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Linz, 24.09.

2008

Grüne OÖ / ANSCHOBER / Politik / Landwirtschaft / Gentechnikfreiheit

Grüner Landessprecher Rudi ANSCHOBER:


Appell an ÖVP: Molterer und Fischler müssen Klarheit
über ihre Position zur Gentechnik schaffen

Anschober: „Die Bundesregierung soll die ,Allianz der


gentechnikfreien Regionen’ unterstützen“ – Bereits 20 Prozent
der Bevölkerung der EU sind in 44 Regionen in der von
Oberösterreich gegründeten Allianz gegen GVO zusammen-
geschlossen

„Mit seinen Aussagen zur landwirtschaftlichen Nutzung der Gentechnik hat der
frühere Agrarkommissar und Vorsitzende des Molterer-Personenkomitees Franz
Fischler den österreichischen Bauern und KonsumentInnen einen Bärendienst
erwiesen“, kritisiert Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: „Die Gefahren der
Gentechnik sind hinlänglich nachgewiesen: Sie reichen von teilweise schlechteren
Ernteergebnissen über Herbizidresistenz, so dass immer mehr Spritzmittel
eingesetzt werden müssen, bis zur genetischen Total-Verseuchung des Saatgutes
und somit zur langfristigen Gesundheitsgefährdung von Mensch und Tier. Deshalb
hat Oberösterreich beschlossen, eine gentechnikfreie Zone zu werden und das
internationale Netzwerk der ,Allianz gentechnikfreier europäischer Regionen’, der
heute bereits 44 bedeutende Landstriche angehören, initiiert. Deshalb ist es auch

Rückfragehinweis: Dietmar Spöcker, 0664 83 17 535 1


unabdingbar, dass sich Fischler und Molterer absolut und öffentlich zur
Gentechnikfreiheit bekennen und das auch ihren Bauern sagen!“

Es heißt zwar bereits im – mittlerweile veralteten – Regierungsprogramm: „Die


Bundesregierung tritt für entsprechende Rahmenbedingungen wie z.B. die
Verteidigung der nationalen Verbots-Verordnungen und eine funktionierende
Koexistenzregelung auf europäischer Ebene ein. Die Wahlfreiheit und damit
Gentechnikfreiheit für biologisch, aber auch konventionell wirtschaftende Betriebe
sowie für die Konsumenten muss auch in Zukunft gewährleistet werden. Die
Bundesregierung unterstützt die Bundesländer bei der Schaffung von freiwillig
gentechnikfreien Regionen."

Daher fordert Anschober die Bundesregierung auf, die Vereinigung dieser


„Gentechnikfreien Regionen“ offiziell zu unterstützen und ihr beizutreten. Denn
bereits 44 Regionen sind auf Initiative Oberösterreichs in dieser Allianz
zusammengeschlossen und vertreten damit 98,6 Millionen EU-BürgerInnen mit
dem Ziel, Druck auf die EU auszuüben, um den Regionen zumindest ein
Selbstbestimmungsrecht zu ermöglichen.

Tatsächlich geschehen sei von Seiten der Bundesregierung in dieser Hinsicht bei
heute allerdings gar nichts, kritisiert Anschober: „Gerade jetzt wenige Tage vor
dieser entscheidenden Richtungswahl wollen die Bauern und Bäuerinnen sowie
die KonsumentInnen wissen, woran sie bei der ÖVP sind: für oder gegen die
Gentechnik! Die WählerInnen haben ein Anrecht darauf, lückenlose Klarheit über
die Positionierung und Grundlinie der ÖVP in Sachen GVO zu haben. Deshalb:
Klare Aussagen und eine Klärung der Position nach der aktuellen
Verunsicherung.“