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Cassirer Substanzbegriff Und Funktionsbegriff

Cassirer Substanzbegriff Und Funktionsbegriff

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i

1^

SUBSTANZBEGRIFF UND FUNKTIONSBEGRIFF
Untersuchungen über die Grundfragen
der Erkenntniskritik

von

ERNST CASSIRER

il

VERLAG VON BRUNO CASSIRER BERLIN 1910

Vorwort.
Die erste Anregung zu den Untersuchungen, die dieser enthält, ist mir aus Studien zur Philosophie der Mathematik erwachsen. Indem ich versuchte, von Seiten der Logik aus einen Zugang zu den Grundbegriffen der Mathematik zu gewinnen, erwies es sich vor allem als notwendig, die Begriffsfunktion selbst näher zu zergliedern und auf ihre Voraussetzungen zurückzuführen. Hier aber machte sich

Band

alsbald eine eigentümliche

Schwierigkeit geltend:

die her-

kömmliche logische Lehre vom Begriff zeigte sich in ihren bekannten Hauptzügen als unzureichend, die Probleme, zu denen die Prinzipienlehre der Mathematik hinführt, auch nur
vollständig

zu bezeichnen.

Die exakte Wissenschaft

war hier, wie sich mir immer deutlicher zu ergeben schien, zu Fragen gelangt, für welche die Formensprache der traditionellen Logik kein genaues Correlat besitzt. Der sachliche Gehalt der mathematischen Erkenntnisse wies auf eine Grundform des Begriffs zurück, die in der Logik selbst nicht zu klarer Bezeichnung und Anerkennung gekommen war. Insbesondere waren es Untersuchungen über den Reihenbegriff und den Grenzbegriff (deren spezielles Ergebnis übrigens in die allgemeineren Erörterungen dieses Buches nicht aufgenommen werden konnte), die diese Überzeugung in mir befestigten und damit zu einer erneuten Analyse der Prinzipien
der Begriffsbildung selbst hindrängten. Allgemeinere Bedeutung gewann das Problem, das hierdurch bezeichnet war, freilich erst dann, als es sich zeigte, daß es sich keineswegs auf das Gebiet der Mathematik beschränkt, sondern von hier aus auf das Ganze der exakten Wissenschaften übergreift. Die Systematik dieser Wissenschaften

gewinnt eine verschiedene Gestalt,

ie

nacMem man

sie gleich-

sam unter verschiedenen logischen Perspektiven betrachtet. So mußte nunmehr der Versuch gemacht werden, von dem einmal gewonnenen Gesichtspunkt aus, den Formen der
Begriffsbildung in den einzelnen Disziplinen in der Arithmetik, wie in der Geometrie, in der Physik, wie in der Chemie Hier genügte es für den Gesamtzweck der nachzugehen. Untersuchung nicht, einzelne Beispiele aus den besonderen Wissenschaften zur Stütze der logischen Theorie heranzuziehen, sondern es mußte versucht werden, sie in der Gesamt-

Aufbaus zu verfolgen, um hierbei die Grundfunktion, von welcher dieser Aufbau beherrscht und zusammengehalten wird, immer bestimmter heraustreten zu lassen. Die Schwierigkeiten, die der Durchführung jedes derartigen Planes entgegentreten, habe /ich mir nicht verhehlt; wenn ich mich dennoch zuletzt entschloß, ihn in Angriff zu nehmen, so tat ich es, weil sich mir immer deutlicher zeigte, eine wie reiche und wichtige Vorarbeit für ihn in den Einzelwissenschaften selbst bereits geleistet, war \^ Immer bewußter und energischer hat sich insbesondere innerhalb der exakten Wissenschaften das Interesse der Forscher von den besonderen Zielen zu den philosophischen Grundlagen zurückgewandt. Hier gewinnt daher, wie immer man über die Ergebnisse dieser Forschungen im Einzelnen urteilen mag, die logische Aufgabe als solche überall eine reiche und unmittelbare Förderung, Die folgenden Darlegungen haben demgemäß überall gesucht, sich auf die geschichtliche Entwicklung der Wissenschaften selbst und auf die systematische Darstellung ihres Gehalts durch die großen Forscher zu stützen. So sehr sie von Anfang an darauf verzichten mußten, die Gesamtheit der Probleme, die sich hier aufdrängen, in ihre Betrachtung aufzunehmen, so sollte doch andererseits der spezielle logische Gesichtspunkt, unter welchem sie stehen, im Einzelnen bewährt und durchgeführt werden. Was der Begriff seiner einheitlichen Leistung nach ist und bedeutet, ließ sich nur aufweisen, wenn diese Leistung durch die wichtigsten wissenschaftlichen Problemgebiete hindurch verfolgt und in allgemeinen Umrissen dargestellt wurde.
heit ihres prinzipiellen einheitliche

,

VI

Eine neue und weitere Fassung erhielt die Aufgabe sodann, sobald von den rein logischen Grundbestimmungen zum Wirklichkeitserkenntnis fortgeBegriff der schritten wurde. Der ursprüngliche Gegensatz entfaltete sich jetzt zu einer Mehrheit verschiedener Probleme, die indes

durch den gemeinsamen Ausgangspunkt, von welchem

sie

ihren Anfang nehmen, auf einander hp'/raen und zu einer gedankimmer in der Geschichte lichen Einheit verknüpft sind. der Philosophie die Frage nach dem Verhältnis des Denkens und Seins, der Erkenntnis und der Wirklichkeit gestellt wird, da ist sie bereits in ihrem ersten Ansatz von bestimmten

Wo

logischen

Voraussetzungen, von einer bestimmten An-

sicht über die Natur des Begriffs und des Urteils geleitet und beherrscht. Jede Änderung in dieser Grundansicht muß daher mittelbar zugleich eine eingreifende Änderung jener allgeder meineh~Fragestellung nach sich ziehen. Das

System

keine isolierte „formale" Bestimmung, die nicht im Ganzen der Erkenntnisaufgaben und Lösungen weiterwirkte. Die Auffassung, die man einmal von der Grundform des Begriffs gewonnen hat, greift daher unmittelbar in die Beurteilung der sachlichen Fragen ein, die "man herkömmlicher Weise der ,, Erkenntniskritik" oder der „Metaphysik" zuweist. Wie diese Fragen sich vom Standpunkt der allgemeinen Ansicht, die in der Kritik der exakten Wissenschaft gewonnen wurde, umgestalten und wie damit zugleich ihre Lösung eine neue Richtung nimmt, versucht der zweite Teil des Buches zu zeigen. Beide Teile gehören daher, wiewohl sie ihrem Gehalt nach weit von einander abzustehen scheinen, der philosophischen Grundabsicht nach durchaus zusammen: sie suchen ein und dasselbe Problem darzustellen, das sich von einem festen Mittelpunkt aus immer mehr ausdehnt und immer weitere und konkretere Gebiete in seinen Kreis

Erkenntnis

duldet

aufnimmt.

"•

Berlin, im

Juli 1910.

Ernst Cassirer
1^
VII

.

— Elemente und Funktionen. — — Vorstellungsinlialte und Vorstellungsakte Die logische Begründung des reinen Zahlbegriffs (Dedekind). — Die Theorien von Helmholtz und Kronecker. Die Zahl und II. — Das Problem der Abstraktion. Die Mängel der sensualistischen Ableitung. — Reihenform und Reihenglied Der Begriff in der Aristotelischen Logik. — Gegenstände „erster" und „zweiter Ordnung".INHALTS-VERZEICHNIS. — Die metaphysischen Voraussetzungen der Aristotelischen Logik. I. Das System der Arithmetik. — Die Stellung des Dingbegriffs im System der logischen Grundrelationen Das negative Verfahren der „Abstraktion". — Der mathematische Begriff und seine „konkrete Allgemeinheit". — Die Zahl Ordnungszahl. DINGBEGRIFFE UND RELATIONSBEGRIFFE. Erstes Kapitel: Zur Theorie der Begriffsbildimg. — Die Kritik der Abstraktionstheorien (Lambert Lotze). — Mills Analyse der mathematischen Begriffe. — Der Substanzbegriff in der Logik und Metaphysik Die psychologische Kritik des Begriffs (Berkeley). — Kritik der nominalistischen Ableitungsversuche — die „Vorstellung" . — 35 als 46 IX . — Die Logik der Relationen. u. — Die Psychologie der Abstraktion. — Der Begriff der Progression. Seite — Aufgabe und Natxir der Gattungsbegriffe. theorie. ERSTER TEIL. — Abstraktion und Reproduktion. 3 11 23 Zweites Kapitel: Die Zahlbcgriffe. Freges „Grundlagen der Arithmetik". — Mängel der psychologischen Abstraktions— Die Formen der Reihenbildving. — Die Mannigfaltigkeit der gegenständlichen „Intentionen".

— Größen und Funktionen Die 88 Die Geometrie der Lage. — Die logische Definition der Null und der Eins. — Ordnung vmd Maß. als 70 Zalilen.Geometrie. — Der Begriff und Gestalt. IV. (Cjuitor) . — Die Formen des Calculs. III. — Infinitesimal. — Idealismus und Empirismus. — Die Erschaffung der transfiniten Ordnungszahlen. — Das Prinzip der Kontinuität bei Poncelet und Chasles. — Anschauung und Denken in den — Steiner und Poncelet — Prinzipien der Geometrie der Die Abhängigkeit geometrischer Gestalten — Der Begriff der „Korrelation". die Geometrie. — Die Logik des Idealismus und das 119 System der Mathematik Das Problem der Metageometrie. II. — Die Methodik der antiken Geometrie. — Gattungsbegriff und Relationsbegriff — Gauß' Theorie der negaDie Erweiterungen des tiven und imaginären Zahlen. — Das Imaginäre in der Geometrie. . — Dedekinds Erklärung der Irrationalzahl. begriffe. — Infinitesimal. — Die Zahl Ausdruck der Ordnvings. — Geometrische und arithmetrische Begründung. — Formbegriffe und Reihen— Das Grundprinzip der analytischen Geometrie. — Raumbegi'iff und Ordnungsbegriff. — Die Voraussetzungen des Klassenbegi'iffs.und Reihenform — Der Begriff der Das Problem der transfiniten Mächtigkeit. — Die zwei „Erzeugungsprinzipe" der Zahl Zahlbegriff Seit und Klasaenbegi'iff . — Seinswert und Verknüpfungswert der geometrischen Elemente 99 Metrische und projektive Geometrie. — Raumbegriff und Zahlbegriff. .III. — Geometrie und Gruppentheorie 112 Die Kombinatorik reine „Formenlehre" (Leibniz). — Graßmanns Ausdehnungslehre und ihre logischen Prinzipien. — Der Begriff des Doppelverhältnisses. — Die Geometrie „Beziehungslehro" (Hilbert). IV. — Die projektive Metrik (Cayhiy und Klein). — Qualität reine und Quantität. — Induktion und Analogie. — Mächtigkeit und Äquivalenz. 80 Drittes Kapitel: D«r Raumbe^^riff und I. als als . Ivritik 57 Zalilbegriffs. — Pasch's empiristisches System. — Der Begriff des „Schnitts". — Rationale und empirische Begründung der geometrischen Begriffe. L«kge. — der „Klassen"Theorien.Analysis und Relations-Analysis. — Die Staudtsche Konstruktion. — Russeis Theorie der Kardinalzahl. — Die Synthese der erzeugenden Relationen.

Der Erfahrungsbegriff des Altertums (Piaton und Protagoras). — Der Erfahrungsbegriff der mathematischen Physik.mathematische imd der sinnliche Raum. Die Bewegung als matheDas „Subjekt" der Bewegung. Die Voraussetzungen der Hypothesen und Naturgesetze. Der geometrische Begriff der Bewegung. — Der Stoß der Atome und das Postulat der Kontinuität. Der Grenzbegriff und seine Bedeutimg für die Naturerkenntnis. 161 — und Zweckbegriff. Naturbegriffe und Konstruktionsbegriffe.S — V. Aristoteles). und die ontologische „Hypothese" IV. du Bois Reymonds Theorie. Galileis XI . — Das Ideal der reinen Beschreibimg II. I — — die physikalische „Theorie". Wirklichkeit — Die begrifflichen — Geometrie und Seite 132 Viertes Kapitel: Die naturwissenschaftliche Begriffsbildung. — Atomistik und Zahlenlehre.ännung der Maßeinheiten. Das physikalische „Faktum" und physikalischen „Messung". 17. — Die Wandlungen des Atombegriffs 205 l')er begriffe. — Das Problem der Zeitmessung. — Das Problem der „Existenz". — Das „einfache" Atom bei Boscovich und Fechner. Der Begriff Die Voraussetzungen des Zählens und Messens. — Der Substanzbegriff in der Ionischen Naturphilosophie. — Begriff der Konstanten. — Das System der Gattungsbegriffe und die Physik der sinnlichen Qualitäten (Bacon) 200 Das System der Atomistik. Grundbestinimungen des reinen Raumes. — P. — III. — Die Gex<. — Teleologie und Mathematik. — Der Atombegriff und die Differentialrechnung. Robert Mayers Methodik der naturwissenschaftlichen Erkenntnis. — Der Begriff der Hypothese bei Kepler und Newton. — Die Verdinglichung der sinnlichen Qualitäten (Anaxagoras und — Chemie und Alchymie. — Die Bewährung der physikaliscVien Hypothesen 184 Das Motiv der Reihenbildung — Die physikalischen Reihen— Zahlbegriff und Naturbegriff 195 Die Entwicklung des Dingbegriffs. 152 matische „Idee. — Die logische Naturbegriff Verhältnis von Wahrheit und Wirklichkeit Das Problem der physikalischen Methode und seine Geschichte." — — 148 — — — Idealistische und empiristische Deutung der Grenzbegriffe. I. — Begründung des Atombegriffs. des Mechanismus.

— Die Theorie C. Energiebegriff und Zahlbe^Tiff. logische Form der physikalischen Objektbegriffe. Die Energie als DingEnergetik und Mechanik. Die Methode der physikalischen „Abstraktion" (Rankines Ableitung der Energetik). qualitäten. Qualitativ». .Die Die formalen Voraxissetzungon der Energetik. — Konstruktionen und KonvenIvritik : — als tionen.. — Physik und Ontologie. Der Maßbegriff — — ^ — Energie als reiner R^ lationsbegriff. Der Grundbegri«? der Äquivalenz. 'vtnbegriffs 270 Der Begriff der Valenz und die ^Vypentheorie.Der Begriff der Materie und der Begriff des Äthers.intoUigiblo" Raum: Newton und Leibniz. — — XII . Die Forderung der Homogeneität — — — — — — — — — . — Daltons Gesetz der multiplen Proportionen. >(J. „Chemischer" und Typenbegriffs... — Raum und Zeit mathematische Ideale. Das Abstraktionsproblom in der modernen Logik. — des Streintz'schen Versuches. Die Begriffe des Raumes imd der Zeit absoluten Raumes und der absoluten Zeit.. — Absoluter und idealer Raum. Neumanns der Körper Alpha.>der". — Der Atomd Das Problem der Bej^iffsbildung in der Chemie. 226 Der Ener{ obegriff i'nd die SinnesVII. der Arbeit. 287 dische System der Elemente. Das Bezugssystem der reinen Mechanik. — Das Trägheitsgesetz. — Der Atombegriffs. -^ Die Entwicklung des chemischen Verhältnisbegriff. Chemie und Mathematik . Richter). — Das Gesetz der der sinnlichen bestimmten Proportionen D. Der naturwissenschaftliche Begriff und die „W^irklichkeit". — Der absolute und der . begriff imd als Oi^Jnungsbegriff. — Die Chemie diePhlogistontheorie. VIII. „Wü'kUche" und „nicht wirkliche" Elemente in den physikalischen — — Die Seite Objektbegriffen — Materie und Idee 216 Newtons Begriffe des VT.. Rickerts Theorie der natxirwissenschaftlichen Begriffsbildung. 249 „Begriffe" und „Bi. . Der Ersatz des absoluten — — Raumes durch den Fixsternhimmel. „molekularer" Typtis. Der Begriff des „Radikals" und die 281 Theorie der „zusammengesetzten Radikale" Momente des chemischen — — — Die logischen Das perioDie Umbildung der chemischen Systemform. jj^iff als „regulative" Gebrauch des A. — Streintz' Begriff des . Die Pöduktion in der chemischen Begriffsbildung.Fundamentalkörpers". — Heinrich Hertz' Sj-stem der Mecheuiik. . Der Begriff ier Energie.. — — — IX.

— Das Der Begriff Problem der naturwissenschaftlichen Konstanten. — Das Allgemeine und das Besondere. nuität der Erfahrungsphasen. Das Experiment als Mittel der Analyse. — Der Begriff Reihenprinzip. — Induktion mid Invariantentheorie. „kompositive" und „resolutive" Methode. Fünftes Kapitel: Zum I.Synthese in der Mathematik und in der Erfahrtmgswissenschaft. — Ausdruck von Einzelverhältnissen. DAS SYSTEM DER RELATIONSBEGRIFFE UND DAS PROBLEM DER WIRKLICHKEIT. Das Grundverhältnis der „allgemeinen" und der „besonderen" Relationen. Das „Gedankenexperiment". „Isolation" und „Superposition". — Gesetze und Konstanten. Die Konstanz und Eindeutigkeit des Geschehens. — talität Fälle. Die beiden Grundtypen des Wissens 334 — — — — — — — • — . — Das „Ewigkeitsmoment" in den empirischen Urteilen. — Wortbedeutungen und mathematische Begriffe. III. — Die Erfahrung Aggregat und System. Das Problem der Naturgesetze. Die Zerlegung in „Relationsschichten". Die Grundform der Erfahrung. Gresetz.und Erfahrungsurteile. als als Seite werte und Größenverhältnisse 292 ZWEITER TEIL. Der Begriff des „Grundes" und die mathematischen Notwendigkeits-Relationen. — Diskrete und kontinuierliche „Ganze". — Wahrnehmung oind Urteilsfunktion. Problem der Induktion. Die Relations. — — Materiale und formale Konti— Die „Invariantentheorie der 351 Erfahrung" und der Begriff des „Apriori" XIII . — Die „Integration" des Einzelfalles. - als als Induktion und Analogie II. 313 Induktion und Analysis. Das Problem des „Einzelfalles". — Wahrnehmvmgs.— Begriff und Anschauung. — GrößenKritik der Rickertschen Theorie. — Die begrifflichen Voraussetzungen des „Naturobjekts". — Der Einzelfall und das — Die Voraussetzung der To— Die Theorie des empirischen Urteils bei der Locke und Mach. Gesetze und Regeln. — Das Postulat der notwendigen Bestimmtheit.

Die Wechselbeziehung der „Form" und der „Materie" der Er- — XIV . das Transscendenzproblem Das Gesetzliche der Zeichen und Bild. Verhältnis von Wahrheit und Wirklichkeit II.. Das „Transscendieren" der sinnlichen Empfindung Der Begriff der „Repräsentation". Die Korrelation des Ichbewußtseins und des Gegenstandsbewußtseins und der „kritische Realismus". — — — — — — — — — — — — — 359 — — — — — — — — — — — — 373 380 — — — — — — — — — — 389 — — — physikalischen Weltbildes 402 Siebentes Kapitel: SubjektiTität und Objektivität der Relationsbegriffe. lichkeit. Die Gliederung in Objektivitätskreise. Die Gegendes Denkens im System des kritischen Idealismus. Die Funktionsformen der rationalen und empirischen Erkenntnis. Der Begriff Der Gegenstand und die Denknotwondigkeit. falsche Begriff der „Subjektivität".. „Projektion" und „Selektion" .Seite Sechstes Kapitel: Der Begriff der Wirklichkeit Die Scheidung der „subjektiven" und der „objektiven" WirkDie Bedeutung des Objektbegriffs. Die Organisation der Erfahrung. Der Begriff der Materie und gebene" und die Denkfunktion. Die „objektiven" Voraussetzungen des Ichbegriffs. Der Begriff der Objektivität und das Problem des Raumes. Die logische Abstufung der Erfahrungsinlialte. Erscheinung. Das „Geständlichkeit innerhalb der reinen Mathematik. IV Die Zeichentheorie. Die „Ähnlichkeit" des Bewußtseins und des Gegenstandes. Dfis Problem des „Transsubjektiven". Das Problem der „Lokalisation". Begriff und Wahrnehmung bei Helmholtz. Die Einheit des Der physikalische Begriff der Wirklichkeit. m. Die Theorie der sinnlichen „Species". Das Problem der „Transscendenz". Die Forderung der Kontinuität des „Gegenstandes". Veränderliche und dauernde Erfahrungselemente.. Die Umbildung des Repräaentationsbegriffs. Die Projektionstheorie und ihre Mängel. I. Gegenstand und Urteilsfunktion. Der Fortschritt zUm „Ganzen der Erfahrung". Die Stufenfolge in den Graden der Objektivität. Die Entstehiuig der Raumvorstellung. Helmholtz' Theorie der „Relativität". Der Reihenbegriff und der empirische Gegenstand. Beharrlichkeit und WiederDer holbarkeit. Logische und ontologische Fassung des Relativitätsgedankens. Die Subjektivierung der Sinnesqualitäten.

„Empfindungen" nnd „Anschauungen" 439 — — — IL Meinongs Theorie der „fundierten Inhalte". Lehre — Piatons Psychologie der Relationsbegriffe. — Aristoteles' vom Koivöv. — Der Wahrheitsbegriff der modernen Mathematik Die Relationsbegriffe und die Aktivität des Ich. bei Leibniz und Tetens Der Begriff des „Einfachen" — 433 Das Die Verdinglichung der „einfachen" Empfindungen. Seit« 410 421 Achtes Kapitel: Zur Psychologie der Relationen. — Die Psychologie der „Verhältnisgedanken" in der neueren Psychologie. Problem der „Gestaltqualität". — Leibniz und Bolzano. Die psychologische Theorie der Gestaltqualitäten. — Kontinuität und Konvergenz der Erfahrungsphasen. Die Psychologie der Raumvorstellung. . — Nativismus. „Phänomenale" und „metaphänomenale" Gegenstände. I. . — Die Psychologie des Denkens. Der Streit zwischen Empirismus und — Zuordnung und Verknüpfung. — Das Problem des Pragmatismus. Wahrnehmungsmoment und Urteilsmoment. Die logischen Relationen vmd das Problem des Selbstbewußtseins. — Wahrheit und NützHchkeit. — Die WirkHchkeit als „projektierte Einheit". — Die Doppelform des Begriffs kenntnis. Die Funktionen der — — — — — Logik und Psychologie der Relationen 449 XV . Die „Gegenstände höherer Ordnung". — Die UnvoUendbarkeit der Erfahrung und der kritische Wahrheitsbegriff.— Der Bestand der „ewigen Wahrheiten".

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Ernst Cassirer Substanzbegriff und Funktionsbegriff 4 .

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Erster Teil Dingbegriffe und Relationsbegriffe .

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daß hier der stetige sichere Gang der Wissenschaft endgültig erreicht sei. gesichert blieb. Überall zeigt sie sich von neuen Fragestellungen erfüllt und von neuen gedanklichen Tendenzen beherrscht. die die Hauptlehren der In der Logik in ihr erfahren haben. die die Jahrhunderte hier für die Formulierung der Grundlehren geleistet haben. die sich immer von neuem gegen die verschiedenen erkenntnis- formalen Logik — theoretischen teten. von der steten Umgestaltung alles gegenständlichen Wissens unberührt schien sie allein sich gleichförmig und einförmig zu behaupten. scheint mehr und mehr abzubröckeln. Selbst die weitere Betrachtung. allein schien die philosophische Gedankenentwicklung endlich in ihr schien ein zu einem sicheren Halt gelangt zu sein. Substanzbegriff 1 1* 3 . mußte unter diesem Gesichtspunkt als eine und Bestätigung ihres eigentümlichen Gewißheitscharakters gelten. wie sie seit Aristoteles keinen Schritt rückwärts tat. den die wissenschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten genommen hat. das gegen alle die Zweifel. schien somit bewährt und befestigt. als in der Umbildung. die die Philosophie der Gegenwart allmählich zu den Grundlagen des theoretischen Wissens gewinnt. daß die Logik.Erstes Kapitel Zur Theorie der Begriffsbildung Die neue Stellung. so ergibt sich auch für die formale Logik alsbald ein anderes Bild. Gebiet abgegrenzt zu sein. so auch keinen Schritt vorwärts zu tun vermochte. Verfolgt man indessen genauer den Gang. Standpunkte und Lehrmeinungen richDas Urteil Kants. eigentlichen Leben. während auf der andern Seite jene neuen Von dem — Cassirer. Von der Arbeit. bekundet sich nach außen hin vielleicht nirgends deutlicher.

Bedeutung. Der systematische Zusammenhang. Denn der Gesichtskreis der modernen Mannigfaltigkeitslehre bleibt nicht auf die rein mathematischen Probleme beschränkt. sondern erweitert sich zu einer allgemeinen Betrachtung. Die modernen Bestrebungen zur Reform der Logik haben freilich versucht. aber verlangt zuDer gleich eine erneute Prüfung ihrer Voraussetzungen. aber die Verknüpfung mit ihren allgemeinen Grundanschauungen bleibt nichtsdestoweniger erhalten und tritt an bestimmten Wendepunkten der geschichtlichen Entwicklung immer von neuem Schon in charakteristischer Deutlichkeit hervor. die grundlegende griffs im Aufbau .großen Gebiete von Problemen hervortreten. die sich bis in die spezielle Methodik der Naturerkenntnis hinein erstreckt und bewährt. die der Theorie des Beder logischen Erkenntnisse zugewiesen wird. Damit aber wird die Logik zugleich aus ihrer Absonderung befreit und wiederum konkreten Aufgaben und Leistungen zugeführt. die sich aus der Berührung mit der allgemeinen mathematischen Mannig- faltigkeitslehre diese Lehre als der Immer mehr erweist sich ergeben. vom Wesen und von der Gliederung des Seins bedingt die Auffassung der Grundformen des Denkens. die Kritik beginnt nunmehr sich auch solchen Lehren zuzuwenden. weist auf diesen Zusammenhang zurück. Die Aristotelische Logik ist in ihren allgemeinen Prinzipien der getreue Ausdruck und Spiegel der Aristotelischen Metaphysik. die man zuvor gesondert zu verfolgen pflegte. dem verschieden- artige logische Fragestellungen. gemeinsame Zielpunkt. gleichmäßig zustreben und durch dtn sie ihre ideelle Einheit empfangen. läßt auch sie sich Die Auffassung in ihren eigentlichen Motiven verstehen. Erst im Zusammenhang mit den Überzeugungen. auf welchen diese letztere ruht. In der weiteren — Ausbildung der Logik beginnen sich freilich die Beziehungen n t o1 o gi e zu der speziellen Form der Aristotelischen zu lockern. in welchen die Logik auf diese Weise einbezogen wird. Schein unbedingter Sicherheit schwindet. die selbst gegenüber tiefen prinzipiellen Wandlungen des allgemeinen Erkenntnisideals ihren geschichtlichen Bestand fortdauernd und scheinbar unverändert zu behaupten vermochten.

sondern nur die äußere Gliederung seiner Elemente hatte sich verschoben. Der gedankliche Zwang. die nur aus der herkömmlichen Theorie des Gattungsbegriffs völlig zu verstehen und zu begründen waren. Die wesentlichen Funktionen. Die Vorherrschaft des Begriffs. entsteht uns allmählich eine immer festere Ordnung und Gliederung des Seins je nach der Abstufung der sachlichen Ähnlich* keiten. nicht dauernd in voller Reinheit zu behaupten. die durch den gemeinsamen Besitz ein und derselben Eigenschaft gekennzeichnet sind. die die gewöhnliche Weltansicht durchgehend braucht und betätigt. aus dieser Fülle der auf diesen : • individuellen Einzelexistenzen einer Mehrheit diejenigen Momente heraus- von ihnen gemeinsam zugehören. machte sich alsbald darin geltend. zu Klassen vereinigen und dieses Verfahren zuheben. so sehr stimmen sie mit den Grundannahmen überein. Die Hauptzüge dieser Lehre sind bekannt und bedürfen keiner eingehenden Darlegung. die' fortschreitend auf den höheren Stufen wiederholen. daß in die Urteilslehre selbst sich immer wiederum Züge eindrängten. Aber so fruchtbar sich dieser Gesichtspunkt auch erwies. daß sich für eine kritische Nachprüfung hier kaum irgendwo eine Handhabe darzubieten scheint. Alle kritischen Versuche einer Umformung der Logik müssen sich daher zunächst einen Punkt konzentrieren die Kritik der formalen Logik faßt sich in eine Kritik der allgemeinen Lehre von der Begriffsbildung zusammen. von der die alte Einteilung beherrscht war.die überlieferte Rangordnung der Probleme an diesem Punkte umzukehren. Nichts anderes wird in der Tat vorausgesetzt. durch die Einzeldinge hindurchziehen. war somit implicit wiederum anerkannt: nicht der sachliche Schwerpunkt des Systems. die sich . so vermochte er sich doch gegenüber der systematischen Tendenz. indem sie der Lehre vom Begriff die Lehre vom Urteil vorangehen lassen. als das Dasein der Dinge selbst in ihrer zunächst unübersehbaren Mannigfaltigkeit und das Vermögen des Geistes. die man zu beseitigen suchte. die das Denken hierbei betätigt. Indem wir auf diese Weise die Objekte. So schlicht und klar sind ihre Voraussetzungen. unter dem^auch all jene Neuerungsversuche noch standen.

Wie wir den Begriff des Baumes bilden. System Darstellting der Logik. sondern er bildet einen Teil eben dieser Wirklichkeit selbst. Die Begriffe der exakten mathematischen Wissenschaft stehen in dieser Hinsicht mit den Begriffen der beschreibenden Wissenschaften. Neue Leipzig 1875. .. die es lediglich mit der übersichtlichen Ordnung und Klassifikation des Gegebenen zu tun haben. indem wir eine Beschaffenheit isolieren. die sich im Quadrat und Rechteck. Jede Reihe vergleichbarer Objekte besitzt einen höchsten Gattungsbegriff. in sich faßt. Die Reflexion.. Der Begriff tritt der sinnlichen Wirklichkeit nicht als ein Fremdartiges gegenüber. § 51 ff. um sich der wesentlichen Züge. der Logik. 4. im symmetrischen und asymmetrischen Trapez und Trapezoid tatsächlich vorfindet und die sich hier unmittelbar anschaulich aufweisen läßt*. z.. die nur einem Teil der verglichenen Elemente zugehören. indem man auf ein bestimmtes * Vgl. der alle die Bestimmungen. im — Beimischung mit ungleichartigen Bestandteilen und heraushebt. die Menge der gemeinsamen Merkmale herausheben. einen Auszug dessen.i Die bekannten Hauptsätze der Begriffstheorie ergeben sich auf dieser Grundlage von selbst. in denen sie übereinstimmen. die zwischen den besonderen Objekten hin und her geht. Wie man von einer Art zur höheren Gattung emporsteigt.ert werden. Artbegriffe verschieden hoher Stufe defini. indem wir aus der Gesamtheit der Eichen. Bonn 1857. So wird durch diese Aufund dies scheint ihr eigentümlicher Vorzug und ihre — % Rhombus und Rhomboid. führt von selbst zur Abstraktion. in welchen diese Objekte übereinkommen. völlig auf gleicher Stufe.sind also lediglich die des Vergleichens und Unterscheidens gegebener sinnlicher Mannigfaltigkeiten. was in ihr unmittelbar enthalten ist. zu versichern. Buchen und Birken usw. Drobiöch. während anderseits innerhalb dieser höchsten Gattung durch solche Eigenschaften.Überweg. Aufl. die eben diese verwandten Züge losgelöst von aller rein für sich erfaßt fassung Rechtfertigung zu sein die Einheit des natürlichen Weltbildes nirgends gestört und gefährdet. 16ff. so bilden wir in genau derselben Weise etwa den Begriff des ebenen Vierecks. § B.

der hier gewiesen wird. Und selbst vom immanenten mung Bestim- j' . so daß schließlich die allgemeinsten Begriffe. Ein derartiger Abschluß bliebe unverständlich. Schritte die Forderung erfüllten. gänzlich ins Leere fällt: so müssen sich auch gegen den gesamten Weg. wenn man vom höheren Begriff zum niedrigeren herabsteigt und damit die Anzahl der Arten. daß er an Stelle der ursprünglichen Unbestimmtheit und Vieldeutigkeit des Vorstellungsinhalts eine scharfe und eindeutige setzt. Was wir vom wissenschaftlichen Begriff zunächst verlangen und erwarten. auf welches diese Methode der Begriffsbildung schließlich hinausführt. keinerlei auszeichnende Eigentümlichkeit und Bestimmtheit mehr besitzen. konkret-wissenschaftliche Begriffsbildung zu stellen pflegen. Wenn das Ziel. ist dies. wenn diese durch den Aufstieg zu einer höheren Gattung vermehrt. das bis dahin festgehalten wurde. so wird diese Größe wachsen. Die „Begriffspyramide". — während sie abnehmen wird.Merkmal. zugleich von jeder spezifischen gänzlich entleert ist. die man dem Begriff untergeordnet denkt. muß sich sogleich der erste Zweifel gegen ihre ausnahmslose Geltung und Anwendbarkeit regen. wenn die einzelnen. kraft dessen jeglicher beliebige Denksich . zu dem die traditionelle logische vom Begriff mit innerer Notwendigkeit hingedrängt wird. Nennt man demnach die Anzahl der Merkmale eines Begriffs die Größe seines Inhalts. so vollzieht sich umgekehrt die Besonderung der Gattung durch die fortschreitende Hinzufügung neuer inhaltlicher Momente. Anzahl Umfang inhalt unter sie fällt. während hier umgekehrt die scharfen Grenzen sich zu verwischen scheinen. Dem weiteren entspricht daher eine fortschreitende Beschränkung des Inhalts. die wir kraft dieses Verfahrens aufbauen. deutung Lehre — Be- y^ An diesem Punkte indes. verzichtet und damit ein größeres Gebiet von Objekten in den Umkreis der Betrachtung aufnimmt. zu denen wir gelangen können. einer Vorstellung. je weiter wir das angegebene logische Verfahren verfolgen. die eben in ihrem allumfassenden Sein. die wir an jede fruchtbare. Bedenken erheben. vermindert. endet nach oben hin in der abstrakten Vorstellung des „Etwas".

daß die allgemeine formale Vorschrift für sich allein nicht genügt. Wenn wir um ein drastisches Beispiel L o t z e s zu gebrauchen Kirschen und Fleisch unter die Merkmalgruppe rötlicher. auch die eigentlich charakteristischen Züge enthalten. sondern ein . die wir aus einem beliebigen Komplex von Objekten herausheben. so gelangen wir hiermit zu keinem gültigen logischen Begriff.. soll nicht nur ein beliebig herausgegriffener Teil. wesentliches" Moment sein. indem er den Grund seiner besonderen Gestaltung aufdeckt und für sich hinstellt. daß dieses Ziel wahrhaft erreicht wird. daß durch eine derartige Reduktion an die Stelle der ursprünglichen anschauein bloßer Teilbestand geDieser Teil aber erhebt den Anspruch. eßbarer Körper unterordnen.\ Der Akt der Negation soll vielmehr der Ausdruck einer durchaus positiven Leistung sein: was zurückbleibt. Wert verlieren. das Ganze zu beherrschen und zu erklären. Die herkömmliche Vorschrift für die Bildung der Gattungsbegriffe aber enthält in sich keinerlei Gewähr. In der Tat verbürgt uns nichts. so ist klar. daß wir von einer Mehrheit von Objekten. die in der Logik zurückbleibt. saftiger. Im System des Aristoteles liegt dieses Kriterium deutlich zutage: die Lücke. Wenn alle Begriffsbildung darin besteht. daß die Merkmale. Der höhere Begriff will den niederen verständlich machen. die uns vorliegt.Standpunkt der formalen Logik aus entsteht sogleich ein neues Problem. Der Begriff würde jeglichen lichen treten Gesamtheit wenn ist. durch das das Ganze bestimmt wird. sondern zu einer nichtssagenden Wortverbindung. daß vielmehr überall zu ihrer Ergänzung stillschweigend auf ein anderes gedankliches Kriterium zurückgegriffen wird. während wir alle übrigen fallen lassen. er lediglich die Aufhebung der besonderen Fälle. die für die Erfassung der besonderen Fälle nichts bedeutet und leistet. und gleichsam die Vernichtung ihrer Eigenart bedeuten wollte. die die Gesamtstruktur der Glieder des Komplexes beherrschen und nach sich bestimmen. Somit zeigt es sich. wird auch hier wiederum durch die Aristotelische Metaphysik gemeinsamen — — 8 . nur die übereinstimmenden Merkmale herausheben. von deren Betrachtung er ausgeht.

von der ihre Entwicklung geleitet ist. II. kraft dessen die reale Substanz sich successiv in ihre besonderen Seinsweisen entfaltet.alsbald ergänzt und ausgefüllt. 1 1 . Die . sondern endet. richtig . So ist es dieser der Substanz. Diese Heraushebung des Gemeinsamen bliebe ein leeres Spiel der Vorstellung. Trenr . Die logische Form der Begriffsbildung und der Definition kann nur im Hinblick auf diese Grundverhältnisse des Realen festgestellt werden. besonderen Gestaltungen die allgemeine Prägung verleiht. 2. was auf diese Weise gewonnen wird. Die Bestimmung des Begriffs durch seine nächsthöhere Gattung und durch die spezifische Differenz gibt den Fortschritt wieder. führt nicht ins Unbestimmte. Pr an M . aie Syllogistik des Aristoteles. nach welchem die einzelne Lebensform hinstrebt. Geschichte der Kategorienlohre H. Das vollständige System der wissenschaftlichen Definitionen wäre zugleich der vollständige Ausdruck der substanziellen Kräfte. Die echten und letzten Gemeinsamkeiten der Dinge sind zugleich die schöpferischen Kräfte. Die biologische Gattung bezeichnet zugleich das Ziel. S. in welchem wir die gemeinsamen Elemente einer beliebigen Gruppe von Dingen zusammenfassen. Tübingen 1900. bos. daß dasjenige. geleitet. Der Prozeß der Vergleichung der Dinge und ihrer Zusammenfassung nach übereinstimmenden Merkmalen. wenn nicht der Gedanke zugrunde läge. Die Lehre vom Begriff ist das eigentliche Bindeglied. wie er sich zunächst in der Sprache ausdrückt. die die Wirklichkeit beherrschen *. auf den auch die rein logischen Theorien des Aristoteles dauernd bezogen bleiben. . Für Aristoteles zum mindesten ist der Begriff kein bloßes sub' jektives Schema. 183 ff. y Grundbegriff * vgl. aus denen sie hervorgehen und denen gemäß sie sich gestalten. zugleich die reale Form sei. wie die immanente Kraft. Das Denken isoliert nur den A r t t y p u s der in der einzelnen konkreten Wirklichkeit als tätiger Faktor enthalten ist und der den mannigfaltigen. das beide Gebiete aneinander kettet. in der Feststellung der realen Wesensbegriffe. die den kausalen und teleologischen Zusammenhang der Einzeldinge verbürgt.. Zu den metaphysischen Voraussetzungen der Aristotelischen Logik Geschichte der Logik im Abendlande I delenburg.

die seine eigentliche . In den Handbüchern der formalen Logik bekundet sich diese Ansicht darin.Die spezifische Fassung der Aristotelischen Logik ist somit bedingt durch die spezifische Fassung seines Seinsbegriffs. durch Vermittlungen irgendwelcher Art. Natur" nicht berühren. und Qualität. Das kategoriale Grundverhältnis des Dinges zu seinen Eigenschaften bleibt fortan der leitende Gesichtspunkt. für sich bestehenden Wirklichkeiten. der in all den mannigfachen Wandlungen.. diese Vor allem aber Kategorie der Relation. von der dinglichen Existenz. Relation bleibt dem eigentlichen Wesensbegriff gegenüber unselbständig. unverändert geblieben ist. Dennoch bleibt in all diesen Versuchen einer schärferen Gliederung der logische Vorrang des Substanzbegriffs unbestritten. Zwar hat Aristoteles selbst verschiedene Arten und Bedeutungen des Seins voneinander klar geschieden: Aufgabe seiner KategorienSonderung des Seins in seine verschiedenen Unterarten zu verfolgen und deutlich zu machen. Nur an einem festen dinglichen Substrat. das primär vorhanden sein muß. Damit aber gewinnt die Aristotelische Lehre von der Begriffsbildung einen charakteristischen Zug. die durch diese metaphysische Grundlehre des Aristoteles zu einer abhängigen Die und untergeordneten Stellung herabgedrückt wird.. das die bloße Beziehung im Urteil bezeichnet. Nur an gegebenen und existierenden Substanzen sind die mannigfachen Seinsbestimmungen denkbar. daß hier in der Regel die Verhältnisse oder Beziehungen zu den . als sie sich zuletzt. während alle relativen Bestimmungen nur insofern in Betracht gezogen werden. sondern lediglich als Eigenschaften an abso- und es ist die wesentliche lehre. So wird denn auch von ihm das Sein.außerluten. Raum. sie kann ihm nur nachträgliche und äußere Modifikationen zufügen. können die logisch-grammatischen Arten des Seins Quantität überhaupt ihren realen Halt und Grund finden. die sie erfahren hat.und Zeitbestimmungen bestehen nicht an und für sich.» ist es die / 10 . das Sein der begrifflichen Synthese von dem des konkreten Subjekts ausdrücklich getrennt. in Zustände an einem Subjekt oder an einer Mehrheit von Subjekten umdeuten lassen.

das zwischen Dingbegriff und Relationsbegriff angenommen wird. Ohne diese beiderseitige Grundvoraussetzung wäre aller Streit darüber. so erkennt man ferner./ Und auch die psychologische Kritik des . Begriffsrealismus" gerade an diesem entscheidenden Punkte wirkungslos geblieben. auf die Aristoteles seine Logik gründet. In der Tat ist aller Kampf gegen den Aristotelischen . wie sehr seine Skepsis gegen den Wert und die Leistungsfähigkeit des abstrakten Begriffs zugleich den dogmatischen Glauben an die Gültigkeit der gewöhnlichen Erklärung des Begriffs in sich schließt.wesentlichen" Merkmalen eines Begriffs gerechnet werden. 11 . daß der Begriff als universale Gattung. so radikal sie auf den ersten Blick erscheinen mag. auch die speziellen Grundlehren der Peripatetischen Metaphysik überdauert hat. als anschauliches Moment sich aufweisen lasse. Hier tritt bereits eine methodische Sonderung von eingreifender Bedeutung hervor: je nach dem verschiedenen Wertverhältnis. ob jenes Gemeinsame eine gesonderte tatsächliche Existenz besitze oder nur in und mit den Sonderdingen. als gemeinsamer Bestandteil in einer Reihe gleichartiger oder ähnlicher Einzeldinge aufzufassen ist. innerlich unverständlich.. Der Streit zwischen Nominalismus und Realismus betrifft nur die Frage nach der metaphysischen Wirklichkeit der Begriffe. die ins- besondere in der modernen wissenschaftlichen Entwicklung einander gegenüberstehen. unterscheiden sich wie sich immer deutlicher zeigen wird die beiden — — typischen Hauptformen der Logik. Man kann es bei Berkeley bis ins einzelne verfolgen. daß die wesentliche prinzipielle Voraussetzung. die somit in seiner Definition ohne Schaden fortbleiben können.. Daß der echte wissenschaftliche Begriff. ist eben dies. / Legt man diesen allgemeinsten Maßstab zugrunde. abstrakten" Begriffs bringt hier. wie durch ein stillschweigendes Übereinkommen der streitenden Parteien feststeht. während die Frage nach ihrer gültigen logischen Definition außer Betracht bleibt. keine wahrhafte Umwandlung. Die Realität der „Universalien" steht in Frage: was aber ohne allen Zweifel.

daß nur diese . stellungen einen Teil ihres Inhalts gemeinsam haben. ** Vgl. Überweg. Bd. artigen ein * Inhalt.. indem er aus dem Gebiet des Physischen in das des Psychischen übergetreten ist. O. z. sondern bestimmte Einteilung des bereits vorhandenen Vorstellungsbestandes erreicht.) tritt jetzt die * S. so wird nunmehr das gleiche Verfahren nur auf die Vorstellungen als ihre seelischen Korrelate übertragen. Waren es zuvor die äußeren Dinge. entsprechen nunmehr bestimmte Grundelemente. Der Prozeß ist gleichsam nur in eine andere Dimension versetzt. a. In der Tat ist in der psychologischen Ableitung des Begriffs das traditionelle Schema nicht sowohl verändert. 12 I . als vielmehr nur auf ein anderes Gebiet übertragen. indem gewisse Momente in lediglich eine ihm durch einseitige Richtung der. 219 ff. a. § 51. absoluten".m. erksamkeit betont und von ihrer Umgebung schärfer abgehoben werden. alle anderen dagegen verdrängt sind**. II.. die verglichen und aus denen ein gemeinsamer Bestand herausgehoben werden sollte. Näheres liiorüber in in der Philosophie und Wissenschaft der neueren meiner Schrift über das Erkenntnisproblem Zeit. so entsteht aus ihnen nach den bekannten psychologischen Gesetzen der Miterregung und Verschmelzung des Gleich- daß insbesondere Mathematik Physik . während sein allgemeiner Ablauf und seine Struktur die gleichen Wenn mehrere zusammengesetzte Vorgeblieben sind.Auf. Es wird auf diese Weise kein neues Gebilde von selbständiger und eigenartiger Bedeutung geschaffen.Perzeptionen*' Und noch schärfer und nachdrücklicher Behauptung hervor. Den „substantiellen Formen". in dem lediglich die übereinstimmenden Bestimmungen festgehalten. als sie ihnen in dieser scholastischen Erklärung zugewiesen wird: dieser Gedanke wird nicht erfaßt*. die bei Aristoteles das letzte Ziel dieser vergleichenden Tätigkeit darstellen. die sich durch das gesamte Gebiet der Wahrnehmungen und . Berlin 1907.die Begriffe der und möglicherweise eine andere Aufgabe und Leistung zu erfüllen haben. Wiederum wird die hindurchziehen. für sich bestehenden Elemente den eigentlichen Kern des Gegebenen und „Wirklichen" ausmachen. B.

sondern hinterlassen irgendwelche Spuren ihres Bestandes in dem physisch-psychischen Subjekt. denn als Teil eines konkreten Vorstellungsbildes und mit allen Merkmalen eines solchen Vorstellungsbildes behaftet.Rolle der Relation so weit als möglich beschränkt gegen Hamilton. Abstrakte Gegenstände entstehen in jedem vorstellenden Wesen.. niemals das Ganze dieses Bildes vollständig zu erleuchten vermag und sich notgedrungen auf einen bloßen Auszug beschränken muß. durch neu Reproduktion * Mill. Indem diese Spuren. Der Begriff existiert nicht anders. S. die in ihrer Leistung beschränkt ist. sind. Stuart Mill ausdrücklich. die in dem Zeitraum zwischen der wirklichen Wahrnehmung und der Erinnerung als unbewußt anzusehen sind. Das Bewußtsein des Begriffs löst sich für die psychologische Analyse in das Bewußtsein einer Vorstellung oder eines Vorstellungsteils auf. B. ist lediglich der Umstand. die durch sie verknüpft werden. ** Vgl. daß unsere Aufmerksamkeit. An Examination of Sir William Hamiltons Philosophy. auf welche dieser Gehalt schließlich zurückgeht. 13 . Logik. 2. Die schlichte Fähigkeit der einmal gegebener Vorstellungsinhalte ist es. Psychologie der Abstraktion" enthält somit den eigentlichen Schlüssel für den logischen Gehalt jeglicher Begriffsform.» Denn diese Bestimmungen bleiben nicht auf den einzelnen Moment der Wahrnehmung beschränkt. Erdmann. S. daß der eigentliche positive Bestand jeder Beziehung doch immer nur in den einzelnen Gliedern liege. bes. 319. die assoziativ mit irgendeinem Wortbild oder einem anderen sinnlichen Zeichen verbunden Die . betont J. Aufl. was ihm den Schein selbständigen Wertes und einer unabhängigen psychologischen Eigenart verleiht. und daß somit. 88 ff. London 1865. dem sich in wiederholten Wahrnehmungen gleiche Bestimmungen des Wahrgenommenen dargeboten haben**. auch von einer allgemeinen Bedeutung der Relation keine Rede sein könne*.. da diese Glieder nur in individueller Besonderung gegeben sein können.. 65 ff. der bei aller Anerkennung der Berkeleyschen : Theorie dennoch auf die eigentümliche Leistung des beziehenden Denkens hinweist.

macht das psychologische Wesen des Begriffs aus.auftretende Reize ähnlicher Art wiederum erweckt werden. so wird doch durch Fassung und der Inhalt des rein logischen Problems nicht berührt. mehr zurück. Dinge" der mittelalterlichen Scholastik das im Denken abgebildete Seiende bedeuten. die in allen Umgestaltungen der Frage Aber unverändert und scheinbar unangreifbar beharrt. von dem sich um so deutlicher die konstanten Züge abheben.. sofern jeder neu auftretende Inhalt ihnen gemäß aufgefaßt und umgedeutet wird. der allem Streit der Lehrmeinungen zunächst entzogen scheint. daß sie im Wahrnehmungsakt selbst eine eigentümliche und selbständige keit ausüben. So wichtig indessen dieser Unterschied vom Standpunkt erscheinen mag. ihre Verschmelzung zu einem einheitlichen untrennbaren Ganzen. Nur darin besteht der Unterschied der ontologischen und der psychologischen Betrachtungsweise. beginnt nunmehr die eigentliche methodische Schwierigkeit. gerade an diesem Punkt. während die Gegenstände. Ist die Theorie des Begriffs. die der ihn Metaphysik die 14 % . die uns von den Wahrnehmungen wirklicher Dinge und Vorgänge zurückgeblieben sind. der dem des bildet . es bildet schließlich nur noch einen schattenhaften Hintergrund. von denen hier die Rede ist. so zeigt sich hier in der Tat eine gemeinsame Grundüberzeugung. Die fortschreitende dieser übereinstimmenden Züge. Verdichtung Wirksam- — \ — „Konzeptualismus" nahe verwandt ist: die sachlichen und sprachlichen Abstrakta können aus den Wahrnehmungsinhalten abgeleitet werden. weil sie in ihnen als konstante gemeinsame Bestandteile aktuell enthalten sind. Bleibt man im Umkreis dieses Problems stehen. nicht mehr sein wollen als VorsteUungsinhalte. der somit seinem Ursprung wie seiner Funktion nach nichts anderes als ein Inbegriff von Gedächtnisresiduen ist. So stehen wir hier wie von den Vertretern dieser Anschauung gelegentlich selbst betont wird auf einem Standpunkt. daß die . sich allmählich ein immer festerer Zusammenhang zwischen den gleichartigen Elementen successiver WahrDas Unterscheidende tritt mehr und nehmungen heraus. Die Wirklichkeit dieser Residuen erweist sich darin.

die durch genetische Definition. fizierenden Naturwissenschaft. daß die logische sich daher die logische 15 . sieht Wo Technik vor eine neue Aufgabe gestellt. durch die gedankliche Feststellung eines konstruktiven Zusammenhangs entstehen. der Fläche läßt sich nicht als unmittelbarer Teilbestand des physisch vorhandenen Körpers aufweisen und sich somit nicht durch einfache . sind die Gattungsbegriffe der beschreibenden und klassiDie „Form" des Ölbaums. da vermag sich seine Theorie des Begriffs alsbald nicht mehr völlig natürlich und zwanglos zu entfalten. scheiden sich von den empirischen. Der Begriff des Punktes. Insbesondere sind es die Begriffe der Geometrie. das in den konkreten Wissenschaften geübt wird? Umfaßt und beherrscht sie alle Einzelzüge dieses Verfahrens und vermag sie sie in ihrem Zusammenhang wie in ihrer spezifischen Besonderung darzustellen ? Für die Ari- stotelische Theorie zum mindesten muß diese Frage verneint werden. Abstraktion" aus ihm herauslösen. des Löwen gilt es zu ermitteln und festzusetzen. ein zureichendes und getreues Abbild des Verfahrens. Wenn im letzteren Falle die Mannigfaltigkeit der Dinge an und für sich vorhanden ist und nur auf einen abgekürzten. der Linie.hier entwickelt wurde. Der bloßen . Die mathematischen Begriffe. die den Gegenstand der Betrachtung bildet. Es ist begreiflich. /Die „Begriffe". die lediglich die Nachbildung irgendwelcher tatsächlicher Züge in der gegebenen Wirklichkeit der Dinge sein wollen. die Mannigfaltigkeit. sprachlichen oder begrifflichen Ausdruck zusammengezogen werden soll. Abstraktion" tritt daher hier ein eigener Akt des Denkens. so handelt es sich im ersteren umgekehrt darum. Schon gegenüber diesen einfachsten Beispielen.. die von Anfang an der Einordnung in das gewöhnliche Schema widerstehen. eine freie Produktion bestimmter Relations-Zusammenhänge gegenüber. des Pferdes. die Aristoteles letzten Endes sucht und auf die sein Interesse vornehmlich gerichtet ist. erst zu schaffen. indem aus einem einfachen Akt der Setzung durch fortschreitende Synthese eine systematische Verknüpfung von Denkgebilden hervorgebracht wird. die die exakte Wissenschaft liefert. er das Gebiet der biologischen Betrachtung verläßt..

beschreibt lediglich eine Erfahrung. die wir von den räumlichen und zahlenmäßigen Verhältnissen bewahren. weil es sich uns in ausnahmsloser Erfahrung gezeigt hat. das der Geometer entwahren. die Eigenschaft der Viereckigkeit verliert. Hier wird vorerst auf die Genauigkeit und Treue der Phantasiebilder hingewiesen. zu deren Gunsten er unternommen wird.Abstraktionstheorie. so daß der Beginn der einen . Charakter. 16 So sucht etwa Erklärungsprinzips zu M i 1 1 . die sich uns in der Zusammenfügung von Dingen aufgedrängt hat. daß 1 + 1 = 2 ist. jede Bedeutung und Gültigkeit verlieren. in welchem es die Eigenschaft der Rundheit annimmt.. Geometrie und Arithmetik von neuem in bloße Aussagen über bestimmte Gruppen von Vo. Die reproduzierte Vorstellung ist in diesem Falle der ursprünglichen. in einer Welt etwa. Der Satz. Aber dieser Versuch selbst führt alsbald zu einer Umbildung und Selbstzersetzung der Theorie. wenn M i 1 1 weiterhin versucht. um Einheit des obersten . in allen Stücken ähnlich. wie uns eine vielfältige Erfahrung gezeigt hat. der auch die mathematischen Begriffe und Wahrheiten lediglich als den Ausdruck konkreter physischer Tatbestände zu deuten. in der durch die Verbindung zweier Dinge jedesmal von selbst ein drittes entstünde. ihr ursprünglich eignete. daß ein Ding in dem Augenblick. das Bild. immer wieder versucht hat. die gerade jenen speund Messens im ziellen Erfahrungen des Z ä h 1 e n s Ganzen unserer Erkenntnis eignet. bis in ihre moderne Gestaltung hinein. er würde in einer anders gearteten Welt von Objekten.rstellungsb i 1 d e r n aufgelöst. Das gleiche gilt von den Axiomen über räumliche Verhältnisse: ein „rundes Viereck" beißt uns nur darum ein widersprechender Begriff. Die Lehre von der Abstraktion verliert hier entweder ihre universelle logischen die Gültigkeit oder den spezifischen. Impression" mit dem Aufhören der anderen unlöslich So scheinen kraft dieser Erklärungsweise verbunden ist. diesen Gegensatz zu verwischen: denn an diesem Punkt entscheidet sich die Frage nach ihrem Wert und ihrer inneren Einheit. Aber diese Auffassung versagt. den Wert und die eigentümliche Bedeutsamkeit zu begründen.

geometrischen oder arithmetischen Wahrheiten zu gelangen. die in der allein mathematischen Wissenschaft als . daß wir es in diesen Sätzen niemals mit Aussagen über konkrete Tatsachen. Und nicht nur die aktuelle Wirklichkeit. 7 th edit. daß eine derartige Ähnlichkeit zum mindesten für diejenigen Gebilde. begreifen" wir niemals eine Linie ohne Breite. sondern immer nur die der kleinsten sinnlichen Ausdehnung. Cap. keinen Kreis. sondern ursprünglichen Eindruck. Aber diese Erklärung wird alsbald von einer anderen gekreuzt. selbst * Vgl. 2 Cassirer.. 24. keine vollkommen gerade Linie. entspricht in seinen Einzelheiten vollständig dem nach welchem es entworfen ist. Buch II. die mit den Definitionen der Geometrie genau übereinstimmen es gibt keinen Punkt ohne Größe.. M i 1 1 A System London 1868.i daß wir. da doch jedes geistige Bild. Die eigenartige „deduktive" Gewißheit. Man sieht sogleich. Es gibt keine realen Dinge.wirft. 5 und „Begriffe" definiert und ausgezeichnet of Logic. Denn auch in unserem Geiste findet sich niemals die Vorstellung eines mathematischen Punktes. dessen Radien sämtlich gleich sind. um zu neuen So erscheint es begreiflich. sondern nur mit Beziehungen zwischen hypothetischen Gebilden zu tun haben. die wir den mathematischen Sätzen zuschreiben. Cap. Substanzbegriff 17 . das wir entwerfen können. auch hier . auf der anderen aber zeigt sich sogleich. wird jetzt darauf zurückgeführt. Auf der einen Seite wird aller Nachdruck auf die Ähnlichkeit zwischen den mathematischen Ideen und den ursprünglichen Impressionen gelegt. Nicht minder aber als die physische ist auch die psychische Existenz den Gegenständen der geometrischen Definitionen versagt. nicht jedesmal erneuerter Wahrnehmungen physischer Objekte bedürfen: das Gedächtnisbild vermag dank seiner Schärfe und Klarheit den sinnlichen Gegenstand selbst zu ersetzen.. Buch III. wenn nicht durch die des Universums ausgeschlossen. wie diese Doppelerklärung sich selbst aufhebt. uns immer nur Linien von bestimmter Breite zeigt*. : selbst die Möglichkeit derartiger Inhalte muß vom Standpunkt unserer Erfahrung aus bestritten werden: sie ist zum mindesten durch die physische Beschaffenheit unseres Planeten.

die Welt der sinnlichen Dinge und Vorstellungen nicht sowohl wiedergegeben. Und dieses Ergebnis bestätigt sich auch dann. die bestimmten theoretischen Bedingungen entspricht*. indem die „Ähnlichkeiten" der Dinge allmählich das Übergewicht über ihre Verschiedenheit erlangen Funktionen i Umformung — — — Gattungen * Näheres s. die durch das einförmige Schema der . so heben sich hierbei bestimmte Formen der Beziehung. auch sie wollen nicht lediglich Abbilder des Wahrnehmungssondern bestandes schaffen. IV. Die Begriffe der mannigfachen Arten und sollen uns entstehen. aber sie fügt ihnen kein neues Datum hinzu. sie sitzen. geschweige begründet werden. verändert in der Tat den Bestand des Bewußtseins und der gegenständlichen Wirklichkeit nicht. so hebt sich ein gegliedertes System streng unterschiedener gedanklicher heraus. wenn man sich von den rein mathematischen Begriffen zu denen der theoretischen Physik hinüberwendet. zuletzt in sich das gleiche Problem. In den Definitionen der reinen Mathematik aber ist. den die traditionelle Lehre nicht zu rechtfertigen vermag. wie Mills eigene Entwicklungen lehren. wenn man von der Form der exakten Begriffe zunächst absieht. Abstraktion" nicht bezeichnet. sondern setzt in ihm nur bestimmte Grenzlinien und Einteilungen. wie sie bisher verstanden wurde. Denn auch sie weisen in ihrem Ursprung wie sich im einzelnen verfolgen läßt den gleichen Prozeß der der konkret sinnlichen Wirklichkeit auf. auf das die traditionelle logische Auffassung sich vornehmlich beruft und stützt. 1 scheidet die Bestandteile des Sinneseindrucks. Cap. weil sie in der Gesamtheit dieser Tatsachen kein konkretes Gegenbild beDie „Abstraktion". Verfolgt man die Art und den Weg dieser Umbildung. // 18 . sinnlichen Mannigfaltigkeit eine andere setzen. an Stelle der. als vielmehr umgestaltet und durch eine andersartige Ordnung ersetzt. bes. nicht besteht und nicht bestehen kann.werden.. so birgt doch das naive Weltbild selbst. Diese Gebilde können nicht durch bloße Aussonderung aus den Tatsachen der Natur und der Vorstellung gewonnen sein. Aber selbst.

Somit zeigt es sich auch von dieser Seite. kann vielmehr der gleiche sinnliche Stoff in sehr verAuch die schiedene begriffliche Formen gefaßt werden. Dieser Übergang von Glied zu Glied aber setzt offenbar ein Prinzip voraus. wenn sie als solche erfaßt und beurteilt wird. festgestellt wird. die zwischen jedem Glied und dem nächstfolgenden besteht. nach dem er erfolgt. die die beiden zeitlich getrennten Zustände miteinander verknüpft und in eins setzt.dank ihres häufigen Auftretens. sich dem v während die individuellen Unterschiede. in der sie sich vollzieht. und durch das die Art der Abhängigkeit. einem neuen Eindruck tatsächlich gleichartig sind. Ohne einen derartigen Prozeß der Aufreihung. wird eine eigentümliche Funktion zugestanden. Psychologie der Abstraktion muß zunächst die Forderung stellen. Diese Synthese. als beide Elemente nicht als ähnlich erkannt sind. ohne das Durchlaufen der verschiedenen Momente könnte das Bewußtsein ihrer generischen Zusammengehörigkeit und somit der abstrakte Gegenstand nicht entstehen. bleibt für den Prozeß. — indem Geiste einprägen. Dinge aber vermag offenbar nur dann fruchtbar und wirksam zu werden. Wir nennen ein Mannigfaltiges Anschauung begrifflich gefaßt und geordnet. so lange gleichgültig. einen gegenwärtigen Inhalt auf einen vergangenen zu beziehen und beide in irgendeiner Hinsicht als identisch zu erfassen. Je nach der verschiedenen Art und Richtung. die von einem früheren Wahrnehmungsbild in uns zurückgeblieben sind. daß die Wahrnehmungen sich für die logische Betrachtung in „Ähnlichkeitsreihen" ordnen lassen.. da sie von Fall zu Fall wechseln. um den es sich hier handelt. daß alle Begriffsbildung an eine bestimmte der Form Reihen- bild u n der gebunden ist. Dem Denken sie allein. besitzt in den verglichenen Inhalten selbst kein unmittelbares sinnliches Korrelat. Daß die .« Damit aber ist zunächst als Grundlage aller „Abstraktion" ein Akt der Identifikation anerkannt. die gleiche Festigkeit und Die Ähnlichkeit der Dauer nicht zu gewinnen vermögen. sondern gemäß einer erzeugenden Grundrelation von einem 2* 19 . unbewußten" Spuren. g wenn seine Glieder nicht beziehungslos nebeneinanderstehen.

nach räumlichen und zeitlichen Beziehungen oder nach ihrer kausalen Abhängigkeit geordnet denken. Ob aus der Festhaltung dieser Identität der Beziehung dagegen zuletzt ein abstrakter ein allgemeines sich entwickelt. in dem die ähnlichen Züge vereint sind. die die logische Charakteristik des Begriffs nicht berührt. nach Zahl und Größe. in deren einzelnen Inhalten ein gemeinsamer Bestandteil gleichförmig wiederkehrt. nicht die Gattungs Vorstellung. die bei aller Veränderlichkeit der Einzelinhalte festgehalten wird. um begrifflich erfaßt und geordnet zu heißen. So führt die Analyse der Abstraktionstheorie selbst auf ein tieferes Problem zurück. die die spezifische Form des Begriffs ausmacht. daß der Mangel der Abstraktionstheorie in der Einseitigkeit Ähnlichkeit besteht. in denen zwischen jedem Glied und dem darauf folgenden obwaltet. in Die Identität dieser notwendiger Folge hervorerzeugenden Relation. Reihen setzen.bestimmten Anfangsglied aus gehen. Die „Vergleichung" der In/ 20 . ohne daß damit das entscheidende Moment der eindeutigen Ableijedes Moments aus dem vorhergehenden aufgehoben Gegenstand. im Aufbau der Reihe So können wir etwa neben unverändert festgehalten ist. nach den verschiedensten Gesichtspunkten abgestuft sein kann: sofern nur der leitende Gesichtspunkt selbst in seiner qualitativen Eigenart. Entscheidend ist in jedem Falle lediglich die Notwendigkeits-Relation.. Man eigentliche erkennt in diesem Zusammenhange. die aber in die Definition nicht als wirksamer Bestandteil eingeht. die damit geschaffen wird. und für die der Begriff nur der Ausdruck und die Hülle ist. ist lediglich eine psychologische Nebenfrage. mit der sie aus der Fülle der möglichen Prinzipien wechselseitiger logischer Zuordnung lediglich das Prinzip der herausgreift. ein bestimmter Grad des Unterschiedes so können wir die Glieder nach Gleichheit oder Ungleichheit. Ähnlichkeitsreihen. ist es. In Wahrheit wird sich zeigen. Die Entstehung eines derartigen Gemeinbildes kann durch die Art der erzeugenden Relation ausgeschlossen sein. die sich unter besonderen Umständen nebenher einstellen mag. daß eine Reihe von Inhalten. Vorstellungsbild tung wäre.

mit Teilen eben dieses Wahrnehmungsinhalts selbst verwechselt. ist nicht selbst ein neues Element. die hier unter einem bloßen goriale Sammelnamen vereinigt sind. daß die . Gleichheit" zwischen irgendwelchen Inhalten nicht selbst wiederum als ein neuer Inhalt gegeben ist. . als beschränke sich die Aufgabe des Denkens darauf. c. Wahrheit aber ist der Zusammenhang der Glieder einer Reihe durch den Besitz einer gemeinsamen . . so kann es freilich scheinen. . F(b..von der hier die Rede ist. das mit ihnen sachlich verschmolzen wäre. . indem sie die kategorialen Formen. b. die der logischen Theorie gegenüber einem bestimmten Begriff zukommt. Zuordnung . die die Art 21 . besteht eben darin. daß Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit nicht als ein eigenes der Sinnesempfindung neben Farbe und Ton. der die Schwierigkeit der Frage In Wahrheit sind es sehr verschiedene k a t e verdeckt. Die Funktion F(a. aß. Die Abstraktionstheorie verdunkelt diese Aufgabe. aus einer Reihe von Wahrnehmungen a «. Was den Elementen der Reihe a. Und die eigentliche Aufgabe.und Tast- Element empfindungen erscheinen. sich darstellt. Das gewöhnliche Schema der Begriffsbildung bedarf daher auch in seiner äußeren Gestalt einer eingreifenden Umformung: denn in ihm sind die dinglichen Eigenschaften und die reinen Momente der Beziehung unterschiedslos miteinander verquickt und auf ein und dieselbe Stufe gestellt. c) . » Ist dies einmal geschehen. b). a 7 In das gemeinsame Element a herauszulösen. auf welchen alle Bestimmtheit des Wahrnehmungsinhalts beruht. und Funktionen. halte. ihren Zusammenhalt verleiht. kraft dessen eine durchgängige Regel der Abfolge festgestellt wird. die als ein und dieselbe festgehalten wird. sondern es ist die Regel des Fortschritts. Druck. . gleichviel an welchen Gliedern sie . . Die Verknüpfung der Glieder wird in jedem Falle durch irgendein allgemeines Gesetz der geschaffen. diese Funktionen in ihrer Eigen- tümlichkeit darzulegen und ihre formalen Grundmomente zu entwickeln. ist zunächst nur ein vager vieldeutiger Ausdruck. Eigenschaft" nur ein sehr spezielles Beispiel der logisch-möglichen Zusammenhänge überhaupt. Und doch lehrt schon die einfache psychologische Besinnung..

die ver- schiedenen von ihnen gemeinsam sein können: das bildet hier die selbstverständliche Grundannahme. der über sich selbst hinausweist. Die Einheit des Begriffsinhalts kann somit aus den besonderen Elementen des Umfangs nur in der Weise . In Wahrheit aber ist damit das „Gegebene" nicht lediglich beschrieben. Es ist einerseits die Kategorie des und seiner Teile. an denen diese logische Vorwegnahme unmittelbar deutlich wird. durch bloße Summierung oder Fortlassung von Teilen zusammensetzen. Sobald dies aber erkannt ist. Daß Objekte als Zusammenfassungen einzelner Merkmale gegeben sind und daß die Gesamtgruppen derartiger Ganzen Merkmale sich in Teile und Unterteile gliedern. die ihr gemäß entsteht und sich entwickelt. durch die sie in Beziehung stehen. Der . sondern gemäß einem bestimmten begrifflichen Gegensatz beurteilt und geformt. Zwei verschiedene Richtungen der Betrachtung sind es vor allem.. daß sie die Inhalte. muß es auch sogleich deutlich werden. Die kategorialen Akte. abstrahiert" werden. bewußt werden nicht aber derart. daß wir hier bei einem bloßen Anfang stehen. haben wir ihn. sondern sie bereits stillschweigend in der Form einer geordneten Mannigfaltigkeit denkt. anderseits die Kategorie des Dinges und seiner Eigenschaften. sondern vorweggenommen: denn indem wir einer Mannigfaltigkeit eine Ordnung und einen Zusammenhang ihrer Elemente zusprechen. selbst nicht als Besonderheiten voraussetzt.der Abhängigkeit zwischen den aufeinanderfolgenden Gliedern festsetzt. » Was der : Theorie der Abstraktion Halt verleiht.. stehen • 22 . wenn nicht in seiner fertigen Gestalt. ist augenscheinlich nicht selbst als Glied der Reihe aufzeigbar. Begriff" aber ist damit nicht abgeleitet. des Dinges und seiner Eigenschaften bezeichnen. aus welchen der Begriff sich entwickeln soll. die in der gewöhnlichen Lehre von der Entstehung der Gattungsbegriffe zur Anwendung kommen. so doch in seiner grundlegenden Funktion bereits voraus- unverbundene gesetzt. ist somit lediglich der Umstand. daß wir diese Regel aus ihnen. die wir durch den Begriff des Ganzen und des Teils. daß wir uns a n ihnen der spezifischen Regel.

wirklich zu erfassen. daß die Erinnerungsvorstellung mit einem neu auftretenden Eindruck als völlig gleichartig aufgefaßt würde und so mit ihm zu einer Einheit verschmelzen könnte. sondern gehören einem System logischer Kategorien an. indem es von den niederen Begriffen zu höheren und umfassenderen aufsteigt. die die traditionelle logische Lehre Wenn wir lediglich der Vorschrift folgen.nicht isoliert. sich hierbei in bloßen bewegt. fallen lassen. daß wir in der reinen Mathematik ein Wissensgebiet besitzen. in welchem und deren Beschaffenheiten prinzipiell abvon gesehen wird. daß wir gewisse Bestimmtheiten. Die glückliche Gabe des Vergessens. die ihn zur Begriffsbildung befähigt. ist es. so könnte es niemals dahin kommen. Die Kategorie des Dinges erweist sich hierzu schon dadurch als untauglich. die unserm Geist eignet. die tatsächlich immer vorhanden sind. Wären alle Erinnerungsbilder. von hier aus seine Einzelheiten zu bestimmen. die in der naiven Weltansicht bevorzugt sind. Der wesentliche Akt. völlig scharf bestimmt. die hier bedroht. für den Aufstieg vom Besonderen zum Allgemeinen gegeben wird. würden sie uns den entschwundenen Inhalt des Bewußtseins in seiner ganzen konkreten Lebendigkeit zurückrufen. die uns von vergangenen Wahrnehmungen zurückgeblieben sind. Wir können versuchen. daß das Denken. indessen Grundbegriffen daher auch nicht irgendwelche Gemeinsamkeiten der Dinge festgehalten sein können. seine Unfähigkeit. der hierbei vorausgesetzt wird. nachdem wir uns. An diesem Punkt enthüllt sich zugleich eine neue und allgemeinere Schwierigkeit. das sie indessen keineswegs vollständig aus- messen und erschöpfen. die individuellen Unterschiede der Fälle. an denen wir zunächst festhielten. soll darin bestehen. einen Gesamtplan dieses Systems verschafft haben. daß wir von ihnen absehen und sie als gleichgültig aus dem Kreise der Betrachtung ausscheiden. so zeigt sich das paradoxe Ergebnis. nicht möglich ist es bedagegen. Erst die Unsicherheit der Re- Dingen Negationen 23 . in einer allgemeinen logischen Theorie der Relationen. einen Überblick über das Ganze möglicher Weisen der Verknüpfung zu gewinnen. unter dem eingeschränkten Gesichtspunkt stimmter Beziehungen.

Wenn der Mathematiker seine Formeln allgemeiner macht. so gelangt man demnach zu dem seltsamen Ergebnis. vgl. der in der Philosophie des 18. 24 . Sigw^art. Jahrhunderts geführt wurde.. nicht aufgehoben. an Stelle der individuellen Anschauung ein verallgemeinerndes Gesamtbild. In dem methodischen Kampf um die Grenzen der Mathematik und Ontologie. sowie 168 ff. die wir an die gegebene Anschauung wenden. daß alle logische Arbeit. In der Tat scheidet sich an diesem Punkt aufs deutlichste der Begriff vom o n t o logischen Begriff. So beginnt alle Begriffsbildung damit. Aufl. Logik. sondern in aller Strenge aufrecht erhalten wird. nur dazu dient. an Stelle der wirklichen Wahrnehmung ihre verstümmelten und verblaßten Reste zu setzen*.. S. durch die Betrachtung mathematische . hierzu z. für die sie angewendet werden sollen. 50 Psychologie des emotionalen Denkens. Statt zu einer tieferen Erfassung ihres Gehalts und ihrer Struktur würden wir nur zu einem oberflächlichen Schema gelangen. Allgemeinbegriffe". so hat dies lediglich den Sinn und die Tendenz. ermöglicht diese Zusammenfassung an und für sich ungleichartiger Elemente. m Bestimmtheit * H. B. gemäß der gewöhnlichen Vorschrift. 2. die spezielleren Fälle nicht nur alle zu haben. daß in ihnen die der speziellen Fälle. In seiner Kritik der Logik der Wolffischen Schule bezeichnet es L a b e r t als den entscheidenden Vorzug der mathematischen . in welcher die Schärfe und Klarheit der Begriffsbildung ihre höchste Stufe erreicht. Tübingen 1908.. Hält man an dfeser Auffassung fest. ist denn auch dieses Verhältnis gelegentlich zu besonders prägnantem und glücklichem Ausdrück gelangt. in welchem alle eigentümlichen Züge des besonderen Falles ausgelöscht wären. die niemals das Ganze des früheren Eindrucks. sondern sie aus der allgemeinen Formel herleiten zu können. Ma Man i e r . S. sondern nur seine verschwimmenden Umrisse festhält. Gegen eine derartige Konsequenz aber schützt wiederum derjenigen Wissenschaft.Produktion. f. Diese Möglichkeit der Hecleitimg ~äber ist bei den logischen Schulbegriffen nicht ersichtlich: denn da diese. sie uns mehr und mehr zu entfremden.

deren sie fähig sind. II. als veränderlich betrachten und ihn eine stetige Reihe von Größenwerten durchlaufen lassen. m. die er unter sich faßt. 422 f. der Ellipse usw. Anlage zur Architektonik oder Theorie des Einfachen \ind des Ersten in der philosophischen und mathematischen Erkenntnis.Weglassen des Besonderen entstanden sein sollen. der in ihr auftritt. gegenüber-v Der echte Begriff läßt die Eigentümlichkeiten und Besonderheiten der Inhalte. Das Ideal des wissenschaftlichen Begriffs tritt hier der schematischen Gattungsvorstellung. wer ihn besitzt. Riga 1771. die ihren Ausdruck im bloßen sprachlichen findet. S. Der allgemeine Begriff erweist sich hier zugleich als der inhaltsreichere. genau abzuzählen vermag*. Vgl. die Bestimmung des Spezialen aus dem Allgemeinen dagegen desto schwerer: denn beim Abstrahieren hat er alle Sondermerkmale derart fortgelassen. sondern in kontinuierlicher Verknüpfung mit anderen. also in seiner tieferen systematischen Bedeutung erfaßt. Schrift über das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit. nicht achtlos beiseite. abzuleiten. während er anderseits dieses Problem nicht isoliert. § 193 ff. indem wir einen bestimmten Parameter. gelangen.. 25 . Lambert. sondern als völlig bestimmte Stufen im allgemeinen Prozeß der Veränderung fixiert und festgehalten. So können wir von einer allgemeinen mathematischen Formel etwa von der Formel der Kurven zweiter Ordnung zu den speziellen geometrischen Gebilden des Kreises. sondern er sucht das Auftreten und den Zusammenhang eben dieser Besonderheiten als zu erweisen. Die Einzelfälle sind nicht von der Betrachtung ausgeschieden. So wird dem . der vermag aus ihm alle mathematischen Verhältnisse. die an dem besonderen Wortzeichen notwendig — — Problem auftreten.P hilosophen" das Abstrahieren freilich sehr leicht. * S. Diese schlichte Bemerkung enthält in der Tat den Keim zu einer tiefen und folgenreichen Unterscheidung. Bd. ist eine universelle Regel für die Verknüpfung des Besonderen selbst. daß er sie nicht mehr wiederzufinden und noch weniger die Abwechslungen. Was er gibt. so wurde die Wiederherstellung der besonderen Momente und Gesichtspunkte den Gehalt des Begriffs selbst aufzuheben scheinen.

und von denen die eine durch 2. nicht irgendwelche abstrakten Teile heraus. 1. sondern wir schaffen für ihre Glieder eine eindeutige Beziehung. zwei ganze Zahlen zu finden..^ Abstrakte Allgemeinheit kommt der Gattung zu. alle Artunterschiede fallen läßt. indem sie im Anschluß an eine bekannte Unterscheidung Hegels der abstrakten Allgemeinheit des Begriffs die konkrete Allgemeinheit der mathematischen Formel gegenüberstellen. die uns vorliegt. sofern sie. r So gelangt um nur ein einzelnes bezeichnendes Beispiel zu gebrauchen die Anschauung unseres Euklideischen dreidimensionalen Raumes nur zu um so schärferer Auffassung. Wir heben aus der Mannigfaltigkeit. sie sind zugleich konkret. wo z nur die Werte 0. der das Besondere aller Arten in sich aufnimmt und es nach einer Regel entwickelt. Neuere Darstellungen der formalen Logik haben versucht. Das- 26 . weil sie das allen gesuchten Zahlen gemeinsame Bildungs- — — — — — gesetz darstellen. daß nicht „Allgemeinheit" eines Vorstellungsbildes. die andere durch 3 teilbar sei. an und für sich gedacht. so sind dies Formen von konkreter Allgemeinheit. höheren" Raumformen emporsteigen. dadurch löst. „Wenn z. die Algebra die Aufgabe. 3 haben kann. daß sie die zweite durch die Form 6z-(-3 ausdrückt. indem wir sie durch ein durchgreifendes Gesetz verbunden denken. diesem Sachverhalt Rechnung zu tragen. weil. konkrete Allgemeinheit dagegen dein Gesamtbegriff. Denn sie sind allgemein. deren Summe gleich 25. um so deutlicher tritt auch die eindeutige Bestimmtheit des Besonderen selbst zutage. je fester dieser Zusammenhang nach Gesetzen sich knüpft. und woraus von selbst für die erste die Form 22 6z folgt. 2. indem wir in der modernen Geometrie zu . sondern die Allgemeingültigkeit eines Reihenprinzips das charakteristische Moment des Begriffs bildet. aus diesen Formen die gesuchten Zahlen selbst als Arten derselben folgen.Wiederum die zeigt es sich hier von einer neuen Seite. wenn man z successiv die bezeichneten vier Werte gibt. da auf diese Weise erst das gesamte axiomatische Gefüge dieses unseres Raumes sich in voller Deutlichkeit heraushebt. Und je weiter wir hierin fortschreiten. B.

— Ehe wir indessen daran gehen. das vermöge der successiven Werte. 22. für die es für die Logik ein völlig gilt. läßt sich schließlich die Bedeutung des Problems in einer charakteristischen Wendung aufweisen. unter dem Gesichtspunkt und der Herrschaft des Substanzbegriffs steht. unter sich begfeift*". die die Theorie selbst in neuerer Zeit genommen hat. den diese Lehre ihr vorschreibt: denn sie begnügt sich niemals damit.* Überall zeigt sich hier ein neues Motiv. bei dem Fortgang zum Allgemeinbegriff die besonderen Merkmale ohne Ersatz wegzulassen. Wird dies aber einmal anerkannt. Der Logik des Gattungsbegriffs. tritt jetzt die Logik des mathematischenFunk- tionsbegriffs Form gegenüber. 27 . ein allgemeines Gesetz dar. Neue Darstellung der Logik. Die wirkliche Praxis des Denkens geht wie er ausführt in der Bildung der Begriffe keineswegs den Gang.selbe gilt überhaupt von jeder mathematischen Funktion Denn jede Funktion stellt einer oder mehrerer Variablen. zugleich alle einzelnen Fälle. welche die Variable annehmen kann. den Aufbau der innerhalb der Wissenschaft selbst zu verfolgen und damit die veränderte Auffassung des Begriffs an konkreten Beispielen zu bewähren. so eröffnet sich damit zugleich neues Gebiet der Untersuchung. die. Vielmehr greift hier das Problem sogleich auf das Gebiet der über: (denn der Funktionsbegriff enthält in sich zugleich das allgemeine Schema und das Vorbild. wie wir sahen. das in konsequenter Durchbildung und Ausführung dazu führen muß. nach welchem der moderne Naturbegriff in seiner fortschreitenden geschichtlichen Ent- Naturerkenntnis wicklung sich gestaltet hat. die Fragestellung über die traditionellen Gesichtspunkte hinauszutreiben. S. die L t z e der gewöhnlichen Lehre von der Abstraktion entgegengehalten hat. Wenn wir aus der Zusammenfassung von Funktionsbegriffe derAbstraktion — — Drobisch. Das Anwendungsgebiet dieser der Logik aber kann nicht im Gebiet der Mathematik allein gesucht werden. Eine Andeutung dieses Motivs findet sich zunächst in den skeptischen Bemerkungen.

Kupfer. nicht den Glanz des Silbers. die hier mathematischen gegeben wird.Gold. Atmung Weglassung Rückweg » Lambert hatte. keinen zu den konkreten Sonderfällen zu finden vermöchte *. Denn zur Charakteristik des Metalls reicht offenbar nicht die Vorstellung aus.. der Selbstbewegung und Respiration deshalb einer weil sich keine Form der Fortpflanzung. nicht minder unzulässig aber wäre es. nähert. das der Begriff alsdann bedeutete. Begriffe scharf und bestimmt formuliert von einer neuen Seite her. Pi P2> ^1 ^2' kann also die Regel bilden. Denkt man die Vorschrift. daß es in irgend- Weise jedenfalls gefärbt. das bei der Begriffsbildung fortfällt. der usw. noch etwa das Gewicht des Kupfers oder die Dichtigkeit des Bleis zusprechen. an Stelle des einzelnen Merkmals. Leipzig 1880. so können wir dem abstrakten Gegenstand. angeben läßt. die allen Tierarten gemeinsam wäre. auf Grund psychologischer Erwägungen. Und analog würden wir den allgemeinen Begriff des Tieres nicht erhalten. wie L o t z e sich hier dem Problem. Das bloß negative Verfahren dagegen würde zuletzt zur Vernichtung aller Bestimmtheit überhaupt führen. daß es weder besondere besonderen Gesamtheit rot noch gelb sei. der uns auf diese Weise entsteht. Blei den Begriff des Metalls bilden. Nicht die einfache der Merkmale die in den verschiedenen Arten verschieden sind. zu Ende. 40 f. Silber. Logik. in irgendeinem Grade jedenfalls hart. dem jenes * Lotze. das am Beispiel der fallen ließen. Aufl. Man sieht. 28 . weder dieses noch jenes spezifische Gewicht. dicht und glänzend sei. wenn wir in ihm jede Erinnerung an die Momente der Fortpflanzung. den Inbegriff ins Auge zu fassen. so daß unser Denken von dem logischen Nichts. sondern immer müssen an Stelle der weggelassenen besonderen Bestimmungen die allgemeinen Merkmale P und Q eingesetzt werden. S. zwar nicht die Farbe des Goldes. wenn wir aller dieser Einzelbestimmungen einfach die von ihm verneinen wollten. sondern es muß der positive Gedanke hinzutreten. so führt sie ersichtlich auf die Forderung. diese oder jene Härte und Dichtigkeit besitze. 2. deren Einzelarten p^ p^ un d qi qa sind.

in bezug auf welches wir den Begriff.. Wir gehen von einer Reihe a ai ßi. zusammen. In Wahrheit wird. indem wir an Stelle konstanter Einzelmerkmale variable Termini einsetzen. den wir bilden. in anderer Form und unter einer anderen logischen Kategorie festgehalten. So zeigt sich hier. a ag ß2» a a^hnicht unmittelbar zu ihrem gemeinsamen Bestandteil a über. die uns die ganze Gruppe möglicher Werte. Wir können von der besonderen Färbung absehen. so lange scheint freilich jede begriffliche Verallgemeinerung zugleich eine Verkümmerung des begrifflichen Inhalts zu bedeuten. wenn wir nur die Gesamtreihe der Farben überhaupt als Grundschema festhalten..Merkmal als vereinzelte Bestimmung angehört. • - m 29 . Aber je mehr der Begriff gleichsam von allem dinglichen Sein entleert wird. der durch stetige Abwandlung in die konkrete Allheit der Reihenglieder übergeführt werden kann und uns daher den Aufbau und die logische Gliederung des Inbegriffs vollgültig darstellt. Diese Verwandlung. Bezeichnend hierfür ist es z. wenn E r d a n n . die ihrer Grundtendenz nach an der traditionellen Lehre von der Abstraktion festhalten. was auf diese Weise vernichtet zu werden scheint. die die verschiedenartigen Merkmale annehmen können. in Dingen und ihren Eigenschaften erschöpft glaubt. bestimmt denken.. sondern denken uns das Ganze der Einzelglieder « durch einen veränderlichen Ausdruck x. Dieser Inbegriff aber wird uns dargestellt. Solange man alle Bestimmtheit in konstanten Merkmalen. das Ganze der Glieder ß durch einen veränderlichen Ausdruck y gegeben. repräsentieren. daß der Fortfall der Sonderbestimmungen nur scheinbar ein rein negativer Prozeß ist. Diese Wendung des Gedankens läßt sich selbst in solchen Darstellungen der Logik verfolgen.. um so mehr tritt auf der andern Seite seine eigentümliche funktionale Leistung hervor. die uns eine Gesamtreihe möglicher Bestimmungen mit einem Blick überschauen lassen. B. Die festen Eigenschaften werden durch allgemeine Regeln ersetzt. Auf diese Weise fassen wir das Gesamtsystem in einem Ausdruck a x y . diese Umsetzung in eine neue Form des logischen „Seins" bildet die eigentlich positive Leistung der Abstraktion.

30 . auf die vielfältige Wiederholung des „gleichen" Inhalts in keiner Weise mehr angewiesen sind. dessen gesamter Gehalt sich in den Beziehungen ausdrückt. Gegenstände zweiter Ordnung" gegenüber. aber diese Gleichförmigkeit des Gegebenseins ist.. 2.. die Gegenstände unseres Vorstellens gegeneinander zu begrenzen. auch falls er nie wieder zu unserer Wahrnehmung gelangen sollte"*. wenngleich die ursprüngliche. Form B. treten jetzt . der sich als wohlbegrenztes Glied in eine Vorstellungsreihe einordnet. bestimmt ist. eine neue Nuance der Reihe bunter Farben. selbständig herausgehoben wird. „Wo immer im entwickelten Vorstellen ein zusammengesetzter Gegenstand sich in unserer Wahrnehmung einfindet. Im Fortschritt des Denkens wird vielmehr das Bewußtsein der Gleichförmigkeit durch das Bewußtsein der gehörigkeit ergänzt und berichtigt: und so weit geht diese Ergänzung. um ihn in dieser seiner Bestimmtheit als Glied der Reihe festzuhalten. Überall dort. die wir als . um irgendeine begriffliche Fixierung zu treffen. Logik. Aufl. wo wir irgendwelche Gegenstände unseres Denkens zu einem Gegenstand zusammenfassen. die uns lehrt. mit der sein Inhalt in dem wechselnden Besonderen wiederkehrt. /Den Gegenständen der Sinneswahrnehmung. Erdmann. daß irgendein Allgemeines vermöge der Gleichförmigkeit. deren logische Eigenart lediglich durch die derZuaus der sie hervorgehen. die durch den Akt der Vereinigung zwischen den seine psychologische abgeschlossen vorliegt. so doch nicht die einzige Bedingung.Theorie des Begriffs bereits Betrachtung der mathematizur Einführung eines neuen terminologischen Festsetzung gedrängt sieht. haben wir damit einen neuen „Gegenstand zweiter Ordnung" geschaffen. Die erste Phase jeder Begriffsbildung so wird jetzt gelehrt besteht freilich darin. S. Gegenstände erster Ordnung" bezeichnen können. daß wir scliließlich. 158 f.. bei der schen Mannigfaltigkeiten sich Gesichtspunkts und einer neuen nachdem — — — Zusammen- sammenfassung. eine neue chemische Verbindung der Reihe bekannter Verbindungen von ähnlicher Konstitution: da genügt die einmalige Bildung.

Durch diese Betrachtungsweise aber. je tiefer das rein logische Wesen der Relations. Und dieses Kriterium.. erweist sich bei näherer Analyse in der Tat als das eigentliche logische Prius: denn wir sahen bereits. daß bloß sinnliche Erlebnisse.. daß die „Abstraktion" richtungsund steuerlos bliebe. Wesenheit". Denn das sinnliche Erlebnis betrifft ausschließlich einen bestimmten Einzelgegenstand oder eine Mehrheit solcher Einzelgegenstände: alle Summierung von Sonderfällen aber schafft niemals die spezifische Einheit. jeglichen Halt. die in der Wahrnehmung bereits gegeben sind. durch die Probleme der modernen Mengenlehre hingeführt wird. zu der Erdmann. Fallen die von denen die reine Logik handelt. wie er selbst hervorhebt. in Gegenstände. nicht von Anfang an durch eine bestimmte Relation verknüpft und kraft ihrer geordnet dächte. Verflechtungszusammenhang" von Elementen.Einzelelementen hergestellt werden. aus denen sie den Begriff herausliest. ist das bisherige Schema der Begriffsbildung bereits durchbrochen: denn an Stelle der Gemeinsamkeit von Merkmalen ist es jetzt der . so muß notwendig die Frage entstehen. wenn sie die Elemente. mit den individuellen nicht schlechthin zusammen. für diese Leistung niemals zureichen können. Es ist klar. sondern besitzen sie eine eigene Struktur und . gegenüber einer tieferen Phänomenologie der reinen Denkvorgänge. Denn die Aufmerksamkeit trennt oder verbindet nur Bestandteile. Wahrnehmungsinhalten welcher Art diese Wesenheit uns zum Bewußtsein kommt und durch welche Akte sie erfaßt wird. Ein solcher Aufmerk- 31 . zugleich mehr und mehr das Bedürfnis einer neuen psycho- — -* logischen Fundierung hervor. Allgemein tritt jetzt. das hier nur nachträglich und als sekundäres Moment eingeführt wird. Die Lehre von der samkeit als dem eigentlichen schöpferischen Vermögen der Begriffsbildung verliert demnach. der über ihre Vereinigung zu einem Begriff entscheidet. sie kann dagegen diesen Bestandteilen keinen neuen Sinn geben und ihnen keine neue logische Funktion verleihen.und Mannigfaltigkeitsbegriffe sich erschließt. die im Begriff gemeint ist. wie sehr man sie auch gehäuft und kompliziert denken mag.

indem sie ihm verschiedene gegenständliche „Intentionen" aufprägen. selbstständigen Denkakte.Wandel der Funktion aber ist es. tritt dasjenige. der Wahrnehmungs. oder ob mein Bewußtsein auf eine konkrete Ding. Neken dasjenige. die den sinn- einheitlichen Inhalt differenzieren. ob ich von der Zahl „Vier" mathematisch gültige Urteile fälle und sie dadurch in einen objektiven Zusammenhang von Relationen einreihe. lich und diese seine Bedeutung erwächst ihm aus den wechselnden logischen „Aktcharakteren". Diese Aktcharaktere. durch ein individuelles Jetzt und Hier beschränkt. deren jeder eine besondere Art der Bemerken 32 . die auf das Bewußtsein der Empfindung oder Wahrnehmung in keiner Weise zurückführbar sind. etwas anderes. sind auch psychologisch ein völlig ursprüngliches Moment. sondern sie bezeichnet loses den einsichtigen Vollzug der verschiedenartigsten. So drängt die Psychologie des Denkens hier zur Setzung eines neuen Moments. die sich notwendig Ganze von Beziehungen. Es ist. es sind eigene Weisen des Bewußtseins. daß die „Abstraktion" es ist. auch vom Standpunkt der rein deskriptiven Analyse der Bewußtseinsvorgänge. was er im Zusammenhang der Erkenntnis immer auf * bedeutet.und Vorstellungsinhalte erst zu Begriffen im logischen Sinn umschafft. ob ich dieses oder jenes Einzelmerkmal an einem Dinge ergreife. nicht wiederzugeben. die sich an ihn heften können. etwas völlig anderes: denn jetzt ist die Abstraktion nicht mehr ein gleichförmiges und unterschiedsgegebener Inhalte. diese Form der Bestimmtheit definierten Zahlsystem aber vermag die sinnliche Vorstellung.oder Vorstellungsgruppe von vier Elementen gerichtet ist. was der Inhalt seinem materialen sinnlichen Gehalt'nach ist. det der Begriff sein Dasein verdankt. gegenüber der herkömmlichen sensualistischen Lehre. oder aber ob ich auf „das" Rot als Spezies hinblicke. ob ich etwa aus dem Wahrnehmungskomplex eines Hauses seine bestimmte rote Färbung heraushebe. Will man jetzt noch davon sprechen. Es ist etwas anderes. Die logische Bestimmtheit der „Vier" ist durch ihre Einreihung in ein ideelles und somit zeitlos gültiges ihre Stelle im mathematisch gegeben. so besagt dies doch.

u s s e r 1 . daß von Gleichheit irgendwelcher Elemente nur dann mit Sinn geredet werden kann. bes. Substanzbegriff 3 33 . durch die wir sie geeint denken. Hinsicht" festgestellt ist. Gegenüber der empiristischen Deutung Lehre. . . ist mit Recht darauf verwiesen worden. / Somit schließt sich der Kreis der Betrachtung.. das die Einzelglieder verknüpft. * Zwoa Ganzen H Cassirer. Kenne ich die Relation. Der Unterschied zwischen diesen Inhalten einerseits und zwischen den begrifflichen . wenn bereits eine bestimmte . Die Bedeutung des Gesetzes. II: Die ideale Einheit der Species und die neueren Abstraktionstheorien. Es ist in der Tat der charakteristische Gegensatz von Reihenglied und der hier eine neue Ausprägung findet. die die „Gleichheit" bestimmter Vorstellungsinhalte als eine selbstverständliche psychologische Tatsache hinnimmt und für die Erklärung des Prozesses der Begriffsbildung verwendet. indem wir nunmehr von selten der „subjektiven" Analyse. durch welche a b c geordnet sind. denn bei dieser Aufzählung fiele gerade das erzeugende Prinzip fort. weil beide nicht in einer Linie liegen. ist ein nicht weiter zurückführbarer Tatbestand. ist jedoch ein Eigenartiges und Neues gegenüber den verglichenen Inhalten selbst.des Inhalts. unter welchem die Vergleichung stattfindet.. das die einzelnen Glieder zu einem funktionalen Inbegriff verknüpfbar macht. Spezies". deren Geltung sich uns bereits früher.. (Halle 1901). Diese Identität der Hinsicht. Logische Untersuchungen. ist durch die Aufzählung noch so vieler Fälle des Gesetzes nicht zu erschöpfen. innerhalb der . Band vgl. 2. Nr. in welcher die Elemente als gleich oder ungleich bezeichnet sein sollen. eine eigene Richtung der Gegenstandsbeziehung in sich schließt*. sondern prinzipiell verschiedenen Dimensionen angehören. von der reinen Phänomenologie des Bewußtseins her auf dieselbe grundlegende Unterscheidung geführt werden. des Gesichtspunkts. Um . objektiven" logischen Untersuchung ergeben hatte. Der Inhalt des Begriffs läßt sich in die Elemente des f a n g s nicht auflösen. so kann ich sie durch Reflexion heraus- Reihenform. er ist kategorial und gehört zur „Form des Bewußtseins".

Die Gesamtheit und die Stufenfolge der reinen . das Problem des wie das Problem der Wirklichkeit nehmen an diesem Prozeß teil. vor uns. ihren Ausdruck finden.) Der Gefahr. Hier findet daher die Theorie ein reiches und fruchtbares Gebiet. lediglich seinem logischen Gehalt nach untersucht werden kann. Diese Selbständigkeit der reinen Logik aber bedeutet keineswegs ihre Isolierung innerhalb des philosophischen Systems. . den reinen Begriff zu verdinglichen. das unabhängig von jeder metaphysischen oder psychologischen Voraussetzung über das . in eindeutiger Weise unterscheidet. . Schon ein flüchtiger Überblick über die Entwicklung der „formalen" Logik konnte uns zeigen.lösen a. ist es unmöglich. (S. Die Reihenform F(a. Denn innerhalb der Grundprobleme gibt es nirgends absolute Trennungen und Grenzscheiden: jede Umgestaltung eines im echten und fruchtbaren Sinne „formalen" Begriffs zieht hier zugleich eine neue Auffassung des gesamten Gebietes nach 'sich. Ihr „Sein" besteht ausschließlich in der logischen Bestimmtheit. die die Glieder einer Mannigfaltigkeit verknüpft.). aus dem bloßen Beisammensein von in der Vorstellung die Eigenart der verknüpfenden Relation zu gewinnen.W. nicht in einer einfachen Anschauung. Mit diesen Betrachtungen ist die Richtung der folgenden Untersuchung vorgezeichnet. Und die neue Form.. die sich jetzt herauszubilden beginnt. ob. b. Wesen" des Begriffs. das durch ihn beherrscht und geordnet wird. c dagegen und zum gesonderten Gegenstand des Denkens machen. ohne damit ihres eigentlichen Gehalts verlustig zu gehen. ihm eine selbständige Wirklichkeit neben den Einzeldingen anzuweisen.. kraft welcher sie sich von anderen möglichen Reihenformen 0. c. 20 ff. läßt sich offenbar nicht in der Art eines einzelnen a oder b oder c denken. — Bewußtseins 34 . Reihenformen" liegt im System der Wissenschaften. wie hier allmählich die dogmatische Starrheit der traditionellen Formen sich zu lösen beginnt. S. . Psychologie und Erkenntniskritik. insbesondere im Aufbau der exakten Wissenschaft. und diese Bestimmtheit kann immer nur in einem synthetischen Akt der Definition. b. kann diese Auffassung nicht unterliegen. bedeutet zugleich die Form für einen neuen Inhalt.

die sich uns in den Zahlbegriffen offenbaren. Auch nachdem man aufgehört hat. Im Gedanken der Zahl scheint alle Kraft des Wissens. Der Anspruch. Dinge 3* 35 . Das allgemeine Ideal des Erkennens erhält hier eine bestimmtere Formung.Zweites Kapitel: Die Zahlbegriffe. so muß erwartet werden. in der Zahl die Substanz der zu erfassen. I. An ihm entwickelt sich zuerst das Bewußtsein von dem Wert und der Bedeutung der Begriffsbildung überhaupt. Dieser Pythagoreische Satz bleibt durch alle Wandlungen der philosophischen Fragestellung hindurch seinem eigentlichen Gehalt nach unverändert. Unter den Grundbegriffen der reinen Wissenschaft steht der Begriff der Zahl historisch wie systematisch an erster Stelle. wenn die Zahl nicht wäre und ihr Wesen. der sich innerhalb des Gebiets der Logik verfolgen ließ. aber zugleich vertieft und verschärft sich die Einsicht. So ist es verständlich. bleibt der Zahlbegriff noch immer der nächste und getreueste Ausdruck der rationalen Methodik überhaupt. tritt freilich allmählich zurück. daß es bestimmte Grundeigenschaften der Objekte sind. Nichts von den Dingen wäre erfaßbar. In ihm spiegeln sich daher die prinzipiellen Gegensätze in der Grundauffassung der Erkenntnis unmittelbar wider. daß in ihr die Substanz der rationalen Erkenntnis wurzelt. Folgen wir der herkömmlichen logischen Ansicht. wenn uns sogleich an der Schwelle der Algebra derselbe typische Widerstreit entgegentritt. in ihm den metaphysischen Kern der Objekte zu sehen. in welcher es sich nunmehr erst in voller Klarheit heraushebt und abgrenzt. alle Möglichkeit der logischen Bestimmung des Sinnlichen beschlossen. weder in ihrem Verhältnis zu sich selbst. noch zu anderen.

o zu zerlegen. über keinen anderen Gesichtspunkt: wie die Gegenstände sich nach Größe und Gestalt. In der modernen Entwicklung I des Empirismus ist diese latente Konsequenz zuerst in voller Schärfe zutage getreten. Abstraktion" verfügt. so müssen sie. wie der Begriff einer bestimmten Farbe aus der Vergleichung der farbigen Wahrnehmungsdinge entEs ist folgerecht. die wir über Trennungen und Zusammen- — 86 . sich durch eine bloße räumliche Umordnung seiner Teile stets in das zweite Wahrnehmungsbild überführen läßt. auch eine bestimmte Beschaffenheit an sich tragen. den wir mit dem Begriff der Zwei und der Drei zu verbinden haben: sondern er berichtet von einem empirischen Tatbestand. die uns durch frühe Erfahrung bekannt geworden und seither beständig befestigt worden ist. Immer ist es uns gelungen. der Arithmetik verlieren ihre bisherige Ausnahmestellung: sie rücken auf die gleiche Linie mit sonstigen physikalischen Beobachtungen. keine bloße Fixierung des Sinnes dar. sondern eine induktive Wahrheit. — — zu einem Haufen vereinigt sind: die Behauptung.. muß daher schwinden. ihr zufolge. wenn auf diesem Standpunkt der springt. daß 2 ist. sie in Teilgruppen von der Art oo. Der Schein der Idealität. daß das Wahrnehmungsbild. So stellt der Satz. Solche Wahrheiten bilden die Grundlage der Wissenschaft von der Zahl. sobald wir drei Dinge in einer bestimmten Anordnung etwa in der Form o " o vor uns sahen. wenn sie in zwei getrennten Haufen vor uns liegen. i 1 1 keine bloße Definition. ist daher keineswegs ein nichtssagender identischer Satz.. nach Geruch und Geschmack unterscheiden. das im ersten Fall entsteht. Drei Kieselsteine machen.Die Theorie der . als wenn sie M + 1=3 .. Betrachtung alle Aussagen über Zahlen und Zahlenverhältnisse als der Ausdruck bestimmter physischer Eigenschaften der Objekte angesehen werden.Zwei" oder der „Drei" wäre somit aus einer Mehrheit gegenständlicher Gruppen in derselben Weise abgesondert. nach J. den unsere räumliche Wahrnehmung uns bisher stets in derselben Weise dargeboten hat. streng genommen. St. der dieser Die Sätze Wissenschaft anhaftet. Der Begriff der . auf unsere Sinne nicht denselben Eindruck. die ihnen ihren Zahlcharakter aufprägt.

könnte uns den Satz. Eindrücke. WiUiam Hamütons Phüosophy. dieses Faktum zu zergliedern und zu begründen. 6 . in der neueren Mathematik versucht wurde. das hier gezeichnet ist. in die wir hineinversetzt würden. — hier beim ersten Schritt in das Gebiet der exakten wissenschaftlichen Probleme zeigt es sich in voller Deutlichkeit. II. 37 . daß diese erste Durchführung des Gedankens alsbald der zu einem unmittelbaren Widerstreit gegen das immer wissenschaftlichen Arithmetik selbst hinführt. Cap. unter sich ein in welchem gewisse konstante Beziehungen obwalten. die wir auf diese Weise aus der Betrachtung bilden. wenn Mills Ableitung zu Recht bestände. Buch 67 ff. der lediglich empirische Gewißheit besitzt: eine anders geartete Wirklichkeit. S. eine neue physische Umgebung. zehn Und daß die verschiedenartigen Pulsschlägen wiederfindet. da mußte man es zunächst von dem Trugbild unterscheiden. wie könnte es auch sinnvolle und gültige Urteile geben. M i 1 1 . da mußte man die logische Struktur der reinen Zahlenlehre mit aller Energie und Schärfe von der Mill'schen Arithmetik In der Tat der „Kieselsteine und Pfeffernüsse" absondern. der sich immer wieder an Gruppen von zehn Körpern. damit den arithmetischen Begriffen gerade jene geraubt. die ihren eigentlichen Wert und Gehalt ausmacht. die sich nicht auf sinnfällige Tatsachen bezögen ? Der Begriff der Zehn bedeutet entweder nichts oder er bezeichnet einen bestimmten gleichbleibenden Totaleindruck. so bezeichnender ist es. ebenso geläufig und selbstverständlich daß machen. System of Logic. Denn wie immer man Mills Theorie der arithmetischen Grundprinzipien beurteilen mag: das eine ist anzuerkennen. der Gegenstände gewinnen. Schon Um Faktum Wo — Bestimmtheit An examination of * Vgl. welche sachliche Bedeutung und Tragweite scheinbar bloß formellen logischen Differenzen innezuwohnen vermag. zehn Tönen. ist ebenfalls ein Satz. daß sie mit zwingender Notwendigkeit aus seiner allgemeinen Auffassung des Begriffs hergeleitet ist. S. wäre. als er uns jetzt unbegreiflich und widersinnig er- System 2x2 scheint*.Denn Setzungen innerhalb der Körperwelt gemacht haben. = 5 ist.

„Es wäre in der Tat wunderbar. läßt sich indessen leicht erkennen.wenn eine von äußeren Dingen abstrahierte Eigenschaft auf Ereignisse. bilden das eigentliche und unentbehrliche Substrat aller Aussagen über Zahlenverhältnisse. — — daß am sinnlich ist. Außerhalb des Gebiets der räumlichen Anschauung. einem salzigen Begriff. als ob man von einem schmelzbaren Ereignisse. in welchem diese aktuellen Verbindungen tatsächlich ausführbar und Trennungen allein möglich sind. der die Anschauung der entsprechenden konkreten Mengen voneinander scheidet? Und wie hier der charakteristische Inhalt der Zahlbegriffe verloren geht. an den physischen Objekten ist. die sie setzt. ist Daß diese Folgerung einen Widersinn in sich schließt. wäre somit den Zahl- begriffen ihr eigentliches Fundament entzogen. die wir in der Auffassung gegebener Mengen von Objekten erlangt haben. Unsinnlichen vorkomme. In Wahrheit sprechen wir indessen nicht nur von der Zahl der Körner eines Haufens. die von den verschiedenen Gruppen in uns entstehen. Die wechselnden Bilder. einem zähen Urteile reden wollte. von der Zahl der Keplerschen Gesetze oder von der Zahl der Energiefaktoren: alles Gegenstände. wo die Verknüpfung oder Trennung. die ihnen wesentlich ist. auf Begriffe ohne Änderung des Sinnes übertragen werden könnte. aber wer vermöchte den „Eindruck" aufzuweisen. Die Zahl 753684 von der Zahl ihr unmittelbar vorausgehenden oder folgenden ebenso bestimmt und deutlich unterschieden. Es wäre gerade so. wo die Dinge selbst sich in sinnlich-räumliche Gruppen zusammenfassen und auseinanderlegen lassen. einer blauen Vorstellung. auf Vorstellungen." so bemerkt Frege in seiner drastischen und treffenden Kritik derMill'schen Lehre . sondern auch von der Zahl der Kategorien.und auseinanderlegen lassen. die sich nicht gleich Kieselsteinen an. so haben wir 38 . was seiner Natur nach Wenn wir eine blaue Fläche sehen.Der logische Unterschied von Zahlen wäre begrenzt und gebunden durch die psychologische Unterscheidungsfähigkeit. Es ist ungereimt.. so verlieren sie auf der andern Seite die Weite und Freiheit cTer Anwendung. wie es die Drei von der Zwei oder Vier ist. Die Synthesis des Zählens kann sich nach Mill nur dort betätigen.

Beobachtungen.einen eigentümlichen Eindruck. etwas Unsinnliches würde etwas Sinnliches an sich haben. welche zu einem Urteile führt. 27 Breslau 1884. wenn wir eine andere blaue Fläche erblicken. nur die elementarsten Formeln sollen das Ergebnis unmittelbarer Beobachtung physischer Tatbestände sein. 9 ff. daß diese geistigen Tätigkeiten. S. die beim Aufbau des Zahlenreiches beteiligt sind. diese Leistungen des Urteils auch hier nicht gänzlich ausgeschaltet. während die wissenschaftliche Form der Algebra nicht auf dem stets erneuten Zufluß von Wahrnehmungstatsachen. der dem Worte „blau" entund diesen erkennen wir wieder. in die die sensualistische Auffassung der Zahlbegriffe zuletzt unaufhaltsam verwickelt. S. so müßten wir dies auch in drei Begriffen wiederfinden. S. Die Grundlagen der zum Ganzen vgl. erallgemeinerung" Funktionen Beziehung Arithmetik. woran eine geistige Tätigkeit anknüpfen kann. 31 f. bes." Wenn die Absurditäten. Man kann wohl zugeben. Nur die ersten Wahrheiten der Arithmetik. für die die Theorie eine Lösung versprach. in dem die Zahl 3 vorkommt*. so müßte er sich alsbald in eine Mehrheit unterschiedener intellektueller zerlegen. aber man muß dabei dies Wort als Ganzes nehmen. nicht sogleich in der ersten Ableitung unmittelbar zutage treten. Versucht man. daß dem Worte . sondern stillschweigend geduldet werden. ff. Wollten wir annehmen. * Prege. daß in derselben Weise beim Anblick eines Dreiecks etwas Sinnliches dem Worte „Drei" entspräche. sondern wir sehen etwas. daß zwischen den verglichenen Fällen irgendeine Form der und der A b spricht. Dieser Begriff aber schließt wiederum alle Rätsel ein. dreieckig" eine Art sinnlicher Eindrücke entspreche. fortschreitend auf größere und immer größere zu übertragen und die „Eigenschaften" der folgenden nach Analogie der früheren zu bestimmen: so setzt dies voraus. Die Drei darin sehen wir nicht unmittelbar. ihm einen scharfen und eindeutigen Sinn zu geben. Wenn es möglich sein soll. 39 . sondern auf der „V des primitiven sinnlichen Grundbestands beruhen soll.. so liegt der Grund hierfür darin. die wir an kleineren Komplexen von Objekten gemacht haben.

daß von dem Verhalten der einen kein Schluß auf irgendeine andere mehr zulässig wäre. Die Forderung der Verallgemeinerung der primitiven Zählerfahrungen enthält wiederum. kraft deren der eine aus dem andern nicht das Recht. identischer Anwendung derselben Grundrelation von der einen Mannigin fortgesetzter andern zu gelangen. In der Konsequenz. auf Elementen auszudehnen. der die sensualistische Lehre zuletzt wider Willen unterliegt. die an gegengetreten ist. die es ge- stattet. daß sie unvermerkt in eine andere Richtung der Betrachtung abbiegt. daß jede Einheit. die das Gesamtbild völlig umgestalten und in seinen Kein überall anwendbares Gesetz. einer individuellen Menge entMengen von mehr oder weniger wenn wir sie nicht sämtlich als ihrer : i „Natur" nach begriffen diese Gleichartigkeit aber besagt nichts anderes. die sich für jede Theorie im Fortschritt zu den höheren arithmetischen Gebilden als Grundzügen aufheben könnten. irgendeine Be- stimmung. die wir zu einer gegebenen Menge hinzufügen oder die wir von ihr wegnehmen. bietet sich der erste 40 . wenngleich verhüllt. daß dieselben gedanklichen Verfahrungsweisen. Ohne die Annahme eines derartigen Zusammenhangs müßten wir in der Tat darauf gefaßt sein. Die sensualistische Theorie vermag dieser Folgerung nur dadurch zu entgehen. besonders unentbehrlich ferweisen. vielmehr wäre jeder arithmetische Satz für jede einzelne Zahl durch Beobachtung und Wahrnehmung zu erweisen. jene Funktion der Allgemeinheit der Zahlbegriffe. die gesamte Beschaffenheit der Menge derart ändert. Der Weg zu einem rein deduktiven Aufbau des Zahlenreiches ist damit wieder frei geworden: es genügt hierfür die Einsicht. keine durchgehende Beziehung würde mehr die Glieder des Zahlenreiches zusammenschließen. als daß sie durch eine eindeutige gleichartig Regel miteinander verknüpft sind. Wir hätten uns besteht. Die neuen Einheiten würden alsdann wie ebenfaltigkeit zur soviele besondere physische Umstände oder Kräfte wirken. die bereits in der Bestimmung der Elemente notwendige und hinreichende Grundlage bilden. die durch die Erklärung beseitigt werden sollte.hängigkeit ableitbar ist.

Man erkennt. die uns früher innerhalb der allgemeinen logischen Theorie entgegentrat. nunmehr einen Anhang zur Für Psychoals logie (vgl. sondern ein geistiges Sein ist es. in denen wir nunmehr erst das wahrhafte Urbild der Zahlbegriffe zu erfassen scheinen. wie sie sich in der Auffassung durch unser Ich andere Klasse von Wirklichkeiten Vor- psychische Wirklichkeit reflektieren. das sie umspannen und darstellen wollen. Der Begriff verzichtet darauf. Die Zahlenlehre gelangt auch jetzt nicht zu selbständiger logischer Begründung. die geforderte Beziehung der Zahlaussagen zum empirischen Dasein der Dinge wiederum herzustellen. solange sie noch als Ausdruck stofflicher Sonderexistenzen und ihrer Verhältnisse galt. sondern sie bildet. nicht ein materielles. Der Akt der Zählung gibt nicht die Verhältnisse der Dinge an sich selbst. sondern nur die Art wieder. Aber auch in dieser Umformung bleibt. oben S. Die ganze Weite und Allgemeinheit des Zahlbegriffs scheint sich ihm hier aufs neue zu erschließen. aber an Stelle dieser Realität tritt ihre Erscheinungsform in unserem Geiste. Versagt die Ansicht. zunächst noch ein Moment zurück. der sich auf sie gründet. das sie mit der sensualistischen Ableitung teilt. unmittelbar die äußere Realität in ihrem absoluten Sein nachzubilden. wie sie zuvor als Spezialfall der Physik erschien. die Psychologie indessen be- deutet die „Vorstellung" zuletzt nichts anderes einen 41 . 11 ff. Nicht die Außendinge. wie sich hier an einem Sonderproblem dieselbe gedankliche Wendung wiederholt. daß alle arithmetischen Urteile auf physische Gegenstände gehen und in ihrer Geltung an sie geknüpft < bleiben: so bleibt dennoch eine zurück. als bleibt die Zahl von all den Beschränkungen frei. aus einem gemeinsamen Prinzip übersieht und gestaltet. Als stellung. die ihr auferlegt werden mußten. Zuvor indessen scheint sich noch ein anderer Weg darzubieten. die die Fundamente und den Aufbau. sondern das „Bewußtsein" selbst in seiner eigentümlichen und ursprünglichen Daseinsweise bildet den Quell dieser Begriffe. so sehr sie das Problem weiterführt.Ausblick auf eine einheitliche methodische Ableitung.).

a.an sich" mit der Zwölf . S. die Sieben und Fünf . der in den Einzelsubjekten nach besonderen Umständen entsteht und auf dieselbe Weise wiederum vernichtet wird: einen Inhalt. sondern er stellt einen Zusammenhang fest. nach dem Platonischen Ausdruck. In der Erfüllung eben dieser letzteren Forderung aber besteht aller Sinn und aller Wert der reinen Der Satz. 5 keiner Verkettung von Vorstellungserlebnissen. Die charakteristischen Grundrelationen.an sich" verbindet. als Inbegriff möglicher Relationen auffassen. Begriffe sind identisch.. ist somit immer nur eine zeitlich beje ' grenzte und determinierte Wirklichkeit. in welche sie eingehen. der. besitzt bei all seiner Idealität eine völlig eindeutige Bedie ihn von den wandelbaren Inhalten Das psychologische der Vorstellung streng unterscheidet. hierzu wiederum Frege . 37. so tritt sogleich die ganze Divergenz zwischen dem logischen Gehalt des Zahlbegriffs und dem psychologischen Begriff der Vorstellung hervor. die von dem einen gilt. der sich in unveränderlicher logischer Identität festhalten ließe. wie sie sich in denkenden Individuen bisher abgespielt haben oder auch künftig ausnahmslos abspielen werden. berichtet von Zahlbegriffe. es mag jetzt lebhafter. niemals in völlig gleichförmiger Art wiederkehrt. „ist" und bedeutet: dies kann nicht anders ermittelt werden als dadurch.. jetzt matter erfaßt werden: so wird doch durch all diese Differenzen die arithmetische Was ein Begriff der Zwei nicht berührt*. durch 'einander ersetzen lassen. auf den dies Urteil sich richtet. — Bedeutung * Vgl. wenn sie sich in allen Aussagen. daß wir ihn als Träger und Ausgangspunkt bestimmter Urteile. a. nicht aber ein Bestand. 42 . Was hier gegeben ist. Wendet man indessen dieses Kriterium an./ // bestimmten seelischen Inhalt. daß 7 12 ist. bei dem andern von ihnen frei sein. der in verschiedenen Individuen verschieden ist und der auch für ein und dasselbe Subjekt. nachdem er einmal verschwunden. O. wenn jede Beziehung. Bild der Zwei mag sich bei dem einen mit räumlichen Nebenvorstellungen verbinden. auch auf den andern übertragbar ist. Der Gegenstand. + = stimmtheit.

Vorstellung" zu sagen.die in der Zahlenreihe obwalten. Das Charakteristische der Zahl so ließe sich mit Recht einwenden läßt sich nur deshalb nicht in irgendeinem besonderen und isolierten Bewußtseinsinhalt aufzeigen. Auch der Sensualismus erkennt diese Allgemeinheit an. daß sie das Doppelte oder Dreifache von ihr. von einer . der aus ihr erst nachträglich resultiert. Sind die Zahlen Wirklichkeiten im individuellen Bewußtsein.. daß sie größer oder kleiner als eine andere. so können sie nur in endlicher Menge . bilden die Bedingung. Der Akt. Und nicht minder weist die Forderung der Unendlichkeit der Anzahlen über jede derartige Auffassung hinaus: denn alles „Sein" der Vorstellung geht in ihrem unmittelbaren Gegebensein. das Gebiet des psychischen Daseins selbst nicht nach seiner vollen Bedeutung und Weite ergriffen zu haben. sei es der äußeren oder der inneren Wirklichkeit. weil hier eine allgemeine Voraussetzung vorliegt. aber er faßt sie seiner Grundansicht gemäß wie ein dingliches Merkmal. kann daher allein das gesuchte psychologische Korrelat der Zahlbegriffe sein.. Die Tätigkeit der Unterscheidung und Verknüpfung. in diesem Bewußtsein als gesonderte Elemente realisiert sein. Die „Allgemeinheit". unter der allein von einer Mannigfaltigkeit von Elementen und ihrem Zusammenhang die Rede sein kann. h. läßt sich von hier aus in einer neuen Richtung verstehen und begründen. an welche die Zahlbestimmung anknüpft und auf die ihr eigentlicher Sinn zurückgeht. durch den wir irgendeine Einheit abgrenzen und die Synthese. sind als Eigenschaften an gegebenen Vorstellungsinhalten nicht denkbar. das sich gleichmäßig über — 43 . den sie zwischen den reinen Zahlbegriffen und den psychologischen Vorstellungsinhalten feststellt. — — — die die Entstehung und Bildung von Inhalten überhaupt beherrscht und leitet. Nicht Objekte. sondern Akte derApperception sind es. in der wir derartige Einheiten zu neuen Gebilden zusammenfassen. in ihrem tatsächlichen Vollzug auf. Es hat keinen Sinn. die den reinen Zahlbegriffen eignet. vorhanden". daß sie durch eine andere teilbar sei usf. d. Indessen scheint diese Kritik in dem Gegensatz. nicht irgendein besonderer Inhalt.

Für sie heißt die Zahl allgemein. sofern sie sich auf ein derartiges Verfahren gründet. Man erkennt indes. 6. 44 . daß die Behauptung der Universalität der Zahl. Buch II. wie eine abstrakte Zahl. nicht weil sie als fertiger Bestandteil in jedwedem Einzelnen enthalten ist. Aber obwohl immer Zahlen von Etwas. denn nichts verbürgt uns. in Wahrheit erschlichen ist. sofern sie auf alle Gegenstände und alle Arten der Existenz gehen. die gleiche Eigenschaft wie die tatsächlich beobachteten aufweisen und sich somit den arithmetischen Gesetzen fügen." so heißt es bei i 1 1. die sich unserer Erfahrung entzogen haben. daß alle Körper schwer sind. „Alle Zahlen. können sie nichtsdestoweniger Zahlen von jedem Beliebigen sein. wiederzuerkennen und in licher Identität Mill. Erst die tiefere und reifere psychologische Ableitung der Zahlbegriffe aus dem Grundakt der apperzeptiven Verknüpfung und Sonderung überhaupt gewinnt hier einen neuen Gesichtspunkt der Begründung. so finden wir mittels einer analogen Methode die zahlenmäßige Bestimmtheit an ihnen vor. die uns durch Erfahrung bekannt sind*.einen Kreis von besonderen Objekten verbreitet. Sätze über Zahlen haben daher die bemerkenswerte Eigentümlichkeit. festzuhalten. DasBewußtsein dieser Allgemeinheit wird nicht durch das Durchlaufen einer unbestimmten Mehrheit von Fällen erworben. darstellt. als eines solchen." Die mathematische Eigenschaft der Zählbarkeit der Dinge wird also hier in derselben Weise wie irgendeine physische Eigenschaft ermittelt: wie wir in durchgängiger Vergleichung der Einzelfälle lernen. sondern ist bereits in der Erfassung jedes einzelnen von ihnen vorausgesetzt: denn die Zuordnung dieses Einzelnen zu einem umfassenden Ganzen ist nur dadurch möglich. und es gibt nichts dergleichen. sondern weil sie eine konstante für M i Bedingung Einzelnen. „müssen Zahlen von Etwas sein. — begriff- A System of Logic. Cap. daß sie sämtliche Dinge überhaupt betreffen. daß der Gedanke imstande ist. § 2. gegenüber allen Verschiedenheiten und Besonde- die Beurteilung jedes rungen ihrer Anwendung. eine Regel. deren er sich einmal versichert hat. daß diejenigen Fälle.

aus sie sich bilden. Der Aufbau und die objektive dieses System-Zusammenhangs gehört einer völlig anderen Methode an*.diesem Ableitungsversuch. wenn wir ihn weder als Abbild einer äußeren. in ihrem rein psychologischen Sinne gein Auch Vorstellungs inhalten nommen. die in der reinen Arithmetik vorliegen: dies wird nicht durch eine psychologische Zergliederung der Akte der Vorstellungsbildung ermittelt. wird indessen das eigentliche logische denen Problem der Zahl nicht sowohl gelöst. und wie gemäß dieser Verknüpfung jener gesamte logische Komplex von Sätzen entsteht. Cap. Wie die Eins sich mit der Zwei. Denn welchen konstruktiven Wert man den reinen Denkakten immer beilegen mag. weder als physisches noch als psychisches Sein fassen wollen? Indessen ist diese Frage. Diese Methode ist freilich zunächst eine bloße Forderung. noch einer inneren. es. Nicht zeitlich begrenzte Wirklichkeiten sind gestellt wird. so bleiben sie doch. der von den fertigen zu den Akten zurückgeht. Damit aber wiederholt sich die frühere Frage. Nicht Begründung * Näheres hierüber s. stets Geschehnisse. Denn welches Mittel der Begründung bleibt uns für einen Begriff. denen er eine dauernde und unveränderliche Grundform zuerkennt.. wie er hier und jetzt unter den besonderen Bedingungen des jeweiligen Moments vonstatten geht. als vielmehr nur um einen Schritt zurückgeschoben. die Zwei mit der Drei verknüpft usf. doch nur der Ausdruck einer bestimmten dogmatischen Ansicht vom Wesen und von der Leistung des Begriffs. deren Erfüllung noch durchaus problematisch erscheinen muß. Auch sie gehören somit einem bestimmten individuellen Bewußtseinsverlauf an. die in der Zeit kommen und gehen. bes. die sich unwillkürlich stets aufs neue vordrängt. 45 . Diese Grundform ist es. deren Ver- hältnis in den arithmetischen Urteilen ausgesprochen und fest- sondern über das gesamte Gebiet des Denkgeschehens hinaus greift hier der Gedanke zu einem Bereich idealer Gegenstände über. unt. kraft deren jegliches Element der Zahlenreihe mit jedem anderen nach ein für allemal feststehenden systematischen Regeln zusammenhängt. VIII..

Aufl. Eindringen * sogleich. das sich aus selbständigen inhaltlichen Voraussetzungen entwickelt und allmählich festgestellt hat. Bratmschweig 1893. daß die überlieferten Bezeichnungen ? Dedekind. den Zahlbegriff seinem vollständigen Gehalt nach aus Die Wissenschaft des rein logischen Prämissen abzuleiten. die die wissenschaftliche Arithmetik den letzten Jahrzehnten genommen hat. 46 . Dingen — .nach dieser Grundansicht läßt sich das System der arithabschätzen. energischer aber kam nunmehr der Gedanke zur Bestimmungen der Zahl sich ohne jede auf sinnliche Objekte. Raumes schien der Anschauung. daß schärfer als je zuvor die Forderung hervortrat. so wird man auf die Betrachtung der Fähigkeit des Geistes geführt. einem Ding ein Ding entsprechen zu lassen. sind iind was sollen die Zahlen 2." so beginnt D e d e k i n d seine Deduktion des Zahlbegriffs. . oder einTDing durch ein Ding abzubilden. Die Entwicklung.. . ausaber dennoch zeigt es sich bei tieferem gegangen zu werden . Was S. „Verfolgt man genau. Berufung konkrete einfacher Denkschritte" begründen lassen müssen. In dieser Herleitung der Arithmetik aus der Logik aber wird diese selbst bereits in einer neuen Gestalt vorausgesetzt. ist dadurch charakterisiert. VIII. ohne jede Anlehnung an meßbare Größen „durch ein endliches System daß alle Geltung. II. sondern ummetischen Begriffe und Sätze gekehrt findet die formal-logische Betrachtung hier eine Schranke und einen Maßstab an eben diesem System. Dinge auf Dinge zu beziehen. ohne welche Fähigkeit überhaupt kein Denken möglich ist. sie abzubilden.." tionellen logischen Doktrin von einer Mehrheit von und von dem Vermögen des Geistes. schien bisweilen selbst der empirischen Wahrnehmung anheirnfajlen zu sollen: um so in y. auch sonst ganz unentbehrdie gesamte Wissenschaft der Zahlen lichen Grundlage muß Hier scheint ganz im Sinne der tradierrichtet werden*./ Auf dieser einzigen.was wir bei dem Zählen der Menge oder Anzahl von Dingen tun.

die von ihnen selbst einen haben.. erst in und mit den Beziehungen. Systeme und Systemgruppen in strenger~T)egnfflicher Gliederung. Abbildung" schafft kein neues Ding. als die gedankliche durch die wir übrigens ganz verschiedenartige Elemente zu einer systematischen Einheit verknüpfen. 47 . daß eine Beziehung (R) angegeben wird.Was sind und was Zahlen" gezeigt. die niemals losgelöst. die in fortgesetzter Anwendung alle Glieder des Komplexes erzeugt. soweit er für den Arithmetiker in Betracht kommt. i Und auch das Verfahren der „Abbildung" hat nunmehr eine charakteristische Wandlung erfahren. ohne daß doch ein Element mit dem andern irgendwie durch sachliche verbunden zu sein braucht. Die ausgesagt werden. Die . sondern nur in idealer Gemeinschaft miteinander „gegeben" sein können. Hier kommt lediglich die Vereinigung von Reihengliedern durch ein Reihenprinzip. Wir verfolgen die mathematische Entwicklung dieses Gedankens nicht in ihren Einzelheiten. Nachdem durch eine ursprüngliche Setzung ein bestimmter Ausgangspunkt fixiert ist. Sie sind Relationsterme. sondern eine neue Ähnlichkeit notwendige Ordnung gegenständen.. Denn jetzt handelt es sich nicht mehr darum. werden nicht als selbständige Existenzen vor jeder Rede Beziehung als vorhanden gesetzt. sondern nur als Beispiel für die Gestaltung der reinen „Funktionalbegriffe" interessiert lediglich ihre wesentliche Dedekind — — . von denen in der weiteren Ableitung die ist. sondern sie erhalten ihren gesamten Bestand. werden alle weiteren Elemente dadurch gegeben.. So entstehen Kopie Zuordnung. die ihnen in irgendwelchen Einzelzügen entspricht: sondern die Abbildung besagt nichts anderes. sondern begnügen uns da der Zahlbegriff uns hier nicht um seiner selbst willen. eine begriffliche der äußeren Eindrücke zu schaffen. wie auf Grund dieser einfachen Prinzipien der vollständige Aufbau der Arithmetik und die erschöpfende Darstellung ihres wissenschaftlichen Gehalts möglich ist.neuen Gehalt und eine neue Bedeutung gewonnen . nicht ihre Übereinstimmung in irgendeinem sachlichen Teilbestand in Frage. sollen die — zwischen Denkschritten und Denk- hat in seiner Schrift: . Dinge".

in der die Geltung von aRb die von bRa zwar zuläßt. daß sie in gleicher Weise zwischen b und a gilt. die wir symbolisch durch den Ausdruck a R b bezeichnen können. ist symmetrisch und trsmsitiv. also aRb und bRa nicht miteinander bestehen können. als auf ihnen die schärfere Definition dessen beruht. kommen hier zunächst nur insofern in Betracht. die im allgemeinen RelationsKalkül weitreichende Anwendung finden. verdeutlicht sie an den verschiedenen verwandtschaftlichen Beziehungen: die Beziehung. 1 ff. hierzu und Beziehung . auch meinen Aufsatz: Kant und die moderne Mathe- — matik. Geschwister" voriiegt.. die Russell. die S. wenn daraus. b und c besteht.. The Principles of Mathematics. Vater" asymmetrisch und intransitiv usw. I. auf den diese Unterscheidungen zurückgehen. sie heißt nicht-transitiv. die im Begriff . Die Voraussetzungen für die Ableitung des Zahlbegriffs sind in der allgemeinen Logik der Relationen gegeben. der Tat ein naives Vorurteil. 48 1 . Ist etwa irgendeine Beziehung zwischen zwei Gliedern a und b gegeben. anderseits von der asymmetrischen Beziehung. was wir unter der Ordnung Es ist in eines bestimmten Inbegriffs zu verstehen haben. wenn diese Übertragung nicht notwendig und intransitiv. so daß aus der Geltung von a R b auch bRa folgt. so treten uns hier zunächst gewisse formale entgegen. in der eine derartige Umkehrung nicht möglich ist. so kann sie zunächst derart beschaffen sein. wenn sie durch die Natur der betrachteten. die Beziehung „Bruder" nicht symmetrisch tmd transitiv. Betrachten wir das Ganze der möglichen Beziehungen. zum Folgenden: Russell. die bestimmten Klassen von Relationen gleichmäßig zukommen und sie von anderen Klassen verschiedener Struktur unterscheiden. daß sie zwischen je zwei Gliedern. symmetrisch" und unterscheiden sie einerseits von der nichtsymmetrischen Beziehung. a und b. nach welchen eine Reihe von Denksetzungen gegliedert sein kann. Eine Beziehung heißt weiterhin transitiv. vgl. Diese Bestimmungen. ihre Geltung auch für Tendenz Grundbestimmungen a und c folgt. Wir nennen in diesem Falle die Relation .herv^orzuheben. Cambridge 1903.Beziehung ausgeschlossen ist*.. Kant Studien XII. wenn man die Ordnung. aber nicht notwendig fordert.

.. sondern an der Reihenrelation. der ganzen und gebrochenen Zahlen lassen sich rein auf dieser Grundlage und ohne daß insbesondere auf die Verhältnisse konkreter meßbarer Objekte zurückgegangen würde entwickeln. Cassirer. Dinge". sofern jedem Glied durch das andere die Stelle im System eindeutig vorgeschrieben ist. um den Gliedern eines Inbegriffs eine bestimmte Ordnung aufzuprägen*.zwischen den Elementen einer Mannigfaltigkeit besteht. die zwischen den Elementen bestimmter Inbegriffe obwalten. In Wahrheit haftet sie nicht an den Elementen als solchen. Der ganze „Bestand" der Zahlen beruht nach dieser Ableitung auf den Verhältnissen. transitive und asymmetrische Beziehung die im Ganzen der Reihe überall dieselbe bleibt. daß zu jedem Glied ein unmittelbar nachfolgendes gehört. mit dem es durch eine eindeutige. Die Definitionen der Addition und Subtraktion. O. a. die Erklärung der positiven und negativen. das gleichsam durch das bloße Dasein der Einzelglieder schon unmittelbar gegeben sei. Die nähere sitive Untersuchung ergibt. durch die sie verknüpft sind. „Wenn man. sie gehen daher niemals unmittelbar auf . verknüpft ist. Betrachten wir nunmehr eine Reihe. Progression" bereits den eigentlichen aller Gegenstände erfaßt. die sie in sich selber aufweisen. daß zuletzt stets irgendeine tranund asymmetrische Beziehung erfordert wird. a. 24 und 4 25. alle Operationen. beziehen sich lediglich auf die allgemeinen Eigenschaften der Progressionen. die sie definiert. Cap. sondern halten und stützen sich wechselseitig. der Multiplikation und Division. so haben wir in einer derartigen . sondern auf die ordinalen Beziehungen. Alle Sätze der Arithmetik. Substanzbegriff 49 . nicht auf der Beziehung zu einer äußeren gegenständlichen Wirklichkeit: sie bedürfen keines fremden „Substrats"." Grundtypus es metik — — * Näheres hierüber bei Russell. wie etwas Selbstverständliches betrachtet. und alle ihre Bestimmtheit und ihre spezifische Eigenart leitet sich aus dieser Reihenrelation her. mit denen die Arithzu tun hat. die ein erstes Glied besitzt und für die ein bestimmtes Gesetz des Fortschritts derart festgestellt ist.

über die Definition des „einfach unendlichen Systems" siehe a.definiert „bei der Betrachtung eines einfach unendlichen durch eine Abbildung 90 geordneten Systems N von der besonderen Beschaffenheit der Elemente gänzlich absieht. sondern er zielt darauf ab. daß wir uns den Sinn einer bestimmten Relation unabhängig von allen Einzelfällen der Anwendung rein für sich zum Bewußtsein bringen. .Z a h 1" ist ihrer Bedeutung nach unabhängig von der inhaltlichen Verschiedenheit der können. wenn es sich darum handelt. welche . in die sie durch die ordnende Abbildung rp zueinander gesetzt sind. Dedek oben S.. O. wie auch die den einzelnen Elementen zufällig gegebenen Namen lauten mögen. Dedekind.i s.. auf diese Befreiung der Elemente von jedem anderen Inhalt (Abstraktion) kann man die Zahlen mit Recht eine freie Schöpfung des menschlichen Geistes nennen. Hier wirkt daher die Abstraktion in der Tat als eine Befreiung: sie bezeichnet die logische auf den Relationszusammenhang als solchen unter Abweisung aller psychologischen Nebenumstände. daß hier der Begriff und Terminus der „Abstraktion" offenbar in einer neuen Bedeutung verwendet wird. lediglich die Bestimmtheit dieser Funktion zu entwickeln. § 5 und 6. die sich im subjektiven Vorstellungsverlauf herandrängen mögen. § 6. diese Verschiedenheit die gezählt kann und muß daher außer acht bleiben. dieses Zusammenhangs bilden.. — Über den Begriff der „Abbildung" . a. die aber kein sach- denZahlen Wissenschaft Arithmetik • Gegenstände. lediglich ihre Unterscheidbarkeit festhält so Dedekind — und nur die Beziehungen auffaßt. a. 60 — i nd a. Vom logischen oder der Standpunkt aus ist es von besonderem Interesse. O. in allen geordneten einfach unendlichen Systemen immer dieselben sind. so heißen diese Elemente natürliche Zahlen oder Ordinalzahlen oder auch schlechthin Zahlen und das Grundelement 1 heißt In Rücksicht die Grundzahl der Zahlenreihe N. Die Beziehungen oder Gesetze. bilden den nächsten Gegenstand der von "*. werden Konzentration lich-konstitutives * Moment . Der Akt der Abstraktion richtet sich nicht auf die Absonderung eines dinglichen Merkmals. Die Funktion der .

beruht auf rein begrifflichen. a. hg. ** Zur Ableitung der Zahl als reiner „Reihenzahl" vgl.Man hat gegen Dedekinds Ableitung bisweilen eingewandt. L i p p s (Philosoph. so gelte. v. aber dieser Begriff der Folge enthält nichts von der konkreten Bestimmtheit der zeitlichen Succession in sich. O. kommt. der ihre Eigentümlichkeit gegenüber anderen reihenförmig geordneten Gegenständen bezeichnete. so was als Mater a 1 in sie eingeht. i nicht dasjenige. ist hier zunächst noch nicht erfordert. III). wert auf**. nicht auf sinnlich-anschaulichen Bedingungen. daß hier für die Zahl im Grunde gar kein unterscheidender Inhalt zurückbleibe. — — was hier überhaupt etwas sein. sondern lediglich idealen logischen Bestand besitzen. auf die Kant den Zahlbegriff gründet. Wir denken uns die Glieder der Zahlenreihe allerdings als geordnete Folge. für jede Progression überhaupt: es sei also einzig die Reihenform selbst. daß es ein Gefüge idealer Gegenstände gibt. wie etwa auf den Blitz der Donner. so müssen sie sich von anderen Wesenheiten durch irgendein absolutes Merkmal unterscheiden. § 242. Bd. definiert werde. ist eben dies. Und der Begriff der Stelle selbst muß hier zunächst in größter logischer Allgemeinheit und Weite gefaßt werden. Aber dieser Einwand verkennt das eigentliche Ziel und die Grundtendenz von Was hier zum Ausdruck Dedekinds Begriffsbestimmung. Studien. 4. Kap. da beide keine zeitliche Wirklichkeit. Wundt. Sollen die Ordinalzahlen irgendeine »innerliche" wie es scheint müssen sie Natur und Beschaffenheit besitzen. deren gesamter Inhalt in ihren gegenseitigen Beziehungen erschöpft ist. daß die Zwei *S. Die Unterscheidbarkeit der Elemente.) N 4* 51 . 3 u. sowie die neuesten Darlegungen a t o r p s . die Darstellung von G. (Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaft.. Da in ihrer Begriffsbestimmung lediglich die allgemeinen Momente der „Progression" festgehalten sind. Die Drei „folgt" auf die Zwei nicht. bes. Der «Sinn des Folgens beschränkt sich darauf. Die „Essenz" der Zahlen geht in ihrem Stellen. Russell a. F. 1910. was hier von der Zahl ausgesagt werde. die diesen Gedanken mit besonderer Klarheit und Eindringlichkeit durchführen." Lpz. die zu fordern ist. in der Art wie Punkte von Augenblicken oder Farben von Tönen verschieden sind*. Selbst die Anschauung der reinen Zeit.

aber nicht umgekehrt die Zahl die Zeit voraus.als P r ä m i s s e in die Begriffsbestimmung der Drei eingeht. . Phasen « — — Hamilton — — alle inhaltlichen Sonderbestimmungen entfernt und lediglich das Moment der „Ordnung im Fortschritt" festgehalten hat *. wenn man zuvor wie es tut aus dem Begriff der Zeit selbst z. Damit tritt uns zum ersten Male ein allgemeines Verfahren entgegen. Kant- Hamiltons Studien XII. Die niedere Zahl ist der höheren „vorausgesetzt": aber dies bezeichnet nicht das physische oder psychologische Früher und Später. sondern ein reines Verhältnis der begrifflich systematischen Abhängigkeit. Was die „spätere" Stelle kennzeichnet. die ihr vorangehen. B. bestimmten fortschreitenden Zusammenhang bilden. daß die Bedeutung des einen Begriffs i wenn die des anderen feststeht. inneren Sinnes" versteht zwar die Zahl. Die Arithmetik kann dann und nur dann als die Wissenschaft der reinen Zeit definiert werden. die Systemform selbst als Infesthalten und ihre Gesetze deduktiv entwickeln. als logische Bestandteile und in sich aufnimmt. Wir erschaffen dadurch ein neues . m. Aufsatz „Kant und die moderne Mathematik". erst erhellt. da können wir. außer Betracht bleibt und lediglich das „Wie" dieses Zusammenhangs berücksichtigt wird. das für die gesamte Begriffsbildung der Mathematik von entscheidender Bedeutung ist. den der auf diese Weise entsteht. unbekümmert um die Verdie einen variante änderlichkeit dieser Inhalte. daß sie auf komplexere Weise durch Anwendung der erzeugenden Relation aus der Grundeinheit hervorgeht und somit die Elemente. das in seiner Struktur von aller Willkür unabhängig ist: aber unkritische Naivität wäre es. das sich in verschiedenen Inhalten erfüllen kann. ist der Umstand.. Gerade dies erweist sich nunmehr als der methodische Vorzug der Zahlwissenschaft. So setzt die Zeit wenn man darunter die konkrete Form des .. 34 f. mit den sinnlich wirklichen und Gegenstand. daß in ihr das „Was" der Elemente. Definition der Algebra als „Science über William of pvire time or order in progression" und ihre Beziehung zum Kantischen Zeitbegriff vgl. Wo immer ein System von Bedingungen gegeben ist. objektives" Gebilde.

Gesamtsystems : Kardinalzahl * Vgl. dem letzten Gliede des Systems eine bestimmte Ordinalzahl. insbesondere Helmholtz und Kronecker entwickelt haben. § 53 . bes. S. daß es aus n Elementen bestehe*. im allgemeinen übereinstimmend vollzogen. so können wir es auf den zuvor entwickelten Inbegriff der Zahlen in bestimmter und eindeutiger Weise beziehen.eh Dedekind. Was sind und was sollen die Zahlen. 54. läßt sich also. indem wir der vorgeschriebenen festen Ordnung der Stellen folgen. faßt zugleich alle seine früheren Phasen in sich: denn da der Fortschritt von i zun nur auf eine einzige Art erfolgen kann. und wir bedürfen dessen nicht. zugleich als eine Charakteristik des ansehen wir nennen sie die des betrachteten Systems und sagen von diesem nunmehr. Dieser Übergang von der reinen Ordnungszahl zur Kardinalzahl wird von den verschiedenen ordinalen Theorien der Arithmetik. in ihrer Reinheit ergriffen haben. durch die hindurch wir es erreichen.» Dieser Akt der Zuordnung aber. können wir nicht empirisch seine „Eigenschaften" ablesen. gleichzeitig die gesamte Operation. Die Zahl n. Ist irgendein endliches System gegeben. aus der er erwächst. in einer anderen Richtung der Betrachtung. So grundlegend indessen das begriffliche Moment der auch ist. die bisher als bloße logische Abfolge von Denksetzungen abgeleitet wurde. 161. da er in all seiner Bestimmtheit vor uns steht. zu dem wir gelangen. sobald wir einmal die Relation. der das Verfahren abschließt. so ist doch in ihm der gesamte Inhalt des Zahlbegriffs nicht erschöpft.Diesem Gegenstand wirksamen Dingen zu verwechseln. Wir gelangen auf diese Weise. neb. wie sie-. "j Dedekind. so gibt hier das Ziel. zuzuordnen. als Ausdruck der Vielheit verstanden und verwendet werden soll. die zunächst als Charakteristik des letzten Elements gewonnen wurde. Wir gelangen zu einer neuen gedanklichen Wendung. in ihrer spezifischen Bestimmtheit wieder. schließlich — Ordnung dazu. «. indem wir jedem Element des Systems eine und nur eine Stelle dieses Inbegriffs entsprechen lassen. sobald die Zahl.

unabhängig sei. daß also die Stelle. indem sie nunmehr gleichsam in zwei ver- — — Summe .b zuordnen. Inhalt gekein eigentlich neuer schaffen wird.^-^ »Hierbei ist allerdings vorausgesetzt.weiterzählen". schiedenen Sprachen gelesen werden können *. sobald man nur an der Bedingung festhält. auf die wir zuletzt treffen. Lpz. daß aus der Zusammenfassung der Elemente zweier Mengen. Aufsätze. So bedeutet etwa innerhalb (a + b). indem wir die auf a folgenden Zahlen gliedweise Diese Erden Elementen der Reihe 1 2 3 . wenn wir zur Addition der Kardinalzahlen übergehen. mathematischer Funktion * Helmholtz. d. daß die betrachtete Mannigfaltigkeit ein endliches System Auch die Definitionen der arithmetischen Grundbildet. um b Schritte . Wenn somit durch den Übergang. der sich hier vollzieht. daß wir die Stelle der Reihe bestimmen. die sich nicht zuvor aus dem bloßen Moment der Ordnung hätte gewinnen lassen: nur dies wird erreicht. „Kardinalzahlen" läßt uns somit keinerlei Betrachtung der neue Eigenschaft und keine neue Beziehung entdecken.. der reinen Ordnungszahl die Bildung der daß wir. zu der wir gelangen. von der Ordnung. Diese Voraussetzung kann wie insbesondere Helmholtz gezeigt hat indessen ohne die Annahme irgendeines neuen Postulats aus den Prämissen der ordinalen Theorie in aller Strenge bewiesen werden.) 54 . 1887. so ist es nichtsdestoweniger unverkennbar.b) Die in der zuvor bestimmten Bedeutung angegeben wird. von a ausgehend. daß in der Bildung der Kardinalzahl eine neue logische Wenn in der Theorie der Ordsich betätigt. (Philosoph. S. eine neue Menge C hervorgeht. daß es eine und nur eine Kardinalzahl der gegebenen Menge geben könne. die die ordinale Theorie entwickelt hat. Zählen und Messen. erkenntnistheoretisch beEd. Zeller gewidmet. trachtet.. eine weitere Anwendbarkeit gewinnen. klärung bleibt ohne weiteres in Kraft. . es zeigt sich. 33. h. in welcher wir die Glieder der Menge nacheinander betrachten und herausheben. operationen können nunmehr ohne Schwierigkeit auf die neue Zahlart übertragen werden. denen die Kardinalzahl a und b zukommt. in der die Anzahl der Glieder durch die Zahl (a 4. daß die Formeln.

Freilich ist gerade dieser auszeichnende Grundcharakter in der Beurteilung der . Erst in dieser Synthese vollendet sich die bloße Folge der Ordnungszahlen zum einheitlichen. gegeben wurde. in sich geschlossenen System. die sich durch ihre Gestalt und Stellung sichtbar voneinander unterscheiden. sondern zugleich den Aufbau und das formale Prinzip der Gesamtreihe repräsentiert. '•'einmal anerkannt. das sie wechselseitig verknüpft. muß in der Tat zu der von Auffassung führen. auf denen alle Unterscheidung und alle Verknüpfung von Zahlen beruht. die von aller Anlehnung an die empirischen Verhältnisse physischer Objekte absieht. als Gruppen wahrnehmbarer Objekte. in sich faßt. so tritt jetzt die Forderung ein. B. für diese Verschiedenheit der Dinge eine entsprechende Verschiedenheit von Zeichen einzuführen. ordinalen" Theorie der Zahl häufig verkannt worden. so daß der letzte Schritt des Verfahrens zugleich alle vorhergehenden und das Gesetz. Das vorangehende Moment soll durch das folgende nicht einfach verdrängt werden. Die Begründung der Theorie. sondern als ideelles Ganzes zu erfassen.nungszahl die Einzelschritte als solche festgestellt und in eindeutiger Folge entwickelt wurden. Nicht ein Absehen von den physischen Gegenständen. in welchem jedes Glied nicht nur für sich steht. • ^ Sind aber diese beiden logischen Grundakte. weil wir die Wirklichkeit der Objekte zuvor durch die ihrer sinnlichen „Abbilder" ersetzt haben. rationalen Ableitung. sondern umgekehrt eine Ver- Helmholtz 55 . wie sie z. daß hier zunächst konkrete Mengen von Gegenständen als gegeben vorausgesetzt werden und daß alle Leistung des Denkens sich darin erschöpfe. um das Gebiet und den Operationskreis Die Forderung einer rein der Arithmetik zu bestimmen.. Von der unmittelbaren Beschaffenheit der Dinge scheinen wir demnach in den Aussagen über Zahlenverhältnisse nur deshalb absehen zu können. sondern seinem gesamten logischen Gehalt nach in ihm aufbehalten bleiben. so bedarf es keiner weiteren speziellen Voraussetzung mehr. „Zeichen" aber sind als solche zunächst selbst nichts anderes. die Reihe nicht nur nacheinander in ihren einzelnen Elementen. ist daher erfüllt.

daß darunter bald das bloße Dasein eines sinnlichen Inhalts verstanden wird. S. den Gehalt der gültigen Urteile über Zahlen in Aussagen von dieser Art und Beschaffenheit umzudeuten. bald der ideale Gegenstand. die durch die Darstellung. so müßten wir so viele Formen der Wahrheit unterscheiden. An die Stelle der leeren Symbole tritt im Verlauf der gedanklichen Entwicklung wiederum unvermerkt der Gehalt der arithmetischen Begriffe*.. Grundgesetze der Arithmetik. sondern in den obwie er jektiven Beziehungen zwischen den Ideen. niemals in den Zeichen. beurteilt würden. würden ihre charakteristische Leistung verlieren. mit aller philosophischen Klarheit bezeichnet. bisweilen nahegelegt zu werden scheint. Unter den modernen als es Weisen der Bezeichnung gibt. hat daher gegenüber den formalistischen Theorien seiner Zeit den logischen Sachverhalt. die die Theorie der Ordinalzahl bei verschiedenen Mathematikern erfahren hat. Bd. der hier zugrunde liegt. die wir auf ihre Form und ihre Größe. Bilder". die hier geschaffen werden. L e i b n i z dessen ganzes Denken doch auf den Plan einer „allgemeinen Charakteristik" konzentriert ist. ermöglicht die Rückführung auf das nominalistische Schema. Die „Zeichen".{ dichtung und Konzentration ihres sinnlichen Gehalts wäre somit der echte Anfang der Zahlbildung. Frege s. Die „Basis" der Wahrheiten liegt. wie die Arithmetik der Zeichen sich nur dadurch am Leben zu erhalten vermag. ausspricht. . Wäre es anders. 66 . nur der Umstand. 1 * S.. daß sie sich selber untreu wird. Mathematikern hat sodann vor allem F r e g e in eindringender Einzelkritik dargetan. was sie gedanklich bedeuten. Was auf diese Weise übrig bliebe. Jede derartige Auslegung. was sie sinnlich sind. 69 ff. 139 u. wären in der Tat nur gewisse . wenn sie lediglich nach dem. der durch ihn bezeichnet wird. II (Jena 1903).« Nur die Zweideutigkeit in der Verwendung des Begriffs des Zeichens. würden aufhören Zeichen zu sein. ihre Lage und ihre Färbung untersuchen könnten: kein noch so extremer mathematischer „Nominalismus" aber hat jemals tatsächlich versucht. . widerspricht indessen in Wahrheit ihrer eigentlichen und tieferen logischen Tendenz. nicht nach dem.

das ihnen erst kraft gedanklicher Relationen zukommt. die man abstreifen und mathematischen muß. so sind es rein rationale Momente. So bedarf denn auch die Theorie in ihrer reinen Durchführung nicht.De Tlnfini mathematique. immer man versucht hat. 57 . den Zahlbegriff in rein „logische Konstanten" aufzulösen. die nach einer konstanten Regel aus einem einmal festgesetzten Anfang fortschreitend konstruiert werden. sondern ideell definierte Inbegriffe.. moderne mathematische Prinzipienlehre genommen kann es scheinen. der Voraussetzung einer Menge physisch gegebener Einzeldinge. als s6i in allen bisherigen Bestimwesentliche mungen gerade das Moment außer Betracht geblieben. um zum eigentlichen logischen Kern des Gedankens vorzudringen. Die Mannigfaltigkeiten. so man jedoch auf die tatsächliche Entwicklung. S. III. was sich in den sinnlichen Eindrücken unmittelbar aufweisen ließe. 318 ff. Couturat. wenn es gelungen war. allen Sondergehalt der Zahl aus der allgemeinen Funktion des Begriffs überhaupt herzuleiten begriffliche Formung aber bedeutete wiederum nach der herrschenden logischen Grundüberzeugung nichts anderes als die Zusammenfassung der Gegenstände in Arten und Gattungen vermöge der Subsumption unter generelle Merkmale. Paris 1896. wie man ihr entgegengehalten hat *. sondern etwas. In dieser Regel wurzeln auch alle die echten „formalen" Bestimmungen.0 r d n u n g" ist nichts. : — ) * Vgl. Die Analysis der Zahl schien erst dann abgeschlossen. da wurde man auf den als seine notwendige und hin- Wo Klassenbegriff reichende Voraussetzung zurückgeführt. sind nicht empirisch vorhandene. Ist dies aber einmal geschehen. die die Zahlenreihe auszeichnen und sie zum Grundtypus eines begrifflich erkannten und beherrschten Zu- sammenhangs überhaupt machen. in dem die logische Charakteristik der Zahl sich erst vollendet. Blickt die die hat. die man zurückbehält: denn .Die nominalistische Darstellung bildet daher auch in der Theorie der reinen Ordnungszahlen nur eine äußere Hülle. die sie zugrunde legt.

sondern um die Fixierung einer eindeutig bestimmten Stelle innerhalb eines Gesamtsystems. Eigenschaften und teilen. Betrachten wir nicht den Gedanken der Zahl überhaupt. sondern fragen zunächst. so trotzdem die Reduktion des Zahlbegriffs muß hier- auf den Klassenbegriff für ein anderer Weg eingeschlagen werden. Es handelt sich hier nicht um die Angabe einer Gattung. So mußte aus zuvor dem alles bestimmten Allgemeinbegriff. ist damit zugleich mittelbar die Eigenart des Merkmals bestimmt. daß es möglich ist. eine bestimmte Relation anzugeben. Sobald einmal festgestellt ist. nur eine Vier und bewältigen. Wir fassen. Das Kriterium für die Gleichzahligkeit zweier Mengen aber besteht darin.. so haben wir es in ihm nicht mit einem logischen sondern mit einem Individualbegriff zu tun. suchen wir nicht sie selbst unmittelbar in inhaltlich einfachere Bestandteile zu zerlegen.Zahlbegriff. denen diese Bedingung nicht er- . was die Gleichheit bedeutet. was die Zahl ihrem reinen Wesen nach . durch welche sich die Glieder der beiden Mengen einander Um von Zahlen gleichwertig wechselseitig eindeutig zuordnen lassen. Es gibt nur eine Zwei. zu bestimmen. indem wir Gruppen. das wir in beiden als identisch annehmen. was sich diesem Grundschema nicht einfügt. die sich auf diese Weise miteinander verknüpfen lassen. um ihn gedanklich zu entfernt werden. zu je einem Gesamtkomplex vereinigen. i Merkmale die sie mit keinem anderen Gegenstand möglich sein. Kraft dieses Verfahrens der Zuordnung stiften wir unter den unendlich vielen möglichen Klassen von Gegenständen bestimmte Zusammengehörigkeiten. Hier aber entsteht für die Theorie zunächst eine prinzipielle Schwierigkeit. alle Mannigfaltigkeiten. mit andern Worten. unter welchen Bedingungen wir zwei Mengen hinsichtlich ihrer Zahl als betrachten. für die ein solches Verhältnis der „Äquivalenz" oder der eindeutigen Zuordnung der Glieder während wir Mengen. in eine bei Gattung zusammen. sondern den Begriff dieser und jener Zahl. die in beliebig vielen Einzelexemplaren gegeben sein kann.ist". 58 besteht. beiden Soll kommen bestimmte mathematische zu.

es auch untereinander sind. indem wir die Gegenstände. auf den griffe F zukommt" . was in der gewöhnlichen Ansicht lediglich der Anzahlgleichheit erscheint. Wenn der herdarin besteht. die einzelnen Zahlen als .. haben wir damit dasjenige Moment gewonnen. auf dem ist Es daß sie dasjenige. Das Verhältnis.ist der diese Ableitung in ihren Grundzügen zurückgeht Umfang des Begriffes: gleichzahlig dem Begriffe F. die alle Inbegriffe eines derartigen Komplexes untereinander besitzen. so kann weiterhin jede Einzelmenge hinsichtlich des Merkmals der Äquivalenz als vollständiger Repräsentant ihrer Gesamtgattung betrachtet werden: denn da sich zeigen läßt. gegeben". das wir in gewöhnlicher Ausdrucksweise als die Zahl jedes . daß es. aller kömmliche des Zahlbegriffs selbst beruht.verschiedenen Gattungen zugehörig betrachten.Die Anzahl. herauslösen und als für sich denkbaren Gegenstand auffassen. geschehen. — somit das Charakteristische dieser Auffassung. als Ist dies M — — . Indem wir nun die gemeinsame Beziehung. die einer dritten äquivalent sind. von einem vorgegebenen Inbegriff er sich irgendeiner Menge des Gesamtkomplexes Glied für Glied zuordnen läßt. in ihrer Bedeutung zunächst noch unbestimmt sind und erst kraft der Gleichung allmählich be- Inhalt Weg m . daß zwei Mengen. so definiert demnach F r e g e." Wir fassen den Gedanken der Anzahl eines Begriffs. welche dem Bedieser Inbegriffe bezeichnen. stehen. deren Elemente zu denen des betrachteten Inbegriffs im Verhältnis der eindeutigen Zuordnung füllt ist. das in der Gleichung ausgesagt wird.. so genügt nachzuweisen. als bekannt vorauszusetzen und dann auf Grund dieser Bekanntschaft über ihre Gleichheit oder Ungleichheit zu entscheiden. sondern zugleich mit ihnen auch alle diejenigen Klassen ins Auge fassen. daß das Gleiche für alle Mengen des betreffenden Komplexes gilt.. um darin die Gewißheit zu besitzen. während die E 1 e die dieses e n t e Verhältnis eingehen. die unter ihn fallen. 59 . ist das allein Bekannte. als als das Kriterium das eigentlich konstitutive Merkmal heraushebt. nicht für sich allein betrachten. so gilt hier das umgekehrte Verfahren.

60 . oben." trachten Tendenz. Kussell und Peano. die logisch einfacher ist als das Ganze der Funktionen. ist in der neueren logisch- mathematischen Literatur lebhaft diskutiert worden: ich verweise für die positive Darlegung der Theorie besonders auf die Schriften von Frege. die in der ordinalen Theorie zur gegliederten Reihe der Ordnungszahlen hinführen. . sondern lediglich Momertt: auch sie * Das Problem. die es erfüllt (vgl. das sie zu deduzieren unternimmt * ? / Mit der empiristischen Anschauung vom Wesen der Zahl. gemeinsame Eigenschaft" gewisser Inhalte und Inhaltsgruppen.. ob in der Beziehung der Äquivalenz zwischen Klassen wirklich eine Relation erfaßt ist. der sich so als eine Gleichung auffassen läßt. begegnet die Theorie. von allen diesen Funktionen gänzlich abzusehen und dennoch auf einem neuen Wege den vollständigen Aufbau des Zahlenreichs und seiner Gesetze zu erreichen. Viertel jahrsschr. Halle 1891. Wir wollen also . daß jede Seite dieser Gleichung eine Zahl ist. die aller leitung der Zahlenreihe aus dem Klassenbegriff tatsächlich vollzogen oder bewegt diese Ableitung sich in einem Zirkel. f. um das es sich hier handelt. Leipzig 1908. wissensch. die sie aufs schärfste bekämpft. Jonas C o h n Voraussetzungen tmd Ziele des Erkennens. was als gleich zu beHier ist in der Tat eine methodische mathematischen Begriffsbildung zugrunde liegt. . Nur sind die Substrate der Zahlaussagen. mittels — — des schon bekannten Begriffs der Gleichheit das gewinnen. wenn es gelänge.). Philos.52f. 158 ff. Über An- schauung und ihre psychische Verarbeitung. XI.. wie nachdrücklich betont wird. indem sie stillschweigend bereits Begriffe aus eben dem Gebiet voraussetzt. . 129 ff. . nicht in den sinnlich physischen Dingen selbst.stimmbar werden. „Unsere Absicht ist. für die Kritik auf B.. S. sich dennoch in einem formalen faßt die Zahl als eine . Auf diesen Punkt also muß sich fortan die kritische Untersuchung konzentrieren: ist die Abis t. die hier entwickelt wird. scharf bezeichnet: das „Gebilde" soll seinen gesamten Bestand aus den Relationen erhalten. S. Ein Fortschritt der Analyse wäre offenbar nur dann erreicht. 287 ff H u s s e r 1 Philosophie der Arithmetik." so schildert Frege das allgemeine Verfahren „den Inhalt eines Urteils zu bilden. I. Nur die eine Frage bleibt zurück. Kerry. S.

." Dieser Umstand allein erklärt denn auch die universelle Anwendbarkeit der Zahlaussage. will keineswegs einen Allgemeinbegriff der Zahl willkürlich ersinnen. wenn sie mit anderen. die lediglich die Zwecke der arithmetischen Wissenschaft ins Auge faßt.. sondern ihren Begriffen bestimmte Merkmale bei. bei. sondern die eigentliche Funktion aufweisen. zugleich unmittelbar diejenigen sind. auf innere und äußere Erscheinungen. Diesen Darlegungen gegenüber aber muß sich zunächst ein Einwand aufdrängen." so lege ich die Zahl vier dem Begriffe „Pferd. Jedes Urteil über Zahlenverhältnisse legt nicht den Objekten. unter die sie gefaßt sind. zu Klassen « 61 . Die Theorie. die sich gleich sehr auf Stoffliches und Unstoffliches. die hier vertreten wird. auf Dinge. Venusmond" wird dadurch eine Eigenschaft beigelegt. soll gleichsam eine natürliche entgegentreten. Gerade dies wird gegenüber der Auffassung.. die für ihren . sondern auf die Begriffe. . als eigentümlicher Vorzug betont. so ist gar kein Mond oder ich sage: die Venus hat Aggregat von Monden da. Diese scheinbare Mannigfaltigkeit des Gebiets des Zählbaren erweist sich bei schärferer Betrachtung als strenge Gleichförmigkeit: denn die Zahlangabe geht niemals auf die heterogenen Inhalte selbst. logischen" Eigenschaften der Zahl. nichts unter sich zu befassen. das den Wagen des Kaisers zieht". Wie dies genauer zu verstehen ist. die die Zahl im wirklichen Ganzen der Erkenntnis besitzt. betrifft somit stets dieselbe logische Wesenheit. die gleichzeitig den stehen.den Begriffen dieser Dinge zu suchen. Der künstlichen Ableitung. wie auf Ereignisse und Handlungen erstrecken kann. daß die . Wenn ich sage: „der Wagen des Kaisers wird von vier Pferden gezogen. die hier abgeleitet werden. zu denen sie im Verhältnis der gegenseitig eindeutigen Zuordenbarkeit der Umfangselemente in zusammengefaßt werden. die von der reinen Ordnungszahl ausgeht. nämlich die. aber dem Begriffe .. durch die sie in Klassen von eigentümlicher Beschaffenheit geschieden werden. hat die frühere Entwicklung dargetan: den Begriffen wird eine gewisse Zahlbestimmung aufgeprägt. Gebrauch im täglichen Lebfen" bestimmend und wesentlich sind. von dem etwas ausgesagt werden könnte.Wenn Monde.

verschiedene Gruppen von Elementen zusammenzustellen und unter einem bestimmten Gesichtspunkt als gleichartig aufzufassen. daß schon zuvor die einzelnen Gruppen als bestimmt gegliederte Folgen von Elementen. ist dieser Zusammenhang aufgehoben. Auch sie 62 . ohne daß damit zugleich der Gesamtgehalt des besonderen Zahlbegriffs verloren ginge. gerecht wird. also als Zahlen im Sinne der ordinalen Theorie. und dieses Verhältnis läßt sich nicht wegdenken.Zahr' im gewöhnlichen Sinne des Wortes noch keinerlei zureichende Bestimmung gewonnen. erfaßt worden sind. in welchem sie zu den übrigen Gliedern des Gebiets steht. Eine schärfere Untersuchung zeigt indessen.. die wir hier : « betrachten. in keiner Weise zusammen. fällt mit dem eigentlichen Sinn. aber damit ist einstweilen über ihre . Das „Wieviel" der Elemente im gewöhnlichen Sinne läßt sich durch keine logische Umdeutung in eine bloße Aussage über das . Die spezifische Bedeutung der „Vier" oder der . Die Betrachtung dieser Aufgabe aber führt zu einem tieferen methodischen Gegensatz zurück.konkreten Anwendungen. so werden wir durch sie zwar daß dieses in den Stand gesetzt. Die Definition der einzelnen Zahl bestimmt zugleich und unmittelbar das Verhältnis. den wir mit den Zahlurteilen in der tatsächlichen Erkenntnis verbinden. daß in ihr die Einzelzahl niemals etwas für sich allein bedeutet. In der allgemeinen Ableitung der Kardinalzahl. es bleibt als selbständige Frage und Aufgabe der Erkenntnis zurück. Unser Denken könnte in der Tat beliebig viele „äquivalente" Mengen durchlaufen und in ihrem wechselseitigen Verhältnis betrachten. daß ihr nur als Stelle im Gesamtsystem ein fester Wert zukommt. Gleichviel" verwandeln.. Es ist die Grundeigentümlichkeit der ordinalen Theorie. Sieben" kann niemals aus der bloßen Nebeneinanderstellung noch so vieler Vierer.oder Siebenergruppen resultieren es sei denn. ohne daß sich ihm in diesem Prozeß irgendwie das charakteristische Bewußtsein der reinen Zahlbegriffe ergäbe. die wir von der Zahl machen. Beschränken wir uns lediglich auf die bisherigen Festsetzungen. der zwischen den beiden Auffassungen der Zahl besteht.. Ziel nicht erreicht wird: denn was hier logisch deduziert wird.

die die Erklärung der Zahl durch äquivalente Klassen am strengsten und folgerichtigsten durchgeführt haben. worin der eigentliche Zahl Charakter wurzelt. In Wahrheit aber ist es eben das Moment. Wird dies aber einmal zugestanden. das hier zunächst ausgeschaltet wird. Später". ein festes Prinzip der Einzelzahlen aufzustellen und logisch der zu deduzieren. sondern nur eine nicht näher bestimmte logische Eigenschaft.. auf welche die Zahl zurückgeht. 63 . was sie will: für Analysis und Algebra kommt sie einzig dadurch in Betracht. so ist damit streng genommen der Streit über den methodischen Vorrang der Ordnungszahl bereits aufgehoben: denn wo ließe sich eine sicherere Auskunft über das „Wesen" der Zahl im erkenntniskritischen Sinne gewinnen. ob. Es wird zur Zahl erst. Selbst diejenigen Denker. des „Mehr" oder „Weniger" tritt. Die Zahl mag an sich selbst sein. wie es nach der herkömmlichen Abstraktionstheorie der Fall sein müßte. daß sie sich rein und vollständig in der Form einer „Progression" darstellen und entwickeln läßt *.. Was der Mathematiker an der Zahl' betraclitet. indem es zu ihnen in ein Verhältnis des „Früher" oder . daß diese Erklärung für die methodischen Zwecke der reinen Mathematik im Grunde unerheblich sei. auf die Heraushebung des Gleichartigen.freilich notwendig darauf bedacht sein. Die Begriffsbildung. das sind lediglich die Eigenschaften.Zahr'. ihrer eigentlichen Tendenz nach. § 230. kann zur Absonderung eines identischen Merkmals in ihnen führen. Die gemeinsame Eigentümlichkeit gewisser Klassen bestimmt. als in ihrem allgemeinsten wissenschaftlichen Gebrauch? * Russell. 49. Die Betrachtung von Mengen. ist. — Zum Begriff der Progression s. auf denen die Ordnung der Stellen beruht. sondern auf die Heraushebung und Festhaltung der Verschiedenheit gerichtet. aber dieses Merkmal ist an sich noch nicht . S. betonen daher. nicht. aber der Sinn der Elemente soll dennoch vor muß Anordnung dieser Glieder sind als die nis ihrer Ordnung und unabhängig von ihr feststehen. die sich einander gegenseitig eindeutig zuordnen lassen. indem es sich von anderen Merkmalen desselben logischen Charakters abhebt. noch bevor irgendetwas über das VerhältAbfolge feststeht.

die wir mit Zahlbegriff im vorwissenschaftlichen Denken verbinden. allein Wäre die Zahl das. etwa die Klasse der Jupitermonde mit der der Jahreszeiten. kraft dessen ein derartiger Begriff im Bewußtsein entsteht treten. die Menge der Kegel im Kegelspiel mit der der Musen zusammenzustellen! Eine derartige Vergleichung ist verständlich. daß sie einem . hält hier nicht stand. wo dieser Wert nicht vorausgesetzt wird. verbunden sind. in jeder Form der Ableitung. die durch kein weiteres Moment.Klassen" abgeleitet werden. die sich wechselseitig aufeinander beziehen. sondern lediglich im Verhältnis zu anderen Mengen zukommen soll. Man hat der Theorie der Äquivalenz vorgehalten. welchen Sinn hätte es. Denn die Zahl bedeutet hier eine Beziehung zwischen inhaltlich gänzlich heterogenen Klassen. Dieser Vorwurf ist indes zum mindesten zweideutig: denn der Zahlbegriff kann in der Tat. als einen reinen Relationsbegriff bedeuten. Nur das Gebiet und gleichsam der logische Ort der Relation ist hier verschoben denn während es sich in der ordinalen Theorie um ideelle Setzungen handelt. Die Analyse zum mindesten bietet keine Stütze der Theorie. derart ungleichartige Gruppen überhaupt aufeinander zu beziehen. soll hier j ede einzelne dieser Setzungen aus einem Verhältnis gegebener . r : 64 . sein soll. Jede Reflexion auf den eigentlichen Tatbestand des Denkens läßt vielmehr sogleich den inneren Unterschied zwischen dem Gedanken der und dem der Zahl klar hervor- Und auch dem psychologische Äquivalenz was sie nach dieser Ableitung noch immer eine eigentümlich verwickelte und schwierige Aufgabe. sofern hier die Bestimmtheit der Zahl eine Beschaffenheit sein soll.. sondern aus der Vergleichung erst gewonnen werden soll. nachdem bereits auf anderem Wege der „Zahlwert" für jede dieser Klassen und dadurch mittelbar eine Übereinstimmung zwischen ihnen festgestellt ist. so bliebe es und festgehalten wird. extremen Relativismus" Vorschub leiste.die Berufung auf die Bedeutung. hier dagegen. die einer Menge nicht an sich selbst. den Prozeß aufzuweisen.. Welches gedankliche Motiv bestände aber. nichts anderes. entbehrt diese selbst jeder festen Direktive und Richtschnur. als eben die Möglichkeit der gegenseitigen Zuordnung.

daß diese Klassen. XI. irgendein Glied einer Klasse u herauszugreifen und es auf ein Glied einer andern Klasse v zu beziehen. Philos. Aber selbst wenn diese Schwierigkeit durch komplizierte logische Umdeutungen des Begriffs der Äquivalenz gehoben werden könnte*. 113 nebst der Kritik von Kerry. sowie von Poincar6. Schon in der Erklärung der Null zeigen sich erhebliche Schwierigkeiten denn es hat offenbar keinen Sinn. so tritt der Zirkel in der Erklärung doch alsbald wiederum deutlich hervor.Die Voraussetzungen. . S. bei Russell. unter diesem Gesichtspunkt eine strenge logische Definition der einzelnen Zahlwerte zu geben und die Bedingungen festzustellen. Zur Kritik Freges s. Grundlagen der Arithmetik S. wenn ich aufgefordert werde. * Vgl. Was es heißt. II. ihrer De- am finition nach. 287 ff. 112 ff.Eins" fortgeschritten wird. daß der Begriff der „Eins" vorausgesetzt ist. wiss. ein Element als . B. Science et Methode." so heißt es z. unter welchen wir zwei dieser Werte als unmittelbar aufeinanderfolgend bezeichnen wollen. 82 Russell. Livr. f. a. die hierbei zugrunde liegen. Substanzbegriff 5 65 . wenn wir von einem Individuum sprechen. . Paris 1908.. so einfach. ja so trivial sie zu sein scheint. a. sobald zur Definition der . treten deutlichsten hervor. — Cassirer. „ist natürlich unbestreitbar. von der wechselseitigen eindeutigen Zuordnung der Glieder verschiedener Klassen noch in dem Fall zu sprechen. jetzt auch Natorp. das wurde hier schon von Anfang an als bekannt vorausgesetzt. O.Daß jedes Individuum oder jedes Glied einer Klasse in gewissem Sinne eins ist. aber es folgt daraus nicht. denn die „Gleichzahligkeit" zweier Klassen wurde lediglich dadurch erkannt. S. Wir können vielmehr umgekehrt den Begriff — — i über diesen Punkt: Frege.eins" aufzufassen. keine Glieder besitzen. daß wir jedem Element der ersten Klasse eins und nur eins der zweiten zuordneten.. Es ist etwas anderes so hat man eingewandt ob ich die Zahl Eins in ihrer strengen arithmetischen Bedeutung oder ob ich sie nur in dem vagen Sinne nehme. den der unbestimmte Artikel bezeichnet: lediglich dieser letztere Sinn aber wird vorausgesetzt. sobald dazu übergegangen wird. Viertel jahrsschr.. Freilich ist diese Bemerkung. vielfach bestritten worden.. ff.

daß sie überhaupt Termini besitzt und daß. wenn x. jede Klasse. es einen anderen von x verschiedenen Terminus y der Klasse gibt. um die Erklärung zu vollenden. § 124—126. von welchem der Begriff Eins abgeleitet ist.des Individuums als den grundlegenden ansehen. B. y z in fortschreitender Sonderung erschaffen und damit mittelbar bereits als erstes.. daß eine Klasse u „e i n" Glied (in arithmetischem Sinne) besitze. Eine analoge Bestimmung soll sodann den Begriff der gegenseitig eindeutigen Beziehung zwischen Termen fixieren: R ist eine derartige Beziehung. Frege. drittes. dahin bestimmt. auf der. so haben wir damit nichts anderes getan. Progression" zu bringen und erst diese Form ist es. daß ein Terminus x gedanklich festgehalten und als mit sich selbst identisch erfaßt werde. y verschiedene Termini der Klasse u sind und z von X und y verschieden ist. sich von u unterscheidet. Denn um die Erklärungen. die Klasse von 2 Gegenständen von Russell durch die Bedingungen definiert. die hier gegeben werden. 40 ff. zu verstehen. sobald u und y u's sind. Allgemein müssen wir. daß diese Klasse nicht Null ist und daß. § 496.. und x die Beziehung R zu y und y' besitzt." Unter diesem Gesichtspunkt wird die Bedeutung der Aussage. wenn x einer ihrer Termini ist. ihre — 66 • Russell. X mit y identisch ist. während er gleichzeitig auf einen um- anderen Terminus y bezogen und je nach den besonderen Bedingungen mit ihm als übereinstimmend oder als von ihm verschieden beurteilt werden soll. Grundlagen S. Man sieht. zu der z gehört. .. wie wir sahen. wenn für den Fall. um die verschiedenen Zahlen in die Form einer bestimmt geregelten . als die Zahl im Sinne der ordinalen Theorie vorweggenommen. sowohl x und x' als auch Es ist jedoch leicht ersichtlich. Glied unterschieden werden müssen. während weiterhin. als vielmehr lediglich auf kunstvolle Art schrieben ist. So wird z. zweites. wie hier. wird zum mindesten erfordert. die Elemente x. daß hier die logische Funktion der Zahl nicht sowohl abgeleitet. Legen wir indessen dieses Verfahren der Setzung und Unterscheidung zugrunde. y und y identisch sind *. daß z und x' zu y die Beziehung R haben.

daß in der einen Klasse (v) ein Glied zurückbleibt. das bei dieser Form der Beziehung unverbunden Somit wird bleibt. aber nicht gleich a. auf denfen in der Theorie der Ordnungszahl der Fortschritt von einer Einheit zur nächsten beruht: und nur darin liegt der methodische Unterschied. O. indem wir ihre Elemente gliedweise einander zuordnen: findet es sich hierbei. daß wir den Bestandteil von v. indem ein einzelnes Glied x herausgehoben und den übrigen gegenübergestellt wird: die Gesamtheit dieser übrigen wird dann zur Definition der benachbarten. dal3 diese Synthesen dort als freie Setzungen erscheinen. B. ergibt sich aus einer letzten entscheidenden Erwägung. „nächstniederen" Zahl verwandt. (A. S. welche dem Begriffe „ „unter F fallend. das Fehlen einer „Einheit" unterschieden ist. zunächst für sich als ein Ganzes herausheben. die nächsthöhere zu definieren." " zukommt. welche dem Begriffe F zukommt. F r e g e von dem Satz aus: . so werden wir V relativ zu u als nächsthöhere Klasse bezeichnen. wenn irgendeine Zahl n gegeben ist. daß die Anzahl. als ein anderes „zweites" abzuheben. in der je zwei benachbarte Glieder der natürUchen Zahlenreihe zueinander stehen. das keine entsprechende Abbildung in der anderen (u) besitzt.Gebrauch beruht das uns gestattet. wonach jedes Glied der Zahlenreihe von der benachbarten durch „Hinzufügung" bzw. daß diese ihr wissenschaftlicher ein Bedeutung und Prinzip — besitzen. daß wir die entsprechenden Klassen u und v miteinander vergleichen.) Hier wird also innerhalb des Inbegriffs F eine Unterscheidung getroffen. daß n in der natürlichen Zahlenreihe unmittelbar auf folgt.e3 gibt einen Begriff F und einen unter ihn fallenden Gegenstand x der Art. 89. Es handelt sich somit auch hier n\ir um eine Umschreibung der „populären" Begriffsbestimmung. Auch hier wird also gefordert. Dieses Verhältnis der „Nachbarschaft" zwischen 2 Zahlen wird nun nach der Theorie dadurch bestimmt. während sie hier der Anlehnung an gegebene Klassen von Ele/ bedürfen *. menten — * die Beziehung zu erklären. geht z. Die Bestimmung der Zahl durch die Äquivalenz von Klassen setzt voraus. um von ihm sodann dasjenige Glied.. Um m — m 6* 67 . der sich den Gliedern von u eindeutig zuordnen läßt. a. n ist und daß die Anzahl. im Grunde auf genau dieselbe nintellektuellen Synthesen zurückgegriffen. ist": dieser Satz wird als gleichbedeutend damit erklärt. Daß aber in dieser Auffassung die logische Ordnung der Begriffe in der Tat verkehrt ist.

Die Theorie der Ordnungszahl stellt also in der Tat gleichsam das prinzipielle Minimum dar. Aber selbst. Man hat betont. auf das in keiner logischen Ableitung des Zahlbegriffs verzichtet werden kann. verlangt zweier Anwen- dungen 68 dieses Begriffes von größter Bedeutung aber nicht zu seinem ursprünglichen Inhalt gehören. die Einzelklassen. aus welchen sie hervorgegangen sind. daß es zur Herstellung dieser eindeutigen Beziehung nicht erforderiich sei. so bliebe doch stets der Umstand zurück. Der Unterschied in den Inbegriffen reduziert sich auf den Unterschied der begrifflichen Gesetze. es genüge vielmehr die Angabe eines allgemeinen Gesetzes. . daß wir die Inbegriffe als Ganzes einander entgegensetzen und sie eben damit auch als „zwei" verschiedene auffassen müssen. die gegeben die sind.Klassen selbst als eine Begriff der „Ähnlichkeit" die Betrachtung Mehrheit Inbegriffe. Von diesem Punkt aus aber läßt sich. von Klassen. und denen sie ihre Abgrenzung und Bestimmtheit verdanken. während die Betrachtung äquivalenter Klassen zwar für die der Kardinalzahlen gegründet wird. — sind. die wir miteinander vergleichen. aber wären wir von den Klassen selbst zurückgeführt auf die erzeugenden Relationen. unmittelbar und ohne den Umweg über den Klassenbegriff das System der Zahlen. daß die Glieder der beiden Mannigfaltigkeiten zuvor einzeln durch Abzahlung bestimmt seien. das irgende i n Element der ersten Mannigfaltigkeit mit irgendeinem der zweiten in Verbindung setze. als reiner Ordnungszahlen. Man mag entgegnen. auf welchen sie beruhen. ableiten: denn hierzu wird nichts anderes erfordert als die Möglichkeit. zu unterscheiden. zuvor in sich selbst numerisch zu gliedern. eine Folge reiner Denksetzungen durch die verschiedene Beziehung zu einem bestimmten Grundelement. das als Ausgangspunkt dient. wenn wir diesem Gesichtspunkt gemäß darauf verzichten könnten. auf den Der Bedeutung zum mindesten durch eine bestimmte Relation miteinander verknüpft sind. wie sich zeigte. daß diese Verschiedenheit durch den rein logischen Unterschied der Klassenbegriffe unmittelbar gegeben und somit Damit keiner weiteren Ableitung fähig und bedürftig sei.

111. oben. In den Versuchen der Begründung der logischen Theorie der Kardinalzahlen ist dieser Zusammenhang bisweilen Fasse ich etwa den Gedanken deutlich sichtbar geworden. daß die Theorie den kritischen Grundgedanken. 38 ff. so wäre damit in der Tat die traditionelle Form der Logik von einem neuen Ausgangspunkt her befestigt.. den Begriff der Zahl aus dem der Klasse abzuleiten. daß hier also nicht mehr die Objekte als solche. S.Zugleich aber mündet hier der Streit der mathematischen Theorien wiederum in die allgemeine logische Prinzipienfrage ein. ist unbestreitbar. Die Einordnung des Einzelnen in die Hierarchie der Gattungen würde nach wie vor das eigentliche Ziel alles Erkennens.a.). von dem sie ausging. so habe ich damit das logische Produkt des Begriffs „Mensch" und des Begriffs . F r e'g e und Russell betrachten es als den entscheidenden Vorzug ihrer Lehre. Dennoch genügt es nicht. daß in ihr die Zahl nicht als eine Eigenschaft an physischen Dingen. solange noch Dingbegriffe und Funktionsbegriffe werden. als daß ein Komplex gegeben ist. Daß mit dieser Umwandlung gegenüber der sensualistischen Auffassung eine außerordentliche Befreiung und Vertiefung gewonnen ist.Paar" (couple) gebildet und der Satz.. In den verschiedenen Deutungen des Zahlbegriffs wiederholt sich noch einmal der allgemeine Kampf zwischen der Logik und der Logik der Reder Gattungsbegriffe lationsbegriffe. § Stufe gestellt der Ausdruck Russell. sondern die Begriffe von diesen — — — Objekten das Fundament des Zahlurteils bilden (s.O. * völlig auf eine als Die Zahl erscheint alsdann nicht a. besagt nichts anderes. den rein begrifflichen Charakter der Zahlaussage zu betonen. nach Russell „Zwei Menschen". An diesem Punkte zeigt es sich. die für uns den Ausgangspunkt bildete. bezeichnen. nicht zu vollkommener Durchführung gebracht hat. daß es zwei Menschen gibt. des empirischen sowohl wie des exakten. Gelänge es. 69 . der gleichzeitig der Klasse „Mensch" und der Klasse „Paar" angehört*. sondern als Aussage über eine bestimmte Beschaffenheit von Klassen erscheint.

Erst auf dieser Grundlage schien es möglich. die erst ermöglicht. gezeigt hat: so ist doch danüt keineswegs erwiesen. sondern als ein : sichtspunkt das sucht die Begriffsbildung leitet und beherrscht. Die rein mathematischen Leistungen des Mächtigkeitsbegriffs bleiben offenbar unberülirt davon. 80 ff. sondern zugleich speziellere athe a tische Gründe gewesen. das seiner Bedeutung und seinem Umfang nach einem neuen Gebiete angehört und einen anderen Begriff der Erkenntnis voraussetzt*. der in diesem Zusammenhange entsteht. ob man in ihm das ursprüngliche Prinzip der Zahl oder nur ein abgeleitetes sieht. S. So wiederholt sich der Grundmangel was als rein kategorialer Gealler Abstraktionstheorien der die Grundbedingung. Das Moment der gegenseitigen eindeutigen Zuordnung von Mengen erschien von fundamentaler Bedeutvmg. haben indessen die Frage noch nicht in derjenigen Allgemeinheit und Weite erfaßt. irgendwie als inhaltlichenBestandt e i 1 in den verglichenen Objekten selbst wiederzufinden. die den endlichen und den transfiniten Zahlen sind. man — IV. eine Theorie zu schaffen. mit dem allgemeinen Schematismus der Gattungsbegriffe ein Problem zu bewältigen. da es auch dann bestehen bleibt.Setzung jeglicher Mehrheit Merkmal. (Zum Problem des Transfiniten vgl. unten S. Es ist die Zahl in ihrer primitivsten * Freilich sind es nicht ledigUch logische Gesichtspunkte. die zu der Erkläning der Zahl durch die Äqmvalenz der Klassen hingeführt haben. Die Theorie erweist sich zuletzt als der (S. ob. 31 ff. wenn man die Endlichkeit der Inbegriffe und damit ihre „Abzählbarkeit" im Sinne der gewöhnlichen Auffassung des Zählakts So fallen läßt.) subtile und konsequent durchgeführte Versuch. Die Eigenschaften. daß er mit dem Begriff der Zahl zusammenfällt. enthalten keineswegs als solche bereits das wesentliche Moment der Zahlbildung überhaupt: das „stmimum genus" im Sinne der GattungslogUc ist auch hier mit dem begrifflichen Ursprung der Erkenntnis nicht gleichbedeutend. als des successiven Fortschritts von Einheit zu Einheit fruchtbar sich indessen der allgemeine Gesichtspunkt der „Mächtigkeit". den Charakter des Zahlbegriffs und das Prinzip der Zahlbildung festzustellen. sondern „endliche" und „vinendliche" Zahlen in einer einzigen Ableitung umfaßt luid beherrscht. das an der gegebenen Mehrheit der Klassen haftet und sich aus ihr durch Vergleichung absondern läßt. Die bisherigen Versuche. die sie durch die Entwicklung der modernen Mathematik gewonnen hat.) m m — — Ergebnis gemeinsam 70 . das seinerseits eine andere begriffliche Erklärung der Zahl bereits voraussetzt. die sich nicht von vornherein auf die endlichen Zahlen beschränkt.

kein ernsthaftes Problem. unentbehrlichen Erkenntnis wert für sich in Anspruch nehmen. wenn man erwägt. Die Bedeutung der „Zwei" oder „Vier" bildet. der rationalen und irrationalen Zahlen erfährt.— wie bedeutende Mathematiker behauptet haben — künstliche Umbildungen. Die Anzahlen in ihrem allgemeinsten Grundsinne können unmittelbar durch wahrnehmbare Gegenstände als „real" und somit als gültig aufgewiesen werden. auf den die naive Auffassung sich vornehmlich stützt und beruft. Das wissenschaftliche System der Arithmetik aber schließt sich erst in den Erweiterungen ab. die nur aus Gestalt und Bedeutung. Diesen Zusammenhang und damit das 71 beherrscht ? Die Schwierigkeiten. die der Begriff der Zahl durch die Einführung des Gegensatzes der positiven und negativen. Sind diese Erweiterungen ganzen lediglich dem Gesichtspunkt der Anwendungen erklärt und gerechtfertigt werden können. der seinem ersten Ansatz nach bereits in jeder der neuen Zahlarten wirksam ist und der ihr das charakteristische Gepräge gibt. . denen die Begriffe des Negativen und Irrationalen sowohl. Der Standpunkt der Pythagoreer ist noch nicht prinzipiell verlassen: die „Anzahl" im engeren Sinne als der Zahl bildet noch immer das eigentliche und ausschließliche Problem. Es sind Urteile und Aussagen über „N icht-Wirkliche s". die hier dennoch einen bestimmten. Der Begriff und die Bezeichnung der „imaginären" Zahl ist der Ausdruck eines Gedankens. daß in all diesen Umbildungen das eigentliche Substrat der Zahlaussagen sich mehr und mehr zu verflüchtigen drohte. Mit der ersten Verallgemeinerung und Weiterführung des Zahlbegriffs aber schwindet dieser dingliche Gehalt. auf welche der Ableitungsversuch der Klassentheorie wie der ordinalen Theorie sich beziehen. da doch die empirische Welt der Dinge uns allenthalben Gruppen von zwei und vier Dingen unmittelbar darbietet. wie der des Imaginären immer wieder begegnet sind. erklären sich leicht. die Setzung der „Anzahlen" denen die Einführung jeglicher neuen Zahlart. oder stellen sie Äußerungen derselben schon die erste logischen Funk- tion dar. der ganzen und gebrochenen. wie es scheint.

. in der er sich das Ziel setzt. das. Eine negative Substanz. in vollster Schärfe und Bestimmtheit ausgesprochen. sobald man in ihnen den Ausdruck reiner die Beziehungen sieht. Hier gehört nun zu dem Begriff der Entgegensetzung nichts weiter als der der Relation so daß. eine negative Beziehung 72 . Metaphysik des Imaginären" zu begründen. aber er enthüllt sich sofort.. . „können nur da eine Anwendung finden. Positive und negative Zahlen". an für sich denkbaren Gegenständen aufzeigen zu wollen. B. wo das Gauss Gezählte ein Entgegengesetztes hat. solange man dabei beharrt. C. wo nicht Substanzen (für sich denkbare Gegenstände).. und daß die Relation des A zu B als der Relation des B zu C usw. Postuliert wird dabei. z. Genau besehen findet diese Voraussetzung nur da statt. die zugleich Sein und Nichtsein bedeuten müßte. i) bedarf. daß die Gegenstände. der beherrabgesehen von allen schende logische Gesichtspunkt in aller Deutlichkeit hervor. durch welche Verhältnisse in einer konstruktiv erschaffenen Reihe geregelt werden. was mit ihm vereinigt der Vernichtung gleich zu stellen ist.allgemeine Prinzip. . Einzelheiten der Deduktion. daß diese Gegenstände auf eine bestimmte Art in eine Reihe geordnet sind. so heißt es hier. Insofern als eine solche Reihe auf beiden Seiten unbegrenzt ist. ." Die Ableitung der Imaginärzahl beruht dann weiterhin darauf. wenn die Relation (also der Übergang) von A zu B als + 1 gilt. auf das alle die verschiedenen Methoden der „Z hlerweiterung" überhaupt zurückgehen. wäre eine contradictio ist nur das notin adjecto. B. Einführung einer neuen Einheit (+ i. D. die Relation von B zu A durch 1 dargestellt werden muß. sondern Relationen zwischen je zwei Gegenständen das Gezählte sind. A. sondern daß es zu ihrer Ordnung der Betrachtung einer Reihe von Reihen und damit der Hier tritt. was sie bedeuten an Substanzen. die echte . nicht mehr als in einer Reihe geordnet zu denken sind. repräsentiert jede reelle ganze Zahl die Relation eines beliebig als Anfang gewählten Gliedes zu einem bestimmten Gliede der Reihe. die wir untersuchen. gleich betrachtet werden kann. Umtausch — — Der Sinn der erweiterten Zahlbegriffe läßt sich nicht fassen. hat in einer Anzeige.

lich als ein anderer Ausdruck für den Fortgang in diesen oder — beiden Beziehungsrichtungen sich (r». die sich an meßbaren Objekten vorfinden. in welcher das neue Prinzip sich bewährt. So scheinen es hier wiederum Erfahrungen an physisch-räumlichen Gegenständen zu sein. die bis auf Weierstraß und D e d e k i n d fast ausschließlich herrschte. die Zusammenhangs bei Natorp. O. r^). eingehende Darlegung und Begründxing dieses a. Cap. sondern nur an einzelnen typischen Beispielen verfolgt werden. 4. hierzu bes. also eine zweite Fortschrittsrichtung definiert.wendige logische Korrelat des Relationsbegriffs überhaupt. Es ist vor allem die Ableitung der Irrationalzahl. all Grundauffassung leiten sodann die Wiederum soll diese Entwicklung nicht in allen ihren be- sonderen Phasen. auf welchen eine Deduktion des Irrationalen versucht werden kann. Die posia) erscheinen jetzt ledigtiven und negativen Zahlen(+a. daß zum mindesten die Berufung auf die Raum • * Vgl. Aus dieser rechnerischen Operationen. Betrachtet man daher die erzeugende Relation (R). so ist gleichzeitig durch sie auch ein Verhältnis des folgenden Gliedes zum vorangehenden gesetzt.. Die erstere Methode. die den Prozeß der mathematischen Begriffsbildung beherrschen und ihm seine Richtung vorschreiben. a. gründet die neue Zahl auf den und damit auf Beziehungen. Wir können von den Verhältnissen zwischen gegebenen geometrischen Strecken oder aber von der Forderung der Auflösbarkeit bestimmter algebraischer Gleichungen ausgehen. Zwei Wege sind es zunächst. 3 u. 73 . auf der der Übergang von einem Glied der Zahlenreihe zum nächstfolgenden beruht. die wir als die Umkehrung der ersten als inverse Relation (r) auffassen können. da jede Relation von A zu B sich zugleich als eine solche von B zu A darstellen und aussprechen läßt. Indessen zeigt es sich alsbald. an denen die logische Tendenz des Gedankens zum besonders klaren Ausdruck gelangt. innerhalb des auf diese Art erweiterten Zahlgebiets in einfacher Weise ab: sie alle gründen sich auf den Charakter der reinen Zahl als Beziehungszahl und bringen ihn zu immer deutlicherer Entfaltung *.

Verhältnisse konkreter empirischerDinge an diesem Die Maßverhältnisse von Dingen Punkte versagen muß. Eine völlig exakte Bestimmung in diesem Gebiet zu suchen und zu fordern. werden uns nur durch Beobachtung und somit nur innerhalb der Grenzen. so muß sich die weitere Forderung erheben. vollständig zu beherrschen. Nicht die Körper der physischen Wirklichkeit. können uns somit niemals den Begriff des Irrationalen in seiner strengen mathematischen Bedeutung aufzwingen: vielmehr muß dieser Begriff von innen heraus aus den Forderungen des systematischen Zusammenhangs der mathematischen Erkenntnisse selbst entstehen und begründet werden. So ist denn offenbar das gewöhnliche System der Bruchzahlen bereits ein in jeder Hinsicht ausreichendes gedankliches Instrument. sondern allenfalls die rein idealen Strecken der Geometrie können somit das gesuchte Substrat für die Ableitung des Irrationalen abgeben. bekannt. geschweige überboten werden kann. Das neue Problem erwächst nicht an der Auffassung gegebener. auf die die äußere Erfahrung uns hinleitet. Da es innerhalb dieses Systems keinen kleinsten Unterschied gibt. die durch die Beobachtungsfehler gesetzt sind. sondern aus den Gesetzen bestimmter geometrischer Konstruktionen. Die Verschiebung der Frage von der Zahl auf den Raum würde die Einheit und Geschlossenheit des Systems der Algebra selbst aufheben. hieße die Natur der Frage selbst verkennen. um alle Aufgaben. das dem Inbegriff angehört. die sich innerhalb dieses Bereiches ergeben können. die die irrationalen Werte als Lösungen für bestimmte Gleichungen 74 . Die gewöhnliche algebraische Methode. die Konstruktion. Ist dies aber einmal erkannt. tatsächlich vorhandener Größen. die in den beobachtbaren Verhältnissen der Dinge niemals erreicht. die sich bei keinem Ableitungsversuch entbehren läßt. so bietet sich hier eine begriffliche Differenzierung dar. vielmehr zwischen zwei noch so nahen Elementen sich stets wieder ein neues Element angeben läßt. Die Maßbeziehungen. rein aus d e m G r u n d p r i n z i p derZahl selbst heraus zu führen und als notwendig zu erweisen.

der durch sie geschaffen ist. bleibt freilich unzureichend. daß Werte angeben lassen. so wird durch jedes einzelne Element a. ihm in der systematischen Ordnung des Inbegriffs vorangehen). untereinander verschiedene Werte gibt. finition darf daher das ideelle Objekt. die der einzelnen Zahl nur immer beigelegt werden können. die „größer" als o sind Merkmal. erfassen und bestimmen.. 75 . reinsten tritt dieser logische Leitgedanke der Deduktion in der bekannten sehen Erklärung der irrationalen Zahlen als „Schnitte" hervor. bezeichnen.einführt. auf das sie hinzielt. Die erste dieser Klassen umfaßt alle Zahlen. § 144 ff. Dieses Stellenverhältnis faßt alle sonstigen Eigenschaften. sondern muß es in seiner vollen charakteristischen Eigenart. das wir aus diesem Inbegriff herausgreifen können. bei RuBsell. wobei der Bruch als Verhältniszahl definiert und ohne Anlehnung an meßbare und teilbare Größen aus der Betrachtung reiner Ordnungsbeziehungen abgeleitet wird*. Diese Eigenart aber ist für jeden Zahlwert vollständig gegeben. ob der Gegenstand. von Anfang in sich. h. Denkt man sich zunächst die Gesamtheit der rationalen gegeben. die der Die vollkommene Debezeichneten Bedingung genügen. die zweite alle Zahlen. viele irrationale Denn abgesehen davon. § 230. ein — Wurzeln alge- eindeutig bestimmter mehrere. der Inbegriff selbst in zwei Klassen 31 und 33 zerlegt. wenn zugleich mit seiner Ableitung seine Stelle im Gesamtsystem und somit sein Verhältnis zu den übrigen bekannten Gliedern des Zahlenreiches fixiert ist. die als so wird doch braischer Gleichungen nicht darstellbar sind durch eine derartige Erklärung jedenfalls nichts darüber entschieden. nicht nur nach irgendeinem einzelnen das ihm zukommt. oder ob es wird. da alle diese Eigenschaften erst nachträglich aus ihm hervorgehen und durch es begründet werden. kraft deren es sich von allen andern unterscheidet. B. — Am Dedekind Brüche Näheres hierüber z. da in ihr die stellung eines Postulats mit dessen AufErfüllung versich unendlich wechselt wird. die kleiner als a sind (d.

deren Quadrate kleiner als D sind. das diese Sonderung hervorbringt. diese der selbst begrifflich zu repräsentieren. so gehört jeder nur immer angebbare rationale Wert einer dieser Klassen zu. so gilt doch nicht die Umkehrung dieses Satzes: denn nicht jeder streng definierten (d. läßt. läßt. daß -r^*< D (^-f. Faßt man jetzt alle Zahlen. so daß sich also eine positive ganze Zahl von der Art angeben läßt. das keine andere Funktion und Bedeutung hat als den. h. das also größer als alle Zahlen der Klasse % und kleiner als alle Zahlen der Klasse S5 wäre. während man sich alle Zahlen. Beziehung Bestimmtheit Einteilung sie als bloßes „Zeichen" eingeführt. Die neue Zahl ist somit in dieser Form der Ableitung nicht willkürlich ersonnen. irrationalen" Elements veranlaßt: eines Elements. zu einer Klasse 33 vereinigt denkt. sondern sie erscheint als der Ausdruck eines komplexen Ganzen von Relationen. die indessen nicht das Quadrat einer ganzen Zahl sein möge. innerhalb dieses Dennoch gibt es. so daß die Einteilung. deren Quadrat größer als D ist. Betrachtet man etwa irgendeine positive ganze Zahl D. wie sich zeigen Systems kein Element..1)*. die hier vollzogen ist. der uns nunmehr zur Einführung eines neuen . Sie stellt von Anfang an einen bestimmten logischen Beziehungsgehalt dar und läßt sich in ihn wiederum auflösen. und eindeutigen Scheidung. das System der Rational- A < zahlen vollständig erschöpft. zu einer Gesamtklasse 9t zusammen. Wenn indessen die Angabe jeder einzelnen Bruchzahl zugleich implicite eine derartige Scheidung des Gesamtsystems in sich schließt. so wird sie immer zwischen zwei Quadratzahlen liegen.auf a folgen). Wir haben somit durch eine begriffliche Vorschrift der sich übrigens beliebig viele andere an die Seite stellen lassen würden — — zwischen Zahleine völlig scharfe und klare klassen erreicht. entspricht ein die sich gedanklich vollziehen bestimmter rationaler Wert. die zuvor in begrifflicher Strenge abgeleitet wurden. Dieser Umstand ist es. Man hat gegen die Ableitung Dedekinds von philosophischer wie mathematischer Seite häufig den Einwand er- noch wird 76 . für deren Wiedergabe dennoch in der bisher definierten Mannigfaltigkeit kein einzelner Zahlwert zur Verfügung steht.

diese Zerschneidung der Geraden in zwei Stücke. 9 ** a. so braucht er doch nicht notwendig stetig zu sein. wenn alle Punkte der Geraden in zwei Klassen zerfallen. Stetigkeit und irrationale Zahlen. derart. In der Tat legt die Darstellung Dedekinds dieses Bedenken nahe. ff. Die Annahme dieser Eigenschaft der Linie wird von Dedekind selbst als ein bezeichnet. Der Fortschritt von einem ideellen systematischen zur Existenz eines neuen Elements scheint eine ^ezraßaatj Punkt Geraden Axiom bestimmtheit Zusammenhang 2. 12. diese Ausfüllung würde aber in einer Schöpfung von neuen Punkt-Individuen bestehen und dem obigen Prinzip gemäß auszuführen sein**. Die Stetigkeit der geraden Linie läßt sich. daß der Raum unstetig wäre. ein und nur ein existiert.. daß jeder Punkt der ersten Klasse links von jedem Punkt der der zweiten Klasse liegt. unzählige seiner Eigenschaften würden dieselben bleiben. sofern sie zur Verdeutlichung des Grundgedankens zunächst von geometrischen Analogien ihren Ausgang nimmt. S. wenn er auch unstetig wäre. Für den Fall irgendeiner vollständigen Einteilung des Systems der Rationalzahlen werde hier die Existenz eines und nur eines Zahlelements. S. .. falls es uns beliebte.. daß irgendeine Begriffsdie sich uns in der Verfassung des Zahlenreiches aufdrängt. so könnte uns doch wieder nichts hindern. 77 . ihn durch Ausfüllung seiner Lücken in Gedanken zu einem stetigen zu machen. * Dedekind.Hat überhaupt der Raum eine reale Existenz. durch die Bedingung zum Ausdruck bringen.. daß. hineindenken". daß sie eine unerweisliche Forderung in sich schließe. hervorbringt*. O. Idealen" und „Realen" kann in der Tat der Gedanke entstehen. welcher diese Einteilung aller Punkte. a. Braun- schweig 1892. durch welches wir die Stetigkeit in sie . sondern lediglich auf Grund eines allgemeinen Postulats behauptet. wie hier ausgeführt wird. das diese Einteilung vollzieht." Bei einer derartigen Entgegensetzung des . nicht bewiesen. durch welches wir erst der Linie ihre Stetigkeit zuerkennen. Und wüßten wir gewiß. Aufl.hoben.. darum noch keine Seins-Bestimmtheit in sich zu schließen brauche.

daß. ist zunächst die derEinteilung selb st: wir können.. eine und nur eine Zahl . wenn sich irgendein Element a angeben läßt. was er in der Natur der Dinge . Der „Schnitt" selbst hat somit als solcher unzweifelhafte logische „Realität". allgemein gültiges Kriterium. Essenz" und . die ihm nicht erst durch Ferner aber ein Postulat gewährleistet zu werden braucht. sondern ihnen durch ihren ursprünglichen Begriff eindeutig vorgeschrieben. kann daher keinen fragwürdigen Nebensinn in sich schließen. Somit der Klasse 95' in der zweiten Einteilung angehört. Wenn beim Räume sich eine derartige Sonderung zwischen dem Inhalt der freien geometrischen Konstruktionen und dem. von . das der Klasse 91 in der ersten. Die Forderung. die getroffene Einteilung also eine vollständige und erschöpfende ist. keine willkürliche. ist auch die Ordnung.. die ihm entspricht. Wir nennen von zwei Schnitten (% 93) und (St'. in der die verschiedenen Schnitte sich folgen.. wenn immer ein vollständiger . die gesamte dualistische Trennung von idealem und realem Sein. zum mindesten innerhalb des Bereichs der Zahl. weil. von jedem seiner Elemente mit Sicherheit entscheiden. das über die Reihenfolge der einzelnen Schnitte entscheidet. Keine Zahl die ganze so wenig wie die gebrochene und irrationale „ist" etwas anderes als das.schließen. existiert". Damit aber ist zugleich den so erschaffenen Gebilden der reine Z a h 1 Charakter aufgeprägt.ist". existiert ein festes.. In Wahrheit aber keinen unberechtigten Übergang.. 93') den ersten größer als den zweiten. Denn die Zahl besitzt nach ihrer ursprünglichen Erklärung keinerlei spezifisch-inhaltliche Merkeig SXXo -fivog in sich zu handelt es sich hier um — — Bestimmtheit 78 . Schnitt" des rationalen Zahlsystems vorliegt. ob es der einen oder der anderen Klasse zugehört und weiterhin zeigen. wozu sie in bestimmten begrifflichen Definitionen gemacht worden ist. daß bei dieser Alternative kein Glied unberücksichtigt bleibt. allenfalls festhalten ließe: im Gebiet der reinen Zahl verliert sie jeglichen Sinn. lassen ihn also auf diesen folgen. wenn durch irgendeine begriffliche Regel das rationale System in zwei Klassen Ä und 93 sich sondert. Existenz" hinfällig wird. Was hier völlig unzweideutig gegeben ist.

Ein derartiges Verfahren enthält zwar e i n Prinzip. da findet ihr Begriff Aufnahme und Anwendung. wie hierin der Grundgedanke der ordinalen Theorie der Zahl sich bewährt. muß jetzt aufgegeben werden. daß über der Ordnung des anfänglich gegebenen Inbegriffs ein anderes komplexeres System reihenförmig abgestufter Bestimmtheiten sich erhebt. daß irgendwie . sondern ist lediglich der allgemeinste Ausdruck der Ordnungs. ohne sie auf irgendeine inhaltlich bestimmte Einzelrelation zu beschränken. geordnete Inbegriffe hervorgehen zu lassen. die Zahl aus der s u c cessivenAddition entstehen zu lassen und in dieser Operation ihre eigentliche begriffliche Wesenheit zu begründen. in welcher die relative Stellung der Elemente nach einer begrifflichen Regel feststeht. das für die „Schnitte" angegeben ist. Dieses System umfaßt den früheren Inbegriff und nimmt ihn in sich auf: denn das Kennzeichen der Aufeinanderfolge.male. Das begriffliche „Sein" der Einzelzahl geht hierbei immer in — — vonEinheiten 79 . Somit ist jetzt ein übergreifender Gesichtspunkt gefunden. Man sieht. weil sie sich eine streng gegliederte Mannigfaltigkeit bilden. Die Einführung des Irrationalen ist zuletzt nichts anderes als der allgemeine Ausdruck dieses Gedankens: sie gibt der Zahl die ganze Freiheit und Weite einer Methode der Ordnungsbildung überhaupt wieder. Der Gedanke. gilt unmittelbar auch für die rationalen Zahlen selbst.und Reihenform überhaupt: wo immer also eine derartige Form sich festhalten läßt.. kraft deren sich Glieder in geregelter Folge setzen und entwickeln lassen. Nicht darum also handelt es sich in der Schöpfung der neuen irrationalen Elemente. nach welchem die wechselseitige Stellung aller Glieder des alten wie des neuen Systems sich bestimmt. die sich ja sämtlich als Schnitte auffassen und darstellen lassen. Die Schnitte „sind" Zahlen. aber keineswegs das Prinzip der Erschaffung solcher Inbegriffe schlechthin. zwischen" den bekannten Gliedern des rationalen Zahlsystems noch anderer Elemente vermutet oder gefordert das Sein diese Fragestellung bliebe in der Tat in sich werde sinnlos selbst und unverständlich sondern darum.

die zur Schöpfung Und dennoch gehen die des transfiniten Zahlenreiches führen. Aufgaben. indem er in seinen grundlegenden Untersuchungen das System der transfiniten Zahlen schuf. eine gewisse. berührt.. an sich bereits gegebene und vorhandene Zahl. C a n t o r Gesammelte Zur Lehre vom Transfiniten. als dem der Mathematik an. Hier scheinen wir somit endgültig von der Frage nach der reinen Erkenntnisbedeutung der Begriffe zu den Proauf der dem : blemen des absoluten Seins und seiner Beschaffenheit hin- übergedrängt zu werden. . aus der Zeitschr. So hat denn auch C a n t o r selbst. * Vgl. bes. Eine neue Wendung nimmt der allgemeine Gedanke. an die auch die Deduktion Dedekinds zunächst anknüpft. S. wenn man vom Gebiet Zahlen zu endlichen dem der transfiniten Zahlen übergeht. des Infiniten und Indefiniten wiederum heraufbeschworen*. zugleich alle die scholastischen Gegensätze des Potentiell. gehört seit jeher nicht minder dem Herrschaftsbereich der Metaphysik. Der Begriff des Unendlichen scheint die Schranke der Logik und den Grenzpunkt zu bezeichnen. um von der „Existenz" einer Zahl zu sprechen.und AktuellUnendlichen.reiner tion und deutlicher in ihre eigentümliche begriffliche Funkauf: denn wenn nach der gewöhnlichen Auffassung. mit zwingender Notwendigkeit aus rein mathematischen Voraussetzungen hervor. bewirkt". an dem sie sich mit einem anderen Gebiet. Halle a. das außerhalb ihrer Sphäre liegt. Zugleich häufen sich nunmehr die eigentlichen philosophischen Schwierigkeiten denn der Begriff des Unendlichen. der hier im Mittelpunkt steht. so wird zuletzt umgekehrt eben diese „Wirkung" zur notwendigen und hinreichenden Bedingung. 80 . zugleich einen bestimmten Schnitt im Gesamtsystem . Kritik. die Bildung der Zahl beruht. Pliilosophie u. Das Element kann aus dem Relationszusammenhang nicht herausgelöst werden. f. Abhandl. da es in sich selbst nichts anderes als eben diesen Zusammenhang bedeutet und ihn gleichsam in verdichteter Form zum Ausdruck bringt. philos. 1890.

die sich über der ersten erhebt. als solche ersterMächtigkeit. daß er in sich selbst einer Differenzierung und Abstufung fähig ist.Sie entstehen. offenbar bei unendlichen Mengen nicht derart erfolgen. sondern setzt voraus. wenn sich ihre Glieder wechselseitig eindeutig einander — — Die Anwendung dieses Kriteriums kann zuordnen lassen. sobald sich zeigt. die beiden Mengen der geraden und ungeraden Zahlen erschöpfend dargestellt und eindeutig aufeinander bezogen sind. daß sich eine allgemeine Regel angeben läßt. deren Elemente den Gliedern der natürlichen Zahlenreihe sich eindeutig zuordnen lassen. Substanzbegriff 6 81 . Bezeichnet man alle Inbegriffe. daß wir ihre Elemente einzeln einander gegenüber stellen. Mächtigbegrenzt sein mag keit". in der Tat der Fall: während der Fortschritt von den positiven ganzen Zahlen zur Gesamtheit der rationalen Zahlen keine Änderung in der Mächtigkeit bedingt und das gleiche selbst dann gilt. Diese Mannigfaltigkeit stellt somit eine neue Stufe dar. durch welche die durchgängige Korrelation So sind wir festgestellt und in einem Blick überschaut wird.. der auf diese Weise eingeführt ist. denn sie faßt einerseits Inbegriffe Cassirer. Das letztere ist nun. sobald man den Grundbegriff der „Äquivalenz". Der Begriff der Mächtigkeit. der schon das Kriterium für die Anzahlgleichheit endlicher Mengen bildete. daß jeder geraden Zahl 2 n eine ungerade 2 n-f 1 entspricht und daß. wenn wir das System der rationalen zum System der algebraischen Zahlen erweitern. wie bewiesen wird. ob die Zahl ihrer Elemente begrenzt oder unäquivalent oder von gleicher . oder aber ob sich Mengen angeben lassen. derart verallgemeinert. ob in ihnen das Ganze möglicher Mannigfaltigkeiten sich erschöpft. so nimmt der Inbegriff einen neuen Charakter an. sicher. Zwei Inbegriffe heißen uns gleichviel. die in bezug auf das angegebene Merkmal eine andere Stellung einnehmen. daß er zum Vergleich unendlicher Inbegriffe fähig wird. erhält indessen spezielleres mathematisches Interesse erst. so entsteht die Frage. wenn wir hierbei n alle beliebigen ganzzahligen Werte annehmen lassen. sobald wir ihm weiterhin das Ganze der transzendenten Zahlen hinzufügen und ihn damit zu der Mannigfaltigkeit der reellen Zahlen überhaupt ergänzen.

sowie bes.Studien XII. sind wir bei Feststellung ihres Ordnungstypus an eine bestimmt vorgeschriebene Art der Aufeinanderfolge gebunden. O. § 2. einander gegenseitig eindeutig zu- ordnen lassen: so daß also. Ordnungstypus" zu. auf C a n t o r s eigene Darstellung in den „Mathemat. für alle Einzelheiten muß auf die dort angeführte Literatur. 21 ff. sondern zugleich die Stellung der Glieder im Inbegriff in Betracht ziehen. C a n t o r Grund. lagen einer allgemeinen Mannigfaltigkeitslehre. *** C a n t o r . Zahlen komplexerer sich. ** Zxu" Definition der „wohlgeordneten Menge" s. die Stellung von E und F in der Succession der ersten Menge in Übereinstimmung ist mit der Stellung von Ei und Fi in der Geht. die für beide Inbegriffe gilt. mit anderen Worten.. Wir sprechen zwei wohlgeordneten Mengen MundN** dieselbe Ordnungszahl oder denselben . nach welchem unendliche Inbegriffe sich ordnen lassen. so muß auch in der zweiten Ej vor Fj vorausgehen***. El und Fl die entsprechenden Elemente von N sind. wenn E und F Elemente von M. das System der zugehörigen Ordnungs- zahlen zur Seite stellt. Aufsatz „Kant und die moderne Mathematik" (Kant.während sie anderseits über sie hinausgeht. Succession der zweiten Menge. Während somit bei der Vergleichung der Mächtigkeit zweier Mannigfaltigkeiten von jeder beliebigen Anordnung ihrer Glieder Gebrauch gemacht werden konnte. Gehalt wenn man an Unterscheidungsmerkmalen ergibt den transfiniten Kardinalzahlen. wenn sich die Elemente beider unter Festhaltung der Abfolge.). das uns entsteht.. da bei dem Versuch der Zuordnung ihrer Elemente zu denen der natürlichen Zahlenreihe stets eine Unendlichkeit unverbundener Glieder zurückbleibt*. in der ersten Menge E vor F voraus. sobald wir die betrachteten Mengen nicht lediglich hinsichtlich der Anzahl der Elemente vergleichen. die sich gemäß * Einige nähere Ausführungen in m. 5. 82 . § 2. Sprechen wir nun allen Reihen. S. Die Einführung der transfiniten «i und «o will lediglich diesen charakteristischen Grundunterschied festhalten. Annalen" verwiesen werden. die sich lediglich auf die Angabe der Mächtigkeit unendlicher Mengen beschränken. a. a. Ein erster Mächtigkeit in sich. Die neue Zahl besagt auch hier nichts anderes als einen neuen Gesichtspunkt.

voraussetzen muß. in immer weiterer Anwendung dieses Verfahrens. den Ordnungstypus w zu. ^ Und es sind keineswegs bloß willkürliche überzugehen. wie es scheint. weiterhin aber durch l. liegen demnach hier.2. Leipzig iind 6* 83 . In zweifacher Form können diese Konflikte sich darstellen.. auch w^. auf die der Zählakt sich richtet und die er.. ja — — — — * Wien S. sondern Bezeichnungen begrifflicher Bestimmtheiten und Unterschiede. Die Form der Zählung ist auch hier nur der Ausdruck einer notwendigen logischen Differenzierung. so können wir weiterhin. stets nur in struktion der Typen w^. w n . die erst durch jene Form ihre klare und vollständige Fassung erhält.. . unendliche Zahlen". 1890. Symbole. die wir uns schaffen. wo wir uns durchaus im Gebiet rein ideeller Setzungen bewegen. 2 oder 3 Glieder hinzufügen.. zur Kon- + + usf. In der ersteren Hinsicht wird die Unmöglichkeit des Aktual-Unendlichen dadurch erwiesen. Zahlen von etwas Unendlichem". Typus w Vereinigung zweier oder mehrerer Inbegriffe vom Typus tu die Ordnungstypen 2 w. die hiermit eingeführt werden. . die sich aus der Verknüpfung der Begriffe „Unendlichkeit" und „W i r k 1 i c h k e i t" ergeben. K System einer Theorie der Grenzbegriffe.der angegebenen Bedingung der Folge der natürlichen Zahlen eindeutig zuordnen lassen. Reihen vom w 10 -{. je nachdem sie von der Seite des Objekts oder des Subjekts. n w erschaffen. um bestimmte unterscheidende Charaktere an unendlichen Inbegriffen aufzufassen und festzuhalten. Die Konflikte. noch völlig fern. 68 f. die im Gebiet der unendlichen Mannigfaltigkeiten tatsächlich gegeben und unzweideutig aufweisbar sind. als vielmehr um . indem wir solchen Reihen in ihrer Gesamtheit je 1. 3 w. daß die Gegenstände. Die metaphysischen Probleme des Aktual-Unendlichen treten bei dieser Form der Ableitung gänzlich zurück. to^. . von der Welt oder von der Tätigkeit des erkennenden Ich aus betrachtet werden. e rr y . um sodann. Denn es handelt sich wie man mit Recht betont hat* bei den neuen Zahlgebilden nicht sowohl um . um mathematische Ausdrücke. S. 3 bilden. .

unendliche Zahlenklassen zu betrachten. in der das Transfinite sich begründet. Cantor unterscheidet ausdrücklich die „logische Funktion". zugänglich ist. der etwa vorausgesetzt wird. nicht Die neue Zahlaber gliedweise abgezählt werden konnten. Nicht Aussagen von Dingen.begrenzter Anzahl gegeben sein können. isolierter V o r s t e 1 lungsakte und ihre nachträgliche Summierung hier in irgendeiner Weise erfordert. die lediglich durch eine allgemeine begriffliche Vorschrift in der Totalität ihrer Elemente dargestellt und überblickt. sondern sie will lediglich der Ausdruck dafür sein. da es uns nicht anders. die zusammengefaßt werden: so daß der „Stoff". von dem Verfahren der successiven Setzung und Vereinigung von Einheiten. welche Weite und welchen Umfang wir der abstrakten Zahl zusprechen mögen: das Gezählte muß stets in bestimmten Grenzen eingeschlossen gedacht werden. sondern logisch-begrifflicher Natur ist. die von Einzelheit zu Einzelheit fortschreitet.. Beide Einwände aber verlieren gegenüber dem „Transfiniten". Der Begriff des Transfiniten dient vielmehr dem umgekehrten Gedanken: er stellt die Unabhängigkeit des reinen logischen Gehalts der Zahl von der . sondern als in freier Konstruktion entstanden zu denken ist. Gleichviel. Zählung" im gewöhnlichen Sinne des Wortes dar. da sie selbst nicht empirischer. daß der ganze unbeschränkte soll: akts selbst. kategorie bringt diesen fundamentalen Unterschied zu allgemeinster Anerkennung. Die . ihr Recht. wenn wir es auf seine streng mathematische Bedeutung beschränken. als vermöge der Erfahrung. Schon für die Begründung der Irrationalzahl war es unumgänglich.. Auf der andern Seite ist es die psychologische Synthese des Zähl- die das Aktual-Unendliche ausschließen kein „endlicher Verstand" vermag unbegrenzt viele Einheiten tatsächlich zu durchlaufen und zueinander successiv hinzuzufügen. Materie" des Zählens steht hier unbegrenzt zur Verfügung. sondern Urteile über und Zahlenbegriffe sind es. Ebensowenig aber ist der psychologische Vollzug besonderer. Zahlen — — 84 . selbst nicht als äußerlich gegeben. Die Zahl w ist nicht das Ergebnis solchen immer erneuten Hinzutuns einzelner Elemente.

sei". welche uns als jede der Zahlen v nach gegeben . Es ist der gleiche Gedanke. . in welchem es kein „letztes Glied" gibt. welche auf alle Zahlen v folgt. der jetzt nur zu schärferer Ausprägung gelangt. der für jede unerläßlich Umfang gende Relation. . Hier bereits war es nicht das bloße Hinzutun von Einheit zu Einheit. S. . . welche als Zahlen gedacht. ist — — Grenze sondern nur die Tendenz eines Gedankens der logische Begründung Zahl überhaupt Die Betrachtung der ist. zustreben. Eigenschaften äußerer Dinge wie diejenige einzelner psychischer Inhalte und Vorstellungsakte erwies sich als unfähig. offenbar verschieden von dem ersten Erzeugungsprinzip. daß die einzelnen Glieder der Zahlenreihe und somit ihr gesamter nur dadurch zur Ableitung kommen konnte. natürlichen" Zahlen in ihrer gesetzlichen Ordnung aufzubauen und zum vollen Verständnis zu bringen. Die logische Funktion. daß ein und dieselbe erzeuVerfahren darstellt... größer zu nennen ist. „in seiner natürlichen Succession dem Gesetze neu gezu denken. als daß co die erste ganze Zahl sein soll. das die Begriffsbildung beherrschte. . d.Es ist sogar erlaubt. 85 . verstanden wird. welcher die Zahlen V. als die ihnen allen nächst größere Zahl definiert wird*. vielmehr zeigte es sich. weil es kein völlig neues w geliefert hat. wenn darunter nichts anderes 1. 3. Wie die unendliche Vielheit der natürlichen Zahlen zuletzt durch * einen Cantor. h. 2. sich die schaffene Zahl w als Gre n z e . . von denen keine größte existiert auf Grund dieses zweiten Erzeugungsprinzips jener eine neue Zahl geschaffen wird. auch nur die Reihe der .. erfaßt als inhaltlich identisch und durch alle Abwandlungen der besonderen Anwendung hindurch festgehalten wurde.Inbegriff der natürlichen Zahlen... weiterführt. d." Im Grunde freilich ist dieses „zweite Erzeugungsprinzip" nur deshalb zulässig und fruchtbar. 33. Begriff. durch ein allgemein gültiges Prinzip § Grundlagen 11. ich nenne sie das zweite Erzeugungsprinzip ganzer realer Zahlen und definiere dasselbe näher dahin. h.. daß wenn irgendeine bestimmte Sukzession definierter ganzer realer Zahlen vorliegt.

Die . Dagegen bewährt sich auch hier die ordinale Betrachtungsweise: denn im Begriff einer neuen Setzung. h. die auf alle Elemente der natürlichen Zahlenreihe folgt. Element. daß die Definition der Drei die der Zwei „voraussetzt". in sich schließt. Von neuem zeigt sich somit die Befreiung des Begriffs der Zahl von dem Begriff der kollektiven Vielheit.gesetzt ist. die jene als Material brauchen und zugrunde legen. selbst wiederum zu einem neuen zu einer Art Grundeinheit. d. hier Auch das Problem der Unendlichkeit der Zeit kann Denn zunächst noch völlig außer Betracht bleiben. Über der ersten Ordnung erheben sich andere und komplexere. so gilt das gleiche in noch strengerer Bedeutung für die Beziehung zwischen den transfiniten und den endlichen Zahlen. sofern nur daran festgehalten wird. Daß die Zahl w „nach" allen endlichen Zahlen der natürlichen Zahlenreihe zu setzen ist. wird die fundamentale Beziehung. die durch die Analyse auf Verhältnisbestimmungen unendlicher Inbegriffe „natürlicher" Zahlen zurückgeführt werden. bedeutet zuletzt lediglich eine derartige begriffliche Abhängigkeit in der Folge der Begründung. die aus ihr hervorgehen können. die die Allheit der Glieder. in welche das Transfinite eingeht. sofern er „dem Gesetze nach gegeben". als Einheit zu betrachten und zu behandeln ist. Wie die Drei auf die Zwei nicht im Sinne des Nacheinander von Ereignissen folgt. Die Urteile. erweisen sich als komplexe Aussagen.. zum Ansatz für einen neuen konstruktiven Aufbau. so läßt sich ihr Gehalt wiederum in einen Für das mathematische Denken Begriff zusammenziehen. der Sinn des „Folgens" in einer Reihe ist von dem der konkreten Zeitfolge unabhängig. Der gesamte unendliche Inbegriff der natürlichen Zahlen wird. wäre t« widersinnig und würde ihren eigenen Begriff aufheben. sondern mit diesem Verhältnis lediglich der logische Umstand bezeichnet werden soll.Zahr' als Aggregat einzelner Einheiten auffassen und darstellen zu wollen. liegt kein Widerspruch. In diesem Sinne 86 . daß diese Allheit logisch in einem einzigen Begriff zu übersehen und zu erschöpfen ist. von welcher eine neue Form der Zahlbildung ihren Ausgang nimmt.

zu einer Einheit der Bestimmung. * Näheres zur Arithmetik des Transfiniten 294 f. wenngleich sie nicht in allen Punkten mit ihnen übereinstimmen*. sondern sie erwachsen aus der stetigen Entfaltung der logischen Grundfunktion. deren jede durch eine bestimmte erzeugende Relation gegeben ist. die allgemeinsten Gesetze der Ordnung in einer Reihe fest- Verknüpfung — Gauss — zustellen. sobald dem in sich selbst fertigen und geschlossenen Inbegriff der reellen Zahlen die komplexen Zahlensysteme gegenübertreten. I 286. Nicht von außen her werden somit die neuen Gebilde des Negativen. bei Russell.herrscht denn auch zwischen dem einen und dem anderen Gebiet eine durchgängige begriffliche Kontinuität. die schon in der ersten Anlage des Systems sich wirksam erwies. Jetzt handelt es sich gemäß der . die entwickelt und begründet hat nicht mehr darum. des Irrationalen und Transfiniten dem Zahlsystem eingefügt. B.. die denen der endlichen Zahlen analog sind. Eine neue prinzipielle Wendung aber tritt ein. Metaphysik des Imaginären". z. sofern sie einmal in sich selbst eine vorgeschriebene Reihenform besitzen. Die neuen Gebilde sind „Zahlen". die ihre vollständige Ausprägung erst außerhalb der Grenzen der reinen Zahlenlehre im Gebiet der allgemeinen Geometrie finden. sodann aber bestimmten Gesetzen rechnerischer gehorchen. § 87 . Mit diesem Fortgang zu einer mehrdimensionalen Mannigfaltigkeit treten logische Probleme hervor. sondern um die Zusammenfassung einer Mehrheit von Reihen.

die er erfuhr. wie im Bereich der Zahl. Ein begriffliches Gebilde mag noch so fein gesponnen.noch so folgerecht und widerspruchslos aus ursprünglichen gedanklichen Voraussetzungen aufgebaut sein: es erscheint. nachdem das Denken sich entwöhnt hatte. Anschauung 88 . und Halt in der denn auch für jede logische Theorie des Begriffs die kritische Entscheidung. lediglich nach selbstgeschaffenen Gesetzen betätigt. die in der Beschaffenheit der physischen Gegenstände kein unmittelbares sinnliches Abbild besitzt. einmal dieses Kriterium fest. wo das Denken sich nicht. allgemeinsten Bedeutung als eine komerwies sich in ihrer plexe gedankliche Bestimmtheit. diese Entwicklung zu vollziehen. sondern seinen Wert Hier allein liegt sucht.Drittes Kapitel: Der Raumbegriff und die Geometrie.. so tritt damit der Gegensatz Das der logischen Grundansichten in ein neues Licht. So notwendig es indessen im Aufbau der modernen Analysis und Algebra wird. zeigte sich von einem allgemeinen Grundmotiv beherrscht.dennoch leer und ohne Gehalt. für jede seiner Bildungen eine Die Zahl Entsprechung im konkreten Dasein zu suchen. als stelle sich in ihr nur ein künstlicher Umweg des Denkens. solange es unsere Hält man aber Anschauung nicht vertieft und bereichert. nicht aber das der ursprüngliche und gleichsam natürliche Prinzip wissenschaftlichen Begriffsbildung dar. das allmählich zu immer bestimmterem Ausdruck gelangte. Rein und vollständig scheint dieses Prinzip nur dort zutage zu treten. so kann es dennoch scheinen. Die Entwicklung des Zahlbegriffs und die fortschreitende logische Umbildung. Der Gehalt des Zahlbegriffs konnte erst vollständig erfaßt werden.

ist keineswegs ausschließlich für die Fassung der logischen Probleme bedeutsam geworden. Wie wir den Umriß der sichtbaren Gestalt als identisch wiedererkennen. einen Bereich des „immer Seienden" ergreifen. Gattungen" des : Begriff und Gestalt Formen — 89 . die obersten Gattungen aufzustellen. dem die Theorie zu folgen hat. Das sinnlich Mannigfaltige ordnet und gliedert sich. Der Grundgedanke der Gattungslogik ist von einer neuen S^ite her befestigt: und diesmal ist es nicht die populäre Weltansicht. liegt fortan nicht ausschließlich in der Algebra. Der Zusammenhang. Die . Geometrie Raumbegriffe in sind Synonyma sie fließen der Wortbedeutung des €ldo<. an welchem sinnlichen Stoff sie uns entgegentritt oder in welchem Maßstab wir sie entworfen denken: so gilt es allgemein. gleichviel. er hat auch in der wissenschaftlichen Entwicklung der Geometrie selbst entscheidend nachgewirkt. sondern die ihrer unmittelbaren Beziehung zur konkreten Wirklichkeit als das eigentliche Vorbild zu gelten haben. die kraft begriffe. indem sich aus ihm bestimmte räumliche herausheben. die in der formalen Logik ihren allgemeinen Ausdruck findet. denen das Seiende seine gleichartige begriffliche Prägung. der hier hervortritt. So wird die geometrische Gestalt zugleich zum Ausdruck und zur Bewährung des logischen Typus. denen es die konstante Wiederkehr bestimmter Einzelzüge verdankt. worauf er sich stützt. In der Tat tritt sogleich in den geschichtlichen Anfängen der Logik dieser sachliche Zusammenhang aufs stärkste hervor. In diesen Formen besitzen wir das feste Grundschema. Nicht die Zahlsprünglicher in der sind es. sondern die Struktur einer fundamentalen mathematischen Wissenschaft.. Bau noch grammatische der der Sprache. die durch alle Verschiedenheit hindurchgehen und sich in ihr als gleichbleibende Züge behaupten. zu einer unterschiedslosen Einheit zusammen. kraft dessen wir mitten im Wandel der sinnlichen Dinge ein Ganzes unveränderlicher Bestimmtheiten. sondern reiner und urvor uns.Muster. Die synthetische Geometrie des Altertums zeigt sich von der Grundanschauung beherrscht.

sichtbar-anschaulichen wie es scheint. 90 . so handelt es sich doch hier nur um eine sekundäre Ähnlichkeit des VerDie haltens. die Darstellung von der Mathematik im Altert iim in Verbindung mit antiker Kulturgeschichte. wo es frei den Weg der methodischen Entdeckung ging. wenn man sich dies gegenwärtig hält. sie wechselseitig gegeneinander streng geschieden und auf einen bestimmten. S. im strengen Sinne auch nicht unter die Einheit eines Begriffs fallen. Da Kreis und Ellipse. bes.Seienden können nur dann in voller Schärfe erfaßt werden. ein für allemal fixierten Kreis von Inhalten eingeschränkt werden. Die Ansicht freilich. von dem sie sich nicht gänzlich zu befreien vermag. der hier zwischen der Methode der Entund der Methode der wissenschaftlichen Darstellung zurückbleibt. so daß auch das Irrationale dasEphodion des ihm eingefügt und unter ihm befaßt wird. wird um so mehr der Abstand deutlich. daß dem mathematischen Geiste der Griechen das Problem der überhaupt fremd geblieben sei. wie man nunmehr bemerkt. Die Darstellung steht. unter dem Druck bestimmter logischer Theorien. Max 373. Berlin 1909. wie innig das griechische Denken dort. die wir über beide Gebiete fällen können. Nicht nur haben sie den Begriff der Zahl bereits in aller Schärfe erfaßt. Nicht sowohl auf die Einheit der Grundformen als vielmehr auf ihre strenge Unterscheidung ist das Interesse der Beweisführung zunächst gerichtet. für beide Arten von Aussagen ist in jedem wenn Veränderung — deckung Typus Begründung Simon. 256. sich mit dem Begriff der Stetigkeit durchdrungen und damit das Grundverfahren der Analysis des Aber gerade. So sehr daher die geometrischen Urteile. Somit bilden auch die verschiedenartigen geometrischen Gestalten je einen abgegrenzten Bezirk von unveränderlicher Eigenart. Unendlichen selbst vorweggenommen hat*. hierzu bes. Geschichte Vgl. 274 ff. Ellipse und Parabel nicht dem gleichen angehören: so können sie. Archimedes zeigt auch in voller Klarheit. sich inhaltlich berühren und einander entsprechen mögen. nicht um eine ursprüngliche logische Identität. ist durch die fortschreitende Erforschung der geschichtlichen Quellen mehr und mehr widerlegt worden.

Marburg 1902. 220 ff.Falle streng getrennt zu geben: sie erhält ihre Geltung und erst. 343 ff.Vereinigung. ordnung der gegebenen und gesuchten Linien eines Problems stellt somit den Beweis vor eine neue Frage. Grundlagen. . daß die neue Form der Geometrie. S. beginnt mit der Einsicht in den Grundmangel dieses Verfahrens. Nicht der Inhalt eines bestimmten Gedankens entscheidet über seinen reinen Erkenntniswert. Schrift. in sich ab* S. Die Methode Descartes' aber ist und überall darauf gerichtet. wenn sie einzeln aus dem jeweilig betrachteten Begriff und seiner spezifischen Struktur heraus Jede Verschiedenheit in der Lage und Angewonnen ist. Die Umgestaltung. (1902) S. insbesondere im einzelnen vorbereitet war. Leibniz* System in seinen wissensch. Die Reform der Geometrie konnte erst zu vollständiger Durchführung gelangen. so sehr sie. auch m. sondern die kraft deren er aus letzten ursprünglichen Grundsätzen in lückenloser deduktiver Folge hergeleitet ist. R — 91 . Descartes • Methode Ordnung Verknüpfung Denkens herzustellen. eine eindeutige zwischen allen Einzeläußerungen des philosophi- schen Fermat. Es ist kein Zufall. Wissens muß somit darin bestehen. (Jahresberichte der Deutschen Mathematik. XI. -muß bei ApoUonius mehr als achtzig. deren jede für sich als eine eigene nicht weiter zurückführbare Wesenheit aufgefaßt und begriffen werden will. Differenz der Auffassung und Ableitung. die Erkenntnisse derart zu gliedern. . jeder Differenz im anschaulichen Gesamtverhalten der Figur entspricht eine Notwendigkeit Ein Problem. die die Geometrie in der neueren Zeit erfährt. Die erste Vorschrift alles rationalen Notwendigkeit. nur durch die Lage unterschie^eiie^älle Die Einheit der konstruktiven Prinzipien zerlegt werden*. hierzu eye Die sjoithetische Geometrie im Altertum tmd in der Neuzeit. erst durch durch ihre endgültige Fixierung erhält. nachdem ein neues Ideal der in aller Klarheit erfaßt war. daß sie eine einzige. das die neuere synthetische Geometrie durch eine einzige allgemein anwendbare Konstruktion löst. der Geometrie tritt zurück hinter der Besonderung ihrer in ^^ Einzelgestalten.) Vgl.

4. Oeuvres in^dites." Methode im Das Geiste zu behalten als sie alle sich setzt: daß * Descartes. die wir nicht auf diesem Wege im Fortgang von Grad zu Grad zu erreichen und völlig zu beherrschen vermöchten. das Gegenstände. sondern es muß schrittweise aus den früheren nach einer bestimmten Regel hervorgehen. . wo die Einzelobjekte nicht als gesonderte Gegenstände der Untersuchung unterbreitet werden. Das Tagebuch Descartes'.Die Wissenschaften in ihrem jetzigen Zustand sind maskiert und würden erst. in der gleichen Strenge der systematischen Verknüpfung wie das Ganze der Zahlen begreift. innerhalb deren es keine unvermittelten Übergänge gibt. Dieser schlichte Gedanke. in dem sich die Entwicklung seines Grundgedankens verfolgen läßt. par Foucher de Careil. untersteht notwendig dieser Bedingung der stetigen Verknüpfung. sie somit das Ziel. fordert und bedingt sogleich eine neue allgemeine Grundkonzeption der Geometrie. in voller Schönheit erscheinen: wer die Kette derWissenschaften überschaut. Was immer ein Gegenstand menschlicher Erkenntnis werden kann.. publ. Geometrische Erkenntnis im strengen Sinne ist nur dort vorhanden. enthält hierfür einen bezeichnenden Ausdruck.bilden. dessen Eigenschaften sie in unmittelbarer sinnlicher Anschauung ergreift. dessen systematischen Zusammenhang mit anderen Gebilden sie aber niemals vollständig darzulegen vermag. sondern ein Verfahren gegeben ist. Paris 1859./ Hier ist Reihe der Zahle n*. Die gewöhnliche synthetische Geometrie aber scheitert gerade an dieser Forderung: denn ihr Gegenstand ist das isolierte Raumgebilde. dem wird es nicht schwerer die die philosophische fallen. An dieser Stelle tritt mit innerer philosophischer Notwendigkeit der Gedanke der des geschlossene Reihe Ergänzung Raumbegriffs durch den Zahlbegriff ein. 92 . 8. wenn man ihnen die Maske abnimmt. so daß es keine noch so entlegene Frage geben kann. auf den der „Discours de la m^thode" sich aufbaut. auf die sie sich richtet. Kein Glied darf hier als gänzlich neues Element zu den vorangehenden hinzutreten. nach welchem die Allheit dieser Objekte konstruktiv erzeugbar ist.

daß wir ihm denlogischen Charakter aufprägen. erst die Umbildung des Gehalts der Geometrie schafft Raum für eine neue Logik der Mannigfaltigkeiten. ditionelle Logik schien unangreifbar. — 93 . verwandeln sich kraft dieser allein der m Übertragung in reine .R eihenbegriff e". sich vollkommen erfüllt. die Raumgebilde als darzustellen und sie in diesen zum vollständigen Ausdruck zu bringen. solange ihr das Verfahren der antiken synthetischen Geometrie als unmittelbare Bestätigung und Verkörperung ihrer Grundsätze zur Seite stand. die über die Grenzen der Syllogistik hinausgreift. die wahrhafte . die nach einem bestimmten Grundprinzip aus einander erzeugbar werden. die von einem selbstgesetzten Anfang aus nach immanenten logischen Gesetzen aufgebaut ist. kann. So ist es in der Tat eine echte philosophische . Revolution der Denkart". begriffe der antiken Geometrie. wenn man sie unter bedem Gesichtspunkt der Cartesischen trachtet.. Nicht als bloß technisches Instrument der Messung wird hier die Zahl ergriffen und angewandt.. — Die Forderung. nicht weiter zurückführbaren einen also Grundbestand des Seins. Aber die Analyse des Seins muß an dieser Stelle hinter der Analyse der Erkenntnis zurück- Zahlgebilde Ontologie Substanz treten. befremdlich scheinen: denn in dieser bedeutet die der Naturdinge. die in starrer Absonderung einander gegenüberstanden. exakter selben Wir können den Raum nur dadurch zu völliger Begreiflichkeit bringen. den die exakten Wissen- die einzige schaften zur Zeit Descartes' erreicht haben Mannigfaltigkeit vor. die somit für das Denken keine prinzipiell unlösbaren Fragen in sich bergen kann. daß in ihr allein das oberste methodische Postulat. das alle Erkenntnis erst zur Erkenntnis macht.liegt — von dem Standpunkt aus.. der bisher Zahl eignete. Die Umsetzung der Raumbegriffe in Zahlbegriffe erhebt daher zugleich das Ganze der geometrischen Forschungen auf ein Die substantiellen F o r neues gedankliches Niveau. Ausdehnung" ursprünglichen. sondern ihr tieferer Wert liegt darin. auf die die wissenschaftliche EntDie tradeckung der analytischen Geometrie sich stützt.

entgegen ihrer eigentlichen Grundtendenz. 94 . scheint der wahrhaft bestimmten begrifflichen Auffassung zugänglich. Die verschiedenen Gestalten der ebenen Kurven entstehen dadurch. Standpunkt der bisherigen Gesamtauffassung liegt schon hierin ein Problem.Dreser Zusammenhang hebt die spezielle wenn man sich noch schärfer heraus. Ausführung betrachtet. auf den Descartes seine Betrachtungen aufbaut. die hier dem Begriff der Bewegung zugewiesen wird. als werde durch die Anerkennung des Bewegungsbegriffs in die Cartesische Geometrie. sondern einen lediglich idealen Vorgang: sie ist der Ausdruck der Synthese. Die Bewegung führt sofort auf die Frage des sich bewegenden „Subjekts" zurück. zuletzt vollständig und eindeutig ableiten lassen. die die analy- tische Geometrie bei Descartes erhält. also ein rein empirisches Moment voraus? Dieses Bedenken schwindet indessen. ein rational nicht völlig beherrschbares Element eingeführt. wie man sieht. wenngleich in anderer Fassung und Einkleidung. die durch irgendein Gesetz zusammenhängen. setzt aber dieses Subjekt nicht den materiellen Körper. den wir als Grundelement fixieren. im einzelnen verfolgt und analysiert. die sich. daß die scheinbar individuelle Form der Darlegung in Wahrheit Züge von allgemeingültiger Bedeutung in sich faßt. Auch hier zeigt es sich. Hier bezeichnet. Denn nur die Einzelfigur. die auf diese Weise als Vom Bahnen" von Punkten erzeugt werden. die Bewegung nicht einen konkreten. zur . In der Tat kann es zunächst den Anschein haben. Aus der Festhaltung und Vereinigung dieser Fortschrittsarten muß sich die Bestimmtheit der Linien. daß wir einem bestimmten Punkt.. in das sinnliche Reich des „Werdens" zurückzuwerfen droht. während der Übergang einer Gestalt in die andere uns wiederum in das Chaos der bloßen Vorstellung. durch die gesamte philosophische Geschichte der Geometrie hindurch behauptet haben. Der Grundbegriff. in welcher eine successive Mannigfaltigkeit von Lagebestimmungen. sobald man die Funktion. relativ zu einer vertikalen und einer horizontalen Achse verschiedene Arten des Fortschritts vorschreiben. ist der Begriff der Bewegung. die in festen abgeschlossenen Grenzen vor uns steht.

. sondern werden durch irgend welche komplexen Regeln in verschiedener Weise aufeinander bezogen und dadurch zu einheitlichen Gestalten verknüpft. Die . Alle sinnlich aufweisbaren Eigenschaften.Individualitäten aber. unmöglich scheint. zeigt sich in Descartes' Begründung besonder charakteristisch darin. sofern sie zum exakten begrifflichen Ausdruck gelangen sollen. die durch eindeutige Zahlwerte charakterisiert sind. zunächst durch den Abstand bezeichnet. als Eigentümlichkeiten dieser Wertfolgen aussprechbar sein. müssen.Einheit eines räumlichen Gebildes zusammengefaߣ wird. weil bei ihnen nach den technischen Hilfsmitteln. bleiben nicht schlechthin nebeneinander stehen. werden dennoch aus der Geometrie verwiesen. geometrische Linie löst sich kraft dieses Verfahrens in eine Bewegung derZuordnung reine Wertfolge von Zahlen auf. die das Gebiet des Geometrischen selbst bestimmt und abgrenzt. Wie streng diese allgemeine Forderung aufrecht erhalten wird. transzendenten" Kurven werden ausgeschaltet. Bewegung" der Punkte ist nichts anderes als das sinnliche Symbol Die anschauliche für diese logischen Akte der Zuordnung. daß sie es ist. sondern denen der fortschreitenden Rationalisierung: die fertige gegebene Form wird gleichsam zerbrochen. die Ableitung aus den Verhältnissen reiner Zahlenregeln. Wie vorher der Begriff der Zahl. so dient auch hier der nur als Beispiel des allgemeinen Begriff der Der einzelne Punkt der Ebene wird Reihenbegriffs. um aus einem arithmetischen Reihengesetz von neuem zu entstehen. wie etwa die Konstanz oder der Wechsel in ihrer Richtung und Krümmung. Diese Kurven. Die Vorstellung der . die durch eine bestimmte arithmetische Regel miteinander verknüpft sind.. über die Descartes verfügt der geforderte logische Aufbau. kraft deren wir die eine Linie von der andern unterscheiden. den er von zwei festen Graden hat und erhält hierdurch seine feste systematische Stelle innerhalb der Gesamtheit der möglichen Lagen angewiesen.! Die so gewonnenen Punkt. die ihrer anschaulichen Bildung nach keinerlei Ausnahmestellung einnehmen. Die Vermittlung des Bewegungsbegriffs dient also in Wahrheit nicht den Zwecken der Veranschaulichung. weil — — 95 .

Die Strenge der Begriffsbildung mußte durch den Ausschluß wichtiger und weitreichender Gesamtheit Gebiete erkauft werden. ein enger Ausschnitt. auf die Addition und Subtraktion. nicht fügen. sondern das Gesamtgebiet der möglichen räumlichen Gestaltungen übersehbar und beherrschbar wird. daß dadurch nicht nur. sondern sie umfaßt jede mögliche Form gesetzlicher AbDer Zahlbegriff erfüllt hängigkeit von Größen überhaupt. Aber diese Zuordnung beschränkt VxVi sich nicht mehr auf die gewöhnlichen algebraischen Verfahrungsweisen. wie bisher. Gesamtgehalt der Es 96 ist eine unendliche Mannigfaltigkeit begrifflicher .i Diese Forderung ist es. tritt die neue Form der Begriffsbildung. die die analytische Geometrie in ihren allgemeinen Umrissen erkennen ließ. Damit aber zeigt sich freilich zugleich die Schranke der Cartesischen Geometrie. der trachtung einer Grundreihe x^x^ durch eine bestimmte Regel eine andere Reihe von Werten 'V n zugeordnet ist.Geometrie aber tritt zugleich ein neues Moment entscheidend hervor. kraft deren die Cartesische Geometrie sich mit innerer Notwendigkeit zur Hier erst Infinitesimal-Geometrie erweitert. In dem Fortschritt zur Differential. logischer Vollendung darzustellen. aber das System der Reihenbegriffe muß derart vertieft und verfeinert werden. die bisher unter dem Namen der Geometrie vereinigt waren. aber noch vermochte dieses Ideal nicht die der wissenschaftlichen Fragen zu umspannen. Multiplikation und Division von Zahlen oder Zahlenstrecken. Der Weg des logischen Fortschritts daher jetzt eindeutig vorgeschrieben. Ein neues Ideal des Begreifens war hier gestellt. Die Auflösung der in Reihenbegriffe bleibt der leitende Gesichtspunkt. durch die er zuletzt auf eine Gesamtheit elementarer Rechnungsoperationen zurückgeführt wird. die in der weiteren geschichtlichen Entwicklung überschritten werden mußte.sie sich der neuen Definition des geometrischen Begriffs. in vollkommener Fassung hervor. und durchdringt sich mit dem allgemeinen Funktionsbegriff: ist Raumbegriffe • ' und den erst dieses Zusammenwirken beider Geometrie in Begriffe gestattet es. Wiederum wird von der Bex„ ausgegangen.

offenbar nichts anderes als einfache ReihenPrinzipien. I. sind. wobei wiederum die Aufgabe entsteht. zu rekonstruieren. y') 0. das wir hierbei anwenden. Göttingen 1893. F. und die geometrisch durch den Begriff der Richtung und Krümmung bezeichnet werden. Autographierte Vorlesung. aus der Gesamtheit der auf diese Weise gewonnenen Werte der Krümmung die Form der Kurve als Ganzes abzuleiten*. 143 ff. Substanzbegriff 7 97 . als Integral seiner Geschwindigkeiten dar^^estellt. Einleitung in die höhere Geometrie. ihrem allgemeinsten Ausdruck nach. y'. Die Integration der Gleichung bedeutet nichts anderes. hrz. deren die Infinitesimal-Analysis sich bedient. mit allen Besonderheiten ihres geometrischen Verlaufs. daß es vielmehr möglich ist. y. ^ Denken wir etwa. Ebenso ordnet eine Differentialgleichung zweiter Ordnung f(x. im Sinne der Infinitesimal-Analysis. den ein bewegter Körper durchmißt. Cassirer. sie wiederum eines geometrischen Begriffs zusammenzur Einheit zuschließen das kommt erst in der Methode. so besteht das Verfahren. durch * Vgl. daß wir in jeden Moment der tatsächlich vor sich gehenden Bewegung zugleich ein bestimmtes Gesetz des Fortschritts hineinlegen. den Raum. darin. aus dem Inbegriff dieser F o r t Schrittsrichtungen das Ganze einer bestimmten Kurve.Zuordnungen. Die Elemente. der Bestimmungsstücke nicht zu einer Auflösung jeglicher Bestimmung führt. als die Synthese dieser unendlich vielen Richtungsbestimmtheiten zu einem einheitlichen. Klein. Wenn in der analytischen Geometrie der einzelne Punkt der Ebene wesentlich durch die Zahlwerte seiner Koordinaten x und y bestimmt ist. aus deren Vereinigung erst die Kurve als Daß diese Unendlichkeit begriffliche Gesamtheit resultiert. die wir in ihrer Gesamtheit und ihrer gesetzlich geregelten Veränderung auffassen. y") = jedem Punkt und seiner Fortschreitungsrichtung zugleich einen bestimmten Krüm: = mungsradius zu. kraft der Differentialgleichung f(x. auf die hierbei zurückgegangen wird. zu voller Klarheit. zusammenhängenden Gebilde. so wird jetzt. jedem derart gegebenen Punkte zugleich eine bestimmte Richtung des Fortschritts zugeordnet und die Aufgabe besteht nunmehr darin. y.

gleiche gilt von dem Verfahren. daß der Körper. aber nichtsnotwendig dieser hypodestoweniger bedarf der thetischen Werte und Wertfolgen um sich das komplexe Ganze. Die Kurve Gedanke wird auch hier zunächst als eine bestimmte Ordnung von Punkten aufgefaßt. In alledem handelt es sich nicht darum. sondern lediglich der Ausdruck für dieses wechselseitige AbhängigkeitsverhältWir nehmen an. da die Gleichförmigkeit der Bewegung aktuell niemals verwirklicht ist. benachzuzeichnen. wenn in dem betrachnis. Körper an einem bestimmten Punkte seiner Bahn in einem gegebenen Zeitmoment besitzt. die in ihrer unmittelbaren Gegebenheit eine sehr verwickelte Reihenform darstellt. die ein deutig bestimmt sein soll.und Zeitpunkten zu konstruieren.. durchmessen haben würde. teten Punkte jede äußere Einwirkung auf ihn aufhörte. Das der wirklichen Bahn völlig durchsichtig zu machen. die er durchläuft. Die einzelnen Werte innerhalb der mannigfachen Reihen werden niemals tatsächlich angenommen. h. die wirkliche Bewegung des Körpers durch Angabe der einzelnen Stellen. keine schaft des bewegten Dinges. Die geometrische Form. die vom Standpunkt der direkten 98 . Sie betrachtet. dessen sich die Analysis des Unendlichen im Gebiete der Geometrie bedient. Die konkrete fertige Gestalt zerlegt sich in einen Inbegriff virtueller Bestimmungs- gründe. die von Punkt zu Punkt als verschieden anzusetzen sind. fortan gleichförmig in bestimmt angebbarer Weise fortschreiten. sondern seine Bahn rein ideell grifflich rein logisch absolute Eigen- = au den verschiedenen Gesetzen der möglichen Zuordnung von Raum. nach Ablauf einer Zeit tj 2 s. d.welches der Übergang zu den folgenden Raumpunkten einDie . läßt sich begrifflich nicht anders fassen und darstellen als durch die vergleichende Gegenüberstellung und wechselseitige Beziehung je einer Reihe ist.. daß er nach Ablauf einer gewissen Zeit 2 t^ die Strecke tj die Strecke Sj. von Raumwerten und Zeitwerten. indem sie als eine Mannigfaltigkeit einfacher Reihengesetze aufgefaßt wird. die sich gegenseitig bestimmen. aber diese Ordnung. Geschwindigkeit". usw. wird begrifflich gegliedert.

Denn schon in ihr wächst die mathematische Unters-uchung über die bloße hinaus und wendet sich einer Betrachtung der zu. Die Analysis zu des Unendlichen ist logisch bereits eine erste und vollkommene Ausprägung dieser Richtung der Betrachtung. weiter verfolgt wird. die zwischen/ Ganzen determinieren. erscheint hier durchaus als ein vermitteltes Ergebnis. als etwas schlechthin Bekanntes und unmittelbar Erfaßbares schien. Das Gebilde ist gleichsam aufgelöst in mannigfache Relationsschichten. wie die Infinitesimal. allgemeinen Theorie der die hier zu neuen Einheiten verknüpft werden. einem Analyse zusammenhangs Relationen Größen Funktionen Ganzen Geometrie IL Zu einem streng prinzipiellen Aufbau ihres Gebiets und zu wahrhafter Freiheit und Universalität ihrer Methoden 7* 99 . sondern es sind Funktionsformen. den speziellen Problemen der denn in den philosophischen Kämpfen um die Methode. Die „Elemente". Alle mathematische Begriffsbildung setzt sich in der Tat eine doppelte Aufgabe: eines bestimmten Relationsdie Aufgabe der in elementare Relationstypen oder aber die Synthese dieser einfachen Typen und Bildungsgesetze höherer Ordnung. den auch die elementare synthetische Geometrie noch teilt.Anschauung. ihnen besteht. die hier geführt werden. die als . Die Konstruktion der Kurve aus der Gesamtheit ihrer Tangenten. ist nur ein Beispiel für ein Verfahren von allgemeinerer Anwendbarkeit. müssen wir uns zu zurückwenden. zuletzt zu Damit aber eröffnet sich zugleich der Ausblick auf ein Problem von umfassender Bedeutung. diese Entwicklung. die sich übereinander lagern und die sich kraft der bestimmten Form der Abhängigkeit. die der modernen Mathematik ihr eigentliches Gepräge gibt..Geometrie sie lehrt. Teile" zu einem zusammentreten. treten zugleich die Anfänge einer neuen und allgemeingültigen logischen Frage/ stellung deutlich hervor. sind selbst nicht extensive Größen. die einander gegenseitig bestimmen und sich damit zu einem System Bevor indessen von Abhängigkeiten zusammenschließen.

nicht innerhalb des Gebiets selbst. hat Er sieht Descartes selbst empfunden und ausgesprochen. so scheint sie seinen eigenen Tendenzen und Folgerungen unmittelbar zu widerstreiten. hierin. festgestellt. die den ersten Ansatz zur projektiven Behandlung und Auffassung der Raumgebilde enthalten. in den Methoden Desargues'. 490. Die tritt nun wieder wie in der antiken synthetischen Geometrie Nicht indem wir sie soviel als möglich in ihre Rechfe ein. die begriffliche Eigenart der Form wird nicht auf Grund von Bestimmung Merkmalen. metrie des Maßes zur analytischen Geometrie Descartes' scheint Gegenüber der dieser Schritt eine Reaktion zu bedeuten. Januar 1639.. Die Kritik dieser Methoden setzt bereits bei Leibniz ein und wird in seiner Grundlegung der Analysis der Lage zu einem ersten Abschluß geführt. den Hinweis auf eine allgemeine . So lenkt die Entwicklung wieder vom abDaß strakten Zahlbegriff zum reinen Formbegriff zurück. das es zu ordnen gilt. sondern indem wir sie in ihrer ganzen Weite und Selbständigkeit wiederherstellen. ergibt sich uns die der eigentlich logische. Verfolgt man diese . im philosophischen Sinne. indem sie von der Geofortschritt. beschränken und durch bloße rechnerische Operationen zu ersetzen suchen. Descartes' Brief an Mersenno vom II. In der Tat vermochte sich die neue Auffassung nur in hartnäckigen Kämpfen gegen das Vorrecht und die Alleinherrschaft der analytischen Methoden allmählich durchzusetzen.. 9.ist die neuere Geometrie erst gelangt. sondern Correspon- * S. Metaphysik" indessen weiter. Adam-Tannery. Schon hier wird der Analysis vorgehalten. 100 . Metaphysik der Geometrie"*. die streng deduktive Gestaltung Raumwissenschaft. sondern daß sie' hierzu auf einen fremden und dem betrachteten Gegenstand äußerlichen Gesichtspunkt zurückgreifen muß. gemeingültige Ordnungsprinzip. dance^ ed. ein neues Motiv liegt. daß sie das alldessen sie sich rühmt. die rein in ihr selbst liegen. Die Beziehung eines räumlichen Gebildes Geometrie derLage Anschauung auf die beliebig gewählten Koordinatenachsen trägt in die ein Moment subjektiver Willkür hinein. zu fixieren vermag.

Die räumlichen Grundformen sollen wieder als das. erfaßt und ohne Umdeutung in abstrakte Zahlverhältnisse in ihrer eigenen Gesetzlichkeit verstanden werden**.. Grundlagen. den Versuch unternimmt. ** Näheres hierüber in der Darstellung von Leibniz' Entwurf der s. hängt vom individuellen Geschick des Rechners. Soll dieser Mangel beseitigt werden. also von einem Moment ab. das der strenge und eindeutige Gang der Methode auszuschließen strebte. antiken ein anschaulichen scheinbares denn der Inhalt dessen. t Dennoch führt auch von diesem Standpunkt der Fragestellung aus ist und — und dies das philosophisch Charakteristische Bedeutsame — kein Weg zur Betrachtungsweise der Elementargeometrie zurück. verschieden ausOb unter all den verschiedenen jGrleichungen. daß sie die Steiner. während er und seine Schüler daher den Mangel der synthetischen Geometrie eben darin erblicken. was Anschauung" verstanden wird.durch eine zufällige Relation ausgedrückt. anderseits aber die rationale Vertiefung lediglich in den Grenzen des Geometrischen selbst und mit den Mitteln des reinen Raumes erreicht. Während Jakob jetzt unter der geometrischen — lozzi der hierin seinem Lehrer und Vorbild Pestanicht müde wird. 101 . gewöhnlichen „Analysis situs". das in begrifflicher Strenge mit den analytischen Methoden ebenbürtig ist. Die Rückkehr zur Erfassung der Figur schafft hier nur Bindeglied: . die je nach der Wahl des angenommenen Bezugssystems. . Leibniz' System in s. wiss. Wenn man. das logische Recht und die Fruchtbarkeit der reinen Anschauung zu preisen. so muß ein Verfahren gefunden werden. den sie mit dem Begriff und Terminus der „Anschauung" verbinden so ergibt sich hier zunächst ein eigentümlich zwiespältiges Verhalten. die wissenschaftlichen Begründer der neueren Geometrie nach dem Sinne zu befragen. fallen kann. um in dem philosophischen Kampf der Meinungen ein festes Kriterium zu gewinnen. die gemäß diesem Verfahren zum Ausdruck eines räumlichen Gebildes verwendet werden können. Kap. folgt.hat sich vertieft und umgestaltet. was sie „an sich selbst" sind. III. die relativ einfachste ergriffen wird.

daß sie. in den Kreis ihrer Betrachtungen zieht und erst dadurch zu einer völligen rationalen Geschlossenheit der Ableitung gelangt. der hier in der Formulierung des Grundgedankens besteht. Berün 1832: 102 . Auch dort. sondern als Symbol des Gedem sie angehört und als Ausdruck für den gesamten Inbegriff von Gestaltungen. z. in welche sie. die dieser Gedanke beiderseits erhält. Die verschiedenen sinnlich möglichen Fälle einer Figur werden nicht. besonders erfaßt und untersucht. — — Abhängigkeit * S. findet sich in dem Grundwerk Poncelets zunächst eine durchaus entgegengesetzte logische Tendenz ausgeprägt. wie in der griechischen Geometrie. 347. Reye. die Vorrede zu J. Der Gegensatz. Die synthetische GJeometrie im Altertum und in der Neuzeit. steht sie niemals für sich allein. insbesondere auch imaginäre und unendlich ferne Elemente. nicht in der ganzen Freiheit und Weite ihrer Bedeutung brauchen lehrt*. unter Festhaltung bestimmter Regeln der Umformung. Der Wert der neuen Methode wird darin gesucht. Entwicklung der Abhängigkeit geometrischer Gestalten voneinander. daß in ihr die geof metrische Schlußfolgerung sich völlig ungehindert ergehen kann. Die Einzel terme treten samtzusammenhangs. Existenz" zukommt. Ö. B. sobald man die nähere Ausführung verfolgt. S. ist darunter nicht das Haften an der einzelnen. sinnlich gegebenen Figur. schlichtet sich jedoch. sondern die freie konstruktive Erzeugung von Gestalten nach einem bestimmten einheitlichen Prinzip verstanden. a.. Die „Anschauung" geht hier also niemals auf die besondere Figur mit ihrem zufälligen auf Eigengehalt. sondern alles Interesse konzentriert sich auf die Art. wie sie wechselseitig auseinander Sofern eine einzelne Gestalt betrachtet wird. hervorgehen. wo die Geometrie der Lage rein und ausschließlich auf die Anschauung gegründet wird. ** S. a. sondern ist im Sinne Jakob Steiners geometrischer Gedie Ermittlung der stalten voneinander gerichtet**. überführbar ist.Anschauung nur in eingeschränktem Sinne. ohne durch die Schranken der sinnlichen Darstellbarkeit irgendwie beengt zu werden. Steiners Schrift: Systemat. denen keine individuelle geometrische .

sondern nur darum festgehalten wurde. Es gibt eine geringe Zahl von ganz einfachen Fundamentalbeziehungen. Die Strenge des deduktiven Zusammenhangs schien nur durch die Vermittlung der Zahl auf den Raum übertragen werden zu können (s. worin sich der Schematismus ausspricht. oben. sondern als Element eines Strahlenbüschels oder die einzelne Ebene als Element eines Ebenenbüschels Allgemein zeigt es sich jetzt.auch hier zurück gegenüber der systematischen Relation. weil sie als reinster und vollkommener Typus einer logisch geordneten Mannigfaltigkeit überhaupt galt. wie ihre Eigenschaften von den einfacheren Figuren zu den zusammengesetzteren sich fortpflanzen. den Organismus aufzudecken. aber dieser Forderung gilt es nunmehr „Gegenwärtige Schrift hat es versucht. als vielmehr festgehalten und im Gebiet des Räumlichen selbst zu neuer fruchtbarer Anwendung Das Motiv der Zahl ist ausgeschaltet. Hierbei macht weder die synthetische noch die analytische Methode den Kern der Sache aus. Wir sahen. durch welchen die verschiedenartigsten Erscheinungen in der Raumwelt miteinander verbunden sind. S. Man gelangt auf diese Weise gleichsam in den Besitz der Elemente. bringt dies zum Ausdruck. der zur fundamentale Entdeckung der analytischen Geometrie hinleitete. Der konstruktive Aufbau der räumlichen Gebilde aus ursprünglichen Grundbeziehungen bleibt als unverbrüchliche Forderung bestehen. gebracht wird. aber um so reiner tritt jetzt das allgemeine Motiv der Reihe hervor. Durch gehörige Aneignung der wenigen Grundbeziehungeu macht man sich zum Herrn des ganzen Gegenstands es' tritt Ordnung in das Chaos ein. daß von hier aus eine neue prinzipielle Aufgabe entstehen mußte. um mit möglichster Sparsamkeit und auf die einfachste Weise den Figuren unzählig viele Eigenschaften verleihen zu können. von welchen die Natur ausgeht." . und man sieht. hier nicht sowohl beseitigt. methodische Gesichtspunkt. 92f). sofern etwa die einzelne Grade nicht für sich. in schönster Ordnung sich in Reihen stellen und verwandte zu wohlbegrenzten Gruppen sich vereinigen. daß der definiert wird. wie alle Teile naturgemäß ineinander greifen. wie bei Descartes selbst die Zahl nicht schlechthin um ihres eigenen Gehalts willen als Grundprinzip ausgezeichnet. Schon die Ableitung der Grundgebilde die sie vereinigt. 103 . nach welchem sich die übrige Masse von Sätzen folgerecht und ohne alle Schwierigkeit entwickelt. die dennoch in strenger Kontinuität an die Leistungen der analytischen Geometrie anknüpft. Man begreift. der darin besteht. daß die Abhängigkeit der Gestalten voneinander und die Art und Weise aufgedeckt wird.

mit rein geometrischen Mitteln und ohne den
Begriffe des

Umweg

über die

tun. Die Entwicklung, die hiermit einsetzt, ist bis ins einzelne

Maßes und der Maßzahl Genüge zu

logischen Gesichtspunkten beherrscht und In besonderer Deutlichkeit tritt dies bei P o n c e 1 e t hervor, der in dem Streit, den er um die Prinzipien seiner Disziplin zu führen hat, mit wachsender Schärfe und Bestimmtheit auf die philosophischen Fundamente zurückweist. Gegenüber der Kritik, die die Pariser Akademie, die insbesondere C a u c h y an den philosophischen Voraussetzungen seines Werkes geübt hatte, betont er nachdrücklich, daß es sich in diesen Voraussetzungen nicht um einen Nebenpunkt, sondern um die eigentliche Wurzel der neuen Auffassung handle. Er macht sich das Wort Newtons zu eigen, daß in der
hinein

von

geleitet.

Geometrie

die

Methode der Entdeckung

alles

bedeute, so daß, wenn diese einmal gefunden und sichergestellt ist, die Ergebnisse sich von selbst als reife Frucht darbieten*. Die Lehre von den projektiven Eigenschaften der Figuren will somit keine bloß materiale Erweiterung des Gebiets der Geometrie sein, sondern sie will ihr ein neues Prinzip der Forschung und Erfindung zuführen**. ( Hierbei gilt es als der erste und notwendige Schritt, das geometrische Denken aus der Enge der sinnlichen Ansicht mit ihrem ängstlichen Haften an den Besonderheiten der gerade gegebenen indiviWenn Descartes der antiken duellen Figur, zu befreien. Mathematik vorhielt, daß sie den Geist nicht zu schärfen vermöge, ohne gleichzeitig die Einbildungskraft durch die enge Anlehnung an die sinnliche Gestalt zu ermüden, so Die echte hält Poncelet durchaus an diesem Vorwurf fest. synthetische Methode kann zu diesem Verfahren nicht wieder
Trait^ des propriötös projectives des figures, 356; II, S. 357. „La doctrine des propriöt^s projectives, celle de la perspectiverelief, le principe ou la loi de continuit6, enfin la th6orie des polaires r6ciproques et la th6orie des transversales ötendue aux lignes et surfaces courbes, ne forment pas simplement des classes plus ou moins öt^ndues de problemes et de theoremes, mais con&tituent proprement, pour la G6om6trie pure des principes, des möthodes d'investigation et d'invention, des moyens d'extension et d'exposition, dans le genre de ceux qu'on a nomm6 principes d'exhaustion, raöthode des infinirnent petita etc." (A. a. O. II, S. 5.)
2e Edition, Paris 1865,

*S. Poncelet,
I,

*

S.

104

Sie wird sich den analytischen Methoden ebenbürtig erweisen, wenn sie sie an Weite und Allgemeingültigkeit erreicht, diese Universalität der Betrachtungsweise dagegen zugleich aus rein geometrischen Voraussetzungen gewinnt. Diese doppelte Aufgabe wird erfüllt, sobald wir die besondere Gestalt, die wir untersuchen, nicht selbst als den konkreten Gegenstand der Forschung betrachten, sondern in ihr nur einen ersten Ansatzpunkt sehen, von dem aus wir kraft einer bestimmten Regel der Variation ein gesamtes System möglicher Die Grundrelationen, die Gestaltungen deduktiv herleiten.

zurückgreifen.
als

nur dann

dieses

System charakterisieren und

die in jeder Einzelgestalt

gleichmäßig erfüllt sein müssen, bilden erst in ihrer Gesamtheit das wahre geometrische Objekt. Was der Geometer betrachtet, das sind nicht sowohl die Eigenschaften einer gegebenen Figur, als das Netz von Korrelationen, in welchem Wir nennen sie mit anderen verwandten Bildungen steht. eine bestimmte räumliche Gestaltung einer anderen korrelativ zugeordnet, wenn sie durch stetige Umformung eines oder mehrerer ihrer Lageelemente aus ihr ableitbar ist: wobei jedoch die Voraussetzung gilt, daß gewisse räumliche Grundbeziehungen, die als die allgemeinen Bedingungen des Systems anzusehen sind, unverändert bleiben. Die Kraft und Schlüssigkeit des geometrischen Beweises ruht dann stets in jenen Invarianten des betreffenden Inbegriffs, nicht in dem, was den einzelnen Gliedern als solchen eigentümlich ist. Diese Auffassung ist es, die Poncelet philosophisch durch den Ausdruck des Kontinuitätsprinzips bezeichnet, das er weiterhin, schärfer und genauer, als Prinzip der

Permanenz dermathematischenRelationen
formuliert. Die einzige Forderung, von der wir ausgehen, läßt sich begrifflich dahin aussprechen, daß es möglich ist,

bestimmter ein für alle Mal definierter Beziehungen auch gegenüber einem Wechsel im Inhalt der einzelnen Beziehungsglieder, der besonderen Relata festzuhalten. Wir beginnen damit, die Figur, die wir geometrisch untersuchen, in einer allgemeinen Lage zu betrachten, sie also nicht von Anfang an in all ihren einzelnen Teilen festzulegen, sondern ihr
die Geltung

105

innerhalb eines bestimmten Umkreises, der durch die Bedingungen des Systems bezeichnet ist, Änderungen ihrer einzelnen Teile zu gestatten. Wenn diese Änderungen von einem bestimmten Anfangspunkt aus stetig verlaufen, so werden die systematischen Eigentümlichkeiten, die wir an der einen Figur entdeckt haben, auf jede folgende „Phase" übertragbar sein, so daß schließlich Bestimmungen, die sich am Einzelfall bewährt haben, fortschreitend auf die Gesamtheit der aufeinanderfolgenden Glieder ausgedehnt werden

können.
das

I

zeigt sich in diesen Ausführungen Poncelets Ringen nach einem exakten und allgemein gültigen Ausdruck des neuen Gedankens. Vor allem ist er bemüht, das Verfahren der Relations-Übertragung, das er zugrunde legt, vor jeder Verwechslung mit einem bloßen Analogie-

Deutlich

oder geht

Induktionsschluß
vom Besonderen

zu schützen. Die Induktion aufs Allgemeine; sie sucht eine Mehrheit

einzelner Fakta, die sie als einzelne und somit ohne notwendige Verknüpfung beobachtet hat, hypothetisch zu einem Ganzen zu vereinen. Hier aber ist das Gesetz der Verknüpfung nicht nachträglich erschlossen, sondern es liegt ursprünglich zugrunde, so daß kraft seiner auch der einzelne Fall erst in seinem Gehalt bestimmbar wird. Die Bedingungen, denen der gesamte Inbegritf unterwerfen wird, stehen vorweg fest, und alle Besonderung ist nur dadurch erreichbar, daß ihnen unter Wahrung ihres Gehalts ein neuer Faktor als Wir beeinschränkende Bestimmung hinzugefügt wird. trachten die metrischen und projektiven Beziehungen von Anfang an nicht in der Art, in der sie sich in irgendeiner besonderen Figur verkörpern, sondern nehmen sie in einer gewissen Weite und Unbestimmtheit, die ihnen einen SpielEs mag zunächst auffallend raum der Entwicklung läßt*. und paradox erscheinen, daß diese Unbestimmtheit des Ausgangspunkts den Grund für die Fruchtbarkeit des neuen Verfahrens und für seine Überlegenheit gegenüber den

antiken Methoden enthalten

soll.

Indessen zeigt es sich
S.

als-

Trsitö des propriötöa projectives.

XIII

f.,

XXI

f.

106

bald,

daß der Ausdruck des Gedankens hier unter den Zweider
traditionellen
in

deutigkeiten

logischen

Schul-

welcher Begriffsgehalt und sprache Vorstellungsgehalt nicht streng geschieden sind, und in der daher immer von neuem der identische und streng eindeutige Sinn einer begrifflichen Regel in ein abstraktes und schemenWas haftes Gattungsbild zu verschwimmen droht. vom Standpunkt der Vorstellung als Unbestimmtheit erscheint, weil es die individuellen Züge des Bildes zurücktretenläßt, das erscheint vom Standpunkt des Begriff s als Grund jeglicher genauen und scharfen Determination, sofern in ihm die allgemeingültige Vorschrift zur Bildung des Einzelnen enthalten ist. Zwischen dem „Allgemeinen" und „Besonderen" besteht hier in der Tat durchaus dasjenige Verhältnis, das Begriffsbildung charakterialle echte siert: der allgemeine Fall sieht von den besonderen Bestimmungen nicht schlechthin ab, sondern er bewahrt in sich die Fähigkeit, sie, in ihrer konkreten Totalität vollständig aus einem Prinzip heraus zu entwickeln und zu überschauen. (Vgl. oben, S. 24 f .) Es sind, wie Poncelet betont, niemals bloße Eigenschaften der Art, sondern Eigenschaften der Gattung, von deren Betrachtung die projektive Behandlung eines Gebildes ihren Ausgang nimmt; die „Gattung" aber bezeichnet hier lediglich einen dem alles Einzelne eingeordnet ist,

zu leiden hat,

mathematische

Bedingungs-Zudie
in

sammenhang,
ein

nicht

losgelöstes

Ganzes von Merkmalen,

ihm

gleichmäßig wiederkehren. Der Schluß geht von den Eigenschaften der Verknüpfung auf die des Verknüpften, von den Reihenprinzipien auf die Reihenglieder. Diese Eigenart der Methode tritt am klarsten an dem Grundverfahren, dessen sie sich bedient, hervor. Die wichtigste Form der Korrelation, durch welche verschiedenartige Gebilde miteinander verknüpft werden, liegt im Verfahren der Projektion. Die wesentliche Aufgabe besteht in der Heraushebung derjenigen „metrischen" und „deskriptiven" Momente einer Figur, die in ihrer Projektion unverändert fortbestehen. Alle Gestalten, die in dieser Weise auseinander hervorgehen können, bilden für die Betrachtung eine unteilbare Einheit;

/

107

sie sind

im Sinne der

reinen Geometrie der Lage nur ver-

schiedene

Ausprägungen

ein

und desselben Be-

Hier wird es unmittelbar ersichtlich, daß die Zugehörigkeit zu einem Begriff nicht von irgendwelchen generischen Ähnlichkeiten der Einzelexemplare abhängig ist, sondern lediglich ein bestimmtes Prinzip der Umformung voraussetzt, das als identisch festgehalten wird. Die Gestalten, die wir auf diese Weise zu einer ,, Gruppe" vereinen, können, in ihrer sinnlich anschaulichen Struktur, einem völlig verschiedenen „Typus" zugehören; ja sie können sich jeder Zuweisung zu einem derartigen Typus entziehen, sofern ihnen überhaupt keine geometrische Existenz im Sinne der direkten Anschaubarkeit mehr entspricht. Das neue Kriterium der geometrischen Begriffsbildung erweist sich hier in seiner allgemeinen Bedeutung: denn dieses Kriterium ist es, auf

griffs,

dem

des Imaginären die Zulassung Geometrie zuletzt beruht. Allgemein lassen
drei

in
sich,

die
mit

verschiedene Grundformen des Verfahrens der „Korrelation" unterscheiden. Wir können eine bestimmte Figur, die wir als Ausgangspunkt wählen, in eine andere überführen, indem wir alle ihre einzelnen Teile sowie deren wechselseitige Ordnung festhalten, so daß der Unterschied also ausschließlich in der absoluten Größe der Bestimmungsstücke besteht. In diesem Falle werden wir von einer d i r e k t e n Korrelation sprechen können, während für den der einzelnen Teile sich in der Fall, daß die abgeleiteten Figur vertauscht oder umkehrt, nur von einer .indirekten" Korrelation gesprochen werden soll. Schließlich aber und dies ist methodisch der interessanteste und wichtigste Fall kann die Umformung auch in der Weise vor sich gehen, daß gewisse Elemente, die in der anfänglichen Gestalt als reale Bestandteile aufweisbar waren, im Verlauf Betrachten wir des Gesamtprozesses völlig verschwinden. etwa einen Kreis und eine Gerade, die ihn schneidet, so können wir dieses geometrische System durch stetige Verschiebungen derart umgestalten, daß die Gerade zuletzt ganz außerhalb des Kreises fällt und somit die Schnittpunkte, sowie die ihnen entsprechende Richtung der Radien durch
Poncelet,

Ordnung

,

108

imaginäre Werte auszudrücken sind. Die Zuordnung der abgeleiteten Figur zur ursprünglichen verknüpft jetzt nicht mehr tatsächlich vorhandene und für sich aufzeigbare, sondern lediglich gedachte Elemente; sie hat sich in eine rein ideale

Korrelation
Aber eben

aufgelöst.

können nicht entbehrt werden, wenn es sich darum handelt, die Geometrie zu gezu einem einheitlichen und geschlossenen stalten. Der Mangel der antiken Methoden besteht eben darin, daß sie auf dieses logische Grundmittel verzichten und somit nur Größen von absoluter und gleichsam physischer Existenz in den Kreis ihrer Betrachtung ziehen. Die neue Ansicht muß mit diesem Verfahren brechen, weil sie von vornherein nicht die einzelne Gestalt in ihrem sinnlichen Dasein, sondern die verschiedenen Weisen der Abhängigkeit, die zwischen Gestalten bestehen können, als das eigentliche Objekt der geometrischen Untersuchung definiert (s. S. 102). Unter diesem Gesichtspunkt aber stehen reelle und imaginäre Elemente einander wesentlich gleich: denn auch die letzteren sind der Ausdruck vollkommen gültiger und wahrer geometrischer Beziehungen. Dass unter bestimmten Bedingungen gewisse Elemente einer Figur fortfallen und zu bestehen aufhören dies ist schon an und für sich keine bloße negative Erkenntnis, sondern enthält eine fruchtbare und durchaus positive geometrische Einsicht. Weiterhin aber dienen die imaginären Zwischenglieder überall dazu, den Einblick in den reeller geometrischer Gestaltungen zu erschließen, die ohne diese Vermittlung als heterogen und beziehungslos einander gegenüberstehen würden. Diese ideelle Kraft der logischen Verist es, die ihnen ein volles Recht auf ein ,,Sein" im logisch-geometrischen Sinne sichert. Das Imaginäre hat Bestand, sofern es eine logisch unentbehrliche Funktion im der geometrischen Sätze erfüllt. Die einzige „Wirklichkeit", die wir sinnvollerweise von ihm erwarten und fordern können, geht in dem Wahrheitsgehalt auf, den es in sich birgt: in dem Gehalt an gültigen Sätzen und Urteilen, den es zum Ausdruck bringt. Es wiederholt
diese idealen Korrelationen

Ganzen

:

Zusammenhang

knüpfung

System

109

sich hier

bereits

im Bereich der Geometrie derselbe Prozeß, den wir im Bereich der Zahlen verfolgen konnten: aus der Fest-

haltung bestimmter Relationen entstehen neue ,, Elemente", die aber den früheren als wesentlich gleichartig und ebenbürtig zur Seite treten, weil auch diese zuletzt keinen tieferen
festeren Grund besitzen, als er in der Wahrheit von Relationen besteht (s. ob. S. 78 ff). Betrachten wir etwa um ein einfaches Beispiel der gewöhnlichen Geometrie zu brauchen zwei Kreise

und

in

einer Ebene,

der den, in ein neues Gebilde von verbindet, bestimmten Eigentümlichkeiten gegeben. Die Punkte dieser Geraden die wir als „gemeinschaftliche Sehne" der beiden Kreise bezeichnen sind dadurch ausgezeichnet, daß die Tangenten, die sich von ihnen aus an die Kreise legen lassen, einander gleich sind. Die geometrische Beziehung aber, die damit gesetzt ist, läßt sich auch für den Fall, daß die Kreise einander nicht mehr schneiden, sondern gänzlich auseinanderfallen, verfolgen und zum begrifflichen Ausdruck bringen. Auch in diesem Falle nämlich existiert stets eine Gerade die sogen. ,, Radikaldie die zuvor angegebene charakteachse** der beiden Kreise

so ist für den Fall, daß sie sich schneiGeraden, die ihre beiden Schnittpunkte

,

und in diesem Sinne als die gemeinschaftliche Sehne der zwei Kreise bezeichnet werden kann, die ihre beiden ,, imaginären** DurchschnittsHier wird also zunächst ein bestimmtes punkte enthält. anschauliches Element durch gewisse begriffliche Eigenschaften, die ihm zukommen, ausgedrückt und vollständig ersetzt: wird auch dann festund diese logische an dem sie zuerst gehalten, nachdem das Substrat, zur Entdeckung und Auszeichnung kam, geschwunden ist. Wir gehen von dem Fortbestand der Beziehung aus und erschaffen definitorisch in den imaginären „Punkten** die Die „Subjekte**, von denen die Beziehung ausgesagt wird. Fruchtbarkeit dieses Verfahrens aber bewährt sich darin, daß damit ein systematischer Zusammenhang zwischen Gebilden gestiftet wird, der es erlaubt, Sätze, die an dem einen gefunden und bewiesen sind, auf ein anderes zu überristische
erfüllt

Bedingung

ideale

Bestimmtheit

110

an dem sie unmittelbar nicht ersichtlich Neben den besonderen inhaltlichen Relationen waren*. aber sind es vor allen Dingen gewisse allgemeine formalen Bestimmungen, durch welche die „uneigentlichen" Elemente, die die Geometrie erschafft, mit den ,, eigentlichen" Punkten verknüpft sind. Das Prinzip der „Permanenz der formalen Gesetze" ist in der Tat, noch ehe es in der Algebra als Rechtfertigung der verallgemeinerten Zahlbegriffe gebraucht wurde, durch Poncelet von rein geometrischen Gesichtspunkten aus Der unendlich ferne eingeführt und begründet worden. Punkt, in dem, gemäß der projektiven Raumansicht, zwei parallele Gerade, und die unendlich ferne Gerade, in der zwei parallele Ebenen sich schneiden, sind logisch berechtigte Begriffsbildungen, nicht nur weil sie konzentrierte Aussagen über bestimmte Lagebeziehungen darstellen, sondern vor allem, weil sich zeigen läßt, daß auch diese neuen Gebilde soweit sie auf Maßverhältden geometrischen nisse nicht Bezug nehmen, völlig gehorchen. Damit ist eine übergreifende Wahrheitsinstanz gegeben, der „eigentliche" und „uneigentliche" Punkte in gleicher Weise gemäß sein müssen. Die neuen Elemente sind wie es Poncelet gelegentlich scharf und bezeichnend formuliert paradox in ihrem Objekt, aber sie sind nichtsdestoweniger durchaus logisch in ihrer Struktur, sofern sie zu strengen und unbestreitbaren Wahrheiten hinführen**.
tragen,

Axiomen,

* So läßt sich z. B., wenn irgendwölche drei Kreise in einer Ebene Jen sind und wir für je zwei von ihnen die „Radikalachsen" konstruieren, leicht zeigen, daß die so entstehenden drei Linien sich in einem Punkte schneiden; daraus aber ergibt sich weiterhin sofort, daß das gleiche auch für den speziellen Fall der drei gemeinschaftlichen Sehnen sich wirklich schneidender Kreise gilt usf. Die reellen Eigenschaften der reellen gemeinschaftlichen Sehnen werden also im Hinblick auf die „idealen" Sehnen entdeckt und begründet. Vgl. hierzu C h a s 1 e s , Apercu historique sur l'origine et le d^veloppement des methodes en G6om6trie, 2. Ausg., Paris 1875, S. 205 ff., S. auch Die Elemente der projektivischen Geometrie, Leipzig 1875, S. 7 ff. ** Zum Ganzen vgl. bes. Considörations philosophiques et techniques sur le principe de continuitö dans les lois g6om6triques § III. (Applications d' Analyse et de G6om6trie, Paris 1864, S. 336 ff.), sowie Traite des proprietös projectives I, S. XI ff., 66 ff. Zur Bezeichnung des

Hankel,

Poncelet,

Kontinuitätsprinzips als Prinzip der „Permanenz der geometrischen Re-

111

Die Entwicklung der projektiven Geometrie, die hier nicht im einzelnen verfolgt werden kann, hat sodann die philosophischen Grundgedanken, auf denen sie sich gründet, zu immer schärferer Darstellung gebracht. Je mehr es gelang, die Geometrie der Lage aus selbständigen Voraussetzungen aufzubauen, um so reiner trat auch der allgemeine logische Charakter und die logische Bedeutung des neuen VerDer konstruktive Fortgang, in welchem wir fahrens hervor. von den einfachen Begriffen des Punktes und der Geraden aus in strenger Ableitung das Ganze des projektiven Raumes erzeugen, knüpft zunächst an die Betrachtung der harmonischen Punktpaare an. Dabei wird in der ersten Phase der projektiven Geometrie die harmonische Lage von vier Punkten auf einer Geraden zunächst noch ausschließlich vermittels des Begriffs des eingeführt und erläutert: die Punkte a, b, c, d bilden eine harmonische Folge, wenn das Verhältnis der Strecke a b zu b c demjenigen der Strecke ad zu cd gleich ist. Diese Erklärung setzt indes

Doppelverhältnisses

ersichtlich die Messung und Vergleichung bestimmter Abstände voraus und ist somit ihrem Wesen nach selbst rein metrischer Natur; wenn sie dennoch der Geometrie der Lage zugrunde gelegt werden kann, so beruht dies nur

darauf, daß sie eine Maßbeziehung darstellt, die sich bei jeder projektiven Umformung der gegebenen Figur unverImmerhin ist hier der Maßbegriff nicht ausändert erhält. geschaltet, sondern als unabgeleiteter Bestandteil in die Grundlagen aufgenommen. Zu einer unabhängigen und streng einheitlichen Darstellung gelangt die projektive Geometrie

wenn auch diese letzte Schranke beseitigt ist, wenn also die Bestimmtheit, die sich metrisch als Doppelverhältnis charakterisiert, auf rein deskriptivem Wege gewonnen und festgehalten wird. Das entscheidende Verfahren hierfür ist
erst,

in

der bekannten S t a u d t 'sehen Vierseitskonstruktion gegeben. Wir bestimmen zu drei gegebenen kollinearen

lationen" s. Applicat. S. 319; Traitö II, 357; der gleiche Gedanke ist in anderer Wendung von Chasles in seinem „Principe des relationa contingentes" ausgesprochen worden. (Apercu historique S. 204 ff., 357 ff.,

368

ff.)

112

die sie zu Gliedern eines systematischen Inbegriffs macht. S. daß die angegebene Konstruktion gleichviel welches Vierseit. alle Punkte des Raumes. bestimmten Zahl werten zuzuordnen und ihnen auf diese Weise eine feste Stellung innerhalb einer allgemeinen Reihenordnung zuzuweisen. § 8. Staudt.. die die projektive Geometrie durch C a y 1 e y und Klein erfahren hat. 1. dem wir die Zahl 2 entsprechen lassen. logische Ideal eines rein projektiven Aufbaus der Geometrie ist somit auf eine einfachere Bedingung zurückgeführt: es wäre erfüllt. bis wir schließlich vermöge dieses Verfahrens eine un- Ordnung *v. daß zwei Gegenseiten durch a. Der Nachweis hierfür ist in der Ausgestaltung. <=o zuordnen. sobald sich zeigen ließe. c aus. Geometrie der Lage. der durch diese Methode eindeutig bestimmt wird. das lediglich das Ziehen gerader Linien benutzt. liefert. man zugrunde Damit ist ohne jede Anwendung metrischer Hilfsbegriffe durch ein Verfahren. 43 ff. eine Diagonale durch b und die beiden anderen Gegenseiten Diagonale c gehen: der Schnittpunkt der zweiten des Vierseits mit der Geraden a b c ist der verlangte Punkt d. die sich von einer gegebenen Anfangssetzung aus durch fortschreitende harmonische Konstruktionen erzeugen lassen. so können wir vermöge der Staudtschen Vierseitkonstruktion den vierten harmonischen Punkt zu ihnen finden. I. 2. weiterhin einen neuen Punkt bestimmen. stets dasselbe Ergebnis legt*. sofern nur den angegebenen Bedingungen genügt. Leipzig 1899. Cassirer. der mit den Punkten 1. sämtliche Punkte des Raumes zur Ableitung zu bringen und ihnen eine bestimmte eindeutige aufzuprägen. Gehen wir zunächst von drei Punkten in einer Geraden a. Nürnberg 1847. das uns gestattet. eine fundamentale Relation der Lage festgestellt. durch da sich beweisen es läßt. denen wir die Werte 0. Die Geometrie der Lage. daß es lediglich kraft dieser ersten Grundbeziehung und ihrer wiederholten Das Anwendung möglich ist. indem wir ein Vierseit derart konstruieren. b. Aufl. Substanzbeg:riff g 113 . Wir gewinnen hier ein allgemeines Verfahren. Reye . in der Tat erbracht worden. 5.Punkten a b c den vierten harmonischen Punkt d. 4. <=> ein harmonisches Quadrupel bildet und diesem den Wert 3 beilegen. S.

endliche kontinuum Dedekind Dimension bietet keine prinzipielle Schwierigkeit. indem wir die Betrachtung. wie Addition und Subtraktion. positiven oder negativen Zahl entspricht. Encyklopädie der Elementar-Mathematik. auch Weber-Wellstein. in welcher die elementaren Operationen. Multiplikation und Division von Strecken rein geometrisch Auch der Fortgang zu Gebilden von höherer definiert sind. Klein. 315 ff. als wären es dennoch Größenbegriffe. deren jede einer ganzen Zahl eindeutig zugeordnet ist. Wir gelangen damit zu einer vollständigen Skala. Zur projektivenMetrik 338 ff. Geometrie. daß sie zu einer überall dichten Menge wird..Mannigfaltigkeit einfacher Lagebestimmungen gewinnen. Der Übergang zum Punktvollzieht sich von hier aus auf Grund einer gedanklichen Forderung. die sich zunächst auf die Punkte einer Geraden beschränkte. auf Grund deren sich eine einheitliche projektive Metrik entwickeln läßt. 114 . Begriffe von Längen und Abständen. sowie Math. Nicht-Euklid^he — Vorlesungen über Göttingen 1893. deutlich hervor. Die Durchführung dieses Gedankens hat vornehmlich technisch-mathematisches Interesse: darüber hinaus aber tritt jetzt auch ein allgemeines philosophisches Ergebnis. die dem Postulat analog ist. 8. § 18.. Annalen IV. 573 ff. Die Einfügung der Raumbegriffe in das Schema der reinen Reihenbegriffe ist hier endgültig Die Bezeichnung der einzelnen Raumpunkte vollzogen. die bei dieser Ableitung verwendet werden. F. Diese Mannigfaltigkeit läßt sich sodann weiterhin in dem Sinne ergänzen. er erfolgt. in der jedes Element einer bestimmten rationalen. S. sondern als Ausdruck der in der Folge gebraucht. auf welches schon die Anfänge der neueren Geometrie vorausweisen. Bd. deren sollte. Abdruck. Prinzip hier nur angedeutet werden vgl. In Wahrheit aber wird die Zahl hier nur in ihrem allgemeinsten logischen Sinne: nicht als Ausdruck der Messung und Vergleichung von Größen. II. Ordnung * Für alle Einzelheiten dieser Betrachtungsweise. durch entsprechende Zahlwerte könnte allerdings zunächst den Anschein erwecken. weiteren in seiner Theorie die irrationalen durch welches Zahlen als „Schnitte" einführt. auf zwei oder mehrere Gerade ausdehnen*. 2.

. S. Man hat diesem Zusammenhang gemäß. insbesondere über die Geltung des Parallelen-Axioms zunächst noch keine Entscheidung gefällt ist. die an rationaler Strenge und Reinheit der Arithmetik gleichzustellen sei*. Hier bewährt es sich. daß je nach der Hinzunahme besonderer ergänzender Bedingungen die allgemeine projektive Maßbestimmung. so wird hier zunächst eine Verschiedenheit von Punkten und ein bestimmtes Lageverhältnjis zwischen ihnen postuliert und in diesem ersten Ansatz bereits ein Prinzip entdeckt. Zwar bleiben beide Gebiete ihrer heit nach streng geschieden: die „Essenz" der Figur geht nicht mehr unmittelbar in die der Zahl auf. dessen allseitige Anwendung den Inbegriff der möglichen räumlichen Setzungen aus sich hervorgehen läßt. 8* 115 . Cambridge 1897. die bereits Descartes gestellt damit auf einem neuen Wege erfüllt. der hatte. sich nacheinander mit den verschiedenen Parallelentheorien in Wesen- Methodik * Vgl. während über seine spezielle axiomatische Struktur. aus der sich sodann vermöge einer bestimmten erzeugenden Relation die Allheit der Glieder in fester Ordnung entwickelte. Russell. Wie bei der Zahl duktiven lediglich von einer ursprünglichen Einheitssetzung ausgegangen wurde.. Die Ordnung Raumpunkte ist in derselben Weise begriffen wie die der Zahlen. 118. daß in der allgemeinen logischen Grundlegung die Zahl als reine Ordnungszahl entwickelt und von jeder Bindung an meßbare Größen freigehalten wurde. Möglichkeit des Beisammen" überhaupt abgeleitet. Der Raum ist hier in der Tat lediglich in seiner allgemeinsten Form als .und Winkelgrößen. The foundations of Geometry. Vielmehr läßt sich zeigen. Aber eben in dieser relativen Selbständigkeit der Elemente wie der Grundbeziehung tritt der Zusammenhang in der allgemein deklar hervor.Es handelt sich nicht um die Zusammensetzung oder Teilung von Strecken. deren Elemente selbst als reine Lagebestimmungen definiert sind. ist Die Forderung. die projektive Geometrie mit Recht als die allgemeine . sondern einzig um die Unterscheidung und Abstufung der Glieder einer bestimmten Reihe. apriorische" Grundwissenschaft vom Raum erklärt. die hier entwickelt wurde.

Der Anschluß der Geometrie an die Gruppentheorie bildet hier den letzten. Klein. wir uns zunächst die Frage. so daß also die successive Anwendung verschiedener. In diesem die schon ursprünglich in ihm enthalten waren. Mathem. Annalen IV. „elliptischen" oder „hyperbolischen" Maßbestimmung fortführen läßt*. 1 ff. „parabolischen". K I e i n . Einleitung in die höhere Geometrie II. S. 575 ff. die sich dadurch ergeben. F. In diesem Begriff der Gruppe aber ist nunmehr ein allgemeines Klassifikationsprinzip gewonnen. sofern in ihr nicht sowohl ein Ganzes von einzelnen Elementen oder Gebilden als vielmehr ein System die allgemeinste von Operationen sammengefaßt wird. kraft dessen die verschiedenen möglichen Formen der Geometrie unter einem einheitlichen Gesichtspunkt vereint und in ihrem symmetriStellen schen Zusammenhang überschaut werden können. Vgl. wenn mit irgend zwei Operationen immer auch deren Verknüpfung in ihm vorkommt. die wir betrachten..Beziehung setzen und sich somit zur speziellen. So hebt sich aus der Mannigfaltigkeit der geometrischen Methoden die einheitliche Grundform der geometrischen Begriffsbildung immer deutlicher und Die logischen Kennzeichen dieser Form präziser heraus. Sinne bilden etwa alle geometrischen Umformungen. eine Gruppe: da das Resultat zweier aufeinanderfolgender Bewegungen sich hier stets auch durch eine einzige Bewegung darstellen und erreichen läßt**. Schon die Definition der . zu einer gedanklichen Einheit zuEin Inbegriff von Operationen bildet eine Gruppe. was überhaupt unter einer „geoVgl. bleiben bestehen und erhalten sich durch allen Wechsel der besonderen Anwendungen hindurch. F. wenn man Fassung betrachtet zu der der moderne Begriff der Geometrie gelangt ist. daß wir die Elemente. Gruppe" enthält ein neues und wichtiges logisches Moment. dem Inbegriff angehöriger Transformationen immer nur zu Operationen zurückführt. für die Gesamtcharakteristik entscheidenden Schritt. Man kann sich diese — Kennzeichen nochmals zum Bewußtsein bringen. irgendwelche Bewegungen in einem gewöhnlichen dreidimensionalen Räume ausführen lassen. 116 .

nicht von vornherein gebunden sind. oder wenn wir schließlich den Sinn der Anordnung der einzelnen Teile umkehren. Denn da wir in der Wahl der Transformationsgruppe.. daß nur solche Eigenschaften des Raumes geometrisch heißen. die logisch sämtlich als gleichberechtigt zu gelten haben. 117 . Geometrie Topographie. so ist damit ein Weg bezeichnet. die die Geometrie von einem bestimmten Gebilde entwickelt. bleiben unverändert." Hält man diese Erklärung fest. Die Sätze. die gewöhnliche metrische Geometrie durch die zugehörige Hauptgruppe räumlicher Änderungen.metrischen** Eigenschaft zu verstehen ist. zu einer anderen Struktur überzugehen. die wir für die Untersuchung zugrunde legen. also durch die angegebenen Operationen der Bewegung. wenn wir dieses Gebilde seine absolute Lage im Raum wechseln. welche bei einer gewissen Gruppe von Operationen ungeändert bleiben. wenn wir die absoluten Größen seiner Bestimmungsstücke im selben Verhältnis wachsen oder abnehmen lassen. von einer bestimmten Form der Geometrie durch einen Wechsel des Grundsystems. so finden wir. B. auf das wir alle Aussagen bezogen denken. so bietet sich von hier aus sogleich ein Ausblick auf sehr verschiedenartige Möglichkeiten des Aufbaus geometrischer Systeme. die sich zu ihr wie ihr SpiegelDer Gedanke der Unabhängigkeit gegenüber all diesen Umformungen muß zu der Anschauung der individuellen Einzelgestalt. unterscheidet sich eben dadurch von . die von gewissen räumlichen Transformationen nicht berührt werden. Betrachten wir z. der Ähnlichkeitstransformation und der Spiegelung charakterisiert. um dieser Gestalt wahrhafte Allgemeinheit und damit erst eigentlich geometrischen Charakter zu verleihen. indem wir an Stelle der ursprünglichen Figur eine andere treten lassen. dient. diese Gruppe vielmehr durch Hinzunahme neuer Bedingungen erweitern können. die uns als Ausgangspunkt. hinzutreten. indem wir dieser Hauptgruppe noch den Inbegriff aller projektiven Umformungen hinzufügen und die Eigenschaften betrachten. so können wir sie alsbald zur projektivischen Geometrie erweitern. die sich gegenüber diesem bild verhält. daß wir solche und nur solche Eigenschaften als geometrische bezeichnen.

ein exakter Beweis zwar möglich sei: so konnte fortan die Veränderung aber nicht als als Hilfsbegriff geduldet. 63 ff.) * Für «die K Programm von verwiesen werden. innerhalb dessen der reine mathematische Gedanke keine Kraft mehr besitzt und der Wer- dens somit der Unbestimmtheit der sinnlichen Wahrnehmung preisgegeben schien. Es zeigte sich indes. stand es fest. Annalen 43. 1 e i n im einzelnen dargetan hat die verschiedensten Arten der Geometrie methodisch begründen und ableiten. sobald eine Mannigfaltigkeit und in derselben eine Transformationsgruppe gegeben ist. Konstanz der anschaulichen Raumform beengte zugleich die Freiheit der geometrischen Deduktion: die Betrachtung blieb in der Einzelfigur befangen. daß nur von dem. das die Begriffe der und der in der Grundlegung der Geometrie eingehen. statt sich zu den letzten Gründen des gesetzlichen Zusammenhangs der besonderen Erlanger Einzelheiten muß wiederum auf F. indem wir von der zunächst betrachteten Hauptgruppe durch irgendeine bestimmte Vorschrift zu einem umfassenderen System übergehen. War einmal die Geometrie. 1 e i n s 1872: Vergleichende Betrachtungen über neuere geometrische Forschungen (wieder abgedruckt: Math. Das Gebiet des bezeichnete einen Bezirk. nach dem Platonischen Wort. was stets in der gleichen Weise sich verhält.erweiterten Kreis von Änderungen als konstant erweisen. wie gerade diese Auffassung. S. helles Licht. In der gleichen Weise lassen sich sodann wie F. die auf die Gruppe bezügliche zu entwickeln*. Wir sahen. die dazu bestimmt war. als die Lehre vom — — K Invariantentheorie Konstanz Veränderung „immer Seienden" bestimmt. selbständiges logisches Prinzip gebraucht werden. wie seit den Anfängen der griechischen Mathematik die philosophische Frage immer wieder zu diesem Verhältnis zurückkehrte. Diese universelle Betrachtungsweise wirft zugleich auf das prinzipielle Verhältnis. 118 . innerhalb der Geometrie zuletzt Die geforderte starre in entgegengesetzter Tendenz wirkte. 1893. alle sinnlichen Momente aus der Begründung der reinen mathematischen Erkenntnis auszuscheiden. Allgemein besteht die Aufgabe jeder dieser Geometrien darin.

Die Platonische Erklärung bewährt sich nunmehr in einem neuen Sinne. den wir implicit Konstanz und Veränderlichkeit erscheinen voraussetzen. Erst nachdem der Begriff der Ver- änderung durch die A n a 1 y s i s kritisch geprüft und beglaubigt war. : : metrische . Begriff" erhält seinen identischen und eindeutigen Sinn erst durch die Angabe der bestimmten Gruppe von Der Änderungen. Grenzen gezogen sind. den Gedanken bestimmter Grundänderungen fassen. Hier kündigt sich bereits ein Bedeutungswandel in der allgemeinen Kategorie der Substantialität an. als bestimmten unwandelbaren BeInvariantentheorie. mit Rücksicht auf die er konzipiert ist. denen gegenüber sie gilt und sich behauptet. von aber diese Unwandelbarkeit läßt sich in keiner ziehungen: Weise bestimmen und festhalten. Bestand.. sondern sie bezeichnet die relative Selbständigkeit bestimmter Glieder eines funktionalen Zu: sammenhangs. zu anderen Die Entwicklung der modernen Mathematik hat sich immer genauer und bewußter dem Ideal genähert. Die Geometrie handelt. Die unveränderlichen geometrischen Eigenschaften sind dies nicht an und für sich. konnte hier eine neue Entwicklung einsetzen. ohne daß wir. III. nur daher hier als durchaus korrelative Momente Der geodurch und miteinander sind beide definierbar. von dem hier die Rede ist. der im Fortgang der Untersuchung immer deutlicher zutage treten wird die Beharrlichkeit bezieht sich nicht auf die Fortdauer von Dingen und dinglichen Beschaffenheiten. sondern immer nur mit Bezug auf einen Inbegriff möglicher Transformationen. die sich im Vergleich als unabhängige Momente erweisen. gleichsam als ideellen Hintergrund. bezeichnet keine absolute Eigenschaft gegebener Objekte. sondern er gilt stets nur relativ zu einer bestimmten gedanklichen Operation. Diese Entwicklung erhält in der Gruppentheorie 'hren systematischen Abschluß denn hier ist die Veränderung als Grundwährend ihr anderseits feste logische begriff anerkannt.Gestalten zu erheben. die wir als Bezugssystem wählen. das 119 .

daß auch innerhalb nicht sind. ebensogut wie die absoluten. daß das logische einer Metrik. sofern ein vorangehendes Glied vom folgenden unterschieden und die . Die Kette der harmonischen Konstruktionen. wie die allgemeine Relation des * Eb ist von geschichtlichem Interesse. Lage Raum durch den Logarithmus eines bestimmten Doppel ver(Vgl. 65 ff. der sich hier allmählich herausbildet. die durch die Logarithmen gemessen wird .. „Die relativen Dinge haben. reiner Ordnungsbeziehungen Größenbestimmungen möglich sind. die Ebene. 107. daß sie gerade den wesentlichen Gehalt beider Begriffe nicht treffe. Vorlesungen über .) Man erkennt hier den Hinweis auf eine Frage. die sich in der modernen Grundlegung der projektiven Metrik wiederholt hat: denn in dieser wird in der Tat die . S. die Gerade. können. daß der Raum.. was \ind und Zeit seien vor allen Dingen Leibniz erwidert hierauf. Bibl. Ordnung im Beisammen" (ordre des coexistences possibles) begriffen werden muß. dennoch aber sind und bleiben 63 Relationen. 189 f. daß sie nicht als sinnlich vorhandene er- Quantum Erkennbarkeit sondern im Fortgang relativer Setzungen durch den Gedanken aufgebaut wird*. der Zeit als einer Raumes als einer der für Newtons Erklärung im Nacheinander erhebt C 1 a r k e des absoluten RaumoA und der absoluten Zeit eintritt. durch welche die Punkte des projektiven Raumes erzeugt werden. im Nebeneinander.Distanz" zwischen zwei Punkten Problem Ord- nung Ordnung . die sich auf rein projektiven Verhältnissen aufbaut. Nicht-Euklidische Geometrie. Hauptschriften zur Grundlegvmg der Philosophie. Philo?. tatsächlich Gegen Leibniz' Definitionen des bereits von Leibniz erfaßt worden ist." (Leibniz. selbst In diesem Sinne versucht die neuere Geometrie eine Beziehung. . Ordnung Quantitäten. noch ehe er als bestimmt wird. S. muß rein begrifflich abgeleitet und eingesehen werden griffen. I. deren Wert und deren vollständige eben darin wurzelt.Le i b n i z für sie aufgestellt hat. so haben z. aber all das. was sich auf die Verknüpfung dieser Inhalte bezieht.) Klein. entnehmen können. Die Zurückführung der metrischen Verhältnisse auf projektive verwirklicht den Leibnizschen Gedanken. B. Innerhalb der reinen Geometrie zeigt sich dies am deutlichsten an dem all- gemeinen Begriff des Raumes. in seiner ursprünglichen qualitativen Eigenart als . hältnisses 120 definiert und gemessen. Der Anschauung mögen wir immerhin die elementaren Inhalte der Geometrie: den Punkt. in der Mathematik die Verhältnisse oder Proportionen ihre Größe. den Einwand. Entfernung" zwischen beiden begrifflich definiert werden kann. liefert das Bild dieser Ordnung. ihre Größe.

ut adeo speciosa nostra Mathematica nihil aliud sit quam specimen illustre Artis Combinatoriae seu speciosae generalis. seu Algebrae Speciosae ad Speciosam generalem. an welchen wir ihn zuerst erfaßten. Math. unabhängig zu machen und ihn nunmehr auch auf solche Reihen anzuwenden. Die Kombinatorik wird damit zur eigentlichen Grundwissenschaft: sofern man unter ihr nicht die Lehre von der Zahl der Verbindungen gegebener Elemente. v. Wo immer eine bestimmte Weise der Verknüpfung gegeben ist. nicht der Quantität. zu der wir uns hierbei zurückgeführt sehen. indem die spezifische Ordnung des räumlichen Neben. VII. kein unmittelbares anschauliches Korrelat mehr besitzt*. Wieder ist es die L e i b n i z 'sehe Grundkonzeption der Mathematik. Die Mathematik ist danach nicht die allgemeine Wissenschaft der Größe. 121 . Kraft dieser Erweiterung vermögen wir den Begriff des Zwischen von den anschaulichen Inhalten. 1 und ** . von dieser Gebundenheit zu befreien und zu freier logischer Anwendung zu erheben. hg. in welchen das Verhältnis. Was diese Relation bedeutet. Diese Auffasung aber wirkt nunmehr weiter. Gerhardt. seu ordinis similitudinis relationis etc.. muß. L e i b n i z . vel scientiae generalis de quantitate ad scientiam generalem de qualitate. hierüber bei Pasch. da ist im licher Axiome Verknüpfung * § Näheres 9. abgesehen von dem wechselnden sinnlichen Material.Hinc etiam prodit ignorata hactenus vel neglecta subordinatio Algebrae ad artem Combinatoriam. an welchem sie sich darstellt.„Zwischen". sondern der Qualität. Schriften. die zunächst ein nicht weiter zerlegbarer sinnBestand zu sein scheint. expressionibus in Universum. sondern der Form.und Auseinander sich einem allgemeinen System der möglichen Ordnungen überhaupt einzugliedern strebt. 61. durch bestimmte der Verknüpfung festgelegt werden: und von diesen Axiomen allein empfängt sie denjenigen Gehalt. über neuere Geometrie. seu scientiae de formulis quantitatem significantibus ad doctrinam de formulis. sondern die universelle Darstellung der möglichen Weisen der überhaupt und ihrer wechselseitigen Abhängigkeit versteht**. mit welchem sie in die mathematische Deduktion eingeht. Vorles. das er bezeichnet. die wir in gewissen Grundregeln und Axiomen aussprechen können.

Zum schärfsten Ausdruck gelangt diese Auffassung der weisführung. In diesem Sinne lassen sich die „Punkte". an der sie jeweilig auftritt.mathematischen Sinne ein identisches „Objekt** fixiert. das in die Be- den Prozeß des Folgerns und Schließens eingeht und das somit der vollen Gewißheit zugänglich ist. vertauschen. rein formale Bestimmtheit. die sich von der materialen Grundlage. von denen der eine etwa von Geraden und Ebenen. die die Mathematik ihren Objekten verleiht. 2. gelten vom Standpunkt dieser Betrachtungsweise einander als äquivalent. von denen die gewöhnliche Enklideische Geometrie handelt. Abschn. in sich schließen. sondern stets nur als Beispiele für eine bestimmte. nicht die absolute Beschaffenheit der Elemente macht den eigentlichen Gegenstand der mathematischen Betrachtungs. Zwei Urteilskomplexe. Methode der reinen Mathematik in dem Verfahren. ohne daß der deduktive der einzelnen Sätze. II. Dieser Zusammenhang bildet somit eine eigene. nacheinander mit Kugeln und Kreisen. Mathematik. was sie an und für sich sind.Sein" als dasjenige.und Untersuchungsweise aus. . Die Relationsstruktur als solche. das H i 1 - We 122 1 1 * Vgl. Buch. was ihnen kraft der Teilhabe an dieser Form erfaßt: Denn dieses in Sein allein ist es. dadurch in sich selbst verändert würde*. die wir für diese Punkte entwickelt haben. allgemein gültige der Zusammenhang Form Ordnung und Verknüpfung zukommt. die Mathematik zum mindesten kennt an ihnen kein anderes . sofern sie denselben Gehalt begrifflicher Abhängigkeiten bei einem bloßen Wechsel der anschaulichen „Subjekte". für welche die Abhängigkeiten ausgesagt werden. mit inversen Punktpaaren eines hyperbolischen oder elliptischen Kugelgebüsches oder auch mit bloßen Zahlentripeln ohne spezifische geometrische Bedeutung. der andere von Kreisen und Kugeln eines bestimmten Kugelgebüsches handelt.. 1. loslösen und für sich in ihrer Gesetzlichkeit feststellen läßt. Encyklopädie der Elem. Bd. hierzu die sehr instruktiven Beispiele und Erläuterungen bei 8 t e i n . Die besonderen Elemente werden in der mathematischen Begriffsbildung nicht nach dem.

die wir zugrunde gelegt haben. Es kann freilich zunächst wie ein Zirkel erscheinen. a. 116. bestimmt werden soll: denn setzen diese Axiome zu ihrer Formulierung nicht wiederum bereits irgendwelche Begriffe voraus? Diese Schwierigkeit löst sich indessen. a. fließen lediglich aus diesen Regeln ihrer Zusammengehörigkeit. denen sie gehorchen. denen sie gemäß sind..b e r t zur Darstellung hat. wird hier der Bestand der ursprünglichen geometrischen Punktes Objekte ausschließlich durch die Bedingungen bestimmt. 123 . von denen sie ausgeht. wie sie durch gewisse Axiomgruppen definiert sind. die als . als ein Gebilde. Der Punkt. Im We 1 1 ste i n . wenn der Inhalt der geometrischen Grundbegriffe einzig und allein durch die Axiome. Aber diese Termini. Eben hierin aber Abschluß einer Denkrichtung. die die Begriffe des oder der Geraden. Axiome angewandt und Ableitung der geometrischen Gegenüber der Euklidischen Be- griffsbestimmung. Den Anfang bildet ein gewisser Kreis von Axiomen. nicht ihre Einzelbestimmtheit. Alle Beschaffenheiten. die wir den Elementen zusprechen. Fundamente" der Beziehung dienen. als unmittelbare Gegebenheiten der Anschauung nimmt und die ihnen somit von Anfang an einen bestimmten unabänderlichen Inhalt aufprägt. das mit anderen seinesgleichen in Beziehungen steht. O. daß wir uns den Sinn einer bestimmten Relation immer nur an irgendwelchen gegebenen Relationstermen. die wir festlegen und deren Verträglichkeit miteinander wir erweisen. die Gerade bedeutet uns nichts anderes. In diesem Sinne hat man mit Recht die Hilbertsche Geometrie eine reine Beziehungslehre genannt*. sobald nur zwischen dem psychologischen bildet sie den konsequenten die wir in ihren rein logischen Anfang und dem logischen Grund völlig scharf unter- psychologischen Sinne ist es freilich zutreffend. S. Momenten von den ersten Anfängen der Mathematik her verfolgen konnten. die wir zu* schieden wird. wird hier als Ausdruck ihrer Wesenheit gebraucht und festgehalten. Lediglich diese systematische „Komplexion" der Elemente. vergegenwärtigen können.

sinnlichen Anschauung verdanken. sich selbst genügenden Bestand zu ergreifen. systematischen Mannigfaltigkeit. für welches es den (S» Kap. sondern am Ende der Begriffsentwicklung. das Grundinstrument für alle Aufgaben bilden. auf die die Betrachtungsweise der Mathematik anwendbar und übertragbar ist.Mathesis universalis" soll in dem philosophischen Sinn. weist hier auf ein analoges Verfahren der theoretischen voraus. wird der gleichsam provisorische Inhalt zum festen logischen Gegenstand. Der Kreis der Objekte. die einander wechselseitig stützen. Die Bestimmung der der Elemente steht daher nicht am Anfang. Wir legen sie nur als hypothetischen Ansatz fest. Begriff und Urteil kennen das Einzelne nur als Glied und gleichsam als Punkt einer in ihrer scheinbaren Absolutheit ^uäz bedeuten.. alle nähere aber erwarten wir von der Einordnung in die mannigfachen Bedingungskomplexe. V. der Schwerpunkt Von hier aus wird es verständlich. die hier somit. sie ist das logische Ziel. diesen Bestand im U r t e i 1 zu fixieren. oben. und Beziehungen Naturwissenschaft Me- thode Ordnung 124 Maß . daß die Eigenart der an keine besondere Klasse von Gegenständen gebunden und in ihr begrenzt ist. daß des mathematischen Systems sich innerhalb der geschichtlichen Entwicklung beständig in bestimmter Richtung verschiebt. bezeichnen absoluten. die sich auf Aber schon bei Leibniz beziehen. wie im Gebiet der Arithmetik. 88). als das eigentliche logische Prius gegenüber allen besonderen Setzungen erscheint (vgl. aber sobald wir daran gehen. Die . den sie bei Decartes erhält. S. dem wir uns durch die fortschreitende Verknüpfung allgemein gültiger Individualität Das Verfahren der Mathematik annähern. weitet sich: bis es zuletzt völlig deutlich wird. Die Gesetze der Verknüpfung bezeichnen daher das eigentliche ixqöxeqov tfj (pvaet^ während die Elemente nächst keinen der Bestimmung doch nur ein JtqöxeQov ftQoq Die Anschauung scheint den Inhalt als losgelösten. sondern einen veränderlichen Bestand.) Schlüssel und die Rechtfertigung enthält. löst es sich in ein Gewebe relativer Setzungen auf. in die sie sucErst durch diesen gedanklichen Prozeß cessiv eintreten.

Noch bezeichnender tritt sodann die Ausdehnung der Mathematik über ihre traditionellen Grenzen in der hervor. begrifflich verschiedenen Arten der Verknüpfung und Zuordnung wird zur Voraussetzung der Wissenschaften von der meßbaren und Die neuere Mathematik bringt diesen teilbaren Größe*. auch Leibniz' Hauptschriften (Phil. hierzu Gregor 1 1 e 1 s o n s Definition der Mathematik als Wissenschaft der geordneten Gegenstände". S. Gedanken zu immer schärferer Ausprägung. in fact. s. sondern die Relationen selbst. die sowohl für sich in ihrer eigentümlichen Struktur. Die Elemente und alles.) Bd. die lediglich das Stellenverhältnis der Raumpunkte betreffen. Hier erst Größen erzeugenden * Vgl." XII. Leipzig 1904. The notion which does occupy the place traditionally assigned to quantity is o r d e r. 50. Schon der Fortschritt der projektiven Geometrie ließ ein Gebiet erkennen. die moderne Auffassung ß. S. von dem aus sich das Gesamtgebiet der Mathematik als Einheit übersehen läßt. deren unmittelbares Objekt nicht Größen. die in ihrer wechselseitigen ist in der Tat das oberste und universelle Prinzip erreicht. an die Stelle dieses Nebeneinanders zweier verschiedener Momente ein Verhältnis logischer Überund Unterordnung: die Lehre von den möglichen. 62. wie sich zeigte. does not occur in pure Mathematics. (S. Bibl.tritt. untersucht werden. S. zu isolieren und ihr Verhältnis gegeneinander zu bestimmen. and does occur in many cases not at present amenable to mathematical treatment. erscheinen als Ergebnisse bestimmter ursprünglicher Regeln der Verknüpfung. Die Metrik selbst wird hier aus rein qualitativen Beziehungen abgeleitet. though philosophers appear still to regard it as very essential to Mathematics." Vgl. Revue de M^taphysique. sondern ein Inbegriff von OpeAbhängigkeit rationen bildet. ob. Anm. 107). das das Ideal der mathematischen Darstellung unabhängig von allen Hilfsmitteln der Messung und Größenvergleichung in sich verwirklicht. Die Aufgabe der mathematischen Betrachtung besteht ihrem allgemeinen Sinne nach nicht darin. 125 . auf denen die Möglichkeit jeglicher Größensetzung beruht.oder Lage- Gruppentheorie bestimmungen. zu teilen oder zusammenzusetzen. 121. 5. Principles of Mathematics S. 158 u. was sich aus ihnen aufbaut. 1904. gegebene zu vergleichen. —Für Russell. 2. S. 419: „Quantity. als in der Bestimmtheit.

) Jetzt aber erweitert sich das Gebiet der Betrachtung: denn als Grundlage kann jedes beliebige Element dienen. aus ihm kraft der wiederholten Anwendung einer bestimmten. wir können.. In allen diesen Fällen handelt es sich nicht darum. Die mannigfachen Algorithmen. 126 . Zusammentreten und ihrer Durchdringung zu untersuchen sind. S. (S. nionen. konnten wir im Größengebiet selbst bereits in der Entwicklung der Analysis des Unendlichen verfolgen. das sich hieraus ergibt. daß der „Calcul" hier zu völlig freier und selbständiger Betätigung gelangt: daß er nicht mehr auf die Zusammensetzung von Quantitäten beschränkt bleibt. gedanklich fixierten Grundbeziehung ein neues Gebilde hervorgehen zu lassen. wie in M ö b i u s' baryzentrischem Kalkül die Punkte außer durch ihre verschiedene Lage im Räume. ihm gleichartigen . 96 f. Theorie der komplexen Zahlensysteme.die sich aus ihrem ergibt. wie in Graßmanns geometrischer Charakteristik und der Quaternionentheorie Produkte von Punkten oder von Vektoren betrachten. Teile" Näheres über diese verschiedenen Rechnungsweisen bei WhiteUniversal Algebra I. sind nur verschiedene Beispiele dieses logisch allgemeingültigen VerDer methodische Vorzug all dieser Verfahrens. Sicherheit des deduktiven Gefüges ist an kein besonderes Element gebunden. Kräfte oder Kräftepaare auf irgendeine Weise miteinander zusammenfassen und das Resultat. Hankel. durch verschiedene Massenwerte charakterisiert sein lassen. * head. fahrungsweisen besteht eben darin. sondern sich unmittelbar der Synthese von Relationen zuwendet. die projektive Streckenrechnung. die die neuere Mathematik ausgebildet hat: die GraßmannHamiltons Theorie der Quatersche Ausdehnungslehre. wir können Strecken oder Dreiecksflächen. Cambridge 1898 sowie bei H. rechnerisch feststellen*. sofern es nur möglich ist. Wir können das eine Mal. Leipzig 1867. Lediglich diese Möglichkeit der Determination ist es. ein gegebenes „Ganze" in seine. die im Calcul festgehalten wird und die die notwendige und Die Festigkeit und hinreichende Bedingung für ihn bildet. Daß diese Synthese das eigentliche Ziel der mathematischen Operationen bildet. ob.

der sich in strenger Abfolge aus Descartes' und Leibniz' philosophischem Ideal der jjMathesis universalis" entwickelt hat. sondern die allgemeine Aufgabe besteht in der Verknüpfung irgendwelcher begrifflicher Bedingungen des Fortschritts in Ist einer Reihe überhaupt zu einem eindeutigen Ergebnis. denen die Zahlreihe selbst erst hat. sondern rein in der Kombination der verschiedenen Denkakte verharrt. kraft dessen wir von ihm aus in gleichmäßigem Fortgang zu einer Mannigfaltigkeit anderer Elemente gelangen können. Mathem. als mathematische Definitionen betrachtet. Schlegel. Ztschr. V. das Graßmann sich stellt. Wo immer ein derartiger Übergang von einfachen zu komplexen Reihen möglich ist. Die Graßmannsche Aiisdehnungs41. Bd. Das Ziel.zu zerlegen oder es aus diesen wiederum zusammenzusetzen. scheint es gewesen zu sein. Die allgemeinen Erwägungen. der Tat bisweilen unzureichend und dunkel erscheinen: aber sie zeichnen dennoch einen in sich klaren schen dessen Bedeutung durch die weitere Entwicklung der Probleme erläutert und bestätigt worden ist*. u. — Dieser allgemeine Grundgedanke. die sich auf feste systematische Regeln bringen läßt. Physik. die Graßmann seinem Werke vorausgeschickt m mögen. 127 . m * S. daß in ihnen der Beweis nicht über das Denken selbst hinaus in eine andere Sphäre übergeht. 1896. f. besteht darin. Diese Forderung ist in der Wissenschaft der Zahl erfüllt: denn alle Besonderheit innerhalb des Zahlgebiets läßt sich in der Tat aus dem Inbegriff geordneter Setzungen. Der Charakter der reinen Formwissenschaften aber wird dadurch bestimmt. so wird auch die Zusammenfassung mehrerer derartiger Prinzipien eine Operation sein. der auch zu einer der wichtigsten und fruchtbarsten Konzeptionen der neueren Mathematik: zu Hermann G r a ß a n n s Ausdehnungslehre hingeleitet hat. die Wissenschaft des Raumes zum Range einer allgemeinen F o r Wissenschaft zu erheben. in methodi- Entwurf. lehre. hierüber bes. da ist damit ein neues Gebiet deduktiv-mathematischer Be- stimmung abgegrenzt. einmal ein Ausgangselement bestimmt und ein Prinzip angegeben.

S. 10. ihre — — — S. für die Geometrie einen ebenso . aber sie erschöpfen nicht deren eigentlichen Gehalt. des besonderen Ortes setzen wir nunmehr das Element. Darstellung der geometrischen Elemente pflegt man von einer genetischen Erzeugung der Linie aus dem Punkte. von jeder speziellen Charakteristik noch ausdrücklich ab und halten lediglich den abstrakten Gedanken fest. gemäß denen das Mannigfaltige erst vollkommen zu überblicken Schon innerhalb der gewöhnlichen und zu begreifen ist. spezifischer Inhalt ist damit noch nicht gesetzt: „es kann daher hier noch gar nicht davon die Rede sein. Werke. eine streng begriffliche Fassung und Deutung erhalten. wie er innerhalb der Arithmetik bereits gegeben und gesichert ist*. der Mathematik (1844). der Fläche aus der Linie zu sprechen: aber was hier als bloßes Bild gemeint ist. was für ein Besonderes dies denn eigentlich sei denn es ist eben das Besondere schlechthin ohne allen oder in welcher Beziehung das eine von dem realen Inhalt denn es ist eben schlechtweg als anderen verschieden sei Verschiedenes bestimmt." Ebenso sehen wir bei den Änderungen. Erzeugungsweisen" zurückgegangen werden. gesetzt wäre**. physikal. Die lineale Ausdehnungslehre: ein neuer Zweig GeB. verstanden werden soll. Statt des Punktes. 128 . Ein eigentümlicher. denen wir das Grundelement unterworfen denken.Entstehung verdankt. aufgefaßt als verschieden von anderem Besonderen. mathemat. ohne daß irgendein realer Inhalt. das muß nunmehr. sich zu den rein begrifflichen Beziehungen zu erheben. d. Die anschaulich räumlichen Verhältnisse mögen den ersten Anlaß bieten. Zu diesem Zweck muß auch hier von der gegebenen extensiven Mannigfaltigkeit selbst auf ihre einfachen . daß aus einem ursprünglichen Anfang durch stete Wiederholung ein und derselben Operation Wenngleich eine Mannigfaltigkeit von Gliedern hervorgeht. S. h. 22. * S. unmittelbaren Anfang" zu gewinnen. a.. in bezug auf welchen es verschieden sei. 47. worunter nur ein Besonderes schlechthin. a. Es gilt nunmehr. O. um als Ausgangspunkt der neuen Wissenschaft dienen zu können.. u. vollständig ableiten. I. Graßraann. Leipzig 1894.. Ausdehnungslehre.

gegeneinander abzugrenzen. die wir betrachten." In gleicher Weise entstehen Systeme höherer Stufen. sondern lediglich durch die Regel ihres Aufbaus für uns bekannt und bestimmt sind. daß diese Regel zureichen muß. Da nun die Gebiete. „Das Verschiedene muß nach einem Gesetze sich entwickeln. 28. Hier handelt es sich nur um diejenige Leistung. Es ergibt sich nunmehr eine ausgeführte Lehre über die „Addition" und „Subtraktion" gleichartiger oder ungleichartiger Änderungen. die die Form des Übergangs zwischen den Gliedern einer Reihe bestimmt. die verschiedenen möglichen Verknüpfungsarten im einzelnen zu entwickeln und durch die formalen Bedingungen. sobald Graßmann daran geht. wobei alle diese Operationen mit den gleichnamigen algebraischen Verfahrungsweisen lediglich in gewissen erfolgende die — Ausdehnungslehre Cassirer. so ist klar. daß zunächst aus dem Anfangselement durch eine bestimmte Umformung eine gewisse Mannigfaltigkeit entwickelt und sodann die Gesamtheit ihrer Glieder einer neuen Umformung unterworfen wird. Substanzbegriff S. Diese allgemeinen Festsetzungen erhalten sofort eine genauere mathematische Bedeutung. Gesamtheit aller nach demselben Gesetz erzeugbaren Elemente nennen wir ein System oder ein G e b i e t*. welche durch eine nach demselben Gesetze trat: einfache Änderung des erzeugenden Elements entsteht. Die Ausdehnungsform ist also die Form. so greift doch der universelle Entwurf von Anfang an weiter. indem wir verschiedene Grundänderungen miteinander verknüpfen in der Art. über äußere und innere Multiplikation von Strecken und Punkten usf. wenn das Erzeugnis ein bestimmtes sein soll. denen sie gehorchen. qualitativ bestimmten und einheitlichen Regel. die uns als die allgemeinste Funktion des mathematischen Begriffs überhaupt entgegen- um die Angabe irgendeiner. auch alle ihre Merkmale erschöpfend darzustellen und begrifflich zu beherrschen. uns nicht als anderweitig bereits gegebene gelten..daher die konkrete Ausführung der Graßmannschen Ausdehnungslehre sich zunächst auf die Betrachtung ganz bestimmter Transformationsweisen beschränkt. 9 129 .

. dem sich auch die verschiedenen Algorithmen. wie in ihnen der Grund. Ist ein Anfangsglied % gesetzt und zugleich eine Mehrheit von Operationen R^ Rj R3 bezeichnet. einordnen lassen: denn sie stellen nur von einer neuen Seite her den Gedanken fest. die wir definitorisch festgelegt haben. logischen sich fortdes schreitend befestigt und vertieft hat. wie in der Unterordnung unter das assoziative oder distributive Gesetz. auf dem sie sich aufbaut. die sich unabhängig von der Ausdehnungslehre entwickelt haben. so erkennt man zugleich. an und für sich aber völlig selbständige Bestimmungsweisen darstellen. wie sie versteht. übereinstimmen. Logik des Ursprungs". zu immer komplexeren Weisen des Aufbaus eines Mannigfaltigen aus bestimmten Grundbeziehungen fort. überführen. Überblickt man nunmehr das Ganze dieser Entwicklungen. Jeder Begriff und jeder Satz. an den Prinzipien der Infinitesimalgedanke Idealismus Graßmann Cohens 130 .. die es successiv in verschiedene Werte a^ a^ a. so sollen nunmehr das Ergebnis der Zusammenfassung dieser Operationen und die verschiedenen möglichen Typen dieser Zusammenfassung deduktiv abgeleitet werden. Die Logik der Mathematik. a\ a'^ a'^ usf.. Die Betrachtungen. Mehr und mehr ist die Tendenz der neueren Mathematik darauf gerichtet. Wir schreiten von den relativ einfachen Formen der „Erzeugung".formalen Eigentümlichkeiten. der im eigentlichen Beweisgang gebraucht und nicht lediglich zur anschaulichen Verdeutlichung verwandt wird. ist in der Tat im strengen Sinne . die .. durch die aus irgendwelchen Elementen ein neues Gebilde eindeutig determiniert wird. schaffen daher in der Tat ein allgemeines logisches Schema. . Logik der reinen Erkenntnis hat den Gedanken des Ursprungs. muß rein und vollständig aus den Gesetzen des konstruktiven Zusammenhangs begründet und eingesehen werden. daß die eigentlichen „Elemente" des mathematischen Calculs nicht sowohl Größen als vielmehr Relationen sind. gegebenen" Elemente als solche zurückzudrängen und ihnen keinen Einfluß auf die allgemeine Form der Beweisführung zuzugestehen. die Graßmann seinem Werke vorausschickt.

Qualität" als dem eigentlichen FundaEine erneute Bestätigung gewinnt ment zurückleitet. I. Quantität" zur . an Stelle bestimmter Streckenprodukte Kräftepaare einsetzen und damit jedem geometrischen Satz. 102 ff. s. wo die Glieder einer Mannigfaltigkeit aus bestimmten Reihenprinzipien abgeleitet und durch sie erschöpfend dargestellt sind. weisen in ihrem Aufbau auf den GrundDie Forderung. die vom Größenbegriff zum Funktionsbegriff. M . Begriff stellt.. wie verschieden sie ihrem Inhalt nach sein mögen.. Sie alle. von der . ö b i u s Lehrbuch der Statik (T. ** S. S.. . dtsch. Unendlich-Kleinen" hat trotz aller Proteste der idealistischen Logik immer M Maxwell Mechanik — — H . dem gleichen logischen Typus an. Abschn. 1837).Relations-Analysis" überhaupt dient zugleich der Feststellung und Begrenzung ihres eigenen Problems. ist überall dort erfüllt. der sich ergeben hat. Hier ist in der Tat das erste Beispiel der allgemeinen Betrachtungsweise gegeben. So hat ö b i u s seinen allgemeinen Calcul zu einem streng rationalen Aufbau der Statik verwendet. M w 9* 131 . Die Einordnung der Infinitesimal-Analysis in den umfassenden Zusammenhang der . Fleischl.. das hier festgestellt ist. bes. wie sie denn auch in ihrer Fruchtbarkeit für die Probleme mathematischen Naturwissenschaft miteinander der übereinkommen. wenn wir etwa an Stelle von Geradenstücken Kräfte. v. in der Tat unverändert erhalten. anke1 Theorie der komplexen Zahlensysteme. als solle hier die Größe nicht sowohl aus ihrem begrifflichen Prinzip v e r * Cohen. Der Begriff des . die dieser begriff des Ursprungs zurück.. Bewegixng. vgl.rechnung entwickelt*. Braunschw. das logische Prinzip. 2. Logik der reinen Erkenntnis. im sodann Fortgang zu den übrigen Problemgebieten der modernen und markanteste Mathematik.. Der systematische Zusammenhang der Operationen bleibt. bes. einmal abgeleitet. 1881. soweit sie dieser Bedingung genügen.Calculs" gehören. von neuem zu dem Mißverständnis geführt. während von den Grundbegriffen der Vektorenrechnung aus die Elemente der entwickelt hat**. Die verschiedenartigsten Formen des . unmittelbar einen mechanischen zuordnen. Abdr. VII ax e 1 1 Substanz u.

die das System der Euklideischen Geometrie durch die metageometrischen Untersuchungen und Spekulationen erfahren hat. darzustellen. ist hier ausgeschaltet und durch die allgemeine Beziehung des Bedingten zu den einzelnen Momenten.. Aber auch unter diesem eingeschränkten Gesichtspunkt wird es unumgänglich. Teilen*'. Dieser Gesichtspunkt aber tritt scharf hervor.. wird nunmehr unvermeidlich: der . Zerlegung in Teile'* tritt allgemein die „Auflösung in Begriffe" gegenüber.vielmehr aus ihren. sondern lediglich einen neuen logischen Gesichtspunkt ihrer zu finden. Die Scheidung. auf das Problem der Metageometrie einzugehen: denn eben dies ist 132 . ersetzt. all diesen Operationen den gewöhnlichen „arithmetischen** Sinn unterzulegen. die als universelles Grundmittel allenthalben die Sicherheit und den Fortschritt der reinen Deduktion verbürgt. einfache Punkte addiert oder die Summe zweier gerichteter Strecken durch die Diagonale des aus ihnen gebildeten Parallelogramms dargestellt wird. fällt. die Ergebnisse der Mathematik. so bedeutsam und fruchtbar sie auch vom Standpunkt der Erkenntniskritik sein mögen. Denn hier handelt es sich nicht darum. Damit aber wird die eigentliche Frage verkannt und verschoben: denn nicht darum handelt es sich. wenn vom Produkt zweier oder dreier Punkte oder vom Produkt eines Punktes und einer Strecke gesprochen wird: so wäre es widersinnig. Die Erweiterung. außerhalb des Umkreises unserer Untersuchung. die schon Leibniz klar und bestimmt hervorgehoben hat. wie im baryzentrischen Calcul. wenn man dem Verfahren der Infinitesimalrechnung die anderen möglichen Formen der mathematischen „Determination** zur Seite stellt. den letzten substantiellen Bestand der Größe aufzuzeigen. die es gedanklich konstituieren. sondern lediglich das Prinzip der mathematischen Begriffsbildung zu bestimmen. Die Beziehung des „Ganzen** zu den . als standen denden Teilen zusammengesetzt Bestimmung — — IV. wenngleich verschwinwerden. die es zusammensetzen. Wenn etwa. rein inhaltlich betrachtet.

die dem Erfahrungsbegriff selbst. Veronese. VIII. Veroneses „Grundzüge der Geometrie von mehreren Dimensionen". sprechen es als die gemeinsame Überzeugung der wissenschaftlichen Forscher aus. sobald sie den Boden der philosophischen Spekulation betrat. ihr eigentümliches Vorrecht. Deutsche Aiisg. daß hier nur eine scheinbare Einheit der Auffassung vorliegt. die sie gebraucht. die Begriffe. 1. aus denen heraus die einzelnen Forscher diese Entscheidung gefällt haben. so erkennt man alsbald. Die Antwort. ob der neue Inhalt die logische der Geometrie gesprengt oder aber sie bewahrt und gefestigt hat. den neuen Aufgaben gegenüber. tritt jetzt alsbald zutage. 133 . in einem streng eindeutigen Sinn zu verwenden. standhält. ob die Ansicht. die sich von dieser Seite her erschließen. Grundzüge der Geometrie von mehreren Dimenund mehreren Arten geradliniger Einheiten. daß es nicht lediglich den Gehalt der mathematischen Kenntnisse. Daß hier eine berechtigte Ausdehnung des anfänglichen Problemgebiets der Geometrie vorliegt. als hätte die Geometrie. Leipzig S. Anm. außer Frage: um so notwendiger aber wird es zu untersuchen. schien eine Zeitlang endgültig festzustehen: allgemein war es der empirische Charakter der geometrischen Begriffe. die die Mathematik selbst hierauf erteilte. die bisher vom mathematischen Begriff gewonnen wurde.das Eigentümliche dieses Problems. Geht man indessen näher auf die Motive und Gründe ein. in seinem populären Gebrauch. daß zum mindesten die gewöhnliche Geometrie des dreidimensionalen Raumes lediglich auf die Erfahrung gegründet sei*. Eine empirische Begründung der mathematischen Begriffe wäre im strengen Grund Ursprung Form — * sionen 1894. . steht nunmehr. die zuerst einen vollständigen geschichtlichen Überblick über alle kritischen Versuche zur Erneuerung der geometrischen Prinzipienlehre enthalten. Die ganze Unbestimmtheit. eingebüßt. sondern die Auffassung von ihrem und ihrem umgestaltet hat. bei Philosophen wie Mathematikern. Es ist. Unab weislich drängt sich jetzt die Frage hervor. der aus den metageometrischen Untersuchungen gefolgert wurde. anhaftet.

in sie — — 134 . nur für diesen Fall bleibt auch der Lehrsatz in Kraft. Erst nachträglich ist dieser ursprüngliche Inhalt mit einem Netze von künstlichen Abstraktionen übersponnen worden. alles andere dagegen der Entwicklung dieses einmal aufgenommenen Stoffes überlassen kann. während die Strecke aus einer endlichen Anzahl derartiger Punkte zusammengesetzt ist. in der Beobachtung gegebenen Objekten entsprechen. Das einzig konsequente empiristische System der Mathematik ist daher von Pasch aufgebaut worden. daß die betrachteten Punkte nicht zu nahe beieinander liegen dürfen. der ihnen eignet. Verzichtet man auf diese Abstraktionen. wo der Nachweis erbracht würde. welche die Geometrie fortwährend in den Naturwissenschaften und im praktischen so führt Pasch aus Leben erfährt kann nur darauf beruhen. daß man zwischen zwei Punkten stets eine gerade Strecke und nur eine ziehen kann. Die Geltung der geometrischen Grundsätze unterliegt demgemäß bestimmten Einschränkungen. Punkt" ist in dieser Auffassung nichts anderes als ein materieller Körper. der sich innerhalb der jeweilig gegebenen Beobachtungsgrenzen nicht mehr als teilbar erweist. Die erfolgreiche Anwendung. wie den Punkt und die Gerade. Der . daß ihre Begriffe zunächst genau den tatsächlichen. die durch die Natur der geometrischen Objekte als bloße Wahrnehmungsgegenstände gefordert sind. sondern zunächst lediglich in derjenigen Bedeutung zu nehmen. sofern er versucht. daß sie eine sehr geringe Anzahl von Begriffen und Gesetzen direkt aus der Erfahrung zu entnehmen braucht.Sinne nur dort gegeben. vor deren anderen Teilen sie sich nur dadurch auszeichnet. so bleibt der Geometrie der Charakter der Naturwissenschaft erhalten. die elementaren Gebilde. der Vorbehalt hinzuzufügen. nicht sogleich exakter begrifflicher Gestaltung einzuführen. die sie für die sinnliche Empfindung allein besitzen können. in konkreten Wahrnehmungen wurzelt und aus ihnen ableitbar ist. kehrt man entschlossen wiederum zu den eigentlichen psychologischen Anfängen zurück. daß der gesamte Gehalt. dem fundamentalen Wahrheitsgehalt ihrer Sätze jedoch nichts hinzugefügt wurde. So ist dem Satze. wodurch zwar ihr theoretischer Ausbau gefördert..

der an diesem Versuch zunächst festhält. durch sie zeigt sich alsbald. Veronese. 17 f. sondern ebensowohl auf .. von denen sie vielmehr nur eine spezielle ist**. wahrVon der Annahme der .daß sich zwischen zwei gegebenen Punkten stets ein dritter einschalten läßt. Alle diese Ausführungen sind von dem einmal gewählAusgangspunkt aus durchaus folgerecht: aber es ten daß es nicht möglich ist. ** Vgl. S. die sich freilich nicht in vollkommener Schärfe angeben läßt. S. während er seine Gültigkeit verliert. S. Der Rohstoff. sobald wir über eine gewisse Grenze. hierzu die Kritik des Pasch' sehen Systems bei Veronese. 655 ff. Punkte. a. bei denen die geometrische Idee nur ungefähr und annähernd realisiert ist. Der Versuch einer empirischen Begründung der Geometrie sieht sich demnach auf einen neuen Weg hingewiesen. sondern sie sind vermöge deren wir in die ungenaue Anschauung genaue Aussagen hineinlegen. hinausgehen*. eigentlichen" haft zu gewinnen. Geraden und vollständig Ebenen werden auch hier gebraucht und dienen zur Grundlage für die Definition derjenigen Elemente. zur Setzung „uneigentlicher" Gebilde gedrängt.. den uns die sinnlichen Abbilder Forderungen. indem er betont. als ein Ergebnis eben jener ideellen Konstruktionen. W 136 . sieht man sich. Jede Näherungsgeometrie muß mit Voraussetzungen operieren. bestimmter Anwendung gibt dem Gedanken doch alsbald eine neue Wendung. wie er sich geschichtlich gestaltet hat. sie kann nicht zur Ableitung von Methoden dienen. Punkte. die zuletzt nichts anderes sind. Die Begriffe die man ursprünglich auszuschalten versuchte. um den Beweisen wahrhafte Strenge und Allgemeinheit zu geben. den Grundriß des Gesamtgebäudes der wissenschaftlichen Geometrie. und bei e 1 1 s t e i n . geistige Tatsachen" zu basieren sind nicht sei. Vorlesungen über neuere Geometrie.. * Pasch. a. Die geometrischen Axiome der wirklichen Verhältnisse der Sinneswahrnehmung. daß die geometrische „Möglichkeit" nicht allein auf die direkte äußere Beobachtung. die sie der „reinen" Geometrie entnimmt. O. die tatsächliche Objekte der Beobachtung darstellen. 128 f.

in ein Gebiet. von dem aus wir uns sogleich zur Betrachtung von allgemeinen Bedingungs- zusammenhängen erheben. das jenseit unserer räumlichen Anschauungsmöglichkeiten liegt. der Begriffe. zwar nicht tatsächlich. So ist es denn auch eine specifische Leistung des Intellekts. Wenngleich somit auch hier die Geometrie nach wie vor als Experimentalwissenschaft bestimmt exakte wird. so ist doch die logische Rolle der Erfahrung eine völlig andere geworden.. empirischen Vorbetrachtungen". um als Ansatz für mathematische Betrachtungen brauchbar zu werden. durch unseren Geist verarbeitet werden: und dieses .Eindrücke liefern. noch den eigentlichen Bestand dessen. nach dem Platonischen Wort. die im Bereich des Wahrnehmbaren keinerlei Korrelat mehr besitzen. der Geometrie und der rationalen Mechanik den Vorrang vor dem .. Die sinnlichen Inhalte bilden somit zwar den ersten Anlaß. vom Standpunkt der Erkenntniskritik. dem Versuch. geistige Handlung". muß. wie Veronese bemerkt. was sie als Elemente der wissenschaftlichen Begründung bedeuten und wert sind. zu gestalten ist. in der wir über das Gegebene hinausgreifen. objektiven" behauptet. sondern lediglich nach dem. was in ihr gewonnen wird.. aber doch methodisch ausgeDenn die Daten der Beobachtung versagen sich jeschlossen. aber doch a priori. auf die man sich zuletzt zur Ableitung der Geometrien von mehreren Dimensionen berufen muß. wobei indes das neue erzeugte Element von vornherein dadurch bestimmt ist. Sie dienen als erste Anregung: aber sie gehen als solche in das Ganze das gänzlich unabhängig der deduktiven Mit dieser Feststellung aber ist nicht ein. In dem System von Pasch ist. Wir gehen von . daß wir es gewissen allgemeinen Re136 . aber keineswegs die Grenze der mathematischen Begriffsbildung. vorzudringen. ist stets ein reiner Akt der Konstruktion: eine mögliche. h. das Problem. Was hierzu erfordert wird. bereits entschieden: denn diese fragt nicht nach den Anfängen Begründung. d.. subjektive" Element ist es. die mehrdimensionale Geometrie zwar nicht a posteriori. nur als das „Sprungbrett". von gewissen Grundtatsachen der sinnlichen Anschauung aus: aber diese Tatsachen gelten uns. das in der reinen Mathematik.

137 . Kap. Die logische Freiheit. ." Die . XIII 225 f. daß ihm keinerlei eigentlich philosophische Bedeutung beigelegt wird.. O. S. der in sich selbst der begrifflichen Untersuchung zugänglich ist.. aber kann sich nicht lediglich auf diejenigen unter ihnen beziehen. a. so nehmen wir den Titel zum Unterschied von denjenigen..weil es äußere Gegenstände gibt. kein nicht definiertes Anschauungselement zu enthalten. S. S. a. ff. bei jeder neuen Hypothese fragen. VU. Sätze und Beweise der Geometrie von Anfang an der Bedingung gehorchen mußten. Da die Axiome.. B.der hier ausge- sprochenen Ideen wegen Rationalisten oder Idealisten nennen. ob sie eine wahrnehmbare Darstellung z. zum mindesten ein rein hypothetischer Zusammenhang abstrakter Wahrheiten zurückbleiben. soll wie die Berufung auf P. ** VIII vgl. die damit für die geometrischen Begriffe gefordert ist. die mit mehr als dreidimensionalen Räumen operieren. 658. Wäre wirklich der . ff. 162 ff. S.. so wäre die Stetigkeit des Aufbaus der — — — — * Näheres hierzu s. welche dem mathematischen und geometrischen Geist ungerechtfertigterweise die größtmögliche logische Freiheit verweigern wollen und sich z. die hier abgewehrt wird. „Will man uns.lationsgesetzen unterworfen denken. S. auch wenn wir auf die Anschaulichkeit überhaupt verzichten. so muß. . Punkt" dieser Geometrie nur das Bild eines außerhalb des Gedankens existierenden Objekts. sondern sie muß sofern eine wahrhafte Einheit der Grundlegung erzielt werden soll bereits in den Methoden der gewöhnlichen Euklideischen Geometrie anerkannt werden. ** Veronese. a. S. 687 usw. Veronese. IV. eigentlich philosophische" Bedeutung. O.. welche uns direkt (!) die Vorstellung des Punktes liefern oder sie in uns erwecken und ohne welche es den eigentlich sogenannten Punkt nicht gibt"***. du Bois Reymond beweist * lediglich die Hypostasierung der mathematischen Ideale zu einer Art absoluter Existenzen bezeichnen: ihr rein begrifflicher HypothesenWert aber wird hiervon nicht berührt**.. Wir nehmen den Titel aber nur unter der Bedingung an." so fügt Veronese hinzu. B. in der Geometrie eine wahrnehmbare rein äußere Darstellung besitze oder nicht. a.

konstitutiven Merkmalen von ihm getrennt ist. links" sind hier nicht gleichwertige Richtungen.. sondern alle Bedeutung erwächst ihm lediglich aus der relativen Stellung.Geometrie durchbrochen: denn welche begriffliche Analogie und Verwandtschaft besteht zwischen Elementen. wenn man den Euklideischen Raum mit den anderen möglichen . sondern sie bleiben. daß der Raum unserer Sinnes- — unserer Geometrie nicht gleichbedeutend. auch diejenigen. da ihnen völlig verschiedene Gruppen von Organempfindungen entsprechen. „Oben" und „unten". Ende — die in rein sensualistischer Tendenz unternommen wurden haben dies mittelbar bestätigt und zur Klarheit gebracht. sondern gerade in den entscheidenden. die wie die Differenz des Oben und wahrnehmung mit dem Raum Homogeneität — 138 . Der Grundsatz der durchgängigen der Raumpunkte vernichtet alle Unterschiede. qualitativ eigenartige. . Wenn er vom Standpunkt der Metageometrie leicht als bloßer Anfang. Das Element als solches besitzt keinen spezifischen Inhalt mehr. nicht weiter aufeinander reduzierbare Bestimmtheiten. seine eigentümlichen begrifflichen Kennzeichen scharf hervor. Raumformen*' zusammenhält. die ohne Änderung miteinander vertauschbar wären. die das Abbild vorhandener Dinge sind. kraft ihrer zugleich den speziellen Fall der drei Dimensionen zu gewinnen? In der Tat heben sich gerade dann. als gegebenes Material für weitergehende Entwicklungen aufgefaßt wird. rechts" und . Sie zeigen unverkennbar. und solchen.. Für die sinnliche Auffassung ist jede Unterscheidung des Ortes notwendig an einen Gegensatz im Inhalt der Empfindung geknüpft. so bedeutet er vom Standpunkt der Erkenntniskritik nichtsdestoweniger einer komplizierten gedanklichen Operabereits das tionsreihe. Im Raum der Geometrie dagegen sind alle diese Gegensätze aufgehoben. die es im Gesamtsystem einnimmt. das Element einer n-dimensionalen Mannigfaltigkeit zu setzen und zu begründen. welche Schwierigkeit hat es noch. Die psychologischen Untersuchungen über den Ursprung der Raumvorstellung.. die rein aus „geistigen Handlungen" resultieren? Und umgekehrt: wenn jene intellektuellen Verfahrungsweisen ausreichen.

durch die sich stetige Mannigfaltigkeiten von anderen unendlichen Inbegriffen abheben. ist aus jenem unbestimmten Bilde des Raumes. niemals zur Darstellung zu bringen: keine noch so scharfe sinnliche Unterscheidungskraft vermöchte noch irgendwelche Verschiedenheiten zwischen einer stetigen und einer diskreten Mannigfaltigkeit zu entdecken. hierzu bes.Aufs. h. die durch die moderne Mannigfaltigkeitslehre durchgeführt worden ist.VII (vgl. 71 ff). Wiss. der Berliner Akademie d. die wir an ihnen vornehmen. Der Begriff des Kontinuums.). S. punkte möglicher Konstruktionen: wobei die Forderung — besteht. als sei die Stetigkeit des Raumes keit : eine sinnlich-phänomenale Eigenschaft. den der Mathematiker voraussetzt und der in seinen Deduktionen gebraucht wird. Auch die weiteren Momente des geometrischen Raumes. was sie sind. zwischen je zwei beliebig nahen Gliedern sich immer noch ein Glied angeben läßt.u.VI. nur als Ansatzbetreffen*. S. ist durch die tiefere mathematische Analyse des Kontinuums. empirisch gegebenen Objekt Die Punkte sind. t. Kant. Annais of Mathematics.lediglich das Verhältnis der äußeren Dinge zu unserem Unten Körper. auch seine Stetigkeit und Unendlichberuhen auf der gleichen Grundlage sie sind in keiner Weise in den räumlichen Empfindungen bereits gegeben. The Continuum as a type of order. a. . daß die Identität dieser Konstruktionen sich bei aller Verschiedenheit des Ausgangselementes erkennen und festhalten lasse. Zahlen sich durch eine Folge von Denkschritten allmählich zum kontinuierlichen Inbegriff der reellen Zahlen erMenge * Näheres über die Unterscheidung des „homogenen" geometrischen physiologischen Raumes vom inhomogenen und „anisotropen" Räume bei Erkenntnis u. vgl. Mach. Dieses Bild vermag gerade die letzte entscheidende Differenz.. 1906. Leipzig 1905. d. sofern die Elemente der letzteren „überall dicht" liegen. 331 ff. 15ff. Zur Einteilung der Wissenschaften (Abhandl. das der Wie das Gebiet der rationalen selbst angehört**. 139 . 2« ser. in keiner Weise zu gewinnen.. „Kantu.Studien XII. die moderne Mathematik". Irrtum. bei Huntington. m. die Darlegungen von Stumpf. ** Erläuterungen und Beispiele hierzu bes. endgültig beseitigt worden. sondern beruhen auf ideellen Ergänzungen. Der Schein. also zu einem einzelnen. das die sinnliche Anschauung uns darbietet.

Die Euklideische Geometrie hört nicht auf. daß in Kants eigener Darstellung eben die apriorische Freiheit der mathematischen Begriffe und ihre mögliche Ablösung von jeder sinnlichen Verdeutlichung nicht genügend zum Ausdruck gekommen sei. sondern um den Begriff und das Problem des Realen selbst handelt.auch der Raum der Sinnlichkeit erst durch eine Reihe gedanklicher Umprägungen in den unendlichen. wenn man aus der Möglichkeit der Metageometrie auf die empirische Bedingtheit des Euklideischen Raumes geschlossen hat. die wir zwischen ihnen zu treffen haben. so bedarf es eines Prinzips. Von diesen beiden entgegengesetzten Einwänden besitzt lediglich der letztere einen völlig konsequenten und klaren Sinn. die man jetzt noch der her beleuchtet worden. O. der dem Kantschen Idealismus noch anhaftet*". da es sich hier nicht mehr um bloße Möglichkeiten. nirgends anders Kantische Erfahrung gründung Aus- — — Wel 140 1 8 t e i n . das uns in ihrer Anwendung leitet: und dieses Prinzip kann. liegt niemals in der Beder einzelnen Systeme. a. Da alle Systeme so folgert man der logischen Struktur nach gleichwertig sind. Nicht der empirische. ein rein rationales System weiterte. . sondern der logische Charakter Grundbegriffe ist durch die moderne Erweiterung des der Gebiets der Mathematik bestätigt und von einer neuen Seite Die Rolle. so wurde anderseits eingewandt. so geht — von Bedingungen und Folgerungen zu sein. homogenen und stetigen Begriffsraum der Geometrie über. daß neben ihr andere Systeme denkbar sind. wenngleich sich zeigen läßt. Es ist somit eine seltsame Anomalie. S. Gegen die sind auf Grund derselben Prämissen. Daß Kant die Axiome in der „reinen Anschauung** „gegeben" sein lasse: dies sei nur zu erklären „aus jenem Erdenrest von Sensualismus. die aus der metageometrischen Betrachtungsweise geschöpft wurden. 146. Wenn man auf der einen Seite von diesen Prämissen aus die Reinheit und Apriorität des Raumes bestritt. zusprechen mag. merkwürdigerweise zwei völlig entgegengesetzte Einwürfe laut geworden. die der gleichen logischen Strenge der Verknüpfung fähig Auffassung der Geometrie sind. a. sondern in der wahl.

Es ist die Frage nach der Methode und dem Erkenntnisselbst. man vom Experiment die Bestätigung oder Widerlegung eines als in periment : — Physik physikalischenExperiments bestimmten Inbegriffs mathematischer Hypothesen erwartet. wert des Wenn die jetzt in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. einen inneren Widerspruch in sich schließt. die abgelöst von jeder begrifflichen Voraussetzung gedacht ist. Wir können den Begriffen.der Beobachtung und dem wissenschaftlichen Exgesucht werden. daß die Trennung. Das Experiment dient somit zwar niemals als Beweis oder auch nur als Stütze des mathematischen Begründungs-Zusammenhangs. wenn anders wir ihm irgendeine Bestimmtheit zusprechen sollen. „reine" Erfahrung. die Erfahrungsdaten niemals als ist zuletzt stets ein nakte .Fakta" entgegenstellen: sondern es bestimmtes logisches System der 141 . der vielmehr rein aus sich selbst feststehen muß aber es weist den Weg von der Wahrheit der Begriffe zu ihrer Wirklichkeit. so ist es hierbei wesentlich Die kritische Zergliederung des Erfahrungsbegriffs zeigt dagegen. wird zum Richter über den Wert oder Unwert einer bestimmten theoretischen Annahme aufgerufen. die es zu prüfen gilt. Niemals steht auf der einen Seite die abstrakte Theorie. so wie es an und für sich und ohne jegliche begriffliche Deutung sich ausnimmt. das seine vollständige Bestimmung erst durch die erkenntniserhalten kritische Zergliederung des Verfahrens der kann. gegenübersteht. die die rein logische Bestimmung zurückgelassen hatte: sie führt von den vieldeutigen Raumformen der Geometrie zu dem eindeutigen Raum der physischen Gegenstände. im Baconischen Sinne des „experimentum crucis" verstanden. Vielmehr muß dieses Material. die hier vorausgesetzt wird. während ihr auf der andern Seite das Beobachtungsmaterial. Diese Auffassung führt indessen bereits über die Grenzen der reinen Mathematik hinaus und endet bei einem Problem. Die Erfahrung und die Hypothese gehören danach getrennten Gebieten an: jede steht Die für sich und kann für sich allein in Funktion treten. Die Beobachtung schließt die Lücke.. stets bereits die Züge irgendeiner begrifflichen Formung in sich tragen.

Abachn.* Ist aber das messende Experiment in dieser Weise stets an ein Ganzes von Voraussetzungen gebunden. sicht in der — — * Vgl. niemals aber auf das Verhältnis. daß wir den mathematischen oder aber den physikalischen Teil unserer abstrakten Hypothese einer Änderung unterwerfen. da bleibt es uns überlassen. Die mögliche Variation der Bedingungen folgt selbst bestimmten Regeln und ist an eine gewisse Abfolge gebunden. Alle unsere Erfahrungen Poincar6 mit Recht hervor beziehen sich stets nur auf das Verhältnis der Körper untereinander und ihre wechselseitigen physikalischen Wirkungen. ob wir die geforderte Einstimmigkeit zwischen Begriff und Beobachtung dadurch wiederherstellen. IV. immer ein experimentell gewonnener Maßwert dem Werte. zu dem der Gedanke sich zweifellos zunächst entschließen würde. dem neuen Resultat durch eine veränderte Auffassung der physikalischen Gesetzeszusammenhänge Rechnung zu tragen. indem wir etwa die Annahme der streng geradlinigen FortDieser pflanzung des Lichts einer Revision unterziehen. so ist es klar. bes. daß von ihm innerhalb des Widerstreits der geometrischen Systeme zum mindesten niemals eine eindeutige Entscheidung zu erwarten ist. auf Grund der Ergebnisse astronomischer Messungen von der Euklids zur Geometrie Lobatschefskis überzugehen. 142 . auch innerhalb der Mathematik zum Bewußtsein und zu immer allgemeinerer Anso hebt erkennung gelangt ist. der auf Grund der deduktiven Theorie zu fordern wäre. widerspricht. wie kon- kret physikalische Annahmen über das Verhalten der Körper einbegriffen sind. IV. Und dieses letztere Verfahren ist es.Verknüpfung des Empirischen. aber es scheint. hätten wir zunächst zu versuchen. das an einem anderen derartigen System gemessen und von ihm aus beurteilt wird. hier die eingehendere Begründting in Kap. die in dieser HinTat entscheidend sind. daß er erst durch die Darlegungen Poincar6s. Sachverhalt ist in den Kämpfen um die Prinzipienlehre der Wo Geometrie Geometrie von philosophischer Seite immer wieder aufs neue hervorgehoben worden. in welchen sowohl rein geometrische Grundannahmen über den Raum. Ehe wir daran gehen würden.

Chap. Aber innerhalb der Gemeinsamkeit. Es ist daher vergeblich. 3 — 5. das gemäß seiner gesamten Tendenz und Anlage auf eine völlig andere Fragestellung hinzielt. in den verschiedensten Gebieten. von welchen die Erfahrung handelt. wenn die Wahl zwischen den mannigfachen Systemen nicht gänzlich der subjektiven Willkür anheimgegeben bleiben soll. einfacher" als irgendeine andere somit einer neuen eine komplexere Bedingung gewonnen Vgl. von denen die Aussagen der Geometrie gelten wollen da der Versuch an materiellen Dingen die idealen Kreise oder Geraden niemals unmittelbar berührt und trifft so gelangen wir auch auf diese Weise niemals zu einer Entscheidung zwischen den verschiedenen Wegen. die hierdurch begründet ist. sind die Differenzen im prinzipiellen und in der relativen Einfachheit dieses Aufbaus nicht ausgelöscht. von gänzlich anderer Art als die Gegenstände sind.. ein rationales Kriterium der Unterscheidung zu entdecken. Da die Objekte. aber es kann kein Zweifel darüber bestehen. daß nichtsdestoweniger innerhalb der rationalen Systematik des Wissens der Begriff der Gleichförmigkeit. wiederum vor die Aufgabe gestellt. Die Form des Euklideischen Raumes ist somit in der Tat in demselben Sinne . Belehrungen über das „Wesen" des Raumes die Teile dieses von einem Verfahren zu erwarten. Vom Standpunkt des Satzes der Identität und des Widerspruchs mag der Gedanke der Heterogeneität des Raumes dem der in der Tat gleich zu stehen scheinen. Das Ungleichförmige wird im Fortschritt der konstruktiven Synthesen stets aus dem Gleichförmigen — Aufbau Homogeneität durch Hinzufügung stellt und gedankliche Bildung dar. ist lediglich eine negative Bedingung. La Science et l'Hypothese. 143 . oder das Raumes unter sich selbst besitzen. die all diesen Systemen zukommt. Die logische Widerspruchslosigkeit. Poincarö. Somit sehen wir uns. überall dem der Ungleichförmigkeit vorausgeht. die sie sämtlich miteinander teilen.das die Körper zum reinen geometrischen Räume. die die geometrische Begriffsbildung — — einzuschlagen vermag*.

Konstruktionen vollzogen werde n. so stützen sie sich doch stets auf einen allgemeinen Relationszusammenhang. die Ordnung der Gegenstände bestimmen. Beschränken wir uns dagegen auf das erzeugende all dieser Räume. an welches alle anderen Konstruktionen anknüpfen und über dem sie sich erheben. 61. P Vgl. treten erst dann heraus.*' 144 o i n c a r 6. In der Ordnung des Wissens zum mindesten besteht hier eine notwendige und "eindeutige Abfolge: diese Ordnung des Wissens aber ist es. Die Differenzen zwischen dem Euklideischen Raum und dem Raum. O.B. Sie stellt das erste und fundamentale Schema auf. durch Hinzufügung besonderer Bedingungen. Graßmann. wenn wir Teile dieser Räume. §22: z.und Konstruktionsraum gefaßt ist. der zuvor unabhängig entwickelt worden ist und der durch sie nur im einzelnen. Sofern in der reinen Geometrie absolute Größenbestimmungen überhaupt setzbar und zulässig sind. a. so ist hier die Unterscheidung aufgehoben. das heißt an allen Orten und nach allen Richtungen können gleiche • * Vfjl. näher bestimmt schreiten. S. Element Größen wird. daß er lediglich als reiner Relations. die sich eben damit im prinzipiellen Sinne als die eigentlich grundlegende erweist. Ausdehnungslehre von 1844. — So bleibt der Euklideische Raum freilich eine begriffliche die sich einem System möglicher Hypothesen überhaupt einreiht: aber er besitzt nichtsdestoweniger Hypothese. . in der erkenntniskritischen Betrachtung. wie er sich in der Hypothese Lobatschefskis oder Riemanns darstellt.Raumform. die auf einen Unterschied der absoluten und der absoluten Richtung führen könnte. durch die wir. von ihm ferngehalten ist**. a. die eine bestimmte Größe über- einander gegenüberstellen. wie innerhalb der Algebra ein Polynom ersten Grades einfacher ist als ein Polynom zweiten Grades*. alle sonstige inhaltliche Bestimmtheit aber. Für die Maßbestimmung im Infinitesimalen gilt somit ohne weiteres die Euklideische Norm. Die Gleichförmigkeit des Euklideischen Raumes ist in der Tat nur der Ausdruck dafür. „Die Einfachheit des Raumes wird ausgeea^ in dem Grundsatze: Der Raum ist an allen Orten und nach allen Richtungen gleich beschaffen.

elliptischen Geometrie" der Ebene. nicht ausgeschlossen. a. bricht diese Möglichkeit der Rückbeziehung nicht ab. wenn wir zu Systemen höherer Dimensionen übergehen. daß ihnen ein bestimmter konkreter . während der . Aber selbst wenn wir auf diese Zurückführung auf bekannte Verhältnisse und Probleme verzichten. \q X45 . die selbst einen besonderen Ausschnitt aus der gewöhnlichen Euklideischen Geometrie darstellt. ihre genaue Entsprechung und Abbildung in der Geometrie der pseudosphärischen Flächen. Denn alle diese Sätze sprechen nur ein Ganzes von Beziehungen aus.. die bestimmten heraus und versuchen mit ihrer Hilfe die Bestimmtheit des Realen darzustellen und durchsichtig zu machen. die in allen ihren gegenseitigen Bestimmungen den abstrakten Regeln gehorchen. wie Verhältnisse der e 1 1 r a i gezeigt hat. Die Lobatschefskischen Geometrie finden. Aus einem Inbegriff reiner logischmathematischer Formen greifen wir eine Mannigfaltigkeit. S. So bildet etwa die Mannigfaltigkeit aller Kugeln eine lineare Mannigfaltigkeit von vier Dimensionen. wie R i e a n n sie entwickelt hat. die ihnen.Sinn" entspricht. Damit aber ist freilich nicht ausgeschlossen. O. die für irgendeine mehrdimensionale Mannigfaltigkeit abgeleitet und bewiesen worden sind. deren Form sich in der allgemeinen Geometrie untersuchen und feststellen läßt*.. vielfach selbst einer Deutung und Umsetzung fähig. zur anschaulichen Darstellung verhilft. a. Wir können wiederum innerhalb unseres Anschauungsraumes selbst Gebilde auswählen. Substanzbegriff We 1 1 s t e i n . zu denen diese Systeme hinleiten. rationalen Forderungen entspricht. so ist damit die Möglichkeit. in der auch sie zu konkreter BeZunächst nämlich sind die Ergebnisse. die Geometrie der Kugeloberfläche innerhalb des Euklideischen Raumes von drei Dimensionen entspricht. deutung gelangen. Und auch dann. 102. die Sätze der Nicht-Euklideischen Geometrie derart zu interpretieren. daß neben dem Grundsystem auch die komplexeren Systeme eine bestimmte Sphäre der Anwendung besitzen. B m — m räumliche Näheres bei Cassirer.innerhalb dieses Systems einen eigentümlichen Vorzug des Wertes und der Geltung. wenigstens mittelbar.

Sofern die Physik uns Systeme darbietet. der den Regeln der Verknüpfung in irgendeiner dieser allgemeinen Beziehungslehren gemäß ist. (Vgl. S.. keine endgültige Bestimmung treffen. Bologna 1906. die durch diese Betrachtungen geweckt werden mögen: so betreffen diese Zweifel doch niemals den eigentlichen der Begriffe. Die Punkte. in ihrer jetzigen wissenschaftlichen Gestalt. 293 ff 146 . Problemi della Scienza. nirgends einen Anlaß darbietet. sind nicht selbständige Dinge. daß die rein der geometrischen Begriffsbildung. unabhängig davon. sondern vielmehr bestätigt wird. ob. Daß die Erfahrung. ob diese Bestimmungsstücke eine liche Deutung zulassen.während sie über den Charakter der Einzelglieder.) Wo uns daher irgendein Inbegriff entgegentritt. S. das gemäß den zuvor entwickelten deduktiven Gesetzen dieser Mannigfaltigkeiten zu beurteilen der Anwendung — Bestimmungsstücken räum- und zu behandeln ist. läßt sich. Raumform" hinauszuschreiten. die zu ihrer vollständigen Darstellung eine Mehrheit von erfordern. von denen sie handeln. wird hierbei übrigens auch von den ausdrücklich radikalsten empiristischen zugeKritikern standen*. Enriques. sondern stets nur die Möglichkeit ihrer empirischen Anwendung. die in Beziehungen eingehen. durch die metageometrischen Betrachtungen nicht bedroht. In jedem Fall aber rationale ergibt sich nunmehr. Vom Standpunkt unserer heutigen Kenntnisse so schließen auch sie sind wir zu dem Urteil berechtigt. sondern sie sind lediglich die vorausgesetzten Termini der Relation selbst und erhalten in ihr und durch sie erst all ihre Eigenart. Selbst wenn man allen Zweifeln Eingang verstattet. 123 ff. wie sie sich fortschreitend immer genauer festgestellt hat. über die Euklideische . Form Grund — — * S. von einem Mannigfaltigen mehrerer „Dimensionen" sprechen. denen an und für sich irgendwelche Beschaffenheit zukäme. welche qualitativen Merkmale seine Elemente aufweisen mögen und ob sie sich räumlich veranschaulichen lassen ein Gebiet diese — der abstrakten Sätze nachgewiesen und abgegrenzt. da ist damit gleichviel.

jegliche Ordnung des Empirischen zu verstehen und logisch zu beherrschen. während die Behauptung. die universellen Reihenformen bieten die Handhabe. den Anspruch auf Gewißheit erheben darf. die diesen Bedingungen in allen Stücken entsprechen. die die Mathematik aufstellt. nehmungen 10* 147 . so würde hierdurch doch nur der Satz bestätigt. sobald man den Boden der daß betritt keine Setzung. stets nur relative und somit problematische Bein einer entfernten Wandel physikalischen — bestimmung — Wirklichkeitsabsolute zusammenhänge Bedingungs- deutung besitzt. die mit unserem bisherigen theoretischen System der Natur nicht übereinstimmen und die auch durch keine noch so weitgehende Veränderung in den Grundlagen dieses Systems mit ihm in Einklang zu setzen sind. sollen wir uns nicht verschließen. Das System der allgemeinen Geometrie beweist indes. Wenn sich irgendwelche sicher festgestellte Beobachtungen bieten.. Es zeigt. daß es Existenzen gibt. Aber selbst wenn man mit derartigen Möglichkeiten rechnet. daß der reine Begriff für alle nur erdenklichen Änderungen in der empirischen Beschaffenheit der Wahrseinerseits vorbereitet und gerüstet ist. wenn somit alle begrifflichen Abänderungen innerhalb eines engeren Bezirks bereits vergeblich versucht worden sind: dann erst darf der Gedanke eintreten.daß der physische Raum . Nur die Möglichkeit positiv als Euklideisch anzusehen ist". gelten unbeschränkt. daß diese Problematik den logischen Charakter des mathematischen Wissens als solchen nicht berührt. ob nicht die verlorene Einheit durch einen Wechsel der „Raumform" selbst wieder hergestellt werden könne. Zukunft vielleicht einmal auch hier einen eintreten zu lassen. wie zweifellos sie immer erscheinen mag. Nur die reinen selbst.

(S. und universeller Betätigung erschlossen. I. die wir von ihnen aussagen können.Viertes Kapitel: Die naturwissenschaftliche Begriffsbildung. haben kein anderes als ein ideales Sein. Die logische Natur der reinen Funktionsbegriffe findet im System der Mathematik ihre deutlichste Ausprägung und Hier ist ein Gebiet freiester ihren vollkommensten Beleg. US . wie es scheint. die wir betrachten und in deren objektive Natur wir einzudringen suchen. ein wesentliches Moment. die sich streng innerhalb des Gebiets faltet. Aber gerade an diesem Punkt. die der Begriff. Denn so sehr die Logik sich im „Formalen" beschränkt. 4 ff. alle Beschaffenheiten. an dem die Produktivität des Denkens sich am reinsten entscheint zugleich seine eigentümliche Schranke zutage zu treten. die das logisch gültige Urteil und SchlußDie Aristotelische Auffassung verfahren treffen wollen. da gerade ihr. Die mathematischen Konstruktionsbegriffe mögen innerhalb ihres engeren Bereichs fruchtbar und unentbehrlich . so der Logik ab. und Begründung der Syllogistik setzt diesen Gedanken überall voraus: die Ontologie gibt den Grundplan für den Aufbau Ist dies aber der Fall. um als Beispiel für den ganzen Umkreis der logischen Aufgaben. Die Struktur und Verfassung des Seins ist es.) kann die Mathematik nicht länger als Vorbild und Muster gelten. fließen einzig und allein aus dem Gesetz ihrer ursprünglichen Konstruktion.sein: aber es fehlt ihnen. ob. Gegenstände. so ist dennoch in ihr der Zusammenhang mit den Problemen des Seins nirgends abgebrochen. in der das Denken Die über alle Schranken des „Gegebenen" hinauswächst. S. um als Typus für die Beschaffenheit des Begriffs überhaupt zu dienen.

Idolen" des Geistes freimachen. das Ganze der logischen Probleme zu bestimmen. der traditionellen logischen Auffassung zu verschieben. die einseitig im Ideellen verharrt. die hier den eigentlichen Maßstab zu bilden haben. Die passive Hingabe an das Objekt ist es. die Sorge um das Die Verschiedenheit zwischen den „Gattungsbegriffen" im Sinne der traditionellen logischen Sein prinzipiell fernbleibt.. Die freiwillige Beschränkung. ist berechtigt. die wir uns in ihr auferlegen. Geht man indessen von dieser Fassung des Problems aus. diese Verschiedenheit dadurch zu erklären. als die gegebenen Wahrnehmungstatsachen nachzubilden und ihren Gehalt in abgekürzter Form wiederzugeben. Auffassung und den mathematischen Konstruktionsbegriffen mag somit freilich zugestanden werden: aber man könnte versucht sein. Je mehr wir uns von den eigenen Bildungen. von den eigenen . Damit aber stehen wir wiederum gänzlich innerhalb der allgemeinen Grundauffassung. was hier dem Begriff erst seine Kraft und Wirksamkeit zu sichern scheint. um so reiner stellt sich uns das Bild der äußeren Wirklichkeit dar.ihrer selbstgeschaffenen Bildungen hält. die ihren logischen Ausdruck 149 . von dem engen Bezirk aus. der Mathematik die letzte und abLeistung des Begriffs nicht erstrebt und demgemäß nicht erreicht werde. so scheint sich die Lösung alsbald zugunsten. Vielmehr sind es die wahrhaften Seinsbegriffe. Die Entscheidung über Art und Richtung der Logik kann nicht durch daß innerhalb schließende — eine Betrachtungsweise erfolgen. sobald wir versuchen wollten. Die Naturbegriffe kennen keine andere Aufgabe und dürfen keine andere kennen. auf der Wahrheit und Gewißheit des Urteils beruhen. sind es die Aussagen über die Dinge und ihre wirklichen Beschaffenheiten. Die Frage nach der Bedeutung und der Funktion des Begriffs erhält erst an den Naturbegriffen ihre endgültige und abgeschlossene Formulierung. hier bleibt keine schöpferische Freiheit und Willkür des Denkens übrig. sondern die Art des Begriffs ist von vornherein durch die Art des Materials bestimmt und vorgeschrieben. den wir uns hier abgesteckt haben. aber sie würde zum methodischen Fehler werden. Hier ist es die Beobachtung allein.

Die Hypothese bezeichnet nur eine Lücke unseres Wissens. Die Erkenntnis könnte auf dieses asylum ignorantiae verzichten: vollkommene für sie würde die Wirklichkeit klar und übersichtlich in tatsächlichen Wahrnehmungen gegeben und erschöpft sein. die aber nichtsdestoweniger ihrer Beschaffenheit nach den wirklich wahrgenommenen Elementen als durchaus gleichartig angesehen werden. um eine bestimmte Erscheinungsgruppe vollständig darzustellen. sich zum mindesten in einer möglichen ^//t Wahrnehmung beglaubigen und rechtfertigen lassen muß. In dieser Ansicht allein schien die Möglichkeit gegeben. aber auch für diesen Fall gilt die Forderung. schien somit eine notwendige Bedingung bezeiclmet zu sein. durch die der wissenschaftliche Begriff der Physik erst zur Bestimmtheit und Vollendung gelangt. Die Theorie mag freilich. auf denen 160 . gewisse hypothetische Momente aufnehmen und verwenden. Die gesamte moderne Philosophie der Physik stellt sich auf den ersten Blick lediglich als die immer strengere und konsequentere Durchbildung dieser Grundansicht dar. die uns bisher durch keine direkte Erfahrung zugänglich waren. daß jeder Bestandteil. das Wirkliche vollständig und eindeutig zu beschreiben. Der gesamte Gehalt und die Sicherheit des naturwissenschaftlichen Begriffs hängt danach von der Bedingung ab. das nicht innerhalb der Welt der Wirklichkeit sein genaues Gegenstück besitzt. Erfahrung und naturphilosophische Spekulation scharf gegeneinander abzugrenzen. 6. nur gewisse Züge. um die unerfahrbaren absoluten Ursachen und Kräfte zu entdecken. Wir greifen nicht mehr über das Gebiet des Empfindbaren hinaus. die bezeichnet als solcher vor- Wahrnehmung handen und aufzeigbar sind. Dem metaphysischen Ideal der Naturerklärung tritt jetzt die bescheidenere Aufgabe gegenüber. S. ob. daß er kein Element enthält.in der Theorie der Abstraktion er in der gefunden hat. Der Begriff ist nur die Kopie des Gegebenen.) Die allgemeine Auffassung vom Sinn und von der Aufgabe der Naturwissenschaft entspricht denn auch durchaus dieser Anschauung. sie bedeutet die Annahme bestimmter Empfindungsdaten. der auf diese Weise eingeführt wird. (Vgl.

wie Atom oder Molekül. als welche sich alle Begriffe zuletzt erweisen. sondern im Allgemeinbegriff der Empfindung ist nunmehr gleichsam der gemeinschaftliche Nenner fixiert. Was diese Welt mehr zu enthalten scheint. aus welchem auch die Welt des Physikers sich aufbaut. Die Einheit der physikalischen Methodik scheint erst hierdurch wahrhaft gesichert zu werden: denn jetzt sind es nicht mehr heterogene Bestandteile. indem sie sie als Symbole für bestimmte Eindrücke und Komplexe von Eindrücken wiedererkennt. der im endgültigen Ergebnis wieder zu verschwinden hat. wenn wir von den ge- danklichen Abkürzungen. in und Toneindrücke.und Geschmacksempfindungen.und Berührungswahrnehmungen sind das einzige Material. wäre demnach das eigentliche logische Ideal der Physik. die kein direktes sinnliches Korrelat in der Welt der wahrnehmbaren Dinge und Vorgänge besitzen. was in Begriffen. hinzugebracht wird. wenn wir jeden Begriff. Geruchs. Was sich dieser Zurückführung entzieht. Den Inhalt der Physik bilden vielmehr einzig und allein die Phänomene selbst in der Form. aus denen sie sich zusammensetzt.die Mannigfaltigkeit und die Veränderung unserer Wahrnehmungswelt beruht. in welcher die Sinnesdaten auftreten. Farbender sie uns unmittelbar zugänglich sind. das ist in Wahrheit kein prinzipiell neues Element. wieder den Fülle der empirischen Einzeltatsachen vollziehen könnten. Die durchgeführte logische Analyse führt auch diese Begriffe auf das Maß ihrer Bedeutung zurück. Die Ausschaltung aller Elemente. auf den alle Aussagen über die Realität sich zuletzt reduzieren lassen müssen. die es zunächst zu beseitigen gilt. Die Schilderung des tatsächlichen Bestandes der physikalischen Rückweg zur konkreten 161 . sinnliche Muskelgefühle und Druck. in eine Summe von Wahrnehmungen auflösen und durch diese Summe ersetzen. Äther oder Energie. der in eine physikalische Theorie eingeht. das erweist sich eben damit als ein willkürlich eingeführter Faktor.« Wie immer man indes über die Rechtfertigungdieses Ideals urteilen mag: schon seine Fassung enthält eine Zweideutigkeit. Das Ziel einer Philosophie der Physik wäre erreicht. sondern nur eine eigentümliche Verkleidung.

oder wird umgekehrt dieses Verfahren an einer allgemeinen Theorie des Erkennens und der Wirklichkeit geIn diesem messen. unmittelbar in ihrer Wirksamkeit betrachtet. oder enthält sie Momente in sich. ehe über den Wert oder Unwert der WirklichkeitsIst diese Theorie ansicht. die sie enthält. die an eben diese Theorien gestellt wird. die sich wie an einem Faden nebeneinander aufreihen. a t i s c h e n F o r heit erst von der a t h e Gegebenen m m m 152 . wenn man dem Gange der physikalischen Forschung selbst folgt und die Leistung des Begriffs. entschieden wird. wie sie Sammlung von Beobachtungen. Dieselbe Unbefangenheit.Theorien verquickt sich mit einer allgemeinen Forderung. muß auch gegenüber den komplexeren Tatsachen des Wissens gefordert Auch hier besteht die erste Aufgabe darin. die über seinen Wert entscheiden soll? letzteren Falle wäre. sobald man es vom Standpunkt der allgemeinen logischen Grunddes forderung der Beschreibung betrachtet. die sich hier betätigt. geändert. Welches der beiden Momente ist hier das ursprüngliche und maßgebende? Ist es lediglich das wirkliche Verfahren der Wissenschaft selbst. in der Tat nur eine in der Art. bei der Schon das erste und auszeichnende Merkmal. die der positivistische Kritiker gegenüber den Tatsachen der Sinneswahrnehmung verlangt. geschichtlich vorliegt. wie immer auch das schließliche Ergebnis der Betrachtung nicht prinzipiell die lautet. Die Theorien der Physik empfangen ihre Bestimmtin der sie . das werden. Wieder wäre es jetzt eine bestimmte Metaphysik der Erkenntnis. birgt eine eigentümliche Schwierigkeit. Die Entscheidung in dieser Frage kann nur gewonnen werden. die der Physik die Wege zu weisen suchte. die einem anderen logischen Typus angehören und somit eine andere Begründung verlangen? Methode — II. das hier nur auf seinen einfachsten und kürzesten Ausdruck gebracht wird. das sich Betrachtung jeder naturwissenschaftlichen Theorie unmittelbar aufdrängt. „Faktische" der naturwissenschaftlichen Theorie selbst rein aufzufassen.

sobald er sich als wissenschaftlicher Forscher betätigt. auf einer reinen struktion beruht. Heißt es nicht das unmittelbare Dasein. um auch nur den Rohstoff an „Tatsachen" herbeizuschaffen. die durch die Theorie wiedergegeben und in ihr vereinigt werden sollen. das sich uns in der Sinnesempfindung erschließt. erst.Funktion des Z ä h 1 e n s und unentbehrlich. daß aller Inhalt. Der Physiker mag sie als empiristischer Philosoph noch so eindringlich schildern: er ist ihr unmittelbar von neuem verfallen. sobald wir auf die allgemeinen Erwägungen über das Prinzip der mathematischen Begriffsbildung zurückblicken. als vielmehr eine ständige Gefahr. das nicht die Anwendung bestimmter 153 . ja so trivial dieser Zusammenhang erscheinen mag: so paradox ist er im Grunde. Für die Aufgabe der Naturerkenntnis. Immer schärfer und deutlicher hatte es sich gezeigt. sobald es einer Umdeutung unter- durch die es in eine andere Form der Mannigfaltigkeit umgeprägt wird. wenn wir es dem Schema unserer mathematischen Begriffe unterwerfen und damit die empirische Bestimmtheit und Gebundenheit des Seins wiederum in die Freiheit und Willkür des Denkens aufgehen lassen? Und dennoch ist diese Gefahr. niemals zu umgehen oder zu beseitigen. die wir nach rationalen Gesetzen hervorbringen und beherrschen können. Die ist Messens Kon- lediglich den psychologischen Ausgangspunkt: mathematisch ist erkannt es ist. So selbstverständlich indessen. im positivistischen Sinne des Wortes. worfen worden verfälschen. wo es sich lediglich um die Auffassung des Gegebenen als Gegebenen in seiner eigentümlichen individuellen Struktur und Beschaffenheit handelt. der den mathematischen Begriffen eignet. so klar sie auch durchschaut werden mag. Das Gegebene der Anschauung bildet sich darstellen. also ist der mathematische Begriff nicht sowohl ein rechtmäßiges und notwendiges Instrument. Von ihr absehen hieße zugleich die Sicherheit und Klarheit der Tatsachen selbst aufheben. Jede derartige Umdeutung aber muß offenbar dort verworfen werden. zeitlichen Es gibt keine exakte Konstatierung eines räumlichFaktums. das wir neben Experiment und Beobachtung zur Anwendung bringen können.

Dieses Verhältnis. . Man könnte an G^r Schwierigkeit. die sich ihrem Ursprung und ihrer logischen Beschaffenheit nach völlig von der Anschauung trennen und sie prinzipiell überschreiten. die innerhalb dieses Systems obwalten. das dritte von den arithmetischen Begriffen des Quadrats und des Kubus Gebrauch macht. daß die Beziehungen.) Je mehr indes im Fortschritt der mathematischen Begriffsbildung dieser Schein zerstört wird. die den Dingen ebenso wie ihre Farbe oder ihr Glanz und ihre Härte anhaftet. Planetenbewegung von der reinen geometrischen Definition der Ellipse als Kegelschnitt. in den Verhältnissen chemischer Verbindungen ihr konkretes Substrat besitzen. vorbeisehen. Auch selbst die idealen Zahlen unserer Theorie finden sich in der Chemie. die im Aufbau der Mechanik und Physik fortdauernd zur Geltung kommen. (Vgl. Denn gerade die komplexen mathematischen Begriffe. den Elementen oder eigentlich den Atomgewichten derselben entsprechen die Primfaktoren. Konzeptionen. wenn es sich hierbei lediglich um die elementaren Begriffe und Gebilde der MatheWenn das erste Keplersche Gesetz der matik handelte. sind es. welche bisher noch nicht dargestellt 154 . führen zu fruchtbaren Anwendungen innerhalb der Anschauung selbst zurück. 36. Schöpfung wie das System der komplexen Zahlen liefert einen neuen Beleg dieses Zusammenhangs: wie denn z. das in der Analysis des Unendlichen seinen prägnantesten Ausdruck findet. K u m m e r den Gedanken durchgeführt hat. und die chemischen Formeln für die Zerlegung der Körper sind genau dieselben wie die Formeln für die Zerlegung der Zahlen. die keineriei Möglichkeit einer unmittelbaren Realisierung im Sinnlichen mehr besitzen. oben. so mag hierin zunächst kein erkenntnistheoretisches Problem gesehen werden: gilt doch der naiven Auffassung Zahl und Gestalt selbst als eine Art physischer Eigenschaft. um so nachdrücklicher tritt die allgemeine Frage hervor. vielleicht nur allzuoft. die hierin liegt. B. als hypothetische Radikale. bleibt dennoch nicht auf ihr Selbst eine so abstrakte gedankliche Gebiet beschränkt. S.Der chemischen Verbindung entspricht für die komplexen Zahlen die Multiplikation..Zahlen und Maße in sich schließt.

sobald wir nach der Verknüpfung und dem Gesetz des Wirklichen fragen.« Es zeigt sich schon hier. beide denselben Grundbegriff. sondern haben ihren guten Grund darin. beginnt mit einer Abkehr von eben dieser Wirklichkeit und ihrem Ersatz durch die Symbole des Zahlund Größengebiets. Wiederum müssen wir. auf die Sphäre des konkret-tatsächlichen Seins aber bildet das eigentliche Problem. nämlich den der Zusammensetzung. Bd. das nur allgemeine hypothetische Zusammenhänge von Gründen und Folgen entwickelt. in den Diese Zusammensetzungen ihre Wirklichkit haben hier angedeftteten Analogien sind nicht etwa als bloße Spiele des Witzes zu betrachten. 155 . — Schon die erste Phase jeglicher wissenschaftlicher Naturtheorie überhaupt bringt dies zum unzweideutigen Ausdruck. S. 35. deren ganzer Inhalt aus einer Verknüpfung rein ideeller Konstruktionen stammt. Sobald wir nur einen Schritt über die erste naive Beobachtung vereinzelter Tatsachen hinaus tun." Eben diese Übertragung von Gebilden. Die Naturerklärung mag in ihrer späteren Entwicklung versuchen. die aber. auf denen jede naturwissenschaftliche Theorie beruht. überschritten. haben wir damit bereits die strengen Grenzen. zichtet. nicht-wirklicher" Elemente ist. sich von diesem ersten Schema zu be- Mechanismus * Grelles Journal. auf die .. Der exakte Begriff der Natur wurzelt im Gedanken des und ist erst auf Grund dieses Gedankens erreichbar. 360. Wirklichkeit" seiner Elemente dagegen prinzipiell ver- der — zufällt. wenngleich innerhalb verschiedener Sphären des Seins zu ihrem Prinzipe haben*.. so wie der hier behandelte Teil Zahlentheprie. Auch diejenige Form der Erkenntnis. auf ein System zurückgreifen. sowie die idealen Zahlen. Theorie der komplexen Zahlensysteme S. daß es eine eigentümliche Verflechtung . 104. um diese Verknüpfung auch nur scharf und adäquat bezeichnen zu können.. oit. die die positivistische Forderung uns vorschreibt. der die Aufgabe das Wirkliche zu beschreiben und bis in seine feinsten Fasern bloßzulegen. wirklicher" und . nach Hankel. daß die Chemie.worden sind.

und Tasteindrücke verstehen. neben der Veränderung die Identität gefordert: und diese Identität wird niemals durch die bloße Beobachtung verbürgt. um den strengen Begriff der Bewegung. mathematischen phänomenalen" Eigenschaften. psychologifreien Bewegung Raum schen und streng . S. Hier wird neben der Verschiedenheit die Einheit. die qualitative Der bietet. Die Wirklichkeit ist vollständig erkannt. zu begründen. sondern in ihren Bestimmungen vorausgesetzt. solange die Betrachtung im Umkreis der bloßen Wahrnehmungsdaten beharrt. Bewegung im allgemeinen wissenschaftlichen Sinn ist nichts anderes als ein bestimmtes Verhältnis. sondern schließt eine eigentüm- Solange Summe homogenen Wechsel 156 . sobald sie in ein System von Bewegungen aufgelöst ist. zu der wir sie kraft bestimmter gedanklicher Forderungen konstruktiv umschaffen. Bewegung" im Sinne Diese verlangt als Grundlage der exakten Physik möglich. das alle äußere Beobachtung uns zuerst darder Empfindungen. Diese Auflösung aber kann niemals gelingen. (S. 139.und ein weiteres und allgemeineres an seine Stelle zu setzen: dennoch bleibt die und ihre Gesetze das eigentliche Grundproblem. Raum und Zeit selbst aber werden als Glieder dieses Grundverhältnisses nicht mehr in ihren unmittelbaren... solange ist in ihm keine .) So wird denn auch die Bewegung selbst von Anfang an in diesen Kreis einer rein Nur scheinbar Bedingtheit hineingezogen. wir unter dem Raum nichts anderes als eine verschiedener Gesichts. oben. an dem zuerst das Wissen zur Klarheit über sich selbst und seine Aufgabe gelangt. die sich. das und Zeit eingehen. Raum der reinen den stetigen und Geometrie: Stetigkeit und Gleichförmigkeit aber eignen niemals dem Beisammen der sinnlichen Eindrücke selbst sondern nur derjenigen Mannigfaltigkeitsform. je nach den besonderen physiologischen Bedingungen. qualitativ voneinander unterscheiden. dessen die Mechanik bedarf. ja das bildet sie ein direktes Faktum Grundfaktum. unter denen sie zustande kommt. successiver Vorstellungsinhalte mag allenfalls Verschiedenheit auf diese Weise erfaßbar sein: ab^r dieses Moment allein genügt keineswegs. begrifflichen der Wahrnehmung.

der gleichförmigen und veränderlichen Geschwindigkeit sowie der gleichförmigen Beschleunigung zur Voraussetzung hat. enthalten für sich allein nicht den Gedanken der Marsbahn: und alle Häufung einzelner Lagebestimmungen vermöchte zu diesem Gedanken nicht fortzuführen. die exakten mathematischen Grundgleichungen der Bewegung. Alle diese Begriffe können dem 157 . die Kepler nach den Beobachtungen Tycho de Brahes zugrunde legt. Jede Aussage über die einheitliche Bahn eines bewegten Körpers schließt die Angabe einer Unendlichkeit möglicher Stellen in sich: das Unendliche aber kann offenbar als solches nicht wahrgenommen werden. Kirchhoff selbst läßt keinen Zweifel darüber. die über das sinnlich Erfahrbare hinausgreifen. Die einzelnen Orte des Mars. sondern entsteht erst in der gedanklichen Synthese und in der Anticipation eines allgemeinen Gesetzes.und Zeitpunkte umfaßt. völlig zu Recht bestehen. ohne daß darum doch die philosophischen Folgerungen irgend gerechtfertigt wären. mag in dem Sinne. den ihr Urheber mit ihr verband. schafft dieses diskrete Aggregat zum stetigen System um. wenn hier nicht von Anfang an ideelle Voraussetzungen wirksam wären. durch die die Lücken der tatsächlichen Wahrnehmung ergänzt und und ausgefüllt werden. Die bekannte Kirchhoffsche Definition. ist Punkte am Himmel erst : der reine mathematische Begriff der Ellipse.liehe Leistung des Denkens in sich. daß die „Beschreibung". die aus ihr gewöhnlich gezogen werden. die als Aufgabe der Mechanik die vollständige und eindeutige Beschreibung der in der Natur vor sich gehenden Bewegungsvorgänge bezeichnet. ist damit die Bewegung mathematisches Faktum gewonnen. Erst indem wir kraft dieses Gesetzes eine Bestimmtheit schaffen. auf die er hinzielt. r So zeigt es sich hier von einer neuen Seite her. sofern sie jedem Moment der stetigen Zeit eine und nur eine Lage des Körpers im Räume zuordnet. und in ihnen die Begriffe als des materiellen Punktes. Was die bleibt eine Mehrheit leuchtender Empfindung darbietet. daß schon der erste Zugang zur Mechanik von Voraussetzungen abhängt. der zuvor konzipiert sein muß. die die Allheit der konstruktiv erzeugbaren Raum.

muß der empirische Körper zuvor selbst eindeutig bestimmt und gegen alle anderen Gebilde unterschieden und abgegrenzt sein. Am sobald schärfsten tritt diese ideelle Bedingtheit hervor. die mit annähernd denselben sinnlichen Merkmalen behaftet scheinen. Der schärferen begrifflichen Analyse treten indessen schon an diesem Punkt eigentümliche Schwierigkeiten entgegen.mathematischen Physiker mit gutem Grund als feste und unmittelbare Data gelten. müsse dieses Subjekt sich direkt in Wahrnehmung aufweisen lassen: ist es doch der Körper. durch die er aus seiner Umgebung herausgehoben und als so lange Ganzes von individueller Form erkannt wird vermag er auch keinen konstanten Bezugspunkt der VerDie Körper unserer Wahrnehmungsänderung abzugeben. Um als Subjekt der Bewegung zu gelten. zu einem Ganzen vereinen. Denn für sie gibt es eine „Natur". in welcher Bewegungen als beschreibbare Objekte sich vorfinden. es doch ein Komplex greifbarer und sichtbarer Eigenschaften. Wahrheit das eigentliche und ursprüngliche Problem. der Bewegung zur bestimmung des Wieder scheint der ist Subjekts derBewegung als übergeht. nur als ein Ergebnis einer durchgängigen gedankDiese mathematische lichen Umformung des Gegebenen. ihre Bestimmtheit lediglich einer ersten Sie verdanken und oberflächlichen Zusammenfassung. dem die Bewegung als Merkmal zugesprochen wird. in welcher wir Raumteile. Begriffs- man vom Prozeß es. — welt aber genügen nirgends dieser Bedingung. bildet in Ist die der Physiker als vollzogen voraussetzt. Solange er selbst nicht in feste und unverrückbare Grenzen eingeschlossen ist. Umformung. aber sie sind es keineswegs im Sinne der Erkenntnistheorie. kraft deren dieses Ergebnis erreicht wird. einmal der Gedanke der Stetigkeit und Gleichförmigkeit des Raumes sowie der exakte Begriff der Geschwindigkeit und Beschleunigung erfaßt und begründet. so läßt sich in der Tat mit Hilfe dieses logischen Materials das Ganze der möglichen Bewegungserscheinungen völlig übersehen und seiner Form nach beherrschen: aber um so dringender erhebt sich nunmehr die Frage nach den intellektuellen Mitteln. Wo eine derartige Zusammen158 .

das. Erst indem wir dem Körper eine strenge geometrische beilegen und ihn auf diese Weise aus dem Umkreis des bloß Wahrgenommenen zur Bestimmtheit des Begriffs erheben. Sobald wir seine einzelnen Teile gegeneinander verschiebbar denken. Vor allem ist es Karl P e a r s o n der in seinem Werk über die . ist die oberste Bedingung der Eindeutigkeit des Bezugspunkts wiederum verletzt an Stelle der einen Bewegung sind so viele verschiedene getreten. Somit muß ein System zugrunde gelegt werden. — — 159 . wo zwei verschiedene Körper sich zu berühren scheinen. ist mit absoluter Genauigkeit niemals zu bestimmen. Abschluß des Körpers gegenüber allen Bestandteilen der äußeren Umgebung verlangt wird. wie es nach außen abgeschlossen ist. Grammatik der Wissenschaft" diesen Prozeß mit Klarheit und Nachdruck geschildert hat. Es sind wie er ausführt niemals die Inhalte der Perzeption als solche.. als es selbständig verschiebbare Partikeln gibt. Der .fassung anfängt und endet.. ein schärferes sinnliches Unterscheidungsvermögen würde uns dort. Alle diese Gesetze können vielmehr mit Sinn nur von den idealen Grenzgebilden ausgesagt werden. starre" Körper der reinen Geometrie muß an die Stelle des wahrnehmbaren Körpers und seiner schrankenlosen Veränderlichkeit gesetzt werden. Beschreibung" selbst ausdrücklich anerkannt und hervorgehoben worden. In der Tat ist die Notwendigkeit einer derartigen Umformung des Problems von den Anhängern der Theorie der . die wir als Grundlagen für die Urteile der reinen Mechanik. die ihn zum „Träger" Und wie hier der genaue der Bewegung tauglich macht. so ist auf der anderen Seite zu fordern.. wenn die Grundlegung der exakten Bewegungslehre gelingen soll. als Ansatzpunkte für die Aussprache der Bewegungsgesetze brauchen können. hat er diejenige Identität erlangt. so auch in sich selbst keiner weitergehenden Differenzierung und Zerfällung in eine Mehrheit unabhängig beweglicher Subjekte fähig ist. einen beständigen wechselseitigen Austausch von Teilen und somit eine stete Verschiebung der Grenzflächen erkennen lassen. die wir begrifflich an Stelle Form : . daß er in sich selbst eine strenge Einheit darstellt.

nicht scharf und bestimmt voneinander schied. die allgemeinen mechanischen Gesetze auf die Bewegungen des Äthers anzuwenden. sobald man gelernt hat. daß unser Geist sich vergebens abmüht. . die nur Grenzen bezeichnen.." Gruppen sinnlicher Eindrücke können sich verändern. können sich zu neuen Gruppen zusammensetzen: aber alle diese Wandlungen bezeichnen noch in keiner Weise den eigentlichen Gegenstand der Mechanik. wenn dieses Etwas nicht ein geometrischer Punkt oder ein Körper ist.der empirischen Daten der Sinneswahrnehmung setzen. sinnliche und begriffliche Momente nicht unmittelbar ineinander zu wirren. nicht der . sondern der „Konzeption". können alte Bestandteile verlieren und neue gewinnen. findung. selbst als phänomenalen Einzelinhalt anschauen zu wollen.. „So befremdend es auf den ersten Blick erscheinen mag. 160 . Was wir in der Physik allein vermögen.Perzeption". sich bewegen. Beist ein Prädikat. in welche sich die d. so ist es nichtsdestoweniger wahr. Der Geist sträubt sich durchaus gegen den Gedanken jeder anderen Bewegung als die dieser reinen Denkschöpfungen. die der Mathematiker ihnen in seiner freien KonSie ist ein Faktum nicht der Empstruktion substituiert. ist der Aufbau einer Welt von geometrischen Formen. die Bewegung von Etwas klar zu denken. h. der von kontinuieriichen Oberflächen begrenzt ist. erklären sich zum größten Teil daraus. das niemals unmittelbar auf die der uns umgebenden Sinnenwelt anwendbar ist. Diese Widersprüche schwinden. Die Widersprüche. daß man die beiden die hier einander gegenüberstehen. sondern des Denkens. Dinge" sondern einzig allein von jener anderen Klasse von Objekten gilt. wegung — Erkenntnissphären. sobald man darauf verzichtet. eine gedankliche Schöpfung. die in der absoluten Zeit ihre Lage wechseln. die sich im Gebiet der Perzeption niemals tatsächlich aufzeigen lassen. die auf die Herstellung einer wissenschaftlichen Ordnung der Phänomene abzielt." Mechanik häufig verwickelt hat und die insbesondere in den Versuchen zutage getreten sind. „Nur in der Region des Begriffs können wir im strikten Sinne von der Bewegung der Körper sprechen: denn hier und nur hier sind es geometrische Formen.

Das einer derartigen Grenzsetzung aber vermag die Antinomien — Recht * S. der das zunächst Gegebene in eine neue logische Sphäre überführt. Second edition.. sobald wir die logischen Momente. das Vorgefundene zu beschreiben. S. Substanzbegriff U 161 . wenn an ihre Stelle ein Inbegriff geometrischer Ideale gesetzt wird. Kann es noch eine Beschreibung der Wahrnehmungsinhalte heißen.die in der Mannigfaltigkeit von Bewegungen. . London 1900. die als solche der Welt unserer Perzeptionen notwendig fremd sind? Wenn die Aufgabe einer wahrhaft . vorgefunden" Die Frage nach der Eigenart der naturwissenschaftlichen Grundbegriffe mündet hier in ein allgemeineres Problem ein. The S. sind verfallen. Alle diese Ausführungen Pearsons sind vortrefflich: aber man fragt sich vergebens. an Stelle der Glieder einer bestimmten sinnlichen Mannigfaltigkeit die ideale Grenze einzuführen. wie unter diesen Voraussetzungen die Mechanik noch länger als rein beschreibende Wissenschaft aufgefaßt werden kann... die diese Mannigfaltigkeit abschließt. Pearson. das Gegebene so getreu als möglich aufzufassen und keinen Einzelzug hinzuzufügen oder wegzulassen: so ist es hingegen gerade eine derartige Veränderung des anfänglichen Bestandes. objektiven" Beschreibung darin besteht. 239 Grennmar ff. Es wäre eine eigentümliche Weise.. Statt der bloßen passiven Wiedergabe sehen wir hier einen aktiven Prozeß vor uns. dem physikalischen sowohl wie dem metaphysischen. die wir damit wiederum all den jeder Art des Dogmatismus. of Science. wie der erste Schritt der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung darin besteht. Wir sahen. die wir ihnen zusprechen. direkt in Bestandteile der Wirklichkeit umdeuten. die sie voraussetzt. die selbst auf keine Weise mehr werden können. notwendig anhaften*. 282. Cassirer. wenn wir uns zu diesem Zweck in lauter Begriffen bewegten. die als solche durch die Empfindung zu erfassen wären. Sobald wir aber diese ganze Gedankenwelt wiederum unmittelbar in die sinnliche Welt hineinverlegen. die komplexen Einzelphasen unserer sinnlichen Erfahrung mit wunderbarer Genauigkeit wiedergeben und zur Darstellung bringen. 198 ff. 325 u. was den Charakter und den Wert des begrifflichen Verfahrens der Physik ausmacht. s.

die den gedachten Abschluß bestimmter Vorstellungsreihen bilden. Mehr als irgendwo aber scheinen beide hier in unlöslichen Schwierigkeiten befangen: und der einzige Ausweg. für eine dieser beiden Grundansichten 162 . Das schlichte mathematische Problem führt uns mitten hinein in den Streit zweier allgemeiner die sich unversöhnlich gegenüberstehen. aber sie verzichtet von Anfang an darauf. ob zu bestimmten gegebenen Vorstellungsfolgen. ihn zu schlichten. was sich einzeln in der wirklichen Vorstellung aufweisen läßt oder aber mit dem Idealismus die Existenz von Gebilden zu behaupten. die wir auf sie geben.Naturwissenschaft. die denselben Bestand besitzt. als sie vielmehr in ihrer Unlösbarkeit zu verstehen In der Tat ist diese Entscheidung in und anzuerkennen. der aus dieser Zurückführung der Frage gezogen werden kann. Die Betrachtung der mathematischen Grenzbegriffe führt nach ihm zu einem Grundproblem zurück. wie alle Probleme dieser Gattung. die Antinomien. scheint darin zu bestehen. nicht mehr nach strengen objektiven Kriterien. eine genaue Grenze existiert. sondern nur nach der subjektiven Neigung des einzelnen Forschers zu entscheiden ist. nicht hält. nicht metaphysischen m mehr allein durch logische und mathematische Erwägungen eindeutig zu bestimmen. das. wie Paul o n d sie entwickelt hat. die sich an diesem Punkte aufdrängen. wie die Glieder der Folge selbst. solange sie sich rein innerhalb ihres Bezirks mehr vollständig zu erweisen: sondern es ruht auf allgemeinen logischen Prinzipien. Es gilt zwischen diesen beiden Weltanschauungen Weltanschauungen. Die „allgemeine Funklioncntheorie". Wenn wir uns die Frage stellen. aber niemals selbst unmittelbar vorzustellen sind. wie etwa zu den einzelnen Ziffern eines Dezimalbruchs. Der Gewinn. so ist die Antwort. zu wählen: es entweder mit dem Empirismus nur dasjenige als vorhanden zu setzen. neuerer Zeit von einem namhaften Mathematiker ausdrücklich vertreten worden. solange die Logik und die Erkenntnistheorie selbst an diesem Punkte nicht zur Klarheit durchgedrungen sind. nicht sowohl zu lösen. ist indessen gering. der dem klaren Denken bleibt. gilt. beleuchtet diesen d u B o i s-R e y Dualismus allseitig. Der Mathematiker ist außer stände.

. du Bois-Reymond. alles was er tun kann und tun muß. daß es ein Rätsel bleibt und bleiben wird. sie unter zweierlei Gestalt vor uns erscheint. tritt von Idee uns hier noch einmal in einer Freilich eigentümlichen und originellen Fassung entgegen. Die allgemeine Funktionentheorie. Die Lösung des Rätsels ist. muß sich sogleich das Bedenken erheben. ihn bis in seine letzten gedanklichen Wurzeln zu verfolgen. daß es Problemgebiete gibt. daß es zwei durchaus verschiedene Auffassungsweisen gibt. hinweggeräumt. während sie sogleich an Schärfe verlieren würde. daß. Die alte Frage nach dem und Verhältnis von Begriff und Existenz. 11* 163 . Ganze der möglichen Denkweisen umspannt und in sich befaßt. Tübingen 2 f. der hier zwischen „Empirismus" und „Idealismus" konstruiert wird." Es verlohnt sich in der Tat dem Ursprung dieses eigentümlichen Ergebnisses nachzuspüren. auf einer Wirklichkeit ob er das vollständigenEinteilung beruht. ob der Gegensatz. mag es nicht ergriffener seinen Freunden gezeigt haben. und man erwarten durfte.den Sieg herbeizuführen.. Der. weil keine von ihnen ungereimte Ergebnisse liefert. als Grundanschauungen der strengen Wissenschaft zu gelten. denn hier stehen wir an einem Punkte. wenn sich zeigen ließe. S. Nur in diesem Falle wäre die Antinomie unlösbar. nachdem alles. wenigstens solange Immerhin bleibt es sich um reine Mathematik handelt. die dem * Paul 1882. welche gleiches Anrecht darauf haben. welcher zuerst durch wasserhellen Kristall das doppelte Bild des einfachen Gegenstandes bemerkte. ist. „Die ausdauerndste Beobachtung unseres Denkvorgangs und seiner so heißt es bei d u B o i s-R e y m o n d Beziehungen zur Wahrnehmung führt eben nicht darüber hinaus. endlich ihr Bild klar und unzweideutig zu erblicken. als ich heute am Ende sorgfältigsten und unverdrossensten Überlegens die doppelte Anschauungsweise über die Grundlagen unserer Wissenschaft vor dem Leser zu entwickeln mich entschließen muß*. der zugleich einen entscheidenden Wendepunkt aller Erkenntniskritik darstellt. was die Wahrheit verbergen konnte. um — — es eine höchst befremdliche Erscheinung. Klarheit in die Grundlagen der Analysis zu bringen.

als daß durch die Reihe. In Wahrheit zeigt es sich schon in den ersten Entwicklungen du Bois-Reymonds.. der von der . Was in aller Welt könnte auch „die ausdauernde Beobachtung unseres und seiner Beziehungen zur Wahrnehmung" für die Lösung irgendeines besonderen. die wir zu ihrer Definition verwenden. 1 Denken wir uns . 1 ^-S (in inf. physischen Wirklichkeit bezeichnen. so wird durch sie das Ganze zerlegt. so fehlte vom mathematischen Standpunkte aus jedes Mittel.) gegeben. daß sie von allen derartigen Untersuchungen über den Denkvorgang und seine subjektiven Bedingungen vollständig absieht und sich lediglich den Denkgegenständen als solchen und ihrem objektiv-logischen Zusammenhang zuwendet. aber ebensowenig ist es das Vorkommen bestimmter Vorstellungsinhalte in irgendwelchen wahrnehmenden und denkenden Subjekten. der hier zu Wort kommt. Die Existenz der Zahl e besagt nichts anderes. Existenz" der Zahlen e und it spricht. Algebraiker. beDer Richtung des Interesses. will damit zweifellos kein Faktum der äußeren. in der der Begriff der Denkvorgangs innerhalb der Mathematik allein auftritt.. sondern der Philosoph und Psychologe ist. sie nachzuprüfen und zu bewähren: denn nur das Experiment und die verallgemeinernde Induktion gestatten es. ' die allgemeine Vorschrift 1 1+—1-f-— -f. Wäre dies der Sinn der Aussage. wenn sie genügend weit fortgesetzt wird.Gegensatz. die von der Reihe. von und daher in dem hier ausgegangen wird. was damit behauptet werden soll.. irgend einmal über- 164 . daß es nicht der Mathematiker. Die Art. eine und nur eine Stelle innerhalb des idealen Zahlensystems objektiv notwendig und eindeutig festgelegt stätigt Existenz diese ausschließende ^ wird. völlig entrückt ihrer logischen Struktur und Gültigkeit von seiner Auflösung unabhängig sind. spezifisch mathematischen Problems fruchten? Ist doch die reine Mathematik eben dadurch charakterisiert. über reale Vorkommnisse im psychischen Leben der Individuen eine Entscheidung zu treffen. deren eine alle der rationalen Zahlen in zwei streng geschiedene Klassen Elemente umfaßt.

. so nahe sie e immer liegen mag. Durch diese vollständige Einteilung. den vollständigen und in sich abgeschlossenen Bestand dieser Zahl ausmacht. gewinnt die Reihe zu den Gliedern dieses Gebiets ein bestimmtes Verhältnis. bestimmte Schranken des weiteren Fortschritts fühlbar. was uns berechtigt.schritten werden. (Vgl. indem sie selbst sich zu ihnen Beziehung des „Vor" oder „Nach" und somit des Die Gültigkeit all dieser und „Größer" setzt. die auf diese Weise entsteht. die sie im Gebiet der Rationalzahlen bewirkt. als es die Werte von 1 und 1000 sind. bei denen dies nicht der Fall ist. Beziehungen ist es allein. hinlänglich gegeneinander die zu liegen. Auf auseinanderzuhalten das Vermögen. logischen Bedingungen. Die Bestimmtheit. wird hier zurückgegangen. Vorstellungen in die „Kleiner" und einander ähnliche Einzelinhalte der im Bewußtsein zu unterscheiden. ob. Hier aber machen sich sogleich. wenngleich rein ideell. als durch ein Verfahren. 79f. genau so streng und scharf unterschieden ist. die durch ihnen ihre Definition abgegrenzt sind. ein besonderes . wo uns zu seiner Darstellung eine besondere Vorstellung zur Verfügung steht. so sehen wir. das uns erlaubt. als sie auch den ganzen und gebrochenen Zahlen eignet: wie denn der Wert von e von dem jeder anderen Zahl.Ding" anzunehmen. die auferlegt. von einer „Zahl" e zu sprechen und was das gesamte „Sein". Die Existenz eines der Tat nicht anders gesichert werden zu können. so doch im Prinzip von keiner anderen Art. halten wir also daran fest. daß wir nur dort berechtigt sind. ihn in der aufzuweisen und von anderen Lageelementen zu unterscheiden. S. während die andere diejenigen Elemente enthält. sobald wir uns von dem der Grenze zu ihrer geometrischen Bealgebraischen Sinn scheint in deutung wenden.) ist. auf Grund des psychologischen Prinzips der Unterschiedsschwelle. Bleiben wir auf dem Standpunkt des „Empiristen" stehen. daß unter dieser Voraussetzung das Dasein eines Grenzpunktes für irgendeine bestimmte konvergente Punktfolge aus der Be- Anders scheint es freilich Punktes Anschauung 165 . es Perzeption in keiner Weise handelt sich auf beiden Seiten um reine Begriffe.

oder aber nur diejenigen Lagebestimmungen Realität besitzen. die hier versucht wird. bis schließlich unsere Anschauung kein Mittel mehr besitzt. einander immer näher und näher rücken. endgültig zu entscheiden. Eulers Klarheit und die zermalmende Gewalt Gaussischen Geistes*. Dasein Mißverständnisse und Widersprüche aber liegt auch hier in der Unbestimmtheit und Vieldeutigkeit. „in der Tat Unmögliches. die sich algebraisch durch die Glieder der Reihe selbst zum Ausdruck bringen lassen. Denken wir uns etwa die einzelnen Zahlwerte einer konvergenten Reihe durch Punkte auf der Abscissenachse dargestellt. undenkbar halte ich dies. haben wir uns bereits außerhalb des Bereichs der reinen Mathematik von Punkten in dem Sinne. 66 f. der sich jemals auch nur die kritischen Widerlegungen des ontologischen Arguments völlig deutlich gemacht hat. Das es hier genommen wird. zu „beweisen". ob derjenige Punkt. in dem gestellt. wir sind demnach auch außer Stande." Es ist völlig zutreffend. Das in der der Seinsbegriff selbst genommen wird. den geforderten Beweis zu erbringen: denn mit der bloßen Fragestellung. daß ich behaupte. der dem algebraischen Grenzwert der Reihe entspricht. wird niemand versuchen. als besonderes geometrisches Individuum existiert. keine Denkarbeit werde einen solchen Beweis für das Dasein des Grenzpunktes je einem Gehirn abfoltern und vereinigte es Newtons Divinationsgabe. Der tiefere Grund aller * Allgemeine Funktionentheorie S. so werden alle diese Punkte. daß all diese Mächte nicht genügen würden. „Sein" der geometrischen Punkte ist prinzipiell nicht von anderer Art und gehört keinem anderen logischen Bereich an. je weiter wir in der Reihe fortschreiten. „Man fordert auch". Die verschiedenen Termini werden von einem bestimmten Gliede an ununterscheidbar und fließen ineinander über. so bemerkt du BoisReymond. wenn eine aus den gegebenen Punkten herausgegriffene Punktfolge einen zu den Für so gegebenen nicht gehörigen Punkt bestimmen soll.trachtung der Folge selbst niemals erwiesen werden kann. 166 . sie noch weiterhin voneinander zu sondern.

unvorstellbarer. sondern der aus den Vorstellungen unwillkürlich folgenden Anschauungen.. wie die systematische Entwicklung des Inbegriffs der Zahlen.. S. die die „Allgemeine Funktionentheorie" aufrollt. Der Idealist im Sinne du Bois-Reymonds hingegen geht über eine derartige Forderung weit hinaus. S. die mit dem ursprünglichen durch eine eindeutige begriffliche Beziehung oder durch eine Kette solcher Beziehungen verknüpft sind. 1900. wie von diesem Standpunkt aus auch das Paradoxon der imaginären und unendlich-fernen Punkte sich löste: so wenig diese Punkte irgendeine geheimnisvolle „Wirklichkeit" im Räume für sich in Anspruch nehmen konnten. wie dieser. S. Wien. . Empiristen". Der Idealist glaubt an das irgendwie beschaffene Vorhandensein unwahrnehmbarer. hierzu noch die treffende Kritik. 175 ff. nach durchaus Mannigfaltigkeit analogen Gesetzen. . Die gesamte Antinomie. vollzieht sich. K du Bois Reymonds geübt hat: System monds „Über die Grundlagen der Erkenntnis schaften.." Hier spricht. (Vgl. wie sich zeigte. ** Allgemeine Funktionentheorie S. so sehr erwiesen sie sich andererIhr Sein seits als Ausdruck gültiger räumlicher Relationen*.ist also die wirkliche Existenz nicht allein des Vorgestellten. erschöpfte sich in ihrer geometrischen Bedeutung und Notwendigkeit. Hier wie dort wird von einer ideellen Einheitssetzung ausgegangen und hier wie dort vollzieht sich der gedankliche Fortschritt derart. sobald man diese als Notwendigkeit . die Schrift du Bois-Rey* Vgl. durch unseren Denkvorgang erzeugter Wortabschlüsse von Vorstellungsfolgen**. ein „Idealist".Die grundlegende Anschauungsweise des idealistischen Systems. 109 ff. wie man leicht erkennt. dem . u. der sich von dem Gegner. die der echte „Idealismus" allein für die Gebilde der reinen Mathematik fordern und in Anspruch nehmen kann. nur das „Vorhandene" als anerkennt. ob. 91. vgl. das Konzept hat verrücken lassen. Wir sahen. in das System aufnehmen. Tübingen 1890. 87. .) Diese ist es denn auch. e r r y an der Lehre einer Theorie der Grenzbegriffe. indem er. daß wir alle Elemente. in den exakten Wissen- 167 . Lpz." so heißt es hier. löst sich. wahr Verwechslung vonWahrheit undWirklichP. die B.Der Aufbau der geometrischen das der reinen Zahlen.

seits die die eigentlichen * P.k e i t aufhebt. in nebelhaft gleichförmigem Vordringen sich abmüht. in die hier die Darstellung der Grundlagen der exakten Erkenntnis ausmündet. wenngleich wir andererjede Hoffnung aufgeben müssen. Die in als — die den Verfechtern beider Thesen ge- Folgen dieser Verwechslung treten noch schärfer der rein mathematischen Diskussion. ohne daß dieser unvermeidliche Fortgang sich kritisch Wir können auf die Berechtfertigen und begründen ließe. Vm. in irgendwelchen Bestandteilen der äußeren Wahrnehmungswelt einen unmittelbaren Beleg für sie zu finden. sobald wir sie zu fassen und zu zergliedern suchen. meinsam ist. daß wir ihnen. stellbare Elemente geführt. wie blindgeboren. kommt Das Organ dabei. auch sie schreiten beständig über das Gegebene hinweg. die hinter der bekannten und uns zugänglichen Welt der sinnlichen Erscheinung liegen. nicht von der Stelle". griffe des absolut starren Körpers. denn der Schimmer gleicht doch schon dem Licht: „was aber entspricht im Wirklichen dem Licht"?* Diese radikale Skepsis. und immer wieder zeigt es sich zugleich. keinen verständ„Unser Denken. Organe für die logische Auffassung und Über »iie du Bois-Reymond Gnindlagen der Erkenntnis in den exakten Wissenschaften. „Wir sind im Gehäuse unserer Wahrnehmungen eingeschlossen und für das. das lichen Sinn abzugewinnen vermögen. was außerhalb ist. auf die Begriffe des Atoms oder der Fernkraft nicht verzichten. wie gelähmt. für die Wirklichkeit ist und bleibt uns versagt. ist eine Auf dem Boden folgerechte und bezeichnende Konsequenz. Nicht einen Schimmer können wir davon haben. 168 . Auch diese Begriffe sind in den gleichen Widerstreit hineingezogen. in der Auffassung der naturwissenschaftlichen Grundbegriffe hervor. Noch eindringlicher macht sich daher hier das Bewußtsein der Schranke geltend. die allem unseren Erkennen kraft seiner Natur und Wesenheit Immer von neuem sehen wir uns auf unvorgesetzt ist. Abschn. dieser Anschauung besitzen wir in der Tat kein „Organ" mehr für das Wirkliche: denn die notwendigen Begriffe.

er setzt eine selbständige und konstruktive Betätigung voraus. indessen diese Verwandlung einmal die Nebel. Dieser Prozeß des Denkens aber erfordert freilich mehr als die bloße Kombination und Deformation von Vorstellungsbestandteilen. sammenhangs. dungen verstanden wird. der Druck.und Berührungsempfinso lichten sich wiederum immer um Objekten . sofern unter dem „Vorstellungssystem" nichts anderes als die Masse gegebener Perzeptionen. rücken. Unser Denkgebiet. Aber die Behauptung der objektiven Geltung dieses Prozesses ist nicht mit der Behauptung einer neuen Klasse von einerlei. . der Geschmäcke und Gerüche. . Das Aggregat sinnlicher Dinge muß auf ein System notwendiger Begriffe und Gesetze bezogen und in dieser Beziehung zur Einheit zusammengeschlossen werden. sind jetzt Ist selbst in geheimnisvolle Realitäten jenseits der Phänomene verwandelt. Aber die Ergänzung dieses Mosaik des Wahrnehmbaren" kann nicht in der Art geschehen. vom Vorhandensein gewisser Dinge außerhalb des Vorstellungssystems*. als der Inbegriff der Farben und Töne.. wie sie sich in der Schöpfung der Grenzgebilde am deutlichsten aber trotzdem Form * Allgemeine Funktionen theorie. des Zukeine andere keine tiefere Verknüpfung gewinnen. in welchem die unbestimmten Daten der Empfindung durch ihre strengen begrifflichen Grenzen ersetzt werden. unsinnliche" Dinge in diese erste empirische Wirklichkeit einfach einschieben: denn dadurch würden die Teile des Mosaik zwar enger und dichter aneinander heran... S.Beherrschung der Mannigfaltigkeit der Empfindungen bilden. daß wir neue ." so behauptet du Bois-Reymonds „Idealist".. 169 . sondern es wohnt uns die unerschütterliche Überzeugung inne. Dieses Bild entsteht freilich erst durch einen Prozeß der Idealisierung. 110 f. enthält nicht allein die Mosaik des Wahrnehmbaren und die daraus durch den Denkprozeß." Dieser Satz ist zweifellos zutreffend. dichter das reine Bild der naturwissenschaftlichen Wirklichkeit zu legen drohten. . die sich hier durchschaut. also durch Deformation und Kombination abgeleiteten Vorstellungen und Begriffe.

vermöge deren allein die vollständige Orientierung innerhalb der Mannigfaltigkeit der Phänomene selbst gelingt. Denn der Bestand des Ideals. die ideellen Grenzen. je tiefer der Begriff des selbst analysiert und in seine Bedingungen zerlegt wird. die wir bestimmten Folgen auf Grund bestimmter begrifflicher Kriterien zuordnen. Das „Sein" der Idee aber geht in dieser ihrer Funktion auf und bedarf keiner anderen Stütze und keines anderen Beweises. denn ohne sie würde die Wahrnehmungswelt nicht nur ein Mosaik. ist damit aller Streit im Grunde geschlichtet. vor dem Ideal selbst Kehrt zu machen*. deren grundlegende Funktion hier somit durchaus bestätigt wird. Idealisieren als durchaus berechtigt bezeichnet und nur erklärt. 170 . Es ist vergeblich. Es ist ein bloßes Mißverständnis. als bloße zu deuten. nicht um ein willkürliches Spiel der Phantasie handelt. wenn er behauptet. besagt nicht mehr als die objektiv logische Notwendigkeit des Idealisierens. Sie gehen über das Gegebene nur hinaus. Sobald daher der Empirist. so Gegenstandes Wortabschlüsse * Allgemeine Funktionen theorie S. Daß es sich hier aber um eine derartige Notwendigkeit. sondern sie wollen die unentbehrlichen logischen Richtlinien festsetzen. tritt um so schärfer das hervor. „Das Vollkommene". die absolut genaue Ebene. sondern ein wahrhaftes Chaos sein. mehr oder weniger genaue Ebenen als bestehend an. wie bei du Bois-Reymond. er erkenne nicht die absolut genaue Gerade. um die gesetzlichen Strukturverhältnisse des Gegebenen um so schärfer zu er. denen kein reeller oder logischer Gehalt entspricht.bekundet. 118. fassen. sondern immer nur mehr oder weniger genaue Gerade. Denn schon diese Unterscheidung verschiedener Stufen der Genauigkeit setzt die Vergleichung mit der exakten Idee voraus.. Diese Form der Idealisierung aber muß auch der Empirist" zugestehen. der kritisch allein behauptet und vertreten werden kann. Auch die naturwissenschaftlichen Idealbegriffe behaupten nichts über ein neues Reich getrennter absoluter Objekte.

als v o 1 1 * Grundlagen der Erkenntnis. S. vgl. nicht zwischen Ideen und Worten geben. Da es jedoch in unser Denken einund da unser Denken geht und darin Verwendung findet nun einmal in der Succession von Vorstellungen besteht. ob. sondern auf die ideellen Grenzen. stellung aufgefaßt werden. Die . Allgemeine Funktionen- theorie S. indem wir die Massen. Hat es einen Sinn. doch irgendwie Vorstellung sein und ist es auch. derartige Relationen der Ordnung in der Folge. 55 ff. während sein Korrelat Vollgültige in einem bloßen Wortklange bestehen soll? mathematische Beziehungen kann es nur zwischen Ideen und Ideen. in der jedem Element seine Stellung. 80. Leistung Beziehungen. als o r t.) muß es nämlich — W Denn gerade liche die charakteristische Bedeutung und die eigent- des Grenzbegriffs ist hier offenbar ausgeschaltet. Wir untersuchen den Stoß der Körper. so . Keine naturwissenschaftliche Theorie bezieht sich unmittelbar auf diese Tatsachen selbst. numerischen Verhältnissen. Größer und Kleiner von Elementen auszusagen. die naturwissenschaftlichen Begriffe bloße Aggregate von Wahrnehmungstatsachen zu deuten. S. (S. deren eines als aktuelles und somit psychologisch bedeutungsvolles Vorstellungsbild genommen werden soll. 171 . die aufeinander einwirken. wie er schon für die Erklärung der reinen Zahlbegriffe versagte. Die Folge der gegenständlichen Vorstellungen des Genauen hat also als Abschluß ein Wort für Dieser Nominalismus aber veretwas Unvorstellbares*. des — warum als jeder Versuch. sein Früher oder Später unabänderlich zugewiesen ist. Aus diesem Zusammenhang mit der Logik der Mathematik läßt es sich nunmehr schärfer begründen und verstehen. die aus den Partialsummen der definierenden Reihe gewonnen werden..Zahr' e steht zu den andern Zahlen. 95. notwendig mißlingen muß. die wir gedanklich an ihre Stelle setzen. sie ordnet sich in gewissen mit ihnen in eine Reihe.wird behauptet — „kann auf keine Weise als bildliche Vor. Zwischen dem Grenzglied und den Reihengliedern die als solche mathebestehen bestimmte matisch feststehen und sich nicht nach Belieben umwandeln lassen. ." sagt für die Deutung der Grenzbegriffe.

daß viele.. auf denen die Physik ruht. scheinen danach. dennoch mit den Gliedern dieses Gebiets in derselben Linie zu liegen. wir stellen das Gesetz der Fortpflanzung des Druckes in Flüssigkeiten fest. S. . In Wahrheit indessen läßt sich das Verhältnis zwischen den theoretischen und den faktischen Grundelementen. solche. idealen" Gasen ausgehen und somit gleichsam ein hypothetisch ersonnenes Modell den direkten Empfindungsdaten entgegenhalten. indem wir den Begriff eines vollkommenen Flüssigkeitszustandes fassen." Das Problem. nicht in dieser einfachen Weise beschreiben. und unter ihnen die wichtigsten Naturgesetze. als es in dieser ersten Ostwald. kommen — — die in der Wirklichkeit überhaupt nicht das hier gestellt ist. die zwischen dem Druck. Wir stehen somit hier vor der Tatsache. die Gesetze. und ein sehr großer Teil der Naturgesetze. als eine bloße Weiterführung bestimmter wahrnehmbarer Verhältnisse darzustellen. vorkomme n*. mit schen Schemas gerecht zu werden." „sind ein zeugter „Positivist". d. indem wir von den . so könnte man versuchen. die wir aussprechen. . Bestände das Verfahren der Naturwissenschaft nur darin. für die direkt beobachtbaren Erscheinungen ihre ideellen Grenzfälle einzusetzen.. es ist eine eigengreift indessen weiter. welche eine Beziehung zwischen meßbaren Werten ausdrucken. 172 Grundriß der Naturphilosophie (Reclam). Formulierung den Anschein hat.elastisch oder unelastisch betrachten. Es ist eine weit komplexere Beziehung. für Bedingungen ausgesprochen sind und gelten. wie Wilhelm Ostwald zu ganz allgemein angewandtes Verfahren in der Wissenschaft. wir prüfen die Beziehungen. dieser Methode durch eine einfache Erweiterung des positivistiDenn die Objekte. insbesondere alle quantitativen Gesetze. scheinen nicht sowohl eine Umformung. h. denen es die theoretische Naturbetrachtung zu tun hat. Solche Extraso gesteht selbst ein so überpolationen auf den Idealfall. haben nur für den Idealfall genaue Geltung. wenngleich sie außerhalb des eigentlichen Gebiets der empirischen Wahrnehmung fallen. 55. der Temperatur und dem Volumen der Gase bestehen.

Und je weiter man diese Reflexion zurückverfolgt. hat ihr von ihren ersten wissenProblem der schaftlichen Anfängen an dauernd lebendig vor Augen ge- Methode standen und nur in dem Ringen um dieses Problem erwuchs ihr zugleich die volle Herrschaft über das Tatsachengebiet.. die daher auch logisch einen schärferen Ausdruck für das Verhältnis zwischen Prinzip und Tatsache verlangt. um so deutlicher tritt in ihr ein grundlegender von Betrachtungsweisen hervor. die prinzipielle Ausschaltung aller Faktoren. gilt als das entscheidende Werk der kritisch-philosophischen Arbeit. daß den Griechen der wissenschaftliche Gebrauch des ver- Experiments 173 . sei die Physik zu wahrhafter Klarheit über meint ihr eigentümliches Ziel und über ihre intellektuellen Mittel gelangt.tümliche Verschlingung und wechselseitige Durchdringung der beiden Momente. dennoch der Weg. die die neuere und neueste Forschung geleistet hat. Metaphysik". sondern haben einander wechselseitig gefördert und erleuchtet. während zuvor. wenn man ihn auf seine allgemeinen systematischen und geschichtlichen Quellen zurückverfolgt. Diese Ansicht bedeutet indessen eine Verkennung des stetigen Ganges. die keiner empirischen Beglaubigung fähig sind. man. Die Reflexion und die produktive wissenschaftliche Arbeit sind hier niemals streng voneinander geschieden gewesen. Dieser Gegensatz besteht in den modernen Erörterungen noch ungeschwächt fort. III. Gegensatz Wie die neuere Forschung das Vorurteil. A In der erkenntnistheoretischen Diskussion über die Grundlagen der Naturwissenschaft begegnet man häufig der Ansicht. die im tatsächlichen Aufbau der Wissenschaft obwaltet. auf das sie sie richtet. im Dunkeln lag.. bei allem Reichtum der Ergebnisse. daß das Ideal der reinen Beschreibung der" Tatsachen eine Hier erst. der zu diesen Ergebnissen hinführte. so spezifisch moderne Errungenschaft bedeute. Physik" und . aber er erhält seine volle Schärfe und Bestimmtheit erst. Das in dem die Physik ihre heutige Gestalt erreicht hat. Die Scheidung der .

Wer einmal. die sich auf ihn stützt. sind der alleinige Gegenstand des Wissens.Umwendung" der Seele selbst zu einem anderen Ideal der Erkenntnis voraus. ihr Vor und Nach. niemals erreichbar Gründen Notwendige 174 . Die philosophische Einsicht aber beginnt mit der Abkehr von jeder derartigen Betrachtungsweise: sie setzt die . so läßt sich auch der theoretische Kampf um die Prinzipien des Erfahrungswissens mit voller Sicherheit bereits in der antiken Philosophie erkennen. Der gemeine Verstand und die Weltansicht. bleibt freilich. sondern die ewigen und unveränderlichen Vernunftgründe. bedarf dieser Gründe nicht: beiden ist es genug. beim Auftreten des einen Ereignisses das kommende vorauszusehen und es in den Kreis der praktischen Berechnung zu bannen. zwei Arten der Betrachtung und Beurteilung. im Stande sind. infolge des fließenden und unbestimmten Charakters der Objekte selbst. in dem die gleiche Strenge der Verknüpfung.schlössen geblieben sei. ohne daß dieser Zusammenhang uns in seinen irgend verständlich würde. der kehrt daher nur gezwungen und widerstrebend zur Betrachtung eines Gebiets zurück. das Wesen der Einsicht in das faßt hat. wie im Gebiete der Matheermatik.. Die eine begnügt sich damit. in der Abfolge der Erscheinungen gewisse Regel- Platonischen Höhlengleichnis mäßigkeiten zu unterscheiden und bestimmte Verbindungen zwischen ihnen als gleichmäßig wiederkehrend zu erkennen. nach Piaton. Der Widerstreit. die sie sich angeeignet haben. Diese Vernunftgründe. aus denen sie hervorgehen. die gleich Schatten an ihm vorüberschweben. der hier einsetzt. Gewohnheit und Übung befähigen uns allmählich. lichen Bilde im festgehalten. dem Denken versagt. wenn sie kraft der empirischen Routine. ihr Früher oder Später festzuhalten. lediglich die F o 1 g e der Schattenbilder selbst aufzufassen. dieses Reich der \6{oi in den Erscheinungen selbst rein und unverfälscht zu erfassen. Nicht die Erscheinungen in der bloßen Folge ihres Abfließens. Es gibt für den menschlichen Geist gegenüber den Phänomenen der Sinnenwelt. mehr und mehr zerstört hat. wirkt überall auf das Ganze der spekulativen Grundauffassung Es wird in einem unvergleichlichen und unvergeßzurück.

die es uns ermöglicht. allenthalben nachklingt. 175 . ist in tons Zeiten bereits ausgebildet vorlag. ist dem Wissen freilich nicht gegeben. der zu Piaist. der für Piaton als der dauernde alles Erfahrungswissens galt. die in dem Kampf zwischen den . ist äußerst wahrscheinlich*. sondern sie dient gleichsam nur als der dunkle Hintergrund. in welcher eben derjenige Zug. Daß diese Gegenüberstellung übrigens keine bloße gedankliche Konstruktion bedeutet. ist einzig und allein die Beobachtung des gewöhnlichen Ablaufs der Erscheinungen. Was uns übrig bleibt. deren jedes eine bestimmte Erinnerung in uns weckt und somit unsere Erwartung des Künftigen in feste Bahnen lenkt.. das eine Phänomen als Z e i c h e n für ein anderes zu brauchen. um so mehr verschiebt sich damit das Wertverhältnis und die Rangordnung des Wissens. da das eigentliche und endgültige Ziel skeptischen Mangel * Vgl. in prinzipieller Schärfe dargestellt und festgehalten wird. S. 146 ff.Die empirische Kenntnis der Abfolge der Phänomene diesem Sinne nicht die Ergänzung und Erfüllung der reinen Ideenerkenntnis. sondern daß in ihr zugleich ein konkreter geschichtlicher Gegensatz. Aber je weiter die Forschung sich nunmehr der Erkundung und Sicherung der Einzeltatsachen zuwendet. N a t o r Forschungen zur Geschichte des Erkenntnisp problems im Altertum. der die griechische Heilkunde durchzieht. aber wir bedürfen ihrer nicht. Die Aufgabe der Wissenschaft erfüllt sich in der Gruppierung und Sichtung derartiger Zeichen. . Berlin 1884. In jedem Falle ist die gesamte spätere Entwicklung der naturwissenschaftlichen Forschung im Altertum von dieser Platonischen Scheidung beherrscht. Sie ist es. hrz. Das Wesen der Dinge zu durchschauen und aus einem allgemeingültigen Vernunftprinzip zu verstehen. Die wissenschaftliche Empirie schafft sich ihren Ausdruck in der Erkenntnislehre. als seine grundlegende positive Bedeutung und Eigenart behauptet wird. von welchem die Klarheit des rein begrifflichen Forschens und Wissens sich um so schärfer abheben soll. empirischen" und den „rationalen" Ärzten. Die realen Ursachen des Geschehens bleiben uns daher freilich verschlossen.

aller liegt. wie ein Moment das andere fordert. So wenig das Verharren des Sokrates im Kerker erklärt werden kann. das sich mit der Reihenfolge der „Schatten" genügen läßt. * Vgl. wie alle Fäden sich wechselseitig ineinanderschlingen. Es ist der ethische Idealismus des Sokrates. logisch begreifen oder nur die Tatsache eines bestimmten empirischen Beisammen oder einer bestimmten empirischen Folge als solche hinnehmen und uns bei ihr beruhigen. wenn wir den Gesamtgegliedertes verlauf des Geschehens als ein Ganze überschauen. 509 D ü. sondern sie erschließt sich uns erst. daß der „Schnitt". Die sachliche Ausgleichung und Entscheidung wurde erschwert. Wahrhafte Erkenntnis des Naturgeschehens besitzen wir nicht. ist in äußerster Schärfe charakterisiert. um sich schließlich zu einem Gewebe. der in dieser Anschauung der Natur lebendig bleibt. ohne die sittlichen Vernunftgründe zu betrachten. Wir müssen verstehen.Theorie in den praktischen Folgen für unser Handeln Diese Folgen aber bleiben wesentlich dieselben. Dieser Umstand ist um so bedeutsamer. auseinanderfiel. ob wir die Art. solange wir es nur als gleichgültige Zuschauer vor uns einfach abrollen lassen. Das empirische Wissen. Indessen läßt es sich bei Piaton selbst bereits erkennen. das ist zunächst der Einblick in ihren teleologischen Zusammenhang. in der Charakteristik seines idealen Widerspiels dagegen bleibt eine Unbestimmtheit zurück. keine eindeutige und vollständige Disjunktion für das Gesamtgebiet der Erkenntnis schafft. als er in der geschichtlichen Fortbildung des Problems immer von neuem zutage getreten ist. zu einer einzigen Ordnung der Naturerscheinungen zusammenzuknüpfen. in der ein Ereignis aus dem andern hervorgeht. solange nur das eine Glied sicher bestimmt war. zwischen denen die Betrachtung wechselte. gleichviel. Republik. 176 . den er zwischen dem rationalen und empirischen Wissen vollzieht*. — zweckmäßig wenn man die Lage und Stellung seiner Muskeln und Sehnen beschreibt. Was Piaton dem Wissen um die bloße Abfolge der Erscheinungen entgegensetzt. bes. das andere dagegen in zwei verschiedene Bedeutungen.

Sie wurzelt in Piatons Auffassung der Mathematik. was als der letzte und entscheidende Grund des Zusammenhalts aufzuweisen ist*. das freilich für Piaton selbst mit seinem teleolo-« . in ein quantitativ Bestimmtes. stehen bleiben. Dieser Ableitung der Naturerscheinungen aus Zwecken steht dagegen bei Piaton selbst zugleich eine andere Anschauung gegenüber. Substanzbegriff 24 12 177 . wie etwa der Philebus. kein körperlich-mechanischer Wirbel oder irgendeine andere Ursache derselben Art genügen. Das sinnliche Sein muß auf seine idealen Gründe zurückgeführt werden. die diese Forderung am klarsten entwickeln. den Abschluß des Ideenreiches aber bildet die Idee des Guten. das sinnlich Unbestimmte. sondern müssen überall zu exakten des Seins und des Geschehens vorzudringen streben. Es sind vor allem die späteren Platonischen Dialoge. sondern „das Gute die ihn — und Richtige" allein ist es. dem Gesetz zu gehorchen: so wenig kann ein einzelnes Ereignis wahrhaft begriffen werden. so kann uns hierfür kein sinnliches Bindemittel. bei dem „Stärker" und . Hier stehen wir somit vor einem neuen Wissensideal.dazu bestimmen. Das Chaos der sinnlichen Wahrnehmung muß durch die Anwendung der reinen Quantitätsbegriffe in feste Grenzen gebannt werden. Maßen * Vgl... durch Maß und Zahl Beherrschbares zu verwandeln. Der erste und notwendige Schritt besteht überall darin. das als solches nicht zu fassen und in feste Grenzen einzuschließen ist. 109. daß die Erde im Mittelpunkt der Welt sich frei schwebend erhält zu erklären. Schwächer". ** Vgl. In diesen Maßen ist uns das Sein begriffen und erklärt**. die ihm als das „Mittlere" zwischen den Ideen und den Sinnendingen gilt. das wir in der Empfindung zu verspüren meinen. Die Umbildung der empirischen Zusammenhänge in ideale kann dieses Mittelglied nicht entbehren. solange seine Stelle im Gesamtplan der Wirklichkeit nicht klar bezeichnet ist. f. PhilebuB Cissirer. in die somit all unser Begreifen zuletzt notwendig einmündet. Wir dürfen nicht bei dem unbestimmten „Mehr" oder »Weniger". Versuchen wir etwa den Umstand. Phaedon 99 16. f. ehe es zum Objekt der Erkenntnis werden kann.

so behält jeder Körper die Tendenz nach seinem . nur die sondern nur bis zu den „Accidentien" trifft und auf ihren Umkreis beschränkt bleibt. kraft dessen die absoluten Substanzen sich erhalten und sich entwickeln. Die Grenzlinie hat sich nunmehr verschoben: denn jetzt ist Maßen 178 . und so ist es einzig die Teleologie. des Seins gelangt. die in irgendeiner Qualität miteinander übereinstimmen. — grund. Damit aber ist ein neuer Gegensatz geschaffen. der ihnen durch ihre Natur gesetzt ist und den sie fortschreitend zu erfüllen streben. der fortan Die Einheit der teleoloin der Geschichte weiterwirkt..und Unterordnung getreten. Schon bei Aristoteles indessen scheiden sich die beiden Gedankenreihen. gischen und mathematischen Betrachtungsweise. während die mathematische Betrachtungsweise. die noch in Piatons Natursystem bestand. sich nebeneinander lagern. die Lehre von den Zweckursachen. So ordnen sich die Elemente im Weltall nach dem Grade ihrer Verwandtschaft. aus dem immanenten Zweck. der ihm durch seine Beschaffenheit vorgeschrieben ist. natürlichen Orte". auch nachdem er gewaltsam von ihm getrennt worden ist. Die mathematische Ordnung ist zugleich die Bedingung und der Urgrund des Bestandes der Wirklichkeit. die zahlenmäßige Bestimmtheit des Universums ist es. Das mathematische Motiv tritt nunmehr in den Hinter- Kosmos. die für Piaton unlöslich verbunden sind. die nicht bis zu den Gründen. Hier enthüllen sich die wahrhaften und inneren Ursachen jeglichen physischen Zusammenhangs. die als begriffliches Fundament der Physik zurückbleibt. ist aufgehoben und an ihre Stelle ist ein Verhältnis der Über.gischen Gedanken in unmittelbarem Einklang steht und sich mit ihm zu einer einheitlichen Grundauffassung verbindet. Das äußere Geschehen und seine quantitative Gesetzesordnung spiegelt nur den dynamischen Prozeß wieder. die die sichere Bürgschaft für seine innere Selbsterhaltung enthält. indem diejenigen. als es in seinem Bau von strengen mathematischen Gesetzen beherrscht wird. Das empirisch-physikalische Verhalten der Körper folgt im letzten Grunde aus ihrem Wesensbegriff. ein zweckmäßig Das Sein ist nur insoweit ein gegliedertes Ganze.

Es ist vor allem Kepler. 12* 179 . für den diese Wendung charakteristisch ist*. 308 ff. Jetzt erst gewinnt daher der Kampf zwischen empirischer und spekulativer Naturbetrachtung seine ganze Schärfe. sofern er. die die direkte Beobachtung läßt. So grenzt die wahrhafte Hypothese das Gebiet der mathematischen Physik nach zwei verschiedenen Richtungen ab. die von der höchsten idealen Erkenntnis aus den obersten Ursachen ausgeschlossen wird. gegeben. Mit aller Energie und Klarheit wendet er sich gegen eine Auffassung. nicht aber unmittelbar durch die Empfindung gegeben werden kann. Schrift über daa „Erkenntnisproblem in der Philosophie u. I 258 ff. Wissenschaft der neuen Zeit". diesen Zusammenhang von Folgen lediglich als einen Zusammenhang und eine systematische Abhängigkeit von darzustellen. Die mathematische Physik der neueren Zeit versucht zunächst ihr Recht und ihre Selbständigkeit dadurch zu erweisen. indem sie die Lücken. daß sie in der philosophischen Grundlegung von Aristoteles wieder auf Piaton zurückgeht. Die absoluten Substanzen und ihre inneren Kräfte bleiben dem mathematischen Physiker freilich unbekannt und müssen ihm unbekannt bleiben. ergänzt und an Stelle vereinzelter sinnlicher Daten einen stetigen Zusammenhang begrifflicher Folgen setzt.es nicht nur die sinnliche Beobachtung zufälliger empirischer Regelmäßigkeiten. II 322 ff. Sie erweitert die unmittelbare Erfahrung zur Theorie. Die mathematische knüpft zwischen diesen Tatsachen ein ideelles Band. die sich mit der bloßen Ansammlung vereinzelter Tatsachen begnügt. frei von allen fremdartigen Interessen. Der mathematische Hypothese Größen * Die genaueren Belege für die folgende geschichtliche Darstellung sind in m. die den Mathematiker zum bloßen Rechner erniedrigen und ihn von der Gemeinschaft der Philosophen. lediglich seiner eigenen Aufgabe nachgeht: aber die Abwendung von diesem Problem bedeutet keineswegs das Verharren in der gewöhnlichen empirischen Betrachtungsweise. Aber sie verharrt anderseits dabei. von der Entscheidung über die Gesamtstruktur des Universums ausschließen will. sie schafft eine neue Einheit. die nur durch das Denken geprüft und beglaubigt. sondern selbst die exakte Darstellung des Geschehens in reinen Größenbegriffen.

. sondern um den Übergang von den ersten. daß die empirischen Grundlagen der exakten Wissenschaft immer genauer und deutlicher bloßgelegt werden. macht zugleich das ihrer Bedeutung aus. machen es verständlich. daß er den Zugang zu einer neuen unsinnlichen Wirklichkeit erschließt. Nicht ohne vielfältige Schwankungen und ohne innere Schwierigkeiten vermochte indessen die Physik selbst in ihrer Geschichte zu dieser Fassung des Grundproblems vorzudringen. die Diese Ordnung ist es. sondern daß er an der WirklichkeitsEmpirie selbst konzeption der an seinem Teile mitarbeitet und ihr die bestimmte logische Universum mathematischen Form gibt. die nicht in ihm waltet. Der rechtmäßige Anteil des Begriffs besteht nach dieser Grundauffassung nicht darin. solange das Bemühen. die algebraisch-geometrische Gestalt. auf sich beruhen lassen. die die Theorie zunächst zu leisten hat: und diese Abwehr kann nur dadurch geführt werden. unmittelbar von den Sinnen. Der wissenschaftliche Physiker kann die Frage nach den letzten . Nicht um den Übergang seinen vom mathemaUrsachen Phänomen zu absoluten handelt es sich. sondern allein vom mathematischen Intellekt ergriffen und begriffen wird. Kräften". Statik des herrschung der durchgreifenden harmonischen Ordnung.Ausdruck der Hypothese. Wenn Kepler für das Recht der Ganze Hypo- these eintritt. aber um so mehr muß sein Streben darauf gerichtet sein. Die besonderen historischen Bedingungen. begrifflich noch unbearbeiteten Wahrnehmungstatsachen zum quantitativen „Verständnis" der Wirklichkeit. Die logischen Faktoren treten zurück. Die Ansprüche ist es. in der sie sich darstellt. die reine Abwehr 180 . daß zunächst weniger der positive als der negative Teil der neuen Aufgabe in den Mittelpunkt der metaphysischen der Betrachtung rückt. zu einer Begemeinen . weil er an eine andere tisch fixierten Stelle als die ihre entscheidende Leistung gewöhnliche spekulative Natur- philosophie verlegt.. so geschieht es. zu gelangen. von einer bloßen Sammlung von Beobachtungen zu einer alls". aus denen das Sein sich gestaltet hat. unter denen sich die neuere Naturwissenschaft entwickelt hat.

So droht hier. können wir die Schwere als eine „wesentliche" Eigenschaft der Materie auffassen: sofern wir kein Experiment kennen. aber auch nur in diesem. gang von Kepler zu nachdrücklich er gegenüber der Metaphysik der substanso tiellen Formen die Rechte der empirischen Forschung verficht. die strenge Grenzlinie zwischen Erfahrung und Spekulation sich wiederum zu verwischen. enthält die Antwort auf alle Fragen. Man begreift unter diesem Gesichtspunkt den Umschwung in der allgemeinen Grundanschauung. nach welchen der göttliche Weltbaumeister das All geordnet hat. der das Maß der Beschleunigung enthält. als eine empirische Verallgemeinerung bestimmter Wahrnehmungstatsachen. in der endgültigen Konzeption seines Weltbildes dennoch wiederum auf die mathematische Teleologie Piatons zurück. Die mathematischen Ideen sind die ewigen Vorbilder und „Archetypen". die Wesen der Körper ausmachen. Kepler greift. sind es. Die Induktion wird nunmehr in voller Bestimmtheit als die einzige Quelle der physikalischen bezeichnet. gegen alle Newton Gewißheit — — und in ihrer Körpern gemeinsam zukommen.das Eindringen der Metaphysik zu philosophischen Kräfte in Anspruch nimmt. Die Frage nach dem Grunde der wechselseitigen Anziehung der kosmischen Massen darf dagegen den Physiker als solchen nicht beschäftigen und zu spekulativen Hypothesen verlocken: denn für ihn ist die Attraktion nichts anderes als ein bestimmter Zahlwert. ihr empirisch allgemeines Vorkommen zu bezweifeln. nach welchem dieser Wert sich von Punkt zu Punkt ändert. Diejenigen Eigenschaften der Körper. Dieser Gefahr vor allem suchen Newtons „Regulae philosophandi" zu begegnen. In diesem Sinne. Dieser Ausdruck besagt also nichts weiter und kann die allen Gesamtheit für uns das nichts anderes besagen. Das Gesetz. die in bezug auf die 181 . die der Körper in jedem Punkte seiner Bahn erfährt. das uns veranlassen könnte. je tiefer wir uns in die exakte Struktur und in die exakten Voraussetzungen der Physik versetzen. die wie die Beobachtung und der wissenschaftliche Versuch uns lehren weder vermehrt noch vermindert werden können Erfahrung schützen. der sich beim Übervollzieht.

die diese Erklärungen verallgemeinern und auf das GesamtBei ihnen tritt erstenmal die Forderung einer Physik t h e s e n in prinzipieller Schärfe hervor. sie bilden kein Instrument der Erkenntnis. sondern stellen lediglich ein Hemmnis für die unbefangene Erfassung der Erscheinungen dar.„Natur" der Schwere mit wissenschaftlichem Recht gestellt werden können. Die weitere geschichtliche Entwicklung läßt indessen. die luten Newton an die Spitze seiner Deduktionen stellt. als die Auflösung der Newtonischen Mechanik selbst und Die Begriffe des absoihrer systematischen Verfassung. die Newtons Methodenlehre allein zuläßt und zur Verfügung stellt. die im Gebiet der Wahrnehmung kein unDie Vermittelbares Abbild besitzen. wenn man sie mit den logischen Maßen und Kriterien mißt. verlieren jegliche rechtmäßige Bedeutung. Definitionen. wenn man statt von der Beobachtung und Sammlung von Einzelfällen von der Hierarchie der Begriffe und Gattungen ausgeht. den Grund irgendeines Naturvorganges aufzudecken. wirklichung dieser Forderung aber würde. physikalische Erklärungen nach dem Muster logischer Definitionen zu gestalten. wie sich im weiteren Fortgang immer deutlicher zeigt. nichts Geringeres bedeuten. auf denen somit der Begriff der empirisch-physikalischen Realität selbst beruht. das Problematische dieses scheinbaren Abschlusses der Methodenlehre klar hervortreten. schon innerhalb der Newtonischen Schule selbst. auf denen die Möglichkeit zwischen wirklicher und scheinbarer Bewegung zu unterscheiden. entfernt werden. Newtons erste Anhänger und Schüler sind es. Als Grundfehler der Methodik wird es jetzt bezeichnet. zum ohncHypo- Wesen Raumes 182 . und das müssen der Physik fern bleiben. so müssen aus ihr alle Elemente. und der absoluten Zeit. auf welcher der ganze Wert der Physik als Wissenschaft beruht. Der tiefere Grund dieser gebiet der Naturwissenschaft übertragen. die den Anspruch erheben. wenn man versucht. Wenn der Physik der Gebrauch der Hypothese in jedem Sinne verwehrt sein soll. wie denn hier auch der technische Ausdruck der Beschreibung der Phänomene zuerst geprägt wird. Und doch sollen es eben diese Begriffe sein.

liegt in der Unbestimmtheit.Antinomie. Ari- stoteles und Descartes. die lediglich in dem Widerspruch gegen die spekulative Metaphysik miteinander übereinstimmen. Die philosophische Kritik der Grundlagen muß hier vor allem auf eine strenge Scheidung der beiden sachlich heterogenen Fragen dringen.. noch ungeschwächt weiter. Ein Forscher wie D u h e m . in der positiven Auffassung von der logischen Struktur der Physik aber Entwurf Dinge gedanken völlig voneinander abweichen. Metaphysik der sub- wenngleich unvollkommene vollständigen mechanischen Welterklärung So werden die Ansollten hier gemeinsam getroffen werden. Eben diese Zweideutigkeit aber ist es. die trotz aller Versuche zu schärferer erkenntnistheoretischer Fassung der Frage auch in der modernen DisSie findet ihren kussion noch keineswegs überwunden ist. nahmen über irgendwelche . Der berechtigte und notwendige Kampf gegen die Ontologie führt zu einer Verdunklung des schlichten logischen Tatbestandes. Noch immer wird von hervorragenden wissenschaftlichen Forschern das Verhältnis von und in einer Weise beschrieben und formuliert. tritt hier unmittelbar an die Seite eines . die der Physik von ihrer geschichtlichen Entwicklung her anhaftet. die die Geschichte zusammengeführt und auf lange Zeit unlöslich miteinander verbunden hat. Ursachen wie der einer erste. der mit größter Energie und Schärfe den Gedanken durchführt. dunklen Qualitäten" der nicht mit voller Sicherheit von den theoretischen getrennt. in der der Begriff der stantiellen Hypothese selbst hier genommen die wird.. Empirismus". die innerhalb der Grenzen des Newtonischen Systems unlösbar ist. schlagenden Ausdruck im Begriff der Beschreibung selbst. So wirkt die Schwierigkeit. daß jede bloße Konstatierung eines physikalischen Faktums bestimmte theoretische Voraussetzungen und somit einen Inbegriff physikalischer Hypothesen in sich schließt. der gerade auf der Verkennung dieses fundamentalen Doppelverhältnisses beruht. Physik 183 Logik . Denn unter diesem Losungswort vereinigen sich physikalische Forscher. auf denen die Abgrenzung des Grund Problems der Physik und die Definition ihres empirischen Gebiets und Umfangs selbst beruht.

Es entsteht die Aufgabe. die sich in den verschiedensten Wendungen bei Galilei und Newton findet. Es zeigt sich. Der Begriff der Erscheinung selbst ist ein anderer. bevor wir nach Erklärungen suchen oder nach höheren Ursachen fragen mögen. beginnt mit der gleichen theoretischen Fixierung der der Physik. so ist sie eben damit erklärt und die Aufgabe der Wissenschaft ist beendigt.. Gerade vom Standpunkt dieser Erneuerung aber zeigt es sich zugleich deutlich. 1 und Wo dem Streite zwischen Newton f f . von anderen mit noch so vielen Robert Mayer Aufgabe kennen 184 . genauer zu untersuchen.. Ist einmal eine Tatsache nach allen ihren Seiten hin bekannt. den die antike Skepsis entwickelt und vertreten hat. daß der „Phänomenalismus" eines Newton mit demjenigen. die doch beide in der Einschränkung der Physik auf das Gebiet der . die mit der Renaissance ihren Anfang nimmt. um nicht zu sagen einzige Regel für die echte Naturforschung ist die: eingedenk zu bleiben. je nachdem er auf den unbestimmten Gegenstand der Sinneswahrnehmung oder auf das theoretisch konstruierte Objekt der mathematischen Physik angewandt wird: und eben die Bedingungen dieser Konstruktion sind es. . IV.als ständen wir noch mitten in der der Philosophie des achtzehnten Jahrhunderts sein Gepräge gegeben hat. Der Entdecker des Grundgesetzes der neueren Naturwissenschaft fügt sich in seinen methodischen Ansichten durchaus der Reihe der großen Forscher ein. die logische Stetigkeit nicht unterbrochen wird. auf welchen Momenten die Unterscheidung der beiden Ansichten beruht.Die wichtigste. Mag auch dieser Ausspruch von einigen für trivial erklärt. Dieser Streit darf indessen als erledigt gelten: denn die L o g i k selbst hat sich in ihrer Erneuerung und kritischen Gestaltung der metaphysischen Ansprüche begeben. daß bei aller sachlichen Erneuerung der Physik. begrifflich nicht auf derselben Stufe steht. daß es unsere Aufgabe ist. Erscheinungen" übereinkommen. die die erkenntnistheoretische Frage immer von neuem herbeirufen. die das Energieprinzip mit sich bringt. die Erscheinungen zu lernen.

S. wenn sie gemessen ist: „eine einzige Zahl hat mehr wahren und bleibenden Wert als eine kostbare Bibliothek von Hypothesen**. daß aber alle spekulativen Operationen selbst der glänzendsten geistigen Kapazitäten. und daß ich über das. 180. der Wärme. bis jetzt nur taube Früchte getragen haben*. von Weyrauch. „Was Wärme." Hier zugleich ist ein neben der Abweisung falscher Problemstellungen neues Problem von bleibender Bedeutung * Robert Mayer. als man bisher gesehen hat. was von der empirischen Forschung irgend zu verlangen ist. wie Galilei die Frage nach der Ursache der Schwere von sich gewiesen hatte. 226 u. die als unerschütterlicher Bestand der Forschung zurückbleiben. hg." Dies aber ist alles. in die Tiefen der Weltordnung durch Hypothesen einzudringen. sich über dieselben erheben wollen. 236.Gründen bekämpft werden. S.. Bemerkungen über das mechanische Aequivalent. so wenig als ich das innere Wesen einer Materie oder irgend eines Dinges überhaupt kenne. das weiß ich aber. die statt von den Tatsachen als solchen Besitz zu ergreifen. Mayers Briefe an Griesinger (Kleinere Schriften u. sind es die quantitativen Grundbestimmungen des Seins und Geschehens. daß ich den Zusammenhang vieler Erscheinungen viel klarer sehe." Im Lichte dieser Auffassung sind es zuletzt lediglich Zahlen. was eine Kraft ist. während die Versuche. (Mechanik der Wärme. ein Seitenstück bilden zu dem Streben der Adepten. f. „Die scharfe Bezeichnung der natürlichen Grenzen menschlicher Forschung ist für die Wissenschaft eine Aufgabe von praktischem Wert.). weiß ich nicht. Eine Tatsache ist verstanden. Stuttgart 1893. 185 . ** S. hg." Es ist genau dieselbe Sprache. daß diese Grundregel bis auf die neueste Zeit herab nur allzuoft vernachlässigt wird. helle und gute Begriffe geben kann. Stuttgart 1893. was Elektrizität usw. 3 Aufl. dem inneren Wesen nach sei. von Weyrauch. die Kepler gegen die Alchymisten und Mystiker seiner Zeit. die Galilei gegen die Peripatetische Schulphilosophie geführt hatte. Wie aus der verschwindenden Bewegung Wärme entsteht oder wie Wärme sich wiederum in Bewegung wandelt: diese Frage lehnt Robert Mayer ebenso ab. Briefe. so bleibt doch gewiß.

Sie tritt nicht ein. Damit aber ist zugleich auf bestimmte logische Voraussetzungen hingewiesen..knüpfung Zahlausdruck Eine Erscheinung soll als erklärt gelten. sie überspringt das Gebiet des Faktischen nicht. ist. gelangt dadurch diese logische Relativität nur zur klarsten Bezeichnung. wenn sein Verhältnis zu verwandten Gruppen von Phänomenen und schließlich zum Inbegriff der Erfahrungstatsachen überhaupt eindeutig festgestellt ist. die die exakte Wissenschaft vermittelt. wahre Hypothese" bedeutet nichts anderes als ein Prinzip und ein Mittel der Messung selbst. ist offenbar mit der bloßen sinnlichen Kenntnisnahme eines isolierten sinnlichen Tatbestandes nicht Ein Vorgang ist erst dann erkannt. bezeichnet. sondern sie dient der Ermöglichung dieser Ordnung selbst. um ihnen nachträglich eine Vermutung über ihre absoluten Gründe hinzuzufügen. um in ein transzendentes Jen- — dem 186 . ihr Sinn wird erst durch die Vergleichung und unterscheidende Verknüpfung mit anderen Werten festgestellt. des physikalischen Wissens widerspruchslos eingefügt ist. die aller physikalischen Zählung und und diese Voraussetzungen bilden Messung zugrunde liegen die echten „Hypothesen". wenn sie vollständig und nach allen Seiten Diese Definition muß in der Tat ohne Einschränkung zugestanden werden: aber hinter ihr erhebt sich alsbald die weitere Frage. Die konstanten Zahlwerte. durch welche wir einen physikalischen Gegenstand oder ein physikalisches Ereignis bestimmen. schließt die Geltung allgemeiner Regeln der VerIndem die Erscheinung auf einen festen ein. Die „Bekanntschaft" mit einer Erscheinung. die von keinem naturwissenschaftlichen Phänomenalismus mehr bestritten werden können. nachdie Erscheinungen bereits als Größen erkannt und geordnet sind. Jede assertorische Behauptung einer Wirklichkeit schließt daher hier zugleich eine Aussage über bestimmte gesetzliche Relationen. unter welchen ein Phänomen als bekannt im Sinne der Physik zu gelten hat. Die einzelne Konstante bedeutet nichts bekannt Bedingungen Gesamtheit für sich selbst. besagen nichts anderes als seine Einordnung in einen allgemeinen ReihenZusammenhang. wenn er der einerlei. gebracht wird. Die .

unmittelbar gewisse und gegebene Ausgangspunkt. Wir messen niemals Empfindungen als solche. S. welche nicht meßbar sind. In der Tat zeigt es sich sogleich. s t w a 1 d hat in seiner Polemik gegen den Gebrauch der Hypothese allen Nachdruck auf den Unterschied zwischen der Hypothese als Formel und der Hypothese als Bild gelegt.. die innerhalb des Gebiets unserer Sinneseindrücke niemals erfüllt sind. so handelt es sich um eine dauernde Formel oder ein Naturgesetz. treten dagegen in der Formel Größen auf." So berechtigt indessen die Forderung der Meßbarkeit ist. 187 . „Wenn jede in der Formel auftretende Größe für sich meßbar ist. Vorlesungen über Naturphilosophie. sondern stets nur die Objekte.. bedeutet nur die Wiederholung der eigentlichen Frage: denn das gezählte und gemessene Phänomen ist nicht der selbstverständliche. das in der bloßen Wahrnehmung und mit ihren Mitteln zu vollenden wäre. Selbst wenn man der Psychophysik die Meßbarkeit * Ostwald. Aber es gibt in jedem Falle ein einfaches logisches Verfahren. die hier gegeben ist. 213 f. die es im einzelnen zu verfolgen gilt. Die Antwort. 1902. sondern das Ergebnis bestimmter begrifflicher Operationen. die hier erhoben wird. Lpz. Freilich erscheinen auch diese Bilder selbst oft im Gewände mathematischer Darstellung. daß der bloße Versuch der Messung Postulate in sich schließt. die der direkten Messung und somit der unmittelbaren Verifikation durch die Beobachtung fähig sind. Formeln enthalten lediglich algebraische Ausdrücke. Bei den physikalischen Bildern dagegen fehlt jedes Mittel einer derartigen Nachprüfung. die Messung selbst als ein rein empirisches Verfahren anzusehen. so irrig ist es. so daß das angegebene Merkmal der Unterscheidung auf den ersten Blick nicht zureichend scheint.seits überzugreifen.. so handelt es sich um eine Hypothese in mathematischer Gestalt und in der Frucht sitzt der Wurm*. das stets zu einer klaren Sonderung führt. auf die wir sie beziehen. sie sprechen nur Verhältnisse zwischen Größen aus. auf dem wir von der sinnlichen Mannigfaltigkeit der Empfindungen zur intellektuellen der Maße und Zahlen gelangen.. sondern sie bezeichnet den Weg.

sondern mit Keiner dieser Begriffe aber läßt sich als einfache Kopie von Tatsachen der Wahrnehmung verstehen. die zu ihrer Begründung nichts Geringeres als die gesamte logische Aber auch Theorie der Infinitesimal-Analysis voraussetzt. Lassen wir etwa einer bestimmten Geschwindigkeit Wärme 188 . so bliebe dennoch diese Einsicht unberührt. 158 ff. Es ist ein die hierbei erfordert werden. wo wir der direkten Empfindung näher zu stehen. um auch nur das Grundschema der Messung festzustellen. weiter Weg von der unmittelbaren Empfindung der zum exakten Begriff der Temperatur. daß die physikalische Temperatur Bewegung Definition der Bewegung selbst nicht festgestellt werden konnte. (S.intelligible" stetige Ausdehnung des Mathematikers zu ersetzen. Blickt man auf diejenigen Faktoren.) Nicht minder ist es eine reine begriffliche Konstruktion. wo wir von keinem anderen Interesse beherrscht scheinen.der Empfindung zugestehen wollte. dort. die sie uns darbietet. Das unbestimmte Stärker und Schwächer des Eindrucks bietet nirgends eine Handhabe und einen Ansatz zur Gewinnung fester Zahlwerte. oben S. Wir müssen von der subjektiven Wahrnehmung zu einem objektiven funktionalen Zusammenhang zwischen Wärme und Ausdehnung übergehen. ohne den sinnlichen Körper durch den geometrischen Körper. daß der Physiker zum mindesten es niemals mit den Farben oder Tönen als sinnlichen Erlebnissen und Inhalten. so ist hier die allgemeine Entscheidung bereits gegeben: denn es zeigte sich bereits.oder Berührungsempfindung. als die Unterschiede. und Druck zu tun hat. deutlich hervor. ehe von Bewegung und ihren exakten Maßen im strengen Sinne überhaupt die Rede sein konnte. daß er es nicht mit der Wärme.. sondern einzig und allein mit Schwingungen. in einer festen Skala zu verzeichnen. die bei der Messung der beteiligt sind. wenn wir einem ungleichförmig bewegten Körper in jedem Punkte seiner Bahn eine eindeutig bestimmte zusprechen: eine Konstruktion. denn auch unter dieser Voraussetzung ist es deutlich. treten die theoretischen Grundmomente. Von den Inhalten der Perception mußte zu ihren begrifflichen Grenzen übergegangen werden. die sinnliche Ausdehnung durch die .

die zwischen den beiden auf diese Weise bezeichneten Punkten liegt. denken wir uns z. die Voraussetzung machen. in das Laboratorium versetzt. Milhaud. wie selbst die ein- quantitative Fixierung eines physischen Tatbestandes diesen alsbald in ein Netzwerk theoretischer Voraussetzungen einbezieht. die durch die empirische Beobachtung nahe gelegt. vom Quecksilberthermometer zum Wasserthermometer über. nehmungstatsachen hält und dem wissenschaftlich geleiteten und kontrollierten Experiment erfährt bei ihm eine überzeugende und lebendige Schilderung.Grad. aber uns keineswegs durch sie allein gebieterisch aufgedrängt wird. hierüber die treffenden Ausführungen von G. Gehen wir von den festen Körpern zu den flüssigen. S. B. einer Ausdehnung des Quecksilbers den Wert von anderen den Wert von 100 Grad entsprechen. die sich lediglich im Gebiet der konkreten Wahrfachste m . Der Gegensatz zwischen der naiven sinnlichen Beobachtung. die zwischen dem Duhe physikalischen Faktum und der physikalischen Theorie obwaltet. Es ist die philosophische Arbeit der physikalischen Forscher selbst. 47 ff. Paris 1898. in weitere Teile und Unterteile zu zerlegen. Verfolgen wir in Gedanken den Gang einer experimentellen Untersuchung. La 189 . so wäre hier zum Zweck der Messung die einfache Formel der Proportionalität durch eine komplexere Formel zu ersetzen. außerhalb deren nicht einmal die Frage nach der Meßbarkeit des Vorgangs gestellt werden könnte. Annahme aber ist zunächst nichts als eine Hypothese. daß die Unterschiede der Temperatur denen der Ausdehnung des QueckDiese silbers direkt proportional zu setzen sind. Man erkennt bereits an diesem Beispiel. um die Strecke. so müssen wir. Vor allem ist es der diese Wechselbeziehung. die diese erkenntnistheoretische Einsicht zu immer größerer Klarheit erhoben hat. auf den einfachsten und schärfsten Ausdruck gebracht hat. gemäß welcher sodann die Zuordnung bestimmter Temperaturwerte und bestimmter Volumenwerte zu erfolgen hätte*. in welchem Regnault seine bekannten Versuche zur Prüfung des Mariotte* Vgl. Rationnel.

sind gewisse Zustände und Veränderungen in seinen Aber die Urteile. . beziehen sich nicht auf diese Instrumente. Der Wert des Volumens. die im Elektrizitätslehre usw. macht die 190 . die exakte Definition des Druckes fordert zu ihrem vollen Verständnis das Eindringen in die tiefsten und schwierigsten Theorien der Hydrostatik.sehen Gesetzes anstellt. sondern ein Wert der „Temperatur" wird festgestellt. Der Apparat. nicht eine Änderung. die durch sie gemessen werden sollen. was den Kern und den eigent- Sinn der physikalischen Ergebnisse Regnaults ausWas der physikalische Forscher objektiv vor sich macht. den es besitzt. die aus einem Bericht über einmalige Geschehnisse ein Urteil über Naturgesetze macht. Drucks. wie der Physiker es formuliert. setzt nicht nur die Prinzipien der Arithmetik und Geometrie. und der Grad der Temperatur. die wir etwa den Farben und Tönen an die Seite stellen könnten: sondern es sind „abstrakte Symbole". der Wert des Druckes. der Zwischen den Phänomenen. Dieser Übergang von dem. die er fällt. Verlauf eines Experiments wirklich beobachtet werden und dem endgültigen Ergebnis dieses Experiments. sondern eine Variation des unter dem das beobachtete Gas steht. die im Manometer vor sich ging. die wir einAber die Erzählung dieser Befach wiederholen können. sind sämtlich keine konkreten Objekte und Eigenschaften. so sehen wir uns hier zunächst freilich einer Summe direkter Beobachtungen gegenüber. sondern auch die abstrakten Grundsätze der allgemeinen Mechanik und der Himmelsmechanik voraus. kraft dessen das Volumen des Gases festgestellt wird. erhalten. Nicht vom Stand einer bestimmten Quecksilbersäule wird berichtet. ist es keineswegs. liegt also eine äußerst komplexe intellektuelle Arbeit: und diese ist es erst. sondern auf die Gegenstände. obachtungen lichen sieht. die lediglich die physikalische Theorie wieder mit den wirklich beobachteten Tatsachen verknüpft. wird ver- Meßinstrumenten. das ein Gas einnimmt. was die Wahrnehmung des individuellen Moments unmittelbar darbietet zu der Form. die die Elemente in der physikalischen Aussage schließlich eigentümliche und charakteristische Leistung des naturwissenschaftlichen Begriffs aus. zeichnet. unter dem es steht.

in der und nach allen Seiten hin beleuchtet wird Paris 1906. die auf die Ausschaltung der Beobachtungsfehler gerichtet ist.deutlicher tritt diese Abhängigkeit jeder praktischen prinzipiellen Grundannahmen. Die Konstanz. sondern er schiebt ihm in Gedanken ein ideales Instrument unter.* Von einer anderen Seite her tritt uns diese Verknüpfung entgegen. hieße die Beobachtung selbst um ihren Sinn und ihren Wert bringen. sind also selbst ein Werk der mathematischen Theorie: diese letztere ausschalten. hervor. Messen wir etwa die Intensität eines elektrischen Stromes durch die Tangentenbussole. zuvor auf ein allgemeines geometrisches Modell bezogen und übertragen werden. so müssen die Beobachtungen. ermittelt werden kann. sondern erst durch eine kritische Diskussion. wenn wir uns vergegenwärtigen. Kein Physiker experimentiert und Noch Messung von bestimmten mißt in Wahrheit mit dem Einzelinstrument. Die Korrekturen. hierzu die ausgezeichnete Darstellung bis ins Einzelne aufgedeckt dieser Zusammenhang von Duhem. der eine bestimmte Größe und Form aufweist. die dem besonderen Werkzeug notwendig anhaften. die wir zunächst an einem konkreten Einzelapparat machen. die als allgemeingültig hingestellt werden. das er sinnlich vor Augen hat. in dem alle zufälligen Mängel. ausgeschaltet sind. die beobachtete Abweichung der Magnetnadel in die allgemeine theoretische Formel der Stromintensität einzutragen und damit den Wert der letzteren zu bestimmen. setzen wir eine unendlich kleine.) (La Theorie Physique. ehe sie physikalisch verwendbar sind. wenn man erwägt. die ohne Reibung um eine vertikale Achse beweglich ist: und erst die Gesamtheit dieser Umformungen erlaubt es uns. An die Stelle eines Kupferdrahtes von bestimmter Stärke setzen wir eine strenge geometrische Kreislinie ohne Dicke. die wir beim Gebrauch jedes physikalischen Instruments vornehmen und notwendig vornehmen müssen. * Vgl. son objet et sa structure. an die Stelle des Stahls der Magnetnadel. die sie als konstant zugrunde legt. horizontale magnetische Achse. daß das eigentliche Fazit des Versuches niemals direkt zutage liegt. 191 . daß jede konkrete Messung zuvor die Fixierung bestimmter Einheiten verlangt.

begrifflicher Postulate und Defini- Für die abstrakte Mechanik heißen dieermöglicht wird. die verlangte Gleichförmigkeit in aller Vollkommenheit. Man könnte versuchen. in denen ein sich selbst überlassener Wieder materieller Punkt gleiche Weglängen beschreibt. da gerade das charakteristische Grundmoment der Zeit darin besteht. am Problem der Zeitmessung. die jetzt vielmehr auf Grund theoretischer Erwägungen gefordert und durch empirische Gründe bestätigt wird. die der räumlichen Messung zur Verfügung zu stehen scheinen. wie es scheint. So bleibt uns nur die begriffliche Vermittlung. sogleich klar hervortreten. die durch den . sondern sie Die Notwendigkeit derartiger Setzungen tritt besonders an dem fundamentalen physikalischen Maßproblem. daß zwei Teile von ihr niemals zugleich gegeben sind. die für die Ziele der Messung nur immer in Betracht kommt. also einem rein ideellen Grenzbegriff gegenüber und wieder ist es die hypothetische Annahme eines allgemeingültigen Prinzips. Das Trägheitsgesetz geht als begrifflicher Bestand in die Erklärung der Zeiteinheit ein. die zwischen idealem und empirischem Zeitmaß jederzeit zurückbleibt. die aber als dem Wahrnehmbaren Grund ist niemals eine Eigenschaft. im Gebiet der konkreten Phänomene selbst. jenigen Zeiten gleich. eine streng Die tägliche gleichförmige Bewegung festzuhalten sucht. Umdrehung der Erde bietet. die durch den Rückgang auf die Bewegungserscheinungen wird ihm erst auf tionen verliehen. dar. diese Bedingtheit abzustreifen. Die Ungleichheit der Sterntage ist es. hervor. indem man von der rationalen Mechanik zu ihren empirischen Anwendungen übergeht und hier. das zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kulminationen desselben Sternes liegt.die hier gefordert wird. Wir können nicht eine Zeitstrecke zu einer anderen hinbewegen und beide in direkter Anschauung miteinander vergleichen. finden wir uns hier dem Begriff des Massen p u n k t e s . Die Einheit wird uns hier durch das Intervall. Die genauere Betrachtung läßt indessen die Differenz. direkt gegeben. das die Setzung des Grundmaßes erst ermöglicht. 192 Schon die Reibung. solchem anhaftet. Die Zeitmessung muß von Anfang an auf all die sinnlichen Hilfen verzichten.

wird daher mit dem Fortschritt der theoretischen Physik mehr und mehr zurückgedrängt. konstruiert sind*. Die wahrhaften Konstanten sind daher im Grunde nicht wie man mit Recht betont hat die dinglichen Maßstäbe und Maßeinheiten selbst. Lucien Poinoar6. bedingt Verminderung der Rotationsgeschwindigkeit der Erde und somit eine Verlängerung der Sterntage. Revue de M6taph. die man voraussetzt. ment der Immer ist es somit der Versuch.. als Grundlage dient. auf die sie bezogen und nach derem Vorbild eine allmähliche Längenmessung — — sie daß die Maße der physischen Dinge und Vorgänge ihnen gleich sinnlichen Eigenschaften anhaften und gleichsam von ihnen nur abgelesen zu werden brauchen.) Cassirer. sowie Wilbois. v. Denn die Erklärung. wobei das Exponentialgesetz. Wir setzen die empirisch zunächst völlig . 1908. gewisse Gesetze als allgemeingültig festzuhalten. um das Prinzip der Erhaltung der Energie aufrecht zu erhalten. nach welchem die Abnahme der Wirkung erfolgt. Beziehung auf irgendein physikalisches Gesetz. Analog sind es die Prinzipien und Theoreme der Optik. sondern eben diese Gesetze. Die moderne Physik dtsch. der uns in der Wahl der Einheiten leitet. enthüllt sich jetzt als ein logischer Zirkel. Damit aber ändert sich zugleich das Verhältnis von Gesetz und Tatsache. — Das Gesetz kann nur darum aus der * Vgl. IX (1901.beständigen Wechsel von Ebbe und Flut entsteht. Henri P o i n c a r 6 . 1898. So hat man neuerdings als exakte Einheit der Messung die Zeit vorgeschlagen. Die naive Auffassung. Von neuem entgleitet uns das gesuchte genaue Maß und wir sehen uns zu weiter zurückliegenden begrifflichen Festsetzungen Sie alle aber erhalten ihren Sinn nur durch die gedrängt. L'Esprit positif. Substanzbegriff 13 193 . in welcher die Emanation des Radiums ihre Radioaktivität verliert. das wir stillschweigend in ihnen mitdenken. Lpz. daß wir zu Gesetzen gelangen. Revue de M6taphysique et de Morale VI. Brahn. indem wir einzelne Fakta vergleichen und messen. Über die theoretischen Voraussetzungen der Be- stimmung der Maßeinheiten vgl. um etwa die Wellenlänge bestimmter Lichtstrahlen als Fundaeinzuführen. bes. La mesure du temps. gleichen" Sterntage als ungleich.

jede theoretische Konstruktion unmittelbar in einer einzelnen Erfahrung. weil sie der Form einer dogmatischen sondern lediglich als ein erster gedanklicher Ansatz erfolgt. sondern lediglich eine Frage in sich schließt. In diesem Grundcharakter bildet er die Erweiterung und Fortsetzung des tischen Begriffs. Wir besitzen nicht physikalische Begriffe und physikalische Tatsachen in reinlicher Scheidung. so daß wir aus dem ersteren Gebiet ein Glied herausheben und versuchen könnten. weil wir es in hypothetischer Form Messung selbst hineingelegt haben.Messung hervorgehen. wie wir die Begriffe anderseits nur mit Rücksicht auf die Totalität der möglichen Erfahrung konzipieren. so genau bezeichnet es das logische Kernproblem der Physik.. Auch die Gültigkeit des physikalischen Begriffs beruht nicht auf seinem Gehalt an wirklichen. Tatsachen" nur kraft der der Begriffe. (Vgl. Jedes Element bedarf hier des anderen zu seiner Stütze und Rechtfertigung. Es ist der Grundfehler des nicht in wegnahme Behauptung. 109 f. in einem besonderen sinnlichen Eindruck bewähren. knüpfung. So paradox dieses Wechselverhältnis erscheinen mag. ob ihm ein Abbild im zweiten entspricht: sondern wir besitzen die . sondern er erhält diese Bestätigung stets nur als Glied eines theoretischen Gesamtkomplexes. Seine „Wahrheit" bekundet sich zunächst in den Folgerungen. zu denen er hinführt. ist sein Wert und sein Recht erwiesen. die er ermöglicht. direkt aufzeigbaren Daseinselementen. Die begriffliche Vorin die des Gesetzes ist nicht widersprechend. sondern auf der Strenge der Verdie er ermöglicht. Aber dieses Recht kann andererseits freilich nicht dadurch gesichert werden. weil sie nicht eine endgültige Antwort. mathema- Gesamtheit 194 . keines läßt sich aus dem Gesamtorganismus herauslösen und in dieser Sonderung darstellen und prüfen. das Ganze der Erfahrungen zu einer lückenlosen Einheit zu verknüpfen. in dem Zusammenhang und der systematischen Geschlossenheit der Erklärungen.) Der einzelne Begriff kann daher niemals für sich allein an der Erfahrung gemessen und beglaubigt werden. daß wir jede Hypothese. Erst wenn es auf Grund dieses Ansatzes gelingt. oben S.

Die Leistung des Begriffs erstreckt sich hier nur auf die nachträgliche Zusammenfassung und Darstellung des empirischen Materials. 308 13* ff. die mit allem Nachdruck betonen. s. Duhem. nicht auf die Sicherung und Nachprüfung dieses Materials selbst*.Baconischen Empirismus. 125 ff. hrz. verwerfen den naiven Baconischen Gedanken des „experimentum crucis". daß alle Komplikation der Untersuchungsmethoden uns von dem konkreten Faktum der Anschauung in seiner sinnlichen Lebendigkeit nur mehr und mehr entfernt? Verlohnt sich dieser ganze Aufwand wissenschaftlicher Mittel. die unser Denken nur so getreu als möglich nachzubilden hätte. Die „reine" Erfahrung im Sinne einer bloßen in- Erfahrung duktiven Sammlung vereinzelter Beobachtungen vermag niemals das Grundgerüst der Physik abzugeben: denn ihr ist die Kraft der mathematischen Formgebung versagt. wenn wir zuletzt erkennen müssen. Th6orie Physique S. als Tatsachen in Symbole zu verwandeln? Der Vorwurf. modernen Gestalt in ihrer Gesamtheit die höchste und Kontrolle aller physikalischen Theorien bildet. die es mit der Gesamtheit der Phänomene systematisch verknüpft**. in dieser Form. den die moderne Physik in ihrer Entstehung gegen die Scholastik erhob. beginnt die intellektuelle Arbeit des Begreifens. bes. daß er diese Korrelation nicht begriff. für sich bestehende Wesenheiten dachte. zu dem die Analyse der physikalischen Theorie notwendig hindrängt. diejenigen Denker. La Erkenntnisproblem II. 195 . so bleibt nichtsdestoweniger eine Paradoxie zurück. wenn das endgültige Ziel kein anderes ist und sein kann. Faßt man jedoch das Endergebnis. daß die Physik selbst ihrer die Auch daß letzte sie endgültig überwunden hat. So hartnäckig diese Auffassung sich innerhalb der Erkenntnistheorie der Naturwissenschaft erhalten hat: so viele Zeichen weisen in doch darauf hin. daß er die „Fakta" gleichsam als abgelöste. Erst wenn das rohe Faktum durch ein mathematisches Symbol dargestellt und ersetzt ist. Wozu dient alle Begriffs arbeit der Physik. daß sie die Betrachtung der Sachen * Näheres hierüber ** Vgl.

Alle diese Begriffe erscheinen in nunmehr als ebensoviele Mittel. unter denen die Vergleichung und Zuordnung der Elemente erfolgt. Wahrheit gegeneinander zu isolieren. die Besonderheit eines Objekts zu bezeichnen. oben S. droht jetzt auf sie selbst scheint wahren Wirklichkeit der Empfindung mehr und mehr entfremden. Der wissenschaftliche Versuch leistet diese letzte endgültige Fixierung. in Gegensatz zu der Evidenz und die uns im Erleben individueller Einzeltatsachen zum BeDiese Trennung beruht indessen selbst wußtsein kommt. sondern ein Prinzip festauseinander zustellen. kraft dessen das Einheit des Begriffs bekundete sich nicht hervorgeht. — Der Weg der mathemati- — Reihenbildung meinsame Verschiedene „Gegebene" Reihen Wir müssen dem Gegenstand bestimmtes Volumen und eine bestimmte Masse. zwei Momente eine neue hier erreicht.) Die Betrachtung der physikalischen Grundbegriffe bestätigt und erweitert diese Auffassung. 18 ff. Namen Nur ersetze. sondern in der Regel. als ein Inbegriff physikalischer Konstanten: außerhalb dieser Konstanten besitzt er keine Möglichkeit und keine Handhabe. Die in einem festen Bestand an Merkmalen.durch die der zurückzufallen. (Vgl. Man hat diese Konsequenz in der Tat bisweilen gezogen: man hat die zu der die physikalische Theorie uns hingestellt. schen wie sich im Gegensatz zu der Begriffsbildung war durch das Verfahren traditionellen logischen Lehre zeigte bestimmt. Nicht darum handelte der es sich. müssen die Geist. aus einer Mehrheit gleichartiger Eindrücke das Geherauszuschälen. Das einzelne Ding ist für den Physiker nichts anderes. führt. durch die wir uns der Namengebung Not- wendigkeit. sichtspunkte. theoretisch festgestellt und begründet sein. die durch die Voraussetzununlöslich auf- gen der Begriffsbildung selbst einander hingewiesen sind. auf einer falschen Abstraktion: sie versucht. durch welche die bloße Verschiedenheit als eine gesetzliche Abfolge von Elementen dargestellt wurde. aber damit sie möglich müssen die Reihenprinzipien selbst. ein bestimmtes spezifisches Gewicht. ein 196 . das zu fassen und ihm innerhalb dieser Reihen seine feste Stelle anzuweisen.

Aus einer Summe von Eigenschaften wird das. die hinzugebracht werden müssen. Erst in dieser Beurteilung wandelt sich der konkrete Eindruck zum physikalisch bestimmten Objekt. die im Hinblick auf irgendeine Vergleichsskala fixiert sind. Die Messungen. Das Symbol besitzt sein vollgültiges Korrelat nicht in irgendwelchen Bestandteilen der Wahrnehmung selbst. sondern es muß theoretisch erarbeitet werden.. Die verschiedenen physikalischen Begriffe bestimmen jeder für sich eine derartige Skala und ermöglichen somit eine immer innigere Verknüpfung und Zuordnung der Elemente des Gegebenen. Symbol" zukommt. unter dem die Vergleichung erfolgt. eine bestimmte elektrische Leistungsfähigkeit usf.. um ihn von anderen Objekten zu unterscheiden und ihn einer festen begrifflichen Klasse einzuordnen. die als allgemeingültige Maßstäbe theoretisch festgelegt sind. was ihn als Systemglied kennzeichnet. die hierzu erforderlich sind. anfänglichen Eindruck mitgegeben. um diese Gliederung zu vollziehen. um sodann auf das Mannigfaltige der Wahrnehmung angewandt zu werden. zusprechen. aber setzen voraus.eine bestimmte Wärmekapazität. Ding" jetzt zu einem mathematischen Inbegriff von Werten. Die sinnlich dingliche Qualität wird zum physikalischen Gegenstand. objektiven" Wert. Die physikalische Zerlegung des Gegenstandes in die Gesamtheit seiner numerischen Konstanten ist somit keineswegs gleichbedeutend mit der Zerfällung eines sinnlichen Dinges in die Schar seiner sinnlichen Merkmale: sondern es sind neue und eigenartige Kategorien der Beurteilung. Man begreift erst in diesem logischen Zusammenhang den . aber es ist alles dasjenige festgehalten und für sich herausgehoben. daß das Moment. wohl 197 . indem sie sich in eine reihenförmige Bestimmtheit umsetzt. Das Chaos der Eindrücke formt sich in ein System von Zahlen: aber diese Zahlen erhalten ihre Benennung und somit ihre spezifische Bedeutung erst aus dem Inhalt der Grundbegriffe. zuvor in begrifflicher Strenge und Dieses Moment ist niemals in dem Genauigkeit erfaßt ist. der der Umbildung des Eindrucks in das mathematische .. In der symbolischen Bezeichnung ist freilich die besondere Beschaffenheit des sinnlichen Eindrucks abgestreift.

so wäre damit die „Einheit des Bewußtseins" so würde der Eindruck nicht länger zu selbst aufgehoben Man kann im Sinne . ohne irgendein angeben zu können. beleuchten.apperzeptiven Verknüpfung" auf. die die naturwissenschaftliche Theorie entwickelt. Eigenschaften". Zusammenhang. das hier zugrunde liegt. Vorarbeit schafft eine Übersicht über die möglichen Weisen der exakten Zuordnung. wenn man an die gewöhnliche psychologische Fassung der Begriffstheorie anknüpft. gewinnt der einen es feste Gestalt und Prägung. stellen. keine Einstellung des Tatsächlichen in Reihen und somit keine durchgängige wechselseitige Bestimmung zwischen seinen einzelnen Gliedern. Ohne sie gäbe es in der Tat. Fehlte diese Bezogenheit des Einzelnen auf die Gesamtheit der Erfahrung. ist jetzt doch seine notwendige Zugehörigkeit zu irgendwelchen von diesen Grundreihen erkannt und damit bereits das vorbereitende Schema Die deduktive zu seiner näheren Bestimmung geschaffen. Der neu auftretende Eindruck.der zwischen aber in dem gesetzlichen ihren einzelnen Gliedern besteht: dieser Zusammenhang aber ist es. gewinnt es klar umgrenzte Selbst bevor noch sein physikalische . der sich immer deutlicher als der eigentliche Kern des Gedankens der empirischen . In der Sprache dieser Theorie löst sich das Problem des Begriffs in das Problem der . Wirklichkeit" selbst enthüllen wird. Einzel wert innerhalb jeder der möglichen Vergleichungsreihen empirisch festgestellt ist. wie sich gezeigt hat. die er erfährt.. Von einem anderen Standpunkt läßt sich das Verhältnis. — — M Apperzep- Prädikat Leitgedanken Messung 198 . als die eigentlichen und notwendigen tionsbegriffe für jede empirische Kenntnis überhaupt bezeichnen.. durch das wir es näher zu umgrenzen Erst indem wir das Gegebene unter irgendvermöchten. Wir besäßen alsdann das Faktum immer nur als einzelnes Subjekt.. der zunächst als Einzelnes erfaßt wird. während die Erfahrung bestimmt. a ß dieser Auffassung die verschiedenen physikalischen begriffe. unserer" Welt der Wirklichkeit gehören. gelangt zu begrifflichem Verständnis erst kraft der apperzeptiven Deutung und Einordnung..

F. hrz. oder die E i g e n e n e r g i e als charakteristisch für den augenblicklichen Zustand eines gegebenen physikalischen Systems ansehen. insbesondere der mathematischen ReDie Materie der Wahrnehmung wird nicht erst nachträglich in irgendeine begriffliche Form gegossen.. den sie untersucht. Lipps. seine Bestimmung aufnimmt. Jetzt kann es daher nicht mehr befremden. haben wir ihm damit das Siegel unserer allgemeinen anwendbar Verknüpfungsbegriffe. Ein solcher Parameter ist die Masse. treffenden Ausführungen von G. daß sie immer neue . S. die wir einem einzelnen Körper beilegen. Je tiefer man sich in dieses Verfahren versenkt. die die Theorie gebahnt hat und zwischen denen es nunmehr eine Auswahl zu treffen gilt. um irgendwelche konkrete Bestimmungen und Prädikate von ihr aussagen zu können. daß auch die wissenschaftliche Physik. je weiter sie in das „Sein" ihrer Objekte vorzudringen strebt. Kein Inhalt der Erfahrung kann uns daher jemals als etwas schlechthin schon indem wir denn gegenübertreten: Fremdartiges ihn zum Inhalt unseres Denkens machen. um uns das Ganze seiner möglichen Veränderungen und sein Verhalten gegenüber äußeren Bewegungsantrieben rational verdie wir ständlich zu machen. die bildung und Erkenntnis. dadurch zum Ausdruck zu bringen. 1907. Sie entdeckt keine absoluten metaphysischen Qualitäten. Parameter" in lationen.welcher von den möglichen den vorliegenden Fall Arten der Verbindung ist. . durch welche Physik und Chemie fortschreitend den Körper der Wirklichkeit bestimmen*. indem wir ihn in räumliche und zeitliche Beziehungen mit anderen Inhalten setzen. für Das wissenExperiment findet stets eine Mehrheit von Wegen schaftliche vor. Mythen- 199 . sondern der Gedanke dieser Form bildet die notwendige Voraussetzung. Das Gleiche aber gilt für alle die verschiedenen Größen. immer nur gleichsam auf neue Schichten von Zahlen und Zahlenwerten stößt. Lpz. um auch nur irgendeine Gestalt der Materie selbst. um so reiner tritt hierbei die Eigenart der naturwissenschaftlichen Dingbegriffe und ihr Unterschied von den metaphysi* Vgl. 211 ff. aufgedrückt. sondern sie sucht die Beschaffenheit des Körpers oder des Vorgangs.

Form V. die allein den festen. was den Ursprung des sinnlichen Seins bilden soll. Aber schon innerhalb der Jonischen Naturphilosophie selbst beginnen sich Tendenzen zu regen. sondern in sich selbst die Gewähr seines Bestandes trägt. dennoch der charakteristische Ausdruck einer neuen Denkweise und einer neuen Fragestellung ist. Das Anaximandrische Prinzip des oTteiQov erhebt sich bereits in logischer Freiheit über den Kreis der unmittelbaren Wahrnehmungswirklichkeit. die über diese Auffassung hinausdrängen. Der Versuch. Es kann mit keiner einzelnen stofflichen Qualität behaftet sein. daß dasjenige. So ist es irgendein empirisch aufweisbarer Einzelstoff. Die Wahr- nehmung bietet hier — da die begriffliche und kritische Arbeit der Forschung noch nirgends eingesetzt hat die einzige feste Grenze.sehen Substanzbegriffen hervor. Erst in dieser Leistung gewinnt die Philosophie ihren eigenen Anfang. als in dem Umkreis der sinnlichen Dinge selbst. positiven Inhalt der Wirklichkeit auszumachen scheinen. er ist es. die zwischen der Realität und den mythisch-poetischen Erdichtungen scheidet. der geschichtlich die Grenzscheide zwischen Forschung und Mythos vollzieht. Die Naturwissenschaft hat in ihrer Entwicklung überall an die dieser letzteren angeknüpft. da alle Einzelqualitäten sich erst aus ihm 200 — . die Mannigfaltigkeit der sinnlichen Wirklichkeit aus einem einzigen Urstoff abzuleiten. dem jetzt die Bedeutung der „Substanz" aufgeprägt wird. wie unvollkommen sie zunächst auch erfüllt werden mag. Der neue Gedanke aber kann zunächst seine Bestätigung nirgend anders suchen. das nicht von außen durch fremde Willkür gelenkt wird. Es enthält den Hinweis auf den Gedanken. Das Sein wird erst jetzt zum geordneten Ganzen. aber sie hat zugleich in ihrem eigenen Fortschritt diese Form mit einem neuen Gehalt erfüllt und sie auf eine andere Stufe der Begründung emporgehoben. Der logische Gedanke der Substanz steht an der Spitze der wissenschaftlichen Weltbetrachtung überhaupt. mit ihm nicht von gleicher Beschaffenheit sein kann. enthält eine allgemeingültige Forderung in sich. die.

Die Einheit. das diese Tendenz zum Abschluß bringt. das Helle sinnliche — 201 . das Besondere aus dem Allgemeinen ableiten zu wollen. So werden die mannigfachen erscheinenden Beschaffenheiten der Körper. So wird es zu einem Sein ohne bestimmte Unterscheidungsmerkmale. in der diese Differenzierung erfolgt und der Anstoß. stellt sich lediglich als eine logische Vorwegnahme dar. des Feuchten und Trocknen noch ungesondert nebeneinander liegen. die hierin liegt. Die wahrhafte Unendlichkeit des Urstoffes bekundet sich nicht sowohl in seiner gleichförmigen und unterschiedslosen Struktur. die der genauen Begründung entbehrt. Hier tritt zugleich mit der ersten Festsetzung eines allgemeinen bewegenden Prinzips auch die physikalische Erklärung der Einzelqualitäten in eine neue Phase der Betrachtung ein. bildet den Antrieb für die weitere Entwicklung der spekulativen Naturphilosophie. scheinbar den entgegengesetzten Weg einschlagen. so bleibt die Art. als vielmehr in der unbegrenzten Fülle und Mannigfaltigkeit an qualitativen Unterschieden. Es ist vergeblich. Das Gebiet des Stofflichen überhaupt ist damit indes nicht verlassen. die in dem unendlichen und bestimmungslosen Urstoff Anaximanders zur ersten deutlichen Ausprägung gelangt.. sondern erst gestellt. zunächst völlig im Dunkeln. Die Frage. nunmehr auf dauernde und absolute Eigenschaften der Materie als auf ihren eigentlichen Ursprung zurückgedeutet. vielmehr ist es gerade die reine Abstraktion des Stoffes selbst. die er in sich birgt. in dessen gleichartiger Struktur die Gegensätze des Warmen und Kalten. von deren Dasein und deren Unterschieden die Sinne uns Kunde geben. Ausscheidung" aus dem gleichartigen Urprinzip entwickeln sollen. Das Feuchte und das Trockene. Das Problem der besonderen Qualitäten und Eigenschaften ist jedoch in diesem ersten Lösungsversuch nicht überwunden.entwickeln sollen. um an diesem Punkt zur Klarheit durchzudringen. wenn es nicht in irgendeiner Form in ihm bereits gesetzt und enthalten ist. So muß der Gedanke nunmehr. Es ist das Natursystem des Anaxagoras. der zu ihr hinführt. Wenn die Gegensätze sich durch . die Anaximander in seinem Prinzip des Unendlichen gesetzt hatte.

entspricht in Wahrheit ein unveränderliches substantielles Sein. in denen diese Eigenschaften sich mischen. ist nicht dies. zu wirken vermögen. die in ihrer Gesamtheit in jegliche Zusammensetzung eingehen und die auch in den kleinsten stofflichen Teilen. zu entstehen und zu vergehen scheinen.und Dunkle. hinter die konkreten sinnlichen Objekte. daß sie irgendisoliert enthalten. das Dichte und Dünne sind sämtlich Grundeigenschaften der Dinge selbst: und auf der Art und dem quantitativen Verhältnis. wie der Luft und des Wassers. In diesem Sinne ist . so weit wir die Zerlegung auch fortsetzen mögen. noch als enthalten zu denken sind. so daß in der gewöhnlichen populären Betrachtung die übrigen Faktoren.. Hierbei sind es stets alle elementaren Grundbeschaffenheiten. die sich in ihm durchdringen. des Äthers und der Erde. Gegensätzlichkeiten der Empfindung werden hier unmittelbar zu dinglichen Gründen umgedeutet. die selbst durchaus der sinnlichen Beschaffenheiten und Wahrnehmung entnommen sind. zu ihren begrifflichen Prinzipien zurückzugehen: aber sie fixiert den Gehalt dieser Prinzipien in Ausdrücken. Daß irgendeine 202 . Alles in Allem": jedes noch so kleine Partikel. die in Wahrheit niemals fehlen können. das Warme und Kalte. Die spezielle Ausführung dieser Lehre bietet lediglich geschichtliches Interesse: aber auch abgesehen hiervon enthält sie ein Moment von typischer Bedeutung. Was den besonderen Stoffen ihr unterscheidendes Gepräge gibt. wie sie sich der Anschauung zunächst darbieten. Die Analyse des Anaxagoras bezweckt. jeder physische Punkt selbst stellt einen Inbegriff unendlich vieler Qualitäten dar. das denn auch seither im Fortgang der Physik immer wieder zutage'getreten ist. Die bunte Vielheit der empfindbaren Qualitäten wird also beibehalten. praktisch außer Betracht bleiben dürfen. eines der qualitativen Elemente sondern daß es in der Zusammensetzung vorherrscht. die an sich bestehen und für sich. ja sie wird bewußt zur Unendlichkeit gesteigert. die in der Erscheinung hin und her zu gehen. Jeder dieser Beschaffenheiten. wenngleich in Gemeinschaft mit anderen Ursachen derselben Art. beruhen alle Verschiedenheiten und Gegensätze der zusammengesetzten sinnlichen Substanzen.

sie erhalten dadurch zwar eine veränderte Bedeutung. für unseren Blick zeitweilig So liegt hier in der Tat der charaktegleichsam verdeckt. das beharrende Sein. So nunmehr lediglich die Eigenschaften des des Feuchten ruht auch der Bau dieser Physik auf dem gleichen Verfahren der Umsetzung relativer Eigenschaften der Empfindungen in absolute Eigenschaften der Dinge. die sie ausführen. Die Erhebung der Qualitäten zu gesonderten Wesenheiten. und die an ihnen kraft der Wahrnehmung aufzeigbar sind. dieser Eigenschaften läßt ihre Natur Die dennoch ungeändert. ristische Versuch vor. sinnliche Hypostase metaphysische Auch die — Physik stellt in dieser Die Grundqualitäten Hinsicht keine innere Wandlung dar. Die Natur dieser Elemente bestimmt die Eigenart der Bewegungen. wohl aber geht dieser Wert auf die Gesamtheit der Eigenschaften über. insbesondere die gesamte Chemie und A 1 c h y m i e des Mittelalters werden erst verständlich. und Trockenen. wenn man sie im Zusammenhang mit den logischen Voraussetzungen des Aristotelischen Systems betrachtet.Grundeigenschaft an einem Subjekt neu entsteht oder an ihm verschwindet. ohne aus dem Umkreis des „GeEs ist nicht mehr. und damit den Gesamtplan und die Ordnung des Weltalls. die hinzutreten. treten aber aus dem Charakter des Sinnlichen prinzipiell nicht heraus. aus deren Zusammensetzung die vier Elemente: Wasser und Erde. der den dauernden Bestand der Dinge darstellt. 203 . Mit besonderer Schärfe und Deutlichkeit tritt die Anschauung. die die oberflächliche Betrachtung der Dinge uns vorspiegelt: jede b e h a r r t vielmehr und wird nur dieser Eigenschaften durch andere. aus denen jene Körper resultieren. Jonischen Naturphilosophie. ein einzelner empirischer Stoff. Die gesamte Naturwissenschaft. wie die Luft oder das Wasser. sind hier wiederum auf eine kleine Anzahl zusammengezogen: statt der unendlich vielfältigen „Samen" der Dinge sind es Aristotelische Warmen und Kalten. wie in der gebenen" herauszutreten. das der Gedanke fordert. die hier zugrunde liegt. in ihren geschichtlichen Folgen hervor. Luft und Feuer entstehen sollen. zu konstruieren. ist eine bloße Täuschung.

die verschiedenen . Naturen" derart zu beherrschen. Man beraubt den Einzelkörper seiner individuellen Merkmale. Elemente". seine Schmelzbarkeit.die vom Sein des Körpers verschieden und somit wenigstens im Prinzip von einem Körper auf den anderen übertragbar sind. entziehen und sie durch andere Beschaffenheiten Allgemein genügt es. indem wir ihm successiv die beiden . von den flüssigen und flüchtigen durch die Anwesenheit einer bestimmten absoluten und ablösbaren Eigenschaft. einander wird gemäß dieser Grundanschauung gedacht und dargestellt. die ihnen innewohnt: der Übergang in einen anderen Aggregatzustand bedeutet den Verlust dieser Qualität und die Aufnahme einer neuen dinglichen Einzelnatur. als abtrennbarer Bestandteil in ihnen irgendwie vorhanden und nachweisbar sein muß. auf der diese Naturauffassung beruht. was die generische Gemeinsamkeit einer Gruppe von Körpern ausmacht. auf denen seine Flüssigkeit und seine Flüchtigkeit beruhen. von dem es durch all diese Eigenschaften Die Gesamtansicht. zunächst getrennt ist. sie nacheinander Die Umwandlung der Metalle inder Materie aufzuprägen. die komplexen sinnlichen warmen Dingen innewohnt und durch Einzeldinge in eine Schar abstrakter und einfacher Qualitäten 204 . zu nähern. um es dadurch dem Silber. Die bildet hier die herrschende Grundanschauung. seine Weichheit los. So läßt sich etwa Quecksilber in Gold verwandeln.. Eigenschaften. tritt noch in der neueren Zeit in der Physik B a c o n s deutlich hervor. der Physik erschöpft sich darin. um irgendeinen Körper in ersetzen. einen anderen überzuführen. werden zugleich als p h y Bestandteile abgesondert und zu selbständiger s i s c h e Die festen Körper unterscheiden sich Existenz erhoben. die als ebensoviele selbständige Substanzen in ihm gedacht werden.. die allen ihre Anwesenheit Die Aufgabe bestimmte Wirkungen in ihnen hervorruft. Die Form der Wärme Gattungsbegriffs besteht als ein eigentümliches Etwas und sie ist es. man löst etwa von dem Zinn sein Knirschen. daß man imstande ist. Bacons Formenlehre geht auf das Axiom zurück. die einer Klasse von Dingen gemeinsam sind die somit die und Grundlage für die Bildung eines bestimmten abgeben. daß dasjenige.

die wir an einer Anzahl von Körpern sinnlich zu erfassen und wahr- zunehmen beigemischt scheinen. auch Berthelot. Les origines de P Alchimie.. Jedes Element der älteren Chemie ist zugleich der Träger und gleichsam der Typus einer bestimmten hervorstechenden Eigenschaft. die hier in ihren allgemeinen Zügen verfolgt wurde. s. Das Sein wird nicht mehr unmittelbar in den sinnlich wahrnehmbaren Qualitäten gesucht noch in dem. s. der den Körpern und Annahme ist es. Insbesondere ist es die Begriffsbildung der Chemie. Schon die antike Wissenschaft hat dieser Auffassung im System derAtomistik einen vollendeten Ausdruck gegeben. S. Die Atomistik geht in ihren geschichtlichen Voraussetzungen durch Vermittlung des Eleatischen Systems auf die Grundform der Lehre zurück. Meyerson. 206 ff. hrz. Die Eigenschaft der Brennbarkeit. während das Quecksilber die Gesamtheit der metallischen Eigenschaften in sich faßt und darstellt. S. ist direkt dem xevöv der Pythagoreer entnommen. Immer sind es hier gewisse gesetzliche Reaktionen. 279 ff. zu einem besonderen Stoff. Paris 1885.aufzulösen und aus ihnen zu erklären.. was ihnen etwa als absolutes Korrelat und Gegenbild ent- — — Pythagoreischen * Vgl. 205 . Hier stehen wir daher bereits vor einer veränderten Richtung der Denkart. Der Grundbegriff des leeren Raumes. das Salz der Ausdruck ihrer Löslichkeit. Identit^ et R6alit6. die vortreffliche Darstellung bei E. So ist der Schwefel der Ausdruck der Verbrennbarkeit der Körper. von dem Demokrit ausgeht. wie die Annahme der besonderen elektrischen oder magnetischen Fluida zeigen. Die Hypothesen des Wärmestoffes. ist: verdichtet diese sich in der Annahme des Phlogistons wendigkeit folgt. aus welcher der gesamte Aufbau der Chemie vor Lavoisier mit innerer Not- — Neben der Entwicklung. 300 ff. in welcher sie immer von neuem in verschiedenen Formen hervortrat. wie langsam auch in der modernen Naturwissenschaft diese Auffassung zurückgedrängt worden ist*. für die unmittelbar ein dingliches Substrat eingesetzt wird. aber steht von Anfang an eine andere Grundauffassung des physischen Seins und Geschehens. Paris 1908. u.

Im atomistischen System ist diese Wendung vollzogen: was für die Pythagoreer als abstrakte Forderung feststand.sondern es geht in dem reinen Begriff derZahl Die Zahl. auf der alle Verknüpfung und alle innere der Dinge beruht. kraft dessen es erst seine volle Fruchtbarkeit zu von der Zahl zum stofflich physischen entfalten vermag. sind völlig abgestreift. die im unmittelbaren Wahrnehmungsraum bestehen. wirklichen" Merkmale der Dinge nur diejenigen zurück. Die Differenzen. Die sinnlichen Eigenschaften der Dinge werden nunmehr aus dem wissenschaftlichen Weltbild verwiesen. mit dem dieser Gedanke in seiner ersten Konzeption ergriffen wird. tritt in der Fortbildung der griechischen Wissenschaft mehr und mehr zurück. ist die unbedingte Gleichförmigkeit seiner Teile: alle inneren Unterschiede haben sich in einen bloßen StellenUnterschied aufgelöst. auf. ein Farbiges und spricht. Für die Darstellung der objektiven Wirklichkeit dagegen sind alle diese Beschaffenheiten zu verwerfen. ist hier in einem konkreten Aufbau der Mechanik verkörpert. Dasein zu gelangen bedürfen wir der Vermittlung und des M bestimmung Um Durchgangs durch den Raumbegriff. Der Raum selbst indes hier in einem Sinne genommen. da keine von ihnen einer exakten a ß und damit einer wahrhaft eindeutigen Fixierung fähig ist. So bleiben als die . Der mystische Überschwang. Harmonie : Farbloses. Das abstrakte Zahlschema der Pythagoreer aber wird jetzt durch ein neues Moment ergänzt. die im Sinne der reinen Mathematik bestimmbar sind. nur in der ungeprüften „subjektiven" Auffassung gibt es ein Süßes und Bitteres.. nur der „Satzung" nach. ein Warmes und Kaltes. Er bietet sich all ihren Bestimmungen dar und erfüllt alle ihre wesentlichen BeSein charakteristischer Grundzug ist demnach dingungen. die ihnen allein eine bestimmt erkennbare Wesenheit verleiht. um zuletzt einer rein methodischen und rationalen Begründung zu weichen. ist eben darum zugleich als die Substanz der Dinge zu bezeichnen denn sie ist es. so daß jeder Einzelpunkt nur noch den gleichwertigen Ausgangspunkt für geometrische Beziehungen und Konstruktionen 206 . der ihn gleichsam zum reinen Sinnbild der Zahl stempelt.

wie in den Wandlungen. Im Begriff der Materie so führt er aus als daß sie von dieser oder jener Gestalt. die der Atombegriff selbst im Laufe der Zeiten erfährt. auch kein festes objektives Korrelat entspricht. sondern eine logische Forderung. süß oder bitter. Die Atome unterscheiden sich hier wenn man den bekannten Bericht des Aristoteles zugrunde legt nicht nur ihrer Stellung und Lage. vielmehr sind alle diese Bezeichnungen bloße denen.bedeutet. Denn das Atom selbst bezeichnet keinen festen physischen Tatbestand. als die abstrakte Darstellung der physischen Wirklichkeit. in oder in R u h e begriffen ist. so bleibt von ihm nur dasjenige zurück. wohl. sofern an dieser nichts anderes als festgehalten werden. Mit dieser Hinwendung zur Atomistik ist indessen das Problem nur in allgemeinen Ausdrücken gestellt.oder übelriechend zu denken. die Arithmetik und Geometrie. dem er seine Entstehung verdankt. Es ist interessant zu verfolgen. an ihm entdecken und feststellen. Galilei die Atomistik verstanden und begründet. noch an der Schwelle der modernen Physik. sowie die reine Bewegungslehre. da sie sich nicht auf exakte Zahlenwerte zurückführen lassen. — — — 207 . reine In diesem Sinne hat. liegt nichts anderes. zu einem quantitativ gegliederten Ganzen macht. die auf beide zurückgeht. daß sie groß oder klein. Die Substanz des physikalischen Körpers erschöpft sich in dem Inbegriff der Eigenschaften. Von allen sonstigen Merkmalen dagegen können wir absehen. sondern vielmehr ein variabler Ausdruck. sie weiß oder rot. Wird nunmehr das Wirkliche unter diesen Gesichts- punkten bestimmt. ohne dadurch den Gedanken der Materie selbst aufzuheben. sondern Atome Größenbestimmungen — — Bewegung Namen. Eben hierin wurzelt das Recht und die Bedeutung des Atombegriffs: die Welt der ist nichts anderes. aber noch keineswegs vollständig gelöst. das gedankliche Motiv. Im Atom Demokrits ist die Auflösung der sinnlichen Bestimmungen noch nicht zur vollen Durchführung gelangt. weiterwirkt und sich zu immer größerer Klarheit durchringt. Keine logische Notwendigkeit zwingt uns. es ist daher selbst kein unveränderlicher. in diesem oder jenem Ort. was es zu einer numerischen Ordnung.

kraft deren es alle anderen von seiner räumlichen Sphäre ausschließt. sobald man das Verhältnis betrachtet. für jeden Übergang der Bewegung von einem Körper auf einen anderen. das wir empirisch unmittelbar an unelastischen Massen beobachten können: bei jedem Zusammenstoß vollkommen oder zum Teil unelastischer Körper aber zeigt sich ein bestimmter Verlust an lebendiger Kraft. Betrachtet man die Atome als vollkommen harte Körper. Versucht man indessen diesen Gesichtspunkt auf anzuwenden. Vor allem aber tritt in dem Maße. daß die Gesamtsumme der lebendigen Kraft unverändert bleibt. die logische Notwendigkeit hervor. so sind ihre Eigenschaften und Wirkungsweisen nach dem Verhalten zu bestimmen. daß ein Teil der lebendigen Kraft von den Gesamtmassen auf ihre Teile übergegangen ist. Die Folgen dieses Dualismus treten im Fortgang der Lehre alsbald deutlich hervor. als die dynamische Wechselder Atome zum eigentlichen Problem wird. um diesen Widerspruch gegen das Erhaltungsgesetz auszugleichen. die Darstellung des Stoßes der so ergibt sich alsbald eine eigentümliche Schwierigkeit. jedes Atom mit einer absoluten Härte zu begaben. auf eine Stufe gestellt. ohne daß ein Grund dieses Unterschiedes aufweisbar wäre.auch ihrer Größe und Gestalt nach: sie besitzen somit selbst verschiedene Ausdehnung und verschiedene Form. Die Theorie muß. Diese Erklärung aber versagt wirkung Atome ersichtlich für die als streng Atome selbst. Dieses Gesetz fordert. Die Gegensätze des Harten und Weichen wie des Leichten und Schweren werden somit wieder unmittelbar in die objektive Naturbetrachtung aufgenommen: ein Rest der wahrnehmbaren Merkmale des Körpers ist erhalten und mit den Bestimmungen. einfache Subjekte der da diese ihrem Begriff nach Bewegung zu denken sind. die das mathematische Denken aussondert. 208 . daß die „molare" Energie sich in „molekulare" umgesetzt hat. Sie verdichten sich zu einer eigentlichen Antinomie. das sich nunmehr zwischen dem physikalischen Grundbegriff des Seins und dem physikalischen Grundgesetz des Geschehens ergibt. wenn wir es lediglich in seinen Anwendungen auf die Mechanik betrachten. die Annahme machen.

wenn man die Forderungen. Die Änderung Kontinuität der Geschwindigkeit. der beim Stoß absolut harter Körper eintreten muß. die zwei absolut harte Körper im Moment ihres Zusammenstoßes erfahren. daß hier an das hypothetische Bild. daß ein Teil der Rotationsbewegung der Atome sich in fortschreitende Bewegung umsetzt vgl. Cassirer. Theorien der modernen Physik. die nichts als rationale Setzungen des Denkens sein wollen. gewisse EigenZur Kritik des S e c c h i sehen Lösungsversuches. wonach der Veran lebendiger Kraft.34 ff. nicht minder schwerwiegendes Bedenken ergibt sich. ** Näheres hierüber s. Substanzbegriff 14 209 . 394 ff. daß wir dem einen Körper eine unvermittelte Abnahme. Wird etwa ein langsamerer Körper von einem schnelleren eingeholt und schreiten beide nach dem Stoß mit einer gemeinsamen Geschwindigkeit fort. S. ein falscher Maßstab angelegt werde. so läßt sich dieses Ergebnis nur dadurch darstellen. Lpz. dem anderen eine unvermittelte Zunahme der Geschwindigkeit zusprechen. diesen Widerspruch in den Grundlagen selbst zu beseitigen. zur allgemeinen Kritik des Atombegriffs vgl. ohne daß ihr dies jemals in völliger Strenge gelungen wäre*. der Mechanik der Atome entgegenhält. Die Verteidiger der extensiven Atome haben auf Einwände dieser Art bisweilen erwidert. deutsche Ausg. Erkenntnisproblem II. endlichen Betrag verschieden ist. * ' lust . in einem Sprung von einem Größenwert zu einem anderen. Otto Buek. Und ein zweites. die sich des Geschehens eraus dem Postulat der geben. Der Widerspruch stamme lediglich daher. die durch den Satz der Erhaltung der algebraischen Summe der Bewegungsgrößen bestimmt wird. Berlin 1905. dadurch aufgewogen wird. kann nur in einem plötzlichen Übergang bestehen. 1901. Die kinetische Atomistik hat auf verschiedene Weise versucht.bei denen jede Möglichkeit einer weiteren Zerlegung in Teile und Unterteile fehlt. Diese Annahme aber führt dahin. auf welches die Mechanik gestützt werden soll. S t a 1 1 o Die Begriffe u. bes. daß wir im Moment des Stoßes selbst keinen eindeutigen Wert der Geschwindigkeit mehr für beide Massen zu fixieren vermögen und daß somit hier eine Lücke der mathematischen Bestimmung des Gesamtvorgangs zurückbleibt**. Die Atomistik und Faradays Begriff der Materie. der von ihm um einen festen. daß den Atomen.

ob es für absolut starre Körper möglich oder unmöglich sei. die bereits für Demokrit charakteristisch war. nicht aber die Gleichartigkeit der Atombewegungen mit irgendwelchen Vorgängen der uns bekannten physischen Wirklichkeit hat die Regel zu bilden. Zur Negation der sinnlichen Qualitäten gesellt sich die Ne* S.Schäften zugesprochen werden. wenngleich unteilbaren Partikel tritt jetzt Man sieht. ausgedehnten. beim Zusammenstoß dem Gesetz der Erhaltung der Energie zu genügen. die die NaturwissenAn Stelle der schaft seit Boscovich vollzogen hat. sondern wir bestimmen auf Grund begrifflicher Forderungen die Bedingungen. Nicht das Verhalten der empirischen Körper unserer Umgebung. die einzig uud allein aus der Analogie der sinnlichen Körper unserer Wahrnehmungswelt gefolgert sind. Wir dürfen daher nicht fragen. Subjekt** der Bewegung zu genügen hat. die uns allein leiten darf*. Die Vereinbarkeit dieser Konstruktion mit den sonstigen Grundannahmen der rationellen Mechanik. sondern wir setzen umgekehrt die Gültigkeit dieses Gesetzes als Axiom fest. sondern die allgemeinen Gesetze und Prinzipien der Mechanik seien die Norm. 210 . Für ihn sind wir somit nicht auf bloße vage Vergleiche mit direkt beobachtbaren Erscheinungen angewiesen. hier einen weiteren Schritt vorwärts getan hat. Eben diese Analogie aber sei vom Standpunkt der erkenntnistheoretischen Betrachtung zu verwerfen. Auch die Größe und Gestalt der Atome sind nunmehr geschwunden: was sie unterscheidet. nach welcher der Inhalt des Atombegriffs zu gestalten sei. ist lediglich die Stelle. Geschichte der Atomistik II. Diese Entgegnung ist prinzipiell durchaus zutreffend: aber gerade wenn man sie völlig zu Ende denkt. sieht man sich auch von der logischen Seite her zu derjenigen Umbildung des Atombegriffs gedrängt. denen das eigentliche . 380 ff. wie der schlechthin einfache Kraftpunkt. die Reduktion der anschaulichen Eigenschaften. an welches wir in der theoretischen Konstruktion der Atome und ihrer Bewegungen gebunden bleiben. Lasswitz. die sie sich wechselseitig im System der dynamischen Wirkungen und Gegenwirkungen anweisen..

In dem Kampf zwischen Atomistik und Energetik hat die Notwendigkeit der atomistischen Hypothese aus dem Grundverfahren der theoretischen Naturwissenschaft selbst. Aller Inhalt. das in seiner Entstehung auf den reinen Zahlbegriff zurückgeht. Die wissenschaftliche Entwicklung. dann erst muß die Zahl wachsen. abzuleiten versucht. sich eine große Zahl von Einzelwesen zu denken. gation der Ausdehnung. ist hier nach mannigfachen Um- Boscovich formungen wieder zu seinem Ursprung zurückgekehrt: es bedeutet nichts anderes als ein Glied in einer systematischen Mannigfaltigkeit überhaupt. Denn daß die Kraft selbst. der ihm zugesprochen werden kann. ist lediglich die Relation eines dynamischen Beisammen im Gesetz der gegenseitigen Anziehung und Abstoßung der Kraftpunkte. wird von und nach ihm von F e c h n e r energisch betont. . die Forderung. was zurückbleibt. so kann man wie er ausführt nicht im Zweifel sein.. wie sie hier verstanden wird. aus dem Verfahren des Ansatzes der Differentialgleichungen. in seinem Wesen und seiner Struktur wiederum ein atomistisches sein muß. die der Begriff des Atoms in der neueren und neuesten Physik erfahren hat. sich in den Begriff des Gesetzes auflöst. damit aber überhaupt jeglicher inhaltdurch die sich ein empirisches „Ding'* Alle selbständigen. wenn man bei Erklärung der Differentialgleichung den durch dieselbe ausgedrückten Wert durch jene Forderung definiert hat?" Wer also glaube. daß man sich zuerst eine endliche Zahl zu denken hat. deren gedachter Mittelpunkt es ist. Das Atom. für sich bestehenden Eigenschaften sind jetzt völlig ausgelöscht. daß das Weltbild. daß sie lediglich der Ausdruck einer funktionalen Größenabhängigkeit sein will. Will man sich keiner Illusion über die Bedeutung einer Differentialgleichung hingeben. Was nützt es. bis ihr weiteres Wachstum nicht mehr von Einfluß ist. jetzt zu verschweigen. stammt aus den Beziehungen. Boltzmann — — U* 211 . bestätigt durchaus diese Auffassung. das hiermit gesetzt ist. dies ist die erste Vorbedingung.lichen Bestimmtheit. noch von einem andern unterscheidet.Bei näherem Zusehen ist die Differentialgleichung nur der Ausdruck dafür.

der sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht*. die wir betrachten. auf das Boltzmann sich stützt. 60. kein anderer sein kann. so wird damit freilich zugleich deutlich.). F. 141 ff. noch keine einanders das seine völlige „Büd" Schärfe gewinnen soll. 1905.. Das Verfahren der Infinitesimalrechnung. drängt selbst auf diesen Übergang hin. so klein man sie auch wählen mag. Bd. daß der . Boltzmann. über den das ideelle Verfahren nicht hinauszugehen vermöchte. 129 ff. man bei Größen bestimmter Ausdehnung ist damit.die Atomistik durch Differentialgleichungen los zu werden. sondern aus den Bedingungen der Methodik der exakten Physik selbst soll hier die Notwendigkeit des Atombegriffs abgeleitet werden. um zum Ansatz der Differentialgleichungen zu gelangen. Gerade unter dieser Voraussetzung aber tritt zuletzt wiederum die Notwendigkeit hervor. als er allgemein den reinen mathematischen Grundbegriffen eignet. der auf diesem Wege für das Atom gesichert wird. Bestand". gegen den Grenzwert Null konvergieren lassen. ohne sich in Widersprüche mit Solange der Wirklichkeit der Erscheinungen zu verwickeln. vom extensiven * Boltzmann. so findet dieser Prozeß seinen mathematischen Abschluß erst dann. Geht man zunächst von der Vorstellung bestimmter endlicher Größen aus und läßt diese alsdann. Ein Wort der Mathematik an [die Energetik (Pop. wenn der und Genauigkeit Korpuskel zum einfachen Massenpunkt überzugehen. Schriften S. S. 212 . stetig abnehmen. als solle durch seine Deduktion die absolute Existenz der Atome erwiesen werden: nur als Bilder für die exakte Darstellung der Phänomene seien sie zu verstehen und anzuwenden**. stehen bleibt. Annalen der Physik und Chemie N. 231 ff. So verwahrt sich denn auch Boltzmann ausdrücklich gegen die Annahme. während im Sinne der Atomistik stets ein konstanter Wert angebbar wäre. (Populäre Schriften. Ist dies aber der Fall. Lpz. Diese Form der Begründung ist vom Standpunkt der Erkenntniskritik von höchstem Interesse: denn nicht aus den Tatsachen empirischen Naturbetrachtung. S.) ** Vgl. wenn wir die Größen. Über die Unentbehrlichkeit der Atomistik.

festes Unbestimmtheit gehoben und damit ein Subjekt der Bewegung geschaffen. so zerlegen wir die Körper in Teile. dem nur beliebiger fortschreitend bewegten materiellen Punkte Hier in Annäherung zu nähern vermögen*. Man versteht es daher. In diesem Sinne ist das . Die Energetik und ihre geschichtl. daß man von der drehenden absieht. an sich unterscheidbaren UnterErst gruppen verschiedene Geschwindigkeiten beizulegen. Demnach handelt es sich in erster Linie nicht um die Herauslösung letzter Grund bestandteile der Dinge. es besteht bei aller physischen Unteilbarkeit. . Nur als gedachter Ansatzpunkt für mögliche Relationen geht es in die Betrachtung ein. doch stets die gedankliche Möglichkeit. S. um zur Abstraktion der einfachen Bewegung vorzudringen.deutige logische Bestimmung getroffen." ist in der Tat ein wichtiges logisches Moment bezeichnet: die Einfachheit des Punktes wird um der Einfachheit der Bewegung willen angenommen. wie ihn die Mechanik zugrunde legt. Helm.. ob. Wir zerlegen die komplexen Bewegungen in elementare Vorgänge. die man annimmt. (Vgl. „Haben wir andere als rein fortschreitende Bewegungen zu berücksichtigen. in Volumelemente. 215.) Von Seiten der Energetik hat man daher gegen Boltzmann eingewandt. 158 ff. in sich nicht weiter zerlegbaren Körpers ist nur ein methodischer Umweg. wenn man zum ist diese materiellen Punkt fortschreitet. Entwicklung. S. . sondern dadurch. den Körper weiter zu zerlegen und den mannigfachen. die mit Atomen gar nichts zu tun haben. daß der Begriff des materiellen Punktes. Die Annahme des einfachen. daß von der tunlichst oder selbst gänzlich abgesehen wird. Leipzig 1898. mit denen wir uns Ausdehnung Bewegung . * S.Atom" seiner Grundbedeutung nach nicht als Teil des Stoffes. sondern um die Festlegung bestimmter einfacher Grund prozesse. 213 . aus denen die Mannigfaltigkeit des Geschehens abgeleitet werden soll. nicht dadurch aus dem Körper hervorgehe. sondern als für bestimmte Veränderungen definiert und physikalischen Subjekt gefordert. für welch letztere wir sodann die Atome als hypothetische Substrate einführen.

Der Forderung der Identität. sondern sich ein Weg darbietet. sie kraft der Gesetze der Elektrodynamik abzuleiten. sich alsbald spaltet. den jeweiligen Stand der Erkenntnis zu fixieren und auf seinen prägnantesten gedanklichen Ausdruck zu bringen. Einordnung großer Gesamtgebiete in einen neuen Zusammenhang wie sie in der modernen Physik insbesondere auf Grund der Erscheinungen der Radioaktivität ermöglicht — 214 . sobald irgendein physikalischer Vorgang. daß. Alldurch dauernde gemein zeigt es sich. So kann man sagen. die aber vermöge ihrer Eigenart die Bedingungen der Unzerstörlichkeit und der physischen Unteilbarkeit erfüllen. fachheit" der Atome ist im Grunde selbst ein rein logisches Prädikat: sie wird bestimmt nicht durch die Beziehung auf unsere sinnliche Unterscheidungsfähigkeit. auch das Substrat. nicht die allerdings unausweichlich ist. jede Naturerscheinungen. der bisher als einfach galt. daß der Inhalt des Atombegriffs als veränderlich zu gelten hat. allerdings beharrt. diese Weise gewonnen wird. sondern genügt. wird hier materiellen Substrate. kraft dessen er als Ergebnis einer Mehrheit von Bedingungen erscheint. zerfällt damit das bisherige materielle Atom und löst sich in ein Die neue Einheit. noch mit Rücksicht auf die physikalisch-technischen Mittel der Zerlegung. die ihm zukommt. das man ihm zugrunde legte. Sobald die uns nicht mehr als eine schlechthin absolute Eigenschaft mehr durch irgendwelche Bewegungsformen Trägheit der Körper erscheint. wenn es sich in Wirbelbewegungen im Äther auflöst. Nur der Ansatzpunkt der Anwendung verschiebt sich: das Verfahren Die „Einder Einheitssetzung selbst aber bleibt konstant. unter einen neuen Gesichtspunkt gestellt wird. kann indessen selbst wieder nur als relative und somit im Prinzip veränderliche gedacht werden.wenn das Atom in seiner modernen physikalischen Anwendung mehr und mehr das Moment der Stofflichkeit abstreift. sondern im Hinblick auf die gedankliche Analyse der Jeder Fortschritt dieser Analyse. die auf System von Elektronen auf. Die schärfere Zergliederung der physikalischen Beziehungen führt zu immer neuen Bestimmungen und Differenzierungen innerhalb ihrer Subjekte. während die Funktion.

Die Schwierigkeiten. wie etwa eine bestimmte Lichtwirkung an einem gewissen Punkte des Raumes vor. während wir ihre . 215 .verändert zugleich unsere Anschauung von der worden ist „Konstitution" der Materie und von den Elementen. Der Widerstreit. ist stets nur der Ausdruck des relativ höchsten der Beund umfassendsten Gesichtspunktes urteilung für den Inbegriff der physikalischen Dinge und Vorgänge überhaupt. um ihm einen bestimmten Gehalt zu geben. einen stetigen zwischen diesen beiden Zuständlichkeiten herzustellen. wenn man sich entschließt.und Hauptbegriff der Naturwissenschaft. 178 ff. die sich hier zunächst ergeben. Ursache" an einen davon entfernten Raumpunkt zu verlegen haben. Eine analoge Entwicklung bietet sich dar.. Aus der Verbindung dieser beiden Momente aber ergibt sich zunächst kein völlig einheitliches Bild: der Grenzfall selbst zeigt ein verschiedenes Ansehen. je nachdem wir uns ihm in der einen oder anderen Richtung nähern. Die neue inhaltliche Einheit. B. Zusammenhang * Vgl. S. wenn man vom Begriff der Materie zu dem zweiten Grund. der hier entsteht. hierüber z. aus denen sie sich aufbaut. Wir finden eine physikalische Erscheinung. — stammen ebenfalls daher. die anfangs unmittelbar aus dem Vergleich mit den Gegenständen der Sinneswahrnehmung gewonnen sind. findet erst dann seine prinzipielle Lösung. fordern wir nunmehr für sie eine Vermittlung. die wir fixieren. gewisse Grundmerkmale aufnehmen muß. indem wir den Zwischenraum stetig mit bestimmten kommene Flüssigkeit. zum Begriff des Äthers übergeht. Um Pearson. je nachdem wir ihn also von verschiedenen empirischen Ausgangspunkten her durch fortschreitende Idealisierung zu erreichen suchen. auf jede unmittelbare sinnliche Veranschaulichung des Äthers zu verzichten und ihn lediglich als begriffliches Symbol für bestimmte physikalische Grundbeziehungen zu brauchen*. Der Äther erscheint demnach als eine volldie aber anderseits mit gewissen Eigenschaften der vollkommen elastischen Körper ausgestattet ist. daß man in diesen Begriff.. 262 ff. The Grammar of Science.

Lichtes die Identität des Lichtäthers mit demjenigen Äther. meßbarer Beziehungen gemeint S. der nur ein einzelnes Prinzip der Anordnung darstellt. wird jetzt gewissermaßen überdeckt von einer Fülle anderer Bestimmungen. die zwischen den Werten der optischen und elektrischen Konstanten bestehen. und weil ferner die numerischen Konstanten. um so klarer zeigt sich auch hier. auf die man in der Untersuchung der Lichtschwingungen geführt wird. durch reine Zahlwerte erfüllt sein lassen. mit denjenigen.physikalische Grundreihen ist es. den die Physik vom Begriff des Äthers macht. Elektrizität und Optik. 159 216 . die wir im Gedanken des Äthers festhalten. in dem sich die elektromagnetischen Wirkungen fortpflanzen. in ihrer Form identisch sind. für sich wahrnehmbares Einzelding. so geschieht dies. vor allem die Konstante für die Fortpflanzungsgeschwindigkeit. Henri S. Alles was die Physik vom „Sein" des Äthers lehrt. sondern nur als die Vereinigung und Konzentration objektiv gültiger. Der einheitliche und streng homogene Raum wird hier fortschreitend differenziert. behauptet wird. und ihre Einreihung in verschiedene mathematisch . Der Inbegriff derartiger Polarisation ergeben. beiderseits übereinstimmen*. weil die Gleichungen. die sich für die dielektrische die Qualitäten.Elemente zeichnen. läßt sich in der Tat zuletzt auf Urteile über derartige Verknüpfungen zurückWenn gemäß der elektromagnetischen Theorie des führen. Die Annahme des gleichen ist auch hier nur eine andere Bezeichnung für die durchgängige Analogie der mathematischen Verhältnisse: für die Zusammenhänge. Poincarö. ff. Berlin 1891. numerischer Bestimmtheiten ist die eigentliche Grundkonzeption. indem wir in ihn gleichsam ein Gewebe von Zahlen einDiese Abstufung der einzelnen Lage . daß zwischen ihnen bestimmte funktionale Abhängigkeiten bestehen. die aber sämtlich dadurch zusammengehalten sind. Der „leere" Raum. nicht als gesondertes. Je umfassender und bewußter daher der Gebrauch wird. die ihnen einen neuen Inhalt verleiht. Deutache Ausgabe. sein kann. Substrats Gegenstand.ausdrückbar sind. daß der der damit bezeichnet werden soll.

bei Lucien Poincarö. und zum bloßen Das „Stück Wachs". ein sorgfältigeres Studium zeigt uns nun. die die Geschwindigkeit des Lichtes nicht übersteigen kann. der Es muß zunächst wie eine wahrhafte Wirklichkeit erscheinen. als die eines Wasserstoffatoms ist. auch E. Punkt" zusammenseiner Descartes bekannten Analyse des Gegenstandsbegriffs zugrunde legt. Und auch bei dieser Rückführung bleibt der gedankliche Prozeß nicht stehen: er gelangt nicht eher zur Ruhe. wandelt sich aus einem festen warmen. ihm eine tausendmal geringere Masse zuzuschreiben. so tritt in voller Deutlichkeit das einheitliche Ziel heraus. als bis auch die Ausdehnung selbst sich in die bloße Erscheinung der einfachen und unteilbaren Kraftzentren aufgelöst hat. daß diese Masse nur eine Fiktion war. haben die Wirkung. wie hier dem Gegenstand mehr und mehr alle Daseins. B. die eintreten. z. Die moderne Physik.Qualitäten abgestreift werden. würde die Wissenschaft alsdann immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe entfernen: das empirische Dasein. wenn man sieht.überblickt man jetzt nochmals die Wandlungen. seinen Geschmack. die der naturwissenschaftliche Substanzbegriff von seinen ersten spekulativen Anfängen an erfahren hat. S. Diese fortschreitende Umbildung muß unverständlich scheinen. die elektromagnetischen Erscheinungen. das sie festhalten und unverfälscht bewahren soll. also des Grtindelements der „Materie". das besondere Eigenschaften besitzt. verliert. sobald man das Ziel der Naturwissenschaft darein setzt. die Charakteristik des „Elektrons". eine möglichst vollkommene der äußeren Wirklichkeit zu gewinnen. 228 ff. S. wenn man das Elektron in Bewegung setzen oder seine Geschwindigkeit wechseln lassen will. Das Elektron ist also einfach ein kleines bestimmtes Volurpen an einem Punkt des Äthers. wie er nicht nur seine Farbe. dem er zustrebt. Unsere ersten Untersuchungen hatten uns veranlaßt. Meyerson. Identitö et Röalitö. seinen Geruch. gewissermaßen die Trägheit vorzutäuschen. — 217 . hellen. Vgl. und diese auf seiner Ladung beruhende Trägheit hatte uns irregeführt. kraft der eigentümlichen * Vgl. sondern allmählich auch seine Gestalt und Verarmung Ausdehnung schrumpft*. duftenden Ding in eine bloße geometrische Figur von bestimmten Umrissen und Dimensionen.. 249: „Somit muß das Elektron als eine der Materie entbehrende einfache elektrische Ladung betrachtet werden. Jede neue theoretische Kopie Konzeption. die sie einführt. das . und dieser Punkt pflanzt sich mit einer Geschwindigkeit fort. droht ihr umgekehrt.

stehen die Begriffe entgegen. die Wirklichkeit.Methode. Dennoch ist es kein metaphysischer Dua218 . ein direktes sinnliches Abbild der Wirklichkeit zu geben. mente. je weniger sie in sich selbst von direktem Wahrnehmungsgehalt bewahrt haben. Hier ist in der Tat kein Ausgleich möglich. Perzeptionen ein neues Dasein zu erdichten. Dieses Wechselverhältnis aber enthält zugleich die eigentliche Lösung Erst dadurch. die Schärfe und die vollkommene rationale Durchsichtigkeit der Zusammenhänge. die in konkreten Empfindungen gegeben ist. liegen niemals als Einzelbestandteile in den Wahrnehmungen selbst. nur einfach zu wiederholen. So erhalten wir zwei gesonderte Gebiete und gleichsam zwei verschiedene Dimensionen des Begriffs: den Begriffen. so wäre dies in der Tat ein vergebliches und nutzloses Bemühen: denn welches noch so vollkommene Bild vermöchte das Original an Schärfe und Genauigkeit zu erreichen? Die Erkenntnis bedarf einer derartigen Verdoppelung nicht. die Denn die MoGesetzlichkeit des Gegebenen darzustellen. und Kraft sind nichts anderes als Beispiele derartiger Schemata. Nur indem sie aus dem von Gründen und Folgen Kreise des Gegebenen schafft sie sich die gedanklichen Mittel. Statt hinter der Welt der unverändert lassen würde. die ein Dasein bezeichnen. Masse ständig darstellen lassen müssen. in der sich uns die Wahrnehmungen darbieten. das doch immer nur aus den Materialien der Empfindung aufgebaut sein könnte. heraustritt. auf denen die gesetzliche Ordnung der Wahrnehmungen beruht. begnügt sie sich damit. die ihre Aufgabe um so genauer erfüllen. die sie entwickelt. unter den Händen zu zerrinnen. in welchen die Beziehungen und Zusammenhänge der Perzeptionen sich vollAtom und Äther. daß die Wissenschaft darauf des Problems. die lediglich eine mögliche Form der Verknüpfung zum Ausdruck bringen. die allgemeingültigen intellektuellen Schemata zu entwerfen. deren sie nicht entraten kann. die doch die logische Form. wird nur mit dem Verlust der unmittelbaren dinglichen Realität erkauft. verzichtet. vermag sie eben diese Wirklichkeit selbst als eine notwendigeVerknüpfung darzustellen. Bestände der Sinn der Naturwissenschaft darin.

lismus. du Bois-Reymond. die ff. die lediglich durch ein Überschreiten des . 112 ' 219 . so entsteht eine doppelte Antinomie.) kenntnis in den exakten Wissenschaften. sie lehren nur. „Die mannigfaltigen Formen des Absoluten sind nicht etwa Fenster unseres Vorstellungssystems. als dem Ähnlichkeit vollkommenen gedanklichen Überblick über die Beziehungen des empirischen Seins zu dienen. niemals zu erreichen vermögen. die. sondern gleichsam in ihrer natürlichen Genealogie. da wir in dieses „extraphänomenale Jenseits" nicht übergreifen können. bleibt prinzipiell unverständlich. die im bewußten Widerspruch zu seinem eigentlichen Inhalt geschaffen worden sind." Die Physik selbst führt in ihrem stetigen und notwendigen Fortschritt auf ein dauernd unerforschliches Gebiet: auf eine . der hier entsteht.. denn so wenig zwischen den Gebilden besteht. das wir doch. während andererseits das. Über S. sobald man die physikalischen Begriffe nicht mehr für sich. Grundlagen der Er(Vgl. Das . wie undurchdringlich die Mauern unseres intraphänomenalen Gefängnisses sind. wie wir hoffen können. unzugänglich bleiben. terra nunc et in aeternum incognita"*. welche einen Ausblick in die extraphänomenale Welt gestatten. S. es auf Grund von Gedanken zu beherrschen. wie wir mit unseren physikalischen Begriffen. wahrhaft Wirkliche" der Physik: das System der Atome und Fernkräfte. Hinter der Welt unserer Erfahrungen erhebt sich ein Reich absoluter Substanzen. Alle diese Zweifel lösen sich indessen. Wird dieser Zusammenhang zerrissen. So verblaßt die Welt der unmittelbaren Erfahrung zum Schatten. beider Gebiete irgendeine direkte so notwendig sind sie wechselweise aufeinander bezogen. also im Zusammenhang mit den * S. 162 ff. selbst eine Art von Dingen.. Vorstellungssystems" entstanden sind. Es drängt sich uns die unabweisliche Vorstellung auf von etwas ewig unvorstellbar Vorhandenem. dennoch allen Erkenntnismitteln. P. mit denen wir sonst die Dinge der Erfahrung erfassen. zu eben diesem System wieder zurückkehren. Die Ordnungsbegriffe der mathematischen Physik haben keinen anderen Sinn und keine andere Funktion. Auf der andern Seite wird es unbegreiflich. oben. was wir für sie eintauschen.. als ewig unbegreifliches Rätsel vor uns stehen bleibt.

So ist es nur eine Weise zum Bewußtsein kommt. Jeder Einzelbegriff ist gleichsam einer dieser Fäden. Wirklichkeit.Begriffen betrachtet. das wächst ihm an Beziehungen zu: denn jetzt steht es nicht mehr isoliert und ruht auf sich allein. auf denen ihre intellektuelle Verknüpfung und „Harmonie" beruht. 195 ff. wie diese eigentümliche Durchdringung des Sinnlichen mit dem Ge- — danklichen auch von den großen empirischen Forschern selbst allmählich immer klarer als bewußte logische Einsicht erfaßt 220 . er trat erst hervor. solange man für ihn noch irgendein Vorstellungs-Korrelat im Gegebenen suchte. Je mehr er auf jeden selbständig perzipierbaren Inhalt verzichtet. mißverstanden werden.Ding" des populären Weltbildes an Eigenschaften verliert. aber zugleich in ihrer sinnlichen Vereinzelung betrachten. Die Geschichte der Physik läßt erkennen. oben. um das Gewirr der Erscheinungen selbst als gegliedertes mathematischen sie führen nur den Prozeß Beziehung Gegenstände und meßbares Ganze zu überschauen. die es zu erforschen und in deren Inneres es einzudringen gilt. während wir auf dem Standpunkt der Wissenschaft nur diejenigen Momente an ihr festhalten. die uns aber in verschiedener indem wir sie das eine Mal ihrer sinnlichen Anschaulichkeit. sondern ist mit der Gesamtheit der Erfahrung durch logische Fäden unlöslich verknüpft. das Atom wie der Äther. (Vgl.) Was das . können nicht mehr als ebensoviele neue Realitäten. die uns gegeben in ist. die der Gedanke sich schaffen muß. Der Sinn des mathematischen Begriffs ließ sich nicht fassen. um so schärfer hebt sich seine logisch-systematische Leistung heraus. an dem wir die wirklichen Erfahrungen aufreihen und mit künftigen möglichen verknüpfen. In der Tat fort.. Die der Physik: die Masse wie die Kraft. der in diesen letzteren angelegt ist und der hier zur vollen Klarheit gelangt. sobald sie einmal als die Instrumente erkannt sind. sobald man ihn als Ausdruck einer erkannte. Auch die Funktion des physikalischen Begriffs wird erst in dieser Umwendung deutlich. auf der die Einheit und reinen die kontinuierliche Verknüpfung der Glieder einer Mannigfaltigkeit beruht. je mehr er alles Bildliche von sich abstreift. S.

als das Bewegung und somit der Natur verständlich zu machen. Aristoteles de generatione et corruptione tiov aQxaliov eöo^e xo ov i^ aväyxijq ^'v A 8. der zuerst ein allgemeines Grundschema der wissenschaftlichen Naturerklärung erschafft. indem sie sich Möglichkeit nahmen. eines spekulativen Idealismus zu schützen. Die Bewegung verlangt zu ihrer Darergreift stellung das Leere: der leere Raum selbst aber ist kein sinnlich Gegebenes. Etwas" zu: firj fiälXov rb dkv ij xo f^rjöev*. daß in diesem Faktum ein Moment eingeschlossen liegt. Die Eleaten haben mit ihrer Abweisung dieses Begriffs nicht nur das Denken eines fundamentalen Hilfsmittels beraubt: : sie haben die Phänomene selbst zerstört. ix xivTj&Tjvai d'ovx av övvaoS-at fXT] ovxog xevov xexiOQio/nevov ovv xovxcav xwv Xoyatv wtsgßävxsq x^v alad-TjOiv xal naQiöovxe^ avx^v 221 . Die gedankliche Beherrschung der empirischen Wirklichkeit selbst ist ohne diesen Begriff nicht zu erreichen. .und ausgesprochen wird. ovx fikv ov. wenngleich er nicht die gleiche sinnliche Form des Daseins wie die konkreten Einzelerscheinungen besitzt. auch alsbald das philosophische Problem.Seins bedeutet somit keine dialektische Erdichtung: sondern er wird umgekehrt als einziges Mittel ergriffen. das in ihm latent ist. um das Recht der Physik gegenüber den Übergriffen Gerade dann. sie in ihrer Mannigfaltigkeit und Veränderlichkeit zu verstehen und anzuerkennen.6v iiloig flvai xal axtvTjZOV. das dem . muß man zugestehen. 325 a: fj.. . selbst den höchsten Maßwenn man in den stab für alle begrifflichen Konzeptionen sieht. wenn man kein der anderes Ziel der Begriffe anerkennt. Der Gedanke des Nicht. Demokrit. wie der Eleatische Idealismus es versucht hatte. Somit wird es unmöglich. Im Begreifen des Wirklichen kommt diesem sinnlichen „Nichts" dieselbe Gültigkeit wie dem Stelle und dieselbe unverbrüchliche Das Sein. das sich der direkten Anschauung entdie Tatsachen Faktum zieht. xo yaQ yaQ xsvov . keine dingliche Wirklichkeit. lediglich auf das Sein zu beziehen und an das Sein zu ketten sondern das NichtS e i n wird ein ebenso notwendiger und unumgänglicher Begriff. Der leere Raum ist für die Phänomene notwendig. das wissenschaftliche Denken. * Vgl.

70 u. Denn dieses Ganze vollendet sich erst in den mathematisch funktionalen Abhängigkeiten. Logik der reinen Erkenntnis. Marburg 1879. S. z6 xe xfvbv /ütj ov xal xov ovxoq ov&hv fii] 6v tpjjaiv elvai. Der geometrische Raum dient hierbei als Beispiel und Typus der reinen Relationsbegriffe Wie er es ist. der die Atome erst zur Einheit überhaupt. die ihnen. C o h e n Piatons Ideenlehre und die Mathematik. Der grenzt sich in einer doppelten Entgegensetzung: sowohl gegenüber der metaphysischen Spekulation. denn wie Galilei als experimenteller anknüpft. Die Sinne.rjQEg ov. . so kann er allgemein als Sinnbild für diejenigen Grundsätze gelten. cuc X(p Xoycj) ..wissenschaftlichen Prinzip im Unterschied von irgend- eignet. xo yag xvgltüq ov naßnX. Die Physik der neueren Zeit hat diese Grundgedanken unverändert bewahrt. 222 . den Gedanken der Natur durch den Gedanken der Notwendigkeit: in den Umkreis der naturwissenschaftlichen Forschung gehören nur . wie gegenüber der unmethodischen sinnlichen Wahrnehmung seine Sphäre ab. die in den „konventionellen" und subjektiven Gegensätzen des Warmen und Kalten. Forscher direkt wiederum an oso geht er in seiner philosophischen Gesamtansicht auf D e Er beschreibt und ergänzt wie Demokrit k r i t zurück. s. gelangt hier ersten Male zu klarer Absonderung*. . fvioi . o/noXoyTjoai 6h tavra /xev xoiq «paivofievotg. die sich unmöglich anders verhalten können". unzugänglich bleiben. zusammenschließt und Bewegung und Wechselwirkung zwischen ihnen ermöglicht. Zur geschichtlichen und systematischen Bedeutiing des Begriffs des /XT] ov 8.die wahren und notwendigen Dinge. Der Begriff der Wahr- welcher konkreter Gegebenheit geschichtlich zum physikalischeBegriff — Archimedes m Siov caioXov^elv %v xal axhrjxov ro nav elval <pttai xal aneigov Afvxinnoq S't/siv o'itjS^t] Xöyovg oltiveg ngog t^v aiad-r]aiv ofxoXoyoifxeva Xiyovxeq oix avatg^aovoiv ovre yivsaiv ovxe (pS-OQav oine xlvrjaiv xal t6 nXrjS^og rä>v ovxwv. da sie am Einzelnen haften. auf denen der Zusammenhang des Wirklichen und Gegebenen beruht. des Süßen und Bittern befangen sind. vermögen das Ganze der Objektivität nicht zu erschöpfen. ohne daß sie selbst Teile der anschaulichen Wirklichkeit bilden. xoTq da ro ?v xaraaxevcctiOvaiv wq ovx av xIvtjoiv ovaav avev xevov.

wenn dies Letztere nicht der Fall wäre. sie sind nur kraft der . so daß also in der Bewegung der schweren Körper dieselben Verhältnisse sich wiederfinden. Stelle des . wenngleich seine Folgen auf sind. der sich spiralförmig bewegt. aber selbst. sind aktuell niemals verwirklicht. so dürfen wir in der Grundeiner legung der Dynamik von der Voraussetzung gleichförmig beschleunigten Bewegung gegen einen bestimmten Punkt hin ausgehen und alle Folgerungen. Bedingungen. da sie an und für sich keine Aussagen über Existenz enthalten. der. daß diese Voraussetzung für den eigentlichen Gehalt des Beharrungsprinzips ohne Belang ist: die stoffliche Beschaffenheit des besonderen Körpers selbst ist lediglich ein zufälliger und äußerer Umstand. Wenn daher Simplicio bereit ist. so können wir ohne Gefahr des Irrtums die Bedingungen. Verhältnisse der äußeren Wirklichkeit eines doch keineswegs selbst eine direkte Die empirisch irgendwie gegebenen Sachverhalts bedeutet. die zunächst rein gedanklich fixiert wurden.. der bei der Ableitung und dem Beweis Prämissen In bestimmte Galileis anwendbar Abbildung — — Körper 223 .resolutiven Methode" in einer gewonnen und festgesetzt. auch wenn es keinen Körper in der Natur gibt. Darstellung und Verteidigung seines obersten dynamischen Prinzips kommt dieser allgemeine Gedanke Das Trägheitssogleich zu bezeichnender Anwendung. sondern nur an gewisse ideelle ideelle Schlußfolgerungen knüpfen. so wird ihm von Salviati. sofern nur der selbst von genügend dauerhaftem Stoff ist. in der Natur als erfüllt ansehen. Stimmt sodann die empirische Beobachtung mit diesen Folgerungen überein.Galilei bedeutet. würden unsere Sätze nichts von ihrer Geltung verlieren. richtig bleiben. die die Theorie aus der hypothetischen Annahme entwickelt hat. begrifflich ableiten.heit aber bleibt auch ihm vom Begriff der Wirklichkeit geWie die Sätze des Archimedes über die Spirale schieden. Dialogs über die beiden Weltsysteme" die unbeschränkte Fortdauer der Bewegung eines sich selbst überlassenen Körpers auf der Horizontalebene zuzugestehen. von denen er spricht. gesetz besitzt für ihn durchaus den Charakter eines mathematischen Grundsatzes.. die sich hieraus ergeben.

nicht die empirischen Körper unserer Wahrnehmungswelt bilden die eigentlichen Subjekte für die exakte Aussprache des Prinzips. Wahrheit ist es das begriffliche Volumen und die begriffliche Form. 224 . Die festen Umrisse und die geometrische Bestimmtheit. 250 f. die den Raum erfüllt: und ihr allein. S. Die Materie. Wir sehen. daß wir sie In mit Realitäten der Wahrnehmung selbst verwechseln. um dennoch in bestimmtem Sinne über ihn hinauszuschreiten: denn was dort für den Begriff des Leeren ausgeführt wurde. sind allein dadurch möglich. nicht aber den sinnlichen Eindrücken. sinnlich aufweisbarer Vorgang der äußeren Wirklichkeit. die in der Wir projizieren die Begriffe der Form und des Volumens vom Gebiet des Denkens in das der Wahrnehmung und wir sind so sehr an diese Begriffselemente gewöhnt. können wir Bewegung zusprechen*. zu deren ideellen mit der die exakte Wissenschaft es allein zu tun hat. sondern der Konstruktion. sondern stets nur als „Konzeption". wie hier die neuere Wissenschaft Demokrits Grundgedanken festgehalten hat. so ist für Galilei die Trägheitsbewegung zwar das wir für die wissenschaftliche Darein Postulat. Sie bezeichnet eine Idee. das überträgt sich auf den Begriff der Materie selbst. aber mit diesen Erscheinungen selbst methodisch nicht auf der gleichen Stufe steht. was ihn erfüllt modernen physikalischen Schriftsteller streng „empiristischer" Richtung so haben wir damit eine Konstruktion geschaffen. Daher bedarf diese Bewegung denn auch keines wirklichen. existiert somit niemals als „Perzeption".. stellung der Erscheinungen nicht entbehren können. sondern lediglich eines gedachten Substrats: die . materiellen Punkte" der Mechanik. die wir ihr geben müssen. The Grammar of Science. auf das Tta^utk^QBi ov. Wie für Demokrit der leere Raum. Auch die Materie im Sinne der reinen Physik ist kein Gegenstand der Wahrnehmung." Grenzen — — * Pearson. die zum Zwecke der Ordnung der Erscheinungen konzipiert ist. daß wir über das Gebiet der Empfindungen fortschreiten. Hauptsache auf geometrischen Symbolen ruht. aber nicht selbst ein konkreter.des Prinzips in keiner Weise benutzt wird. „Wenn wir den Raum als objektiv und die Materie so heißt es bei einem als dasjenige ansehen.

ausgeschaltet. die ihm Prinzipien beherrscht. der Zeit und der Masse stützen und von hier aus. tritt zurück und wird in dem Übergang.. Schon in dieser Mehrheit möglicher Ausgangspunkte bekundet es sich. das Bedeutung mehr. Substanzbegriff 15 225 . das allgemein die logische Entwicklung der naturwissenschaftlichen Die sinnlichen Merkmale. der nur noch durch einen bestimmten Zahlenwert. — VI. indem sie sich lediglich auf die Festsetzung dreier unabhängiger Grundbegriffe: des Raumes. die in den verschieden- Raum Cassirer. Die Materie selbst wird zur Idee. indem sie sich immer deutlicher auf die idealen Konzeptionen einschränkt. durch einen bestimmten Koeffizienten gekennzeichnet und unterschieden ist. die in Newtons Prinzipien zum ersten Abschluß gelangt. nicht von den Daten der Sinneswahrnehmung allein..So folgt der Begriff der Materie dem gleichen Gesetz. daß das . sich auf den Begriffen von Raum und Zeit.Bild*'. Der Aufbau des Systems der reinen Mechanik kann sich logisch auf verschiedene Weise vollziehen. indem neben den sinnlich wahrnehmbaren Massen unsichtbare Massen eingeführt werden. das wir uns von der Naturwirklichkeit entwerfen. den Inbegriff der Bewegungserscheinungen als verständliches und gesetzmäßiges Ganzes abzuleiten suchen. Unter ihnen sind es insbesondere und Zeit. der sich vom Begriff der Materie zum reinen Begriff der vollzieht. Die Prinzipien der Mechanik von Heinrich Hertz haben schließlich eine neue Anschauung durchgeführt. von denen man ausgeht. ist in modernen Darstellungen an Stelle dieses letzteren Begriffs der Begriff der Energie getreten. bilden jetzt keinen wesentlichen Bestand seiner Selbst das Moment der . die durch die Mathematik geschaffen und beglaubigt werden. Von der Masse aber gelangen wir weiter zum Masse bloßen Massenpunkt. sondern von gedanklichen Gesichtspunkten und Forderungen abhängt. Masse und Kraft aufbaut. die wir an sie heranbringen. Während die klassische Mechanik. Schwere". je nach der Art und Anzahl der Grundbegriffe. zunächst einen unentbehrlichen Bestandteil auszumachen scheint. anhaften.

weil er von aller Verschiedenheit. während der relative Raum und die relative Zeit. wieder zu den Realitäten. von diesen sinnlichen Maßen. so führt die psychologische Vereinigung und Durchdringung beider Momente zunächst notwendig Schon die Anfänge auch zu ihrer logischen Gleichsetzung. die durch sie bezeichnet und ausgedrückt werden sollen. Diese Unveränderlichkeit ist es. Entgegensetzung In der Definition des Raumes und der Zeit und in der des sinnlichen und des mathematischen Gehalts beider Begriffe liegt daher erkenntnistheoretisch 226 . Gibt es objektive Naturerkenntnis. nur sinnliche und daher ungenaue für die empirischen Bewegungsvorgänge bedeuten. abstrahiert. wie sie einem empfindenden Individuum von seinem relativen Standort aus erscheint. Der absolute unbewegliche Raum und die absolute streng gleichförmig verfließende Zeit sind die wahrhafte Wirklichkeit. Raum und so wird jetzt ausdrücklich hervorgehoben sie in — Zeit sind etwas anderes.artigen Systemen gleichmäßig wiederkehren und die daher den unveränderlichen Bestandteil. Aufgabe der physikalischen Forschung ist es. wenn wir und wenn wir sie in der der Art der unmittelbaren Empfindung Art mathematischer Begriffe fassen. so muß sie uns die zeitlich-räumliche Ordnung des Alls nicht nur in der Art darstellen. die die äußere und innere Wahrnehmung uns darbieten. die in der physiologischen Beschaffenheit und in der besonderen Stellung der Einzelsubjekte begründet lediglich Und dieser letzten Wahrheitswert Maße ist. die für praktische Zwecke genügen. vermöge deren beide Begriffe der ersten Betrachtung selbst wie sinnliche Inhalte erscheinen: da die Empfindung niemals außerhalb dieser Formen erscheint und umgekehrt diese Formen selbst niemals abgetrennt von ihr gegeben sind. die eigentliche Invariante für jede theoretische Grundlegung der Physik bilden. Der reine Begriff allein verbürgt diese Allgemeingültigkeit und Notwendigkeit. vorzudringen. Physik bei Newton führen indes zu einer der theoretischen Aufhebung — dieser scheinbaren Einheit. Auffassung wird eigentlicher zugestanden. sondern wie sie an sich und in schlechthin allgemeingültiger Weise besteht.

Man begreift es daher. daß an dieser Frage. Zeit. einer anderen * Näheres zum Problem der „Objektivität" s. das uns gestattet.nichts Geringeres als die erste wissenschaftliche Fixierung Freilich des Problems der läßt sich dieses Problem hier noch nicht in seiner ganzen Ausdehnung überblicken: aber die entscheidende Vorbereitung dafür wird an diesem Punkt getroffen*. des absoluten Raumes und der absoluten Zeit. sophischen Physik zur Ausprägung und zur Aussprache gelangen müssen. 15* . wenn wir prinzipiell darauf verzichten müssen. Kap VI 227 und VII. die philoGegensätze in der Grundauffassung der Objektivität überhaupt. über den absoluten oder relativen Charakter einer Bewegung zu entscheiden. da sie als die ewigen Attribute der unendlichen göttlichen Substanz gedacht sind. Die abstrakte Regel besagt für sich allein nichts. Die der Naturwissenschaft. solange kein untrügliches Kennzeichen angegeben wird. wenn nicht zugleich die Bedingungen bekannt sind. die tatsächlichen Gesetze samt und sonders verstanden werden als sollen. muß als ein unfruchtbares gedankliches Spiel erscheinen. In der Newtonischen Formulierung aber bleibt hier in der Tat ein Widerstreit zurück. Diese metaphysische Bestimmung tritt im weiteren Fortgang der Naturwissenschaft zurück: die. um hier zugleich die Entscheidung für den allgemeinen Weg Was bedeuten die Begriffe der Begründung zu finden. indem wir ihr bestimmte empirische Einzelfälle subsumieren.und Zeitlehre zurückgegriffen. wenn die Erfahrung uns doch niemals sichere Beispiele dieser Begriffe zu geben vermag? Kann ein Gedanke irgendeinen physikalischen Wert beanspruchen. ihm eine unzweideutige in der uns zugänglichen Wirklichkeit zu geben? Daß wir in Anwendung der reinen Mechanik Gesetze für absolute Bewegungen entwickeln. Induktionen aus gegebenen Tatsachen beziehen sich zuletzt auf Gegen- stände. wie der absolute Raum und die absolute Welt als der der Erfahrung angehören. unter denen wir sie konkret anwenden können. später bes. stärker als an jeder anderen. Der Streit um die Prinzipien hat immer wieder auf die Newtonische Gestaltung der Raum.

damit nicht geschlichtet. Dieser Gegensatz. Zunächst nämlich ist leicht zu ersehen. Das „Hier" erhält seinen Sinn stets nur mit Bezug auf ein . — Mannigfaltig- Relationssysteme 228 . dem Gange der Geschichte folgend.. wenn anders sie mit um methodischen Newton werden als mathematische Konzeptionen gedacht nicht jede Art der Beziehung von sich ausschließen können. Sie sind und bleiben in dem Sinne. daß sollen. Absoluten" und .. So ist es denn in der Tat widersinnig.. oder ob wir über diesen Umkreis des empirischen Daseins in irgendeiner Richtung hinausschreiten müssen. ausschließlich den Gegensatz des . die direkt von den empirischen Körpern und ihren wahrnehmbaren Beziehungen entlehnt sind. nicht zum adäquaten Ausdruck. Jetzt" nur im Hinblick auf ein Früher oder Später. ohne ihn beziehen als Punkt innerhalb einer geordneten keit zu denken. Keine physikalische Bestimmung. die wir nachträglich in unsere Begriffe des Raumes und der Zeit aufnehmen. indem sie. bringt die Fragen. kann diesen ihren logischen Grundcharakter antasten. ob wir in die Grundlegung der Mechanik nur solche Begriffe aufzunehmen haben.logische Gegensatz. aber der ist die Gesetze dieses Seins als vollständige und geschlossene Einheit zu begreifen. sondern jede einzelne nur im Zusammenhang und in durchgängiger Verknüpfung mit der Gesamtheit der übrigen zu verstehen ist. In diesem Problem konzentriert sich fortan die eigentliche Schwierigkeit. einen . absolute" Zeit. Immer von neuem entsteht die Frage. Gerade dies ist ja der eigentliche Charakter aller mathematischen Setzungen. das . daß auch der „absolute" Raum und die . ohne ihn zugleich auf einen anderen von ihm verschiedenen zu * einen Zeitmoment fixieren zu wollen. die hier zur Entscheidung drängen..Da" und „Dort". daß keine von ihnen etwas für sich selbst bedeutet. Relativen" in den Mittelpunkt der Betrachtung rückte. Die erkenntnistheoretische Diskussion der mechanischen Begriffe hat diese Schwierigkeit nicht prägnant und scharf genug bezeichnet..Ort" begreifen zu wollen. das wir ihm entgegenstellen. auf den sie sich gründet.. der dem Gebiet der n t o 1 o g i e entstammt.

Die Forderung der absoluten Bewegung bedeutet nicht den Ausschluß jeglichen Korrelats. die ihren vollen Gehalt erst durch die Verknüpfung erhält. Formen" sind.jede besondere Setzung in ihnen stets nur eine einzelne Stelle bezeichnet. nur Aggregate aus sinnlichen Eindrücken oder aber selbständige gedankliche . Die sinnlichen und gedanklichen Momente. Klarheit darüber zu gewinnen. nur darüber. Vor allem gilt es. sondern enthält vielmehr eine Annahme über die diesesKorrelats selbst. ob es als materiell oder immateriell. ob das System. das hier als der „reine" Raum. gedachtes" Sein besitzt.. die mit jeder wissenschaftlichen Setzung überhaupt unzertrennlich verbunden ist. kraft dessen ihr Anteil an dem einheitlichen Begriff der Objektivität sich bestimmt. Kein physikalischer Denker hat jemals diesen Begriff in einem Sinne genommen. in welcher sie mit der Allheit der Reihenglieder steht. dialektischen Fassung heraus und gewinnt einen festen physikalischen Gehalt. bestand Streit. Damit erst tritt das Problem aus seiner vagen. Diejenige . bestimmt wird. Sobald wir uns für das letztere entscheiden. eine Vermittlung zwischen den idealen Anfängen der Physik und ihren realen Endergebnissen zu suchen. Nur über die Art dieses Bezugssystems. als empirisch gegeben oder als ideelle Konstruktion zu gelten habe. die zunächst in der Abstraktion einander gegenüberstehen. Relativität".. Bewegung daß dadurch die Rücksicht auf jedesBezugssystem ausgeschaltet werden sollte. ob Raum und Zeit in der Bedeutung. die hier zur Entscheidung stehen. tritt ferner die weitere Aufgabe hervor. bedürfen wiederum der Vereinigung unter einem allgemeinen Gesichtspunkt. als empirischer Körper aufweisbar ist. Solche Sonderfragen aber sind es. Auch der Gedanke der absoluten widerspricht nur scheinbar dieser Grundforderung. losgelöst von jedem stofflichen Inhalt. oder aber nur ein . kann jetzt völlig außer Betracht bleiben: sie bildet die allgemeine und selbstverständliche Voraussetzung. die aber eben darum für die Lösung irgend einer Frage ohne Belang ist. in welcher die Physik sie nimmt.. überhaupt Natur besonderen 229 . auf welches die Grundgleichungen der Newtonischen Mechanik sich beziehen.

hierzu schichte und die Mach. Probleme. wie sie uns unter anderen BedinIn gungen. das andere Mal in Gedanken gegeben. da uns von selbst unzweideutig aufdrängt.Auf den es. sich eine Vorstellung darüber machen zu wollen. wir in ihm nicht stillschweigend die Beziehung auf irgend ein Koordinatensystem mitdenken. um die es sich hier handelt. Die Antwort. Der Fixsternhimmel bietet uns ein Bezugssystem. an dem die Fortdauer der gleichförmigen und geradlinigen Bewegung nachweisbar wird. die Mach gibt. Jedes wissenschaftlich-gültige Urteil erhält demnach seinen Sinn nur als * S. der in der tatsächlichen Erfahrung niemals verwirklicht war. begrifflichen es mühsamen die Erfahrung weil es sich hier um einen Fall handelt. die wir logisch fingieren. Die Welt ist uns nicht zweimal: das eine Mal in Wirklichkeit. ist in der Tat die Konsequenz. Es ist ein verfehltes Verlangen. wenn die Fixsterne nicht beständen oder wenn wir der Möglichkeit beraubt wären. darüber fehlt uns jede Möglichkeit des Urteils. ersten Blick kann es freilich scheinen. wenn wir die Beziehung auf die Fixsterne ausschalten und ein anderes System an deren Stelle setzen wollten. . dieser Lösung des Problems. S. welche Gestalt der Trägheitssatz annehmen würde. 47 ff. sondern wir haben sie so hinzunehmen. deren Erfahrungsurteile überhaupt fähig sind. in bloße indem sie die Täuschungen Das Beharrungsprinzip wird freilich sinnlos. ohne danach zu forschen. Die Mechanik in ihrer Entwicklung Die GeWurzel des Satzes von der Erhaltung der Arbeit. Welche Bewegungsgesetze gelten würden. mit aller Entschiedenheit gezogen. 230 . hierüber hinauszufragen. sobald auflöst. zu der die empiristische Grundanschauung hindrängt. es ist müßig. als bedürfe Fragen zu beantworten. wie sie sich uns in der sinnlichen Wahrnehmung darbietet. keiner komplizierten logischen Mittelglieder. demonstriert werden kann. unsere Beobachtungen an ihnen zu orientieren. an welchem das Phänomen der Trägheitsbewegung jederzeit in derjenigen Genauigkeit. Aber dieses unentbehrliche Substrat brauchen wir nicht in Deduktionen erst festzustellen. die der Empirismus alle diese um bereit hält. entgeht allen Schwierigkeiten. erscheinen würde*.

Empfindung. bisher nicht gegebene Fälle in den Kreis seiner Betrachtung zu ziehen. das seit Lagrange die eigentliche Grundlage der analytischen Mechanik bildet. brauchen keineswegs tatsächlich ausführbar zu sein.Aussage über ein konkretes. die uns dieses Dasein erschließen. die hier ins Auge gefaßt werden.. Diese Folgerung aber. 171 f. geht somit niemals allein aus der Betrachtung der wirklichen. sondern auch der mögwiderstreitet — — lichen nicht Bedingungen und Umstände hervor. sie umfaßt nur das aktuelle. Einsicht. die von der angenommenen Voraussetzung aus unabweislich ist. virtuelle" Geschehen. ist dies zum schärfsten Ausdruck gekommen. oben. sondern auch eine unendlich kleine Erhöhung oder Erniedrigung der Temperatur. Unter einer virtuellen Änderung eines Systems wird jetzt nicht nur eine infinitesimale räumliche Verschiebung seiner einzelnen Teile.). S. Die Weiterbildung. ihre „Möglichkeit" bedeutet lediglich. die das Prinzip innerhalb der Physik erfahren hat. In der Entwicklung der modernen Thermodynamik ist das Prinzip der virtuellen Veränderungen von seiner anfänglichen Einschränkung auf mechanische Vorgänge befreit und zu einem allgemeineren Grundsatz umgestaltet worden. Im Prinzip der virtuellen Geschwindigkeiten. dem anwie sich bereits allseitig gezeigt hat erkannten Tatbestand des wissenschaftlichen Verfahrens selbst. nachzugehen. aber er vermag an keiner Stelle über sie hinauszugreifen und bloß mögliche. ohne dadurch zu einem Widerspruch gegen die Bedingungen des Systems geführt zu werden. die in der Erfahrung niemals gegeben waren. sondern zugleich das . der alle Gebiete der Physik gleichmäßig umfassen soll. hat auch dieses methodische Moment immer deutlicher hervortreten lassen. die hier gewonnen wird. Die theoretischen Grundgesetze der Physik sprechen durchweg von Fällen. Die Verschiebungen eines materiellen Systems. noch auch in ihr gegeben sein können: denn in der Formel des Gesetzes ist das eigentliche Wahrnehmungsobjekt durch seine Die ideale Grenze ersetzt und vertreten (s. daß wir sie gedanklich in Ansatz bringen können. eine unendlich kleine Umwandlung 231 . tatsächlich vorliegendes DaDer Gedanke vermag lediglich den Anzeigen der sein.

Sich eine derartige Frage zu stellen. S. kurz jede elementare Zu. denn der Wahrheitswert unserer theoretischen Folgerungen besteht völlig unabhängig von dieser Möglichkeit einer unmittelbaren Realisierung unserer gedanklichen Operationen. in welchem er es nimmt.der Verteilung der Elektrizität auf der Oberfläche eines leitenden Körpers. ist. Paris 1903.. . jenes „mente concipio".die Größen." Die Entdeckung und die erste Formulierung des Beharrungsprinzips bestätigt durchaus diese Auffassung. ob diese Rechnungen einen physischen Sinn haben. daß das Prinzip in dem Sinne.Wenn man im Verlauf der Deduktionen'*. 211 ff. Duhem. 232 . geht das Dasein der Fixsterne nirgends ein. nicht aus der Betrachtung einer besonderen Klasse empirisch wirklicher Bewegungen hervorgegangen ist.. ist hierbei gleichgültig. L'övolution de la M6caiüque. hieße vielmehr sich einen völlig irrigen Begriff vom Wesen einer physikalischen Theorie machen*. die das System zu erfüllen hat. von denen die In eigentliche theoretische Entscheidung nicht abhängt. Er würde auf den Einwand. auf welche sich die Theorie bezieht. sofern sie gemäß den in allgemeinen Bedingungen. ebenso wie die des bewegten Körpers selbst. Der Begriff der geradlinigen und zulässig m . Galilei zum mindesten läßt keinen Zweifel darüber. sicherlich die gleiche Antwort erteilt haben. nur zu den . * S. die er in einem ähnlichen Fall dem Simplicio gibt: die Wirklichkeit der Fixsterne gehört. so hat man sich hierbei nicht zu fragen..oder Abnahme einer der variablen Größen verstanden. Ob die betreffende Umwandlung physisch vollziehbar ist. zufälligen und äußerlichen" Bedingungen des Versuchs. die den Gesamtzustand des Systems charakterisieren. mit welchem Galilei seine allgemeinen Erörterungen beginnt. so bemerkt D u h e . daß für den Bestand des Trägheitsgesetzes die dauernde Existenz der Fixsterne vorausgesetzt werde. ob also die einzelnen Maßmethoden sich direkt in die Sprache der konkreten Anschauung übersetzen lassen und in dieser Übersetzung wirklichen oder möglichen Tatsachen entsprechen. bestimmten algebraischen Umformungen unterwirft.

163 ff. die wir aus derartigen idealen Konzeptionen folgern. darüber muß freilich in letzter Linie das Experiment entscheiden: der logische und mathematische Sinn der hypothetischen Gesetze selbst aber steht unabhängig von dieser Form der Bewährung im Aktuell. In seiner Entwicklung der allgemeinen Methoden der Physik . klar erfassen. Erkenntnis und Irrtum. sondern sich von den zufälligen. die beliebig wechseln können. logisch zu nur auf rechtfertigen. 233 . a. Wir müssen den Erfolg. Man braucht alle diese nimmt das * S. Ob die Gesetze. hier erst gliedert sich der Wahrnehmungsbestand zu einem geordneten Komplex. wenigstens in allgemeinen Zügen voraussehen.gleichförmigen Bewegung wird hier rein in abstrakt-phoronomischer Bedeutung eingeführt: er ist nicht auf irgendwelche materielle Körper. wir müssen die möglichen bestimmenden Umstände gegeneinander abwägen und begrifflich abwandeln. die Form der Ableitung. den eine bestimmte Anordnung des Versuchs verspricht.). Alle wirklich fruchtbaren physischen Versuche haben. ohne daß unsere eigentliche physikalische Schlußfolgerung dadurch berührt würde**. Dieses Verfahren der gedanklichen Variation der für ein gewisses Ergebnis mitbestimmenden Faktoren ist es vor allem. Die wesentlichen Züge.Gegebenen fest*. S. Hier erst tritt die Bedeutung jedes einzelnen Moments klar hervor. in welchem wir die Bedeutung. Vgl. „Über Gedanken- experimente". die jeder Teil für den Aufbau des Ganzen besitzt. hierzu oben. wie er betont. Mach. 356 ff. von denen sein gesetzliches Verhalten abhängt. S. auf die Wahrnehmungswelt sind. 180 ff. zum Ganzen vgl. sondern lediglich auf die ideellen Schemata bezogen. Gedankenexperiment" eine bedeutsame Stellung ein.. Gedankenexperimente zu ihrer notwendigen Vorbedingung. braucht man sich übrigens zuletzt Mach selbst zu berufen. die Aus- führungen ** Natorps (a. S. Leipzig 1905. das uns erst eine völlig klare Übersicht über das Gesamtgebiet der Tatsachen selbst verschafft. . O. wie Geometrie und Arithmetik sie darbieten. um der Beobachtung selbst eine bestimmte Richtung zu geben. die hier von Galilei tat- anwendbar Um sächlich angewandt wird. jetzt bes.

wenn diese Sätze nur die Verhältnisse wiedergäben. Denn die Voraussetzung. sondern ihn auffassen. In einer von denen die gegebenen Übertragung mulierung kausalenFaktoren * „Ein freier Körper von einem Momentankräftepsiar angegriffen. Dies nun der Körper ist eine Bewegung infolge der Trägheit. auf der Machs anfänglicher Einwand beruht. den Fixsternhimmel nicht nur als einen Bestandteil ansehen. geradezu als einen der Beharrungsbewegung abhängig ist*. die den bewegten Körpern relativ zu einem besonderen empirischen Bezugssystem zukommen. daß sein Zentralellipsoid bei festgehaltenem Mittelpunkt an der zur Kräftepaarebene parallelen Tangentialebene ohne zu gleiten abrollt. um sofort zu erkennen. die von den wirklichen Fällen zu den möglichen übergreift und auch von ihnen eine Bestirrlmung zu geben unternimmt. 234 . daß wir das ursprüngliche Substrat beliebig variieren lassen können. Die Sätze der reinen Mechanik würden mit dieser Einsicht nichts von ihrer Geltung verlieren.. vollständig aufbehalten. indem wir uns zum Bewußtsein bringen. es von dieser Bedingtheit loszulösen. so stünde nichts im Wege. ist jetzt verlassen: die Methode des . Eine solche aber wäre. Hierbei macht die sonderbarsten Wendungen gegen die Himmelskörper. bewegt sich derart.Erwägungen nur auf die Entdeckung und Aussprache des Trägheitsprinzips anzuwenden. auch wenn sich im Laufe der Erfahrung Gründe fänden. der in die begriffliche Fordes Trägheitsgesetzes eingeht. Selbst wenn wir das Gesetz zunächst für den Fixsternhimmel bewährt gefunden hätten. daß die eigentümliche Geltung dieses Prinzips an irgend ein bestimmtes materielles Bezugssystem nicht gebunden ist. In der Tat würde offenbar der logische Gehalt des Beharrungsgesetzes ungeändert bleiben. ohne daß dadurch Sinn und Inhalt des Gesetzes selbst irgendwie berührt würde. Mach selbst muß. die uns veranlassen würden. Gedankenexperiments" erschließt uns eine eigentümliche Aktivität des Denkens. das wir alsdann zu suchen hätten. den Fixsternen selbst bestimmte Bewegungen zuzuschreiben. daß nämlich das Denken niemals über den Kreis der Einzeltatsachen hinauszublicken vermöge. seiner ganzen Voraussetzung nach. sondern wären in dem neuen System der Orientierung. selbst in Gedanken. unmöglich.

wie wir jemals daran denken könnten. daß man das Bezugssystem. wohl aber auf die Geschwindigkeit. physischen Individuen ab. bestimmt als dieses Bezugssystem man nun. die es in der wissenschaftlichen Mechanik seit deren Anfängen gehabt und der Funktion. Wahrheit des Beharrungsgesetzes von den Fixsternen als bestimmten. den das Trägheitsprinzip nach den empiristischen Voraussetzungen allein haben könnte. aber ließe sich offenbar der eine der beiden Faktoren nicht durch einen anderen ersetzen. so diesen wäre es logisch unverständlich. in diesem Falle nicht sowohl ein allgemeiner Grundsatz für die Bewegungserscheinungen überhaupt. S.Formel. entspricht in keiner Weise der Bedeutung. irgendwie in dinglicher Wirklichkeit als vorhanden aufzeigt. seien ohne Einfluß auf dieselbe ? Gehört das. die S t r e i n t z im einzelnen durchzuführen gesucht hat. die es hier tatsächlich erfüllt hat. die lediglich die Beziehung und Wechselwirkung zwischen bestimmten physischen Objekten zum Ausdruck bringt." (Mach. ohne welche man die gedachte Bewegung gar nicht beschreiben kann. was man offen oder versteckt mit nennen muß. daß die physischen Beschaffenheiten. Den gleichen prinzipiellen Einwänden unterliegt jeder Versuch. Die — logische Grundform der Mechanik ist hier nicht begriffen und erklärt. nicht zu den wesentlichen Bedingungen. zu dem Kausalnexus derselben ? Die fernen Himmelskörper haben in unserem Beispiel keinen Einfluß mehr auf die Beschleunigung. Erhaltung der Arbeit. wenn man eine Erscheinung beschreiben will.. diese Körper. daß auch hier Empirismus und Empirie auseinander gehen: der Sinn. sondern vielmehr verworfen. Subjekt" losgelöst werden und auf ein anderes übergehen könnten? In jedem Falle erkennt man aus diesem Beispiel. ohne daß dadurch die Hinge die Relation selbst eine völlig neue Gestalt erhielte. als vielmehr die Aussage über bestimmte Eigenschaften und „Reaktionen" eines und gegebenen empirischen Inbegriffs von Gegenständen wie sollten wir erwarten dürfen. auf das es hinweist.) Meint 235 . von ihrem eigentlichen . 49. diese Anknüpfung fallen zu lassen und zu anderen Das Trägheitsprinzip wäre Bezugssystemen überzugehen. die wir an einem konkreten Einzelding aufgefunden haben. Eine bekannte Erklärung. dem Beharrungsgesetz dadurch eine feste Stütze zu geben.

jeden beliebigen. in welchem sie zu dem bewegten Punkt selbst oder zu dem angenommenen Bezugssystem stehen. gyroskopischen Kompasses" bezeichnet. durch die Abwesenheit der Drehbewegung und durch die vollkommene Unabhängigkeit von allen um- gebenden Massen charakterisiert ist. die direkt wahrgenommen und gemessen werden können. daß. Was das zweite Moment. daß jeder sich selbst überlassene Punkt Linie sich hinsichtlich eines Fundamentalkörpers in gerader und mit konstanter Geschwindigkeit bewegt*. 236 . der durch die beiden angegebenen Grundbestimmungen. Auch dieser Ableitungsversuch beruht indessen. Leipzig 1883. die die Physik zugrunde legt. die Streintz mit dem Namen eines . 13 ff. als Ursache dieser Abweichung erscheinen. * Vgl. (FK). Bezeichnen wir nun einen Körper. denn jede „absolute" Rotation eines Körpers setzt sich in irgendwelche physikalische Wirkungen um. die Abwesenheit von äußeren Kraftwirkungen betrifft. in der sie gewöhnlich formuliert werden. die näheren Ausführungen bei Streintz. so ist hier freilich niemals eine gleich unmittelbare und positive Entscheidung möglich: wir müssen uns einfach mit der Feststellung begnügen. in bezug auf welches die dynamischen Differentialgleichungen. es bisher stets gelungen ist. empirisch gegebenen Körper.. die in der Art. sofern derselbe die doppelte Bedingung erfüllt. 22 ff. als Fundamental- Körper sind. Die Abwesenheit der Drehbewegung läßt sich stets an bestimmten Maßinstrumenten. irgendwelche äußere Körper anzugeben.. Die physikalischen Grundlagen der Mechanik. erfüllt Diese Gleichungen. so oft in der Bewegung eines Punktes bezüglich eines Körpers von unveränderlicher Richtung eine Abweichung von der Geradlinigkeit oder Gleichförmigkeit beobachtet wurde. eine logische Unbestimmtheit in sich schließen. unzweideutig nachweisen. S. so besitzen wir in jedem derartigen Körper ein geeignetes System. haben jetzt einen festen und eindeutigen Sinn erhalten. wie sich leicht ergibt. die durch das Lageverhältnis. das Trägheitsprinzip insbesondere läßt sich nunmehr in der Form aussprechen. keine Drehbewegung zu vollführen und keiner Einwirkung einer äußeren Kraft unterworfen zu sein.

die wir an einzelnen Körpern mit bestimmten physikalischen Eigenschaften bewährt gefunden. die wir zuvor selbständig kraft dessen entwickelt haben. die schreiben. sondern umgekehrt erklärt es sich Merkmal. den diese Grundsätze erheben. die ja nur kraft bestimmter Einzelbeobachtungen gewonnen sind. die den beiden Momenten. Bedingungen. und die wir sodann für alle Körper derselben Art als wahrscheinlich angenommen haben.auf einer Umkehrung des eigentlichen logischen und geschichtlichen Verhältnisses. Nicht aus Beobachtungen an bestimmten Körpern. zukommt: die Abwesenheit der Drehbewegung. reinen Induktionen. statt umgekehrt die Prinzipien. Bestände Streintz' Erklärung zu Recht. mit welchem Rechte wir lich. keiner fremden Einwirkung zu unterliegen. ob ein Einzelfall unter ein bestimmtes Gesetz auf subsumierbar ist. sind bereits geleitet und beherrscht von den Grundgedanken der analytischen Mechanik selbst. bliebe alsdann völlig unverständEs ließe sich nicht begreifen. Das wir feststellen. daß der Fundamentalkörper selbst und das Fundamental-Koordinatensystem als empirische Fakta niemals vorgefunden werden könnten. wenn die Bedeutung beider nicht zuvor in ideeller KonDie scheinbar struktion festgestellt worden wäre. sowie die Unabhängigkeit von jeder äußeren Kraftwirkung bilden die empirischen Kriterien. denen wir die Eigenschaft. die Streintz an die Spitze seiner Erörterungen stellt. sobald sie mit den neuen Erfahrungen nicht mehr im Einklang stehen. alsbald umzugestalten. sie den beobachteten Tatsachen. gemäß ist. als Forderungen entunserer Erklärung die Richtung vorgegenhalten. 237 . so wären die mechanischen Grundsätze lediglich Induktionen. ist aber von den denen die Gültigkeit des Gesetzes selbst beruht. wäre die Erwägung entscheidend. ist die Idee der Beharrung entstanden. logisch streng geschieden. an denen wir erkennen. ob ein bestimmter gegebener Körper den Voraussetzungen der Theorie. Nur unter der Voraussetzung dieser Gedanken leuchtet die Bedeutung ein. Der Anspruch auf strenge Allgemeingültigkeit. gleichsam sinnlich ablesen konnten. Aber auch wenn man hiervon absieht. durch welche der Fundamentalkörper bestimmt ist.

der (um verständlich zu sein) noch eines * Vgl. Leipzig 1900. N e u in seiner Schrift über die Prinzipien der GalileiNewtonschen Theorie versucht worden. so bleibt schließlich. dieser Experiwährend umgekehrt der bloße mente nur auf dem Boden dieser Mechanik entstehen konnte*. Streintzsche Versuch. liegt bereits die stillschweigende Anerkennung der Grundsätze. Philosophie der Mechanik. 238 . 136 H 1 er . die erst deduziert werden sollen. Die analytische Mechanik ist. sofern er eine wahrhafte legung der Mechanik sein will. notwendig der Setzung eines bestimmten Daseins-Hintergrundes. die hier an die Spitze treten. als ein in der Luft schwebender Satz. Grund- Gedanke Hält man also an der Forderung fest. und im Hinblick auf ihn die dynamischen Grundgleichungen zu erklären. daß das Trägheitsgesetz notwendig an irgend ein materielles Bezugssytem angelehnt werden müsse. in der Tat nur der Ausweg zurück. Nur in einer Welt. daß ein sich selber überlassener materieller Punkt in geraderLinie dahingeht. einen unbekannten. in der Tat einen Zirkel ein. Die Durchführung dieses Gedankens ist zuerst von C. S. in der Erfahrung nicht gegebenen Körper anzunehmen. f. sind die Sätze unserer Mechanik verständlich. ohne diese Experimente zustande gekommen. die Kritik des Streintzschen Versuches bei ö f Studien zur gegenw. daß wir nach Körpern dieser Art und ihnen eine bevorzugte Stellung im Aufbau So schließt der unserer empirischen Wirklichkeit zuweisen. in welcher an irgend einer uns mann unbekannten Stelle des Raumes ein absolut starrer. wenn man zugleich die rationale Gestalt der Mechanik erklären will.erst auf suchen Grund dieser Idee. denn in den Experimenten und in den empirischen Lehrsätzen selbst. in der neben der Erörterung des physikalischen Grundproblems auch die methodische Hauptfrage zu besonders deutlicher Ausprägung gelangt ist. hierzu bes. Das Galileische Prinzip bedarf nach Neumann. treten uns entgegen als ein Satz ohne Inhalt. um in seinem begrifflichen Sinn erfaßt zu werden. in seiner Gestalt und seinen Dimensionen für alle Zeiten unveränderlicher Körper existiert. „Jene Worte des Galilei. wie die Geschichte lehrt.

daß sämtliche im Universum vorhandene oder überhaupt denkbare Bewegungen zu beziehen sind auf ein und denselben Körper. Denn sie ist in der Tat rein o n t o logischer Art: die Forderung eines einheitlichen logischen Bezugspunktes verdichtet sich zur Behauptung eines empirisch nicht unerkennbaren Daseins. dem wir diese bevorzugte sein. die auch sonst das ontologische Argument zu verleihen pflegte: es ist unveränderlich. obwohl es selbst materieller Natur sein soll." Man erwarten. Und diesem Dasein kommen. einem einzigen Körper eine auf die heutige Zeit W so hervorragende. wiederum alle diejenigen Prädikate zu. Man denke sich den Körper Alpha durch irgendeine Naturmacht vernichtet: und die Sätze der Mechanik müßten aufhören. welche Gründe vorhanden sind. als — . so können uns seine Fundamente nicht länger verborgen bleiben. — hierauf sollte allerdings erhalten wir keine Antwort*. Leipzig 1870. mitten in der Physik anzutreffen. . Irgendein spezieller Körper im Weltall muß uns gegeben Basis unserer Beurteilung. als derjenige Gegenstand. Körper Alpha" bezeichnet wird. Wenn wir aber das von ihnen begründete und bis mehr und mehr erweiterte theoretische Gebäude aufmerksam durchmustern.. Leider erhalten wir auf diese Stellung einräumen sollen ? sein. gleichsam souveräne Stellung einzuräumen. daß die Begreiflichkeit unserer ideellen Konzeptionen von bestimmten Beschaffenheiten des Seins abhängig gemacht ist. ewig und unzerstörbar. für uns nicht * Carl e u Über die Prinzipien der Galilei-Newtonschen ann Theorie. so zeigt sich anderseits zugleich der umgekehrte Zug. S. kraft deren hier die Existenz dieses einzigartigen Körpers dargetan wird. Wir erkennen alsdann leicht. o dieser Körper sich befindet. die Beweisart. 14f. . der von Neumann als . Frage weder bei Galilei noch bei Newton eine bestimmte Antwort. N m 239 . Wenn aber hier aus bloßem Denken ein Sein mit absoluten Eigenschaften gefolgert wird. .bestimmten Hintergrundes bedarf. mit Bezug auf welchen alle Bewenur dann erst werden wir mit gungen zu taxieren sind jenen Worten einen bestimmten Inhalt zu verbinden imstande Welcher Körper ist es nun.

sondern sogar — verständlich zu sein. Hypothesen Fragen könnte es zuletzt nur eine Antwort Nicht die Existenz des Körpers Alpha so könnte man erwidern wohl aber die dieser Existenz ist es. Man entgeht in der Tat dem Dilemma erst dann. das hierin allein seinen eigenen Normen und Regeln gehorcht. Eine derartige Antwort aber würde das Problem sogleich auf einen völlig neuen Boden stellen. Diese Annahme aber kann uns niemals verwehrt werden: sie ist ein reines Postulat unseres wissenschaftlichen Denkens. die gedanklichen Forderungen. Steht es in unserer Macht. So würden sich hier an ein Geschehen in der äußeren Welt nicht nur bestimmte physische. Statt des Körpers Alpha könnten wir alsdann in logisch allein einwandfreier und verständlicher Weise den reinen selbst setzen und ihn mit bestimmten Eigenschaften und Beziehungen ausstatten. ob unsere grundlegenden mathematischen in sich selbst irgendeine Bedeutung besitzen. sondern auch die merkwürdigsten logischen Folgen anknüpfen. der Begriff der gleichförmigen Bewegung von bestimmter Geschwindigkeit.nur anwendbar. statt sie im Verlauf der Deduktion in verhüllter Form irgendwie einzuführen. wenn man sich entschließt. warum dieses Verfahren auf die Setzung physischer Dinge eingeschränkt sein soll. in voller Klarheit an den Anfang zu stellen. woran die Geltung unserer mechanischen Begriffe hängt. den die mathematische Theorie uns geliefert wäre nunmehr mit einem Schlage um all seinen Sinn gebracht. an dem die ersten Zweifel und Bedenken gegenüber der Formulierung der mechanischen Prinzipien einsetzten. wenn nicht zuvor der Sinn dieser allgemeinen mathematischen Grundprädikate feststeht? hat. So haben wir uns auch hier im Kreise bewegt: die innere Konsequenz des Gedankens führt genau zu demjenigen Ausgangspunkt zurück. Wie aber sollten wir jemals zu einem begründeten Urteil über eine physikalische Wirklichkeit gelangen. so hinge es vom Sein oder Nichtsein eines aktuellen räumlichen Dinges ab. so begreift man nicht. Der Begriff der strengen Unveränderlichkeit der Richtung. Auf alle diese geben. — Annahme — — — Raum 240 . mit ideellen Annahmen zu schalten.

129 ff. um sie durch alle Umformungen der Rechnung hindurch als identisch und unveränderlich anzusehen. Substanzbeg^iff 16 241 . 559 ff. vgl.Inertialsystem" und eine „Inertialzeitskala". Braunschweig 1907. die für das Funktionen Erkenntnis „Fundamental-Koordinatensystem" die Unabhängigkeit von * Näheres über die mathematische Konstruktion des „Inertialsystems" bei Ludwig Lange. sondern der reinen Mathematik bedeute. genügt somit in der Tat der Grundforderung. 344. als dies bei der reinen Zahl der Arithmetik oder bei der reinen Geraden der Geometrie der Fall ist. die hier erfordert sind. S. und legen beide aller weiteren Betrachtung der Bewegungserscheinungen und ihrer wechselseitigen Beziehungen zugrunde*. . Das ideelle Achsensystem. daß die allgemeine Bewegungslehre ihm keinen Zweig der angewandten. ist keine sinnliche. zugleich aber bleiben beide als reine bestehen.und Zeitgrößen. Die Festigkeit. jetzt hierzu besonders die vortrefflichen Ausführungen von E d m.. Kant xmd die Naturwissenschaft. Erkenntnisproblem II. die gemäß einem ideellen Konstruktionsprinzip erzeugt und aufeinander bezogen sind. daß wir sie im Begriff festgelegt haben. Die geschichthche Entwicklung des Bewegungsbegriffs. sondern eine logische Eigenschaft. 356 f. S. Sie entstehen in genauer und stetiger Fortführung dieser Grundbegriffe: wie denn Galilei stets aufs schärfste betont. ** S. Wir erschaffen kraft begrifflicher Definitionen ein räumliches . dem wir alle jene Bestimmungen zuschreiben. auf das wir hinblicken. 390 ff. Die phoronomischen und der gleichförmig beschleunigten Bewegung enthalten ursprünglich nichts von der sinnlichen Begriffe der gleichförmigen Beschaffenheit materieller Körper. Studien III. 677 ff. Wundts Phüos. sondern fixieren lediglich eine bestimmte Beziehung zwischen Raum.Der absolute Raum und die absolute Zeit der Mechanik schließen sowenig irgendwelche Daseinsrätsel in sich. kraft deren erst eine exakte der empirischen Wirklichkeit möglich wird**. Cassirer.. König.. So können wir uns denn auch für die Aussprache des Trägheitsprinzips zunächst lediglich auf ein gedachtes Bezugssystem stützen. die wir dem ursprünglichen und einheitlichen Bezugssystem zuschreiben müssen. So entfällt die Hypostasierung des absoluten Raumes und der absoluten Zeit zu transzendenten Dingen. (1886). sie bedeutet.

So wenig es eine wirkliche Gerade gibt. die Grundhypothesen zu isolieren und sie einzeln in konkreten Wahrnehmungen als gültig aufzuzeigen. die wir formulieren. daß diese Forderung in der Erfahrung niemals exakt. auf rein geometrische Gebilde zu wirken? Indem wir diese Linien in unserer gedanklichen Abstraktion als schlechthin konstant betrachten. vermag freilich zuletzt nur die Erfahrung zu lehren. oben. sondern wir können immer nur mittelbar in dem gesamten Verknüpfungszusammenhang. das bedeutet somit nicht eine Tatsache. den sie zwischen den Phänomenen herstellen. entwickeln wir hieraus ein allgemeines gesetzliches Schema für mögliche räumliche Veränderungen überhaupt. und die mathematischen Folgerungen. sondern stets nur in bestimmter Annäherung erfüllt sein kann. und ihrer empirischen Erfüllung bestehen bleibt.) der „Inertialsysteme". der in allen Stücken der mechanischen Definition des Inertialsystems entspricht. wir behaupten. Aber wir sind uns zugleich darüber klar. so wenig gibt es einen wirklichen Körper. Ob dieses Schema auf die Wirklichkeit der physischen Dinge und Vorgänge anwendbar ist. h. der zwischen den exakten gedanklichen Gesetzen. Aber auch hier ist es niemals möglich. daß ein sich selbst überlassener materieller Punkt sich in bezug auf ihn geradlinig und gleichförmig bewegen müsse. Daß irgendein System wie etwa das System der Fixsterne gegebener Körper in Ruhe ist. ihr Recht aufweisen.Gegenstands selbst. die sich — — 242 . sich diesen Bestimmungen gemäß zu verhalten gebener Körper scheint.äußeren Kräften verlangt: denn wie vermöchten Kräfte Linien. allen auf — Wir entwickeln rein theoretisch die Bestimmungen S. (S. durch die Wahl eines neuen Bezugspunktes eine nähere und genauere Übereinstimmung zwischen dem System der Beobachtungen und dem System der deduktiven Schlußfolgerungen herzustellen. Soweit irgendein empirisch gedie sich an sie anschließen. die alle Eigenschaften des reinen geometrischen Begriffs erfüllt. sprechen wir auch ihm „absolute!' Ruhe und absolute Festigkeit zu: d. 193 ff. So bleibt stets die Möglichkeit offen. Diese Relativität ist es. die freilich unabweislich ist: denn sie liegt Sie ist der im Begriff des Erfahrungs. Ausdruck des notwendigen Abstandes.

steht mit den bewegten Körpern der Wirklichkeit in Be- ziehungen.. ist kein einzelner. anderseits den Gegensatz zwischen dem nach dem Newtonschen Gesetz berechneten und dem tatsächlich beobachteten Wert der säkularen Beschleunigung des Mondes zu beseitigen*. sondern ein Inbegriff theoretischer und empirischer Regeln. sondern es besagt. indem wir uns auf das Gesetz der Erhaltung der Kraft. wie auf das Gravitationsgesetz stützen: als . Analog ersetzen wir das nicht völlig genaue Zeitdas die Sterntage uns darbieten. an den wir gleichsam unsere Bewegungsgleichungen heften. 192 f.und Lehrsätze der reinen Mechanik gefunden ist. von dem die konkrete Gesamtheit der maß. absolut" exakt gilt uns diejenige Zeiteinheit. punkt vom Materiellen ins Ideelle verlegen. 16* 243 . deren Anwendung uns gestattet. mag sich daher verändern: die Grundrelation auf einen bestimmten Inbegriff von Gesetzen der Mechanik und Physik aber bleibt konstant. Die Bedeutung dieser Begriffe besteht nicht darin. die sich dem Zusammenhang dieser Sätze völlig einordnen und in ihm einen erschöpfenden Ausdruck finden.direkt durch Wahrnehmung oder Messung feststellen läßt. durch ein genaueres. einerseits den Widerspruch gegen die theoretischen Forderungen des Energieprinzips. oben. daß hier in der Körperwelt ein Paradigma für bestimmte Grund.). Poincare. Phänomene als abhängig gedacht wird. wahrnehmbarer Körper. Ihm sind beide Begriffe nur ein anderer Ausdruck für die durchgängige örtliche und * S. La mesiire du temps (vgl. Der einzelne materielle Anknüpfungspunkt. S. Diese Bedeutung der Grundbegriffe des absoluten Raumes und der absoluten Zeit ist bereits von Leibniz in ihren allgemeinen Zügen festgestellt worden. sondern darin. daß sie jegliche Relation abstreifen. an welchem sie sich gleichsam anschaulich Der Fixsternhimmel demonstrieren und darstellen lassen. wir hinblicken und an dem wir unsere gedankliche auf das Orientierung suchen. So bleibt freilich auch den physikalischen Begriffen des absoluten Raumes und der absoluten Zeit eine Beziehung anhaften. H. daß sie den notwendig geforderten BezugsDas System.

sondern außerdem auf vorangegangene Erfahrung.zeitliche Bestimmtheit. die von ihnen gemacht werden. werden die Zeiten. Diese Aussagen stützen sich daher auch nicht mehr allein auf die Gesetze unserer Anschauung und unseres Denkens. sondern sie sollen zugleich auch möglichen. die wir zuvor den gleichbenannten Größen als Formen unserer inneren Anschauung oder durch Definition beigelegt hatten. jede Berufung auf die Erfahrung an sinnlich wahrnehmbaren Körpern bleibt ihnen fremd. Die Aussagen. die wir für alles Sein und Geschehen fordern müssen. gewinnen wir damit ein allgemeines Prinzip der Zu* Leibniz. Räume und Massen als Zeichen äußerer empirischer Gegenstände gedacht. noch irgendeinen festen und unbeweglichen Körper im Weltall gibt. in welchem von der Geometrie und Kinematik zur Mechanik der materiellen Systeme übergegangen wird. II. 844 . nach denen wir die empirischen Räume. Die Darstellung von Hertz nimmt Raum und Zeit zunächst lediglich in dem Sinne. Livr. hat in der neueren Zeit seine prägnanteste Ausprägung in Heinrich Hertz' System der Mechanik gefunden. Zeiten und Massen miteinander vergleichen. Erst im zweiten 'Buch. 1 4.. deren Eigenschaften indessen den Eigenschaften nicht widersprechen dürfen. Diese Bestimmtheit muß verlangt werden. deren Gesetz man kennt. in dem sie sich der „innerenAnschauung** darbieten. auf gedachte gleichförmige Bewegungen beziehen und auf Grund dieses Verfahrens die Folgen der Verknüpfung verschiedener Bewegungen vorausberechnen*. Sie ist theoretisch stets erreichbar: denn man kann stets die ungleichförmigen Bewegungen. Nouveaux Essais. auch wenn es keinen streng gleichförmigen Ablauf irgendeines tatsächlichen Naturereignisses. insbesondere zukünftigen Erfahrungen entsprechen." Indem wir nämlich innerhalb jedes Gebiets feste Maßeinheiten zugrunde legen. Räumen und Massen sollen daher nicht mehr allein den Ansprüchen unseres Geistes genügen. chap. Das Verhältnis zwischen Theorie und Erfahrung. das hier angenommen wird. sind . Urteile a priori im Sinne Kants". „Unsere Aussagen über die Beziehungen zwischen Zeiten.

Sollte einmal diese Bedingung sich nicht mehr erfüllt zeigen. keine Lage genauer... kraft dessen wir nunmehr den konkreten sinnlichen tische Empfindungen und Wahrnehmungen bestimmte mathemaSymbole eindeutig entsprechen lassen und damit die gegebenen Eindrücke in die Zeichensprache unseres inneren gedanklichen Bildes übertragen. „Wir wollen damit sagen. die wir unter der Voraussetzung der Ruhe des Fixsternhimmels konstruieren. ff. Der absolute Raum ist daher wenn darunter nicht der abstrakte Raum der Mechanik. sondern die eindeutig be- — * S.. absoluten Bewegung" charakterisiert. als sie sich messen läßt mit Hilfe der besten Chronometer. sofern alle tatsächlich beobachtbaren Bewegungen in bezug auf dieses Grundsystem bisher stets in höchster Annäherung den Axiomen entsprachen. die vollkommene Fixierung aller Elemente erreicht ist. Die Prinzipien der Mechanik.Ordnung. nur seine empirische Verwirklichung wäre an eine andere Stelle gerückt." Während also bei den Gebilden. sind nicht Unbestimmtheiten unserer Bilder. sondern es sind Unbestimmtheiten der abzubildenden äußeren Erfahrung selbst.. Heinrich Hertz. Wirklichkeit" unserer Erfahrungen beständig an der . als sie sich beziehen läßt auf ein mit dem entfernteren Fixsternhimmel ruhendes Koordinatensystem. als die besten Wagen sie uns liefern*. Die Unbestimmtheiten. ist uns die wahre Ordnung der Dinge. ist sie im Gebiet der empirischen Erscheinungen lediglich gefordert. auch nicht unserer Abbildungs. in seinem Sinn völlig unversehrt bleiben. keine Masse genauer. 157 245 . 53 ff. Wahrheit" unserer abstrakten dynamischen Begriffe und Grundsätze. daß wir durch tatsächliche Bestimmung mit Hilfe unserer Sinne doch keine Zeit genauer festlegen können. Die Weltordnung. so würde also das Ideal. die diesen Festsetzungen der letzten Einheitsmaße notwendig anhaften. S. so würden diese Axiome. nach welchem die Konstruktion erfolgt ist.und Korrelationsgesetze. Wir messen die . die aus den Gesetzen der Anschauung und des Denkens von uns erzeugt sind. was wir durchaus als möglichen Fall in den Kreis unserer Berechnungen und Voraussetzungen aufnehmen müssen. durch welche die Mechanik den Begriff der .

stimmte Ordnung der Körperwelt selbst bezeichnet wird allerdings niemals endgültig gegeben. einem eindeutigen geometrischen Sinne zu gelangen. je nachdem man den einen oder anderen Punkt ihres Volumens zum Ausgangspunkt der Messung nimmt. in welchem Der es feste Lagen und Entfernungen gibt. verwehren. indem wir etwa eine Beziehung zwischen die Gesamtmasse der Körper auf die Schwerpunkte reduziert denken. wie sich bei schärferer Analyse zeigt. Positivismus". sondern ist erst kraft des geometrischen Raumes der Linien und Abstände möglich. die wir an den Körpern wahrnehmen.reinen" Raum und die „reine" Zeit der Mechanik beweisen . Aber hierin liegt keine Minderung seiner objektiven Bedeutung für unsere Erkenntnis: denn auch der relative Raum bedeutet. so meinen wir damit streng genommen kein Verhältnis zwischen sinnlichen Körpern. niemals eine Gegebenheit im Sinne eines dogmatischen . als im Begriff des bloßen Raumes. auch jede Darstellung physisch gegebener Körper in einem geometrischen System. Es ist freilich richtig so führt er aus Begriff des Körpers mehr gesetzt ist. um auch nur über die relative Lage zweier materieller Systeme eine völlig sichere Aussage Abständen Um Punkten machen zu können. physische Raum der Körper bedeutet eben keine getrennte Wesenheit. daher nichts. Wenn wir von „Distanz" sprechen.. Die positivistischen Bedenken gegen den . aber es folgt hieraus nicht. Wir müssen somit die direkte empirische Anschauung bereits vermittels der reinen geometrischen Grenzbegriffe geformt und umgestaltet haben. Auch wenn wir irgendwelche körperliche Massen in ihren — wechselseitigen Lagen und ihren relativen betrachten. da diese. sind wir damit über die Grenzen der sinnlichen Eindrücke bereits hinausgeschritten. ja sehr verschiedene hier zu Entfernungen untereinander besitzen können. Auch für dieses Verhältnis hat L e i b n i z ein besonders treffendes und prägnantes Wort daß im geprägt. von der idealen Ausdehnung der Geometrie in irgendwelchen Bestimmungen ver- — — 246 . weil sie zu viel beweisen würden: sie müßten. daß die Ausdehnung. sondern stets nur gesucht. konsequent zu Ende gedacht. müssen wir vielmehr an die Stelle einer Beziehung von Körpern setzen.

indem Begriffe des . die hiermit aufgeworfen läßt indes * im Zusammenhang der bisherigen Untersuchung Leibniz. Auch die Zahl ist etwas anderes als der Inbegriff gezählter Dinge. scheint. 247 . was wir zu seiner Begründung anführen können.In demselben Sinne kann man auch sagen. ist. gleichviel ob wir sie rein begrifflich definieren oder sie uns in irgendeinem konkreten Beispiel veranschaulichen.schieden sei. Studien. In einer Untersuchung über die Bedingungen der Zeitmessung hat sodann P o i n c a r 6 die allgemeine Folgerung hieraus in aller Entschiedenheit gezogen. Wenn wir irgendeine Naturerscheinung als absolut gleichförmig erklären und alle anderen an ihr messen. . die aber in keinem empirischen Faktum selbst ein unmittelbar Korrelat besitzen**. s.. Kopie Phoronomie Freilich feststehen. damit zugleich ein Moment Willkür in unsere wissenschaftliche Betrachtung gelassen." Wir zeichnen die Daten der Erfahrung in unser konstruktives Schema ein und gewinnen damit ein Bild der physischen Wirklichkeit: aber dieses Bild bleibt nicht des Seins dennoch immer und erhält sich daher beständig wandlungsfähig.: Das Inertialder Naturforschung. Lange Bystem vor dem Forum Essais. Chap. Bd. II. a. während doch die Vielheit als solche stets ein und dasselbe bedeutet. so sind wir in unserer Wahl niemals von außen schlechthin bestimmt und gezwungen: kein Zeitmaß ist wahrer als irgendein beliebiges andere. die wir zum Zweck der leichteren Übersicht über die Tatsachen einführen. der zu- Man hat diesen Schluß tatsächlich gezogen. es bequemer S. Livr. 4. . a. sondern alles.. II. beschränkt sich darauf. man die Konventionen objektives daß ist. Nouveaux Ludwig ** Vgl. Die Frage.. daß man sich nicht zwei Arten der Ausdehnung: die abstrakte des Raumes und die konkrete der Körper vorzustellen hat: denn das Konkrete empfängt seine Beschaffenheit erst durch das Abstrakte*.Inertialsystems" und der „Inertialzeitskala" als bloße bezeichnet hat. auch den Aufs. wenngleich seine Hauptzüge durch die Begriffe der Geometrie und Entwurf. wenn Aussagen über Wirklichkeit wir auf in dieser Weise unsere vorangegangene Kon- struktionen begründen. Philoe. O.

Konventionen" hat somit zunächst nur eine verständliche Bedeutung: sie enthält den Hinweis und die Anerkennung. gegeben. so doch im der Wahrnehmungen. das jede andere Wahl ausschließt. Diese Ordnung ist freilich niemals einem einzigen Begriffssystem. denn sie greift vom Bereich der Wissenschaft in ein methodisch fremdes Gebiet über. keiten der Darstellung sondern läßt stets verschiedenen MöglichRaum: aber eben indem unsere gedankliche Konstruktion sich erweitert und neue Momente in sich aufnimmt. um auch nur das Problem einer andersartigen Gegenständlichkeit in Gedanken fassen zu können. dem wir auf diesem Wege zustreben. Objektivität". denn es verbürgt uns. sondern ein bestimmtes Gesetz des Fortschritts befolgt.noch keine endgültige Antwort zu. daß der Gedanke sich in ihnen nicht lediglich aufnehmend und nachbildend verhält. mehr und mehr ausgeschaltet werden. und ursprüngliche Selbsttätigkeit Selbsttätigkeit ist indessen keineswegs unbeschränkt und zügellos: denn ihre Bindung ist. festzulegen.. und daß an ihre Stelle 248 . als die Einheit und Geschlossenheit im systematischen Aufbau der Gesamterfahrung. Dieses Gesetz bleibt das letzte erreichbare Kriterium der . zeigt es sich. was vom Standpunkt unserer Begriffe und dem. auf ihr Recht und ihre Geltung zu prüfen ist. bedeutet selbst bereits eine metaphysische Satzung. wenngleich nicht in einer Wahrnehmung. ehe sie als Maßstab gebraucht werden kann. daß sie hierbei nicht nach Willkür verfährt. Die Bezeichnung der ideellen begrifflichen Schöpfungen als .. was an sich selbst durch die Natur der Sache notwendig ist. sie müßte sich selbst . wie sie sich vom subjektiven Standpunkt des einzelnen Beobachters aus unausweichlich ergeben. daß in dem Weltbild der Physik. Jede andere Fassung des Gegenstandsbegriffs liegt außerhalb ihres Bereichs. Die Scheidung zwischen einer „absoluten" Wahrheit des Seins und einer „relativen" Wahrheit der wissenschaftlichen Erkenntnis.transzendieren". sondern eine eigentümliche entfaltet. in ihrer Ordnung und ihrem Diese einzelnen System in Zusammenhang.. die. alle Zufälligkeiten der Beurteilung. die Trennung zwischen dem. Die Wissenschaft besitzt kein höheres Kriterium der Wahrheit und kann kein anderes besitzen.

und Zeit.7tXrJQEi ov dem leeren Raum entgegengesetzt ist. bis es seine abschließende logische Fixierung in dem modernen Gedanken der Energie gefunden hat. ist dieses Prinzip in verschiedene Bezeichnungen zu fassen versucht worden. Das Atom und Materie. das alle Bedingungen wahrhafter und unabhängiger Existenz erfüllt. hier tritt uns ein Sein entgegen. in welche sich das Reale einfügt. indem es sich unzerstörlich und ewig erhält. bedarf es eines neuen Prinzips. Sie sind Begriffsmarken. die allgemein den diejenige des Objektbegriffs selbst ausmacht*. hierzu später Kap. VI und VII. weil das Wirkende selbst. allgemeinen sind die fundamentalen Ordnungen. Von Demokrits Begriff der Materie an. die für die ältere Naturwissenschaft den eigentlichen Typus des Objektiven ausmachen. die wir unseren Eindrücken anheften. Notwendigkeit Kern VIT. den die Raum Formen. Hier schiebt sich kein bloßes Symbol mehr zwischen uns und die physischen Dinge. hier befinden wir uns nicht mehr im Gebiet des bloßen Denkens. ein erkenntnistheoretifür sich in Anspruch scher Vorzug. Hier scheinen wir zum ersten Mal auf dem Boden der Wirklichkeit zu stehen. sondern im Gebiet des Seins. Inhalt zu erfüllen. die sich aber an realer Bedeutung niemals mit der In der unmittelbaren Empfindung selbst messen können. gehen dennoch bei schärferer Zergliederung der Daten und Bedingungen unserer Erkenntnis in bloßen Abstraktionen auf. 249 . So ist es denn in der Tat. neben allen spezifisch physikalischen Gründen. Um Energetik die nimmt. Und wir brauchen.tritt. gelten dennoch nur als die Sie in denen diese sich darstellt. die als das 7tafj. so unentbehrlich sie zum Aufbau der empirischen Wirklichkeit sind. aber sie bestimmen nicht den Begriff des Realen die an und für sich leeren Formen mit konkretem selbst. keinen Umweg über komplizierte mathematische Hypothesen mehr. sondern es offenbart sich uns direkt und unVgl. Energie erst erfassen wir das Wirkliche. um dieses letzte Sein zu ergreifen.

Überall sind es Energien oder Arbeiten. Ein Bedenken freilich muß sich sogleich gegen diese Auffassung erheben. wie die Außenwelt geordnet ist. die in den Organen der Nase und des Mundes stattfinden. „Was wir sehen. reiner diese Aufgabe erfüllt wird. Vorles. in die Grundlagen des naturwissenschaftlichen Denkens aufgenommen. die bei der Zusammendrückung unserer Fingerspitzen und gegebenenfalls auch der des getasteten Körpers verbraucht wird. Wenn wir einen festen Körper tasten. und die Gesamtheit der Natur erscheint uns unter diesem Gesichtspunkte als eine Austeilung räumlich und zeitlich veränderlicher Energieen in Raum und Zeit. nunmehr die Urrealität selbst. die von den Außendingen auf uns geübt werden. Der Gegenstand i s t das. von der wir in dem Maße Kenntnis erhalten. ist nichts als die strahlende Energie. die rein der philosophischen Reflexion angehört. und welche Eigenschaften sie hat. als diese Energieen auf unsern Körper. Gleichviel welche physikalischen Vorzüge * Ostwald. über Naturphilosophie. aber damit Fortan ist zugleich deren Leistung begrenzt und erschöpft. welche auf der Netzhaut unseres Auges chemische Arbeiten bewirkt. Riechen Schmecken deren Betätigung uns davon Kunde gibt. Mit diesem Gedanken ist allerdings eine Bestimmung. S. als was er sich uns allein gibt: eine Summe tatsächlicher und möglicher Wirkungsweisen. die als Licht empfunden werden.gesucht in der ist ja Wahrnehmung selbst.*" Das „Ding" als ein passives und gleichgültiges Substrat der Eigenschaften ist somit jetzt beseitigt. insbesondere auf die für den Empfang bestimmter Energieen ausgebildeten Sinnesorgane übergehen. so empfinden wir die mechanische Arbeit. 159 f. an sich völlig unbestimmte Materie. sondern es sind die konkreten Einwirkungen. die wir als „Träger" der sinnlichen Eigenin schaften voraussetzen. um so klarer erblicken wir. können alle bloß spekulativen Gesichtspunkte um so strenger ausgeschlossen und die Betrachtung lediglich auf die WiederJe gabe des empirisch Tatsächlichen beschränkt werden. ohne alle abstrakten und begrifflichen Hüllen. Wahrheit nicht die rätselhafte. 250 . und beruhen auf chemischen Arbeitsleistungen. Was wir empfinden.

ihnen fremde Sprache vollzogen. nicht aber die numerischen Differenzen von Arbeitsgrößen.Gegebenen bewahren. sie nicht mehr gleich dem dogmatischen Materialismus in eine absolute Beschaffenheit der Dinge messen — — umzudeuten. des Hellen und Dunkeln. so zeigt es sich in der Tat. als der Gedanke. sondern nur darum. daß die „Materie" der theoretischen Physik sich direkt tasten und mit Händen greifen lasse. erkenntnistheoretisch betrachtet. Eine Wahrnehmung heißt bereits sie in eine andere Form des Seins umprägen. sind qualitative Unterschiede des Empfindungsinhalts: des Warmen und Kalten. Dies bekundet sich vor allem negativ in dem gleichen Abstand. des Süßen und Bittern. 187 ff. Nicht darum kann es sich handeln. Zahlenwerte und Zahlenverhältnisse sind es. geht. mit bestimmten theoretischen Voraussetzungen des Urteils an sie herantreten (s. Daß „Energieen" gesehen oder gehört werden können: dieser Gedanke ist offenbar nicht weniger naiv. die „Hypothese" gänzlich auszuschalten. kann also niemals darin bestehen. daß die Energetik von Anfang an ein Motiv in sich das sie. Der Vorzug.). vor der Gefahr der unmittelbaren Verdinglichung der abstrakten Prinzipien zu bewahren vermag. daß sie sich dieser Voraussetzungen enthält. den beide gegenüber dem Sinnlich. Was uns gegeben ist. auf die hier die theoretische wie die experimentelle Beobachtung gleichmäßig eingestellt sind und in denen der erster gedanke Raumes.der Begriff der Energie vor dem der Materie und des Atoms besitzen mag: logisch stehen jedenfalls beide auf derselben Stufe und gehören der gleichen Sphäre der Betrachtung an. die die Energetik der mechanischen Weltanschauung zum Vorwurf macht. sondern daß sie sie klarer und schärfer in ihrer logischen Bedingtheit durchschaut. haben wir daher an ihnen genau die gleiche Umsetzung in eine. S. Ihr Grundenthält. den die Energetik hier vor der Mechanik behaupten könnte. nicht in Linie auf den Begriff des sondern auf den der Zahl zurück. Faßt man die Aufgabe in dieser Weise. 251 . Indem wir die Empfindungen auf derartige Größen und ihren wechselseitigen Ausgleich zurückdeuten. heißt bereits. mehr als jede andere physikalische Anschauung.

das uns gestattet. als diese Reihen selbst noch gesondert nebeneinander stehen. so muß nach einem Prinzip gefragt werden. Erst indem es in diesem Sinne „festgestellt** wird. Die Einbeziehung des Sinnlich-Mannigfaltigen in Reihen von rein mathematischem Aufbau bleibt solange unzureichend. ja prinzipiell noch nicht in Angriff genommen. wenn man nicht zur Mystik des Pythagoreismus zurückkehren will. adäquaten Ausdruck finden. Elektrizität. Denn das Objekt will chemische Verwandtschaft bezeichnen zunächst nur gewisse abstrakte Typen. daß der erste Schritt der mathematischen Objektivierung des Gegebenen darin bestand. durch welchen wir das sinnlich Mannigfaltige im B e g r i f f als einheitlich und gleichartig setzen. Gesetz zu verknüpfen. die verschiedenen Gesamtreihen. es unter bestimmte Reihenbegriffe zu fassen. es will die Einheit der Eigenschaften und somit ihre wechselseitige Bedingtheit und Abhängigkeit Soll diese Forderung in der Wissenschaft ihren bedeuten. nicht wohl als Substanz mißverstanden werden. ist das . als eine bloße Summe von Eigenschaften..Ding** der populären Erfahrung selbst noch nicht vollständig in seinem logischen Bestand begriffen. Die Zahl aber kann. auf die wir das Ganze unserer Wahrnehmungen beziehen. wenn wir jede einzelne physikalische und chemische Eigenschaft in einem reinen Zahlenwert zum Ausdruck bringen und den Gegenstand stellen. wird das Gegebene damit zum Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung. Die Entwicklung des Energiegedankens bietet ein konkretes physikalisches Beispiel für diesen allgemeinen Erkenntnisprozeß. Wir sahen. Es ist nicht genug. Um von ihnen wiederum zu einer Dar252 f . Bewegung. wiederum untereinander durch ein einheitliches Wärme. Solange dies der Fall ist. in die wir den Inhalt des Gegebenen zunächst geordnet haben. sondern sie bezeichnet lediglich einen allgemeinen Gesichtspunkt. indem ihm ein eindeutiger Platz in einer nach irgendeinem Gesichtspunkt geordneten und abgestuften Mannigfaltigkeit zugewiesen wird.eigentliche Kern des Grundgesetzes besteht. Aber die eigentliche Aufgabe der Naturerkenntnis ist damit noch nicht erschöpft. als ein Ganzes derartiger „Parameter" dar- mehr sein.

in den zugehörigen Werten irgendeiner anderen Reihe vollständig ausdrücken und wiedergeben. auch eine konstante zahlenmäßige Beziehung zu entdecken. gleichviel welcher Reihe es angehören mag. Der Aufbau der mathematischen Physik ist im Prinzip vollendet. Im Maßbegriff der Arbeit sind alle diese Größenbestimmungen auf einen gemeinsamen Nenner bezogen. aber sie greift. als ihnen in irgendeiner Reihe physischer Quali- 253 . Das Energiegesetz enthält die Anweisung.. Erst wenn dies geschehen. die wir hierfür zugrunde legen. ohne daß das Ergebnis dadurch berührt würde. sogleich über diesen ersten Ansatz hinaus. Diese Beziehung wird empirisch zunächst an dem Verhältnis der Äquivalenz von Bewegung und Wärme festgestellt. kann beliebig wechseln. ist der Weg von jedem Glied zu jedem andern. einmal ermittelt. jedem Glied einer Mannigfaltigkeit ein und nur ein Glied in einer beliebigen anderen zuzuordnen. so läßt sich nunmehr jeder numerische Unterschied. läßt sich sogleich die allgemeine Von diesem Punkte aus Bedeutung und Leistung des Grundgedankens der Energetik überblicken. der Einzelreihen wenn es gelingt. Sind zwei Elemente eines Gebiets insofern einander gleich. den wir innerhalb der einen Reihe finden. bestimmt und durch feste Regeln der Ableitung vorgeschrieben. Der Gedanke erstreckt sich als allgemeine Forderung alsbald auf die Allheit der möglichen physischen Mannigfaltigkeiten überhaupt. Nun erst zeigt es sich. wie in der Tat die Fäden des mathematischen Zusammenhangs des Geschehens allseitig geknüpft sind. bedarf es einer durchgängigen Vermittlung. kraft deren alle diese verschiedenen Gebiete wiederum zu Gliedern eines übergeordneten Systems werden. Ist aber einmal ein derartiger Zusammenhang festgestellt. Die Vergleichseinheit. jedem Quantum der Elektrizität ein Quantum chemischer Verwandtschaft entspricht usf. ebenso wie wir die Glieder gemäß einer exakten numerischen Skala geordnet haben.Stellung des realen Vorgangs selbst zu gelangen. sofern jedem . die den Übergang von einer Reihe zur andern regelt. so daß kein Element ohne Verbindung bleibt. Quantum" der Bewegung ein Quantum der Wärme.

dadurch geändert wird.der" Energie zusprechen. an und für aber könnte jede beliebige Einzelreihe als Ausdruck für die Gesamtheit der möglichen Relationen zugrunde gelegt werden. ist vor allem in technischen Umständen begründet. C. Will man den Zusammenhang schematisch darstellen. Energiearten" in diese Grundform Austauschverhältnis meinsame und exakt meßbar ist. die „aus Nichts" entstände. sondern daß wir ihm ein für allemal einen bestimmten Wert . wissenschaftlichem Grund und Recht aussagen läßt. Cn in einem bestimmten physikali- Erhaltungsprin- - - stehen. bn. bereits der wesentliche Inhalt des zips: denn jede Arbeitsgröße. in dem dieser Ersatz vorgenommen wurde. derart. so haben wir hier eine Anzahl von Reihen A.. beDieses Verhältnis der möglichen Substitution zeichnen wir kurz damit. auf die sie gleichmäßig bezogen werden. sondern erschaffen zu diesem Zwecke eine geVergleichsreihe. daß wir als ein einheitliches Alles was sich von ihr mit der Messung zugrunde legen.. daß wir nicht jedem Einzelglied stets die ganze Fülle der entsprechenden Äquivalente zuordnen. würde das Prinzip der wechselseitig eindeutigen Zuordnung aller Reihen durchbrechen... auch wenn man zum Zweck ihrer zahlenmäßigen Vergleichung auf eine beliebige In dieser Forderung erschöpft sich andere Reihe übergeht. . Ci Cj Cj . so muß diese Gleichheit aufrecht erhalten bleiben. daß schen irgendein Glied von A durch ein bestimmtes anderes in B oder C ersetzt werden kann. der alle diese Zuordnungen Wir in einen einzigen prägnanten Ausdruck zusammenfaßt. erschöpft sich in den quantitativen Beziehungen der Äquivalenz. ohne daß die Wirkungsfähigkeit des betreffenden physikalischen Systems. Daß wir für diese Vergleichsreihe herkömmlicher Weise die mechanische Arbeit wählen. sondern erscheint. daß die Energie in dieser Form der Ableitung nirgends als ein neues Ding. B. da die Umsetzung der verschiedenen .täten derselbe Betrag der Wirkung entspricht. nicht direkt an und inmessen die verschiedenen Systeme einander. deren Glieder aia^^z^n» bj bj b. In jedem Falle zeigt es sich... die relativ leicht ausführbar sich Bezugssystem 254 .

so macht sich selbst hier. An diesem Punkte. zum mindesten Die weiß von einer solchen substantiellen Umformung nichts und vermag sie nicht zu verstehen. wie Licht und Wärme. Magnetismus und Elektrizität und doch auch nichts von dem allen wäre..des" Dinges. zur Seite. die gleiche dogmatische Verwechslung. wo die Betrachtung völlig den Tatsachen hingegeben scheint. selbst in die Form eines Einzeldinges. die man sich vom Wesen der natur255 . Die Energie tritt nicht als ein neues gegenständliches Etwas den schon bekannten physischen Inhalten. die sie zwischen verschiedenartigen Gruppen von Vorgängen herstellen lehrt. der einen allumfassenden Substanz kleiden wollte. Ihr eigentlicher Sinn und ihre Funktion liegt in den Gleichungen. in welcher alle diese Inhalte stehen. die Nachwirkung allgemeiner logischer Theorien geltend. So paradox es auf den ersten Blick erscheinen Wissenschaft mag. Elektrizität und Magnetismus. wenn man das Prinzip. das die eindeutige quantitative Zuordnung der Gesamtheit der Phätik Es wäre dem nomene fordert. an welchem wir mitten in den naturphilosophischen Streitfragen der Gegenwart stehen. nach welchem alle diese Phänomene meßbar werden und sich somit bei aller sinnlichen Verschiedenheit ein und demselben Verknüpfungszusammenhang einfügen. Die Energie als Einzelding gefaßt. zu der auch sie hinstrebt und zu der sie die verstreuten Einzelphänomene verknüpft. das zugleich Bewegung und Wärme. die die EnergeMaterialismus vorwirft. ja in die Form . hat ihr stets die Form eines obersten mathematischen Gesetzes. nicht aber eines allumfassenden und somit im letzten Grunde eigenschafts. während sie als Prinzip nichts anderes als einen gedanklichen Gesichtspunkt bezeichnet. drängt sich indessen zugleich eine allgemeine logische Bemerkung auf. sondern sie bedeutet lediglich eine objektiv gesetzmäßige Korrelation. Ob man die Energie als Substanz oder aber als den Ausdruck einer kausalen Relation begreift.zwischen den verschiedenen Gebieten der Physik obwalten. das hängt schließlich von der allgemeinen Vorstellung ab.und bestimmungslosen Gegenstandes. Die I d e n t i t ät . wäre ein Etwas.

so läßt sich dennoch zeigen. das Gegebene durch Vergleichung in Klassen zu scheiden. deren einzelne Exemplare sämtlich in bestimmten Merkmalen übereinkommen. h. formalen" Grundüberzeugungen haben. oben bes. der sich noch in der modernen Diskussion über den Sinn und die Formulierung des : Verknüpfung 256 . sondern es durch ein gesetzliches Verfahren aus einer ursprünglichen Einheitssetzung erst aufzubauen. stützt den Begriff auf das Verfahren der Abstraktion: d. die zwar im allgemeinen nicht isoliert besteht. daß auch im Aufbau und in der Fassung der Energetik Motive wirksam gewesen sind. auf denen seine beruht. die aber doch an diesen Gegenständen stets als ein Teilmoment von ihnen aufweisbar ist und somit hier Der Begriff ist danach die ein konkretes Dasein besitzt. „Vorstellung vom Gemeinsamen" er ist die Zusammenfassung von derjenigen Einzelzüge.) Die Bedeutung dieses Gegensatzes zeigt sich jetzt von einer neuen Seite: denn er ist es. S. die in der traditionellen Logik herrschend geblieben ist. So frei der physikalische Forscher hier der Natur selbst gegenüberzustehen meint. als vielmehr die Zusammenhänge und Beziehungen. 18 ff. auf die Herauslösung eines identischen oder ähnlichen Bestandteils aus einer Mehrheit gleichartiger Wahrnehmungen.. die bestimmten Klassen Dieser Auffassung trat Objekten gleichmäßig zukommen. Man erkennt an dieser Stelle von neuem. ist streng genommen von der gleichen Beschaffenheit und Natur. die am Problem des Begriffs einander gegenüberstanden. hier wurden nicht sowohl einzelne seiner Teile abgetrennt und herausgehoben. waren es. und 107 ff. nicht darauf ausgegangen. wie die Gegenstände selbst. Die eine. indessen eine andere gegenüber. die sich vor allem auf die Hier wurde Analyse der mathematischen Begriffe stützte. Der Inhalt. wie tief die Probleme der „Form" in die der „Materie" eindringen und wie nachhaltig Zwei verschiedene Grundansichten hier ihr Einfluß bleibt. die ihren eigentlichen Ursprung in bestimmten . in ihrer eigentümsystematische lichen Relations-Struktur untersucht. von denen er abgelöst ist: er bezeichnet eine Eigenschaft.wissenschaftlichen Begriffsbildung überhaupt macht. der auf diese Weise gewonnen wird. (Vgl.

daß wir die Beobachtungen durch keine willkürliche Deutung verfälschen. wie etwa der Geometrie. die wir der Entwicklung einer abstrakten Wissenschaft zugrunde legen.. daß die Definitionen. R methodischen Betrachtungen aus. die wir zwar in bestimmte Klassen gliedern und einteilen. die uns die Erklärungsgründe für das betreffende physikalische Tatsachengebiet liefern sollen. daß sie sich von Anfang an lediglich dieses reinen abstraktiven Verfahrens bedient. Die wie er ausführt. in welcher sie sich der Wahrnehmung selbst Cassirer. somit nicht notwendig Gesetze realer Vorgänge und Phänomene sein müssen. nicht notwendig irgend welchen existierenden Dingen entsprechen und die Theoreme. die wir aus ihnen ableiten. der allen Gliedern der Klasse gemeinsam ist und der ihnen in ihrer sinnlichen Erscheinung unmittelbar zukommt oder aber hinter die Erscheinung Um — zu bestimmten Hypothesen zurückgehen. während der echte naturwissenschaftliche Begriff nichts anderes sein will. gibt es im allgemeinen einen doppelten Weg. sondern sie faßt beide lediglich in die schlichte Form. dadurch charakteristisch unterschieden. die Erscheinung des Magnetismus nicht auf irgend ein hypothetisches Fluidum zurück. nur hier bleiben wir rein im Gebiet der Tatsachen selbst stehen. der zuerst den Namen und den Begriff einer allgemeinen „Energetik" geschaffen hat. die der ersten Begründung des neuen Gedankens gewidmet ist. Substanzbegriff 17 257 . geht in der Abhandlung. Denn nur hier sind wir sicher. denen wir aber keinen fremden Zug hinzufügen. als die Bezeichnung bestimmterEigenschaften. a n k i n e . Klasse wirklicher Objekte gemeinsam solche Eigenschaften herauszulösen. Sie deutet die Erscheinung der Wärme nicht auf molekulare Bewegungen.abstraktiven Methode" aus einer Mannigfaltigkeit gegebener Dinge oder Phänomene denjenigen Inbegriff von Bestimmungen absondern. die einer sind. rein von Physik ist. Wir können einmal kraft einer rein .Energieprinzips deutlich bemerkbar macht. Nur das erste Verfahren entspricht indes in aller Strenge den Forderungen der wissenschaftlichen und philosophischen Kritik. von den rein abstrakten Wissenschaften. Es ist der prinzipielle Vorzug der neuen Wissenschaft der Energetik.

da sie lediglich induktiv aus den Tatsachen selbst abgeleitet sind. sowie A. Die Art. die auf alle physischen Erscheinungen überhaupt anwendbar sind und die. ihre Allgemeingültigkeit dem Umstand. über Rankine bes. als die Fähigkeit. La Theorie de la Physique chez les Physiciens contemporains. Die Energetik. die er für seinen Gedanken wählt. bestimmte universelle Gesetze über diese Eigenschaft zu entdecken. die wir durch passende Termini bezeichnen. III. ist der allgemeine Begriff der Energie selbst. e y . wollen wir lediglich die Eigenschaften hervorheben. S. 258 . Vol. so müssen diese unter gehöriger Berücksichtigung der besonderen Umstände anwendbar sein auf jeden Zweig der Physik überhaupt und ein System von Regeln darstellen. S. in der Rankine zur Aufstellung und Begründung dieser Regeln gelangt. 110 ff. daß die dingliche Eigenschaft. R Helm. beständig anhaftet.darbieten. ** Vgl. geht lediglich die geschichtliche Entwicklung der Physik selbst an**: von allgemeinstem philosophischem Interesse aber ist die logische Form und Einkleidung. für uns physische Phänomene zu sein. deren Folgerungen durch die Erfahrung bereits vollständig bestätigt erscheinen. Paris 1907. überall im physischen * Outlines of the Science of Energetics. Proceedings of the Philosophical Society of Glasgow. frei von der Ungewißheit sind. London und Gleisgow 1855. S. Er bezeichnet nichts anderes. 381 ff. wie man sieht. Veränderungen hervorzubringen: und diese Fähigkeit ist die allgemeinste Bestimmung." Das erste Ergebnis.. die diese Klassen gemeinsam besitzen und auf diese Weise umfangreichere Klassen definieren. dem wir auf diesem Wege der Untersuchung begegnen. die selbst solchen mechanischen Hypothesen. 49ff. die wir an den Körpern unserer Wahrnehmungs- welt noch unterscheiden können und ohne welche sie aufhören Gelingt würden. Auf diese Weise werden wir schließlich zu einem Inbegriff von Prinzipien gelangen. denen jedes Naturgeschehen als solches gehorcht*. Rankine. es uns daher. „Statt die verschiedenen Klassen physikalischer Vorgänge in irgend einer dunklen Weise aus Bewegungen und Kräften zusammenzusetzen. Die Gesetze der Energie verdanken. die wir mit diesem Namen bezeichnet haben.

Für den Aufbau der Energetik handelt es sich nicht darum. Diese Form der Ableitung bedingt somit bereits die allgemeine gedankliche Kategorie. Und selbst wenn man zugestehen wollte. gefaßt wird. daß ihr gerade dasjenige Moment entgehen müßte. Vom Standpunkt der Erkenntnistheorie läßt sich freilich sogleich die Lücke aufweisen. wie jede andere sinnliche Beschaffenheit. weil er als real nur durch eben dieses auszeichnende Merkmal gekennzeichnet ist. Ist somit die Abstraktion. deren wesentlichen Bestand sie ausmacht. nur eine Sonderung — und Gruppierung im Wahrnehmungsstoff selbst. wie ihre Farbe oder ihr Geruch anhaftet. daß diese Wirkungsfähigkeit überhaupt kon- statierbar. daß Kausalität kein Merkmal ist. Die allgemeinste Eigenschaft. Kein Teil der Realität vermag sich diesen Gesetzen zu entziehen. durch die nach ihm die Gegenstände der physischen Wirklichkeit ausgezeichnet sind. lehrt zweifellos. wie in seiner Methodenlehre zurückbleibt. sondern daß sie in exaktem Sinne meßbar 17* 259 . unter welche hier die Energie Sie steht mit den wahrnehmbaren Dingen. daß die „Wirkungsfähigkeit" der Körper eine Qualität an ihnen ist. die nicht sowohl in Rankines Physik. auf welches hier der Begriff der Energie gegründet wird. sie ist gleichsam die konkrete Dinglichkeit selbst: das eine unzerstörliche und ewige Sein. die den Begriffen Ursache und Wirkung entsprechen. daß es keine direkten Impressionen gibt. so wäre damit das eigentliche Problem noch nicht bewältigt. prinzipiell auf derselben Stufe. die Rankine als Ideal der echten Wissenschaft ansieht. indem sie zugleich als Glieder aktueller oder möglicher Kausalverhältnisse aufgefaßt werden. so ist es klar. Gerade die vorurteilslose „abstraktive" Analyse aber. die ihnen. Die Dinge erhalten ihren eigentlich objektiven Charakter erst. besteht in der Fähigkeit. das an den Wahrnehmungen selbst als unmittelbarer Bestandteil aufweisbar ist. wie sie hier verstanden wird. Die rationalistische wie die empiristische Kritik kommen zum mindesten in dem einen Ergebnis überein. Wirkungen zu erzeugen und Wirkungen zu empfangen.Universum verbreitet ist und jedem Körper als solchem irgendwie anhängt.

166. bilden. also die Die Relation R' Relationen aR'x. 260 . das hier als geeignete formale Anknüpfung dienen könnte. Ein Beispiel für dieses Verfahren besitzen wir etwa an demjenigen Verhältnis zwischen Reihen. Sobald wir aber wiederum nach den Methoden fragen. bR'x. sondern von Begriffsgegenständen aus. so daß die Glieder a. die sich aus dem gewöhnlichen Gesichtspunkt der Abstraktion niemals erschöpfend begründen lassen. definiert (so daß also aus der Beziehung a R b und b R c auch die Beziehungen b R a. c R b und a R c folgen*). sehen wir uns damit wiederum auf einen Inbegriff gedanklicher Konzeptionen und Bedingungen zurückgewiesen. durch die die zahlenmäßige Bestimmung dieser Fähigkeit ermöglicht wird. II. Ist irgend eine symmetrische und transitive Relation R für eine Anzahl von Gliedern a. stets auch in der Art zum Ausdruck bringen. während x umgekehrt mit mehreren Gliedern in der entsprechenden Beziehung R' stehen kann**. in dem rein abstraktiven Verfahren keine hinreichende Stütze finden. Cap. wie sich allseitig gezeigt hat. die. ist hierbei eine asymmetrische. * * Näheres hierüber Russell... Die möglichen Verhältnisse zwischen den Reihengliedern lassen sich jetzt dadurch bezeichnen und darstellen. der transitiven und S3Tnmetri8chen Relation. Sie geht hierbei charakte- mathematische und ihren gemeinsamen Weise nicht von zwischen Eigenschaften. Die moderne Logik hat allerdings an die Stelle des alten Abstraktionsprinzips ein neues gesetzt.ist. cR'x . b.. oben. die zu jedem Glied unserer anfänglichen Reihe in einer bestimmten Beziehung R' steht. c zu keinem anderen Term als x in der bezeichneten Relation stehen können. statt die Glieder unmittelbar untereinander zu vergleichen. daß wir eine neue Wesenheit x einführen. ristischer Dingen Beziehungen die Beziehung zu diesem x feststellen. der auf diese Weise geschaffen ist. bei s. c . so läßt sich der Zusammenhang. b. daß wir. von jedem * Zum Begriff 219 ff. Principles of Mathematics. S. viel-eindeutige Beziehung. Grundlegung der Energetik schließt Die bereits wiederum alle jene Methoden der „Reihenbildung" in sich. usw.

auf Grund der Beobachtung und allgemeiner deduktiver Erwägungen. Zwei Reihen 8 heißen im ordinalen Sinne einander ähnlich.. den wir als das wir s' und den gemeinsamen Ordnungstypus aller dieser Reihen bezeichnen. Hier besitzen wir eine symmetrische und transitive Relation. Wir sprechen sämtlichen Reihen. ein und dieselbe begriffliche Eigenschaft zu. Wenden wir nunmehr lische Begriffsbildung an. den Schluß ziehen. sondern daß damit nur ein gemeinsamer ideeller Bezugspunkt geschaffen ist. Auch hier gehen wir zunächst von der Feststellung bestimmter Abhängigkeiten zwischen empirisch-physikalischen Reihen aus. wenn zwischen ihnen eine gegenseitig eindeutige Beziehung derart besteht. indem wir immer mehr Gebiete des physischen Geschehens in den Kreis unserer Betrachtung ziehen. daß zu jedem Glied von s ein Glied von s' gehört (und umgekehrt).als ihre „Ähnlichkeit" bezeichnen. das allen Reihen gleichmäßig anhaftet. s^**^ usf. 261 . verbunden sein kann. durch die eine Mehrheit von Reihen s. s' s" . konzentrierten Urteilsausdruck verdichten können. einen neuen Begriff. die zunächst abgesondert und unabhängig nebeneinander zu stehen scheinen. wenn in der Folge s ein Glied x einem Glied y vorangeht.. kraft des Prinzips der Abstraktion. an und für sich bestehendes Ding entdeckt zu haben. auch das Korrelat von x in s' (x') dem Korrelat von y (y') vorangeht. ein neues. daß Mannigfaltigkeiten. kraft deren einem Wert in der einen Reihe ein und nur ein Wert der anderen entspricht. wir ersetzen den Inbegriff der Zuordnungen durch die Annahme eines identischen Merkmals. in Hinblick auf den wir nunmehr unsere Aussagen über die Verhältnisse der gegebenen Reihen prägnanter fassen und gleichsam zu einem einzigen. Wir entdecken. Auf Grund dieser Relation erschaffen wir nunmehr. bis wir schließlich. die auf diese Weise miteinander verbunden sind. und daß. daß wir damit nicht den Anspruch erheben. Wir erweitern diesen Zusammenhang. durch eine Beziehung der „Äquivalenz" miteinander verbunden sind. dieses Ergebnis auf die so tritt einer der wesentlichen physikaZüge des modernen Energiebegriffs sogleich deutlich hervor. Es ist indessen klar.

physikalischen „Realität" selbst findet. transitive und symmetrische Relation zwischen physischen Inhalten gegeben*: und die Geltung dieser allgemein anwendbaren Beziehung ist es erst. der in ihm gesetzt ist. sichtlich aus Bezeichnet man die Relation der Äquivalenz mit A. die Bedingung der Symmetrie und Transitivität ist also erfüllt. die wir für sich wahrisolierten sinnlichen Eigenschaft. — Robert Mayer Verwandlung aAb. die dazu führt. Man erkennt indessen an dieser Stelle von neuem. einen gewissen Betrag der Energie eindeutig zuordnen. Dieses Sein aber würde offenbar um jede Bedeutung gebracht.lischer daß immer. sobald wir es von dem gesamten Urteilszusammenhang loslösen wollten. können. die in dem einen Falle in der Setzung einer dinglichen Beschaffenheit endet. ein neues Sein einzuführen. wie das Beispiel Rankines zeigt. den er einführt. indem wir jedem einzelnen Glied der verglichenen Reihen einen bestimmten Arbeitswert. wenn irgendwelche beliebige Gruppen physikaErscheinungen gegeben sind. ist nicht der einer ist. wie tiefdringende sachliche Gegensätze sich hinter den Kämpfen um den logischen Schematismus verbergen Folgt man der traditionellen Abstraktionslehre. Die Energetik hat in einigen ihrer Vertreter die letztere logische Wendung bereits vollzogen. nehmen können. zwischen ihnen bestimmte Äquivalenzverhältnisse obwalten müssen. in dem es entstanden Der Bestand. Hier ist also in der Tat eine durchgängige. endet im anderen Falle in der Schöpfung eines höchsten gemeinsamen Maßbegriffes für alle Veränderungen überhaupt. sondern er ist der Bestand bestimmter Verbindungsgesetze. während die funktionale Theorie des Begriffs ihr natürliches Korrelat in einer funktionalen Bestimmung der obersten Die Betrachtung. so wird man. zugleich auch seine allgemeine theoder Die retische Stelle bestimmt hat. so folgt er- 262 . die allen Körpern gemeinsam sein soll. wie andererseits die Geltung von a Ab und bAc auch die von aAc in sich schließt. Hier muß vor allem an selbst erinnert werden. fast notwendig zu einer substantiellen Auffassung der Energie gedrängt. der dem neuen Begriff. auch bAa.

Helm zu dieser Wenn — Am * Mayer an Griesinger (Kleinere Schriften und Briefe. darüber wird sich wohl kein Chemiker den Kopf zerbrechen. 263 . S." . Die Energetik. warum nicht etwa eine Materie von andern Eigenschaften daraus entstehe.So oft sich der Forschergeist beruhigt auf das Faulbett irgend eines Absoluten gelegt hat. 362. zur Didaktik u.Wie aus der verschwindenden Bewegung Wärme entstehe. wie er ausdrücklich betont. Berlin 1904. ob.Kraft in Bewegung. bedeutet ihm. S.. Wie das verschwindende O und H Wasser gebe.) ** Helm. dies wird keine Frage sein*. so bemerkt Stelle. w i e die Bewegung in Wärme übergehe. sowie bei Zur ö f1er gegenwärtigen Naturphilosophie. Und ein Traum wäre es nicht minder. S. aber es bleibt ein Traum. Die gleiche Definition der Energie als eines bloßen „Kausalmaßes" besonders bei H. Es mag ein behaglicher Traum sein. Leipzig 1904. 20.. darüber Aufschluß zu verlangen. nichts anderes als die Fixierung der Tatsache. . H . daß die entstehende Wassermenge sich präzis aus der verschwindenden J Menge von O und H finden lasse. und gewißlich ist das auch die einzige Formel aller wahren Naturerkenntnis. wäre von dem menschlichen Geiste zu viel verlangt. so besteht doch zwischen ihnen das ist die diese bestimmte mathematische Beziehung Formel der Energetik. daß in den Atomen unser Fragen Ruhe finden könne. „ist die Energetik ein reines . 187). 217 ff). der Bewegung in Wärme.. wollten wir in der Energie ein Absolutes sehen und nicht vielmehr den zurzeit schlagendsten Ausdruck quantitativer Beziehungen zwischen den Naturerscheinungen**. so war es gleich um ihn getan.." mit Recht .. Driesch. nicht näher kommt. Heft 2. Naturbegriffe und Natururteile.Im Sinne ihres Begründers". wenn er einsieht. je weiter der Fortschritt der Erkenntnis geht. als wenn er sich keines solchen Zusammenhangs bewußt ist.Beziehungstum" und will nicht ein neues Absolutes in die Welt setzen. ob er aber den Gesetzen. der Naturwiss. Veränderungen eintreten. die Materien unterworfen sind. Philos. gleich dem Atom um so mehr jedes sinnlichen S a c h deutlichsten g e h a 1 1 s entkleidet (vgl. denen seine Objekte." So wird die Energie. (Abh. oder nach meiner Sprechweise. daß hier zwischen je zwei verschiedenen Gruppen vom Phänomenen hin und her bestimmte quantitative Beziehungen stattfinden.

H.) Selbst dort. h. der schon in seiner allgemeinen Benennung auf ein eigentümliches logisches Problem hinweist. . wenn sie in Be- Mayer — — Objekt ist**. welche ihr die Eigenschaften einer Substanz beilegt: denn die Menge einer Substanz müßte notwendig eine positive Größe sein. wie es die kinetische und potentielle Form sind. bereits eine besondere wie Heinrich Schwierigkeit in der Annahme.die Bewegung eines solchen Gewichtes mit einer Geschwindigkeit von 10 Meter in einer Sekunde. 26." Wenn hier das bloße Erhobensein über eine gewisse Niveaufläche mit dem Fall über eine bestimmte Distanz. wie die Gewichtserhebung nicht mehr Gewichtserhebung ist.am Begriff der potentiellen hervor. hört dann aber natürlich auf. S. Mayer. . eine solche Bewegung kann auch wieder in die Gewichtserhebung übergehen." (S. d. eben diese Kategorie des Objekts allmählich eine neue Bedeutung an. während die Gesamtheit der in einem System enthaltenen potentiellen Energie unter Umständen auch durch einen negativen Wert auszudrücken ist*. in der sie gewöhnlich gefaßt wird. Mayer seinen Gedanken. sondern Relationen zwischen je zwei Gegenständen das Gezählte sind. Hertz Die Prinzipien der Mechanik. wo das Gezählte ein Entgegengesetztes hat. der ja in einer doppelten Seinsform auftritt. sind ein und dasselbe Objekt. . S. gerecht werden zu können. Zudem aber widerstrebt die potentielle Energie in der Art. wo die Energie wie es auch bei Robert der Fall ist zunächst als ein einheitliches und unzerstörliches nimmt daher eingeführt wird. daß die angeblich substanzartige Energie in so verschiedenen Daseinsweisen. oben. Bewegung zu sein. wenn also ein bloßer Zustand mit einem wegung übergegangen * 264 * S. S..Das Erhobensein eines Kilogramms auf 5 Meter. 178. Ein derartiges Verhältnis erklärt sich in der Tat nach der s'schen Theorie des Negativen tritt diese Entwicklung Energie Hertz Gaus nur dort. Kleinere Schriften und Briefe. jeder Definition. Es liegt. aber „wo nicht Substanzen (für sich denkbare Gegenstände). betont hat. . existieren soll." so erläutert nunmehr R.. um dem neuen Inhalt. 72.

um welcher Ähnlichkeit der sachlichen Beschaffenheit. ohne sie zuvor in Bewegungsvorgänge aufgelöst. der Atomistik in der Tat eine neue prinzipielle Wendung vollzogen. sofern sie gestattet. sondern als abstrakte Maßwerte miteinander verglichen werden. damit aber ihrer spezifischen Besonderheit entkleidet zu haben. Der Anspruch der Energetik.zeitlichen Prozeß identisch gesetzt wird. wenngleich seine rein begriffliche Bedeutung sich allmählich immer schärfer abhebt. mechanischen" Hypothesen wird von ihren Anhängern gewöhnlich darin gesehen. daß sie in größerer Nähe der gegebenen Wahrnehmungstatsachen verbleibt. also unter dem Gesichtspunkt der reinen Größenbestimmung einander substituierbar sind. da all unsere Aussagen lediglich auf ihren kausalen Zusammenhang abzielen. Die Vorgänge bleiben in ihrer Beschaffenheit unberührt. nur ein reines Verhältnis wechselseitiger Abhängigkeit zum Ausdruck bringt. so zeigt sich daß an beide kein unmittelbarer dinglicher Maßstab angelegt wird. Sie vermag die Ordnung zwischen der Allheit der Phänomene zu stiften. nicht weil sie irgend ein gegenständliches Merkmal miteinander teilen. sondern weil sie als Glieder derselben Kausalgleichung auftreten können. Die beiden Momente sind „dieselben".. den wir Energie nennen. Gegenstand". Der eigentliche Vorzug der Energetik vor den . daß sie nicht nach irgenddarin nur so deutlicher. weil sie. die verschiedenen Gruppen physikalischer Vorgänge in ihrer Eigenart zu verstehen.. zwei qualitativ verschiedene Gebiete von Naturerscheinungen zueinander in Beziehung zu setzen. Wir beginnen mit der Entdeckung eines exakten zahlenmäßigen Verhältnisses und setzen als Ausdruck dieses Verhältnisses jenen neuen Damit ist gegenüber . Aber gerade dieser ausschließliche Rückgang auf die numerische Regel der Beziehung schließt andererseits ein neues gedankliches Moment in sich. während die Energie ihrem Ursprung nach bereits einem anderen Gebiet angehört. von jedem konkreten Dasein entlastet. zuletzt doch immer noch als das Analogon und gleichsam als das verkleinerte Modell des empirisch-sinnlichen Körpers. Das Atom erscheint. lediglich 265 . weil sie selbst mit keinem einzelnen von ihnen auf gleicher Stufe steht.

dasjenige. in denen Züge ausgelöscht sind. daß man uns der Rückkehr zu den verborgenen Vermögen der Scholastik beschuldigt. von denen der Geometer handelt." weitere Ausführung des Gedankens beseitigt sogleich den Die Qualitäten des Schein eines tieferen Zusammenhangs. als die Qualitäten der modernen Physik: denn wenn jene nur hypostasierte sinnliche Eigenschaften bezeichnen.statt all sie in mechanische Vorgänge umzudeuten.. Worauf die Energetik verzichtet. Möglichkeit. die Natur zum zu gestalten. „Wir sind gezwungen. Aristoteles sind etw^as völlig anderes. als eine ursprüngliche und nicht weiter zurückführbare Eigenschaft in ihm anerkennen. wenn man in dieser Tendenz zu einer . wodurch ein Körper warm oder hell. qualitativen" Physik zugleich eine Umwendung zur allgemeinen Aristotelischen Weltansicht zu erkennen geglaubt hat. unaufhörlich erneuert worden sind. wir müssen mit anderen Worten auf alle Versuche.in unsere Physik andere Züge als die rein quantitativen Elemente. ist der Ausdruck der Qualität in einer bestimmten Zahl. die sie vollständig repräsentiert und für unsere Betrachtung 266 . woran sie dagegen festhält und was für sie die Bedingung ihres eigenen Anfangs ist. wir müssen auf die Gefahr hin. aufzunehmen und somit zuzugestehen. die seit der Zeit Descartes'. so sind diese bereits durch das ihre individuellen vom System gesamte Begriffssystem der Mathematik hindurchgegangen und haben hierdurch eine neue logische Form und Beschaffenheit ist erhalten. wie es der Mechanismus darbietet. nur die „Erklärung" der einzelnen Qualitätsart aus bestimmten mechanischen Bewegungen. daß die Materie Qualitäten hat. wie innerhalb eines bestimmten Umkreises gerechtIn der Tat eröffnet sich hier die allgemeine logische fertigt. . elektrisch oder magnetisch ist. Aber es ist ein Irrtum. fordern müßten.. erscheint jetzt erkenntnistheoretischen Standpunkt aus zugleich begrenzt. verzichten und unsere Theorien wiederum an die wesentlichsten Aber die Begriffe der Peripatetischen Physik anknüpfen." so schildert ein hervorragender moderner Vertreter der Energetik diese Wandlung. ohne daß wir für dieses System prinzipiell die Darstellung in einem einheitlichen anschaulichen Bilde.

Driesch. a.daher nur gleichzeitig die unin der Tat zurücktreten. durch einen Inbegriff von Zahlwerten ersetzt. O. S. ist daher nicht ihre sinnliche Bestimmtheit. der zuerst das Wesen der Mathematik in einer Lehre von den möglichen * H. Die allmähliche Ausbildung dieser letzteren ließ sich bereits in den allgemeinen Hauptzügen verfolgen. Die allgemeine Aufgabe der mathematischen Fixierung läßt sich durchführen. weil und sofern es eine Mathematik der Qualitäten gibt. der zuvor bereits in der allgemeinen Prinzipienlehre der Mathematik Es gibt eine „Physik der zur Anerkennung gelangt war. . wir können den Ausdruck „Quantität der Wärme" definieren. zuvor in letzte anschauliche Teildie wir elemente zerlegt und aus ihnen wieder zusammengesetzt worden sind. daß diese bringen. S. 197 Naturbegriffe und Natururteile. ohne hierbei den spezifides Kalten und Warmen schen irgend etwas zu entlehnen**. kann sofern in ihm erst objektiviert wird. daß die Dinge und Vorgänge. f. Die Frage. Wir können das Urteil über den Zusammenhang zwischen der energetischen eine und der Peripatetischen Physik entnommen ist* Theorie der Wärme entwickeln.. 51 D u h e m a. L'6volution de la Möcanique. S. 267 . Was hier von der Qualität zurückbehalten ist. (S.) nicht notForm der zahlenmäßigen wendig daran geknüpft ist. ** Duhem. die seine verschiedenen quantitativen Elemente zum Ausdruck Die Energetik zeigt. In dieser Auffassung aber bringt die Physik nur einen Gedanken zum Abschluß und zur Anwendung. Qualitäten" und kann eine solche geben. ebenso urteilt f. dem so betont D u h e Reihenform. betrachten. S. 233 ff. In dem Schema der theoretischen Physik ist das bestimmte empirische System. bestimmte Empfindung des Wärmer und Kälter durch den Begriff des exakten Grades derTemperatur ersetzt ersetzt. Von L e i b n i z an.. ob. das wir untersuchen. ob Wärme Bewegung ist. 198 f. ohne daß diese Art der eines Ganzen aus seinen konkreten und — m — Wahrnehmungen Ordnung Zusammenfügung Einzelteilen erforderlich wäre. sondern lediglich die Eigentümlichkeit ihrer mathematischen selbst.

106 ff. 111 ff. Der Vorwurf. durch eine allgemeine Wissenschaft von der Qualität (scientia generalis de qualitate) fordert. der häufig gegen die Energetik erhoben worden ist. ist daher nicht zutreffend. oben. die durch wiederholte additive Setzung ein und derselben Maßeinheit entstanden sind. die der mathematischen Bevollkommen zugänglich sind. sondern es fallen unter diese Bezeichnung alle Gebilde. bis zur modernen projektiven Geometrie und zur Gruppentheorie führt hier ein durchaus stetiger Weg. ob. die irgendwelche. die Elemente einer räumlichen Mannigfaltigkeit in eindeutige Beziehung zu festen Zahlwerten zu setzen und ihnen kraft dieser Korrelation eine bestimmte Ordnung aufzuprägen. Es genügt zur zahlenmäßigen Fassung des Geschehens. ohne daß ihre Objekte extensive Größen sind. für sich angebbare anschauliche Merkmale miteinander teilen. wenn für die einzelnen Qualitäten je eine bestimmte Skala der Vergleichung geschaffen wird und wenn ferner die Werte innerhalb dieser verschiedenen Skalen durch ein objektives Gesetz einander wechselseitig zugeordnet werden. bes. sofern in ihr die Natur in gesonderte Klassen von Denn Phänomenen zerfalle. die nach irgend auseinander abeiner feststehenden begrifflichen Regel Diesem Kriterium leitbar sind. als der Wissenschaft der Quantität. Schon die projektive Streckenlehre zeigt. daß es weite und fruchtbare Gebiete gibt. (Vgl. S. ohne doch den gewöhnlichen metrischen Begriff der Distanz zur Anwendung zu bringen. — mathematischen — 268 . wie es möglich ist. Deutlich tritt in dieser gesamten Entwicklung hervor. daß sie die H o m o g e n e i t ä t des Geschehens vernichte. (S. wenn wir die „gleichartig" sind Artbegriffe als Ausgangspunkt und Muster der Beurteilung wählen nicht nur solche Inhalte. S. Diese Beziehung aber läßt sich unabhängig von jeder mechanischen Deutung der einzelnen Erscheinungsgruppen erreichen und festhalten.) aber wird hier genügt: der Zusammenhang nach Begriffen.) Dieser Gedanke wird von der allgemeinen Energetik nunmehr auf die Gesamt- stimmung heit der physikalischen Mannigfaltigkeiten übertragen.deduktiven Verknüpfungsformen überhaupt sieht und der daher eine Ergänzung der gewöhnlichen Algebra.

Wahrhaft allgemein sind nur diejenigen Prinzipien und Regeln. daß sie sich das eine Mal zu ihrer Durchführung rein auf den Begriff der Zahl stützt. h. bisweilen eingewandt..der durch die Äquivalenzwerte zwischen den verschiedenen Reihen geschaffen wird. sondern zwischen Wärme und Bewegung Raumes Minimum derBedingungen — — * Man hat gegen die logische Möglichkeit des Zieles. denn nur hier kann es sich zeigen. so zeigt die Mathematik selbst. das die allgemeine irgendEnergetik sich stellt. die Beziehung auf die Maßeinheit enthalte daher bereits die Umsetzung aller qualitativen Unterschiede in extensive Streckendifferenzen und somit die Reduktion La Theorie de la (Vgl. Maß sei notwendig eine Bestimmung der Ausdehnung. s. unter denen von einer „Meßbarkeit" der Erscheinungen überhaupt noch gesprochen werden kann*. R e y auf ein räumlich . 264. daß wir zuvor irgend eine Einheit des. Die Vergleichung aber setzt nicht etwa voraus.mechanisches Bild. bauen lassen. Die gedankliche Forderung der Homogeneitätist somit sowohl in der energetischen wie in der mechanischen Auffassung der Naturvorgänge wirksam: nur darin besteht der Unterschied. daß eine derartige Zuordnung auch dort möglich ist. Physique chez les Physiciens contemporains. Versteht man unter der „Messung" einer Mannigfaltigkeit nur ihre mathematische Bestimimung überhaupt. 269 . Abgesehen hiervon aber behält die Energetik in jedem Falle ein hervorragendes erkenntnistheoretisches Interesse. gibt eine nicht minder feste logische Verknüpfung. sofern hier versucht ist. 286 u. Wesens" entdeckt hätten. während sie fordert. welche Betrachtungsweise schließlich den konkreten Aufgaben und Problemen am besten gerecht zu werden vermag. daß sie sich aus gleichartigen Teilen zusammensetzen und sich daher durch wiederJedes holte Addition ein und derselben Grundeinheit darstellen lassen. das andere Mal zugleich den Begriff des Der Streit zwischen diesen beiden Auffassungen kann endgültig nur durch die Geschichte der Physik selbst entschieden werden. S. die Zuordnung ihrer Elemente zu den einzelnen Gliedern der Zahlenreihe. gleichsam das festzustellen.) Der Begriff des „Maßes" selbst ist indessen hier offenbar zu eng gefaßt. als die Zurückf ührung auf ein gemeinsames mechanisches Modell. auf denen die zahlenmäßige Fixierung eines Einzelgeschehens überhaupt und seine zahlenmäßige Vergleichung mit jedem anderen Geschehen beruht. wo die Gegenstände des betreffenden Inbegriffs sich nicht aus räumlichen Teilen zusammensetzen und auf- Messung . daß jede welcher Dinge oder Vorgänge die Voraussetzung in sich schließe. d.

Zuordnungen Anfangsgründe VIII. Zu einer schlechthin „hypothesenfreien" Darstellung des Naturgeschehens kann es freilich auch auf diesem Wege nicht kommen: denn die Übertragung in die Sprache der abstrakten Zahlbegriffe schließt nicht minder wie diejenige in die Sprache der Raumbegriffe eine theoretische Umbildung des empirischen WahrnehmungsAber es bleibt von logischem Wert. aber je weiter sie fortschreitet. allgemeinen Voraussetzungen in aller Strenge von den besonderen Annahmen zu scheiden. in welchem jeder Einzel Vorgang nunmehr seine bestimmte Stelle erhalten kann. kinetischer Natur sind. ist daher ein Satz. Die Chemie scheint zunächst mit rein empirischen Beschreibungen der einzelnen Stoffe und ihrer Zusammensetzung zu beginnen. Die Darstellung der Begriffsbildung innerhalb der exakten Naturwissenschaft bleibt auch nach der logischen Seite hin so lange unabgeschlossen. nicht zu vertreten vermag. die sie einnehmen. Das erkenntnistheoretische Interesse. um auf Grund davon die Gleichartigkeit auch solcher Vorgänge zu behaupten. als sie nicht neben den physikalischen Begriffen die Grundbegriffe der in den Kreis ihrer Betrachtung zieht. numerischen Beziehung zu versichern. beruht vor allem auf der eigentümlichen Mittelstellung. hier die stoffes in sich.umgekehrt die mathematische Physik damit. und die „metaphysischen". den die sich der exakten beginnt Erkenntnistheorie. jedes physikalische auf mechanische Arbeitswerte Geschehen zu beziehen und somit einen Komplex von zu schaffen. sobald ein Weg gezeigt ist. ihren Forderungen ist vielmehr genug getan. weil mathematischen der Naturerkenntnis von denjenigen speziellen Hypothesen zu sondern. nicht auf die des absoluten Seins gerichtet ist. das diese Grundbegriffe darbieten. die lediglich auf die Grundmomente des Wissens. die nur der Bearbeitung irgend eines Einzelgebiets dienen. die sinnlich aufeinander in keiner Weise zurückDaß die verschiedenen Formen der Energie führbar sind. um so mehr strebt auch sie zu konstruktiven Begriffs- Chemie 270 . „an sich".

das in dieser letzteren schon von ihren ersten Anfängen an. mit besonderer Deutlichkeit hervor. er bezeichnet nur die Art einer möglichen Zuordnung.bildungen hin. die er in Mathematik und Physik besitzt. daß beide sich die Systeme. Ihre Grundgesetze. Die Chemie erst stellt das Problem des Einzeldings in aller Entschiedenheit in den Vordergrund. Der „Begriff" aber enthält gerade in der spezifischen Bedeutung. Göttingen 1896. Die Mittelglieder und damit die Bedingungen des exakten Verstehens heben sich nunmehr immer schärfer ab. Die besonderen Stoffe der empirischen Wirklichkeit und ihre besonderen Eigenschaften sind es. Es gewährt indessen ein besonderes Interesse zu verfolgen. die hier den Gegenstand der Frage bilden. Nernst. auf Grund der empirischen Daten selbst schaffe n*. denn ihr Ziel und ihr eigentliches Gebiet bilden die reinen Gesetzesbegriffe. Die Grenzen des rein empirischen und des rationalen Wissens treten gerade in der stetigen Verschiebung. wie etwa die Gibbs'sche Phasenregel oder das Gesetz der chemischen Massenwirkung. hier nur allmählich und schrittweise erreicht wird. Die Kraft der wissenschaftlichen Formgebung wird besonders eindringlich an dem gleichsam spröderen Material. mit welchem die Chemie arbeitet. Sofern die Chemie diese ihre moderne Form bereits erreicht hat. Die Physik hat es zuletzt doch nur scheinbar mit Dingbegriffen zu tun. wie irgendwelche Sätze der theoretischen Physik. keine Handhabe für dieses neue Problem. Die Ziele der physikalischen Chemie. wie das Ideal. In der physikalischen Chemie ist dieses Ziel sodann in der Tat erreicht: ein bedeutender Vertreter dieser Disziplin kann es geradezu als den verbindenden Grundzug von Physik und Chemie bezeichnen. gehören demselben rein mathematischen Typus an. die sie untersuchen. nicht das * S. schon in Galilei und Newton verwirklicht ist. das jeden materialen Sonderinhalt mehr und mehr von sich abgestreift hat. die sie in diesem Fortgang der chemischen Erkenntnis erfahren. als die Physik selbst. 271 . Denn er ist hier nur das Symbol für eine bestimmte Form der Verknüpfung. steht sie daher logisch auf keinem anderen Boden.

es sich hier lediglich um eine Lücke. 213 272 . die Körper nach ihren gattungsmäßigen Beschaffenheiten zu sondern und in Klassen zu scheiden. die allen Gliedern einer bestimmten Gruppe gemeinsam Die anhaftet und ihren wahrnehmbaren Typus bestimmt. die durch neu hinzutretende Bestimmungen.„Was" der Elemente. Das Gesetz der bestimmten Proportionen. vgl. Ostwald. S. nach welchen sie fortschreiten. Diese Auffassung wird erst dort prinzipiell überwunden. Leitlinien der Chemie. ausgefüllt werden kann oder muß an dieser Stelle eine prinzipiell andere Grundform der Erkenntnis überhaupt anerkannt und eingeführt Handelt werden ? Diese Frage läßt sich nur beantworten. nicht um im Reichtum ihres Inhalts zu erfassen. welche indes der gleichen logischen Richtung des Denkens angehören. während das Quecksilber der Träger der metallischen Eigenschaften ist. In der Tat heben sich hier alsbald von selbst wenige allgemeine Hauptzüge heraus. Identit^ et R6alit6. nach welchen die Entwicklung sich bei all ihrer Mannigfaltigkeit gliedern und übersehen läßt. auch Meyerson. die andere tritt. zu exakten quantitativen Aussagen über ihre gegenseitigen Reaktionen zu gelangen. konkreten Elemente sind hierbei nur die Bezeichnung und Hypostase So der besonders hervorstechenden sinnlichen Qualitäten. die wir empirisch an irgendwelchen Stoffen vorfinden*. in welchen die verschiedenen Elemente * S. wo neben die Aufgabe. wenn man dem geschichtlichen Gang der chemischen Lehren einzelnen den unübersehbaren selbst folgt. Die ältere Form der chemischen Elementenlehre. 4 ff. S. die einander zugeordnet werden sollen. das Salz die Eigenschaft der Löslichkeit. verleiht der Schwefel durch seine Anwesenheit in einem beliebigen Körper diesem die Grundeigenschaft der Verbrennbarkeit. sondern um sich die großen logischen Richtlinien deutlich zu machen. ff . faßt das Element als eine Gattungseigenschaft auf. Die Forderung strenger Zahlbestimmungen bildet auch hier den entscheidenden Wendepunkt. die bis auf Lavoisier vorherrscht und die ihren letzten charakteristischen Ausdruck noch in der Phlogiston-Theorie gefunden hat.

Die Art.. so waltet zwischen beiden ein bestimmtes Verhältnis ob. ff. bildet * Zu den folgenden Daten aus der Geschichte der Chemie vgl. Vorträge über die Ent- Richter s.. Aufl. wicklungsgeschichte der Chemie. neben den bekannten allgemeinen Geschichtswerken besonders urtz La Theorie atomique. ist durch diese Zahlen eindeutig bestimmt: die beiderseitigen Massen. 53 28 — Über ff. in der sich irgend ein Element der ersten Reihe mit einem Element der zweiten verbindet. S. bes. Ladenburg.. während wir den Gliedern der zweiten Reihe andere konstante. die allgemeine Pythagoreische Grundansicht von der .. die zwischen verschiedenen Reihen von Körpern gelten. wie sie an der Wiege der neueren Physik stand. in welcher es zuerst von ausgesprochen wird. insbesondere unabhängig von der atomistischen Hypothese. die hier an der Wiege der neueren Chemie steht. Harmonie" des Alls. 3. Paris 1902. Näher versucht Richter nachzuweisen.^ entsprechen lassen. Paris 1879. daß dieses Gesetz zunächst völlig unabhängig von jeder Auffassung über die Konstitution der Materie. Aufl. S. Duhem. 5. die der Säuren eine geometrische Reihe bilde. wie sie analog für die Entfernungen der Planeten von der Sonne angenommen worden ist*. 69 L Bratmschweig 1902. das sich dadurch ausdrücken läßt. wie man sieht. Dieser Gedanke hat sich empirisch nicht als zutreffend erwiesen. Die modernen Theorien der W . noch unfertigen Form. D. In der ersten. konzipiert wird. und eine Reihe von Basen B^ B2 B3. daß die Massenreihe der Basen eine arithmetische. verhalten sich wie die entsprechenden Zahlwerte mp und nq. Breslau 1884.den ersten Ausgangspunkt Es ist interessant. Chemie. nach welchen irgend eine Säure Ap mit irgend einer Basis Bq zusammentritt. In dieser sich mit einander verbinden. R i c h t e r nichts anderes als die Geltung bestimmter harmonischer Beziehungen. Duhem. aber er ist nichtsdestoweniger in seiner allgemeinen Tendenz bezeichnend und bedeutungsvoll. Es ist. Lothar Meyer.. daß wir jedem Glied der ersten Reihe eine bestimmte Zahl mi m2 mg . Betrachten wir eine Reihe von Säuren A^ Ag A3 . Substanzbegriff 273 . zuordnen. durch die Beobachtung zu ermittelnde Zahlwerte Uj n^ n. Cassirer. a d e n b u r g . und daß somit hier eine Gesetzlichkeit stattfinde. .. der modernen chemischen Theorie. besagt es zunächst J.. Le Mixte et la combinaison chimique.

Da indessen betrifft. das des Sauerstoffs. An die Stelle der empirisch ermittelten Proportionalzahlen der einzelnen Körper sind Aussagen über eine wesentliche Beschaffenheit ihrer letzten konstitutiven Bestandteile getreten. so ist von hier aus noch kein unzweideutiger Rückschluß auf die absoluten Zahlen der Atomgewichte möglich. sondern lediglich auf die allgemeine Geistesin der Tat mit Kepler zu vergleichen. die ihr gegeben wird und geht nur in der besonderen Gestalt. Die Fassung. die somit hinreicht. die sie hierdurch empfängt. die sich bis in alle Einzelgebiete des Geschehens fortsetzt. Aber diese Regel der „multiplen Proportionen" verschmilzt bei D a 1 1 o n sogleich mit einer bestimmten Deutung. daß die Atome der verschiedenen einfachen Körper durch ihre Massen unterschieden sind. — — — den Wert stimmen. während innerhalb derselben chemischen Gattung das Atom stets unwandelbar ein und dieselbe konstante Masse aufweist. sich zu dem des Atomgewichts. Wir könnten. in all bedurch den Wert Formeln die Zahl der unseren 0=8 274 . daß es für jedes Element eine charakteristische Äquivalenzzahl gibt und daß. Sachlich ist auch hier zunächst nur ausgesprochen. wenn je zwei oder mehrere Elemente in eine Verbindung eingehen. die das Gesetz der konstanten Verbindungszahlen bei seinem eigentlichen wissenschaftlichen Begründer erhält. fügt allerdings dieser allgemeinen Grundanschauung sogleich einen neuen konkreten Zug hinzu. all unser Wissen stets nur die Verhältnisse nach welchen die Elemente in die Verbindungen eingehen. wobei wir nur statt durch 0= 16. in das Ganze der chemischen Der Begriff des Verbindungsgewichts wandelt Lehren ein. ohne den bekannten Tatsachen der Zusammensetzung zu widersprechen. richtung sieht mit dem er den Grundgedanken der durchgängigen zahlenmäßigen Verfassung des Universums teilt. Das Gesetz der multiplen Proportionen bedeutet nunmehr. ihre Massen sich wie ganze Vielfache dieser Grundzahlen verhalten. um einen bestimmten einfachen Grundstoff in seiner Eigenart zu charakterisieren.wenn man nicht auf das Ganze der Hinsicht ist Richter Leistungen. wenn wir das Atomgewicht des Wasserstoffs als Vergleichseinheit wählen.

Gesamtheit aller dieser verschiedenen Gesichtspunkte. die verschiedene Verbindungen besitzt.Sauerstoff atome zu verdoppeln hätten. Die objektive Existenz der verschiedenen Arten von Atomen wird vorausgesetzt: nur ihre Eigenschaften gilt es noch zu ermitteln und quantitativ schärfer zu umgrenzen. daß die gleiche Krystallform. auf eine gleiche Anzahl auf gleiche Erst die Art verbundener Atome in ihnen zurückweist. Würde man lediglich die einzelnen Forscher befragen. Satz stützt. 16. . II IV a 1 d Gnindriss der allgemeinen Chemie. die hierdurch ermöglicht wird. Eines der wichtigsten Kennzeichen bietet hier die Avogadrosche Regel. sowie diejenige aus dem Mitscherlichschen den sich auf die Isomorphismus. — . das gleiche Volumen einnehmen. sofern = . die sich ihre Gesetz. Die Entwicklung. im vollkommenen Gaszustand unter denselben Bedingungen des Drucks und der Temperatur. . so scheint sie freilich für sie alle zunächst nur einen. die hierin zum Abschluß gelangt. die auf das Dulong-Petitsche sich wechselseitig bestätigen oder korrigieren. die wir treffen. bald durch H S oder Die Entscheidung zwischen all Hg S bezeichnen würden. Abschn. Neben die Bestimmung der Atomgewichte aus der Dampfdichte. . wir könnten successiv als Atomgewicht des Schwefels 8. Buch I. die in der Geschichte der Chemie selbst erst allmählich erarbeitet werden. völlig eindeutigen und klar bestimmten. 18* 275 . Sinn zu besitzen. 4. auch logisch ein allgemeines Problem dar. tritt sodann Bestimmung aus der Wärmekapazität. 1909. 32 die Werte S wir nur die chemischen Formeln übereinansetzen. bei Lothar Meyer. Lpz. Ostw Näheres hierüber bes. abgesehen von ihren Einzelheiten. stimmend nach einer dieser Grundannahmen gestalten. zunächst möglichen Ansätzen erfolgt auf Grund mannigdiesen facher Kriterien. nach welcher gleiche molekulare Massen verschiedener Verbindungen. bietet. die an ihr mitwirken. Je weiter wir fortschreiten * cf . Aufl. also etwa den Schwefelwasserstoff je nach der Wahl. bald durch den Ausdruck H S^. ergibt schließlich nach mannigfachen Versuchen eine einheitliche Tabelle der Atomgewichte und legt damit den Grund zu einer eindeutigen chemischen Formelsprache*.

für uns feste und greifbare Gestalt. wie sie in ihrem Zusammentreten durch ihre Zahl und ihre relative Lage einen bestimmten Grundriß der Gestaltung erzeugen. B. zwischen diesen beiden Reihen eine eindeutige Zuordnung besteht. . wir sprechen den Atomen aller einfachen Körper dieselbe Wärmekapazität zu und bezeichnen damit die Tatsache. . die in einem bestimmten Volum einer gasförmigen Substanz enthalten sind und drücken damit in Wahrheit eine Beziehung aus. a' b'. die Zahlen für ihre bn spezifische Wärme in eine andere Reihe b b' b" ordnen. . Endpunkt . Der inhaltliche Reichtum. Geht man indessen der näheren empirischen Begründung all dieser Aussagen nach. daß. geht daher im Grunde niemals es selbst an. wenn wir die Verbindungsgewichte der chemischen Elemente in eine Reihe a a' a" an. Subjekt". 276 . Die eigentümliche denselben konstanten Wert besitzen. um so deutlicher tritt der Reichtum und die Bestimmtheit dieser Eigenschaften heraus. sondern bezieht sich auf ein Indem wir empirisches . wie jetzt sogleich deutlich wird. Das substantielle „Innere" der Atome enthüllt sich und gewinnt folgen. so verschiebt sich alsbald das allgemeine Bild. abgesehen logische Ausgangspunkt. in der Krystallform ausprägt.. die nach dem Gesetz von Gay Lussac zwischen dem numerischen Wert der Dichtigkeit der Gase und dem Wert ihrer Verbindungsgewichte besteht. andersartiges scheinbar das Atom selbst in seinen mannigfachen Bestimmungen und Zuständen erforschen. sofern die Produkte a b. niemals der gegebene unserer wissenschaftsondern immer nur der lichen Aussagen. haben wir damit zugleich eben diese verschiedenen Gruppen von Zuständen zueinander in ein neues Verhältnis gesetzt. der sich z. wir sehen. Wir ver- insbesondere in der entwickelten chemischen Konstitutionsformel. wie die Atome sich nebeneinander lagern und sich wechselseitig zu einem einheitlichen Aufbau des Moleküls verknüpfen.und um so mehr verschiedene Gruppen von Phänomenen wir in den Kreis unserer Betrachtung ziehen. Das Atom ist. . die der Atombegriff. Wir sprechen von der Anzahl der Atome. Funktion. a" b" usf. den es im Fortgang der wissenschaftlichen Forschung gewinnt.

über die Wärmekapazität. dem wir alle Aus- sagen über die mannigfachen Gruppen chemischer EigenDie verschiedenen und anschaften eingeordnet denken. Wieder zeigt sich hier der gleiche gedankliche Prozeß. besteht in der systematischen Gliederung eben dieser Verhältnisse selbst. Das Atom fungiert diesen Beispielen deutlich hervor. absoluten" Atomgewichten das Ganze der möglichen Verhältnisse. durch den Mittelbegriff des Atoms hindurch. In Wahrheit handelt es sich darum. indem wir jede von ihnen auf dieses gemeinsame Zentrum zurückbeziehen. ob. heterogenen Mannigfaltigkeiten von Bestimmungen fänglich gewinnen einen festen Zusammenhang. als vielmehr.von der allen metaphysischen Behauptungen über die Existenz tritt in Atome besitzt. In dem Maße als diese Bestimmung fortschreitet. weitet sich daher auch der Kreis der empirischen Relationen selbst. es steht nicht mehr beziehungslos nebeneinander. eigentlich positive Ertrag. das Atomgewicht der einzelnen Elemente eindeutig zu bestimmen. S. so wäre somit gerade in den . über den Isomor- selben Der 277 . den die chemische Erkenntnis hier gewinnt. dadurch zum Ausdruck gebracht. Nur scheinbar wird daher hier die einzelne Eigenschaft an das Atom als ihren absoluten „Träger" angeknüpft. so daß damit das Ganze der Relation als abgeschlossen und vollendet gelten könnte.. Denken wir uns diesen Fortschritt vollendet. befaßt und ausgedrückt. hier gleichsam als der gedachte einheitliche Mittelpunkt eines Koordinaten-Systems. die die Sonderreihen Der unter sich eingehen können. statt daß wir jeden Inbegriff einzeln mit allen übrigen vergleichen. sondern ordnet sich um einen festen Mittelpunkt. 260 ff. der uns bereits früher entgegentrat: die komplizierten Verhältnisse zwischen bestimmten Inbegriffen werden. immer neue Gebiete chemisch-physikalischer Phänomene als Kriterien heranzuziehen. daß wir sie sämtlich in Beziehung zu ein und dem(Vgl. die verschiedenen Reihen nicht sowohl auf das Atom. nötigt dazu.) identischen Terminus setzen. Indem wir die Beobachtungen über die Dampfdichte. wechselseitig auf einander zu beziehen. Versuch. Das zunächst verstreute Tatsachenmaterial organisiert sich nunmehr.

wenn sie jedesmal. und von diesem Punkt gehen nun all die verschiedenen Richtlinien aus. bewahrt er ihren wesentlichen Gehalt. Aber freilich ist es nicht der einzige logische Wert dieses „Subjekts". die unsere Setzung eines letzten identischen Subjekts für die Allheit der möglichen Eigenschaften erklärt und ermöglicht. über den neu zu entdeckenden Mannigfaltigkeiten fungieren die bereits gefundenen und gesetzlich fixierten als eine feste logische Einheit: und diese Einheit des prinzipiellen Anknüpfungspunkts ist es. daß es nur nachträglich die gewonnenen Erfahrungen beschreibt und zusammenfaßt. treten sie Vereinigung. und erfaßt das Problem gleichsam von einer anderen Seite als die rein erkenntnistheoretische Betrachtung. kenntnis kann diesen Begriff nicht entbehren. ehe sie an ein neues Tatsachengebiet herantritt. Der Gang der Wissenschaft würde schleppend. wenngleich Fortschritt darin beihr eigentlich Konzentra- philosophischer steht. nach denen Gegenunsere Erkenntnis ins Unbekannte weiterschreitet. Die heften. sich die Fülle des bereits gewonnenen empirischen Materials explizit wiederholen und in all seinen Einzelzügen vergegenwärtigen müßte. Worauf 278 .phismus usf. ihre Darstellung würde umständlich und mühsam werden. wirkt vielmehr zugleich produktiv. sämtlich an ein und dasselbe Subjekt an- damit selbst erst in wahrhafte begriffliche Wechselwirkung. sie schafft ein allgemeines unmittelbar Schema auch für die künftigen Beobachtungen und weist diesen eine bestimmte Richtung an. Die lebendige und unmittelbare Arbeit der Forschung selbst steht hier freilich von Anfang an auf einem anderen Standpunkt. Die empirische Ertritt an diesem Beispiel klar hervor. ihn als Begriff zu verstehen uiid zu würdigen. während doch andererseits alle Kräfte des Denkens nunmehr für die Erfassung des neuen Erfahrungsinhalts frei werden. die hier geschaffen ist. Indem der Atombegriff hier eine gedankliche tion aller dieser Züge schafft. Die Bedeutung. Der Inbegriff des empirisch Bekannten verdichtet sich gleichsam in einem einzigen Punkt. die der allgemeine Substanzbegriff innerhalb des tatsächlichen Prozesses der Erfahrung besitzt.

der als solcher keiner weiteren Analyse bedarf. wenngleich sie es für bestimmte Zwecke der Erkenntnis als begreift. das eben erst alsbald wiederum als ein Gesichertes und Vorhandenes gelten. der hier zurückbleibt.sie hinblickt und was ihr Interesse fesselt. 279 . ist daher ein Moment in ihrer eigenen Aktivität. beruht doch zugleich die eigentümliche Bestimmtheit. Der passive Bestand. es gleichsam immer weiter fortzurücken. Somit ist es in der Tat berechtigt und unvermeidlich. Die kritische Selbstbestimmung des Denkens muß indessen dieses Produkt. so daß stets neue Fragen in den Kreis ihrer Betrachtung eintreten. Beide Richtungen lassen sich niemals unmittelbar vereinen: die Bedingungen der wissenschaftlichen sind andere. Der Inbegriff des „Faktischen" in diesem Sinne steht als solcher fest. sondern nach rückwärts auf den Ursprung und die Gründe der Erkenntnis gerichtet. die der Erkenntnis zukommt. zusammenfaßt. notwendig Produktion Betrachtung erforderlich. während sie die bekannten Tatsachen als einen gegebenen Bestand nehmen darf. denn nur dadurch schafft sie sich die Möglichkeit. als es die der kritischen Reflexion Wir können die sind. er bildet ein ruhendes Substrat. den die Wissenschaft an einzelnen Stellen fixiert. Dennoch aber sind beide Gesichtspunkte. wenn sie eine Fülle erfahrungsmäßiger Relationen in einen einzigen Ausdruck. um die Erkenntnis als Ganzes den Motiven ihres Fortschrittes wie in den dauernden logischen Bedingungen ihres Bestandes zu beurteilen. die es zu erschließen gilt. Funktionen zum Aufbau der Erfahrungswirklichkeit nicht zugleich betätigen und sie zur selben Zeit als solche betrachten und beschreiben. ist somit der bewußte Wechsel des Standpunktes der Gewonnene. das fortan den Grundstock für alle weiteren Beobachtungen abgibt. in die Annahme eines einzelnen dinglichen „Trägers". So läßt es sich verstehen. dennoch wiederum in seine einzelnen Faktoren zerlegen: denn ihr Blick ist nicht nach vorwärts auf die Gewinnung neuer objektiver Erfahrungen. sind die neuen Tatsachengebiete. Auf in der Spannung und dem Gegensatz. Das jeweilig muß der Forschung Erreichte. das Gebiet des Problematischen an eine andere Stelle zu verlegen.

Aufl. i. zugleich mit dem Das gegebene Tatsachenmaterial vorweggenommen diesem Terminus gegeben hat vortrefflichen — sofern Kant . daß das Wesentliche des Begriffs nicht in irgendwelchen materialen Eigenschaften besteht. auch wenn sein Inhalt sich vollkommen wandelt." Diese Leistung bleibt dem Atombegriff als dauerndes Charakteristikum erhalten. 672. dennoch dazu dient. das Atom der Materie zum Atom der Elektrizität. auf welchem man sich ihm nähert. So ist das Atom der Chemie eine „Idee" in dem strengen Sinne. der sich je nach dem Stande unserer Erfahrung mit mannigfachem konkreten Inhalt zu erfüllen vermag. in Aussicht auf welches die Richtungslinien all seiner Regeln in einem Punkt zusammenlaufen. B. zu deren Ausdruck noch der Begriff des Atoms wird zu erforschenden. eine verschiedene Gestalt Für die erste naive Betrachtung erscheint das Atom zeigt.daß auch der chemische Begriff des Atoms.. statt als bloß . indem er ganz außerhalb der Grenzen möglicher Erfahrung liegt. das wird. 2. d. in einem einzigen Brennpunkt vereinigt. je nach dem Wege. es in der Tat einen und Gebrauch" besitzt. aus welchem die Verstandesbegriffe nicht wirklich ausgehen. notwendigen regulativen „nämlich den Verstand zu einem gewissen unentbehrlich Ziele zu richten. als ein fester substantieller Kern. ihnen die größte Einheit neben der größten Ausbreitung zu verschaffen*.. der jedoch. virtueller" Punkt. alsbald als ein einheitliches reelles Objekt erscheint. ein Punkt ist. also z. der. sondern daß er ein Formbegriff ist. zum Elektron wird. an dem sich nacheinander für uns verschiedene Eigenschaften unterscheiden und aussondern lassen. gemäß einer natürlichen Täuschung. ob er zwar nur eine Idee (focus imaginarius). wie in der neueren Physik. während umgekehrt vom Standpunkt der Erfahrungskritik aus eben jene „Eigenschaften" und ihre wechselseitigen Verhältnisse die eigentlichen empirischen Daten bilden. • Kritik der reinen Vernunft.. 280 . den begrifflich erschaffen wird. S.. Gerade eine derartige Wandlung bestätigt.

daß ein Chloratom in bestimmten Verbindungen je ein Atom des Wasserstoffs zu ersetzen vermag. daß sie sämtlich aus einer bestimmten Grundform durch fort- schreitende ziehen. Damit ist ein weiterer Gesichtspunkt der Zuordnung der einzelnen Elemente zu einander. Substitutionen ableitbar sind.Der zweite wichtige Schritt der chemischen Begriffsnachdem der allgemeine Gedanke des Atoms konzipiert und die Werte für die Atomgewichte der einzelnen Elemente im allgemeinen festgestellt sind. zusammenzustellen. ein für allemal festhalten und ausdrücken. die hierdurch gewonnen sind. Die Form des Austausches läßt sich durch gewisse Zahlwerte. die diese Form der Beziehung regeln.. Valenz" der Elemente ist der Ausdruck einer bestimmten Grundbeschaffenheit in ihnen. Die . die sich gemäß voll- den Regeln über die Wertigkeit der einzelnen Atome — 281 . die demselben Typus angehören. besteht darin. während ein Sauerstoffatom stets an die Stelle von 2. ein Stickstoffatom an die Stelle von 3. wobei die Glieder. Die empirischen Tatsachen. wie die Atome verschiedener einfacher Körper sich in den Verbindungen ersetzen und wechselweise für einander eintreten können. Ordnen wir nunmehr die chemischen Verbindungen gemäß dem neuen Prinzip. so ergeben sich hierbei bestimmte Grundregeln. die ihnen unabhängig von ihrer chemischen Verwandtschaft zukommt. das sich uns hier darbietet. nach gedanklichen Gesichtspunkten zu verknüpfen und zu Klassen bestimmter Eigenart bildung. Verfolgt man. eine neue charakteristische Konstante für jeden einfachen Körper geschaffen. die mannigfachen. ein Kohlenstoffatom an die Stelle von 4 Atomen Wasserstoff tritt. so zeigt sich etwa. die wir jedem Element beilegen und die nunmehr zu der Zahl seines Verbindungsgewichts hinzutreten. zunächst völlig getrennten Bestimmungen. so treten sie in verschiedene Haupttypen auseinander. dadurch charakterisiert sind. die zunächst zu derartigen relativen Unterscheidungen und Zusammenfassungen innerhalb des Gesamtsystems hinführen. sind in den Verhältnissen der chemischen Substitution gegeben. Nimmt man das Atom des Wasserstoffs als Einheit.

S. bei Duhem . Le Mixte. um so mehr gewinnt umgekehrt die Anschauung Raum. 189 ff. sofern hier Elemente.. Näheres hierüber S. noch der unmittelbaren Verwandtschaft in ihren chemischen Funktionen. sondern nur als Paradigma für bestimmte logische Verhältnisse in Betracht. sofern sie kraft der Beziehung. Der Gedanke der Substitution. Sie gehören zufestgestellt hat. * a. die unter einem Haupttypus befaßt werden. schichte der Chemie der Typenbegriff vom Begriff der chemischen Analogie losgelöst*. als sie eben durch dieses Ableitungsgesetz Nur allmählich hat sich in der Geselbst hergestellt wird. die Berzelius vertritt.in seiner „Typus" kommt hier wiederum nicht Bedeutung für die speziellen Aufgaben der Chemie. nach der Theorie des elektrochemischen Dualismus. da es. sammen. die die Analyse des exakten naturwissenschaftlichen Begriffs bereits im allgemeinen Der Begriff des Auch der chemische Typenbegriff ist nicht nach dem Muster der Gattungsbegriffe. wobei indes die entfernteren Glieder der Reihe zu den näheren keine andere Analogie mehr darzubieten brauchen. Die verschiedenen Verbindungen. daß auch völlig unähnliche Körper sich in gewissen Verbindungen ohne Änderung der Natur negativ elektrisch ist. verdanken diese Zusammenstellung weder der äußeren Ähnlichkeit in ihren sinnlichen Eigenschaften. wie er zuerst von formuliert wird. die zwischen der Valenz der einzelnen Atome besteht. sondern nach dem der Reihenbegriffe gestaltet. 282 . O. sich einander ersetzen können. Dumas : während dem Wasserstoff positive Je mehr indessen die Theorie der Substitution sich Bahn bricht. bes. a. 97 ff. Er weist in der Tat in voller Deutlichkeit die charakteristischen Grundzüge auf. Wu r t z . Der erste Schritt zu dieser Trennung liegt schon in dem Grundverhältnis der Substitution selbst vor. Elektrizität zukommt. ineinander übergeführt werden können. die ihrer Natur und Eigenart nach völlig verschieden scheinen. wird daher unter diesem Gesichtspunkt zunächst von Berzelius als paradox und widerspruchsvoll zurückgewiesen das Chlor kann nicht in irgend einer Verbindung für den Wasserstoff eintreten.

die aus wiederholten Substitutionen hervorgehen können. die sich einander substituieren lassen. die in all ihren wahrnehmbaren Eigenschaften und ihren wesentlichen chemischen Bestimmungen voneinander völlig abweichen. sondern lediglich durch die eindeutige Regel der Relation. einzeln ein- ander gegenübergestellt.. die ihnen gemeinsam sind. Parameters" erzeugt und begründet die Form des Begriffs. wie und für den er ähnliche Haupteigenschaften aller Glieder gefordert hatte. die auf diese Weise entstehen. Der chemische Begriff unterscheidet sich hierbei vom mathematischen freilich darin. daß die Reihen. miteinander zusammengehalten werden. die von Glied zu Glied obwaltet. während das Verhältnis der Äquivalenz als eine empirische Beziehung zwischen Regnaults mathematischen 283 .. der Körper sehr verschiedener Eigenschaften. entsprechen also durchaus denjenigen. die in ihrer fortgesetzten Anwendung bestimmte Inbegriffe von charakteristischem Reihen-Typus erschafft. Die „Valenz" der einzelnen Elemente stiftet unter ihnen eine derartige Beziehung. ihn aufgestellt Dem . die somit ebenfalls nicht auf einer Gleichartigkeit im Inhalt des Verknüpften. Glieder enthalten können. sobald nicht allein die Elemente. bis weitere Untersuchungen zu dem Schluß drängen. daß die Relation. entstehend denken kann. sondern in der Art der Verknüpfung beruht. deren Glieder nicht durch irgend welche anschauliche Einzelzüge. so gilt das gleiche auch hier. in sich faßt. chemischen Typus". kraft deren von einem Glied zum andern fortgegangen wird. tritt jetzt der „molekulare Typus" Dumas entgegen. die man sich durch Substitution auseinander Die Bedingungen. näher betrachtet wird. Die gesetzliche Abwandlung dieses . Wie sich hier geometrische Systeme und Gruppen von Systemen ergaben. sondern die ganze Gruppe von Körpern. Auch hier wird anfangs die Forderung der Analogie aufrecht erhalten. Noch schärfer treten die Konsequenzen dieser Ansicht hervor. die wir im Gebiet der Begriffsbildung verwirklicht fanden. bei dem letzteren rein konstruktiv festgestellt ist. auf denen nunmehr die Einheit des Typus beruht.der Verbindung vertreten können.

wie eine wahrhafte qualitas occulta erscheinen. einem Bewegungszustände Cf. durch welchen Zwang getrieben das Sauerstoffatom mit 2. Dieses letztere Moment ist auch hier entscheidend. Die „Valenz". La Theorie atomique. nachdem einmal das entscheidende Merkmal der Vergleichung gewonnen ist. von gewissen Anfangspunkten an aufzubauen und um gewisse Mittelpunkte zu gruppieren. die einander derart angepaßt oder derart entgegengesetzt sein sollen. innerhalb dessen wir das Ineinandergreifen und die Zusammengehörigkeit der einzelnen Glieder nach festen Regeln begreifen. Auch hier gilt es. die weitere Begriffsbildung nunmehr auf beiden Seiten genau die gleiche Richtung einschlägt. nachdem erst ein allgemeines Zuordnung Moment die der fixiert ist. wir mit wissen nicht. daß sie stets nur in einem ganz bestimmten Verhältnis miteinander verschmelzen können*. unter Festhaltung weniger allgemeiner Grundprinzipien. die Mannigfaltigkeit der Körper. denn es bildet das eigentlich auszeichnende Merkmal der wissenschaftlichen Fassung der chemischen Grundbegriffe. Und dieses Rätsel wird nicht gelöst. so erkennt man. die den einzelnen Atomen zugesprochen wird. das Kohlenstoffatom mit 4 Atomen des Wasserstoffs zusammentritt. 284 . daß. Sieht man hingegen von diesem Unterschied des Ursprungs ab. kraft deren es sich nur Atom Wasserstoff zu verbinden vermag. Denn auch hier wird ein schlechthin Unbekanntes und empirisch gegebenen Deduktion. S. wenn man zur Erklärung der verschiedenen relativen Wertigkeiten auf die der einzelnen Atome zurückgreift. muß zunächst. wenn sie als eine dingliche Qualität in ihnen aufgefaßt wird. dieses Moment durch gesamte Mannigfaltigkeit der durch die Beobachtung Stoffe hindurchzuführen und diese somit aus einem Aggregat zu einem System zu gestalten. Die Typentheorie bildet in dieser Hinsicht den ersten Ansatz zur chemischen sofern sie lehrt. 175.den verschiedenen Elementen entdeckt wird. Wu r t z . Wir kennen die eigentümliche Beschaffenheit des Chloratoms nicht. Das sinnlich Heterogene gestaltet sich jetzt homogen. indem wir es mit bestimmten Zahl-Verhältnissen durchdringen.

wenn er nicht mehr allein auf einzelne Atome.in keiner Weise Nachweisbares an Stelle der allein bekannten Austauschverhältnisse gesetzt. denen es angehört und die aus ihm durch die gesetzliche Variation bestimmter Grundbestandteile hervorgehen können. Die Theorie der „zusammengesetzten Radikale". sondern vielmehr die allseitige Gliederung der Körper und Stoffe der Erfahrung. Was jedoch den Valenzbegriff der Chemie von allen scholastischen Qualitäten scheidet. die die Atome selbst gegeneinander einnehmen. Kap. hierzu bes. ist in Wahrheit nicht eine derartige Erkenntnis der letzten absoluten Elemente der Wirklichkeit.) Von besonderer Wichtigkeit wird der Gedanke der Substitution. (Vgl. in welcher ein individuelles „Ding" oder ein besonderes Ereignis mit dem Inbegriff der wirklichen und möglichen Erfahrungen überhaupt steht. sofern er sich in diesen ersetzen 285 . sondern lediglich die Tatsachen dieser Verbindung nach allgemeingültigen quantitativen Ordnungsprinzipien darstellen. Er will nicht in die substantielle Natur der Verbindung von Atom und Atom eindringen. Die chemische Konstitutionsformel scheint freilich zunächst ein direktes anschauliches Bild der Reihenfolge und Stellung darzubieten. aber was sie zuletzt leistet. sondern auf ganze angewandt wird. Die Formel einer bestimmten Verbindung lehrt uns nicht nur diese selbst in ihrer Zusammensetzung kennen. ist sie freilich eben dadurch zugleich der echte wissenschaftliche Ausdruck der empirischen Realität des Körpers: denn diese besagt nichts anderes. die jetzt entsteht. Als Radikal wird hierbei gemäß der Definition Liebigs der nicht wechselnde Bestandteil in einer Reihe Verbindung Atomgruppen — — von Verbindungen betrachtet. als die durchgängige objektive Verknüpfung. sondern ordnet sie verschiedenen typischen Grundreihen ein und weist damit auf das Ganze derjenigen Gebilde voraus. ist eben der gedankliche Verzicht. Das einzelne Glied wird zum Repräsentanten der Gesamtgruppen. Indem die Konstitutionsformel diese herstellt. die durch Substitution aus der gegebenen Verbindung entstehen können. wird zur eigentlichen Grundlage der organischen Chemie. 6. den er in sich schließt.

wird damit der Gedanke an die reale Existenz abgesonderter Gruppen zunichte. Wir stehen damit am Beginn einer Auffassung. — — Gerhardt. Trait6 de Chimie organique O. S. die allgemein darauf verzichtet. wie Gerhardt selbst ausdrücklich hervorhebt. den wir zugrunde legen. Über die Art. Da die Formeln der Chemie nur bestimmte Struktur. verschieden ausfallen können. vorhanden. sondern soll nur. Das Radikal besitzt jetzt keine selbständige Wirklichkeit mehr. oder sofern sich in seinen Verbindungen mit einem einfachen Körper dieser letztere ausscheiden und durch Äquivalente von anderen einfachen Körpern vertreten läßt. in welcher die Radikale in den Verbindungen . nach Ladenburg. stellen sollen. zit. wird das Verhältnis zunächst in einem durchaus realistischen Sinne aufgefaßt und beschrieben.. S. 194 ff. da sie also nicht dar- Laurents Gerhardt was die Körper an und für sich sind. die Frage zu beantworten. Die Kerne sind als solche in einer Mehrheit von Körpern. sie präexistieren den komplexeren Gebilden. Indem insbesondere darauf hinweist. 235. 286 . daß es möglich ist. sondern nur was sie waren oder werden können.. die aus ihnen durch Verbindung mit anderen Atomen entstehen. in denen sich Elemente oder Atomgruppen ersetzen"*. mehrere wie nunmehr betont wird rationelle Formeln für ein und denselben Körper aufzustellen.läßt durch andere einfache Körper. „die Beziehungen ausdrücken. je nachdem man seinen Zusammenhang mit der einen oder der anderen Gruppe von Verbindungen zum Ausdruck bringen will. zwei Radikale in einer Verbindung anzunehmen. Durch die weitere Fortbildung der Theorie aber wird diese Anschauung mehr und mehr zurückgedrängt. (Vgl. existieren". Der Streit über die Natur und die absolute Beschaffenheit der Radikale ist damit geschlichtet. aber herrscht anfangs In der „Kerntheorie" Streit. die wir vornehmen und die je nach dem herrschenden Gesichtspunkt der Vergleichung. so steht nichts im Wege.) . denn sie erscheinen nunmehr nur noch als Ergebnisse gewisser ideeller Zerlegungen.und Reaktionsverhältnisse in Gleichungen ausdrücken sollen.

und tritt damit aus dem Kreise der empirisch beschreibenden Wissenschaften in das Gebiet der Naturwissenschaft hinüber. so greift diese Forderung nunmehr auch auf alle die physikalischen und chemischen Bestimmungen über. die sie eingehen. was die gesamte Fülle seiner empirischen Eigenschaften begrifflich zum vollkommenen Ausdruck bringt.und Endzustand eines chemischen Umwandlungsprozesses bestehen. uhe Le Mixte. Über s. Die erste Phase der Bestimmung der stofflichen Mannigfaltigkeit war dadurch gekennzeichnet. treten schon innerhalb ihrer selbst bestimmte Gesichtspunkte und die auf diese Umbildung der Systemhindeuten. Diese Dar- — — keit stellung der stofflichen Mannigfaltigkeit in einer Mannigfaltigvon Zahlen aber enthält bereits den Hinweis auf ein neues Problem. sondern * bes. charakteristische Zahl" zu: und diese Zahl gilt implicit als dasjenige. um statt dessen lediglich die meß- baren Relationen.ob und wie die Elemente als solche fortexistieren. sowie D und Behandlung der Chemie Elemente und Verbindungen. daß jedes Glied in ihm aus einer ursprünglichen Anfangssetzung nach bestimmten einheitlichen Regeln hergeleitet und konstruktiv entwickelt ist. Auch sie dürfen nicht länger als ein regelloses Beisammen gedacht werden. zu entdecken und gemäß allgemeinen Regeln darzustellen. daß jedes Tendenzen hervor. m . IX und X. in den Verbindungen. Leipzig 1904. Sobald aber diese Phase erreicht ist ordnet sich die Chemie dem allgemeinen Grundplan der Energetik ein*.. Jedem einfachen Körper kommt nunmehr nach dem Leibniz'schen Ausdruck eine bestimmte . form Element durch den Wert seines Atomgewichts charakterisiert wurde. Wie es der eigentliche methodische Vorzug des Zahlgebiets ist. die zwischen dem Anfangs. O s t wa die „energetische" AuffassTing 1 d . die als abhängig von bestimmten Zahlwerten erkannt sind. Faraday. 287 . Kap. mathematischen Ehe indessen diese Einreihung der Chemie in ein allgemeineres wissenschaftliches Problem sich vollzieht.Vorlesung.

in Maß und Zahl ausgedrückt. ihre Schmelzbarkeit und Flüchtigkeit. aber dieser Fortschritt ist jetzt gemacht worden. Gebiet der naturwissenschaftin das Gebiet der Variablen lichen übergegangen. daß aber nach dem Durchlaufen einer bestimmten Periode die gleichen EigenDer Ort jedes Elements in dieser schaften wiederkehren. Diese allgemeine Forderung findet ihre erste Erfüllung in der Aufstellung des periodischen Systems der Die verschiedenen Eigenschaften der einfachen Elemente. so findet sich. Aber diese stoffliche Natur blieb stets 288 . daß die in den Differential. „Bis jetzt wurden in der Physik als variable Größen. war als Variable zu behan- bisher nicht üblich geworden. in den Gleichungen nur als Masse. wovon sein physikalischchemisches „Wesen". Einer der Hauptbegründer des periodischen Systems. systematischen Grundreihe ist es also. Lothar Meyer. klar bezeichnet.oder den Bedingungsgleichungen auftretenden Konstanten für jede Art des Stoffes einen anderen Wert erhielten. Man hat zwar auch bisher schon in den physikalischen Erscheinungen den Einfluß der stofflichen Natur der Materie berücksichtigt. ferner unter Umständen Wärme. seine Beschaffenheit bis ins Einzelne abhängig ist. zipielle Wendung. indem man die physikalischen Konstanten für die verschiedensten Substanzen bestimmte. Diese von der s t o f f 1 i c h e n N a t u r d e r S u b s t a n z e n abaus dem Konstanten hängigen Größen deln. Temperatur. Elektrizität und einige andere Größen in die Rechnung eingeführt. Körper. daß beim Fortgang in dieser Reihe die Eigenschaften der einzelnen Elemente sich von Glied zu Glied ändern. besonders Ort und Zeit. hat zugleich die neue prinihrer Atomgewichte.müssen in ihrer Abfolge und ihrer allmählichen Veränderung durch ein exaktes Gesetz darstellbar sein. seine Qualität machte sich nur dadurch geltend. von denen die Erscheinungen abhängen. der Stoff erschien. erscheinen jetzt als periodische Funktionen Denkt man sich die Gesamtheit der Elemente in eine Reihe geordnet. Der „Stoff* ist jetzt die in ihm vorliegt. ihre Härte und Dehnbarkeit. ihre Leitungsfähigkeit für Wärme und Elektrizität usf.

im strengen Sinne des Seite. Locke Wissen notwendigeVerknüpfungen * L o t h ar Meyer . die empirisch bisher nicht bekannt waren. Nur dort. wo es möglich ist.etwas Qualitatives. wo alle Eigenschaften des Gegenstandes aus seiner ursprünglichen Natur vollkommen verständlich und gewiß sind. wo es also möglich ist. wie es einerseits in der spekulativ-metaphysischen Naturbetrachtung. Die Bedeutung dieses Gesichtspunkts tritt vor allem darin hervor. diese fundamentale Variable in Zahl und Maß ausgedrückt in die Rechnung einzuführen. daß der Zahlenwert des Atomgewichts die Variable ist. Cassirer Substanzbegriff 19 289 . nach welchem es sich in Reihen von bestimmtem Fortschreitungsgesetz ordnet. Wahrhaftes gilt ihm nur dort als erreichbar. abgesehen von seiner naturphilosophischen p r b1 e . wiederholt eine wichtige erkenntnistheoretische Rolle zufiel. O. Das deduktive Moment." Das Qualitative der einzelnen Stoffe wird mathematisch faßbar und beherrschbar. wenn man es mit dem Ideal der Deduktion vergleicht. allgemeingültige Einsichten in zu gewinnen. das damit in die Chemie eintritt. daß nunmehr Glieder der Mannigfaltigkeit. S. So entwickelt etwa am Beispiel der chemischen Erkenntnis der Grundstoffe und ihrer Eigenschaften seine gesamte Auffassung von den Aufgaben wie von den Grenzen der naturwissenschaftlichen Forschung. andererseits in der mathematischen Physik ausgeprägt ist. — m . In der Geschichte der Philosophie ist es gerade das Stoffdem. durch welche die substantielle Natur und die von ihr abhängigen Eigenschaften bestimmt werden*. a. läßt sich am deutlichsten in seiner Eigenart erfassen. Zu dieser Einführung ist jetzt ein. indem der Nachweis geführt wurde. 176. es fehlte die Möglichkeit. aus der Bekanntschaft mit dem Gegenstand alle seine Beschaffenheiten unmittelbar zu erschließen und a priori zu bestimmen.. auf Grund des allgemeinen systematischen Prinzips gefordert und vorausgesagt werden können und daß die fortschreitende Erfahrung diese Forderung bestätigt. kann von eigentlicher Erkenntnis. a. indem ein Gesichtspunkt entdeckt wird. wenn auch noch sehr primitiver Anfang gemacht worden.

daß die Ableitung der Einzelmerkmale eines Stoffes aus seiner „substantiellen Wesenheit" die Aufgabe des exakten und empirischen Wissens übersteigt. kraft deren bestimmten Merkmalen der einen Art stets bestimmte andere einer anderen Art entsprechen. jene Abhängigkeit der Einzelglieder voneinander herzustellen. seine Härte. zum Teil erfüllt. die in all unsern „intuitiven" Urteilen über mathematische Verhältnisse erfüllt ist. statt lediglich Beobachtungen über das empirische Beisammen oder die empirische Unverträglichkeit von Merkmalen zu sammeln. so können wir doch von ihnen aus keine einzige neue Bestimmung entdecken. zusammenstellen. Buch IV. deren Glieder selbst. Locke. Dieser Forderung aber. das Problem „am andern Ende" anfassen könnten.Wortes. Kap. aber sie mußte freilich zuvor diesem Ideal selbst einen neuen Sinn verleihen. wäre nur dann möglich. aber sie verzichtet darum nicht der auf jeden begrifflichen Zusammenhang empirischen Daten * Sie faßt die Vielheit der Elemente in eine Grundreihe zusammen. geredet werden. wenn wir. versagt sich unser naturwissenschaftliches Wissen. wenn wir von irgendeiner Wesensbestimmung des Goldes ausgehen könnten. die unsere Kenntnis der Natur erst zu echter Wissenschaft. so können wir niemals die Form der Verknüpfung verstehen. 6. Hier. Die moderne Wissenschaft hat das Ideal. Eine derartige Einsicht. das Locke hier entwirft. wie sie in der Mathematik vorliegt. seine Feuerbeständigkeit usf. seine Dehnbarkeit. durch die sie allein zu einem rational verbundenen und begriffenen Ganzen werden könnten. 290 tSI . so ist doch damit die Frage nach ihrem inneren Zusammenhang um keinen Schritt weitergeführt. bleibt es auf immer unmöglich. erheben würde. Sie stimmt mit Locke darin überein. um aus ihr die Gesamtheit der sekundären Eigenschaften deduktiv abzuleiten*. Wenn wir noch so viele Merkmale des Goldes. Essay on human understanding. So viele Eigenschaften irgend einer Substanz man auch durch Beobachtung und Versuch entdecken mag. wo wir es lediglich mit der Sammlung und Beschreibung verschiedener Wahrnehmungstatsachen zu tun haben.

Es entsteht das Problem. 291 . nach welchem bei einer derartigen Variation die abhängigen Eigenschaften sich ändern müßten. wie aus einem bestimmten Atomgewicht sich eine bestimmte Dehnbarkeit und Härte. aber wir erfassen jetzt schärfer die Regeln ihres systematischen Zusammenhangs. Die funktionale Verknüpfung. oben. enthält daher freilich weniger. aber sie bietet zugleich mehr als stellung unverbundener Elemente. nichtsdestoweniger aber wird das Faktum dieser Abhängigkeit selbst zu dem Versuch benutzt. das bleibt freilich auch hier unbeantwortet. 276 ff. Wie aus der angenommenen Grundeigenschaft die weiteren Merkmale folgen. die Atomgewichte.nach einem bestimmten Prinzip aufeinanderfolgen und bestimmt sodann die einzelnen Eigenschaften der Körper als Funktionen ihrer Stellung in dieser Reihe. In das absolute Sein der Körper dringen wir dadurch freilich nicht tiefer ein. durch stetige Abwandlung auseinander hervorgehen zu lassen und das Gesetz zu bestimmen. die nunmehr eine bloß empirische ZusammenEinzelheiten.. in denen wir die Eigenart und die Besonderheit der Elemente ausdrücken. Die Atomgewichte. auf Grund bestimmter allgemeiner Daten gewisse spezielle Beschaffenheiten zu berechnen und vorherzusagen. Die Ordnung der entsteht. Die neueste 19* logon der Mathematik. mathematisch darstellbares Gesetz der kausalen Abhängigkeit zwischen den Änderungen verschiedenartiger Größen. Denken wir uns diese Aufgabe gelöst.) Zugleich aber führt diese Lösung alsbald zu einer neuen Frage. (Vgl. die hier geschaffen wird. die zunächst nur als diskrete Werte eingeführt waren. intuitiven" Erkenntnis. Schmelzbarkeit und Flüchtigkeit ergibt. Der chemische Begriff wäre damit in den physikalischen Begriff übergegangen. S. so wären wir damit logisch in eine andere Form der Begriffsbildung eingetreten: statt einer Anzahl von Regeln über das Zusammenbestehen von Eigenschaften besäßen wir nunmehr ein einheitliches.. bietet wenigstens ein A n a - also ein Analogon der exakten und . ständen jetzt nicht mehr als gegebene starre Einzelwerte nebeneinander. als die metaphysische Einsicht aus den letzten Wesensgründen. sondern ließen sich in ihrer Entstehung auseinander verfolgen.

verliert es damit die absolute Festigkeit und Unveränderlichkeit. die eine stetige Umwandlung der Elemente ineinander annimmt. ein System von Elektronen auflöst. die aus der Betrachtung der Erscheinungen der Radioaktivität hervorgegangen ist. zugleich die intellektuelle Herrschaft über die Tatsachen gewinnt. eine Mehrheit tatsächlicher Beobachtungen. Die Betrachtung der physikalischen Begriffe und Methoden läßt zunächst nur eine desAllgemeinen zumBesonderen 292 . entsteht dadurch zugleich die Aufgabe. heit — Recht derartiger Annahmen urteilen mag: in jedem Falle zeigen sie in charakteristischer Deutlichkeit den Weg. die ihm bisher zugesprochen wurde und erscheint als ein bloß relativer Ruheals ein Einschnitt. die nach einer Regel fortschreiten und in denen daher die folgenden Glieder aus den vorangehenden bestimmbar sind. Indem aber auf diese Weise die empirischen Mannigfaltigkeiten sich in rationale umgestalten.Phase der Naturwissenschaft. in festen Zahl. Die chemische Forschung beginnt damit. auf dem der wissenschaftliche Begriff fortschreitet. ist der einzelne Stoff in all seiner sinnlichen Abgeschlossendennoch nur der Durchgangspunkt in einem bestimmten Indem das chemische Atom sich in dynamischen Prozeß. die zunächst noch unverbunden nebeneinander stehen. scheint diese Wendung bereits unmittelbar zu bezeugen: denn für sie. Aber diese durch die Beobachtung gewonnenen Zahlwerte ordnen sich alsbald zu Reihen. daß in ihr das Verhältnis in eine neue Beleuchtung gerückt wird. den der Gedanke im stetigen Fluß punkt Wie immer man über das positive des Geschehens setzt. kraft dessen der Begriff. Das eigentlich methodische Interesse der chemi- schen Begriffsbildung liegt darin. Geschehens IX. wältigung des empirischen Materials tritt zugleich die Eigenart des logischen Prozesses hervor. die Gesetzlichkeit der Struk- turverhältnisse auf ein tiefer liegendes kausales zurückzuführen und in ihm Gesetz des In dieser fortschreitenden Beerschöpfend zu begründen. indem er den Tatsachen gehorcht.und Maßbestimmungen zu fixieren.

Die Vereinfachung. sofern sie in den Kreis der Betrachtung gezogen werden. Nominalismus" und „Realismus" stellt nur eine Weiterbildung des Problems dar. während alles Begreifen. In der Philosophie der Gegenwart hat der Gegensatz. die während des Mittelalters und bis weit in die neuere Zeit hin um das Aristotelische System geführt werden. seine schärfste Ausprägung in Rickerts Theorie der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung gefunden. der hier zugrunde liegt. Die geschichtlichen Kämpfe. Denn alle bietet sich uns in individueller Gestalt und . während das wahrhafte und ursprüngliche Sein nicht dem Allgemeinen. wollen. Alles Wissen will Wissen vom Allgemeinen sein und vollendet sich erst in diesem Ziele. erklären sich größtenteils aus diesem Gesichtspunkt: der Widerstreit des .. Die Richtung des Denkens auf den „Begriff" hin und die Richtung auf das Wirkliche schließen hier wechselweise einander aus. das bereits in den ersten Anfängen der Aristotelischen Metaphysik und Erkenntnislehre latent ist. an denen diese Gesetze darzustellen und zu erläutern sind.fundamentalen Verhältnisses klar hervortreten. Denn in dem Maße. die zwischen dem System unserer Begriffe und dem System des Wirklichen entsteht. als der Begriff seine Aufgabe fortschreitend erfüllt. Je weiter indessen diese wissenschaftliche Aufgabe verfolgt wird.. die bereits im Natursystem des Aristoteles ihren ersten bezeichnenden Ausdruck gefunden hat. um so schärfer wird nunmehr die Trennung. bedeutet zugleich eine ständige ihres Wirk- Verarmung 293 . Wiederum tritt unverhüllt jene Antinomie hervor. Physik sind und bleiben die allDie besonderen Fälle gemeinen Gesetze des Geschehens. sondern den individuellen Substanzen in der dynamischen Stufenfolge ihrer Verwirklichung zukommt. die er gegenüber der intensiven und extensiven Mannigfaltigkeit der Dinge vornimmt. gemäß Grundfunktion eben in der Abwendung von dieser konkreten Totalität der Einzelzüge besteht. weicht das Gebiet der anschaulichen Einzeltatsachen mehr und mehr zurück. Wirklichkeit" Formung und somit in einer unübersehbaren Mannigfaltigkeit Seite dieses Das Ziel der theoretischen von Einzelzügen seiner dar. nur als Paradigmen gelten.

bisher in einer seltsamen Selbsttäuschung befangen Denn alle die großen exakten und empirischen gewesen. „Welches auch immer der Inhalt der Begriffe sein mag. so folgt daraus. daß Wirklichkeit im Grunde genommen immer und überall dieselbe ist. daß die Aufgabe ihrer Wissenschaft darin besteht. Tübingen und Leipzig 294 . die wir kennen. dem die Körperwissenschaften anderen Naturwissenschaften zustreben. S. besteht in einer Entfernung der empirischen Anschauung aus dem Inhalt ihrer Begriffe. Forscher glaubten und glauben noch. Wenn nämlich nichts Individuelles und Anschauliches in den Inhalt der naturwissenschaftlichen Begriffe eingeht. und daß ferner das Einzelne. dem sie zustrebt. ist also eine Kluft zwischen den ' Begriffen und der Wirklichkeit überhaupt*. zum Bewußtsein kommen. Die Wissenschaft schließt somit nicht die Kluft zwischen den „Gedanken" und den „Tatsachen". An Stelle • Rickert. so muß uns auch die Tragweite der Tatsache. und schließlich alle kommt die Naturwissenschaft darauf hinaus. das Wirkliche selbst mehr und mehr mit der Erkenntnis zu durchdringen und zu immer bestimmterer Anschauung zu erheben. bildung. sondern sie selbst ist es. die diese Kluft erst schafft und die sie ständig erweitert.lichkeitsgehalts. 235 ff. zur empirischen Welt des Anschaulichen steht er im entschiedensten Gegensatz Das Individuelle im strengen Sinne verschwindet bereits durch Das wie alle die primitivste Begriffsbildung. also gar Dies aber ist durchaus nichts Individuelles mehr enthält nicht der Fall. daß Die Kluft zwischen den nichts Wirkliches in sie eingeht. ebenso Endziel. Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffs1902. Anschauliche und Individuelle die einzige Wirklichkeit bildet. und sobald wir nur daran denken. daß alle Begriffsbildung die Individualität der Wirklichkeit vernichtet. daß jedes Stück der Wirklichkeit sich in seiner anschaulichen Gestaltung von jedem andern unterscheidet. die durch die Naturwissenschaft Begriffen und den hervorgebracht werden muß." Besteht indessen diese logische Folgerung zu Recht: so ist die wissenschaftliche Forschung selbst über das Ziel. Individuen.

zunächst völlig auf eine Stufe gestellt wird.. mit der sie denn auch von Rickert. wenn das logische Instrument. Wie nun etwa dem Wort . so ist und bleibt er unfähig. das entfernt uns vielmehr immer weiter von dem eigentlichen Kern des . als das Vorgestellte. die uns die feineren Strukturverhältnisse des Wirklichen erst erschließt und sie bis ins einzelne verfolgen läßt. Der Ausdruck für diesen innerlich gegenwärtigen Gehalt des Vorgestellten ist d a s o r t als solches. Wie aber ließe sich dieser Forderung genügen. vielmehr ab.einer zufälligen und fragmentarischen Betrachtung der Dinge. vielmehr darin nur gewisse unsichere Umrisse der Gestalt zugleich mit der vagen Vorstellung der Flugbewegung festgehalten sind. an Stelle des engbegrenzten naiven Weltbildes eine umfassende Einsicht gewonnen werden. Tatsächlichen" selbst. wie wir jetzt erkennen müssen. was unsere Kenntnis der Tatsachen zu befestigen und zu erweitern schien. Seine Funktion ist alsdann nicht wesentlich von der des verschieden. Alles Vorgestellte wird wie Sigwart ausführt entweder als einzeln existierend oder aber abgesehen von den Bedingungen seiner Einzelexistenz vorgestellt und heißt alsdann insofern allgemein. sollte ein vollständiger Überblick über sie. gemäß der herrschenden logischen Lehre nichts anderes als eine „Vorstellung vom Gemeinsamen". Vogel" kein völlig bestimmter anschaulicher Gehalt entspricht. die Rickerts Theorie zugrunde legt. Ist der Begriff. so daß ein Kind auch den fliegenden Käfer oder Schmetterling als Vogel bezeichnen wenn der naturwissenschaftliche Wortes — — W 295 . der hierin S i g w a r t folgt. wie es rein innerlich gegenwärtig ist. das Besondere als Besonderes zu erfassen. Begriff ihr unmittelbar Was unseren Blick für die Einzelheiten widerstreitet? der empirischen Anschauung schärfen sollte. Das begriffliche Verständnis der Wirklichkeit kommt der Vernichtung ihres charakteristischen Grundgehalts gleich. dessen die Forschung sich bedient.. So eigentümlich dieses Ergebnis indessen berühren mag: so zwingend folgt es in der Tat aus den Prämissen. in einer beliebigen Menge von einzelnen Dingen oder Fällen existierend gedacht werden kann. die sich für jeden individuellen Beobachter anders darstellt. das stumpft ihn.

Die Fähigkeit einer Vorstellung. indem jedes von ihnen einen einzigen Kreis kann: Unbestimmtheit von Merkmalen umfaßt: und diese Konstanz und allseitige Unterscheidung eines mit einem bestimmten Worte be296 . die nur den einen oder anderen Zug von ihnen aufbewahrt haben: und diese letzteren sind es. ist zunächst mit ihrer gegeben: . sich selbst überlassenen Abstraktion sich vielfältig verschlingen und kreuzen. beruht also vielmehr auf der Armut des psychologischen Substrats. indem sie für die Auswahl des Wahrnehmungsmaterials bestimmte Vorschriften aufstellt. Auch der wissenschaftliche Begriff entsteht auf dem gleichen Wege und unter den gleichen Bedingungen. die wir von unseren tatsächlichen Empfindungen zurückbehalten. die immer neue und immer entlegenere Elemente in den Kreis der Vergleichung hineinzuziehen vermag. Abstraktionsgebilde erhalten damit gegeneinander eine sichere Abgrenzung. Sein Unterschied von den naiven Begriffen der Sprache und der populären Weltansicht besteht nur darin. Der scheinbare Reichtum der Begriffsfunktion. Wenn die Wege der natürlichen. die sie Die verschiedenen in allgemeingültigen Definitionen fixiert..so gilt das gleiche ursprünglich für alle unsere Allgemeinvorstellungen. hier mit kritischem Bewußtsein geübt wird. bringt es mit sich. daß sich im wirklichen Prozeß des Bewußtseins neben den lebendigen und unmittelbar gegenwärtigen sinnlichen Anschauungen stets abgeblaßte Reste von ihnen finden. an welches sie anknüpft. wenn somit hier niemals zu einem völlig festen und eindeutigen Ergebnis zu gelangen ist.je unbestimmter. die das eigentliche psychologische Material zum Aufbau der begrifflichen Allgemeinvorstellungen enthalten. sondern inhaltlich Verschiedenes angewendet zu werden. diese Vieldeutigkeit aufzuheben. das dort unbewußt wirksam ist. daß das Verfahren. so besteht die Leistung der Wissenschaft darin. desto leichter die Anwendung". Die Unsicherheit der Erinnerungsbilder. weil wir neben den konkreten und in sich vollendeten Sinneswahrnehmungen auch über unvollständigere und weniger genaue Bewußtseinsinhalte verfügen. Auch sie sind nur möglich. auf nicht bloß räumlich und zeitlich.

wie sich gezeigt hat. denn ihnen allen haftet ein Moment an. zu ergreifen und wiederzugeben. völlig übersehbaren und für unser Denken beherrschbaren braucht. muß freilich andererseits darauf verzichten.) ff. S i g wart (S. Denn bei den Wortbedeutungen steht die konkrete Vorstellung der Inhalte. Ganzen. auf die Rickert seine Beweisführung stützt. da sie von Anfang an auf einem anderen Boden stehen und in völlig anderen Voraussetzungen wurzeln. wenngleich sie sich nicht zu ausdrücklicher Klarheit zu erheben zeichneten Vorstellungsgehalts griffs während der wissenschaftliche Begriff. daß sie den naturwissenschaftlichen Begriff. . kritisiert. Die Kritik der populären trifft daher diese Begriffe nicht. O. ist der Umstand. . Für den „Begriff" in diesem Sinne aber besteht die Antinomie nicht. Die theoretischen Begriffe der Naturwissenschaft sind keineswegs bloß gereinigte und idealisierte Wortbedeutungen. Was in dieser Deduktion zunächst auffällt. S. schauung der Einzeltatsachen aber ist jetzt noch größer geworden als zuvor. — Die exakten naturwissen- schaftlichen Begriffe setzen nur einen gedanklichen Prozeß fort. 325 u.. der bereits innerhalb der reinen Erkenntnis wirksam ist. 297 32 ff. aber er die Wirklichkeit. die sie bezeichnen sollen. hierzu a. welchem er logisch entsteht und aus dem er fortdauernd seine eigentliche Kraft schöpft. je reiner sich um so mehr von diesem letzten Er wird dadurch zu einem Rest der Anschauung befreit. a. auch Kap. Sie ent- mathematischen Wort- bedeutungen durchgehend den Hinweis auf Reihenprinzip. die stets nur in individueller Form vor- handen und erfaßbar ist. was das Wesen des BeDie Entfernung von der lebendigen Anausmacht*. Rickert. das demWort als solchem völlig fremd ist. ein exaktes * S. das Mannigfaltige der Anschauung in bestimmter Weise zu verknüpfen und gemäß einem vorgeschriebenen Gesetz zu durchlaufen. vgl.ist es. 47 ff. .. Hier kann keine unüberbrückbare Kluft zwischen dem „AUhalten. I. er sich gestaltet. 45 I. den sie in zuvor von dem Zusammenhang loslöst. Logik^ I. s.. doch immer noch im Hintergrund des Bewußtseins. das uns anweist.

Tatsachen" weist. Denkt man das Besondere als Reihenglied. sondern er bezeichnet Richtung. in der er als besonderer Stoff in seiner eigentümlichen Struktur aufgefaßt. Jeder echte naturwissenschaftliche Begriff beweist in der Tat seine Fruchtbarkeit eben darin. um so schärfer hebt sich auch der Jeder neue seine Eigenart ab. eine Hier trifft neue spezifische Beschaffenheit hervortreten. immer neue Besonderheiten im Mannigfaltigen der Anschauung kennen lehrt.. um es zu- hänge gestellt und — Gesichtspunkt — letzt gänzlich aus den Augen zu verlieren. die Ordnung des Besonderen selbst gleichartigen Inhalten in verschiedene Reihen-Zusammen- insofern . die uns. doch in ihrer Leistung durchgehend aufeinander angewiesen sind. zugleich aber den verschiedenen chemischen .gemeinen" und dem „Besonderen" entstehen. das Allgemeine als R e i h e nso ist alsbald deutlich. von dem besonderen Material der Anschauung ab. somit die Logik mit der Auffassung der konkreten Wissenschaft selbst wiederum zusammen. die nur im allgemeinen seine Zusammensetzung. bisher nicht bekannten Er wendet sich nicht Gebieten von . Die gewöhnliche chemische Formel.. daß er einen Weg zu neuen. begrifflich" gefaßt und geformt wird. als eben den Zusammenhang zu ermöglichen und zur Darstellung zu bringen. Typen" eingeordnet und damit in ein bestimmtes Verhältnis zu der Gesamtheit der übrigen Körper gerückt wird. nicht aber die Art des Aufbaus der stets eine 298 . Relation und der Begriff ist nicht mehr als ein solcher Gesichtspunkt läßt zugleich an ihm eine neue Seite. in die das Besondere eintritt. daß irgend ein konkreter Inhalt seiner Besonderheit und Anschaulichkeit verlustig gehen müßte. weiter verfolgt. pri nzi p ohne ineinander überzugchen und sich inhaltlich irgendwie miteinander zu vermischen. Es ist nicht einzusehen. So ist etwa der chemische „Begriff" eines bestimmten Körpers durch seine Konstitutionsformel gegeben. sobald er mit anderen . daß beide Momente. da das Allgemeine selbst keine andere Bedeutung und keine andere und Funktion hat. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: je weiter diese Formung fortschreitet und je mehr Beziehungskreise es sind..

sich mehr — — Begründung und mehr in reine umzugestalten. sondern die Allheit seiner möglichen räumlich-zeitlichen Phasen in sich.Subsumtionstheorie"*. die er selbst als ungenügend erkennt und zurückweist. auseinander und grenzen sich bestimmt in ihrer EigentümlichSo treffen wir hier nirgends auf jene vage „Allgemeinheit". zugleich aber besitzt die Relation. die vom Standpunkt des unentwickelten Begriffs als gleichartig weil als . treten vom Standpunkt des entwickelten Begriffs deutlich Unterscheidung . eine scharf ausgeprägte Bedeutung. wird hier durch eine Fülle neuer Beziehungen bereichert. die den populären Wortbedeutungen anhaftet.isomer" zu bezeichnen waren. kraft deren es mit anderen zu einer Gesamtgruppe zusammengefaßt wird.einzelnen Elemente wiedergibt. 225 ff. während die Allgemeinheit des bestimmten Relationsgesetzes diese Eigenart festigt und allseitig kenntlich macht. in welcher sie sich von anderen Beziehungsformen unterscheidet. daß alle Dingbegriffe der Naturwissenschaft die Tendenz in sich tragen. so ist damit zugleich implicit zugestanden. um so schärfer prägt sich somit die Fähigkeit der des Besonderen aus. die doch andererseits für die positive der exakten Begriffe abgelehnt wird. dessen Stellung im Ganzen des Systems bestimmt werden soll. 299 . S. Je weiter die chemische Begriffsbildung fortgeht. gestattet zugleich zu verfolgen. Die allgemeine Regel. Erkennt man mit Rickert an. in welcher Weise und nach welchem Gesetz der gegebene Stoff in andere übergeht: sie schließt nicht nur die Form seines Daseins in einem bestimmten Moment. Arch. Nur die Allgemeinheit des verschwommenen Gattungsbildes bedroht das Einzelne in seiner Eigenart.. Die Kritik R i c k e r t s trifft somit zuletzt nur eine Form der Begriffsbildung. die wir jetzt besitzen. Stoffe. Das besondere Reihenglied. f. hierzu die treffenden kritischen Bemerkungen von M. kann als solches durchaus erhalten bleiben. Phüosophie XII (1906). büdung. Frisch- Die Grenzen der naturwissenschaftlichen BegriffsSystem. * Vgl. — — keit ab. daß der eigentliche logische Wert der Begriffe nicht an der Form der Beziehungsbegriffe eisen-Köhler. Sie steht unter dem Gesichtspunkt der .

h. Gewiß bildet die Beziehung der Welt der Bedeutungen auf die Welt der Anschauungen unser Erkennen.. sondern es wird jede Zusammenfassung von irgend welchen Elementen zu einem Begriff immer unter der Voraussetzung geschehen. sondern müssen ihrem logischen Wert nach Urteile sein.. d. dann wird sie überall die rein klassifikatorische Begriffsbildung sobald wie möglich zu verlassen streben." so heißt es bei Rickert selbst.„Ein wertvolles Glied abstrakten „Allgemeinheit" haftet. sie wird sich niemals bei Begriffen begnügen. die Einsicht in die naturgesetzliche Notwendigkeit der Dinge. Vorheit der Gattungsvorstellungen verschoben. aber gerade darum können die Bedeutungen nicht Vorstellungen. h. die bloße Merkmalskomplexe sind. bis sie schließlich zu bloßen Schemen ohne eigentlichen Wirklichkeitsgehalt verkümmern. a. Das Wachstum des Umfangs geht hier mit der Bestimmung in * a. Urteile dagegen bestimmen das Einzelne um so genauer. Hat sie aber dieses Ziel im Auge. in einen je weiteren Umkreis der Vergleichung und Zuordnung sie es einbeziehen. oder in ihrer Zusammenstellung wenigstens Vorstufen zu solchen Begriffen abgeben. daß sie. S. um so mehr an anschaulicher Schärfe und Klarheit einbüßen. stellungen" kann gesagt werden. O. in denen ein naturgesetzlich notwendiger Zusammenhang zum Ausdruck kommt. daß die zusammengefaßten Elemente entweder direkt in einem naturgesetzlich notwendigen. wenigstens soweit es sich um ein Erkennen im Sinne der Naturwissenschaften handelt.. 71. 73. unbedingt allgemeingültigen Zusammenhange stehen. je allgemeiner sie werden." Gegenüber diesen klaren Ausführungen läßt sich der kritische Punkt in Rickerts Theorie alsbald bezeichnen: der Schwerpunkt der Betrachtung wird hier fälschlich von der Notwendigkeit der begrifflichen . wenn sie schon in den ersten Ansätzen zu den Bildungen ihrer Begriffe das endgültige Ziel aller Naturwissenschaft im Auge hat. Bedeutungen" in die AllgemeinNur von . den auf die Erkenntnis des Ganzen der Körperwelt gerichteten Bestrebungen. d. 300 . die Gesetze entweder enthalten oder vorbereiten*. „kann eine Wissenschaft nur sein.

das nicht die eigentliche Grundtendenz der Begriffsbildung trifft. gleichsam ein sekundäres Moment. individueller" Dinge geht hier in ein Ganzes . oben. Berlin 1909). sondern es lediglich unter einen Nicht ein neuen Gesichtspunkt der Beurteilung gestellt. die die soeben er. er ist. heißt im Sinne dieser Auffassung es unter allgemeine Gesetze substimieren was auf diese Weise erkannt wird. Die Kausalität. Nr. sondern eine so daß auch Urteile über Einzelnes durchaus allgemeingültig sein können. Die Allgemeingültigkeit eines Urteils bezeichnet ja nicht eine Quantität des UrteilsQualität der Urteilsverknüpfung. haben wir damit an seinem materialen Inhalt nichts geändert. den Gegensatz zwischen der naturwissenschaftlichen und der historischen Begriffsbildung scharf hervortreten zu lassen. Hessen um einmaligen und unwiederholbaren Eigenart.. 15. Denn Ursächlichkeit bedeutet ihrem letzten Grunde nach nichts anderes als die „Notwendigkeit der zeitlichen überhaupt 301 . sondern ein und derselben Erfahrungswirklichkeit wird eine neue kategoriale Form Der Übergang zur . ihm aber unbedingt und mit objektiver NotwendigIndem wir also das Gegebene der Sinneskeit zukomme. Der Satz S ist P besagt in diesem Falle nicht. zwei verschiedene Formen der Kausalität. subjekts. Der Gehalt des Kausalgedankens aber ist durch dieses einseitige naturwissenschaftliche Schema nicht erschöpft. sofern er eintritt.. empfindung kraft der naturwissenschaftlichen Gesetze in ein Notwendiges umdenken.. allgemeiner" Dinge über: sondern ein relativ loses Nebeneinander empirischer Bestimmungen fügt sich zu einem System objektiv Nicht eine eigene Art gültiger Verknüpfungen zusammen. sondern daß sie diesem besonderen Subjekt. geht in dem Gedanken der allgemeinen Gesetzmäßigkeit auf. von Gegenständen wird erschaffen. sondern immer nur als Exemplar eines Gattungsbegriffs erfaßt und dargestellt. wird somit niemals in seiner schlechthin Hessen..des Inhalts parallel (s. Ganzes . Allgemeinheit" ist daher aufgeprägt. Ein Ereignis kausal begreifen. nur ein Symptom und Ausdruck für jenen Übergang zur Notwendigkeit. I). * Eine mittelbare Bestätigting dieser Ansicht finde ich nachträgUch in der neuesten Darstellung der Rickertschen Theorie. wie die Naturwissenschaft sie behauptet und für ihre Erklärungen zugrunde legt. Individuelle Kausalität" enthält schienene Schrift von Sergius imter(Ergänzungshefte der Kantstudien. scheidet. der durch die Aufgabe der naturwissenschaftlichen Erkenntnis selbst gesetzt und gefordert ist*. daß die Eigenschaft P in einer Mehrheit von Subjekten gleich- mäßig enthalten ist. Kap.

Hinsicht freilich bleibt die Trennung naturwissenschaftlichen Begriff und der „Wirklichkeit", wie sie uns in den sinnlichen Eindrücken gegeben ist, bestehen. Keiner der Grundbegriffe der Naturwissenschaft läßt sich als Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung
In

einer
dem

zwischen

Aufeinanderfolge der Wirklichkeitsstücke**: eine solche Notwendigkeit aber müssen wir auch dort postulieren, wo wir es mit der Abfolge rein individueller Ereignisse zu tun haben, die somit niemals in genau Die spezifisch ,, historische Kauderselben Weise wiederkehren können. salität*' gründet sich auf die Anwendung dieses Gesichtspunktes; ihr Bogriff entspringt, sobald wir in ein einmaliges zeitlich determiniertes Geschelien, ohne es als einen Sonderfall allgemeiner Gesetze begreifen zu wollen, dennoch den Gedanken der Notwendigkeit imd Eindeutigkeit des Verlaufs hineine 8 8 e n a. a. O., bes. S. 32 ff., S. 73 ff., u. s.) Hier zeigt sich legen. (Vgl. jedenfalls, daß für den naturwissenschaftlichen und den historischen „Begriff** dennoch eine übergreifende Einheit besteht, aus welcher beide sich ableiten und diese Einheit wird durch den Gedanken der Notwendigkeit konstituiert. Bei Hessen selbst wird diese Notwendigkeit zvmächst in die „objektive Wirklichkeit*' verlegt, die als solche von jeder Form der begriffliclien Deutung, gleichviel ob sie in der Richtung der naturwissenschaftliclien oder der geschichtlichen Begriffe erfolgt, prinzipiell Eine genauere erkenntnistheoretische Analyse frei gedacht werden soll. ergibt indes, daß eben diese Wirklichkeit nicht im Sinne einer absoluten metaphysischen Existenz zu nehmen, sondern als eine regulative Idee aufzufassen ist, die unsere verschiedenen, methodisch auseinandergehenden Konzeptionen auf ein gemeinsames Ziel hin dirigiert. (Vgl. bes. S. 88 ff.) Es zeigt sich somit, mit anderen Worten, daß die methodologische Unterscheidung der „allgemeinen** Naturbegriffe von den „individuellen" zwischen beiden nicht Gescliichtsbegriffen einen ausschließt, sondern vielmehr fordert: was vom Standpunkt der „Allgemeinheit" logisch auseinanderfällt, das strebt wiederum zusammen, sobald wir diesen Standpunkt mit dem der Notwendigkeit vertauschen. Halten wir diesen letzteren Gedanken als den eigentlich ursprünglichen und entscheidenden fest, so wird ferner deutlich, daß auch der Unterschied im Grade der „Allgemeinheit" selbst sich niemals zu einem unSofern wir die Idee der bedingten Gegensatz zu steigern vermag. Notwendigkeit auf ein besonderes zeitliches Geschehen anwenden, sofern wir also behaupten, daß dieses individuelle A dieses individuelle B

H
:

,

Zusammenhang

notwendig foraert und nach sich
eines implicit mitgesetzt.
;

eben in dieser Feststelliuig Moment des Allgemeinen Denn in diesem Urteil ist zwar der Fall, daß der Gesamtkomplex A jemals in genau derselben Bestimmtheit wiederkehrt, ausgeschlossen zugleich aber ist in ihm ausgesagt, daß, w e n n A sich in dieser Weise wiederholte, damit B und nur B als wirklich gefordert wäre. Wer also in der Geschichte mehr sieht als eine bloße positivistische „Beschreibung** des Nacheinander verschiedener Ereignisse, wer auch ihr eine besondere Art des kausalen Urteils zugesteht der hat diese Form des „Allgemeinen" in ihr bereits anerkannt. Die Allgemeinheit haftet nicht an dem kategorischen, sondern an dem hypothetischen Teil der
zieht, so ist

einmaligen

Sachverhalts ziigleich ein

:

302

aufweisen und durch einen unmittelbar entsprechenden Eindruck belegen. Immer deutlicher hat es sich vielmehr gezeigt, daß das naturwissenschaftliche Denken, je weiter es seine Herrschaft ausdehnt, um so mehr zu begrifflichen Konzeptionen gedrängt wird, die im Gebiet der konkreten Empfindungen kein Analogon mehr besitzen. Nicht nur hypothetische
die Form des von und wird ins Allgemeine projiziert, wenngleich die einzelnen Elemente nur besitzen mögen. Der historische Begriff, eine einmalige der diese Wirklichkeit zu fassen versucht, bezieht sich mittelbar auf die universelle Form der Notwendigkeit, wie andererseits der exakte naturwissenschaftliche Begriff, der zunächst der Ausdruck eines allgemein gültigen Relationszusammenhangs sein will, eine Bewährung und Anwendung der Beim zeitlich bestimmten Einzelfalle sucht. Nur die

je

:

Zusammenhangs

A

B

ideell

Wirklichkeit

Richtung

ziehung des

,,

Besonderen" auf das

während die
als
,,

Korrelation

Allgemeine" ist somit verschieden, der beiden Momente sich in beiden Fällen
,,

einen Gegensatz zwischen dem Wirklichkeit", sondern um eine Unterscheidung, die sich rein innerhalb des Systems der Begriffe selbst hält. selbst hebt diesen Umstand und damit den begrifflichen Chaeignet, nachdrücklich hervor. ,,Die rakter, der auch der entgegengesetzte Meinung, welche die Geschichte zu einer anschaulichen Wissenschaft machen und sie mit der Wirklichkeit verknüpfen will, macht sich eines historischen Begriffsrealismus schuldig, der ebenso gefährlich ist, wie der naturwissenschaftliche." Auch die historischen Begriffe sind ,,im allgemeinen Produkte einer mehr oder weniger starken Abstraktion" und somit als solche ebensowenig anschaulich wie die Begriffe der Natvirwissenschaften. ,,Als individualisierende Kulturwissenschaft bedeutet Geschichte eine Entfermuig von der Wirklichkeit prinzipiell steht sie der letzteren ebenso nah wie die Naturwissenschaften, auch sie arbeitet mit Begriffen, vmd zwar mit individuellen Begriffen. Dem historischen Begriffsrealismus gegenüber muß das besonders betont werden."
Begriff" schlechthin

notwendig erweist. Hier handelt es sich also nicht

um

und der absoluten

,,

Hessen

Geschichte

;

( S. 2 7 f f ) Hier zeigt es sich von einer anderen Seite her, daß die des naturwissenschaftlichen Begriffs vom historischen auf der anderen Seite eine bestimmte zwischen beiden voraussetzt die
.

Trennung
:

Begriffsfunktion
mung"

Verknüpfung

als solche in ihrer einheitlichen Grundform verstanden und abgeleitet sein, ehe die Differenzierung in verschiedene Begriffsarten einsetzen kann. Diese Grundform aber liegt nicht im^ Gattungsbegriff, sondern im der für jegliche Art der ,, For-

muß

Reihenbegriff,

des anschaulich Gegebenen unentbehrlich ist. Die Einordnung des Einzelnen in einen übergreifenden Gesamtzusammenhang, die sich immer deutlicher als das eigentliche Ziel der natiirwissenschaf tlichen Begriffsbildung herausgestellt hat, bildet eine wesentliche Aufgabe auch der geschichtlichen Begriffe. Diese ,, Einordnung" kann unter mannigfachen Gesichtspunkten und gemäß verschiedenen Motiven erfolgen: sie besitzt nichtsdestoweniger logisch übereinstimmende Züge, die sich als das Wesen „des" Begriffs be-

stimmen und herausheben

lassen.

303

Begriffe, wie das

Atom

Begriffe, wie Materie oder

oder derAether, sondern rein empirische Bewegung, lieferten den Beleg dafür,

daß die wissenschaftliche Forschung neben den ,, gegebenen" Elementen der Wahrnehmung die rein idealen und in keiner direkten Erfahrung aufzeigbaren Grenzbegriffe, daß sie neben dem „Wirklichen" das ,, Nicht-Wirkliche" nicht zu entbehren vermag. (S. oben, S. 159 ff.) Aber es wäre nichtsdestoweniger ein Mißverständnis, wenn man annähme, daß
exakte Wissenschaft sich durch diesen eigentümlichen ihrer Begriffsbildung den Aufgaben, die das empirisch-konkrete Dasein ihr stellt, mehr und mehr entfremdet. Gerade in dieser scheinbaren Abkehr von der Wirklichkeit der Dinge strebt sie ihr vielmehr auf einem neuen Wege zu. Eben jenen Begriffen, die keinen direkt aufweisbaren anschaulichen Gehalt mehr besitzen, kommt dennoch eine unentbehrliche Funktion für die Gestaltung und den Aufbau der anschaulichen Wirklichkeit zu. Die Bestimmungen, zu deren Ausdruck die naturwissenschaftlichen Grundbegriffe geschaffen sind, haften den empirischen Gegenständen freilich nicht wie wahrnehmbare Eigenschaften, wie ihre Farbe oder ihr Geschmack an; aber sie sind andererseits Verhältnisse eben dieser empirischen Gegenstände selbst. Die Urteile, die hier geprägt werden, sind daher, so wenig sie selbst sich ihrem Inhalt nach in bloße Aggregate von Sinneseindrücken auflösen lassen, in ihrem Gebrauch doch wiederum auf das Ganze dieser Eindrücke, dem sie systematische Form zu geben suchen, bezogen. Der methodische Gegensatz steigert sich daher niemals zum metaphysischen: denn das Denken trennt sich von der Anschauung nur, um mit neuen selbständigen Hilfsmitteln zu ihr zurückzukehren und sie dadurch in sich selbst zu bereichern. Jede Beziehung, die die Theorie entdeckt und in mathematischer Form ausgeprägt hat, weist jetzt zugleich einen neuen Weg vom Gegebenen zum noch nicht Gegebenen, von den wirklichen zu den ,, möglichen" Erfahrungen. Es ist somit freilich zutreffend, daß die Relationsbegriffe der Naturwissenschaft kein unmittelbares Abbild in den Einzeldingen besitzen: aber was ihnen widerstrebt, ist nicht sowohl das
die

Grundzug

304

als vielmehr das Moment der Einzelheit, Sie ermöglichen und verbürgen die der Dinglichkeit. Einsicht in Einzel Verhältnisse, wenngleich sie sich anschauen lassen. niemals in der Art isolierter So bedeutet etwa die „Energie*' nicht ein gleichartiges Ding, in dem alle inneren Unterschiede der verschiedenen Energiearten aufgehoben wären, sondern ein einheitliches Prinzip der Verknüpfung, das sich als solches nur am qualitativ Verschiedenen selbst bewähren kann. Die Identität der Reihenform und diese ist es, die sich hinter jeder Annahme identischer Objekte in der Naturwissenschaft verbirgt ist nur an der Mannigfaltigkeit der Reihenglieder, die als Zwischen der allsolche bewahrt werden muß, aufzeigbar. gemeinen Geltung der Prinzipien und dem besonderen Dasein der Dinge besteht somit kein Widerspruch: weil zwischen beiden im letzten Grunde kein Wettstreit stattfindet. Sie gehören verschiedenen logischen Dimensionen an, so daß keines versuchen kann, sich unmittelbar an die Stelle des

Moment

Objekte

anderen zu setzen.
erhält das Problem, um das es sich hier handelt, schärfere Fassung, sobald man es auf den Boden der eine zurückversetzt*. Man hat gegenüber

Wiederum

Mathematik
*

Die „konkrete Allgemeinheit", die den mathematischen Begriffen (vgl. oben, Kap. I), ist gelegentlich auch vom Standpunkt der Rickertschen Grundanschauung aus ausclrücklich anerkaiuit luid hervorgehoben worden. „Die für die begriffliche Erkenntnis bestehende Kluft zwischen Allgemeinem und Besonderem" so heißtes in L a s k s Schrift „Fichtes Idealismus und die Geschichte" mithin die Irrationalität, wird in der mathematischen Anschauung überbrückt durch die Möglichkeit der Konstruktion. Die einzelnen Verwirklichungsfälle des mathematischen Begriffs können durch den Begriff selbst erzeugt werden. Vom Begriff des Kreises gelangt man durch Konstruktion zur mathematischen Individualität des einzelnen Kreises, dringt also vom Allgemeinen her bis zum letzten Rest des Individuellen vor Auch in der Mathematik ist das anschauliche Objekt ein Einzelnes, Konkretes, Gegebenes, aber ein apriori, nicht ein aposteriori Gegebenes, wie das Materiale der Empfindtmg es ist ein logisches Unikum! individuell einmalig und doch zugleich apriori konstruierbar." (S. 40 f.) Man sieht auch hier, daß die Kritik Rickerts eine andere Gestalt erhalten hätte, wenn sie von Anfang an und mit voller

zukommt

— —

.

.

.

;

Entschiedenheit die naturwissenschaftlichen Begriffe statt als Ergebnisse der „abstraktiven" Begriffsbildung, als Erzeugnisse der konstruktiven mathematischen Begriffsbildung gefaßt hätte. Die Einsicht,
Cassirer Substanzbegriff

20

305

Rickerts Auffassung mit Recht auf die bedeutsame Rolle hingewiesen, die der Feststellung bestimmter Größentatsachen,

bestimmter

numerischer Konstanten

der Naturwissenschaft

dieser Konstanten in eingesetzt werden, erhält damit die Mannigfaltigkeit der Erfahrungen jenes feste und eindeutige Gefüge, das sie zur „Natur*' stempelt. Der wissenschaftliche Bau der Wirklichkeit wenn neben die allgemeinen Kausalist erst vollendet,

im Aufbau zukommt*. Erst wenn die Werte die Formeln der allgemeinen Gesetze

gleichungen bestimmte empirisch festgestellte Größenwerte für besondere Gruppen von Vorgängen treten; wenn also etwa das allgemeine Prinzip der Erhaltung der Energie durch die Angabe der festen Äquivalenzzahlen ergänzt wird, nach welchen der Energieaustausch zwischen zwei verschiedenen Diese Zahlen sind, wie Robert Gebieten erfolgt. es ausgesprochen hat, die gesuchten Fundamente einer exakten Die bestimmte Zahl aber durchbricht Naturforschung**. das herkömmliche logische Schema, das den Begriff nur als allgemeinen Gattungsbegriff kennt, der eine Mehrheit von Exemplaren unter sich faßt. Die „Zwei", die „Vier" existiert nicht als Gattung, die in allen konkreten Zwei- oder Vierheiten von Gegenständen verwirklicht ist, sondern sie ist als festes Glied in der Folge der Einheitssetzungen nur einmal da, wenngleich andererseits kein Zweifel darüber bestehen kann, daß sie kein sinnliches, sondern ein rein begriffliches ,,Sein*' besitzt. (S. hierzu Kap. II.) Auch von dieser Seite her zeigt es sich somit, daß dem Wissenschaftlichen Begriff als solchem

Mayer

die hier für die Mathematik gewonnen ist, hätte sich dann notwendig auf die Physik übertragen müssen: denn eben darin hegt das eigen tUche Problem, daß^ie Mathematik keineswegs ein „logisches Unücimn" ist und bleibt, sondern daß sie mit der ihr eigentümlichen Begriffsform fortschreitend auch die ,, besonderen" Naturwissenschaften erfüllt. In der Form der physikalischen „Indtiktion", durch die wir das empirisch Wirkliche erfassen, ist bereits die Form der mathematischen ,, Deduktion" enthalten und wirksam, ist somit die gleiche methodische Bewältigung des Besonderen durch das

Allgemeine
* S.

geleistet.
i

(Vgl. bes.

Kap.

5.)

R
6,

eh
S.

wart",
S. 255.

I,

Logik und Erkenntnistheorie (,,Die Kultur der GegenlOlf.); vgl. bes. Frischeisen-Köhler, a.a.O.
1
,

Wärme
306

** R. a (1851)

M

ye

r

,

(Die Mechanik der

Bemerkungen über das mechanische Äquivalent der Wärme, S. 237.)

die Feststellung des Einzelnen keineswegs versagt ist; wenngleich er andererseits das Einzelne niemals isoliert, sondern

besonderes Element einer geordneten Mannigfaltigkeit Statt zu abstrakten und leeren Gattungen des Seins und Geschehens aufzusteigen, sucht die Forschung die empirischen Konstanten, die sie gefunden und die durchaus eindeutige Zahlen- Individualitäten darstellen, kraft notwendiger Gesetze zu Reihen zu verknüpfen*. Die ,, Strukturverhältnisse", die neben den Gesetzen der kausalen Abhängigkeit das wesentliche Objekt der naturwissenschaftlichen Betrachtung ausmachen, werden schließlich, wie insbesondere das Beispiel der chemischen Erkenntnis lehrt, auf bestimmte Zahlen zusammengezogen, die ihrerseits wieder als geregelte Folgen zu verstehen gesucht werden. Die Theorie betrachtet und umgrenzt die möglichen Formen des Reihenzusammenhangs überhaupt, während die Erfahrung die bestimmte Stelle bezeichnet, die ein empirisch „wirkliches" Sein oder ein empirisch wirklicher Vorgang innerhalb dieses Zusammenhangs einnimmt. Im entwickelten naturwissenschaftlichen Weltbild sind beide Momente untrennbar miteinander vereint: das Allgemeine der Funktionsregel stellt sich hier nur in der Besonderheit konstanter Zahlwerte, die Besonderheit der konstanten Zahlen nur in der Allgemeinheit eines Gesetzes dar, das sie wechselseitig verknüpft. Auch innerhalb der besonderen Wissenschaften wiederholt und bestätigt sich diese Wechselbeziehung. Keine naturwissenschaftliche Disziplin verzichtet auf die Feststellung einzelner Tatsachen; und keine kann diese Feststellung ohne entscheidende Mitwirkung des Gesetzesgedankens vollziehen. Auch dort, wo von dem Gegensatz der historischen Individualbegriffe und der naturwissenschaftlichen Gattungsbegriffe ausgegangen wird, muß daher ausdrücklich zugestanden werden, daß dieser gedanklichen Sonderung keine reale Trennung in den Wissenschaften selbst entspricht. Überall greifen die beiden Motive ineinander über: und nur nach der

nur

als

erfaßt.

* Vgl- hrz. jetzt besonders A. Görland, Aristoteles züglich der Idee der theoretischen Erkenntnis untersucht.
(Pliilos.

und Kant beGießen 1909.

Arbeiten hrg. von

Cohen

u.

Natorp

II, 2.)

S.

433 ff.
20*

307

des einen oder anderen läßt sich die Stellung einer besonderen Wissenschaft im allgemeinen System Ist dem aber so, der Erkenntnis bemessen und feststellen. so wird es fraglich, mit welchem Rechte wir eine Art der Problemstellung und Problembehandlung, die sich als solche auf die mannigfachsten Disziplinen verteilt, noch durch den Namen einer von ihnen bezeichnen und charakterisieren können. Wenn wir alle jene Verfahrungsweisen der Wissen.Tatsächlichen" schaft, die auf die Gewinnung des rein gerichtet sind, unter dem einen Gattungsbegriff des ,, Historischen" zusammenfassen: so ist damit noch keineswegs erwiesen, daß der so entstandene Begriff eine wahrhafte dische Einheit darstellt. Denn die Feststellung des Tatsächlichen erfolgt in den verschiedenen SonderwissenImmer ist schaften unter sehr verschiedenen Bedingungen. es die allgemeine Theorie der betreffenden Sonderdisziplin, die hierbei notwendig vorausgesetzt wird und die auch dem Tatsachenurteil erst sein bestimmtes Gepräge gibt. So schließt jedes astronomische „Faktum" in seiner Formulierung und Aussprache den gesamten Begriffsapparat der Mechanik des Himmels, weiterhin aber die Grundlehren der Optik, ja alle wesentlichen Teile der theoretischen Physik überhaupt in sich ein (s. oben, S. 189 ff.). Methodisch ist somit der „historische" Teil jeder Wissenschaft mit ihrem „theoretischen" Teil kraft einer wahrhaften innerlichen Abhängigkeit verknüpft, während andererseits zwischen den beschreibenden Disziplinen nur ein loser Teilen zweier Zusammenhang besteht. Die Einheit ist hier nicht prinzipieller, Das Verfahren, sondern lediglich klassifikatorischer Art. kraft dessen die Astronomie ihre Tatsachen gewinnt, gehört begrifflich zusammen mit dem Verfahren, in welchem sie ihre allgemeinen theoretischen Grundkonzeptionen entwirft: aber es scheidet sich scharf und bestimmt von dem Wege, auf welchem beispielsweise die Biologie zur Bestimmung und Sichtung ihres empirischen Materials gelangt. Auch hier erweist es sich als unmöglich, den Schnitt, den wir durch unsere Erkenntnisse legen, in der Weise zu führen, daß auf die eine Seite rein das Allgemeine, auf die andere rein das Be,

Vorherrschaft

metho-

verschiedener

308

sondere zu stehen käme: nur das Verhältnis der beiden Momente, nur die Funktion, die das Allgemeine am Besonderen erfüllt, ergibt einen wahrhaften Einteilungsgrund. Daß diese Funktion in keiner ihrer Betätigungen zu Ende gelangt, daß sie vielmehr hinter jeder Lösung, die sie zu geben entstehen sieht, ist freilich vermag, eine neue zweifellos. Hier bewährt in der Tat die ,, individuelle" Wirklichkeit den Grundcharakter der Unerschöpflichkeit. Aber es bildet zugleich den charakteristischen Vorzug der echten

Aufgabe

wissenschaftlichen Relationsbegriffe,

daß

sie

•trotz ihrer prinzipiellen Unabschließbarkeit in Angriff

Jede neue Setzung bildet, indem sie sich gegangenen verknüpft, einen neuen Schritt zur

Aufgabe nehmen. mit den vorandiese

Deter-

des Seins und Geschehens. Das Einzelne bestimmt als unendlich ferner Punkt die Richtung der Erkenntnis. Dieses letzte und höchste Einheitsziel weist freilich über den Kreis der naturwissenschaftlichen Begriffe und Methoden hinaus. Das „Individuum" der Naturwissenschaft umfaßt und erschöpft weder das Individuum der ästhetischen Betrachtung noch die sittlichen Persönlichkeiten, die die Subjekte der Geschichte bilden. Denn alle Besonderheit der Naturwissenschaft geht in der Entdeckung eindeutig be-

mination

stimmter

Größenwerte
auf,

und

Größenverhältihres

nisse

während

der Gegenstand in ethischen Beurteilung
kreises liegen.

und der Eigenwert, den der künstlerischen Betrachtung und in der
die Eigenart

gewinnt,

außerhalb

Gesichts-

Aber diese Abgrenzung der verschiedenen Methoden des Urteils schafft dennoch keinen dualistischen Gegensatz zwischen ihnen. Der naturwissenschaftliche Begriff leugnet und vernichtet das Objekt der Ethik und Ästhetik nicht, wenngleich er es mit seinen Mitteln nicht aufzubauen vermag; er verfälscht die Anschauung nicht, wenngleich er sie mit Bewußtsein unter einem vorherrschenden Gesichtspunkt betrachtet und eine einzelne Form der Bestimmung an ihr heraushebt. Die weiteren Betrachtungsweisen, die sich über ihm erheben, stehen daher zu ihm nicht sowohl im» Widerspruch, als in einem Verhältnis der gedanklichen Ergänzung. Auch sie gehen nicht auf das Einzelne
309

und isoliertes Element, sondern sie schaffen neue und inhaltsvolle Gesichtspunkte der Verknüpfung. Es ist eine neue Zweckordnung des Wirklichen, die jetzt neben die bloße Größenordnung tritt und in der das Individuum erst seine volle Bedeutung gewinnt. So sind es, logisch gesprochen, verschiedene Beziehungsformen, in die hier das Einzelne aufgenommen und kraft deren es gestaltet wird: der Widerstreit des „Allgemeinen" und „Besonderen" löst sich in einen Fortschritt tärer Bedingungen auf, die erst in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenschluß das Problem des Wirklichen zu fassen vermögen.
als losgelöstes

komplemen-

310

Zweiter Teil Das System der Relationsbegriffe und das Problem der Wirklichkeit .

.

Was im Erkenntnisprozeß selbst als unlösliche Einheit von Bedingungen erscheint und wirksam ist. die ihr beide schon in der Festsetzung ihres ursprünglichen Bestandes gleich unentbehrlich sind. das wird in der Betrachtungsweise Metaphysik derErkenntnis 313 .. Die empirische Naturwissenschaft selbst hat daher. Sie mußte. seit sie zuerst in den „stetigen Gang einer Wissenschaft" eingelenkt ist. Deduktion" führten. wie auf die Erschließung nicht gegebener Gruppen von Tatsachen ginge. Das Gesetz und die Tatsache erscheinen nun nicht mehr als die beiden für immer getrennten Gegenpole des Wissens. den die philosophischen Parteien um die Rechte der und . Das Grundmotiv. tritt hier wiederum deutlich hervor. Induktion" Anteil mehr genommen.. an dem Streit. sondern sie stehen in lebendigem funktionalen Zusammenhang. indem sie sich zueinander wie Mittel und Zweck verhalten. keinen erheblichen . daß es sich hier um eine falsche und künstliche Trennung von Erkenntnisweisen und Erkenntniswegen handePt. das aller eigen ist. I. das nicht auf die Verknüpfung der gegebenen. begreifen.A Fünftes Kapitel. Zum Problem der Induktion. Der eigentliche Ertrag der methodischen Analyse der naturwissenschaftlichen Erkenntnis liegt darin. daß sie dem Gegensatz des Allgemeinen und Besonderen seine metaphysische Schärfe nimmt. Es gibt kein empirisches Gesetz. sobald sie ihr eigenes Verfahren prüfte. wie auf der anderen Seite jede „Tatsache" bereits im Hinblick auf ein hypothetisches Gesetz festgestellt ist und durch diese Rücksicht erst ihre Bestimmtheit erhält.

muß somit in strengem Sinne auf den Zeitpunkt der Urteilsfällung eingeschränkt werden: denn wie die Wahrnehmung als realer Vorgang über diesen Zeitpunkt nicht hinausdringt. die diesen Kreis durchbricht. die sämtlich nur Teilmomente bestimmter fundamentaler Erkenntnisweisen bezeichnen. Schon das letztere Moment droht freilich bereits das allgemeine Grundschema zu durchbrechen: denn auch die Vergangenheit „ist" für das Bewußtsein nicht mehr in 314 . Sein und Werden. der lediglich in dieser seiner räumlich-zeitlichen Besonderung ergriffen wird.der Metaphysik zu einem Widerstreit von Dingen hypostasiert. Wenn dort Begriffe. Eine Behauptung. und vergangene Empfindungen sind es. Soll dieser Forderung in aUer Strenge genügt werden. fiele damit wiederum dem Gebiet der bloßen Fiktion anheim. ausmachen. so muß vor allem das Motiv der Vereinzelung scharf und klar durchgeführt werden. der jeder Analyse stand hält. zu selbständigen Wirklichkeiten erhoben werden. treten diese Weise in unbedingte Gegensätze auseinander. die wir fällen. die irgendein wahres Urteil für sich in Anspruch nehmen darf. so muß auch der Begriff. wenn er sich nicht von ihrer Bestimmtheit entfernen will. können und dürfen nunmehr nichts anderes bedeuten. diesen Grundbestand immer reiner herauszuheben und alle Aussagen über das Sein immer vollkommener in ihn aufgehen zu lassen. die als Ausdruck des notwendigen Zusammenhangs der Erfahrungen dienen. so wird hier die Empfindung in ihrer individuellen Eigenart zum Träger und Inhalt der echten Wirklichkeit. und Vielheit. Dauer auf Einheit und Veränderung. Gegenwärtige diese ihre natürliche Schranke anerkennen. Alle Urteile. als die Feststellung eines hier und jetzt gegebenen Tateinfache bestandes. So steht denn auch in der Philosophie der Natur dicht neben der Metaphysik des Allgemeinen eine Metaphysik des Be- sonderen. wird allein in den isolierten Eindrücken und ihrer qualitativen Beschaffenheit gesucht: die fortschreitende begriffliche Einsicht dient nur dazu. Der reale Gehalt des Daseins. Die Geltung. der rationalen wie der Tatsachenurteile. die den Kern aller unserer Urteile.

auf einer der beiden Katheten irgendeine beliebige. für die verschiedenen Disziplinen der Erkenntnis stets ein und dasselbe bleibt. sondern die psychologische Zergliederung des Urteilsaktes selbst. stehen unter diesem Gesichtspunkt gleichwertig nebeneinander: denn es ist nicht die Analyse des Gegenstands. willkürlich angenommene Strecke abgetragen und zu ihr — M — 315 . weil das Material der Vorstellungen. Ist etwa um ein Beispiel a c h s zu brauchen die geometrische Aufgabe gestellt. ob wir mit den Dingen selbst oder aber mit unseren Vorstellungen und Erinnerungen der Dinge experimentieren. Die Form des Urteils muß überall die gleiche sein. Der konsequente . während die drei übrigen Ecken auf den Seiten a. Mathematik und Physik. in ein rechtwinkliges Dreieck mit den Katheten a und b und der Hypotenuse c ein Quadrat einzuschreiben. Die Methode der Beobachtung und des Versuches ist unabhängig davon. so haben wir damit bereits den ersten Schritt vom „Gegebenen" ins „NichtImmerhin mag dieser Schritt noch als Gegebene" getan.hier der Begriff der Wirklichkeit einen zeitlich gegenwärtigen Eindruck mit anderen zusammenhalten. Das Vergangene. Empirismus" muß diese Folgerung gleichmäßig auf alle Gebiete des Wissens ausdehnen.. Physik und Biologie. die gegebenen Bedingungen zunächst einem Versuch unterwerfen. dessen einer Eckpunkt mit dem Scheitel des rechten Winkels zusammenfällt. auf deren Vergleichung der alleinige Bestand des Urteils beruht. vom Scheitel des rechten Winkels aus. die in einem früheren Zeitpunkt das Bewußtsein erfüllt haben. Wenn wir Ferne dennoch als gegenwärtig und in stimmtheit des unmittelbaren Eindrucks erfaßt. um die Lösung dieser Aufgabe zu finden. Denken wir uns etwa. daß die erinnerte Wahrnehmung der tatsächlichen in allen sachlichen Bestandteilen durchaus ähnlich ist. sofern nur angenommen wird. auf dem diese Form wesentlich und ausschließlich beruht. b und c liegen sollen: so wird der Gedanke. gefahrlos gelten. wird alsdann trotz seiner zeitlichen dem gleichen Sinne. das hier vor uns hintritt. tatsächliche aller Be- Es sind und reproduzierte Wahrnehmungsinhalte. die zu dieser Erklärung hingeführt hat. in dem genommen wird.

wie sich ferner zeigt. So simpel auch dieses mit Absicht gewählte so bringt es doch das Wesentliche jeder Problemlösung. nicht anders vor sich gehen. sondern rechts oder links von ihr. also auf ihr ein Punkt bezeichnet wird. überführen können. indem wir uns erinnern. . in welchen wir die Lösung der Aufgabe zu suchen haben. Experimentieren mit Gedanken. gehen naturgemäß der vollkommenen Lösung voraus. das ein stetiger Übergang. Die „Erinnerung" im strengen psychologischen sie verSinne vermag keine neuen Inhalte zu produzieren. Das vulgäre Denken mag sich auch mit einer praktisch zureichenden annähernden Lösung begnügen. Beispiel ist. als daß hierbei die Hypotenuse als die Grenzlinie. daß alle eingeschriebenen Quadrate die von dem Durchschnittspunkt der a und b ausgehende Winkelhalbierende als Diagonale gemein haben. Erkenntnis und Irrtum. „Solche tatonnierende Sonforderten dierungen der Vorstellungsgebiete. sofern wir durch kontinuierliche Vergrößerung der anfangs gewählten Strecke den Endpunkt aus der einen Lage im Innern des Dreiecks in die andere.entsprechende Quadrat konstruiert. mag nur zu wiederholen. das . Zieht man also von diesem bekannten Punkt aus diese Winkelhalbierende. einmal berührt. Diese Veraußerhalb des Dreiecks. Die Wissenschaft fordert die allgemeinste. die die beiden Teile der Dreiecksebene sondert.. . auf der der gesamte Gedankengang beruht. außerhalb oder innerhalb der Dreiecksfläche zu liegen kommen. mit Erinnerungen . 316 . kürzeste und übersichtlichste Lösung. 39 f.zu klarem Bewußtsein*. Zwischen diesen beiden an und für sich möglichen Fällen besteht.. so kann man von deren gefundenem Durchschnittspunkt mit c aus ohne weiteres das gesuchte Quadrat ergänzen." Zugleich indessen deckt freilich eben dieses Beispiel eine latente Voraussetzung auf. was die sinnliche Vorstellung als — * Mach. wie die Anschauung unmittelbar lehrt. der nunmehr den durch die Aufgabe gePunkt darstellt. so wird dessen Eckpunkt im allgemeinen nicht auf die Hypotenuse. S. Diese erhalten wir. schiebung aber kann wiederum.

niemals entscheiden. wenn wir uns allein der geschilderten Methode des Experimentierens mit Vorstellungen und Erinnerungen überlassen. Nichts vermag. umgekehrt Punkte gibt. wie es und Eindeutigkeit 317 . immer untersucht haben mögen. ob auch der nächste Punkt. die wir uns anschaulich vergegenwärtigt haben. sondern stets nur die begrenzte Vielheit wirklicher Fälle zu Soviel Punkte der Winkelhalbierenden wir überblicken. daß sich in weiterem Fortschritt Punkte der Winkelhalbierenden finden werden. die der gestellten Bedingung nicht genügen oder aber. in welcher die Winkelhalbierende entsteht und in dem sie all ihre mathematischen Eigenschaften ein für allemal gewinnt. Hier geht der Weg nicht von der Mehrheit der Einzelfälle zum verknüpfenden Gesetz. sondern von der Einheit des geometrischen Verfahrens zu den Besonderheiten der Anwendung. Fälle. Indem wir uns dieser einheitlichen Regel der Konstruktion bewußt werden. auf diesem Standpunkt der Betrachtung. in dem vorliegenden Falle durch die Natur der Aufgabe Quadrate selbst ausgeschlossen: die Zahl der möglichen ist unendlich und somit für die konkrete sinnliche EinbildungsDas Erinnerungsurteil als kraft schlechthin unerschöpflich. wenn wir über die einzelnen Beispiele auf das Verfahren der Konstruktion zurückgreifen. die die Bedingung erfüllen. die Annahme zu hindern. die nicht nur für das gegenwärtige Vorstellungsbild.Sie kann somit diejenigen solche einmal dargeboten hat. Erst damit wird eine Beziehung gesetzt. solches vermag niemals die unendliche Allheit möglicher. ohne zuvor die besonderen ExemGerade dies aber ist plare einzeln durchlaufen zu haben. wieder aber völlig unverständlich wie sie irgendeine Aussage über eine Allheit von Gestalten wagen kann. wie die zuvor beobachteten aufweisen werde. den wir herausgreifen. die gleiche Eigentümlichkeit. Den Charakter der Notwendigkeit erhält somit die Lösung erst dann. daß es ins Bewußtsein zurückrufen — bleibt es. so können wir doch. ohne darum dieser Linie anzugehören. da diese Bestimmungen erst kraft des erzeugenden Gesetzes bestehen und aus ihm in voller Strenge beweisbar sind. ergreifen wir damit zugleich die Gesamtheit der Bestimmungen des fertigen Gebildes.

wie dieser Anspruch sich schließlich rechtfertigen mag: schon als bloßes psychologisches Phänomen durchbricht er das Schema der Erkenntnis. weder besitzt noch besitzen kann. eben von diesem Standpunkt aus den logischen und methodischen Unterschied. Die vorurteilslose Analyse der Tatsachen der Erkenntnis zeigt in aller Deutlichkeit.dem Dreieck" schlechthin gelten will.. über welches die konsequente sensualistische Ansicht allein verfügt. reinen Erfahrung" lehnt sich in diesem Punkte immer wieder gegen die dogmatischen Folgerungen des Sensualismus auf. seinen und Bedeutung verzudecken. der hier vorliegt. ob und wie oft bestimmte Erfahrungsinhalte in Raum und Zeit sich nebeneinander vorgefunden haben. Gleichviel. Einen logischen oder mathematischen Satz als bloße Wiedergabe einzelner aktueller „Eindrücke" und ihrer empirischen Verhältnisse deuten.im Bewußtsein vorfindet. der nicht von diesem oder jenem individuellen Dreieck mit den besonderen Beschaffenheiten seiner Gestalt und Lage. es wird ein Satz festgestellt. seine eigentliche fälschen: heißt ihm einen Sinn zuschreiben. auf das er sich bezieht. daß die Zurückführung der mathematischen und logischen Relationen auf Aussagen über das häufige empirische Beisammen einzelner Diese Vorstellungsinhalte ein vergebliches Bemühen bleibt. Der unbefangene Ausspruch der . sondern von . den er gemäß der Natur des Subjekts. sondern stellen einen notwendigen Zusammenhang zwischen idealen Gebilden fest. Relationen berichten nichts darüber. dessen Geltung von allen Änderungen in der Welt der existierenden sinnlichen Objekte unberührt bleiben soll. gelten will. in dem Bestreben. So mußten denn gerade solche Denker. die innerhalb der Psychologie die Forderung des „radikalen Empirismus" am entschiedensten verkünden. Keine metaphysische Konstruktion verdieses mag das psychologische und logische zu beseitigen: die „Relationen zwischen Ideen" Unterschiedes bleiben von rein tatsächlichen Feststellungen über das Beisich Ursprung Meinung Phänomen 318 . unumwunden anerkennen. aufheißt daher. sondern darüber hinaus einen dauernden idealen Verknüpfungszusammenhang behauptet..

als in den sinnlichen Eindrücken. Was von einem Dreieck bewiesen ist. M 645. Bei allen Urteilen. Vol. (The Principles of Psychology. die Gültigkeit der mathematischen Erkenntnisse beruht. 661 u. um so mehr tritt andererseits die Eigenart des rein empirischen Urteils hervor und diese Eigenart scheint nunmehr in der Tat in nichts anderem zu bestehen. genommen und damit allen Aussagen über die näheren Beschaffenheiten und Merkmale dieser Existenz der Boden entzogen. worauf. als in der bewußten Einschränkung der Geltung der Urteilsverknüpfung In diesem auf den zeitlichen Moment der Urteilsfällung. Der Grundsatz der Unveränderlichkeit derselben Beziehungen zwischen den gleichen intellektuellen Gegenständen ist es. die sie in uns erregen: ihre Gewißheit kann daher auch von keiner anderen Art sein. Der Bestand der Sinnesempfindung aber reicht nicht weiter als ihre unmittelbare Gegenwart.sammen und die Folge einzelner empirischer Merkmale prinzipiell getrennt*. sondern will nur ein zufällig herausgegriffenes besonderes Sinnbild für einen allgemeingültigen und dauernden Sachverhalt sein. Sinne ist das Verhältnis der beiden Arten von Wahrheiten bereits von Locke gefaßt worden. die James an diesem Punkt gegen Spencer und i 1 1 richtet. 654. Ist sie einmal entschwunden. geht mit besonderer Deutlichkeit aus der Polemik hervor. aber ist uns dieser Ausblick versagt. London 1901. die über das Gebiet unserer intellektuellen Vorstellungen auf die Existenz der Dinge hinausgehen. so ist uns damit zugleich das einzige Kriterium. Die äußeren Dinge künden sich uns nicht anders an und bringen sich auf keinem anderen Wege zum Bewußtsein. Je schärfer indessen diese Trennung durchgeführt wird. s. als die dieser Eindrücke selbst. Urteile über das Dasein der Dinge besitzen daher : * Daß gerade die echte psychologische „Empirie" diese Trennung durchaus bestätigt und aufrecht erhält. bes. das wir für die Existenz des Dinges besaßen. nach ihm. II.) 319 . das ist sogleich und ohne weitere Vermittlung auf alle Dreiecke übertragbar: denn die einzelne anschauliche Vorstellung des Dreiecks steht im Beweis nicht für sich selbst.

die. ist nicht die Abfolge und das Spiel sie trifft sicherlich nicht das. streng Gibt es begrenzten Zeitpunkt zusammengefunden haben.nur relative und eingeschränkte Wahrheit. der Naturwissenschaft beschränkt sich darauf. denn so überzeugend und evident sie uns erscheinen mögen. die hiervon sprechen. zu konstatieren. könnte allenfalls als ein richtiger Ausdruck für dasjenige erscheinen. so bietet sie dennoch ein schwieriges Problem dar. Wie der Mathematiker. so wenig haben wir eine sichere Gewähr. auf jede konkrete Wirklichkeit verzichten. — So einleuchtend jedoch diese Unterscheidung ist. in seine Aussagen nichts über die Beschaffenheit der besonderen Vorstellungsbilder einfließen läßt. solange wir der direkten Empfindung hingegeben sind. von solchen Gegenständen. der das Ergebnis einer experimentellen Untersuchung ausspricht. in welchen er sich diese Verhältnisse sinnlich darstellt. gleich den Objekten der reinen Mathematik. welche sinnlichen Eindrücke sich im Bewußtsein eines einzelnen Beobachters in einem bestimmten. Was er feststellt. die Locke hier entwirft und die seither mit geringen Abwandlungen häufig wiederholt worden ist. wenn sie lediglich vom abstrakten Standpunkt der Erkenntnistheorie erwägt. Die Schilderung. so geht auch der Forscher. was die rein empirisch-induktiven Sätze der Naturwissenschaft sein sollten: aber man was sie in Wirklichkeit sind. Urteile. während in dem gleichen Augenblick. so sind sie den erzählenden Urteilen der Psychologie. daß das momentane Zeugnis der Empfindung sich jemals streng in derselben Weise wiederNotwendige Erkenntnis gibt es demnach nur holen werde. nicht den theoretischen und beschreibenden Urteilen der allgemeinen Naturwissenschaften zuzurechnen. sobald man ihr das konkrete Verfahren der Naturwissenschaft gegenüberstellt. über einen einfachen Bericht seiner besonderen individuellen Wahrnehmungserlebnisse beständig hinaus. in welchem diese Wirklichkeit in den Kreis unserer Betrachtung einbezogen wird. auch der Charakter des Wissens eine völlige Umbildung erstets fährt. der von den Relationen zwischen geometrischen Gestalten oder zwischen reinen Zahlen handelt. Kein Urteil 320 .

Die Umformung. daß Wasser bei bestimmten Temperatur gefriert. die spricht diesem einen und eine das flüchtige sinnliche Erlebnis als solches nicht zu erreichen und nicht zu gewährleisten vermag. heraussondern und festhalten. so oft auch immer die Bedingungen.. kraft verleiht. sein und notwendig an sie geknüpft Der Augenblick der unmittelbaren Wahrnehmung erweitert sich für den Gedanken zum Ganzen des Zeitverlaufs.. Jede wissenschaftliche Entscheidung. die jeglichem Experiment erst seine eigentümliche Beweisstets werden. die im bloßen Begriff der „Temperatur" eingeschlossen sind schon in seiner schlichten Aussprache eine Feststellung. die im Subjektsbegriff zusammengefaßt sind. Substanzbegriff 21 321 . daß Schwefel Erkenntnisform Bestand Dauer bestimmten Temperatur schmilzt. Diese logische Funktion ist es. die wir auf ein Experiment gründen. Er enthält die sich verwirklicht finden. Moment beschränkt sein Behauptung. die Folgen. bei einer einer — — die auf keinen isolierten zeitlichen will. sondern die konstanten Freilich J. objektiven" Behauptungen der Begriff der . Transzendenz" noch völlig wiederum metaphysische fern.Eigenschaften" konstanter Dinge und Vorgänge. daß das.gewisser Sinneseindrücke. um in Nichts zu verschwinden. die sich hier vollzieht und die erst das naturwissenschaftliche Urteil erschafft und ermöglicht. sofern Cassirer. die der Prädikatsbegriff aussagt. Auch das einfachste Urteil über irgendeinen empirischen Sachverhalt zu. die man nachträglich daran knüpfen mag. liegt bei diesem Fortgang von dem bloßen Prozeß der Sinnesempfindung zu bestimmten . aufprägt. als sie ihnen eine neue Dieses letztere Moment läßt sich völlig unabhängig von allen weitergehenden metaphysischen Behauptungen. der nunmehr in seiner Gesamtheit wie mit einem Blicke überschaut wird. Es ist in erster Linie eine neue Art der zeitlichen Geltung. die in ihm aufgetaucht sind. gibt den Sinnesdaten nur insofern eine neue Seinsform. Der Satz. stützt sich auf die latente Voraussetzung. daß. auch für alle Orte und alle Zeiten gültig bleibt. bedeutet abgesehen von den mannigfachen theroetischen Voraussetzungen. die jetzt dem Urteil zugesprochen wird. was hier und jetzt als gültig befunden wird.

an die man bei ihrer Entdeckung und ersten Formulierung nicht hat denken können. und kommt sogar sehr häufig vor. der einmal objektiv festgestellt ist. weil sie unbekannt waren. eine einzelne vorGedanke der überrauschende Beobachtung gleichsam und auf dem Boden der empirischen . die sie ändern. Erst kraft dieses Prinzips wandelt sich die „subjektive" Tatsache der sinnlichen Wahrnehmung in die „objektive" Tatsache des wissenschaftlichen Urteils. S. Gnindriß der Naturphilosophie.die sonstigen Bedingungen des Versuchs ungeändert bleiben. daß die Form. haben daher die Eigenart dieser gedanklichen Funktion ausdrücklich bezeugt. sondern sich anderen Einflüssen. als Faktum „festzustellen". und eine einmal von der Wissenschaft erworbene Wahrheit hat in solchem Sinne ein ewiges Leben. unterworfen erweisen. h. ein bestimmter unverlierbarer Rest jener ersten Erkenntnis bleibt bestehen. die ausschließlich sie — zum Stehen zu bringen * Ofltwald. in welcher jene Beziehungen zuerst ausgesprochen worden waren.Tatsachen" zu stehen glauben und die jede Selbständigkeit des Intellekts gegenüber den Daten der unmittelbaren Wahrnehmung verwerfen. Aber wie sich die Wissenschaft auch umgestalten möge. kann im weiteren Fortgang . 322 1 . so heißt es etwa bei O s t w a 1 d. So bestätigt es sich von einer neuen Seite her. „Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Erscheinungen". sie besteht so lange. Durch alle vermeintliche Skepsis hindurch dringt bei ihnen bisweilen der Ausdruck dieser einheitlichen Grundüberzeugung. „die einmal erkannt worden sind. der dazu führt. Auch solche Forscher. daß die Beziehungen nicht als ganz allgemein aufrecht zu erhalten sind. sich als unvollkommen erweist. als menschliche Wissenschaft bestehen wird*. 15. bleiben als unzerstörbare Bestandteile aller künftigen Wissenschaft bestehen. d. wie sehr nach dem Goetheschen Wort alles Faktische schon Theorie ist: denn erst der — — notwendigen Bestimmtheit des Geschehens ist es. Es kann vorkommen." Dieses Moment der „Ewigkeit" ist auch den empirischen Urteilen über Tatsachen eigen. Kein Zusammenhang zwischen Beobachtungen.

der Untersuchung schlechthin vernichtet werden. Und die Umwandlung betrifft Grunde nicht sowohl Urteilsverknüpfung als solche. aufheben. die er in seinem Verhalten zeigt. so würde er auch eine innere Veränderung empirischen Gesetzlichkeit der Dinge in sich schließen. modifiziert. Wie er sich im realen Verlauf des Geschehens an : seine Stelle setzt. die es zu ermitteln und festzustellen gilt. Was wir jetzt vor uns sehen.. Der Fortschritt der Beobachtungen birgt daher zugleich einen steten Fortschritt der Analyse in sich: er scheidet Fälle. auf das sie sich bezieht. als vielmehr das Subjekt. sondern dadurch. die Umwandlung verfolgt. das sich uns zuvor darbot. die der 21* 323 . die ja nur für ihn fixiert und ausgesprochen waren. so wird durch irgendwelche Gegeninstanzen.S ist nicht P" entkräftet: sondern es wird.. die das Urteil erfahren muß. Die neuen Tatsachen. In Wahrheit aber besitzt für uns jeder Körper eine identische Struktur und Beschaffenheit. die sich im Laufe der fortschreitenden Beobachtung einstellen. die wir auffinden. daß wir eben die Identität des beobachteten Gegenstands selbst in Frage stellen. sondern es gilt uns durch irgendwelche Bedingungen. so müßte hier ein einfaches Verhältnis der Vernichtung und Neuschöpfung gelten der spätere Augenblick würde den früheren und mit ihm alle die „Wahrheiten". durch irgendeine Änderung. Wäre das empirische Urteil auf den Zeitmoment bezogen und an ihn gebunden. die wir ihm ein für allemal zusprechen.S ist P" bestritten und durch den Gegensatz . Die abweichenden Ergebnisse bringen wir daher niemals dadurch zum Ausdruck. verdrängen die früheren Erfahrungen nicht in jedem Sinne. So wird nicht die Wahrheit des früheren Urteils . wenn S in S' übergeht. Denken wir uns etwa einen gewissen Stoff durch die Angabe seiner physikalischen und chemischen Merkmale und Reaktionen bestimmt. unter Aufrechterhaltung des ersten Satzes. ein und derselbe Körper habe sich in seinen Grundeigenschaften gewandelt. sondern fügen ihnen nur bestimmte diese begriffliche Determinationen im hinzu. der zuvor behauptete Zusammenhang von Bestimmungen noch keineswegs als solcher aufgelöst. daß wir annehmen. das ist uns nicht mehr dasselbe empirische Objekt.

einem Wahrneh- mung Erfahrungsurteile. die wir zuvor konzipiert und in ihre Folgerungen entwickelt haben. immer schärfer und genauer und hebt die charakteristischen Denkt man sich diese Differenzen jedes Einzelfalls heraus. um ihr einen neuen Sinn und eine tiefere Deutung Empirische Urteile. so würde diese Eindeutigkeit des Subjekts auch die Eindeutigkeit und Notwendigkeit des Urteilszusammenhangs in sich schließen. wozu unsere ideale Konstruktion sie gemacht hat. er einzuordnen ist. 324 .der ersten vagen Betrachtung als völlig gleichartig erscheinen. erweist sich damit als innerlich unzureichend: denn sie derVerverhüllt jenes Moment der knüpfung. Hier liegt der eigentliche Vorrang der mathematischen Begriffsbildung: denn die Gegenstände dieser Begriffsbildung sind nichts anderes. für den diese Notwendigkeit zum eigentlichen Grundproblem geworden ist. ob einem streng umgrenzten Inhalt a das Prädikat b zukommt oder nicht. sondern ob das x. sondern ob ein gegebener Inhalt alle Bedingungen des Begriffs a erfüllt oder etwa durch einen davon verschiedenen Begriff a' zu bestimmen ist. als didaktische Bedeutung: sie knüpft an die sensualistische Auffassung des Urteils an. von ihm also niemals mit voller Sicherheit zu entscheiden ist. Nicht dies ist fraglich. als das. betrifft daher immer nur die Subsumption des gegebenen unter den ideal bestimmten Fall. das auch der Aussage über Tatsachen eigen — Notwendigkeit ist und ihr erst ihren wahrhaften Halt verleiht. hat nicht sowohl unmittelbar sachliche. das die bloße Wahrnehmung uns liefert. Kant. Nicht ob a wahrhaft 6. die Locke versucht hat. zeigt sich in der ersten Einführung seiner Punkte noch von kritischen Frage dennoch in Die Unterscheidung der Locke abhängig. Das Moment der Ungewißheit. bildet das Problem. wahrhaft a ist. während jeder empirische Inhalt unbekannte Bestimmungen in sich birgt. welchem der verschiedenen hypothetischen Begriffe. Die Analyse des empirischen Urteils. das die empirischen Urteile gegenüber den rationalen enthalten. sofern sie objektive abzugewinnen.und stützt. Arbeit der Analyse abgeschlossen und damit völlig bestimmte Subjekte gewonnen. auf die er sich s .

sondern stiftet zwischen ihnen eine funktionale Zuordnung. Der Satz. Wir konstatieren in ihm nur das Beisammen zweier Inhalte. die somit als unentbehrlicher Faktor auch in jede Aussage über einen empirisch einzelnen Gegenstand eingeht. so daß immer.Ist" der Kopula ist der Ausdruck dieser Verknüpfung. sondern er will einen Zusammenhang feststellen. Das . so oft ich bisher einen Körper getragen habe.Wahrnehmungsurteir' zum mindesten ist nichts anderes und will nichts anderes sein als ein Bericht über ein momentanes und individuelles Erlebnis: es verknüpft Subjekt und Prädikat nicht nach irgendeinem Gesichtspunkt der gedanklichen Abhängigkeit und Zusammengehörigkeit. der andere uns als gefordert gilt. der die Bedingtheit im Objekt gegründet ist dieses oder jenes empfindenden das einzelne. der den neu gewonnenen Begriff der wissenschaftlichen Objektivität durch seinen Gegensatz beleuchten soll. bloße Wahrnehmungsurteile heißen. wie sie sich zufällig in einem einzelnen Bewußtsein nach den „subjektiven" Regeln der Assoziation zusammenfinden. will nicht sagen. daß. diejenigen aber. Je weiter inwechselseitiger dessen die Kantische Unterscheidung fortschreitet. sondern greift beide nur derart auf. Es begnügt sich niemals mit der Feststellung eines bloßen Nebeneinander von Vorstellungen. so sehr es seinen Subjektsbegriff einschränkt. daß das Wahrnehmungsurteil in dieser Fassung nur ein methodisch konstruierter Grenzfall sein will.und Druckempfindung sich eingestellt habe. daß der Körper schwer ist. ohne sie in irgendein Verhältnis zu setzen. Das .Gültigkeit haben. nur subjektiv gültig sind. eine bestimmte Tast. „aposteriorische" und ihm unabhängig vom Zustand Individuums zukommt. um so mehr zeigt es sich.. innerhalb dieses selbstgewählten engeren Umkreises ein bestimmtes Maß objektiver Geltung. sollen Erfahrungsurteile. Der letztere Begriff deckt und umfaßt somit alles das. Auch Urteil enthält daher in der 325 . wenn der eine Inhalt gegeben ist. der aber keine reale Trennung der Urteile selbst in zwei heterogene Klassen mit sich führt. Jedes Urteil beansprucht. was der dogmatische Empirismus als das eigentliche Kennzeichen und den Charakter der Erfahrung selbst ansieht..

das Besondere selbst als notwendig zu begreifen. indem wir ihm innerhalb des kausalen Geschehens. so daß ein hier und jetzt gegebener Zustand des Seins den Inhalt des Urteils ausmacht. indem wir hierbei die allgemeingültigen Relationen. Aufl. die die Prinzipien der Mechanik sowie das Gravitationsgesetz uns darbieten.. seine feste Stelle anweisen. Zufälligkeit" über. wo wir aus einer Mehrheit von Beobachtungen einen Schluß auf die Allheit der Fälle ziehen. 2. Nicht die schlechthin isolierte zeitliche Setzung als Systems Einordnung eben dieser Setzung in den Gesamtverlauf des Geschehens bildet auch hier das eigentliche Ziel der „Induktion". zugrunde legen. bis er zu immer näherer Bestimmung des scheinbar . 141 f. wie die bloße Wiederholung und Nebeneinanderreihung von Einzelbeobachtungen dem Besonderen irgendeine neue logische Würde verleihen sollte. Die Lösung des Problems der Induktion kann nur in dieser Erweiterung seines Inhalts gesucht werden. sondern es ist bereits in der Feststellung irgendeines Einzelfalles vollständig und ungeteilt enthalten. Die bloße Anhäufung von Elementen vermag diesen keine völlig veränderte begriffliche Bedeutung zu geben. 326 . Kritik der reinen Vernunft. jederzeit einen „apriorischen" Einschlag*. Zwar kann auch das Einzelne alsEinzelnes Gegenstand einer wissenschaftlichen Aussage sein.. In diesem Sinne bestimmen wir etwa die astronomische Lage und Stellung der Himmelskörper für einen gegebenen einmaligen Zeitpunkt. Der Kreis des Notwendigen selbst verengt sich und zieht sich zusammen. In der endgültigen Fassung des der Erfahrung ist demnach der Hilfsbegriff des bloßen Wahrnehmungsurteils überwunden und ausgeschaltet. beginnt daher nicht erst dort.Notwendigkeit des Zusammenhangs. die es behauptet. Zufälligen" zureichend wird. sondern wir versuchen umgekehrt. solche. S. In der Tat wäre es nicht zu verstehen. sondern die — * Vgl. Das „Geheimnis der Induktion".. das von eindeutigen Gesetzen beherrscht wird. von dem man oft gesprochen hat. Aber auch in diesem Falle treten wir nicht aus dem Gebiet der objektiven Notwendigkeit in das der bloßen .

Die Funktion. können wir irgendeine einzelne Phase. wenn nicht auch hier im Element bereits die Beziehung auf das Ganze läge. die jeder Induktionsschluß für sich in Anspruch nimmt: Bestimmung selbst. ihm zur Norm. von denen der einzelne Versuch uns Kunde gibt. die sich uns des induktiven Verfahrens.sie vermag nur gesetzt die sind. d. so zersplittert und vereinzelt er sich scheinbar darbieten mag. Der logische Prozeß der Integration aber wäre nicht möglich. sofern der Inhalt. zur Probe und zum Sinnbild für die syste- wenn wir uns Nur Verfassung der Wirklichkeit überhaupt. der uns allein zu Gebote steht. doch stets den Hinweis auf ihre gleichbleibende gesetzliche Form in sich schlösse. unteilbaren Moment kund tut. Kraft dieses Hinweises erweitert sich der beschränkte räumlich-zeitliche Umkreis der Erfahrungen. bildet somit den eigentlichen Kern Die Beziehung. Bestimmungen. die die der sinnliche in matische die einzelne Eindruck darbietet. der in ihm gesetzt ist. kraft deren wir einen empirischen Inhalt über die Grenzen. wenn nicht der wechselnde Inhalt der Erfahrung. alle Glieder des Geschehens durch notwendige Relationen verknüpft denken. Diese symbolische Bedeutung aber ist es. zunächst nur für einen einzigen. die im Element selbst zu größerer Deutlichkeit zu erheben. das ihn über seine Begrenzung und Isolierung hinaushebt. Schon im einzelnen Fall muß ein Moment verborgen liegen. h. mathematisch ausgedrückt. in denen er uns zeitlich gegeben ist. weiterbereits verfolgen und ihn für alle Punkte der Zeitreihe in seiner Bestimmtheit festhalten. wird dem gedanklichen Aufbau 327 . die wir herausheben. als Darstellung und Symbol des Gesamtprozesses und seiner durchgehenden Regel brauchen. So schließt bereits jegliches Einzelurteil ein Motiv der Unendlichkeit in sich. immer erst das Integral der momentanen Beschaffenheiten. Das dauernde empirische Objekt samt seinen konstanten empirischen Eigenschaften ist. sich auf die Totalität der Zeiten überträgt und gleichsam in beständiger identischer Neuerzeugung durch diese Totalität hin sich fortsetzt. bis sie die Gesamtheit der künftigen Zeitpunkte in irgendeiner Weise bestimmt. wächst über ihre anfängliche Sphäre hinaus.

jede Bedeutung ein. die sie nachträglich eingehen. Jede besondere Erfahrung. Die Logik scheidet von alters her zwischen „diskreten" und . die nach den objektiven Verfahrungsweisen und Kriterien der Wissenschaft festgestellt ist. Das . In den ersteren gehen die Teile voran und sind. der aus den Beziehungen zwischen ihnen hervorgeht. die Beziehung des räumlichen . aber diese Definition ist nur dadurch möglich. als isolierte und selbständige Bestandstücke möglich und aufzeigbar. So läßt sich etwa eine Linie als eine unendliche Mannigfaltigkeit von Punkten definieren. insofern zu vereinen. als jeder von ihr eine ganz bestimmte Geltungssphäre zugewiesen wird. das nicht lediglich die seiner Teile. die in irgendeinem theoretisch aufzeigbaren Umstand variieren und deren Abweichung voneinander daher selbst als notwendig begriffen wird. sondern ein systematischer Inbegriff ist.. dem es angehört und büßt. bald der andere Erfolg geknüpft ist. an die jedoch bald der eine. Die Aufgabe der Induktion besteht darin. Ganzes" zu definieren. Im gleichen Sinne läßt sich Summe 328 . kann nie wieder völlig der logischen Vernichtung anheimfallen. unabhängig von der Verknüpfung. — Im Verhältnis des induktiven Einzelfalles zur Gesamtheit der wissenschaftlichen Erfahrung wiederholt sich daher eine Bestimmung. Beisammen" mit anderen gleichartigen Elementen also fertig in ihn hineingelegt wird. alle diese verschiedenen Aussagen.. die sich vielfältig zu kreuzen und einander zu widersprechen scheinen. daß der „Punkt" selbst zuvor als Ausdruck einer reinen Lage-Relation gefaßt. ein . setzt sich zunächst gleichsam absolut: was das methodisch geleitete und gepriifte Experiment einmal gelehrt hat. wo das Problem vorliegt. kontinuierlichen" Ganzen. die sich überall dort feststellen läßt. Element" des Kontinuums dagegen widerstrebt einer derartigen Vereinzelung: es erhält seinen Inhalt erst von der Beziehung zu der Gesamtheit des Systems.. abgetrennt von ihm.. das tritt hier in bestimmt geschiedene Sonderfälle auseinander.der empirischen Wirklichkeit als dauernder Grundzug erhalten bleiben muß. Was für die gewöhnliche sinnliche Auffassung ein identischer Bestand von Bedingungen ist.

enthält daher jetzt keine Paradoxie und keine innere Schwierigkeit mehr: die Erweiterung des Einzelnen zum Ganzen. hebung bedarf. Das Einzelne ist nicht anders als im Zusammenhang mit anderen örtlichen und zeitlichen. Wie dem einzelnen der allgemeine Relationscharakter der Lage und der Distanz anhaftet. die hierin zu liegen scheint. sondern festgehalten ist und nur der gesonderten begrifflichen Heraus- des Zusammenhangs Zeitstellen. ^ (•() zugänglich. bereits in jedem echten Induktionsurteil mitwirkt. deren sie sich in der Verfolgung dieses Zieles bedienen. sowie der ursächlichen Verknüpfung bezeichnen. als dem mathematischen Denken: beide sind nicht ihrem Ziele nach. \p die verschiedensten Weisen der räumlich . Der logische Akt der . wobei f. Integration". der. weil es in jedem von ihnen bereits stillschweigend mitgesetzt ist. voneinander geschieden.und sowie ein einheitliches Ganzes der kausalen Zuordnungen voraus. Wir konnten in der Entwicklung der geometrischen Methoden 329 . der im Kommen und Gehen der sinnlichen Phänomene festzuhalten ist. cp. sondern durch die Mittel. daß diese Bestimmungen irgendwie ineinander gegründet wenngleich die Form dieser Abhängigkeit nicht unmittelbar bekannt.sagen. Das einzelne empirische Urteil enthält als unentwickelte Forderung bereits den Gedanken der durchgängigen Bestimmtheit des Naturgeschehens. daß das Gesetz der Erfahrung nur darum aus den einzelnen Fällen „resultiert". sondern erst fortschreitend zu ermitteln ist. Der Tatbestand a ist uns nur in funktionaler Form als f (a). Jede Aussage über ein bloßes Beisammen von empirischen Bestimmungen zielt schon auf den Gedanken hin.zeitlichen. rp (ß).. näheren oder entfernteren Elementen erfahrbar. so haftet daher der einzelnen Erfahrung bereits der universelle Gesetzescharakter an. und diese Art sind. weil die Beziehung zum Ganzen von Anfang an im Einzelfall nicht ausgeschaltet. wie sich zeigte. ist möglich. der im vollendeten System der Erfahrung als abgeschlossenes Ergebnis vorliegt. Die Tendenz auf einen unveränderlichen Bestand. Punkt setzt ein System der Raum. eignet daher dem induktiven Denken nicht minder.

Jede spezielle Ausprägung der Geometrie ist jetzt einer bestimmten Gruppe von Transformationen. (S. hat. der der ausdrücklichen Hervorhebung und Formulierung bedarf. dem allgemeinen „Kausalgesetz" eine Wendung gegeben. Auch jegliche Aussage über eine empirische Zusammengehörigkeit von Elementen stellt eine Behauptung die unabhängig vom jeweiligen absoluten RaumMaxwell hat gelegentlich oder Zeitpunkt gelten soll. was unter gleichen Ursachen und gleichen Wirkungen zu verstehen ist.der Unterschied zwischen zwei Ereignissen hängt nicht ab von dem reinen Unterschiede der Zeiten oder der Orte. Der Gedanke der und der der rung zeigten sich schon hier wechselweise durcheinander bedingt: nur im Hinblick auf mögliche Veränderungen Konstanz Verände- ließen sich die dauernden Zusammenhänge. solange keinen scharf ausgeprägten Sinn. in denen das moderne geometrische Denken sich bewegt. so kann die Gleichheit. sich zur Einheit zusammenschließen. daß gleiche Ursachen immer gleiche Wirkungen herdar. vorbringen. ob. wie er ausführt. Da jedes Ereignis nur einmal stattfindet und daher schon durch den Zeitpunkt seines Auftretens völlig individualisiert und von allen anderen unterschieden ist. die sich streng bezeichnen und gegeneinander abgrenzen lassen. sofern sie unter dem allgemeinen Gesichtspunkt der „Invariantentheorie" gestellt und von ihm aus charakterisiert werden. aussprechen und formulieren. Der Satz. wie alle die mannigfachen Richtungen. sondern nur von Unterschieden in dem Wesen. 116 ff. als nicht feststeht. in denen und an denen sie stattfinden. der Konfiguration oder der 330 .verfolgen. Der eigentliche Kern des Kausalprinzips liegt in der Behauptung. in welcher es diese Forderung zum Ausdruck bringt. daß.) Jetzt erscheint dieses fundamentale logische Verhältnis in einem neuen Licht. die die Geometrie behauptet. S. dasselbe auch für die Wirkungen gilt: .. als zugehörige Invariantentheorie zugeordnet. von der hier die Rede ist. niemals im Sinne einer absoluten Identität. wenn die Ursachen sich voneinander bloß hinsichtlich des absoluten Raumes und der absoluten Zeit unterscheiden. sondern nur relativ zu einem bestimmten Gesichtspunkt gemeint sein.

so greift eine analoge Betrachtungsweise hier auf die Zeit über. . wird diskreter Zeitwerte tj. sofern die übrigen Bedingungen ungeändert bleiben. Artikel XIX. Auch alle Erfahrung ist demnach auf die Gewinnung bestimmter .. Substanz und Bewegung. zunächst in Gedanken einer bestimmten Änderung unterworfen wird. tg. Maxwell. Jeder beliebige Zeitmoment gilt uns. als ausgestattet mit denselben Grundeigenschaften und Merkmalen festhalten und gleichsam rekognoszieren könnten. wenn wir ihn nicht als gleichbleibend. 331 . tg von dieser Einschränkung losgelöst und der Abhängigkeit von irgendeinem einzelnen Zeitpunkt der Beobachtung entrückt. . Wir müssen freilich jeden Naturgegenstand prinzipiell bestimmten physischen Änderungen. unterworfen denken: aber die Reaktion auf diese Einwirkungen selbst ließe sich . sondern sich gleichWie wir als geometrische Eigenschaften artig behaupten. daß es sich im Fortschritt der Zeit „mit sich selbst identisch" erhält. invarianter" Beziehungen gerichtet und gelangt erst in ihnen zu ihrem eigentlichen Abschluß. die ihm unabhängig von seiner absoluten Lage im Räume und von der absoluten Größe der Bestimmungsstücke zukommen. der uns zunächst gegeben ist. diejenigen Momente an ihm herauszuheben und abzulösen. Der Gedanke des empirischen Natur Objekts entsteht und begründet sich erst in diesem Verfahren: denn es gehört zum Begriff dieses Objekts. so daß der jetzige Moment zugleich eine Entscheidung für die vergangenen und künftigen enthält. Mitten in dem zeitlichen Chaos der Empfindungen schaffen wir. logisch nicht in gesetzlicher Form darstellen. daß sich richtet. Ein funktionales Verhältnis f (a. und daß das Urteil darauf geht. eines bestimmten Gebildes alle diejenigen Merkmale seiner Gestalt bezeichnen. mit demjenigen. die durch äußere Kräfte an ihm hervorgerufen werden. das nur für einen Zeitpunkt t^ oder für eine Mehrheit direkt festgestellt ist. auf den das physikalische Urteil hervor. als äquivalent. Bewegung der betreffenden Körper"*. die durch diese Veränderung nicht berührt werden. über die Zeit hinwegblickend.Hier tritt deutlich auch der Inhalt. b).

feste die Verbindungen und Zuordnungen. bes. Grundgerüst der empirischen Tatsächlichkeit ausmachen. die uns der das Beständigkeit des empirischen Seins versichert. das zweifelnde Denken des experimentellen Forschers induktiv nennen. wie es für den Körper nur eine Art des Gehens gibt"*. . Auch hier zeigt die tiefere Analyse. nicht die Art.Man kann. wenn man will. durchsetzt und beherrscht ist. Und dieser Sachverhalt findet seinen Ausdruck nicht nur in den Induktionen der mathematischen Physik. ohne die begriffliche Anticipation einer möglichen Ordnung läßt sich die Ordnung des „Wirklichen" und Tatsächlichen nicht gewinnen. und diese sind es. Auch die Induktion der beschreibenden Wissenschaften ist daher stets eine . so ist es doch auch hier der Gedanke. Das Prinzip in der diese Folgerungen selbst fortschreiten. expörimentale. wie sehr die bloße. daß die endgültige Feststellung dieser Ordnung der Erfahrung zu danken ist. Diese Einheit der Grundlage tritt besonders deutlich in jenen Grenzgebieten hervor. provisorische Deduktion". Paris 1865. scheinbar rein rezeptive Klassifikation des Einzelnen von ideellen Voraussetzungen. in denen das Denken der Mathematik Claude Bernard. So zweifellos es ist. Für die Physiologie und für das Gesamtgebiet der „experimentellen Medizin" hat insbesondere Claude B e r n a r d dieses Wechselverhältnis von Idee und Beobachtung allseitig beleuchtet. Introduction k l'ötude de la mödicino 83 ff 332 . S. der das Schema der Erfahrung zuvor entworfen haben muß. Somit ist es stets eine Funktion des Urteils... während man die apodiktischen Behauptungen des Mathematikers als Deduktion bezeichnet: aber dies ist alsdann nur ein Unterschied. des Folgerns bleibt in beiden Fällen das gleiche. der die Gewißheit oder Ungewißheit des Ausgangspunktes unserer Schlußfolgerungen betrifft. wenngleich der Weg des Folgerns in zwiefacher Richtung durchlaufen werden kann: „es gibt für den Geist nur eine Art des Schließens. sondern tritt auch innerhalb der beschreibenden Naturwissenschaft deutlich hervor. Ohne einen ideellen Gesichtspunkt der Vergleichung. die sich auf die Struktur des Ganzen beziehen.

preist*. Analogie Mach. der ihn als seinen getreuesten Führer und Lehrer..und das der experimentellen Forschung sich gleichsam berühren. erwies sich als das eigentliche Objekt der geometrischen Mannigfaltigkeiten. Kap. Bien souvent. Die echte und wahrhaft fruchtbare Paralipomena Vitellionem. . auf die die Untersuchung sich bezieht. Wir sahen. Begriff der ** * in 4 vgl. wenn und sofern sie Beispiele und Ausprägungen derselben Regeln der Verknüpfung darboten. von dem auch die Begriffsbildung der exakten Physik sich beherrscht zeigt. indem analytisch immer tiefer in die Bedingungen ihrer Entstehung eindringt**. La theorie. — Zum Kepler. dans leurs recherches. im Nur der Beweis mehr und mehr zurücktreten zu lassen. wie der Fortschritt des geometrischen Denkens darauf gerichtet war. sur un meme plan .La Physique experimentale nous fournit les lois toutes ensemble et.. Newton a fixe dans un meme ouvrage les lois de la dispersion de la lumiere qui traverse un prisme et les lois des teintes dont se pare une bulle de savon simplement parce que des couleurs eclatantes signalent aux yeux ces deux sortes de ph^nomenes. des analogies toutes superficielles qui ont conduit des observateurs a rapprocher. schlechthin ungleichartig sind. 333 .. Man hat von jeher den Analogieschluß als einen wesentlichen Bestandteil der physikalischen Methodik und insbesondere des induktiven Verfahrens gekennzeichnet. Fälle. dem kein Geheimnis der Natur verborgen bleibt. en d6veloppant les ramifications nombreuses du raisonnement deductif qui relie les principes aux lois 218 ff. konnten demnach in Eins gesetzt werden. S. Ein entsprechendes logisches Verfahren ist es. S. Ein Beispiel hierfür bei D u h e m La Theorie Physique. IV. Relationszusammenhang zwischen den Elementen als solcher. und kein Geringerer als Kepler ist es. die in der direkten sie Wahrnehmung einander ähnlich und gleichartig erscheinen. kraft deren sie sich von der naiven Betrachtung scheidet. voneinander zu sondern. une loi d'une autre loi. . die besondere anschauliche Eigen- art der Gebilde. die für die Anschauung Betrachtung. 32 f. au contraire. 187).. pour ainsi dire. Der wissenschaftliche Wert der Analogie aber bleibt unverständlich. II. ce sont des causes tout accidentelles. Ist es doch gerade die Aufgabe der theoretischen Physik. nicht die individuelle Beschaffenheit dieser Elemente selbst. solange man sie lediglich auf eine sinnliche Ähnlichkeit zwischen Einzelfällen stützt. Erkenntnis und Irrtum. (Op.

Les lois de tous ces ph6nomenes que leurs 6clatantes couleurs confondaient les uns avec les autres aux yeux du simple observateur. 334 . (S. par lea soins du th6oricien. die. il en est qu'elle röunit. Wenn wir. il en est qu'elle söpare les unes des autres et qu'elle place en deux groupes extremement öloign6s Ainai. die für beide Gebiete charakteristisch sind.. Die „Analogie".. so gründet sich diese Behauptung nicht auf eine Übereinstimmung. dans un meme groupe. als logische . . geht daher wofür wiederum die Lehre Keplers das klassische Beispiel bietet mehr und mehr in die mathematische . in der elektro-magnetischen Theorie des Lichts. Harmonie" über: in die Anschauung der einheitlichen quantitativen Strukturgesetze. erfassen Wahrnehmung an ihnen Form der Gleichungen. sont. von welcher die exakte Physik geleitet ist. sowie auf die Beziehungen zwischen den numerischen Konstanten. pres des lois qui rögissent le spectre fourni par un prisme. Invariante" herausgehoben und für sich betrachtet wird. ebenso wie in der reinen Mathematik. . S. daß er die Mannigfaltigkeit der Beobachtungen. eile ränge les loia auxquelles ob^issent les couleurs de rarc-en-9iel ni£Üs les lois selon lesquelles se succedent les teintes des anneaux de Newton vont. .Analogie beruht denn auch nicht auf einer sinnlichen Übereinstimmung der Merkmale. die sich zunächst als ein bloßes beziehungsloses Nebeneinander exp^rimentales. . rejoindre les lois des franges döcouvertes par Young et par Fresnel. ob. 6tablit parmi celles-ci un ordre et une Classification. Elektrizität und Licht als gleichartige Phänomene betrachten. besteht darin. die. das Ganze des Seins beherrschen und damit auch das scheinbar Entfernteste zur Einheit zusammenschließen. 6troitement serröes. classöes et ordonnöes. 216. ." . — — IL Die erste Leistung. die von dem induktiven „Begriff" im strengen Sinne dieses Wortes gefordert wird. sondern auf einer begrifflichen Übereinstimmung im Relationsgefüge. die die könnte. en une autre r6gion. die zunächst noch am Sinnlich-Einzelnen zu haften scheint.) Der Vergleich beruht somit nicht auf einer bloß unbestimmten Ähnlichkeit. sondern auf einer wahrhaften Identität des mathematisch faßbaren Bedingungszusammenhangs: und diese Identität ist es. nach der Voraussetzung. sondern auf die die wir beiderseits als quantitativen Ausdruck der Erscheinungen feststellen.

sie ist durch die Zurückführung auf die Vorstufen ihrer Bildung für uns gleichsam durchsichtig geworden und trägt denselben Charakter der Notwendigkeit des Fortschritts von Glied zu Glied an sich. so läßt sich die Beziehung. durch die hier die einzelnen Reihenglieder verknüpft sind. von dieser Grundform aus durch immer kompliziertere Mittelstufen hindurch. aber nicht aus einfachen Anfängen gemäß bestimmten. dadurch feststellen. die gegebene Reihe wiederum erreichen können. an gewisse elementare Probleme der Arithmetik anknüpfen.. bilden. Diese steht somit jetzt in den Bedingungen ihrer Struktur und in allen einzelnen Phasen ihres Aufbaus deutlich vor uns. bis wir schließlich bei einer einfachen arithmetischen Reihe. zur Ermittlung dieser Regel. jedoch zunächst noch unbekannten Regel miteinander zusammenhängen. die gemäß f Reihen- m einer bestimmten. Ist etwa irgendeine Folge von Zahlen gegeben.. die für das logische Verhältnis. 81.. daß wir zunächst die Differenzen zwischen ihnen und weiterhin die Differenzen dieser gesetzen gehorchen.. um das es sich hier handelt. vor uns. Man kann. 256. auf welchem wir. 16. kennzeichnet den echten wissenschaftlichen Induktionsschluß. er kann nur schlechthin konstatiert. so muß. Der gegebene Bestand. die gegebene Folge zunächst in einen Komplex von Reihen aufgelöst werden. mit einem Unterschied zwischen den Einzelgliedern stehen bleiben. Damit sind wir zu einem völlig bekannten und völlig beherrschbaren Reihentypus zurückgekehrt und haben zugleich den Weg bezeichnet. Differenzen usf. der die primitiven Reihen auszeichnet. in irgendeine feste umsetzt. ein genaues Beispiel und Analogon bilden.resolutive Methode". die hier im Gebiet der Zahlen geübt wird. den die unmittelbare konstanten Beobachtung darbietet. Aber die wahrhafte.einzelner Elemente darstellt. Die gleiche . identisch festgehaltenen Fortschreitungsregeln abgeleitet werden. die relativ einfacheren Bildungs- Haben wir etwa die Folge der vierten Potenzen 1. 625 . theoretisch geschulte und geleitete Induktion bleibt niemals bei dieser ersten Feststellung 335 . erscheint für den Gedanken zunächst gleichsam undurchdringlich. um den Sinn dieser Aufgabe zu o r verdeutlichen.

zu dem tatsächlichen Vorgang der Wirklichkeit vorzudringen. das er selbst konstruiert und dem er seine Grenzen vorgeschrieben hat. Leipzig 1906. Und von dieser Regel aus muß nunmehr versucht werden. bei HonigsBeiträge zur Erkenntnistheorie u. sondern indem er den Begriff der gleichförmigen Beschleunigung hypothetisch fixiert und als gedankliches Grundmaß den Tatsachen entgegenhält*. Wie wir in dem arithmetischen Beispiel von der einfachen Grundreihe. Denn der wissenschaftliche Versuch hat niemals das unbearbeitete Material der sinnlichen Wahrnehmung zu seinem eigentlichen Gegenstand. . dem Prinzip läßt. nach klarer überschauen Das Experiment geht daher streng genommen niemals auf den wirklichen Fall. Körper wird von Galilei nicht ermittelt. zu Reihen zweiter. ein für allemal übersehbaren Regel fortschreiten. vierter Ordnung : fortgingen. der sich jedoch zugleich seiner Gestaltung Jedes Experiment.stehen. der zwar rein materiell betrachtet ärmer an Bestandteilen erscheint. dritter. wie etwa die Abänderung der Beschleunigung mit der Entfernung vom Erdmittelpunkt. sondern setzt an seine Stelle ein Ganzes von Bedingungen. wa 336 1 d I. Methodenielire. Sie ersetzt das tatsächliche Beisammen sinnlicher Daten durch einen andersartigen Zusammenhang.. 294 sowie bes. indem wir fortschreitend die komplexen Bestimmungen. sondern auf einen idealen Fall. die anfangs ausgeschaltet blieben. indem er beliebige Beobachtungen an sinnlich-wirklichen Körpern zusammenstellt. in die die Verzögerung durch den Luftwiderstand usf. Die eigentlichen Anfänge der wissenschaftlichen Induktion bieten hierfür Das Gesetz des Falles der bereits das klassische Beispiel. in der die Differenzen zwischen den Gliedern konstant sind. so zerlegt sich uns jetzt * Näheres hierüber Erkenntnisproblem . Dieser Begriff liefert ihm für gegebene Zeitwerte eine Folge von Raum werten. die nach einer festen. den wir ihm substituieren. das wir anstellen und auf welches wir unsere induktiven Schlüsse gründen. wirkt bereits in dieser Richtung. wiederum Betrachtung einbeziehen. wie er hier und jetzt in aller Fülle seiner besonderen Bestimmungen vorliegt.

so bleibt doch stets die Möglichkeit offen. die das erste Ergebnis. So „Schichten" der Beziehung wir auch übereinander sich erheben lassen mögen und je näher wir damit auch allen Einzelumständen des wirklichen Vorgangs kommen mögen. daß wir die prinzipiellen Grundlagen der früheren Versuche aufgeben. Ein Widerspruch. wird daher nicht dadurch gehoben. innerhalb der Erfahrung prinzipiell unabschließbar bleibt. wo das Ganze dieses theoretischen Aufbaus den tatsächlichen Beobachtungen gegenübertritt. Aber gerade. Substanzbegrif 22 337 . zugleich in einer neuen Bedeutung festzuhalten gestatten. indem er diese Frage offen läßt. den wir hier vollziehen. nur die Zulänglichkeit dieser Bestimmungsstücke für die Erklärung der komplizierten tatsächlichen Verhältnisse der Wirklichkeit ist es. daß irgendein mitbestimmender Faktor des Gesamtergebnisses außer Rechnung blieb und erst durch den weiteren Fortschritt der experimentellen Analyse zur Entdeckung gelangen wird. Die Wahrheit der einzelnen Bestimmungsstücke bleibt im allgemeinen sofern von subjektiven Irrtümern der Beobachtung abgesehen wird unangetastet. besitzt somit nur den relativen Wert einer vorläufigen Fixierung. daß der Aufbau. die damit zurückzubleiben scheint. um es zugleich als Ansatzpunkt für neue Bestimmungen zu brauchen. beweist der induktive Begriff. sondern sie tritt erst dort hervor. die stets aufs neue in Frage gestellt wird. die er nimmt. die innerhalb der einzelnen Reihen festgestellt worden sind. daß die Richtung. die das Gewonnene nur darum festhält. das sie berichtigen. der sich hierbei ergibt. sondern viele — — Cassirer. dem mathematischen Begriff aber zeigt sich jetzt der charakteristische Unterschied. aber betriff t wiederum nicht die Beziehungen. nicht von der Wirklichkeit hinweg. Jeder Abschluß. die gesetzmäßig miteinander zusammenhängen und sich fortschreitend Der sinnliche Schein der Einfachheit einander bedingen.und Unterordnung von Beziehungen. des Phänomens weicht einem streng begrifflichen System Gegenüber der Über. der innerhalb der Mathematik zu einem festen Ende gelangt.das Wirkliche in verschiedene Relationsordnungen. sondern daß wir diesen Versuchen neue Faktoren hinzufügen. Die Ungewißheit.

um die Phänomene des Falls bei einem bestimmten Luftwiderstand darzustellen. Vielmehr lassen sie von Anfang an Raum für sie und deuten auf ihre künftige mögliche Bestimmung voraus. um kraft dieser Durchdringung mehr und mehr zur Beherrschung des Einzelnen tauglich zu werden. Ein neuer Gesichtspunkt der Betrachtung. Der naturwissenschaftliche „Begriff* sieht daher in diesem Sinne keineswegs von dem Besonderen ab. das wir untersuchen. immer genauer zu die er zunächst heraushebt. Denken wir uns einen Einzelvorgang als Synthese verschiedener Gesetze. ändert daher nichts am Sinn und Wert der früheren Bestimmungen. sondern immer schärfer auf das Besondere hin.Die „allgemeinen" Relationen. vielmehr müssen sie insgesamt vollständig und ohne Einschränkung erfüllt sein. sich mit anderen Beziehungen zu verknüpfen. wenn die gegebene Folge möglich sein soll. so hört die Frage. zu einem neuen Kreis von Tatsachen in Beziehung setzt. auf. Nur das Eine wird gefordert. daß diese Bedingungen von dem konkreten Gesamtvorgang. miteinander verträglich sind: und diese Verträglichkeit ist im Prinzip bereits dadurch verbürgt. sondern lediglich einer begrifflichen Erweiterung. keiner Berichtigung seines Gehalts. aber sie leugnen sie ebensowenig. Jede allgemeingültige Beziehung. Es kann indes keine Rede davon sein. Das Fallgesetz Galileis bedarf. bezeichnet für sich genommen freilich nur einen bestimmten Umkreis von Bedingungen. die schon in seiner ursprünglichen Fassung prinzipiell zugelassen und vorgesehen ist. allein genommen. zwar für sich die besonderen Merkmale noch nicht. Jede der Grundreihen. die wir auf diese Weise fortschreitend feststellen. daß die Bestimmung des besonderen Falls auf Grund der Bestimmung des allgemeinen Falles erfolgt und dessen Geltung daher stillschweigend voraussetzt. daß die Relationen. enthalten der nachträglich hinzutritt und der das Phänomen. die er feststellt. nur teilweise oder ungenau befolgt werden. ihr hinführt. enthält bereits die Tendenz in sich. aus welchen ein komplexeres Gesetz sich aufbaut. der aus ihrer Totalität sich ergibt. wie das Besondere am Allgemeinen „Teil haben" könne. ein 338 .

: metaphysisches reihung in f (A. Substanz" nach aus dem ist. . ).. . tritt innerhalb der Erkenntnistheorie der neueren Naturwissenschaft an vielen Stellen deutlich zutage. sondern als ein logisches Moment.) \p{K B". das Phänomen. die Galilei bereits als „resolutive" und „kompositive" Methode einander gegenübergestellt hat. in welchem jede von ihnen ganz erhalten Nicht wie das Einzelne seiner . 300 ff. ob.0. B. das in einem umfassenderen Inbegriff von Beziehungen implizit mitgesetzt Wir bestimmen ein einzelnes Naturereignis A durch Einist. derart in Beziehung zu setzen und wechselseitig durcheinander zu determinieren. funktionale . die sie gewonnen hat.) — Daß in dieser Aufgabe das eigentliche Problem der Induktion beschlossen ist. Die beiden Grundrichtungen naturwissenschaftlicher Betrachtung. dem die Untersuchung sich zuwendet. Die „Teilhabe" des Einzelnen am Allgemeinen erscheint somit nicht rätselhafter. sondern wie es der Erkenntnis Zusammenhänge. Allgemeinen hervorgeht und von ihm sich ablöst. daß daraus die begriffmöglich die Regeln universeller liche Einsicht in die besonderen Verhältnisse des physisch (Vgl. C .. Während die Wirklichkeit uns eine vielfältige Mischung heterogener Umstände zeigt. die Frage. S. das als sachlicher Bestandteil irgendwie in das Einzelne eingeht. Zusammenhänge ) usf. als die logische Grundtatsache selbst. C" 9 Einordnung den Regeln all (A. Das erste Ziel der experimentellen Forschung besteht darin. Leipzig 1896. die untrennbar * S.Superposition" voneinander geschieden worden*. verschiedenartige ..Problem zu sein denn nunmehr gilt uns das Allgemeine nicht mehr als ein dinglich Vorhandenes.. Volkmann.. und denken dieser Zusammen. 22* 339 . hänge unterworfen. Wirklichen sich ergibt. es kraft dieser B'. bildet jetzt mehr ist. daß überhaupt verschiedene Bedingungen sich gedanklich zu einem einheitlichen Ergebnis zusammenfassen lassen. sind in der modernen Diskussion bisweilen als die Prinzipien der . Erkenntnis theoretische Griindzüge der Natur- wissenschaft. als reines Phänomen und frei von allen zufälligen Nebenumständen zu gewinnen. Isolation" und .

findet ihre letzten abstrakten Grundlagen und die Gewähr ihrer allgemeinen Gültigkeit im System der Mathematik. wie als notwendiges Korrelat der induktiven Begriffsbildung zu gelten hat. fordert der Gedanke die gesonderte Betrachtung jedes einzelnen Moments und die genaue Bestimmung des Anteils. licher die hier gefordert wird. sondern als ein differenziertes Begriffsganzes erscheint. 125 ff. so zeigt sich hierin von einer neuen Seite. (S. sondern die Verknüpfung und wechselseitige Bestimmung von Beziehungen bildet. Nur durch eine künstliche Scheidung des tatsächlich Verbundenen. gewinnt auch die konstruktive Zusammensetzung ihre Klarheit und Schärfe.ineinander verwoben und verwirrt scheinen. Indem wir die Teilsysteme miteinander verknüpfen und sie gleichsam sich übereinander lagern lassen. um ein zunächst ungeschiedenes Wahrnehmungsganze in seine einzelnen konstituierenden Elemente zu zerlegen. entsteht uns damit wiederum das vollständige Bild des Gesamtvorgangs. und die als wesent- Forschung selbst eingeht. wie sich gezeigt hat. oben. Nicht die Zusammensetzung von Größen. sofern sie in der ganzen Weite und Universalität ihres Begriffs gefaßt wird. S. Wird die Aufgabe der physikalischen Induktion in diesem Sinne gefaßt. die einzelnen Faktoren für sich allein in ihrer Wirksamkeit zu beobachten und zu verfolgen. in welchem die Art der Abhängigkeit zwischen den Einzelmomenten fest bestimmt ist. nur durch die Herstellung besonderer Versuchsbedingungen.) Die Aufgaben der beiden Forschungsrichtungen berühren sich also hier in einem gemeinsamen Punkt: wenn das Experiment unentbehrlich ist. Erst nachdem diese Vereinzelung streng durchgeführt ist. kraft deren diese Elemente sich wiederum zu einer gesetzlich beherrschbaren Einheit zuBestand in die experimentelle 340 . Denn eben jene Synthese von Relationen. ist dieses Ziel erreichbar. daß die mathematische Betrachtungsweise nicht sowohl als Gegensatz. so gehört andererseits der mathematischen Theorie die Bestimmung der Form an. das Objekt der Mathematik. die es gestatten. das jedoch nunmehr nicht nur in der Art einer einheitlichen Totalanschauung. der ihm in der Struktur des Ganzen zukommt.

Le fait est explique lorsqu'il apparait identique ä un des phenomenes qu'engendre un des ces sorites indefinis que nous appelons theories ou formes La physique n'est donc pas mathematique. bietet die Handhabe und das Grundschema für die Verknüpfungen. so hat es damit bereits prinzipiell die Form eines mathematisch bestimmbaren Gefüges erlangt*. ** S. . a. 76 f. die einander decken und durchdringen. ist nicht an und für sich bereits eine „Summe" verschiedenartiger Elemente. 341 . Physique generale in dem Sammelband: De la Methode dans les sciences. en definitive. Paris 1909: „La physique ne separe pas l'etude des formes de l'etude des faits. synthesen. sofern die Frage zuvor klar und eindeutig gestellt ist.. la deduction prevoit les faits que l'experience confirme. S. . a. und dieser Prozeß der Fragestellung geht auf Konzeptionen zurück." . toute physique est mathematique (a. sondern um den Ursprung und die Beschaffenheit unserer Einsicht in die Dinge kann es sich hier allein handeln. Abhängigkeitsreihen dargestellt. H. Bouasse.. wie es im sinnlichen Eindruck erfaßt wird. m S. das in der Mathematik vorgängig entwickelt ist. S. 89. a.Das System der ..Superposition" gelegentlich dadurch erklärt und begründet werden soll. Nicht um den Ursprung der Dinge.. parce qu'on y trouve des algorithmes algebriques. wie ich nachträglich sehe. Isolation" und . Das „Wirkliche". O. . die der Gedanke am Stoff des Wirklichen versucht. 100). möglichen" Relationssammenschließen. toute experience devant. Das Experiment gibt in seinem Ergebnis Antwort darauf. soeben durch einen modernen Physiker erhalten. so verhüllt diese Wendung bereits den eigentlichen erkenntnistheoretischen Sinn des Gedankens**.. entrer dans une forme. V o 1 k a n n . kraft deren die unmittelbare Anschauung nach begrifflichen Gesichtspunkten sich scheidet Ist das Wirkliche als Ergebnis elementarer gliedert. toute forme se developpant naturellement sous les symboles mathematiques. daß alles Wirkliche nur die Summe von Äußerungen einzelner Naturgesetze darstellt und aus diesen als hervorgegangen zu denken ist. 91.. sondern steht zunächst als schlechthin einfaches und unzerlegtes Ganzes und — * Eine neue Bestätigung und eine außerordentlich klare Darstellung hat dieses Grundverhältnis. welcher der möglichen Beziehungszusammenhänge in der Erfahrung tatsächlich verwirklicht ist: aber diese Antwort kann nur erfolgen.Qu'est-ce donc qu'expliquerl C'est tout uniment faire rentrer un fait dans une forme. O. Wenn daher das Prinzip der .

Man hat bisweilen auf den methodischen Unterschied hingewiesen. während das fundamentale Gesetz. wie er sonst allenthalben als der Quell der Einheit erscheint. a. das von ihm beherrscht wird. auf das sie sich gründen. Regeln" des Geschehens. sofern damit seine Stellung in dem allgemeinen Orientierungsplan unseres Denkens immer genauer bezeichnet wird. sondern übersehen mit einem Blick das Ganze der „möglichen" Bahnformen.. O. Die Keplerschen Induktionen über die Planetenbewegung bezeichnen nur verallgemeinerte . Regeln" der Naturerkenntnis und zwischen den wahrhaft allgemeinen „Gesetzen" der Natur besteht. der zwischen bloßen . während die bloß empirisch erkannte Regel der Planetenbewegung die besonderen Fälle nur als loses — — * S. geben wir ihm damit eine immer weitergehende Bestimmtheit. in sich selbst ab und weist ihm eine strenge Gliederung zu. S.vor uns. aus welchen wir die empirische Wirklichkeit erklären und aufbauen. Diese ursprüngliche „Einfalt" der Anschauung wandelt sich erst unter der logisch zergliedernden Arbeit des Begriffs zu einer inneren Vielgestaltigkeit um. deren allgemeine Struktur sich mathematischdeduktiv ableiten läßt. Der Übergang dieser Fälle ineinander ist nunmehr im voraus fest bestimmt: die Größe der Anfangsgeschwindigkeit des bewegten Körpers entscheidet unabhängig von der Richtung dieser Geschwindigkeit ob die Form seiner Bahn eine Ellipse oder eine Hyperbel oder Parabel ist. erst in Newtons Theorie der Gravitation erreicht wird*. So schließt das „Gesetz" der Gravitation das Tatsachengebiet.. a.. 59. 342 . die gemäß dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Der Newtonische Begriff einer Zentralkraft. Indem wir einen einzelnen Vorgang successiv verschiedenen Systemen einordnen. Hier finden wir in der Tat die Ellipse nicht bloß als die wirkliche Form der Marsbahn vor. Der Fortschritt des Experiments geht hier Hand in Hand mit der fortschreitenden Universalität der Grundgesetze. Der Begriff ist somit hier ebenso der Quell der Vielheit. führt zu einer vollständigen Disjunktion der empirischen Fälle überhaupt. Vo kmann 1 .

die Beobachtungen einheitlich zu verknüpfen und in bestimmtem — Sinne zu begrenzen. das sie uns zuführt. alsbald den gleichen gedanklichen Abschluß und suchen diesen Abschluß in einem neuen Gesetz.. so reine Begriff als solcher hiergegen freilich nichts auszurichten. Das veränderte Material bedingt eine veränderte Weise der Verknüpfung. insofern eine bloß provisorische Setzung bleibt. als durch diese methodische Notwendigkeit.) Zwingt uns dereinst die Erfahrung durch neues Material. bereits die Tendenz. sondern greifen Die . — Diese Funktion. 193 ff. das dem früheren übergeordnet ist. der uns überall im Verhältnis von Gesetz und Tatsache entgegentritt. was im Begriff der Erfahrung selbst gesetzt ist und daher zu den eigentlichen „Bedingungen ihrer Möglichkeit" gehört. das sich uns nunmehr erschließt. das wir zugrunde legen. wobei indes die allgemeine dieser Verknüpfung. die im umgekehrten Quadrat der Entfernung wirken. durch die Fähigkeit dieser Annahme. die gleiche vermag der Form Funktion bleibt. nicht ihre jeweilige und wechselnde konkrete Ausprägung in besonderen Lehrsätzen. von dieser Annahme abzugehen. als sie stets ein hypothetisches Moment in sich birgt. Regel" enthält in sich unmerklich ineinander über. ob. sich zur Form des Gesetzes zu erheben. die das Gesetz erreicht. die sich auf diese Weise logisch sondern lassen. (Vgl. Ist 343 . Denken wir uns die Bewegung der Planeten durch Zentralkräfte bestimmt. S. die Herleitung des Einzelnen aus einem obersten Reihenprinzip. aber auch in diesem Falle geht die des empirischen Begriffs keineswegs zugleich mit seinem besonderen Inhalt unter. daß indessen diese Bestimmung über Art und Größe der Anziehung „wirklich" statt hat. ist es. wie andererseits die begriffliche Vollendung. so zeigt es sich. tatsächlichen Fortgang der Wissenschaft sind indes die beiden Betrachtungsweisen. zu vollziehen. daß die Form des Kegelschnitts für ihre Bahn notwendig ist. nirgends in aller Strenge getrennt.Im Nebeneinander ohne scharfe Begrenzung stehen läßt. kann selbst nicht anders. dargetan werden. Wir stehen vor demselben scheinbaren Zirkel. Wir fordern für das neue Gebiet.

nacheinander durch die verschiedensten geometrischen Kurven. Die Auswahl und Sichtung des Materials steht unter der Leitung einer aktiven Urteilsnorm. Die Ergänzung der Reihe durch Einführung neuer Einzelglieder erfolgt bereits in der Richtung auf das einheitliche Gesetz der Ableitung.au gegeben. so ist es doch stets möglich. indem wir zwischen die gegebenen Glieder hypothetische Mittelglieder einschieben oder aber die Reihe über ihre anfänglichen Grenzen hinaus weiter verfolgen. Wir versuchen. bis er schließlich zu der Ellipse als derjenigen Linie gelangt. die er als bekannte ideelle Normen den Tatsachen gegenüberstellt. zu aj usf. Daß diese Arbeit indes niemals zu einem absoluten Abschluß gelangt. durch eine gegebene Folge von Beobachtungen ein Gesetz von bekannter begrifflicher Struktur gleichsam hindurchzuführen und bemessen die Wahrheit dieses Gesetzes . Wenn man das erste Verfahren vorzugsweise als das der „Induktion". sie durch beliebig viele Linien von verschiedenartiger. Wir können einerseits versuchen. bestimmt und einem festen Prinzip unterworfen wird. Daneben aber gilt es. komplizierter Gestalt zu ver344 . In diesem Sinne verknüpft Kepler die Angaben über die Marsörter. das dem Denken hierbei als Problem vorschwebt. so bietet sie der Betrachtung alsbald eine doppelte Aufgabe dar. die ihm durch die Forschung Tycho de Brahes geliefert sind. Stellen. das zweite als das der „Deduktion" bezeichnen mag. die die größte Mannigfaltigkeit von Beobachtungen aus dem relativ einfachsten geometrischen Fortschrittsprinzip abzuleiten gestattet. seinerseits zu bezeichnen und auf ihre Ausfüllung durch künftige Versuche vorauszudeuten. die die unmittelbare Wahrnehmung leer gelassen hat. indem eine Regel angegeben wird. geht schon aus der Natur der Aufgabe selbst hervor: denn so viele Punkte der Planetenbahn uns auch gegeben sein mögen. danach. das Material dieser Reihe durch Interpolation und Extrapolation zu bereichern. daß beide einander wechselseitig bedingen und aufeinander hinarbeiten.irgendeine Reihe von Beobachtungen aj aj aj . ob es ihm gelingt. . so ist doch deutlich. durch die der Übergang von aj zu a„ von a. die Mannigfaltigkeit der Glieder in einer letzten Identität zusammenzufassen.

. die zwischen ihnen obwalten. Könnte man sämtliche sinnliche Elemente messen. um die es sich hier handelt. Alle diese sinnlichen Elemente hängen aber so miteinander zusammen. daß die ursprünglichen naiven Stoffvorstellungen als unnötig erkannt werden. bietet bei jeder Raumlage ein anderes optisches Bild. so heißt es bei „sieht bei jeder Beleuchtung anders aus. Empirismus" ohne Einschränkung zugestehen: denn die Annahme dieser Grund Verhältnisse ist dasjenige. Temperatur auch dieselben Bilder wiederkehren. . erkennt. was ihm vom Begriff des . so daß man ihnen höchstens den Wert veranschaulichender Bilder beimißt. tritt der Eindruck der Stofflichkeit zurück. Es ist also durchaus eine Beständigkeit der Verbindung der sinnlichen Elemente.. welche zwischen den sinnlichen Elementen statt haben. gibt bei jeder Temperatur ein anderes Tastbild usw.binden. einzig und allein übrig bleibt. in der letzten Analyse des Naturgeschehens überhaupt auf bestimmte einfache Grundder Art vergleichbar. Auch wo man nicht messen kann. . mag der Ausdruck als ein symbolischer festgehalten werden. der Körper besteht in der Erfüllung gewisser Gleichungen.In dem Maße als die Bedingungen einer Erscheinung erkannt werden.. Diese Rückführung des mannigfachen und rastlos wechselnden Wahrnehmungsstoffes auf letzte muß auch der radikalste . Nur die eine methodische Forderung bleibt hierbei bestehen. wie wir regeln zurückzukommen ist: arithmetische Reihen beliebig hoher Ordnung allmählich auf den Grundtypus der Reihe mit konstanter Differenz der Glieder zurückführen. als das eigentlich Substanzielle in den Erscheinungen dagegen die quantitativen Beziehungen. Man erkennt die Beziehungen zwischen Bedingung und Be- begrenzten — — konstante Grundverhältnisse Mach.. also vom Begriff der Natur selbst. 345 . Objekts". Beleuchtung. so würde man sagen. so notwendig komplexe Annahmen für die konkreten TatsachenDarstellung eines gebietes sich erweisen mögen. daß bei derselben Lage. Die logische Entwicklung der Naturwissenschaft geht demnach mehr und mehr dahin. daß. Diese Gleichungen oder Beziehungen sind also das eigentlich Beständige.Ein Körper".

als das eigentlich Bleibende.dingtem. auf den der Begriff des Objekts zurückgeführt ist.. Die Art der Gewißheit. 346 . Aufl. 422 ff. ist von der Gewißheit der einzelnen Empfindung deutlich geschieden. auf einen einzigen Zeitpunkt beschränkten und niemals völlig gleichartig wiederkehrenden Eindrücke darstellt. hervorgehen zu lassen. dessen Ermittelung ein stabiles Weltbild ermöglicht*. aber es sind darunter selbständige und beharrliche. schon vom Standpunkt einer bloßen „Phänomenologie" der Bewußtseinstatsachen aus. h. * * Mach. Die Beharrung liegt niemals in der sinnlichen Erfahrung als solcher bereits fertig vor. Leipzig 1896.. Substanzielle. da diese vielmehr nur ein Konglomerat der verschiedenartigsten. sinnlichen Eindrücke. Was wir auch nur so hatte insbesondere die Kritik an der Materie kennen sind lauter Verder reinen Vernunft unzweideutig gelehrt hältnisse. Es ist. etwas völlig anderes. das Sinnlich-Mannigfaltige zum Mathematisch-Mannigfaltigen umzugestalten. als dasjenige. als es uns gelingt. 2. die wir unveränderlich festhalten. oder stellt sie erst das Ergebnis einer intellektuellen Arbeit dar. wo dieser Begriff der Beharrlichkeit selbst. d." Bis hierher stimmt der moderne Empirismus mit der kritischen Auffassung vom Sinn und von der fortschreitenden Tendenz der Naturerkenntnis noch völlig überein. 341. in seiner logischen Bedeutung und seinem logischen Ursprung Ist die Beständigkeit eine näher bestimmt werden soll. kraft deren wir das Gegebene im Sinne bestimmter logischer Forderungen allmählich umformen? Die Antwort hierauf kann nach den früheren Entwicklungen nicht zweifelhaft sein. welche größere oder kleinere Gebiete beherrschen. die diesen Regeln zukommt. S. Der Gegensatz setzt erst dort ein. die ihnen under mittelbar anhaftet. dadurch uns ein bestimmter Gegenstand gegeben wird**. die Gleichungen. es aus bestimmten Grundelementen nach Regeln. S.aus" — — Eigenschaft dem vorhergehenden nach ein und demselben durchgehenden Wärmelehre. Sie tritt erst in dem Maße hervor. ob verschiedene Inhalte des Bewußtseins lediglich tatsächlich aufeinander folgen oder ob der folgende . Die Prinzipien der Kritik der reinen Vernunft.

logischen Prinzip . ausgehen. die konstante und Beziehung. Diese Form der Gewißheit aber wird sogleich gewonnen. ohne den Sinn und die Bedeutung des Beweises selbst anzutasten. Jetzt erst ist der Inbegriff der Quadratzahlen und der der un- — = notwendige geraden Zahlen in ein System aufgenommen. da in ihrer Ableitung und ihrem Beweis auf die Besonderheit irgendeines bestimmten Zahlwertes nirgends Rücksicht genommen ist. die das allgemeine Verhältnis. sobald wir. daß die Differenzen der einzelnen Glieder durch die fortschreitende Reihe der ungeraden Zahlen 1. von dem ein für allemal identischen Bildungsgesetz.erkannt wird. 3. der besondere Wert also beliebig variieren kann. L e i b n i z hat zur Verdeutlichung dieses Unterschiedes gelegentlich auf Beispiele der Zahlentheorie verwiesen. daß. Auf Grund dieser Tatsache läßt sich erwarten.ip n^ 2 n -\. um das es sich hier handelt. so können wir hier zunächst rein empirisch durch Anstellung mannigfacher Proben den Umstand feststellen. die zwischen dem Fortschritt der Quadratzahlen und dem der ungeraden Zahlen besteht. d. h. in welchem 347 . . So viele Glieder vielmehr bereits erprobt worden und der Regel entsprechend gefunden worden sind. Keine noch so große Häufung von Beobachtungen an einzelnen Zahlen vermag uns jemals eine neue Form der Gewißheit zu erschließen. 7 darstellbar sind. 5. wiederum eine Quadratzahl sich ergeben werde: aber nichts berechtigt uns.1 zeigt mit einem Schlage und ohne daß es hierzu einer Mehrheit von Proben bedürfte. in der Tat in aller Schärfe kennzeichnen. . Die Formel (n -\. diese psychologische Erwartung einer logischen Notwendigkeit gleich zu achten. daß von einer bestimmten Stelle ab die bisherige konstante Art des Fortschritts unterbrochen wird. statt von der Durchzählung der Einzelglieder der Reihe. die uns in dieser Hinsicht sicher stellt. von ihrem „allgemeinen" Gliede. Diese Formel gilt. für jedes b e 1 i e b i g e n. sobald sie einmal erfaßt ist. Denken wir uns etwa die Reihe der Quadratzahlen gegeben. so bleibt es doch stets möglich und zulässig. wenn wir von dem zuletzt geforderten Gliede der Reihe der Quadratzahlen ausgehen und dieses Glied um die entsprechende ungerade Zahl vermehren.

während zuvor der eine beide. der sich hier jedem echten physikalischen Grundgesetz aufweisen. zu jedem einzelnen Wert der Zeit der entsprechende Fallraum vermerkt wäre. all das leisten. durch welche rein algebraischen Operationen.den anderen erkannt wird. Eine Liste von Zahlenwerten. Unterschied. Auch hier stellen wir nicht den einzelnen Wert der einen Reihe dem einzelnen der anderen 348 . so werden hier die zusammengehörigen Werte der Räume und Zeiten. Betrachten wir ein Gesetz. in der quantitativen Gleichung scharf hervor: denn diese zeigt. selbst wenn das Ergebnis dieser Bestimmung Diese Weise der Bestimmung tritt richtig verzeichnet wäre. der Wert der abhängigen Variabein aus dem Wert des Arguments zu gewinnen und zu errechnen ist. des Drucks und des Volumens nicht einfach nebeneinander registriert. von Bedingungen und Bedingtem an. was die bloße Tatsachenkenntnis angeht. Grundsystem von Ursachen und Wirkungen. aber läßt sich auch hei Bestimmung. deren allgemeingültige Regeln feststehen. auf eine so große Strecke hin wir die wechselseitige Entsprechung auch verfolgen mochten. wie das Galileische Fallgesetz oder das Mariottesche Gesetz. daß die Setzung der einen die der anderen notwendig nach sich zieht. sondern sie gelten als durcheinander bedingt. Moment fortgefallen: die wäre gerade das entscheidende kraft deren die eine Größe Art der hervorgehend gedacht wird. in der zu jedem einzelnen Wert des Drucks der entsprechende Wert des Volumens. und sind daher mittelbar derart miteinander verknüpft. auf Denn hier welchem die Bedeutung des Gesetzes beruht. würde rein materiell. dennoch lediglich durch neben einander Der stehen blieben. was die mathematische Funktionsregel uns nur immer zu geben vermag: und doch würde jede solche Anhäufung einzelner numerischer Daten gerade das charakteristische Moment vermissen lassen. Und diesem mathematischen Zusammenhang läßt die physikalische Theorie sodann einen objektiv-kausalen entsprechen: die Werte der Funktion gehören zugleich mit denen der unabhängig Veränderlichen einem gemeinsamen gleiche grundlegende ergibt. bliebe in Dunkel aus der andern gehüllt.

Diese Anwendung der Begriffe des Grundes und der Folge hält sich offenbar von allen metaphysischen Nebengedanken frei. die ihr logisch äquivalent ist. wenigstens hypothetisch..) Einen Naturvorgang.. beide Reihen in ihrem Bildungsgesetz und somit in der Totalität ihrer möglichen Bestimmungen zu erfassen und miteinander zu vergleichen. die indes ihrerseits nach dem strengen Verhältnis des mathematischen „Grundes" zur mathematischen . sondern versuchen. oben. S. begreifen. der Theorie der . heißt zugleich ihn in jedem wissenschaftlich nur irgend zulässigen Sinne . indem sie dasjenige. Haben wir einen gegebenen Inbegriff von Beobachtungen durch „Superposition" mehrerer Grundreihen mathematisch dargestellt. ohne (Vgl. den reinen logischen Charakter der Beziehung von Grund und Folge aufrecht zu erhalten. Beschreibung" gegenüber. Auch hier gilt es. Der Begriff der „Beschreibung" ist daher nur dann berechtigt und zulässig.einfach gegenüber. wie der mathematische Phänomenalismus es will. was die Erfahrung von Gliedern kennt. 183 f. in der wir die Umformung Typus irgendeiner Größenbeziehung in eine andere. begreifen nunmehr zwar nicht den Zwang in den Dingen. Eine Gruppe von Phänomenen beschreiben heißt alsdann nicht lediglich rezeptiv die sinnlichen Eindrücke verzeichnen. aber wir verstehen den Fortschritt von jeglichem Einzelschritt der Theorie zum nächstfolgenden in derselben Strenge und Genauigkeit. die wir von ihr empfangen. wohl aber ist es ein neuer Wir zu dem wir uns damit erhoben haben. diesen Charakter ins Ontologische umzudeuten.. nur als ein komplexes als eine Resultante einfacherer Abhängigkeitsreihen darstellt. Wissens. wenn man einen aktiven Sinn in ihn hineinlegt. 349 . Die methodisch geleitete Induktion strebt diesem Ziele zu. erklären": denn die Gleichung selbst ist das Muster einer rein begrifflichen Einsicht. so haben wir damit freilich unsere Kenntnis von den absoluten und transzendenten Ursachen des Geschehens des nicht vermehrt.. der aus einer bestimmten Ursache eine bestimmte Wirkung hervortreibt. Folge" fort- Beisammen schreiten. beschreiben". in quantitativen Gleichungen .

Analyse der Empfindungen. Dieses Ziel ist nur dann erreichbar. in dem Wechsel der Empfindungen. 392 f.. daß in dem Inbegriff. dem die wissenschaftliche Denkarbeit diesen Inhalt mehr und mehr anzunähern strebt. cf. wenn es gelingt. Anpassung der Vorhier auch immer verbergen mag. gewisse gleichbleibende Relationen der Verknüpfung festzuhalten. S. 2. überzeugt. verleugnet sich denn auch in den Theorien des Empirismus nicht: unter wie verschiedenen Namen es sich Die . deren jede von der anderen verschieden ist und deren jede in ihrer Bedeutung und Wahrheit zunächst nur auf einen einzigen Zeitmoment beschränkt ist. gegeben ist.** Alles physische Geschehen wird demnach durch die augenblicklich wirksamen Umstände vollständig bestimmt und daher nur in einer Analysiert man indes die Weise vor sich gehen können*. 350 . das hiermit Elemente erscheinen. deren nicht in * Mach. Der Gedanke der Eindeutigkeit und der „Stabilität** des Seins liegt offenbar deutigkeit diese dem Inhalt der Wahrnehmungen selbst. Vor allem ist es das Prinzip der Einretisch — — des Geschehens. Prinzipien der Wärmelehre. „daß in der Natur nur das und so viel geschieht.. Aufl.** so heißt es bei Mach selbst. als geschehen kann. sondern er bezeichnet das Ziel. so wie sie uns im ersten unmittelbaren Erleben gegeben sind..sondern es heißt sie gedanklich umprägen.Ich bin Forderungen sich zuletzt zusammenfassen. und daß dies nur auf eine Weise geschehen kann. die die sensualistische Grundlegung explizit verleugnet. Unter den theobekannten und entwickelten Formen des mathealso etwa unter den Gestalten matischen Zusammenhangs soll eine derartige Auswahl getroffen der reinen Geometrie und eine derartige Zusammensetzung gefunden werden. S. Wirklichkeit" setzt eben den Begriff dieser stellungen an die Wirklichkeit selbst und damit ein Ganzes intellektueller Forderungen voraus. Gründe eben dieser Überzeugung. der auf diese Weise entsteht. 222 ff. so wird man damit implizit auf alle jene Grundgedanken zurückgeführt. in welchem all . die hier und jetzt gegebenen Elemente als konstruktiv abgeleitete Das logische Moment. .

auf ein und dasselbe Motiv des Denkens 351 . Daß der Gedanke des konstanten Gesetzes für die Definition des Naturobjekts selbst unentbehrlich ist. das jeder Reduktion auf angeblich „einfache" Sinneseindrücke widerstrebt. Man spricht von einer Beständigkeit unserer Umgebung. Neben dem Inhalt dieser Elemente ist also jetzt eine Form ihrer Verknüpfung anerkannt. einzusehen. zum Bewußtsein bringen können. Die biologische Begründung der Erkenntnistheorie dagegen sucht in dem Gedanken. das Süße und Bittere usf. im letzten Grunde mathematisch formulierbarer. wie sich gezeigt hat. in keiner Weise mehr zurückführbar ist. wurde bereits von Anfang an zugestanden und hervorgehoben. als das Bestehen fester. entsteht und festigt sich der wissenschaftliche Begriff der Natur. auf das Helle und Dunkle. die jedenfalls auf die materialen Gegensätze der Empfindung selbst. daß alles Erkennen eine fortschreitende Anpassung an das Sein darstellt. Damit aber ist aller Streit im Grunde geschlichtet. auf denen das Verfahren der Induktion beruht: die Gewinnung einzelner . die Konstanz des Seins festzuhalten. daß mit dieser Beständigkeit der Umgebung zuletzt nichts anderes gemeint und gesagt ist. hervor. Funktionsverhältnisse zwischen den Elementen der Erfahrung. aus der sich eine Wissens entsprechende Beständigkeit der Gedanken entwickeln soll: aber man übersieht. Die beiden Grundmomente. Tatsachen'* und die Verknüpfung dieser Tatsachen zu Gesetzen gehen.. In dem Maße. es bleibt nur übrig. Die fortschreitende Analyse führt zu einer immer genaueren Bestätigung dieses Grundunterschiedes: die logische Eigenart der reinen Relationsbegriffe tritt in dem Maße schärfer einem festen System ordnen ihrer Verzweigungen und ihrer wechselseitigen Abhängigkeiten darstellen. als sie selbst sich zu und sich in dem ganzen Reichtum III. ohne die Behauptung dieser Konstanz in einem zugehörigen Mittel des rechtfertigen zu können.Regeln wir uns. unabhängig von der Veränderlichkeit des jeweiligen Materials. daß dieser Gedanke ein vollkommen selbständiges Moment der Erkenntnis ist. als das geschieht.

352 . Sie gelten nur relativ zu einem bestimmten Erfahrungskreis und müssen somit gewärtig sein. in den letzten empirischen . gleichsam höherer die sich über dem bloß faktischen Bestand der Einzeltatsachen. So stehen wir hier vor einem unaufhaltsamen Fortgang. wiederum zu zerrinnen scheint. die sich als der theoretischen Konstruktion brauchen Schon die Feststellung irgendeines einzelnen. Die „Grundgesetze" der Naturwissenschaft. Naturgesetzen". Wir entdecken nunmehr. um es wieder zu verlieren. aus dem Flusse der Erfahrung Bestandteile herauszuheben.. Wir ergreifen das beharrliche Sein nur. Dennoch gelangt das allgemeine Verfahren.Form" alles empirischen Geschehens in sich darzustellen scheinen. wissenschaftliche Denken ist beherrscht und durchdrungen von der Forderung unveränderlicher Elemente.. alsbald wiederum nur als das Material einer weitergehenden Betrachtung. in welchem die feste Grundgestalt des Seins und Geschehens.Superposition" einfacher Grundbeziehungen führt sodann die Aufgabe. daß wir in dem an und für sich veränderlichen Geschehen gewisse gleichbleibende Bedingungszusammenhänge zu ergreifen und festzuhalten vermögen. zeitlich lassen. In beiden Fällen ist die Aufgabe gestellt.zurück. das hier überall wirksam ist. Auch diese „Konstanten zweiter Stufe" lösen sich im ferneren Prozeß der Erkenntnis wiederum in Variable auf.. sobald dieser Kreis selbst sich ausdehnt. zugleich in ihrem Gehalt zu wechseln.) Die wissenschaftliche Erklärung irgendwelcher verwickelter Erscheinungsgruppen durch die . um einen Schritt weiter. W^as wir Wissenschaft nennen. dienen. auch in diesem Ergebnis nur scheinbar zur Vollendung. der in bestimmten Größenwerten fixiert ist. begrenzten Ereignisses wies diesen Grundzug auf: schon sie verlangte. während auf der anderen Seite das empirisch Gegebene stets aufs neue dieses Verlangen vereitelt.. die hier gestellt ist. erheben. unter einem anderen gedanklichen Gesichtspunkt angesehen. die wir soeben gewonnen Alles zu haben glaubten. sondern Konstanten Konstanten Ordnung. erscheint unter diesem Gesichtspunkt nicht als die Annäherung an irgendeine „stehende und bleibende" Wirklichkeit. 321 ff. Isolation" und . die zunächst die abschließende . (S.

Gerade dieser Vergleich aber weist zugleich auf eine notwendige Schranke hin. da sie sich nur unter Vor- schaft aussetzung eben dieser Elemente feststellen und beschreiben Denken wir uns das Ganze der Erfahrung. durch alle Vielfältigkeit der individuellen Gestaltung hindurch. die wir diesem System zusprechen müssen. so bunt und vielfältig sie aufeinander folgen mögen. Substanzbegriff 23 353 . die sich im System der wissenschaftlichen Begriffe vollzieht.nur wie eine stets sich erneuernde Illusion. in der jeweilig ein neues Bild alle früheren verdrängt. Cassirer. stellt zugleich die dauernden Strukturelemente. eine Phantasma- gorie. um ihnen. so müssen sie sich doch in jenen Bestimmungen begegnen. auf welchen die an der sie sämtlich teil haben. beruht. einen gemeinsamen Grundcharakter aufzuprägen. Jede Veränderung. sondern es erhalten sich gewisse Grundbestimmungen. in einem bestimmten Verhältnis des Früher und Später: und dieser eine Zug genügt. Daß ohne derartige läßt. Selbst die Bilder im individuellen Vorstellungsleben. auf denen die Gleichartigkeit und Gleichförmigkeit der Reihe beruht. Sie alle stehen zum mindesten in geordneter zeitlicher Verknüpfung. in helles Licht. so bildet dieses Ganze niemals ein bloßes Aggregat von Wahrnehmungsdaten. gegeben. doch stets eine bestimmte innere Form des Zusammenhangs. selbst alsbald vor einem anderen zu verschwinden und um zunichte zu werden. So sehr die einzelnen Elemente ihrem materialen Bestände nach voneinander abweichen mögen. ohne welche sie sich nicht als Inhalte ein und desselben Bewußtseins auffassen ließen. so wie es sich auf irgendeiner bestimmten Stufe der Erkenntnis darstellt. denen hier die Einzelphasen der Wissenschaft verglichen werden. besitzen untereinander. In den aufeinanderfolgenden Phasen der Wissen- — Reihenform. ist sodann diese Forderung aufs reinste und vollständigste erfüllt. die der radikalen Skepsis gesetzt ist. sondern ist nach bestimmten theoretischen Gesichtspunkten in sich selbst gegliedert und zur Einheit gestaltet. Selbst in der losesten und lockersten Succession von Gliedern wird das vorangegangene Glied durch den Eintritt des folgenden nicht schlechthin vernichtet.

) erkenntnis in einem beliebigen Zeitpunkt ins Auge.. 0. ipz) verknüpft. die umgeformt und verspeziellen Beziehungen 'f'i. die auf Grund dieser allgemeinsten theoretischen Formel zu erwarten und zu errechnen sind. insbesondere keine einzige konkrete möglich wäre. O^ usf. . a^). . plexes Ganze ineinandergreifender Synthesen.).. . die ein bestimmtes Verhältnis der Über. kraft deren wir die Einzelglieder in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit geordnet denken. die uns die charakteristische Beziehung wiedergibt.und Unterordnung gegeneinander bewahren.. nicht übereinstimmt.. unter Festhaltung der umfassenderen Relationen F. hat sich bereits allseitig gezeigt. {ßv ßi* ßi* wiederum untereinander in einer neuen Relation <P (i/Zi. das symbolisch etwa durch einen Ausdruck F [<l>i {% %). 354 . Fassen wir also den Inbegriff der ErfahrungsS. (^^3 W^).Gesichtspunkte keine einzige Aussage über Tatsächliches. an). ip2 diese Gesetze sodann •) zusammengefaßt. wobei indessen daran festzuhalten ist. . D . ^^ untersteht. form F zerlegt sich für den Gedanken in ein Gefüge voneinander abhängiger Bestimmungen. die jedem Einzelfaktor hinsichtlich des anderen Die Grundseine bestimmte und eindeutige Stelle zuweist. B.. Zwei Erscheinungsgebiete A und B werden zunächst je in einem besonderen Gesetz ip^ (a^. so daß also das Glied A durch f(ai. aj. so bedarf diese Formel einer Berichtigung. allgemein gesprochen. das Glied B durch So entsteht ein komqp (bi b..] zu beFindet es sich nun. bestimmten Prinzip des methodischen Fort- gangs Die Umgestaltung erfolgt gleichsam werden zunächst. Wir erhalten. zu ersetzen wäre. Oi. irgendeine Form F (A. . die aber nicht wahllos jedes beliebige Element aus ihr herausgreifen kann.. . (Vgl. sicher gestellte Beobachtung mit den Bestimmungen. daß irgendeine völlig zeichnen wäre. bn) usf. a^.. Og . so können wir ihn in der Form einer Funktion darstellen.von innen nach außen": es . daß dasjenige. C. in einer anderen Betrachtungsweise sich möglicherweise als ein sehr komplexer Zusammenhang erweist. sondern einem Maßbestimmung m • • . bes. 186 ff. was in diesem Ausdruck zunächst als E 1 e e n t erscheint. bis wir schließlich zu einer allgemeinsten Beziehung gelangen.

durch welche wir die Einheit der Erfahrung stiften. wie sie an die Spitze seiner Mechanik stellt. der Ansatz neuer Experimente erfolgt in der gedanklichen Tendenz. dem beide unterstehen. unter Einfügung eines neuen bestimmenden Einzelfaktors. Die Erhaltung einer allgemeinen . aber sie ergibt sich auch dann. sondern als die jeweilig einfachsten gedanklichen . die innerhalb der älteren entworfen und formuliert worden sind: schon dieser eine Zug aber setzt zwischen beiden einen logischen Zusammenhang und weist auf ein gemeinsames Forum der Beurteilung hin. die also ein abgeleitetes Moment betrifft.. Jetzt ist es somit die „Funktionsform" selbst. so sieht sich die Kritik nunmehr zu den Voraussetzungen selbst und zu der Forderung ihrer Umgestaltung zurückgewiesen.. Da wir etwa Newton dürfen uns nicht als Antwort 23* 355 . Hypothesen". Die Einschiebung von Mittelgliedern. schlechthin unveränderliche Dogmen gelten. den Einklang zwischen Theorie und Erfahrung wiederherzustellen vermag: hat dieser Weg sich aber endgültig als ungangbar gezeigt. solange noch irgendeine weniger eingreifende Variation. Die neue Form soll die auf Fragen enthalten. um derentwillen sie überhaupt unternommen wird und die ihr das eigentliche Ziel weist. Regeln" ihrer Ver- bindung auf die übergreift.Form" der Gesamterfahrung ist also hier ohne weiteres deutlich. die in eine andere übergeht: aber dieser Übergang selbst bedeutet niemals. auf diese Weise die lückenlose Übereinstimmung zwischen Theorie und Beobachtung wiederum herzustellen. als notwendig abgeleitet wird. Prinzipien und Grundsätze selbst Auch diese Grundsätze. Wir gehen von dem Inhalt dieser Hypothesen nicht ab. die umfassenderen Gesetze zu wahren und zu „retten".sucht. während eine andere an ihrer Stelle absolut neu entsteht. wenn die notwendige Revision von den „Tatsachen" und den rein empirischen . Die Veränderung muß einen bestimmten Bestand von Prinzipien unangetastet lassen.. daß die eine Grundgestalt absolut verschwindet. denn lediglich die Sicherung dieses Bestandes ist es. indem das abweichende Ergebnis nunmehr aus ihnen selbst.

auf welche die Charakteristik des induktiven Verfahrens selbst immer deutlicher hindrängt. so gilt das Gleiche auch hier. nicht Beziehung von bestimmten Änderungen festzudarauf angewiesen waren. Die Identität dieses logischen Maßsystems bei allem Wechsel dessen. weist das gleiche „rationale" Gepräge auf. festgestellt. wie es vielmehr genügte. Auge zu 356 . die hierbei geübt wird. die sich in allem Wechsel der besonderen materialen Erfahrungsinhalte erhalten. sondern stets nur e i n hypothetisches System von Grundsätzen einem anderen. Als solche Formelemente. die somit in keinem Erfahrungsurteil und in keinem System solcher Urteile fehlen können. so werden hier diejenigen universellen Formelemente zu ermitteln gesucht. Wie wir dort. werden die „Kategorien" des Raumes und der Zeit. oben. die für alle Erfahrung überhaupt gelten. Vgl. die bei bestimmten Transformationen ungeändert bleiben. lediglich die Richtung um die der Änderung Entscheidung zu treffen*. Wir stellen fest. um die Unabhängigkeit einer begrifflichen stellen. S. In diesem Sinne will die kritische Erfahrungslehre in der Tat gleichsam die all- Maß gemeine Invariantentheorie derErfahrung bilden und damit eine Forderung erfüllen. umfassenderen und radikaleren. ist es. alle diese Änderungen wirklich zu vollziehen und tatsächlich zu durchlaufen. in welchem sie sich ausein für allemal ins fassen.niemals den Inbegriff der Hypothesen an sich mit den nackten Tatsachen an sich vergleichen. auch die Methode. was dadurch gemessen wird. daß der Sinn bestimmter Erfahrungsfunktionen von einem Wechsel in dem materialen Inhalt. wie es uns in der Mathematik entgegentrat. Das Verfahren der „Transzendentalphilosophie" kann an diesem Punkte dem der Geometrie unmittelbar gegenübergestellt werden: wie der Geometer an einer bestimmten Figur die Beziehungen heraushebt und untersucht. 317 f. so bedürfen wir für diese fortschreitende Vergleichung ein letztes konstantes in obersten Grundsätzen. gegenüberstellen können. was der Gedanke fordert. der Größe und der funkUnd tionalen Abhängigkeit von Größen usf.

die Geltung räumlich-zeitlichen Abhängigkeit der Elemente des die sich im allgemeinen Geschehens überhaupt. daß es eine feste.einer prägen. neben dem. zu denen die betreffende Aussage einen zugehörigen Funktionswert darstellt. nicht als einem Sinne ob sie in irgend vor der Erfahrung läge. von jeder Änderung in den besonderen Kausalsätzen unberührt bleibt. d. auf diese Weise das letzte Gemeinsame aller möglichen Formen der wissenschaftlichen Erfahrung herauszustellen. ß. Kausalgesetz ausspricht. bereits alle diejenigen Momente in sich. daß die Zeitempfindung und Zeitvorstellung sich „in der Anpassung an die zeitliche und räumliche Umgebung" entwickelt. prinzipiell nicht betroffen wird: wie z. Dieses Grundverhältnis ist in der Tat von keinem noch so entschlossenen „Empirismus" jemals im Ernst geleugnet worden. die sich im Fortschritt von Theorie zu Theorie erhalten. Eine Erkenntnis heißt a priori. so enthält dieser gewiß unbestrittene und unbestreitbare Satz in dem Begriff der „Umgebung". enthalten 357 . einen gleichbleibenden Bestand: gleichsam ein System von „Argumenten". wenn es gelänge. was es unmittelbar an sinnlichen Beobachtungsdaten enthält und was von Fall zu Fall verschieden ist. Der streng begrenzte sachliche Sinn des „a priori" tritt in dieser Betrachtungsweise deutlich hervor. die jeder Bestimmung naturgesetzlicher Zusammen- hänge überhaupt zugrunde liegen. den er voraussetzt. objekist. Dieses Ziel mag auf keiner gegebenen Stufe des Wissens vollständig erreicht sein als bleibt es nichtsdestoweniger bestehen und bestimmt in der stetigen Entfaltung und Entwicklung der Erfahrungssysteme selbst eine feste Richtung. Apriorisch können nur jene letzten logischen Invarianten : Forderung — heißen. sondern weil und sofern sie in jedem gültigen Urteil über Tatsachen als notwendige Prä- misse so finden wir Zergliedern wir ein derartiges Urteil. Das Ziel der kritischen Analyse wäre erreicht. Es ist darin vorausgesetzt. Wenn etwa die evolutionistische Erfahrungslehre Gewicht darauf legt. diejenigen Momente begrifflich zu fixieren. weil sie die Bedingungen jedweder Theorie sind. die hier in Frage kommen. h.

nicht die Farbe ist ein „Apriori" im Sinne der kritischen Erkenntnislehre. der uns werden von den reinen logischen und mathematischen Bedingungszusammenhängen bis zum Problem der Wirklichkeit hinführt? Und wenn ein solcher Weg gezeigt werden kann: welche neue Bedeutung ist es. ist es. So notwendig die so unabweislich ist es andererseits. wenn der Gedanke der Evolution irgendwelches Recht. bildet. Nicht vom Dasein psychischer Inhalte. auf welche der Begriff des Apriori in seiner reinen logischen Bedeutung allein anwendbar ist. eine Vermittlung zwischen ihnen anzunehmen. weil nur er eine Invariante für jegliche Je schärfer indessen hier physikalischeKonstruktion hervortritt. Die Wahrheit dieser Grundannahmen muß feststehen. um so deutlicher zeigt es sich auf der anderen Seite.tive Zeitordnung „gibt" beliebig und daß die Ereignisse in ihr nicht und nach Willkür einander folgen. wiederum der Gegensatz zwischen Wahrheit und Wirklichkeit in sich birgt. ist. sofern die Erkenntnis sich zum einheitlichen System vollenden soll. und welche Richtung seiner Lösung wird dem daß er eine ungelöste Frage Sonderung beider Momente — — Denken damit gewiesen? 358 . ja irgendwelchen Sinn behalten soll: und diese Wahrheit eines Urteilszusammenhangs. sondern von der Geltung bestimmter Relationen und von ihrer Über.und Unterordnung ist in ihm einzig die Rede. sondern nach einer bestimmten Regel „auseinander" hervorgehen. Gibt es so muß jetzt gefragt innerhalb der Erkenntnis selbst einen Weg. Der Raum. nicht die Existenz irgendwelcher Vorstellungen in uns. die das Problem selbst hierdurch gewinnt.

wenn zum Wesen der Wirklichkeit das Moment der und der Denkens Veränderung gehört. (Vgl. so treten sie alsbald auch in zwei getrennte räumliche Sphären.Sechstes Kapitel.und Außenwelt auseinander. die vom echten Begriff gefordert werden. des Subjekts und Objekts der Erkenntnis. die sich bereits in der ursprünglichen Formung der Grundgedanken Identität Bewegung Unwandel- 359 . Keine dialektische Lösung vermag diese Trennungen. im Gebiet der Erkenntnis selbst. Sind einmal die „Dinge" und der „Geist" begrifflich geschieden. in eine Innen. Der Begriff der Wirklichkeit. I.Gegensätzliches umdeutet. voneinander abtrennt und somit das Logisch-Korrelative in ein Dinglich. zusammengehörige Gesichtspunkte. Und immer schärfer prägt sich nunmehr der Widerstreit aus: wenn die Objekte nur als Vielheit Bestand haben. S. 313f. zwischen denen es keine verständliche kausale Vermittlung gibt. so sind es dagegen und bar k e i t . daß sie das Gebiet der Erkenntnis überhaupt überschreitet denn außerhalb dieses Gebiets gäbe es für sie nicht einmal mehr Stoff zu möglichen Fragestelsondern daß sie. so ist dem Subjekt die Forderung der Einheit wesentlich. wie in der alten Grundfrage nach dem Verhältnis des und Seins. Dieser eine Gegensatz birgt bereits alle anderen in sich und läßt sich fortschreitend in sie entfalten.) An keiner Stelle tritt dieser Zug so deutlich hervor und an keiner Stelle ist er so bedeutsam und folgenreich. die nur in bezug aufein- — ander bestimmt sind. Das charakteristische Verfahren der Metaphysik besteht lungen — nicht darin. oben.

. in der es sich der direkten Erfahrung darbietet.. Sofern dieser Dualismus auf die Erfahrung sein soll. die eine aus der anderen abzuleiten und auf sie zurückzuführen. Somit lautet die Frage nicht länger.. sondern lediglich. Und dennoch bildet zum mindesten das des eine ursprüngliche Einheit. ohne den Dualismus der metaphysischen Grundbegriffe bereits vorauszusetzen. der „Vorstellung" und des . die sich auf die . um deren Trennung und Wiedervereinigung sich alle Geschichte der Philosophie gemüht hat. ist zugleich zu fordern. daß er sich rein aus ihr und ihren eigentümlichen Prinzipien verständlich machen lasse. die noch von keinem Moment der Reflexion durchsetzt ist.. sofern es in die Erinnerung aufgenommen — System Erfahrungswissens anwendbar Wissen 360 . Sind diese Begriffe.. Innen" und . welche Trennung im Absoluten den Gegensätzen des . daß ihr der Gegensatz des „Subjektiven" und „Objektiven" noch völlig fremd ist. Selbst die Zeitgrenze der einzelnen Erfahrungen verschwimmt: das Vergangene ist. lediglich gedankliche Phantome oder bleibt für sie im Aufbau der Erkenntnis eine feste Bedeutung und Leistung zurück? Befragt man die unmittelbare Erfahrung. Was hier und jetzt vom Bewußtsein aufgefaßt wird. Für sie gibt es nur eine Stufe des „Daseins" schlechthin. Außen". äußeren" Dinge beziehen. aus welchen Gesichtspunkten und welcher selbst zu diesen Notwendigkeit heraus das Scheidungen gelangt.ist" damit und ist genau in der Form. Über die Richtung dieses Fortschritts muß sich also Klarheit gewinnen lassen. besteht noch keinerlei feste Scheidewand. die sich auf den eigenen Körper des Individuums und denen. ohne daß es ihr gelingt. die alle Inhalte gleichmäßig und unterschiedslos in sich befaßt. die sich all jenen Gegensätzen zum Trotz als solche erhält und behauptet. Der stetige Gang der Wissenschaft wird durch die wechselnden Schicksale der Metaphysik nicht von seinem Ziele abgelenkt. so zeigt es sich. jemals wieder völlig aufzuheben: die Geschichte der Metaphysik wechselt zwischen den gegensätzlichen Tendenzen ab. das .vollzogen haben. Gegenstands" zugrunde liegt. Zwischen den Erfahrungen insbesondere.

Die einmalige flüchtige Be- Ent- zweiung. liegt bereits in den ersten Ansätzen der wissenschaftlichen Weltbetrachtung verborgen. trägt im Keime zugleich die Spaltung des Seins in eine „subjektive" und „objektive" Sphäre in sich. Die Grundtendenz dieser Betrachtung geht dahin. als es das Gegenwärtige ist. Die mannigfachen Inhalte ordnen sich gleichsam in einer Ebene: noch gibt es keine bestimmten Gesichtspunkte. die wir mit dem Gedanken des „Dinges" zu verknüpfen pflegen. muß sie eben damit das anfängliche Verhältnis der Koordination aller Erfahrungsdaten aufheben und ein Verhältnis der Über. Werte obachtung wird mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt: was zurückbehalten werden soll. Jeder kritische Zweifel aber. 361 . sind nur jene „typischen" Erfahrungen. jene fraglose und unzweifelhafte Gegebenheit. die sich allgemein formulieren und feststellen lassen. Die Analyse des Erfahrungsbegriffs hat bereits zu demjenigen Gegensatz hingeführt.und Unterordnung an seine Stelle treten lassen. die sinnlichen Daten nicht einfach hinzunehmen. sondern sie in ihrem zu unterscheiden. an dieser Stelle die Scheidung von Subjekt und Objekt abzulösen. die irgendeinen Vorrang des einen vor den Will man zur Charakteristik andern begründen könnten. indem er ihren wesentlichen begriffliche n Gehalt in sich auf- metaphysische nimmt. Indem die Wissenschaft das Gegebene aus bestimmten Prinzipien zu gestalten und abzuleiten unternimmt. dieser Stufe den Gegensatz des Subjektiven und Objektiven überhaupt gebrauchen was nur im übertragenen und unso müßte man ihr das eigentlichen Sinne geschehen kann Merkmal durchgängiger Objektivität zusprechen: denn in ihr ist. der sich gegen die allgemeine Gültigkeit irgendeiner Wahrnehmung richtet. wiederkehren. der dazu berufen ist. Aber freilich hebt schon der erste Anfang der logischen Reflexion diesen Eindruck der vollkommenen Einheit und Geschlossenheit auf.ebenso vorhanden und damit ebenso „wirklich". Die die jetzt beginnt und die sich im weiteren Fortgang immer schärfer ausprägt. die in immer gleichbleibender Weise und unter Bedingungen. — — besitzen die Inhalte noch jene Passivität.

Subjektiven" bezeichnen. was diesem Wechsel selbst angehört. die für irgendeinen Gesamtbereich von Gegenständen schlechthin gültig sind und ihm. wie sich zeigte. die sich in jeder ferneren experimentellen Prüfung und durch alle scheinbaren Gegeninstanzen hindurch die somit im Flusse der Erfahrung beharren. also etwa unter bestimmten physiologischen Bedingungen. die nur jeweilig unter besonderen Umständen. dem alle empirische Erkenntnis zustrebt. für einen jeweilig erreichten 362 .Ziel. unabhängig von den Differenzen. Die ersteren sind es. auf denen ihr unwandelbarer Bestand beruht. ein für allemal zukommen. die die notwendigen und konstitutiven Faktoren jedes Erfahrungsurteils bilden. dem Kreise der Subjektivität zugerechnet wird. so wenig gibt es absolut veränderliche Elemente. während andere wiederum zerfließen und sich verflüchtigen. der ihm gegenübertritt und der für sich zunächst dauernden Bestand in Anspruch nimmt. Wir achtung gegeben sind. Bedeutung besitzt. während wir die letzteren mit dem Ausdruck des . Stand unserer Erkenntnis. während dasjenige. einmaligen Hier und Jetzt ausdrückt. wobei indes stets die Möglichkeit bestehen bleibt. was also nur eine Bestimmung des individuellen. finden Zusammenhänge. absolut konstante Elemente der Erfahrung gibt. die wir im prägnanten Sinne „objektiv" nennen. und daß er somit nicht mehr als der wahrhafte und vollständige sich sogleich. daß auch dieser zweite Inhalt in einem dritten seine Korrektur findet. daß er lediglich relative So wenig es. die durch den besonderen Ort und den bestimmten Zeitpunkt der Beob- Das liegt. Neben lockeren assoziativen Verbänden von Wahrnehmungen. Ein Inhalt kann als veränderlich nur erkannt werden mit Bezug auf einen anderen. in der Gewinnung letzter Invarianten. finden sich feste Verknüpfungen. die sich also in allem Wechsel des Hier und Jetzt erhalten.. Objektiv heißen uns zuletzt diejenigen Elemente der Erfahrung. Aus dieser Ableitung des Grundunterschiedes aber ergibt behaupten. zusammentreten. erscheinen indessen die mannigfachen empirischen Aussagen alsbald von sehr verschiedenem Werte. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet.

ist nicht räumlicher. da sie die Probe nicht bestanden. eine fertige und absolut abgeschlossene Sonderung der Dinge setzt. die die Entgegensetzung zu erfüllen hat. Nur dieser wechselseitige Akt der Berichtigung selbst.als bloßer Teilausdruck Hier handelt es sich also nicht um eine starre Scheidewand. ohne in ihrem Inhalt dadurch geändert zu werden. während der materiale Inhalt der beiden Gebiete Der räumliche Ausdruck in steteni Fluß begriffen ist. die uns anfangs als „feststehend" galten und die jetzt. wenn man an das bekannteste Beispiel für diesen Übergang 363 . bleibt bestehen. sondern lediglich um eine solche. um den es sich handelt. die zwei voneinander ewig getrennte Gebiete der Wirklichkeit auseinanderhält. Aber es handelt sich. sondern ein Urteil. eingeschränkt. Die „Dinge" werden dadurch nicht zu bloßen „Vorstellungen" herabgedrückt. Der Gegensatz. die die Substanz der Dinge. die Zerlegung des Seins in eine Innenund Außenwelt ist daher schon darum unzureichend und irreführend. sondern um eine bewegliche Grenze. das zuvor unbedingt zu gelten schien. vergangenen gegenüber ebenso sehr als „objektiv". die die kritische Bewertung von Erkenntnissen erfährt. die sich zugleich mit der fortschreitenden Erkenntnis selbst vollzieht und konstituiert. wie jetzt immer klarer hervortritt. wird nunmehr auf einen bestimmten Kreis von Bedingungen Ausdruck der Objektivität. nur die Funktion. Man kann sich dieses Verhältnis alsbald verdeutlichen. weil er dieses Grundverhältnis verdunkelt. die sich im Fortgang der Erkenntnis selbst Die gegenwärtige Phase erscheint der beständig verschiebt. sondern des Seins gilt. bei diesem Übergang ins Subjektive nicht um eine Veränderung. In diesem sich stetig erneuernden Prozeß scheiden immer mehr Gruppen aus. der Grenzscheidung. sondern gleichsam dynamischer Natur: er bezeichnet die verschiedene Kraft. weil er an die Stelle einer lebendigen Wechselbeziehung. diesen Charakter. der das Grundmerkmal aller Objektivität ausmacht. mit welcher Erfahrungsurteile der steten Nachprüfung durch Theorie und Beobachtung standhalten. wie sie sich der späteren gegenüber als „subjektiv" erweist. verlieren.

Schon bei Demokrit. der gehörte volle Geltung bewahren. deren Begriff sich ja erst in der wechselseitigen kausalen Abhängigkeit der Einzelelemente erfüllt. indem sie als subjektiv erklärt werden. Ton ist und bleibt ein . wenn man über den Kreis der sekundären Qualitäten hinaus. zwar aus der Welt der „reinen Formen". als daß die Farben und Töne. der Gestalt. sie trennen sich von den rein mathematischen Ideen des Raumes. bedeutet sie im Grunde nichts anderes.der Objektivität in die Subjektivität. denen fortan allein physikalische Trotzdem bedeutet diese „Wahrheit" zugesprochen wird. die für ein einzelnes Glied gilt. sondern ein Phänomen. bis zu den Illusionen und SinnesWenn wir den geraden Stab im täuschungen zurückgeht. das somit einen be- stimmten komplexen Zusammenhang von Erfahrungsmomenten zu völlig zutreffendem Ausdruck bringt. Wasser gebrochen erblicken. sondern resultiert von dem Zusammenwirken des physikalischen Reizes. Das gleiche gilt. und des zugehörigen Organs der sinnlichen Empfindung. wenn wir eine Bestimmung. Die Qualitäten fallen also. wohlbegründet" ist. Sie gehen von der ^rtjaltj ^via^ri in die öxot/t. engeres Gebiet abgesteckt. nicht aber aus der Natur als solcher heraus: denn eben jenes Verhältnis physikalischer und physiologischer Bedingungen. das unter bestimmten Einschränkungen als gültig befunden 364 .. daß ihnen jeder Anteil am Sein überhaupt abgesprochen wird: vielmehr wird ihnen. -[viü^it} über. die die mathematische Physik entwirft. an die Entdeckung der „Subjektivität der sinnlichen Qualitäten" denkt. Abgrenzung nicht. auf welchem sie beruhen. Der Irrtum beginnt erst. die früher nur ein als Zeugen der Wirklichkeit schlechthin galten. die Gerüche und Geschmäcke einen eigentümlichen Erkenntnischarakter erhalten. auf den Gesamtkomplex übertragen und somit ein Urteil. macht selbst einen Teil der „Natur" aus. kraft dessen sie aus der wissenschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit ausscheiden. so ist auch dies kein wesenloser Schein. der Bewegung. innerhalb dessen sie jedoch ihre Die gesehene Farbe. der diese Entdeckung zuerst vollzieht. Wirkliches": nur besteht diese Wirklichkeit nicht für sich und isoliert. das in den Gesetzen der Lichtbrechung ..

das keine selbständige Eigenschaft der „Dinge" mehr. an dem Schema der exakten Physik gemessen. der Halluzination und dem Traume gegenüber. den eigentlichen Typus des Objektiven. In Wahrheit handelt es sich hier stets um eine Beziehung. Jedes Glied weist nunmehr auf ein folgendes hin und fordert es zu seiner Ergänzung. zwischen relativ abhängigen und relativ unabhängigen Urteilen besteht. ist. bezeichnet und festlegt. ein sondern mehrgliedrig. Solange man bei dem metaphysischen Unterschied des Innen und Außen stehen bleibt. Oder: wie ein Ding Hier gilt nur ein einfaches Entweder nicht gleichzetig an zwei verschiedenen Stellen des Raumes sein kann. anwenden. sondern nur einen subjektiven Zustand des Beobachters ausdrückt. so kann das „Innere" nicht in irgendeinem BeIn der tracht zugleich ein „Äußeres" sein. der die besonderen Bedingungen seiner Geltung. auf die Erfahrung als Ganzes. so tritt die Stufenfolge in den Graden der Objektivität deutlich hervor. zu einem Phänomen werden kann. und umgekehrt. Faßt man das Ganze dieser Betrachtungen zusammen. ist ein gültiges Erfahrungsurteil. Damit aber ist von selbst statt einer bloßen Zweiheit von Bestimmungen. wichtigen Phasen dieser Entwicklung — — — 365 . Der Gegensatz ist nicht mehr zweigliedrig. auf die es sich bezieht. von denen — sich nicht abstrahieren läßt. Die sinnliche Wahrnehmung bedeutet. je nachdem er relativ zu verschiedenen logischen Bezugspunkten genommen wird. Schon in der populären und vorwissenschaftlichen Betrachtung lassen sich die ersten. sofern nämlich brochen die Erscheinung. während sie. die nach einer bestimmten Regel fortschreitet.wurde. der schlechthin keine Vermittlung zuläßt. eine Wertfolge gegeben. sofern wie sich gezeigt hat und derselbe Erfahrungsinhalt subjektiv und objektiv heißen kann. kritischen Fassung der Frage dagegen ist diese Beschränkung aufgehoben. losgelöst von jeder Daß der Stab gebeschränkenden Bedingung. ist damit ein Gegensatz gegeben. die zwischen dem relativ engeren und dem relativ weiteren Erfahrungskreis. diesem Urteil gleichsam einen logischen Index beigeben. sich als notnur müssen wir wendig begründen und ableiten läßt.

identischer Bestimmung die sinnliche ein Wahrnehmungen schlechthin zusammenzunehmen. Hier genügt es nicht. erweisen sich.. sind dagegen stets nur isolierte Bruchstücke. Wenn in wir einen sinnlichen Eindruck. zeitlich auseinanderfallende Massen von Perzeptionen. die in keiner Zusammenfassung ein stetiges Ganzes ausmachen. Gegenstandes" die vollkommene Erfüllung der Zeitreihe. Aber diese gedankauch im Einzeleindruck latent ist und ihm erst einen eigentlichen Bestand verleiht. verlangt. der uns hier und etwa jetzt als ganz bestimmter Nuancierung gegeben ist. sondern neben diese bloße Vereinigung des Gegebenen muß Akt der logischenErgänzu ng treten. Was die direkte Wahrnehmung uns darbietet. dessen Fortbestand in jedem Punkte der stetigen Folge der Zeitmomente als notwendig postuliert wird. in dem er erfaßt wird.. DerGegen- stand der Erfahrung wird als ein kontinuierliches Sein gedacht. so liegt schon dieser primitive Urteilsakt in jener Richtung vom Variablen zum Konstanten. das sich in liche Festigung. Schon hier wird der Inhalt der Empfindung vom momentanen Erlebnis losgelöst und diesem als selbständig gegenübergestellt: er erscheint dem einzelnen zeitlichen Akt gegenüber. Das wahrhaft „Gesehene" und „Gehörte" gibt nur unzusammenhängende. bleibt dennoch weit zurück hinter dem. die schon im Erfahrungsbegriff der gewöhnlichen Weltansicht vorlagen. als ein gleichbleibendes Moment. Dinge". Die Fortbildung dieses Verfahrens ist es sodann. worauf die Wissenschaft ihre Definition der Natur und des Naturobjekts gründet. „rot" oder „grün" bezeichnen. werden jetzt bewußt aufgenommen und in methodischer Absicht weitergeführt. je deutlicher 366 . was im Dingbegriff der gewöhnlichen Erfahrung geleistet ist. die nunmehr entstehen.erkennen. sind nur völlig diskrete Werte. die für alle Erkenntnis wesentlich ist. Die . Die logischen Ansätze. Somit tritt auf dieser zweiten Stufe das allgemeine Verfahren der Umformung und Bereicherung des Gegebenen auf Grund der logischen Forderung seiner durchgängigen Verknüpfung bereits in voller Schärfe hervor. während der Begriff des . festhalten läßt. also streng genommen die Setzung eines unendlichen Inbegriffs von Elementen.

Dingcharakter" unterschieden.Ding an sich" in die bloße . h. Das System dieser unveränderlichen Elemente bildet das Muster der Objektivität überhaupt. Vorstellung" übergeht. die ihr das Maß der Objektivität bestimmt. als die beständige Ordnung innerhalb dieses Seins selbst darzustellen. sondern um das. 217 ff. immer mehr metaphorische Ausdrücke für dauernde Gesetzeszusammenhänge der Phänomene und somit für die Konstanz und Kondiese Festigkeit und tinuität der Erfahrung selbst. wie sich zeigte.ist".. der aber keine andere Funktion besitzt. die der Erkenntnis völlig faßbar und erreichbar ist. der ihnen als ein für allemal erkennbares Merkmal anhaftete. welche Leistung ihr. was sie für das Gesamtsystem bedeutet: und diese Bedeutung ist es. die einander wechselseitig als Maßstab dienen. So handelt es sich hier im letzten Grunde nicht darum. als besonderem — Baustein. wie das absolute Dasein sich in das absolute Wissen wandelt. Auch sie 367 . Jede Teilerfahrung wird danach befragt. Wir messen hier die Vorstellungen nicht an den absoluten Gegenständen. Stetigkeit. zu erreichen.) Somit ist es ein lückenloser Fortgang. was sie „wert ist". (Vgl. zu jenen letzten Konstanten der Erfahrung überhaupt vorzudringen. sobald es uns gelungen wäre. Auch die Traumerlebnisse sind von den wachen Erlebnissen nicht durch einen ganz spezifischen . sieht sich der Gedanke zu einem hypothetischen Unterbau des empirischen Seins hingeführt. bleibt daher freilich ein unergründliches Problem: aber mit dieser Frage haben wir es in der kritisch geklärten Fassung des Gegensatzes des Subjektiven und Objektiven auch nirgends zu tun.ihrem eigentlichen Gehalt erfaßt werden.. S. im Aufbau des Ganzen zukommt. Wie das . der von den ersten Stufen der Objektivierung bis zu ihrer vollenDer Abschluß deten wissenschaftlichen Gestalt hinführt.. d. die in keinem sinnlich wahrnehmbaren Objekt jemals völlig erfüllt ist. zugleich Voraussetzung und Ziel der Forschung bilden. sie in als Um — sofern dieser Terminus rein auf eine Bedeutung einge- schränkt wird. dieses Prozesses wäre erreicht. die. was eine bestimmte Erfahrung . sondern es sind verschiedene Teilausdrücke ein und derselben Gesamterfahrung.. oben.

und untergeordneter Momente. die gleichsam die verschiedenen komplementären Phasen für die Lösung ein und derselben Aufgabe darstellen. auch diejenigen nicht.besitzen eine Art des „Seins". den wir in dieser Richtung gegründet Abstufung Organisation unternehmen. die uns den jeweiligen Begriff der „Objektivität" am — Erfahrung Dingen Gesichtspunkt definieren. Die einem neuen allgemeineren früheren Ergebnisse werden dadurch nicht entwertet. Und so ist es allgemein die immer strengere der Erfahrung. subjektiven Charakter des Traumes bedeutet nichts anderes als die Wiederherstellung einer logischen zwischen den Bewußtseinsinhalten. die in ihnen latent ist. der der Gegensatz des Subjektiven und Objektiven in seiner fortschreitenden Entwicklung dient. — 368 . aber keine von Abschluß dar. daß jeder Ansatz. so wie sie den Dingen niemals mit den an und für sich und losgelöst von allen Bedingungen der Erfahrung etwa angenommen werden. Wir stehen hier vor einem ständig sich erneuernden Prozeß. Jedes spätere Glied der Reihe hängt mit den früheren. sofern es die Antwort auf eine Frage geben will. So können wir freilich die selbst. an deren Stelle es sich setzt. wohl aber können wir einen relativ engeren Aspekt der Erfahrung selbst durch einen weiteren ersetzen. in „objektiven" körperlichen Zusind. die sich vorübergehend zu verwischen drohte. aber dieses Sein reicht nicht ständen über den Umkreis und über die Zeitspanne hinaus. notwendig zusammen. der die gegebenen Daten unter ordnet. aber wir werden uns zugleich bewußt. die von dem Keine dieser Phasen — Ziel kann gänzlich entbehrt weitesten entfernt bleiben stellt auch einen schlechthin unbedingten werden. innerhalb Die Einsicht in den deren diese Bedingungen erfüllt sind. sofern sie in bestimmten physiologischen Bedingungen. die Grundforderung nur zum Teil erfüllt und daher der Ergänzung in einer neuen Setzung bedarf. So gelangen wir zu einer Folge über. sondern vielmehr innerhalb einer bestimmten Geltungssphäre bestätigt. Wir suchen an Stelle der veränderlichen Inhalte dauernde Inhalte zu gewinnen. der nur relative Haltpunkte kennt: und diese Haltpunkte sind es. vergleichen.

Selbstbewußtsein" eingeschlossen. so wird hier ein begrifflicher Gegensatz.. Die Geschichte der Philosophie lehrt indes. Cassirer. in welcher dieser Weg der Erfahrung durchschritten wird. Somit fragt sie nicht. Subjektiven" zum . von der die Geschichte der Metaphysik auch sonst mannigfache Beispiele liefert. das System in seiner Gesamtheit seinem absoluten Werte nach abzuschätzen. Sie kennt keine andere und keine höhere Objektivität.. wie alle Versuche. ob ein bestimmter Sonderinhalt einen dauernden oder vergänglichen Bestandteil in eben diesem Ganzen ausmacht. sind es die Vorstellungen in uns. auf die gedachte Allheit dieser Phasen und ihre Aufeinanderfolge angewandt. die einzelnen Phasen der empirischen Erkenntnis zu unterscheiden. die ja selbst vollständig diesem Kreise angehört. Subjektiven" gelangen. uns wieder über ihn hinausführen.. wie etwa die Frage nach dem absoluten Ort der Welt: denn wie in dieser ein Verhältnis. Objektiven". ob das Ganze der Erfahrung objektiv wahr und gültig ist da hier bereits ein Maßstab vorausgesetzt würde. die nach den gewöhnlichen metaphysischen Voraussetzungen zu erwarten wäre.. die in dieser Hinsicht unternommen werden. Substanzbegriff 24 369 . wie wir vom . sondern wie wir vom „Objektiven" zum . als diejenige. die in der Erfahrung selbst und gemäß ihren Bedingungen gegeben ist. Die Frage nach der Objektivität der Erfahrung überhaupt beruht im Grunde auf einer logischen Illusion. sondern einen Wertunterschied zwischen seinen einzelnen Faktoren zu treffen. Es handelt sich nicht darum. versagen: haben wir uns einmal in den Kreis des . so kann keine Bemühung des Denkens. Der Kritik der Erkenntnis dagegen stellt sich die Aufgabe umgekehrt: für sie lautet das Problem nicht. der in der Erkenntnis niemals gegeben sein kann sondern nur. fälschlich auf das Universum als Ganzes übertragen wird. Jeder — — . Sie steht prinzipiell auf derselben Stufe. die uns anfangs allein gegeben sind und von denen wir uns erst mühsam den Zugang zur Welt der Objekte zu bahnen haben.Auch die Richtung. Vom Standpunkt dieser Voraussetzungen ist es das Subjekt. der bestimmt ist. ist derjenigen. das nur für die einzelnen Teile des Universums in ihrer wechselseitigen Beziehung Geltung hat. unmittelbar entgegengesetzt.

Das. Bestandteile. Jedes Einzelurteil sich hier nimmt zunächst und ursprünglich unbedingte Geltung für sich in Anspruch: es will nicht nur hier und jetzt gegebene Empfindungen in ihrer individuellen Eigentümlichkeit beschreiben. In dem Maße. sondern sie setzt ein kompliziertes Verfahren der gedanklichen und empirischen voraus. sondern nur noch eine periphere Bedeutung. von welchem aus nun in einer spekulativen die Welt der Objekte zu erreichen und zu konstruieren wäre. verdrängt und berichtigt wird. solange sie nicht durch eine andere. wenn man auf das Verhältnis des „Allgemeinen" zum . die zunächst unentbehrlich und konstitutiv für den Begriff des empirischen Seins selbst scheinen wie der spezifische Inhalt der einzelnen Empfinverlieren diese vorherrschende Stellung und bedungen sitzen fortan keine zentrale.kommt das volle Maß der „Objektivität" zu. mehrt sich daher der Stoff dessen. sondern es ist erst das Ergebnis einer Analyse. als diese ständige Prüfung und Selbstkorrektur fortgesetzt wird.. wenngleich es innerhalb eines beschränkten Umkreises sein Recht bewahrt. indem es einen allgemeingültigen Zusammenhang zwischen Subjekt und Prädikat 370 . Besonderen" zurückblickt. voraussetzt. der unabhängig von allen besonderen zeitlichen Umständen an — — und für sich als gültig gesetzt wird. das erst auf relativ hoher Stufe erreicht wird.. das schon in der Begriffsbestimmung des inso zeigte duktiven Urteils hervortrat. in der sich der veränderliche Bestand vom dauernden abscheidet. sondern einen Sachverhalt feststellen. besonderen Erfahrung endgültigen — — Kontrolle Synthese — Der Fortgang dieser Analyse wird deutlich. was aus der wissenschaftlichen Auffassung der Wirklichkeit ausscheidet. die ihr gegenübertritt. die den Bestand der Erfahrung selbst. Die Bezeichnung eines Elementes als „subjektiv" kommt ihm daher keineswegs ursprünglich zu. Subjektive" ist nicht der gegebene selbstverständliche Ausgangspunkt. die also die Geltung fester gesetzlicher Relationen zwischen Inhalten überhaupt. Sie entsteht erst in der wechselseitigen Kritik der Erfahrungen. Das Urteil blickt als solches und kraft seiner logischen Grundfunktion über den Kreis des jeweilig Gegebenen hinaus.

behauptet. 326 ff. was den eigentlichen Kern des Wirklichkeitsbegriffs bildet. in der jeder Gedanke der logischen Beziehung ausgelöscht ist. um sie erst nachträglich aus einem besonderen Komplex von Bedingungen abzuleiten. Natur" der Dinge schlechthin. nur durch Einschränkung aus dem . nach einem bekannten Satz der Kantischen Raumlehre. ihnen sich bescheidet.. 24* 371 . näher ins Auge faßt. Von der schlechthin isolierten „Impression". indem sie auf verschiedene Subjekte be- indem also zum mindesten die eine von zogen werden. wenn eine Mehrheit von Erfahrungskreisen. Es entsteht. deren jeder indessen als gesetzlich völlig bestimmt gedacht wird. Wie die einzelne geometrische Gestalt. werden jetzt in Einklang miteinander gesetzt. so geht das besondere Erfahrungsurteil durch Einschränkung aus dem einigen Grundsystem der Erfahrungsurteile überhaupt hervor und setzt dieses System voraus.. führt kein Weg zum Gesetz hinüber: dagegen ist es völlig verständlich. von dieser ersten Forderung abzugehen und seine Aussage ausdrücklich auf einen engeren Diese Begrenzung findet nur statt. oben. inhaltlich unvereinbar sein würden. Kreis zu beschränken. einzelne Inhalte. Es ist somit die logische der Erfahrungsinhalte und ihre Einordnung in ein gegliedertes System von Abhängigkeiten. die absolut genommen.) Nur auf Grund besonderer Motive wird der Gedanke dazu geführt. die sich dem Gesamtplane scheinbar nicht einfügen. einigen" allbefassenden Raum gewonnen wird. wie wir auf Grund der allgemeinen Forderung einer durchgehenden gesetzlichen Ordnung der Erfahrungen dazu geführt werden. wenn man den logischen Grundcharakter des wissenschaftlichen der ja der eigentliche Zeuge der empirischen Wirklichkeit ist. nicht die . Das wissenschaftliche Experiment stellt niemals einen einfachen Bericht über hier und jetzt gegebene — Differenzierung Versuchs. schen Aussagen ergibt. sich schneiden und sich wechselweise bestimmen. S. (S. Konflikt zwischen verschiedenen empirisofern sich ein Aussagen. Dieser Zusammenhang wird von einer neuen Seite her bestätigt. sondern nur von einem speziellen Gesichtspunkt aus und unter bestimmten einschränkenden Bedingungen zum Ausdruck zu bringen. zunächst auszuscheiden.

ist stets ein objektiver Zusammenhang theoretisch-physikalischer Sätze. zuvor zum Ausdruck des idealen Falls umbilden. ist etwa ein bestimmter Ausschlag der Magnetnadel. die ihrerseits wiederum nur das Symbol und die Hülle für allgemeine mathematischDer physikalische Beziehungen und Zusammenhänge sind*. S.erst dadurch. liegt eben darin. aus Aluminium oder Glas. sondern an seine Stelle sind Begriffe. ein Ding aus Kupfer oder Stahl. vgl. Es ist jetzt nicht mehr ein bestimmtes Werkzeug. Die unmittelbare Anzeige des Augenblicks wird nach allen Richtungen hin überschritten. wie die des magnetischen Feldes. 251 f. das er vor sich hat. der ihm vor Augen steht. Der beschränkte Umkreis von Tatsachen. den tatsächlichen Fall. der weit über den begrenzten Tatsachenkreis. La Theorie Physique. Damit aber wandelt sich ihm das einzelne Instrument. die im Kleinsten wie im Größten gleichmäßig Geltung besitzt und die sich daher auch von jedem Einzelpunkte aus wiederum rekonstruieren seines lassen muß. was wir dagegen als Ergebnis des Versuchs aussagen. auf das er in seinen Aussagen hinblickt. die sie im einfachen sinnlichen Erleben als solchem nicht besitzen. Wahrnehmungstalsachen dar. der Stromintensität usf. der uns im Einzelmoment zugänglich wie D u h e m Immer muß der Physiker ist. an ihre Stelle tritt der Gedanke einer allgemeingültigen Ordnung. den die Theorie voraussetzt und erheischt. Erst vermöge dieser Bereicherung * Duhem. um zu einem wirklichen es vortrefflich ausgeführt hat Ertrag seiner Untersuchungen zu gelangen. sondern erhält seinen Wert daß es die Einzeldalen unter einen bestimmten Gesichtspunkt der Beurteilung rückt und ihnen damit eine Bedeutung gibt.. 372 . oben. charakteristische Vorzug des Experiments daß hier in der Tat ein Schlag tausend Verbindungen schlägt. getreten. 190 ff. aus einer Gruppe sinnlicher Merkmale und Eigenschaften in ein Ganzes ideeller gedanklicher Bestimmungen. weitet sich vor dem geistigen Blick zum naturgesetzlichen Zusammenhang der Phänomene überhaupt. der magnetischen — — Achse. hinausgreift. der uns sinnlich allein zugänglich ist. Was wir beobachten. S. der unter gewissen Bedingungen erfolgt ist.

der hinter ihr steht. innerhalb deren er steht und an welcher er in bestimmtem Maße teil hat. Innerhalb der metaphysischen Lehren ist es die „Vorstellung**. nächst isoliert schien. was zuvor als einfach galt.. sofern sich zeigt. hinweist. um auf diese Weise schließlich die Gesamtheit des Seins als die Gesamtheit des Systems der Erfahrung zu überblicken. die das auszeichnende Merkmal der empirischen GegenständNicht die sinnliche Lebhaftigkeit des Eindrucks. das offenbart jetzt eine innere Fülle und Mannigfaltigkeit. sondern lediglich seine logische Form. der von ihnen ausgeht. sondern wird zum Symbol der durchgehenden systematischen Verfassung. empfängt hier einen neuen Sinn. Indem wir die Einzelinhalte auf diese Art gleichsam mit immer neuen Fäden aneinander knüpfen. daß sich von ihm aus in kontinuierlichem Fortschritt und nach völlig bestimmten Regeln zu anderen und wieder anderen Daten der Erfahrung gelangen läßt. auf welchen wir von einer Erfahrung zur anderen fortschreiten. Repräsentation. Realität** verleiht. Wäre uns der lichkeit ausmacht.. Aber dieser Fortschritt verändert wiederum nicht seine metaphysische Was zu. geben wir ihnen damit jene Festigkeit. als das Bezeichnete und gehört einem anderen Bereich des Seins an. 373 . die auf den Gegenstand. Somit haben wir es hier freilich mit einer Art „Transzendenz** zu tun: denn der einzelne gegebene Eindruck bleibt nicht schlechthin was er ist.unmittelbaren Gehalts wird der Inhalt der Wahrnehmung zum Inhalt der Physik und damit zum „objektiv wirklichen" Inhalt. Der Begriff und Terminus der der trotz aller Angriffe. Eben hierin aber liegt das eigentliche Rätsel der Erkenntnis. die gegen ihn gerichtet wurden. tritt jetzt zusammen und weist wechselweise aufeinander hin. ist der Reichtum an Folgerungen. Was die „Dinge" der Physik über die Sinnendinge hinaushebt und ihnen ihre eigentümliche Art der . Sie bezeichnen nur verschiedene Wege. Zeichen" ist somit hier von gänzlich anderer Natur. Das . in der Geschichte der Erkenntnislehre dauernd eine zentrale Stellung behauptet hat. sondern dieser innere Beziehungsreichtum ist es.. Substanz". was ihm das Kennzeichen wahrhafter Objektivität aufprägt.

auf die andere zu übertragen: unbegreiflich dagegen bleibt es. Es ist kleinertem Maßstabe die wirkliche Substanz der Körper. wird durch die Theorie der Zeichen nicht erklärt. Haben wir uns des Daseins zweier verschiedener Grundreihen einmal versichert. so ließe es allenfalls verstehen. die uns von ihm entstehen. mögen wir daher im unmittelbaren Erfahrungsinhalt nach Zeichen für diese. zu fordern. sondern vorausgesetzt ist. Bilder" der Dinge. nicht zu erreichen: denn die sische — — Einheit des Erfahrungsinhalts nur scheinbar gewahrt. die ganz und ausschließlich der anderen angehören. Diese Grundschwierigkeit tritt denn auch in die Entwicklung des Repräsentationsbegriffs immer von neuem zutage. wie wir dazu gelangen sollten. die Existenz der einen Reihe aus Daten. um dessentwillen sie unternommen wird. die in der sinnlichen Wahrnehmung in uns eindringt und die Aber diese materiamit unserem eigenen Sein verschmilzt. so bleibt es doch nach wie vor dunkel. so können wir versuchen. wenn auch nur allgemeine von transzendenten Dingen jenseits aller Erkenntnis besitzen. die wir in der einen Reihe finden. In der antiken Atomistik werden die . wenigstens dem Begriff nach gegebene Realität suchen. Die Aristotelisch-scholastische sondern 374 .absolute Gegenstand bereits anderweit bekannt.. mittelbar ablesen könnten. Ganzen zu als Ausdruck eines umfassenden nehmen. selbst als standteile gedacht. die hier nicht abgeleitet. Diese Zurückdeutung auf das Ganze würde stets eine eigentümliche Funktion erfordern. wie wir seine Beschaffenheit aus der Art der Vorstellungen. diesen Teil nicht nur als das. Selbst wenn die ist auch hier Dinge gleichsam einen Teil ihrer selbst hergeben. was er an und für sich ist. listische Darstellung vermag das logische Ziel. wie dagegen dieser Begriff selbst entsteht und was ihn notwendig macht. die uns von ihrem stoffliche BeSein Kunde verschaffen. kraft eines Analogieschlusses die Verhältnisse. Sobald wir die. wie es möglich ist. um zur Erkenntnis zu gelangen. die sich von ihnen loslösen und die auf dem Wege zu unseren Sinnesorganen mannigfache physich besondere Gewißheit wenngleich in verVeränderungen erfahren.

auf den sie hinweisen. S. wenn sie diese Funktion. 12 ff. ac wird daher zum mindesten in den reifsten und konaussequentesten Ausführungen der Theorie bei Suarez drücklich bekämpft und verworfen. Schwarz. sondern wir erkennen nur durch sie die Verhältnisse der äußeren Dinge: . die zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten anzunehmen ist. Die Auffassung. statt sie zu erklären. Bestimmungen der Spezies selbst. Die lebendige Tätigkeit des Bewußtseins.. gerät in eine eigentümliche Beschaffenheit. von Anfang an postuliert. Leipzig 1895. immateriellen Spezies".Theorie der Wahrnehmung scheint daher dem eigentlichen psychologischen Tatbestand näher zu kommen.cognoscimus non ipsam speciem impressam. Ähnlichkeit".. Die . ein anschauendes. species expressa) des Gegenstandes wird. durch welche wir das Sein der Dinge erfassen. Der ganze Inhalt der . vgl. 375 . Die Umwälzung der Wahrnehmungßhypothesen durch die mechaniache Methode. nicht durch irgendwelche dingliche Beschaffenheiten. überein. in keinem einzigen sachlichenEinzelmit dem Gegenstand. vielmehr das ist seine Meinung.. die das vermittels der Spezies wirkende bewußtseinsfremde Objekt erkennt. die ohne weiteres bewirkt." — veluti picturae objectoru m" — * H. Die als gehörten beide derselben logischen Kategorie an. ähnlich" sein könnten. daß dadurch in das Bewußtsein Elemente hineingebracht werden. ist daher jetzt nicht mehr derart aufzufassen. gekennzeichnet sind. sed per speciem". nicht ein angeschautes wird als das mit dem Gegenstand Ähnliche bezeichnet*. S. „Die Verähnlichung des Bewußtseins mit dem Gegenstande bedeutet für Suarez nicht. daß es sich auf den wirklichen Gegenstand richtet. 25. daß sozusagen das ganze Bewußtsein zu einem Erkenntnismittel und insofern zu einem Bilde (besser zu einem Ausdruck. I. Das Bewußtsein vollzieht eine Handlung. da sie eben nur durch diese Operation des Hinweisens selbst. geht jetzt im Akt der Wir erkennen keinerlei einzelne Repräsentation selbst auf. diesen als der Gegenstand sich vortäuschen. daß sie „formales Spezies stimmen 1 merkma similitudines seien. in denen sie anderen Dingen .. die im Objektverhältnis zu anderen Funktionen des Bewußtseins stehen.

Hier tritt also, wenngleich verhüllt durch die scholastische Terminologie, bereits eine wichtige neue Unterscheidung hervor. Die Tatsache, daß ein Element auf ein anderes ,, hinweist" und dieses mittelbar zur Darstellung bringt, wird jetzt nicht mehr durch eine besondere Beschaffenheit dieses Elements selbst erklärt, sondern auf eine eigentümliche Gesamtleistung der Erkenntnis und insbesondere des Urteils zurückgeführt. In prinzipieller Strenge freilich vermag diese Einsicht nicht festgehalten zu werden; vielmehr droht stets von neuem das funktionale Verhältnis des Ausdrucks, auf welches hier die Analyse hinführt, sich in ein dinglichsubstantiales Verhältnis der Teilhabe an gewissen objektiven Merkmalen zu verwandeln. Die Spezies werden alsdann wiederum zu ,, Spuren" der Dinge, die indes nicht mehr den vollenSeinsgehalt, sondern nur eine abgeschwächte „Wesenheit" besitzen. DerWiderstre t dieser beiden Auffassungen aber bringt zuletzt den Begriff der ,, Repräsentation" selbst um seinen bestimmten und eindeutigen Sinn. die Operation des Ausdrucks rein hervortreten zu lassen, muß der Inhalt, der als Zeichen dient, mehr und mehr seines Dingcharakters entkleidet werden; damit aber scheint zugleich die objektivirende die ihm zugesprochen wird, ihren Halt und ihre beste Stütze zu vertieren. So droht die Theorie der Repräsentation immer von neuem der Skepsis zu verfallen: denn welche Gewißheit besteht dafür, daß das des Seins, das wir in unseren Vorstellungen zu besitzen glauben, uns seine Gestalt unverfälscht wiedergibt, statt sie gerade in ihren wesentlichen Zügen zu entstellen? Die neue Bedeutung, die die Erkenntniskritik dem Begriff der Repräsentation zuweist, hebt dieses Bedenken auf. Jede besondere Phase der Erfahrung besitzt in der Tat, wie jetzt erkannt wird, ,, repräsentativen" Charakter, sofern sie auf eine andere hinausweist und schließlich im geregelten Fortschritt auf den Inbegriff der Erfahrung überhaupt hinführt.

Um

Bedeutung,

Symbol

Aber

dieser

Hinweis

betrifft

nur den Übergang von einem

einzelnen Reihenglied zu der Totalität, der es angehört und zu der allgemeinen Regel, von der diese Totalität sich beherrscht zeigt. Die Erweiterung greift also nicht in ein schlechthin

376

jenseitiges Gebiet über, sondern sucht umgekehrt eben dasselbe Gebiet, dem die besondere Erfahrung als einzelner Aus-

schnitt angehört, als allseitig bestimmtes Ganze zu erfassen. Sie stellt das Einzelne in den Umkreis des Systems ein. Fragt man aber weiter, woher dem besonderen empirischen Inhalt diese Fähigkeit eigne, das Ganze zu vertreten und darzustellen, so liegt hierin bereits eine Umkehrung der Problemstellung. Die Verbundenheit der Tatsachen und ihre wechselseitige Beziehung ist das Erste und Ursprüngliche, während ihre Isolierung lediglich das Ergebnis einer künstlichen AbstrakVersteht man daher die Repräsentation als tion darstellt. Ausdruck einer ideellen Regel, die das Besondere, hier und jetzt Gegebene, an das Ganze knüpft und mit ihm in einer gedanklichen Synthese zusammenfaßt, so haben wir es in ihr mit keiner nachträglichen Bestimmung, sondern mit einer konstitutiven Bedingung alles Erfahrungsinhalts zu tun. Ohne diese scheinbare Repräsentation gäbe es auch keinen „präsenten", keinen unmittelbar gegenwärtigen Inhalt; denn auch dieser besteht für die Erkenntnis nur, sofern er einbezogen ist in ein System von Relationen, die ihm erst seine örtliche und zeitliche, wie seine begriffliche Bestimmtheit geben. So wenig daher aus dem bloßen Begriff der Erkenntnis sich die Notwendigkeit ableiten läßt, ein Sein zu setzen, das außerhalb jeder Beziehung zur Erkenntnis steht: so notwendig enthält dieser Begriff eben jene Forderung der Verknüpfung, auf die die kritische Analyse des Realitätsproblems hinführt. Der Inhalt der Erfahrung ist uns ,, objektiv" geworden, sobald wir begriffen haben, wie jegliches Element in

ihm
als

sich

zum Ganzen
denn
die

webt.

Wollte

man

dieses

Ganze

selbst

Illusion bezeichnen,

so bliebe dies ein bloßes

Spiel

mit

Worten:

Unterscheidung von

Wirklichkeit

Schein, die hier vorausgesetzt wird, ist selbst nur i der Erfahrung und unter seinen Bedingungen möglich. (Vgl. oben, S. 362 ff.) Auch die Frage nach der ,, Ähnlichkeit" des empirischen Zeichens mit dem, was es bezeichnet, bietet jetzt keine Schwierigkeit mehr dar. Das das als Zeichen dient, ist dem Inbegriff, der bezeichnet wird, zwar nicht materiell ähnlich denn die B e z i e -

m

und System

Einzelmoment,

377

hung

e n

durch wohl aber besteht zwischen ihnen eine und „abbilden" durchgehende logische Gemeinsamkeit, sofern beide prinzipiell derBegründung andemselben gehören. Die sachliche Ähnlichkeit wandelt sich in begriffliche Korrelation: die beiden Stufen des Seins werden zu verschiedenen, jedoch notwendig einander ergänzenden Gesichtspunkten, unter denen der Erfahrungszusammenhang sich

die den Inbegriff ausmachen, lassen sich nicht irgendeine Einzelgestaltung vollständig ausdrücken
,

Zusammenhang

betrachten läßt.
Freilich

könnte die

sensualistische

Erkenntnis-

lehre versuchen, diesen Tatbestand, ohne ihn zu bestreiten, in das Schema ihrer Erklärung einzufügen, indem sie ihn

auf den psychologischen Grundbegriff der „Assoziation" zurückführt. Dieser Begriff scheint in der Tat alle Voraussetzungen für die Deutung und Lösung des Realitätsproblems darzubieten: da er über den Inhalt der einzelnen Eindrücke zwischen ihnen hinhinweg zu festen führt. Der Mangel der Erklärung aber tiitt sogleich hervor,

Verbindungen

wenn man

die

Form der Verbindung,

die

hier

vorausgesetzt wird und die nach den Begriffen der AssoziationsPsychologie allein zulässig erscheint, näher zergliedert. Der ,, Zusammenhang" zwischen den einzelnen Gliedern der Reihe bedeutet hier nichts anderes als ihre häufige empirische Koexistenz. Dies Beisammen der einzelnen Vorstellungen ist es, was eine Verbindung zwischen ihnen nicht sowohl schafft, als vielmehr vortäuscht. Kein begriffliches Prinzip, das sich in strenger logischer Identität aussprechen und feststellen ließe, verknüpft die Elemente der Assoziationsreihen zur
Einheit. Die Wege von einem zum anderen Element sind an und für sich unbeschränkt: welcher von diesen Wegen im wirklichen psychologischen Denken eingeschlagen wird, hängt lediglich von den voraufgehenden psychischen ,, Dispositionen",

von einem Umstand und von Individuum zu
also

ab,

der von Moment zu Moment Individuum als wandelbar an-

zusehen

deutigkeit des

So geht hier gerade jene Beständigkeit und EinZusammenhangs verloren, die das eigentliche Kennzeichen im Gedanken der Realität ausmacht. Die Geist.

378

staltung

zum „Objekt"

tritt erst

mit der kritischen

Ordnung im Begriff
sondern zugleich bestimmte

W

e r t -

Gehen wir von dem besonderen Inhalt der Erfahrung aus, wie er im Zeitmoment vorliegt, so sind in ihm nicht nur bestimmte Elemente gegeben,
zutage.

Richtlinien

vorgezeichnet,

gemäß denen der Gedanke allmählich
Gesamtsystem zu erweitern vermag.
als gesetzlich

die einzelne

Phase zum Der Fortgang bleibt

nicht der individuellen Willkür überlassen, sondern er gilt

Indem die Wissenschaft den Forderungen immer strenger faßt und immer genauer bezeichnet, gewinnt sie damit fortschreitend erst den Begriff des Wirklichen. Daß diese Entwicklung überall über die Sphäre der bloßen Assoziation hinausgreifen muß, hat sich bereits allseitig gezeigt. Die Assoziation vermag,
Inbegriff dieser

gefordert.

im günstigsten Sinne verstanden, lediglich die Frage zum Ausdruck zu bringen; die Antwort dagegen liegt allein in den
allgemeinen

Reihenprinzipien,
Glied zu

die

die

möglichen
deter-

logischen Übergänge von

Glied

im voraus

minieren und unter bestimmte Gesichtspunkte ordnen. Die spezifische Bedeutung dieser Gesichtspunkte muß theoretisch feststehen, wenn der Fortgang sich nicht ins Unbestimmte verlieren soll. Die notwendigen Leitbegriffe der Assoziation können nicht aus dieser selbst entstehen, sondern gehören einem anderen Gebiet und einem anderen
logischen Ursprung an*.

daß das Problem der Wirkzu seinen einzelnen Bedingungen vordringt, um so deutlicher wiederum in das Problem der Wahrheit einmündet. Ist einmal begriffen, wie die Erkenntnis zu einer Konstanz bestimmter Prädikate, zu einer gesetzlichen Festigung von Urteilszusammenhängen gelangt, so bietet die „Transzendenz", die dem Gegenstand gegenüber der bloßen Vorstellung zuzusprechen ist, keine neue prinzipielle Schwierigkeit mehr dar. Und auch die Mittel, deren sich die Erkenntnis bedient, erweisen sich nunmehr in beiden Gebieten der Fragestellung als die
Allgemein zeigt es sich
je weiter
jetzt,

lichkeit,

man

* Vgl. bes. ob.

S.

18 u,

S.

346 ff.

379

Wie die eigentliche Leistung des Begriffs nicht darin liegt, daß durch ihn ein gegebenes Mannigfaltige abstrakt und schematisch „abgebildet" wird, sondern darin, daß er ein Gesetz der Beziehung in sich schließt, durch welches ein neuer und eigenartiger Zusammenhang des Mannigfaltigen erst geschaffen wird, so zeigt sich hier die Form der Verknüpfung der Erfahrungen als dasjenige, was die veränderlichen „Eindrücke" zu konstanten „Objekten" umschafft. Der allgemeinste Ausdruck des ,, Denkens" trifft also in der Tat mit dem allgemeinsten Ausdruck des „Seins" zusammen: der Gegensatz, den die Metaphysik nicht zu überwinden vermag, schlichtet sich, wenn man auf die logische Grundfunktion zurückgeht, aus deren Anwendung beide Problemkreise erst entstanden sind und in der sie daher zuletzt ihre Erklärung finden müssen.
gleichen.
II.

In der Geschichte des wissenschaftlichen und spekulativen Denkens ist das Problem der Wirklichkeit seit jeher unverknüpft. löslich mit dem des So eng ist dieser Zusammenhang und so ausschließlich beherrscht er das logische Interesse, daß man alle Fragen, die sich an die Begriffsbestimmung des Wirklichen knüpfen, gelöst und erledigt glaubt, sobald es gelungen sei, die Frage nach der Realität der ,, Außenwelt" endgültig zu entscheiden. Noch die ,, Kritik der reinen Vernunft" vermochte sich den Zugang zu ihrem eigentlichen Grundthema nicht anders zu bahnen, als dadurch, daß sie von einer Umformung der Theorie des Raumes ihren Ausgang nahm. Damit aber entschied sich bereits zum großen Teil das Schicksal ihrer geschichtlichen Wirkung: in der Auffassung der Zeitgenossen und Nachfolger konnte nunmehr, was eine Kritik des Erfahrungsbegriffs sein sollte, wiederum als eine Metaphysik des Raumbegriffs In Wahrheit gilt es auch hier die mißverstanden werden. Ordnung der Probleme umzukehren. Nicht von einer feststehenden Ansicht über die ,, subjektive" oder „objektive" Beschaffenheit des Raumes kann ausgegangen werden, um danach den Begriff der Erfahrungswirklichkeit überhaupt zu

Problem

Raumes

380

bestimmen, sondern die obersten und allgemeingültigen Prinzipien des Erfahrungswissens sind es, nach denen auch die Frage über die „Natur', des Raumes sich zuletzt entscheiden muß. Die empirisch-physiologische Betrachtung, wie sie insMüller begründet worden besondere durch ist, widerstreitet dieser Forderung, sofern sie ein Axiom an die Spitze stellt, das selbst unverhohlen metaphysischen dies wird hier Charakter trägt. Was wir wahrnehmen vorausgesetzt sind nicht die Dinge selbst in ihrer wirklichen Gestalt und ihrer wirklichen wechselseitigen Lage und Entfernung voneinander, sondern es sind unmittelbar nur Gegenstand gewisse Bestimmungen unseres eigenen Leibes. der Gesichtsempfindung sind nicht die äußeren Objekte, sondern es sind die Teile der Netzhaut, die wir in ihrer

Johannes

realen räumlichen Größe und Ausdehnung zu erfassen vermögen. Die Aufgabe der Physiologie des Sehens besteht darin, den Übergang zu schildern, der von diesem Bewußtsein

der Netzhautbilder zur Erkenntnis der räumlichen Ordnung der Gegenstände hinführt. Es muß gezeigt werden, wie wir

dazu kommen, Empfindungen, die nur ,,in uns" gegeben nach außen zu versetzen und sie zu einer für sich beStellt man das stehenden Raumwelt zusammenzufassen.. Problem indessen in dieser Form, so erweist es sich alsbald als unlösbar. Alle Versuche, den eigentümlichen Vorgang der
sind,

„Projektion", der hier angenommen wird, auf „unbewußte Schlüsse" zurückzuführen und aus ihnen zu erklären, bewegen sich im Zirkel sie setzen stets schon ein allgemeines von jenem „Außen" voraus, das hier erst abgeleitet werden soll. In der Tat gibt es keine Phase der Erfahrung, in der uns lediglich die Empfindungen als innere Zustände und losgelöst von jeder ,, objektiven" Beziehung gegeben wären. Die Empfindung in diesem Sinne ist keine empirische Wirklichkeit, sondern lediglich das Ergebnis einer Abstraktion, die auf sehr komplexen logischen Bedingungen beruht. Der Weg geht von den gesehenen zu der Annahme bestimmter Nervenerregungen und ihnen entsprechender Empfindungen zurück; er führt nicht umgekehrt
:

Wissen

Objekten

381

von den an
hin,

sich bekannten Empfindungen zu Gegenständen die ihnen etwa korrespondieren mögen*. So ist auch

die allgemeine Form der Räumlichkeit, also das sammen und Auseinander der einzelnen Elemente, kein

Beiver-

mitteltes Ergebnis, sondern eine Grundbeziehung, die mit den Elementen selbst gesetzt ist**. Nicht wie diese Form an und für sich entsteht, sondern lediglich, wie sie sich in der empirischen Erkenntnis näher bestimmt und spezialisiert, kann gefragt werden. Was der Erklärung bedarf, ist nicht der Umstand, wie wir vom Inneren zum Äußeren gelangen denn das schlechthin ,, Innere" ist selbst eine bloße Fiktion sondern wie wir dazu geführt werden, gewisse Inhalte der ursprünglichen Außenwelt nach und nach als ,,in uns" befindlich anzusehen, d. h. sie nicht nur überhaupt räumlich zu bestimmen, sondern sie in eine notwendige Korrelation mit unseren körperlichen Organen, mit bestimmten Teilen unserer Netzhaut oder unseres Gehirns zu setzen. (Vgl. oben, S. 363 ff.) Nicht die Lokalisation schlechthin, sondern diese besondere Lokalisation ist es, was es zu erklären gilt: und jede derartige Erklärung muß offenbar die allgemeine Relation der Räumlichkeit bereits zugrunde legen. Den Begriff der „Wirklichkeit" bestimmen, heißt somit auch hier ein Motiv der Differenzierung auffinden, das uns gestattet, den zunächst gleichartigen Inbegriff von Erfahrungen in Gruppen von verschiedenem Wert und Gehalt auseinanderzulegen. Denken wir uns etwa die verschiedenen Wahrnehmungsbilder, die wir von ein und demselben „Objekt", je nach der Entfernung, in welcher wir uns von ihm befinden und je nach der wechselnden Beleuchtung, empfangen, in eine Reihe zusammengefaßt, so läßt sich, vom Standpunkt des unmittelbaren psychologischen Erlebnisses aus, zunächst kein Merkmal angeben, kraft dessen irgendeines dieser mannigfach wechselnden Bilder einen Vorrang vor

— —

* Näheres zur psychologischen Widerlegung der „Projektionshypotheeen" s. bes. bei Stumpf, Über den psychologischen Ursprung der Raiunvorstellung, S. 184 ff, sowie bei James, Principles of Psycho;

logy

II,

31 ff. Vgl. unten

Kap.

8.

382

n

einem beliebigen anderen besitzen

sollte.

Erst die

Gesamt-

heit

bildet ja dasjenige, was wir die empirische Kenntnis des Objekts nennen und für diese Gesamtheit ist kein einzelnes Element schlechthin entbehrlich
dieser

Wahrnehmungsdaten

oder überflüssig. Keine der verschiedenen perspektivischen Ansichten, die uns nacheinander entstehen, kann demnach den Anspruch erheben, der allein gültige, absolute Ausdruck des J.Gegenstandes selbst" zu sein; vielmehr kommt aller Erkenntniswert, den wir einer einzelnen Wahrnehmung beilegen, ihr nur im Zusammenhang mit anderen Inhalten zu,

zu einem Erfahrungsganzen zusammenbedeutet diese Forderung des durchgängigen Zusammenhangs nicht zugleich die durchgängige Gleichwertigkeit der einzelnen Faktoren. Zur Anschauung einer bestimmten räumlichen gelangen wir erst, sobald diese Gleichwertigkeit unterbrochen wird. Wenn wir fragen, was unter einem nach drei Dimensionen ausgedehnten Körper zu verstehen ist, so werden wir wie
mit denen
sie

sich

schließt.

Und dennoch

Form

gelegentlich ausführt psychologisch in der Tat zunächst auf nichts anderes geführt, als auf eine Reihe einzelner Gesichtsbilder, die sich gegenseitig ablösen. Die genauere Analyse zeigt indessen, daß der bloße Ablauf all dieser Bilder, so viel wir ihrer auch immer annehmen mögen, für sich allein niemals die Vorstellung eines körperlichen

Helmholtz

Objekts zu ergeben vermöchte, wenn nicht der Gedanke einer Regel hinzuträte, durch welche jedem einzelnen eine be-

stimmte

Ordnung

und

Stellung

im Gesamtkomplex zu-

gewiesen wird. Die Vorstellung der stereometrischen Form spielt in diesem Sinne ,,ganz die Rolle eines aus einer großen Reihe sinnlicher Anschauungsbilder zusammengefaßten Begriffs, der aber selbst nicht notwendig durch in Worten ausdrückbare Definitionen, wie sie der Geometer sich konstruieren könnte, sondern nur durch die lebendige Vorstellung des Gesetzes, nach dem jene perspektivischen Bilder einander folgen, zusammengehalten wird." Diese Gliederung durch den Begriff aber besagt zugleich, daß die verschiedenen Elemente hier nicht bloß wie Teile eines Aggregats nebeneinander liegen, sondern daß wir jedes von ihnen nach seiner
383

systematischen
scheiden wir
gleichartig

Bedeutung abschätzen.

Auch

hier

nunmehr „typische" Erfahrungen,

die wir als

wiederkehrend voraussetzen, von ,, zufälligen" Eindrücken, die nur in individuellen Begleitumständen gegründet sind. Und jene Erfahrungen sind es, die wir ausschließlich zum Aufbau der ,, objektiven" Raumwelt verwenden, während wir alle Inhalte, die ihnen widerstreiten, fernzuhalten und auszuschalten bemüht sind. Helmholtz' Darstellung hat diesen Prozeß bis ins einzelne erleuchtet. Hier wird zunächst die allgemeine Regel aufgestellt, „daß wir stets solche Objekte als im Gesichtsfelde vorhanden uns vorstellen, wie sie vorhanden sein müßten, um unter den gewöhnlichen normalen Bedingungen des Gebrauchs unserer Augen denselben Eindruck auf den Nervenapparat hervorzubringen." Einer Erregung, die unter ungewöhnlichen Bedingungen eintritt, wird zunächst jene Bedeutung beigelegt, die ihr zukommen würde, wenn sie als auf gewöhnlichem Wege entstanden zu denken wäre. „Um ein Beispiel zu benutzen, nehmen wir an, es sei der Augapfel am äußeren Augenwinkel mechanisch gereizt worden. Wir glauben dann eine Lichterscheinung in der Richtung des Nasenrückens im Gesichtsfelde vor uns zu sehen. Wenn bei dem gewöhnlichen Gebrauche unserer Augen, wo sie durch von außen kommendes Licht erregt werden, eine Erregung der Netzhaut in der Gegend des äußeren Augenwinkels zustande kommen soll, muß in der Tat das äußere Licht von der Gegend des Nasenrückens her in das Auge fallen. Es ist also der eben aufgestellten Regel gemäß, daß wir in solchem Falle ein lichtes Objekt in die genannte Stelle des Gesichtsfeldes hinein versetzen, trotzdem der mechanische Reiz hierbei weder von vorn vom Gesichtsfelde her, noch von der Nasenseite des Auges, sondern im Gegenteil von der äußeren Fläche des Augen und mehr von hinten her einwirkt*." Die einzelnen Beobachtungen werden also gleichsam abgestimmt auf einen bestimmten Kreis von Bedingungen, den wir als konstant ansehen. In diesen Bedingungen besitzen^wir ein festes Koordi*

Helmholtz,

Handbuch der

Physiolog. Optik,

§ 26,

S. 428.

384

^Sl

naten-System, auf das nunmehr jede besondere Erfahrung Und erst kraft dieser eigenstillschweigend bezogen wird. Deutung, die wir dem Material der Sinnesempfintümlichen dungen geben, entsteht uns das Ganze des objektiven Gesichtsund Tastraumes. Dieses Ganze ist niemals der bloße tote Abdruck einzelner sinnlicher Perzeptionen, sondern ein konstruktiver Aufbau, der unter Festhaltung bestimmter allgemeiner Grundregeln erfolgt. In dem Maße als nach diesen Grundregeln die unveränderlichen Momente der Erfahrung von den veränderlichen Bestandteilen sich trennen, erfolgt die Scheidung in eine objektive und subjektive Sphäre. Und es unterliegt auch hier keinem Zweifel, daß die Erkenntnis der Subjektivität nicht den ursprünglichen Ausgangspunkt, sondern eine logisch vermittelte und spätere Einsicht darstellt. Helmholtz betont ausdrücklich, daß das Wissen um die Objekte dem Wissen um die vorangeht und es an Klarheit und Schärfe bei weitem übertrifft. Die Empfindung ist unter den gewöhnlichen psychologischen Bedingungen des Erlebens, so ausschließlich auf den Gegenstand gerichtet und geht so völlig in ihn ein, daß sie selbst hinter ihm gleichsam verschwindet. Die Auffassung einer Empfindung a 1 s Empfindung ist daher immer erst das Werk einer nachträglichen bewußten Reflexion, die wir auf sie richten. Wir müssen stets erst lernen, unseren einzelnen Empfindungen die Aufmerksamkeit zuzuwenden „und wir lernen dies für gewöhnlich nur für die Empfindungen, die uns als Mittel zur Erkenntnis der Außenwelt dienen". „Während wir deshalb in der objektiven Beobachtung einen außerordentlichen Grad von Feinheit und Sicherheit erreichen, erlangen wir diesen für die subjektiven Beobachtungen nicht nur nicht, sondern wir erlangen sogar in einem hohen Grade die Fähigkeit, diese zu übersehen und uns in der Beurteilung derObjekte von

Empfindungen

ihnen unabhängig zu erhalten,
durch ihre könnten*."
sich

selbst

wo

sie

Stärke

leicht

genug bemerklich machen

Helmholtz,
Cassirer, Substanzbegriff

a. a. O.,

S. 432.

25

385

Was hier als bloß negative Leistung, als ein Akt des Übersehens und Vergessens geschildert wird, ist indessen in Wahrheit jene höchst positive des Begriffs, die sich bereits allseitig dargestellt hat. Es ist das Festhalten der identischen Beziehungen in dem wechselnden Vorstellungsinhalt, was jede, auch die früheste Stufe objektivgültiger Erkenntnis kennzeichnet. Das schlechthin Wandelbare fällt gleichsam von dem momentanen Inhalt ab: und nur dasjenige bleibt zurück, was sich in dauernden Gedanken befestigen läßt. Durch die zentrale Richtung des Denkens wird ein gewisser Kreis von Erfahrungen, der bestimmten logischen Bedingungen der Konstanz genügt, aus dem Gewirr der Erlebnisse überhaupt herausgehoben und als „fester Kern" Die relativ flüchtigen Inhalte dades Seins ausgezeichnet. gegen, in denen sich keine durchgängige Bestimmtheit der Erfahrung überhaupt ausdrückt, können für diesen ersten Aufbau und diese erste Bezeichnung des ,, Wirklichen" zunächst unbeachtet bleiben. Die tiefere Besinnung lehrt indes, daß auch diese Elemente aus dem Umkreis der Erfahrung nicht schlechthin herausfallen, sondern daß auch sie eine Stelle in ihm beanspruchen dürfen, sofern ihre Variation selbst nicht willkürlich erfolgt, sondern bestimmten Regeln unterliegt. Jetzt ist es daher das Veränderliche selbst, das unter einem neuen Interesse der Erkenntnis zum Gegenstand der Betrachtung gemacht wird. Diese Erkenntnis des „Subjektiven" bedeutet somit in Wahrheit eine Objektivierung höherer Stufe, die in einem Material, das zunächst als schlechthin unbestimmt bei Seite gelassen wurde, noch ein Moment der Bestimmbarkeit entdeckt. Das Gegebene gliedert sich jetzt in weitere und engere Objektivitätskreise, die

Funktion

deutlich voneinander abgehoben und nach bestimmten Gesichtspunkten abgestuft sind. Jede Einzelerfahrung wird nunmehr nicht nur durch den materialen Gehalt an Eindrücken bestimmt, sondern durch eine eigentümliche Funktion, die sie erfüllt, sofern die einen Erfahrungen als feste Koordinationsmittelpunkte dienen, an denen wir andere messen und deuten. Auf diese Weise schaffen wir bestimmte, begrifflich ausgezeichnete Zentren, um die sich die Phänomene ordnen

386

und gliedern. Die einzelnen Erscheinungen fließen nun nicht mehr einförmig und gleichförmig ab, sondern begrenzen und scheiden sich gegeneinander: das anfängliche Flächenbild gewinnt gleichsam Vordergrund und Hintergrund. Die Sonderung in verschiedene Teilgebiete, die durch ihre systematische Bedeutung voneinander geschieden sind, nicht die ,, Projektion" des Innen und Außen, erweist sich somit auch hier als der eigentliche Ursprung des Begriffs des Gegenstandes.
Jedes Einzelne erhält einen Index, der seine Stellung zum Ganzen bezeichnet, und dieses Kennzeichen ist es, worin sich Für die naive Ansicht sein gegenständlicher Wert ansprägt. ist es das „Ding", das von Anfang an gegeben ist und das in jeder unserer Wahrnehmungen immer nur zum Teil ausgedrückt und abgebildet wird. Auch sie setzt somit ein Ganzes voraus, mit dem wir jede besondere Erfahrung vergleichen und an dem wir ihren Wert messen. Die Forderung, die hier gestellt ist, bleibt auch vom Standpunkt der kritischen Betrachtung zu Recht bestehen. Der Mangel der naiven Auffassung besteht nicht darin, daß sie diese Forderung überhaupt erhebt, sondern daß sie Forderung und Erfüllung verwechselt; daß sie die Aufgabe, die die Erkenntnis zu vollziehen hat, als bereits gelöst vorwegnimmt. Das Ganze, das wir suchen und auf welches der Begriff sich richtet, darf nicht im Sinne eines absoluten Seins außerhalb jeder möglichen Erfahrung gedacht werden; es ist nichts anderes als der geordnete Inbegriff dieser möglichen Erfahrungen selbst. Die moderne Psychologie der Raumvorstellung hat daher an die Stelle der Projektionstheorie eine andere Auffassung gesetzt, die den Tatbestand der Erkenntnis, wie er unabhängig von allen metaphysischen Annahmen sich darstellt, reiner und schärfer zum Ausdruck bringt. Die Vorstellung des ,, objektiven" Raumes ist danach nicht ein Werk der „Projektion", sondern der „Selektion": sie beruht auf einer begrifflichen Auswahl, die wir im Bereich unserer Sinneswahrnehmungen, insbesondere im Gebiet der Gesichtsund Tasteindrücke, vollziehen. Wir halten in der homogenen Masse dieser Eindrücke nur jene Inhalte fest, die den ,, normalen" physiologischen Bedingungen entsprechen, während

25*

387

Principles of 388 . wenn sie das nicht ist. gewinnt dieser eine bevorzugte Stellung. während alle übrigen Inhalte nur insofern Wert behalten. obwohl dem gewöhnlichen Sprachgebrauch widersprechend. die dem Begriff in diesem allmählichen Prozeß der Gestaltung zukommt. 237 ff. s. uns machen wird. welche anderen Empfindungen des Gesichts oder der anderen Sinne ein Objekt. Der konstruktive Aufbau der räumlichen Wirklichkeit enthält einen Prozeß der logischen Auslese in sich und wäre ohne ihn in seinem Ergebnis nicht verständlich. daß schon die Vorstellung einer gesetzlichen Verbundenheit von Einzelinhalten. „Durch Erfahrung können wir offenbar lernen. Indem auf diese Weise unsere Apperzeption einen bestimmten Umkreis von Erfahrungen aus dem Fluß der übrigen herauslöst. sondern gleichsam ein Unterschied der Betonung. welches wir sehen. mehr und mehr zurückdrängen. Der Inbegriff aller dieser möglichen Empfindungen in eine Gesamtvorstellung zusammengefaßt ist unsere Vorstellung von dem Körper. betasten usw. als sie als „Zeichen" auf diese Realität hinweisen. die unter außergewöhnlichen Bedingungen entstehen und die daher nicht die gleiche Wiederholbarkeit wie jene ersteren besitzen. Hier ist es somit kein absoluter Seinsunterschied. Erinnerungsbild. welche wir nennen. Helmholtz selbst rührt an diese Frage. ohne eine begriffliche Regel nicht möglich sei. so lange sie durch gegenwärtige Empfindungen unterstützt ist. ist auch eine solche Wahrnehmung * Näheres zur Theorie der „Selektion" Psychology U.wir andere. der als die Realität schlechthin gilt. Die Masse der räumlichen „Perzeptionen" organisiert sich allmählich gemäß einem bestimmten Plane und gewinnt in dieser Organisation feste Gestalt und Fügung*. Er ist es nunmehr. wenn er gelegentlich betont. die Leistung zu verfolgen. wenn wir die Augen oder unseren Körper fortbewegen und jenes Objekt von verschiedenen Seiten betrachten. James. In gewissem Sinne also. die in der Zeit aufeinanderfolgen. Vom Standpunkt der logischen Betrachtung ist es von besonderem Interesse. der das Objektive vom Subjektiven sondert.

seinen Grundzügen nach. war es." Man sieht. Der einzelne Inhalt muß. Gattungsbegriff". welche dieses Objekt von verschiedenen Seiten betrachtet. sondern für die Gesetze dieser Erfahrung. von einander ihrem Wesen nach getrennten Sphären des Seins verschwindet nunmehr und an seine Stelle tritt das schlichte Problem des Zusammenhangs und Zusammenschlusses der einzelnen Teilerfahrungen zu einem geordneten Inbegriff. 947 f. S. Das Verfahren dieser logischen „Integration" ließ sich. und der. wie sich jetzt zeigt.Vorstellung von einem individuellen Objekte schon ein Begriff. Optik. um wahrhaft objektiv heißen zu können. die der traditionellen Logik fremd erscheint. auch in den weiteren Anwendungen fortwirkt und sich als Instrument der objektiven Erkenntnis erweist. im Unterschiede vom . Aufl.. 389 . die er an seinem Teil zur Darstellung bringt. Der rätselhafte Übergang zwischen zwei verschiedenen. 2. gleichsam aus seiner zeitlichen Enge herauswachsen und sich zum Ausdruck der Gesamterfahrung erweitern. sondern in seiner echten und ursprünglichen Bedeutung. daß Helmhol tz sich hier zu einer Ansicht des Begriffs zurückgeführt sieht.. — III. die in ihren näheren und weiteren Folgen das Ganze der erfahrbaren Wirklichkeit bestimmt und umfaßt. ist und die ihm selbst daher zunächst paradox In Wahrheit aber erscheint gerade hier der Begriff keineswegs in bloß übertragener und abgeleiteter. weil sie alle die möglichen einzelnen Empfindungsaggregate umfaßt. Der Moment bildet jetzt den Ausgangspunkt einer gedanklichen Konstruktion. Der „Reihenbegriff". berührt oder sonst untersucht. in uns hervorrufen kann*. bereits in jedem einfachsten Urteil * Handbuch der physiolog. Er steht fortan nicht nur für sich selbst. der bereits in der Grundlegung der exakten Wissenschaften entscheidend hervortrat. stätigt . Die psychologische Analyse der Raumvorstellung beund befestigt somit den Begriff der Objektiv i t ä t der sich allgemein aus der logischen Analyse der Erkenntnis ergeben hat.

die mit der des Urteils selbst gesetzt ist. als solcher logisch beharrt. Die . die als schlecht- Form . der damit gesetzt ist. waltet bereits der Gedanke. Gegenstandes" selbst: änderung denn der wissenschaftliche Begriff eines bestimmten Objekts umfaßt. sondern wird für die ganze Reihe t^^t^t^ festgehalten. oben. 355 ff. Überall dort. so kann es ihm im Zeitpunkt ti das Prädikat b'. im Zeitpunkt t^ das Prädikat b" zusprechen. In der einfachsten schematischen Bezeichnung des Grundverhältnisses genügte es. daß dieser Wechsel der Merkmale nicht regellos erfolgt. sondern auch die Gesamtheit der notwendigen Folgen. zu. hin wiederholbar gesetzt und im Urteil fixiert wird. Und diese Beharrung. in seiner ideellen Vollendung nicht nur die Gesamtheit seiner hier und jetzt gegebenen Merkmale. Zu diesem ursprünglichen Akt aber vermag weiterhin ein anderer hinzuzutreten. Erst damit ergibt sich das allgemeine Schema für den Begriff des empirischen . sofern nur daran festgehalten wird.. (S. bewährt sich auch dort. als damit eine Abhängigkeit festgestellt wird. wo der Inhalt.) Somit ist es hier zunächst ein und dieselbe Bestimmung. Wir verknüpfen eine Reihe zeitlich getrennter und inhaltlich verschiedener Zuständlichkeiten durch einen ein390 . in welchem sie durch den Wahrnehmungsakt erfaßt wird. die sich aus ihm. sondern durch zugehörige Änderungen in einer anderen Reihe gesetzlich bedingt und gefordert ist. Eigenschaft" b kommt dem „Ding" a nicht nur in dem bestimmten Zeitpunkt t^. daß in jeder beliebigen Aussage: a ist b insofern ein Moment der Dauer eingeschlossen ist. 321 ff. wo auch nur einem einzelnen Ding eine konkrete besondere Beschaffenheit zugesprochen wird.über „Tatsachen" sichtbar machen. S. in welchem nunmehr die Verder Einzelelemente selbst als logisch bestimmt gedacht wird. entwickeln können. als solcher veränderlich ist. unter bestimmt angebbaren Umständen. auf den die Bestimmung sich richtet. die nicht nur für einen einzelnen Zeitpunkt gelten will. darauf hinzuweisen. sondern als identisch übertragbar auf die ganze Folge der Zeitmomente angesehen wird. Wie das Urteil dem Subjekt a im Zeitpunkt Iq das Prädikat b zugeschrieben hat. . daß der Zusammenhang..

die für das Ichbewußtsein als hinlänglich gilt. sofern aus ihm nach bestimmter Methodik der Inhalt der Gesamterfahrung sich rekonstruieren läßt. Der Inhalt erst wahrhaft das Siegel des Seins aufdrückt. oder ihn zunächst Gegebenen logisch nach einem bestimmten begrifflichen Gesichtspunkt zu beurteilen. die fortan durch keine logische Bemühung mehr beseitigt werden kann.. die keiner näheren Prüfung bedarf. ohne ihm irgendein neues Element hinzuzufügen.. transzendentale Realismus" sich die Aufgabe stellt. wo man am eifrigsten bestrebt ist. um zu einer Welt der . lediglich den Inhalt der einzelnen. die das Denken nicht mehr zu überbrücken.. das Bewußtsein des 391 . die dem Einzelnen. das uns anfangs allein zugänglich ist. tatsächlich vorhandenen Impressionen passiv hinzunehmen. Gerade dort. daß nichts anderes. Nur dies wird behauptet und zu erweisen gesucht. Indem der . in keiner Weise genügt. die Grenzen der bloßen zu durchbrechen. die vom Gebiet des Subjektiven. Daß alles Bewußtsein sich nur auf die subjektiven Zustände des eigenen Ich bezieht. in den Bereich des „Transsubjektiven" hinüberführen. wird hier als eine Voraussetzung. des einzelnen Zeitdifferentials gewinnt objektive Bedeutung. Immanenz". Dinge" vorzudringen. Es gibt einen Bezirk der . zugrunde gelegt. zeigt sich der Mangel aufs deutlichste und empfindlichste.ist heitlichen Komplex kausaler Regeln: und diese Verknüpfung es. der über diese ersten und ursprünglichen Daten nirgends hinausgreift: es gibt eine Art des Selbstbewußtseins. als eben diese Zustände den Inhalt des unmittelbar ausmachen. durch — welchen die anfänglich fragmentarischen und unverbundenen Erfahrungen sich mehr und mehr zu dem einen System der empirischen Erkenntnis gestalten.. die Schlußfolgerungen auf- zuweisen. ist mit dieser Fragestellung im Grunde bereits eine Schranke zwischen Denken und Sein aufgerichtet. nach dem platonischen Wort. Im Gegensatz zu diesem kontinuierlichen Prozeß. sieht sich die metaphysische Auffassung an irgendeiner Stelle notwendig zu einer Kluft geführt. daß diese erste Stufe. wenngleich allenfalls zu überspringen vermag. Vorstellungswelt" realen . die sich ausdrücklich darauf beschränkt.

ohne damit einem anderen. den wie nunmehr weiter gefolgert wird der hat damit Kreis des immanenten Seins bereits verlassen. Man mag alle diese Folgerungen bis hierher völlig zuaber ein seltsamer Irrtum war es. Insbesondere ist Gegenstand der Naturwissenschaft. verneint. von denen hier die Rede ist. durch sie nicht nur den psychologischen Vorstellungsidealismus. Phase der Erkenntnis. der ihm gegenüber als der objektive Inhalt kann als „subjektiver" erscheint. auf welche in diesen Deduktionen der Begriff des objektiven Seins gegründet wird. als vielmehr der Begriff der . erschöpfen. die über den Inhalt der jeweilig gegebenen Eindrücke hinausgreifen. da beide nur miteinander bestehen und sich nur in steter Kein Wechselbeziehung aufeinander entwickeln können.Gegenstandes zu begründen. mit diesen primitiven Mitteln nicht zu Die Gegenstände.) Die 392 Bedingungen und Voraussetzungen der „objektiven" . als der Gedanke des Objekts. S. Der Gedanke des Ich ist keineswegs ursprüng. oben. auch die Ohne logische primitivste. gewußt und erfahren werden. Der kritische Idealismus unterscheidet sich von dem „Realismus". ist nicht sowohl der Begriff der „Transzendenz". sondern auch den kritischen Idealismus in seinem Grunde und seiner Wurzel getroffen zu haben. um in den Bereich der „Transzendenz" überzutreten. — — — Grundsätze. der hier vertreten wird. licher und logisch unmittelbarer. Kraft" und die Beschleunigung. gibt es für ihn so wenig ein I c h als es ein Gegenstandsbewußtb ewu ß t se i n sein gibt.. wenn man gegestehen: glaubt hat. Wer daher der Wissenschaft das Recht einräumt. 362. sondern umgekehrt dadurch. (Vgl.. von Objekten und von den kausalen Verhältnissen der Objekte zu sprechen. Immanenz". Was daher von seinem Standpunkt aus zu bestreiten ist. die . nicht dadurch. sind von allen Inhalten der unmittelbaren Wahrnehmung streng und unverkennbar geschieden. wie sich in Tat der der leicht zeigen läßt. fordert. daß er sie schärfer faßt und ihre Wirksamkeit bereits für jegliche. der hier vorausgesetzt wird. entgegengesetzt zu werden. die „Masse" und die „Energie". daß er die gedanklichen Postulate.

die zwischen den verschiedenen erkenntnistheoretischen Richtungen immer aufs neue entstehen. als nachträgliche Ergänzung hinzugefügt werden. so verlohnt es sich dennoch. das als solches keinen selbständigen Bestand besitzt. alles logische Ordnen entfernt ist und sie nur in einem Zusammenrinnen des Ähnlichen und Gleichen bestehen": dann und nur dann darf die Selbstgewißheit sie in ihren Dienst stellen. sondern sie sind bereits in ihrer Setzung mitDas . Wenn aus unseren Vorstellungen . daß Außen. ein schlechthin individueller ist. die sich von jeder Beimischung des Begriffs frei hält. kraft deren das Ich sich selbst erfaßt.. liegt in einem analogen Gegensatz.alle Denknotwendigkeit. der zwischen und angenommen wird. die uns der Zustände des eigenen Ich versichert. Subjektive" bedeutet immer nur das abenthalten. Der tiefere Grund dafür. innerhalb dessen sie alleinige und ausschließende Geltung besitzen. während alle Erkenntnis des äußeren Objekts ihre eigentliche Gewähr erst kraft der Notwendigkeit des Denkens empfängt.und Innenwelt als zwei heterogene Wirklichkeiten einander entgegengesetzt werden.. ohne sich damit Erfahrung Denken 393 . ist es. Die Gewißheit der reinen Erfahrung gilt von der des Denkens als völlig verschieden. sobald einmal die metaphysische Differenz des Subjekts und Objekts in eine methodische Unterscheidung verwandelt ist. daß der Inhalt. in der er hier und jetzt gegeben ist. Und wie beide in ihrem Ursprung getrennt sind. der auf diese Weise gewonnen wird. nachdem die subjektive Welt der Vorstellungen bereits besteht und in sich selbst ihren Abschluß gefunden hat.Erfahrung können daher nicht. weil sein ganzer Sinn und seine ganze Bedeutung in seinem logischen Korrelat und Gegensatz wurzelt. Die reine Erfahrung. ergriffen wird. so beziehen sie sich demgemäß auch auf je einen besonderen Kreis von Objekten. bei ihm zu verweilen: denn hier liegt der Kern aller Mißverständnisse. So klar dieser Sachverhalt erscheint. Die innere Wahrnehmung. der lediglich in der einmaligen Beschaffenheit. besitzt demnach freilich eine eigentümliche und in ihrer Art unübertreffliche Evidenz: aber diese Evidenz wird dadurch erkauft. strakte Teilmoment einer begrifflichen Unterscheidung.

. hierzu o 1 k e 1 t . ohne den einzelnen Inhalt selbst zu zerstören. Der Schnitt. München Kap. um freilich sogleich einzusehen. das über die bloße unmittelbare Gegebenheit der Einzelempfindung hinausgeht. um lediglich dieses unser einzelnes individuelles Bewußtsein „in seiner ganzen Blöße und Nacktheit" festzuhalten. Der jeder Theorie des Erkennens muß somit darin bestehen. I. der hier zwischen Wahrnehmung und Denken versucht wird. wenngleich in ihren Einzelheiten noch nicht festgestellten Ordnung in sich. 15ff. V 394 . daß wir uns allen Zusammenhängen mit den Reichen des Geistes und der Natur. Erfahrxing und Denken. transsubjektiv". der nicht einmal als methodische Fiktion vollziehbar ist: denn die bloße Möglichkeit des Bewußtseins schließt zum mindesten die begriffliche Antizipation einer möglichen. wie den objektiven Begriff der Erfahrung. Leipzig 1878. Alles Bewußtsein verlangt irgendeine Art der Verknüpfung: und jede Form der Verknüpfung setzt eine Relation des Einzelnen zu einem umfassenden Ganzen. setzt eine Einordnung des individuellen Inhalts in irgendeinen Gesamtzusammenhang voraus. sondern auch die Gewißheit des Anfang — * S. 1906. zu erweitern ist*. Die Quellen der menschlichen Gewißheit. allem Verkehr mit den Gütern und Gemeinschaften der Kultur entschlagen. S. vgl. Ein schlechthin regelloses und ungeordnetes Etwas von Wahrnehmungen ist daher ein Gedanke. daß nicht nur die Gewißheit des Objekts. Gerade dieser scheinbar gänzlich voraussetzungslose Anfang aber enthält eine Prämisse in sich. daß sich bei ihr nicht stehen bleiben läßt. so gilt hier der paradoxe Satz. Bezeichnet man daher jedes Moment. kraft deren wir einen Gegenstand der Erkenntnis setzen. So primitiv und unentwickelt dieser Zusammenhang auch gedacht werden mag: er läßt sich dennoch niemals gänzlich aufheben. deren Recht vom Standpunkt der Logik wie von dem der Psychologie aus in gleicher Weise unerweislich ist. sondern daß sie durch logische Annahmen und Postulate. bes. an der das Denken in keiner Weise beteiligt ist. vernichtet nicht minder den Begriff des Bewußtseins.untreu zu werden. als . Erst auf diese Weise gelangen wir zu einer Gewißheitsart. .

oben.. usf. S. daß der Gegenstand nicht in der bloßen Empfindung gegeben ist. Wahrnehmungsurteil" gewinnt seine Bedeutung erst durch den Hinblick auf das System der Erfahrungsurteile und muß somit die gedanklichen Bedingungen (Vgl. den diese Grundsätze.. S.. transzendent" ihrer obersten Grundsätze aus ist er nichtsdestoweniger als rein . Es gibt somit freilich im strengen Sinne kein absolutes. sie betrifft lediglich die objektive Geltung bestimmter Axiome und Normen der wissenschaftlichen Erkenntnis.. V o 1 k e 1 1 Quellen der menschlichen Gewißheit. Denn auch das bloße . 395 . so gibt es hier keine Kluft". die hier allein behauptet ist. S. . transsubjektives" Moment in sich birgt.) dieses Systems anerkennen. hat mit der subjektiven . Er verbleibt streng in dem Umkreis. 32 ff.. durch Denkens. sondern daß er erst auf Grund der Denknotwendigkeit gewonnen wird**: so verficht er damit die eigenste These eben dieses Idealismus selbst. sondern als das wie es sich in der fortschreitenden Erfahrung Objekt. Vorstellung" nichts mehr gemein. Idealismus" ausmacht. transsubjektiven Befehl" zu über- winden wäre*. 46 f. usf.Subjekts ein . 186 ff. Die Wahrheit des Gegenstands dies allein ist die Meinung hängt an der Wahrheit dieser Axiome und besitzt keinen anderen und festeren Grund. die erst mühsam. Denn dieser Gegenstand mag vom Standpunkt des psychologischen Individuums aus immerhin heißen: vom Standpunkt der Logik und . Erfahrung und Denken. ** Quellen der menschlichen Gewißheit. selbst gestaltet... Bestimmt man daher den Gegenstand nicht als eine absolute Substanz jenseits aller Erkenntnis. durch . sondern immer nur relatives Sein: aber diese Relativität bedeutet ersichtlich nicht die physische Abhängigkeit von den einzelnen — — * Vgl. Wenn Volkelt in immer von neuem hervorhebt. immanent" zu bezeichnen. der den Kern des kritischen seiner Kritik . 325 f. erkenntnistheoretische irgendein Machtgebot des einen . Dieser schlichte Gedanke allein aber ist es. S. den insbesondere die allgemeinen Prinzipien der mathematischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnis bestimmen und abgrenzen. Die Idealität..

was in der Sprache des Idealismus als die Bedingtheit des „Objekts" durch das „Denken" bezeichnet wird. . wenn wir uns zu klarem Bewußtsein bringen. ist. Die sachliche Notwendigkeit. im letzten Grunde eine logische Not- denkenden Subjekten. so werden wir hier notwendig auf gewisse logische Notwendigkeiten zurückgeführt. wenn wir dieser Gewißheit zuwider handelten. S. sondern er bezeichnet lediglich eine rein funktionale Beziehung.Argumente" zurückgeführt werden und diese rein inhaltliche Abhängigkeit der Funktion von ihren Argumenten ist es. bes. : wendigkeit. Alles. die somit als die unentbehrlichen. wie auch hier schließlich zugestanden wird.sondern die logische Abhängigkeit vom Inhalt bestimmter allgemeingültiger Obersätze aller Erkenntnis überhaupt. konDie stitutiven „Faktoren" eben dieses Begriffs erscheinen. „Gegenstandes" zergliedern. Überlegen. Vernunft. 37.und Unterordnung in der Gültigkeit Wenn wir die Definition des bestimmter Urteile. Die Quellen der menschlichen Gewißheit. die wir vermöge der Denknotwendigkeit dem Inhalte des Urteils geben*. Wissenschaft nennen. daß das Sein ein „Produkt" des Denkens ist. ." Die Vo ke 1 1 1 . 33 u. oben. kraft deren wir aus dem Kreis der einzelnen. enthält somit hier keinerlei Hindeutung auf irgendein physisches oder metaphysisches Kausalverhältnis. die successiv auf eine Folge logischer . unverbundenen Empfindungen heraustreten. Denken. Verstand. Erfahrung und ihr Gegenstand werden in der Weise von abhängigen Variabein aufgefaßt. „Es geschieht im Namen der nötigt. Der Satz. 396 . durch strenge kausale Regeln miteinander verknüpfter Gegenstände zu erheben. als „die transsubjektive Bedeutung. daß sie auch auf der Gegenseite ausdrücklich hervorgehoben und bezeugt wird. (Vgl." Unter Seinsgültigkeit soll daher nichts anderes verstanden werden. um uns zu dem Gedanken kontinuierlicher. Vernunft. würde uns an der Wurzel untergraben erscheinen. ein Verhältnis der Über. was in diesem Begriff gesetzt ist. daß die Gewißheit sachlicher Notwendigkeit mich beherrscht und zu transsubjektiven Annahmen was wir Beurteilen. 354 ff.) Diese Art der Bedingtheit aber ist so unverkennbar. S.

wenn man hier den Gegenstand der Erfahrung mit dem Gegenstand der reinen Mathematik vergleicht. so läßt sie sich alsbald auf die Objekte der Physik übertragen. wie die Unterscheidung. Ist diese Einsicht einmal festgestellt. jeglicher Am klarsten tritt diese Begrenzung hervor. sind notwendig und hinreichend für die Umformung hier 397 .. der keine unmittelbare Entsprechung in irgendeinem einzelnen Vorstellungsinhalt besitzt. aber in beiden Fällen gilt zugleich. auf denen der Übergang von den empirischen Daten des Tastund Gesichtssinnes zu den reinen Gestalten der Geometrie beruht. Dieselben Bedingungen. auch für ihn ist es charakteristisch. in der wir die Erfahrung fortschreitend gemäß den Forderungen des mathematischen Begriffs umgestalten. kraft deren wir die mathematische Idee des Dreiecks oder Kreises dem einzelnen anschaulichen Bilde. entgegenstellen. wie die Grenze einzelnen bestimmen. daß vermöge dieser Scheidung kein gänzlich fremdartiges Sein von uns ergriffen wird. Auch dieser geht ja in keiner Weise in einem Komplex von sinnlichen Empfindungen auf. durch welches sie und jetzt im wirklichen Vorstellen repräsentiert wird. die ja. Und dennoch bilden die Gegenstände der mathematischen Erkenntnis. nichts anderes sind als das Ergebnis und der Abschluß einer logischen Arbeit.allgemeingültigen Regeln der Vernunft sind es somit. Transzendenz" ist damit genau bezeichnet. sondern nur bestimmten Inhalten ein neuer Charakter begrifflicher Notwendigkeit aufgeprägt wird. sondern sind nur der Ausdruck bestimmter allgemeingültiger und notwendiger ideeller Zusammenhänge. Art von . daß er das Gegebene in einem gedanklichen Entwurf. absoluter Existenzen. In beiden Fällen erhebt sich das momentane sinnliche Bild zu einer neuen logischen Bedeutung und Dauer. wie sich allenthalben gezeigt hat. ist von derselben Art und beruht auf den gleichen prinzipiellen Gründen. bilden die Zahlen wie die reinen Gestalten der Geometrie kein eigenes Gebiet für sich bestehender. überschreitet. Die „Transzendenz". die wir dem physikalischen Objekt im Unterschied von dem verfließenden und veränderlichen Inhalt der Einzelwahrnehmung zuschreiben. nach welchen wir den Begriff des Seins selbst entwerfen und im Das Recht sowohl.

Hier wie dort wird eingeführt.. ist keine andere. und gewährleistet . Der Realismus und das Transzendenzproblem. sofern sie nur als Gegebenes. Jeder Gedanke . ob ich urteile. Das Urteil. Transzendenz". nicht selbst etwas Gegebenes ist. die Erkenntnis gehen ihrem Sinne nach über das Gegebene hinaus. ** Vgl. jenige. 126: „In dieser allgemeinen Überzeugvmg von der objektiven Natur der Wahrheit liegt aber die Transzendenz des Urteils als notwendige Voraussetzung eingeschlossen." Diese Sätze sind völlig zutreffend: aber es bedarf nur einer leichten Änderung der Formulierung.. die über das in ihm Gegebene hinausführt. jedes Urteil 398 .. ist sich selbst transzendent. wenn es bereits zu seiner ursprünglichen Leistung gehört. S. Denn wäre das Urteil nicht transzendent. die Erkenntnis zur Erkenntnis macht. Der „Gegenstand" W. transzendent.des Inhalts der bloßen Perzeption in die Welt der empirischphysikalischen Massen und Bewegungen. .a. S. Frey tag. würden zu Tautologien. sondern über sie hinauszuschreiten: so gilt zugleich der umgekehrte Schluß. denn alle Versuche. 123. nicht in den gegenwärtigen Empfindungen zu beharren.. das zu dem Gegebenen hinzukommt. daß das. wenn er was das Urteil zum Urteil. gleichgültig. F r e y t a g Halle 1902. auf der die Setzung jedweder Art von Objektivität beruht. so würde ja die Wahrheit vom Urteil selbst geradezu gemacht werden. als sie hier gezogen wird. a. das in ihnen Gemeinte ist dem Gegebenen und daher ihnen selbst. als die. zu sinnlosen Sätzen führen. die kraft des Denkens begründet und erwiesen werden kann. wenn wir lediglich auf das Gegebene beschränkt wären. um aus ihnen sofort eine völlig andere Konsequenz zu entwickeln. mit dem Meinen. Der betont. läge all seine Bedeutung in dem. auf den fortan ein konstanter das Veränderliche bezogen wird: und diese grundlegende Funktion ist es. Die . Maßstab Realismus" ist somit allerdings im Recht. Wenn wirklich alles Denken „sich selbst transzendent" ist. was es als psychischer Vorgang ist.O. insofern er sich selbst nie meinen kann*. a ist b oder a ist nicht b. hätte es keine Bedeutung.\Vir könnten nie etwas meinen.. selbst die in gesetzt der Grundfunktion des Urteils ist**.. sondern etwas. als gegenwärtiger psychischer Inhalt betrachtet werden. mit dem Urteilen rein im Gegebenen zu bleiben.

" * Vgl. aber war es. jenige von irgendwelchen konkreten psychischen Inhalten oder Akten. im zweiten das a. das ohne den Hinweis auf sein Integral nicht völlig bestimmt und verständlich ist. 399 . ist unbedingt zuzugestehen: aber in dieser „Repräsentation" liegt. sinnlichen Wahrnehmung überschreitet.. das uns über die Erfahrung als hinausführt. das Urteil ist. B. sondern vielmehr die logische Allgemeingültigkeit der obersten Erkenntnisprinzipien gegenüber. seinen Bestand in begrifflichen Re- lationen. 336. indem es den Kreis der Empfindung ist als es — überschreitet. was nicht direkt in ihm selbst liegt*. kein Moment. Berlin 1906. der Eindrücke tritt nicht eine metaphysische Transzendenz der Dinge. Das Besondere erscheint als Differential. weil seiner DefiniDer psychologischen Immanenz tion nach unablösbar ist. Damit aber ist wiederum die Korrelation von Erkenntnis und Gegenstand im kritischen Sinne zugestanden: denn so sehr das Urteil den bloßen Inhalt der eben gegenwärtigen. nicht diestehe. daß . das würde in sich richtig sein. Jedes Einzelglied der Erfahrung besitzt insofern symbolischen Charakter. Vorstellung" alles Gegebene zugleich etwas bedeutet. Der metaphysische „Realismus" mißversteht diesen logischen Bedeutungswandel. seinem Wesen. aber eben dieses Objekt selbst gewinnt. das tatsächlich als nicht b seiend beurteilt und darum auch so gegeben wäre. als in ihm das Gesamtgesetz.somit genau so viel und genau so wenig transzendent. weil ja im ersten eben das a gemeint wäre. das tatsächlich als b seiend beurteilt und darum auch gegeben wäre. Daß die einzelne gleichsam über sich selbst hinausgreift. S. „Ein Jegliches. Kant und seine Vorgänger. das es von denen Gesamtsystem und die Allheit der Glieder umschließt. mitgesetzt mit- gemeint ist. Die „Immanenz" im Sinne des Psychologismus muß freilich überwunden werden. wie sich bereits gezeigt hat. hierzu z. um zum Begriff des physikalischen Objekts vorzudringen. die der methodische Idealismus allein vertrat und forderte. Uphues . so wenig wird man behaupten wollen. daß es jenseits der logischen Grundsätze der Erkenntnis überhaupt Die Abhängigkeit von diesen Grundsätzen. indem er ihn als eine Art dinglicher Transsubstantiation auffaßt.

als es ist. Von den philosophischen Physikern ist es insbesondere F e c h n e r der das Problem.'* Aber dieses . ineinander hineinwerfen oder durch inneres Wirken in sich oder aus sich heraus erzeugen. die als solche einer gemeinsamen Ordnung angehören. so haben beide sich zuletzt auf Nichts berufen Aber statt daß A und B den Grund der Existenz. V. selbständig seiende feste Dinge dahinter anzunehmen. ich kann nur bestehen. Das Grundproblem der Erkenntnistheorie. nicht dazu. spricht A. 400 . was es ist. Diese Beziehung ist dazu bestimmt. sei es durch äußeres Wechselwirken. die mit ihrem Ansich nie in die Erscheinung treten können. Heterogenes zu sein. Hartmann. sagt man: wenn sich Eins hinsichtlich des Grundes seiner Existenz immer nur auf das Andere berufen will. . „Daß in der Welt der Erscheinung immer nur Eins mit und durch das Andere bestehen kann. die sich innerhalb des Gebiets der Erkenntnisgegenstände erfüllt und befriedigt. sofern B besteht. sofern A besteht. daß wir es überschreiten. den sie nicht einseitig und wechselseitig ineinander finden können. daß wir kraft ihrer von einem gegebenen Anfangspunkt aus das Erfahrungsganze im geregelten Fortgang durchschreiten. * S. ist es eben und braucht es darum nicht erst zu bedeuten*. das hierin liegt. so fehlt zuletzt ein Grund für alle Existenz. .etwas bedeuten soll". und hat dazu geführt. ich kann nur bestehen. . Das beständige Hinausgreifen über den jeweilig gegebenen Einzelinhalt ist selbst eine Grundfunktion der Erkenntnis. und B hinwiederum. vielmehr handelt es sich hier um eine Beziehung zwischen verschiedenen empirischen Inhalten. „muß etwas anderes bedeuten. 49. vielmehr den ganzen unselbständigen Schein der Erscheinung. allen Erscheinungen überhaupt die eigentliche Existenz abzusprechen und als letzten haltbaren und Halt gewährenden Grund ihrer wechselnden Vielheit an sich bestehende. nun weiter rückwärts in etwas hinter sich zu suchen haben. was ihrem Schein den Grund . Denn. kann leicht dazu führen. E. denn das. scharf erfaßt hat. so wird hier gefolgert.Andere" braucht darum in keiner Weise etwas sachlich.

. 2. Über die physikalische ff." So deutlich und entschieden diese Sätze indessen Abgrenzung zwischen Metaphysik und Physik vollziehen: dennoch zuletzt bei Fechner selbst.. a. Fechner. die metaphysischen Bestandteile im Begriffe der Materie auszuschalten. Cassirer. Was hinter den Daten des Tastens und Fühlens selbst noch liegen mag. Die kritische Auffassung steht Tastgefühl dem — * lehre. das für ihn charakteristisch ist. „ganz übereinstimmend mit dem gemeinsten Sprachgebrauche". Was wir Objektives an einem materiellen Dinge finden können.. und philosophische Atomen- Aufl. Erscheinungen rückliegenden dunklen Dinge dahinter.. beruht immer nicht in einem unabhängig von den Wahrnehmungen. von dem jede Erscheinung einen Teil verwirklicht*. haben sie ihn in der Totalität zu suchen. nach dessen Grunde man von neuem zu fragen hätte. zu entgehen. 111 ** A. als was sich dem bedeutend mit bemerklich macht. dahinter noch Anderem. nach welchen Regeln sich das Einzelne zum Ganzen fügt und was die letzten Elemente. wiederum dazu geführt. So wird sie gleich„Handgreiflichen". was darin . sondern in einem über die Einzelwahrnehmungen. das den sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften „zugrunde liegt". doch kann man untersuchen. Leipzig 1864. das Ganze ist der Halt und Kern des Ganzen und alles Dessen. 106 f. ihm ist die Handgreiflichkeit selbst das allein Aufzeigbare.. nicht in etwas Einzelnem. auch das eigentümliche logische Moment zu beseitigen. Substanzbegriff 26 4Q1 .. nichts anderes. O. braucht den Physiker nicht zu kümmern. dem Begriffe die für seine Zwecke erforderliche feste Unterlage zu geben**. Um der Auffassung der Materie als eines völlig unbekannten und unbestimmten Etwas. welche das Ding gewährt. Hier hat also der Versuch. S. hinausreichenden solidarisch gesetzlichen Zusammenhang derselben.und Kern gebe. Im Ganzen hat man allen Grund des Einzelnen zu suchen.. bestimmt er sie durch eben diese Eigenschaften selbst: die Materie des Physikers ist. S. von der sie beide Glieder sind. durch Erfahrung Faßbare und weiter Verfolgbare: und dies genügt. Einzelerscheinungen. in der Begriffsbestimmung des Objekts der Physik noch eine innere die so verrät sich Unklarheit.

druck des Objekts und dieses Objekt selbst treten auseinander: an die Stelle der Identität tritt das Verhältnis der Repräsentation. wandeln sich nunmehr in bloße Ausdrücke des Seins. die zuvor als dem Sein selbst zugehörig galten. Begriff des Dinges keinerlei Rätsel und zwar enthält der Schwierigkeiten. Nur durch die Setzung ursprünglicher Relationen. All unser Wissen. wie es an sich selbst weder leuchtend noch duftend. so müssen weiterhin in dem bekannten Fortgang. (S. liefert uns niemals die Gegenstände selbst. die unseren unmittelbaren Sinnesempfindungen anhaften. deren keine sich „handgreiflich" gleich einem gegebenen sinnlichen Inhalt aufzeigen läßt. daß dieses Ganze sich niemals als eine bloße Summe einzelner Sinnesdaten darstellen und begründen läßt. Die Rückführung des Dingbegriffs auf einen obersten Ordnungsbegriff der Erfahrung beseitigt eine Schranke. Der Eindieses naive Vertrauen wird alsbald erschüttert. S. gewinnt es seine Form und Gliederung. Sie definiert das Objekt der Naturwissenschaft durch die Beziehung auf das „Ganze der Erfahrung": aber sie ist sich zugleich bewußt. sondern er besitzt sie unmittelbar und vermag sie zu ergreifen.zwischen beiden Ansichten mitten inne. wie unsere körperlichen Organe des Tastens Aber das körperliche Objekt umfassen und umspannen. weder farbig noch tönend ist. Der Gedanke braucht nicht allmählich und kraft komplizierter Schlußfolgerungen zu den Dingen vorzudringen. 224 f. der die Geschichte der Metaphysik aufweist auch alle räumlich-zeitlichen Eigen- — — 402 . und einer der mannigfaltigen Ausdrücke dieser Relationen ist es. die sich im Fortschritt der Erkenntnis immer gefährlicher aufFür die erste naive Wirklichkeitsansicht zurichten drohte. wie in dem der Kraft oder Energie festgehalten wird. sondern nur Zeichen von ihnen und ihren wechselseitigen Beziehungen. der im Begriff der Materie. Immer mehr Bestimmungen.) — IV. so vollendet es in sich selbst sein mag. oben. Wie das Ding frei von all den Besonderungen zu denken ist.

erweist sich jetzt als ein notwendiges Moment im Prozeß der Eigenschaft 26* 403 . Der Begriff des Gegenstandes ist — — . sondern umgekehrt eben das Grundmittel. Einen Inhalt erkennen. heißt ihn zum Objekt umprägen.Schäften. prägt ihnen das Merkmal der Unbegreiflichkeit auf. Er bezeichnet den logischen Besitzstand des Wissens selbst. daß eben dasjenige. So ist das geworden ist. in Wahrheit in jegliche Erkenntnis als unentbehrlicher Faktor und als notwendige eingeht. wie die der Mehrheit und der Zahl. indem wir ihn aus dem bloßen Stadium der Gegebenheit herausheben und ihm eine — Bedingung bestimmte logische Konstanz und Notwendigkeit verleihen. Derselbe Grund. keine das.Ding" nicht mehr die unbekannte Sache. sobald man sich darauf besinnt. letzte Schranke des Wissens mehr. — . Wir erkennen somit nicht „die Gegenstände" als wären sie schon zuvor und unabhängig als Gegenstände bestimmt und gegeben sondern wir erkennen gegenständlich. abgestreift werden. was hier als der unverstandene Rest der Erkenntnis erscheint. tritt in einen eigentümlichen Gegensatz zum absoluten Sein Bekannte. des Gegenstandes. der uns der Existenz der Dinge versichert. als vielmehr tiefer und tiefer zu verbergen. Alle Skepsis und alle Mystik drängen sich fortan in diesen einen Punkt zusammen.. kraft dessen es all was ihm zum feststehenden Eigentum ausdrückt und sicherstellt. indem wir innerhalb des gleichförmigen Ablaufs der Erfahrungsinhalte bestimmte Abgrenzungen schaffen und bestimmte dauernde Elemente und Verknüpfungszusammenhänge fixieren. Wie vielfältige und neue Verhältnisse der „Erscheinungen" uns die wissenschaftliche Erfahrung immer kennen lehren mag: die eigentlichen Gegenstände scheinen sich in ihnen nicht sowohl zu enthüllen. nicht ein dunkles Jenseits. in diesem Sinne genommen. der Veränderlichkeit und der Ursächlichkeit von ihm Alles alles Erkennbare. die als bloßer Stoff vor uns liegt. so müssen Verhältnisse. sondern ein Ausdruck für die Form und den Modus des Begreifens selbst. das sich ihm jetzt und für immer entzieht. Alle diese Zweifel und Bedenken schwinden indes. All das. was die Metaphysik den Dingen an und für sich als beilegt.

durch die sie jeweilig Funktion befriedigt wird.dort von der Beharrlichkeit und der im Unterschied von der Wandelbarkeit und der Unterbrechung der Sinneswahrnehmungen.y auch die Begriff des absoluten Gegenstandes festhält. zur Bezeichnung seines Gehalts zuletzt kein anderes Ausdrucksmittel zu finden. deren wir uns hier niemals versichern können. Je nachdem die ihrem Ziel und Wesen nach einheitliche der Gegenständlichkeit sich mit verschiedenem empirischen Material erfüllt. die der fortschreitenden gesetzlichen Verknüpfung als allgemeine Richtlinien dienen. als vielmehr die logischen Werkzeuge. Forderung selbst. Besonders prägnant tritt dieser Zug in der Helmholtzschen hervor. Denn vom Bilde verdort. gesprochen wird. Das Zeichen dagegen fordert keinerlei sachliche Ähnlichkeit in den Elementen. ihm festgehalten wird. in denen es zu anderen gleichartigen steht. die erkannt werden. entstehen verschiedene Begriffe der physikalischen Realität. Wenn stetigen Fortdauer der Gegenstände. . die jedoch nur verschiedene Stufen in der Erfüllung ein und derselben fundamentalen Forderung Wahrhaft unveränderlich bleibt lediglich diese darstellen. So vermag denn Naturwissenschaft wo sie am Zeichentheorie Abbilder langt man irgendeine Art von Gleichheit mit dem abgebildeten Objekt. die eine charakteristische und typische Ausprägung der allgemeinen naturwissenschaftlichen Erkenntnislehre darstellt. nicht der Gegenstände. Aus diesem Zusammenhang heraus erklärt sich erst die eigentümliche Wandelbarkeit. sondern die objektiven Verhältnisse. Sie bezeichnen nicht sowohl die sachlichen Merkmale. als die rein formalen Beziehungen. das ist nicht die besondere Eigenart des bezeichneten Dinges. die sich im Inhalt der wissenschaftlichen Objektbegriffe kundtut. sondern lediglich eine funkWas in tionale Entsprechung der beiderseitigen Struktur. Die Mannigfaltigkeit der Empfindungen ist der Mannigfaltigkeit der wirklichen 404 . Unsere Empfindungen und Vorstellungen sind Zeichen. mit denen erkannt wird. auf denen der Zusammenhang der Erfahrung beruht. so erscheinen hier Identität sowohl wie Stetigkeit als Postulate. nicht die Mittel. Objektivierung.

haben wir damit lediglich eine neue Bezeichnung für die universelle Bedeutung. Der bekannte Tatbestand wird. die wir ihnen zuerkennen. Die Dinglichkeit ist stets nur eine derartige Bestätigungsformel. 2. das Gesetzliche in der Erscheinung: und diese Gesetzmäßigkeit. sich in daß jede Verknüpfung. abgesehen von allen besonderen einschränkenden Bedingungen besitzen. Zeichen von etwas Objektivem". die sie für alle Erfahrung. die für uns eine Bedingung der Begreiflichkeit der Phänomene ist. keine Bedeutung mehr besitzt. unter denen dieses Wirkliche steht und denen gemäß es sich verändert. Optik. geschaffen. Indem wir die Zusammenhänge. Man sieht indessen.. Was wir unzweideutig und als dem in einen Inbegriff feststellen knüpfung dem andern Tatsache ohne hypothetische Unterschiebung finden können. die zunächst als bloße Regelmäßigkeiten von erscheinen konnten. 947 f. Die Gegenstände der Physik. auf eine Verhinweist. daß auch in dieser Auffassung nicht sowohl ein gänzlich neuer Inhalt gesetzt. nicht seiner Natur nach geändert. ist zugleich die einzige Eigenschaft. 586 ff. S. sondern lediglich bekräftigt und in seiner objektiven Wahrheit bestätigt.Gegenstände derart zugeordnet. wohl aber die Regeln. 405 . als sie vielmehr objektive Zeichen sind. Handbuch der physiolog. die wir unmittelbar auf die Dinge selbst übertragen können*. die somit abgetrennt von dem Ganzen der empirischen Zusammenhänge. Die Gesetzlichkeit des Realen besagt zuletzt nichts mehr und nichts anderes als die Realität der Gesetze: und diese besteht in der unveränderlichen Gültigkeit.. die läßt. sind daher nicht sowohl . Somit erkennen wir kraft unserer Vorstellungen zwar nicht das Wirkliche schlechthin.. ö. in ihrem gesetzmäßigen Zusammenhang. in seiner isolierten an sich seienden Beschaffenheit. als G e s e t z e der Dinge aussprechen. Aufl. indem wir diese Ausdrucksform wählen. ist Empfindungen * Helmholtz. als vielmehr nur ein doppelter Ausdruck für ein und denselben fundamentalen Sachverhalt geschaffen ist. die durch sie beglaubigt werden sollen. die bestimmten begrifflichen Bedingungen und Forderungen genügen. u.

immer eine Beziehung zwischen zwei Dingen betrifft. wir sprechen von ihrer Anziehung gegen die Erde. ohne es zu nennen. A\ifl.die Dinge niemals in dem. auf andere Dinge gewisse Wirkungen auszuüben. berufen. was sie für sich sondern nur in ihren wechselseitigen Verhältnissen kennen: daß wir nur die Relationen der Beharrung und Veränderung an ihnen festzustellen vermögen. Physiologische Optik». jedes einzelnen beeinträchtigt und verdunkelt. an dem sie sich äußert. das ist ihr Verhalten gegen Wasser. 406 . sondern sie besteht überhaupt nur in Beziehung auf und hängt ab von der Natur eines zweiten. auf welches gewirkt wird*. als selbstverständlich im Sinne behalten. So sprechen wir von der Löslichkeit einer Substanz. bekannt. als die Fähigkeit desselben.. (Vorträge und Reden. Geht man von der Existenz der absoluten Elemente aus. Sehens. S. wenn wir das Reagens. vgl. 321). was wir Eigenschaft nennen. Wenn aber. 589. so muß es wie ein Mangel des Denkens erscheinen. die die Natur Daß wir allein sind. S." so formuliert Helmholtz diese Anschauung.. aber sie werden uns nur in ihrer Wechselwirkung. „Jede Eigenschaft oder Qualität eines Dinges. Braunschweig 1896. Aber dieser Satz schließt keine der skeptischen Folgerungen mehr in sich. das ist ihre nennen wir sie natürlich nie allein von der Natur des einen Wirkenden ab- hängen. „ist in Wirklichkeit nichts anderes. ihre Wirkung auf ein normales Auge zu bezeichnen. so kann eine solche Wirkung Schwere. Die Dinge bestehen nach dieser Auffassung für sich. indem dabei als selbstverständlich vorausgesetzt wird. in denen man die treffendste Formulierung des allgemeinen Grundsatzes der Relativität prinzipielle sah.. Eine solche Wirkung nennen wir Eigenschaft. daß es sich nur darum handelt. ergibt sich hieraus von selbst. und ebenso mit demselben Recht blau. die in der realistischen Metaphysik mit ihm verknüpft sind. daß es sich dieser Existenz niemals völlig rein und abgelöst zu bemächtigen vermag." Man hat sich auf diese Sätze. Die neueren Fortschritte in der Theorie des 4. aller um Ausscheidung ontologischen auf Grund derselben die Bestandteile * Helmholtz.

wobei diese Elemente selbst doch immer noch als ein dunkler für sich bestehender Kern gedacht sind. nach Relationsgedanken * Vgl. Leipzig 1901. in welchem der Begriff der Wirklichkeit selbst wurzelt. die Relativität der Erkenntnis aus der durchgängigen Wechselwirkung der Dinge erklären zu wollen. Stalle. daß wir stets nur die Beziehungen zwischen Seinselementen denkend erfassen können. die die Erkenntnis in das sinnlich Mannigfaltige hineinlegt. sondern wir verdichten die Erkenntnis empirischer Zusammenhänge zu Urteilen. wie diese Grundanschauung innerhalb der modernen Physik selbst allmählich mehr und mehr zu methodischer Klarheit und Schärfe gelangt. Es bleibt ein Zirkel. Die schärfere Fassung des Prinzips der Relativität der Erkenntnis stellt dieses Prinzip nicht als eine bloße Folge aus der allseitigen Wechselwirkung der Dinge hin. sondern daß wir nur durch die Kategorie der Beziehung hindurch zur Kategorie des Dinges gelangen können. denen wir gegenständliche Geltung zusprechen. liefert hierfür einen charakteristischen Beleg. Hierin erst besteht die allgemeinste und radikalste Bedeutung des Relativitätsgedankens. Ausg. In seiner Schrift über die Einheit des physikalischen Weltbildes hat Planck in einem kurzen Entwurf die allgemeinen Gesichtspunkte bezeichnet. Wir erfassen nicht an absoluten Dingen die Verhältnisse. S. 407 . Die Begriffe und Theorien dtsch. 186 ff. sondern erkennt in ihm eine vorausgehende Bedingung für den Begriff des Dinges selbst. 131. Nicht dies ist die Meinung. die aus ihrer Wechselwirkung resultieren. die neuerdings ein bedeutender Physiker von dem Fortgang und den allgemeinen Zielen der physikalischen Methodik gegeben hat. Es ist von besonderem Interesse zu verfolgen. der modernen Physik.. Die „relativen" Eigenschaften bedeuten demnach nicht im negativen Sinne den Rest an Dinglichem. den wir noch gerade zu erfassen vermögen.aus den Naturwissenschaften zu fordern*. um es damit zur Einheit zu gestalten. Die Darstellung. sondern sie bilden den ersten und positiven Grund. In Wahrheit indessen enthalten auch sie noch ein unverkennbar ontologisches Element. da eben diese Wechselwirkung vielmehr nur einer jener ist.

also auf die spezifische physiologische Struktur des menschlichen Organismus in sich schließt. so daß Gebiete. daß der Begriff hier noch unmittelbar den sinnlichen Inhalt der Einzelempfindung wiederzugeben trachtet. 217 ff. so besteht aller weitere diese Bedingtheit mehr und logische Fortschritt darin. daß durch den philosophischen Teil der Ausführungen Plancks das Ergebnis. in allen wesentlichen Punkten bestätigt und von einem anderen Gesichtspunkte her beleuchtetwird. Wie dieses Element ständig zurückgedrängt wird. daß der geforderte Ersatz nicht selbst wiederum in einem materialen.) war bereits vollendet. nunmehr als Glieder ein und desselben Gesamtplanes in wechselseitigem Zusammenhang begriffen werden können. Hier allein liegt der eigentümliche Wert des wissenschaftlichkonstruktiven Aufbaus: in ihm erscheint durch stetige begriffseine * S. Welchen Ersatz aber so muß nunmehr gefragt werden bietet zuletzt das wissenschaftliche Weltbild für diese verlorenen Inhalte dar welcher positive Vorzug ist es. an Einheit und Geschlossenheit zurück. mehr abzustreifen. — Bedeutung und seine Notwendigkeit beruht? Hier zeigt es sich nun alsbald. Die Einheit des physikalischen Weltbildes. S. was sie scheinbar an Inhalt einbüßt. sofern sie notwendig eine Beziehung auf ein bestimmtes Sinnesorgan. Die Darstellung der Entwicklung der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung im vierten Kapitel (vgl. auf sich erklärt. gewinnt sie kraft dieses Verzichtes. sondern lediglich in einem formalen Moment gegründet sein kann. um schließlich im idealen Entwurf der Physik gänzlich zu verschwinden: dafür bildet die Geschichte der Naturwissenschaft ein einziges fortlaufendes Beispiel*. die vom Standpunkt der Empfindung aus schlechthin unvergleichlich sind. zu dem diese Darstellung gelangt ist. Mit der individuellen Besonderung der Eindrücke ist auch ihre innere Ungleichartigkeit verschwunden. als der Plancksche Vortrag erschien.denen die stetige Umbildung der physikalischen Theorien die erste Stufe unserer physikalischen Definitionen dadurch gekennzeichnet ist. Wenn anthropomorphes — . um so freudiger begrüße ich es. Leipzig 1909. dem — 408 . Vortrag. Planck. bes. Indem die Wissenschaft dem Reichtum und der bunten Mannigfaltigkeit der unmittelbaren Empfindung entsagt. Die Empfindung als solche enthält ein Element.

Einheit in bezug auf alle Forscher. Denn die Unabhängigkeit des physikalischen Objekts von allen Besonderheiten der Empfindung stellt zugleich seine Zuordnung zu allgemeingültigen logischen Grundsätzen in helles Licht: nur im Hinblick auf diese Grundsätze der Einheit und Kontinuität der Erkenntnis wird der Inhalt des Objektbegriffs selbst gefunden und festgestellt. was den Planck eigentlichen Sinn des Gegenstandsbegriffs ausmacht. jeder ist vielmehr unentbehrlicher Bestandteil des Ganzen und besitzt als solcher eine bestimmte Bedeutung für die beobachtete Natur. man konnte diese verschiedenen Bilder hingen nicht miteinander eins von ihnen entfernen. wie sie hier entwickelt werden.. sondern das Korrelat zum recht verstandenen logischen Idealismus. so glich das alte System der Physik gar nicht einem einzigen Bild. was in der ersten naiven liegt. Einheit in bezug auf alle Einzelzüge des Bildes. . licher Theorie der was Planck als Grundbedingung jegPhysik fordert: der Inbegriff und die Erfüllung aller dieser Forderungen aber ist es zugleich. . Einheit in bezug auf alle Orte und Zeiten. die bei der Gegebenheit der bloßen Empfindung stehen bleibt als . Sehen wir genauer zu. wie sie sich aus der erkenntnistheoretischen Analyse ergeben. im Gegensatz darf daher mit Recht seine Grundanschauung zu der phänomenalistischen Ansicht. Kein einziger Zug desselben wird als unwesentlich fortgelassen werden können. Und zusammen. physikalischen Weltbild nicht möglich sein. und umgekehrt wird und muß jede beobachtbare physikalische Erscheinung in dem Bilde einen ihr Man sieht. — — 409 . ohne die Das wird in dem zukünftigen anderen zu beeinträchtigen.. um so vollkommener hat die Forschung ihre Aufgabe erfüllt. mit den Kriterien der empirischen Realität. denn für jede Klasse von Naturerscheinungen hatte man ein besonderes Bild. daß die genau entsprechenden Platz finden. realistisch" bezeichnen: aber dieser „Realismus" bildet nicht mehr den Gegensatz. sondern viel eher einer Gemäldesammlung. alle Nationen. Ansicht fremd und beziehungslos nebeneinander reiner diese Je Tendenz sich durchringt. alle Kulturen" ist es.." Kennzeichen der echten physikalischen Theorie.liehe Mittelglieder verbunden. völlig zusammenfallen.

Sind sie ein Bestandteil des Seins oder sind sie bloße Gebilde des Denkens. Weiter als bis zu diesen allgemeinen Beziehungen vermag der Gedanke nicht zurückzudringen: denn nur in ihnen ist das Denken selbst und ist ein Gedachtes möglich. Das Ende der Untersuchung scheint uns an denselben Punkt zurückzuführen. an welchem wir zu Anfang standen. die sich zuvor auf die Empfindungen und Vorstellungen richtete. das Problem in dieser Weise zu fassen. kraft deren beide notwendig zuletzt in denselben Grundbestimmungen zusammentreffen müssen? Es genügt indessen.Siebentes Kapitel. aber nicht gelöst: denn der Gegensatz des Subjektiven und Objektiven besteht noch immer in gleicher Schärfe fort. Und dennoch kann es scheinen. Das „gemeinsame" Gebiet. Die Analysis der Erkenntnis endet in bestimmten Grunddenen der inhaltliche Bestand aller Erfahrung beruht. Auch die reinen Relationen unterliegen derselben Frage. auf 410 . als hätten wir uns mit dieser Antwort im Zirkel bewegt. um alsbald zu bemerken. Das Problem scheint verschoben. der durch das Ergebnis der vorangehenden Untersuchung prinzipiell überwunden ist. Subjektivität und Objektivität der Relationsbegriffe. in dem der Gegensatz von Denken relationen. enthüllt sich in ihnen die Natur der Dinge oder sind sie nur die allgemeinen Ausdrucksformen unseres Bewußtseins. daß es einem Typus der Fragestellung angehört. also nur für dieses selbst und den Umkreis seiner Inhalte gültig? Oder besteht hier eine geheimnisvolle praestabilierte Harmonie zwischen dem Geist und der Wirklichkeit.

Ist einmal die Kausalität als Relation verstanden und eingeordnet. daß alle diese Relationsformen in den Begriff des . was sie ihrem logischen Sinne nach sind. wie über das Ich.. die außerhalb des Rahmens der Zahl und Größe. ohne die Möglichkeit. noch woher sie ihre Entstehung ableiten. nicht in welcher Weise und von welchen Anfängen aus sie geworden sind. Diese Formen selbst bilden ein sondern lediglich Funktionsformen System von Bedingungen: und nur relativ zu diesem System erhalten alle Aussagen über den Gegenstand. besteht allerdings: aber es kann nicht mehr in einem absoluten Urgrund aller Dinge überhaupt. Jede Frage nach dieser Entstehung. ohne die Möglichkeit endlich. Die Analyse lehrt uns mit unzweideutiger Bestimmtheit. so entfällt jegliche Frage nach festgefügtes der Kausalität der Relationen überhaupt... nachdem diese Relationen in ihrer Bedeutung „feststehen". Ihnen gegenüber läßt sich nur noch fragen. Seins". würde eine deutliche petitio principii in sich schließen: denn das . die in ihr und durch sie feststellbar ist. mit ihrer Hilfe und unter der Anleitung der Erfahrung der — 411 . Woher" ist selbst nichts anderes als eine bestimmte Form der logischen Beziehung. der Causalität und Wechselwirkung stünde: alle diese Bestimmungen sind nur die letzten Invarianten der Erfahrung selbst und somit aller Wirklichkeit.und Sein ausgelöscht sein soll. Die gleiche Betrachtungs\yeise aber erstreckt sich unmittelbar auf das Bewußtsein selbst: ohne eine zeitliche Folge und Ordnung von Inhalten. in den allgemeingültigen der rationalen und empirischen Erkenntnis gesucht werden. aber sie zeigt uns niemals. relativ konstante Bestände von relativ veränderlichen zu scheiden. der Beharrung und Veränderlichkeit. Es gibt keine Objektivität. Man kann. über Objekt und Subjekt einen verständlichen Sinn. w i e sie sich zusammenfügen. besitzt der Gedanke des Ich keine angebbare Bedeutung und Anwendung. Denkens" eingehen. sie zu bestimmten Einheiten zusammenzufassen und sie wiederum in unterschiedene Vielheiten auseinanderzulegen. jedeZurückführung der Grundformen auf eine Wirksamkeit der Dinge oder auf eine Betätigungsweise des Geistes. wie des .

F. 154 ff. ** Vgl. Lpz. II. Die Materie ist stets nur in Bezug auf die Form. Das Absehen von dieser Fundamentalbedingung würde nicht nur eine größere oder geringere . Zum Folgenden vgl. — Beiträge zur Er- — 98. denen sie gegenübersteht: sie besteht nur als Reihenglied und kann nur als solches wahrhaft gedacht werden. Methodenlehre. Unbestimmtheit" ihres Inhalts zur Folge haben. die wir an der „Materie" der Erkenntnis festhalten können. gleich einer entstehenden und vergehenden empirischen Existenz. zum Problem der Lipps. — entfällt zugleich die Möglichkeit. Die materiale Besonderung der empirischen Inhalte kann daher niemals zum Beweis für die Abhängigkeit aller Damit möglichen Ordnung Der philosophische i e h 1 . S.Entstehung der besonderen Objekte und Vorgänge nachgehen: dagegen ist es ein hoffnungsloses Beginnen. sie selbst. 306 ff. S. daß man beiden einen verschiedenen Ursprung im absoluten Sein zuweist. das hier vorliegt. R &iticismu8 285 ff. Denn alle Bestimmtheit. den des anderen dagegen in der Einheit des Bewußtseins sucht*. Die einzelne qualitativ besondere Empfindung empfängt ihre Eigenart erst durch die Unterscheidung von anderen bewußten Inhalten. S. 91 Größenkonstanten s. durch zwei getrennte ursächliche Faktoren zu erklären. die man als für sich seiend und wirksam annimmt. 1906. kommt ihr lediglich relativ zu irgendeiner und somit zu einem formalen Reihenbegriff zu. nach dessen Grund und Ursprung sich fragen ließe. Vgl. auf psychische oder physische „Grundkräfte" zurückführen zu wollen.) Hönigswald. jetzt besonders: G.. sondern gänzlich ins Leere führen**. m. Sieht man von dieser Zuordnung ab. S. hrz. so bleibt für beide kein . hierzu sowie die Darstellung bei kenntnistheorie u. Lpz. ob. 1. die „Materie" der Erkenntnis von ihrer „Form" derart zu sondern. auf weiter zurückliegende Anfänge. Mythenbildung und 412 . das Verhältnis. Diese unlösliche logische Correlation widerstreitet jedem Versuch.. Kritik dieser Schrift: Kant Studien XIV. (bes. Erkenntnis. indem man etwa den Ursprung des einen Faktors in den „Dingen". Dasein" mehr übrig. wie andererseits die Form nur in Beziehung auf die Materie gilt. 1907.

bei universellen des Naturgeschehens stehen Regeln Gleichungen zu bleiben. S. als die Feststellung. Denn die eines Gesetzes setzt doch eben dieses Gesetz selbst voraus und ist nur in Beziehung darauf verständlich: der einzelne. es. wenn das Problem. ist nicht ersichtlich. fixierte Größenwert bleibt also stets in dem Umkreis desjenigen Seinsbegriffs.Gegenstandserkenntnis von einem schlechthin . durch welches ihr Begriff sich erst vollendet. sobald man fragt. in Nichts zerrinnt: so ist doch der alte Gegensatz des . Vielmehr scheint er Wenn 395 f). transzendenten" Bestimmungsgrunde angeführt werden: denn diese Bestimmtheit. Subjektiven" und „Objektiven" hier noch nicht in jedem Sinne geschlichtet und überwunden. Bringen wir sie auf ihren reinsten wissenschaftlichen Ausdruck. sondern zu den allgemeinen Prinzipien und Bedingungen der wissenschaftlichen Wahrheit behauptet und festgestellt werden soll. die Frage nach der metaphysischen Bedingungen sich als ein Mißverständnis erweist. in denen wir uns die 413 . die nur durch die experimentelle Beobachtung sich ermitteln lassen.. ist nichts anderes als ein Charakteristikum der Erkenntnis selbst. die als solche unleugbar besteht. ob sie aus dem Geist oder aus den Dingen oder aus einer Wechselwirkung beider abzuleiten sind. indessen dieser Herkunft sich aufs neue hervorzudrängen.. welche Formen des Urteils und des beziehenden Denkens es sind. ob. der durch die allgemeinen Grundsätze der Mathematik bezeichnet und umgrenzt wird. durch die keine korrelative Zuordnung zu den Vorstellungen und Denkakten der psychologischen Individuen. Diese Begrenzung aber ist Besonderung die seine wahrhafte „Idealität'* ausmacht: eine Idealität. inwiefern sie etwas über ihre absoluten Grundlagen enthüllen sollen. bei allgemeinen der Verknüpfung. Inwiefern diese Konstanten aber mehr als die empirische Realität der Erfahrungsobjekte selbst bezeugen. daß es zum Aufbau der Erfahrung und zur Konstituierung ihres Objekts nicht genügt. sondern daß es hierzu zugleich der Kenntnis besonderer Konstanten bedarf. welche spezifischen Erkenntnismittel. so besagt sie zuletzt nichts anderes. (S.

seinen paradoxen Ausdruck in Conception eines Reiches der „Sätze und Wahrheiten an sich" gefunden hat. der zu zählen verstünde*. der des Idealismus.reine. Lpz. ohne darauf Rücksicht zu nehmen. auch diese Frage völlig auszuschalten und abzuweisen. ohne daß wir auf die psychologischen Akte zurückgehen. im tatsächlichen empirischen Erlebnis. Leibniz. 1904 ff. Bolzanos * S. 504 f. sie knüpfen die Geltung bestimmter Schlußsätze an die Geltung bestimmter Obersätze. Lpz. Mitteilungen aus Leibnizens ungedruckton Schriften. Man kann sich versucht fühlen.. In solcher äußersten Prägnanz vollzieht sich die Abkehr von jeder bloß psychologischen Begründung bei den eigentlichen Klassikern sein — Sie alle neigen jenem Gedanken zu. m. zu vergegenwärtigen vermögen. was sie selbst wenn es nichts gäbe. tatsächlich jemals vollzogen worden ist. Der „Bestand" der Wahrheiten ist logisch unabhängig von der Tatsache ihres Gedachtwerdens. ob sich in der Welt der empirischen Dinge konkrete Beispiele dieser abstrakten Zusammenhänge finden lassen. von Leibniz' Hauptschriften zur Grundlegung der Philosophie.) 414 . in denen wir uns den Gehalt dieser Sätze zur anschaulichen oder begriffGleichviel ob diese Akte in den lichen Vorstellung bringen. wie immer er auch beschaffen — — möge. der hier als zu Recht bestehend behauptet wird. 1893 S. Sie stellen lediglich hypothetische Systeme von Folgerungen dar. ja ohne irgend danach zu fragen. 21 f. Die „ewigen Wahrheiten" so erklärt bereits L e i b n i z im engsten gelten völlig unabhängig von jeglichem an Piaton Anschluß Tatbestand der Wirklichkeit. was gezählt werden kann. um der Strenge und Reinheit der logischen Begründung willen. sind noch irgend jemand. Was etwa die Sätze der reinen Geometrie bedeuten. Die Wahrheiten der reinen Zahlenlehre würden bleiben. II. S. in deren aktuellem Denken der Übergang von den Prämissen zu den Folgerungen. Juris et aequi elementa (M o 1 1 a t . ob es Individuen gibt. wie sie gemäß einer strengen und notwendigen Abfolge aus einander hervorgehen und somit ein ideales Ganze der Bestimmung ausmachen: dies läßt sich vollkommen ableiten und zur Darstellung bringen. an sich zeitlose Geltung der ideellen Grundsätze zeit- lich. vgl. Ausg.

ohne auf die komplexe und schwierige psychologische Nebenfrage einzugehen. Flächen und Winkeln sprechen. vergegenwärtigen. aus denen und somit Erweiterung Mathematik.. bedeutet keinerlei zeitliche Wirklichkeit. von neuem den Boden bereitet hat. sind echte und vollgültige Objekte der Mathematik. nicht das Geschöpf. Die Gebilde. Das „Sein". die wir meinen. das wir diesen Objekten beilegen. von Sätzen. von den Linien. Diese Welt ist nicht das Produkt. — — 415 . kausalen Zusammenhang im Gebiete des Denkens. Es ist insbesondere die moderne der die diesen Sachverhalt zu voller Klarheit gebracht hat und die damit der logischen Theorie. wie sie irgendwelchen konkreten physischen oder psychischen Inhalten eignet.verschiedenen artig sind Individuen verschieden oder ob sie gleicheine konstante Beschaffenheit darbieten: in keinem Falle ist es d i e s e Beschaffenheit. die hier den Gegenstand der Betrachtung bilden. die in endloser Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit vom Einfachsten beginnen und bis zum Verwickeltsten aufsteigen. die deren Begriff erst seinem ganzen Umfang nach darstellen.es gibt eine Welt. die bevölkert ist von Ideen. Der systematische Aufbau dieser Gebilde aber läßt sich vollständig entwickeln und darlegen. sondern die Beute des Gedankens: denn die Wesenheiten. sondern das Objekt. von Relationen und Abhängigkeiten. wenn wir von den Objekten der Geometrie. so bleibt hier für irgendwelche willkürliche Betätigung des Denkens keinerlei Raum übrig: vielmehr geht das Denken ganz in seinem Gegenstand auf und wird durch ihn bestimmt und geleitet.Man nenne es wie man will" so spricht sich ein moderner Vertreter der mathematischen Logik aus . . mit denen es die allgemeine Mannigfaltigkeitslehre zu tun hat. die sich auf ihn stützt. in welchen intellektuellen Prozessen wir uns die Bedeutung der unendlichen Inbegriffe.. Da ferner alle Eigenschaften dieser Inbegriffe durch ihren ursprünglichen Begriff feststehen und ihnen in notwendiger und unabänderlicher Weise zukommen. von Inbegriffen. sondern lediglich ihr wechselseitiges B e stimmt-Sein: es besagt die objektive Abhängigkeit im nicht irgendeinen tatsächlichen Bereich des Gedachten.

416 . die jede derartige unmittelbare Gleichsetzung der und der rein beschreibenden Methoden endgültig verbietet. nicht schlechthin als solche . einen objektiven Gehalt. aufs schärfste das Problem. Notwendigkeiten können nicht einfach beschrieben. Aber steht dieser Gehalt in Wahrheit auf derselben Stufe. die etwa der vergleichende Anatom und Zoologe in der Beschreibung und Vergleichung verschiedenartiger körperlicher Strukturen feststellt? Gerade die Logik der Mathematik und der mathematischen Physik ist es. . ihre innere ontologische — — Denken Struktur macht den wesentlichen Charakter und die Substanz der Logik als einer unabhängigen und außerpersönlichen Form Wie der Astronom. Die Verfassung dieser außerpersönlichen W^elt. Umversity. das hier vorliegt. als diejenigen. Verwandtschaften. J. 25 f. so erforscht er alle Höhen und Tiefen nach neuen Tatsachen: nach Ideen. der der psychologischen Tätigkeit des Denkens als schlechthin bindende Norm gegenübersteht. in denen Frage nach den intellektuellen Operationen. so schreitet der Geist des Mathematikers.*" Diese Sätze umgrenzen. Keyser. wie die sinnliche Wirklichkeit. Abhängigkeiten.. für welchen es festgestellt wird und beDie zeichnet somit einen empirisch -einmaligen Tatbestand. wie der Wein identisch ist mit dem Trinken des Weines. Geologe oder irgend ein anderer Naturforscher die Welt der Sinne in seiner Betrachtung durchmißt. Klassen. der Physiker. vor. New York Mathematics -^ a Lecture delivered at Columbia 1907 S. * C.wie etwa die wahren Sätze sind so wenig sie besteht identisch mit dem dieser Wesenheiten. sondern in wörtlichem Sinne im Universum der Logik vorwärts. der des Seins aus. der allgemeinen matheDie matischen Zusammenhänge muß unangetastet bleiben: und diese Notwendigkeit bildet in der Tat eine eigentümliche Wesenheit. Notwendigkeit exakten gefunden" werden: denn alles bloß Vorgefundene gilt eben nur für den Moment. . von der wir lediglich empirisch Kenntnis zu erhalten vermögen? Sind die „Tatsachen" des Mathematikers nichts anderes und wollen sie nichts mehr bedeuten. sowohl nach der positiven wie nach der negativen Seite hin. nicht in übertragenem.

So besteht zwischen dem und der O p e rat i n des Denkens in der Tat ein tieferes und intimeres Wechselverhältnis. enthält zugleich implicit die allgemeine Antwort auf die Frage. Eindruck" oder eine bloße Summe derartiger Eindrücke genügen. Wein und Trinken sind einander nicht in eindeutiger Weise zugeordnet. um ihn zu erfassen und innerlich nachzubilden. daher jetzt von dem Begriff der . die er sich gleichsam gegenüberstellt.. Denn der Gehalt reiner Beziehungen läßt sich niemals in bloßen sinnlichen Impressionen darstellen: die Gleichheit oder Ungleichheit. Objektivität" aus. wohl aber zielt jeder reine Erkenntnisakt auf eine objektive Wahrheit hin. welcher Art die gedanklichen Mittel und Verfahrungsweisen sind.. Überall zum Bewußtsein Es gilt * Näheres hrz. das hier entscheidend hervortritt. drängt sich daher hier von neuem hervor. der aus der Analyse des Gehalts der wissenschaftlichen Grundsätze gewonnen wurde. was durch sie erkannt wird. s. Diese Operationen dürfen uns freilich mit dem.. die sich ergab. sofern sie zwei verschiedene Aspekte eines allgemeinen Problems darstellen. Diese Art der Aneignung aber versagt. Cap. wie andererseits der Bestand der Wahrheit nur kraft dieser Akte und durch ihre Vermittlung Gegenstand — — gebracht werden kann. Substanzbegriff 27 417 . Ein Moment ist es vor allem. als zwischen dem Wein und dem Trinken des Weins. die Identität oder Verschiedenheit des Gesehenen und Getasteten ist nicht selbst etwas. niemals unterschiedslos verschmelzen: die Gesetzlichkeit des Erkannten ist mit der des Erkennens nicht gleichbedeutend. nachdem einmal die Geltung bestimmter logischer Relationen als notwendige Bedingung und als der eigentliche Kern des Gegenstandsbegriffs festgestellt ist. Dennoch aber bleiben beide Gesetzlichkeiten auf einander bezogen. Cassirer. den Begriff der . Solange der Gegenstand noch schlechthin das „Ding" in der gewöhnlichen Bedeutung des naiven Dogmatismus war: so lange mochte ein einzelner .jene Notwendigkeiten erfaßt werden. Die allgemeine Charakteristik des Gegenstands. VIII. Subjektivität" in einem neuen Sinne zu bestimmen. was gesehen oder getastet wird*. kraft deren wir zu seiner Kenntnis gelangen.

muß hier von der passiven Empfindung auf die Aktivität des Urteils zurückgegangen werden. des Denkens. Freilich scheint damit der Gehalt der Wahrheit. als dadurch. daß jedes Wissen gleichsam ein statisches und ein dynamisches Motiv in sich birgt und erst in dieser Es verwirklicht sich Vereinigung seinen Begriff vollendet. die sich im Begriff des Erkenntnisobjekts zur Einheit zusammenschließen. Ganze [unserer intellektuellen Operationen ist gerichtet und gespannt auf die Idee eines . in der allein der Begriff des logischen Zusammenhangs und damit der Begriff der logischen Wahrheit einen zureichenden Ausdruck findet. So zeigt sich. den Hinweis auf eine selbständige Tätigkeit des Bewußtseins.. sondern streng geregelte und gebundene Tätigkeit. können wir uns nach dieser Gesamtanschauung nicht anders verdeutlichen. Den Gedanken des Dinges als eines Komplexes sinnlicher Eigenschaften mag man sich immerhin dadurch entstanden denken. Die funktionale Betätigung des Denkens verlangt und findet ihren Halt in einer idealen mehr zu der Forderung Tätigkeit Struktur des Gedachten. Aber diese „gene- — — tische" Ansicht der Erkenntnis bildet jetzt keinen Gegensatz Denn eines dauernden Bestandes. 418 4 . ist selbst nicht willkürliche. auf die hier zurückgegangen die wird. Der gesetzmäßige Fortschritt im Urteil ist das Korrelat des gesetzmäßigen Zusammenhangs der Beziehungen. um sich überhaupt psychologisch bezeichnen zu lassen. und somit zugleich der Gehalt des „Seins" von neuem gleichsam in Fluß zu geraten: denn was eine bestimmte Wahrheit „ist". die ihm unabhängig von jedem besonderen zeitlich begrenzten Denkakt ein für alle Mal zukommt. daß wir sie gedanklich nacherzeugen. indem wir sie aus ihren einzelnen Bedingungen vor uns entstehen lassen. daß diese Eigenschaften für sich wahrgenommen werden und vermöge eines automatischen Mechanismus der „Association" wie von selbst zusammenfließen: der Gedanke der notwendigen Verknüpfung aber bedarf. stehenden und bleibenden" Geltungsbereichs objektiv notwendiger Beziehungen. Beide Momente bestimmen erst in ihrer DurchDas dringung den vollständigen Begriff der Erkenntnis.

wie man betont. so ist. ihrer Axiome und Lehrsätze klar und vollständig heraus. in einer Reihe. immer schärfer und genauer bezeichnet wird: so ist hierfür erforderlich. Auf der einen Seite wird die reine Objektivität des Logischen und Mathematischen dadurch aufrecht zu erhalten gesucht. die auf diese Weise zuletzt übrig bleiben. als seinen eigentlichen Gegenstand. während andererseits die Konstanz nur an der zum Bewußtsein kommen kann. damit wir uns der Soll aber diese Regel ihres Fortschrittes bewußt werden. Zergliedern wir das ideale Gefüge der Mathematik. der nicht auf irgendeinen festen Gehalt von Beziehungen. daß man sich prinzipiell jeder Beziehung auf das Denken und den „denkenden Geist" begiebt. also eine verschiedene Auffassung. daß wir sie selbst konvergierend denken. in keiner Weise mitenthalten. er ist vielmehr zu jenen „gänzlich bedeutungslosen" Konzepsie. die successiv durchlaufen werden muß. wenngleich sie für uns nicht anders. Die Veränderung zielt auf eine ab. der durch weiter wir in ihr fortgehen. Diese gegen eine ideelle Grenze . wobei indes jeder der beiden Aspekte den anderen zu seiner Ergänzung verlangt und herbeiruft. wie andererseits dieser Bestand sich nicht anders als in Akten des Wissens belegen und zum Verständnis bringen läßt. dieser gesamte Zusammenhang gegeben wäre. je identischen Grenze Konstanz Veränderung dem 27* 419 . die die erkenntnistheoretische Diskussion der Gegenwart beherrschen. als vermittels der einzelnen gesetzlichen Veränderung Reihenglieder und ihrer erreichbar ist. Es gibt keinen Akt des Wissens.ist" und besteht in eindeutiger Bestimmtheit. stellen wir das Ganze ihrer Definitionen. gerichtet wäre.. An diesem Punkte scheiden sich am deutlichsten die allgemeinen Tendenzen. Dieser Begriff gehört demnach nicht dem Gebiet der reinen Logik und Mathematik selbst an. ergibt sich uns. unter den „logischen Konstanten''.nur in einer Aufeinanderfolge logischer Akte. der Begriff eines denkenden Subjekts. Je nachdem wir unseren Standort an dem gedachten Grenzwert selbst oder aber innerhalb der Reihe und ihres Fortgangs wählen. gefaßt und als Ausdruck eines Reihe selbst als Einheit Sachverhalts genommen werden.

sondern muß. sondern eine Wesenheit. dieses Ganze hier seinen Sinn und Gehalt erst vom Ganzen: aber läßt sich niemals wie ein ruhendes Objekt der Anschauung auf einmal vergegenwärtigen. ** s 8e 1 1 . Sinne entdeckt werden. 451.Zwei" ist kein rein geistiges Ding. But now Mathematics is able to answer. Nicht die Zahl. sobald man sich vergegenwärtigt. * Vgl. um Täuschung selben — Principles of Mathematics I. 33.tionen zu rechnen.. daß es nicht absolute. Die Zahl . als er die Indianer erschuf. daß der Geist. 427. Objektivität" der reinen Begriffe und Wahrheiten wird demnach mit der der physischen Einzeldinge völlig auf eine Stufe gestellt. § 37. a. daß es gedacht wird. wie es gemäß der gewöhnlichen Auffassung der Sinn in der Wahrnehmung sinnlicher Objekte ist**. als Columbus West-Indien entdeckte und wir schaffen die Zahlen so wenig." Die . der Logik und Mathematik allein zu gelangen vermögen. 420 . S. Russell. sondern allenfalls die Zahlen Das Einzelne erhält bilden eine wahrhafte „Wesenheit". sofern es nicht bloße — — Die Arithmetik muß genau in demsein soll. S. § S.. nicht aber selbst ein Ergebnis des Denkens***. a. Damit entfällt auch jede nähere Beziehung der ideellen Wahrheiten der Mathematik und Logik zur Aktivität des Denkens: vielmehr wird ausdrücklich hervorgehoben. a. Dennoch tritt die Differenz zwischen beiden alsbald wieder scharf hervor. sondern stets nur relative „Gegenstände" sind. die den Gegenstand unseres Denkens bilden kann. die erst durch die Vermittlung der Philosophie in die Wissenschaften eingedrungen sind*. a. 4: PhiloWhat does it mean ? Mathematics in the Mathematics past weis unable to answer. so f ar at loast as to reduce the whole of its propositiona to certain fundamental notions of logic. and Philosophy answered by introducing the totally irrelevant notion of mind. O. Was immer den Gegenstand unseres Denkens bildet. Alles Erkennen ist nichts als ein Anerkennen. The : sophy asks of Ru * Russell. wo immer er diese Wahrheiten ergreift. zu denen wir innerhalb des Umkreises. Er ist in der Erkenntnis eines bestimmten Zusammenhangs von Schlußfolgerungen so völlig passiv. hat ein bestimmtes Sein und dieses Sein ist die Vorbedingung dafür.. O. . sie nur receptiv als gegebenen Stoff empfängt.

sondern nach konstanten Regeln erfolgt. aus der die Anerkennung eines dauernden Bestandes von Wahrheiten quillt. im Gesetz seines Aufbaus Um die erfaßt und durch dieses Gesetz bestimmt werden. es in die nüchterne Sprache der logischen Begründung zu übertragen. Zahlenreihe als Reihe aufzufassen und sie damit erst in ihrem systematischen Wesen zu durchdringen. die einander wechselweise bedingen.. wird einseitig nur ein einzelnes Moment von ihr betont. der nunmehr die Konstanz des Logischen selbst gefährdet. so muß sich alsbald ein Rückschlag einstellen. sobald man versucht.. Wird diese Grundbeziehung nicht vollständig erfaßt. Immer wird ist. Die . denen er sich nicht zu entziehen vermag.wahrhaft übersehen zu werden. Mitten im Akt des Produzierens hebt sich für den halten er sich Gedanken ein bleibendes logisches Produkt heraus. Pragmatismus" gegen die . Schon der Begriff des Nutzens selbst widerstrebt jedem 421 . wenn anders er in sich selbst Sicherheit und Bestimmtheit gewinnen soll. reine Logik" geführt wird. hält sich fast ausschließlich im Bereich des rhetorisch-polemischen Stils und zerfällt. der von Seiten des . sofern bewußt wird. daß dieser Akt selbst nicht willkürlich vor sich geht. wie man ihn etwa für die Wahrnehmung eines besonderen Sinnendinges als genügend ansieht. bedarf es nicht nur eines einzelnen apperceptiven Aktes. Die Tätigkeit selbst ist es somit. sondern stets einer Mannigfaltigkeit derartiger Akte. hier also eine Bewegung des Denkens erfordert. als in der Gleichsetzung der Begriffe . die jedoch kein bloßer Wechsel von Vorstellungen sondern in der vielmehr das einmal Erreichte festgeund zum Ausgangspunkt neuer Entwicklungen gemacht wird.. Was zur Verteidigung dieser Ansicht vorgebracht worden ist. Aus diesem allgemeinen Motiv heraus läßt sich vielleicht am ehesten der Kampf verstehen. Spontaneität" des Denkens bildet somit nicht den Gegensatz. die ihm allein erreichbar ist. sondern das notwendige Korrelat derjenigen — „Objektivität". Wahrheit" und „Nützlichkeit": soweit dürfte man ihn getrost dem allgemeinen Schicksal philosophischer Schlagworte überlassen. Soweit freilich der Pragmatismus in nichts anderem besteht..

so bleibt gerade das entscheidende Problem. 350 f. denen selbst eine objektive Regelmäßigkeit zukommt.. Denn das Denken selbst ist hier. so ist wiederum ein konstantes physisch . Es handelt sich nunmehr klar hervortritt um das Verhältnis. die der Pragmatismus insbesondere durch Dewey und seine Schule erhalten hat.psychisches Subjekt mit einer gleichbleibenden Organisation gesetzt. mit denen es in der populären philowie sophischen Diskussion behaftet bleibt. der abgeleitet werden sollte. sondern in der bestimmte Erfolge an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind: nur innerhalb des Seins und innerhalb einer eindeutigen Ordnung des Geschehens ist der Gesichtspunkt (Vgl. unser Untersuchen und Prüfen nicht. es ist somit der gesamte Begriff des Seins. S. entwickelt. (S. die Möglichkeit exakter wissenschaftlicher Erkenntnis ungelöst: aus individuellen Gefühlen und Trieben baut sich so wenig wie aus individuellen Empfindungen eine Wissenschaft der Natur auf.) Indessen treffen freilich derartige Erwägungen nicht die und subtilere Fassung. in Bezug auf welche der Nutzen festgestellt und gemessen wird. das zwischen den objektiv-gültigen Sätzen der Wissenschaft und zwischen der Aktivität des Denkens anzunehmen ist. der reine und vollgültige Ausdruck des . bald ist es irgendeine gemeinsame gattungsmäßige Struktur des Menschen. wie sich bei näherer Prüfung ergibt. S. in der nicht beliebig aus Jeglichem Jegliches hervorgeht.Versuch einer scharfen Begrenzung: denn bald ist es das einzelne Individuum mit seinen besonderen Wünschen und Neigungen.) Soll dagegen das Zweite gelten. da diese vielmehr auf die Ausschaltung aller rein „anthropomorphen" Elemente des Weltbildes gerichtet ist. „Nützlichkeit" selbst gibt es nur in einer Welt. das sich unter Bedingungen. weil es notwendig auf die Erreichung eines äußeren Zweckes gerichtet wäre.Tuns" geworden. Gilt das Erstere. in Wahrheit bereits vorweggenommen. Hier ist das Problem zum mindesten von jenen Unklarheiten und Zweideutigkeiten befreit.407ff. „Praktisch" heißt unser Folgern und Schließen. sondern lediglich feinere — — 422 . ob. des „Nützlich-Seins" verständlich und anwendbar.

sondern dadurch. wie sie stets aufs neue betont. 423 . die den Zusammenhang der Erfahrungen herstellen und verbürgen. . Die „Realitäten". sondern er sich im Prozeß des Denkens selbst bewährt und zu neuen fruchtbaren Folgerungen hinleitet. alles Sinne.Wahr" heißt uns ein Satz. die von D e w e y herausgegebenen .in ist. als für sich gegebenen Dingen. hrz. den sie selbst von ihren ersten Anfängen an anerkennt und zugrunde legt.. Die Wahrheit irgendeines dem Einheit Gedachten Einzelsatzes läßt sich nur danach bemessen. sinnliches Sein aufgewiesen wird. nicht indem ein besonderes Chicago 1903). nicht weil er mit einer festen Realität jenseit Lösung weil Denkens und aller Denkbarkeit übereinstimmt. III. Wir können ein Urteil niemals direkt den einzelnen äußeren Gegenständen gegenüberstellen und es mit diesen. Auch für sie empfangen die Regriffe. daß sie ideelle Ordnungen ausdrücken. First series. daß es die die als letztes Ziel beständig vor uns steht und unserem Erkennen die Richtung weist. Vol. als es ihr gelingt. die er in der Richtung auf alles die fortschreitende Vereinheitlichung entfaltet. nicht dadurch ihre Wahrheit. die anfänglich auseinanderliegenden sinnlichen Daten gedanklich zu organisieren und in sich einstimmig zu gestalten*. daß sie Abbilder an sich vorhandener Wirklichkeiten sind. die die Physik setzt und behauptet. vergleichen. sondern wir können stets nur nach der Funktion fragen. Auffassung der Erkenntnis und ihres wird indessen durch alle diese Ausführungen nicht getroffen: denn in ihnen ist nur ein Gedanke fortgesponnen. die es im Aufbau und in der Deutung der Gesamtheit der Erfahrungen erfüllt. reichen über diesen Sinn der Ord- Die kritische Verhältnisses zum Gegenstand nungsbegriffe nicht hinaus.Studies in Logical Theory" (The Decennial Publications of the University of Chicago.. Sie werden begründet. * Vgl. was er für die dieser Grundaufgabe des Wissens. Jede Hypo- these des Wissens besitzt ihr Recht lediglich im Hinblick auf diese fundamentale Aufgabe: sie gilt in dem Maße. Seine eigentliche Rechtfertigung ist die Wirksamkeit. für die fortschreitende Vereinheitlichung des Mannigfaltigen leistet.

wenn sie nicht endlosem Selbstwiderspruch und endloser Täuschung anheimfallen sollen." Es ist klar. Prakgerung bisweilen in aller Klarheit zutage. 209 ff. so gibt es einen „ideellen Zwang". sondern allenfalls eineWeiterführung der Gedanken.. S. ist nichts anderes. ist keine Widerlegung der . die der Pragmatismus an ihn zu knüpfen pflegt. Nicht eine — — James . Was also hier geleistet ist. der unser Denken im Gebiet der reinen Logik und Mathematik bestimmt. die dem Fortgang der Erkenntnis die Richtung weisen. die von einem Subjekt zum andern wechseln. New York 1907.. mag auch niemand sie tatsächlich ausgerechnet haben. So ist etwa die hundertste Dezimalstelle der Zahl n ideell voraus bestimmt. daß die Annahme eines derartigen »ideellen Zwanges" (coercions of the ideal order) sich in nichts mehr von der Annahme eines objektiven. auf denen sie beruht. der hier theoretischen Mitteln verfolgt wird. 424 Pragmatism. ob. .) schließt nichts von den Folgerungen ein. als der Wille zum Logischen selbst: nicht irgendwelche individuellen Bedürfnisse.das ihnen „entspricht". Unsere Ideen müssen. sondern die allgemeingültigen gedanklichen Postulate der E i nh e i t und Stetigkeit sind es. instrumentale" Bedeutung der wissenschaftlichen Hypothesen zugestehen und betonen mag: so handelt es sich doch hier ersichtlich um ein rein theoretisches Ziel. James. logischen Wahrheitskriteriums unterscheidet: beides sind nur verschiedene Ausdrücke derselben Sache. .reinen Logik". So sehr man die . seine Befriedigung finden soll. das mit rein Der Wille. sondern indem sie als Mittel der strengen Verknüpfung.. mögen sie Tatsachen oder Prinzipien sein*. Die Anerkennung dieses Sachverhalts aber (S. In der Tat tritt diese Foldurch alle Zweideutigkeiten im Begriff des . S. 217 ff. tischen" hindurch selbst betont. und somit der durchgängigen relativen Bestimmtheit des „Gegebenen" selbst erkannt werden. . mit den Realitäten übereinstimmen: mögen diese Realitäten nun konkret oder abstrakt. daß unser Erkennen einem doppelten Zwange unterliegt: wie wir in unserem Tatsachenwissen an die Beschaffenheit unserer sinnlichen Eindrücke gebunden sind.

sondern ein neues Problem wird aufgestellt. liegt selbst niemals fertig als ein in sich vollendeter Schatz von „Tatsachen" vor. die es durch neue Beobachtungen und Versuche erfahren kann. * S. Denn in dieser sind die beiden Wissenstypen. Daß diese Forderung niemals bis zu einer letzten definitiven Erfüllung geführt werden kann. sondern ein variables Datum. ob. Lpz. Dennoch kann es so unentbehrlich sie bei dieser unbedingten Trennung anfangs aus methodischen Gesichtspunkten erscheinen mag nicht bleiben: da schon die bloße Möglichkeit der mathematischen Naturwissenschaft ihr widerstreitet. M e i n o n g Über die Stellung der Gegenim System der Wissenschaften. standstheorie 319 f vgl. wiederum unmittelbar auf einander in — — bezogen: das empirische Sein selbst ist es. 1907. das wir in der Form rationaler mathematischer Ordnungen zu fassen und zu begreifen suchen. die hier einander entgegengestellt werden. . Denn das Material. ergibt sich freilich aus der Natur der Aufgabe selbst. Wahrhafte Einsicht in die Notwendigkeit eines Zusammenhangs läßt sich nur dort erreichen.. In dem Augenblick. in dem der Gedanke sich der empirischen Existenz der Gegenstände zuwendet. Aber diese Variabilität. Es ist kein konstantes. § 5 ff. irgend etwas über die Wirklichkeit der Elemente.neue Lösung. begriffen und gewürdigt sein will. S. scheint er sich daher von dem eigentlichen Fundament seiner Gewißheit loszulösen. das eben in seiner Variabilität: in der möglichen Umformung. zu behaupten und auszumachen*. die zum Wesen des selbst Empirischen . hrz. wo wir darauf verzichten. das hier der intellektuellen Bearbeitung unterbreitet wird. sondern es gestaltet sich erst im Prozeß des Fortschritts und gewinnt in ihm immer neue Formen. ihre . Daseinsfreiheit" und gilt nur in dem Maße. die in die Relation eingehen. als diese auf Bedingung erfüllt ist. 425 . das den ersten allgemeinen Ansätzen zur Begründung des Die universellen Wissens zunächst zurücktreten durfte. Wahrheiten der Logik und Mathematik entziehen sich nicht nur der empiristischen Begründung. sondern sie scheinen auch jede Beziehung zur Welt der empirischen GegenIhre Apriorität stützt sich stände entbehren zu können.

Der Zusammenhang und die Konvergenz der Reihe tritt an die Stelle des äußeren Maßstabes der Realität: beides aber läßt sich. als subjektive Zusammenfassungen von Erscheinungen bedeuten wollen. Der Mangel dieser Schlußweise aber liegt deutlich zutage: denn die Aufhebung des absoluten Maß- stabes schließt in keiner Weise die Aufhebung des e r t der verschiedenen Theorien selbst ein. als Mittel jeglicher Konstruktion erhalten bleiben. da wiralso die astronomischen Konstruktionen niemals mit diesen Bewegungen selbst zusammenhalten und an ihnen erproben können: so hat es keinen Sinn. sofern nur an der allgemeinen Voraussetzung festgehalten wird. Man pflegt sich. weil alle der absoluten Wirklichkeit der Dinge gleich fern stehen und gehört. Zahl und Größe (Vgl. der sie in ihrem Fortschritt folgen. wechseln. schließt dennoch kein ein. sondern durch logische Beziehungen W Unterschiedes mit einander verknüpft bleiben. daß die wechselnden Phasen des Erfahrungsbegriffes nicht schlechthin auseinander liegen.Moment „subjektiver" Willkür Die Veränderung selbst ist als solche bestimmt und notwendig. Da die absoluten Bewegungen der Himmelskörper so folgert man uns in keiner Erfahrung gegeben sind. sondern gemäß einem bestimmten Gesetz von einem Stadium zum andern übergegangen wird. um die Relativität des Begriffs der empirischen Wahrheit zu erweisen. analog wie im Arithmetischen. daß die fahrung beharrt: die besonderen Konfigurationen im Räume. rein durch den Vergleich der Reihenglieder selbst und durch die allgemeine Regel. vor allen anderen den Vorzug der „Wahrheit" einzuräumen. Form 426 . irgendeinem System. die wir für unsere Konstruktion des Weltbildes zugrunde legen. Dieser bleibt vielmehr in aller Strenge bestehen. noch jemals gegeben sein werden. wie etwa dem Kopernikanischen. mit Vorliebe auf die bloß relative Gültigkeit unseres astronomischen Weltbildes zu berufen. sofern nicht beliebig. ermitteln und feststellen. Diese Regel ist auf der Erder einen Seite dadurch gegeben. die je nach der Wahl des intellektuellen und räumlichen Standortes verschieden ausfallen können und müssen. Alle Systeme sind gleich wahr und gleich wirklich. — — nichts anderes. während Raum und Zeit.

So wenig diese Einheit jemals fertig vorliegt. „Objektiv" heißt uns die räumliche Ordnung. Die Eine Wirklichkeit kann nur als die ideale Grenze der mannigfach wechselnden Theorien aufgezeigt und definiert werden. während jegliche Form ihrer Erfüllung wiederum über sich selbst hinausweist. B. S. wie die logische Einaber freilich auch um heit der Erfahrungserkenntnis.) Weiterhin aber sind die materiale Züge des Bildes. Das Ganze der Beobachtungen Tycho de Brahes geht in das System Keplers ein. sondern erst das Ganze dieser Systeme. aber die Setzung dieser Grenze selbst ist nicht willkürlich. der Naturerkenntnis. so ist doch ihr Begriff darum nicht minder eindeutig bestimmt. Die Forderung selbst ist das Bleibende und Feststehende. projektierte Einheit" ist und bleibt. darf uns demnach als Ausdruck der „wahren" kosmischen Ordnung gelten. das Kopernikanische so wenig wie das Ptolemäische. die wir als logische Normen festhalten. auf derartige oberste Leitsätze verbürgt eine innere führung Gleichartigkeit des Erfahrungswissens. wie sie sich gemäß einem bestimmten Zusammenhang stetig entfalten. S. daher genau so wahr und so notwendig.ob. so sehr sie vielmehr stets . Kein einzelnes astronomisches System. kraft deren sich seine verschiedenen Phasen zum Ausdruck des all Einen Der „Gegenstand" ist Gegenstands zusammenschließen. gemäß der Voraussetzung und den Erfordernissen des Trägheitsgesetzes von Die Zurück(S. Das Recht jeder derartigen Verknüpfung aber messen wir nicht an den Dingen sondern an bestimmten obersten Prinzipien selbst. die also z. nichts wahrer und notwendiger. sondern läßt ihn in einer neuen Deutung fortbestehen. ob.) uns aufgebaut worden ist. sofern erst durch sie die Kontinuität — der Erfahrung hergestellt wird.. in welchem es jedoch nunmehr in neuer Weise verknüpft und begriffen erscheint. 242 ff. die diesen Prinzipien entspricht. es auch gewisse beim Übergang von einem Stadium zum folgenden unberührt bleiben: die Variation hebt den früheren Bestand nicht schlechthin auf. So wird hier der instrumentale Charakter der wissenschaftlichen Begriffe und 427 . sondern unumgänglich. 353 ff.

besitzen wir ein festgefügtes Ganze von Wahrheiten. Die rein empirische Wahrheit aber scheint sich dieser Bestimmtheit prinzipiell zu entdieser ziehen: andere. als sie gestern war und bedeutet somit nur einen flüchtigen Halt. sondern sofern sie einen Entwurf zu möglichen Einheitssetzungen in sich sclüießen. wie im Bereich der empirischen Erkenntnis ist es Im Prozeß der die gleiche Aufgabe. — Der reale Inhalt des Gedachten.Urteile nicht bestritten: diese Begriffe gelten. Und dennoch schließen sich beide Motive trotz aller Gegensätzlichkeit zuletzt zu einem einheitsie ist morgen eine 428 . Die Behauptung einer derartigen Constanz ist jedem Denkakt als solchem wesentlich. die zu ihm hinzutreten. zeitlich wechselnden Umständen des psychologischen Erfassens unberührt bleibt. das zur Einheit und damit zur Wahrheit des Gedachten hinführt. der als solcher sich Form selbst gleich und von den zufälligen. für immer. die hier gestellt ist. rationalen. wohl aber der objektiven Bestimmtheit des der Erfahrung selbst. begründet den Unterschied Solange wir im Gebiet der verschiedenen Erkenntnisstufen. Wir bedürfen nicht der Objektivität absoluter Dinge. ergänzt. so wäre kein sicherer und dauernder Gebrauch von ihm möglich. die unJeder Satz ist hier. er kann durch andere. der sich in der Ausübung. er einmal ist. muß in sich fest und sicher sein. der rein logischen und mathematischen Sätze verharren. Erkenntnis selbst entsteht und festigt sich der Gedanke eines Grundbestandes ideeller Beziehungen. es würde beim ersten Versuch zerbröckeln und sich in Nichts auflösen. Besäße ment es nicht in sich selbst eine bestimmte Stabilität. den wir im Wechsel der Vorstellungen ergreifen. Weges die zu dem Er- kenntnis durchdringt. um ihn alsbald wiederum aufzugeben. nicht sofern sie ein gegebenes starres Sein abbilden. in welcher der Beweis Behauptung erbracht wird. aber nicht mehr in seinem eigenen Gehalt umgeformt werden. was veränderlich in sich selber ruhen. in der Anwendung auf das empirische Material fortschreitend bewähren muß. Aber das Instruselbst. entspricht daher in der Tat genau der Im Bereich der aktiven des Denkens überhaupt. nur die Art.

als ob es dauernd wäre. es als Ergebnis allgemeiner theoretischer Gesetze zu verstehen. Die Beständigkeit der idealen Formen hat nunmehr selbst keinen rein statischen. Der Bestand der ewigen Wahrheiten wird zum Mitte]. der sich von einem zum andern hin vollzieht. Nur in der Abstraktion können wir die schlechthin dauernden Momente von den vergänglichen ablösen und ihnen gegenüberstellen: denn die eigentliche konkrete Aufgabe der Erkenntnis besteht darin. die sie stetig erfüllen. Der Einldang des Gegebenen und des Geforderten wird hergestellt. Die Veränderlichkeit des empirischen Materials erweist sich keineswegs nur als ein Hemmnis. von denen Logik und Mathematik sprechen. als vielmehr Beständigkeit im logischen Gebrauch. das Dauernde für das Vergängliche selbst fruchtbar zu machen. wenn es sich beiderseits um starre unabänderliche Gegebenheiten handelte. Erst indem wir uns der Bedingtheit unserer empirischen Kenntnisse und damit gleichsam der Bildsamkeit des empirischen Materials.liehen Typus des Wissens zusammen. 429 . ist ihr dauernder und unverlierbarer Gehalt. mit dem die Erkenntnis arbeitet. eröffnet sich die Möglichkeit einer Aufhebung des Widerstreits. Das Veränderliche wird betrachtet. sondern zugleich und vorzüglich einen dynamischen Sinn: sie ist nicht sowohl Beständigkeit im Sein. So wenig der Unterschied der beiden Faktoren sich daher jemals völlig zum Verschwinden bringen läßt: so besteht doch in dem beständigen Ausgleich. nach denen die Erfahrung selbst in ihrer wissenschaftlichen Gestaltung sich orientiert. sondern zugleich als eine positive Förderung des Wissens. indem wir das Gegebene im Sinne der theoretischen Forderungen aufs neue durchforschen und damit seinen Begriff erweitern und vertiefen. bewußt werden. Die Gegensätze zwischen der mathematischen Theorie und dem Inbegriff der jeweilig bekannten Beobachtungen wären unausgleichbar. der sich gegenübej allem Wandel des zufälligen Erfahrungsstoffes als identisch behauptet und bewährt. indem wir versuchen. die gesamte Bewegung der Erkenntnis. im Gebiet der Veränderung selbst Fuß zu fassen. Diese Funktion. Die idealen Zusammenhänge. sind die gleichbleibenden Richtlinien.

Identität und Verschiedenheit. die Wirklichkeit kraft unserer mathematisch-physikalischen Begriffe zu verstehen. Co h n . Lpz. vernichten. sondern sie gehören ihrer Grundbedeutung nach der eigentümlichen Leistung des Intellekts selbst an. Wir stehen alsdann wieder vor der Grundansicht der Eleatischen Metaphysik. heißt somit sie als Natur. Die Natur erklären. bes. aufheben: die ewig gleichartige unbewegliche „Sphäre des Parmenides" — — Doppelform Um — — Raumes * u. sondern den des Denkens aufheben. so muß sich alsbald wieder zwischen der Erkenntnis und der phaenomenalen Wirklichkeit eine unübersteigliche Kluft erheben. sondern erweist seine eigenste Bedeutung erst in dem notwendigen Fortgang. in ihrer Mannigfaltigkeit und Wandclbarkeit. Der Gedanke duldet keine innere Ungleichartigkeit und Veränderlichkeit der Elemente. Ziele Zum Begriff der „Denkfremdheit" s. der selbst nichts anderes. als mannigfaltiges und veränderliches Ganze. Jonas ff. Wird diese korrelative des Begriffs selbst verkannt. 107 430 . 1908. hieße nicht nur den Begriff des Seins. die lebendige Anschauung des Zeitverlaufs der Ereignisse erstarrt für ihn zur Beharrung letzter absoluter Größenkonstanten. Konstanz und Veränderung erscheinen demnach auch von dieser Seite her als zusammenlogische Momente. Voraussetzungen des Erkennens. den es von einem Element zum andern vollzieht. aus denen er sich seine Form des Seins aufbaut. Verschiedenheit und Veränderung bilden demnach keine prinzipiell „denkfremden" Gesichtspunkte*. die in der Tat in modernen erkenntniskritischen Untersuchungen eine interessante und bezeichnende Erneuerung erfahren hat. Denn das Denken erschöpft sich wie sich allseitig gezeigt nicht in der Heraushebung des analytisch Gemeinhat samen aus einer Mehrheit von Elementen. gehörige Zwischen ihnen einen absoluten sachlichen Gegensatz statuieren. Die mannigfachen physikalischen Qualitäten der Dinge lösen sich ihm daher in den Einen Begriff des Aethers auf. müssen wir sie wie man nunmehr folgert zuvor in ihrem eigentlichen Wesen. als die Hypostasierung des leeren eigenschaftslosen ist. und stellen diese erst ihrem vollen Umfang nach dar.

ist somit nicht die Auslöschung der Vielheit und Veränderlichkeit überhaupt. Eindrucks" zur Wirklichkeit der „Schwingung" wird. Bemühungen des Nur dem Umstand. daß der Weg der Forschung nicht lediglich darin besteht. bes. sinnlichen Einzelqualitäten in eine Fülle elementarer auflöst. daß die Realität den Denkens widersteht und ihnen zuletzt be- stimmte unübersteigliche Schranken setzt. 229 ff. zeigt es sich. sondern die Identität funktionaler Ordnungen und Zuordnungen.Meyerson. Aber diese Erklärung selbst verlangt eine Einschränkung. das in der wissenschaftlichen Erklärung an die Stelle des sinnlich-Mannigfaltigen tritt. ist nicht die Identität letzter substantialer Dinge. 431 . hrz. von der Vielheit zur Einheit.. Die Identität. E. sondern ihre Beherrschung kraft der mathematischen von Reihengesetzen und Reihenformen. der der Gedanke fortschreitend zustrebt. ist es zu danken. Identitö et Röalitö. So paradox diese Konsequenz erscheinen mag: so genau und folgerecht ist sie aus der einmal angenommenen Erklärung des Intellekts und seiner eigentümlichen Grundfunktion abgeleitet. daß sie sich gegenüber der logischen Nivellierung ihres Gehalts daß in der Vollkommenheit des Wissens behauptet: nicht das Sein selbst zum Verschwinden kommt*. sondern es ist nur ein Mannigfaltiges anderer Dimension: es ist das mathematisch-Mannigfaltige. Zur Herstellung dieser Kontinuität aber bedarf das Denken des Gesichtspunkts der Verschiedenheit nicht minder. sondern gelangen erst in und mit ihm zur Bestimmung. Nicht die Mannigfaltigkeit als solche wird aufgehoben. dem alle Naturwissenschaft sich unver- merkt annähert. sondern im Charakter und in der Aufgabe der wissenschaftlichen „Vernunft" selbst gegründet.bildet das letzte Ziel. als es des Gesichtspunkts der Identität bedarf: auch er ist ihm somit nicht schlechthin von außen aufgedrängt. Was der Gedanke fordert. Diese aber schließen das Moment der Verschiedenheit und Veränderung nicht aus. indem ihr die Wirklichkeit des . von der Bewegung zur Ruhe überzugehen. S. sondern daß auch die umgekehrte Richtung: die Aufhebung der scheinbaren Kontinuität Bewegungen * S. Indem die Analyse die gegebenen.

I 432 . Der volle Begriff des Denkens stellt somit die Einstimmigkeit des Seins wiederum her: die Unerschöpflichket der wissenschaftlichen Aufgabe ist kein Kennzeichen ihrer prinzipiellen Unlösbarkeit.Konstanz und Einfachheit der Wahrnehmungsdinge nicht minder berechtigt und notwendig ist. sondern enthält die Bedingung und den Ansporn zu ihrer immer vollkommeneren Lösung in sich. der den wissenschaftlichen Gesetzen zugrunde liegt. Erst durch diese Aufhebung hindurch läßt sich zu dem neuen Sinn der Identität und der Dauer gelangen.

der die Voraussetzung für die gedankliche Entgegensetzung Vor diesem des ..Achtes Kapitel. sofern auf ihm alle Constanz der Erfahrungserkenntnis und somit alle Möglichkeit des gegenständlichen Urteils beruht. Was diese Beziehungen ihrem reinen logischen Sinne nach sind. wie dieses Ganze selbst in den erkennenden Individuen sich verwirklicht. ohne von diesem Wege durch psychologische Betrachtungen und psycboCassirer. I. Objekts" selbst enthält. die sie im Gesamtsystem der Wissenschaft gewinnen. Subjekts" und . Zur Psychologie der Relationen. solange es sich darum handelt. diese Frage in den Hintergrund treten zu lassen: die Wissenschaft schreitet von einem objektiv gültigen Satze zu einem anderen fort. kann und muß zurücktreten. Inbegriff erweist sich die herkömmliche Trennung als undurchführbar: er ist objektiv. weist ihm das Maß seiner Gewißheit zu. den reinen Begründungszusammenhang selbst zu verstehen und in seiner Wahrheit abzuleiten. Substanzbegriff ng 433 . daß seine Bestimmung einer doppelten Methode unterliegt und auf zwiefachem Wege versucht werden kann. zu einem Inbegriff von Beziehungen zurückgeführt. kann lediglich aus der Bedeutung abgenommen werden. die er damit im Ganzen der möglichen Erkenntnis überhaupt erhält. Die Entwicklung der Wissenschaft selbst drängt dazu. Jeder Einzelsatz wird innerhalb dieses Systems an einen anderen gebunden und mit ihm verknüpft und die Stellung. Das Problem der Erkenntnis hat uns statt zu einem metaphysischen Dualismus der subjektiven und der objektiven Welt.. Schon von hier aus zeigte es sich. Die Frage. während er andererseits nur im Urteil selbst und somit in der Tätigkeit des Denkens zu erfassen ist. für den sie die gleiche Form der Geltung in Anspruch nimmt.

Es zeigt sich. wie in der reinen Geometrie und Arithmetik seiner notwendigen Mittelglieder versichert hat. Von der bloßen Wahrnehmung als solcher führt kein Weg zu dem neuen Begriff des „Selbst". daß es die Art der Begriffsbildung ist. in die Bedeutung des Selbstbewußtseins über. in keiner Weise gerecht zu werden vermag. Diese Umformung in den Prinzipien der Psychologie bildet selbst ein wichtiges erkenntnistheoretischesProblem es zeigt sich auch hier. kraft deren er sich beschreiben läßt. die von selten der Wissenschaft beständig aufs neue gestellt werden. eine charakteristische Verschiebung erfährt. Und dennoch schafft gerade dieser unabhängige Fortgang zuletzt auch für die Psychologie selbst ein neues Problem. der in sich selbst das Prinzip seiner Erhaltung und Selbstbewegung enthält.logische Zweifel abgelenkt zu werden. wie in den übrigen Gebieten. Und so führt die allgemeine Forderung einer Psychologie der Relationen : zu einer Umbildung der psychologischen Methode überhaupt. von dieser allgemeinen Bedeutung aus. Hier erst tritt der Seelenbegriff aus dem allgemeinen Umkreis des Naturbegriffs heraus und gewinnt eigene und selbständige Züge. Die neuere Psychologie schien eine Zeitlang das Eigentümliche der reinen Relationsbegriffe völlig aus dem Auge verloren zu haben: erst seit relativ kurzer Zeit und auf merkwürdigen Umwegen beginnt sie sich ihm wiederum zu nähern. Der Gegenstand. Der Gedanke der wissenschaftlichen Psychologie geht geschichtlich auf P 1 a t o n zurück. sondern sie geht. daß Piaton sich bereits in der reinen Logik. der hier deutlich und gesichert vorliegt. den Aufgaben. die. der hier festgestellt werden soll. Die Seele ist nun nicht mehr der bloße Lebenshauch. Denn die' 434 . das bildet in Wahrheit ihren historischen Anfang. daß die psychologische Analyse sofern sie vom bloßen sinnlichen Erlebnis ausgeht und bei seinem Typus zu verharren strebt. Dieser Übergang aber wird nur dadurch möglich. Vom geschichtlichen Standpunkt aus liegt hierin eine seltsame Anomalie: denn was der moderne Psychologe leicht als das Ende seiner Wissenschaft betrachtet. fordert zugleich neue psychologische Mittel.

Wir ergreifen stets nur das Resultat. sobald er sich der Analyse der reinen Begriffe zuwendet. mit ihnen von gleicher Art und Beschaffenheit sein. klingt diese Anschauung noch deutlich nach: „Subjekt" und . Ähn- — — Bewegungs- — — lichkeit und Unähnlichkeit. Das Helle und Dunkle mag das Auge. so lassen sie sich nichtsdestoweniger durch keinen Wahrnehmungsinhalt als solchen belegen: denn eben dies ist ihre Funktion. Die Seele muß. daß sie beide vereint zwei sind.. um die körperlichen Dinge in der Wahrnehmung zu erkennen. daß das eine vom andern verschieden ist. die wir jedoch niemals rein und selbständig zu isolieren. wie zwei aufeinander bezogene und abgestimmte formen. Wenn indessen Sein und Nicht-Sein. Gleichheit und Ungleichheit sind keine körperlichen Gegenstände. der Piaton auf eine kurze Strecke hin so lange es sich um die Zergliederung der Sinnesempfindung handelt folgt. sondern nur in ihrer wechselseitigen Bestimmung durch einander zu erfassen vermögen. wenn wir von Farbe oder Ton sagen. daß jegliches von ihnen ist. in der ihnen das Ich gegenübertritt. das Warme und Kalte der Tastsinn unterscheiden: aber in der Gesamtheit derartiger sinnlicher Inhaltsunterschiede erschöpft sich niemals das Ganze der Erkenntnis. Identität und Gegensatz objektiv unentbehrliche Bestandteile jeglicher sind.Wahrnehmung erscheint sie ist wie ein bloßer Teil des Naturprozesses. Eine Erkenntnis ist es. In der Ausbildung. Aber diese Ansicht. Das Bild und Analogon der physischen Wirkung und Gegenwirkung muß jetzt versagen. Einheit und Vielheit. Objekt" verhalten sich zu einander. das Leichte und Schwere. eine von Grund aus neue und eigentümliche. die mit körperlichen Kräften auf uns eindringen. die Piaton im Theaetet dem Satze des Protagoras gegeben hat. So ist auch die Art. 28» Aussage 435 . der philosophiesieschildern sich zwischen unserem Körper einerseits und den materiellen Dingen seiner Umgebung vollzieht. Einheit und Verschiedenheit. wie Empedokles und die gesamte ältere Naturnichts anderes. ohne es in seine realen Komponenten zerlegen zu können. als der Ausgleich. wird von ihm alsbald verlassen.

an der beide im gleichen Sinne Teil haben. der den Platonischen Seelenbegriff endgültig von der orphischen und naturphilosophischen Spekulation loslöst. sonderen Empfindung stehen. die sie rein aus sich heraus und in freier Gestaltung gewinnt. die aber in keinem der beiden Einzelelemente als solchem direkt aufzeigbar ist. nehmung unter diese Begriffe fassen. bes. ff. gültigen Momente sind an kein spezielles Organ mehr gebunden und bedürfen seiner nicht: vielmehr ist es die Seele selbst. Theaetet 184 C. Die Beziehung zwischen den heterogenen Gebieten sinnlicher Wahrnehmung wäre nicht erreichbar. die sich außerhalb ihrer Sonderbestimmtheit und somit Diese allgemeinihrer qualitativen Gegensätzlichkeit halten.über die Besonderheit all dieser Inhalte hinausgreifen. so nahe er mit dieser zunächst verbunden erscheint. so liegen hier die Wahrnehmungen dichtgedrängt in uns zusammen: aber nichts findet sich. aber ihr Schwerpunkt ist daß sie um eine * Vgl. Die „Seele" wird somit hier gleichsam als der einheitliche Ausdruck für den Gehalt und die systematische Verfassung der reinen Relationsbegriffe erdacht und gefordert. Die Platonische Auffassung hat in Aristoteles' Lehre vom KoLvöv zweifellos nachgewirkt. 436 . des Gleichen und Ungleichen. Der wahrhafte Begriff des Selbst ist an den Begriff des Einen und Vielen. Verknüpfung zwischen ihnen herzustellen. führen wir sie damit in eine Idee zusammen: gleichviel ob wir diese Einheit als „Seele" oder wie immer bezeichnen mögen. so bietet sich uns nichts als ein Chaos einzelner Erlebnisse. was sie auf einander beziehbar macht und sie zu einem identischen Selbst zusammenschließt. Das Grundproblem der Psychologie findet seine Bestimmung im Hinblick auf die Grundprobleme der reinen Logik und Mathematik: und dieser Zusammenhang ist es. Und hier erst gewinnt der Begriff der Einheit des Bewußtseins einen festen Halt und Bleiben wir bei dem Inhalt der beeine sichere Grundlage. wenn es nicht Gebilde gäbe. des Seins und Nicht-Seins gebunden und findet Indem wir die Wahrerst hier seine wahrhafte Erfüllung. Wie die Helden im hölzernen Pferde.

so ist es notwendig der Sinn selbst. das erscheint hier als eine zugleich abstrakte und sinnliche Potenz. Begriffen wie Bewegung und Ruhe. 6. in der all das. während der Tastsinn zwar eine Mehrheit von Qualitäten in sich faßt. um in ihm gesammelt und auf einander bezogen zu werden*. der ihm allein eigentümlich So kommt dem ist und ihn von allen anderen unterscheidet. Gemeinsames" hinweggreift. Diese psychologische Entscheidung entspricht wiederum der logischen Grundansicht: sie beruht auf jener Auffassung. Was bei Piaton also als spontane und freie Leistung des „Bewußtseins selbst" gefaßt wurde. die selbst rein sinnlicher Natur sind. Aristoteles. sondern als . die im . das über alle Einzelunterscheidungen . * Vgl. das Weiße mit dem Süßen zusammenstellen oder beides einander entgegensetzen. Diesem Gemeinsinn werden alle einzelnen Daten der Wahrnehmung zugeführt. reicht nicht aus. zusammengefaßt ist. III. Begriff" zuletzt nichts anderes als eine Summe dinglicher i'diov — — Merkmale sieht. 418a. In der Einteilung der sinnlichen Wahrnehmungen wird davon ausgegangen. Gemeinsinn" in einer umfassenden Bedeutung.. 426b. die sich in einer Mehrheit von Objekten gleichmäßig vorfinden. dem Gehör der Ton als ein derartiges Gesicht die Farbe.hier bereits verschoben. zu. Der Allgemeinheit des Gegenstandes aber muß eine Allgemeinheit wie Aristoteles nunmehr weiter folgert Wenn wir etwa des aufnehmenden Organs entsprechen.. Diese Begriffe stellen ein wahrhaft dar. worin die verschiedenen Arten und Gebiete der Wahrnehmung übereinstimmen. daß jedem Sinn ein besonderer Inhalt angehört.. der diesen Akt der Vergleichung vollzieht: denn mit welchem anderen Vermögen vermöchten wir Inhalte. sich aber zu jeder einzelnen von ihnen in gleicher Weise. sobald es sich darum handelt. 2. wie irgend ein Sinn zu seinem bestimmten Aber diese Art der Beziehung spezifischen Inhalt verhält. nsQl xpvxijs H. 437 . bes. wie Größe und Zahl ihr psychologisches Korrelat zu bestimmen. als bloßes Gesicht oder bloßer Geschmack. zu erfassen ? Aber der Sinn fungiert hier nicht mehr in irgend einer Sonderbeschaffenheit.

wenn er betont. Ausdruck bringen des lassen. anschaulich gegebenen Vorstellungsbildern zum klarsten tritt dies am Begriff hervor. das dasjenige. weil es sich zeigt. Auch die Ideen der .. L e i b n i z greift unmittelbar wieder auf Piaton zurück. Dennoch kehrt der Gedanke dieser Beziehungen. Sie besitzen nur insoweit wahrhaft positiven Gehalt. nach welchem ein Begriff erst dann als wahrhaft verstanden und abgeleitet gelten kann. aus welchen er sich zusammensetzt. aber bleibt hier durchaus das Lockesche Schema herrschend. So sehr gerade die allgemeine Regel dieses Fortschritts. Gestalt und Bewegung Ideen des reinen Verstandes seien. die die traditionelle Lehre dem „Gemeinsinn" zuspricht. die anfangs eine besondere Stellung einzunehmen scheinen. sondern immer nur in dem Hinweis auf einen unbegrenzt möglichen gedanklichen Fortschritt besteht.Die moderne Psychologie versucht zunächst nur in vereinzelten Ansätzen zu einer neuen Fassung des Problems vorzudringen. "Wie ein Schattenbild von unsicherer "Wesenheit und Herkunft mischt er sich stets von neuem unter die klaren und gewissen Eindrücke der "Wahrnehmung Denn innerhalb 438 . die einfachen Sinnesinhalte darzulegen. stets von neuem wieder. vom Standpunkt der Logik und Mathematik. wenn es gelungen ist. werden zuletzt nach diesem Maßstab gemessen. daß insbesondere Ausdehnung. aber sich in ihnen niemals erschöpfend begründen lassen. den Bestand und die Wahrheit des Unendlichen ausmacht: so trägt sie doch für die psychologische Betrachtungsweise notwendig den Stempel des bloß Negativen. so sehr er zurückgedrängt werden mag. daß die Inhalte. Am Unendlichen dieser Betrachtungsweise ist selbst noch kein zureichender Ausdruck für die Geltung und Eigenart der Beziehungen entdeckt. . Reflexion". die zwar anläßlich sinnlicher Eindrücke sich bilden. was er will und bedeutet. der nur darum der Kritik verfällt. im tatsächlichen Vorstellen niemals realisiert ist. In der neueren deutschen Psychologie ist es sodann besonders T e t e n s der diese Anregung aufnimmt und sie zu einer ausgebildeten Theorie Im Ganzen der reinen „Verhältnisgedanken'* weiterführt. als sie sich unmittelbar in einzelnen.

noch zu beseitigen vermag. entfernen und ihn — geflissentlich überschreiten. — Der tiefere Grund dieses Widerstreites aber liegt darin. ihre Bedeutung beruht darauf. die an beider Stelle treten. In dieser Polemik gegen den Substanzbegriff glaubt Locke den eigentlichen Kern aller Metaphysik und aller scholastischen Wirklichkeitserklärung getroffen zu haben. Die Begriffe. den sie weder zu begreifen. Geister abgeschiedener Quantitäten" spotten mag: diese Geister wollen sich nicht bannen lassen. indem die „Erklärung" für dasjenige. abgesonderten und eigenschaftslosen „Etwas" aufgeboten. Wie sehr man mit Berkeley über die Infinitesimalgrößen der Mathematik als die . Wie die Substanz des Dinges. Alle Waffen des Spottes werden gegen Annahme jenes selbständigen. Die Analyse stößt hier auf einen letzten Rest. die sich auf dieser Grundlage aufbaut. die die psychologische Betrachtung als die alleinigen Träger der „Objektivität" kennt und anerkennt. gehen niemals in jene Elemente auf. Immer von neuem wird gezeigt. daß die psychologische Kritik an diesem Punkte sich von den Voraussetzungen. ist der Begriff der Substanz. die im tatsächlichen wissenschaftlichen Gebrauch sich als wirksam und fruchtbar erweisen.und Erinnerung. in ein gänzlich Inhaltleeres und Unbekanntes verlegt wird. Der Begriff. Trotz alledem bleibt in der Ansicht der physischen und psychischen Wirklichkeit. Und das Werk der Kritik scheint beendet. die was uns vom Standpunkte der Erfahrung das Bekannteste und Gewisseste ist. die sie bekämpft. Ein rätselhaftes „Ich weiß nicht was" wird zum begrifflichen Grund aller wahrhaft wißbaren Qualitäten und Eigenschaften erhoben. gegen den sich Locke am schärfsten und eindringlichsten wendet. daß sie sich von dem Typus der Realität. der hier als Muster dient. das man als „Träger" der sinnlichen Qualitäten voraussetzt. der all- H m 439 . nachdem u e ihr Ergebnis von der äußeren Erfahrung auf die innere übertragen hat. wie in dieser Annahme die eigentliche Geltung des Wissens sich verkehrt.. innerlich noch keineswegs frei gemacht hat. so scheint nunmehr die Substanz des Ich beseitigt: es sind bloße associative Zusammenhänge von Vorstellungen.

Nach wie vor herrscht die Überzeugung. die reinen Begriffe der Verknüpfung. eine bloße Zutat des Geistes bilden. mit denen sie operierte. nicht mehr und Abdrücke von Gegenständen zu denken. Begriffe — so schwindet als Eindrücke auch ihr logischer Gehalt. Sobald einmal der Versuch unternommen wird. eine neue — — der . Nur die dieser Kategorie sind andere geworden. Die Substantialität der .. Was nicht selbst „Eindruck" ist. nicht aber eines objektiven Zusammenhangs der Dinge selbst sind. Seele" ist nur scheinbar beseitigt: denn sie lebt in der Substantialität des sinnlichen „Eindrucks" fort. die . wie insbesondere die gemeinen Anwendungen von Ursache und Wirkung. während sie selbst unvermerkt ihre alte Stellung und ihren alten Vorrang behauptet. So ergab sich hier jene Selbsttäuschung. während alle Verknüpfungen. was für sich allein steht und rein aus sich selbst. Die neuere Psychologie hat lange Zeit versucht. als isolierter Bestand faßbar und verständlich ist.. einer durchgreifenden Änderung zu unterziehen. die sich nachträglich zwischen den besonderen Inhalten einstellen. daß nur dasjenige als wahrhaft . das ist eben damit bloße Fiktion: und diese Fiktion gewinnt nicht dadurch an innerem Wert. ohne die Prämissen. Dieses Ergebnis bildet gleichsam die negative Probe für die Festigkeit.Wirklichkeit". daß sie in der „Natur" des Geistes selbst gegründet erscheint und sich demnach mit einer Art von Allgemeinheit und Regelmäßigkeit unter bestimmten Bedingungen einstellt. die zunächst naiv und vertrauenswurde. Hier liegt das Unveränderliche und Wesentliche aller bewußten Wirklichkeit vor uns. Form voll hingenommen James 440 .Kategorie der Substantialität ihre entscheidende Bedeutung erhalten. Alle Eigentümlichkeiten der psychologischen Analyse wurden jetzt unmittelbar als Beschaffenheiten in das psychische Objekt hineinverlegt. auf denen sie ruht. der skeptischen Konsequenz der Humeschen Lehre zu entgehen. wirklich" und als Grund alles Wirklichen zu gelten habe. Ihr erwuchs in den eigenen Begriffen. die die substantielle Auffassung trotz allem noch besitzt. und somit nur Ausdruck eines willkürlichen Triebes der Einbildungskraft.

. 441 . dem Gestaltqualität Melodie Töne zu bestehen und aufgehen zu müssen. aus denen jeder Zustand des Bewußtseins sich zusammensetzen soll. so scheint zunächst aller Inhalt. tritt hier an besonders markanten Beispielen hervor. Wir können durch * Vgl. Je weiter die Selbstbeobachtung fortschreitet und je mehr sie sich vorurteilslos ihrem eigenen um so mehr drängen die neuen Probleme Es ist zunächst noch ein eingeschränkter Gesichtspunkt und ein spezielles Interesse. Die Lehre von den „einfachen" Grundelementen. das die Erfahrung uns darbietet.„psychologische Täuschung" schlechthin (the Psyfallacy) aufgedeckt und beschrieben hat. Der Standpunkt der reflexiven Beobachtung und Zergliederung schiebt sich unvermerkt dem Standpunkt des wirklichen Erlebnisses unter*. Wenn unser Bewußtsein eine einfache verfolgt und auffaßt. die aus der bloßen Summierung der Einzelteile nicht erklärt und abgeleitet werden können. der ihm hierbei gegenwärtig ist. Die Fragen. um einen bestimmten psychischen Tatbestand darzustellen und ihn in einfacher Weise mitteilbar zu machen. Die nähere Betrachtung zeigt indessen. werden zugleich zu den absoluten Uratomen. die unser Begriff noch zu unterscheiden vermag. a.. werden als wirkals die chologist's liche Momente aufgefaßt. Principles of Psychology I. Daß nicht jedes räumliche oder zeitliche Ganze. James. u. aus denen das Sein des Psychischen sich aufbaut. Aber dieses so gewonnene Sein bleibt trotz allem in sich selbst zwiespältig. deren wir uns bedienen. in der Wahrnehmung der einzelnen unter Formulierung erfahren. geben die erste Anregung zu einer erneuten Revision der allgemeinen Grundbegriffe. daß eine derartige Beschreibung den wahrhaften Sachverhalt nicht trifft. von dem aus sie ihre erste Wege überläßt. zutage. die sich psychologisch Begriff der zusammenfassen. 278 ff. die in diesem Tatbestand selbst enthalten sind. 196 ff. Immer wieder zeigen sich in ihm Merkmale und Eigentümlichkeiten. sich als einfacher aggregativer Komplex seiner einzelnen Teile darstellen läßt. ist ein typisches Beispiel dieser Gesamtanschauung. Die letzten Teile. Die Mittel.

das ist nicht in einem dieser Inhalte selbst. Über Gestaltqualitäten. wie andererseits zwei Komplexe. ohne noch eine bestimmte Lösung dafür zu geben. die sich zugleich in einem selbständigen Gebilde von bestimmt aufweisbarer Beschaffenheit verkörpert. ist als empirisches Datum anzuerkennen. die sie für uns besitzt. ff. sie selbst als Einheit festzuhalten und wieder- Die spezifische Eigenart und die charakteristische Beschaffenheit. f. da sie sich jedem Wechsel dieser Besonderheit gegenüber als solche erhält und behauptet. die freilich zunächst nur das Problem abgrenzt. aus uns bestand. gleichviel von welchen theoretischen Voraussetzungen aus man ihn beurteilen und deuten mag*. kann somit nicht von der Besonderheit der Elemente abhängen. fassen sie also ihrem bloß geometrischen Begriff nach als identisch auf.. hrz. fordert. Der Bestand derartiger Gebilde und der eigentümliche inhaltliche Zuwachs. zuerkennen. verschwinden lassen und durch andere ersetzen. XIV. Zwei durchaus verschiedene Komplexe von Tonempfindungen können für uns dieselbe Melodie ergeben. 249 sowie Meinong. ohne daß wir darum aufin eine andere die Melodie anfänglich für hören. wiss. Viertel- (1890). Zur 442 . * Vgl. noch in ihrem bloßen aggregativen Beieinander aufzufinden: sondern es liegt hier eine neue Leistung vor. zu völlig verschiedenen Melodien führen. sofern diese Elemente in ihrer relativen Folge von einander unterschieden sind. Dieses Bewußtsein der Identität von Ganzen.Übergang denen Tonart sämtliche Einzeltöne. der damit gegeben ist. bes. so doch eine besondere psychologische Kennzeichnung. Auch im Räume bezeichnen wir bestimmte Figuren als einander „ähnlich". Der gleiche Gedanke läßt sich sodann von der Einheit der „Tongestalten" auf die Einheit der „Raumgestalten*' übertragen. Der Begriff der Gestaltqualität enthält diese Bezeichnung. wenn nicht eine besondere Erklärung. Ehrenfels. die aus inhaltlich gleichen Elementen bestehen. Was die mannigfachen Vorstellungsinhalte zu einer psychischen Grundgestalt verknüpft. wenngleich sie sich auf qualitativ völlig verschiedenen räumlichen Einzelempfindungen aufbauen.. S. die doch in all ihren einzelnen Bestandstücken von einander abweichen. jahrschr. Philos.

Erklärung scheint in ihrer allgemeinen Anwendung zugleich jede Annahme besonderer Relationsvorstellungen und Relationsbegriffe entbehrlich zu machen.. über Beharrung und Veränderung. (1891). — — ist nicht zu bestreiten. Die Möglichkeit. wenn sie näher auf die entsprechenden logischen Probleme. bes. Die psychologische Physiologie der Sinnesorgane II. aber zur Erklärung Tatsache ist es keineswegs erforderlich. 122 ff. eingegangen wäre. Ein Ganzes bilden heißt im psychologischen Sinne nichts anderes. der insbesondere für weite Gebiete der charakteristisch \ind von grundlegender Bedeutung ist. Relationen. 443 .). dieser Psychologie der Komplexionen u. zu erklären unternimmt. die GleichDiese heit oder Ungleichheit ganzer Inbegriffe urteilen. die von dem Komplex ausgehen und somit zugleich von der Ordnung der Elemente innerhalb desselben abhängig sind. Wie schon die angeführten psychologischen Beispiele zeigen. wird in den rein psychologischen Erwägungen nxxr von einer neuen Seite her be- — Mathematik leuchtet und sichergestellt. sind es. wohl aber aus der wechselseitigen die sie gegen einander ausüben. sondern die uns zugleich über Einheit und Vielheit. gegenüber den so wendet man ein Daß die Melodie einzelnen Tönen. (Näheres hierüber Kap. kraft deren wir über die Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit. denn als Ganzes wirken. S. zwar nicht aus dem bloßen ihrer Teile. sondern auch ihr gesamter Komplex löst stets bestimmte besondere Wirkungen auf unser Gefühl und unsere Vorstellung aus: und diese Wirkungen. die in sie eingehen. III. Gestaltqualitäten" hätte zweifellos an allgemeiner Bedeutvmg gewonnen. die zu ihnen hinzukommen. Die einfache Wahrnehmung ist es wiederum. als ein selbständiger Eine solche theoretische Deutung Beisammen Wirkung.und Vorstellungselementen noch ganz neuartige einzuführen. Nicht nur die Teile als solche. eine Beziehung ihrem Sinne nach als invariant festzuhalten.liegt bereits vor. für Psychologie u. Einheit. wie über Farbe und Ton. handelt es sich um jenen allgemeinen Prozeß der Loslösung und selbständigen Setzung des Relationsgehalts. die nicht nur über sinnliche Beschaffenheiten. neben den gewöhnlichen Empfindungs. 245 ff. S. Zeitschr. Geruch und Geschmack entscheidet. die sich hier unmittelbar aufdrängen. während die Beziehungsglieder die mannigfachsten Umformungen erfahren. Erörterung des Problems der . die den komplexen psychischen Gewenn man die bilden zukommt. über die Inhalt erscheint.

Es bedarf hierzu keines fachen besonderen Aktes der .. XXI. bereits vorausgesetzt werden. verschieden ist*. daß von dem Komplex der rascher aufeinanderfolgenden Einzeltönc eine besondere Wirkung ausgeht. die Länge der dazwischenliegenden Pausen gegeneinander abmessen und daraufhin bald von einer rascheren. Psychol. die von bestimmten Mannigfaltigkeiten ausgeht. Zur Psychologie der Zeitanschauung. sondern es Schumann. f. so bringt eine bestimmte Zusammenstellung und Verknüpfung von Reizen. — Zur Kritik Schumanns vgl. B. 106 Ausführungen M e n o n g s Über Gegenstände höherer Ordnung u. sondern von Reizkomplexen sind.Vergleichung" zeitlicher genügt die einfache Annahme. des Wechsels oder der Dauer hervor. daß sie die „Wirkungen" nicht von einzelnen Reizen. S. um mit Sinn von kausalen Verknüpfungen der Wirklichkeit zu sprechen. die von der Wirkung. bes.zeitliche Folge alle diese und zeitliche Dauer der Inhalte belehrt. die XVII (1889) S. bald von einer langsameren Aufeinanderfolge sprechen. so entdeckt man alsbald den erkenntniskritischen Zirkel. 236 ff. die bei einem weiteren Abstand der Töne eintritt. den er in sich schließt. Nicht derart ist das Verhältnis. während doch die bloße Anwendung des Gesichtspunktes von Ursache und Wirkung bereits einen speziellen Relationsgedanken in sich schließt. Wie eine bestimmte Ätherschwingung in uns den Eindruck einer bestimmten Farbe hervorbringt. die unser Bewußtsein treffen. f. daß wir von der Kenntnis bestimmter ursächlicher Zusammenhänge aus zum Verständnis der Beziehungsbegriffe überhaupt geleitet werden könnten. Verhältnis zur inneren Wahrnehnning. i . Denn Bestimmungen unterscheiden sich von den ein- Sinneseindrücken nur dadurch. So können wir z. Die Gesamtheit der reinen Relationsgedanken wird hier auf eine tatsächliche Wirkung zurückgeführt. was diese Begriffe bedeuten und meinen. (1899) 444 . ff. deren * S. in diesem den Eindruck der Ähnlichkeit oder Verschiedenheit. Verfolgt man indessen diesen Erklärungsversuch zu Ende. wenn verschiedene Tonempfindungen in bestimmten zeitlichen Abständen nacheinander in uns erregt werden. Indem die psychologische geistigen Intervalle. vielmehr muß umgekehrt dasjenige. Ztechr.. Psychol. Ztschr.

sind niemals die Einzelbestandteile. die sie im Ganzen des psychischen Geschehens ausüben. Was uns im Gebiete des Bewußtseins empirisch wahrhaft bekannt und gegeben ist. hat sie bereits all das vorweggenommen. ausgeht. dessen logische Rechtfertigung in Frage steht. aber man erkannte und sprach es aus. so daß der Versuch. allmählich verstummt. Das Ideal der begrifflichen „Erklärung". sondern es ist stets bereits eine vielfältig gegliederte und durch Relationen aller Art geordnete Mannigfaltigkeit. als könne und solle diese ganze Art der Wirklichkeit. So sind denn auch innerhalb der psychologischen Forschung selbst die spekulativen Versuche. an den Anfang der Betrachtung zuerst den Anschein hatte. die sich lediglich kraft der Abstraktion in einzelne Teilbestände sondern läßt. aus den einfachen Empfindungen. daß unsere tatsächliche Erfahrung — — 445 . Sie setzt eine dingliche Welt. das hier maßgebend war.Rear' im Sinne der Erfahrung und des psychologischen Erlebnisses ist stets nur das Gesamtergebnis selbst. deren Wert und Recht danach zu bemessen ist. ohne Hinzunahme irgend eines anderen Bestandteiles. während seine einzelnen Komponenten nur den Wert hypothetischer Ansätze besitzen. notwendig im Kreise verläuft. Die Elemente „bestehen" niemals außerhalb jeglicher Form der Verknüpfung. die hier im ersten Ansatz der Frage zunächst verkehrt wurde. als den alleinigen Daten der reinen Erfahrung.Erklärung von tatsächlichen Elementen und der Aktion. Diese Umkehr ist freilich nicht befremdlich: denn sie stellt sachlich nur jene Rangordnung der Probleme wieder her. abgeleitet werden. . in der verschiedenartige objektiv feststehende Beziehungen während es obwalten. den Eigengehalt der reinen Beziehungen zu leugnen und ihn durch bloße Komplexe von Empfindungen zu ersetzen.. die möglichen Weisen der Verknüpfung aus ihnen herzuleiten. ob sie in ihrer Vereinigung die Gesamtheit der Phänomene wiederum darzustellen und zu rekonstruieren vermögen. wurde zwar im allgemeinen festgehalten. wie wir von den Teilen zum Ganzen. die sich sodann zu verschiedenen beobachtbaren Wirkungen zusammensetzen. Die Frage kann hier niemals lauten. sondern wie wir von dem Ganzen zu den Teilen gelangen.

2. soweit die physikalisch-chemische — — Bestand Ebbinghaus. „Natürlich heißt dies nicht" ein Vertreter dieser Ansicht „die Dinge erklären. aber sie bilden nichtsdestoweniger schließlich doch insofern eine Einheit. gleichmäßig wiederfinden. wie die der Einheit und Mehrheit. Grundzüge der Psychologie. Diese Übereinstimmung in den physischen Grundlagen jeder Wahrnehmung. nicht weiter reduzierbare Daten des Bewußtso bemerkt seins anerkennen.. die sich an allen Empfindungen. aus nervösen Elementen nach gewissen in sich übereinstimmenden Prinzipien aufbauen. aber ist leicht aufweisbar. 446 . 1905. für den nunmehr auch eine entsprechende Gemeinsamkeit in den zugehörigen physiologischen Prozessen zu fordern ist. der Ähnlichkeit und Verschiedenheit. des räumlichen Beisammens wie der zeitlichen Dauer als grundlegende. aber es heißt. unbeschadet ihrer qualitativen Verschiedenheit. ehrliche Armut dem Schein des Reichtums vorziehen"*. die begriffliche Mannigfaltigkeit der Beziehungen wiederum in die Einheit eines einzigen kausalen Ursprungs aufzulösen. Die Sinnesorgane samt den ihnen zunächst zugehörigen nervösen Zentren stellen sich freilich zunächst als sehr verschieden gebaute und verschieden ausgestattete Apparate dar. Die allgemeinen Verhältnisbestimmungen. so müssen wir — — diesen Gebieten auch gewisse spezifische Beziehungen. so müssen die in ihnen hervorgerufenen Prozesse naturgemäß verschieden sein. der uns gestattet. Aufl. E i n Rückweg scheint freilich noch übrig zu bleiben. gleichviel welchem besonderen Gebiet sie angehören mag. Wie wir bestimmte Klassen einfacher Empfindungen als letzte Tatsachen annehmen wie nunmehr erklärt wurde neben müssen. S. Was der rein psychologischen Betrachtungsweise versagt blieb. 462. scheint hier der physiologischen Erklärung und Deutung gelingen zu können. Lpz. erweisen sich eben damit als ein gemeinsamer des Empfindungsinhaltes als solchen. als sie sich sämtlich aus demselben Material. „Wirken äußere Reize auf sie ein.und unsere wirklichen empirisch-psychologischen Kenntnisse ihm die Erfüllung versagen.

wohl aber besteht auch hier.. soweit nämlich in der Außenwelt die Verbindungsweise der Reize zu einem Ganzen und innerhalb der Sinnesorgane die Grundeigenschaften der nervösen Materie und die allgemeinen Konstruktionsprinzipien ihres Aufbaus dieselben sind . Diese Erklärung. a. 447 . S. Zügen derselben Erregungen. dem wir zuvor bereits begegnet sind. In der Schmecken stattfindenden Erregungen liegt es. der Konstanz und Veränderung zugrunde liegen.. 442 f. der Identität oder Ähnlichkeit zu erklären. Eigenart der beim Sehen. offenbar auf die Gleichheit oder Verschieden- — Ebb nghau i 8 . Anschauungen" des Raumes und der Zeit. kraft dessen wir die realen Verhältnisse der äußeren Objekte in uns aufnehmen.. die Erfassung der Beziehungen steht zwar nicht wie für die der einzelnen Sinnesqualitäten ein besonderes Organ zur Verfügung. Sollte indessen diese ursächliche Erklärung zugleich eine logische Deduktion der Geltung der Verhältnisbegriffe bedeuten. Bitteres empfinden. der Einheit und Mehrheit. Hören. eine Art gemeinsamen Organs. daß uns alle diese Eindrücke je nach Umständen als dauernd oder intermittierend. daß wir ihre seelischen Wirkungen als etwas ganz Disparates. stecken also in ganz denselben Prozessen.Beschaffenheit der Reize und die ihr angepaßte Funktion der ersten Aufnahmeapparate verschieden ist.. lich ist"*. O. a. . wie Helles. sondern nur in den gemeinsamen Eigentümlichkeiten dieser Prozesse. lenkt dennoch ihrem Prinzip nach wiederum in die Bahnen Für der Aristotelischen Lehre vom „Gemeinsinn" zurück.. sich verändernd usw. um die Vorstellung der Gleichheit oder Verschiedenheit. Aber zur selben Zeit müssen jene Prozesse auch gleich oder ähnlich ausfallen. Die nervösen Vorgänge. deren nähere Angabe uns freilich noch nicht mög- besonderen — menden . die den Empfindungen zugeordnet sind. in den übereinstimLautes. aber nicht in sämtlichen. die auf den ersten Blick rein mit den Mitteln moderner naturwissenschaftlicher Auffassung operiert. so würde auch sie eben jenes vGTEQov TCQÖreqov in sich schließen. bewußt werden" die den . Denn sie muß.

mungen Bestim- Der Wahrheitsgehalt dieser Bestimmungen muß vorausgesetzt werden. gezogen werden. Die reinen Bewußtseinsfunktionen der Einheits. Der Psychologie der Empfindung tritt die Psychologie des Denkens gegenüber. enthält also bereits alle diejenigen kategorialen in sich. aufgewiesen und dargestellt werden. nur hypothetischen Erklärung zugänglich Weiterhin aber muß jede rein physiologische — Darstellung des Sachverhalts denjenigen Punkt im Dunkeln lassen. der hier vor allem in Frage steht. Eine Identität oder Gemeinsamkeit in den äußeren Reizen reicht niemals hin. Das physisch Gleiche muß als gleich erkannt und beurteilt. von dem hier ausgegangen wird. die von Anfang an von einer völlig andersartigen Formulierung des Problems und von einer neuen Wertordnung zwischen den „absoluten" und den . das sachlich Verschiedene a 1 s verschieden aufgefaßt werden.und Verschiedenheitssetzung sind somit als solche niemals zu entbehren. damit es zu jener Loslösung des allgemeinen Anschauungsinhalts vom besonderen Empfindungsinhalt kommt. ohne zu ihren hypothetischen Gründen zurückzugehen. 448 .heit in den spezieller in den peripherischen und zentralen Organen der Wahrnehmung zurückgehen.. die nachträglich. der hier angenommen wird. das in ihrem ersten Ansatz zunächst vernachlässigt und zurückgedrängt war. um den correlativen Bewußtseinsausdruck dieser Verhältnisse zu erklären. zum Bewußtsein kommen. die lediglich innerhalb der psychischen Phänomene selbst verharrt. daß sie in einer Betrachtungsweise. Die Forderung bleibt bestehen. Von allen Seiten her werden wir somit immer deutlicher auf ein zweites großes Gebiet der psychologischen Untersuchung hingewiesen. auf dem Wege der psycho-physiologischen Ableitung aus ihm wiederum heraus- Dingen. wie sie einer sein — dem individuellen Subjekt freilich mag. relativen" Elementen des Bewußtseins beherrs