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„Die rote Couch“

Patientengespräch mit Sigmund Freud

Power M. (2004): Counting, control and calculation.

Fach: Controlling
LV-Bezeichnung: Sozialer u. organisationaler Kontext /
Instrumente des Controlling –
Gruppe 2 (Zusatzstunde)

LV-Code: 433133
Semester: SS 08
Eingereicht bei: DDr. Strickner Jakob

Vorgelegt von: Dietmar Lengauer


Matrikelnummer:
Studienkennzahl: C-151

Leopold-Franzens-Universität, am 30.04.2008
Inhaltsverzeichnis:

1.) Einleitung Seite 2


2.) Patientengespräch mit Sigmund Freud Seite 2
3.) Fazit Seite 3
4.) Literaturverzeichnis Seite 4
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1.) Einleitung
Mit dem Titel des Textes „Counting, control and calculation: Reflections on measuring and
management“ lässt Michael Power nicht nur erahnen, um was sich seine Darstellung dreht,
sondern macht den Namen zum Programm. Zu Beginn erläutert der Autor kurz die
Geschichte des Messens. Neben der Beschreibung des Entstehens erklärt Michael Power
aber auch, dass nicht nur die Zeit das Messen beeinflusst, sondern was in der Zeit passiert,
ist ausschlaggebend dafür, wie sich die Metrologie entwickelt. Counting, control, calculation
sieht er als so genannte „key moments“ an, was so viel bedeuten soll, wie Schlüsselwörter
(vgl. Power 2004, S. 767). Die Möglichkeit des Messens beruht laut Power auf Eichungen,
welche als Kreierung und Bestimmung von Zahlenmaterial verstanden werden (vgl. Power
2004, S. 767). In seinen nachfolgenden Ausführungen schildert er, warum die Menschen
Zahlen so viel Vertrauen schenken. Das „Zauberwort“ lautet Objektivität. Allerdings vergisst
Power nicht, darauf aufmerksam zu machen, dass die Menschen auch eine gewisse Vorsicht
an den Tag legen, bei der Interpretation bestimmter zahlenmäßiger Sachverhalte.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass er die Unterschiede zwischen First- und Second-order-
measurement herausarbeitet und die Konsequenzen aufzeigt, die sich aus dieser
Klassifizierung ergeben.
Abschließend ist anzumerken, dass der Autor der Meinung ist, dass es eine Art
Modeerscheinung ist, welche aber gleichzeitig auch schon Gesichtszüge von einer
Gewohnheit aufweist, alles bis ins kleinste Detail zu messen, obwohl es gar nicht notwendig
erscheint (vgl. Power 2004, S. 780).

2.) Patientengespräch mit Sigmund Freud


Guten Morgen Schwester Birgitte, ist mein Patient Herr Powers schon da? Ja Herr Dr. Freud,
Herr Powers liegt schon auf der roten Couch in ihrem Büro und wartet auf sie! Hat er ihnen
schon was gesagt, warum es geht? Herr Powers hat nichts Konkretes zu mir gesagt, aber
auf den ersten Blick wirkt er wieder sehr aufgelöst, verstört und unruhig. Ich denke er leidet
wieder einmal unter seinen Wahnvorstellungen. Ok! Danke Schwester Brigitte für die Info!

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Guten Morgen Herr Powers wie geht es ihnen? Herr Dr. Freud, es ist der übliche Kampf mit
den Zahlen! Herr Powers entspannen sie sich, bleiben sie ruhig und erzählen sie mir was sie
beschäftigt. Freud setzt sich vom Patienten abgewandt auf seinen Sessel und Herr Powers,
liegend auf der roten Couch, fängt an zu erzählen.
Es sind wieder meine Wahnvorstellungen mit den Zahlen und wie sie wissen hat der Drang
zu messen und alles genau zu erfassen eine lange Vorgeschichte bei mir. In jeder freien
Minute meines Lebens dreht sich alles nur um das eine, alles krankhaft zu messen und zu
kontrollieren. Es gibt auf der einen Seite nichts „Geileres“ als Werte der Messungen zu
impersonalisieren und objektivieren und die Stabilität und Wiederholbarkeit zu beobachten.
Aber gerade diese überperfekte Fiktion der Wirklichkeit löst in mir wiederum das unerbitterte
Streben nach Gleichgültigkeit und Schlampigkeit hervor und es verschwimmen die Grenzen.
Gerade die Lawine an Zahlen löst in mir, im innersten in mir einen heftigen Kampf zwischen
meinen zwei Persönlichkeiten meinen zwei ICH´s „Pragma“ (Pragmatiker) und „Phlegma“
(Phlegmatiker) aus. Der Kampf ist so ein unerbitterter Kampf zwischen Misstrauen und
Vertrauen, dass ich vor lauter Konfrontation nur noch einen Ausweg sehe und mir am
liebsten das Leben nehmen würde um endlich Frieden und Abstand von den Zahlen zu
finden!
Ich werde bei ihnen wie beim letzten Mal Schizophrenie begründet auf „Fake Präzision“
diagnostizieren. Den weiteren Ablauf der Behandlung kennen sie ja schon! Aufwiedersehen!
Dr. S. Freud verlässt sein Büro und sagt zu Schwester Brigitte: „Schwerer Fall von
Schizophrenie, die üblich Standardtherapie und ab in die Psychiatrie!“

3.) Mein Fazit


Mit der Erkrankung Schizophrenie lässt sich der Text von Power sehr gut aus einem anderen
Blickwinkel darstellen und im Pschyrembel wird sie wie folgt beschrieben: „in den meisten
Fällen die besondere Entwicklung, den besonderen Lebensweg eines Menschen unter
besonders schwerwiegenden inneren u. äußeren disharmonischen Bedingungen, welche
Entwicklung einen Schwellenwert überschritten hat, nach welchem die Konfrontation der
persönlichen inneren Welt mit der Realität u. der Notwendigkeit zur Vereinheitlichung zu
schwierig u. zu schmerzhaft geworden ist u. aufgegeben worden ist“ (Dornblüth 1994; S.
1376).
Der Reduktionismus, das Messen und das Erfassen von Leistungen, die Objektivitätskultur
und welche (politische) Rolle dahintersteckt sind wichtige Aspekte, aber wo liegen die
Grenzen?
Nach Jochen Mariss könnte die Lösung lauten: „Gelassenheit, Zuversicht und Humor
verwandeln große Sorgen in kleine, kleine in winzige, und die winzigen lösen sich schließlich
in Luft auf“ (Bercker 1998, S. 455).
-3-
Und Sigmund Freud hat einmal gesagt: „In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn
und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank“ (Bercker 1998, S. 356).
Für wen welche Messgrößen zutreffen oder nicht und wo genau die Objektivität liegt, lässt
sich meiner Meinung nach nicht immer klar darstellen, aber durch die angeführten Zitate ein
wenig einschätzen und der gesunde Menschenverstand bzw. Hausverstand sollte für das
Verständnis eine gute Basis sein.

4.) Literaturverzeichnis

Bercker, S. (1998): Pflege Heute. Stuttgart [u.a.]: Gustav Fischer Verlag.

Dornblüth, O. (1994): Pschyremble Klinisches Wörterbuch. 257. Auflage. Berlin: Gruyter.

Power, M. (2004): Counting, control and calculation in: Human Relations – Volume 57(6):
SAGE Publications, London; S. 765-783.

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