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Studnet Dietmar Lengauer

Michel Foucault [miˈʃɛl fuˈko] (* 15. Oktober 1926 in Poitiers; † 25. Juni 1984 in Paris),
Inhaber des Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme am Collège de France in Paris, war
ein oftmals dem Poststrukturalismus zugerechneter französischer Philosoph, Psychologe und
Begründer der Diskursanalyse.

HETEROTOPIE

Die grundlegende Annahme Foucaults ist, dass es Räume gibt, die in besonderer Weise
gesellschaftliche Verhältnisse reflektieren, indem sie sie repräsentieren, negieren oder
umkehren. Dabei wird zwischen Utopien und Heterotopien unterschieden:

Unterschied Utopien- Heterotopien:

Utopien:
sind entweder irreal, die als Wunschvorstellungen oder albtraumhafte Visionen von
gesellschaftlichen Zuständen vor allem in Romanen oder Filmen vertreten sind- demnach ist
die Utopie ein unwirklicher, virtueller Raum, entweder Gegenentwurf oder Perfektionierung
der realen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Heterotopie:
Heterotopie ist ein von Michel Foucault verwendeter Begriff, der der Utopie entgegengestellt
wird. Es handelt sich hierbei um reale Orte, die tatsächlich existieren und körperlich
zugänglich sind, und infolge dessen tatsächlich realisierte Utopien sind. Es sind somit
wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind,
in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und
gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, obwohl sie tatsächlich geortet
werden können.

Aufgrund dieser Punkte und mit Hilfe des Videos konnte man sehen, dass es sich bei einem
Fußballstadion um eine Heterotopie handelt. Ein Fußballstadion befindet sich gewissermaßen
außerhalb eines Ortes, da es meist an den Rändern der Stadt gebaut wird. Dennoch ist es ein
realer Ort, der lokalisiert und konkret festgemacht werden kann, ein Ort, der innerhalb der
Gesellschaft existiert und ebenfalls in der Kultur präsent ist. Desweiteren ist es ein wirksamer

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Studnet Dietmar Lengauer

Ort, der gesellschaftliche Verhältnisse repräsentiert und ebenfalls eine gewisse Einrichtung für
gesellschaftliche Zusammenhänge darstellt (im Sinne von Fans).

Um die Heterotopie „Fußballstadion“ an konkreten Punkten festzulegen, nennt Foucault


einige Grundsätze, die erfüllt werden müssen. Die systematische Beschreibung nennt
Foucault auch Heterotopologie und diese dient als Analyse des „anderen Raumes“
Grundsätze:

1. Institutioneller Ort mit bestimmten Regeln:


Diese Form von Heterotopien bezeichnet Foucault auch als Krisen- oder, in unseren
modernen Gesellschaften, als Abweichungsheterotopien und versteht sie als grundlegend für
jede Gesellschaft, da sie diese strukturieren, ordnen und ihre Mitglieder kontrollieren, indem
Abweichler bestraft bzw. ausgesondert werden und so das Fortbestehen der jeweiligen
Gesellschaft gewährleistet wird.

Wie an diesem Punkt festgemacht werden kann, existieren im Fußballstadion zahlreiche


Regeln, die beachtet werden müssen, um eine gesellschaftliche Existenz innerhalb des
Stadions zu gewährleisten. Hierbei sind gewisse Verbote (Raucherverbot) und
Verhaltensregelen zu erwähnen. Abweichler, wie beispielsweise, Hooligans werden hierbei
kontrolliert, bestraft und letztendlich ausgesondert und durch deren Ausschluss wird ein
Fortbestehen der gesellschaftlichen Verhältnisse garantiert.

2. Jede Heterotopie hat ein ganz bestimmtes Funktionieren


Dies bedeutet, dass beispielsweise das Fußballstadion sicherlich ein anderer Ort im Verhältnis
zu anderen kulturellen Orten darstellt und somit auch eine selbstständige Funktion hat.
Dennoch ist es ein Raum, der mit der Gesamtheit der Stadt und der Gesellschaft verbunden ist
und somit ein bestimmtes Funktionieren in dem Leben garantiert.

3. Zusammenlegen mehrerer Räume


Heterotopien sind sie in der Lage, mehrere Räume an einem einzigen Ort zu vereinen und
zueinander in Beziehung zu setzen, die eigentlich nicht vereinbar sind.

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Im Zusammenhang zum Fußballstadion lassen sich hierbei zahlreiche Punkte festlegen:


zunächst können Konzerte innerhalb eines Stadions stattfinden, wobei das Stadion die
Funktion eines Konzertsaales übernimmt. Grundsätzlich aber stehet dieser Saal nicht mit dem
Fußball im Verhältnis steht. Weiters dient das Fußballstadion auch als Einkaufsmöglichkeit,
Imbiss, Sehenswürdigkeit, und vieles mehr. Somit ist ersichtlich, dass sie innerhalb eines
realen Raumes bzw. einer Heterotopie mehrere Räume zusammenlegen lassen.

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