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Marc und der Mars: Ein neues Weltraumabenteuer
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Marc und der Mars: Ein neues Weltraumabenteuer
eBook168 Seiten2 Stunden

Marc und der Mars: Ein neues Weltraumabenteuer

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Über dieses E-Book

Alarm im Kontrollzentrum: Die Internationale Marsstation sendet keine Lebenszeichen mehr! Was ist wohl passiert auf dem roten Planeten? Weltraumfahrer Marc geht mit einer Spezial-Mannschaft auf geheime Mission ins Unbekannte. Der Flug erweist sich als viel gefährlicher als ursprünglich angenommen. Sabotiert etwas - oder jemand - die Mission? Marc und seine Raumfahrer müssen den Mars erreichen, um sich und die internationale Marsstation zu retten. Werden sie ihre Mission erfolgreich beenden?
Spannende Unterhaltung und viel Wissenswertes über unseren Nachbarplaneten. Für junge Leser ab 10 Jahren.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum12. Apr. 2019
ISBN9783748263098
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    Buchvorschau

    Marc und der Mars - Axel Hahlweg

    ESA-Zentrum Oberpfaffenhofen / Deutschland

    Freitag, 20. April, 16:04 Uhr

    Robert Walter saß auf seinem Schreibtischstuhl und schaute auf den Monitor. Alle Werte sahen normal aus. Die Woche war anstrengend gewesen, und Robert freute sich schon auf Samstag und Sonntag, denn da wollte er mit seiner Familie noch einmal zum Skifahren in die Alpen. Sie hatten eine Übernachtung gebucht, und Robert war gespannt, wie es seinen Kindern gefallen würde.

    Dann aber wanderten seine Gedanken zu ›seinen‹ Jungs oben auf dem Mars. Wie deren Wochenende wohl aussehen würde? Skifahren stand bei ihnen jedenfalls nicht auf dem Programm! Der Grund, warum Robert so oft an ›seine Jungs auf dem Mars‹ dachte, hatte mit seiner Arbeit zu tun, denn immerhin saß er direkt am Datenstrom, welcher beständig zwischen der bemannten Marsstation und der Erde ausgetauscht wurde. Er bestand aus den ganzen automatischen Signalen der Messsonden, den Betriebsdaten der Station wie Temperatur, Luftzusammensetzung und so weiter und schließlich der gesamten Post der Mitarbeiter, hauptsächlich EMails und Videos. Die Marsstation gab es jetzt schon seit mehreren Jahren. Robert war dafür zuständig, dass die Daten zwischen Mars und Erde zuverlässig ausgetauscht wurden und den richtigen Empfänger erreichten.

    Und das läuft ein bisschen anders als bei uns auf der Erde. Weil der Mars so weit weg ist, sind normale Unterhaltungen – also so etwas wie Telefongespräche oder Videokonferenzen – nicht möglich. Das Funksignal benötigt von der Erde bis zum Mars zwischen 15 und 40 Minuten. Das hängt von der Position der beiden Himmelskörper zueinander ab. Mars und Erde umkreisen ja beide die Sonne: die Erde in einem Abstand von etwa 150 Millionen und der Mars mit etwa 210 Millionen Kilometern. Wenn die Planeten auf der gleichen Seite der Sonne stehen, sind Erde und Mars ›nur‹ 60 Millionen Kilometer voneinander entfernt. Wenn jemand auf der Erde eine Frage stellt, kommt diese nach 4 Minuten auf dem Mars an. Nach weiteren 4 Minuten hat man dann die Antwort – zugegeben, keine besonders flüssige Unterhaltung!

    Prinzipiell gab es zwei Wege, um per Funk zwischen Erde und Mars zu kommunizieren: über Normalfunk oder HVDT. Der Normalfunk war eine alte bewährte Technik, hatte aber den Nachteil, dass man damit nicht die Datenmengen transportieren konnte, die im Verkehr zwischen Mars und Erde anfielen. Deshalb benutzte man heutzutage eigentlich nur noch HVDT. Die Abkürzung bedeutete ›Hochvolumiger Datentransfer‹. Dieser lief auf einem speziellen Frequenzband und konnte genug Daten transportieren. Allerdings hatte auch HVDT einen Nachteil: die Reichweite war etwas beschränkt. Wenn Erde und Mars ungünstig zueinander standen, musste man einen Relais-Satelliten dazwischenschalten, der das Signal noch einmal verstärkte.

    Dafür gab es zwei Satelliten, nämlich Mars Relais 1 und Mars Relais 2, oder kurz MR1 und MR2. Das Signal ging vom Raumfahrtzentrum in Oberpfaffenhofen erst einmal zum Deep Space Network in Canberra in Australien. Dort standen ein sehr starker Sender und eine riesige Satellitenschüssel mit einem sehr empfindlichen Empfänger. Canberra schickte die Sendedaten dann über MR1 oder MR2 zur Marsstation. Anders herum funktionierte es genauso.

    Gerade jetzt standen die Planeten fast in der ungünstigsten Stellung: die Erde auf der einen Seite der Sonne und der Mars fast genau gegenüber. Deswegen musste man einen Umweg über einen Zusatzsatelliten nehmen, und zwar in diesem Fall über MR1. Man hätte auch MR2 benutzen können, aber MR2 stand von der Erde aus betrachtet dicht an der Sonne. Das war ungünstig, denn von der Sonne kamen Sonnenwinde, die die Funksignale störten. Man konnte das ausgleichen, indem man die Daten langsamer und damit störsicherer übertrug, der Nachteil dabei war allerdings, dass man mehr Zeit einplanen musste, um die ganzen Emails, Videos und anderen Daten auszutauschen.

    Und die Sache mit dem Normalfunk – Robert mochte gar nicht daran denken. Irgendein Spezialist hatte vor einem halben Jahr am Funkgerät auf dem Mars herumgefummelt und es zerstört. Inzwischen hatte niemand es geschafft, es wieder in Betrieb zu nehmen. Somit gab es aktuell nur den Kommunikationskanal über HVDT.

    Robert Walter schaute auf die Uhr: noch 48 Minuten bis zum Feierabend. Dann übernahm die Wochenendschicht seinen Arbeitsplatz. Robert guckte sich an, welche Daten noch vom Mars übermittelt werden sollten. Sie sahen ziemlich unspektakulär aus – wie meistens: noch 15 Minuten lang die Betriebsdaten der Station, dann ein Bericht der Wissenschaftlergruppe »Theta« mit dem Zusatzvermerk vertraulich (zwölf Minuten), schließlich ein Datenpaket von 30 Minuten Länge mit persönlichen Emails der Wissenschaftler an ihre Angehörigen daheim. Und danach … danach war es sowieso nicht mehr sein Problem, denn dann hatte er schon lange Wochenende.

    Robert reckte sich. Der Rücken tat vom langen Sitzen weh, er musste mal aufs Klo, und außerdem wäre ein kleiner Kaffee nicht schlecht. Die Daten trudelten weiter wie gewohnt ein, es gab momentan keine Probleme. Robert stand auf, um seine Sachen zu erledigen.

    Als er mit gefülltem Kaffeebecher zurück an seinem Arbeitsplatz erschien und auf den Monitor blickte, wusste er gleich, dass es Ärger gab. Statt der Liste der Datenpakete war ein rotes Fenster mit dem Text »N.C.« zu sehen. – »N.C.« das ist die englische Abkürzung für »No Connection« – keine Datenverbindung zwischen Erde und Mars. So ein Zusammenbruch der Datenverbindung kam vor, war aber wirklich selten. Im letzten Jahr hatte es so etwas einmal für drei Minuten gegeben. Die fehlenden Daten hatten nachgesendet werden müssen, und es war ein Riesenaufwand, angesichts der Verschiebungen alles neu zu koordinieren.

    Robert unterdrückte einen Fluch und schaute erst einmal, wie lange die Daten schon weg waren: fünf Minuten! Das war wirklich ungewöhnlich lang, und noch immer war die Verbindung tot. Robert musste erst einmal herausbekommen, wo das Problem lag. Er griff zum Telefonhörer und rief seine Kollegen vom Deep Space Network in Canberra an. Dort meldete sich Joe, mit dem er schon öfter telefoniert und kleinere Schwierigkeiten behoben hatte.

    Robert begann: »Hallo Joe, Robert hier am Apparat! Sag mal, ich kriege keine Daten mehr von MR1! Liegt das an Euch, oder ist MR1 das Problem oder der Sender auf dem Mars? … Ja gut, ich warte!« – Ungeduldig trommelte Robert mit den Fingern auf der Schreibtischplatte herum, während Joe in Australien das Problem untersuchte. Nach schier endloser Zeit kam eine Antwort. Ungläubig lauschte Robert den Worten aus dem Telefonhörer: »Was? Totalausfall sagst Du? … Bist du dir sicher? … Ist ja heftig! … Okay, dann schalte die Kommunikation sofort auf MR2 um!« – Robert legte den Hörer auf. MR1 war komplett ausgefallen. Das hatte es noch nie gegeben! Vielleicht hatte der Satellit ein technisches Problem. Er würde sich von allein in den Ruhezustand versetzen, neu starten und automatisch wieder mit Erde und Mars verbinden. Das konnte im Extremfall ein paar Stunden dauern. Die Datenrate bei MR2 war zwar nicht so berauschend, aber immerhin konnte man wieder zwischen Erde und Mars kommunizieren.

    Robert starrte auf den Monitor und wartete darauf, dass das rote Fenster verschwand und stattdessen die Kommunikation über MR2 angezeigt würde. So langsam müssten die Jungs in Canberra die Umstellung hinbekommen haben, auch wenn sie nicht die Schnellsten sind, dachte er sich.

    Das Telefon läutete. Mit einem unguten Gefühl nahm Robert das Gespräch entgegen. Joe war wieder am Apparat. – »Hallo Joe! Wann schaltet ihr denn endlich auf MR2 um? … Was? Auch MR2 ist tot? … Okay, ich gebe meinem Vorgesetzten Bescheid!«

    Robert griff wieder zum Telefonhörer. Er musste seinen Chef anrufen und danach noch seine Ehefrau. Heute würde er nicht rechtzeitig nach Hause kommen.

    ESA-Zentrale Paris / Frankreich

    Freitag, 20. April, 22:30 Uhr

    Die Frauen und Männer in der ESA-Zentrale sahen übernächtigt aus. Das waren sie auch. Eigentlich wollten schon alle im Wochenende sein. Stattdessen steckten sie seit über einer Stunde in einer Videokonferenz, es gab ein Problem mit der Funkverbindung zum Mars. Nun diskutierten sie, ohne voran zu kommen. Auf der Video-Leinwand sah man die Kollegen aus Oberpfaffenhofen, und es gab auch eine Verbindung zum Team in Canberra, den Spezialisten des Deep Space Network.

    Die Abkürzung ESA steht für European Space Agency und ist die europäische Weltraumagentur. Sie wurde im Jahr 1975 gegründet. Vor drei Jahren wurde im Rahmen einer Weltraummission eine bemannte Station auf dem Mars errichtet. Seitdem lebten dort 35 Bewohner, die zumeist wissenschaftliche Versuche durchführten. Bislang war das Projekt ein Riesenerfolg. Der Zwischenfall mit der zusammengebrochenen Funkverbindung war das bislang schwierigste Problem. Auf einer Tafel im Kommandozentrum hatte jemand das Kommunikationsschema zwischen Erde und Mars aufgezeichnet.

    In der Expertenrunde war eine hitzige Diskussion entbrannt. Der Vorsitzende hob die Hand und bat um Ruhe. »Hallo Kollegen, redet nicht alle durcheinander! Wir wollen noch einmal zusammentragen, was wir bisher wissen! Als erstes bitte ich unsere Experten aus Australien um ihren Report!« Die Australier sagten: »Soweit wir feststellen können, sind unsere Antennen vollkommen in Ordnung! Denn wir können alle anderen Weltraumsatelliten problemlos empfangen. Aber von MR1 und MR2 hören wir keinen Pieps! Wir haben auch einen Testbefehl von der Erde zu MR1 und MR2 gesandt. Wenn die Kommunikation der Satelliten ordnungsgemäß funktioniert, erhalten wir eine Antwort. Aber wir haben nichts empfangen, es ist so, als ob die Satelliten komplett zerstört wären.«

    »Na, na, das Gerede von Zerstörung ist erst mal pure Spekulation«, mahnte der Vorsitzende. »Wenn es aber nur eine vorübergehende Störung ist, dann müssten sich die Satelliten doch irgendwann wieder von selber melden. Wie hoch ist denn die Chance, dass das passiert…?«

    »Das können wir nicht sagen«, antworteten die Australier. »Wir wissen nicht, was überhaupt passiert sein kann. Wenn ein Sonnensturm oder Ähnliches die Satelliten getroffen haben sollte, könnten sie sich wieder erholen, aber wenn sie total kaputt sind, werden sie auf ewig stumm bleiben!«

    »Ja, aber warum sind denn beide Mars-Relais-Satelliten gleichzeitig ausgefallen?« wollte einer aus der Runde in Paris wissen. Darauf gab es lange keine Antwort. Schließlich meinte ein Spezialist: »Es wäre rein theoretisch möglich, dass MR1 und MR2 genau gleichzeitig in einen Sonnensturm geraten und daher zeitgleich ausgefallen sind. Ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Denn wir beobachten das Weltraumwetter ziemlich genau, und wir haben keine ungewöhnlichen Sonnenaktivitäten in der letzten Zeit festgestellt.«

    Weil die Expertenrunde an dieser Stelle nicht weiterkam, wurde als nächstes das Team in Oberpfaffenhofen befragt. »Habt ihr noch etwas herausgefunden?« wollte der Leiter des Meetings wissen.

    »Ja, und es wird euch wahrscheinlich nicht gefallen«, antwortete Robert Walter, der immer noch im Dienst war. »Wir haben die Datenpakete analysiert, die als letztes vom Mars über MR1 zu uns gekommen sind. Die letzte Sendung enthielt die Mars-Stationsdaten. Luftdruck, Temperatur und so weiter waren alle okay. Dann aber …«

    »Ja, was dann?« fragte der Leiter ungeduldig.

    »Dann wurde der normale Datenstrom durch mehrere Alarmmeldungen unterbrochen. Alle hatten den gleichen Fehlercode, und zwar 55.«

    »Ja, nun, verdammt noch mal, was bedeutet das?« schnaubte der Leiter wütend. »Lassen Sie sich doch nicht alles aus der Nase

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