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DER SATZ, SEINE KATEGORIEN UND ASPEKTE Definition des Satzes Der Satz weist einen Doppelcharakter auf

- gehört dem Sprachsystem und der Rede gleichzeitig. Es gibt über 300 Definitionen des Satzes (nach Angaben von W. Jung). Die deutschen Linguisten: Ries, Jung, Brinkmann, Schmidt, Glinz, Weisgerber und andere. Die inländischen Linguisten: Abramov, Admoni, Moskalskaja, Gulyga, Revsin, Schendels und viele andere. Phoneme, Morpheme und Wörter funktionieren nur in der zusammenhängenden Rede, im Satz und Text, also im Diskurs. Wörter bilden Wortgruppen (Wortfügungen), die im Satz als Satzglieder funktionieren und im Satz für die Gedankenäußerung dienen. Der Satz ist eine syntaktische Einheit (eine sprachliche Einheit), die sich nur in der Kommunikation realisiert. Der Satz als Ausdruck des logischen Urteils. Die beiden Kategorien (der Satz und das logische Urteil) wurden gleich gesetzt. Daraus entsteht die erste Definition des Satzes als Verbindung von Wörtern, die den abgeschlossenen Gedanken zum Ausdruck bringt. Die psychologische Richtung: der psychologische Satz kann sich nicht mit dem logisch korrekten Gedanken erschöpfen. Der Satz ist ein psychischer Akt entweder der Zusammenlegung von bestimmten Vorstellungen im Bewusstsein des Sprechenden, oder der Zerlegung einer Vorstellung in ihre Bestandteile. Die kommunikative Richtung erfolgt in Arbeiten von K. Boost und E. Drach, später wird im Rahmen dieser Richtung auch die kommunikative Satzstruktur erforscht (das Thema und das Rhema des Satzes). Ende des XIX. Jahrhunderts sind die Sprachforscher fest überzeugt, dass die Sätze in verschiedenen Sprachen unterschiedlich gebaut werden ausgehend von grammatischen Eigenheiten jeder Sprache. So entstand eine strukturelle Richtung mit dem Ziel Satzstrukturen von einzelnen Sprachen zu erforschen. Satzdefinitionen:  Der Satt ist ein Redefragment, das sich durch die abgeschlossene Intonation kennzeichnet. (Peschkowski)  Der Satz ist ein Redefragment, das zwischen zwei Pausen steht. (Delbrück)  Der Satz ist ein Textfragment, das zwischen dem großen Buchstaben und dem Endsatzzeichen steht (Francis).  Der Satz ist die kleinste Hervorbringungseinheit (Atemeinheit, Sprecheinheit) (Glinz).  Der Satz ist eine durch das Verb gestaltete grammatisch gegliederte Einheit (Jung)  Der Satz ist eine relativ abgeschlossene Äußerung, die in einer bestimmten grammatischen und rhythmisch-intonatorischen Gestalt existiert (Admoni)

weil der Satz von ihm ausgeht und seine Aufgaben und Vorhaben widerspiegelt    DER SATZ ist eine minimale syntaktisch.Bezeichnung eines Fragmentes der objektiven Realität (eine gewisse Analogie zur nominativen Funktion des Wortes ist möglich). auch der Adressant selbst hat Bedeutung. das eine Gesamtheit von Elementen in die Gruppen teilen lässt. sowie auch ermöglicht beliebige Wertungen (subjektive Modalität) mit Hilfe vom den lexikalisch-grammatischen Mitteln zu präzisieren. kommunikative und pragmatische Funktion übt. deren Glieder ein und dasselbe distinktive Merkmal besitzen (Kategorie des Kasus. Das ist ein Kriterium. . der Aktionsart) Grundlegende Satzkategorien Prädikativität . Die Situation ist das Denotat des Satzes.das ist eine Kategorie. Modalität . Imperativsätze und Fragesätze. die sich im Redeprozess realisiert. nach der Information fragen. die denotative Bedeutung des Satzes ist die Widerspiegelung einer in der realen Wirklichkeit existierenden Situation die kognitive Funktion: im Satz werden unser Wissen und die neuen Informationen über die Welt gespeichert die kommunikative Funktion: Mit den Sätzen vermitteln wir unsere Ziele und Absichten den Gesprächspartnern im Redeprozess die pragmatische Funktion: der Sprechende oder der Schreibende (Adressant) berücksichtigt bei der Formulierung seiner Aussage den Partner (den Adressat). die vom Sprechenden durch seine Denk.strukturelle Einheit der Sprache. des Zustandes. dem das Mitgeteilte dient: Informieren.das ist eine Kategorie. kognitive. Die in Aussagen widerspiegelten mentalen Vorstellungen korrelieren mit Situationen der objektiven Realität.und Sprechtätigkeit ausgegliedert werden. Die Kategorie ist eine Gesamtheit (Menge) von sprachlichen Elementen. zur Tätigkeit veranlassen (auch zur Sprechtätigkeit). die auf Grund eines gemeinen Merkmals ausgegliedert wird. Auf Grund der kommunikativen Absicht unterscheidet man Aussagesätze.das ist das Ziel. die Modalität des Satzes. indem sie eine nominative. die Rolle des Satzes im Redestrom. kommunikative Absicht .Funktionen des Satzes  die nominative Funktion . die das Verhältnis zwischen dem Mitgeteilten und der Realität / Irrealität (objektive Modalität) ausdrückt. 7 Aspekte des Satzes von Admoni      logisch-grammatische Satztypen. die die Mitteilung durch bestimmte syntaktische Mittel mit bestimmten oder unbestimmten Zeitabschnitten in Verbindung setzt. der Erweiterungsgrad (die strukturell-grammatische Füllung) des Satzes. das ist eine grammatisch organisierte Einheit in graphischer (schriftliche Kommunikation) oder rhythmisch-intonatorischer (mündliche Kommunikation) Gestalt. die Erkenntniseinstellung oder die psychologisch-kommunikative Einstellung des Sprechenden.

Der pragmatisch-funktionale Aspekt. dabei wird auch auf die lexikalische und semantische Valenz eingegangen. . Er spiegelt funktionale Tendenzen im Satz wider. der emotionale Gehalt des Satzes. Er umfasst die inhaltliche Ebene des Satzes. unmittelbaren Konstituenten oder nach Fügungspotenzen der Komponenten analysiert. Der Satz wird nach Satzgliedern. Es wird analysiert. Drei Grundaspekte des Satzes • • • Der syntaktisch-strukturelle Aspekt. Er umfasst die strukturelle Ebene des Satzes. wie im Satz die Bezeichnung der Situationen der objektiven Realität erfolgt. dabei werden die aktuelle Gliederung des Satzes und die syntaktischen Formmittel für den Ausdruck der kommunikativen Aufgaben betrachtet. Der Akzent dabei wird auf die innersprachlichen Merkmale des Satzes gesetzt.  die Einteilung der Sätze nach ihrer kommunikativen Aufgabe. Der nominativ-semantische Aspekt.