Mai 1911

    Grafik 18: Darstellung des Luftdrucks Juni 1911

    Grafik 19: Darstellung der Temperatur Juni 1911

    Grafik 20: Darstellung der Windstärke Juni 1911

    Grafik 21: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit Juni 1911

    Grafik 22: Darstellung des Luftdrucks Juli 1911

    Grafik 23: Darstellung der Temperatur Juli 1911

    Grafik 24: Darstellung der Windstärke Juli 1911

    Grafik 25: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit Juli 1911

    Grafik 26: Darstellung des Luftdrucks August 1911

    Grafik 27: Darstellung der Temperatur August 1911

    Grafik 28: Darstellung der Windstärke August 1911

    Grafik 29: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit August 1911

    Grafik 30: Darstellung des Luftdrucks September 1911

    Grafik 31: Darstellung der Temperatur September 1911

    Grafik 32: Darstellung der Windstärke September 1911

    Grafik 33: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit September 1911

    Grafik 34: Darstellung des Luftdrucks Oktober 1911

    Grafik 35: Darstellung der Temperatur Oktober 1911

    Grafik 36: Darstellung der Windstärke Oktober 1911

    Grafik 37: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit Oktober 1911

    Grafik 38: Darstellung des Luftdrucks November 1911

    Grafik 39: Darstellung der Temperatur November 1911

    Grafik 40: Darstellung der Windstärke November 1911

    Grafik 41: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit November 1911

    Grafik 42: Darstellung des Luftdrucks Dezember 1911

    Grafik 43: Darstellung der Temperatur Dezember 1911

    Grafik 44: Darstellung der Windstärke Dezember 1911

    Grafik 45: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit Dezember 1911

    Grafik 46: Darstellung des Luftdrucks Dezember 1912

    Grafik 47: Darstellung der Temperatur Januar 1912

    Grafik 48: Darstellung der Windstärke Januar 1912

    Grafik 49: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit Januar 1912

    Grafik 50: Darstellung des Luftdrucks im Meßzeitraum

    Grafik 51: Darstellung der Temperatur im Meßzeitraum

    Grafik 52: Darstellung der absoluten Luftfeuchtigkeit im Meßzeitraum

    Grafik 53: Darstellung der relativen Luftfeuchtigkeit im Meßzeitraum

    Grafik 54: Darstellung der Windstärke im Meßzeitraum

    Grafik 55: Darstellung der Bewölkungsdichte im Meßzeitraum

    Grafik 56: Kartenskizze der vorab erwähnten Berechnungen

    Grafik 57: Ekmans Kipp-Wasserprobennehmer

    Grafik 58: Hypothetische Darstellung der Oberflächenströmungen im Nordatlantik im April

    Grafik 59: Die Route der Fram zwischen dem 20. Juni und dem 27. Juli 1910

    Grafik 60: Temperatur und Salzgehalt im südlichen Abschnitt,

    Grafik 61: Temperatur und Salzgehalt im nördlichen Abschnitt,

    Grafik 62: Die Positionen im Südatlantik,

    Grafik 63: Strömungen im Südatlantik

    Grafik 64: Salzgehalt und Temperaturen an der Oberfläche im Südatlantik

    Grafik 65: Temperaturen (°C) in einer Tiefe von 400 Metern (218 Faden)

    Grafik 66: Temperaturen Pos. 32 u. 60

    Grafik 67: Salzgehalte

    Grafik 68: Salzgehalt und Temperatur

    Grafik 69: Salzgehalt und Temperatur

    Grafik 70: Temperaturen an einer der Stationen der Fram und einer der Challenger

    Grafik 71: Temperaturen auf einer der Positionen der Fram und einer der Valdivia

    Grafik 72: Temperaturen an Position 25 der Planet und der Position 39 der Fram

    Grafik 73: Salzgehalte an der Position 25 der Planet und der Position 39 der Fram

    Grafik 74: Karte der Antarktis mit den Routen aller Beteiligten

    VERZEICHNIS DER TABELLEN IM BAND II

    Tabelle 1: Meteorologische Daten April 1911

    Tabelle 2: Meteorologische Daten Mai 1911

    Tabelle 3: Meteorologische Daten Juni 1911

    Tabelle 4: Meteorologische Daten Juli 1911

    Tabelle 5: Meteorologische Daten August 1911

    Tabelle 6: Meteorologische Daten September 1911

    Tabelle 7: Meteorologische Daten Oktober 1911

    Tabelle 8: Meteorologische Daten November 1911

    Tabelle 9: Meteorologische Daten Dezember 1911

    Tabelle 10: meteorologische Daten Januar 1912

    Tabelle 11: Meteorologische Mittelwerte des Messzeitraums April 1911 - Januar 1912

    EINLEITUNG

    WENN der Entdecker siegreich heimkehrt, geht jedermann her, ihm zu huldigen. Wir sind alle stolz auf das von ihm Erreichte - stolz auf unsere Nation und die Menschheit. Wir glauben, es ist auch für uns ein neuer Verdienst, an den wir billig gekommen sind.

    Wie viele, die sich jetzt bei den Jubelnden einreihen, waren dabei, als die Expedition ausgerüstet werden musste, als man knapp selbst bei den Grundbedürfnissen war, als Unterstützung und Hilfe dringendst erwünscht war? Gab es da denn irgendeinen Wettbewerb, der Erste zu sein? In solchen Zeiten fand der Expeditionsleiter sich oftmals alleine gelassen; zu oft hatte er zugeben müssen, dass seine größten Probleme diejenigen waren, die er zu Hause bewältigen musste, bevor er die Segel setzen konnte. So erging es Kolumbus, und so war es seit ihm auch vielen anderen ergangen.

    So war es auch mit Roald Amundsen - nicht nur beim ersten Mal, als er auf der Gjöa mit der doppelten Aufgabenstellung lossegelte, einmal den magnetischen Nordpol zu entdecken, und zum anderen die Nord-West-Passage zu durchfahren; auch dieses Mal, als er 1910 den Fjord auf der Fram auf seiner großen Expedition verließ, um sich mit dem Packeis durch das Nordpolarmeer driften zu lassen. Was für Ängste hat dieser Mann durchleben müssen, die ihm erspart geblieben wären, wenn diejenigen, in deren Macht es gestanden hätte, die Dinge für ihn einfacher zu machen, ihm mit etwas mehr Wertschätzung entgegengekommen wären! Doch dann zeigte Amundsen ihnen, aus welchem Holz er geschnitzt war: jede der beiden großen Unternehmungen mit der Gjöa wurden erreicht. Stets hat er das Ziel, welches er sich gesetzt hatte, auch erreicht; dieser Mann, der seine kleine Jacht über den gesamten arktischen Ozean segelte, um den Norden von Amerika herum, auf einem Kurs, nach dem bereits seit vierhundert Jahren vergebens gesucht worden war. Wenn er doch sein Leben und seine Fähigkeiten einsetzte, wäre es da nicht selbstverständlich, dass wir stolz sein müssten, einen solchen Mann unterstützen zu dürfen?

    Aber war es so?

    Für eine lange Zeit kämpfte er darum, seine Ausrüstung zu komplettieren. Geld fehlte immer noch, und ihm und seiner Sache wurde nur geringes Interesse entgegengebracht, bis auf ein paar, die immer bereit waren, ihm zu helfen, so weit es in ihrer Macht stand. Er jedoch gab alles, was er auf der Welt besessen hatte. Aber wie beim letzten Mal, so musste er auch jetzt, mit Ängsten und Schulden beladen, dennoch in See stechen, und, wie auch schon zuvor, segelte er still in einer Sommernacht davon.

    Der Herbst schritt voran. Eines Tages kam ein Brief von ihm. Um das Geld aufzubringen, das er daheim für seine Nordpolarexpedition nicht aufbringen konnte, würde er als Erstes zum Südpol gehen. Die Leute waren erstarrt - sie wussten nichts zu sagen. Das war eine unerhörte Sache, sich auf den Weg zum Nordpol über den Südpol zu machen! Solch eine gewaltige und absolut neue Erweiterung seiner Pläne, ohne um Erlaubnis zu fragen! Manche fanden es grandios; mehr fanden es zweifelhaft; doch waren da viele, die meinten, es wäre unzulässig, illoyal - nein, sogar einige gab es, die ihn aufhalten wollten. Aber ihn erreichte nichts davon. Er steuerte, ohne noch einmal rückwärts zu sehen, seinen von ihm gesetzten Kurs.

    Dann, nach und nach, wurde es vergessen, und jedermann kümmerte sich um seine eigenen Geschäfte. Die Nebel umgaben uns Tag um Tag, Woche um Woche - die Nebel, welche schmeichelnd zu kleinen Männer sind, und die alles verschlucken, was groß und überragend ist.

    Plötzlich schneidet ein heller Frühlingstag durch die Nebelbank. Da ist eine neue Nachricht. Die Leute halten wieder ein und schauen auf. Hoch über ihnen leuchtet eine Tat, ein Mann. Eine Welle von Freude durchläuft die Seelen der Menschen; ihre Augen so leuchtend wie die Fahnen, welche über ihnen wehen.

    Warum? Wegen der großen geografischen Entdeckungen, der beeindruckenden, wissenschaftlichen Ergebnisse? Oh nein; das kommt später, für die paar damit beauftragten Spezialisten. Doch dies ist einmal etwas, das alle verstehen können. Ein Sieg des menschlichen Geistes und der menschlichen Kraft über den Machtbereich und die Kräfte der Natur; eine Tat, die uns über die graue Monotonie des Alltags erhebt; ein Blick über leuchtende Ebenen, mit hohen Bergen gegen den kalten, blauen Himmel und Landschaften, bedeckt von Eisschichten unvorstellbaren Ausmaßes; eine Vision von lang vergangenen eiszeitlichen Tagen; der Triumph des Lebens über das erstarrte Reich des Todes. Das ist eine Vereinigung gestählten, zielgerichteten menschlichen Willens - durch eisigen Frost, Schneesturm und Tod.

    Der Sieg ist nicht unser aufgrund der großen Erfindungen der heutigen Zeit und der vielen neuen Gerätschaften aller Art. Die hier verwendeten Mittel sind von enormem Alter, dieselben, die dem Nomaden vor Tausenden von Jahren bekannt waren, als er seinen Weg über die schneebedeckten Ebenen Sibiriens und Nordeuropas fand. Doch alles, ob groß oder klein, war sorgfältig durchdacht, und der Plan wurde glänzend durchgeführt. Hier, wie überall, ist es der Mann, der zählt.

    Wie alles Große sieht es so klar und einfach aus. Wir denken, - natürlich -, genau so muss es sein.

    Über die Entdeckungen und Erfahrungen früherer Forscher hinaus - welche natürlich eine notwendige Bedingung zum Gelingen waren - sind beide, der Plan und seine Ausführung, die reife Frucht des norwegischen Lebens und seiner Erfahrungen aus der Antike und in modernen Zeiten. Das tägliche Erleben der Norweger von Schnee und Frost im Winter, die dauernde Benutzung der Ski und Skischlitten durch die Bauern in den Bergen und Wäldern, die jährlichen Ausfahrten der Walund Robbenfänger ins Polarmeer, die Reisen unserer Entdecker in die arktischen Regionen - all das war es, mit den von den primitiven Rassen ausgeborgten Hunden als Zugtiere, was die Grundlage des Plans und seine Verwirklichung formte - als endlich der Mann auftauchte.

    Daher, wenn der Mann da ist, trägt es ihn durch alle Schwierigkeiten, als ob sie gar nicht existieren würden. Jede von ihnen wurde vorhergesehen und im Vorhinein berechnet. Lasst niemanden kommen und von Glück und Zufall daherreden. (Amundsens Glück ist das des starken Mannes, der nach vorne schaut.)

    So wie er und die ganze Expedition ist sein Telegramm nach Hause - so einfach und geradeheraus, als ob es einen Ferienausflug in die Berge behandelt. Es spricht von dem Erreichten, nicht von den Härten. Jedes Wort ein männliches. Das ist das Kennzeichen des rechten Mannes, - Ruhe und Stärke.

    Es ist noch zu früh, das ganze Ausmaß der neuen Entdeckungen zu ermessen, jedoch hat bereits das Überseetelegramm die Schleier so weit verweht, dass die Umrisse schon beginnen Formen anzunehmen. Dieses Feenland aus Eis, so unterschieden von allem anderen Land, erhebt sich allmählich aus dem Nebel.

    In dieser wunderbaren Welt aus Eis hat Amundsen seinen eigenen Weg gefunden. Von Anfang bis Ende haben er und seine Kameraden komplett unerforschte Gegenden auf ihren Skiern durchquert, und es gibt in der Geschichte nicht viele Expeditionen, die so raumgreifend bis jetzt dem menschlichen Auge unbekanntes Land betreten haben. Die Leute betrachteten es als selbstverständlich, dass er sich zum Beardmore Gletscher, den Shackleton entdeckt hatte, aufmachen würde, um auf dieser Route auf das hohe Schneeplateau nahe dem Pol zu gelangen, weil er dort sicherlich vorankommen würde. Wir, die wir Amundsen kannten, dachten, es wäre mehr nach seiner Art, diesen Ort zu vermeiden, weil er von anderen bereits betreten worden war. Glücklicherweise hatten wir recht. Nicht an einem Punkt berührt seine Route die des Engländers - bis auf den Pol selbst.

    Dies ist ein großer Gewinn für die Forschung. Wenn wir in einem Jahr Kapitän Scott heil und gesund mit all seinen Entdeckungen und Beobachtungen von der anderen Strecke zurückhaben, werden Amundsens Ergebnisse in ihrem Wert erheblich steigen, da nun die Bedingungen von zwei Seiten beleuchtet werden können (zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Textes wusste man noch nichts von der Katastrophe, die Scott und seinen Begleitern zustoßen würde. D. Ü.). Die gleichzeitige Annäherung an den Pol von zwei unterschiedlichen Punkten aus war präzise das Beste, was der Wissenschaft passieren konnte. Die untersuchte Region wird um so vieles größer, die Entdeckungen so viel mehr, und die Wichtigkeit der Beobachtungen wird verdoppelt, wenn nicht oftmals vervielfacht. Nehmen Sie zum Beispiel die meteorologischen Bedingungen: eine einzelne Beobachtung von einem einzelnen Punkt aus, hat zweifellos gewiss ihre Bedeutung, aber wenn wir eine gleichzeitige Serie von anderen Punkten in der gleichen Region erhalten, wird die Bedeutung beider um so größer, weil wir damit eine Möglichkeit bekommen, die Bewegungen der Atmosphäre zu verstehen. Und so ist es mit allen anderen Entdeckungen. Scotts Expedition wird auf jeden Fall reichhaltige und wichtige Ergebnisse in vielen Bereichen erbringen, jedoch wird der Wert seiner Ergebnisse erhöht, wenn sie mit denen Amundsens auf Augenhöhe betrachtet werden können.

    Eine wichtige Erweiterung von Amundsens Expedition ist die Schlittenreise von Leutnant Prestrud und seinen beiden Kameraden nach Osten in das unbekannte König Edward VII. Land, das Scott 1902 entdeckte. Es sieht hingegen sehr danach aus, dass dieses Land mit den Landmassen und den gewaltigen Bergketten, die Amundsen nahe des Pols fand, verbunden ist. Wir können neue Probleme erkennen, die hierdurch sichtbar werden.

    Aber es waren nicht nur diese Reisen über Eisflächen und Bergketten, die in so meisterlicher Weise ausgeführt wurden. Unser Dank ist ebenso Kapitän Nilsen und seinen Männern geschuldet. Sie brachten die Fram vorwärts und zurück, zweimal jede Strecke, durch diese eisgefüllten, südlichen Gewässer, die von vielen Experten für so gefährlich angesehen wurden, dass die Fram unmöglich hindurchgelangen könnte, und doch sind beide Reisen durch sie mit einer Pünktlichkeit und Geschwindigkeit wie von einem Schiff auf einer regulären Route durchgeführt worden. Der Erbauer der Fram, der überragende Colin Archer, hat jeden Grund zur Freude über die Art und Weise, wie sein Kind seine letzte Aufgabe gemeistert hat, - dieses Schiff war am weitesten nördlich und südlich auf unserem Globus. Doch Kapitän Nilsen und seine Mannschaft haben weit mehr als das getan; sie haben eine Forschungsarbeit durchgeführt, die mit der vergleichbar ist, welche ihre Kameraden in der unbekannten Welt des Eises durchführten, wenn auch die meisten Leute das als solches nicht anerkennen werden. Während Amundsen und seine Genossen den Winter im Süden verbrachten, untersuchte Kapitän Nilsen den Ozean zwischen Südamerika und Afrika. An nicht weniger als sechzig Stationen nahmen sie Temperaturreihen auf, Wasserproben wurden genommen, ebenso Proben des Planktonvorkommens aus diesem wenig bekannten Gebiet bis zu einer Tiefe von 2000 Faden (3657,6 m) und tiefer. So waren sie die Ersten, die diese beiden Bereiche des Südatlantiks jemals bearbeiteten und fügten so neue Regionen der unbekannten Tiefen des Ozeans zu unserer Kenntnis hinzu. Die Untersuchungsbereiche der Fram sind die ausgedehntesten und komplexesten, von welchen jemals Proben aus einem Bezirk des Ozeans entnommen wurden.

    Wäre es unvernünftig, wenn die, welche so viel ertragen und so viel erreicht haben, jetzt nach Hause kommen wollen, um sich auszuruhen? Doch Amundsen weist weiter vorwärts. So viel dazu; jetzt zur wirklichen Sache. Im nächsten Jahr führt sein Kurs durch die BehringStraße in das Eis und den Schnee des Nordens, um sich über die Nordpolarsee treiben zu lassen, zumindest für fünf Jahre. Es erscheint fast übermenschlich; doch auch dafür ist er der Mann. Fram¹⁴ ist sein Schiff, vorwärts ist sein Motto, und er wird da durchkommen. Er wird seine Hauptexpedition durchführen, diejenige, welche jetzt vor ihm liegt, ebenso sicher und kontinuierlich, wie die, von der er gerade zurück ist.

    Doch während wir warten, lasst uns freudig über das bereits Erreichte sein. Lasst uns den engen Schlittenspuren folgen, welche die kleinen schwarzen Punkte von Männern und Hunden über die endlose weiße Oberfläche da unten im Süden gezogen haben - wie eine Entdeckereisenbahn in das Herz des Unbekannten. Der Wind in seiner immerwährenden Flucht fegt über diese Spuren in der Schneewüste hinweg. Bald schon wird alles ausgelöscht sein.

    Jedoch die Schienen der Wissenschaft sind gelegt; unser Wissen ist reicher als zuvor.

    Und das Licht der Leistung leuchtet immerdar.

    FRIDTJOF NANSEN

    LYSAKER

    3. Mai 1912

    Abbildung 3: Die Anfangsseite des Manuskripts von Roald Amundsen

    ¹⁴ Fram heißt vorwärts, heraus, durch - TR.

    DER SÜDPOL, BAND I

    KAPITEL I.

    DIE GESCHICHTE DES SÜDPOLS

    "Das Leben ist ein Ball

    in der Hand des Zufalls"

    BRISBANE,

    QUEENSLAND

    13. April 1912

    HIER bin ich, im Schatten von Palmen sitzend, von der wunderschönsten Vegetation umgeben, erfreue mich an den großartigsten Früchten und schreibe - die Geschichte des Südpols. Welch eine unüberwindliche Entfernung scheint diese Region von dieser Umgebung zu trennen! Und doch ist es erst vier Monate her, dass meine edlen Kameraden und ich diesen begehrten Punkt erreichten.

    Ich schreibe die Geschichte des Südpols! Hätte jemand diesen Satz vor vier oder fünf Jahren zu mir gesagt, ich würde ihn für unheilbar verrückt gehalten haben. Und doch hätte der Irre recht behalten. Ein Umstand folgte dem ersten auf dem Fuße, und alles hat sich so komplett anders entwickelt, als ich es mir vorher hätte vorstellen können.

    Am 14. Dezember 1911 standen fünf Männer auf dem südlichen Ende unserer Erdachse, stellten die norwegische Fahne auf, und benannten das Land nach dem Manne, dem sie alle ihr Leben freudig hingegeben hätten - König Haakon VII. Dadurch war für alle Zeiten der Schleier beiseite gerissen worden, und eines der größten Geheimnisse unserer Erde hatte aufgehört zu existieren.

    Da ich einer dieser fünf war, die an diesem Dezembernachmittag an der Entschleierung teilnahmen, fiel mir das Los zu, darüber zu berichten - die Geschichte des Südpols.

    Die Erforschung der Antarktis wird bereits seit sehr langer Zeit betrieben. Schon bevor die Vorstellung einer Form der Erde für den Menschen eine eindeutige Gestalt angenommen hatte, wurden Reisen in den Süden unternommen. Es ist schon wahr, dass nicht viele dieser Entdecker aus den alten Zeiten das, was wir heute als die antarktischen Regionen verstehen, erreichten, doch waren trotzdem die Absicht und die Möglichkeit vorhanden und rechtfertigten damit die Bezeichnung antarktische Erforschung. Die motivierende Kraft bei diesen Unternehmungen war - wie schon so oft - die Hoffnung auf Gewinn. Machtgierige Herrscher sahen vor ihrem geistigen Auge eine Vermehrung ihres Besitzes. Nach Gold dürstende Männer träumten von unerwartetem Reichtum durch das verlockende Metall. Enthusiastische Missionare jubelten bei dem Gedanken an eine Vielzahl verlorener Schafe. Die wissenschaftlich geübte Welt hielt sich bescheiden im Hintergrund. Doch hatten alle ihren Anteil daran: Politik, Handel, Religion und Wissenschaft.

    Die Geschichte der antarktischen Entdeckung kann zu ihrem Beginn in zwei Kategorien unterteilt werden. In die Erste würde ich die vielen Reisenden einrechnen, die ohne irgendeine bestimmte Idee von der Form oder den Bedingungen der südlichen Hemisphäre zu haben, einfach Segel setzten, um dort an Land zu gehen, wo immer es möglich war. Dieser bedarf es nur einer beiläufigen Erwähnung, bevor wir uns der zweiten Gruppe zuwenden, die der antarktischen Reisenden im wahrsten Sinne des Wortes, welche, mit Kenntnissen über die Gestalt der Erde, auf den Ozean ausfuhren und darauf abzielten, das arktische Ungeheuer zu schlagen - ins Herz, wenn ihnen das Glück hold war.

    Wir müssen dieser ersten Seeleute stets mit Dankbarkeit und Hochachtung gedenken, die ihre Schiffe durch die Stürme und den Nebel steuerten und unsere Kenntnisse über dieses eisige Land des Südens vermehrten. Menschen der heutigen Zeit, die mit Informationen über die am weitesten entfernten Regionen so gut ausgerüstet sind, und über alle unsere neuartigen Kommunikationsmittel verfügen, empfinden es als schwierig, nachzuvollziehen, was für eine waghalsige Kühnheit durch die Reisen dieser Männer dargestellt wird.

    Sie setzten ihren Kurs in das dunkle Unbekannte, ständig dem Verschlungenwerden und der Zerstörung durch nebulöse, geheimnisvolle Gefahren ausgesetzt, die irgendwo in der trüben Weite auf sie lauerten.

    Die Anfänge waren bescheiden, aber nach und nach wurde eine Menge erreicht. Ein Landstrich nach dem anderen wurde entdeckt und dem menschlichen Walten unterworfen. Die Kenntnisse über die Erscheinung unseres Globus' wurden immer größer und nahmen eine bestimmte Gestalt an. Wir schulden diesen ersten Entdeckern unsere tiefe Dankbarkeit.

    Und selbst heutzutage hören wir immer noch Mitmenschen erstaunt fragen: Worin ist der Sinn solcher Entdeckungsreisen? Was Gutes bringen sie uns? Kleine Geister, sage ich stets zu mir selbst, haben nur Raum für Gedanken an Brot und Butter.

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    Der erste Name im Verzeichnis der Entdecker ist der von Prinz Heinrich von Portugal, mit dem Beinamen der Seefahrer, dem man sich immer als Förderer der geografischen Forschung erinnern wird. Dank seines Einsatzes wurde die erste Überquerung des Äquators um 1470 gemacht.

    Durch Bartolomeu Diaz wurde ein weiterer großer Schritt nach vorne gemacht. 1487 von Lissabon aussegelnd, erreichte er Algoa Bay und hat zweifelsohne auf seiner Reise nach Süden den vierzigsten Breitengrad passiert.

    Vasco da Gamas Reise von 1497 ist zu gut bekannt, um noch weiter beschrieben werden zu müssen. Nach ihm kamen Männer wie Cabral und Vespucci, die unser Wissen vermehrten, und de Gonneville, der zu dem Ritterroman der Entdeckungen hinzugezählt werden muss.

    Nun treffen wir auf den größten der alten Entdecker, Fernão de Magalhães (Ferdinand Magellan), Portugiese von Geburt, aber im Dienste der Spanier segelnd. Als er 1519 aufbrach, entdeckte er die Verbindung zwischen Atlantik und Pazifischem Ozean in der Straße, welche heute seinen Namen trägt. Niemand vor ihm war so weit nach Süden vorgedrungen - bis zu 52° S. Die Victoria, eines seiner Schiffe, vollbrachte die erste Weltumsegelung und brachte damit auch der Allgemeinheit den Beweis, dass die Erde wahrhaftig rund sei. Von da ausgehend nahm der Gedanke an die antarktischen Gebiete eine bestimmte Gestalt an. Es musste dort im Süden etwas geben: Ob Land oder Wasser, das würde die Zukunft weisen.

    1578 kommen wir zu dem berühmten englischen Seefahrer Sir Francis Drake. Trotz seiner Einstufung als Freibeuter schulden wir ihm Dank für die geografischen Entdeckungen, die er gemacht hat. Er umrundete Kap Hoorn und bewies, dass Tierra del Fuego eine große Inselgruppe war, und keinesfalls zu einem antarktischen Kontinent gehörte, wie viele dachten.

    Von dem Holländer Dirk Gerritsz, der 1599 an einer Plünderungsexpedition nach Indien, mit dem Weg über die Magellanstraße teilnahm, wird gesagt, dass er, als er nach Passieren der Straße vom Kurs abgekommen war, sich auf 64° S unter steilem Land, das von Schnee bedeckt war, wiedergefunden habe. Es wird angenommen, dass dies die südlichen Shetland Inseln waren, aber der Reisebericht lässt Zweifel offen.

    Im siebzehnten Jahrhundert haben wir die Entdeckungen von Tasman und gegen Ende desselben Intervalls berichteten englische Abenteurer, dass sie hohe Breiten im Südatlantik erreicht hätten.

    Halley, der englische Hofastronom, unternahm 1699 eine wissenschaftliche Reise in den Süden mit dem Zweck, magnetische Beobachtungen zu machen und traf in 52° S auf Eis, von wo aus er nach Norden zurückkehrte.

    Der Franzose Bouvet (1738) war der Erste, der dem südlichen Packeis für eine beträchtliche Entfernung folgte, und Berichte über die riesigen, flachen antarktischen Eisberge lieferte.

    1756 kam das spanische Handelsschiff Leon heim und berichtete von hohen schneebedeckten Landstrichen auf 55° S östlich von Kap Hoorn. Wahrscheinlich handelte es sich um die Gegend, die wir heute als Süd Georgien kennen. Der Franzose Marion-Dufresne entdeckte 1772 die Marionund Crozet-Inseln. Im selben Jahr wurden die Kerguelen von Joseph de Kerguélen-Trémarec erreicht - ein weiterer Franzose.

    Das schließt die Serie von Expeditionen ab, von denen ich annahm, es sei richtig, sie in die erste Gruppe einzuordnen. Antarktika, der sechste Kontinent selbst, lag noch immer ungesehen und unbetreten. Aber der menschliche Mut und seine Intelligenz waren nun angeregt, den Schleier zu lüften und die vielen Geheimnisse aufzudecken, die hinter dem südlichen Polarkreis verborgen waren.

    Kapitän James Cook - einer der fähigsten und kühnsten Seeleute, den die Welt je gesehen hat - eröffnet die Reihe der antarktischen Expeditionen, die den Namen wirklich verdienen. Die britische Admiralität sandte ihn mit dem Befehl aus, entweder den großen südlichen Kontinent zu entdecken, oder aber zu beweisen, dass er überhaupt nicht existiert. Die aus zwei Schiffen, Resolution und Adventure, bestehende Expedition verließ den Hafen von Plymouth am 13. Juli 1772. Nach einem kurzen Halt auf Madeira erreichten sie Kapstadt am 30. Oktober. Hier erreichten Cook die Berichte von der Entdeckung von Kerguelen und der Marionund Crozet-Inseln. Der Kurs seiner Reise nach Süden führte Cook 300 Meilen (428,8 km) weiter südlich als den Ort, wo Bouvet Land gemeldet hatte, wodurch er die Tatsache bewies, dass das fragliche Land - falls es existierte - nicht mit dem großen südlichen Kontinent zusammenhing.

    Am 17. Januar 1773 wurde der südliche Polarkreis zum ersten Mal überschritten - ein bemerkenswerter Tag in den Annalen der antarktischen Erforschung. Kurz darauf trafen sie auf solides Packeis, und Cook war gezwungen, nach Norden zurückzuweichen. Ein Kurs wurde für die neu entdeckten Inseln Kerguelen, Marion und die Crozets gelegt - und es wurde bewiesen, dass sie nichts mit dem großen südlichen Land zu tun hatten. Im Laufe seiner weiteren Reisen in antarktischen Gewässern schloss Cook die südlichste Weltumseglung ab, und zeigte dass keinerlei Verbindung der Länder oder Inseln, die bereits entdeckt waren, mit dem großen, mysteriösen Antarctica bestand. Seine höchste südliche Breite (am 30. Januar 1774) betrug 71°10’.

    Cooks Reisen zeigten enorme kommerzielle Resultate, da seine Berichte über riesige Mengen von Robben um Süd Georgien viele Robbenjäger; beide, sowohl Engländer als auch Amerikaner, in dies Gewässer lockte, und diese Robbenjäger wiederum erweiterten das Feld der geografischen Entdeckungen.

    1819 wird die Entdeckung der südlichen Shetland Inseln durch den Engländer Kapitän William Smith berichtet. Und diese Entdeckung führte zur weiteren Entdeckung des südlich davon gelegenen Palmer Archipels.

    Die nächste wissenschaftliche Expedition in die Antarktis war diejenige, die vom russischen Herrscher Alexander I. unter dem Kommando von Kapitän Thaddeus von Bellinghausen ausgesandt wurde. Sie war aus zwei Schiffen zusammengestellt und segelte von Kronstadt am 15. Juli 1819 los. Dieser Expedition gebührt die Ehre, das erste Land südlich des südlichen Polarkreises entdeckt zu haben - die Peter I. Insel und das Alexander I. Land.

    Der nächste Stern am antarktischen Firmament ist der britische Seemann James Weddell. Er machte 1819 und 1822 zwei Reisen mit der Jane aus Leith, einem Seehundsfänger von 160 Tonnen, und wurde auf der zweiten Reise von dem Kutter Beaufoy begleitet. Im Februar 1823 hatte Weddell die befriedigende Erfahrung genossen, den Rekord von Cook durch das Erreichen von 74°15’ S überboten zu haben, in der See, die heute seinen Namen trägt, welche in dem betreffenden Jahr eisfrei war.

    Die englische Schiffeignersfirma der Gebrüder Enderby spielt eine nicht unbeträchtliche Rolle bei der Entdeckung der Antarktis. Die Enderbys führten seit 1785 einen Seehundjagdbetrieb in den südlichen Gewässern. Sie waren höchst interessiert an den Ergebnissen dieser Reisen, nicht nur den kommerziellen, sondern auch den wissenschaftlichen, und suchten daher, diesen Kriterien gehorchend, ihre Kapitäne aus. Im Jahre 1830 sandte diese Firma dann John Biscoe mit der Brigg Tula und dem Kutter Lively auf eine Robbenfangfahrt in den Atlantik aus. Das Ergebnis dieser Reise war die Sichtung von Enderby Land auf 66°25’ S und 49°18’ östlicher Länge. Im folgenden Jahr wurden die Adelaide-, Biscoeund die Pitt-Inseln an der Westküste von Graham Land kartografiert, und Graham Land selbst wurde das erste Mal gesichtet.

    Kemp, ein weiterer der Kapitäne der Enderbys, meldete Land auf 66° S und 60° östlicher Länge.

    1839 entdeckte John Balleny auf dem Schoner Eliza Scott, ein weiterer Schiffsführer des gleichen Unternehmens, die Balleny Inseln.

    Nun kommen wir zu dem gefeierten französischen Segler Admiral Jules Sébastien Dumont d’Urville. Er verließ Toulon im September 1837 mit einer wissenschaftlich ausgerüsteten Expedition auf den Schiffen Astrolabe und Zélée. Die Absicht war, dem Kurs von Weddell zu folgen und sich zu bemühen, die französische Fahne näher an den Pol zu tragen. Früh im Jahre 1838 wurden Louis Philippe Land und die Joinville Insel entdeckt und benamt. Zwei Jahre darauf finden wir d’Urvilles Schiffe wieder in antarktischen Gewässern, mit der Aufgabe betreut, die magnetischen Bedingungen in der Nähe des südlichen Magnetpols zu untersuchen. Land wurde auf 66°33’ S und 138°21’ östlicher Länge entdeckt. Mit Ausnahme einiger kahler Inselchen war dieses gesamte Land komplett von Schnee bedeckt. Es wurde Adelie Land genannt und ein Teil der westlich davon liegenden Eisbarriere wurde, in der Annahme, dass es eine Küstenlinie sei, die Festland umgibt, Côte Clarie genannt.

    Der amerikanische Marineoffizier Leutnant Charles Wilkes segelte im August 1838 mit einer Flotte von sechs Schiffen los. Er war vom Kongress beauftragt und beförderte sechs wissenschaftliche Beobachter. Im Februar 1839 war diese gesamte imposante antarktische Flotte in Orange Harbour, im Süden von Tierra del Fuego (Feuerland, d. Ü.), versammelt, wo die Arbeiten auf die verschiedenen Schiffe aufgeteilt wurden. Man kann über die Ergebnisse dieser Expedition geteilter Meinung sein. Sicher ist aber, dass Wilkes Land später von verschiedenen Expeditionen mehrfach übersegelt wurde. Was auch immer der Grund für diese ungenaue Kartographierung gewesen sein könnte, ist heute im Nachhinein schlecht zu beurteilen. Trotzdem muss gesagt werden, dass auch vom Bericht der gesamten Unternehmung her gesehen, diese ernsthaft betrieben wurde.

    Dann erscheint der helle Stern - der Mann, an dessen Namen man sich immer als einen der kühnsten Polarforscher und fähigsten Seefahrer, den die Welt je erschaffen hat, erinnern wird - Admiral Sir James Clark Ross.

    Die Ergebnisse dieser Expedition sind wohlbekannt. Ross selbst kommandierte die Erebus und Commander Francis Crozier die Terror. Das erstgenannte Schiff von 370 Tonnen war ursprünglich dazu gebaut worden, Bomben zu werfen; daher war ihre Konstruktion äußerst stabil. Die Terror mit 340 Tonnen war schon vorher für das Fahren in arktischen Gewässern vorgesehen und besaß schon aus diesem Grunde eine verstärkte Verarbeitung. Während der Ausrüstung der Schiffe wurden alle Maßnahmen gegen Skorbut getroffen, eine der Gefahren, mit denen Ross bereits schon durch seine im arktischen Fahrwasser gewonnenen Erfahrungen vertraut war.

    Die Schiffe liefen von England im September 1839 aus, steuerten viele der atlantischen Inseln an, und erreichten Christmas Harbour auf Kerguelen im folgenden Mai. Hier blieben sie zwei Monate, unternahmen magnetische Messungen, und setzten dann ihre Fahrt nach Hobart fort.

    Zu dieser Zeit war Sir John Franklin, berühmter Polarforscher, der Gouverneur von Tasmanien, und Ross hätte sich keinen besseren Mann dort wünschen können. Schon aus natürlichem Interesse an der Expedition versorgte Franklin sie mit aller Unterstützung, die ihm möglich war. Während seines Aufenthalts in Tasmanien erhielt Ross Informationen darüber, was Wilkes und d’Urville in der Region, die er von der Admiralität zu entdecken ausgesandt war, erreicht hatten. Der Effekt dieser Nachrichten war, dass Ross seine Pläne änderte, und dazu umschwenkte, sich entlang des 170. Längengrades Ost zu bewegen, und, wenn möglich, so den Magnetpol von Osten her zu erreichen.

    Dies war ein weiterer zufälliger Umstand in der langen Kette der Ereignisse. Hätte Ross nicht diese Nachrichten erhalten, wäre es sehr gut denkbar, dass die epochemachenden geografischen Entdeckungen, die auf immer mit seinem Namen verbunden sein werden, sich um viele Jahre verzögert hätten.

    Am 12. November 1840 ging Sir John Franklin¹⁵ an Bord der Erebus, um seinen Freund Ross aus dem Hafen zu begleiten. Eigenartig sind die Wege des Lebens! Da stand Franklin an Deck des Schiffes, welches ein paar Jahre später sein Totenbett sein sollte. Als er von Hobart durch die Storm Bay lossegelte - die Bucht, die heute von den blühenden Gärten Tasmaniens umgeben ist - ahnte er nicht voraus, dass er auf einem hohen nördlichen Breitengrad, an Bord desselben Schiffes, in Sturm und Frost seinem Tod entgegentreten müsste. Doch so war es.

    Nach Anlaufen der Auckland Inseln und der Campbell Insel steuerte Ross wieder nach Süden und der südliche Polarkreis wurde am Neujahrstag 1841 überquert. Die Schiffe sahen sich nun dem Packeis gegenüber, aber für Ross war dies nicht der gefährliche Feind, den andere Entdecker wegen ihrer schwächer konstruierten Schiffe darin gesehen hatten. Ross tauchte kühn mit seinen verstärkten Fahrzeugen in das Packeis ein, um nach vier Tagen und vielen schweren Schlägen, den Vorteil der engen Durchlässe ausnutzend, südlich davon wieder die offene See zu gewinnen.

    Ross hatte den Bereich der See erreicht, der heute seinen Namen trägt, und die kühnste Reise, die in der antarktischen Erforschung bekannt ist, war erfolgreich beendet.

    Wenige Leute wissen heutzutage diese heroische Tat zu schätzen, diesen brillanten Beweis menschlichen Mutes und Energie. Mit zwei schwerfälligen Fahrzeugen - nach heutigen Maßstäben wirkliche Badewannen - segelten diese Männer in das Herz des Packeises, von welchem alle bisherigen Forscher angenommen hatten, dass es der sichere Tod sei. Es ist nicht nur kaum zu fassen; es ist einfach unmöglich für uns - die wir mit nur einer Handbewegung die Schraube festziehen können, um aus der ersten Schwierigkeit, die uns begegnet, entkommen zu können. Diese Männer waren Helden - Helden im höchsten Sinne dieses Wortes.

    Es war auf 69°15’ südlicher Breite und 176°15’ östlicher Länge, dass Ross offene See fand. Am folgenden Tag war der Horizont komplett frei von Eis. Welche Freude muss der Mann gefühlt haben, als er erkannte, dass er freien Weg nach Süden hatte.

    Der Kurs zum Magnetpol war abgesteckt, und in allen Herzen brannte die Hoffnung, ihn recht bald zu erreichen. Dann - gerade als sie sich an den Gedanken gewöhnt hatten, offene See vor sich zu haben, vielleicht bis zum Magnetpol selbst - meldete der Mastausguck: Hohes Land gerade voraus in Sicht. Das war die bergige Küste von Süd Victoria Land.

    Als welch ein Märchenland muss es den ersten Reisenden, die sich ihm näherten, erschienen sein! Mächtige Bergketten mit Gipfeln von 7000 bis 10000 Fuß Höhe (2133,6 m bis 3048 m), einige mit Schnee bedeckt, andere sehr kahl - hoch und schroff, steil und wild.

    Es wurde erkennbar, dass der Magnetpol etwa 500 Meilen (804,67 km) entfernt war - weit im Inland, hinter den schneebedeckten Graten. Am Morgen des 12. Januar kamen sie dicht an eine kleine Insel, Ross ruderte zusammen mit ein paar Kameraden am Land und nahm Besitz von der Gegend. Sie konnten aufgrund eines mächtigen Eisgürtels, der die Küste bedeckte, das Festland nicht erreichen.

    Die Expedition setzte ihre Arbeit fort, südwärts zu gelangen, um neue Entdeckungen zu machen. Am 28. Januar wurden die beiden hohen Gipfel des Mount Erebus und Mount Terror das erste Mal gesichtet. Der Erstere wurde als aktiver Vulkan identifiziert, aus welchem Rauch und Flammen in den Himmel schossen. Es muss ein wunderbarer Anblick gewesen sein, dieses lodernde Feuer inmitten der weißen, gefrorenen Landschaft. Kapitän Scott hat später die Insel, auf welcher die beiden Berge lagen, Ross-Insel, nach dem kühnen Seefahrer, getauft.

    Natürlich gab es an Bord große Erwartungen. Wenn sie jetzt schon so weit nach Süden vorgedrungen waren, dann gab es für ihr weiteres Fortkommen keine Einschränkung mehr. Jedoch wurden ihre Hoffnungen, wie es so oft geschieht, enttäuscht. Von der Ross Insel erstreckte sich, so weit das Auge reichte, eine hohe, unüberwindliche Mauer aus Eis nach Osten. Sie zu durchsegeln war so unmöglich, wie gegen die Klippen von Dover anzusegeln, sagte Ross in seiner Schilderung. Alles, was sie tun konnten, war der Versuch, um sie herumzukommen. Und damit begann die erste Untersuchung der großen antarktischen Barriere, die seitdem Ross-Barriere genannt wird.

    Der Wand wurde für 250 Meilen (402,34 km) nach Osten gefolgt. Ihre Oberfläche erschien als perfekt eben. Der weiteste nach Osten gelegene Punkt, der erreicht wurde, lag bei 167° westlicher Länge und die höchste südliche Breite betrug 78°4’. Nachdem bis dahin keine Öffnung gefunden worden war, kehrten die Schiffe dann zurück nach Westen, um noch einmal zu versuchen, ob es keine andere Möglichkeit gab, den Magnetpol zu erreichen. Jedoch musste dieser Versuch bald, aufgrund der späten Jahreszeit, aufgegeben werden, und im April 1841 kehrte Ross nach Hobart zurück.

    Zwar war seine zweite Reise voller Gefahren und aufregender Ereignisse, trug aber wenig zur Geschichte seiner Entdeckungen bei.

    Zum 22. Februar 1842 kamen die Schiffe in Sichtweite der Barriere, und in ihrer Verfolgung nach Osten fand er heraus, dass sie in Richtung Nordosten abbog. Hier meldete Ross ein Erscheinen von Land in derselben Region, in der Scott sechs Jahre später König Edward VII. Land entdeckte.

    Am 17. Dezember 1842 fuhr Ross zu seiner dritten und letzten Antarktisreise aus. Sein Ziel war diesmal, wenn möglich, entlang der Küste von Louis-Philippe-Land einen hohen Breitengrad zu erreichen, oder aber dadurch, dass er ersatzweise dem Kurs von Weddell folgen würde. Beide Anläufe wurden von den herrschenden Eisbedingungen durchkreuzt.

    Bei Sichtung von Joinville Land meinten die Offiziere der Terror, sie könnten Rauch von aktiven Vulkanen sehen, dies wurde jedoch von Ross und seinen Männern nicht bestätigt. Tatsächlich wurden aktive Vulkane erst fünfzig Jahre später durch den Norweger Kapitän C. A. Larsen auf der Jason entdeckt. Einige kleinere geografische Entdeckungen wurden gemacht, jedoch war keine von ihnen von größerer Bedeutung.

    Das schloss die Bemühungen von Ross ab, den Südpol zu erreichen. Eine großartige Arbeit war geleistet worden, und die Ehre, den Weg, auf dem am Ende der Pol erreicht wurde, eröffnet zu haben, muss Ross zugeschrieben werden.

    Die von Lieutenant Moore kommandierte Pagoda war das nächste Fahrzeug, welches sich nach Süden aufmachte. Ihr Hauptanliegen war es, magnetische Beobachtungen in hohen Breitengraden südlich des Indischen Ozeans zu machen.

    Das erste Eis wurde am 25. Januar 1845 auf 53°30’ S angetroffen. Am 5. Februar wurde auf 30°45’ östlicher Länge der südliche Polarkreis gekreuzt. Der südlichste Breitengrad, der auf dieser Reise erreicht wurde, lag bei 67°50’ südlicher Breite auf 39°41’ östlicher Länge.

    Das war die letzte Antarktisexpedition mit einem Schiff, welches alleine über die Segel vom Wind angetrieben wurde.

    Das nächste große Ereignis in der Geschichte der südlichen Meere ist die Challenger Expedition¹⁶. Es war dies eine rein wissenschaftliche Expedition, reich ausgerüstet und gut geführt. Die Ergebnisse dieser Expedition sind aber inzwischen der zivilisierten Welt so gut be-kannt, dass ich es nicht für nötig erachte, länger bei ihnen zu verweilen.

    Weniger bekannt, aber nicht wenig effektiv in ihrer Arbeit waren die Walfänger um die Süd-Shetlandinseln und den südlich davon gelegenen Regionen. Inzwischen waren die Tage der Segelschiffe vorbei, und Fahrzeuge mit zusätzlichen Dampfantrieben erschienen auf der Bühne.

    Bevor ich zu ihnen übergehe, muss ich noch kurz auf einen Mann eingehen, der sein ganzes Leben hindurch die Notwendigkeit und Nützlichkeit von Antarktisexpeditionen betont hat - Professor Georg von Neumayer¹⁷.

    Niemals hatte die Antarktisforschung einen wärmeren, nobleren und hochgeistigeren Meister als ihn. Solange es Antarctica gibt, wird der Name Neumayer mit ihr verbunden sein.

    Der dampfgetriebene Walfänger Grönland verließ Hamburg am 22. Juli 1872 unter dem Kommando von Kapitän Eduard Dallmann mit dem Ziel Süd-Shetlandinseln. Auf dieser Reise wurden viele interessant geografische Entdeckungen gemacht.

    Unter anderen Walfängern sollte der Balæna, der Diana, der Active und der Polar Star aus Dundee gedacht werden.

    1892 lief diese ganze Flotte nach Süden aus, um Wale in der Umgebung der Süd-Shetlands zu jagen. Jeder von ihnen brachte neue Teilinformationen mit nach Hause. An Bord der Balæna war Dr. William S. Bruce. Dies ist das erste Mal, dass wir ihm auf dem Weg nach Süden begegnen, aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

    Gleichzeitig mit der schottischen Walfangflotte erscheint der norwegische Walfängerkapitän C. A. Larsen in der Region südlich der Süd-Shetlands. Es ist nicht zu viel behauptet, wenn von Kapitän Larsen gesagt wird, dass er fraglos die besten und reichlichsten wissenschaftlichen Resultate heimgebracht hat. Ihm verdanken wir die Entdeckung langer Strecken der Ostküste von Graham Land, König Oscar II. Land, Foyn’s Land usw. Er brachte uns Nachricht von zwei aktiven Vulkanen und vielen Inselgruppen. Doch wahrscheinlich gehört das größte Interessen den Fossilien, die er von Seymour Island mit nach Hause brachte - die Ersten, welche aus den antarktischen Regionen zu uns gelangten.

    Im November 1894 gelang es Kapitän Evensen auf der Hertha näher an Alexander I. Land heranzukommen, als sowohl Bellinghausen als auch Biscoe. Aber die Suche nach Walen beanspruchte seine volle Aufmerksamkeit, und er hielt es vor allem anderen für seine Pflicht, sich vordringlich dieser Tätigkeit zuzuwenden.

    Eine große Möglichkeit war verloren: es kann kein Zweifel herrschen, dass, wenn Kapitän Evensen hätte frei entscheiden können, er hier eine Chance gehabt hätte, noch eine bessere Arbeit abzuliefern, als er es ohnehin schon tat - kühn, fähig und unternehmend, wie er sich darstellte.

    Die nächste Walfangexpedition, die ihre Spuren in den antarktischen Gegenden hinterließ, ist die der Antarctic unter Kapitän Leonard Kristensen. Kristensen war ein außergewöhnlich fähiger Mann und erreichte den bemerkenswerten Rekord, der Erste gewesen zu sein, der seinen Fuß auf den sechsten Kontinent, das große südliche Land - Antarctica - setzen durfte. Das geschah am Kap Adare, Süd Victoria Land, im Januar 1895.

    Nunmehr aber wird durch die belgische Expedition mit der Belgica unter der Leitung von Commander Adrien de Gerlache eine epochemachende Phase der Antarktisforschung eingeleitet. Kaum jemand hatte einen härteren Kampf darum, sein Unternehmen auf die Füße zu stellen, als Gerlache. Trotz allem war er erfolgreich, und am 16. August 1897 verließ die Belgica den Hafen von Antwerpen.

    Der wissenschaftliche Stab war mit großer Sorgfalt ausgewählt worden, und Gerlache war in der Lage, sich der Dienste von überragend fähigen Leuten zu versichern. Sein stellvertretender Kommandant, Leutnant G. Lecointe, ein Belgier, besaß jede notwendige Qualifikation für seine schwierige Position. Es muss daran erinnert werden, dass die Gesellschaft auf der Belgica so kosmopolitisch zusammengesetzt war, wie es eben nur ging - Belgier, Franzosen, Amerikaner, Norweger, Schweden, Rumänen, Polen, usw. - und es war die Aufgabe des stellvertretenden Kommandeurs, all diese Männer zusammenzuhalten, um dann die bestmöglichen Ergebnisse aus ihnen herauszuholen. Und Lecointe machte seine Sache bewundernswert gut; liebenswürdig und fest, so sicherte er sich den Respekt aller Beteiligten.

    Als Seefahrer und Astronom war er unübertrefflich und als er anschließend die magnetischen Beobachtungen übernahm, erbrachte er auch auf diesem Felde große Dienste. Für immer wird Lecointe als einem der Hauptunterstützer dieser Expedition gedacht werden.

    Lieutenant Emile Danco, ein weiterer Belgier war der Physiker der Expedition. Unglücklicherweise starb dieser begabte junge Mann zu einem frühen Zeitpunkt der Reise - ein trauriger Verlust für die Expedition. Die magnetischen Untersuchungen wurden dann von Lecointe übernommen.

    Der Biologe war der Rumäne Emile Racovitza. Die immense Menge Material, die Racovitza mit heimbrachte, sagt mehr über seine Fähigkeiten aus, als ich es kann. Neben einem begierigen Interesse an seiner Arbeit besaß er Qualitäten, die ihn höchst angenehm und interessant für seine Kollegen machten.

    Henryk Arçtowski und Antoine Dobrowolski waren die beiden Polen. Ihr Teil der Arbeit war der Himmel und die See; sie führten ozeanographische und meteorologische Beobachtungen durch.

    Arçtowski war zusätzlich noch der Geologe der Expedition - ein Allroundman. Es war eine anstrengende Aufgabe, die er hatte, ständig auf Wind und Wetter zu achten. Gewissenhaft wie er war, ließ er keine Gelegenheit aus, um seinen Teil zu den wissenschaftlichen Ergebnissen der Expedition beizutragen.

    Frederick A. Cook war der Schiffsarzt der Expedition - geschätzt und respektiert von allen. Als Mann der Medizin hatte seine ruhige und überzeugende Gegenwart einen ausgezeichneten Einfluss. Wie sich herausstellte, fiel die größte Verantwortung Cook zu, jedoch meisterte er die Situation auf wunderbare Weise. Durch seine praktischen Qualitäten war er zuletzt unersetzbar. Es kann nicht geleugnet werden, dass die belgische Antarktisexpedition Cook gegenüber eine große Dankesschuld hatte.

    Der Gegenstand der Expedition war es, zum südlichen Magnetpol vorzudringen, jedoch musste das bereits zu einem frühen Zeitpunkt aus Zeitmangel aufgegeben werden.

    Ein etwas längerer Aufenthalt in den interessanten Kanälen von Tierra del Fuego verzögerte ihre Abfahrt bis zum 13. Januar 1898. An diesem Datum verließ die Belgica Staten Island¹⁸ und hielt auf den Süden zu.

    Eine interessante Serie von Lotungen wurde zwischen Kap Hoorn und den Süd-Shetlands durchgeführt. Da diese Gewässer vorher noch nie untersucht worden waren, stellten sich selbstverständlich diese Lotungen als von höchster Wichtigkeit dar.

    Die hauptsächliche Arbeit der Expedition, vom geologischen Blickwinkel aus, wurde an der Nordküste von Graham Land ausgeführt.

    Ein großer, nach Südwesten verlaufender Kanal wurde entdeckt, der einen Teil von Palmer Land vom Festland abtrennte - Danco’s Land. Die Straße wurde später durch die belgischen Behörden Gerlache Strait genannt. Drei Wochen wurden damit verbracht, sie zu kartografieren und zugehörige wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Eine ausgezeichnete Materialsammlung wurde erstellt.

    Diese Arbeit wurde am 12. Februar beendet und die Belgica verließ die Gerlache Strait südwärts, entlang der Küste von Graham Land, an einem Datum, bei dem alle anderen Expeditionen sich beeilt hätten, ihre Gesichter der Heimat zuzuwenden.

    Am 15. wurde der Südpolarkreis auf einem südwestlichen Kurs überschritten. Am nächsten Tag sichteten sie Alexander I. Land konnten sich ihm aber aufgrund des undurchdringlichen Packeises nur bis auf zwanzig Meilen (32,19 km) nähern.

    Am 28. Februar hatten sie 78°20’ S auf 85° westlicher Länge erreicht. Dann kam eine nördliche Brise auf, und öffnete große, nach Süden führende Kanäle im Eis. Sie drehten nach Süden und tauchten aufs Geratewohl in die antarktischen Schollen ein.

    Am 3. März erreichten sie 70°30’ S und jeder weitere Fortschritt war unmöglich. Ein Versuch, wieder hinauszukommen, vergeblich - sie saßen in der Falle. Nun mussten sie das Beste daraus machen.

    Viele waren geneigt, Gerlache dafür verantwortlich zu machen, ins Eis gefahren zu sein; schlecht vorbereitet wie er war, zu einer Zeit des Jahres, wo er besser beraten gewesen wäre, seinen Weg hinaus zu finden, und sie könnten recht haben. Aber lassen sie uns die Frage auch von der anderen Seite her betrachten.

    Nach Jahren der Anstrengung hatte er zuletzt Erfolg damit gehabt, seine Expedition auf den Weg gebracht zu haben. Gerlache wusste mit Sicherheit, dass, wenn er nicht mit Ergebnissen zurückkehrte, die der Öffentlichkeit gefallen würden, er auch überhaupt nicht zurückzukommen bräuchte. Dann öffnete sich das dicht gepackte Eis, und so weit das Auge reichte, taten sich lange Kanäle auf, die alle nach Süden führten. Wer konnte sagen, wohin sie führten? Vielleicht führten sie zum Pol selbst. Es gab wenig zu verlieren und viel zu gewinnen; er entschied sich, es zu riskieren.

    Es war selbstverständlich nicht richtig, doch können wir es leicht nachvollziehen.

    Die Belgica hatte nun dreizehn lange Monate vor sich. Augenblicklich wurden Vorbereitungen für den Winter getroffen. Es wurden so viele Robben und Pinguine wie möglich geschossen und als Nahrung eingelagert.

    Der wissenschaftliche Stab war unermüdlich tätig, und brillante ozeanographische, meteorologische und magnetische Arbeiten wurden vollbracht.

    Am 17. Mai verschwand die Sonne, um für siebzig Tage nicht mehr zu erscheinen. Die erste antarktische Nacht hatte begonnen. Was würde sie bringen? Die Belgica war nicht für eine Überwinterung im Eis gebaut. Zum einen war die persönliche Ausrüstung unzureichend. Sie mussten bei der Fertigung von Kleidung aus Decken das Beste leisten, was sie konnten, und im Laufe des Winters wurden die außergewöhnlichsten Behelfe erfunden. Not ist die Mutter aller Erfindungen.

    Am 5. Juni starb Danco an Herzversagen.

    An demselben Tag entkamen sie nur mit knapper Not dem Zerquetschtwerden im Eis. Glücklicherweise schob sich der enorme Eisblock unter das Schiff und hob es hoch, ohne ihm Schaden zuzufügen. Ansonsten verging der erste Teil des Winters gut.

    Später traten dann Krankheiten auf, und bedrohten die Expeditionsteilnehmer mit den größten Gefahren, Skorbut und Wahnsinn. Skorbut nahm besonders zu, und bereitete ein solches Chaos, dass am Ende kein einziges Mitglied der Expedition von dieser fürchterlichen Krankheit verschont blieb.

    Cooks Verhalten zu diesem Zeitpunkt errang den Respekt und die Bewunderung aller. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn behauptet wird, dass Cook der beliebteste Mann der Expedition war, und er verdiente es. Von Morgens bis in die Nacht hinein war er von seinen vielen Patienten in Anspruch genommen, und als die Sonne wieder erschien, geschah es nicht selten, dass er, um Robben und Pinguine zu jagen, nach einem anstrengenden Tag seinen Nachtschlaf opferte, damit das frische Fleisch bereitstand, dass sie alle so nötig brauchten.

    Am 22. Juli kehrte die Sonne zurück.

    Es war kein erbaulicher Anblick auf den sie herabschien. Der antarktische Winter hatte bei allen seine Spuren hinterlassen und grüne, verwüstete Gesichter glotzten in das zurückkehrende Licht.

    Die Zeit verging und der Sommer kam. Sie warteten Tag um Tag auf eine Veränderung am Eis. Aber nein; das Eis, welches sie so leichtherzig betreten hatten, würde sie nicht so leicht wieder loslassen.

    Der Neujahrstag kam und ging, ohne eine Veränderung des Eises.

    Jetzt begann die Situation ernsthaft bedrohlich zu werden. Ein weiterer Winter im Eis hieße Tod und Krankheit in großem Umfang. Krankheit und unzureichende Ernährung würden ein baldiges Ende mit der Schiffsgesellschaft machen.

    Wieder kam Cook der Expedition zu Hilfe.

    Zusammen mit Racovitza hatte er einen raffinierten Weg ausgedacht, einen Kanal zu sägen, um dadurch das nächste Land zu erreichen. Der Vorschlag wurde dem Expeditionsleiter vorgelegt und von ihm genehmigt; beide, sowohl der Plan als auch die Methode der Durchführung waren gut durchdacht.

    Nach drei Wochen harter Arbeit, Tag und Nacht, erreichten sie ihr Ziel.

    Cook war unbestreitbar die treibende Kraft bei diesen Arbeiten und gewann solche Ehren unter den Mitgliedern der Expedition, dass ich es nur gerecht finde, es hier zu erwähnen. Aufrecht, ehrenhaft, fähig und äußerst gewissenhaft - das ist die Erinnerung, die wir von Frederick A. Cook¹⁹ aus diesen Tagen bewahren.

    Seine Kameraden konnten nicht ahnen, dass er nur ein paar Jahre später als einer der größten Schwindler entlarvt werden würde, den die Welt bis dahin gesehen hatte. Dies ist ein psychologisches Rätsel, welches wohl wert wäre, durch solche, die sich mit so etwas beschäftigen, studiert zu werden.

    Aber die Belgica war noch nicht frei vom Eis. Nachdem sie sich frei gearbeitet hatte und noch ein wenig weiter, wurde sie in Sichtweite der offenen See durch absolut dichtes Packeis gestoppt.

    Für einen ganzen Monat lag die Expedition hier, und erntete dieselben Erfahrungen, die Ross auf seiner zweiten Reise auf der Erebus und Terror gemacht hatte. Die schweren Seen hoben das schwere Eis hoch in die Luft, und schmetterte es gegen die Seiten des Bootes. Dieser Monat war die Hölle auf Erden. Verblüffend genug ist, dass die Belgica unbeschädigt entkam und am 28. März 1899 in Puntas Arenas an der Magellanstraße einlief.

    Nun wurde die moderne wissenschaftliche Antarktiserkundung eingeleitet, und de Gerlache hatte für alle Zeiten seinen Platz in der ersten Reihe der Antarktisforscher gewonnen.

    Während die Belgica ihr Letztes gab, um aus dem Eis herauszukommen, unternahm ein anderes Schiff ähnliche Anstrengungen, um hineinzugelangen. Es war die Southern Cross, das Schiff der englischen Expedition unter der Leitung von Carsten Borchgrevink. Das Arbeitsfeld dieser Expedition lag auf der entgegengesetzten Seite des Pols, auf den Spuren von Ross.

    Am 11. Februar 1899 erreichte die Southern Cross die Ross See auf 70° S und 174° östlicher Länge, bald sechzig Jahre, nachdem Ross sie verlassen hatte.

    Eine Gruppe landete am Kap Adare, wo sie überwinterte. Das Schiff überwinterte in Neuseeland.

    Im Januar 1900 wurde die Landgruppe abgelöst, und mit dem Schiff wurde eine Untersuchung der Barriere unternommen. Dieser Expedition gelang als erster die Besteigung der Barriere, welche seit Ross’ Tagen als unzugänglich galt. Die Barriere formte eine kleine Bucht, wo die Landung stattfand und das Eis sich allmählich der See zuneigte.

    Wir müssen fraglos anerkennen, dass Borchgrevink durch die Besteigung der Barriere den Weg nach Süden auftat, und damit das größte Hindernis für die folgenden Expeditionen beiseite räumte. Die Southern Cross kehrte im März 1900 in die Zivilisation zurück.

    Die Expedition der Valdivia unter Professor Chun aus Leipzig muss auch erwähnt werden, obwohl man sie heutzutage wohl kaum als eine Antarktisexpedition ansehen würde. Auf dieser Reise wurde die Position der Bouvet Insel ein für alle Mal festgelegt, und zwar auf 54° S und 3°24’ östlicher Länge.

    Dem Eis wurde von 8° Ost bis 58° Ost (Länge, d. Ü.) gefolgt, so nahe, wie das Schiff herankonnte. Eine Unmenge ozeanografischen Materials wurde heimgebracht.

    Jetzt schießt die Antarktisforschung schnell voran, und das zwanzigste Jahrhundert wird von den reichlich ausgerüsteten britischen und deutschen Expeditionen auf der Discovery und der Gauss eröffnet, beides nationale Unternehmungen.

    Das Kommando der Discovery-Expedition wurde Kapitän Robert F. Scott übertragen, und es hätte nicht in bessere Hände übergeben werden können.

    Sein Stellvertreter war Leutnant Armitage, der bereits an der Jackson-Harmsworth Nordpolarexpedition teilgenommen hatte.

    Die weiteren Offiziere waren Royds, Barne und Shackleton. Lieutenant Skelton war der Chefingenieur und Fotograf der Expedition. Zwei Schiffsärzte waren an Bord - Dr. Koettlitz, ebenfalls ein ehemaliges Mitglied der Jackson-Harmsworth Expedition, und Dr. Wilson. Der Letztere war auch der Künstler der Expedition. Bernacchi war der Physiker und Ferrar der Geologe.

    Die Expedition verließ Cowes am 6. August 1901 und erreichte die Simon’s Bay am 3. Oktober. Am 14. brachen sie dann wieder nach Neuseeland auf.

    Der offizielle Plan war, die Natur und Ausdehnung der Südpolarregionen, die eventuell gefunden werden würden, so genau wie möglich zu bestimmen und magnetische Untersuchungen durchzuführen. Es war dem Expeditionsleiter überlassen worden, zu entscheiden, ob sie im Eis überwintern wollten, oder ob nicht.

    Bereits vorher war in die Wege geleitet worden, dass im folgenden Jahr ein Hilfsschiff die Expedition besuchen und mit ihr kommunizieren sollte.

    Das erste Eis wurde am 1. Januar 1902 in der direkten Nachbarschaft des südlichen Polarkreises angetroffen, und ein paar Tage später die offene Ross See erreicht. Nachdem verschiedene Anlandungen am Kap Adare und anderen Punkten gemacht worden waren, machte die Discovery eine interessante Untersuchung der Barriere in östlicher Richtung. An diesem Punkt der Unternehmung wurde König Edward VII. Land entdeckt, aber die dicken Eisschollen hinderten die Expedition an einer Landung. Auf dem Rückweg drangen sie in die gleiche Bucht ein, die Borchgrevink 1900 besucht hatte, und eine Ersteigung der Barriere mittels eines Ballons wurde durchgeführt. Die Bucht wurde Balloon Inlet (Ballon Bucht, d.Ü.) getauft.

    Von dort aus kehrte das Schiff nach der von Ross so benamten McMurdo Bay zurück. Hier überwinterte die Discovery auf einem weitaus höheren Breitengrad als jemals eine Expedition vorher. Im Laufe des Herbstes wurde entdeckt, dass das Land, auf dem die Expedition ihr Winterquartier hatte, eine Insel war, vom Festland durch den McMurdo Sund abgetrennt. Sie wurde Ross Insel genannt.

    Mit dem Einsetzen des Frühlings begann man Schlittenausflüge zu unternehmen. Depots wurden angelegt, und der endgültige Marsch nach Süden wurde am 2. November 1902 von Scott, Shackleton und Wilson begonnen.

    Sie hatten zunächst neunzehn Hunde. Am 27. November passierten sie den 80. Breitengrad. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit war ihr Vorwärtskommen nicht besonders schnell; der höchste durch sie erreichte Breitengrad war am 30. Dezember - 82°17’ S. Neues Land war entdeckt worden - eine Fortsetzung von Süd Victoria Land. Nach Süden hin türmte sich ein Gipfel nach dem anderen höher und höher. Die Rückreise war eine ausgesprochen schwierig gestaltete Unternehmung. Einer nach dem anderen brachen die Hunde zusammen, und so mussten die Männer selbst die Schlitten ziehen. Das ging so lange gut, wie alle gesund waren; plötzlich aber war Shackleton durch Skorbut arbeitsunfähig, und somit blieben nur noch zwei, um die Schlitten zu ziehen.

    Am 3. Februar erreichten sie nach einer dreiundneunzigtägigen Abwesenheit das Schiff wieder.

    Derweil hatten Armitage und Skelton das erste Mal in der Geschichte das hohe antarktische Inlandplateau erreicht, auf einer Höhe von 9000 Fuß über Meereshöhe (2473,2 m).

    Das Hilfsschiff Morning hatte Lyttelton am 9. Dezember verlassen. Auf ihrem Weg nach Süden wurde die Scott Insel entdeckt, und am 25. Januar wurden die Masten der Discovery gesichtet. Aber der McMurdo Sund lag dieses ganze Jahr unter dem Eis, und am 3. März fuhr die Morning wieder heim.

    Die Expedition verbrachte einen zweiten Winter im Eis, und im folgenden Frühjahr leitete Kapitän Scott eine Schlittenreise in den Westen des Eisplateaus. Im Januar 1904 kehrte die Morning, von der Terra Nova, einem früheren neuseeländischen Robbenjäger begleitet, zurück. Sie brachten die Order von daheim mit, dass die Discovery aufgegeben werden sollte, falls sie nicht freizubekommen wäre. Vorbereitungen wurden getroffen, diese Befehle auszuführen, doch endlich, nach dem Einsatz von Sprengstoff, setzte ein plötzliches Aufbrechen des Eises das Fahrzeug frei.

    Alle Kohle, die nicht unbedingt gebraucht wurde, schaffte man von den Hilfsschiffen an Bord der Discovery, und Scott führte seine Forschungen weiter. Wenn er zu dieser Zeit mehr Kohlen gehabt hätte, wäre es möglich gewesen, dass dieser aktive Entdecker womöglich größere Dinge vollbracht hätte, als er es ohnehin schon tat. Wilkes Ringgold’s Knoll und Eld’s Peak wurden von der Landkarte gewischt, und nichts wurde von Cape Hudson gesehen, obwohl die Discovery in guter Sichtweite der vermeintlichen Positionen vorbeifuhr.

    Am 14. März ankerte Scott in Ross Harbour, Auckland Inseln. Mit reichhaltigen Ergebnissen kehrte die Expedition im September 1904 heim.

    In der Zwischenzeit hatte die deutsche Expedition unter Professor Erich von Drygalski bereits ausgezeichnete Arbeit auf einem anderen Feld geleistet.

    Der Plan der Expedition war es, die antarktischen Regionen südlich von Kerguelen Land zu erforschen, nachdem zuerst einmal eine Station auf der Insel gebaut worden war, und landete danach einen wissenschaftlichen Stab an, der dort, in der Station, zu arbeiten hatte, während die Hauptexpedition weiter ins Eis voranschritt. Ihr Schiff, die Gauss, war in Kiel, mit der Fram als Vorbild, gebaut worden.

    Der Schiffsführer der Gauss war Kapitän Hans Ruser, ein geschickter Seemann der Hamburg-Amerika Linie.

    Die Expedition verließ Kiel am 11. August 1901 mit dem Ziel Kapstadt. Außergewöhnlich umfassende ozeanographische, meteorologische und magnetische Untersuchungen wurden während dieses Teils der Reise durchgeführt.

    Nach einem Besuch der Crozet

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