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Schluss mit förmlich!: So geht menschliche Unternehmenskommunikation
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eBook296 Seiten3 Stunden

Schluss mit förmlich!: So geht menschliche Unternehmenskommunikation

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Über dieses E-Book

Unternehmen wollen freundlich und menschlich wirken, aber kommunizieren oft wie Behörden. Die Sprache ist förmlich, bürokratisch und viel umständlicher als nötig. So eine Sprache schreckt Kunden und potenzielle Mitarbeiter ab.

Thilo Baum zeigt in diesem Buch, wie Sie die förmliche Sprache loswerden und zu einer menschlichen Kommunikation finden. Und das unabhängig von Ihrer Branche und Ihrem Beruf. Es funktioniert bei Juristen, IT-Leuten, Naturwissenschaftlern, Ingenieuren, Ärzten und auch bei Politikern. Sogar Fachinformationen lassen sich vereinfachen - Inhalt und Seriosität bleiben erhalten.

Erleben Sie den Beweis: Förmliche Sprache ist niemals nötig. Also machen Sie Schluss mit förmlich! Und finden Sie zu einer natürlichen Sprache.

Ein Buch für alle, die im Unternehmen kommunizieren - ob intern oder extern, schriftlich oder mündlich.
SpracheDeutsch
HerausgeberRelevanz-Verlag
Erscheinungsdatum24. Okt. 2019
ISBN9783948560027
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    Buchvorschau

    Schluss mit förmlich! - Thilo Baum

    Unternehmen werden lockerer

    Menschen machen Geschäfte mit Menschen. Das gilt auch auf dem Geschäftskundenmarkt. Auch wenn Sie mit Siemens Geschäfte machen: Sie haben noch nie in Ihrem Leben mit Siemens gesprochen. Denn Werner von Siemens (1816–1892), der das Unternehmen Siemens im Jahr 1847 gegründet hat, ist seit mehr als hundert Jahren tot. Mit ihm können Sie nicht mehr sprechen.

    Sie sprechen mit Ihren Ansprechpartnern bei Siemens. Also mit den freundlichen Damen und Herren vom Einkauf. Oder mit den Ingenieuren aus einer Fachabteilung. Oder mit denjenigen, denen Sie ICEs abkaufen. Oder von Vorstand zu Vorstand. Sicher spielen Fakten eine Rolle. Aber auch in großen Unternehmen sitzen letzten Endes Menschen, die beim Mittagessen in der Kantine miteinander sprechen und vielleicht über Sie sagen, dass sie mit Ihnen ganz besonders gerne zusammenarbeiten. Weil Sie möglicherweise so unkompliziert und menschlich sind.

    Dass wir mit Menschen sprechen und nicht mit abstrakten Größen wie Unternehmen, setzt sich auch infolge der direkteren Ansprache im Internet durch. Wir erleben beispielsweise einen Abschied vom Imagefilm. Bei Videos im Netz geht es nicht mehr um Hochglanzinszenierungen, sondern um Content sofort. Der Mann oder die Frau vor der Kamera muss authentisch und sympathisch wirken – dann finden wir auch seine Firma sympathisch. Es gibt ein »face to the customer«, ein Gesicht für die öffentliche Kommunikation. Bei mittelständischen Unternehmen ist das oft der Inhaber, oft hemdsärmelig. Er kann den Kunden ansprechen oder auch potenzielle Mitarbeiter. In einem Konzern ist das »face to the customer« der Vorstandschef, doch in der Konzernwelt tritt man noch immer eher steif auf. Und bevor eine Abteilung einen weniger steifen Videostil für die Recruiting-Videos durchsetzen kann, muss das Projekt durch die Konzernmühlen laufen und erstickt möglicherweise am Ende im Gestrüpp aus Zuständigkeiten, Genehmigungen und Eitelkeiten.

    Doch auch wenn die Konzerne durch ihre Unbeweglichkeit ein wenig hinterherhinken, ist eines ganz klar: Unternehmen werden lockerer.

    Die rote Krawatte bei den Sparkassen

    Im Jahr 2012 waren die deutschen Sparkassen eine Weile in den Medien. Thema: Die Mitarbeiter sollten ab sofort rote Krawatten tragen, die Mitarbeiterinnen rote Halstücher. Und natürlich nicht in irgendeinem Rot. Sondern genau im Sparkassenrot HKS 13, der eingetragenen und 2016 vom Bundesgerichtshof (BGH) bestätigten Farbmarke, mit der die Sparkassen schon seit 1972 arbeiten.

    Die »Augsburger Allgemeine« brachte am 5. September 2012 ein Foto mit dreizehn neuen Auszubildenden inklusive Sparkassendirektor, alle mit dem roten Textil am Hals. Dass irgendjemandem aus dieser Truppe die Farbe Rot gar nicht steht, war nicht Gegenstand der Überlegung. Und das gibt es nun einmal: Manchen Leuten steht Grün nicht, anderen steht Blau nicht, und manchen steht eben Rot nicht. Es sieht nicht gut aus, wenn sie es tragen.

    Wollen Sie eine Farbe tragen müssen, die Ihnen nicht steht? Die Sie nicht gut aussehen lässt? Vermutlich nicht.

    Zeitsprung, einige Jahre später: Im März 2019 verkündet das »Handelsblatt«, die Sparkassen würden sich von der Krawattenpflicht mit der Zeit verabschieden (https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken- versicherungen/dresscode-sparkassen-treiben-abschied-von-der- krawattenpflicht-voran/24076712.html?ticket=ST-7832502-PqLpJkpv9a6fLO9t0IFL-ap1). Vorreiter dabei sei die Hamburger Sparkasse, kurz: »Haspa«, die bereits drei Jahre zuvor den Kleidungsstil »Haspa Business Casual« eingeführt habe. Es ging darum, »ein neues Erscheinungsbild zu zeichnen und uns an unserer Unternehmensphilosophie des menschlichen Bankings neu auszurichten«, zitiert das »Handelsblatt« die Bank. Zahlreiche Sparkassen seien dem Vorbild gefolgt, darunter die Sparkassen Bodensee, Essen, Fulda, Mainz und Würzburg.

    Menschliches Banking – also jenseits des Investmentbankings und der Jonglage mit abstrakten Papieren, die Max Mustermann nicht versteht. Klingt gut. Und bringt etwas Simples zutage: Am Ende sind Geschäfte immer menschlich. Weil Menschen miteinander handeln. »Wirtschaft« heißt, dass wir anderen anbieten, was sie brauchen – ob diese Kunden Menschen sind oder eine Rechtsform einer juristischen Person tragen, spielt dabei keine Rolle. Am Ende dienen wir Menschen.

    Und ja, ich kenne den Einwand: »Aber im Geschäftskundenmarkt machen wir doch mit Unternehmen Geschäfte, nicht mit Menschen!« Und ich denke: Eben nicht! Auch im Business-to-business-Geschäft (»BzB«) sprechen wir am Ende mit Menschen. Wie bei Siemens. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen beispielsweise die Automobilindustrie beliefern, dann haben Sie in Ihren Kundenunternehmen Menschen aus Fleisch und Blut als Ansprechpartner. Im Einkauf, in der Fachabteilung. Manchmal wechseln Ihre Ansprechpartner, sicher. Aber ob jemand mit Ihnen Geschäfte macht, hängt auch und vor allem davon ab, wie Sie als Mensch agieren oder auch (Vorsicht, Denglisch) performen.

    Uniformiert oder individualistisch?

    Und dabei geht es um Ihre persönliche Performance, also darum, wie Sie als Mensch wirken. Es geht um die persönliche Performance Ihrer Mitarbeiter, von den Indianern bis zu den Führungskräften. Wenn die alle die Farbe des Unternehmens tragen wie noch immer bei zahlreichen Sparkassen, wirken sie enorm einheitlich.

    Letztlich ist es eine Uniform. Uniformen sind prinzipiell nichts Schlechtes: Wir erkennen Polizeibeamte sofort oder die Mitarbeiter bei Mediamarkt. Signalfarben spielen oft eine Rolle – zum Beispiel bei der Deutschen Post beziehungsweise DHL. Auch die Deutsche Bahn hat Uniformen. Aber gerade die Deutsche Bahn legt bei der Auswahl ihrer Schaffner höchsten Wert auf Diversität. Wenn Sie viel Bahn fahren, begegnen Ihnen unter den »Zugbegleitern« die unterschiedlichsten Typen. Der volltätowierte Rocker-Typ. Die elegante Stewardess. Der schmale, intellektuell wirkende Lehrertyp. Die 120-Kilogramm-Mutti. Der rustikale, gemütliche Dicke. Wie bei Rollenfächern im Theater. Der ju- gendliche Liebhaber, der polternde Alte. Verschiedenste Hautfarben, unterschiedlichste Dialekte. Sogar aus Österreich. Die Deutsche Bahn schafft es, dass die Mitarbeiter trotz der Uniform Individualität zeigen.

    Die Frage ist eben, ob Unternehmen Menschen im Backoffice zu einer Uniform verdonnern sollten. Im Frontoffice ist es gut, Mitarbeiter zu erkennen. Oft genügt ein Namensschild. Aber intern? Also im Bürogebäude hinter der Sicherheitsschleuse, wo Besucher am Besucherausweis zu erkennen sind? Hier sind Uniformen ganz sicher unnötig. Vergleichen Sie das einfach mit der Bundeswehr: Die Soldaten tragen Uniformen – übrigens verschiedene Uniformen je nach Anlass und auch Jahreszeit. Die meisten zivilen Angestellten dagegen tragen ihre normale Kleidung. Anzugträger sind seltener – es sei denn, ein Mensch in leitender oder auch politischer Funktion steht vor Ihnen.

    Gerade beim Selbstverständnis von Mitarbeitern tut sich derzeit eine ganze Menge. Wie wir später beim Thema Recruiting noch sehen werden, sind heute nicht mehr die potenziellen Mitarbeiter die Bewerber, sondern die Unternehmen sind die Bewerber g