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SUBSTANZBEGRIFF UND FUNKTIONSBEGRIFF
Untersuchungen über die Grundfragen
der Erkenntniskritik

von

ERNST CASSIRER

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VERLAG VON BRUNO CASSIRER BERLIN 1910

Vorwort.
Die erste Anregung zu den Untersuchungen, die dieser enthält, ist mir aus Studien zur Philosophie der Mathematik erwachsen. Indem ich versuchte, von Seiten der Logik aus einen Zugang zu den Grundbegriffen der Mathematik zu gewinnen, erwies es sich vor allem als notwendig, die Begriffsfunktion selbst näher zu zergliedern und auf ihre Voraussetzungen zurückzuführen. Hier aber machte sich

Band

alsbald eine eigentümliche

Schwierigkeit geltend:

die her-

kömmliche logische Lehre vom Begriff zeigte sich in ihren bekannten Hauptzügen als unzureichend, die Probleme, zu denen die Prinzipienlehre der Mathematik hinführt, auch nur
vollständig

zu bezeichnen.

Die exakte Wissenschaft

war hier, wie sich mir immer deutlicher zu ergeben schien, zu Fragen gelangt, für welche die Formensprache der traditionellen Logik kein genaues Correlat besitzt. Der sachliche Gehalt der mathematischen Erkenntnisse wies auf eine Grundform des Begriffs zurück, die in der Logik selbst nicht zu klarer Bezeichnung und Anerkennung gekommen war. Insbesondere waren es Untersuchungen über den Reihenbegriff und den Grenzbegriff (deren spezielles Ergebnis übrigens in die allgemeineren Erörterungen dieses Buches nicht aufgenommen werden konnte), die diese Überzeugung in mir befestigten und damit zu einer erneuten Analyse der Prinzipien
der Begriffsbildung selbst hindrängten. Allgemeinere Bedeutung gewann das Problem, das hierdurch bezeichnet war, freilich erst dann, als es sich zeigte, daß es sich keineswegs auf das Gebiet der Mathematik beschränkt, sondern von hier aus auf das Ganze der exakten Wissenschaften übergreift. Die Systematik dieser Wissenschaften

gewinnt eine verschiedene Gestalt,

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nacMem man

sie gleich-

sam unter verschiedenen logischen Perspektiven betrachtet. So mußte nunmehr der Versuch gemacht werden, von dem einmal gewonnenen Gesichtspunkt aus, den Formen der
Begriffsbildung in den einzelnen Disziplinen in der Arithmetik, wie in der Geometrie, in der Physik, wie in der Chemie Hier genügte es für den Gesamtzweck der nachzugehen. Untersuchung nicht, einzelne Beispiele aus den besonderen Wissenschaften zur Stütze der logischen Theorie heranzuziehen, sondern es mußte versucht werden, sie in der Gesamt-

Aufbaus zu verfolgen, um hierbei die Grundfunktion, von welcher dieser Aufbau beherrscht und zusammengehalten wird, immer bestimmter heraustreten zu lassen. Die Schwierigkeiten, die der Durchführung jedes derartigen Planes entgegentreten, habe /ich mir nicht verhehlt; wenn ich mich dennoch zuletzt entschloß, ihn in Angriff zu nehmen, so tat ich es, weil sich mir immer deutlicher zeigte, eine wie reiche und wichtige Vorarbeit für ihn in den Einzelwissenschaften selbst bereits geleistet, war \^ Immer bewußter und energischer hat sich insbesondere innerhalb der exakten Wissenschaften das Interesse der Forscher von den besonderen Zielen zu den philosophischen Grundlagen zurückgewandt. Hier gewinnt daher, wie immer man über die Ergebnisse dieser Forschungen im Einzelnen urteilen mag, die logische Aufgabe als solche überall eine reiche und unmittelbare Förderung, Die folgenden Darlegungen haben demgemäß überall gesucht, sich auf die geschichtliche Entwicklung der Wissenschaften selbst und auf die systematische Darstellung ihres Gehalts durch die großen Forscher zu stützen. So sehr sie von Anfang an darauf verzichten mußten, die Gesamtheit der Probleme, die sich hier aufdrängen, in ihre Betrachtung aufzunehmen, so sollte doch andererseits der spezielle logische Gesichtspunkt, unter welchem sie stehen, im Einzelnen bewährt und durchgeführt werden. Was der Begriff seiner einheitlichen Leistung nach ist und bedeutet, ließ sich nur aufweisen, wenn diese Leistung durch die wichtigsten wissenschaftlichen Problemgebiete hindurch verfolgt und in allgemeinen Umrissen dargestellt wurde.
heit ihres prinzipiellen einheitliche

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VI

Eine neue und weitere Fassung erhielt die Aufgabe sodann, sobald von den rein logischen Grundbestimmungen zum Wirklichkeitserkenntnis fortgeBegriff der schritten wurde. Der ursprüngliche Gegensatz entfaltete sich jetzt zu einer Mehrheit verschiedener Probleme, die indes

durch den gemeinsamen Ausgangspunkt, von welchem

sie

ihren Anfang nehmen, auf einander hp'/raen und zu einer gedankimmer in der Geschichte lichen Einheit verknüpft sind. der Philosophie die Frage nach dem Verhältnis des Denkens und Seins, der Erkenntnis und der Wirklichkeit gestellt wird, da ist sie bereits in ihrem ersten Ansatz von bestimmten

Wo

logischen

Voraussetzungen, von einer bestimmten An-

sicht über die Natur des Begriffs und des Urteils geleitet und beherrscht. Jede Änderung in dieser Grundansicht muß daher mittelbar zugleich eine eingreifende Änderung jener allgeder meineh~Fragestellung nach sich ziehen. Das

System

keine isolierte „formale" Bestimmung, die nicht im Ganzen der Erkenntnisaufgaben und Lösungen weiterwirkte. Die Auffassung, die man einmal von der Grundform des Begriffs gewonnen hat, greift daher unmittelbar in die Beurteilung der sachlichen Fragen ein, die "man herkömmlicher Weise der ,, Erkenntniskritik" oder der „Metaphysik" zuweist. Wie diese Fragen sich vom Standpunkt der allgemeinen Ansicht, die in der Kritik der exakten Wissenschaft gewonnen wurde, umgestalten und wie damit zugleich ihre Lösung eine neue Richtung nimmt, versucht der zweite Teil des Buches zu zeigen. Beide Teile gehören daher, wiewohl sie ihrem Gehalt nach weit von einander abzustehen scheinen, der philosophischen Grundabsicht nach durchaus zusammen: sie suchen ein und dasselbe Problem darzustellen, das sich von einem festen Mittelpunkt aus immer mehr ausdehnt und immer weitere und konkretere Gebiete in seinen Kreis

Erkenntnis

duldet

aufnimmt.

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Berlin, im

Juli 1910.

Ernst Cassirer
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VII

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INHALTS-VERZEICHNIS. Freges „Grundlagen der Arithmetik". — Der mathematische Begriff und seine „konkrete Allgemeinheit". Seite — Aufgabe und Natxir der Gattungsbegriffe. — — Vorstellungsinlialte und Vorstellungsakte Die logische Begründung des reinen Zahlbegriffs (Dedekind). DINGBEGRIFFE UND RELATIONSBEGRIFFE. ERSTER TEIL. — Die Mannigfaltigkeit der gegenständlichen „Intentionen". — Mängel der psychologischen Abstraktions— Die Formen der Reihenbildving. — Abstraktion und Reproduktion. — Die Stellung des Dingbegriffs im System der logischen Grundrelationen Das negative Verfahren der „Abstraktion". — Der Begriff der Progression. — Die Kritik der Abstraktionstheorien (Lambert Lotze). — Die Psychologie der Abstraktion. — Gegenstände „erster" und „zweiter Ordnung". — Die Theorien von Helmholtz und Kronecker. theorie. — Der Substanzbegriff in der Logik und Metaphysik Die psychologische Kritik des Begriffs (Berkeley). Erstes Kapitel: Zur Theorie der Begriffsbildimg. 3 11 23 Zweites Kapitel: Die Zahlbcgriffe. — Das Problem der Abstraktion. Die Zahl und II. — Die Zahl Ordnungszahl. Die Mängel der sensualistischen Ableitung. — Die Logik der Relationen. I. Das System der Arithmetik. — Die metaphysischen Voraussetzungen der Aristotelischen Logik. u. — 35 als 46 IX . — Mills Analyse der mathematischen Begriffe. — Reihenform und Reihenglied Der Begriff in der Aristotelischen Logik. — Kritik der nominalistischen Ableitungsversuche — die „Vorstellung" . — Elemente und Funktionen.

— Induktion und Analogie.Geometrie. — Die Geometrie „Beziehungslehro" (Hilbert). — Der Begriff des Doppelverhältnisses. . — der „Klassen"Theorien. IV. als 70 Zalilen. — Der Begriff und Gestalt. — Die Synthese der erzeugenden Relationen. — Geometrie und Gruppentheorie 112 Die Kombinatorik reine „Formenlehre" (Leibniz). — Russeis Theorie der Kardinalzahl. II. — Raumbegi'iff und Ordnungsbegriff. L«kge. — Gattungsbegriff und Relationsbegriff — Gauß' Theorie der negaDie Erweiterungen des tiven und imaginären Zahlen. — Die Methodik der antiken Geometrie.III. — Die Staudtsche Konstruktion. — Der Begriff des „Schnitts". — Die zwei „Erzeugungsprinzipe" der Zahl Zahlbegriff Seit und Klasaenbegi'iff . — Die Zahl Ausdruck der Ordnvings. — Das Prinzip der Kontinuität bei Poncelet und Chasles. — Infinitesimal.Analysis und Relations-Analysis. 80 Drittes Kapitel: D«r Raumbe^^riff und I. — Die Logik des Idealismus und das 119 System der Mathematik Das Problem der Metageometrie. Ivritik 57 Zalilbegriffs. — Raumbegriff und Zahlbegriff. — Die Erschaffung der transfiniten Ordnungszahlen. die Geometrie. — Idealismus und Empirismus. — Anschauung und Denken in den — Steiner und Poncelet — Prinzipien der Geometrie der Die Abhängigkeit geometrischer Gestalten — Der Begriff der „Korrelation". — Infinitesimal. . — Seinswert und Verknüpfungswert der geometrischen Elemente 99 Metrische und projektive Geometrie. — Formbegriffe und Reihen— Das Grundprinzip der analytischen Geometrie. — Die logische Definition der Null und der Eins. — Die projektive Metrik (Cayhiy und Klein). IV. III. — Ordnung vmd Maß. — Die Voraussetzungen des Klassenbegi'iffs. — Graßmanns Ausdehnungslehre und ihre logischen Prinzipien. — Pasch's empiristisches System. — Rationale und empirische Begründung der geometrischen Begriffe. — Das Imaginäre in der Geometrie. — Größen und Funktionen Die 88 Die Geometrie der Lage. — Dedekinds Erklärung der Irrationalzahl. — Mächtigkeit und Äquivalenz.und Reihenform — Der Begriff der Das Problem der transfiniten Mächtigkeit. als als . (Cjuitor) . — Die Formen des Calculs. — Geometrische und arithmetrische Begründung. begriffe. — Qualität reine und Quantität.

— Die Verdinglichung der sinnlichen Qualitäten (Anaxagoras und — Chemie und Alchymie. des Mechanismus. Der Erfahrungsbegriff des Altertums (Piaton und Protagoras). — Der Substanzbegriff in der Ionischen Naturphilosophie. — Der Erfahrungsbegriff der mathematischen Physik. Der Begriff Die Voraussetzungen des Zählens und Messens. — Das „einfache" Atom bei Boscovich und Fechner. Galileis XI . — Die Wandlungen des Atombegriffs 205 l')er begriffe. — Die Bewährung der physikaliscVien Hypothesen 184 Das Motiv der Reihenbildung — Die physikalischen Reihen— Zahlbegriff und Naturbegriff 195 Die Entwicklung des Dingbegriffs. Der Grenzbegriff und seine Bedeutimg für die Naturerkenntnis. Naturbegriffe und Konstruktionsbegriffe. — Der Begriff der Hypothese bei Kepler und Newton.S — V. — Der Stoß der Atome und das Postulat der Kontinuität. — Die logische Naturbegriff Verhältnis von Wahrheit und Wirklichkeit Das Problem der physikalischen Methode und seine Geschichte. — Das Ideal der reinen Beschreibimg II.mathematische imd der sinnliche Raum. 17. Aristoteles). — Das System der Gattungsbegriffe und die Physik der sinnlichen Qualitäten (Bacon) 200 Das System der Atomistik. I — — die physikalische „Theorie". 161 — und Zweckbegriff.ännung der Maßeinheiten. — Teleologie und Mathematik. Das physikalische „Faktum" und physikalischen „Messung". Der geometrische Begriff der Bewegung. — Atomistik und Zahlenlehre. — Der Atombegriff und die Differentialrechnung. du Bois Reymonds Theorie. und die ontologische „Hypothese" IV. — Begriff der Konstanten. — Die Gex<. — Begründung des Atombegriffs. Grundbestinimungen des reinen Raumes. 152 matische „Idee. — Das Problem der „Existenz". I. — III. Die Voraussetzungen der Hypothesen und Naturgesetze. Die Bewegung als matheDas „Subjekt" der Bewegung. Wirklichkeit — Die begrifflichen — Geometrie und Seite 132 Viertes Kapitel: Die naturwissenschaftliche Begriffsbildung. — Das Problem der Zeitmessung. Robert Mayers Methodik der naturwissenschaftlichen Erkenntnis. — P." — — 148 — — — Idealistische und empiristische Deutung der Grenzbegriffe.

— Der Atombegriffs. — Der Atomd Das Problem der Bej^iffsbildung in der Chemie. — Physik und Ontologie. Der Ersatz des absoluten — — Raumes durch den Fixsternhimmel..Der Begriff der Materie und der Begriff des Äthers. jj^iff als „regulative" Gebrauch des A. VIII. Das Bezugssystem der reinen Mechanik. — — XII . 287 dische System der Elemente. Der Grundbegri«? der Äquivalenz.. Der naturwissenschaftliche Begriff und die „W^irklichkeit". — Die Chemie diePhlogistontheorie. Der Begriff ier Energie. Der Maßbegriff — — ^ — Energie als reiner R^ lationsbegriff. „Chemischer" und Typenbegriffs. >(J. Rickerts Theorie der natxirwissenschaftlichen Begriffsbildung. — Streintz' Begriff des . Die Forderung der Homogeneität — — — — — — — — — . — des Streintz'schen Versuches. Richter). -^ Die Entwicklung des chemischen Verhältnisbegriff.. 'vtnbegriffs 270 Der Begriff der Valenz und die ^Vypentheorie. Der Begriff des „Radikals" und die 281 Theorie der „zusammengesetzten Radikale" Momente des chemischen — — — Die logischen Das perioDie Umbildung der chemischen Systemform. — Das Trägheitsgesetz. „Wü'kUche" und „nicht wirkliche" Elemente in den physikalischen — — Die Seite Objektbegriffen — Materie und Idee 216 Newtons Begriffe des VT. — Konstruktionen und KonvenIvritik : — als tionen. Qualitativ». 226 Der Ener{ obegriff i'nd die SinnesVII. Neumanns der Körper Alpha. — Absoluter und idealer Raum..>der". Das Abstraktionsproblom in der modernen Logik..Die Die formalen Voraxissetzungon der Energetik. Die Energie als DingEnergetik und Mechanik. . 249 „Begriffe" und „Bi.intoUigiblo" Raum: Newton und Leibniz. der Arbeit. Energiebegriff und Zahlbe^Tiff.. begriff imd als Oi^Jnungsbegriff. — Daltons Gesetz der multiplen Proportionen. — Das Gesetz der der sinnlichen bestimmten Proportionen D. „molekularer" Typtis. .Fundamentalkörpers". — Der absolute und der . Die Begriffe des Raumes imd der Zeit absoluten Raumes und der absoluten Zeit. Die Methode der physikalischen „Abstraktion" (Rankines Ableitung der Energetik). Die Pöduktion in der chemischen Begriffsbildung. — Die Theorie C. Chemie und Mathematik . logische Form der physikalischen Objektbegriffe. qualitäten. — Raum und Zeit mathematische Ideale. . — — — IX. — Heinrich Hertz' Sj-stem der Mecheuiik.

— Wahrnehmvmgs. Gresetz. „kompositive" und „resolutive" Methode. Das „Gedankenexperiment". als als Seite werte und Größenverhältnisse 292 ZWEITER TEIL. 313 Induktion und Analysis. Die Zerlegung in „Relationsschichten". — Das „Ewigkeitsmoment" in den empirischen Urteilen. Das Problem des „Einzelfalles". Problem der Induktion.und Erfahrungsurteile. - als als Induktion und Analogie II. III. — Ausdruck von Einzelverhältnissen. Der Begriff des „Grundes" und die mathematischen Notwendigkeits-Relationen. — Induktion mid Invariantentheorie. — Die Erfahrung Aggregat und System. nuität der Erfahrungsphasen. Das Experiment als Mittel der Analyse. — Gesetze und Konstanten. — Die begrifflichen Voraussetzungen des „Naturobjekts".Synthese in der Mathematik und in der Erfahrtmgswissenschaft. — Wahrnehmung oind Urteilsfunktion. Das Grundverhältnis der „allgemeinen" und der „besonderen" Relationen. — — Materiale und formale Konti— Die „Invariantentheorie der 351 Erfahrung" und der Begriff des „Apriori" XIII . — Der Begriff Reihenprinzip. — Das Postulat der notwendigen Bestimmtheit. Gesetze und Regeln. — Das Der Begriff Problem der naturwissenschaftlichen Konstanten. — Diskrete und kontinuierliche „Ganze".— Begriff und Anschauung. Das Problem der Naturgesetze. — Die „Integration" des Einzelfalles. — talität Fälle. — GrößenKritik der Rickertschen Theorie. — Wortbedeutungen und mathematische Begriffe. DAS SYSTEM DER RELATIONSBEGRIFFE UND DAS PROBLEM DER WIRKLICHKEIT. Die Konstanz und Eindeutigkeit des Geschehens. „Isolation" und „Superposition". — Der Einzelfall und das — Die Voraussetzung der To— Die Theorie des empirischen Urteils bei der Locke und Mach. Die Relations. Fünftes Kapitel: Zum I. Die beiden Grundtypen des Wissens 334 — — — — — — — • — . — Das Allgemeine und das Besondere. Die Grundform der Erfahrung.

Die „objektiven" Voraussetzungen des Ichbegriffs. IV Die Zeichentheorie. Die Funktionsformen der rationalen und empirischen Erkenntnis. Die Subjektivierung der Sinnesqualitäten. Das Problem der „Lokalisation". lichkeit. Gegenstand und Urteilsfunktion. Begriff und Wahrnehmung bei Helmholtz. „Projektion" und „Selektion" . Der Begriff der Materie und gebene" und die Denkfunktion. Die Organisation der Erfahrung. Die Einheit des Der physikalische Begriff der Wirklichkeit. Die Stufenfolge in den Graden der Objektivität. Die Gegendes Denkens im System des kritischen Idealismus. Der Begriff Der Gegenstand und die Denknotwondigkeit. Der Begriff der Objektivität und das Problem des Raumes.. Das „Geständlichkeit innerhalb der reinen Mathematik.Seite Sechstes Kapitel: Der Begriff der Wirklichkeit Die Scheidung der „subjektiven" und der „objektiven" WirkDie Bedeutung des Objektbegriffs. Die logische Abstufung der Erfahrungsinlialte. Veränderliche und dauernde Erfahrungselemente. Erscheinung. Die Projektionstheorie und ihre Mängel. Die Theorie der sinnlichen „Species". Die Gliederung in Objektivitätskreise. Die Korrelation des Ichbewußtseins und des Gegenstandsbewußtseins und der „kritische Realismus". falsche Begriff der „Subjektivität". Die Wechselbeziehung der „Form" und der „Materie" der Er- — XIV . I. das Transscendenzproblem Das Gesetzliche der Zeichen und Bild. Die Entstehiuig der Raumvorstellung. Die Forderung der Kontinuität des „Gegenstandes". Der Fortschritt zUm „Ganzen der Erfahrung". Verhältnis von Wahrheit und Wirklichkeit II. Die „Ähnlichkeit" des Bewußtseins und des Gegenstandes. Der Reihenbegriff und der empirische Gegenstand. — — — — — — — — — — — — — 359 — — — — — — — — — — — — 373 380 — — — — — — — — — — 389 — — — physikalischen Weltbildes 402 Siebentes Kapitel: SubjektiTität und Objektivität der Relationsbegriffe. Dfis Problem des „Transsubjektiven".. Helmholtz' Theorie der „Relativität". Das Problem der „Transscendenz".. Beharrlichkeit und WiederDer holbarkeit. m. Das „Transscendieren" der sinnlichen Empfindung Der Begriff der „Repräsentation". Logische und ontologische Fassung des Relativitätsgedankens. Die Umbildung des Repräaentationsbegriffs.

. — Die Psychologie des Denkens. Die logischen Relationen vmd das Problem des Selbstbewußtseins. — Das Problem des Pragmatismus. — Die WirkHchkeit als „projektierte Einheit". bei Leibniz und Tetens Der Begriff des „Einfachen" — 433 Das Die Verdinglichung der „einfachen" Empfindungen. . — Die Doppelform des Begriffs kenntnis. — Nativismus. I.— Der Bestand der „ewigen Wahrheiten". — Der Wahrheitsbegriff der modernen Mathematik Die Relationsbegriffe und die Aktivität des Ich. — Die Psychologie der „Verhältnisgedanken" in der neueren Psychologie. „Phänomenale" und „metaphänomenale" Gegenstände. Die Psychologie der Raumvorstellung. — Aristoteles' vom Koivöv. — Die UnvoUendbarkeit der Erfahrung und der kritische Wahrheitsbegriff. Die Funktionen der — — — — — Logik und Psychologie der Relationen 449 XV . — Wahrheit und NützHchkeit. Problem der „Gestaltqualität". Die „Gegenstände höherer Ordnung". Seit« 410 421 Achtes Kapitel: Zur Psychologie der Relationen. — Leibniz und Bolzano. Wahrnehmungsmoment und Urteilsmoment. Die psychologische Theorie der Gestaltqualitäten. — Kontinuität und Konvergenz der Erfahrungsphasen. „Empfindungen" nnd „Anschauungen" 439 — — — IL Meinongs Theorie der „fundierten Inhalte". Der Streit zwischen Empirismus und — Zuordnung und Verknüpfung. Lehre — Piatons Psychologie der Relationsbegriffe.

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Ernst Cassirer Substanzbegriff und Funktionsbegriff 4 .

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Erster Teil Dingbegriffe und Relationsbegriffe .

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das gegen alle die Zweifel. die die Hauptlehren der In der Logik in ihr erfahren haben. daß die Logik. den die wissenschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten genommen hat. so auch keinen Schritt vorwärts zu tun vermochte. eigentlichen Leben. als in der Umbildung. schien somit bewährt und befestigt. allein schien die philosophische Gedankenentwicklung endlich in ihr schien ein zu einem sicheren Halt gelangt zu sein. Standpunkte und Lehrmeinungen richDas Urteil Kants. die sich immer von neuem gegen die verschiedenen erkenntnis- formalen Logik — theoretischen teten. gesichert blieb. während auf der andern Seite jene neuen Von dem — Cassirer. bekundet sich nach außen hin vielleicht nirgends deutlicher. Überall zeigt sie sich von neuen Fragestellungen erfüllt und von neuen gedanklichen Tendenzen beherrscht. Gebiet abgegrenzt zu sein. Verfolgt man indessen genauer den Gang. von der steten Umgestaltung alles gegenständlichen Wissens unberührt schien sie allein sich gleichförmig und einförmig zu behaupten. mußte unter diesem Gesichtspunkt als eine und Bestätigung ihres eigentümlichen Gewißheitscharakters gelten. scheint mehr und mehr abzubröckeln. Substanzbegriff 1 1* 3 . Von der Arbeit. daß hier der stetige sichere Gang der Wissenschaft endgültig erreicht sei. so ergibt sich auch für die formale Logik alsbald ein anderes Bild. wie sie seit Aristoteles keinen Schritt rückwärts tat. die die Philosophie der Gegenwart allmählich zu den Grundlagen des theoretischen Wissens gewinnt. die die Jahrhunderte hier für die Formulierung der Grundlehren geleistet haben.Erstes Kapitel Zur Theorie der Begriffsbildung Die neue Stellung. Selbst die weitere Betrachtung.

dem verschieden- artige logische Fragestellungen. Schein unbedingter Sicherheit schwindet. aber verlangt zuDer gleich eine erneute Prüfung ihrer Voraussetzungen. vom Wesen und von der Gliederung des Seins bedingt die Auffassung der Grundformen des Denkens. die man zuvor gesondert zu verfolgen pflegte. gemeinsame Zielpunkt. weist auf diesen Zusammenhang zurück. Denn der Gesichtskreis der modernen Mannigfaltigkeitslehre bleibt nicht auf die rein mathematischen Probleme beschränkt. die grundlegende griffs im Aufbau . Der systematische Zusammenhang. gleichmäßig zustreben und durch dtn sie ihre ideelle Einheit empfangen. die selbst gegenüber tiefen prinzipiellen Wandlungen des allgemeinen Erkenntnisideals ihren geschichtlichen Bestand fortdauernd und scheinbar unverändert zu behaupten vermochten. die der Theorie des Beder logischen Erkenntnisse zugewiesen wird.großen Gebiete von Problemen hervortreten. auf welchen diese letztere ruht. Damit aber wird die Logik zugleich aus ihrer Absonderung befreit und wiederum konkreten Aufgaben und Leistungen zugeführt. die sich bis in die spezielle Methodik der Naturerkenntnis hinein erstreckt und bewährt. Bedeutung. in welchen die Logik auf diese Weise einbezogen wird. Die modernen Bestrebungen zur Reform der Logik haben freilich versucht. Die Aristotelische Logik ist in ihren allgemeinen Prinzipien der getreue Ausdruck und Spiegel der Aristotelischen Metaphysik. läßt auch sie sich Die Auffassung in ihren eigentlichen Motiven verstehen. die Kritik beginnt nunmehr sich auch solchen Lehren zuzuwenden. aber die Verknüpfung mit ihren allgemeinen Grundanschauungen bleibt nichtsdestoweniger erhalten und tritt an bestimmten Wendepunkten der geschichtlichen Entwicklung immer von neuem Schon in charakteristischer Deutlichkeit hervor. die sich aus der Berührung mit der allgemeinen mathematischen Mannig- faltigkeitslehre diese Lehre als der Immer mehr erweist sich ergeben. Erst im Zusammenhang mit den Überzeugungen. In der weiteren — Ausbildung der Logik beginnen sich freilich die Beziehungen n t o1 o gi e zu der speziellen Form der Aristotelischen zu lockern. sondern erweitert sich zu einer allgemeinen Betrachtung.

so sehr stimmen sie mit den Grundannahmen überein. unter dem^auch all jene Neuerungsversuche noch standen. von der die alte Einteilung beherrscht war. daß in die Urteilslehre selbst sich immer wiederum Züge eindrängten. sondern nur die äußere Gliederung seiner Elemente hatte sich verschoben. als das Dasein der Dinge selbst in ihrer zunächst unübersehbaren Mannigfaltigkeit und das Vermögen des Geistes. zu Klassen vereinigen und dieses Verfahren zuheben. Nichts anderes wird in der Tat vorausgesetzt. Die wesentlichen Funktionen. die nur aus der herkömmlichen Theorie des Gattungsbegriffs völlig zu verstehen und zu begründen waren. indem sie der Lehre vom Begriff die Lehre vom Urteil vorangehen lassen. die durch den gemeinsamen Besitz ein und derselben Eigenschaft gekennzeichnet sind. entsteht uns allmählich eine immer festere Ordnung und Gliederung des Seins je nach der Abstufung der sachlichen Ähnlich* keiten. Die Vorherrschaft des Begriffs. so vermochte er sich doch gegenüber der systematischen Tendenz. Alle kritischen Versuche einer Umformung der Logik müssen sich daher zunächst einen Punkt konzentrieren die Kritik der formalen Logik faßt sich in eine Kritik der allgemeinen Lehre von der Begriffsbildung zusammen. die das Denken hierbei betätigt. die die gewöhnliche Weltansicht durchgehend braucht und betätigt. war somit implicit wiederum anerkannt: nicht der sachliche Schwerpunkt des Systems. die sich . die' fortschreitend auf den höheren Stufen wiederholen. nicht dauernd in voller Reinheit zu behaupten. Indem wir auf diese Weise die Objekte. aus dieser Fülle der auf diesen : • individuellen Einzelexistenzen einer Mehrheit diejenigen Momente heraus- von ihnen gemeinsam zugehören.die überlieferte Rangordnung der Probleme an diesem Punkte umzukehren. die man zu beseitigen suchte. So schlicht und klar sind ihre Voraussetzungen. Aber so fruchtbar sich dieser Gesichtspunkt auch erwies. Die Hauptzüge dieser Lehre sind bekannt und bedürfen keiner eingehenden Darlegung. durch die Einzeldinge hindurchziehen. daß sich für eine kritische Nachprüfung hier kaum irgendwo eine Handhabe darzubieten scheint. Der gedankliche Zwang. machte sich alsbald darin geltend.

Wie wir den Begriff des Baumes bilden. . so bilden wir in genau derselben Weise etwa den Begriff des ebenen Vierecks. indem wir eine Beschaffenheit isolieren. indem wir aus der Gesamtheit der Eichen.i Die bekannten Hauptsätze der Begriffstheorie ergeben sich auf dieser Grundlage von selbst. indem man auf ein bestimmtes * Vgl. während anderseits innerhalb dieser höchsten Gattung durch solche Eigenschaften. Die Reflexion. Neue Leipzig 1875. 16ff. der Logik. Aufl.. im — Beimischung mit ungleichartigen Bestandteilen und heraushebt. um sich der wesentlichen Züge. Wie man von einer Art zur höheren Gattung emporsteigt. die nur einem Teil der verglichenen Elemente zugehören. was in ihr unmittelbar enthalten ist. in denen sie übereinstimmen. die eben diese verwandten Züge losgelöst von aller rein für sich erfaßt fassung Rechtfertigung zu sein die Einheit des natürlichen Weltbildes nirgends gestört und gefährdet. Der Begriff tritt der sinnlichen Wirklichkeit nicht als ein Fremdartiges gegenüber. führt von selbst zur Abstraktion.ert werden. § 51 ff. § B. sondern er bildet einen Teil eben dieser Wirklichkeit selbst. die Menge der gemeinsamen Merkmale herausheben. 4. der alle die Bestimmungen. die sich im Quadrat und Rechteck. zu versichern. Buchen und Birken usw. z. einen Auszug dessen.. im symmetrischen und asymmetrischen Trapez und Trapezoid tatsächlich vorfindet und die sich hier unmittelbar anschaulich aufweisen läßt*. die es lediglich mit der übersichtlichen Ordnung und Klassifikation des Gegebenen zu tun haben. Bonn 1857. System Darstellting der Logik.sind also lediglich die des Vergleichens und Unterscheidens gegebener sinnlicher Mannigfaltigkeiten. Die Begriffe der exakten mathematischen Wissenschaft stehen in dieser Hinsicht mit den Begriffen der beschreibenden Wissenschaften. völlig auf gleicher Stufe..Überweg. Artbegriffe verschieden hoher Stufe defini. in sich faßt. Jede Reihe vergleichbarer Objekte besitzt einen höchsten Gattungsbegriff. Drobiöch. So wird durch diese Aufund dies scheint ihr eigentümlicher Vorzug und ihre — % Rhombus und Rhomboid. die zwischen den besonderen Objekten hin und her geht. in welchen diese Objekte übereinkommen.

Wenn das Ziel. kraft dessen jeglicher beliebige Denksich . endet nach oben hin in der abstrakten Vorstellung des „Etwas". konkret-wissenschaftliche Begriffsbildung zu stellen pflegen. Anzahl Umfang inhalt unter sie fällt. während hier umgekehrt die scharfen Grenzen sich zu verwischen scheinen. der hier gewiesen wird. deutung Lehre — Be- y^ An diesem Punkte indes. einer Vorstellung. wenn die einzelnen.Merkmal. die eben in ihrem allumfassenden Sein. die wir an jede fruchtbare. Die „Begriffspyramide". Dem weiteren entspricht daher eine fortschreitende Beschränkung des Inhalts. so vollzieht sich umgekehrt die Besonderung der Gattung durch die fortschreitende Hinzufügung neuer inhaltlicher Momente. die wir kraft dieses Verfahrens aufbauen. je weiter wir das angegebene logische Verfahren verfolgen. wenn diese durch den Aufstieg zu einer höheren Gattung vermehrt. vermindert. ist dies. die man dem Begriff untergeordnet denkt. muß sich sogleich der erste Zweifel gegen ihre ausnahmslose Geltung und Anwendbarkeit regen. Was wir vom wissenschaftlichen Begriff zunächst verlangen und erwarten. so wird diese Größe wachsen. daß er an Stelle der ursprünglichen Unbestimmtheit und Vieldeutigkeit des Vorstellungsinhalts eine scharfe und eindeutige setzt. das bis dahin festgehalten wurde. Und selbst vom immanenten mung Bestim- j' . zu denen wir gelangen können. auf welches diese Methode der Begriffsbildung schließlich hinausführt. wenn man vom höheren Begriff zum niedrigeren herabsteigt und damit die Anzahl der Arten. — während sie abnehmen wird. zu dem die traditionelle logische vom Begriff mit innerer Notwendigkeit hingedrängt wird. verzichtet und damit ein größeres Gebiet von Objekten in den Umkreis der Betrachtung aufnimmt. gänzlich ins Leere fällt: so müssen sich auch gegen den gesamten Weg. so daß schließlich die allgemeinsten Begriffe. Schritte die Forderung erfüllten. zugleich von jeder spezifischen gänzlich entleert ist. keinerlei auszeichnende Eigentümlichkeit und Bestimmtheit mehr besitzen. Ein derartiger Abschluß bliebe unverständlich. Nennt man demnach die Anzahl der Merkmale eines Begriffs die Größe seines Inhalts. Bedenken erheben.

die die Gesamtstruktur der Glieder des Komplexes beherrschen und nach sich bestimmen. Wenn alle Begriffsbildung darin besteht. eßbarer Körper unterordnen. so ist klar. Somit zeigt es sich. die in der Logik zurückbleibt. und gleichsam die Vernichtung ihrer Eigenart bedeuten wollte. Der höhere Begriff will den niederen verständlich machen. die wir aus einem beliebigen Komplex von Objekten herausheben. Der Begriff würde jeglichen lichen treten Gesamtheit wenn ist.Standpunkt der formalen Logik aus entsteht sogleich ein neues Problem. er lediglich die Aufhebung der besonderen Fälle. Wert verlieren. Die herkömmliche Vorschrift für die Bildung der Gattungsbegriffe aber enthält in sich keinerlei Gewähr. sondern zu einer nichtssagenden Wortverbindung. das Ganze zu beherrschen und zu erklären. wesentliches" Moment sein. daß durch eine derartige Reduktion an die Stelle der ursprünglichen anschauein bloßer Teilbestand geDieser Teil aber erhebt den Anspruch. sondern ein . daß vielmehr überall zu ihrer Ergänzung stillschweigend auf ein anderes gedankliches Kriterium zurückgegriffen wird. so gelangen wir hiermit zu keinem gültigen logischen Begriff. Wenn wir um ein drastisches Beispiel L o t z e s zu gebrauchen Kirschen und Fleisch unter die Merkmalgruppe rötlicher. während wir alle übrigen fallen lassen. durch das das Ganze bestimmt wird.. In der Tat verbürgt uns nichts. soll nicht nur ein beliebig herausgegriffener Teil.\ Der Akt der Negation soll vielmehr der Ausdruck einer durchaus positiven Leistung sein: was zurückbleibt. die für die Erfassung der besonderen Fälle nichts bedeutet und leistet. daß dieses Ziel wahrhaft erreicht wird. daß wir von einer Mehrheit von Objekten. auch die eigentlich charakteristischen Züge enthalten. die uns vorliegt. indem er den Grund seiner besonderen Gestaltung aufdeckt und für sich hinstellt. nur die übereinstimmenden Merkmale herausheben. daß die Merkmale. wird auch hier wiederum durch die Aristotelische Metaphysik gemeinsamen — — 8 . daß die allgemeine formale Vorschrift für sich allein nicht genügt. von deren Betrachtung er ausgeht. Im System des Aristoteles liegt dieses Kriterium deutlich zutage: die Lücke. saftiger.

Die Bestimmung des Begriffs durch seine nächsthöhere Gattung und durch die spezifische Differenz gibt den Fortschritt wieder. Die biologische Gattung bezeichnet zugleich das Ziel.alsbald ergänzt und ausgefüllt. y Grundbegriff * vgl. nach welchem die einzelne Lebensform hinstrebt. Die logische Form der Begriffsbildung und der Definition kann nur im Hinblick auf diese Grundverhältnisse des Realen festgestellt werden. kraft dessen die reale Substanz sich successiv in ihre besonderen Seinsweisen entfaltet. Das vollständige System der wissenschaftlichen Definitionen wäre zugleich der vollständige Ausdruck der substanziellen Kräfte. auf den auch die rein logischen Theorien des Aristoteles dauernd bezogen bleiben. daß dasjenige. zugleich die reale Form sei. 2.. Für Aristoteles zum mindesten ist der Begriff kein bloßes sub' jektives Schema. geleitet. Trenr . So ist es dieser der Substanz. die den kausalen und teleologischen Zusammenhang der Einzeldinge verbürgt. Pr an M . bos. was auf diese Weise gewonnen wird. richtig . . Die echten und letzten Gemeinsamkeiten der Dinge sind zugleich die schöpferischen Kräfte. Der Prozeß der Vergleichung der Dinge und ihrer Zusammenfassung nach übereinstimmenden Merkmalen. Die . wie er sich zunächst in der Sprache ausdrückt. in der Feststellung der realen Wesensbegriffe. Tübingen 1900. Geschichte der Kategorienlohre H. 1 1 . wenn nicht der Gedanke zugrunde läge. Das Denken isoliert nur den A r t t y p u s der in der einzelnen konkreten Wirklichkeit als tätiger Faktor enthalten ist und der den mannigfaltigen. wie die immanente Kraft. Diese Heraushebung des Gemeinsamen bliebe ein leeres Spiel der Vorstellung. von der ihre Entwicklung geleitet ist. Zu den metaphysischen Voraussetzungen der Aristotelischen Logik Geschichte der Logik im Abendlande I delenburg. 183 ff. aie Syllogistik des Aristoteles. das beide Gebiete aneinander kettet. sondern endet. die die Wirklichkeit beherrschen *. Die Lehre vom Begriff ist das eigentliche Bindeglied. besonderen Gestaltungen die allgemeine Prägung verleiht. in welchem wir die gemeinsamen Elemente einer beliebigen Gruppe von Dingen zusammenfassen. S. II. aus denen sie hervorgehen und denen gemäß sie sich gestalten. führt nicht ins Unbestimmte.

und Zeitbestimmungen bestehen nicht an und für sich. und Qualität.» ist es die / 10 . Natur" nicht berühren. daß hier in der Regel die Verhältnisse oder Beziehungen zu den . unverändert geblieben ist. die seine eigentliche .außerluten. von der dinglichen Existenz. Relation bleibt dem eigentlichen Wesensbegriff gegenüber unselbständig. Nur an gegebenen und existierenden Substanzen sind die mannigfachen Seinsbestimmungen denkbar. Damit aber gewinnt die Aristotelische Lehre von der Begriffsbildung einen charakteristischen Zug. das die bloße Beziehung im Urteil bezeichnet. die sie erfahren hat. In den Handbüchern der formalen Logik bekundet sich diese Ansicht darin. So wird denn auch von ihm das Sein. während alle relativen Bestimmungen nur insofern in Betracht gezogen werden.. Nur an einem festen dinglichen Substrat. für sich bestehenden Wirklichkeiten.. Dennoch bleibt in all diesen Versuchen einer schärferen Gliederung der logische Vorrang des Substanzbegriffs unbestritten. durch Vermittlungen irgendwelcher Art. der in all den mannigfachen Wandlungen. Raum. das primär vorhanden sein muß. Das kategoriale Grundverhältnis des Dinges zu seinen Eigenschaften bleibt fortan der leitende Gesichtspunkt. diese Vor allem aber Kategorie der Relation. als sie sich zuletzt. in Zustände an einem Subjekt oder an einer Mehrheit von Subjekten umdeuten lassen. sondern lediglich als Eigenschaften an abso- und es ist die wesentliche lehre. das Sein der begrifflichen Synthese von dem des konkreten Subjekts ausdrücklich getrennt. sie kann ihm nur nachträgliche und äußere Modifikationen zufügen.Die spezifische Fassung der Aristotelischen Logik ist somit bedingt durch die spezifische Fassung seines Seinsbegriffs. die durch diese metaphysische Grundlehre des Aristoteles zu einer abhängigen Die und untergeordneten Stellung herabgedrückt wird. können die logisch-grammatischen Arten des Seins Quantität überhaupt ihren realen Halt und Grund finden. Zwar hat Aristoteles selbst verschiedene Arten und Bedeutungen des Seins voneinander klar geschieden: Aufgabe seiner KategorienSonderung des Seins in seine verschiedenen Unterarten zu verfolgen und deutlich zu machen.

Begriffsrealismus" gerade an diesem entscheidenden Punkte wirkungslos geblieben.. Die Realität der „Universalien" steht in Frage: was aber ohne allen Zweifel. innerlich unverständlich. Hier tritt bereits eine methodische Sonderung von eingreifender Bedeutung hervor: je nach dem verschiedenen Wertverhältnis. Man kann es bei Berkeley bis ins einzelne verfolgen. wie durch ein stillschweigendes Übereinkommen der streitenden Parteien feststeht. so erkennt man ferner. 11 .wesentlichen" Merkmalen eines Begriffs gerechnet werden. daß die wesentliche prinzipielle Voraussetzung. während die Frage nach ihrer gültigen logischen Definition außer Betracht bleibt. keine wahrhafte Umwandlung. Daß der echte wissenschaftliche Begriff. auch die speziellen Grundlehren der Peripatetischen Metaphysik überdauert hat. In der Tat ist aller Kampf gegen den Aristotelischen . die somit in seiner Definition ohne Schaden fortbleiben können. so radikal sie auf den ersten Blick erscheinen mag. ist eben dies./ Und auch die psychologische Kritik des . die ins- besondere in der modernen wissenschaftlichen Entwicklung einander gegenüberstehen. ob jenes Gemeinsame eine gesonderte tatsächliche Existenz besitze oder nur in und mit den Sonderdingen. auf die Aristoteles seine Logik gründet. Der Streit zwischen Nominalismus und Realismus betrifft nur die Frage nach der metaphysischen Wirklichkeit der Begriffe. wie sehr seine Skepsis gegen den Wert und die Leistungsfähigkeit des abstrakten Begriffs zugleich den dogmatischen Glauben an die Gültigkeit der gewöhnlichen Erklärung des Begriffs in sich schließt. als anschauliches Moment sich aufweisen lasse. unterscheiden sich wie sich immer deutlicher zeigen wird die beiden — — typischen Hauptformen der Logik. / Legt man diesen allgemeinsten Maßstab zugrunde. daß der Begriff als universale Gattung. das zwischen Dingbegriff und Relationsbegriff angenommen wird. abstrakten" Begriffs bringt hier.. als gemeinsamer Bestandteil in einer Reihe gleichartiger oder ähnlicher Einzeldinge aufzufassen ist. Ohne diese beiderseitige Grundvoraussetzung wäre aller Streit darüber.

Näheres liiorüber in in der Philosophie und Wissenschaft der neueren meiner Schrift über das Erkenntnisproblem Zeit. während sein allgemeiner Ablauf und seine Struktur die gleichen Wenn mehrere zusammengesetzte Vorgeblieben sind. entsprechen nunmehr bestimmte Grundelemente. II. Berlin 1907. Den „substantiellen Formen".. Waren es zuvor die äußeren Dinge. 219 ff. als vielmehr nur auf ein anderes Gebiet übertragen. absoluten". die verglichen und aus denen ein gemeinsamer Bestand herausgehoben werden sollte. z. O. indem er aus dem Gebiet des Physischen in das des Psychischen übergetreten ist. für sich bestehenden Elemente den eigentlichen Kern des Gegebenen und „Wirklichen" ausmachen.die Begriffe der und möglicherweise eine andere Aufgabe und Leistung zu erfüllen haben. § 51. sondern bestimmte Einteilung des bereits vorhandenen Vorstellungsbestandes erreicht. alle anderen dagegen verdrängt sind**.m.. 12 I . Überweg. B. so entsteht aus ihnen nach den bekannten psychologischen Gesetzen der Miterregung und Verschmelzung des Gleich- daß insbesondere Mathematik Physik . die sich durch das gesamte Gebiet der Wahrnehmungen und . ** Vgl. erksamkeit betont und von ihrer Umgebung schärfer abgehoben werden. stellungen einen Teil ihres Inhalts gemeinsam haben.Auf. indem gewisse Momente in lediglich eine ihm durch einseitige Richtung der.) tritt jetzt die * S. in dem lediglich die übereinstimmenden Bestimmungen festgehalten. Bd. artigen ein * Inhalt. so wird nunmehr das gleiche Verfahren nur auf die Vorstellungen als ihre seelischen Korrelate übertragen. Wiederum wird die hindurchziehen. In der Tat ist in der psychologischen Ableitung des Begriffs das traditionelle Schema nicht sowohl verändert. die bei Aristoteles das letzte Ziel dieser vergleichenden Tätigkeit darstellen. als sie ihnen in dieser scholastischen Erklärung zugewiesen wird: dieser Gedanke wird nicht erfaßt*. daß nur diese . a. a. Es wird auf diese Weise kein neues Gebilde von selbständiger und eigenartiger Bedeutung geschaffen.Perzeptionen*' Und noch schärfer und nachdrücklicher Behauptung hervor. Der Prozeß ist gleichsam nur in eine andere Dimension versetzt.

65 ff. was ihm den Schein selbständigen Wertes und einer unabhängigen psychologischen Eigenart verleiht. denn als Teil eines konkreten Vorstellungsbildes und mit allen Merkmalen eines solchen Vorstellungsbildes behaftet. sind. Logik. ist lediglich der Umstand. betont J. dem sich in wiederholten Wahrnehmungen gleiche Bestimmungen des Wahrgenommenen dargeboten haben**. bes. durch neu Reproduktion * Mill. daß der eigentliche positive Bestand jeder Beziehung doch immer nur in den einzelnen Gliedern liege. auch von einer allgemeinen Bedeutung der Relation keine Rede sein könne*. Stuart Mill ausdrücklich. niemals das Ganze dieses Bildes vollständig zu erleuchten vermag und sich notgedrungen auf einen bloßen Auszug beschränken muß.. Erdmann. Abstrakte Gegenstände entstehen in jedem vorstellenden Wesen. 319. die in dem Zeitraum zwischen der wirklichen Wahrnehmung und der Erinnerung als unbewußt anzusehen sind. der bei aller Anerkennung der Berkeleyschen : Theorie dennoch auf die eigentümliche Leistung des beziehenden Denkens hinweist. S. da diese Glieder nur in individueller Besonderung gegeben sein können. die in ihrer Leistung beschränkt ist. daß unsere Aufmerksamkeit. 13 .Rolle der Relation so weit als möglich beschränkt gegen Hamilton. S. ** Vgl. 2. Psychologie der Abstraktion" enthält somit den eigentlichen Schlüssel für den logischen Gehalt jeglicher Begriffsform.» Denn diese Bestimmungen bleiben nicht auf den einzelnen Moment der Wahrnehmung beschränkt. auf welche dieser Gehalt schließlich zurückgeht. London 1865. B. Die schlichte Fähigkeit der einmal gegebener Vorstellungsinhalte ist es. Der Begriff existiert nicht anders. die assoziativ mit irgendeinem Wortbild oder einem anderen sinnlichen Zeichen verbunden Die . Indem diese Spuren. An Examination of Sir William Hamiltons Philosophy. 88 ff. und daß somit.. die durch sie verknüpft werden. Aufl. sondern hinterlassen irgendwelche Spuren ihres Bestandes in dem physisch-psychischen Subjekt.. Das Bewußtsein des Begriffs löst sich für die psychologische Analyse in das Bewußtsein einer Vorstellung oder eines Vorstellungsteils auf.

daß sie im Wahrnehmungsakt selbst eine eigentümliche und selbständige keit ausüben. Dinge" der mittelalterlichen Scholastik das im Denken abgebildete Seiende bedeuten. Bleibt man im Umkreis dieses Problems stehen. Nur darin besteht der Unterschied der ontologischen und der psychologischen Betrachtungsweise. es bildet schließlich nur noch einen schattenhaften Hintergrund. so zeigt sich hier in der Tat eine gemeinsame Grundüberzeugung. so wird doch durch Fassung und der Inhalt des rein logischen Problems nicht berührt. während die Gegenstände. macht das psychologische Wesen des Begriffs aus. sofern jeder neu auftretende Inhalt ihnen gemäß aufgefaßt und umgedeutet wird. daß die . mehr zurück. Die fortschreitende dieser übereinstimmenden Züge. der somit seinem Ursprung wie seiner Funktion nach nichts anderes als ein Inbegriff von Gedächtnisresiduen ist. der allem Streit der Lehrmeinungen zunächst entzogen scheint. So stehen wir hier wie von den Vertretern dieser Anschauung gelegentlich selbst betont wird auf einem Standpunkt. gerade an diesem Punkt. von dem sich um so deutlicher die konstanten Züge abheben.auftretende Reize ähnlicher Art wiederum erweckt werden. ihre Verschmelzung zu einem einheitlichen untrennbaren Ganzen. Ist die Theorie des Begriffs.. weil sie in ihnen als konstante gemeinsame Bestandteile aktuell enthalten sind. sich allmählich ein immer festerer Zusammenhang zwischen den gleichartigen Elementen successiver WahrDas Unterscheidende tritt mehr und nehmungen heraus. der dem des bildet . von denen hier die Rede ist. die uns von den Wahrnehmungen wirklicher Dinge und Vorgänge zurückgeblieben sind. Verdichtung Wirksam- — \ — „Konzeptualismus" nahe verwandt ist: die sachlichen und sprachlichen Abstrakta können aus den Wahrnehmungsinhalten abgeleitet werden. beginnt nunmehr die eigentliche methodische Schwierigkeit. die der ihn Metaphysik die 14 % . So wichtig indessen dieser Unterschied vom Standpunkt erscheinen mag. nicht mehr sein wollen als VorsteUungsinhalte. die in allen Umgestaltungen der Frage Aber unverändert und scheinbar unangreifbar beharrt. Die Wirklichkeit dieser Residuen erweist sich darin.

scheiden sich von den empirischen. sieht Wo Technik vor eine neue Aufgabe gestellt. erst zu schaffen. sind die Gattungsbegriffe der beschreibenden und klassiDie „Form" des Ölbaums. die den Gegenstand der Betrachtung bildet. der Linie. ein zureichendes und getreues Abbild des Verfahrens. die durch genetische Definition. die lediglich die Nachbildung irgendwelcher tatsächlicher Züge in der gegebenen Wirklichkeit der Dinge sein wollen.. die die exakte Wissenschaft liefert. sprachlichen oder begrifflichen Ausdruck zusammengezogen werden soll. des Pferdes. er das Gebiet der biologischen Betrachtung verläßt. das in den konkreten Wissenschaften geübt wird? Umfaßt und beherrscht sie alle Einzelzüge dieses Verfahrens und vermag sie sie in ihrem Zusammenhang wie in ihrer spezifischen Besonderung darzustellen ? Für die Ari- stotelische Theorie zum mindesten muß diese Frage verneint werden. des Löwen gilt es zu ermitteln und festzusetzen. Wenn im letzteren Falle die Mannigfaltigkeit der Dinge an und für sich vorhanden ist und nur auf einen abgekürzten. /Die „Begriffe".hier entwickelt wurde. durch die gedankliche Feststellung eines konstruktiven Zusammenhangs entstehen. Die mathematischen Begriffe. indem aus einem einfachen Akt der Setzung durch fortschreitende Synthese eine systematische Verknüpfung von Denkgebilden hervorgebracht wird. Es ist begreiflich.. eine freie Produktion bestimmter Relations-Zusammenhänge gegenüber. die Mannigfaltigkeit. Der bloßen . Schon gegenüber diesen einfachsten Beispielen. die Aristoteles letzten Endes sucht und auf die sein Interesse vornehmlich gerichtet ist. Abstraktion" aus ihm herauslösen. so handelt es sich im ersteren umgekehrt darum. Der Begriff des Punktes. da vermag sich seine Theorie des Begriffs alsbald nicht mehr völlig natürlich und zwanglos zu entfalten. daß die logische sich daher die logische 15 . Insbesondere sind es die Begriffe der Geometrie. Abstraktion" tritt daher hier ein eigener Akt des Denkens. der Fläche läßt sich nicht als unmittelbarer Teilbestand des physisch vorhandenen Körpers aufweisen und sich somit nicht durch einfache . die von Anfang an der Einordnung in das gewöhnliche Schema widerstehen. fizierenden Naturwissenschaft.

in einer Welt etwa. immer wieder versucht hat.Abstraktionstheorie. beschreibt lediglich eine Erfahrung. die wir von den räumlichen und zahlenmäßigen Verhältnissen bewahren. der auch die mathematischen Begriffe und Wahrheiten lediglich als den Ausdruck konkreter physischer Tatbestände zu deuten. Charakter.. Hier wird vorerst auf die Genauigkeit und Treue der Phantasiebilder hingewiesen. die Eigenschaft der Viereckigkeit verliert. Die reproduzierte Vorstellung ist in diesem Falle der ursprünglichen. den Wert und die eigentümliche Bedeutsamkeit zu begründen. Das gleiche gilt von den Axiomen über räumliche Verhältnisse: ein „rundes Viereck" beißt uns nur darum ein widersprechender Begriff. Der Satz. Die Lehre von der Abstraktion verliert hier entweder ihre universelle logischen die Gültigkeit oder den spezifischen. die sich uns in der Zusammenfügung von Dingen aufgedrängt hat. Aber dieser Versuch selbst führt alsbald zu einer Umbildung und Selbstzersetzung der Theorie.rstellungsb i 1 d e r n aufgelöst. wie uns eine vielfältige Erfahrung gezeigt hat. wenn M i 1 1 weiterhin versucht. um Einheit des obersten . das Bild. zu deren Gunsten er unternommen wird. in der durch die Verbindung zweier Dinge jedesmal von selbst ein drittes entstünde. ihr ursprünglich eignete. in allen Stücken ähnlich. Geometrie und Arithmetik von neuem in bloße Aussagen über bestimmte Gruppen von Vo. diesen Gegensatz zu verwischen: denn an diesem Punkt entscheidet sich die Frage nach ihrem Wert und ihrer inneren Einheit. jede Bedeutung und Gültigkeit verlieren. daß ein Ding in dem Augenblick. die gerade jenen speund Messens im ziellen Erfahrungen des Z ä h 1 e n s Ganzen unserer Erkenntnis eignet. Aber diese Auffassung versagt. bis in ihre moderne Gestaltung hinein. so daß der Beginn der einen . daß 1 + 1 = 2 ist. weil es sich uns in ausnahmsloser Erfahrung gezeigt hat. Impression" mit dem Aufhören der anderen unlöslich So scheinen kraft dieser Erklärungsweise verbunden ist. das der Geometer entwahren. 16 So sucht etwa Erklärungsprinzips zu M i 1 1 . in welchem es die Eigenschaft der Rundheit annimmt. er würde in einer anders gearteten Welt von Objekten.

wirft. daß wir es in diesen Sätzen niemals mit Aussagen über konkrete Tatsachen. auf der anderen aber zeigt sich sogleich. um zu neuen So erscheint es begreiflich. Cap. Die eigenartige „deduktive" Gewißheit. die in der allein mathematischen Wissenschaft als .. Auf der einen Seite wird aller Nachdruck auf die Ähnlichkeit zwischen den mathematischen Ideen und den ursprünglichen Impressionen gelegt. : selbst die Möglichkeit derartiger Inhalte muß vom Standpunkt unserer Erfahrung aus bestritten werden: sie ist zum mindesten durch die physische Beschaffenheit unseres Planeten. Buch II. Buch III. begreifen" wir niemals eine Linie ohne Breite. Man sieht sogleich. Aber diese Erklärung wird alsbald von einer anderen gekreuzt. selbst * Vgl.. sondern ursprünglichen Eindruck. auch hier . die wir den mathematischen Sätzen zuschreiben. die mit den Definitionen der Geometrie genau übereinstimmen es gibt keinen Punkt ohne Größe. Nicht minder aber als die physische ist auch die psychische Existenz den Gegenständen der geometrischen Definitionen versagt. Es gibt keine realen Dinge.i daß wir. sondern immer nur die der kleinsten sinnlichen Ausdehnung. uns immer nur Linien von bestimmter Breite zeigt*. keine vollkommen gerade Linie. M i 1 1 A System London 1868. wie diese Doppelerklärung sich selbst aufhebt. sondern nur mit Beziehungen zwischen hypothetischen Gebilden zu tun haben. Und nicht nur die aktuelle Wirklichkeit. wird jetzt darauf zurückgeführt. 2 Cassirer.. 24. 5 und „Begriffe" definiert und ausgezeichnet of Logic. Substanzbegriff 17 . dessen Radien sämtlich gleich sind. das wir entwerfen können. da doch jedes geistige Bild. Denn auch in unserem Geiste findet sich niemals die Vorstellung eines mathematischen Punktes. entspricht in seinen Einzelheiten vollständig dem nach welchem es entworfen ist. nicht jedesmal erneuerter Wahrnehmungen physischer Objekte bedürfen: das Gedächtnisbild vermag dank seiner Schärfe und Klarheit den sinnlichen Gegenstand selbst zu ersetzen. 7 th edit. geometrischen oder arithmetischen Wahrheiten zu gelangen. keinen Kreis. Cap. wenn nicht durch die des Universums ausgeschlossen. daß eine derartige Ähnlichkeit zum mindesten für diejenigen Gebilde.

so birgt doch das naive Weltbild selbst. an Stelle der. Und dieses Ergebnis bestätigt sich auch dann. die Welt der sinnlichen Dinge und Vorstellungen nicht sowohl wiedergegeben. wie Mills eigene Entwicklungen lehren. Die Begriffe der mannigfachen Arten und sollen uns entstehen. Diese Gebilde können nicht durch bloße Aussonderung aus den Tatsachen der Natur und der Vorstellung gewonnen sein. IV. sondern setzt in ihm nur bestimmte Grenzlinien und Einteilungen. zuletzt in sich das gleiche Problem. so heben sich hierbei bestimmte Formen der Beziehung. Aber selbst. Cap. 1 scheidet die Bestandteile des Sinneseindrucks. als vielmehr umgestaltet und durch eine andersartige Ordnung ersetzt. auch sie wollen nicht lediglich Abbilder des Wahrnehmungssondern bestandes schaffen.werden. wenn man von der Form der exakten Begriffe zunächst absieht. verändert in der Tat den Bestand des Bewußtseins und der gegenständlichen Wirklichkeit nicht. indem die „Ähnlichkeiten" der Dinge allmählich das Übergewicht über ihre Verschiedenheit erlangen Funktionen i Umformung — — — Gattungen * Näheres s. auf das die traditionelle logische Auffassung sich vornehmlich beruft und stützt. bes. Denn auch sie weisen in ihrem Ursprung wie sich im einzelnen verfolgen läßt den gleichen Prozeß der der konkret sinnlichen Wirklichkeit auf. Abstraktion" nicht bezeichnet. nicht besteht und nicht bestehen kann. sinnlichen Mannigfaltigkeit eine andere setzen. sie sitzen. geschweige begründet werden. wie sie bisher verstanden wurde. so hebt sich ein gegliedertes System streng unterschiedener gedanklicher heraus. den die traditionelle Lehre nicht zu rechtfertigen vermag.. weil sie in der Gesamtheit dieser Tatsachen kein konkretes Gegenbild beDie „Abstraktion". Verfolgt man die Art und den Weg dieser Umbildung. wenn man sich von den rein mathematischen Begriffen zu denen der theoretischen Physik hinüberwendet. die bestimmten theoretischen Bedingungen entspricht*. In den Definitionen der reinen Mathematik aber ist. die durch das einförmige Schema der . aber sie fügt ihnen kein neues Datum hinzu. // 18 .

so lange gleichgültig. wird eine eigentümliche Funktion zugestanden. Diese Synthese. besitzt in den verglichenen Inhalten selbst kein unmittelbares sinnliches Korrelat.dank ihres häufigen Auftretens. unbewußten" Spuren. kann vielmehr der gleiche sinnliche Stoff in sehr verAuch die schiedene begriffliche Formen gefaßt werden.« Damit aber ist zunächst als Grundlage aller „Abstraktion" ein Akt der Identifikation anerkannt. sondern gemäß einer erzeugenden Grundrelation von einem 2* 19 . um den es sich hier handelt. als beide Elemente nicht als ähnlich erkannt sind. Dem Denken sie allein. daß alle Begriffsbildung an eine bestimmte der Form Reihen- bild u n der gebunden ist. wenn sie als solche erfaßt und beurteilt wird. in der sie sich vollzieht. Ohne einen derartigen Prozeß der Aufreihung. Psychologie der Abstraktion muß zunächst die Forderung stellen. und durch das die Art der Abhängigkeit. Wir nennen ein Mannigfaltiges Anschauung begrifflich gefaßt und geordnet. — indem Geiste einprägen. die zwischen jedem Glied und dem nächstfolgenden besteht. die von einem früheren Wahrnehmungsbild in uns zurückgeblieben sind. nach dem er erfolgt. da sie von Fall zu Fall wechseln. daß die Wahrnehmungen sich für die logische Betrachtung in „Ähnlichkeitsreihen" ordnen lassen. g wenn seine Glieder nicht beziehungslos nebeneinanderstehen. Dieser Übergang von Glied zu Glied aber setzt offenbar ein Prinzip voraus. Je nach der verschiedenen Art und Richtung. ohne das Durchlaufen der verschiedenen Momente könnte das Bewußtsein ihrer generischen Zusammengehörigkeit und somit der abstrakte Gegenstand nicht entstehen. festgestellt wird.. Somit zeigt es sich auch von dieser Seite. einem neuen Eindruck tatsächlich gleichartig sind. einen gegenwärtigen Inhalt auf einen vergangenen zu beziehen und beide in irgendeiner Hinsicht als identisch zu erfassen. die gleiche Festigkeit und Die Ähnlichkeit der Dauer nicht zu gewinnen vermögen. bleibt für den Prozeß. sich dem v während die individuellen Unterschiede. die die beiden zeitlich getrennten Zustände miteinander verknüpft und in eins setzt. Daß die . Dinge aber vermag offenbar nur dann fruchtbar und wirksam zu werden.

in deren einzelnen Inhalten ein gemeinsamer Bestandteil gleichförmig wiederkehrt. ein bestimmter Grad des Unterschiedes so können wir die Glieder nach Gleichheit oder Ungleichheit. Die „Vergleichung" der In/ 20 . So führt die Analyse der Abstraktionstheorie selbst auf ein tieferes Problem zurück. Ob aus der Festhaltung dieser Identität der Beziehung dagegen zuletzt ein abstrakter ein allgemeines sich entwickelt. ohne daß damit das entscheidende Moment der eindeutigen Ableijedes Moments aus dem vorhergehenden aufgehoben Gegenstand. in denen zwischen jedem Glied und dem darauf folgenden obwaltet. nach den verschiedensten Gesichtspunkten abgestuft sein kann: sofern nur der leitende Gesichtspunkt selbst in seiner qualitativen Eigenart. die die spezifische Form des Begriffs ausmacht. mit der sie aus der Fülle der möglichen Prinzipien wechselseitiger logischer Zuordnung lediglich das Prinzip der herausgreift. um begrifflich erfaßt und geordnet zu heißen. Ähnlichkeitsreihen. im Aufbau der Reihe So können wir etwa neben unverändert festgehalten ist. in Die Identität dieser notwendiger Folge hervorerzeugenden Relation. nach räumlichen und zeitlichen Beziehungen oder nach ihrer kausalen Abhängigkeit geordnet denken. In Wahrheit wird sich zeigen. und für die der Begriff nur der Ausdruck und die Hülle ist. in dem die ähnlichen Züge vereint sind. Entscheidend ist in jedem Falle lediglich die Notwendigkeits-Relation. die damit geschaffen wird. Vorstellungsbild tung wäre. die sich unter besonderen Umständen nebenher einstellen mag..bestimmten Anfangsglied aus gehen. Reihen setzen. nach Zahl und Größe. ist lediglich eine psychologische Nebenfrage. ist es. nicht die Gattungs Vorstellung. daß eine Reihe von Inhalten. die die logische Charakteristik des Begriffs nicht berührt. Man eigentliche erkennt in diesem Zusammenhange. Die Entstehung eines derartigen Gemeinbildes kann durch die Art der erzeugenden Relation ausgeschlossen sein. die bei aller Veränderlichkeit der Einzelinhalte festgehalten wird. die aber in die Definition nicht als wirksamer Bestandteil eingeht. daß der Mangel der Abstraktionstheorie in der Einseitigkeit Ähnlichkeit besteht.

Wahrheit aber ist der Zusammenhang der Glieder einer Reihe durch den Besitz einer gemeinsamen . als beschränke sich die Aufgabe des Denkens darauf. ist zunächst nur ein vager vieldeutiger Ausdruck. c) . . auf welchen alle Bestimmtheit des Wahrnehmungsinhalts beruht. sich darstellt. indem sie die kategorialen Formen. Was den Elementen der Reihe a. . daß die . » Ist dies einmal geschehen. . F(b. besteht eben darin. c. Das gewöhnliche Schema der Begriffsbildung bedarf daher auch in seiner äußeren Gestalt einer eingreifenden Umformung: denn in ihm sind die dinglichen Eigenschaften und die reinen Momente der Beziehung unterschiedslos miteinander verquickt und auf ein und dieselbe Stufe gestellt. ist nicht selbst ein neues Element.und Tast- Element empfindungen erscheinen. Gleichheit" zwischen irgendwelchen Inhalten nicht selbst wiederum als ein neuer Inhalt gegeben ist. Eigenschaft" nur ein sehr spezielles Beispiel der logisch-möglichen Zusammenhänge überhaupt. der die Schwierigkeit der Frage In Wahrheit sind es sehr verschiedene k a t e verdeckt. Zuordnung . aus einer Reihe von Wahrnehmungen a «. . . mit Teilen eben dieses Wahrnehmungsinhalts selbst verwechselt. b).. Druck.von der hier die Rede ist. Und die eigentliche Aufgabe. sondern es ist die Regel des Fortschritts. daß Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit nicht als ein eigenes der Sinnesempfindung neben Farbe und Ton. . die hier unter einem bloßen goriale Sammelnamen vereinigt sind. und Funktionen. Die Verknüpfung der Glieder wird in jedem Falle durch irgendein allgemeines Gesetz der geschaffen. gleichviel an welchen Gliedern sie . b. die der logischen Theorie gegenüber einem bestimmten Begriff zukommt. Die Abstraktionstheorie verdunkelt diese Aufgabe. so kann es freilich scheinen. halte. ihren Zusammenhalt verleiht. aß. die die Art 21 . die als ein und dieselbe festgehalten wird.. Und doch lehrt schon die einfache psychologische Besinnung. kraft dessen eine durchgängige Regel der Abfolge festgestellt wird. Die Funktion F(a. a 7 In das gemeinsame Element a herauszulösen. diese Funktionen in ihrer Eigen- tümlichkeit darzulegen und ihre formalen Grundmomente zu entwickeln. das mit ihnen sachlich verschmolzen wäre.

In Wahrheit aber ist damit das „Gegebene" nicht lediglich beschrieben. sondern vorweggenommen: denn indem wir einer Mannigfaltigkeit eine Ordnung und einen Zusammenhang ihrer Elemente zusprechen. die wir durch den Begriff des Ganzen und des Teils. ist somit lediglich der Umstand. durch bloße Summierung oder Fortlassung von Teilen zusammensetzen. daß sie die Inhalte. daß wir uns a n ihnen der spezifischen Regel. selbst nicht als Besonderheiten voraussetzt. aus welchen der Begriff sich entwickeln soll. Die kategorialen Akte. » Was der : Theorie der Abstraktion Halt verleiht. haben wir ihn. des Dinges und seiner Eigenschaften bezeichnen. stehen • 22 . sondern gemäß einem bestimmten begrifflichen Gegensatz beurteilt und geformt. Es ist einerseits die Kategorie des und seiner Teile. daß wir diese Regel aus ihnen. abstrahiert" werden. Daß Objekte als Zusammenfassungen einzelner Merkmale gegeben sind und daß die Gesamtgruppen derartiger Ganzen Merkmale sich in Teile und Unterteile gliedern. Sobald dies aber erkannt ist. so doch in seiner grundlegenden Funktion bereits voraus- unverbundene gesetzt.. bewußt werden nicht aber derart. durch die sie in Beziehung stehen. wenn nicht in seiner fertigen Gestalt. anderseits die Kategorie des Dinges und seiner Eigenschaften. Begriff" aber ist damit nicht abgeleitet. ist augenscheinlich nicht selbst als Glied der Reihe aufzeigbar.. an denen diese logische Vorwegnahme unmittelbar deutlich wird. Zwei verschiedene Richtungen der Betrachtung sind es vor allem. die ihr gemäß entsteht und sich entwickelt. Die Einheit des Begriffsinhalts kann somit aus den besonderen Elementen des Umfangs nur in der Weise . daß wir hier bei einem bloßen Anfang stehen. sondern sie bereits stillschweigend in der Form einer geordneten Mannigfaltigkeit denkt. Der . die ver- schiedenen von ihnen gemeinsam sein können: das bildet hier die selbstverständliche Grundannahme. die in der gewöhnlichen Lehre von der Entstehung der Gattungsbegriffe zur Anwendung kommen. muß es auch sogleich deutlich werden. der über sich selbst hinausweist.der Abhängigkeit zwischen den aufeinanderfolgenden Gliedern festsetzt.

nicht möglich ist es bedagegen. soll darin bestehen. indem es von den niederen Begriffen zu höheren und umfassenderen aufsteigt. Wären alle Erinnerungsbilder. die die traditionelle logische Lehre Wenn wir lediglich der Vorschrift folgen. so zeigt sich das paradoxe Ergebnis. sondern gehören einem System logischer Kategorien an. daß wir in der reinen Mathematik ein Wissensgebiet besitzen. in einer allgemeinen logischen Theorie der Relationen. unter dem eingeschränkten Gesichtspunkt stimmter Beziehungen. Der wesentliche Akt. seine Unfähigkeit. wirklich zu erfassen.nicht isoliert. die in der naiven Weltansicht bevorzugt sind. einen Gesamtplan dieses Systems verschafft haben. an denen wir zunächst festhielten. Wir können versuchen. für den Aufstieg vom Besonderen zum Allgemeinen gegeben wird. daß die Erinnerungsvorstellung mit einem neu auftretenden Eindruck als völlig gleichartig aufgefaßt würde und so mit ihm zu einer Einheit verschmelzen könnte. würden sie uns den entschwundenen Inhalt des Bewußtseins in seiner ganzen konkreten Lebendigkeit zurückrufen. der hierbei vorausgesetzt wird. die ihn zur Begriffsbildung befähigt. die individuellen Unterschiede der Fälle. das sie indessen keineswegs vollständig aus- messen und erschöpfen. fallen lassen. Die Kategorie des Dinges erweist sich hierzu schon dadurch als untauglich. Erst die Unsicherheit der Re- Dingen Negationen 23 . Die glückliche Gabe des Vergessens. ist es. von hier aus seine Einzelheiten zu bestimmen. in welchem und deren Beschaffenheiten prinzipiell abvon gesehen wird. indessen Grundbegriffen daher auch nicht irgendwelche Gemeinsamkeiten der Dinge festgehalten sein können. daß das Denken. daß wir von ihnen absehen und sie als gleichgültig aus dem Kreise der Betrachtung ausscheiden. völlig scharf bestimmt. so könnte es niemals dahin kommen. einen Überblick über das Ganze möglicher Weisen der Verknüpfung zu gewinnen. sich hierbei in bloßen bewegt. die hier bedroht. nachdem wir uns. die unserm Geist eignet. An diesem Punkt enthüllt sich zugleich eine neue und allgemeinere Schwierigkeit. die tatsächlich immer vorhanden sind. daß wir gewisse Bestimmtheiten. die uns von vergangenen Wahrnehmungen zurückgeblieben sind.

sie uns mehr und mehr zu entfremden. Statt zu einer tieferen Erfassung ihres Gehalts und ihrer Struktur würden wir nur zu einem oberflächlichen Schema gelangen. Aufl. S. f. hierzu z. für die sie angewendet werden sollen. Diese Möglichkeit der Hecleitimg ~äber ist bei den logischen Schulbegriffen nicht ersichtlich: denn da diese. So beginnt alle Begriffsbildung damit. die wir an die gegebene Anschauung wenden. so gelangt man demnach zu dem seltsamen Ergebnis. die niemals das Ganze des früheren Eindrucks. daß alle logische Arbeit. durch die Betrachtung mathematische . 24 .. gemäß der gewöhnlichen Vorschrift. nicht aufgehoben. ist denn auch dieses Verhältnis gelegentlich zu besonders prägnantem und glücklichem Ausdrück gelangt.Produktion. Logik. In dem methodischen Kampf um die Grenzen der Mathematik und Ontologie. der in der Philosophie des 18. S. die spezielleren Fälle nicht nur alle zu haben. m Bestimmtheit * H. In seiner Kritik der Logik der Wolffischen Schule bezeichnet es L a b e r t als den entscheidenden Vorzug der mathematischen . an Stelle der wirklichen Wahrnehmung ihre verstümmelten und verblaßten Reste zu setzen*. Gegen eine derartige Konsequenz aber schützt wiederum derjenigen Wissenschaft. daß in ihnen die der speziellen Fälle. sowie 168 ff. in welcher die Schärfe und Klarheit der Begriffsbildung ihre höchste Stufe erreicht. 50 Psychologie des emotionalen Denkens. Allgemeinbegriffe". 2. sondern in aller Strenge aufrecht erhalten wird. nur dazu dient. Hält man an dfeser Auffassung fest. an Stelle der individuellen Anschauung ein verallgemeinerndes Gesamtbild. Ma Man i e r .. so hat dies lediglich den Sinn und die Tendenz.. vgl. sondern nur seine verschwimmenden Umrisse festhält. In der Tat scheidet sich an diesem Punkt aufs deutlichste der Begriff vom o n t o logischen Begriff. Sigw^art. Tübingen 1908. Jahrhunderts geführt wurde. sondern sie aus der allgemeinen Formel herleiten zu können. ermöglicht diese Zusammenfassung an und für sich ungleichartiger Elemente. in welchem alle eigentümlichen Züge des besonderen Falles ausgelöscht wären. Wenn der Mathematiker seine Formeln allgemeiner macht. B.

der Ellipse usw. S. daß er sie nicht mehr wiederzufinden und noch weniger die Abwechslungen. 422 f. II. Was er gibt. § 193 ff. der in ihr auftritt. als veränderlich betrachten und ihn eine stetige Reihe von Größenwerten durchlaufen lassen. So wird dem . Riga 1771. Bd. die Bestimmung des Spezialen aus dem Allgemeinen dagegen desto schwerer: denn beim Abstrahieren hat er alle Sondermerkmale derart fortgelassen. gegenüber-v Der echte Begriff läßt die Eigentümlichkeiten und Besonderheiten der Inhalte. Schrift über das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit. der vermag aus ihm alle mathematischen Verhältnisse. die er unter sich faßt. Der allgemeine Begriff erweist sich hier zugleich als der inhaltsreichere. nicht achtlos beiseite.. m. So können wir von einer allgemeinen mathematischen Formel etwa von der Formel der Kurven zweiter Ordnung zu den speziellen geometrischen Gebilden des Kreises. sondern er sucht das Auftreten und den Zusammenhang eben dieser Besonderheiten als zu erweisen. also in seiner tieferen systematischen Bedeutung erfaßt. Diese schlichte Bemerkung enthält in der Tat den Keim zu einer tiefen und folgenreichen Unterscheidung. ist eine universelle Regel für die Verknüpfung des Besonderen selbst. 25 . abzuleiten. Vgl. während er anderseits dieses Problem nicht isoliert. indem wir einen bestimmten Parameter. wer ihn besitzt. sondern als völlig bestimmte Stufen im allgemeinen Prozeß der Veränderung fixiert und festgehalten. die an dem besonderen Wortzeichen notwendig — — Problem auftreten.P hilosophen" das Abstrahieren freilich sehr leicht. Anlage zur Architektonik oder Theorie des Einfachen \ind des Ersten in der philosophischen und mathematischen Erkenntnis. Die Einzelfälle sind nicht von der Betrachtung ausgeschieden. so wurde die Wiederherstellung der besonderen Momente und Gesichtspunkte den Gehalt des Begriffs selbst aufzuheben scheinen. Lambert. gelangen. * S. deren sie fähig sind. Das Ideal des wissenschaftlichen Begriffs tritt hier der schematischen Gattungsvorstellung. genau abzuzählen vermag*. die ihren Ausdruck im bloßen sprachlichen findet.Weglassen des Besonderen entstanden sein sollen. sondern in kontinuierlicher Verknüpfung mit anderen.

die Algebra die Aufgabe. aus diesen Formen die gesuchten Zahlen selbst als Arten derselben folgen. konkrete Allgemeinheit dagegen dein Gesamtbegriff. 2. indem wir in der modernen Geometrie zu . diesem Sachverhalt Rechnung zu tragen. da auf diese Weise erst das gesamte axiomatische Gefüge dieses unseres Raumes sich in voller Deutlichkeit heraushebt. an und für sich gedacht. alle Artunterschiede fallen läßt. um so deutlicher tritt auch die eindeutige Bestimmtheit des Besonderen selbst zutage. die andere durch 3 teilbar sei. „Wenn z. wenn man z successiv die bezeichneten vier Werte gibt. weil sie das allen gesuchten Zahlen gemeinsame Bildungs- — — — — — gesetz darstellen. wo z nur die Werte 0. der das Besondere aller Arten in sich aufnimmt und es nach einer Regel entwickelt. r So gelangt um nur ein einzelnes bezeichnendes Beispiel zu gebrauchen die Anschauung unseres Euklideischen dreidimensionalen Raumes nur zu um so schärferer Auffassung. nicht irgendwelche abstrakten Teile heraus. sondern die Allgemeingültigkeit eines Reihenprinzips das charakteristische Moment des Begriffs bildet. indem wir sie durch ein durchgreifendes Gesetz verbunden denken. Und je weiter wir hierin fortschreiten. dadurch löst. sondern wir schaffen für ihre Glieder eine eindeutige Beziehung. höheren" Raumformen emporsteigen. sofern sie. Wir heben aus der Mannigfaltigkeit. so sind dies Formen von konkreter Allgemeinheit. 3 haben kann. weil. indem sie im Anschluß an eine bekannte Unterscheidung Hegels der abstrakten Allgemeinheit des Begriffs die konkrete Allgemeinheit der mathematischen Formel gegenüberstellen. daß sie die zweite durch die Form 6z-(-3 ausdrückt. Das- 26 .. deren Summe gleich 25. 1.^ Abstrakte Allgemeinheit kommt der Gattung zu. sie sind zugleich konkret. und von denen die eine durch 2. Denn sie sind allgemein. je fester dieser Zusammenhang nach Gesetzen sich knüpft. die uns vorliegt. B.Wiederum die zeigt es sich hier von einer neuen Seite. Neuere Darstellungen der formalen Logik haben versucht. und woraus von selbst für die erste die Form 22 6z folgt. daß nicht „Allgemeinheit" eines Vorstellungsbildes. zwei ganze Zahlen zu finden.

die Fragestellung über die traditionellen Gesichtspunkte hinauszutreiben. Der Logik des Gattungsbegriffs. Eine Andeutung dieses Motivs findet sich zunächst in den skeptischen Bemerkungen. Vielmehr greift hier das Problem sogleich auf das Gebiet der über: (denn der Funktionsbegriff enthält in sich zugleich das allgemeine Schema und das Vorbild. welche die Variable annehmen kann. das in konsequenter Durchbildung und Ausführung dazu führen muß. wie wir sahen. läßt sich schließlich die Bedeutung des Problems in einer charakteristischen Wendung aufweisen. unter dem Gesichtspunkt und der Herrschaft des Substanzbegriffs steht. tritt jetzt die Logik des mathematischenFunk- tionsbegriffs Form gegenüber. für die es für die Logik ein völlig gilt. ein allgemeines Gesetz dar. — Ehe wir indessen daran gehen. Wenn wir aus der Zusammenfassung von Funktionsbegriffe derAbstraktion — — Drobisch. Die wirkliche Praxis des Denkens geht wie er ausführt in der Bildung der Begriffe keineswegs den Gang. den Aufbau der innerhalb der Wissenschaft selbst zu verfolgen und damit die veränderte Auffassung des Begriffs an konkreten Beispielen zu bewähren. die die Theorie selbst in neuerer Zeit genommen hat. 22. zugleich alle einzelnen Fälle. die L t z e der gewöhnlichen Lehre von der Abstraktion entgegengehalten hat. bei dem Fortgang zum Allgemeinbegriff die besonderen Merkmale ohne Ersatz wegzulassen. Wird dies aber einmal anerkannt.selbe gilt überhaupt von jeder mathematischen Funktion Denn jede Funktion stellt einer oder mehrerer Variablen. die.* Überall zeigt sich hier ein neues Motiv. Neue Darstellung der Logik. unter sich begfeift*". S. 27 . nach welchem der moderne Naturbegriff in seiner fortschreitenden geschichtlichen Ent- Naturerkenntnis wicklung sich gestaltet hat. das vermöge der successiven Werte. so eröffnet sich damit zugleich neues Gebiet der Untersuchung. Das Anwendungsgebiet dieser der Logik aber kann nicht im Gebiet der Mathematik allein gesucht werden. den diese Lehre ihr vorschreibt: denn sie begnügt sich niemals damit.

Leipzig 1880. diese oder jene Härte und Dichtigkeit besitze. Man sieht. der usw. auf Grund psychologischer Erwägungen. sondern immer müssen an Stelle der weggelassenen besonderen Bestimmungen die allgemeinen Merkmale P und Q eingesetzt werden. Denn zur Charakteristik des Metalls reicht offenbar nicht die Vorstellung aus. das am Beispiel der fallen ließen. zu Ende. Das bloß negative Verfahren dagegen würde zuletzt zur Vernichtung aller Bestimmtheit überhaupt führen. angeben läßt. an Stelle des einzelnen Merkmals. Aufl. so können wir dem abstrakten Gegenstand. daß es weder besondere besonderen Gesamtheit rot noch gelb sei. Silber. S. Atmung Weglassung Rückweg » Lambert hatte. Blei den Begriff des Metalls bilden. deren Einzelarten p^ p^ un d qi qa sind. in irgendeinem Grade jedenfalls hart. das bei der Begriffsbildung fortfällt. sondern es muß der positive Gedanke hinzutreten. nähert. 28 . nicht minder unzulässig aber wäre es. das der Begriff alsdann bedeutete. so daß unser Denken von dem logischen Nichts. die hier mathematischen gegeben wird.Gold. Logik. daß es in irgend- Weise jedenfalls gefärbt. wie L o t z e sich hier dem Problem. nicht den Glanz des Silbers. noch etwa das Gewicht des Kupfers oder die Dichtigkeit des Bleis zusprechen. dem jenes * Lotze. 40 f. Nicht die einfache der Merkmale die in den verschiedenen Arten verschieden sind. weder dieses noch jenes spezifische Gewicht. 2. Denkt man die Vorschrift. dicht und glänzend sei. keinen zu den konkreten Sonderfällen zu finden vermöchte *. wenn wir in ihm jede Erinnerung an die Momente der Fortpflanzung. wenn wir aller dieser Einzelbestimmungen einfach die von ihm verneinen wollten. Kupfer. Begriffe scharf und bestimmt formuliert von einer neuen Seite her. zwar nicht die Farbe des Goldes. Und analog würden wir den allgemeinen Begriff des Tieres nicht erhalten. Pi P2> ^1 ^2' kann also die Regel bilden. der Selbstbewegung und Respiration deshalb einer weil sich keine Form der Fortpflanzung. der uns auf diese Weise entsteht. die allen Tierarten gemeinsam wäre. so führt sie ersichtlich auf die Forderung. den Inbegriff ins Auge zu fassen..

Auf diese Weise fassen wir das Gesamtsystem in einem Ausdruck a x y .. Dieser Inbegriff aber wird uns dargestellt. wenn E r d a n n . repräsentieren. Solange man alle Bestimmtheit in konstanten Merkmalen. sondern denken uns das Ganze der Einzelglieder « durch einen veränderlichen Ausdruck x. den wir bilden. um so mehr tritt auf der andern Seite seine eigentümliche funktionale Leistung hervor. in bezug auf welches wir den Begriff. die uns die ganze Gruppe möglicher Werte.. die ihrer Grundtendenz nach an der traditionellen Lehre von der Abstraktion festhalten. der durch stetige Abwandlung in die konkrete Allheit der Reihenglieder übergeführt werden kann und uns daher den Aufbau und die logische Gliederung des Inbegriffs vollgültig darstellt. Bezeichnend hierfür ist es z. bestimmt denken. Aber je mehr der Begriff gleichsam von allem dinglichen Sein entleert wird. was auf diese Weise vernichtet zu werden scheint. Diese Wendung des Gedankens läßt sich selbst in solchen Darstellungen der Logik verfolgen.Merkmal als vereinzelte Bestimmung angehört... die die verschiedenartigen Merkmale annehmen können. indem wir an Stelle konstanter Einzelmerkmale variable Termini einsetzen. das Ganze der Glieder ß durch einen veränderlichen Ausdruck y gegeben. Diese Verwandlung. Wir können von der besonderen Färbung absehen. a ag ß2» a a^hnicht unmittelbar zu ihrem gemeinsamen Bestandteil a über. Wir gehen von einer Reihe a ai ßi. B. die uns eine Gesamtreihe möglicher Bestimmungen mit einem Blick überschauen lassen. zusammen. In Wahrheit wird. Die festen Eigenschaften werden durch allgemeine Regeln ersetzt. daß der Fortfall der Sonderbestimmungen nur scheinbar ein rein negativer Prozeß ist. so lange scheint freilich jede begriffliche Verallgemeinerung zugleich eine Verkümmerung des begrifflichen Inhalts zu bedeuten. diese Umsetzung in eine neue Form des logischen „Seins" bildet die eigentlich positive Leistung der Abstraktion. So zeigt sich hier. in anderer Form und unter einer anderen logischen Kategorie festgehalten. • - m 29 . in Dingen und ihren Eigenschaften erschöpft glaubt. wenn wir nur die Gesamtreihe der Farben überhaupt als Grundschema festhalten.

haben wir damit einen neuen „Gegenstand zweiter Ordnung" geschaffen. um irgendeine begriffliche Fixierung zu treffen. 30 .Theorie des Begriffs bereits Betrachtung der mathematizur Einführung eines neuen terminologischen Festsetzung gedrängt sieht. Gegenstände erster Ordnung" bezeichnen können. /Den Gegenständen der Sinneswahrnehmung. selbständig herausgehoben wird. der sich als wohlbegrenztes Glied in eine Vorstellungsreihe einordnet. 2. so doch nicht die einzige Bedingung. 158 f. bestimmt ist. wo wir irgendwelche Gegenstände unseres Denkens zu einem Gegenstand zusammenfassen.. Die erste Phase jeder Begriffsbildung so wird jetzt gelehrt besteht freilich darin. wenngleich die ursprüngliche. die uns lehrt. Überall dort. auf die vielfältige Wiederholung des „gleichen" Inhalts in keiner Weise mehr angewiesen sind. die wir als . Gegenstände zweiter Ordnung" gegenüber. die durch den Akt der Vereinigung zwischen den seine psychologische abgeschlossen vorliegt.. „Wo immer im entwickelten Vorstellen ein zusammengesetzter Gegenstand sich in unserer Wahrnehmung einfindet. aber diese Gleichförmigkeit des Gegebenseins ist. eine neue chemische Verbindung der Reihe bekannter Verbindungen von ähnlicher Konstitution: da genügt die einmalige Bildung. Form B. Logik. treten jetzt . auch falls er nie wieder zu unserer Wahrnehmung gelangen sollte"*. deren logische Eigenart lediglich durch die derZuaus der sie hervorgehen. mit der sein Inhalt in dem wechselnden Besonderen wiederkehrt. daß irgendein Allgemeines vermöge der Gleichförmigkeit. die Gegenstände unseres Vorstellens gegeneinander zu begrenzen. S. Aufl. Im Fortschritt des Denkens wird vielmehr das Bewußtsein der Gleichförmigkeit durch das Bewußtsein der gehörigkeit ergänzt und berichtigt: und so weit geht diese Ergänzung. um ihn in dieser seiner Bestimmtheit als Glied der Reihe festzuhalten. bei der schen Mannigfaltigkeiten sich Gesichtspunkts und einer neuen nachdem — — — Zusammen- sammenfassung. dessen gesamter Gehalt sich in den Beziehungen ausdrückt.. Erdmann. daß wir scliließlich. eine neue Nuance der Reihe bunter Farben.

der über ihre Vereinigung zu einem Begriff entscheidet. durch die Probleme der modernen Mengenlehre hingeführt wird. nicht von Anfang an durch eine bestimmte Relation verknüpft und kraft ihrer geordnet dächte. zu der Erdmann.. in Gegenstände. die in der Wahrnehmung bereits gegeben sind. Verflechtungszusammenhang" von Elementen.und Mannigfaltigkeitsbegriffe sich erschließt. mit den individuellen nicht schlechthin zusammen. Allgemein tritt jetzt.. Die Lehre von der samkeit als dem eigentlichen schöpferischen Vermögen der Begriffsbildung verliert demnach. jeglichen Halt. wie er selbst hervorhebt. Ein solcher Aufmerk- 31 . Durch diese Betrachtungsweise aber. aus denen sie den Begriff herausliest. Denn das sinnliche Erlebnis betrifft ausschließlich einen bestimmten Einzelgegenstand oder eine Mehrheit solcher Einzelgegenstände: alle Summierung von Sonderfällen aber schafft niemals die spezifische Einheit. Wahrnehmungsinhalten welcher Art diese Wesenheit uns zum Bewußtsein kommt und durch welche Akte sie erfaßt wird. sondern besitzen sie eine eigene Struktur und . wenn sie die Elemente. je tiefer das rein logische Wesen der Relations. für diese Leistung niemals zureichen können. Es ist klar. das hier nur nachträglich und als sekundäres Moment eingeführt wird. sie kann dagegen diesen Bestandteilen keinen neuen Sinn geben und ihnen keine neue logische Funktion verleihen. zugleich mehr und mehr das Bedürfnis einer neuen psycho- — -* logischen Fundierung hervor. Und dieses Kriterium. Wesenheit". Fallen die von denen die reine Logik handelt. ist das bisherige Schema der Begriffsbildung bereits durchbrochen: denn an Stelle der Gemeinsamkeit von Merkmalen ist es jetzt der . wie sehr man sie auch gehäuft und kompliziert denken mag. Denn die Aufmerksamkeit trennt oder verbindet nur Bestandteile.Einzelelementen hergestellt werden. daß die „Abstraktion" richtungsund steuerlos bliebe. gegenüber einer tieferen Phänomenologie der reinen Denkvorgänge. so muß notwendig die Frage entstehen. daß bloß sinnliche Erlebnisse. die im Begriff gemeint ist. erweist sich bei näherer Analyse in der Tat als das eigentliche logische Prius: denn wir sahen bereits.

oder ob mein Bewußtsein auf eine konkrete Ding. selbstständigen Denkakte. was er im Zusammenhang der Erkenntnis immer auf * bedeutet. indem sie ihm verschiedene gegenständliche „Intentionen" aufprägen. die auf das Bewußtsein der Empfindung oder Wahrnehmung in keiner Weise zurückführbar sind. die sich notwendig Ganze von Beziehungen. gegenüber der herkömmlichen sensualistischen Lehre. ob ich dieses oder jenes Einzelmerkmal an einem Dinge ergreife. Es ist etwas anderes. so besagt dies doch. Diese Aktcharaktere. diese Form der Bestimmtheit definierten Zahlsystem aber vermag die sinnliche Vorstellung. nicht wiederzugeben. So drängt die Psychologie des Denkens hier zur Setzung eines neuen Moments. etwas anderes. daß die „Abstraktion" es ist. lich und diese seine Bedeutung erwächst ihm aus den wechselnden logischen „Aktcharakteren". sondern sie bezeichnet loses den einsichtigen Vollzug der verschiedenartigsten.oder Vorstellungsgruppe von vier Elementen gerichtet ist.und Vorstellungsinhalte erst zu Begriffen im logischen Sinn umschafft. durch ein individuelles Jetzt und Hier beschränkt. deren jeder eine besondere Art der Bemerken 32 . ob ich von der Zahl „Vier" mathematisch gültige Urteile fälle und sie dadurch in einen objektiven Zusammenhang von Relationen einreihe. die den sinn- einheitlichen Inhalt differenzieren. det der Begriff sein Dasein verdankt. der Wahrnehmungs. Die logische Bestimmtheit der „Vier" ist durch ihre Einreihung in ein ideelles und somit zeitlos gültiges ihre Stelle im mathematisch gegeben. oder aber ob ich auf „das" Rot als Spezies hinblicke. etwas völlig anderes: denn jetzt ist die Abstraktion nicht mehr ein gleichförmiges und unterschiedsgegebener Inhalte. Will man jetzt noch davon sprechen. Es ist. sind auch psychologisch ein völlig ursprüngliches Moment. Neken dasjenige. auch vom Standpunkt der rein deskriptiven Analyse der Bewußtseinsvorgänge. es sind eigene Weisen des Bewußtseins. ob ich etwa aus dem Wahrnehmungskomplex eines Hauses seine bestimmte rote Färbung heraushebe. was der Inhalt seinem materialen sinnlichen Gehalt'nach ist. die sich an ihn heften können. tritt dasjenige.Wandel der Funktion aber ist es.

objektiven" logischen Untersuchung ergeben hatte. Diese Identität der Hinsicht. sondern prinzipiell verschiedenen Dimensionen angehören. Nr.. * Zwoa Ganzen H Cassirer. ist durch die Aufzählung noch so vieler Fälle des Gesetzes nicht zu erschöpfen. unter welchem die Vergleichung stattfindet. ist mit Recht darauf verwiesen worden. durch die wir sie geeint denken. innerhalb der . von der reinen Phänomenologie des Bewußtseins her auf dieselbe grundlegende Unterscheidung geführt werden. weil beide nicht in einer Linie liegen.des Inhalts. die die „Gleichheit" bestimmter Vorstellungsinhalte als eine selbstverständliche psychologische Tatsache hinnimmt und für die Erklärung des Prozesses der Begriffsbildung verwendet. Der Unterschied zwischen diesen Inhalten einerseits und zwischen den begrifflichen . Band vgl. Substanzbegriff 3 33 . / Somit schließt sich der Kreis der Betrachtung. u s s e r 1 . wenn bereits eine bestimmte . (Halle 1901). indem wir nunmehr von selten der „subjektiven" Analyse. Kenne ich die Relation. Logische Untersuchungen. deren Geltung sich uns bereits früher. so kann ich sie durch Reflexion heraus- Reihenform. des Gesichtspunkts. II: Die ideale Einheit der Species und die neueren Abstraktionstheorien. . Der Inhalt des Begriffs läßt sich in die Elemente des f a n g s nicht auflösen. eine eigene Richtung der Gegenstandsbeziehung in sich schließt*. Es ist in der Tat der charakteristische Gegensatz von Reihenglied und der hier eine neue Ausprägung findet. denn bei dieser Aufzählung fiele gerade das erzeugende Prinzip fort. bes. das die einzelnen Glieder zu einem funktionalen Inbegriff verknüpfbar macht. durch welche a b c geordnet sind. Gegenüber der empiristischen Deutung Lehre. ist jedoch ein Eigenartiges und Neues gegenüber den verglichenen Inhalten selbst. Um . daß von Gleichheit irgendwelcher Elemente nur dann mit Sinn geredet werden kann. ist ein nicht weiter zurückführbarer Tatbestand. in welcher die Elemente als gleich oder ungleich bezeichnet sein sollen.. das die Einzelglieder verknüpft. Spezies".. . er ist kategorial und gehört zur „Form des Bewußtseins". Die Bedeutung des Gesetzes. Hinsicht" festgestellt ist. 2.

ob. das durch ihn beherrscht und geordnet wird. Psychologie und Erkenntniskritik. ihren Ausdruck finden. ohne damit ihres eigentlichen Gehalts verlustig zu gehen. das Problem des wie das Problem der Wirklichkeit nehmen an diesem Prozeß teil.). . bedeutet zugleich die Form für einen neuen Inhalt. ihm eine selbständige Wirklichkeit neben den Einzeldingen anzuweisen. b. kann diese Auffassung nicht unterliegen.) Der Gefahr. . das unabhängig von jeder metaphysischen oder psychologischen Voraussetzung über das . und diese Bestimmtheit kann immer nur in einem synthetischen Akt der Definition. die sich jetzt herauszubilden beginnt. ist es unmöglich. Hier findet daher die Theorie ein reiches und fruchtbares Gebiet. Diese Selbständigkeit der reinen Logik aber bedeutet keineswegs ihre Isolierung innerhalb des philosophischen Systems. Denn innerhalb der Grundprobleme gibt es nirgends absolute Trennungen und Grenzscheiden: jede Umgestaltung eines im echten und fruchtbaren Sinne „formalen" Begriffs zieht hier zugleich eine neue Auffassung des gesamten Gebietes nach 'sich. läßt sich offenbar nicht in der Art eines einzelnen a oder b oder c denken. Die Reihenform F(a.lösen a. .. c dagegen und zum gesonderten Gegenstand des Denkens machen. Wesen" des Begriffs. den reinen Begriff zu verdinglichen. S. kraft welcher sie sich von anderen möglichen Reihenformen 0. wie hier allmählich die dogmatische Starrheit der traditionellen Formen sich zu lösen beginnt. die die Glieder einer Mannigfaltigkeit verknüpft. lediglich seinem logischen Gehalt nach untersucht werden kann. Mit diesen Betrachtungen ist die Richtung der folgenden Untersuchung vorgezeichnet. vor uns.. in eindeutiger Weise unterscheidet. nicht in einer einfachen Anschauung. c. Schon ein flüchtiger Überblick über die Entwicklung der „formalen" Logik konnte uns zeigen. Die Gesamtheit und die Stufenfolge der reinen .W. aus dem bloßen Beisammensein von in der Vorstellung die Eigenart der verknüpfenden Relation zu gewinnen. — Bewußtseins 34 . Und die neue Form. insbesondere im Aufbau der exakten Wissenschaft. b. Reihenformen" liegt im System der Wissenschaften. 20 ff. (S. Ihr „Sein" besteht ausschließlich in der logischen Bestimmtheit.

Zweites Kapitel: Die Zahlbegriffe. Nichts von den Dingen wäre erfaßbar. so muß erwartet werden. daß in ihr die Substanz der rationalen Erkenntnis wurzelt. noch zu anderen. Im Gedanken der Zahl scheint alle Kraft des Wissens. Unter den Grundbegriffen der reinen Wissenschaft steht der Begriff der Zahl historisch wie systematisch an erster Stelle. tritt freilich allmählich zurück. An ihm entwickelt sich zuerst das Bewußtsein von dem Wert und der Bedeutung der Begriffsbildung überhaupt. alle Möglichkeit der logischen Bestimmung des Sinnlichen beschlossen. daß es bestimmte Grundeigenschaften der Objekte sind. Das allgemeine Ideal des Erkennens erhält hier eine bestimmtere Formung. So ist es verständlich. wenn uns sogleich an der Schwelle der Algebra derselbe typische Widerstreit entgegentritt. der sich innerhalb des Gebiets der Logik verfolgen ließ. Folgen wir der herkömmlichen logischen Ansicht. In ihm spiegeln sich daher die prinzipiellen Gegensätze in der Grundauffassung der Erkenntnis unmittelbar wider. in der Zahl die Substanz der zu erfassen. in ihm den metaphysischen Kern der Objekte zu sehen. Auch nachdem man aufgehört hat. bleibt der Zahlbegriff noch immer der nächste und getreueste Ausdruck der rationalen Methodik überhaupt. in welcher es sich nunmehr erst in voller Klarheit heraushebt und abgrenzt. Dinge 3* 35 . I. die sich uns in den Zahlbegriffen offenbaren. weder in ihrem Verhältnis zu sich selbst. wenn die Zahl nicht wäre und ihr Wesen. aber zugleich vertieft und verschärft sich die Einsicht. Dieser Pythagoreische Satz bleibt durch alle Wandlungen der philosophischen Fragestellung hindurch seinem eigentlichen Gehalt nach unverändert. Der Anspruch.

ihr zufolge. — — zu einem Haufen vereinigt sind: die Behauptung. den wir mit dem Begriff der Zwei und der Drei zu verbinden haben: sondern er berichtet von einem empirischen Tatbestand. Drei Kieselsteine machen. Der Schein der Idealität. die wir über Trennungen und Zusammen- — 86 .. So stellt der Satz. In der modernen Entwicklung I des Empirismus ist diese latente Konsequenz zuerst in voller Schärfe zutage getreten.Zwei" oder der „Drei" wäre somit aus einer Mehrheit gegenständlicher Gruppen in derselben Weise abgesondert. o zu zerlegen. Abstraktion" verfügt. der dieser Die Sätze Wissenschaft anhaftet. den unsere räumliche Wahrnehmung uns bisher stets in derselben Weise dargeboten hat. i 1 1 keine bloße Definition.Die Theorie der . sich durch eine bloße räumliche Umordnung seiner Teile stets in das zweite Wahrnehmungsbild überführen läßt. daß das Wahrnehmungsbild. die ihnen ihren Zahlcharakter aufprägt. sie in Teilgruppen von der Art oo. daß 2 ist. wenn auf diesem Standpunkt der springt. auf unsere Sinne nicht denselben Eindruck. wenn sie in zwei getrennten Haufen vor uns liegen. auch eine bestimmte Beschaffenheit an sich tragen.. nach J. die uns durch frühe Erfahrung bekannt geworden und seither beständig befestigt worden ist. ist daher keineswegs ein nichtssagender identischer Satz. keine bloße Fixierung des Sinnes dar. St. wie der Begriff einer bestimmten Farbe aus der Vergleichung der farbigen Wahrnehmungsdinge entEs ist folgerecht. der Arithmetik verlieren ihre bisherige Ausnahmestellung: sie rücken auf die gleiche Linie mit sonstigen physikalischen Beobachtungen.. so müssen sie. muß daher schwinden. Der Begriff der . streng genommen. als wenn sie M + 1=3 . über keinen anderen Gesichtspunkt: wie die Gegenstände sich nach Größe und Gestalt. sobald wir drei Dinge in einer bestimmten Anordnung etwa in der Form o " o vor uns sahen. Solche Wahrheiten bilden die Grundlage der Wissenschaft von der Zahl. das im ersten Fall entsteht. sondern eine induktive Wahrheit. Immer ist es uns gelungen. nach Geruch und Geschmack unterscheiden. Betrachtung alle Aussagen über Zahlen und Zahlenverhältnisse als der Ausdruck bestimmter physischer Eigenschaften der Objekte angesehen werden.

könnte uns den Satz. welche sachliche Bedeutung und Tragweite scheinbar bloß formellen logischen Differenzen innezuwohnen vermag. daß sie mit zwingender Notwendigkeit aus seiner allgemeinen Auffassung des Begriffs hergeleitet ist. das hier gezeichnet ist. eine neue physische Umgebung.Denn Setzungen innerhalb der Körperwelt gemacht haben. die sich nicht auf sinnfällige Tatsachen bezögen ? Der Begriff der Zehn bedeutet entweder nichts oder er bezeichnet einen bestimmten gleichbleibenden Totaleindruck. S. System of Logic. zehn Tönen. der lediglich empirische Gewißheit besitzt: eine anders geartete Wirklichkeit. da mußte man die logische Struktur der reinen Zahlenlehre mit aller Energie und Schärfe von der Mill'schen Arithmetik In der Tat der „Kieselsteine und Pfeffernüsse" absondern. wenn Mills Ableitung zu Recht bestände. Cap. Denn wie immer man Mills Theorie der arithmetischen Grundprinzipien beurteilen mag: das eine ist anzuerkennen. so bezeichnender ist es. 37 . der sich immer wieder an Gruppen von zehn Körpern. M i 1 1 . wie könnte es auch sinnvolle und gültige Urteile geben. — hier beim ersten Schritt in das Gebiet der exakten wissenschaftlichen Probleme zeigt es sich in voller Deutlichkeit. in die wir hineinversetzt würden. da mußte man es zunächst von dem Trugbild unterscheiden. Buch 67 ff. ebenso geläufig und selbstverständlich daß machen. als er uns jetzt unbegreiflich und widersinnig er- System 2x2 scheint*. die wir auf diese Weise aus der Betrachtung bilden. II. die ihren eigentlichen Wert und Gehalt ausmacht. damit den arithmetischen Begriffen gerade jene geraubt. 6 . = 5 ist. in der neueren Mathematik versucht wurde. ist ebenfalls ein Satz. Schon Um Faktum Wo — Bestimmtheit An examination of * Vgl. der Gegenstände gewinnen. daß diese erste Durchführung des Gedankens alsbald der zu einem unmittelbaren Widerstreit gegen das immer wissenschaftlichen Arithmetik selbst hinführt. unter sich ein in welchem gewisse konstante Beziehungen obwalten. WiUiam Hamütons Phüosophy. wäre. zehn Und daß die verschiedenartigen Pulsschlägen wiederfindet. S. Eindrücke. dieses Faktum zu zergliedern und zu begründen.

aber wer vermöchte den „Eindruck" aufzuweisen. von der Zahl der Keplerschen Gesetze oder von der Zahl der Energiefaktoren: alles Gegenstände. ist Daß diese Folgerung einen Widersinn in sich schließt.und auseinanderlegen lassen. als ob man von einem schmelzbaren Ereignisse. was seiner Natur nach Wenn wir eine blaue Fläche sehen. bilden das eigentliche und unentbehrliche Substrat aller Aussagen über Zahlenverhältnisse. wäre somit den Zahl- begriffen ihr eigentliches Fundament entzogen. Es ist ungereimt. Die wechselnden Bilder.wenn eine von äußeren Dingen abstrahierte Eigenschaft auf Ereignisse. auf Begriffe ohne Änderung des Sinnes übertragen werden könnte. auf Vorstellungen. einem zähen Urteile reden wollte. die von den verschiedenen Gruppen in uns entstehen. so haben wir 38 . — — daß am sinnlich ist. wie es die Drei von der Zwei oder Vier ist. wo die Dinge selbst sich in sinnlich-räumliche Gruppen zusammenfassen und auseinanderlegen lassen. „Es wäre in der Tat wunderbar. an den physischen Objekten ist. die sich nicht gleich Kieselsteinen an. einer blauen Vorstellung. einem salzigen Begriff. Die Synthesis des Zählens kann sich nach Mill nur dort betätigen. in welchem diese aktuellen Verbindungen tatsächlich ausführbar und Trennungen allein möglich sind. die wir in der Auffassung gegebener Mengen von Objekten erlangt haben. der die Anschauung der entsprechenden konkreten Mengen voneinander scheidet? Und wie hier der charakteristische Inhalt der Zahlbegriffe verloren geht.. Außerhalb des Gebiets der räumlichen Anschauung.Der logische Unterschied von Zahlen wäre begrenzt und gebunden durch die psychologische Unterscheidungsfähigkeit. so verlieren sie auf der andern Seite die Weite und Freiheit cTer Anwendung. Die Zahl 753684 von der Zahl ihr unmittelbar vorausgehenden oder folgenden ebenso bestimmt und deutlich unterschieden. sondern auch von der Zahl der Kategorien. In Wahrheit sprechen wir indessen nicht nur von der Zahl der Körner eines Haufens." so bemerkt Frege in seiner drastischen und treffenden Kritik derMill'schen Lehre . Unsinnlichen vorkomme. Es wäre gerade so. wo die Verknüpfung oder Trennung. läßt sich indessen leicht erkennen. die ihnen wesentlich ist. die sie setzt.

bes. Man kann wohl zugeben. etwas Unsinnliches würde etwas Sinnliches an sich haben. 31 f. Die Grundlagen der zum Ganzen vgl. fortschreitend auf größere und immer größere zu übertragen und die „Eigenschaften" der folgenden nach Analogie der früheren zu bestimmen: so setzt dies voraus. daß dem Worte . 39 . so müßten wir dies auch in drei Begriffen wiederfinden. in die die sensualistische Auffassung der Zahlbegriffe zuletzt unaufhaltsam verwickelt. daß diese geistigen Tätigkeiten. in dem die Zahl 3 vorkommt*. 27 Breslau 1884. Wollten wir annehmen. woran eine geistige Tätigkeit anknüpfen kann. ff. nur die elementarsten Formeln sollen das Ergebnis unmittelbarer Beobachtung physischer Tatbestände sein. so liegt der Grund hierfür darin. Dieser Begriff aber schließt wiederum alle Rätsel ein. Wenn es möglich sein soll. Versucht man. sondern auf der „V des primitiven sinnlichen Grundbestands beruhen soll. die beim Aufbau des Zahlenreiches beteiligt sind. Die Drei darin sehen wir nicht unmittelbar.einen eigentümlichen Eindruck. diese Leistungen des Urteils auch hier nicht gänzlich ausgeschaltet." Wenn die Absurditäten. aber man muß dabei dies Wort als Ganzes nehmen. der dem Worte „blau" entund diesen erkennen wir wieder. so müßte er sich alsbald in eine Mehrheit unterschiedener intellektueller zerlegen. S. welche zu einem Urteile führt. dreieckig" eine Art sinnlicher Eindrücke entspreche. die wir an kleineren Komplexen von Objekten gemacht haben. während die wissenschaftliche Form der Algebra nicht auf dem stets erneuten Zufluß von Wahrnehmungstatsachen.. 9 ff. wenn wir eine andere blaue Fläche erblicken. Beobachtungen. S. nicht sogleich in der ersten Ableitung unmittelbar zutage treten. sondern stillschweigend geduldet werden. daß in derselben Weise beim Anblick eines Dreiecks etwas Sinnliches dem Worte „Drei" entspräche. daß zwischen den verglichenen Fällen irgendeine Form der und der A b spricht. erallgemeinerung" Funktionen Beziehung Arithmetik. sondern wir sehen etwas. * Prege. für die die Theorie eine Lösung versprach. S. ihm einen scharfen und eindeutigen Sinn zu geben. Nur die ersten Wahrheiten der Arithmetik.

die sich für jede Theorie im Fortschritt zu den höheren arithmetischen Gebilden als Grundzügen aufheben könnten. wenngleich verhüllt. der die sensualistische Lehre zuletzt wider Willen unterliegt. die wir zu einer gegebenen Menge hinzufügen oder die wir von ihr wegnehmen. auf Elementen auszudehnen. Die Forderung der Verallgemeinerung der primitiven Zählerfahrungen enthält wiederum. Die sensualistische Theorie vermag dieser Folgerung nur dadurch zu entgehen. keine durchgehende Beziehung würde mehr die Glieder des Zahlenreiches zusammenschließen. kraft deren der eine aus dem andern nicht das Recht.hängigkeit ableitbar ist. die an gegengetreten ist. die das Gesamtbild völlig umgestalten und in seinen Kein überall anwendbares Gesetz. Ohne die Annahme eines derartigen Zusammenhangs müßten wir in der Tat darauf gefaßt sein. daß von dem Verhalten der einen kein Schluß auf irgendeine andere mehr zulässig wäre. bietet sich der erste 40 . daß jede Einheit. Wir hätten uns besteht. als daß sie durch eine eindeutige gleichartig Regel miteinander verknüpft sind. die es ge- stattet. Die neuen Einheiten würden alsdann wie ebenfaltigkeit zur soviele besondere physische Umstände oder Kräfte wirken. daß sie unvermerkt in eine andere Richtung der Betrachtung abbiegt. die gesamte Beschaffenheit der Menge derart ändert. vielmehr wäre jeder arithmetische Satz für jede einzelne Zahl durch Beobachtung und Wahrnehmung zu erweisen. jene Funktion der Allgemeinheit der Zahlbegriffe. identischer Anwendung derselben Grundrelation von der einen Mannigin fortgesetzter andern zu gelangen. die bereits in der Bestimmung der Elemente notwendige und hinreichende Grundlage bilden. daß dieselben gedanklichen Verfahrungsweisen. einer individuellen Menge entMengen von mehr oder weniger wenn wir sie nicht sämtlich als ihrer : i „Natur" nach begriffen diese Gleichartigkeit aber besagt nichts anderes. In der Konsequenz. irgendeine Be- stimmung. die durch die Erklärung beseitigt werden sollte. besonders unentbehrlich ferweisen. Der Weg zu einem rein deduktiven Aufbau des Zahlenreiches ist damit wieder frei geworden: es genügt hierfür die Einsicht.

unmittelbar die äußere Realität in ihrem absoluten Sein nachzubilden. Nicht die Außendinge. so sehr sie das Problem weiterführt. aber an Stelle dieser Realität tritt ihre Erscheinungsform in unserem Geiste. wie sie zuvor als Spezialfall der Physik erschien. Der Akt der Zählung gibt nicht die Verhältnisse der Dinge an sich selbst. das sie umspannen und darstellen wollen. wie sie sich in der Auffassung durch unser Ich andere Klasse von Wirklichkeiten Vor- psychische Wirklichkeit reflektieren. die geforderte Beziehung der Zahlaussagen zum empirischen Dasein der Dinge wiederum herzustellen. zunächst noch ein Moment zurück. die uns früher innerhalb der allgemeinen logischen Theorie entgegentrat. 11 ff. solange sie noch als Ausdruck stofflicher Sonderexistenzen und ihrer Verhältnisse galt. sondern ein geistiges Sein ist es. in denen wir nunmehr erst das wahrhafte Urbild der Zahlbegriffe zu erfassen scheinen. die Psychologie indessen be- deutet die „Vorstellung" zuletzt nichts anderes einen 41 . Die Zahlenlehre gelangt auch jetzt nicht zu selbständiger logischer Begründung. nunmehr einen Anhang zur Für Psychoals logie (vgl. Man erkennt. der sich auf sie gründet. Versagt die Ansicht. das sie mit der sensualistischen Ableitung teilt.). sondern nur die Art wieder. die ihr auferlegt werden mußten. wie sich hier an einem Sonderproblem dieselbe gedankliche Wendung wiederholt. oben S. als bleibt die Zahl von all den Beschränkungen frei. sondern sie bildet. aus einem gemeinsamen Prinzip übersieht und gestaltet.Ausblick auf eine einheitliche methodische Ableitung. Die ganze Weite und Allgemeinheit des Zahlbegriffs scheint sich ihm hier aufs neue zu erschließen. nicht ein materielles. Der Begriff verzichtet darauf. die die Fundamente und den Aufbau. Als stellung. Zuvor indessen scheint sich noch ein anderer Weg darzubieten. sondern das „Bewußtsein" selbst in seiner eigentümlichen und ursprünglichen Daseinsweise bildet den Quell dieser Begriffe. Aber auch in dieser Umformung bleibt. daß alle arithmetischen Urteile auf physische Gegenstände gehen und in ihrer Geltung an sie geknüpft < bleiben: so bleibt dennoch eine zurück.

bei dem andern von ihnen frei sein. daß 7 12 ist. O. + = stimmtheit. der sich in unveränderlicher logischer Identität festhalten ließe. a.an sich" mit der Zwölf . die von dem einen gilt. durch 'einander ersetzen lassen. auf den dies Urteil sich richtet. 5 keiner Verkettung von Vorstellungserlebnissen. wie sie sich in denkenden Individuen bisher abgespielt haben oder auch künftig ausnahmslos abspielen werden. 42 . Wendet man indessen dieses Kriterium an. als Inbegriff möglicher Relationen auffassen. hierzu wiederum Frege . wenn sie sich in allen Aussagen.. 37. ist somit immer nur eine zeitlich beje ' grenzte und determinierte Wirklichkeit.an sich" verbindet. jetzt matter erfaßt werden: so wird doch durch all diese Differenzen die arithmetische Was ein Begriff der Zwei nicht berührt*. nicht aber ein Bestand. die Sieben und Fünf . niemals in völlig gleichförmiger Art wiederkehrt. nach dem Platonischen Ausdruck. es mag jetzt lebhafter. der in verschiedenen Individuen verschieden ist und der auch für ein und dasselbe Subjekt. nachdem er einmal verschwunden. der in den Einzelsubjekten nach besonderen Umständen entsteht und auf dieselbe Weise wiederum vernichtet wird: einen Inhalt. Begriffe sind identisch. sondern er stellt einen Zusammenhang fest.. In der Erfüllung eben dieser letzteren Forderung aber besteht aller Sinn und aller Wert der reinen Der Satz. der. S. Der Gegenstand. Bild der Zwei mag sich bei dem einen mit räumlichen Nebenvorstellungen verbinden. so tritt sogleich die ganze Divergenz zwischen dem logischen Gehalt des Zahlbegriffs und dem psychologischen Begriff der Vorstellung hervor. — Bedeutung * Vgl. besitzt bei all seiner Idealität eine völlig eindeutige Bedie ihn von den wandelbaren Inhalten Das psychologische der Vorstellung streng unterscheidet. berichtet von Zahlbegriffe. auch auf den andern übertragbar ist. „ist" und bedeutet: dies kann nicht anders ermittelt werden als dadurch. in welche sie eingehen. Was hier gegeben ist. Die charakteristischen Grundrelationen. a. daß wir ihn als Träger und Ausgangspunkt bestimmter Urteile./ // bestimmten seelischen Inhalt. wenn jede Beziehung.

die den reinen Zahlbegriffen eignet. aber er faßt sie seiner Grundansicht gemäß wie ein dingliches Merkmal. Es hat keinen Sinn. unter der allein von einer Mannigfaltigkeit von Elementen und ihrem Zusammenhang die Rede sein kann. bilden die Bedingung. das Gebiet des psychischen Daseins selbst nicht nach seiner vollen Bedeutung und Weite ergriffen zu haben. d. sondern Akte derApperception sind es. Sind die Zahlen Wirklichkeiten im individuellen Bewußtsein. — — — die die Entstehung und Bildung von Inhalten überhaupt beherrscht und leitet. daß sie größer oder kleiner als eine andere. der aus ihr erst nachträglich resultiert. kann daher allein das gesuchte psychologische Korrelat der Zahlbegriffe sein.. Und nicht minder weist die Forderung der Unendlichkeit der Anzahlen über jede derartige Auffassung hinaus: denn alles „Sein" der Vorstellung geht in ihrem unmittelbaren Gegebensein. Das Charakteristische der Zahl so ließe sich mit Recht einwenden läßt sich nur deshalb nicht in irgendeinem besonderen und isolierten Bewußtseinsinhalt aufzeigen. in ihrem tatsächlichen Vollzug auf. sind als Eigenschaften an gegebenen Vorstellungsinhalten nicht denkbar. läßt sich von hier aus in einer neuen Richtung verstehen und begründen. in der wir derartige Einheiten zu neuen Gebilden zusammenfassen. das sich gleichmäßig über — 43 . Nicht Objekte. sei es der äußeren oder der inneren Wirklichkeit. den sie zwischen den reinen Zahlbegriffen und den psychologischen Vorstellungsinhalten feststellt. vorhanden". Vorstellung" zu sagen. Auch der Sensualismus erkennt diese Allgemeinheit an. nicht irgendein besonderer Inhalt. Die „Allgemeinheit". daß sie das Doppelte oder Dreifache von ihr. h. in diesem Bewußtsein als gesonderte Elemente realisiert sein. Die Tätigkeit der Unterscheidung und Verknüpfung. weil hier eine allgemeine Voraussetzung vorliegt. an welche die Zahlbestimmung anknüpft und auf die ihr eigentlicher Sinn zurückgeht. Der Akt. daß sie durch eine andere teilbar sei usf.. Indessen scheint diese Kritik in dem Gegensatz.die in der Zahlenreihe obwalten. so können sie nur in endlicher Menge . durch den wir irgendeine Einheit abgrenzen und die Synthese. von einer .

wiederzuerkennen und in licher Identität Mill. deren er sich einmal versichert hat. 44 . Buch II. Erst die tiefere und reifere psychologische Ableitung der Zahlbegriffe aus dem Grundakt der apperzeptiven Verknüpfung und Sonderung überhaupt gewinnt hier einen neuen Gesichtspunkt der Begründung. so finden wir mittels einer analogen Methode die zahlenmäßige Bestimmtheit an ihnen vor. die sich unserer Erfahrung entzogen haben. die gleiche Eigenschaft wie die tatsächlich beobachteten aufweisen und sich somit den arithmetischen Gesetzen fügen. Aber obwohl immer Zahlen von Etwas. § 2." so heißt es bei i 1 1. „müssen Zahlen von Etwas sein. Cap. DasBewußtsein dieser Allgemeinheit wird nicht durch das Durchlaufen einer unbestimmten Mehrheit von Fällen erworben." Die mathematische Eigenschaft der Zählbarkeit der Dinge wird also hier in derselben Weise wie irgendeine physische Eigenschaft ermittelt: wie wir in durchgängiger Vergleichung der Einzelfälle lernen. Man erkennt indes. denn nichts verbürgt uns. sondern ist bereits in der Erfassung jedes einzelnen von ihnen vorausgesetzt: denn die Zuordnung dieses Einzelnen zu einem umfassenden Ganzen ist nur dadurch möglich. Für sie heißt die Zahl allgemein. 6. eine Regel. in Wahrheit erschlichen ist. sofern sie auf alle Gegenstände und alle Arten der Existenz gehen. gegenüber allen Verschiedenheiten und Besonde- die Beurteilung jedes rungen ihrer Anwendung. daß alle Körper schwer sind. Sätze über Zahlen haben daher die bemerkenswerte Eigentümlichkeit. können sie nichtsdestoweniger Zahlen von jedem Beliebigen sein. festzuhalten. daß die Behauptung der Universalität der Zahl. wie eine abstrakte Zahl. daß diejenigen Fälle. und es gibt nichts dergleichen. als eines solchen. sondern weil sie eine konstante für M i Bedingung Einzelnen. — begriff- A System of Logic. nicht weil sie als fertiger Bestandteil in jedwedem Einzelnen enthalten ist. sofern sie sich auf ein derartiges Verfahren gründet. darstellt.einen Kreis von besonderen Objekten verbreitet. daß sie sämtliche Dinge überhaupt betreffen. „Alle Zahlen. daß der Gedanke imstande ist. die uns durch Erfahrung bekannt sind*.

diesem Ableitungsversuch. Der Aufbau und die objektive dieses System-Zusammenhangs gehört einer völlig anderen Methode an*. deren Ver- hältnis in den arithmetischen Urteilen ausgesprochen und fest- sondern über das gesamte Gebiet des Denkgeschehens hinaus greift hier der Gedanke zu einem Bereich idealer Gegenstände über. es. der von den fertigen zu den Akten zurückgeht.. Denn welches Mittel der Begründung bleibt uns für einen Begriff. wird indessen das eigentliche logische denen Problem der Zahl nicht sowohl gelöst.. noch einer inneren. Nicht zeitlich begrenzte Wirklichkeiten sind gestellt wird. wenn wir ihn weder als Abbild einer äußeren. Denn welchen konstruktiven Wert man den reinen Denkakten immer beilegen mag. Damit aber wiederholt sich die frühere Frage. weder als physisches noch als psychisches Sein fassen wollen? Indessen ist diese Frage. in ihrem rein psychologischen Sinne gein Auch Vorstellungs inhalten nommen. Cap. 45 . die sich unwillkürlich stets aufs neue vordrängt. die in der reinen Arithmetik vorliegen: dies wird nicht durch eine psychologische Zergliederung der Akte der Vorstellungsbildung ermittelt. denen er eine dauernde und unveränderliche Grundform zuerkennt. Wie die Eins sich mit der Zwei. wie er hier und jetzt unter den besonderen Bedingungen des jeweiligen Moments vonstatten geht. Diese Methode ist freilich zunächst eine bloße Forderung. als vielmehr nur um einen Schritt zurückgeschoben. Auch sie gehören somit einem bestimmten individuellen Bewußtseinsverlauf an. bes. Diese Grundform ist es. VIII. die Zwei mit der Drei verknüpft usf. doch nur der Ausdruck einer bestimmten dogmatischen Ansicht vom Wesen und von der Leistung des Begriffs. kraft deren jegliches Element der Zahlenreihe mit jedem anderen nach ein für allemal feststehenden systematischen Regeln zusammenhängt. die in der Zeit kommen und gehen. deren Erfüllung noch durchaus problematisch erscheinen muß. und wie gemäß dieser Verknüpfung jener gesamte logische Komplex von Sätzen entsteht. Nicht Begründung * Näheres hierüber s. aus sie sich bilden. unt. so bleiben sie doch. stets Geschehnisse.

sondern ummetischen Begriffe und Sätze gekehrt findet die formal-logische Betrachtung hier eine Schranke und einen Maßstab an eben diesem System. einem Ding ein Ding entsprechen zu lassen. „Verfolgt man genau. Raumes schien der Anschauung." tionellen logischen Doktrin von einer Mehrheit von und von dem Vermögen des Geistes. VIII./ Auf dieser einzigen. die die wissenschaftliche Arithmetik den letzten Jahrzehnten genommen hat." so beginnt D e d e k i n d seine Deduktion des Zahlbegriffs. Was S. Eindringen * sogleich. Berufung konkrete einfacher Denkschritte" begründen lassen müssen. daß die überlieferten Bezeichnungen ? Dedekind. oder einTDing durch ein Ding abzubilden. schien bisweilen selbst der empirischen Wahrnehmung anheirnfajlen zu sollen: um so in y. . II. ist dadurch charakterisiert. In dieser Herleitung der Arithmetik aus der Logik aber wird diese selbst bereits in einer neuen Gestalt vorausgesetzt. energischer aber kam nunmehr der Gedanke zur Bestimmungen der Zahl sich ohne jede auf sinnliche Objekte. Dingen — . den Zahlbegriff seinem vollständigen Gehalt nach aus Die Wissenschaft des rein logischen Prämissen abzuleiten. auch sonst ganz unentbehrdie gesamte Wissenschaft der Zahlen lichen Grundlage muß Hier scheint ganz im Sinne der tradierrichtet werden*. Aufl. . ausaber dennoch zeigt es sich bei tieferem gegangen zu werden . sind iind was sollen die Zahlen 2. das sich aus selbständigen inhaltlichen Voraussetzungen entwickelt und allmählich festgestellt hat. Dinge auf Dinge zu beziehen. ohne welche Fähigkeit überhaupt kein Denken möglich ist. so wird man auf die Betrachtung der Fähigkeit des Geistes geführt. sie abzubilden.was wir bei dem Zählen der Menge oder Anzahl von Dingen tun. ohne jede Anlehnung an meßbare Größen „durch ein endliches System daß alle Geltung. 46 .. Bratmschweig 1893.nach dieser Grundansicht läßt sich das System der arithabschätzen. daß schärfer als je zuvor die Forderung hervortrat. Die Entwicklung..

eine begriffliche der äußeren Eindrücke zu schaffen. die in fortgesetzter Anwendung alle Glieder des Komplexes erzeugt. Die . nicht ihre Übereinstimmung in irgendeinem sachlichen Teilbestand in Frage. i Und auch das Verfahren der „Abbildung" hat nunmehr eine charakteristische Wandlung erfahren. daß eine Beziehung (R) angegeben wird. werden alle weiteren Elemente dadurch gegeben. 47 . die niemals losgelöst. sondern nur in idealer Gemeinschaft miteinander „gegeben" sein können. Die ausgesagt werden. ohne daß doch ein Element mit dem andern irgendwie durch sachliche verbunden zu sein braucht. sondern eine neue Ähnlichkeit notwendige Ordnung gegenständen.neuen Gehalt und eine neue Bedeutung gewonnen . von denen in der weiteren Ableitung die ist.. wie auf Grund dieser einfachen Prinzipien der vollständige Aufbau der Arithmetik und die erschöpfende Darstellung ihres wissenschaftlichen Gehalts möglich ist. Hier kommt lediglich die Vereinigung von Reihengliedern durch ein Reihenprinzip. Abbildung" schafft kein neues Ding. sondern begnügen uns da der Zahlbegriff uns hier nicht um seiner selbst willen.. Dinge". sollen die — zwischen Denkschritten und Denk- hat in seiner Schrift: . die von ihnen selbst einen haben.. die ihnen in irgendwelchen Einzelzügen entspricht: sondern die Abbildung besagt nichts anderes. soweit er für den Arithmetiker in Betracht kommt. erst in und mit den Beziehungen. Sie sind Relationsterme. Systeme und Systemgruppen in strenger~T)egnfflicher Gliederung. sondern sie erhalten ihren gesamten Bestand. Denn jetzt handelt es sich nicht mehr darum. Nachdem durch eine ursprüngliche Setzung ein bestimmter Ausgangspunkt fixiert ist.Was sind und was Zahlen" gezeigt. sondern nur als Beispiel für die Gestaltung der reinen „Funktionalbegriffe" interessiert lediglich ihre wesentliche Dedekind — — . Wir verfolgen die mathematische Entwicklung dieses Gedankens nicht in ihren Einzelheiten. werden nicht als selbständige Existenzen vor jeder Rede Beziehung als vorhanden gesetzt. als die gedankliche durch die wir übrigens ganz verschiedenartige Elemente zu einer systematischen Einheit verknüpfen. So entstehen Kopie Zuordnung.

hierzu und Beziehung . Eine Beziehung heißt weiterhin transitiv. auf den diese Unterscheidungen zurückgehen. auch meinen Aufsatz: Kant und die moderne Mathe- — matik. die Russell.Beziehung ausgeschlossen ist*.herv^orzuheben. Vater" asymmetrisch und intransitiv usw. daß sie in gleicher Weise zwischen b und a gilt. Cambridge 1903. so treten uns hier zunächst gewisse formale entgegen. Betrachten wir das Ganze der möglichen Beziehungen. ihre Geltung auch für Tendenz Grundbestimmungen a und c folgt. nach welchen eine Reihe von Denksetzungen gegliedert sein kann. die im Begriff . als auf ihnen die schärfere Definition dessen beruht. in der die Geltung von aRb die von bRa zwar zuläßt. symmetrisch" und unterscheiden sie einerseits von der nichtsymmetrischen Beziehung. so daß aus der Geltung von a R b auch bRa folgt. The Principles of Mathematics. a und b. b und c besteht. die wir symbolisch durch den Ausdruck a R b bezeichnen können. die S.. die im allgemeinen RelationsKalkül weitreichende Anwendung finden. kommen hier zunächst nur insofern in Betracht. so kann sie zunächst derart beschaffen sein. der Tat ein naives Vorurteil. vgl. ist symmetrisch und trsmsitiv. Ist etwa irgendeine Beziehung zwischen zwei Gliedern a und b gegeben. I. Diese Bestimmungen. wenn diese Übertragung nicht notwendig und intransitiv. Kant Studien XII. Wir nennen in diesem Falle die Relation . die Beziehung „Bruder" nicht symmetrisch tmd transitiv. wenn sie durch die Natur der betrachteten. was wir unter der Ordnung Es ist in eines bestimmten Inbegriffs zu verstehen haben. daß sie zwischen je zwei Gliedern. wenn daraus.. anderseits von der asymmetrischen Beziehung. wenn man die Ordnung. 1 ff. in der eine derartige Umkehrung nicht möglich ist. Die Voraussetzungen für die Ableitung des Zahlbegriffs sind in der allgemeinen Logik der Relationen gegeben. die bestimmten Klassen von Relationen gleichmäßig zukommen und sie von anderen Klassen verschiedener Struktur unterscheiden. 48 1 . Geschwister" voriiegt. verdeutlicht sie an den verschiedenen verwandtschaftlichen Beziehungen: die Beziehung. also aRb und bRa nicht miteinander bestehen können.. aber nicht notwendig fordert. zum Folgenden: Russell. sie heißt nicht-transitiv.

Alle Sätze der Arithmetik. sondern halten und stützen sich wechselseitig. Dinge". und alle ihre Bestimmtheit und ihre spezifische Eigenart leitet sich aus dieser Reihenrelation her. Progression" bereits den eigentlichen aller Gegenstände erfaßt. Die Definitionen der Addition und Subtraktion." Grundtypus es metik — — * Näheres hierüber bei Russell. Substanzbegriff 49 . die sie in sich selber aufweisen. die Erklärung der positiven und negativen. sondern auf die ordinalen Beziehungen. Cap. um den Gliedern eines Inbegriffs eine bestimmte Ordnung aufzuprägen*. alle Operationen. durch die sie verknüpft sind. das gleichsam durch das bloße Dasein der Einzelglieder schon unmittelbar gegeben sei. sofern jedem Glied durch das andere die Stelle im System eindeutig vorgeschrieben ist. Betrachten wir nunmehr eine Reihe. In Wahrheit haftet sie nicht an den Elementen als solchen.zwischen den Elementen einer Mannigfaltigkeit besteht. transitive und asymmetrische Beziehung die im Ganzen der Reihe überall dieselbe bleibt. mit denen die Arithzu tun hat. wie etwas Selbstverständliches betrachtet. a. daß zu jedem Glied ein unmittelbar nachfolgendes gehört. die ein erstes Glied besitzt und für die ein bestimmtes Gesetz des Fortschritts derart festgestellt ist. nicht auf der Beziehung zu einer äußeren gegenständlichen Wirklichkeit: sie bedürfen keines fremden „Substrats". beziehen sich lediglich auf die allgemeinen Eigenschaften der Progressionen. mit dem es durch eine eindeutige. „Wenn man. O.. a. daß zuletzt stets irgendeine tranund asymmetrische Beziehung erfordert wird. die zwischen den Elementen bestimmter Inbegriffe obwalten. Die nähere sitive Untersuchung ergibt. Der ganze „Bestand" der Zahlen beruht nach dieser Ableitung auf den Verhältnissen. die sie definiert.. sondern an der Reihenrelation. der Multiplikation und Division. sie gehen daher niemals unmittelbar auf . der ganzen und gebrochenen Zahlen lassen sich rein auf dieser Grundlage und ohne daß insbesondere auf die Verhältnisse konkreter meßbarer Objekte zurückgegangen würde entwickeln. Cassirer. verknüpft ist. so haben wir in einer derartigen . 24 und 4 25.

definiert „bei der Betrachtung eines einfach unendlichen durch eine Abbildung 90 geordneten Systems N von der besonderen Beschaffenheit der Elemente gänzlich absieht. Die Beziehungen oder Gesetze. . Der Akt der Abstraktion richtet sich nicht auf die Absonderung eines dinglichen Merkmals. in die sie durch die ordnende Abbildung rp zueinander gesetzt sind. § 5 und 6.. so heißen diese Elemente natürliche Zahlen oder Ordinalzahlen oder auch schlechthin Zahlen und das Grundelement 1 heißt In Rücksicht die Grundzahl der Zahlenreihe N. bilden den nächsten Gegenstand der von "*. § 6. daß hier der Begriff und Terminus der „Abstraktion" offenbar in einer neuen Bedeutung verwendet wird. sondern er zielt darauf ab. die sich im subjektiven Vorstellungsverlauf herandrängen mögen.i s. — Über den Begriff der „Abbildung" . werden Konzentration lich-konstitutives * Moment . über die Definition des „einfach unendlichen Systems" siehe a. Hier wirkt daher die Abstraktion in der Tat als eine Befreiung: sie bezeichnet die logische auf den Relationszusammenhang als solchen unter Abweisung aller psychologischen Nebenumstände. Dedekind. O. diese Verschiedenheit die gezählt kann und muß daher außer acht bleiben. Dedek oben S.. a. lediglich die Bestimmtheit dieser Funktion zu entwickeln. wie auch die den einzelnen Elementen zufällig gegebenen Namen lauten mögen. auf diese Befreiung der Elemente von jedem anderen Inhalt (Abstraktion) kann man die Zahlen mit Recht eine freie Schöpfung des menschlichen Geistes nennen. Vom logischen oder der Standpunkt aus ist es von besonderem Interesse. daß wir uns den Sinn einer bestimmten Relation unabhängig von allen Einzelfällen der Anwendung rein für sich zum Bewußtsein bringen. die aber kein sach- denZahlen Wissenschaft Arithmetik • Gegenstände. in allen geordneten einfach unendlichen Systemen immer dieselben sind. a..Z a h 1" ist ihrer Bedeutung nach unabhängig von der inhaltlichen Verschiedenheit der können. wenn es sich darum handelt. 60 — i nd a. Die Funktion der . welche . dieses Zusammenhangs bilden. lediglich ihre Unterscheidbarkeit festhält so Dedekind — und nur die Beziehungen auffaßt. O.

da beide keine zeitliche Wirklichkeit. die diesen Gedanken mit besonderer Klarheit und Eindringlichkeit durchführen. Die Unterscheidbarkeit der Elemente. Die Drei „folgt" auf die Zwei nicht. so gelte. a. sowie die neuesten Darlegungen a t o r p s . III). Selbst die Anschauung der reinen Zeit. § 242. O. die Darstellung von G. i nicht dasjenige. 4. deren gesamter Inhalt in ihren gegenseitigen Beziehungen erschöpft ist. — — was hier überhaupt etwas sein. 1910. (Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaft. wert auf**. L i p p s (Philosoph. nicht auf sinnlich-anschaulichen Bedingungen. Wir denken uns die Glieder der Zahlenreihe allerdings als geordnete Folge. daß hier für die Zahl im Grunde gar kein unterscheidender Inhalt zurückbleibe.) N 4* 51 . bes. Der «Sinn des Folgens beschränkt sich darauf. Russell a. was hier von der Zahl ausgesagt werde. Da in ihrer Begriffsbestimmung lediglich die allgemeinen Momente der „Progression" festgehalten sind. Die „Essenz" der Zahlen geht in ihrem Stellen. so was als Mater a 1 in sie eingeht. daß die Zwei *S. Kap. beruht auf rein begrifflichen." Lpz. auf die Kant den Zahlbegriff gründet.Man hat gegen Dedekinds Ableitung bisweilen eingewandt. 3 u. Studien. Sollen die Ordinalzahlen irgendeine »innerliche" wie es scheint müssen sie Natur und Beschaffenheit besitzen. der ihre Eigentümlichkeit gegenüber anderen reihenförmig geordneten Gegenständen bezeichnete. definiert werde. so müssen sie sich von anderen Wesenheiten durch irgendein absolutes Merkmal unterscheiden. F. für jede Progression überhaupt: es sei also einzig die Reihenform selbst. Und der Begriff der Stelle selbst muß hier zunächst in größter logischer Allgemeinheit und Weite gefaßt werden. in der Art wie Punkte von Augenblicken oder Farben von Tönen verschieden sind*. wie etwa auf den Blitz der Donner. aber dieser Begriff der Folge enthält nichts von der konkreten Bestimmtheit der zeitlichen Succession in sich. daß es ein Gefüge idealer Gegenstände gibt. Wundt.. Aber dieser Einwand verkennt das eigentliche Ziel und die Grundtendenz von Was hier zum Ausdruck Dedekinds Begriffsbestimmung. ist eben dies. sondern lediglich idealen logischen Bestand besitzen. ist hier zunächst noch nicht erfordert. v. Bd. ** Zur Ableitung der Zahl als reiner „Reihenzahl" vgl. hg. die zu fordern ist. kommt.

da können wir. daß die Bedeutung des einen Begriffs i wenn die des anderen feststeht. Die Arithmetik kann dann und nur dann als die Wissenschaft der reinen Zeit definiert werden. den der auf diese Weise entsteht. Phasen « — — Hamilton — — alle inhaltlichen Sonderbestimmungen entfernt und lediglich das Moment der „Ordnung im Fortschritt" festgehalten hat *. wenn man zuvor wie es tut aus dem Begriff der Zeit selbst z. das sich in verschiedenen Inhalten erfüllen kann. . daß sie auf komplexere Weise durch Anwendung der erzeugenden Relation aus der Grundeinheit hervorgeht und somit die Elemente. Was die „spätere" Stelle kennzeichnet. So setzt die Zeit wenn man darunter die konkrete Form des .. Wo immer ein System von Bedingungen gegeben ist. das für die gesamte Begriffsbildung der Mathematik von entscheidender Bedeutung ist. aber nicht umgekehrt die Zahl die Zeit voraus. Definition der Algebra als „Science über William of pvire time or order in progression" und ihre Beziehung zum Kantischen Zeitbegriff vgl. Aufsatz „Kant und die moderne Mathematik". 34 f. objektives" Gebilde. Wir erschaffen dadurch ein neues . B. Damit tritt uns zum ersten Male ein allgemeines Verfahren entgegen. ist der Umstand. das in seiner Struktur von aller Willkür unabhängig ist: aber unkritische Naivität wäre es. als logische Bestandteile und in sich aufnimmt. mit den sinnlich wirklichen und Gegenstand. Kant- Hamiltons Studien XII. die Systemform selbst als Infesthalten und ihre Gesetze deduktiv entwickeln. Gerade dies erweist sich nunmehr als der methodische Vorzug der Zahlwissenschaft. inneren Sinnes" versteht zwar die Zahl. daß in ihr das „Was" der Elemente. unbekümmert um die Verdie einen variante änderlichkeit dieser Inhalte. bestimmten fortschreitenden Zusammenhang bilden. Die niedere Zahl ist der höheren „vorausgesetzt": aber dies bezeichnet nicht das physische oder psychologische Früher und Später. außer Betracht bleibt und lediglich das „Wie" dieses Zusammenhangs berücksichtigt wird.. die ihr vorangehen. m.als P r ä m i s s e in die Begriffsbestimmung der Drei eingeht. erst erhellt. sondern ein reines Verhältnis der begrifflich systematischen Abhängigkeit.

indem wir jedem Element des Systems eine und nur eine Stelle dieses Inbegriffs entsprechen lassen. so ist doch in ihm der gesamte Inhalt des Zahlbegriffs nicht erschöpft. sobald wir einmal die Relation. «. Gesamtsystems : Kardinalzahl * Vgl. so können wir es auf den zuvor entwickelten Inbegriff der Zahlen in bestimmter und eindeutiger Weise beziehen. Wir gelangen zu einer neuen gedanklichen Wendung. die zunächst als Charakteristik des letzten Elements gewonnen wurde. Dieser Übergang von der reinen Ordnungszahl zur Kardinalzahl wird von den verschiedenen ordinalen Theorien der Arithmetik. wie sie-. können wir nicht empirisch seine „Eigenschaften" ablesen. zu dem wir gelangen. zuzuordnen. im allgemeinen übereinstimmend vollzogen. durch die hindurch wir es erreichen. bes. zugleich als eine Charakteristik des ansehen wir nennen sie die des betrachteten Systems und sagen von diesem nunmehr. S. in ihrer spezifischen Bestimmtheit wieder. schließlich — Ordnung dazu. dem letzten Gliede des Systems eine bestimmte Ordinalzahl. neb. als Ausdruck der Vielheit verstanden und verwendet werden soll. Die Zahl n. faßt zugleich alle seine früheren Phasen in sich: denn da der Fortschritt von i zun nur auf eine einzige Art erfolgen kann.» Dieser Akt der Zuordnung aber. so gibt hier das Ziel. 54. aus der er erwächst. insbesondere Helmholtz und Kronecker entwickelt haben. § 53 . gleichzeitig die gesamte Operation. läßt sich also. da er in all seiner Bestimmtheit vor uns steht. Ist irgendein endliches System gegeben. "j Dedekind. Wir gelangen auf diese Weise. der das Verfahren abschließt. in einer anderen Richtung der Betrachtung. So grundlegend indessen das begriffliche Moment der auch ist. und wir bedürfen dessen nicht.Diesem Gegenstand wirksamen Dingen zu verwechseln. indem wir der vorgeschriebenen festen Ordnung der Stellen folgen. daß es aus n Elementen bestehe*. sobald die Zahl.eh Dedekind. Was sind und was sollen die Zahlen. 161. die bisher als bloße logische Abfolge von Denksetzungen abgeleitet wurde. in ihrer Reinheit ergriffen haben.

daß also die Stelle. daß aus der Zusammenfassung der Elemente zweier Mengen. d. der reinen Ordnungszahl die Bildung der daß wir. daß in der Bildung der Kardinalzahl eine neue logische Wenn in der Theorie der Ordsich betätigt.. der sich hier vollzieht.b zuordnen. die die ordinale Theorie entwickelt hat. Zählen und Messen. es zeigt sich. eine weitere Anwendbarkeit gewinnen.weiterzählen". Lpz. daß die Formeln. 1887. die sich nicht zuvor aus dem bloßen Moment der Ordnung hätte gewinnen lassen: nur dies wird erreicht. operationen können nunmehr ohne Schwierigkeit auf die neue Zahlart übertragen werden. mathematischer Funktion * Helmholtz. Aufsätze. Zeller gewidmet. in welcher wir die Glieder der Menge nacheinander betrachten und herausheben. S. „Kardinalzahlen" läßt uns somit keinerlei Betrachtung der neue Eigenschaft und keine neue Beziehung entdecken. von a ausgehend. daß wir die Stelle der Reihe bestimmen. h.b) Die in der zuvor bestimmten Bedeutung angegeben wird. (Philosoph. trachtet. schiedenen Sprachen gelesen werden können *. . zu der wir gelangen.^-^ »Hierbei ist allerdings vorausgesetzt. auf die wir zuletzt treffen. So bedeutet etwa innerhalb (a + b). eine neue Menge C hervorgeht. wenn wir zur Addition der Kardinalzahlen übergehen. klärung bleibt ohne weiteres in Kraft. erkenntnistheoretisch beEd. von der Ordnung.. unabhängig sei. so ist es nichtsdestoweniger unverkennbar. indem wir die auf a folgenden Zahlen gliedweise Diese Erden Elementen der Reihe 1 2 3 . Inhalt gekein eigentlich neuer schaffen wird. Diese Voraussetzung kann wie insbesondere Helmholtz gezeigt hat indessen ohne die Annahme irgendeines neuen Postulats aus den Prämissen der ordinalen Theorie in aller Strenge bewiesen werden. 33.) 54 . Wenn somit durch den Übergang. um b Schritte . daß es eine und nur eine Kardinalzahl der gegebenen Menge geben könne. in der die Anzahl der Glieder durch die Zahl (a 4. sobald man nur an der Bedingung festhält. indem sie nunmehr gleichsam in zwei ver- — — Summe . denen die Kardinalzahl a und b zukommt. daß die betrachtete Mannigfaltigkeit ein endliches System Auch die Definitionen der arithmetischen Grundbildet.

Die Begründung der Theorie. Freilich ist gerade dieser auszeichnende Grundcharakter in der Beurteilung der . so tritt jetzt die Forderung ein. muß in der Tat zu der von Auffassung führen. für diese Verschiedenheit der Dinge eine entsprechende Verschiedenheit von Zeichen einzuführen.. ist daher erfüllt. „Zeichen" aber sind als solche zunächst selbst nichts anderes. Das vorangehende Moment soll durch das folgende nicht einfach verdrängt werden. Erst in dieser Synthese vollendet sich die bloße Folge der Ordnungszahlen zum einheitlichen. um das Gebiet und den Operationskreis Die Forderung einer rein der Arithmetik zu bestimmen. die Reihe nicht nur nacheinander in ihren einzelnen Elementen. weil wir die Wirklichkeit der Objekte zuvor durch die ihrer sinnlichen „Abbilder" ersetzt haben. Von der unmittelbaren Beschaffenheit der Dinge scheinen wir demnach in den Aussagen über Zahlenverhältnisse nur deshalb absehen zu können. gegeben wurde. '•'einmal anerkannt. so bedarf es keiner weiteren speziellen Voraussetzung mehr. wie sie z. die sich durch ihre Gestalt und Stellung sichtbar voneinander unterscheiden. die von aller Anlehnung an die empirischen Verhältnisse physischer Objekte absieht. in sich geschlossenen System. so daß der letzte Schritt des Verfahrens zugleich alle vorhergehenden und das Gesetz. ordinalen" Theorie der Zahl häufig verkannt worden. auf denen alle Unterscheidung und alle Verknüpfung von Zahlen beruht. daß hier zunächst konkrete Mengen von Gegenständen als gegeben vorausgesetzt werden und daß alle Leistung des Denkens sich darin erschöpfe.nungszahl die Einzelschritte als solche festgestellt und in eindeutiger Folge entwickelt wurden. B. Nicht ein Absehen von den physischen Gegenständen. sondern umgekehrt eine Ver- Helmholtz 55 . sondern als ideelles Ganzes zu erfassen. als Gruppen wahrnehmbarer Objekte. sondern zugleich den Aufbau und das formale Prinzip der Gesamtreihe repräsentiert. das sie wechselseitig verknüpft. • ^ Sind aber diese beiden logischen Grundakte. rationalen Ableitung. in sich faßt. in welchem jedes Glied nicht nur für sich steht. sondern seinem gesamten logischen Gehalt nach in ihm aufbehalten bleiben.

. II (Jena 1903). bald der ideale Gegenstand. Die „Basis" der Wahrheiten liegt. beurteilt würden. der hier zugrunde liegt. nicht nach dem. Bilder". daß darunter bald das bloße Dasein eines sinnlichen Inhalts verstanden wird. Frege s. Mathematikern hat sodann vor allem F r e g e in eindringender Einzelkritik dargetan. der durch ihn bezeichnet wird. 66 . 69 ff.« Nur die Zweideutigkeit in der Verwendung des Begriffs des Zeichens. Wäre es anders. mit aller philosophischen Klarheit bezeichnet. L e i b n i z dessen ganzes Denken doch auf den Plan einer „allgemeinen Charakteristik" konzentriert ist. bisweilen nahegelegt zu werden scheint. die durch die Darstellung. 139 u.{ dichtung und Konzentration ihres sinnlichen Gehalts wäre somit der echte Anfang der Zahlbildung. was sie gedanklich bedeuten. ermöglicht die Rückführung auf das nominalistische Schema. würden ihre charakteristische Leistung verlieren.. Jede derartige Auslegung. ausspricht. würden aufhören Zeichen zu sein. 1 * S. ihre Lage und ihre Färbung untersuchen könnten: kein noch so extremer mathematischer „Nominalismus" aber hat jemals tatsächlich versucht. Unter den modernen als es Weisen der Bezeichnung gibt. . An die Stelle der leeren Symbole tritt im Verlauf der gedanklichen Entwicklung wiederum unvermerkt der Gehalt der arithmetischen Begriffe*.. S. niemals in den Zeichen. sondern in den obwie er jektiven Beziehungen zwischen den Ideen. widerspricht indessen in Wahrheit ihrer eigentlichen und tieferen logischen Tendenz. den Gehalt der gültigen Urteile über Zahlen in Aussagen von dieser Art und Beschaffenheit umzudeuten. wären in der Tat nur gewisse . Bd. daß sie sich selber untreu wird. Was auf diese Weise übrig bliebe. was sie sinnlich sind. so müßten wir so viele Formen der Wahrheit unterscheiden. Grundgesetze der Arithmetik. die die Theorie der Ordinalzahl bei verschiedenen Mathematikern erfahren hat. wie die Arithmetik der Zeichen sich nur dadurch am Leben zu erhalten vermag. nur der Umstand. hat daher gegenüber den formalistischen Theorien seiner Zeit den logischen Sachverhalt. die wir auf ihre Form und ihre Größe. wenn sie lediglich nach dem. die hier geschaffen werden. Die „Zeichen".

die nach einer konstanten Regel aus einem einmal festgesetzten Anfang fortschreitend konstruiert werden.De Tlnfini mathematique. So bedarf denn auch die Theorie in ihrer reinen Durchführung nicht. immer man versucht hat.Die nominalistische Darstellung bildet daher auch in der Theorie der reinen Ordnungszahlen nur eine äußere Hülle. was sich in den sinnlichen Eindrücken unmittelbar aufweisen ließe. so sind es rein rationale Momente.. : — ) * Vgl. um zum eigentlichen logischen Kern des Gedankens vorzudringen. sondern ideell definierte Inbegriffe. die man abstreifen und mathematischen muß. 318 ff. den Zahlbegriff in rein „logische Konstanten" aufzulösen. Die Analysis der Zahl schien erst dann abgeschlossen. wie man ihr entgegengehalten hat *. S. der Voraussetzung einer Menge physisch gegebener Einzeldinge. die die Zahlenreihe auszeichnen und sie zum Grundtypus eines begrifflich erkannten und beherrschten Zu- sammenhangs überhaupt machen. Ist dies aber einmal geschehen. als s6i in allen bisherigen Bestimwesentliche mungen gerade das Moment außer Betracht geblieben. das ihnen erst kraft gedanklicher Relationen zukommt. so man jedoch auf die tatsächliche Entwicklung.0 r d n u n g" ist nichts. sind nicht empirisch vorhandene. moderne mathematische Prinzipienlehre genommen kann es scheinen. Blickt die die hat. sondern etwas. In dieser Regel wurzeln auch alle die echten „formalen" Bestimmungen. III. Paris 1896. wenn es gelungen war. die sie zugrunde legt. Die Mannigfaltigkeiten. 57 . da wurde man auf den als seine notwendige und hin- Wo Klassenbegriff reichende Voraussetzung zurückgeführt. die man zurückbehält: denn . Couturat. in dem die logische Charakteristik der Zahl sich erst vollendet. allen Sondergehalt der Zahl aus der allgemeinen Funktion des Begriffs überhaupt herzuleiten begriffliche Formung aber bedeutete wiederum nach der herrschenden logischen Grundüberzeugung nichts anderes als die Zusammenfassung der Gegenstände in Arten und Gattungen vermöge der Subsumption unter generelle Merkmale.

Es handelt sich hier nicht um die Angabe einer Gattung. was sich diesem Grundschema nicht einfügt. beiden Soll kommen bestimmte mathematische zu. die sich auf diese Weise miteinander verknüpfen lassen. alle Mannigfaltigkeiten. zu je einem Gesamtkomplex vereinigen. eine bestimmte Relation anzugeben. so haben wir es in ihm nicht mit einem logischen sondern mit einem Individualbegriff zu tun. um ihn gedanklich zu entfernt werden.ist". so trotzdem die Reduktion des Zahlbegriffs muß hier- auf den Klassenbegriff für ein anderer Weg eingeschlagen werden. was die Zahl ihrem reinen Wesen nach . 58 besteht. für die ein solches Verhältnis der „Äquivalenz" oder der eindeutigen Zuordnung der Glieder während wir Mengen. Es gibt nur eine Zwei. daß es möglich ist. nur eine Vier und bewältigen. Kraft dieses Verfahrens der Zuordnung stiften wir unter den unendlich vielen möglichen Klassen von Gegenständen bestimmte Zusammengehörigkeiten. sondern um die Fixierung einer eindeutig bestimmten Stelle innerhalb eines Gesamtsystems. sondern den Begriff dieser und jener Zahl. Betrachten wir nicht den Gedanken der Zahl überhaupt.. die in beliebig vielen Einzelexemplaren gegeben sein kann. in eine bei Gattung zusammen. was die Gleichheit bedeutet. suchen wir nicht sie selbst unmittelbar in inhaltlich einfachere Bestandteile zu zerlegen.Zahlbegriff. das wir in beiden als identisch annehmen. denen diese Bedingung nicht er- . So mußte aus zuvor dem alles bestimmten Allgemeinbegriff. sondern fragen zunächst. Eigenschaften und teilen. durch welche sich die Glieder der beiden Mengen einander Um von Zahlen gleichwertig wechselseitig eindeutig zuordnen lassen. ist damit zugleich mittelbar die Eigenart des Merkmals bestimmt. zu bestimmen. Wir fassen. mit andern Worten. i Merkmale die sie mit keinem anderen Gegenstand möglich sein. Hier aber entsteht für die Theorie zunächst eine prinzipielle Schwierigkeit. Das Kriterium für die Gleichzahligkeit zweier Mengen aber besteht darin. indem wir Gruppen. unter welchen Bedingungen wir zwei Mengen hinsichtlich ihrer Zahl als betrachten. Sobald einmal festgestellt ist.

Das Verhältnis.ist der diese Ableitung in ihren Grundzügen zurückgeht Umfang des Begriffes: gleichzahlig dem Begriffe F. während die E 1 e die dieses e n t e Verhältnis eingehen. deren Elemente zu denen des betrachteten Inbegriffs im Verhältnis der eindeutigen Zuordnung füllt ist.. als als das Kriterium das eigentlich konstitutive Merkmal heraushebt. daß das Gleiche für alle Mengen des betreffenden Komplexes gilt. herauslösen und als für sich denkbaren Gegenstand auffassen. auf den griffe F zukommt" . um darin die Gewißheit zu besitzen.. welche dem Bedieser Inbegriffe bezeichnen. gegeben". als bekannt vorauszusetzen und dann auf Grund dieser Bekanntschaft über ihre Gleichheit oder Ungleichheit zu entscheiden.verschiedenen Gattungen zugehörig betrachten." Wir fassen den Gedanken der Anzahl eines Begriffs. daß zwei Mengen.Die Anzahl.. nicht für sich allein betrachten. sondern zugleich mit ihnen auch alle diejenigen Klassen ins Auge fassen. das in der Gleichung ausgesagt wird. so kann weiterhin jede Einzelmenge hinsichtlich des Merkmals der Äquivalenz als vollständiger Repräsentant ihrer Gesamtgattung betrachtet werden: denn da sich zeigen läßt. auf dem ist Es daß sie dasjenige. daß es. es auch untereinander sind. das wir in gewöhnlicher Ausdrucksweise als die Zahl jedes . von einem vorgegebenen Inbegriff er sich irgendeiner Menge des Gesamtkomplexes Glied für Glied zuordnen läßt. haben wir damit dasjenige Moment gewonnen. aller kömmliche des Zahlbegriffs selbst beruht. in ihrer Bedeutung zunächst noch unbestimmt sind und erst kraft der Gleichung allmählich be- Inhalt Weg m . als Ist dies M — — . 59 . indem wir die Gegenstände. Wenn der herdarin besteht. was in der gewöhnlichen Ansicht lediglich der Anzahlgleichheit erscheint. so definiert demnach F r e g e. geschehen. Indem wir nun die gemeinsame Beziehung. so genügt nachzuweisen. — somit das Charakteristische dieser Auffassung. so gilt hier das umgekehrte Verfahren. die einer dritten äquivalent sind. stehen. die unter ihn fallen. ist das allein Bekannte. die einzelnen Zahlen als . die alle Inbegriffe eines derartigen Komplexes untereinander besitzen.

52f. gemeinsame Eigenschaft" gewisser Inhalte und Inhaltsgruppen. Ein Fortschritt der Analyse wäre offenbar nur dann erreicht." trachten Tendenz. S. wissensch. ist in der neueren logisch- mathematischen Literatur lebhaft diskutiert worden: ich verweise für die positive Darlegung der Theorie besonders auf die Schriften von Frege.stimmbar werden.. sondern lediglich Momertt: auch sie * Das Problem. sich dennoch in einem formalen faßt die Zahl als eine . f. . die in der ordinalen Theorie zur gegliederten Reihe der Ordnungszahlen hinführen. „Unsere Absicht ist. was als gleich zu beHier ist in der Tat eine methodische mathematischen Begriffsbildung zugrunde liegt. die sie aufs schärfste bekämpft. I. XI. 158 ff. Halle 1891. die hier entwickelt wird. die aller leitung der Zahlenreihe aus dem Klassenbegriff tatsächlich vollzogen oder bewegt diese Ableitung sich in einem Zirkel. die es erfüllt (vgl." so schildert Frege das allgemeine Verfahren „den Inhalt eines Urteils zu bilden. scharf bezeichnet: das „Gebilde" soll seinen gesamten Bestand aus den Relationen erhalten. die logisch einfacher ist als das Ganze der Funktionen. für die Kritik auf B.. 60 . der sich so als eine Gleichung auffassen läßt. 129 ff. Nur sind die Substrate der Zahlaussagen. Viertel jahrsschr. Auf diesen Punkt also muß sich fortan die kritische Untersuchung konzentrieren: ist die Abis t.). Leipzig 1908. . S. Jonas C o h n Voraussetzungen tmd Ziele des Erkennens. Kerry. begegnet die Theorie.. Wir wollen also . daß jede Seite dieser Gleichung eine Zahl ist. oben. indem sie stillschweigend bereits Begriffe aus eben dem Gebiet voraussetzt. von allen diesen Funktionen gänzlich abzusehen und dennoch auf einem neuen Wege den vollständigen Aufbau des Zahlenreichs und seiner Gesetze zu erreichen. wenn es gelänge. nicht in den sinnlich physischen Dingen selbst. 287 ff H u s s e r 1 Philosophie der Arithmetik. . Kussell und Peano. Über An- schauung und ihre psychische Verarbeitung. Nur die eine Frage bleibt zurück. ob in der Beziehung der Äquivalenz zwischen Klassen wirklich eine Relation erfaßt ist. um das es sich hier handelt. . mittels — — des schon bekannten Begriffs der Gleichheit das gewinnen. S. Philos. wie nachdrücklich betont wird. das sie zu deduzieren unternimmt * ? / Mit der empiristischen Anschauung vom Wesen der Zahl.

Wie dies genauer zu verstehen ist.. daß die .den Begriffen dieser Dinge zu suchen. Diesen Darlegungen gegenüber aber muß sich zunächst ein Einwand aufdrängen. die hier abgeleitet werden.. so ist gar kein Mond oder ich sage: die Venus hat Aggregat von Monden da. die hier vertreten wird. Die Theorie. . wie auf Ereignisse und Handlungen erstrecken kann. Der künstlichen Ableitung. soll gleichsam eine natürliche entgegentreten. die gleichzeitig den stehen. Diese scheinbare Mannigfaltigkeit des Gebiets des Zählbaren erweist sich bei schärferer Betrachtung als strenge Gleichförmigkeit: denn die Zahlangabe geht niemals auf die heterogenen Inhalte selbst. unter die sie gefaßt sind. durch die sie in Klassen von eigentümlicher Beschaffenheit geschieden werden. als eigentümlicher Vorzug betont. logischen" Eigenschaften der Zahl. will keineswegs einen Allgemeinbegriff der Zahl willkürlich ersinnen. wenn sie mit anderen. betrifft somit stets dieselbe logische Wesenheit. das den Wagen des Kaisers zieht". Venusmond" wird dadurch eine Eigenschaft beigelegt.. zu Klassen « 61 . aber dem Begriffe . sondern auf die Begriffe. Gebrauch im täglichen Lebfen" bestimmend und wesentlich sind. Wenn ich sage: „der Wagen des Kaisers wird von vier Pferden gezogen. sondern ihren Begriffen bestimmte Merkmale bei. von dem etwas ausgesagt werden könnte. nämlich die." so lege ich die Zahl vier dem Begriffe „Pferd. die von der reinen Ordnungszahl ausgeht. auf innere und äußere Erscheinungen. zu denen sie im Verhältnis der gegenseitig eindeutigen Zuordenbarkeit der Umfangselemente in zusammengefaßt werden. die lediglich die Zwecke der arithmetischen Wissenschaft ins Auge faßt. auf Dinge.Wenn Monde. Jedes Urteil über Zahlenverhältnisse legt nicht den Objekten." Dieser Umstand allein erklärt denn auch die universelle Anwendbarkeit der Zahlaussage. die die Zahl im wirklichen Ganzen der Erkenntnis besitzt. Gerade dies wird gegenüber der Auffassung. sondern die eigentliche Funktion aufweisen.. bei. zugleich unmittelbar diejenigen sind. hat die frühere Entwicklung dargetan: den Begriffen wird eine gewisse Zahlbestimmung aufgeprägt. die sich gleich sehr auf Stoffliches und Unstoffliches. die für ihren . nichts unter sich zu befassen.

es bleibt als selbständige Frage und Aufgabe der Erkenntnis zurück.oder Siebenergruppen resultieren es sei denn. daß ihr nur als Stelle im Gesamtsystem ein fester Wert zukommt. daß in ihr die Einzelzahl niemals etwas für sich allein bedeutet. die wir von der Zahl machen. Ziel nicht erreicht wird: denn was hier logisch deduziert wird. fällt mit dem eigentlichen Sinn. Beschränken wir uns lediglich auf die bisherigen Festsetzungen. erfaßt worden sind. Unser Denken könnte in der Tat beliebig viele „äquivalente" Mengen durchlaufen und in ihrem wechselseitigen Verhältnis betrachten.. aber damit ist einstweilen über ihre . Sieben" kann niemals aus der bloßen Nebeneinanderstellung noch so vieler Vierer. gerecht wird. Die Definition der einzelnen Zahl bestimmt zugleich und unmittelbar das Verhältnis. daß schon zuvor die einzelnen Gruppen als bestimmt gegliederte Folgen von Elementen. die wir hier : « betrachten. Die Betrachtung dieser Aufgabe aber führt zu einem tieferen methodischen Gegensatz zurück. Gleichviel" verwandeln. ohne daß sich ihm in diesem Prozeß irgendwie das charakteristische Bewußtsein der reinen Zahlbegriffe ergäbe. verschiedene Gruppen von Elementen zusammenzustellen und unter einem bestimmten Gesichtspunkt als gleichartig aufzufassen.. ohne daß damit zugleich der Gesamtgehalt des besonderen Zahlbegriffs verloren ginge. Das „Wieviel" der Elemente im gewöhnlichen Sinne läßt sich durch keine logische Umdeutung in eine bloße Aussage über das . in welchem sie zu den übrigen Gliedern des Gebiets steht. der zwischen den beiden Auffassungen der Zahl besteht. Die spezifische Bedeutung der „Vier" oder der . den wir mit den Zahlurteilen in der tatsächlichen Erkenntnis verbinden.konkreten Anwendungen. ist dieser Zusammenhang aufgehoben.Zahr' im gewöhnlichen Sinne des Wortes noch keinerlei zureichende Bestimmung gewonnen.. Auch sie 62 . Es ist die Grundeigentümlichkeit der ordinalen Theorie. und dieses Verhältnis läßt sich nicht wegdenken. in keiner Weise zusammen. In der allgemeinen Ableitung der Kardinalzahl. Eine schärfere Untersuchung zeigt indessen. also als Zahlen im Sinne der ordinalen Theorie. so werden wir durch sie zwar daß dieses in den Stand gesetzt.

— Zum Begriff der Progression s. ihrer eigentlichen Tendenz nach. auf denen die Ordnung der Stellen beruht.Zahr'.. Wird dies aber einmal zugestanden.freilich notwendig darauf bedacht sein. noch bevor irgendetwas über das VerhältAbfolge feststeht. auf die Heraushebung des Gleichartigen. das sind lediglich die Eigenschaften. daß diese Erklärung für die methodischen Zwecke der reinen Mathematik im Grunde unerheblich sei. S. Die Betrachtung von Mengen. die sich einander gegenseitig eindeutig zuordnen lassen. aber dieses Merkmal ist an sich noch nicht . Selbst diejenigen Denker. ein festes Prinzip der Einzelzahlen aufzustellen und logisch der zu deduzieren. so ist damit streng genommen der Streit über den methodischen Vorrang der Ordnungszahl bereits aufgehoben: denn wo ließe sich eine sicherere Auskunft über das „Wesen" der Zahl im erkenntniskritischen Sinne gewinnen. Die Begriffsbildung. Die Zahl mag an sich selbst sein. die die Erklärung der Zahl durch äquivalente Klassen am strengsten und folgerichtigsten durchgeführt haben. 49. sondern nur eine nicht näher bestimmte logische Eigenschaft. betonen daher. indem es zu ihnen in ein Verhältnis des „Früher" oder . Es wird zur Zahl erst. 63 . ist. wie es nach der herkömmlichen Abstraktionstheorie der Fall sein müßte. als in ihrem allgemeinsten wissenschaftlichen Gebrauch? * Russell. aber der Sinn der Elemente soll dennoch vor muß Anordnung dieser Glieder sind als die nis ihrer Ordnung und unabhängig von ihr feststehen. ob. nicht. Später". § 230.. Die gemeinsame Eigentümlichkeit gewisser Klassen bestimmt. daß sie sich rein und vollständig in der Form einer „Progression" darstellen und entwickeln läßt *. des „Mehr" oder „Weniger" tritt. auf welche die Zahl zurückgeht. worin der eigentliche Zahl Charakter wurzelt. indem es sich von anderen Merkmalen desselben logischen Charakters abhebt. sondern auf die Heraushebung und Festhaltung der Verschiedenheit gerichtet. was sie will: für Analysis und Algebra kommt sie einzig dadurch in Betracht. In Wahrheit aber ist es eben das Moment. Was der Mathematiker an der Zahl' betraclitet. kann zur Absonderung eines identischen Merkmals in ihnen führen. das hier zunächst ausgeschaltet wird.

r : 64 . sondern lediglich im Verhältnis zu anderen Mengen zukommen soll.. die sich wechselseitig aufeinander beziehen. nichts anderes.die Berufung auf die Bedeutung. sein soll.. Welches gedankliche Motiv bestände aber. hält hier nicht stand. den Prozeß aufzuweisen. verbunden sind. etwa die Klasse der Jupitermonde mit der der Jahreszeiten. derart ungleichartige Gruppen überhaupt aufeinander zu beziehen. hier dagegen. daß sie einem . Denn die Zahl bedeutet hier eine Beziehung zwischen inhaltlich gänzlich heterogenen Klassen. als eben die Möglichkeit der gegenseitigen Zuordnung.Klassen" abgeleitet werden. welchen Sinn hätte es. die einer Menge nicht an sich selbst. in jeder Form der Ableitung. Nur das Gebiet und gleichsam der logische Ort der Relation ist hier verschoben denn während es sich in der ordinalen Theorie um ideelle Setzungen handelt. kraft dessen ein derartiger Begriff im Bewußtsein entsteht treten. die durch kein weiteres Moment. nachdem bereits auf anderem Wege der „Zahlwert" für jede dieser Klassen und dadurch mittelbar eine Übereinstimmung zwischen ihnen festgestellt ist. extremen Relativismus" Vorschub leiste. die wir mit Zahlbegriff im vorwissenschaftlichen Denken verbinden. soll hier j ede einzelne dieser Setzungen aus einem Verhältnis gegebener . Dieser Vorwurf ist indes zum mindesten zweideutig: denn der Zahlbegriff kann in der Tat. entbehrt diese selbst jeder festen Direktive und Richtschnur. als einen reinen Relationsbegriff bedeuten. sondern aus der Vergleichung erst gewonnen werden soll. die Menge der Kegel im Kegelspiel mit der der Musen zusammenzustellen! Eine derartige Vergleichung ist verständlich. allein Wäre die Zahl das. wo dieser Wert nicht vorausgesetzt wird. sofern hier die Bestimmtheit der Zahl eine Beschaffenheit sein soll. so bliebe es und festgehalten wird. Jede Reflexion auf den eigentlichen Tatbestand des Denkens läßt vielmehr sogleich den inneren Unterschied zwischen dem Gedanken der und dem der Zahl klar hervor- Und auch dem psychologische Äquivalenz was sie nach dieser Ableitung noch immer eine eigentümlich verwickelte und schwierige Aufgabe. Man hat der Theorie der Äquivalenz vorgehalten. Die Analyse zum mindesten bietet keine Stütze der Theorie.

keine Glieder besitzen. Science et Methode. ein Element als . a. Was es heißt. daß wir jedem Element der ersten Klasse eins und nur eins der zweiten zuordneten. . „ist natürlich unbestreitbar. jetzt auch Natorp. a. daß diese Klassen. wiss. irgendein Glied einer Klasse u herauszugreifen und es auf ein Glied einer andern Klasse v zu beziehen. 82 Russell. XI. Livr.Die Voraussetzungen. aber es folgt daraus nicht. bei Russell.Daß jedes Individuum oder jedes Glied einer Klasse in gewissem Sinne eins ist. von der wechselseitigen eindeutigen Zuordnung der Glieder verschiedener Klassen noch in dem Fall zu sprechen. wenn ich aufgefordert werde. den der unbestimmte Artikel bezeichnet: lediglich dieser letztere Sinn aber wird vorausgesetzt. ihrer De- am finition nach. — Cassirer. 112 ff. Grundlagen der Arithmetik S. II." so heißt es z. vielfach bestritten worden. f. Freilich ist diese Bemerkung. Wir können vielmehr umgekehrt den Begriff — — i über diesen Punkt: Frege. Philos. sobald dazu übergegangen wird.. sobald zur Definition der . S. treten deutlichsten hervor.. Substanzbegriff 5 65 .Eins" fortgeschritten wird.eins" aufzufassen. * Vgl. so einfach. O. Zur Kritik Freges s. unter diesem Gesichtspunkt eine strenge logische Definition der einzelnen Zahlwerte zu geben und die Bedingungen festzustellen.. die hierbei zugrunde liegen.. 113 nebst der Kritik von Kerry. Viertel jahrsschr. ff. . unter welchen wir zwei dieser Werte als unmittelbar aufeinanderfolgend bezeichnen wollen. S. Schon in der Erklärung der Null zeigen sich erhebliche Schwierigkeiten denn es hat offenbar keinen Sinn. wenn wir von einem Individuum sprechen. Paris 1908. sowie von Poincar6. ja so trivial sie zu sein scheint. denn die „Gleichzahligkeit" zweier Klassen wurde lediglich dadurch erkannt. das wurde hier schon von Anfang an als bekannt vorausgesetzt. daß der Begriff der „Eins" vorausgesetzt ist. 287 ff. Es ist etwas anderes so hat man eingewandt ob ich die Zahl Eins in ihrer strengen arithmetischen Bedeutung oder ob ich sie nur in dem vagen Sinne nehme. B. Aber selbst wenn diese Schwierigkeit durch komplizierte logische Umdeutungen des Begriffs der Äquivalenz gehoben werden könnte*. so tritt der Zirkel in der Erklärung doch alsbald wiederum deutlich hervor.

X mit y identisch ist. sowohl x und x' als auch Es ist jedoch leicht ersichtlich. 40 ff. wenn für den Fall. wie wir sahen. y und y identisch sind *. daß hier die logische Funktion der Zahl nicht sowohl abgeleitet. Frege.. die Klasse von 2 Gegenständen von Russell durch die Bedingungen definiert. um die Erklärung zu vollenden. auf der. wenn x. jede Klasse. sobald u und y u's sind. es einen anderen von x verschiedenen Terminus y der Klasse gibt. Legen wir indessen dieses Verfahren der Setzung und Unterscheidung zugrunde. daß eine Klasse u „e i n" Glied (in arithmetischem Sinne) besitze. als vielmehr lediglich auf kunstvolle Art schrieben ist. von welchem der Begriff Eins abgeleitet ist. § 496. Denn um die Erklärungen. zu verstehen. zweites. Man sieht. Eine analoge Bestimmung soll sodann den Begriff der gegenseitig eindeutigen Beziehung zwischen Termen fixieren: R ist eine derartige Beziehung. daß z und x' zu y die Beziehung R haben. zu der z gehört. daß diese Klasse nicht Null ist und daß. so haben wir damit nichts anderes getan. ihre — 66 • Russell. So wird z. wie hier. drittes. y verschiedene Termini der Klasse u sind und z von X und y verschieden ist. § 124—126. die Elemente x. dahin bestimmt. Progression" zu bringen und erst diese Form ist es. wenn x einer ihrer Termini ist. als die Zahl im Sinne der ordinalen Theorie vorweggenommen.. . Grundlagen S. und x die Beziehung R zu y und y' besitzt. daß sie überhaupt Termini besitzt und daß. während weiterhin. während er gleichzeitig auf einen um- anderen Terminus y bezogen und je nach den besonderen Bedingungen mit ihm als übereinstimmend oder als von ihm verschieden beurteilt werden soll. wird zum mindesten erfordert. B.des Individuums als den grundlegenden ansehen. um die verschiedenen Zahlen in die Form einer bestimmt geregelten . die hier gegeben werden. daß ein Terminus x gedanklich festgehalten und als mit sich selbst identisch erfaßt werde. y z in fortschreitender Sonderung erschaffen und damit mittelbar bereits als erstes." Unter diesem Gesichtspunkt wird die Bedeutung der Aussage.. Glied unterschieden werden müssen. Allgemein müssen wir. sich von u unterscheidet.

daß in der einen Klasse (v) ein Glied zurückbleibt. im Grunde auf genau dieselbe nintellektuellen Synthesen zurückgegriffen.Gebrauch beruht das uns gestattet. Daß aber in dieser Auffassung die logische Ordnung der Begriffe in der Tat verkehrt ist. zunächst für sich als ein Ganzes herausheben. daß diese ihr wissenschaftlicher ein Bedeutung und Prinzip — besitzen. der sich den Gliedern von u eindeutig zuordnen läßt. S. während sie hier der Anlehnung an gegebene Klassen von Ele/ bedürfen *." " zukommt. 89. daß wir den Bestandteil von v. a. welche dem Begriffe „ „unter F fallend. n ist und daß die Anzahl.. „nächstniederen" Zahl verwandt. O.e3 gibt einen Begriff F und einen unter ihn fallenden Gegenstand x der Art. auf denfen in der Theorie der Ordnungszahl der Fortschritt von einer Einheit zur nächsten beruht: und nur darin liegt der methodische Unterschied. Dieses Verhältnis der „Nachbarschaft" zwischen 2 Zahlen wird nun nach der Theorie dadurch bestimmt. F r e g e von dem Satz aus: . ergibt sich aus einer letzten entscheidenden Erwägung. Es handelt sich somit auch hier n\ir um eine Umschreibung der „populären" Begriffsbestimmung. daß die Anzahl. daß wir die entsprechenden Klassen u und v miteinander vergleichen. Um m — m 6* 67 . Auch hier wird also gefordert. welche dem Begriffe F zukommt. wonach jedes Glied der Zahlenreihe von der benachbarten durch „Hinzufügung" bzw. indem wir ihre Elemente gliedweise einander zuordnen: findet es sich hierbei. Die Bestimmung der Zahl durch die Äquivalenz von Klassen setzt voraus. ist": dieser Satz wird als gleichbedeutend damit erklärt. indem ein einzelnes Glied x herausgehoben und den übrigen gegenübergestellt wird: die Gesamtheit dieser übrigen wird dann zur Definition der benachbarten. dal3 diese Synthesen dort als freie Setzungen erscheinen. in der je zwei benachbarte Glieder der natürUchen Zahlenreihe zueinander stehen. (A. geht z.) Hier wird also innerhalb des Inbegriffs F eine Unterscheidung getroffen. menten — * die Beziehung zu erklären. als ein anderes „zweites" abzuheben. wenn irgendeine Zahl n gegeben ist. aber nicht gleich a. das bei dieser Form der Beziehung unverbunden Somit wird bleibt. B. das Fehlen einer „Einheit" unterschieden ist. daß n in der natürlichen Zahlenreihe unmittelbar auf folgt. das keine entsprechende Abbildung in der anderen (u) besitzt. so werden wir V relativ zu u als nächsthöhere Klasse bezeichnen. um von ihm sodann dasjenige Glied. die nächsthöhere zu definieren.

während die Betrachtung äquivalenter Klassen zwar für die der Kardinalzahlen gegründet wird. unmittelbar und ohne den Umweg über den Klassenbegriff das System der Zahlen. daß es zur Herstellung dieser eindeutigen Beziehung nicht erforderiich sei. zu unterscheiden. Aber selbst. zuvor in sich selbst numerisch zu gliedern. wie sich zeigte.Klassen selbst als eine Begriff der „Ähnlichkeit" die Betrachtung Mehrheit Inbegriffe. daß diese Verschiedenheit durch den rein logischen Unterschied der Klassenbegriffe unmittelbar gegeben und somit Damit keiner weiteren Ableitung fähig und bedürftig sei. es genüge vielmehr die Angabe eines allgemeinen Gesetzes. und denen sie ihre Abgrenzung und Bestimmtheit verdanken. auf den Der Bedeutung zum mindesten durch eine bestimmte Relation miteinander verknüpft sind. auf das in keiner logischen Ableitung des Zahlbegriffs verzichtet werden kann. Man hat betont. so bliebe doch stets der Umstand zurück. daß wir die Inbegriffe als Ganzes einander entgegensetzen und sie eben damit auch als „zwei" verschiedene auffassen müssen. als reiner Ordnungszahlen. Die Theorie der Ordnungszahl stellt also in der Tat gleichsam das prinzipielle Minimum dar. die gegeben die sind. Von diesem Punkt aus aber läßt sich. das irgende i n Element der ersten Mannigfaltigkeit mit irgendeinem der zweiten in Verbindung setze. ableiten: denn hierzu wird nichts anderes erfordert als die Möglichkeit. Man mag entgegnen. eine Folge reiner Denksetzungen durch die verschiedene Beziehung zu einem bestimmten Grundelement. die Einzelklassen. auf welchen sie beruhen. die wir miteinander vergleichen. . Der Unterschied in den Inbegriffen reduziert sich auf den Unterschied der begrifflichen Gesetze. verlangt zweier Anwen- dungen 68 dieses Begriffes von größter Bedeutung aber nicht zu seinem ursprünglichen Inhalt gehören. wenn wir diesem Gesichtspunkt gemäß darauf verzichten könnten. aber wären wir von den Klassen selbst zurückgeführt auf die erzeugenden Relationen. aus welchen sie hervorgegangen sind. das als Ausgangspunkt dient. daß die Glieder der beiden Mannigfaltigkeiten zuvor einzeln durch Abzahlung bestimmt seien. — sind. von Klassen.

daß die Theorie den kritischen Grundgedanken.). In den Versuchen der Begründung der logischen Theorie der Kardinalzahlen ist dieser Zusammenhang bisweilen Fasse ich etwa den Gedanken deutlich sichtbar geworden. * völlig auf eine als Die Zahl erscheint alsdann nicht a. besagt nichts anderes. Daß mit dieser Umwandlung gegenüber der sensualistischen Auffassung eine außerordentliche Befreiung und Vertiefung gewonnen ist. § Stufe gestellt der Ausdruck Russell. oben.Zugleich aber mündet hier der Streit der mathematischen Theorien wiederum in die allgemeine logische Prinzipienfrage ein. ist unbestreitbar. An diesem Punkte zeigt es sich.. den Begriff der Zahl aus dem der Klasse abzuleiten. als daß ein Komplex gegeben ist. nicht zu vollkommener Durchführung gebracht hat. so habe ich damit das logische Produkt des Begriffs „Mensch" und des Begriffs . so wäre damit in der Tat die traditionelle Form der Logik von einem neuen Ausgangspunkt her befestigt. bezeichnen. daß es zwei Menschen gibt. 111. die für uns den Ausgangspunkt bildete. daß hier also nicht mehr die Objekte als solche.O. des empirischen sowohl wie des exakten. nach Russell „Zwei Menschen".. solange noch Dingbegriffe und Funktionsbegriffe werden. der gleichzeitig der Klasse „Mensch" und der Klasse „Paar" angehört*. 38 ff. Die Einordnung des Einzelnen in die Hierarchie der Gattungen würde nach wie vor das eigentliche Ziel alles Erkennens. sondern als Aussage über eine bestimmte Beschaffenheit von Klassen erscheint. daß in ihr die Zahl nicht als eine Eigenschaft an physischen Dingen. Dennoch genügt es nicht. In den verschiedenen Deutungen des Zahlbegriffs wiederholt sich noch einmal der allgemeine Kampf zwischen der Logik und der Logik der Reder Gattungsbegriffe lationsbegriffe. von dem sie ausging. den rein begrifflichen Charakter der Zahlaussage zu betonen. sondern die Begriffe von diesen — — — Objekten das Fundament des Zahlurteils bilden (s.a. F r e'g e und Russell betrachten es als den entscheidenden Vorzug ihrer Lehre. 69 . S.Paar" (couple) gebildet und der Satz. Gelänge es.

sondern „endliche" und „vinendliche" Zahlen in einer einzigen Ableitung umfaßt luid beherrscht. mit dem allgemeinen Schematismus der Gattungsbegriffe ein Problem zu bewältigen. irgendwie als inhaltlichenBestandt e i 1 in den verglichenen Objekten selbst wiederzufinden. sondern als ein : sichtspunkt das sucht die Begriffsbildung leitet und beherrscht. (Zum Problem des Transfiniten vgl. enthalten keineswegs als solche bereits das wesentliche Moment der Zahlbildung überhaupt: das „stmimum genus" im Sinne der GattungslogUc ist auch hier mit dem begrifflichen Ursprung der Erkenntnis nicht gleichbedeutend. der in diesem Zusammenhange entsteht. man — IV. die erst ermöglicht. das seinerseits eine andere begriffliche Erklärung der Zahl bereits voraussetzt. Die rein mathematischen Leistungen des Mächtigkeitsbegriffs bleiben offenbar unberülirt davon.Setzung jeglicher Mehrheit Merkmal. Die bisherigen Versuche. die den endlichen und den transfiniten Zahlen sind. als des successiven Fortschritts von Einheit zu Einheit fruchtbar sich indessen der allgemeine Gesichtspunkt der „Mächtigkeit". sondern zugleich speziellere athe a tische Gründe gewesen. die sie durch die Entwicklung der modernen Mathematik gewonnen hat. wenn man die Endlichkeit der Inbegriffe und damit ihre „Abzählbarkeit" im Sinne der gewöhnlichen Auffassung des Zählakts So fallen läßt. 31 ff. 80 ff. das seiner Bedeutung und seinem Umfang nach einem neuen Gebiete angehört und einen anderen Begriff der Erkenntnis voraussetzt*. haben indessen die Frage noch nicht in derjenigen Allgemeinheit und Weite erfaßt. den Charakter des Zahlbegriffs und das Prinzip der Zahlbildung festzustellen. Die Eigenschaften. unten S. Erst auf dieser Grundlage schien es möglich. ob man in ihm das ursprüngliche Prinzip der Zahl oder nur ein abgeleitetes sieht. Es ist die Zahl in ihrer primitivsten * Freilich sind es nicht ledigUch logische Gesichtspunkte. So wiederholt sich der Grundmangel was als rein kategorialer Gealler Abstraktionstheorien der die Grundbedingung. da es auch dann bestehen bleibt. das an der gegebenen Mehrheit der Klassen haftet und sich aus ihr durch Vergleichung absondern läßt. die zu der Erkläning der Zahl durch die Äqmvalenz der Klassen hingeführt haben. die sich nicht von vornherein auf die endlichen Zahlen beschränkt.) m m — — Ergebnis gemeinsam 70 . Die Theorie erweist sich zuletzt als der (S. ob. S. Das Moment der gegenseitigen eindeutigen Zuordnung von Mengen erschien von fundamentaler Bedeutvmg. gezeigt hat: so ist doch danüt keineswegs erwiesen. daß er mit dem Begriff der Zahl zusammenfällt.) subtile und konsequent durchgeführte Versuch. eine Theorie zu schaffen.

die der Begriff der Zahl durch die Einführung des Gegensatzes der positiven und negativen. Der Begriff und die Bezeichnung der „imaginären" Zahl ist der Ausdruck eines Gedankens. auf den die naive Auffassung sich vornehmlich stützt und beruft. wie es scheint. da doch die empirische Welt der Dinge uns allenthalben Gruppen von zwei und vier Dingen unmittelbar darbietet. erklären sich leicht. wenn man erwägt. Das wissenschaftliche System der Arithmetik aber schließt sich erst in den Erweiterungen ab. Sind diese Erweiterungen ganzen lediglich dem Gesichtspunkt der Anwendungen erklärt und gerechtfertigt werden können. unentbehrlichen Erkenntnis wert für sich in Anspruch nehmen. kein ernsthaftes Problem. die nur aus Gestalt und Bedeutung. daß in all diesen Umbildungen das eigentliche Substrat der Zahlaussagen sich mehr und mehr zu verflüchtigen drohte. Der Standpunkt der Pythagoreer ist noch nicht prinzipiell verlassen: die „Anzahl" im engeren Sinne als der Zahl bildet noch immer das eigentliche und ausschließliche Problem. oder stellen sie Äußerungen derselben schon die erste logischen Funk- tion dar. . Diesen Zusammenhang und damit das 71 beherrscht ? Die Schwierigkeiten. Die Bedeutung der „Zwei" oder „Vier" bildet. Die Anzahlen in ihrem allgemeinsten Grundsinne können unmittelbar durch wahrnehmbare Gegenstände als „real" und somit als gültig aufgewiesen werden. der ganzen und gebrochenen. denen die Begriffe des Negativen und Irrationalen sowohl. der rationalen und irrationalen Zahlen erfährt. wie der des Imaginären immer wieder begegnet sind.— wie bedeutende Mathematiker behauptet haben — künstliche Umbildungen. die hier dennoch einen bestimmten. Es sind Urteile und Aussagen über „N icht-Wirkliche s". auf welche der Ableitungsversuch der Klassentheorie wie der ordinalen Theorie sich beziehen. die Setzung der „Anzahlen" denen die Einführung jeglicher neuen Zahlart. Mit der ersten Verallgemeinerung und Weiterführung des Zahlbegriffs aber schwindet dieser dingliche Gehalt. der seinem ersten Ansatz nach bereits in jeder der neuen Zahlarten wirksam ist und der ihr das charakteristische Gepräge gibt.

i) bedarf. wenn die Relation (also der Übergang) von A zu B als + 1 gilt. sobald man in ihnen den Ausdruck reiner die Beziehungen sieht. das. aber er enthüllt sich sofort. daß die Gegenstände. sondern daß es zu ihrer Ordnung der Betrachtung einer Reihe von Reihen und damit der Hier tritt. daß diese Gegenstände auf eine bestimmte Art in eine Reihe geordnet sind. durch welche Verhältnisse in einer konstruktiv erschaffenen Reihe geregelt werden. A. Einführung einer neuen Einheit (+ i. solange man dabei beharrt. gleich betrachtet werden kann.allgemeine Prinzip. die wir untersuchen. „können nur da eine Anwendung finden. wo das Gauss Gezählte ein Entgegengesetztes hat. was sie bedeuten an Substanzen. sondern Relationen zwischen je zwei Gegenständen das Gezählte sind. der beherrabgesehen von allen schende logische Gesichtspunkt in aller Deutlichkeit hervor. z. die echte . nicht mehr als in einer Reihe geordnet zu denken sind. die Relation von B zu A durch 1 dargestellt werden muß. Eine negative Substanz. B.. Positive und negative Zahlen". eine negative Beziehung 72 . in vollster Schärfe und Bestimmtheit ausgesprochen. an für sich denkbaren Gegenständen aufzeigen zu wollen. auf das alle die verschiedenen Methoden der „Z hlerweiterung" überhaupt zurückgehen. Hier gehört nun zu dem Begriff der Entgegensetzung nichts weiter als der der Relation so daß. die zugleich Sein und Nichtsein bedeuten müßte. Genau besehen findet diese Voraussetzung nur da statt. Postuliert wird dabei. Insofern als eine solche Reihe auf beiden Seiten unbegrenzt ist. Einzelheiten der Deduktion. . so heißt es hier. D. wo nicht Substanzen (für sich denkbare Gegenstände).. Metaphysik des Imaginären" zu begründen. hat in einer Anzeige. und daß die Relation des A zu B als der Relation des B zu C usw. B. was mit ihm vereinigt der Vernichtung gleich zu stellen ist. .. in der er sich das Ziel setzt. wäre eine contradictio ist nur das notin adjecto." Die Ableitung der Imaginärzahl beruht dann weiterhin darauf. C. . repräsentiert jede reelle ganze Zahl die Relation eines beliebig als Anfang gewählten Gliedes zu einem bestimmten Gliede der Reihe. Umtausch — — Der Sinn der erweiterten Zahlbegriffe läßt sich nicht fassen.

die Zusammenhangs bei Natorp. all Grundauffassung leiten sodann die Wiederum soll diese Entwicklung nicht in allen ihren be- sonderen Phasen. Cap. so ist gleichzeitig durch sie auch ein Verhältnis des folgenden Gliedes zum vorangehenden gesetzt. hierzu bes. innerhalb des auf diese Art erweiterten Zahlgebiets in einfacher Weise ab: sie alle gründen sich auf den Charakter der reinen Zahl als Beziehungszahl und bringen ihn zu immer deutlicherer Entfaltung *. die sich an meßbaren Objekten vorfinden. Wir können von den Verhältnissen zwischen gegebenen geometrischen Strecken oder aber von der Forderung der Auflösbarkeit bestimmter algebraischer Gleichungen ausgehen. So scheinen es hier wiederum Erfahrungen an physisch-räumlichen Gegenständen zu sein. auf welchen eine Deduktion des Irrationalen versucht werden kann. also eine zweite Fortschrittsrichtung definiert. a. die bis auf Weierstraß und D e d e k i n d fast ausschließlich herrschte. Es ist vor allem die Ableitung der Irrationalzahl. 4. da jede Relation von A zu B sich zugleich als eine solche von B zu A darstellen und aussprechen läßt. die wir als die Umkehrung der ersten als inverse Relation (r) auffassen können.. r^). daß zum mindesten die Berufung auf die Raum • * Vgl. Betrachtet man daher die erzeugende Relation (R).wendige logische Korrelat des Relationsbegriffs überhaupt. gründet die neue Zahl auf den und damit auf Beziehungen. 3 u. 73 . Aus dieser rechnerischen Operationen. lich als ein anderer Ausdruck für den Fortgang in diesen oder — beiden Beziehungsrichtungen sich (r». sondern nur an einzelnen typischen Beispielen verfolgt werden. die den Prozeß der mathematischen Begriffsbildung beherrschen und ihm seine Richtung vorschreiben. an denen die logische Tendenz des Gedankens zum besonders klaren Ausdruck gelangt. Indessen zeigt es sich alsbald. Zwei Wege sind es zunächst. Die erstere Methode. in welcher das neue Prinzip sich bewährt. eingehende Darlegung und Begründxing dieses a. O. Die posia) erscheinen jetzt ledigtiven und negativen Zahlen(+a. auf der der Übergang von einem Glied der Zahlenreihe zum nächstfolgenden beruht.

die in den beobachtbaren Verhältnissen der Dinge niemals erreicht. werden uns nur durch Beobachtung und somit nur innerhalb der Grenzen. das dem Inbegriff angehört. Die Verschiebung der Frage von der Zahl auf den Raum würde die Einheit und Geschlossenheit des Systems der Algebra selbst aufheben. sondern aus den Gesetzen bestimmter geometrischer Konstruktionen. so muß sich die weitere Forderung erheben. Eine völlig exakte Bestimmung in diesem Gebiet zu suchen und zu fordern. Die gewöhnliche algebraische Methode. vielmehr zwischen zwei noch so nahen Elementen sich stets wieder ein neues Element angeben läßt. vollständig zu beherrschen. So ist denn offenbar das gewöhnliche System der Bruchzahlen bereits ein in jeder Hinsicht ausreichendes gedankliches Instrument. Das neue Problem erwächst nicht an der Auffassung gegebener. Nicht die Körper der physischen Wirklichkeit. rein aus d e m G r u n d p r i n z i p derZahl selbst heraus zu führen und als notwendig zu erweisen. die die irrationalen Werte als Lösungen für bestimmte Gleichungen 74 . können uns somit niemals den Begriff des Irrationalen in seiner strengen mathematischen Bedeutung aufzwingen: vielmehr muß dieser Begriff von innen heraus aus den Forderungen des systematischen Zusammenhangs der mathematischen Erkenntnisse selbst entstehen und begründet werden. tatsächlich vorhandener Größen. sondern allenfalls die rein idealen Strecken der Geometrie können somit das gesuchte Substrat für die Ableitung des Irrationalen abgeben. auf die die äußere Erfahrung uns hinleitet. die sich bei keinem Ableitungsversuch entbehren läßt. Ist dies aber einmal erkannt. die sich innerhalb dieses Bereiches ergeben können. so bietet sich hier eine begriffliche Differenzierung dar. Die Maßbeziehungen. geschweige überboten werden kann. Da es innerhalb dieses Systems keinen kleinsten Unterschied gibt. hieße die Natur der Frage selbst verkennen. bekannt.Verhältnisse konkreter empirischerDinge an diesem Die Maßverhältnisse von Dingen Punkte versagen muß. um alle Aufgaben. die durch die Beobachtungsfehler gesetzt sind. die Konstruktion.

die kleiner als a sind (d. wenn zugleich mit seiner Ableitung seine Stelle im Gesamtsystem und somit sein Verhältnis zu den übrigen bekannten Gliedern des Zahlenreiches fixiert ist. Die erste dieser Klassen umfaßt alle Zahlen. der durch sie geschaffen ist. Diese Eigenart aber ist für jeden Zahlwert vollständig gegeben. auf das sie hinzielt. da in ihr die stellung eines Postulats mit dessen AufErfüllung versich unendlich wechselt wird.. kraft deren es sich von allen andern unterscheidet. so wird durch jedes einzelne Element a. ihm in der systematischen Ordnung des Inbegriffs vorangehen). daß Werte angeben lassen. ob der Gegenstand. reinsten tritt dieser logische Leitgedanke der Deduktion in der bekannten sehen Erklärung der irrationalen Zahlen als „Schnitte" hervor. ein — Wurzeln alge- eindeutig bestimmter mehrere. die der einzelnen Zahl nur immer beigelegt werden können. finition darf daher das ideelle Objekt. die „größer" als o sind Merkmal. da alle diese Eigenschaften erst nachträglich aus ihm hervorgehen und durch es begründet werden. die der Die vollkommene Debezeichneten Bedingung genügen. — Am Dedekind Brüche Näheres hierüber z. § 230. § 144 ff. die als so wird doch braischer Gleichungen nicht darstellbar sind durch eine derartige Erklärung jedenfalls nichts darüber entschieden. bleibt freilich unzureichend. oder ob es wird. die zweite alle Zahlen. erfassen und bestimmen. nicht nur nach irgendeinem einzelnen das ihm zukommt. untereinander verschiedene Werte gibt. das wir aus diesem Inbegriff herausgreifen können. von Anfang in sich. h. wobei der Bruch als Verhältniszahl definiert und ohne Anlehnung an meßbare und teilbare Größen aus der Betrachtung reiner Ordnungsbeziehungen abgeleitet wird*. 75 . bei RuBsell. der Inbegriff selbst in zwei Klassen 31 und 33 zerlegt. Denkt man sich zunächst die Gesamtheit der rationalen gegeben. Dieses Stellenverhältnis faßt alle sonstigen Eigenschaften. sondern muß es in seiner vollen charakteristischen Eigenart.einführt. bezeichnen. B. viele irrationale Denn abgesehen davon.

Man hat gegen die Ableitung Dedekinds von philosophischer wie mathematischer Seite häufig den Einwand er- noch wird 76 . die indessen nicht das Quadrat einer ganzen Zahl sein möge. und eindeutigen Scheidung. h. während man sich alle Zahlen. wie sich zeigen Systems kein Element.1)*. zu einer Gesamtklasse 9t zusammen. für deren Wiedergabe dennoch in der bisher definierten Mannigfaltigkeit kein einzelner Zahlwert zur Verfügung steht. sondern sie erscheint als der Ausdruck eines komplexen Ganzen von Relationen.. Die neue Zahl ist somit in dieser Form der Ableitung nicht willkürlich ersonnen. das also größer als alle Zahlen der Klasse % und kleiner als alle Zahlen der Klasse S5 wäre. daß -r^*< D (^-f.auf a folgen). zu einer Klasse 33 vereinigt denkt. diese der selbst begrifflich zu repräsentieren. Betrachtet man etwa irgendeine positive ganze Zahl D. läßt. deren Quadrate kleiner als D sind. deren Quadrat größer als D ist. das System der Rational- A < zahlen vollständig erschöpft. entspricht ein die sich gedanklich vollziehen bestimmter rationaler Wert. die hier vollzogen ist. so gehört jeder nur immer angebbare rationale Wert einer dieser Klassen zu. so daß sich also eine positive ganze Zahl von der Art angeben läßt. Wenn indessen die Angabe jeder einzelnen Bruchzahl zugleich implicite eine derartige Scheidung des Gesamtsystems in sich schließt. läßt. das keine andere Funktion und Bedeutung hat als den. so gilt doch nicht die Umkehrung dieses Satzes: denn nicht jeder streng definierten (d. der uns nunmehr zur Einführung eines neuen . die zuvor in begrifflicher Strenge abgeleitet wurden. so daß die Einteilung. irrationalen" Elements veranlaßt: eines Elements. Beziehung Bestimmtheit Einteilung sie als bloßes „Zeichen" eingeführt. Wir haben somit durch eine begriffliche Vorschrift der sich übrigens beliebig viele andere an die Seite stellen lassen würden — — zwischen Zahleine völlig scharfe und klare klassen erreicht. innerhalb dieses Dennoch gibt es. Sie stellt von Anfang an einen bestimmten logischen Beziehungsgehalt dar und läßt sich in ihn wiederum auflösen. das diese Sonderung hervorbringt. Faßt man jetzt alle Zahlen. so wird sie immer zwischen zwei Quadratzahlen liegen. Dieser Umstand ist es.

hineindenken". durch die Bedingung zum Ausdruck bringen. 77 . welcher diese Einteilung aller Punkte. S. sofern sie zur Verdeutlichung des Grundgedankens zunächst von geometrischen Analogien ihren Ausgang nimmt.. 12. derart. Der Fortschritt von einem ideellen systematischen zur Existenz eines neuen Elements scheint eine ^ezraßaatj Punkt Geraden Axiom bestimmtheit Zusammenhang 2. daß irgendeine Begriffsdie sich uns in der Verfassung des Zahlenreiches aufdrängt.. In der Tat legt die Darstellung Dedekinds dieses Bedenken nahe. nicht bewiesen. diese Ausfüllung würde aber in einer Schöpfung von neuen Punkt-Individuen bestehen und dem obigen Prinzip gemäß auszuführen sein**. sondern lediglich auf Grund eines allgemeinen Postulats behauptet. Die Stetigkeit der geraden Linie läßt sich. Für den Fall irgendeiner vollständigen Einteilung des Systems der Rationalzahlen werde hier die Existenz eines und nur eines Zahlelements. a. wenn er auch unstetig wäre. so könnte uns doch wieder nichts hindern. ein und nur ein existiert." Bei einer derartigen Entgegensetzung des . .hoben. darum noch keine Seins-Bestimmtheit in sich zu schließen brauche. O. ff. Stetigkeit und irrationale Zahlen. diese Zerschneidung der Geraden in zwei Stücke. durch welches wir die Stetigkeit in sie .. daß sie eine unerweisliche Forderung in sich schließe. 9 ** a. daß der Raum unstetig wäre. unzählige seiner Eigenschaften würden dieselben bleiben. wenn alle Punkte der Geraden in zwei Klassen zerfallen. durch welches wir erst der Linie ihre Stetigkeit zuerkennen. Idealen" und „Realen" kann in der Tat der Gedanke entstehen. daß. * Dedekind.Hat überhaupt der Raum eine reale Existenz. falls es uns beliebte.. wie hier ausgeführt wird. das diese Einteilung vollzieht. Aufl. so braucht er doch nicht notwendig stetig zu sein. Und wüßten wir gewiß.. Braun- schweig 1892. daß jeder Punkt der ersten Klasse links von jedem Punkt der der zweiten Klasse liegt. Die Annahme dieser Eigenschaft der Linie wird von Dedekind selbst als ein bezeichnet. hervorbringt*. S. ihn durch Ausfüllung seiner Lücken in Gedanken zu einem stetigen zu machen.

wenn durch irgendeine begriffliche Regel das rationale System in zwei Klassen Ä und 93 sich sondert.. die gesamte dualistische Trennung von idealem und realem Sein. was er in der Natur der Dinge . Essenz" und . wenn immer ein vollständiger . keine willkürliche. die getroffene Einteilung also eine vollständige und erschöpfende ist. eine und nur eine Zahl .. Die Forderung. Wenn beim Räume sich eine derartige Sonderung zwischen dem Inhalt der freien geometrischen Konstruktionen und dem. Was hier völlig unzweideutig gegeben ist. das der Klasse 91 in der ersten. die ihm entspricht. ob es der einen oder der anderen Klasse zugehört und weiterhin zeigen.. das über die Reihenfolge der einzelnen Schnitte entscheidet.ist". Wir nennen von zwei Schnitten (% 93) und (St'. allenfalls festhalten ließe: im Gebiet der reinen Zahl verliert sie jeglichen Sinn. wozu sie in bestimmten begrifflichen Definitionen gemacht worden ist. Keine Zahl die ganze so wenig wie die gebrochene und irrationale „ist" etwas anderes als das. wenn sich irgendein Element a angeben läßt. In Wahrheit aber keinen unberechtigten Übergang. daß bei dieser Alternative kein Glied unberücksichtigt bleibt. lassen ihn also auf diesen folgen.. zum mindesten innerhalb des Bereichs der Zahl. allgemein gültiges Kriterium. daß. existiert ein festes. 93') den ersten größer als den zweiten. sondern ihnen durch ihren ursprünglichen Begriff eindeutig vorgeschrieben. Der „Schnitt" selbst hat somit als solcher unzweifelhafte logische „Realität". Existenz" hinfällig wird. weil. Damit aber ist zugleich den so erschaffenen Gebilden der reine Z a h 1 Charakter aufgeprägt. ist zunächst die derEinteilung selb st: wir können. Denn die Zahl besitzt nach ihrer ursprünglichen Erklärung keinerlei spezifisch-inhaltliche Merkeig SXXo -fivog in sich zu handelt es sich hier um — — Bestimmtheit 78 . Schnitt" des rationalen Zahlsystems vorliegt. existiert". kann daher keinen fragwürdigen Nebensinn in sich schließen. ist auch die Ordnung.. von . in der die verschiedenen Schnitte sich folgen. Somit der Klasse 95' in der zweiten Einteilung angehört. die ihm nicht erst durch Ferner aber ein Postulat gewährleistet zu werden braucht. von jedem seiner Elemente mit Sicherheit entscheiden.schließen.

Das begriffliche „Sein" der Einzelzahl geht hierbei immer in — — vonEinheiten 79 . das für die „Schnitte" angegeben ist. die sich ja sämtlich als Schnitte auffassen und darstellen lassen. Ein derartiges Verfahren enthält zwar e i n Prinzip. da findet ihr Begriff Aufnahme und Anwendung.male. Man sieht. ohne sie auf irgendeine inhaltlich bestimmte Einzelrelation zu beschränken. Dieses System umfaßt den früheren Inbegriff und nimmt ihn in sich auf: denn das Kennzeichen der Aufeinanderfolge. weil sie sich eine streng gegliederte Mannigfaltigkeit bilden. geordnete Inbegriffe hervorgehen zu lassen.und Reihenform überhaupt: wo immer also eine derartige Form sich festhalten läßt. wie hierin der Grundgedanke der ordinalen Theorie der Zahl sich bewährt. Die Einführung des Irrationalen ist zuletzt nichts anderes als der allgemeine Ausdruck dieses Gedankens: sie gibt der Zahl die ganze Freiheit und Weite einer Methode der Ordnungsbildung überhaupt wieder. gilt unmittelbar auch für die rationalen Zahlen selbst. Somit ist jetzt ein übergreifender Gesichtspunkt gefunden. sondern ist lediglich der allgemeinste Ausdruck der Ordnungs. nach welchem die wechselseitige Stellung aller Glieder des alten wie des neuen Systems sich bestimmt. muß jetzt aufgegeben werden. daß irgendwie . aber keineswegs das Prinzip der Erschaffung solcher Inbegriffe schlechthin. kraft deren sich Glieder in geregelter Folge setzen und entwickeln lassen. Die Schnitte „sind" Zahlen. zwischen" den bekannten Gliedern des rationalen Zahlsystems noch anderer Elemente vermutet oder gefordert das Sein diese Fragestellung bliebe in der Tat in sich werde sinnlos selbst und unverständlich sondern darum.. in welcher die relative Stellung der Elemente nach einer begrifflichen Regel feststeht. Der Gedanke. die Zahl aus der s u c cessivenAddition entstehen zu lassen und in dieser Operation ihre eigentliche begriffliche Wesenheit zu begründen. Nicht darum also handelt es sich in der Schöpfung der neuen irrationalen Elemente. daß über der Ordnung des anfänglich gegebenen Inbegriffs ein anderes komplexeres System reihenförmig abgestufter Bestimmtheiten sich erhebt.

Eine neue Wendung nimmt der allgemeine Gedanke.und AktuellUnendlichen. die Bildung der Zahl beruht. des Infiniten und Indefiniten wiederum heraufbeschworen*. an die auch die Deduktion Dedekinds zunächst anknüpft. da es in sich selbst nichts anderes als eben diesen Zusammenhang bedeutet und ihn gleichsam in verdichteter Form zum Ausdruck bringt. als dem der Mathematik an. * Vgl. Der Begriff des Unendlichen scheint die Schranke der Logik und den Grenzpunkt zu bezeichnen. gehört seit jeher nicht minder dem Herrschaftsbereich der Metaphysik. an sich bereits gegebene und vorhandene Zahl. bes. aus der Zeitschr. Das Element kann aus dem Relationszusammenhang nicht herausgelöst werden. Abhandl. So hat denn auch C a n t o r selbst. . der hier im Mittelpunkt steht. indem er in seinen grundlegenden Untersuchungen das System der transfiniten Zahlen schuf. 80 . Halle a. um von der „Existenz" einer Zahl zu sprechen. Kritik. die zur Schöpfung Und dennoch gehen die des transfiniten Zahlenreiches führen. 1890. so wird zuletzt umgekehrt eben diese „Wirkung" zur notwendigen und hinreichenden Bedingung. S. Zugleich häufen sich nunmehr die eigentlichen philosophischen Schwierigkeiten denn der Begriff des Unendlichen. mit zwingender Notwendigkeit aus rein mathematischen Voraussetzungen hervor. berührt. Pliilosophie u. eine gewisse. zugleich alle die scholastischen Gegensätze des Potentiell. philos. Aufgaben. zugleich einen bestimmten Schnitt im Gesamtsystem .. das außerhalb ihrer Sphäre liegt. C a n t o r Gesammelte Zur Lehre vom Transfiniten. bewirkt". f. an dem sie sich mit einem anderen Gebiet. Hier scheinen wir somit endgültig von der Frage nach der reinen Erkenntnisbedeutung der Begriffe zu den Proauf der dem : blemen des absoluten Seins und seiner Beschaffenheit hin- übergedrängt zu werden. wenn man vom Gebiet Zahlen zu endlichen dem der transfiniten Zahlen übergeht.reiner tion und deutlicher in ihre eigentümliche begriffliche Funkauf: denn wenn nach der gewöhnlichen Auffassung.

sicher. daß er zum Vergleich unendlicher Inbegriffe fähig wird. Mächtigbegrenzt sein mag keit". in der Tat der Fall: während der Fortschritt von den positiven ganzen Zahlen zur Gesamtheit der rationalen Zahlen keine Änderung in der Mächtigkeit bedingt und das gleiche selbst dann gilt. Zwei Inbegriffe heißen uns gleichviel. ob in ihnen das Ganze möglicher Mannigfaltigkeiten sich erschöpft. daß er in sich selbst einer Differenzierung und Abstufung fähig ist. so entsteht die Frage.Sie entstehen. derart verallgemeinert. daß jeder geraden Zahl 2 n eine ungerade 2 n-f 1 entspricht und daß. Der Begriff der Mächtigkeit. der schon das Kriterium für die Anzahlgleichheit endlicher Mengen bildete. die beiden Mengen der geraden und ungeraden Zahlen erschöpfend dargestellt und eindeutig aufeinander bezogen sind. Das letztere ist nun. wenn wir hierbei n alle beliebigen ganzzahligen Werte annehmen lassen. wenn wir das System der rationalen zum System der algebraischen Zahlen erweitern. die sich über der ersten erhebt. so nimmt der Inbegriff einen neuen Charakter an. sobald wir ihm weiterhin das Ganze der transzendenten Zahlen hinzufügen und ihn damit zu der Mannigfaltigkeit der reellen Zahlen überhaupt ergänzen. durch welche die durchgängige Korrelation So sind wir festgestellt und in einem Blick überschaut wird.. erhält indessen spezielleres mathematisches Interesse erst. ob die Zahl ihrer Elemente begrenzt oder unäquivalent oder von gleicher . sobald man den Grundbegriff der „Äquivalenz". Diese Mannigfaltigkeit stellt somit eine neue Stufe dar. der auf diese Weise eingeführt ist. wenn sich ihre Glieder wechselseitig eindeutig einander — — Die Anwendung dieses Kriteriums kann zuordnen lassen. denn sie faßt einerseits Inbegriffe Cassirer. wie bewiesen wird. sondern setzt voraus. daß sich eine allgemeine Regel angeben läßt. als solche ersterMächtigkeit. oder aber ob sich Mengen angeben lassen. Substanzbegriff 6 81 . deren Elemente den Gliedern der natürlichen Zahlenreihe sich eindeutig zuordnen lassen. die in bezug auf das angegebene Merkmal eine andere Stellung einnehmen. daß wir ihre Elemente einzeln einander gegenüber stellen. sobald sich zeigt. Bezeichnet man alle Inbegriffe. offenbar bei unendlichen Mengen nicht derart erfolgen.

Wir sprechen zwei wohlgeordneten Mengen MundN** dieselbe Ordnungszahl oder denselben . Ordnungstypus" zu. 5. Gehalt wenn man an Unterscheidungsmerkmalen ergibt den transfiniten Kardinalzahlen. nach welchem unendliche Inbegriffe sich ordnen lassen. die sich gemäß * Einige nähere Ausführungen in m.Studien XII. Aufsatz „Kant und die moderne Mathematik" (Kant. die für beide Inbegriffe gilt. sind wir bei Feststellung ihres Ordnungstypus an eine bestimmt vorgeschriebene Art der Aufeinanderfolge gebunden. das System der zugehörigen Ordnungs- zahlen zur Seite stellt. ** Zxu" Definition der „wohlgeordneten Menge" s. auf C a n t o r s eigene Darstellung in den „Mathemat. Zahlen komplexerer sich. einander gegenseitig eindeutig zu- ordnen lassen: so daß also. 82 .während sie anderseits über sie hinausgeht.. sowie bes. sondern zugleich die Stellung der Glieder im Inbegriff in Betracht ziehen. O. § 2. Sprechen wir nun allen Reihen. mit anderen Worten. das uns entsteht. 21 ff. wenn E und F Elemente von M. S. Succession der zweiten Menge. da bei dem Versuch der Zuordnung ihrer Elemente zu denen der natürlichen Zahlenreihe stets eine Unendlichkeit unverbundener Glieder zurückbleibt*. Ein erster Mächtigkeit in sich. Während somit bei der Vergleichung der Mächtigkeit zweier Mannigfaltigkeiten von jeder beliebigen Anordnung ihrer Glieder Gebrauch gemacht werden konnte. § 2. sobald wir die betrachteten Mengen nicht lediglich hinsichtlich der Anzahl der Elemente vergleichen. El und Fl die entsprechenden Elemente von N sind. die sich lediglich auf die Angabe der Mächtigkeit unendlicher Mengen beschränken. lagen einer allgemeinen Mannigfaltigkeitslehre. in der ersten Menge E vor F voraus.). a. Die Einführung der transfiniten «i und «o will lediglich diesen charakteristischen Grundunterschied festhalten. so muß auch in der zweiten Ej vor Fj vorausgehen***. für alle Einzelheiten muß auf die dort angeführte Literatur. C a n t o r Grund. *** C a n t o r . Annalen" verwiesen werden.. Die neue Zahl besagt auch hier nichts anderes als einen neuen Gesichtspunkt. a. wenn sich die Elemente beider unter Festhaltung der Abfolge. die Stellung von E und F in der Succession der ersten Menge in Übereinstimmung ist mit der Stellung von Ei und Fi in der Geht.

stets nur in struktion der Typen w^. Die Konflikte.2. weiterhin aber durch l. unendliche Zahlen". K System einer Theorie der Grenzbegriffe. Reihen vom w 10 -{. voraussetzen muß. die sich aus der Verknüpfung der Begriffe „Unendlichkeit" und „W i r k 1 i c h k e i t" ergeben. auch w^. 3 w. so können wir weiterhin.. w n .. daß die Gegenstände. wie es scheint. Die Form der Zählung ist auch hier nur der Ausdruck einer notwendigen logischen Differenzierung. in immer weiterer Anwendung dieses Verfahrens. . von der Welt oder von der Tätigkeit des erkennenden Ich aus betrachtet werden. ja — — — — * Wien S. Symbole. to^. als vielmehr um .der angegebenen Bedingung der Folge der natürlichen Zahlen eindeutig zuordnen lassen. indem wir solchen Reihen in ihrer Gesamtheit je 1. auf die der Zählakt sich richtet und die er. liegen demnach hier. Zahlen von etwas Unendlichem".. den Ordnungstypus w zu. wo wir uns durchaus im Gebiet rein ideeller Setzungen bewegen. . Typus w Vereinigung zweier oder mehrerer Inbegriffe vom Typus tu die Ordnungstypen 2 w. 3 bilden. um bestimmte unterscheidende Charaktere an unendlichen Inbegriffen aufzufassen und festzuhalten. . n w erschaffen. sondern Bezeichnungen begrifflicher Bestimmtheiten und Unterschiede. die erst durch jene Form ihre klare und vollständige Fassung erhält. Die metaphysischen Probleme des Aktual-Unendlichen treten bei dieser Form der Ableitung gänzlich zurück. e rr y . zur Kon- + + usf. um mathematische Ausdrücke. ^ Und es sind keineswegs bloß willkürliche überzugehen. 2 oder 3 Glieder hinzufügen. 1890. die wir uns schaffen. um sodann. S. 68 f. noch völlig fern. Leipzig iind 6* 83 . je nachdem sie von der Seite des Objekts oder des Subjekts. die hiermit eingeführt werden. In der ersteren Hinsicht wird die Unmöglichkeit des Aktual-Unendlichen dadurch erwiesen. die im Gebiet der unendlichen Mannigfaltigkeiten tatsächlich gegeben und unzweideutig aufweisbar sind. Denn es handelt sich wie man mit Recht betont hat* bei den neuen Zahlgebilden nicht sowohl um . In zweifacher Form können diese Konflikte sich darstellen. ..

Materie" des Zählens steht hier unbegrenzt zur Verfügung. ihr Recht. Cantor unterscheidet ausdrücklich die „logische Funktion". da sie selbst nicht empirischer. in der das Transfinite sich begründet. von dem Verfahren der successiven Setzung und Vereinigung von Einheiten. isolierter V o r s t e 1 lungsakte und ihre nachträgliche Summierung hier in irgendeiner Weise erfordert. als vermöge der Erfahrung. zugänglich ist. sondern logisch-begrifflicher Natur ist. Schon für die Begründung der Irrationalzahl war es unumgänglich. welche Weite und welchen Umfang wir der abstrakten Zahl zusprechen mögen: das Gezählte muß stets in bestimmten Grenzen eingeschlossen gedacht werden. die von Einzelheit zu Einzelheit fortschreitet. Die . Auf der andern Seite ist es die psychologische Synthese des Zähl- die das Aktual-Unendliche ausschließen kein „endlicher Verstand" vermag unbegrenzt viele Einheiten tatsächlich zu durchlaufen und zueinander successiv hinzuzufügen. sondern sie will lediglich der Ausdruck dafür sein. Nicht Aussagen von Dingen. Gleichviel.begrenzter Anzahl gegeben sein können. da es uns nicht anders. nicht Die neue Zahlaber gliedweise abgezählt werden konnten. kategorie bringt diesen fundamentalen Unterschied zu allgemeinster Anerkennung.. sondern Urteile über und Zahlenbegriffe sind es. die lediglich durch eine allgemeine begriffliche Vorschrift in der Totalität ihrer Elemente dargestellt und überblickt. Beide Einwände aber verlieren gegenüber dem „Transfiniten". sondern als in freier Konstruktion entstanden zu denken ist. Zahlen — — 84 . Die Zahl w ist nicht das Ergebnis solchen immer erneuten Hinzutuns einzelner Elemente. wenn wir es auf seine streng mathematische Bedeutung beschränken.. der etwa vorausgesetzt wird. Zählung" im gewöhnlichen Sinne des Wortes dar. selbst nicht als äußerlich gegeben. Der Begriff des Transfiniten dient vielmehr dem umgekehrten Gedanken: er stellt die Unabhängigkeit des reinen logischen Gehalts der Zahl von der . Ebensowenig aber ist der psychologische Vollzug besonderer. daß der ganze unbeschränkte soll: akts selbst. unendliche Zahlenklassen zu betrachten. die zusammengefaßt werden: so daß der „Stoff".

„in seiner natürlichen Succession dem Gesetze neu gezu denken. durch ein allgemein gültiges Prinzip § Grundlagen 11. Es ist der gleiche Gedanke.. . d. h. von denen keine größte existiert auf Grund dieses zweiten Erzeugungsprinzips jener eine neue Zahl geschaffen wird. offenbar verschieden von dem ersten Erzeugungsprinzip. .. 85 . der jetzt nur zu schärferer Ausprägung gelangt. . sich die schaffene Zahl w als Gre n z e . das die Begriffsbildung beherrschte. welcher die Zahlen V. S. der für jede unerläßlich Umfang gende Relation. sei". 3.Es ist sogar erlaubt. in welchem es kein „letztes Glied" gibt." Im Grunde freilich ist dieses „zweite Erzeugungsprinzip" nur deshalb zulässig und fruchtbar.. 2. weil es kein völlig neues w geliefert hat. Hier bereits war es nicht das bloße Hinzutun von Einheit zu Einheit. . . weiterführt. größer zu nennen ist. h. d. auch nur die Reihe der . erfaßt als inhaltlich identisch und durch alle Abwandlungen der besonderen Anwendung hindurch festgehalten wurde.Inbegriff der natürlichen Zahlen. Wie die unendliche Vielheit der natürlichen Zahlen zuletzt durch * einen Cantor. wenn darunter nichts anderes 1.. als daß co die erste ganze Zahl sein soll. welche als Zahlen gedacht. welche auf alle Zahlen v folgt. daß ein und dieselbe erzeuVerfahren darstellt. Eigenschaften äußerer Dinge wie diejenige einzelner psychischer Inhalte und Vorstellungsakte erwies sich als unfähig. zustreben. ist — — Grenze sondern nur die Tendenz eines Gedankens der logische Begründung Zahl überhaupt Die Betrachtung der ist. ich nenne sie das zweite Erzeugungsprinzip ganzer realer Zahlen und definiere dasselbe näher dahin.. natürlichen" Zahlen in ihrer gesetzlichen Ordnung aufzubauen und zum vollen Verständnis zu bringen. vielmehr zeigte es sich. Die logische Funktion. als die ihnen allen nächst größere Zahl definiert wird*. 33. daß die einzelnen Glieder der Zahlenreihe und somit ihr gesamter nur dadurch zur Ableitung kommen konnte. .. welche uns als jede der Zahlen v nach gegeben . verstanden wird. daß wenn irgendeine bestimmte Sukzession definierter ganzer realer Zahlen vorliegt. Begriff.

liegt kein Widerspruch. In diesem Sinne 86 . Dagegen bewährt sich auch hier die ordinale Betrachtungsweise: denn im Begriff einer neuen Setzung. sondern mit diesem Verhältnis lediglich der logische Umstand bezeichnet werden soll. Die Urteile. h.gesetzt ist. die aus ihr hervorgehen können. sofern er „dem Gesetze nach gegeben". Daß die Zahl w „nach" allen endlichen Zahlen der natürlichen Zahlenreihe zu setzen ist. von welcher eine neue Form der Zahlbildung ihren Ausgang nimmt. daß die Definition der Drei die der Zwei „voraussetzt". Element. wird die fundamentale Beziehung. selbst wiederum zu einem neuen zu einer Art Grundeinheit. Der gesamte unendliche Inbegriff der natürlichen Zahlen wird. Von neuem zeigt sich somit die Befreiung des Begriffs der Zahl von dem Begriff der kollektiven Vielheit. in sich schließt. hier Auch das Problem der Unendlichkeit der Zeit kann Denn zunächst noch völlig außer Betracht bleiben. Über der ersten Ordnung erheben sich andere und komplexere. sofern nur daran festgehalten wird. erweisen sich als komplexe Aussagen. in welche das Transfinite eingeht. als Einheit zu betrachten und zu behandeln ist. bedeutet zuletzt lediglich eine derartige begriffliche Abhängigkeit in der Folge der Begründung. die auf alle Elemente der natürlichen Zahlenreihe folgt. der Sinn des „Folgens" in einer Reihe ist von dem der konkreten Zeitfolge unabhängig. so läßt sich ihr Gehalt wiederum in einen Für das mathematische Denken Begriff zusammenziehen. d.Zahr' als Aggregat einzelner Einheiten auffassen und darstellen zu wollen.. so gilt das gleiche in noch strengerer Bedeutung für die Beziehung zwischen den transfiniten und den endlichen Zahlen. die durch die Analyse auf Verhältnisbestimmungen unendlicher Inbegriffe „natürlicher" Zahlen zurückgeführt werden. die jene als Material brauchen und zugrunde legen. wäre t« widersinnig und würde ihren eigenen Begriff aufheben. daß diese Allheit logisch in einem einzigen Begriff zu übersehen und zu erschöpfen ist. Wie die Drei auf die Zwei nicht im Sinne des Nacheinander von Ereignissen folgt. die die Allheit der Glieder. zum Ansatz für einen neuen konstruktiven Aufbau. Die .

des Irrationalen und Transfiniten dem Zahlsystem eingefügt. B. die ihre vollständige Ausprägung erst außerhalb der Grenzen der reinen Zahlenlehre im Gebiet der allgemeinen Geometrie finden.herrscht denn auch zwischen dem einen und dem anderen Gebiet eine durchgängige begriffliche Kontinuität. sobald dem in sich selbst fertigen und geschlossenen Inbegriff der reellen Zahlen die komplexen Zahlensysteme gegenübertreten. z. zu einer Einheit der Bestimmung. § 87 . sodann aber bestimmten Gesetzen rechnerischer gehorchen. Eine neue prinzipielle Wendung aber tritt ein. die schon in der ersten Anlage des Systems sich wirksam erwies. Metaphysik des Imaginären". sondern sie erwachsen aus der stetigen Entfaltung der logischen Grundfunktion. Mit diesem Fortgang zu einer mehrdimensionalen Mannigfaltigkeit treten logische Probleme hervor. wenngleich sie nicht in allen Punkten mit ihnen übereinstimmen*.. sofern sie einmal in sich selbst eine vorgeschriebene Reihenform besitzen. I 286. sondern um die Zusammenfassung einer Mehrheit von Reihen. die allgemeinsten Gesetze der Ordnung in einer Reihe fest- Verknüpfung — Gauss — zustellen. die denen der endlichen Zahlen analog sind. Die neuen Gebilde sind „Zahlen". die entwickelt und begründet hat nicht mehr darum. bei Russell. deren jede durch eine bestimmte erzeugende Relation gegeben ist. * Näheres zur Arithmetik des Transfiniten 294 f. Jetzt handelt es sich gemäß der . Nicht von außen her werden somit die neuen Gebilde des Negativen.

sondern seinen Wert Hier allein liegt sucht. so kann es dennoch scheinen. das allmählich zu immer bestimmterem Ausdruck gelangte. diese Entwicklung zu vollziehen. allgemeinsten Bedeutung als eine komerwies sich in ihrer plexe gedankliche Bestimmtheit. einmal dieses Kriterium fest. So notwendig es indessen im Aufbau der modernen Analysis und Algebra wird.Drittes Kapitel: Der Raumbegriff und die Geometrie. als stelle sich in ihr nur ein künstlicher Umweg des Denkens. zeigte sich von einem allgemeinen Grundmotiv beherrscht. wo das Denken sich nicht. die in der Beschaffenheit der physischen Gegenstände kein unmittelbares sinnliches Abbild besitzt. nachdem das Denken sich entwöhnt hatte. Die Entwicklung des Zahlbegriffs und die fortschreitende logische Umbildung. solange es unsere Hält man aber Anschauung nicht vertieft und bereichert. wie im Bereich der Zahl. und Halt in der denn auch für jede logische Theorie des Begriffs die kritische Entscheidung. lediglich nach selbstgeschaffenen Gesetzen betätigt. die er erfuhr. Ein begriffliches Gebilde mag noch so fein gesponnen.dennoch leer und ohne Gehalt. so tritt damit der Gegensatz Das der logischen Grundansichten in ein neues Licht. Anschauung 88 . für jede seiner Bildungen eine Die Zahl Entsprechung im konkreten Dasein zu suchen. Rein und vollständig scheint dieses Prinzip nur dort zutage zu treten. nicht aber das der ursprüngliche und gleichsam natürliche Prinzip wissenschaftlichen Begriffsbildung dar. Der Gehalt des Zahlbegriffs konnte erst vollständig erfaßt werden.noch so folgerecht und widerspruchslos aus ursprünglichen gedanklichen Voraussetzungen aufgebaut sein: es erscheint..

die obersten Gattungen aufzustellen. liegt fortan nicht ausschließlich in der Algebra.Muster.. er hat auch in der wissenschaftlichen Entwicklung der Geometrie selbst entscheidend nachgewirkt. ist keineswegs ausschließlich für die Fassung der logischen Probleme bedeutsam geworden. Das sinnlich Mannigfaltige ordnet und gliedert sich. die durch alle Verschiedenheit hindurchgehen und sich in ihr als gleichbleibende Züge behaupten. die kraft begriffe. indem sich aus ihm bestimmte räumliche herausheben. der hier hervortritt. In diesen Formen besitzen wir das feste Grundschema. So wird die geometrische Gestalt zugleich zum Ausdruck und zur Bewährung des logischen Typus. zu einer unterschiedslosen Einheit zusammen. denen das Seiende seine gleichartige begriffliche Prägung. die in der formalen Logik ihren allgemeinen Ausdruck findet. gleichviel. einen Bereich des „immer Seienden" ergreifen. denen es die konstante Wiederkehr bestimmter Einzelzüge verdankt. sondern reiner und urvor uns. Die synthetische Geometrie des Altertums zeigt sich von der Grundanschauung beherrscht. an welchem sinnlichen Stoff sie uns entgegentritt oder in welchem Maßstab wir sie entworfen denken: so gilt es allgemein. Geometrie Raumbegriffe in sind Synonyma sie fließen der Wortbedeutung des €ldo<. Bau noch grammatische der der Sprache. Wie wir den Umriß der sichtbaren Gestalt als identisch wiedererkennen. sondern die ihrer unmittelbaren Beziehung zur konkreten Wirklichkeit als das eigentliche Vorbild zu gelten haben. In der Tat tritt sogleich in den geschichtlichen Anfängen der Logik dieser sachliche Zusammenhang aufs stärkste hervor. Die . kraft dessen wir mitten im Wandel der sinnlichen Dinge ein Ganzes unveränderlicher Bestimmtheiten. dem die Theorie zu folgen hat. worauf er sich stützt. sondern die Struktur einer fundamentalen mathematischen Wissenschaft. Nicht die Zahlsprünglicher in der sind es. Der Grundgedanke der Gattungslogik ist von einer neuen S^ite her befestigt: und diesmal ist es nicht die populäre Weltansicht. Gattungen" des : Begriff und Gestalt Formen — 89 . Der Zusammenhang.

sie wechselseitig gegeneinander streng geschieden und auf einen bestimmten. sich inhaltlich berühren und einander entsprechen mögen. 274 ff. Archimedes zeigt auch in voller Klarheit. wie man nunmehr bemerkt. nicht um eine ursprüngliche logische Identität. 256. Geschichte Vgl. Somit bilden auch die verschiedenartigen geometrischen Gestalten je einen abgegrenzten Bezirk von unveränderlicher Eigenart. ein für allemal fixierten Kreis von Inhalten eingeschränkt werden. sich mit dem Begriff der Stetigkeit durchdrungen und damit das Grundverfahren der Analysis des Aber gerade. Da Kreis und Ellipse. hierzu bes. sichtbar-anschaulichen wie es scheint. die Darstellung von der Mathematik im Altert iim in Verbindung mit antiker Kulturgeschichte. von dem sie sich nicht gänzlich zu befreien vermag. im strengen Sinne auch nicht unter die Einheit eines Begriffs fallen. wird um so mehr der Abstand deutlich. wo es frei den Weg der methodischen Entdeckung ging. so handelt es sich doch hier nur um eine sekundäre Ähnlichkeit des VerDie haltens. Ellipse und Parabel nicht dem gleichen angehören: so können sie. für beide Arten von Aussagen ist in jedem wenn Veränderung — deckung Typus Begründung Simon. der hier zwischen der Methode der Entund der Methode der wissenschaftlichen Darstellung zurückbleibt. bes. Berlin 1909.Seienden können nur dann in voller Schärfe erfaßt werden. ist durch die fortschreitende Erforschung der geschichtlichen Quellen mehr und mehr widerlegt worden. Nicht nur haben sie den Begriff der Zahl bereits in aller Schärfe erfaßt. So sehr daher die geometrischen Urteile. S. Die Darstellung steht. wenn man sich dies gegenwärtig hält. daß dem mathematischen Geiste der Griechen das Problem der überhaupt fremd geblieben sei. Unendlichen selbst vorweggenommen hat*. Nicht sowohl auf die Einheit der Grundformen als vielmehr auf ihre strenge Unterscheidung ist das Interesse der Beweisführung zunächst gerichtet. so daß auch das Irrationale dasEphodion des ihm eingefügt und unter ihm befaßt wird. unter dem Druck bestimmter logischer Theorien. die wir über beide Gebiete fällen können. wie innig das griechische Denken dort. 90 . Die Ansicht freilich. Max 373.

Grundlagen. nachdem ein neues Ideal der in aller Klarheit erfaßt war. . S. die die Geometrie in der neueren Zeit erfährt. Die Umgestaltung. R — 91 . Die Reform der Geometrie konnte erst zu vollständiger Durchführung gelangen. Differenz der Auffassung und Ableitung. Marburg 1902.Vereinigung. jeder Differenz im anschaulichen Gesamtverhalten der Figur entspricht eine Notwendigkeit Ein Problem. Wissens muß somit darin bestehen. 220 ff. (1902) S. insbesondere im einzelnen vorbereitet war. deren jede für sich als eine eigene nicht weiter zurückführbare Wesenheit aufgefaßt und begriffen werden will. beginnt mit der Einsicht in den Grundmangel dieses Verfahrens.) Vgl. Es ist kein Zufall. Leibniz* System in seinen wissensch.Falle streng getrennt zu geben: sie erhält ihre Geltung und erst. Die erste Vorschrift alles rationalen Notwendigkeit. sondern die kraft deren er aus letzten ursprünglichen Grundsätzen in lückenloser deduktiver Folge hergeleitet ist. der Geometrie tritt zurück hinter der Besonderung ihrer in ^^ Einzelgestalten. (Jahresberichte der Deutschen Mathematik. daß die neue Form der Geometrie. in sich ab* S. nur durch die Lage unterschie^eiie^älle Die Einheit der konstruktiven Prinzipien zerlegt werden*. auch m. die Erkenntnisse derart zu gliedern. XI. das die neuere synthetische Geometrie durch eine einzige allgemein anwendbare Konstruktion löst. ordnung der gegebenen und gesuchten Linien eines Problems stellt somit den Beweis vor eine neue Frage. erst durch durch ihre endgültige Fixierung erhält. 343 ff. Descartes • Methode Ordnung Verknüpfung Denkens herzustellen. . hierzu eye Die sjoithetische Geometrie im Altertum tmd in der Neuzeit. Schrift. Nicht der Inhalt eines bestimmten Gedankens entscheidet über seinen reinen Erkenntniswert. daß sie eine einzige. so sehr sie. Die Methode Descartes' aber ist und überall darauf gerichtet. eine eindeutige zwischen allen Einzeläußerungen des philosophi- schen Fermat. -muß bei ApoUonius mehr als achtzig. wenn sie einzeln aus dem jeweilig betrachteten Begriff und seiner spezifischen Struktur heraus Jede Verschiedenheit in der Lage und Angewonnen ist.

par Foucher de Careil. das Gegenstände. Oeuvres in^dites. Paris 1859.bilden. fordert und bedingt sogleich eine neue allgemeine Grundkonzeption der Geometrie. Was immer ein Gegenstand menschlicher Erkenntnis werden kann. sondern ein Verfahren gegeben ist. 8. Dieser schlichte Gedanke. Die gewöhnliche synthetische Geometrie aber scheitert gerade an dieser Forderung: denn ihr Gegenstand ist das isolierte Raumgebilde. wenn man ihnen die Maske abnimmt. untersteht notwendig dieser Bedingung der stetigen Verknüpfung. Das Tagebuch Descartes'. auf die sie sich richtet. An dieser Stelle tritt mit innerer philosophischer Notwendigkeit der Gedanke der des geschlossene Reihe Ergänzung Raumbegriffs durch den Zahlbegriff ein. so daß es keine noch so entlegene Frage geben kann. in dem sich die Entwicklung seines Grundgedankens verfolgen läßt. dem wird es nicht schwerer die die philosophische fallen./ Hier ist Reihe der Zahle n*. publ. enthält hierfür einen bezeichnenden Ausdruck." Methode im Das Geiste zu behalten als sie alle sich setzt: daß * Descartes. innerhalb deren es keine unvermittelten Übergänge gibt. sie somit das Ziel.4. in voller Schönheit erscheinen: wer die Kette derWissenschaften überschaut. . dessen systematischen Zusammenhang mit anderen Gebilden sie aber niemals vollständig darzulegen vermag. auf den der „Discours de la m^thode" sich aufbaut. wo die Einzelobjekte nicht als gesonderte Gegenstände der Untersuchung unterbreitet werden. die wir nicht auf diesem Wege im Fortgang von Grad zu Grad zu erreichen und völlig zu beherrschen vermöchten. nach welchem die Allheit dieser Objekte konstruktiv erzeugbar ist. Geometrische Erkenntnis im strengen Sinne ist nur dort vorhanden. 92 . sondern es muß schrittweise aus den früheren nach einer bestimmten Regel hervorgehen..Die Wissenschaften in ihrem jetzigen Zustand sind maskiert und würden erst. dessen Eigenschaften sie in unmittelbarer sinnlicher Anschauung ergreift. Kein Glied darf hier als gänzlich neues Element zu den vorangehenden hinzutreten. in der gleichen Strenge der systematischen Verknüpfung wie das Ganze der Zahlen begreift.

. — Die Forderung. die in starrer Absonderung einander gegenüberstanden. den die exakten Wissen- die einzige schaften zur Zeit Descartes' erreicht haben Mannigfaltigkeit vor. begriffe der antiken Geometrie. solange ihr das Verfahren der antiken synthetischen Geometrie als unmittelbare Bestätigung und Verkörperung ihrer Grundsätze zur Seite stand. die somit für das Denken keine prinzipiell unlösbaren Fragen in sich bergen kann. kann. Die Umsetzung der Raumbegriffe in Zahlbegriffe erhebt daher zugleich das Ganze der geometrischen Forschungen auf ein Die substantiellen F o r neues gedankliches Niveau. Nicht als bloß technisches Instrument der Messung wird hier die Zahl ergriffen und angewandt. der bisher Zahl eignete.liegt — von dem Standpunkt aus. sich vollkommen erfüllt. — 93 . Aber die Analyse des Seins muß an dieser Stelle hinter der Analyse der Erkenntnis zurück- Zahlgebilde Ontologie Substanz treten. befremdlich scheinen: denn in dieser bedeutet die der Naturdinge. die Raumgebilde als darzustellen und sie in diesen zum vollständigen Ausdruck zu bringen. So ist es in der Tat eine echte philosophische . daß in ihr allein das oberste methodische Postulat. exakter selben Wir können den Raum nur dadurch zu völliger Begreiflichkeit bringen. die nach einem bestimmten Grundprinzip aus einander erzeugbar werden. auf die die wissenschaftliche EntDie tradeckung der analytischen Geometrie sich stützt. sondern ihr tieferer Wert liegt darin. die über die Grenzen der Syllogistik hinausgreift. die von einem selbstgesetzten Anfang aus nach immanenten logischen Gesetzen aufgebaut ist. daß wir ihm denlogischen Charakter aufprägen.R eihenbegriff e". Revolution der Denkart". die wahrhafte . erst die Umbildung des Gehalts der Geometrie schafft Raum für eine neue Logik der Mannigfaltigkeiten. nicht weiter zurückführbaren einen also Grundbestand des Seins. ditionelle Logik schien unangreifbar. wenn man sie unter bedem Gesichtspunkt der Cartesischen trachtet.. Ausdehnung" ursprünglichen. das alle Erkenntnis erst zur Erkenntnis macht.. verwandeln sich kraft dieser allein der m Übertragung in reine .

relativ zu einer vertikalen und einer horizontalen Achse verschiedene Arten des Fortschritts vorschreiben. den wir als Grundelement fixieren. die sich. zur . die die analy- tische Geometrie bei Descartes erhält. daß wir einem bestimmten Punkt. Ausführung betrachtet. die durch irgendein Gesetz zusammenhängen. ist der Begriff der Bewegung. setzt aber dieses Subjekt nicht den materiellen Körper. während der Übergang einer Gestalt in die andere uns wiederum in das Chaos der bloßen Vorstellung. sobald man die Funktion. Standpunkt der bisherigen Gesamtauffassung liegt schon hierin ein Problem. die hier dem Begriff der Bewegung zugewiesen wird. Die verschiedenen Gestalten der ebenen Kurven entstehen dadurch. ein rational nicht völlig beherrschbares Element eingeführt. Denn nur die Einzelfigur. auf den Descartes seine Betrachtungen aufbaut. daß die scheinbar individuelle Form der Darlegung in Wahrheit Züge von allgemeingültiger Bedeutung in sich faßt. scheint der wahrhaft bestimmten begrifflichen Auffassung zugänglich. 94 . Der Grundbegriff. in das sinnliche Reich des „Werdens" zurückzuwerfen droht. die auf diese Weise als Vom Bahnen" von Punkten erzeugt werden. in welcher eine successive Mannigfaltigkeit von Lagebestimmungen. wie man sieht. sondern einen lediglich idealen Vorgang: sie ist der Ausdruck der Synthese. Die Bewegung führt sofort auf die Frage des sich bewegenden „Subjekts" zurück. zuletzt vollständig und eindeutig ableiten lassen. Aus der Festhaltung und Vereinigung dieser Fortschrittsarten muß sich die Bestimmtheit der Linien. die Bewegung nicht einen konkreten. also ein rein empirisches Moment voraus? Dieses Bedenken schwindet indessen.. durch die gesamte philosophische Geschichte der Geometrie hindurch behauptet haben. im einzelnen verfolgt und analysiert. Auch hier zeigt es sich.Dreser Zusammenhang hebt die spezielle wenn man sich noch schärfer heraus. In der Tat kann es zunächst den Anschein haben. als werde durch die Anerkennung des Bewegungsbegriffs in die Cartesische Geometrie. die in festen abgeschlossenen Grenzen vor uns steht. entgegen ihrer eigentlichen Grundtendenz. Hier bezeichnet. wenngleich in anderer Fassung und Einkleidung.

Bewegung" der Punkte ist nichts anderes als das sinnliche Symbol Die anschauliche für diese logischen Akte der Zuordnung.. die durch eindeutige Zahlwerte charakterisiert sind. Wie vorher der Begriff der Zahl. den er von zwei festen Graden hat und erhält hierdurch seine feste systematische Stelle innerhalb der Gesamtheit der möglichen Lagen angewiesen. die das Gebiet des Geometrischen selbst bestimmt und abgrenzt. kraft deren wir die eine Linie von der andern unterscheiden. weil — — 95 .Individualitäten aber. die ihrer anschaulichen Bildung nach keinerlei Ausnahmestellung einnehmen. zeigt sich in Descartes' Begründung besonder charakteristisch darin. Alle sinnlich aufweisbaren Eigenschaften. müssen. um aus einem arithmetischen Reihengesetz von neuem zu entstehen. wie etwa die Konstanz oder der Wechsel in ihrer Richtung und Krümmung. Die . Die Vorstellung der . bleiben nicht schlechthin nebeneinander stehen.. über die Descartes verfügt der geforderte logische Aufbau. so dient auch hier der nur als Beispiel des allgemeinen Begriff der Der einzelne Punkt der Ebene wird Reihenbegriffs.! Die so gewonnenen Punkt. Die Vermittlung des Bewegungsbegriffs dient also in Wahrheit nicht den Zwecken der Veranschaulichung. zunächst durch den Abstand bezeichnet. sondern werden durch irgend welche komplexen Regeln in verschiedener Weise aufeinander bezogen und dadurch zu einheitlichen Gestalten verknüpft. transzendenten" Kurven werden ausgeschaltet. die durch eine bestimmte arithmetische Regel miteinander verknüpft sind. sofern sie zum exakten begrifflichen Ausdruck gelangen sollen. Wie streng diese allgemeine Forderung aufrecht erhalten wird. werden dennoch aus der Geometrie verwiesen. daß sie es ist. die Ableitung aus den Verhältnissen reiner Zahlenregeln.Einheit eines räumlichen Gebildes zusammengefaߣ wird. weil bei ihnen nach den technischen Hilfsmitteln. geometrische Linie löst sich kraft dieses Verfahrens in eine Bewegung derZuordnung reine Wertfolge von Zahlen auf. Diese Kurven. unmöglich scheint. als Eigentümlichkeiten dieser Wertfolgen aussprechbar sein. sondern denen der fortschreitenden Rationalisierung: die fertige gegebene Form wird gleichsam zerbrochen.

die die analytische Geometrie in ihren allgemeinen Umrissen erkennen ließ. die in der weiteren geschichtlichen Entwicklung überschritten werden mußte. Damit aber zeigt sich freilich zugleich die Schranke der Cartesischen Geometrie. logischer Vollendung darzustellen.i Diese Forderung ist es. auf die Addition und Subtraktion. die bisher unter dem Namen der Geometrie vereinigt waren.sie sich der neuen Definition des geometrischen Begriffs. aber das System der Reihenbegriffe muß derart vertieft und verfeinert werden. sondern sie umfaßt jede mögliche Form gesetzlicher AbDer Zahlbegriff erfüllt hängigkeit von Größen überhaupt. tritt die neue Form der Begriffsbildung. Der Weg des logischen Fortschritts daher jetzt eindeutig vorgeschrieben. Wiederum wird von der Bex„ ausgegangen. Multiplikation und Division von Zahlen oder Zahlenstrecken. Gesamtgehalt der Es 96 ist eine unendliche Mannigfaltigkeit begrifflicher . ein enger Ausschnitt. und durchdringt sich mit dem allgemeinen Funktionsbegriff: ist Raumbegriffe • ' und den erst dieses Zusammenwirken beider Geometrie in Begriffe gestattet es. In dem Fortschritt zur Differential. Ein neues Ideal des Begreifens war hier gestellt. durch die er zuletzt auf eine Gesamtheit elementarer Rechnungsoperationen zurückgeführt wird. nicht fügen. Aber diese Zuordnung beschränkt VxVi sich nicht mehr auf die gewöhnlichen algebraischen Verfahrungsweisen.Geometrie aber tritt zugleich ein neues Moment entscheidend hervor. kraft deren die Cartesische Geometrie sich mit innerer Notwendigkeit zur Hier erst Infinitesimal-Geometrie erweitert. Die Auflösung der in Reihenbegriffe bleibt der leitende Gesichtspunkt. Die Strenge der Begriffsbildung mußte durch den Ausschluß wichtiger und weitreichender Gesamtheit Gebiete erkauft werden. der trachtung einer Grundreihe x^x^ durch eine bestimmte Regel eine andere Reihe von Werten 'V n zugeordnet ist. aber noch vermochte dieses Ideal nicht die der wissenschaftlichen Fragen zu umspannen. in vollkommener Fassung hervor. sondern das Gesamtgebiet der möglichen räumlichen Gestaltungen übersehbar und beherrschbar wird. daß dadurch nicht nur. wie bisher.

^ Denken wir etwa. ihrem allgemeinsten Ausdruck nach. durch * Vgl. F. y. und die geometrisch durch den Begriff der Richtung und Krümmung bezeichnet werden. Klein. Substanzbegriff 7 97 . Ebenso ordnet eine Differentialgleichung zweiter Ordnung f(x. 143 ff. der Bestimmungsstücke nicht zu einer Auflösung jeglicher Bestimmung führt. so besteht das Verfahren. die wir in ihrer Gesamtheit und ihrer gesetzlich geregelten Veränderung auffassen. y. aus der Gesamtheit der auf diese Weise gewonnenen Werte der Krümmung die Form der Kurve als Ganzes abzuleiten*. zu rekonstruieren. Göttingen 1893. zu voller Klarheit. Cassirer. I. den Raum. sie wiederum eines geometrischen Begriffs zusammenzur Einheit zuschließen das kommt erst in der Methode. als die Synthese dieser unendlich vielen Richtungsbestimmtheiten zu einem einheitlichen. offenbar nichts anderes als einfache ReihenPrinzipien. den ein bewegter Körper durchmißt. als Integral seiner Geschwindigkeiten dar^^estellt. aus deren Vereinigung erst die Kurve als Daß diese Unendlichkeit begriffliche Gesamtheit resultiert.Zuordnungen. Die Integration der Gleichung bedeutet nichts anderes. im Sinne der Infinitesimal-Analysis. y'. y") = jedem Punkt und seiner Fortschreitungsrichtung zugleich einen bestimmten Krüm: = mungsradius zu. daß es vielmehr möglich ist. zusammenhängenden Gebilde. kraft der Differentialgleichung f(x. wobei wiederum die Aufgabe entsteht. Einleitung in die höhere Geometrie. so wird jetzt. darin. sind. mit allen Besonderheiten ihres geometrischen Verlaufs. Autographierte Vorlesung. daß wir in jeden Moment der tatsächlich vor sich gehenden Bewegung zugleich ein bestimmtes Gesetz des Fortschritts hineinlegen. y') 0. hrz. aus dem Inbegriff dieser F o r t Schrittsrichtungen das Ganze einer bestimmten Kurve. deren die Infinitesimal-Analysis sich bedient. auf die hierbei zurückgegangen wird. Wenn in der analytischen Geometrie der einzelne Punkt der Ebene wesentlich durch die Zahlwerte seiner Koordinaten x und y bestimmt ist. jedem derart gegebenen Punkte zugleich eine bestimmte Richtung des Fortschritts zugeordnet und die Aufgabe besteht nunmehr darin. das wir hierbei anwenden. Die Elemente.

daß der Körper. dessen sich die Analysis des Unendlichen im Gebiete der Geometrie bedient. keine schaft des bewegten Dinges. von Raumwerten und Zeitwerten.welches der Übergang zu den folgenden Raumpunkten einDie . Körper an einem bestimmten Punkte seiner Bahn in einem gegebenen Zeitmoment besitzt. die sich gegenseitig bestimmen. sondern seine Bahn rein ideell grifflich rein logisch absolute Eigen- = au den verschiedenen Gesetzen der möglichen Zuordnung von Raum. Die konkrete fertige Gestalt zerlegt sich in einen Inbegriff virtueller Bestimmungs- gründe. indem sie als eine Mannigfaltigkeit einfacher Reihengesetze aufgefaßt wird. wenn in dem betrachnis. Die einzelnen Werte innerhalb der mannigfachen Reihen werden niemals tatsächlich angenommen. die in ihrer unmittelbaren Gegebenheit eine sehr verwickelte Reihenform darstellt. sondern lediglich der Ausdruck für dieses wechselseitige AbhängigkeitsverhältWir nehmen an. die vom Standpunkt der direkten 98 . Sie betrachtet.. die er durchläuft. In alledem handelt es sich nicht darum. nach Ablauf einer Zeit tj 2 s. aber nichtsnotwendig dieser hypodestoweniger bedarf der thetischen Werte und Wertfolgen um sich das komplexe Ganze.und Zeitpunkten zu konstruieren. Die Kurve Gedanke wird auch hier zunächst als eine bestimmte Ordnung von Punkten aufgefaßt. durchmessen haben würde. gleiche gilt von dem Verfahren. läßt sich begrifflich nicht anders fassen und darstellen als durch die vergleichende Gegenüberstellung und wechselseitige Beziehung je einer Reihe ist. die wirkliche Bewegung des Körpers durch Angabe der einzelnen Stellen.. usw. h. benachzuzeichnen. fortan gleichförmig in bestimmt angebbarer Weise fortschreiten. d. Die geometrische Form. die von Punkt zu Punkt als verschieden anzusetzen sind. Geschwindigkeit". aber diese Ordnung. die ein deutig bestimmt sein soll. Das der wirklichen Bahn völlig durchsichtig zu machen. teten Punkte jede äußere Einwirkung auf ihn aufhörte. daß er nach Ablauf einer gewissen Zeit 2 t^ die Strecke tj die Strecke Sj. da die Gleichförmigkeit der Bewegung aktuell niemals verwirklicht ist. wird begrifflich gegliedert.

ihnen besteht.Anschauung. sind selbst nicht extensive Größen.. weiter verfolgt wird. die einander gegenseitig bestimmen und sich damit zu einem System Bevor indessen von Abhängigkeiten zusammenschließen. Teile" zu einem zusammentreten. die als . treten zugleich die Anfänge einer neuen und allgemeingültigen logischen Frage/ stellung deutlich hervor. Denn schon in ihr wächst die mathematische Unters-uchung über die bloße hinaus und wendet sich einer Betrachtung der zu. einem Analyse zusammenhangs Relationen Größen Funktionen Ganzen Geometrie IL Zu einem streng prinzipiellen Aufbau ihres Gebiets und zu wahrhafter Freiheit und Universalität ihrer Methoden 7* 99 . den auch die elementare synthetische Geometrie noch teilt. Die „Elemente". die der modernen Mathematik ihr eigentliches Gepräge gibt. die hier geführt werden. erscheint hier durchaus als ein vermitteltes Ergebnis. die sich übereinander lagern und die sich kraft der bestimmten Form der Abhängigkeit. diese Entwicklung. sondern es sind Funktionsformen. Die Analysis zu des Unendlichen ist logisch bereits eine erste und vollkommene Ausprägung dieser Richtung der Betrachtung. Alle mathematische Begriffsbildung setzt sich in der Tat eine doppelte Aufgabe: eines bestimmten Relationsdie Aufgabe der in elementare Relationstypen oder aber die Synthese dieser einfachen Typen und Bildungsgesetze höherer Ordnung. Das Gebilde ist gleichsam aufgelöst in mannigfache Relationsschichten. zuletzt zu Damit aber eröffnet sich zugleich der Ausblick auf ein Problem von umfassender Bedeutung. den speziellen Problemen der denn in den philosophischen Kämpfen um die Methode. als etwas schlechthin Bekanntes und unmittelbar Erfaßbares schien. wie die Infinitesimal. Die Konstruktion der Kurve aus der Gesamtheit ihrer Tangenten. ist nur ein Beispiel für ein Verfahren von allgemeinerer Anwendbarkeit.Geometrie sie lehrt. müssen wir uns zu zurückwenden. die zwischen/ Ganzen determinieren. allgemeinen Theorie der die hier zu neuen Einheiten verknüpft werden.

metrie des Maßes zur analytischen Geometrie Descartes' scheint Gegenüber der dieser Schritt eine Reaktion zu bedeuten. 9. die den ersten Ansatz zur projektiven Behandlung und Auffassung der Raumgebilde enthalten. nicht innerhalb des Gebiets selbst. So lenkt die Entwicklung wieder vom abDaß strakten Zahlbegriff zum reinen Formbegriff zurück. In der Tat vermochte sich die neue Auffassung nur in hartnäckigen Kämpfen gegen das Vorrecht und die Alleinherrschaft der analytischen Methoden allmählich durchzusetzen. sondern daß sie' hierzu auf einen fremden und dem betrachteten Gegenstand äußerlichen Gesichtspunkt zurückgreifen muß. Die Kritik dieser Methoden setzt bereits bei Leibniz ein und wird in seiner Grundlegung der Analysis der Lage zu einem ersten Abschluß geführt. Descartes' Brief an Mersenno vom II. hat Er sieht Descartes selbst empfunden und ausgesprochen. gemeingültige Ordnungsprinzip. das es zu ordnen gilt. 100 . Verfolgt man diese . die begriffliche Eigenart der Form wird nicht auf Grund von Bestimmung Merkmalen. ein neues Motiv liegt. sondern Correspon- * S. beschränken und durch bloße rechnerische Operationen zu ersetzen suchen. Adam-Tannery. festgestellt. so scheint sie seinen eigenen Tendenzen und Folgerungen unmittelbar zu widerstreiten. dance^ ed. hierin.. 490. indem sie von der Geofortschritt. zu fixieren vermag. Metaphysik" indessen weiter. ergibt sich uns die der eigentlich logische. Schon hier wird der Analysis vorgehalten.. die streng deduktive Gestaltung Raumwissenschaft. Metaphysik der Geometrie"*. sondern indem wir sie in ihrer ganzen Weite und Selbständigkeit wiederherstellen. daß sie das alldessen sie sich rühmt. in den Methoden Desargues'. Die tritt nun wieder wie in der antiken synthetischen Geometrie Nicht indem wir sie soviel als möglich in ihre Rechfe ein. im philosophischen Sinne. Januar 1639.ist die neuere Geometrie erst gelangt. die rein in ihr selbst liegen. den Hinweis auf eine allgemeine . Die Beziehung eines räumlichen Gebildes Geometrie derLage Anschauung auf die beliebig gewählten Koordinatenachsen trägt in die ein Moment subjektiver Willkür hinein.

. wiss. Leibniz' System in s. 101 . Grundlagen. den sie mit dem Begriff und Terminus der „Anschauung" verbinden so ergibt sich hier zunächst ein eigentümlich zwiespältiges Verhalten. anderseits aber die rationale Vertiefung lediglich in den Grenzen des Geometrischen selbst und mit den Mitteln des reinen Raumes erreicht. . das logische Recht und die Fruchtbarkeit der reinen Anschauung zu preisen. die wissenschaftlichen Begründer der neueren Geometrie nach dem Sinne zu befragen. Während Jakob jetzt unter der geometrischen — lozzi der hierin seinem Lehrer und Vorbild Pestanicht müde wird. Die räumlichen Grundformen sollen wieder als das. Wenn man. Die Rückkehr zur Erfassung der Figur schafft hier nur Bindeglied: . während er und seine Schüler daher den Mangel der synthetischen Geometrie eben darin erblicken. fallen kann. hängt vom individuellen Geschick des Rechners. gewöhnlichen „Analysis situs".hat sich vertieft und umgestaltet. verschieden ausOb unter all den verschiedenen jGrleichungen. das in begrifflicher Strenge mit den analytischen Methoden ebenbürtig ist. die relativ einfachste ergriffen wird. die gemäß diesem Verfahren zum Ausdruck eines räumlichen Gebildes verwendet werden können. erfaßt und ohne Umdeutung in abstrakte Zahlverhältnisse in ihrer eigenen Gesetzlichkeit verstanden werden**. den Versuch unternimmt. das der strenge und eindeutige Gang der Methode auszuschließen strebte. t Dennoch führt auch von diesem Standpunkt der Fragestellung aus ist und — und dies das philosophisch Charakteristische Bedeutsame — kein Weg zur Betrachtungsweise der Elementargeometrie zurück. Soll dieser Mangel beseitigt werden. was Anschauung" verstanden wird. III.durch eine zufällige Relation ausgedrückt. also von einem Moment ab. daß sie die Steiner. die je nach der Wahl des angenommenen Bezugssystems. antiken ein anschaulichen scheinbares denn der Inhalt dessen. so muß ein Verfahren gefunden werden. folgt. um in dem philosophischen Kampf der Meinungen ein festes Kriterium zu gewinnen. ** Näheres hierüber in der Darstellung von Leibniz' Entwurf der s. Kap. was sie „an sich selbst" sind.

Die synthetische GJeometrie im Altertum und in der Neuzeit. in welche sie. schlichtet sich jedoch. sondern als Symbol des Gedem sie angehört und als Ausdruck für den gesamten Inbegriff von Gestaltungen. unter Festhaltung bestimmter Regeln der Umformung. a. ohne durch die Schranken der sinnlichen Darstellbarkeit irgendwie beengt zu werden. Steiners Schrift: Systemat. hervorgehen. wie in der griechischen Geometrie. insbesondere auch imaginäre und unendlich ferne Elemente. sobald man die nähere Ausführung verfolgt. der hier in der Formulierung des Grundgedankens besteht. nicht in der ganzen Freiheit und Weite ihrer Bedeutung brauchen lehrt*. Auch dort. daß in ihr die geof metrische Schlußfolgerung sich völlig ungehindert ergehen kann. sondern ist im Sinne Jakob Steiners geometrischer Gedie Ermittlung der stalten voneinander gerichtet**. Der Gegensatz. denen keine individuelle geometrische . Entwicklung der Abhängigkeit geometrischer Gestalten voneinander. Der Wert der neuen Methode wird darin gesucht. findet sich in dem Grundwerk Poncelets zunächst eine durchaus entgegengesetzte logische Tendenz ausgeprägt. wo die Geometrie der Lage rein und ausschließlich auf die Anschauung gegründet wird. Existenz" zukommt. steht sie niemals für sich allein. überführbar ist. — — Abhängigkeit * S. Die Einzel terme treten samtzusammenhangs. die Vorrede zu J. sinnlich gegebenen Figur. ist darunter nicht das Haften an der einzelnen. sondern die freie konstruktive Erzeugung von Gestalten nach einem bestimmten einheitlichen Prinzip verstanden. a. z. wie sie wechselseitig auseinander Sofern eine einzelne Gestalt betrachtet wird. in den Kreis ihrer Betrachtungen zieht und erst dadurch zu einer völligen rationalen Geschlossenheit der Ableitung gelangt. sondern alles Interesse konzentriert sich auf die Art. die dieser Gedanke beiderseits erhält. Die „Anschauung" geht hier also niemals auf die besondere Figur mit ihrem zufälligen auf Eigengehalt. B.Anschauung nur in eingeschränktem Sinne. Berün 1832: 102 . ** S. S. Die verschiedenen sinnlich möglichen Fälle einer Figur werden nicht. Ö.. besonders erfaßt und untersucht. Reye. 347. daß sie.

nach welchem sich die übrige Masse von Sätzen folgerecht und ohne alle Schwierigkeit entwickelt. Der konstruktive Aufbau der räumlichen Gebilde aus ursprünglichen Grundbeziehungen bleibt als unverbrüchliche Forderung bestehen. die dennoch in strenger Kontinuität an die Leistungen der analytischen Geometrie anknüpft. 103 .auch hier zurück gegenüber der systematischen Relation." . Man gelangt auf diese Weise gleichsam in den Besitz der Elemente. um mit möglichster Sparsamkeit und auf die einfachste Weise den Figuren unzählig viele Eigenschaften verleihen zu können. daß von hier aus eine neue prinzipielle Aufgabe entstehen mußte. gebracht wird. als vielmehr festgehalten und im Gebiet des Räumlichen selbst zu neuer fruchtbarer Anwendung Das Motiv der Zahl ist ausgeschaltet. worin sich der Schematismus ausspricht. wie alle Teile naturgemäß ineinander greifen. Es gibt eine geringe Zahl von ganz einfachen Fundamentalbeziehungen. sondern als Element eines Strahlenbüschels oder die einzelne Ebene als Element eines Ebenenbüschels Allgemein zeigt es sich jetzt. aber um so reiner tritt jetzt das allgemeine Motiv der Reihe hervor. Die Strenge des deduktiven Zusammenhangs schien nur durch die Vermittlung der Zahl auf den Raum übertragen werden zu können (s. Man begreift. hier nicht sowohl beseitigt. methodische Gesichtspunkt. den Organismus aufzudecken. oben. Hierbei macht weder die synthetische noch die analytische Methode den Kern der Sache aus. weil sie als reinster und vollkommener Typus einer logisch geordneten Mannigfaltigkeit überhaupt galt. daß der definiert wird. wie ihre Eigenschaften von den einfacheren Figuren zu den zusammengesetzteren sich fortpflanzen. S. Wir sahen. aber dieser Forderung gilt es nunmehr „Gegenwärtige Schrift hat es versucht. bringt dies zum Ausdruck. daß die Abhängigkeit der Gestalten voneinander und die Art und Weise aufgedeckt wird. von welchen die Natur ausgeht. in schönster Ordnung sich in Reihen stellen und verwandte zu wohlbegrenzten Gruppen sich vereinigen. und man sieht. 92f). der darin besteht. Schon die Ableitung der Grundgebilde die sie vereinigt. sondern nur darum festgehalten wurde. sofern etwa die einzelne Grade nicht für sich. durch welchen die verschiedenartigsten Erscheinungen in der Raumwelt miteinander verbunden sind. Durch gehörige Aneignung der wenigen Grundbeziehungeu macht man sich zum Herrn des ganzen Gegenstands es' tritt Ordnung in das Chaos ein. wie bei Descartes selbst die Zahl nicht schlechthin um ihres eigenen Gehalts willen als Grundprinzip ausgezeichnet. der zur fundamentale Entdeckung der analytischen Geometrie hinleitete.

mit rein geometrischen Mitteln und ohne den
Begriffe des

Umweg

über die

tun. Die Entwicklung, die hiermit einsetzt, ist bis ins einzelne

Maßes und der Maßzahl Genüge zu

logischen Gesichtspunkten beherrscht und In besonderer Deutlichkeit tritt dies bei P o n c e 1 e t hervor, der in dem Streit, den er um die Prinzipien seiner Disziplin zu führen hat, mit wachsender Schärfe und Bestimmtheit auf die philosophischen Fundamente zurückweist. Gegenüber der Kritik, die die Pariser Akademie, die insbesondere C a u c h y an den philosophischen Voraussetzungen seines Werkes geübt hatte, betont er nachdrücklich, daß es sich in diesen Voraussetzungen nicht um einen Nebenpunkt, sondern um die eigentliche Wurzel der neuen Auffassung handle. Er macht sich das Wort Newtons zu eigen, daß in der
hinein

von

geleitet.

Geometrie

die

Methode der Entdeckung

alles

bedeute, so daß, wenn diese einmal gefunden und sichergestellt ist, die Ergebnisse sich von selbst als reife Frucht darbieten*. Die Lehre von den projektiven Eigenschaften der Figuren will somit keine bloß materiale Erweiterung des Gebiets der Geometrie sein, sondern sie will ihr ein neues Prinzip der Forschung und Erfindung zuführen**. ( Hierbei gilt es als der erste und notwendige Schritt, das geometrische Denken aus der Enge der sinnlichen Ansicht mit ihrem ängstlichen Haften an den Besonderheiten der gerade gegebenen indiviWenn Descartes der antiken duellen Figur, zu befreien. Mathematik vorhielt, daß sie den Geist nicht zu schärfen vermöge, ohne gleichzeitig die Einbildungskraft durch die enge Anlehnung an die sinnliche Gestalt zu ermüden, so Die echte hält Poncelet durchaus an diesem Vorwurf fest. synthetische Methode kann zu diesem Verfahren nicht wieder
Trait^ des propriötös projectives des figures, 356; II, S. 357. „La doctrine des propriöt^s projectives, celle de la perspectiverelief, le principe ou la loi de continuit6, enfin la th6orie des polaires r6ciproques et la th6orie des transversales ötendue aux lignes et surfaces courbes, ne forment pas simplement des classes plus ou moins öt^ndues de problemes et de theoremes, mais con&tituent proprement, pour la G6om6trie pure des principes, des möthodes d'investigation et d'invention, des moyens d'extension et d'exposition, dans le genre de ceux qu'on a nomm6 principes d'exhaustion, raöthode des infinirnent petita etc." (A. a. O. II, S. 5.)
2e Edition, Paris 1865,

*S. Poncelet,
I,

*

S.

104

Sie wird sich den analytischen Methoden ebenbürtig erweisen, wenn sie sie an Weite und Allgemeingültigkeit erreicht, diese Universalität der Betrachtungsweise dagegen zugleich aus rein geometrischen Voraussetzungen gewinnt. Diese doppelte Aufgabe wird erfüllt, sobald wir die besondere Gestalt, die wir untersuchen, nicht selbst als den konkreten Gegenstand der Forschung betrachten, sondern in ihr nur einen ersten Ansatzpunkt sehen, von dem aus wir kraft einer bestimmten Regel der Variation ein gesamtes System möglicher Die Grundrelationen, die Gestaltungen deduktiv herleiten.

zurückgreifen.
als

nur dann

dieses

System charakterisieren und

die in jeder Einzelgestalt

gleichmäßig erfüllt sein müssen, bilden erst in ihrer Gesamtheit das wahre geometrische Objekt. Was der Geometer betrachtet, das sind nicht sowohl die Eigenschaften einer gegebenen Figur, als das Netz von Korrelationen, in welchem Wir nennen sie mit anderen verwandten Bildungen steht. eine bestimmte räumliche Gestaltung einer anderen korrelativ zugeordnet, wenn sie durch stetige Umformung eines oder mehrerer ihrer Lageelemente aus ihr ableitbar ist: wobei jedoch die Voraussetzung gilt, daß gewisse räumliche Grundbeziehungen, die als die allgemeinen Bedingungen des Systems anzusehen sind, unverändert bleiben. Die Kraft und Schlüssigkeit des geometrischen Beweises ruht dann stets in jenen Invarianten des betreffenden Inbegriffs, nicht in dem, was den einzelnen Gliedern als solchen eigentümlich ist. Diese Auffassung ist es, die Poncelet philosophisch durch den Ausdruck des Kontinuitätsprinzips bezeichnet, das er weiterhin, schärfer und genauer, als Prinzip der

Permanenz dermathematischenRelationen
formuliert. Die einzige Forderung, von der wir ausgehen, läßt sich begrifflich dahin aussprechen, daß es möglich ist,

bestimmter ein für alle Mal definierter Beziehungen auch gegenüber einem Wechsel im Inhalt der einzelnen Beziehungsglieder, der besonderen Relata festzuhalten. Wir beginnen damit, die Figur, die wir geometrisch untersuchen, in einer allgemeinen Lage zu betrachten, sie also nicht von Anfang an in all ihren einzelnen Teilen festzulegen, sondern ihr
die Geltung

105

innerhalb eines bestimmten Umkreises, der durch die Bedingungen des Systems bezeichnet ist, Änderungen ihrer einzelnen Teile zu gestatten. Wenn diese Änderungen von einem bestimmten Anfangspunkt aus stetig verlaufen, so werden die systematischen Eigentümlichkeiten, die wir an der einen Figur entdeckt haben, auf jede folgende „Phase" übertragbar sein, so daß schließlich Bestimmungen, die sich am Einzelfall bewährt haben, fortschreitend auf die Gesamtheit der aufeinanderfolgenden Glieder ausgedehnt werden

können.
das

I

zeigt sich in diesen Ausführungen Poncelets Ringen nach einem exakten und allgemein gültigen Ausdruck des neuen Gedankens. Vor allem ist er bemüht, das Verfahren der Relations-Übertragung, das er zugrunde legt, vor jeder Verwechslung mit einem bloßen Analogie-

Deutlich

oder geht

Induktionsschluß
vom Besonderen

zu schützen. Die Induktion aufs Allgemeine; sie sucht eine Mehrheit

einzelner Fakta, die sie als einzelne und somit ohne notwendige Verknüpfung beobachtet hat, hypothetisch zu einem Ganzen zu vereinen. Hier aber ist das Gesetz der Verknüpfung nicht nachträglich erschlossen, sondern es liegt ursprünglich zugrunde, so daß kraft seiner auch der einzelne Fall erst in seinem Gehalt bestimmbar wird. Die Bedingungen, denen der gesamte Inbegritf unterwerfen wird, stehen vorweg fest, und alle Besonderung ist nur dadurch erreichbar, daß ihnen unter Wahrung ihres Gehalts ein neuer Faktor als Wir beeinschränkende Bestimmung hinzugefügt wird. trachten die metrischen und projektiven Beziehungen von Anfang an nicht in der Art, in der sie sich in irgendeiner besonderen Figur verkörpern, sondern nehmen sie in einer gewissen Weite und Unbestimmtheit, die ihnen einen SpielEs mag zunächst auffallend raum der Entwicklung läßt*. und paradox erscheinen, daß diese Unbestimmtheit des Ausgangspunkts den Grund für die Fruchtbarkeit des neuen Verfahrens und für seine Überlegenheit gegenüber den

antiken Methoden enthalten

soll.

Indessen zeigt es sich
S.

als-

Trsitö des propriötöa projectives.

XIII

f.,

XXI

f.

106

bald,

daß der Ausdruck des Gedankens hier unter den Zweider
traditionellen
in

deutigkeiten

logischen

Schul-

welcher Begriffsgehalt und sprache Vorstellungsgehalt nicht streng geschieden sind, und in der daher immer von neuem der identische und streng eindeutige Sinn einer begrifflichen Regel in ein abstraktes und schemenWas haftes Gattungsbild zu verschwimmen droht. vom Standpunkt der Vorstellung als Unbestimmtheit erscheint, weil es die individuellen Züge des Bildes zurücktretenläßt, das erscheint vom Standpunkt des Begriff s als Grund jeglicher genauen und scharfen Determination, sofern in ihm die allgemeingültige Vorschrift zur Bildung des Einzelnen enthalten ist. Zwischen dem „Allgemeinen" und „Besonderen" besteht hier in der Tat durchaus dasjenige Verhältnis, das Begriffsbildung charakterialle echte siert: der allgemeine Fall sieht von den besonderen Bestimmungen nicht schlechthin ab, sondern er bewahrt in sich die Fähigkeit, sie, in ihrer konkreten Totalität vollständig aus einem Prinzip heraus zu entwickeln und zu überschauen. (Vgl. oben, S. 24 f .) Es sind, wie Poncelet betont, niemals bloße Eigenschaften der Art, sondern Eigenschaften der Gattung, von deren Betrachtung die projektive Behandlung eines Gebildes ihren Ausgang nimmt; die „Gattung" aber bezeichnet hier lediglich einen dem alles Einzelne eingeordnet ist,

zu leiden hat,

mathematische

Bedingungs-Zudie
in

sammenhang,
ein

nicht

losgelöstes

Ganzes von Merkmalen,

ihm

gleichmäßig wiederkehren. Der Schluß geht von den Eigenschaften der Verknüpfung auf die des Verknüpften, von den Reihenprinzipien auf die Reihenglieder. Diese Eigenart der Methode tritt am klarsten an dem Grundverfahren, dessen sie sich bedient, hervor. Die wichtigste Form der Korrelation, durch welche verschiedenartige Gebilde miteinander verknüpft werden, liegt im Verfahren der Projektion. Die wesentliche Aufgabe besteht in der Heraushebung derjenigen „metrischen" und „deskriptiven" Momente einer Figur, die in ihrer Projektion unverändert fortbestehen. Alle Gestalten, die in dieser Weise auseinander hervorgehen können, bilden für die Betrachtung eine unteilbare Einheit;

/

107

sie sind

im Sinne der

reinen Geometrie der Lage nur ver-

schiedene

Ausprägungen

ein

und desselben Be-

Hier wird es unmittelbar ersichtlich, daß die Zugehörigkeit zu einem Begriff nicht von irgendwelchen generischen Ähnlichkeiten der Einzelexemplare abhängig ist, sondern lediglich ein bestimmtes Prinzip der Umformung voraussetzt, das als identisch festgehalten wird. Die Gestalten, die wir auf diese Weise zu einer ,, Gruppe" vereinen, können, in ihrer sinnlich anschaulichen Struktur, einem völlig verschiedenen „Typus" zugehören; ja sie können sich jeder Zuweisung zu einem derartigen Typus entziehen, sofern ihnen überhaupt keine geometrische Existenz im Sinne der direkten Anschaubarkeit mehr entspricht. Das neue Kriterium der geometrischen Begriffsbildung erweist sich hier in seiner allgemeinen Bedeutung: denn dieses Kriterium ist es, auf

griffs,

dem

des Imaginären die Zulassung Geometrie zuletzt beruht. Allgemein lassen
drei

in
sich,

die
mit

verschiedene Grundformen des Verfahrens der „Korrelation" unterscheiden. Wir können eine bestimmte Figur, die wir als Ausgangspunkt wählen, in eine andere überführen, indem wir alle ihre einzelnen Teile sowie deren wechselseitige Ordnung festhalten, so daß der Unterschied also ausschließlich in der absoluten Größe der Bestimmungsstücke besteht. In diesem Falle werden wir von einer d i r e k t e n Korrelation sprechen können, während für den der einzelnen Teile sich in der Fall, daß die abgeleiteten Figur vertauscht oder umkehrt, nur von einer .indirekten" Korrelation gesprochen werden soll. Schließlich aber und dies ist methodisch der interessanteste und wichtigste Fall kann die Umformung auch in der Weise vor sich gehen, daß gewisse Elemente, die in der anfänglichen Gestalt als reale Bestandteile aufweisbar waren, im Verlauf Betrachten wir des Gesamtprozesses völlig verschwinden. etwa einen Kreis und eine Gerade, die ihn schneidet, so können wir dieses geometrische System durch stetige Verschiebungen derart umgestalten, daß die Gerade zuletzt ganz außerhalb des Kreises fällt und somit die Schnittpunkte, sowie die ihnen entsprechende Richtung der Radien durch
Poncelet,

Ordnung

,

108

imaginäre Werte auszudrücken sind. Die Zuordnung der abgeleiteten Figur zur ursprünglichen verknüpft jetzt nicht mehr tatsächlich vorhandene und für sich aufzeigbare, sondern lediglich gedachte Elemente; sie hat sich in eine rein ideale

Korrelation
Aber eben

aufgelöst.

können nicht entbehrt werden, wenn es sich darum handelt, die Geometrie zu gezu einem einheitlichen und geschlossenen stalten. Der Mangel der antiken Methoden besteht eben darin, daß sie auf dieses logische Grundmittel verzichten und somit nur Größen von absoluter und gleichsam physischer Existenz in den Kreis ihrer Betrachtung ziehen. Die neue Ansicht muß mit diesem Verfahren brechen, weil sie von vornherein nicht die einzelne Gestalt in ihrem sinnlichen Dasein, sondern die verschiedenen Weisen der Abhängigkeit, die zwischen Gestalten bestehen können, als das eigentliche Objekt der geometrischen Untersuchung definiert (s. S. 102). Unter diesem Gesichtspunkt aber stehen reelle und imaginäre Elemente einander wesentlich gleich: denn auch die letzteren sind der Ausdruck vollkommen gültiger und wahrer geometrischer Beziehungen. Dass unter bestimmten Bedingungen gewisse Elemente einer Figur fortfallen und zu bestehen aufhören dies ist schon an und für sich keine bloße negative Erkenntnis, sondern enthält eine fruchtbare und durchaus positive geometrische Einsicht. Weiterhin aber dienen die imaginären Zwischenglieder überall dazu, den Einblick in den reeller geometrischer Gestaltungen zu erschließen, die ohne diese Vermittlung als heterogen und beziehungslos einander gegenüberstehen würden. Diese ideelle Kraft der logischen Verist es, die ihnen ein volles Recht auf ein ,,Sein" im logisch-geometrischen Sinne sichert. Das Imaginäre hat Bestand, sofern es eine logisch unentbehrliche Funktion im der geometrischen Sätze erfüllt. Die einzige „Wirklichkeit", die wir sinnvollerweise von ihm erwarten und fordern können, geht in dem Wahrheitsgehalt auf, den es in sich birgt: in dem Gehalt an gültigen Sätzen und Urteilen, den es zum Ausdruck bringt. Es wiederholt
diese idealen Korrelationen

Ganzen

:

Zusammenhang

knüpfung

System

109

sich hier

bereits

im Bereich der Geometrie derselbe Prozeß, den wir im Bereich der Zahlen verfolgen konnten: aus der Fest-

haltung bestimmter Relationen entstehen neue ,, Elemente", die aber den früheren als wesentlich gleichartig und ebenbürtig zur Seite treten, weil auch diese zuletzt keinen tieferen
festeren Grund besitzen, als er in der Wahrheit von Relationen besteht (s. ob. S. 78 ff). Betrachten wir etwa um ein einfaches Beispiel der gewöhnlichen Geometrie zu brauchen zwei Kreise

und

in

einer Ebene,

der den, in ein neues Gebilde von verbindet, bestimmten Eigentümlichkeiten gegeben. Die Punkte dieser Geraden die wir als „gemeinschaftliche Sehne" der beiden Kreise bezeichnen sind dadurch ausgezeichnet, daß die Tangenten, die sich von ihnen aus an die Kreise legen lassen, einander gleich sind. Die geometrische Beziehung aber, die damit gesetzt ist, läßt sich auch für den Fall, daß die Kreise einander nicht mehr schneiden, sondern gänzlich auseinanderfallen, verfolgen und zum begrifflichen Ausdruck bringen. Auch in diesem Falle nämlich existiert stets eine Gerade die sogen. ,, Radikaldie die zuvor angegebene charakteachse** der beiden Kreise

so ist für den Fall, daß sie sich schneiGeraden, die ihre beiden Schnittpunkte

,

und in diesem Sinne als die gemeinschaftliche Sehne der zwei Kreise bezeichnet werden kann, die ihre beiden ,, imaginären** DurchschnittsHier wird also zunächst ein bestimmtes punkte enthält. anschauliches Element durch gewisse begriffliche Eigenschaften, die ihm zukommen, ausgedrückt und vollständig ersetzt: wird auch dann festund diese logische an dem sie zuerst gehalten, nachdem das Substrat, zur Entdeckung und Auszeichnung kam, geschwunden ist. Wir gehen von dem Fortbestand der Beziehung aus und erschaffen definitorisch in den imaginären „Punkten** die Die „Subjekte**, von denen die Beziehung ausgesagt wird. Fruchtbarkeit dieses Verfahrens aber bewährt sich darin, daß damit ein systematischer Zusammenhang zwischen Gebilden gestiftet wird, der es erlaubt, Sätze, die an dem einen gefunden und bewiesen sind, auf ein anderes zu überristische
erfüllt

Bedingung

ideale

Bestimmtheit

110

an dem sie unmittelbar nicht ersichtlich Neben den besonderen inhaltlichen Relationen waren*. aber sind es vor allen Dingen gewisse allgemeine formalen Bestimmungen, durch welche die „uneigentlichen" Elemente, die die Geometrie erschafft, mit den ,, eigentlichen" Punkten verknüpft sind. Das Prinzip der „Permanenz der formalen Gesetze" ist in der Tat, noch ehe es in der Algebra als Rechtfertigung der verallgemeinerten Zahlbegriffe gebraucht wurde, durch Poncelet von rein geometrischen Gesichtspunkten aus Der unendlich ferne eingeführt und begründet worden. Punkt, in dem, gemäß der projektiven Raumansicht, zwei parallele Gerade, und die unendlich ferne Gerade, in der zwei parallele Ebenen sich schneiden, sind logisch berechtigte Begriffsbildungen, nicht nur weil sie konzentrierte Aussagen über bestimmte Lagebeziehungen darstellen, sondern vor allem, weil sich zeigen läßt, daß auch diese neuen Gebilde soweit sie auf Maßverhältden geometrischen nisse nicht Bezug nehmen, völlig gehorchen. Damit ist eine übergreifende Wahrheitsinstanz gegeben, der „eigentliche" und „uneigentliche" Punkte in gleicher Weise gemäß sein müssen. Die neuen Elemente sind wie es Poncelet gelegentlich scharf und bezeichnend formuliert paradox in ihrem Objekt, aber sie sind nichtsdestoweniger durchaus logisch in ihrer Struktur, sofern sie zu strengen und unbestreitbaren Wahrheiten hinführen**.
tragen,

Axiomen,

* So läßt sich z. B., wenn irgendwölche drei Kreise in einer Ebene Jen sind und wir für je zwei von ihnen die „Radikalachsen" konstruieren, leicht zeigen, daß die so entstehenden drei Linien sich in einem Punkte schneiden; daraus aber ergibt sich weiterhin sofort, daß das gleiche auch für den speziellen Fall der drei gemeinschaftlichen Sehnen sich wirklich schneidender Kreise gilt usf. Die reellen Eigenschaften der reellen gemeinschaftlichen Sehnen werden also im Hinblick auf die „idealen" Sehnen entdeckt und begründet. Vgl. hierzu C h a s 1 e s , Apercu historique sur l'origine et le d^veloppement des methodes en G6om6trie, 2. Ausg., Paris 1875, S. 205 ff., S. auch Die Elemente der projektivischen Geometrie, Leipzig 1875, S. 7 ff. ** Zum Ganzen vgl. bes. Considörations philosophiques et techniques sur le principe de continuitö dans les lois g6om6triques § III. (Applications d' Analyse et de G6om6trie, Paris 1864, S. 336 ff.), sowie Traite des proprietös projectives I, S. XI ff., 66 ff. Zur Bezeichnung des

Hankel,

Poncelet,

Kontinuitätsprinzips als Prinzip der „Permanenz der geometrischen Re-

111

Die Entwicklung der projektiven Geometrie, die hier nicht im einzelnen verfolgt werden kann, hat sodann die philosophischen Grundgedanken, auf denen sie sich gründet, zu immer schärferer Darstellung gebracht. Je mehr es gelang, die Geometrie der Lage aus selbständigen Voraussetzungen aufzubauen, um so reiner trat auch der allgemeine logische Charakter und die logische Bedeutung des neuen VerDer konstruktive Fortgang, in welchem wir fahrens hervor. von den einfachen Begriffen des Punktes und der Geraden aus in strenger Ableitung das Ganze des projektiven Raumes erzeugen, knüpft zunächst an die Betrachtung der harmonischen Punktpaare an. Dabei wird in der ersten Phase der projektiven Geometrie die harmonische Lage von vier Punkten auf einer Geraden zunächst noch ausschließlich vermittels des Begriffs des eingeführt und erläutert: die Punkte a, b, c, d bilden eine harmonische Folge, wenn das Verhältnis der Strecke a b zu b c demjenigen der Strecke ad zu cd gleich ist. Diese Erklärung setzt indes

Doppelverhältnisses

ersichtlich die Messung und Vergleichung bestimmter Abstände voraus und ist somit ihrem Wesen nach selbst rein metrischer Natur; wenn sie dennoch der Geometrie der Lage zugrunde gelegt werden kann, so beruht dies nur

darauf, daß sie eine Maßbeziehung darstellt, die sich bei jeder projektiven Umformung der gegebenen Figur unverImmerhin ist hier der Maßbegriff nicht ausändert erhält. geschaltet, sondern als unabgeleiteter Bestandteil in die Grundlagen aufgenommen. Zu einer unabhängigen und streng einheitlichen Darstellung gelangt die projektive Geometrie

wenn auch diese letzte Schranke beseitigt ist, wenn also die Bestimmtheit, die sich metrisch als Doppelverhältnis charakterisiert, auf rein deskriptivem Wege gewonnen und festgehalten wird. Das entscheidende Verfahren hierfür ist
erst,

in

der bekannten S t a u d t 'sehen Vierseitskonstruktion gegeben. Wir bestimmen zu drei gegebenen kollinearen

lationen" s. Applicat. S. 319; Traitö II, 357; der gleiche Gedanke ist in anderer Wendung von Chasles in seinem „Principe des relationa contingentes" ausgesprochen worden. (Apercu historique S. 204 ff., 357 ff.,

368

ff.)

112

c aus. durch da sich beweisen es läßt. <=> ein harmonisches Quadrupel bildet und diesem den Wert 3 beilegen. 5. das lediglich das Ziehen gerader Linien benutzt. S. der durch diese Methode eindeutig bestimmt wird. Reye . daß zwei Gegenseiten durch a. weiterhin einen neuen Punkt bestimmen. die die projektive Geometrie durch C a y 1 e y und Klein erfahren hat. Der Nachweis hierfür ist in der Ausgestaltung. sofern nur den angegebenen Bedingungen genügt. Substanzbeg:riff g 113 . sämtliche Punkte des Raumes zur Ableitung zu bringen und ihnen eine bestimmte eindeutige aufzuprägen. Staudt. b. 43 ff. die sie zu Gliedern eines systematischen Inbegriffs macht. das uns gestattet. I. S. indem wir ein Vierseit derart konstruieren. dem wir die Zahl 2 entsprechen lassen. daß es lediglich kraft dieser ersten Grundbeziehung und ihrer wiederholten Das Anwendung möglich ist. § 8. bis wir schließlich vermöge dieses Verfahrens eine un- Ordnung *v. der mit den Punkten 1. die sich von einer gegebenen Anfangssetzung aus durch fortschreitende harmonische Konstruktionen erzeugen lassen. so können wir vermöge der Staudtschen Vierseitkonstruktion den vierten harmonischen Punkt zu ihnen finden. bestimmten Zahl werten zuzuordnen und ihnen auf diese Weise eine feste Stellung innerhalb einer allgemeinen Reihenordnung zuzuweisen. 4. Gehen wir zunächst von drei Punkten in einer Geraden a. liefert. alle Punkte des Raumes. in der Tat erbracht worden. man zugrunde Damit ist ohne jede Anwendung metrischer Hilfsbegriffe durch ein Verfahren. Cassirer. eine fundamentale Relation der Lage festgestellt. 2. eine Diagonale durch b und die beiden anderen Gegenseiten Diagonale c gehen: der Schnittpunkt der zweiten des Vierseits mit der Geraden a b c ist der verlangte Punkt d. 1. <=o zuordnen. Leipzig 1899. Aufl. daß die angegebene Konstruktion gleichviel welches Vierseit. Geometrie der Lage. Wir gewinnen hier ein allgemeines Verfahren. sobald sich zeigen ließe. denen wir die Werte 0.Punkten a b c den vierten harmonischen Punkt d. Die Geometrie der Lage. logische Ideal eines rein projektiven Aufbaus der Geometrie ist somit auf eine einfachere Bedingung zurückgeführt: es wäre erfüllt. stets dasselbe Ergebnis legt*. Nürnberg 1847..

als wären es dennoch Größenbegriffe. die bei dieser Ableitung verwendet werden. 114 . 2. Die Durchführung dieses Gedankens hat vornehmlich technisch-mathematisches Interesse: darüber hinaus aber tritt jetzt auch ein allgemeines philosophisches Ergebnis. Nicht-Euklid^he — Vorlesungen über Göttingen 1893. Diese Mannigfaltigkeit läßt sich sodann weiterhin in dem Sinne ergänzen. deren jede einer ganzen Zahl eindeutig zugeordnet ist. die dem Postulat analog ist. auf Grund deren sich eine einheitliche projektive Metrik entwickeln läßt. deren sollte. Geometrie.Mannigfaltigkeit einfacher Lagebestimmungen gewinnen. endliche kontinuum Dedekind Dimension bietet keine prinzipielle Schwierigkeit. S. daß sie zu einer überall dichten Menge wird.. wie Addition und Subtraktion. 315 ff. II. Begriffe von Längen und Abständen.. § 18. Der Übergang zum Punktvollzieht sich von hier aus auf Grund einer gedanklichen Forderung. Die Einfügung der Raumbegriffe in das Schema der reinen Reihenbegriffe ist hier endgültig Die Bezeichnung der einzelnen Raumpunkte vollzogen. in welcher die elementaren Operationen. Bd. Klein. in der jedes Element einer bestimmten rationalen. Wir gelangen damit zu einer vollständigen Skala. 573 ff. Multiplikation und Division von Strecken rein geometrisch Auch der Fortgang zu Gebilden von höherer definiert sind. deutlich hervor. auf welches schon die Anfänge der neueren Geometrie vorausweisen. indem wir die Betrachtung. Annalen IV. er erfolgt. durch entsprechende Zahlwerte könnte allerdings zunächst den Anschein erwecken. F. sowie Math. Prinzip hier nur angedeutet werden vgl. Abdruck. Ordnung * Für alle Einzelheiten dieser Betrachtungsweise. sondern als Ausdruck der in der Folge gebraucht. In Wahrheit aber wird die Zahl hier nur in ihrem allgemeinsten logischen Sinne: nicht als Ausdruck der Messung und Vergleichung von Größen. auf zwei oder mehrere Gerade ausdehnen*. Zur projektivenMetrik 338 ff. weiteren in seiner Theorie die irrationalen durch welches Zahlen als „Schnitte" einführt. die sich zunächst auf die Punkte einer Geraden beschränkte. Encyklopädie der Elementar-Mathematik. auch Weber-Wellstein. 8. positiven oder negativen Zahl entspricht.

118.. daß je nach der Hinzunahme besonderer ergänzender Bedingungen die allgemeine projektive Maßbestimmung. insbesondere über die Geltung des Parallelen-Axioms zunächst noch keine Entscheidung gefällt ist. die projektive Geometrie mit Recht als die allgemeine . die hier entwickelt wurde. The foundations of Geometry. Möglichkeit des Beisammen" überhaupt abgeleitet. 8* 115 . die an rationaler Strenge und Reinheit der Arithmetik gleichzustellen sei*. apriorische" Grundwissenschaft vom Raum erklärt. ist Die Forderung. deren Elemente selbst als reine Lagebestimmungen definiert sind. Russell. Cambridge 1897. Die Ordnung Raumpunkte ist in derselben Weise begriffen wie die der Zahlen. daß in der allgemeinen logischen Grundlegung die Zahl als reine Ordnungszahl entwickelt und von jeder Bindung an meßbare Größen freigehalten wurde. Wie bei der Zahl duktiven lediglich von einer ursprünglichen Einheitssetzung ausgegangen wurde. so wird hier zunächst eine Verschiedenheit von Punkten und ein bestimmtes Lageverhältnjis zwischen ihnen postuliert und in diesem ersten Ansatz bereits ein Prinzip entdeckt. während über seine spezielle axiomatische Struktur. S. Vielmehr läßt sich zeigen. die bereits Descartes gestellt damit auf einem neuen Wege erfüllt. der hatte.Es handelt sich nicht um die Zusammensetzung oder Teilung von Strecken. Man hat diesem Zusammenhang gemäß. Zwar bleiben beide Gebiete ihrer heit nach streng geschieden: die „Essenz" der Figur geht nicht mehr unmittelbar in die der Zahl auf. sondern einzig um die Unterscheidung und Abstufung der Glieder einer bestimmten Reihe.. Der Raum ist hier in der Tat lediglich in seiner allgemeinsten Form als . sich nacheinander mit den verschiedenen Parallelentheorien in Wesen- Methodik * Vgl. Hier bewährt es sich. aus der sich sodann vermöge einer bestimmten erzeugenden Relation die Allheit der Glieder in fester Ordnung entwickelte. dessen allseitige Anwendung den Inbegriff der möglichen räumlichen Setzungen aus sich hervorgehen läßt. Aber eben in dieser relativen Selbständigkeit der Elemente wie der Grundbeziehung tritt der Zusammenhang in der allgemein deklar hervor.und Winkelgrößen.

116 . 1 ff. F. bleiben bestehen und erhalten sich durch allen Wechsel der besonderen Anwendungen hindurch. S. so daß also die successive Anwendung verschiedener. Man kann sich diese — Kennzeichen nochmals zum Bewußtsein bringen. 575 ff. eine Gruppe: da das Resultat zweier aufeinanderfolgender Bewegungen sich hier stets auch durch eine einzige Bewegung darstellen und erreichen läßt**. F. Mathem. Der Anschluß der Geometrie an die Gruppentheorie bildet hier den letzten. daß wir die Elemente. So hebt sich aus der Mannigfaltigkeit der geometrischen Methoden die einheitliche Grundform der geometrischen Begriffsbildung immer deutlicher und Die logischen Kennzeichen dieser Form präziser heraus. kraft dessen die verschiedenen möglichen Formen der Geometrie unter einem einheitlichen Gesichtspunkt vereint und in ihrem symmetriStellen schen Zusammenhang überschaut werden können. Gruppe" enthält ein neues und wichtiges logisches Moment. wir uns zunächst die Frage. Einleitung in die höhere Geometrie II. „elliptischen" oder „hyperbolischen" Maßbestimmung fortführen läßt*.Beziehung setzen und sich somit zur speziellen. die sich dadurch ergeben. Vgl. irgendwelche Bewegungen in einem gewöhnlichen dreidimensionalen Räume ausführen lassen. zu einer gedanklichen Einheit zuEin Inbegriff von Operationen bildet eine Gruppe. In diesem Begriff der Gruppe aber ist nunmehr ein allgemeines Klassifikationsprinzip gewonnen. dem Inbegriff angehöriger Transformationen immer nur zu Operationen zurückführt. Schon die Definition der . sofern in ihr nicht sowohl ein Ganzes von einzelnen Elementen oder Gebilden als vielmehr ein System die allgemeinste von Operationen sammengefaßt wird. „parabolischen". was überhaupt unter einer „geoVgl. Annalen IV. Klein. wenn man Fassung betrachtet zu der der moderne Begriff der Geometrie gelangt ist. für die Gesamtcharakteristik entscheidenden Schritt.. K I e i n . die wir betrachten. Sinne bilden etwa alle geometrischen Umformungen. In diesem die schon ursprünglich in ihm enthalten waren. wenn mit irgend zwei Operationen immer auch deren Verknüpfung in ihm vorkommt.

der Ähnlichkeitstransformation und der Spiegelung charakterisiert." Hält man diese Erklärung fest. so finden wir. Betrachten wir z. die sich gegenüber diesem bild verhält. daß nur solche Eigenschaften des Raumes geometrisch heißen. also durch die angegebenen Operationen der Bewegung. diese Gruppe vielmehr durch Hinzunahme neuer Bedingungen erweitern können. die wir für die Untersuchung zugrunde legen. Geometrie Topographie. zu einer anderen Struktur überzugehen. auf das wir alle Aussagen bezogen denken. die von gewissen räumlichen Transformationen nicht berührt werden. nicht von vornherein gebunden sind. um dieser Gestalt wahrhafte Allgemeinheit und damit erst eigentlich geometrischen Charakter zu verleihen. so ist damit ein Weg bezeichnet. die die Geometrie von einem bestimmten Gebilde entwickelt. so können wir sie alsbald zur projektivischen Geometrie erweitern. daß wir solche und nur solche Eigenschaften als geometrische bezeichnen. die uns als Ausgangspunkt. indem wir dieser Hauptgruppe noch den Inbegriff aller projektiven Umformungen hinzufügen und die Eigenschaften betrachten. bleiben unverändert. wenn wir die absoluten Größen seiner Bestimmungsstücke im selben Verhältnis wachsen oder abnehmen lassen. wenn wir dieses Gebilde seine absolute Lage im Raum wechseln. Die Sätze. unterscheidet sich eben dadurch von . von einer bestimmten Form der Geometrie durch einen Wechsel des Grundsystems. so bietet sich von hier aus sogleich ein Ausblick auf sehr verschiedenartige Möglichkeiten des Aufbaus geometrischer Systeme.metrischen** Eigenschaft zu verstehen ist. die sich zu ihr wie ihr SpiegelDer Gedanke der Unabhängigkeit gegenüber all diesen Umformungen muß zu der Anschauung der individuellen Einzelgestalt. die gewöhnliche metrische Geometrie durch die zugehörige Hauptgruppe räumlicher Änderungen. 117 . Denn da wir in der Wahl der Transformationsgruppe. oder wenn wir schließlich den Sinn der Anordnung der einzelnen Teile umkehren. welche bei einer gewissen Gruppe von Operationen ungeändert bleiben.. die logisch sämtlich als gleichberechtigt zu gelten haben. hinzutreten. B. dient. indem wir an Stelle der ursprünglichen Figur eine andere treten lassen.

was stets in der gleichen Weise sich verhält. Konstanz der anschaulichen Raumform beengte zugleich die Freiheit der geometrischen Deduktion: die Betrachtung blieb in der Einzelfigur befangen. innerhalb dessen der reine mathematische Gedanke keine Kraft mehr besitzt und der Wer- dens somit der Unbestimmtheit der sinnlichen Wahrnehmung preisgegeben schien. die auf die Gruppe bezügliche zu entwickeln*. 63 ff. 1 e i n im einzelnen dargetan hat die verschiedensten Arten der Geometrie methodisch begründen und ableiten. alle sinnlichen Momente aus der Begründung der reinen mathematischen Erkenntnis auszuscheiden. Allgemein besteht die Aufgabe jeder dieser Geometrien darin. 118 . Das Gebiet des bezeichnete einen Bezirk. In der gleichen Weise lassen sich sodann wie F. indem wir von der zunächst betrachteten Hauptgruppe durch irgendeine bestimmte Vorschrift zu einem umfassenderen System übergehen. das die Begriffe der und der in der Grundlegung der Geometrie eingehen. selbständiges logisches Prinzip gebraucht werden. S. ein exakter Beweis zwar möglich sei: so konnte fortan die Veränderung aber nicht als als Hilfsbegriff geduldet. wie gerade diese Auffassung. die dazu bestimmt war. Annalen 43. daß nur von dem. 1 e i n s 1872: Vergleichende Betrachtungen über neuere geometrische Forschungen (wieder abgedruckt: Math.erweiterten Kreis von Änderungen als konstant erweisen. stand es fest. War einmal die Geometrie. Wir sahen. 1893.) * Für «die K Programm von verwiesen werden. Es zeigte sich indes. wie seit den Anfängen der griechischen Mathematik die philosophische Frage immer wieder zu diesem Verhältnis zurückkehrte. sobald eine Mannigfaltigkeit und in derselben eine Transformationsgruppe gegeben ist. statt sich zu den letzten Gründen des gesetzlichen Zusammenhangs der besonderen Erlanger Einzelheiten muß wiederum auf F. nach dem Platonischen Wort. helles Licht. als die Lehre vom — — K Invariantentheorie Konstanz Veränderung „immer Seienden" bestimmt. innerhalb der Geometrie zuletzt Die geforderte starre in entgegengesetzter Tendenz wirkte. Diese universelle Betrachtungsweise wirft zugleich auf das prinzipielle Verhältnis.

: : metrische . konnte hier eine neue Entwicklung einsetzen.. Diese Entwicklung erhält in der Gruppentheorie 'hren systematischen Abschluß denn hier ist die Veränderung als Grundwährend ihr anderseits feste logische begriff anerkannt. den wir implicit Konstanz und Veränderlichkeit erscheinen voraussetzen.Gestalten zu erheben. Hier kündigt sich bereits ein Bedeutungswandel in der allgemeinen Kategorie der Substantialität an. den Gedanken bestimmter Grundänderungen fassen. Die Platonische Erklärung bewährt sich nunmehr in einem neuen Sinne. mit Rücksicht auf die er konzipiert ist. Erst nachdem der Begriff der Ver- änderung durch die A n a 1 y s i s kritisch geprüft und beglaubigt war. das 119 . von dem hier die Rede ist. die wir als Bezugssystem wählen. sondern immer nur mit Bezug auf einen Inbegriff möglicher Transformationen. Die Geometrie handelt. nur daher hier als durchaus korrelative Momente Der geodurch und miteinander sind beide definierbar. denen gegenüber sie gilt und sich behauptet. zu anderen Die Entwicklung der modernen Mathematik hat sich immer genauer und bewußter dem Ideal genähert. der im Fortgang der Untersuchung immer deutlicher zutage treten wird die Beharrlichkeit bezieht sich nicht auf die Fortdauer von Dingen und dinglichen Beschaffenheiten. Bestand. ohne daß wir. gleichsam als ideellen Hintergrund. Grenzen gezogen sind. Begriff" erhält seinen identischen und eindeutigen Sinn erst durch die Angabe der bestimmten Gruppe von Der Änderungen. als bestimmten unwandelbaren BeInvariantentheorie. Die unveränderlichen geometrischen Eigenschaften sind dies nicht an und für sich. bezeichnet keine absolute Eigenschaft gegebener Objekte. die sich im Vergleich als unabhängige Momente erweisen. III. sondern er gilt stets nur relativ zu einer bestimmten gedanklichen Operation. von aber diese Unwandelbarkeit läßt sich in keiner ziehungen: Weise bestimmen und festhalten. sondern sie bezeichnet die relative Selbständigkeit bestimmter Glieder eines funktionalen Zu: sammenhangs.

deren Wert und deren vollständige eben darin wurzelt. aber all das. I. wie die allgemeine Relation des * Eb ist von geschichtlichem Interesse.) Man erkennt hier den Hinweis auf eine Frage. Die Zurückführung der metrischen Verhältnisse auf projektive verwirklicht den Leibnizschen Gedanken. die sich auf rein projektiven Verhältnissen aufbaut. . daß sie gerade den wesentlichen Gehalt beider Begriffe nicht treffe. ihre Größe.) Klein. Innerhalb der reinen Geometrie zeigt sich dies am deutlichsten an dem all- gemeinen Begriff des Raumes. daß auch innerhalb nicht sind. den Einwand. S. noch ehe er als bestimmt wird. „Die relativen Dinge haben.. Philo?. Hauptschriften zur Grundlegvmg der Philosophie. die Ebene. was sich auf die Verknüpfung dieser Inhalte bezieht. so haben z.. die sich in der modernen Grundlegung der projektiven Metrik wiederholt hat: denn in dieser wird in der Tat die . 107. in seiner ursprünglichen qualitativen Eigenart als . reiner Ordnungsbeziehungen Größenbestimmungen möglich sind. sofern ein vorangehendes Glied vom folgenden unterschieden und die . was \ind und Zeit seien vor allen Dingen Leibniz erwidert hierauf. selbst In diesem Sinne versucht die neuere Geometrie eine Beziehung. Ordnung Quantitäten. B. 65 ff. S. liefert das Bild dieser Ordnung. durch welche die Punkte des projektiven Raumes erzeugt werden. daß sie nicht als sinnlich vorhandene er- Quantum Erkennbarkeit sondern im Fortgang relativer Setzungen durch den Gedanken aufgebaut wird*. Ordnung im Beisammen" (ordre des coexistences possibles) begriffen werden muß. können.Le i b n i z für sie aufgestellt hat." (Leibniz. 189 f. Der Anschauung mögen wir immerhin die elementaren Inhalte der Geometrie: den Punkt. ebensogut wie die absoluten. daß das logische einer Metrik. Lage Raum durch den Logarithmus eines bestimmten Doppel ver(Vgl. Die Kette der harmonischen Konstruktionen. im Nebeneinander. hältnisses 120 definiert und gemessen. der Zeit als einer Raumes als einer der für Newtons Erklärung im Nacheinander erhebt C 1 a r k e des absoluten RaumoA und der absoluten Zeit eintritt. der sich hier allmählich herausbildet.Distanz" zwischen zwei Punkten Problem Ord- nung Ordnung . tatsächlich Gegen Leibniz' Definitionen des bereits von Leibniz erfaßt worden ist. die durch die Logarithmen gemessen wird . daß der Raum. muß rein begrifflich abgeleitet und eingesehen werden griffen. in der Mathematik die Verhältnisse oder Proportionen ihre Größe. entnehmen können. dennoch aber sind und bleiben 63 Relationen. Nicht-Euklidische Geometrie. Bibl. Entfernung" zwischen beiden begrifflich definiert werden kann. die Gerade. Vorlesungen über .

muß. VII. indem die spezifische Ordnung des räumlichen Neben. 121 . Schriften. Die Mathematik ist danach nicht die allgemeine Wissenschaft der Größe. L e i b n i z . da ist im licher Axiome Verknüpfung * § Näheres 9. mit welchem sie in die mathematische Deduktion eingeht. die zunächst ein nicht weiter zerlegbarer sinnBestand zu sein scheint. unabhängig zu machen und ihn nunmehr auch auf solche Reihen anzuwenden. das er bezeichnet. Wo immer eine bestimmte Weise der Verknüpfung gegeben ist. v. Gerhardt. hierüber bei Pasch. Vorles.„Zwischen". Diese Auffasung aber wirkt nunmehr weiter. zu der wir uns hierbei zurückgeführt sehen. sondern die universelle Darstellung der möglichen Weisen der überhaupt und ihrer wechselseitigen Abhängigkeit versteht**. vel scientiae generalis de quantitate ad scientiam generalem de qualitate. über neuere Geometrie. kein unmittelbares anschauliches Korrelat mehr besitzt*. abgesehen von dem wechselnden sinnlichen Material.und Auseinander sich einem allgemeinen System der möglichen Ordnungen überhaupt einzugliedern strebt. Die Kombinatorik wird damit zur eigentlichen Grundwissenschaft: sofern man unter ihr nicht die Lehre von der Zahl der Verbindungen gegebener Elemente. Wieder ist es die L e i b n i z 'sehe Grundkonzeption der Mathematik. an welchem sie sich darstellt. sondern der Form.. 61. Kraft dieser Erweiterung vermögen wir den Begriff des Zwischen von den anschaulichen Inhalten. nicht der Quantität. Math. seu ordinis similitudinis relationis etc. seu scientiae de formulis quantitatem significantibus ad doctrinam de formulis. die wir in gewissen Grundregeln und Axiomen aussprechen können. sondern der Qualität. an welchen wir ihn zuerst erfaßten. 1 und ** . seu Algebrae Speciosae ad Speciosam generalem. durch bestimmte der Verknüpfung festgelegt werden: und von diesen Axiomen allein empfängt sie denjenigen Gehalt. ut adeo speciosa nostra Mathematica nihil aliud sit quam specimen illustre Artis Combinatoriae seu speciosae generalis. hg.Hinc etiam prodit ignorata hactenus vel neglecta subordinatio Algebrae ad artem Combinatoriam. expressionibus in Universum. von dieser Gebundenheit zu befreien und zu freier logischer Anwendung zu erheben. Was diese Relation bedeutet. in welchen das Verhältnis.

die wir für diese Punkte entwickelt haben.und Untersuchungsweise aus. von denen die gewöhnliche Enklideische Geometrie handelt. loslösen und für sich in ihrer Gesetzlichkeit feststellen läßt. Zum schärfsten Ausdruck gelangt diese Auffassung der weisführung. Buch.. 2. nacheinander mit Kugeln und Kreisen. . was sie an und für sich sind. in sich schließen. sondern stets nur als Beispiele für eine bestimmte. nicht die absolute Beschaffenheit der Elemente macht den eigentlichen Gegenstand der mathematischen Betrachtungs. die die Mathematik ihren Objekten verleiht. mit inversen Punktpaaren eines hyperbolischen oder elliptischen Kugelgebüsches oder auch mit bloßen Zahlentripeln ohne spezifische geometrische Bedeutung. dadurch in sich selbst verändert würde*. gelten vom Standpunkt dieser Betrachtungsweise einander als äquivalent. der andere von Kreisen und Kugeln eines bestimmten Kugelgebüsches handelt. ohne daß der deduktive der einzelnen Sätze. Methode der reinen Mathematik in dem Verfahren.Sein" als dasjenige. Zwei Urteilskomplexe. Die Relationsstruktur als solche. allgemein gültige der Zusammenhang Form Ordnung und Verknüpfung zukommt.mathematischen Sinne ein identisches „Objekt** fixiert. das H i 1 - We 122 1 1 * Vgl. das in die Be- den Prozeß des Folgerns und Schließens eingeht und das somit der vollen Gewißheit zugänglich ist. was ihnen kraft der Teilhabe an dieser Form erfaßt: Denn dieses in Sein allein ist es. von denen der eine etwa von Geraden und Ebenen. Mathematik. die sich von der materialen Grundlage. Bd. II. vertauschen. an der sie jeweilig auftritt. hierzu die sehr instruktiven Beispiele und Erläuterungen bei 8 t e i n . sofern sie denselben Gehalt begrifflicher Abhängigkeiten bei einem bloßen Wechsel der anschaulichen „Subjekte". 1. In diesem Sinne lassen sich die „Punkte". Encyklopädie der Elem. die Mathematik zum mindesten kennt an ihnen kein anderes . Dieser Zusammenhang bildet somit eine eigene. rein formale Bestimmtheit. Die besonderen Elemente werden in der mathematischen Begriffsbildung nicht nach dem. Abschn. für welche die Abhängigkeiten ausgesagt werden.

wie sie durch gewisse Axiomgruppen definiert sind. Es kann freilich zunächst wie ein Zirkel erscheinen. Den Anfang bildet ein gewisser Kreis von Axiomen. Alle Beschaffenheiten. Axiome angewandt und Ableitung der geometrischen Gegenüber der Euklidischen Be- griffsbestimmung. Lediglich diese systematische „Komplexion" der Elemente. Der Punkt. Aber diese Termini. wird hier der Bestand der ursprünglichen geometrischen Punktes Objekte ausschließlich durch die Bedingungen bestimmt. sobald nur zwischen dem psychologischen bildet sie den konsequenten die wir in ihren rein logischen Anfang und dem logischen Grund völlig scharf unter- psychologischen Sinne ist es freilich zutreffend. wird hier als Ausdruck ihrer Wesenheit gebraucht und festgehalten. a. als ein Gebilde. denen sie gehorchen. das mit anderen seinesgleichen in Beziehungen steht. vergegenwärtigen können. die Gerade bedeutet uns nichts anderes. die wir zu* schieden wird.b e r t zur Darstellung hat. Im We 1 1 ste i n . Fundamente" der Beziehung dienen. als unmittelbare Gegebenheiten der Anschauung nimmt und die ihnen somit von Anfang an einen bestimmten unabänderlichen Inhalt aufprägt. die wir zugrunde gelegt haben. wenn der Inhalt der geometrischen Grundbegriffe einzig und allein durch die Axiome. S. Momenten von den ersten Anfängen der Mathematik her verfolgen konnten. bestimmt werden soll: denn setzen diese Axiome zu ihrer Formulierung nicht wiederum bereits irgendwelche Begriffe voraus? Diese Schwierigkeit löst sich indessen. In diesem Sinne hat man mit Recht die Hilbertsche Geometrie eine reine Beziehungslehre genannt*. a. die die Begriffe des oder der Geraden. O.. die als . fließen lediglich aus diesen Regeln ihrer Zusammengehörigkeit. 116. denen sie gemäß sind. die wir festlegen und deren Verträglichkeit miteinander wir erweisen. die wir den Elementen zusprechen. nicht ihre Einzelbestimmtheit. daß wir uns den Sinn einer bestimmten Relation immer nur an irgendwelchen gegebenen Relationstermen. Eben hierin aber Abschluß einer Denkrichtung. von denen sie ausgeht. 123 .

in die sie sucErst durch diesen gedanklichen Prozeß cessiv eintreten. alle nähere aber erwarten wir von der Einordnung in die mannigfachen Bedingungskomplexe. und Beziehungen Naturwissenschaft Me- thode Ordnung 124 Maß . auf die die Betrachtungsweise der Mathematik anwendbar und übertragbar ist. daß die Eigenart der an keine besondere Klasse von Gegenständen gebunden und in ihr begrenzt ist. sich selbst genügenden Bestand zu ergreifen. Die . die sich auf Aber schon bei Leibniz beziehen.) Schlüssel und die Rechtfertigung enthält. Der Kreis der Objekte. die hier somit. aber sobald wir daran gehen.sinnlichen Anschauung verdanken. der Schwerpunkt Von hier aus wird es verständlich. weist hier auf ein analoges Verfahren der theoretischen voraus. sie ist das logische Ziel. für welches es den (S» Kap. Die Bestimmung der der Elemente steht daher nicht am Anfang. wie im Gebiet der Arithmetik. Die Gesetze der Verknüpfung bezeichnen daher das eigentliche ixqöxeqov tfj (pvaet^ während die Elemente nächst keinen der Bestimmung doch nur ein JtqöxeQov ftQoq Die Anschauung scheint den Inhalt als losgelösten. löst es sich in ein Gewebe relativer Setzungen auf. oben. das Grundinstrument für alle Aufgaben bilden.Mathesis universalis" soll in dem philosophischen Sinn. 88). S. die einander wechselseitig stützen. systematischen Mannigfaltigkeit.. als das eigentliche logische Prius gegenüber allen besonderen Setzungen erscheint (vgl. daß des mathematischen Systems sich innerhalb der geschichtlichen Entwicklung beständig in bestimmter Richtung verschiebt. weitet sich: bis es zuletzt völlig deutlich wird. bezeichnen absoluten. sondern am Ende der Begriffsentwicklung. wird der gleichsam provisorische Inhalt zum festen logischen Gegenstand. sondern einen veränderlichen Bestand. dem wir uns durch die fortschreitende Verknüpfung allgemein gültiger Individualität Das Verfahren der Mathematik annähern. den sie bei Decartes erhält. diesen Bestand im U r t e i 1 zu fixieren. V. Wir legen sie nur als hypothetischen Ansatz fest. Begriff und Urteil kennen das Einzelne nur als Glied und gleichsam als Punkt einer in ihrer scheinbaren Absolutheit ^uäz bedeuten.

sondern ein Inbegriff von OpeAbhängigkeit rationen bildet. von dem aus sich das Gesamtgebiet der Mathematik als Einheit übersehen läßt. 107). hierzu Gregor 1 1 e 1 s o n s Definition der Mathematik als Wissenschaft der geordneten Gegenstände". 2. The notion which does occupy the place traditionally assigned to quantity is o r d e r. Die Metrik selbst wird hier aus rein qualitativen Beziehungen abgeleitet. 121. auch Leibniz' Hauptschriften (Phil. die lediglich das Stellenverhältnis der Raumpunkte betreffen. Schon der Fortschritt der projektiven Geometrie ließ ein Gebiet erkennen. begrifflich verschiedenen Arten der Verknüpfung und Zuordnung wird zur Voraussetzung der Wissenschaften von der meßbaren und Die neuere Mathematik bringt diesen teilbaren Größe*. die in ihrer wechselseitigen ist in der Tat das oberste und universelle Prinzip erreicht. S. Die Aufgabe der mathematischen Betrachtung besteht ihrem allgemeinen Sinne nach nicht darin. s. S. untersucht werden. 1904. an die Stelle dieses Nebeneinanders zweier verschiedener Momente ein Verhältnis logischer Überund Unterordnung: die Lehre von den möglichen. wie sich zeigte. S. though philosophers appear still to regard it as very essential to Mathematics." XII. gegebene zu vergleichen. zu teilen oder zusammenzusetzen. erscheinen als Ergebnisse bestimmter ursprünglicher Regeln der Verknüpfung. in fact. Bibl. was sich aus ihnen aufbaut. does not occur in pure Mathematics. deren unmittelbares Objekt nicht Größen. S. Hier erst Größen erzeugenden * Vgl. als in der Bestimmtheit.oder Lage- Gruppentheorie bestimmungen. and does occur in many cases not at present amenable to mathematical treatment. auf denen die Möglichkeit jeglicher Größensetzung beruht. Revue de M^taphysique. Gedanken zu immer schärferer Ausprägung. 158 u. Die Elemente und alles. die moderne Auffassung ß." Vgl. ob. zu isolieren und ihr Verhältnis gegeneinander zu bestimmen. 50. sondern die Relationen selbst. Principles of Mathematics S. Anm. 62. —Für Russell. Leipzig 1904. das das Ideal der mathematischen Darstellung unabhängig von allen Hilfsmitteln der Messung und Größenvergleichung in sich verwirklicht. Noch bezeichnender tritt sodann die Ausdehnung der Mathematik über ihre traditionellen Grenzen in der hervor. die sowohl für sich in ihrer eigentümlichen Struktur.) Bd. (S.tritt. 419: „Quantity. 125 . 5.

Zusammentreten und ihrer Durchdringung zu untersuchen sind. Lediglich diese Möglichkeit der Determination ist es. wie in Graßmanns geometrischer Charakteristik und der Quaternionentheorie Produkte von Punkten oder von Vektoren betrachten. durch verschiedene Massenwerte charakterisiert sein lassen. Wir können das eine Mal. die im Calcul festgehalten wird und die die notwendige und Die Festigkeit und hinreichende Bedingung für ihn bildet. aus ihm kraft der wiederholten Anwendung einer bestimmten. wir können Strecken oder Dreiecksflächen. S. fahrungsweisen besteht eben darin. Theorie der komplexen Zahlensysteme. Die mannigfachen Algorithmen. Kräfte oder Kräftepaare auf irgendeine Weise miteinander zusammenfassen und das Resultat. Teile" Näheres über diese verschiedenen Rechnungsweisen bei WhiteUniversal Algebra I. Daß diese Synthese das eigentliche Ziel der mathematischen Operationen bildet. das sich hieraus ergibt. sofern es nur möglich ist. nionen. sind nur verschiedene Beispiele dieses logisch allgemeingültigen VerDer methodische Vorzug all dieser Verfahrens. Cambridge 1898 sowie bei H.) Jetzt aber erweitert sich das Gebiet der Betrachtung: denn als Grundlage kann jedes beliebige Element dienen. Hankel. In allen diesen Fällen handelt es sich nicht darum. gedanklich fixierten Grundbeziehung ein neues Gebilde hervorgehen zu lassen. die projektive Streckenrechnung. Sicherheit des deduktiven Gefüges ist an kein besonderes Element gebunden. wir können. (S. * head. konnten wir im Größengebiet selbst bereits in der Entwicklung der Analysis des Unendlichen verfolgen. wie in M ö b i u s' baryzentrischem Kalkül die Punkte außer durch ihre verschiedene Lage im Räume.. sondern sich unmittelbar der Synthese von Relationen zuwendet. 96 f. rechnerisch feststellen*. ein gegebenes „Ganze" in seine. Leipzig 1867. daß der „Calcul" hier zu völlig freier und selbständiger Betätigung gelangt: daß er nicht mehr auf die Zusammensetzung von Quantitäten beschränkt bleibt.die sich aus ihrem ergibt. ob. ihm gleichartigen . 126 . die die neuere Mathematik ausgebildet hat: die GraßmannHamiltons Theorie der Quatersche Ausdehnungslehre.

einmal ein Ausgangselement bestimmt und ein Prinzip angegeben. sondern die allgemeine Aufgabe besteht in der Verknüpfung irgendwelcher begrifflicher Bedingungen des Fortschritts in Ist einer Reihe überhaupt zu einem eindeutigen Ergebnis. Bd. Physik. hierüber bes. scheint es gewesen zu sein. Die allgemeinen Erwägungen. der sich in strenger Abfolge aus Descartes' und Leibniz' philosophischem Ideal der jjMathesis universalis" entwickelt hat. Schlegel. das Graßmann sich stellt. Der Charakter der reinen Formwissenschaften aber wird dadurch bestimmt. Das Ziel. daß in ihnen der Beweis nicht über das Denken selbst hinaus in eine andere Sphäre übergeht. u. kraft dessen wir von ihm aus in gleichmäßigem Fortgang zu einer Mannigfaltigkeit anderer Elemente gelangen können. 1896.zu zerlegen oder es aus diesen wiederum zusammenzusetzen. denen die Zahlreihe selbst erst hat. lehre. Mathem. in methodi- Entwurf. Wo immer ein derartiger Übergang von einfachen zu komplexen Reihen möglich ist. die sich auf feste systematische Regeln bringen läßt. als mathematische Definitionen betrachtet. 127 . m * S. die Wissenschaft des Raumes zum Range einer allgemeinen F o r Wissenschaft zu erheben. — Dieser allgemeine Grundgedanke. Die Graßmannsche Aiisdehnungs41. Diese Forderung ist in der Wissenschaft der Zahl erfüllt: denn alle Besonderheit innerhalb des Zahlgebiets läßt sich in der Tat aus dem Inbegriff geordneter Setzungen. sondern rein in der Kombination der verschiedenen Denkakte verharrt. der Tat bisweilen unzureichend und dunkel erscheinen: aber sie zeichnen dennoch einen in sich klaren schen dessen Bedeutung durch die weitere Entwicklung der Probleme erläutert und bestätigt worden ist*. so wird auch die Zusammenfassung mehrerer derartiger Prinzipien eine Operation sein. V. der auch zu einer der wichtigsten und fruchtbarsten Konzeptionen der neueren Mathematik: zu Hermann G r a ß a n n s Ausdehnungslehre hingeleitet hat. die Graßmann seinem Werke vorausgeschickt m mögen. besteht darin. f. Ztschr. da ist damit ein neues Gebiet deduktiv-mathematischer Be- stimmung abgegrenzt.

22. das muß nunmehr. des besonderen Ortes setzen wir nunmehr das Element. mathemat. für die Geometrie einen ebenso . daß aus einem ursprünglichen Anfang durch stete Wiederholung ein und derselben Operation Wenngleich eine Mannigfaltigkeit von Gliedern hervorgeht. unmittelbaren Anfang" zu gewinnen. S. worunter nur ein Besonderes schlechthin. eine streng begriffliche Fassung und Deutung erhalten. aber sie erschöpfen nicht deren eigentlichen Gehalt. Werke. Leipzig 1894. 10. Zu diesem Zweck muß auch hier von der gegebenen extensiven Mannigfaltigkeit selbst auf ihre einfachen .. * S. vollständig ableiten. O. von jeder speziellen Charakteristik noch ausdrücklich ab und halten lediglich den abstrakten Gedanken fest. Die lineale Ausdehnungslehre: ein neuer Zweig GeB. denen wir das Grundelement unterworfen denken. der Fläche aus der Linie zu sprechen: aber was hier als bloßes Bild gemeint ist. was für ein Besonderes dies denn eigentlich sei denn es ist eben das Besondere schlechthin ohne allen oder in welcher Beziehung das eine von dem realen Inhalt denn es ist eben schlechtweg als anderen verschieden sei Verschiedenes bestimmt.. gemäß denen das Mannigfaltige erst vollkommen zu überblicken Schon innerhalb der gewöhnlichen und zu begreifen ist. ihre — — — S. Es gilt nunmehr.Entstehung verdankt. 47.. I. d. Erzeugungsweisen" zurückgegangen werden. Darstellung der geometrischen Elemente pflegt man von einer genetischen Erzeugung der Linie aus dem Punkte. 128 . in bezug auf welchen es verschieden sei. wie er innerhalb der Arithmetik bereits gegeben und gesichert ist*. spezifischer Inhalt ist damit noch nicht gesetzt: „es kann daher hier noch gar nicht davon die Rede sein. Ein eigentümlicher. sich zu den rein begrifflichen Beziehungen zu erheben. Statt des Punktes. um als Ausgangspunkt der neuen Wissenschaft dienen zu können. ohne daß irgendein realer Inhalt. verstanden werden soll. der Mathematik (1844)." Ebenso sehen wir bei den Änderungen. Ausdehnungslehre. u. a. a. physikal. Die anschaulich räumlichen Verhältnisse mögen den ersten Anlaß bieten. aufgefaßt als verschieden von anderem Besonderen. h. S. Graßraann. gesetzt wäre**.

welche durch eine nach demselben Gesetze trat: einfache Änderung des erzeugenden Elements entsteht. wenn das Erzeugnis ein bestimmtes sein soll." In gleicher Weise entstehen Systeme höherer Stufen. die die Form des Übergangs zwischen den Gliedern einer Reihe bestimmt.daher die konkrete Ausführung der Graßmannschen Ausdehnungslehre sich zunächst auf die Betrachtung ganz bestimmter Transformationsweisen beschränkt. Da nun die Gebiete. Es ergibt sich nunmehr eine ausgeführte Lehre über die „Addition" und „Subtraktion" gleichartiger oder ungleichartiger Änderungen. die wir betrachten. indem wir verschiedene Grundänderungen miteinander verknüpfen in der Art.. Gesamtheit aller nach demselben Gesetz erzeugbaren Elemente nennen wir ein System oder ein G e b i e t*. qualitativ bestimmten und einheitlichen Regel. 9 129 . Hier handelt es sich nur um diejenige Leistung. „Das Verschiedene muß nach einem Gesetze sich entwickeln. uns nicht als anderweitig bereits gegebene gelten. über äußere und innere Multiplikation von Strecken und Punkten usf. auch alle ihre Merkmale erschöpfend darzustellen und begrifflich zu beherrschen. daß zunächst aus dem Anfangselement durch eine bestimmte Umformung eine gewisse Mannigfaltigkeit entwickelt und sodann die Gesamtheit ihrer Glieder einer neuen Umformung unterworfen wird. Die Ausdehnungsform ist also die Form. so greift doch der universelle Entwurf von Anfang an weiter. denen sie gehorchen. die uns als die allgemeinste Funktion des mathematischen Begriffs überhaupt entgegen- um die Angabe irgendeiner. daß diese Regel zureichen muß. sobald Graßmann daran geht. Diese allgemeinen Festsetzungen erhalten sofort eine genauere mathematische Bedeutung. wobei alle diese Operationen mit den gleichnamigen algebraischen Verfahrungsweisen lediglich in gewissen erfolgende die — Ausdehnungslehre Cassirer. Substanzbegriff S. 28. so ist klar. die verschiedenen möglichen Verknüpfungsarten im einzelnen zu entwickeln und durch die formalen Bedingungen. sondern lediglich durch die Regel ihres Aufbaus für uns bekannt und bestimmt sind. gegeneinander abzugrenzen.

auf dem sie sich aufbaut. gegebenen" Elemente als solche zurückzudrängen und ihnen keinen Einfluß auf die allgemeine Form der Beweisführung zuzugestehen.formalen Eigentümlichkeiten. Logik der reinen Erkenntnis hat den Gedanken des Ursprungs. Wir schreiten von den relativ einfachen Formen der „Erzeugung". so erkennt man zugleich. zu immer komplexeren Weisen des Aufbaus eines Mannigfaltigen aus bestimmten Grundbeziehungen fort. wie sie versteht. Überblickt man nunmehr das Ganze dieser Entwicklungen. an den Prinzipien der Infinitesimalgedanke Idealismus Graßmann Cohens 130 . . Die Betrachtungen. schaffen daher in der Tat ein allgemeines logisches Schema. die es successiv in verschiedene Werte a^ a^ a. ist in der Tat im strengen Sinne . einordnen lassen: denn sie stellen nur von einer neuen Seite her den Gedanken fest.. muß rein und vollständig aus den Gesetzen des konstruktiven Zusammenhangs begründet und eingesehen werden. überführen. Logik des Ursprungs". daß die eigentlichen „Elemente" des mathematischen Calculs nicht sowohl Größen als vielmehr Relationen sind. Jeder Begriff und jeder Satz.. Mehr und mehr ist die Tendenz der neueren Mathematik darauf gerichtet. an und für sich aber völlig selbständige Bestimmungsweisen darstellen. so sollen nunmehr das Ergebnis der Zusammenfassung dieser Operationen und die verschiedenen möglichen Typen dieser Zusammenfassung deduktiv abgeleitet werden. wie in der Unterordnung unter das assoziative oder distributive Gesetz. Ist ein Anfangsglied % gesetzt und zugleich eine Mehrheit von Operationen R^ Rj R3 bezeichnet. durch die aus irgendwelchen Elementen ein neues Gebilde eindeutig determiniert wird. übereinstimmen. logischen sich fortdes schreitend befestigt und vertieft hat. die sich unabhängig von der Ausdehnungslehre entwickelt haben. Die Logik der Mathematik. dem sich auch die verschiedenen Algorithmen. . die . a\ a'^ a'^ usf. der im eigentlichen Beweisgang gebraucht und nicht lediglich zur anschaulichen Verdeutlichung verwandt wird.. die wir definitorisch festgelegt haben. die Graßmann seinem Werke vorausschickt. wie in ihnen der Grund.

Abschn. bes.. Abdr. Unendlich-Kleinen" hat trotz aller Proteste der idealistischen Logik immer M Maxwell Mechanik — — H .... weisen in ihrem Aufbau auf den GrundDie Forderung. während von den Grundbegriffen der Vektorenrechnung aus die Elemente der entwickelt hat**. in der Tat unverändert erhalten. S. 2. Fleischl. das logische Prinzip. einmal abgeleitet. von neuem zu dem Mißverständnis geführt. vgl. Der systematische Zusammenhang der Operationen bleibt. als solle hier die Größe nicht sowohl aus ihrem begrifflichen Prinzip v e r * Cohen.Relations-Analysis" überhaupt dient zugleich der Feststellung und Begrenzung ihres eigenen Problems. dem gleichen logischen Typus an. I. Sie alle. anke1 Theorie der komplexen Zahlensysteme. Logik der reinen Erkenntnis. Begriff stellt. an Stelle bestimmter Streckenprodukte Kräftepaare einsetzen und damit jedem geometrischen Satz. soweit sie dieser Bedingung genügen. 1881. Die verschiedenartigsten Formen des . wie sie denn auch in ihrer Fruchtbarkeit für die Probleme mathematischen Naturwissenschaft miteinander der übereinkommen. VII ax e 1 1 Substanz u. ist überall dort erfüllt. wenn wir etwa an Stelle von Geradenstücken Kräfte. dtsch. . bes.rechnung entwickelt*. M .Calculs" gehören.. M w 9* 131 . Quantität" zur . im sodann Fortgang zu den übrigen Problemgebieten der modernen und markanteste Mathematik. die dieser begriff des Ursprungs zurück. unmittelbar einen mechanischen zuordnen. 1837). das hier festgestellt ist. Die Einordnung der Infinitesimal-Analysis in den umfassenden Zusammenhang der . Braunschw. So hat ö b i u s seinen allgemeinen Calcul zu einem streng rationalen Aufbau der Statik verwendet. Qualität" als dem eigentlichen FundaEine erneute Bestätigung gewinnt ment zurückleitet. die vom Größenbegriff zum Funktionsbegriff. wie verschieden sie ihrem Inhalt nach sein mögen. Bewegixng.. der sich ergeben hat. Hier ist in der Tat das erste Beispiel der allgemeinen Betrachtungsweise gegeben. ö b i u s Lehrbuch der Statik (T. Der Begriff des . v. von der . wo die Glieder einer Mannigfaltigkeit aus bestimmten Reihenprinzipien abgeleitet und durch sie erschöpfend dargestellt sind. ** S. 102 ff. s.

ist hier ausgeschaltet und durch die allgemeine Beziehung des Bedingten zu den einzelnen Momenten. wie im baryzentrischen Calcul. fällt. rein inhaltlich betrachtet. die es gedanklich konstituieren. Wenn etwa. ersetzt. Damit aber wird die eigentliche Frage verkannt und verschoben: denn nicht darum handelt es sich. Die Erweiterung. wird nunmehr unvermeidlich: der . die das System der Euklideischen Geometrie durch die metageometrischen Untersuchungen und Spekulationen erfahren hat. Zerlegung in Teile'* tritt allgemein die „Auflösung in Begriffe" gegenüber. wenn vom Produkt zweier oder dreier Punkte oder vom Produkt eines Punktes und einer Strecke gesprochen wird: so wäre es widersinnig. wenngleich verschwinwerden. Die Beziehung des „Ganzen** zu den . die schon Leibniz klar und bestimmt hervorgehoben hat.. Dieser Gesichtspunkt aber tritt scharf hervor. die Ergebnisse der Mathematik. so bedeutsam und fruchtbar sie auch vom Standpunkt der Erkenntniskritik sein mögen. Aber auch unter diesem eingeschränkten Gesichtspunkt wird es unumgänglich. wenn man dem Verfahren der Infinitesimalrechnung die anderen möglichen Formen der mathematischen „Determination** zur Seite stellt. einfache Punkte addiert oder die Summe zweier gerichteter Strecken durch die Diagonale des aus ihnen gebildeten Parallelogramms dargestellt wird. als standen denden Teilen zusammengesetzt Bestimmung — — IV. darzustellen. außerhalb des Umkreises unserer Untersuchung. Denn hier handelt es sich nicht darum.. sondern lediglich einen neuen logischen Gesichtspunkt ihrer zu finden. den letzten substantiellen Bestand der Größe aufzuzeigen. Teilen*'. die als universelles Grundmittel allenthalben die Sicherheit und den Fortschritt der reinen Deduktion verbürgt. sondern lediglich das Prinzip der mathematischen Begriffsbildung zu bestimmen.vielmehr aus ihren. die es zusammensetzen. Die Scheidung. all diesen Operationen den gewöhnlichen „arithmetischen** Sinn unterzulegen. auf das Problem der Metageometrie einzugehen: denn eben dies ist 132 .

Grundzüge der Geometrie von mehreren Dimenund mehreren Arten geradliniger Einheiten. Eine empirische Begründung der mathematischen Begriffe wäre im strengen Grund Ursprung Form — * sionen 1894. Veroneses „Grundzüge der Geometrie von mehreren Dimensionen". als hätte die Geometrie. Daß hier eine berechtigte Ausdehnung des anfänglichen Problemgebiets der Geometrie vorliegt. die dem Erfahrungsbegriff selbst. tritt jetzt alsbald zutage. Leipzig S. VIII. . ob die Ansicht. sprechen es als die gemeinsame Überzeugung der wissenschaftlichen Forscher aus.das Eigentümliche dieses Problems. die Begriffe. die die Mathematik selbst hierauf erteilte. 133 . daß es nicht lediglich den Gehalt der mathematischen Kenntnisse. die sich von dieser Seite her erschließen. bei Philosophen wie Mathematikern. die bisher vom mathematischen Begriff gewonnen wurde. schien eine Zeitlang endgültig festzustehen: allgemein war es der empirische Charakter der geometrischen Begriffe. in seinem populären Gebrauch. ob der neue Inhalt die logische der Geometrie gesprengt oder aber sie bewahrt und gefestigt hat. aus denen heraus die einzelnen Forscher diese Entscheidung gefällt haben. daß zum mindesten die gewöhnliche Geometrie des dreidimensionalen Raumes lediglich auf die Erfahrung gegründet sei*. anhaftet. Deutsche Aiisg. Es ist. Geht man indessen näher auf die Motive und Gründe ein. der aus den metageometrischen Untersuchungen gefolgert wurde. Unab weislich drängt sich jetzt die Frage hervor. eingebüßt. 1. ihr eigentümliches Vorrecht. standhält. sondern die Auffassung von ihrem und ihrem umgestaltet hat. den neuen Aufgaben gegenüber. die zuerst einen vollständigen geschichtlichen Überblick über alle kritischen Versuche zur Erneuerung der geometrischen Prinzipienlehre enthalten. Die Antwort. in einem streng eindeutigen Sinn zu verwenden. steht nunmehr. die sie gebraucht. sobald sie den Boden der philosophischen Spekulation betrat. so erkennt man alsbald. Veronese. außer Frage: um so notwendiger aber wird es zu untersuchen. daß hier nur eine scheinbare Einheit der Auffassung vorliegt. Anm. Die ganze Unbestimmtheit.

der Vorbehalt hinzuzufügen. während die Strecke aus einer endlichen Anzahl derartiger Punkte zusammengesetzt ist. Die erfolgreiche Anwendung. nur für diesen Fall bleibt auch der Lehrsatz in Kraft. in konkreten Wahrnehmungen wurzelt und aus ihnen ableitbar ist. die elementaren Gebilde. Das einzig konsequente empiristische System der Mathematik ist daher von Pasch aufgebaut worden. dem fundamentalen Wahrheitsgehalt ihrer Sätze jedoch nichts hinzugefügt wurde. wodurch zwar ihr theoretischer Ausbau gefördert. vor deren anderen Teilen sie sich nur dadurch auszeichnet. Verzichtet man auf diese Abstraktionen. der ihnen eignet. Punkt" ist in dieser Auffassung nichts anderes als ein materieller Körper. so bleibt der Geometrie der Charakter der Naturwissenschaft erhalten. Der . Die Geltung der geometrischen Grundsätze unterliegt demgemäß bestimmten Einschränkungen. die durch die Natur der geometrischen Objekte als bloße Wahrnehmungsgegenstände gefordert sind. nicht sogleich exakter begrifflicher Gestaltung einzuführen. welche die Geometrie fortwährend in den Naturwissenschaften und im praktischen so führt Pasch aus Leben erfährt kann nur darauf beruhen. sofern er versucht. Erst nachträglich ist dieser ursprüngliche Inhalt mit einem Netze von künstlichen Abstraktionen übersponnen worden. kehrt man entschlossen wiederum zu den eigentlichen psychologischen Anfängen zurück. die sie für die sinnliche Empfindung allein besitzen können. in der Beobachtung gegebenen Objekten entsprechen. daß man zwischen zwei Punkten stets eine gerade Strecke und nur eine ziehen kann.. daß der gesamte Gehalt. daß ihre Begriffe zunächst genau den tatsächlichen. sondern zunächst lediglich in derjenigen Bedeutung zu nehmen. der sich innerhalb der jeweilig gegebenen Beobachtungsgrenzen nicht mehr als teilbar erweist. wie den Punkt und die Gerade. daß die betrachteten Punkte nicht zu nahe beieinander liegen dürfen.Sinne nur dort gegeben. wo der Nachweis erbracht würde. in sie — — 134 . So ist dem Satze. daß sie eine sehr geringe Anzahl von Begriffen und Gesetzen direkt aus der Erfahrung zu entnehmen braucht. alles andere dagegen der Entwicklung dieses einmal aufgenommenen Stoffes überlassen kann.

a. wahrVon der Annahme der . als ein Ergebnis eben jener ideellen Konstruktionen. S. eigentlichen" haft zu gewinnen. Die geometrischen Axiome der wirklichen Verhältnisse der Sinneswahrnehmung. ** Vgl. der an diesem Versuch zunächst festhält. daß die geometrische „Möglichkeit" nicht allein auf die direkte äußere Beobachtung. Jede Näherungsgeometrie muß mit Voraussetzungen operieren. Alle diese Ausführungen sind von dem einmal gewählAusgangspunkt aus durchaus folgerecht: aber es ten daß es nicht möglich ist. die sich freilich nicht in vollkommener Schärfe angeben läßt. sondern ebensowohl auf . Der Rohstoff. * Pasch. um den Beweisen wahrhafte Strenge und Allgemeinheit zu geben. indem er betont. bei denen die geometrische Idee nur ungefähr und annähernd realisiert ist.. die zuletzt nichts anderes sind. bestimmter Anwendung gibt dem Gedanken doch alsbald eine neue Wendung.daß sich zwischen zwei gegebenen Punkten stets ein dritter einschalten läßt. sieht man sich. a. hinausgehen*. Die Begriffe die man ursprünglich auszuschalten versuchte. S. Punkte. Der Versuch einer empirischen Begründung der Geometrie sieht sich demnach auf einen neuen Weg hingewiesen. W 136 . und bei e 1 1 s t e i n . sondern sie sind vermöge deren wir in die ungenaue Anschauung genaue Aussagen hineinlegen. O. sobald wir über eine gewisse Grenze. Vorlesungen über neuere Geometrie. während er seine Gültigkeit verliert.. die tatsächliche Objekte der Beobachtung darstellen. durch sie zeigt sich alsbald. den Grundriß des Gesamtgebäudes der wissenschaftlichen Geometrie.. geistige Tatsachen" zu basieren sind nicht sei. sie kann nicht zur Ableitung von Methoden dienen. S. den uns die sinnlichen Abbilder Forderungen. wie er sich geschichtlich gestaltet hat. hierzu die Kritik des Pasch' sehen Systems bei Veronese. zur Setzung „uneigentlicher" Gebilde gedrängt. 655 ff. Veronese. die sie der „reinen" Geometrie entnimmt. Geraden und vollständig Ebenen werden auch hier gebraucht und dienen zur Grundlage für die Definition derjenigen Elemente. 17 f. Punkte. 128 f. von denen sie vielmehr nur eine spezielle ist**.

noch den eigentlichen Bestand dessen. aber doch methodisch ausgeDenn die Daten der Beobachtung versagen sich jeschlossen. Was hierzu erfordert wird. daß wir es gewissen allgemeinen Re136 . So ist es denn auch eine specifische Leistung des Intellekts. Sie dienen als erste Anregung: aber sie gehen als solche in das Ganze das gänzlich unabhängig der deduktiven Mit dieser Feststellung aber ist nicht ein. was sie als Elemente der wissenschaftlichen Begründung bedeuten und wert sind.. nur als das „Sprungbrett". Die sinnlichen Inhalte bilden somit zwar den ersten Anlaß. zu gestalten ist. zwar nicht tatsächlich. In dem System von Pasch ist. objektiven" behauptet.. der Begriffe. empirischen Vorbetrachtungen". vom Standpunkt der Erkenntniskritik. das jenseit unserer räumlichen Anschauungsmöglichkeiten liegt. sondern lediglich nach dem. d. das in der reinen Mathematik. bereits entschieden: denn diese fragt nicht nach den Anfängen Begründung. ist stets ein reiner Akt der Konstruktion: eine mögliche. h. in ein Gebiet. subjektive" Element ist es. aber doch a priori. nach dem Platonischen Wort. von gewissen Grundtatsachen der sinnlichen Anschauung aus: aber diese Tatsachen gelten uns. um als Ansatz für mathematische Betrachtungen brauchbar zu werden.. die im Bereich des Wahrnehmbaren keinerlei Korrelat mehr besitzen. Wenngleich somit auch hier die Geometrie nach wie vor als Experimentalwissenschaft bestimmt exakte wird. dem Versuch. geistige Handlung". auf die man sich zuletzt zur Ableitung der Geometrien von mehreren Dimensionen berufen muß. der Geometrie und der rationalen Mechanik den Vorrang vor dem . in der wir über das Gegebene hinausgreifen. wobei indes das neue erzeugte Element von vornherein dadurch bestimmt ist. wie Veronese bemerkt. von dem aus wir uns sogleich zur Betrachtung von allgemeinen Bedingungs- zusammenhängen erheben. aber keineswegs die Grenze der mathematischen Begriffsbildung. was in ihr gewonnen wird.. das Problem. Wir gehen von . die mehrdimensionale Geometrie zwar nicht a posteriori. so ist doch die logische Rolle der Erfahrung eine völlig andere geworden. muß. durch unseren Geist verarbeitet werden: und dieses . vorzudringen.Eindrücke liefern.

XIII 225 f... Wir nehmen den Titel aber nur unter der Bedingung an. welche dem mathematischen und geometrischen Geist ungerechtfertigterweise die größtmögliche logische Freiheit verweigern wollen und sich z. der in sich selbst der begrifflichen Untersuchung zugänglich ist. so muß. so nehmen wir den Titel zum Unterschied von denjenigen." Die . „Will man uns. eigentlich philosophische" Bedeutung. die hier abgewehrt wird. Wäre wirklich der . S. in der Geometrie eine wahrnehmbare rein äußere Darstellung besitze oder nicht. IV. daß ihm keinerlei eigentlich philosophische Bedeutung beigelegt wird. 687 usw. Punkt" dieser Geometrie nur das Bild eines außerhalb des Gedankens existierenden Objekts.der hier ausge- sprochenen Ideen wegen Rationalisten oder Idealisten nennen. soll wie die Berufung auf P. a. S. S. ** Veronese. du Bois Reymond beweist * lediglich die Hypostasierung der mathematischen Ideale zu einer Art absoluter Existenzen bezeichnen: ihr rein begrifflicher HypothesenWert aber wird hiervon nicht berührt**. kein nicht definiertes Anschauungselement zu enthalten. VU.. welche uns direkt (!) die Vorstellung des Punktes liefern oder sie in uns erwecken und ohne welche es den eigentlich sogenannten Punkt nicht gibt"***. S.." so fügt Veronese hinzu. die damit für die geometrischen Begriffe gefordert ist. zum mindesten ein rein hypothetischer Zusammenhang abstrakter Wahrheiten zurückbleiben.. Sätze und Beweise der Geometrie von Anfang an der Bedingung gehorchen mußten. . ff. Da die Axiome. Veronese. S. 162 ff. so wäre die Stetigkeit des Aufbaus der — — — — * Näheres hierzu s. Die logische Freiheit. O. die mit mehr als dreidimensionalen Räumen operieren. . B. 137 . ob sie eine wahrnehmbare Darstellung z. a. a. a. aber kann sich nicht lediglich auf diejenigen unter ihnen beziehen.lationsgesetzen unterworfen denken. S. O. 658.weil es äußere Gegenstände gibt.. B. ff. bei jeder neuen Hypothese fragen. sondern sie muß sofern eine wahrhafte Einheit der Grundlegung erzielt werden soll bereits in den Methoden der gewöhnlichen Euklideischen Geometrie anerkannt werden. auch wenn wir auf die Anschaulichkeit überhaupt verzichten.. ** VIII vgl. Kap.

sondern alle Bedeutung erwächst ihm lediglich aus der relativen Stellung. Raumformen*' zusammenhält. Für die sinnliche Auffassung ist jede Unterscheidung des Ortes notwendig an einen Gegensatz im Inhalt der Empfindung geknüpft. Sie zeigen unverkennbar. Im Raum der Geometrie dagegen sind alle diese Gegensätze aufgehoben. wenn man den Euklideischen Raum mit den anderen möglichen . kraft ihrer zugleich den speziellen Fall der drei Dimensionen zu gewinnen? In der Tat heben sich gerade dann. das Element einer n-dimensionalen Mannigfaltigkeit zu setzen und zu begründen. sondern gerade in den entscheidenden. daß der Raum unserer Sinnes- — unserer Geometrie nicht gleichbedeutend. da ihnen völlig verschiedene Gruppen von Organempfindungen entsprechen. „Oben" und „unten". Wenn er vom Standpunkt der Metageometrie leicht als bloßer Anfang.Geometrie durchbrochen: denn welche begriffliche Analogie und Verwandtschaft besteht zwischen Elementen. die ohne Änderung miteinander vertauschbar wären.. Das Element als solches besitzt keinen spezifischen Inhalt mehr. seine eigentümlichen begrifflichen Kennzeichen scharf hervor. die wie die Differenz des Oben und wahrnehmung mit dem Raum Homogeneität — 138 .. Der Grundsatz der durchgängigen der Raumpunkte vernichtet alle Unterschiede.. die rein aus „geistigen Handlungen" resultieren? Und umgekehrt: wenn jene intellektuellen Verfahrungsweisen ausreichen. rechts" und . die es im Gesamtsystem einnimmt. als gegebenes Material für weitergehende Entwicklungen aufgefaßt wird. . und solchen. auch diejenigen. konstitutiven Merkmalen von ihm getrennt ist. welche Schwierigkeit hat es noch. links" sind hier nicht gleichwertige Richtungen. sondern sie bleiben. Die psychologischen Untersuchungen über den Ursprung der Raumvorstellung. Ende — die in rein sensualistischer Tendenz unternommen wurden haben dies mittelbar bestätigt und zur Klarheit gebracht. so bedeutet er vom Standpunkt der Erkenntniskritik nichtsdestoweniger einer komplizierten gedanklichen Operabereits das tionsreihe. die das Abbild vorhandener Dinge sind. qualitativ eigenartige. nicht weiter aufeinander reduzierbare Bestimmtheiten.

139 . S. sofern die Elemente der letzteren „überall dicht" liegen.u.. ** Erläuterungen und Beispiele hierzu bes. die durch die moderne Mannigfaltigkeitslehre durchgeführt worden ist. The Continuum as a type of order. 71 ff). als sei die Stetigkeit des Raumes keit : eine sinnlich-phänomenale Eigenschaft. ist aus jenem unbestimmten Bilde des Raumes. Kant. „Kantu.lediglich das Verhältnis der äußeren Dinge zu unserem Unten Körper. a. 15ff. auch seine Stetigkeit und Unendlichberuhen auf der gleichen Grundlage sie sind in keiner Weise in den räumlichen Empfindungen bereits gegeben. Auch die weiteren Momente des geometrischen Raumes. der Berliner Akademie d. Leipzig 1905. . die moderne Mathematik". empirisch gegebenen Objekt Die Punkte sind. d. Dieses Bild vermag gerade die letzte entscheidende Differenz. endgültig beseitigt worden. vgl. Irrtum. t. punkte möglicher Konstruktionen: wobei die Forderung — besteht.VII (vgl. S. den der Mathematiker voraussetzt und der in seinen Deduktionen gebraucht wird. daß die Identität dieser Konstruktionen sich bei aller Verschiedenheit des Ausgangselementes erkennen und festhalten lasse. durch die sich stetige Mannigfaltigkeiten von anderen unendlichen Inbegriffen abheben. bei Huntington.VI. hierzu bes. 1906. niemals zur Darstellung zu bringen: keine noch so scharfe sinnliche Unterscheidungskraft vermöchte noch irgendwelche Verschiedenheiten zwischen einer stetigen und einer diskreten Mannigfaltigkeit zu entdecken. sondern beruhen auf ideellen Ergänzungen. Zur Einteilung der Wissenschaften (Abhandl. 2« ser. nur als Ansatzbetreffen*. Mach. m. Wiss. h.Studien XII.Aufs. die wir an ihnen vornehmen. Der Begriff des Kontinuums. das der Wie das Gebiet der rationalen selbst angehört**. zwischen je zwei beliebig nahen Gliedern sich immer noch ein Glied angeben läßt. Zahlen sich durch eine Folge von Denkschritten allmählich zum kontinuierlichen Inbegriff der reellen Zahlen erMenge * Näheres über die Unterscheidung des „homogenen" geometrischen physiologischen Raumes vom inhomogenen und „anisotropen" Räume bei Erkenntnis u. was sie sind. 331 ff. Der Schein. das die sinnliche Anschauung uns darbietet. in keiner Weise zu gewinnen. ist durch die tiefere mathematische Analyse des Kontinuums.. Annais of Mathematics. also zu einem einzelnen.). die Darlegungen von Stumpf.

ein rein rationales System weiterte. nirgends anders Kantische Erfahrung gründung Aus- — — Wel 140 1 8 t e i n . Von diesen beiden entgegengesetzten Einwänden besitzt lediglich der letztere einen völlig konsequenten und klaren Sinn. a. daß in Kants eigener Darstellung eben die apriorische Freiheit der mathematischen Begriffe und ihre mögliche Ablösung von jeder sinnlichen Verdeutlichung nicht genügend zum Ausdruck gekommen sei. Die Euklideische Geometrie hört nicht auf. merkwürdigerweise zwei völlig entgegengesetzte Einwürfe laut geworden. a. so wurde anderseits eingewandt. Gegen die sind auf Grund derselben Prämissen. zusprechen mag. so bedarf es eines Prinzips.auch der Raum der Sinnlichkeit erst durch eine Reihe gedanklicher Umprägungen in den unendlichen. Daß Kant die Axiome in der „reinen Anschauung** „gegeben" sein lasse: dies sei nur zu erklären „aus jenem Erdenrest von Sensualismus. Da alle Systeme so folgert man der logischen Struktur nach gleichwertig sind. Es ist somit eine seltsame Anomalie. daß neben ihr andere Systeme denkbar sind. wenn man aus der Möglichkeit der Metageometrie auf die empirische Bedingtheit des Euklideischen Raumes geschlossen hat. sondern der logische Charakter Grundbegriffe ist durch die moderne Erweiterung des der Gebiets der Mathematik bestätigt und von einer neuen Seite Die Rolle. die der gleichen logischen Strenge der Verknüpfung fähig Auffassung der Geometrie sind. die aus der metageometrischen Betrachtungsweise geschöpft wurden. . das uns in ihrer Anwendung leitet: und dieses Prinzip kann. wenngleich sich zeigen läßt. die man jetzt noch der her beleuchtet worden. da es sich hier nicht mehr um bloße Möglichkeiten. O. sondern um den Begriff und das Problem des Realen selbst handelt. Wenn man auf der einen Seite von diesen Prämissen aus die Reinheit und Apriorität des Raumes bestritt. Nicht der empirische. liegt niemals in der Beder einzelnen Systeme. so geht — von Bedingungen und Folgerungen zu sein. S. sondern in der wahl. die wir zwischen ihnen zu treffen haben. der dem Kantschen Idealismus noch anhaftet*". 146. homogenen und stetigen Begriffsraum der Geometrie über.

„reine" Erfahrung. wert des Wenn die jetzt in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. die Erfahrungsdaten niemals als ist zuletzt stets ein nakte . so wie es an und für sich und ohne jegliche begriffliche Deutung sich ausnimmt. Diese Auffassung führt indessen bereits über die Grenzen der reinen Mathematik hinaus und endet bei einem Problem. Niemals steht auf der einen Seite die abstrakte Theorie. die die rein logische Bestimmung zurückgelassen hatte: sie führt von den vieldeutigen Raumformen der Geometrie zu dem eindeutigen Raum der physischen Gegenstände. Es ist die Frage nach der Methode und dem Erkenntnisselbst. Das Experiment dient somit zwar niemals als Beweis oder auch nur als Stütze des mathematischen Begründungs-Zusammenhangs. Vielmehr muß dieses Material.Fakta" entgegenstellen: sondern es bestimmtes logisches System der 141 . die abgelöst von jeder begrifflichen Voraussetzung gedacht ist. einen inneren Widerspruch in sich schließt. Die Erfahrung und die Hypothese gehören danach getrennten Gebieten an: jede steht Die für sich und kann für sich allein in Funktion treten. gegenübersteht. der vielmehr rein aus sich selbst feststehen muß aber es weist den Weg von der Wahrheit der Begriffe zu ihrer Wirklichkeit. im Baconischen Sinne des „experimentum crucis" verstanden.der Beobachtung und dem wissenschaftlichen Exgesucht werden. wenn anders wir ihm irgendeine Bestimmtheit zusprechen sollen. stets bereits die Züge irgendeiner begrifflichen Formung in sich tragen. man vom Experiment die Bestätigung oder Widerlegung eines als in periment : — Physik physikalischenExperiments bestimmten Inbegriffs mathematischer Hypothesen erwartet. während ihr auf der andern Seite das Beobachtungsmaterial. das seine vollständige Bestimmung erst durch die erkenntniserhalten kritische Zergliederung des Verfahrens der kann. daß die Trennung. wird zum Richter über den Wert oder Unwert einer bestimmten theoretischen Annahme aufgerufen.. die es zu prüfen gilt. die hier vorausgesetzt wird. Die Beobachtung schließt die Lücke. so ist es hierbei wesentlich Die kritische Zergliederung des Erfahrungsbegriffs zeigt dagegen. Wir können den Begriffen.

auch innerhalb der Mathematik zum Bewußtsein und zu immer allgemeinerer Anso hebt erkennung gelangt ist. immer ein experimentell gewonnener Maßwert dem Werte. IV. Die mögliche Variation der Bedingungen folgt selbst bestimmten Regeln und ist an eine gewisse Abfolge gebunden. sicht in der — — * Vgl.Verknüpfung des Empirischen. Ehe wir daran gehen würden. dem neuen Resultat durch eine veränderte Auffassung der physikalischen Gesetzeszusammenhänge Rechnung zu tragen. 142 . aber es scheint. Alle unsere Erfahrungen Poincar6 mit Recht hervor beziehen sich stets nur auf das Verhältnis der Körper untereinander und ihre wechselseitigen physikalischen Wirkungen. Sachverhalt ist in den Kämpfen um die Prinzipienlehre der Wo Geometrie Geometrie von philosophischer Seite immer wieder aufs neue hervorgehoben worden. das an einem anderen derartigen System gemessen und von ihm aus beurteilt wird. Und dieses letztere Verfahren ist es. zu dem der Gedanke sich zweifellos zunächst entschließen würde. IV. widerspricht. niemals aber auf das Verhältnis. die in dieser HinTat entscheidend sind. Abachn. hätten wir zunächst zu versuchen. bes.* Ist aber das messende Experiment in dieser Weise stets an ein Ganzes von Voraussetzungen gebunden. daß wir den mathematischen oder aber den physikalischen Teil unserer abstrakten Hypothese einer Änderung unterwerfen. wie kon- kret physikalische Annahmen über das Verhalten der Körper einbegriffen sind. ob wir die geforderte Einstimmigkeit zwischen Begriff und Beobachtung dadurch wiederherstellen. daß von ihm innerhalb des Widerstreits der geometrischen Systeme zum mindesten niemals eine eindeutige Entscheidung zu erwarten ist. in welchen sowohl rein geometrische Grundannahmen über den Raum. auf Grund der Ergebnisse astronomischer Messungen von der Euklids zur Geometrie Lobatschefskis überzugehen. daß er erst durch die Darlegungen Poincar6s. hier die eingehendere Begründting in Kap. da bleibt es uns überlassen. so ist es klar. indem wir etwa die Annahme der streng geradlinigen FortDieser pflanzung des Lichts einer Revision unterziehen. der auf Grund der deduktiven Theorie zu fordern wäre.

oder das Raumes unter sich selbst besitzen. die sie sämtlich miteinander teilen. von denen die Aussagen der Geometrie gelten wollen da der Versuch an materiellen Dingen die idealen Kreise oder Geraden niemals unmittelbar berührt und trifft so gelangen wir auch auf diese Weise niemals zu einer Entscheidung zwischen den verschiedenen Wegen. Die Form des Euklideischen Raumes ist somit in der Tat in demselben Sinne . Somit sehen wir uns.das die Körper zum reinen geometrischen Räume. Die logische Widerspruchslosigkeit. Poincarö. überall dem der Ungleichförmigkeit vorausgeht. einfacher" als irgendeine andere somit einer neuen eine komplexere Bedingung gewonnen Vgl. in den verschiedensten Gebieten. die die geometrische Begriffsbildung — — einzuschlagen vermag*. daß nichtsdestoweniger innerhalb der rationalen Systematik des Wissens der Begriff der Gleichförmigkeit. aber es kann kein Zweifel darüber bestehen. Chap. Aber innerhalb der Gemeinsamkeit. ist lediglich eine negative Bedingung. Belehrungen über das „Wesen" des Raumes die Teile dieses von einem Verfahren zu erwarten. die hierdurch begründet ist. Das Ungleichförmige wird im Fortschritt der konstruktiven Synthesen stets aus dem Gleichförmigen — Aufbau Homogeneität durch Hinzufügung stellt und gedankliche Bildung dar. 3 — 5. Es ist daher vergeblich. La Science et l'Hypothese. sind die Differenzen im prinzipiellen und in der relativen Einfachheit dieses Aufbaus nicht ausgelöscht. Vom Standpunkt des Satzes der Identität und des Widerspruchs mag der Gedanke der Heterogeneität des Raumes dem der in der Tat gleich zu stehen scheinen. die all diesen Systemen zukommt. wenn die Wahl zwischen den mannigfachen Systemen nicht gänzlich der subjektiven Willkür anheimgegeben bleiben soll.. von welchen die Erfahrung handelt. von gänzlich anderer Art als die Gegenstände sind. wiederum vor die Aufgabe gestellt. 143 . ein rationales Kriterium der Unterscheidung zu entdecken. das gemäß seiner gesamten Tendenz und Anlage auf eine völlig andere Fragestellung hinzielt. Da die Objekte.

P Vgl. Beschränken wir uns dagegen auf das erzeugende all dieser Räume. daß er lediglich als reiner Relations. a.Raumform. In der Ordnung des Wissens zum mindesten besteht hier eine notwendige und "eindeutige Abfolge: diese Ordnung des Wissens aber ist es. in der erkenntniskritischen Betrachtung. Graßmann.*' 144 o i n c a r 6. die Ordnung der Gegenstände bestimmen. wie er sich in der Hypothese Lobatschefskis oder Riemanns darstellt. . §22: z. O. Konstruktionen vollzogen werde n. an welches alle anderen Konstruktionen anknüpfen und über dem sie sich erheben. das heißt an allen Orten und nach allen Richtungen können gleiche • * Vfjl. wie innerhalb der Algebra ein Polynom ersten Grades einfacher ist als ein Polynom zweiten Grades*. Sie stellt das erste und fundamentale Schema auf. Sofern in der reinen Geometrie absolute Größenbestimmungen überhaupt setzbar und zulässig sind. der zuvor unabhängig entwickelt worden ist und der durch sie nur im einzelnen. die eine bestimmte Größe über- einander gegenüberstellen. — So bleibt der Euklideische Raum freilich eine begriffliche die sich einem System möglicher Hypothesen überhaupt einreiht: aber er besitzt nichtsdestoweniger Hypothese. S. Element Größen wird. so stützen sie sich doch stets auf einen allgemeinen Relationszusammenhang. Für die Maßbestimmung im Infinitesimalen gilt somit ohne weiteres die Euklideische Norm. a. wenn wir Teile dieser Räume.und Konstruktionsraum gefaßt ist. die sich eben damit im prinzipiellen Sinne als die eigentlich grundlegende erweist. Die Differenzen zwischen dem Euklideischen Raum und dem Raum. die auf einen Unterschied der absoluten und der absoluten Richtung führen könnte. durch Hinzufügung besonderer Bedingungen. alle sonstige inhaltliche Bestimmtheit aber. „Die Einfachheit des Raumes wird ausgeea^ in dem Grundsatze: Der Raum ist an allen Orten und nach allen Richtungen gleich beschaffen. so ist hier die Unterscheidung aufgehoben. von ihm ferngehalten ist**. 61. treten erst dann heraus. näher bestimmt schreiten.B. durch die wir. Die Gleichförmigkeit des Euklideischen Raumes ist in der Tat nur der Ausdruck dafür. Ausdehnungslehre von 1844.

elliptischen Geometrie" der Ebene. nicht ausgeschlossen.. die ihnen. die Sätze der Nicht-Euklideischen Geometrie derart zu interpretieren. die für irgendeine mehrdimensionale Mannigfaltigkeit abgeleitet und bewiesen worden sind. ihre genaue Entsprechung und Abbildung in der Geometrie der pseudosphärischen Flächen.innerhalb dieses Systems einen eigentümlichen Vorzug des Wertes und der Geltung. Wir können wiederum innerhalb unseres Anschauungsraumes selbst Gebilde auswählen. zur anschaulichen Darstellung verhilft. bricht diese Möglichkeit der Rückbeziehung nicht ab. \q X45 . a. Die Lobatschefskischen Geometrie finden. Und auch dann. während der . Aber selbst wenn wir auf diese Zurückführung auf bekannte Verhältnisse und Probleme verzichten. deutung gelangen. Substanzbegriff We 1 1 s t e i n . Aus einem Inbegriff reiner logischmathematischer Formen greifen wir eine Mannigfaltigkeit.. Damit aber ist freilich nicht ausgeschlossen. die selbst einen besonderen Ausschnitt aus der gewöhnlichen Euklideischen Geometrie darstellt. in der auch sie zu konkreter BeZunächst nämlich sind die Ergebnisse. vielfach selbst einer Deutung und Umsetzung fähig. die Geometrie der Kugeloberfläche innerhalb des Euklideischen Raumes von drei Dimensionen entspricht. wenn wir zu Systemen höherer Dimensionen übergehen. die bestimmten heraus und versuchen mit ihrer Hilfe die Bestimmtheit des Realen darzustellen und durchsichtig zu machen. wie R i e a n n sie entwickelt hat. O. deren Form sich in der allgemeinen Geometrie untersuchen und feststellen läßt*. S. So bildet etwa die Mannigfaltigkeit aller Kugeln eine lineare Mannigfaltigkeit von vier Dimensionen. daß ihnen ein bestimmter konkreter . die in allen ihren gegenseitigen Bestimmungen den abstrakten Regeln gehorchen. zu denen diese Systeme hinleiten. B m — m räumliche Näheres bei Cassirer. wenigstens mittelbar. daß neben dem Grundsystem auch die komplexeren Systeme eine bestimmte Sphäre der Anwendung besitzen. wie Verhältnisse der e 1 1 r a i gezeigt hat. so ist damit die Möglichkeit. Denn alle diese Sätze sprechen nur ein Ganzes von Beziehungen aus. a. rationalen Forderungen entspricht.Sinn" entspricht. 102.

wird hierbei übrigens auch von den ausdrücklich radikalsten empiristischen zugeKritikern standen*. Selbst wenn man allen Zweifeln Eingang verstattet. der den Regeln der Verknüpfung in irgendeiner dieser allgemeinen Beziehungslehren gemäß ist. sondern sie sind lediglich die vorausgesetzten Termini der Relation selbst und erhalten in ihr und durch sie erst all ihre Eigenart. keine endgültige Bestimmung treffen. unabhängig davon. nirgends einen Anlaß darbietet. daß die rein der geometrischen Begriffsbildung. in ihrer jetzigen wissenschaftlichen Gestalt. In jedem Fall aber rationale ergibt sich nunmehr. (Vgl. Raumform" hinauszuschreiten. läßt sich. sondern stets nur die Möglichkeit ihrer empirischen Anwendung. die zu ihrer vollständigen Darstellung eine Mehrheit von erfordern. Daß die Erfahrung.während sie über den Charakter der Einzelglieder. sondern vielmehr bestätigt wird. von einem Mannigfaltigen mehrerer „Dimensionen" sprechen. Form Grund — — * S. Sofern die Physik uns Systeme darbietet. die durch diese Betrachtungen geweckt werden mögen: so betreffen diese Zweifel doch niemals den eigentlichen der Begriffe. das gemäß den zuvor entwickelten deduktiven Gesetzen dieser Mannigfaltigkeiten zu beurteilen der Anwendung — Bestimmungsstücken räum- und zu behandeln ist. denen an und für sich irgendwelche Beschaffenheit zukäme.) Wo uns daher irgendein Inbegriff entgegentritt. wie sie sich fortschreitend immer genauer festgestellt hat. sind nicht selbständige Dinge. Problemi della Scienza. 293 ff 146 .. durch die metageometrischen Betrachtungen nicht bedroht. ob diese Bestimmungsstücke eine liche Deutung zulassen. welche qualitativen Merkmale seine Elemente aufweisen mögen und ob sie sich räumlich veranschaulichen lassen ein Gebiet diese — der abstrakten Sätze nachgewiesen und abgegrenzt. 123 ff. da ist damit gleichviel. Bologna 1906. S. ob. von denen sie handeln. die in Beziehungen eingehen. über die Euklideische . S. Die Punkte. Vom Standpunkt unserer heutigen Kenntnisse so schließen auch sie sind wir zu dem Urteil berechtigt. Enriques.

die die Mathematik aufstellt. Aber selbst wenn man mit derartigen Möglichkeiten rechnet. stets nur relative und somit problematische Bein einer entfernten Wandel physikalischen — bestimmung — Wirklichkeitsabsolute zusammenhänge Bedingungs- deutung besitzt. wie zweifellos sie immer erscheinen mag. Wenn sich irgendwelche sicher festgestellte Beobachtungen bieten. gelten unbeschränkt. Das System der allgemeinen Geometrie beweist indes. so würde hierdurch doch nur der Satz bestätigt. den Anspruch auf Gewißheit erheben darf. sobald man den Boden der daß betritt keine Setzung. jegliche Ordnung des Empirischen zu verstehen und logisch zu beherrschen. ob nicht die verlorene Einheit durch einen Wechsel der „Raumform" selbst wieder hergestellt werden könne. nehmungen 10* 147 . Nur die Möglichkeit positiv als Euklideisch anzusehen ist".daß der physische Raum . wenn somit alle begrifflichen Abänderungen innerhalb eines engeren Bezirks bereits vergeblich versucht worden sind: dann erst darf der Gedanke eintreten. die mit unserem bisherigen theoretischen System der Natur nicht übereinstimmen und die auch durch keine noch so weitgehende Veränderung in den Grundlagen dieses Systems mit ihm in Einklang zu setzen sind. die diesen Bedingungen in allen Stücken entsprechen. Zukunft vielleicht einmal auch hier einen eintreten zu lassen. daß es Existenzen gibt.. daß diese Problematik den logischen Charakter des mathematischen Wissens als solchen nicht berührt. Es zeigt. daß der reine Begriff für alle nur erdenklichen Änderungen in der empirischen Beschaffenheit der Wahrseinerseits vorbereitet und gerüstet ist. Nur die reinen selbst. die universellen Reihenformen bieten die Handhabe. sollen wir uns nicht verschließen. während die Behauptung.

I. alle Beschaffenheiten. Die logische Natur der reinen Funktionsbegriffe findet im System der Mathematik ihre deutlichste Ausprägung und Hier ist ein Gebiet freiester ihren vollkommensten Beleg. US . die wir betrachten und in deren objektive Natur wir einzudringen suchen.sein: aber es fehlt ihnen. 4 ff. um als Typus für die Beschaffenheit des Begriffs überhaupt zu dienen.Viertes Kapitel: Die naturwissenschaftliche Begriffsbildung. um als Beispiel für den ganzen Umkreis der logischen Aufgaben. und Begründung der Syllogistik setzt diesen Gedanken überall voraus: die Ontologie gibt den Grundplan für den Aufbau Ist dies aber der Fall. so der Logik ab. ob. die sich streng innerhalb des Gebiets faltet. die das logisch gültige Urteil und SchlußDie Aristotelische Auffassung verfahren treffen wollen.) kann die Mathematik nicht länger als Vorbild und Muster gelten. fließen einzig und allein aus dem Gesetz ihrer ursprünglichen Konstruktion. S. (S. haben kein anderes als ein ideales Sein. Die Struktur und Verfassung des Seins ist es. an dem die Produktivität des Denkens sich am reinsten entscheint zugleich seine eigentümliche Schranke zutage zu treten. da gerade ihr. in der das Denken Die über alle Schranken des „Gegebenen" hinauswächst. Die mathematischen Konstruktionsbegriffe mögen innerhalb ihres engeren Bereichs fruchtbar und unentbehrlich . und universeller Betätigung erschlossen. die der Begriff. Denn so sehr die Logik sich im „Formalen" beschränkt. Gegenstände. Aber gerade an diesem Punkt. so ist dennoch in ihr der Zusammenhang mit den Problemen des Seins nirgends abgebrochen. wie es scheint. die wir von ihnen aussagen können. ein wesentliches Moment.

Die freiwillige Beschränkung. Damit aber stehen wir wiederum gänzlich innerhalb der allgemeinen Grundauffassung. Die Frage nach der Bedeutung und der Funktion des Begriffs erhält erst an den Naturbegriffen ihre endgültige und abgeschlossene Formulierung. den wir uns hier abgesteckt haben. die Sorge um das Die Verschiedenheit zwischen den „Gattungsbegriffen" im Sinne der traditionellen logischen Sein prinzipiell fernbleibt. die wir uns in ihr auferlegen. Hier ist es die Beobachtung allein. die hier den eigentlichen Maßstab zu bilden haben. Vielmehr sind es die wahrhaften Seinsbegriffe. von den eigenen . was hier dem Begriff erst seine Kraft und Wirksamkeit zu sichern scheint. Die Naturbegriffe kennen keine andere Aufgabe und dürfen keine andere kennen. die einseitig im Ideellen verharrt. um so reiner stellt sich uns das Bild der äußeren Wirklichkeit dar. diese Verschiedenheit dadurch zu erklären. sobald wir versuchen wollten.. Die passive Hingabe an das Objekt ist es. von dem engen Bezirk aus. auf der Wahrheit und Gewißheit des Urteils beruhen. sondern die Art des Begriffs ist von vornherein durch die Art des Materials bestimmt und vorgeschrieben. das Ganze der logischen Probleme zu bestimmen. aber sie würde zum methodischen Fehler werden. so scheint sich die Lösung alsbald zugunsten.ihrer selbstgeschaffenen Bildungen hält. Je mehr wir uns von den eigenen Bildungen. sind es die Aussagen über die Dinge und ihre wirklichen Beschaffenheiten. Idolen" des Geistes freimachen. Geht man indessen von dieser Fassung des Problems aus. die ihren logischen Ausdruck 149 . hier bleibt keine schöpferische Freiheit und Willkür des Denkens übrig. Die Entscheidung über Art und Richtung der Logik kann nicht durch daß innerhalb schließende — eine Betrachtungsweise erfolgen. Auffassung und den mathematischen Konstruktionsbegriffen mag somit freilich zugestanden werden: aber man könnte versucht sein. der Mathematik die letzte und abLeistung des Begriffs nicht erstrebt und demgemäß nicht erreicht werde. der traditionellen logischen Auffassung zu verschieben. ist berechtigt. als die gegebenen Wahrnehmungstatsachen nachzubilden und ihren Gehalt in abgekürzter Form wiederzugeben.

die bezeichnet als solcher vor- Wahrnehmung handen und aufzeigbar sind. Dem metaphysischen Ideal der Naturerklärung tritt jetzt die bescheidenere Aufgabe gegenüber. ob. nur gewisse Züge. sie bedeutet die Annahme bestimmter Empfindungsdaten. S. Die Hypothese bezeichnet nur eine Lücke unseres Wissens. Wir greifen nicht mehr über das Gebiet des Empfindbaren hinaus. 6. Der Begriff ist nur die Kopie des Gegebenen. Der gesamte Gehalt und die Sicherheit des naturwissenschaftlichen Begriffs hängt danach von der Bedingung ab. gewisse hypothetische Momente aufnehmen und verwenden. um die unerfahrbaren absoluten Ursachen und Kräfte zu entdecken. Die Erkenntnis könnte auf dieses asylum ignorantiae verzichten: vollkommene für sie würde die Wirklichkeit klar und übersichtlich in tatsächlichen Wahrnehmungen gegeben und erschöpft sein. durch die der wissenschaftliche Begriff der Physik erst zur Bestimmtheit und Vollendung gelangt.) Die allgemeine Auffassung vom Sinn und von der Aufgabe der Naturwissenschaft entspricht denn auch durchaus dieser Anschauung. daß er kein Element enthält. sich zum mindesten in einer möglichen ^//t Wahrnehmung beglaubigen und rechtfertigen lassen muß. schien somit eine notwendige Bedingung bezeiclmet zu sein. um eine bestimmte Erscheinungsgruppe vollständig darzustellen. Erfahrung und naturphilosophische Spekulation scharf gegeneinander abzugrenzen. Die gesamte moderne Philosophie der Physik stellt sich auf den ersten Blick lediglich als die immer strengere und konsequentere Durchbildung dieser Grundansicht dar. die aber nichtsdestoweniger ihrer Beschaffenheit nach den wirklich wahrgenommenen Elementen als durchaus gleichartig angesehen werden. Die Theorie mag freilich. der auf diese Weise eingeführt wird. auf denen 160 . (Vgl. das nicht innerhalb der Welt der Wirklichkeit sein genaues Gegenstück besitzt. das Wirkliche vollständig und eindeutig zu beschreiben. In dieser Ansicht allein schien die Möglichkeit gegeben.in der Theorie der Abstraktion er in der gefunden hat. aber auch für diesen Fall gilt die Forderung. daß jeder Bestandteil. die uns bisher durch keine direkte Erfahrung zugänglich waren.

Die durchgeführte logische Analyse führt auch diese Begriffe auf das Maß ihrer Bedeutung zurück. als welche sich alle Begriffe zuletzt erweisen. Die Schilderung des tatsächlichen Bestandes der physikalischen Rückweg zur konkreten 161 . in eine Summe von Wahrnehmungen auflösen und durch diese Summe ersetzen. in und Toneindrücke. in welcher die Sinnesdaten auftreten. Die Einheit der physikalischen Methodik scheint erst hierdurch wahrhaft gesichert zu werden: denn jetzt sind es nicht mehr heterogene Bestandteile. aus welchem auch die Welt des Physikers sich aufbaut. wie Atom oder Molekül.« Wie immer man indes über die Rechtfertigungdieses Ideals urteilen mag: schon seine Fassung enthält eine Zweideutigkeit. Was sich dieser Zurückführung entzieht. was in Begriffen. aus denen sie sich zusammensetzt. die es zunächst zu beseitigen gilt. sinnliche Muskelgefühle und Druck. das ist in Wahrheit kein prinzipiell neues Element. auf den alle Aussagen über die Realität sich zuletzt reduzieren lassen müssen. wenn wir von den ge- danklichen Abkürzungen. Das Ziel einer Philosophie der Physik wäre erreicht. sondern im Allgemeinbegriff der Empfindung ist nunmehr gleichsam der gemeinschaftliche Nenner fixiert.und Geschmacksempfindungen. wäre demnach das eigentliche logische Ideal der Physik. wenn wir jeden Begriff. Farbender sie uns unmittelbar zugänglich sind. das erweist sich eben damit als ein willkürlich eingeführter Faktor. der in eine physikalische Theorie eingeht.und Berührungswahrnehmungen sind das einzige Material. wieder den Fülle der empirischen Einzeltatsachen vollziehen könnten. hinzugebracht wird. indem sie sie als Symbole für bestimmte Eindrücke und Komplexe von Eindrücken wiedererkennt. Geruchs. Den Inhalt der Physik bilden vielmehr einzig und allein die Phänomene selbst in der Form. Äther oder Energie. Was diese Welt mehr zu enthalten scheint. der im endgültigen Ergebnis wieder zu verschwinden hat. sondern nur eine eigentümliche Verkleidung. Die Ausschaltung aller Elemente.die Mannigfaltigkeit und die Veränderung unserer Wahrnehmungswelt beruht. die kein direktes sinnliches Korrelat in der Welt der wahrnehmbaren Dinge und Vorgänge besitzen.

die über seinen Wert entscheiden soll? letzteren Falle wäre. das werden. die einem anderen logischen Typus angehören und somit eine andere Begründung verlangen? Methode — II. wenn man dem Gange der physikalischen Forschung selbst folgt und die Leistung des Begriffs. Wieder wäre es jetzt eine bestimmte Metaphysik der Erkenntnis. wie sie Sammlung von Beobachtungen. die sie enthält. Dieselbe Unbefangenheit. „Faktische" der naturwissenschaftlichen Theorie selbst rein aufzufassen. das hier nur auf seinen einfachsten und kürzesten Ausdruck gebracht wird. die der positivistische Kritiker gegenüber den Tatsachen der Sinneswahrnehmung verlangt. bei der Schon das erste und auszeichnende Merkmal.Theorien verquickt sich mit einer allgemeinen Forderung. ehe über den Wert oder Unwert der WirklichkeitsIst diese Theorie ansicht. sobald man es vom Standpunkt der allgemeinen logischen Grunddes forderung der Beschreibung betrachtet. Die Theorien der Physik empfangen ihre Bestimmtin der sie . das sich Betrachtung jeder naturwissenschaftlichen Theorie unmittelbar aufdrängt. geändert. die sich wie an einem Faden nebeneinander aufreihen. die sich hier betätigt. in der Tat nur eine in der Art. Die Entscheidung in dieser Frage kann nur gewonnen werden. a t i s c h e n F o r heit erst von der a t h e Gegebenen m m m 152 . muß auch gegenüber den komplexeren Tatsachen des Wissens gefordert Auch hier besteht die erste Aufgabe darin. oder enthält sie Momente in sich. die an eben diese Theorien gestellt wird. Welches der beiden Momente ist hier das ursprüngliche und maßgebende? Ist es lediglich das wirkliche Verfahren der Wissenschaft selbst. entschieden wird. geschichtlich vorliegt. wie immer auch das schließliche Ergebnis der Betrachtung nicht prinzipiell die lautet. unmittelbar in ihrer Wirksamkeit betrachtet. die der Physik die Wege zu weisen suchte. birgt eine eigentümliche Schwierigkeit. oder wird umgekehrt dieses Verfahren an einer allgemeinen Theorie des Erkennens und der Wirklichkeit geIn diesem messen.

erst. so klar sie auch durchschaut werden mag. Der Physiker mag sie als empiristischer Philosoph noch so eindringlich schildern: er ist ihr unmittelbar von neuem verfallen. Die ist Messens Kon- lediglich den psychologischen Ausgangspunkt: mathematisch ist erkannt es ist. sobald wir auf die allgemeinen Erwägungen über das Prinzip der mathematischen Begriffsbildung zurückblicken.Funktion des Z ä h 1 e n s und unentbehrlich. niemals zu umgehen oder zu beseitigen. um auch nur den Rohstoff an „Tatsachen" herbeizuschaffen. Von ihr absehen hieße zugleich die Sicherheit und Klarheit der Tatsachen selbst aufheben. sobald es einer Umdeutung unter- durch die es in eine andere Form der Mannigfaltigkeit umgeprägt wird. das wir neben Experiment und Beobachtung zur Anwendung bringen können. wenn wir es dem Schema unserer mathematischen Begriffe unterwerfen und damit die empirische Bestimmtheit und Gebundenheit des Seins wiederum in die Freiheit und Willkür des Denkens aufgehen lassen? Und dennoch ist diese Gefahr. also ist der mathematische Begriff nicht sowohl ein rechtmäßiges und notwendiges Instrument. ja so trivial dieser Zusammenhang erscheinen mag: so paradox ist er im Grunde. im positivistischen Sinne des Wortes. als vielmehr eine ständige Gefahr. Heißt es nicht das unmittelbare Dasein. auf einer reinen struktion beruht. die wir nach rationalen Gesetzen hervorbringen und beherrschen können. Das Gegebene der Anschauung bildet sich darstellen. So selbstverständlich indessen. das sich uns in der Sinnesempfindung erschließt. der den mathematischen Begriffen eignet. die durch die Theorie wiedergegeben und in ihr vereinigt werden sollen. daß aller Inhalt. das nicht die Anwendung bestimmter 153 . sobald er sich als wissenschaftlicher Forscher betätigt. Jede derartige Umdeutung aber muß offenbar dort verworfen werden. worfen worden verfälschen. zeitlichen Es gibt keine exakte Konstatierung eines räumlichFaktums. Immer schärfer und deutlicher hatte es sich gezeigt. Für die Aufgabe der Naturerkenntnis. wo es sich lediglich um die Auffassung des Gegebenen als Gegebenen in seiner eigentümlichen individuellen Struktur und Beschaffenheit handelt.

den Elementen oder eigentlich den Atomgewichten derselben entsprechen die Primfaktoren. Planetenbewegung von der reinen geometrischen Definition der Ellipse als Kegelschnitt. wenn es sich hierbei lediglich um die elementaren Begriffe und Gebilde der MatheWenn das erste Keplersche Gesetz der matik handelte. oben. K u m m e r den Gedanken durchgeführt hat. Denn gerade die komplexen mathematischen Begriffe. die innerhalb dieses Systems obwalten. vorbeisehen.Zahlen und Maße in sich schließt. (Vgl. Auch selbst die idealen Zahlen unserer Theorie finden sich in der Chemie.) Je mehr indes im Fortschritt der mathematischen Begriffsbildung dieser Schein zerstört wird. die sich ihrem Ursprung und ihrer logischen Beschaffenheit nach völlig von der Anschauung trennen und sie prinzipiell überschreiten. das in der Analysis des Unendlichen seinen prägnantesten Ausdruck findet. daß die Beziehungen. Dieses Verhältnis. die den Dingen ebenso wie ihre Farbe oder ihr Glanz und ihre Härte anhaftet. Konzeptionen. führen zu fruchtbaren Anwendungen innerhalb der Anschauung selbst zurück. sind es. Man könnte an G^r Schwierigkeit.Der chemischen Verbindung entspricht für die komplexen Zahlen die Multiplikation. in den Verhältnissen chemischer Verbindungen ihr konkretes Substrat besitzen. 36. Schöpfung wie das System der komplexen Zahlen liefert einen neuen Beleg dieses Zusammenhangs: wie denn z. bleibt dennoch nicht auf ihr Selbst eine so abstrakte gedankliche Gebiet beschränkt.. die keineriei Möglichkeit einer unmittelbaren Realisierung im Sinnlichen mehr besitzen. um so nachdrücklicher tritt die allgemeine Frage hervor. das dritte von den arithmetischen Begriffen des Quadrats und des Kubus Gebrauch macht. S. die hierin liegt. als hypothetische Radikale. und die chemischen Formeln für die Zerlegung der Körper sind genau dieselben wie die Formeln für die Zerlegung der Zahlen. B. welche bisher noch nicht dargestellt 154 . . vielleicht nur allzuoft. so mag hierin zunächst kein erkenntnistheoretisches Problem gesehen werden: gilt doch der naiven Auffassung Zahl und Gestalt selbst als eine Art physischer Eigenschaft. die im Aufbau der Mechanik und Physik fortdauernd zur Geltung kommen.

— Schon die erste Phase jeglicher wissenschaftlicher Naturtheorie überhaupt bringt dies zum unzweideutigen Ausdruck. die aber. Theorie der komplexen Zahlensysteme S.. Sobald wir nur einen Schritt über die erste naive Beobachtung vereinzelter Tatsachen hinaus tun. 155 . beginnt mit einer Abkehr von eben dieser Wirklichkeit und ihrem Ersatz durch die Symbole des Zahlund Größengebiets. um diese Verknüpfung auch nur scharf und adäquat bezeichnen zu können. nicht-wirklicher" Elemente ist. auf die . 35. deren ganzer Inhalt aus einer Verknüpfung rein ideeller Konstruktionen stammt. sondern haben ihren guten Grund darin. sobald wir nach der Verknüpfung und dem Gesetz des Wirklichen fragen. Wiederum müssen wir. Bd. der die Aufgabe das Wirkliche zu beschreiben und bis in seine feinsten Fasern bloßzulegen. beide denselben Grundbegriff.. Der exakte Begriff der Natur wurzelt im Gedanken des und ist erst auf Grund dieses Gedankens erreichbar. zichtet. auf die Sphäre des konkret-tatsächlichen Seins aber bildet das eigentliche Problem. sich von diesem ersten Schema zu be- Mechanismus * Grelles Journal. die die positivistische Forderung uns vorschreibt. nach Hankel. das nur allgemeine hypothetische Zusammenhänge von Gründen und Folgen entwickelt. 104. wirklicher" und . in den Diese Zusammensetzungen ihre Wirklichkit haben hier angedeftteten Analogien sind nicht etwa als bloße Spiele des Witzes zu betrachten. S. so wie der hier behandelte Teil Zahlentheprie. oit. haben wir damit bereits die strengen Grenzen." Eben diese Übertragung von Gebilden. Die Naturerklärung mag in ihrer späteren Entwicklung versuchen. auf denen jede naturwissenschaftliche Theorie beruht. wenngleich innerhalb verschiedener Sphären des Seins zu ihrem Prinzipe haben*. 360. daß die Chemie. Auch diejenige Form der Erkenntnis. auf ein System zurückgreifen.worden sind.« Es zeigt sich schon hier. überschritten. Wirklichkeit" seiner Elemente dagegen prinzipiell ver- der — zufällt.. sowie die idealen Zahlen. nämlich den der Zusammensetzung. daß es eine eigentümliche Verflechtung .

ja das bildet sie ein direktes Faktum Grundfaktum. wir unter dem Raum nichts anderes als eine verschiedener Gesichts.. qualitativ voneinander unterscheiden. Raum und Zeit selbst aber werden als Glieder dieses Grundverhältnisses nicht mehr in ihren unmittelbaren. Bewegung im allgemeinen wissenschaftlichen Sinn ist nichts anderes als ein bestimmtes Verhältnis. je nach den besonderen physiologischen Bedingungen. S. das und Zeit eingehen. sobald sie in ein System von Bewegungen aufgelöst ist. sondern in ihren Bestimmungen vorausgesetzt. um den strengen Begriff der Bewegung. die sich. oben. successiver Vorstellungsinhalte mag allenfalls Verschiedenheit auf diese Weise erfaßbar sein: ab^r dieses Moment allein genügt keineswegs. Die Wirklichkeit ist vollständig erkannt. die qualitative Der bietet. das alle äußere Beobachtung uns zuerst darder Empfindungen. sondern schließt eine eigentüm- Solange Summe homogenen Wechsel 156 . Bewegung" im Sinne Diese verlangt als Grundlage der exakten Physik möglich. 139. mathematischen phänomenalen" Eigenschaften. Diese Auflösung aber kann niemals gelingen. an dem zuerst das Wissen zur Klarheit über sich selbst und seine Aufgabe gelangt. solange ist in ihm keine .und Tasteindrücke verstehen. Raum der reinen den stetigen und Geometrie: Stetigkeit und Gleichförmigkeit aber eignen niemals dem Beisammen der sinnlichen Eindrücke selbst sondern nur derjenigen Mannigfaltigkeitsform. psychologifreien Bewegung Raum schen und streng . zu der wir sie kraft bestimmter gedanklicher Forderungen konstruktiv umschaffen. dessen die Mechanik bedarf.und ein weiteres und allgemeineres an seine Stelle zu setzen: dennoch bleibt die und ihre Gesetze das eigentliche Grundproblem. solange die Betrachtung im Umkreis der bloßen Wahrnehmungsdaten beharrt. zu begründen. Hier wird neben der Verschiedenheit die Einheit. neben der Veränderung die Identität gefordert: und diese Identität wird niemals durch die bloße Beobachtung verbürgt. unter denen sie zustande kommt.) So wird denn auch die Bewegung selbst von Anfang an in diesen Kreis einer rein Nur scheinbar Bedingtheit hineingezogen. begrifflichen der Wahrnehmung. (S..

daß schon der erste Zugang zur Mechanik von Voraussetzungen abhängt. Erst indem wir kraft dieses Gesetzes eine Bestimmtheit schaffen. durch die die Lücken der tatsächlichen Wahrnehmung ergänzt und und ausgefüllt werden. sondern entsteht erst in der gedanklichen Synthese und in der Anticipation eines allgemeinen Gesetzes. die Kepler nach den Beobachtungen Tycho de Brahes zugrunde legt. ist Punkte am Himmel erst : der reine mathematische Begriff der Ellipse. mag in dem Sinne. völlig zu Recht bestehen. Die einzelnen Orte des Mars. die exakten mathematischen Grundgleichungen der Bewegung. daß die „Beschreibung". ist damit die Bewegung mathematisches Faktum gewonnen. wenn hier nicht von Anfang an ideelle Voraussetzungen wirksam wären. sofern sie jedem Moment der stetigen Zeit eine und nur eine Lage des Körpers im Räume zuordnet. Alle diese Begriffe können dem 157 . enthalten für sich allein nicht den Gedanken der Marsbahn: und alle Häufung einzelner Lagebestimmungen vermöchte zu diesem Gedanken nicht fortzuführen. r So zeigt es sich hier von einer neuen Seite her. Die bekannte Kirchhoffsche Definition. der zuvor konzipiert sein muß.und Zeitpunkte umfaßt. die aus ihr gewöhnlich gezogen werden. die über das sinnlich Erfahrbare hinausgreifen. Jede Aussage über die einheitliche Bahn eines bewegten Körpers schließt die Angabe einer Unendlichkeit möglicher Stellen in sich: das Unendliche aber kann offenbar als solches nicht wahrgenommen werden. die als Aufgabe der Mechanik die vollständige und eindeutige Beschreibung der in der Natur vor sich gehenden Bewegungsvorgänge bezeichnet. Was die bleibt eine Mehrheit leuchtender Empfindung darbietet. den ihr Urheber mit ihr verband.liehe Leistung des Denkens in sich. und in ihnen die Begriffe als des materiellen Punktes. ohne daß darum doch die philosophischen Folgerungen irgend gerechtfertigt wären. schafft dieses diskrete Aggregat zum stetigen System um. der gleichförmigen und veränderlichen Geschwindigkeit sowie der gleichförmigen Beschleunigung zur Voraussetzung hat. Kirchhoff selbst läßt keinen Zweifel darüber. auf die er hinzielt. die die Allheit der konstruktiv erzeugbaren Raum.

müsse dieses Subjekt sich direkt in Wahrnehmung aufweisen lassen: ist es doch der Körper. Der schärferen begrifflichen Analyse treten indessen schon an diesem Punkt eigentümliche Schwierigkeiten entgegen. Am sobald schärfsten tritt diese ideelle Bedingtheit hervor. Umformung. Denn für sie gibt es eine „Natur". Wo eine derartige Zusammen158 . zu einem Ganzen vereinen. durch die er aus seiner Umgebung herausgehoben und als so lange Ganzes von individueller Form erkannt wird vermag er auch keinen konstanten Bezugspunkt der VerDie Körper unserer Wahrnehmungsänderung abzugeben. der Bewegung zur bestimmung des Wieder scheint der ist Subjekts derBewegung als übergeht. Solange er selbst nicht in feste und unverrückbare Grenzen eingeschlossen ist. dem die Bewegung als Merkmal zugesprochen wird. ihre Bestimmtheit lediglich einer ersten Sie verdanken und oberflächlichen Zusammenfassung. in welcher Bewegungen als beschreibbare Objekte sich vorfinden. bildet in Ist die der Physiker als vollzogen voraussetzt. Um als Subjekt der Bewegung zu gelten. in welcher wir Raumteile. nur als ein Ergebnis einer durchgängigen gedankDiese mathematische lichen Umformung des Gegebenen. so läßt sich in der Tat mit Hilfe dieses logischen Materials das Ganze der möglichen Bewegungserscheinungen völlig übersehen und seiner Form nach beherrschen: aber um so dringender erhebt sich nunmehr die Frage nach den intellektuellen Mitteln. muß der empirische Körper zuvor selbst eindeutig bestimmt und gegen alle anderen Gebilde unterschieden und abgegrenzt sein. einmal der Gedanke der Stetigkeit und Gleichförmigkeit des Raumes sowie der exakte Begriff der Geschwindigkeit und Beschleunigung erfaßt und begründet. Wahrheit das eigentliche und ursprüngliche Problem. es doch ein Komplex greifbarer und sichtbarer Eigenschaften. aber sie sind es keineswegs im Sinne der Erkenntnistheorie. kraft deren dieses Ergebnis erreicht wird. die mit annähernd denselben sinnlichen Merkmalen behaftet scheinen. Begriffs- man vom Prozeß es. — welt aber genügen nirgends dieser Bedingung.mathematischen Physiker mit gutem Grund als feste und unmittelbare Data gelten.

. so ist auf der anderen Seite zu fordern. als Ansatzpunkte für die Aussprache der Bewegungsgesetze brauchen können. daß er in sich selbst eine strenge Einheit darstellt.fassung anfängt und endet. wenn die Grundlegung der exakten Bewegungslehre gelingen soll. wo zwei verschiedene Körper sich zu berühren scheinen. starre" Körper der reinen Geometrie muß an die Stelle des wahrnehmbaren Körpers und seiner schrankenlosen Veränderlichkeit gesetzt werden. die wir als Grundlagen für die Urteile der reinen Mechanik. — — 159 . wie es nach außen abgeschlossen ist. Alle diese Gesetze können vielmehr mit Sinn nur von den idealen Grenzgebilden ausgesagt werden. Somit muß ein System zugrunde gelegt werden. als es selbständig verschiebbare Partikeln gibt. Sobald wir seine einzelnen Teile gegeneinander verschiebbar denken. Abschluß des Körpers gegenüber allen Bestandteilen der äußeren Umgebung verlangt wird. die wir begrifflich an Stelle Form : . die ihn zum „Träger" Und wie hier der genaue der Bewegung tauglich macht. Vor allem ist es Karl P e a r s o n der in seinem Werk über die . so auch in sich selbst keiner weitergehenden Differenzierung und Zerfällung in eine Mehrheit unabhängig beweglicher Subjekte fähig ist. hat er diejenige Identität erlangt. Grammatik der Wissenschaft" diesen Prozeß mit Klarheit und Nachdruck geschildert hat. ist mit absoluter Genauigkeit niemals zu bestimmen. einen beständigen wechselseitigen Austausch von Teilen und somit eine stete Verschiebung der Grenzflächen erkennen lassen. Der . ein schärferes sinnliches Unterscheidungsvermögen würde uns dort. ist die oberste Bedingung der Eindeutigkeit des Bezugspunkts wiederum verletzt an Stelle der einen Bewegung sind so viele verschiedene getreten. In der Tat ist die Notwendigkeit einer derartigen Umformung des Problems von den Anhängern der Theorie der . Erst indem wir dem Körper eine strenge geometrische beilegen und ihn auf diese Weise aus dem Umkreis des bloß Wahrgenommenen zur Bestimmtheit des Begriffs erheben.. Es sind wie er ausführt niemals die Inhalte der Perzeption als solche.. das. Beschreibung" selbst ausdrücklich anerkannt und hervorgehoben worden.

die Bewegung von Etwas klar zu denken. die allgemeinen mechanischen Gesetze auf die Bewegungen des Äthers anzuwenden.Perzeption". so ist es nichtsdestoweniger wahr. sobald man darauf verzichtet. sondern der „Konzeption". die in der absoluten Zeit ihre Lage wechseln. die nur Grenzen bezeichnen. Diese Widersprüche schwinden." Mechanik häufig verwickelt hat und die insbesondere in den Versuchen zutage getreten sind. h. die der Mathematiker ihnen in seiner freien KonSie ist ein Faktum nicht der Empstruktion substituiert. 160 . wegung — Erkenntnissphären.der empirischen Daten der Sinneswahrnehmung setzen. findung. daß man die beiden die hier einander gegenüberstehen. daß unser Geist sich vergebens abmüht. Dinge" sondern einzig allein von jener anderen Klasse von Objekten gilt. sich bewegen. nicht scharf und bestimmt voneinander schied. Der Geist sträubt sich durchaus gegen den Gedanken jeder anderen Bewegung als die dieser reinen Denkschöpfungen. in welche sich die d. „So befremdend es auf den ersten Blick erscheinen mag. wenn dieses Etwas nicht ein geometrischer Punkt oder ein Körper ist. „Nur in der Region des Begriffs können wir im strikten Sinne von der Bewegung der Körper sprechen: denn hier und nur hier sind es geometrische Formen. selbst als phänomenalen Einzelinhalt anschauen zu wollen. der von kontinuieriichen Oberflächen begrenzt ist. das niemals unmittelbar auf die der uns umgebenden Sinnenwelt anwendbar ist. sinnliche und begriffliche Momente nicht unmittelbar ineinander zu wirren. die auf die Herstellung einer wissenschaftlichen Ordnung der Phänomene abzielt. eine gedankliche Schöpfung.. nicht der . Die Widersprüche." Gruppen sinnlicher Eindrücke können sich verändern. sondern des Denkens.. können alte Bestandteile verlieren und neue gewinnen. sobald man gelernt hat. . Was wir in der Physik allein vermögen. können sich zu neuen Gruppen zusammensetzen: aber alle diese Wandlungen bezeichnen noch in keiner Weise den eigentlichen Gegenstand der Mechanik. ist der Aufbau einer Welt von geometrischen Formen. die sich im Gebiet der Perzeption niemals tatsächlich aufzeigen lassen. erklären sich zum größten Teil daraus. Beist ein Prädikat.

. Pearson. Sobald wir aber diese ganze Gedankenwelt wiederum unmittelbar in die sinnliche Welt hineinverlegen. die als solche der Welt unserer Perzeptionen notwendig fremd sind? Wenn die Aufgabe einer wahrhaft .. 325 u. S. die sie voraussetzt. an Stelle der Glieder einer bestimmten sinnlichen Mannigfaltigkeit die ideale Grenze einzuführen. wie unter diesen Voraussetzungen die Mechanik noch länger als rein beschreibende Wissenschaft aufgefaßt werden kann. Es wäre eine eigentümliche Weise. die als solche durch die Empfindung zu erfassen wären. notwendig anhaften*. das Vorgefundene zu beschreiben. die selbst auf keine Weise mehr werden können. vorgefunden" Die Frage nach der Eigenart der naturwissenschaftlichen Grundbegriffe mündet hier in ein allgemeineres Problem ein. Statt der bloßen passiven Wiedergabe sehen wir hier einen aktiven Prozeß vor uns. Second edition. wenn an ihre Stelle ein Inbegriff geometrischer Ideale gesetzt wird.. Alle diese Ausführungen Pearsons sind vortrefflich: aber man fragt sich vergebens. dem physikalischen sowohl wie dem metaphysischen. objektiven" Beschreibung darin besteht. die diese Mannigfaltigkeit abschließt. die wir damit wiederum all den jeder Art des Dogmatismus. . was den Charakter und den Wert des begrifflichen Verfahrens der Physik ausmacht. Cassirer. s. wie der erste Schritt der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung darin besteht. die wir ihnen zusprechen.die in der Mannigfaltigkeit von Bewegungen. der das zunächst Gegebene in eine neue logische Sphäre überführt. direkt in Bestandteile der Wirklichkeit umdeuten. The S. London 1900. die komplexen Einzelphasen unserer sinnlichen Erfahrung mit wunderbarer Genauigkeit wiedergeben und zur Darstellung bringen. 239 Grennmar ff. wenn wir uns zu diesem Zweck in lauter Begriffen bewegten. Kann es noch eine Beschreibung der Wahrnehmungsinhalte heißen. Substanzbegriff U 161 . Das einer derartigen Grenzsetzung aber vermag die Antinomien — Recht * S. Wir sahen. 198 ff. of Science. 282.. das Gegebene so getreu als möglich aufzufassen und keinen Einzelzug hinzuzufügen oder wegzulassen: so ist es hingegen gerade eine derartige Veränderung des anfänglichen Bestandes. sobald wir die logischen Momente. sind verfallen.

beleuchtet diesen d u B o i s-R e y Dualismus allseitig. wie Paul o n d sie entwickelt hat. wie die Glieder der Folge selbst. nicht hält. was sich einzeln in der wirklichen Vorstellung aufweisen läßt oder aber mit dem Idealismus die Existenz von Gebilden zu behaupten. Das schlichte mathematische Problem führt uns mitten hinein in den Streit zweier allgemeiner die sich unversöhnlich gegenüberstehen. solange sie sich rein innerhalb ihres Bezirks mehr vollständig zu erweisen: sondern es ruht auf allgemeinen logischen Prinzipien. wie etwa zu den einzelnen Ziffern eines Dezimalbruchs. Der Mathematiker ist außer stände. Wenn wir uns die Frage stellen. wie alle Probleme dieser Gattung. ihn zu schlichten.Naturwissenschaft. die wir auf sie geben. für eine dieser beiden Grundansichten 162 . sondern nur nach der subjektiven Neigung des einzelnen Forschers zu entscheiden ist. eine genaue Grenze existiert. Der Gewinn. zu wählen: es entweder mit dem Empirismus nur dasjenige als vorhanden zu setzen. als sie vielmehr in ihrer Unlösbarkeit zu verstehen In der Tat ist diese Entscheidung in und anzuerkennen. neuerer Zeit von einem namhaften Mathematiker ausdrücklich vertreten worden. Die Betrachtung der mathematischen Grenzbegriffe führt nach ihm zu einem Grundproblem zurück. das. solange die Logik und die Erkenntnistheorie selbst an diesem Punkte nicht zur Klarheit durchgedrungen sind. gilt. nicht mehr nach strengen objektiven Kriterien. die den gedachten Abschluß bestimmter Vorstellungsreihen bilden. aber niemals selbst unmittelbar vorzustellen sind. Die „allgemeine Funklioncntheorie". die Antinomien. ob zu bestimmten gegebenen Vorstellungsfolgen. aber sie verzichtet von Anfang an darauf. Mehr als irgendwo aber scheinen beide hier in unlöslichen Schwierigkeiten befangen: und der einzige Ausweg. Es gilt zwischen diesen beiden Weltanschauungen Weltanschauungen. so ist die Antwort. nicht metaphysischen m mehr allein durch logische und mathematische Erwägungen eindeutig zu bestimmen. der dem klaren Denken bleibt. der aus dieser Zurückführung der Frage gezogen werden kann. die denselben Bestand besitzt. ist indessen gering. nicht sowohl zu lösen. die sich an diesem Punkte aufdrängen. scheint darin zu bestehen.

um — — es eine höchst befremdliche Erscheinung. hinweggeräumt. als Grundanschauungen der strengen Wissenschaft zu gelten. Ganze der möglichen Denkweisen umspannt und in sich befaßt. daß es Problemgebiete gibt. sie unter zweierlei Gestalt vor uns erscheint. 11* 163 . ist. daß es zwei durchaus verschiedene Auffassungsweisen gibt. „Die ausdauerndste Beobachtung unseres Denkvorgangs und seiner so heißt es bei d u B o i s-R e y m o n d Beziehungen zur Wahrnehmung führt eben nicht darüber hinaus. die dem * Paul 1882. welche gleiches Anrecht darauf haben. denn hier stehen wir an einem Punkte. muß sich sogleich das Bedenken erheben. auf einer Wirklichkeit ob er das vollständigenEinteilung beruht. Die alte Frage nach dem und Verhältnis von Begriff und Existenz. Die Lösung des Rätsels ist. Klarheit in die Grundlagen der Analysis zu bringen. was die Wahrheit verbergen konnte. der zugleich einen entscheidenden Wendepunkt aller Erkenntniskritik darstellt. welcher zuerst durch wasserhellen Kristall das doppelte Bild des einfachen Gegenstandes bemerkte.den Sieg herbeizuführen. nachdem alles. Nur in diesem Falle wäre die Antinomie unlösbar. und man erwarten durfte. als ich heute am Ende sorgfältigsten und unverdrossensten Überlegens die doppelte Anschauungsweise über die Grundlagen unserer Wissenschaft vor dem Leser zu entwickeln mich entschließen muß*. wenn sich zeigen ließe. wenigstens solange Immerhin bleibt es sich um reine Mathematik handelt. Der. ob der Gegensatz. weil keine von ihnen ungereimte Ergebnisse liefert.." Es verlohnt sich in der Tat dem Ursprung dieses eigentümlichen Ergebnisses nachzuspüren. Die allgemeine Funktionentheorie. alles was er tun kann und tun muß. der hier zwischen „Empirismus" und „Idealismus" konstruiert wird. daß es ein Rätsel bleibt und bleiben wird.. tritt von Idee uns hier noch einmal in einer Freilich eigentümlichen und originellen Fassung entgegen. mag es nicht ergriffener seinen Freunden gezeigt haben. du Bois-Reymond. S. endlich ihr Bild klar und unzweideutig zu erblicken. während sie sogleich an Schärfe verlieren würde. ihn bis in seine letzten gedanklichen Wurzeln zu verfolgen. Tübingen 2 f. daß.

Die Art. spezifisch mathematischen Problems fruchten? Ist doch die reine Mathematik eben dadurch charakterisiert. der hier zu Wort kommt. ' die allgemeine Vorschrift 1 1+—1-f-— -f. 1 ^-S (in inf.. in der der Begriff der Denkvorgangs innerhalb der Mathematik allein auftritt. irgend einmal über- 164 . so wird durch sie das Ganze zerlegt. der von der . physischen Wirklichkeit bezeichnen. eine und nur eine Stelle innerhalb des idealen Zahlensystems objektiv notwendig und eindeutig festgelegt stätigt Existenz diese ausschließende ^ wird. die von der Reihe. deren eine alle der rationalen Zahlen in zwei streng geschiedene Klassen Elemente umfaßt. was damit behauptet werden soll. Die Existenz der Zahl e besagt nichts anderes. Existenz" der Zahlen e und it spricht. sondern der Philosoph und Psychologe ist. so fehlte vom mathematischen Standpunkte aus jedes Mittel. beDer Richtung des Interesses. von und daher in dem hier ausgegangen wird.) gegeben. aber ebensowenig ist es das Vorkommen bestimmter Vorstellungsinhalte in irgendwelchen wahrnehmenden und denkenden Subjekten. Wäre dies der Sinn der Aussage.Gegensatz. Was in aller Welt könnte auch „die ausdauernde Beobachtung unseres und seiner Beziehungen zur Wahrnehmung" für die Lösung irgendeines besonderen. sie nachzuprüfen und zu bewähren: denn nur das Experiment und die verallgemeinernde Induktion gestatten es. völlig entrückt ihrer logischen Struktur und Gültigkeit von seiner Auflösung unabhängig sind. als daß durch die Reihe. die wir zu ihrer Definition verwenden. Algebraiker. 1 Denken wir uns . In Wahrheit zeigt es sich schon in den ersten Entwicklungen du Bois-Reymonds. daß es nicht der Mathematiker. über reale Vorkommnisse im psychischen Leben der Individuen eine Entscheidung zu treffen. daß sie von allen derartigen Untersuchungen über den Denkvorgang und seine subjektiven Bedingungen vollständig absieht und sich lediglich den Denkgegenständen als solchen und ihrem objektiv-logischen Zusammenhang zuwendet.. will damit zweifellos kein Faktum der äußeren. wenn sie genügend weit fortgesetzt wird..

bestimmte Schranken des weiteren Fortschritts fühlbar. 79f. so nahe sie e immer liegen mag. Auf auseinanderzuhalten das Vermögen. als sie auch den ganzen und gebrochenen Zahlen eignet: wie denn der Wert von e von dem jeder anderen Zahl. von einer „Zahl" e zu sprechen und was das gesamte „Sein". (Vgl.Ding" anzunehmen. sobald wir uns von dem der Grenze zu ihrer geometrischen Bealgebraischen Sinn scheint in deutung wenden.) ist. Beziehungen ist es allein. bei denen dies nicht der Fall ist. halten wir also daran fest. daß wir nur dort berechtigt sind. Die Bestimmtheit. Die Existenz eines der Tat nicht anders gesichert werden zu können. die durch ihnen ihre Definition abgegrenzt sind. ein besonderes . während die andere diejenigen Elemente enthält. den vollständigen und in sich abgeschlossenen Bestand dieser Zahl ausmacht. was uns berechtigt. daß unter dieser Voraussetzung das Dasein eines Grenzpunktes für irgendeine bestimmte konvergente Punktfolge aus der Be- Anders scheint es freilich Punktes Anschauung 165 . wenngleich rein ideell. hinlänglich gegeneinander die zu liegen. ob. genau so streng und scharf unterschieden ist. Hier aber machen sich sogleich. die auferlegt. es Perzeption in keiner Weise handelt sich auf beiden Seiten um reine Begriffe. so sehen wir. wo uns zu seiner Darstellung eine besondere Vorstellung zur Verfügung steht. Durch diese vollständige Einteilung. auf Grund des psychologischen Prinzips der Unterschiedsschwelle. die auf diese Weise entsteht. als es die Werte von 1 und 1000 sind. die sie im Gebiet der Rationalzahlen bewirkt. Vorstellungen in die „Kleiner" und einander ähnliche Einzelinhalte der im Bewußtsein zu unterscheiden.schritten werden. S. logischen Bedingungen. so doch im Prinzip von keiner anderen Art. gewinnt die Reihe zu den Gliedern dieses Gebiets ein bestimmtes Verhältnis. indem sie selbst sich zu ihnen Beziehung des „Vor" oder „Nach" und somit des Die Gültigkeit all dieser und „Größer" setzt. ihn in der aufzuweisen und von anderen Lageelementen zu unterscheiden.. das uns erlaubt. als durch ein Verfahren. wird hier zurückgegangen. Bleiben wir auf dem Standpunkt des „Empiristen" stehen.

Die verschiedenen Termini werden von einem bestimmten Gliede an ununterscheidbar und fließen ineinander über. Das es hier genommen wird. sie noch weiterhin voneinander zu sondern. Eulers Klarheit und die zermalmende Gewalt Gaussischen Geistes*. daß ich behaupte. Der tiefere Grund aller * Allgemeine Funktionentheorie S. wird niemand versuchen. ob derjenige Punkt. die sich algebraisch durch die Glieder der Reihe selbst zum Ausdruck bringen lassen. undenkbar halte ich dies. „Sein" der geometrischen Punkte ist prinzipiell nicht von anderer Art und gehört keinem anderen logischen Bereich an. zu „beweisen". haben wir uns bereits außerhalb des Bereichs der reinen Mathematik von Punkten in dem Sinne. wenn eine aus den gegebenen Punkten herausgegriffene Punktfolge einen zu den Für so gegebenen nicht gehörigen Punkt bestimmen soll. Dasein Mißverständnisse und Widersprüche aber liegt auch hier in der Unbestimmtheit und Vieldeutigkeit. daß all diese Mächte nicht genügen würden. „Man fordert auch". so werden alle diese Punkte. so bemerkt du BoisReymond. Das in der der Seinsbegriff selbst genommen wird. endgültig zu entscheiden. als besonderes geometrisches Individuum existiert. der dem algebraischen Grenzwert der Reihe entspricht. in dem gestellt. 66 f. einander immer näher und näher rücken. die hier versucht wird. „in der Tat Unmögliches. der sich jemals auch nur die kritischen Widerlegungen des ontologischen Arguments völlig deutlich gemacht hat. den geforderten Beweis zu erbringen: denn mit der bloßen Fragestellung. je weiter wir in der Reihe fortschreiten. bis schließlich unsere Anschauung kein Mittel mehr besitzt. 166 .trachtung der Folge selbst niemals erwiesen werden kann. wir sind demnach auch außer Stande. keine Denkarbeit werde einen solchen Beweis für das Dasein des Grenzpunktes je einem Gehirn abfoltern und vereinigte es Newtons Divinationsgabe. Denken wir uns etwa die einzelnen Zahlwerte einer konvergenten Reihe durch Punkte auf der Abscissenachse dargestellt." Es ist völlig zutreffend. oder aber nur diejenigen Lagebestimmungen Realität besitzen.

. Lpz. die Schrift du Bois-Rey* Vgl. K du Bois Reymonds geübt hat: System monds „Über die Grundlagen der Erkenntnis schaften. die mit dem ursprünglichen durch eine eindeutige begriffliche Beziehung oder durch eine Kette solcher Beziehungen verknüpft sind. 1900. in den exakten Wissen- 167 . wie dieser. . Der Idealist glaubt an das irgendwie beschaffene Vorhandensein unwahrnehmbarer.ist also die wirkliche Existenz nicht allein des Vorgestellten. sobald man diese als Notwendigkeit . der sich von dem Gegner. wahr Verwechslung vonWahrheit undWirklichP. nach durchaus Mannigfaltigkeit analogen Gesetzen. wie man leicht erkennt. Hier wie dort wird von einer ideellen Einheitssetzung ausgegangen und hier wie dort vollzieht sich der gedankliche Fortschritt derart.. so sehr erwiesen sie sich andererIhr Sein seits als Ausdruck gültiger räumlicher Relationen*. dem . die die „Allgemeine Funktionentheorie" aufrollt. (Vgl. die B. ein „Idealist". die der echte „Idealismus" allein für die Gebilde der reinen Mathematik fordern und in Anspruch nehmen kann. nur das „Vorhandene" als anerkennt. wie sich zeigte. erschöpfte sich in ihrer geometrischen Bedeutung und Notwendigkeit. 175 ff. wie von diesem Standpunkt aus auch das Paradoxon der imaginären und unendlich-fernen Punkte sich löste: so wenig diese Punkte irgendeine geheimnisvolle „Wirklichkeit" im Räume für sich in Anspruch nehmen konnten. hierzu noch die treffende Kritik. daß wir alle Elemente. Tübingen 1890. Der Idealist im Sinne du Bois-Reymonds hingegen geht über eine derartige Forderung weit hinaus. S." so heißt es hier. ." Hier spricht. ob. indem er. Wien. u. unvorstellbarer. wie die systematische Entwicklung des Inbegriffs der Zahlen. Wir sahen.. löst sich. 109 ff. sondern der aus den Vorstellungen unwillkürlich folgenden Anschauungen.) Diese ist es denn auch. das Konzept hat verrücken lassen. S.Die grundlegende Anschauungsweise des idealistischen Systems. vgl. vollzieht sich. e r r y an der Lehre einer Theorie der Grenzbegriffe.Der Aufbau der geometrischen das der reinen Zahlen. . durch unseren Denkvorgang erzeugter Wortabschlüsse von Vorstellungsfolgen**. ** Allgemeine Funktionentheorie S. 87. in das System aufnehmen. Empiristen". Die gesamte Antinomie. S. 91.

seits die die eigentlichen * P. in der Auffassung der naturwissenschaftlichen Grundbegriffe hervor. auf die Begriffe des Atoms oder der Fernkraft nicht verzichten. Vm. die allem unseren Erkennen kraft seiner Natur und Wesenheit Immer von neuem sehen wir uns auf unvorgesetzt ist. kommt Das Organ dabei. Abschn. Noch eindringlicher macht sich daher hier das Bewußtsein der Schranke geltend. in nebelhaft gleichförmigem Vordringen sich abmüht. wenngleich wir andererjede Hoffnung aufgeben müssen. die hinter der bekannten und uns zugänglichen Welt der sinnlichen Erscheinung liegen. das lichen Sinn abzugewinnen vermögen. nicht von der Stelle". stellbare Elemente geführt. „Wir sind im Gehäuse unserer Wahrnehmungen eingeschlossen und für das. wie blindgeboren.k e i t aufhebt. auch sie schreiten beständig über das Gegebene hinweg. daß wir ihnen. griffe des absolut starren Körpers. für die Wirklichkeit ist und bleibt uns versagt. wie gelähmt. dieser Anschauung besitzen wir in der Tat kein „Organ" mehr für das Wirkliche: denn die notwendigen Begriffe. Die in als — die den Verfechtern beider Thesen ge- Folgen dieser Verwechslung treten noch schärfer der rein mathematischen Diskussion. was außerhalb ist. Nicht einen Schimmer können wir davon haben. ohne daß dieser unvermeidliche Fortgang sich kritisch Wir können auf die Berechtfertigen und begründen ließe. in irgendwelchen Bestandteilen der äußeren Wahrnehmungswelt einen unmittelbaren Beleg für sie zu finden. sobald wir sie zu fassen und zu zergliedern suchen. meinsam ist. in die hier die Darstellung der Grundlagen der exakten Erkenntnis ausmündet. Organe für die logische Auffassung und Über »iie du Bois-Reymond Gnindlagen der Erkenntnis in den exakten Wissenschaften. keinen verständ„Unser Denken. 168 . denn der Schimmer gleicht doch schon dem Licht: „was aber entspricht im Wirklichen dem Licht"?* Diese radikale Skepsis. Auch diese Begriffe sind in den gleichen Widerstreit hineingezogen. und immer wieder zeigt es sich zugleich. ist eine Auf dem Boden folgerechte und bezeichnende Konsequenz.

in welchem die unbestimmten Daten der Empfindung durch ihre strengen begrifflichen Grenzen ersetzt werden. Dieser Prozeß des Denkens aber erfordert freilich mehr als die bloße Kombination und Deformation von Vorstellungsbestandteilen. die sich hier durchschaut. als der Inbegriff der Farben und Töne.und Berührungsempfinso lichten sich wiederum immer um Objekten . rücken. sammenhangs. er setzt eine selbständige und konstruktive Betätigung voraus. der Druck. Unser Denkgebiet. sondern es wohnt uns die unerschütterliche Überzeugung inne. des Zukeine andere keine tiefere Verknüpfung gewinnen. dungen verstanden wird. sind jetzt Ist selbst in geheimnisvolle Realitäten jenseits der Phänomene verwandelt. wie sie sich in der Schöpfung der Grenzgebilde am deutlichsten aber trotzdem Form * Allgemeine Funktionen theorie." Dieser Satz ist zweifellos zutreffend. Aber die Ergänzung dieses Mosaik des Wahrnehmbaren" kann nicht in der Art geschehen. vom Vorhandensein gewisser Dinge außerhalb des Vorstellungssystems*..Beherrschung der Mannigfaltigkeit der Empfindungen bilden. daß wir neue . Aber die Behauptung der objektiven Geltung dieses Prozesses ist nicht mit der Behauptung einer neuen Klasse von einerlei.. Das Aggregat sinnlicher Dinge muß auf ein System notwendiger Begriffe und Gesetze bezogen und in dieser Beziehung zur Einheit zusammengeschlossen werden. sofern unter dem „Vorstellungssystem" nichts anderes als die Masse gegebener Perzeptionen." so behauptet du Bois-Reymonds „Idealist". 110 f. unsinnliche" Dinge in diese erste empirische Wirklichkeit einfach einschieben: denn dadurch würden die Teile des Mosaik zwar enger und dichter aneinander heran. . 169 . indessen diese Verwandlung einmal die Nebel. enthält nicht allein die Mosaik des Wahrnehmbaren und die daraus durch den Denkprozeß. Dieses Bild entsteht freilich erst durch einen Prozeß der Idealisierung. . der Geschmäcke und Gerüche. S. also durch Deformation und Kombination abgeleiteten Vorstellungen und Begriffe... dichter das reine Bild der naturwissenschaftlichen Wirklichkeit zu legen drohten. .

um die gesetzlichen Strukturverhältnisse des Gegebenen um so schärfer zu er. so Gegenstandes Wortabschlüsse * Allgemeine Funktionen theorie S. die ideellen Grenzen. denn ohne sie würde die Wahrnehmungswelt nicht nur ein Mosaik. tritt um so schärfer das hervor. er erkenne nicht die absolut genaue Gerade.. vor dem Ideal selbst Kehrt zu machen*. Idealisieren als durchaus berechtigt bezeichnet und nur erklärt. Diese Form der Idealisierung aber muß auch der Empirist" zugestehen. wenn er behauptet. die absolut genaue Ebene.bekundet. als bloße zu deuten. nicht um ein willkürliches Spiel der Phantasie handelt. fassen. deren grundlegende Funktion hier somit durchaus bestätigt wird. vermöge deren allein die vollständige Orientierung innerhalb der Mannigfaltigkeit der Phänomene selbst gelingt. 118. Sie gehen über das Gegebene nur hinaus. mehr oder weniger genaue Ebenen als bestehend an. ist damit aller Streit im Grunde geschlichtet. Das „Sein" der Idee aber geht in dieser ihrer Funktion auf und bedarf keiner anderen Stütze und keines anderen Beweises. wie bei du Bois-Reymond. „Das Vollkommene". Daß es sich hier aber um eine derartige Notwendigkeit. 170 . die wir bestimmten Folgen auf Grund bestimmter begrifflicher Kriterien zuordnen. sondern immer nur mehr oder weniger genaue Gerade. Denn der Bestand des Ideals. sondern ein wahrhaftes Chaos sein. Es ist ein bloßes Mißverständnis. sondern sie wollen die unentbehrlichen logischen Richtlinien festsetzen. der kritisch allein behauptet und vertreten werden kann. Es ist vergeblich. Denn schon diese Unterscheidung verschiedener Stufen der Genauigkeit setzt die Vergleichung mit der exakten Idee voraus. besagt nicht mehr als die objektiv logische Notwendigkeit des Idealisierens. Auch die naturwissenschaftlichen Idealbegriffe behaupten nichts über ein neues Reich getrennter absoluter Objekte. denen kein reeller oder logischer Gehalt entspricht. je tiefer der Begriff des selbst analysiert und in seine Bedingungen zerlegt wird. Sobald daher der Empirist.

Hat es einen Sinn.. in der jedem Element seine Stellung. während sein Korrelat Vollgültige in einem bloßen Wortklange bestehen soll? mathematische Beziehungen kann es nur zwischen Ideen und Ideen. 171 . als o r t. Da es jedoch in unser Denken einund da unser Denken geht und darin Verwendung findet nun einmal in der Succession von Vorstellungen besteht.wird behauptet — „kann auf keine Weise als bildliche Vor. nicht zwischen Ideen und Worten geben. numerischen Verhältnissen. sein Früher oder Später unabänderlich zugewiesen ist. 55 ff. als v o 1 1 * Grundlagen der Erkenntnis." sagt für die Deutung der Grenzbegriffe. Größer und Kleiner von Elementen auszusagen. sondern auf die ideellen Grenzen. sie ordnet sich in gewissen mit ihnen in eine Reihe.) muß es nämlich — W Denn gerade liche die charakteristische Bedeutung und die eigent- des Grenzbegriffs ist hier offenbar ausgeschaltet. notwendig mißlingen muß. S. vgl. Die Folge der gegenständlichen Vorstellungen des Genauen hat also als Abschluß ein Wort für Dieser Nominalismus aber veretwas Unvorstellbares*. 95. doch irgendwie Vorstellung sein und ist es auch. deren eines als aktuelles und somit psychologisch bedeutungsvolles Vorstellungsbild genommen werden soll. die aus den Partialsummen der definierenden Reihe gewonnen werden. die wir gedanklich an ihre Stelle setzen. Zwischen dem Grenzglied und den Reihengliedern die als solche mathebestehen bestimmte matisch feststehen und sich nicht nach Belieben umwandeln lassen. . die naturwissenschaftlichen Begriffe bloße Aggregate von Wahrnehmungstatsachen zu deuten. des — warum als jeder Versuch. ob. stellung aufgefaßt werden. Keine naturwissenschaftliche Theorie bezieht sich unmittelbar auf diese Tatsachen selbst. so . Allgemeine Funktionen- theorie S. (S. Wir untersuchen den Stoß der Körper. indem wir die Massen. Aus diesem Zusammenhang mit der Logik der Mathematik läßt es sich nunmehr schärfer begründen und verstehen. Leistung Beziehungen. wie er schon für die Erklärung der reinen Zahlbegriffe versagte. S. die aufeinander einwirken. Die . derartige Relationen der Ordnung in der Folge.Zahr' e steht zu den andern Zahlen. 80.

Es ist eine weit komplexere Beziehung. Solche Extraso gesteht selbst ein so überpolationen auf den Idealfall. der Temperatur und dem Volumen der Gase bestehen. In Wahrheit indessen läßt sich das Verhältnis zwischen den theoretischen und den faktischen Grundelementen. und ein sehr großer Teil der Naturgesetze. daß viele. als eine bloße Weiterführung bestimmter wahrnehmbarer Verhältnisse darzustellen.. idealen" Gasen ausgehen und somit gleichsam ein hypothetisch ersonnenes Modell den direkten Empfindungsdaten entgegenhalten. wenngleich sie außerhalb des eigentlichen Gebiets der empirischen Wahrnehmung fallen. dennoch mit den Gliedern dieses Gebiets in derselben Linie zu liegen. insbesondere alle quantitativen Gesetze. welche eine Beziehung zwischen meßbaren Werten ausdrucken. die Gesetze. nicht in dieser einfachen Weise beschreiben. für die direkt beobachtbaren Erscheinungen ihre ideellen Grenzfälle einzusetzen. und unter ihnen die wichtigsten Naturgesetze. als es in dieser ersten Ostwald. Wir stehen somit hier vor der Tatsache. so könnte man versuchen. Formulierung den Anschein hat. vorkomme n*. denen es die theoretische Naturbetrachtung zu tun hat. auf denen die Physik ruht. haben nur für den Idealfall genaue Geltung. . . wir stellen das Gesetz der Fortpflanzung des Druckes in Flüssigkeiten fest. wie Wilhelm Ostwald zu ganz allgemein angewandtes Verfahren in der Wissenschaft. dieser Methode durch eine einfache Erweiterung des positivistiDenn die Objekte. es ist eine eigengreift indessen weiter. solche. kommen — — die in der Wirklichkeit überhaupt nicht das hier gestellt ist. scheinen nicht sowohl eine Umformung. Bestände das Verfahren der Naturwissenschaft nur darin. die zwischen dem Druck. indem wir den Begriff eines vollkommenen Flüssigkeitszustandes fassen. mit schen Schemas gerecht zu werden." „sind ein zeugter „Positivist"." Das Problem. S. wir prüfen die Beziehungen. d. für Bedingungen ausgesprochen sind und gelten. indem wir von den . 172 Grundriß der Naturphilosophie (Reclam).. scheinen danach. h.elastisch oder unelastisch betrachten. 55. die wir aussprechen.

auf das sie sie richtet. um so deutlicher tritt in ihr ein grundlegender von Betrachtungsweisen hervor. so spezifisch moderne Errungenschaft bedeute. die keiner empirischen Beglaubigung fähig sind. III. im Dunkeln lag. sondern haben einander wechselseitig gefördert und erleuchtet. aber er erhält seine volle Schärfe und Bestimmtheit erst. hat ihr von ihren ersten wissenProblem der schaftlichen Anfängen an dauernd lebendig vor Augen ge- Methode standen und nur in dem Ringen um dieses Problem erwuchs ihr zugleich die volle Herrschaft über das Tatsachengebiet. die daher auch logisch einen schärferen Ausdruck für das Verhältnis zwischen Prinzip und Tatsache verlangt. man. dennoch der Weg. daß den Griechen der wissenschaftliche Gebrauch des ver- Experiments 173 . sei die Physik zu wahrhafter Klarheit über meint ihr eigentümliches Ziel und über ihre intellektuellen Mittel gelangt. während zuvor. Metaphysik". bei allem Reichtum der Ergebnisse. gilt als das entscheidende Werk der kritisch-philosophischen Arbeit. die prinzipielle Ausschaltung aller Faktoren. Dieser Gegensatz besteht in den modernen Erörterungen noch ungeschwächt fort. die die neuere und neueste Forschung geleistet hat. Und je weiter man diese Reflexion zurückverfolgt. Physik" und . Diese Ansicht bedeutet indessen eine Verkennung des stetigen Ganges. daß das Ideal der reinen Beschreibung der" Tatsachen eine Hier erst.tümliche Verschlingung und wechselseitige Durchdringung der beiden Momente. Die Reflexion und die produktive wissenschaftliche Arbeit sind hier niemals streng voneinander geschieden gewesen. die im tatsächlichen Aufbau der Wissenschaft obwaltet.. wenn man ihn auf seine allgemeinen systematischen und geschichtlichen Quellen zurückverfolgt. der zu diesen Ergebnissen hinführte. Gegensatz Wie die neuere Forschung das Vorurteil. A In der erkenntnistheoretischen Diskussion über die Grundlagen der Naturwissenschaft begegnet man häufig der Ansicht.. Die Scheidung der . Das in dem die Physik ihre heutige Gestalt erreicht hat.

Es gibt für den menschlichen Geist gegenüber den Phänomenen der Sinnenwelt. dieses Reich der \6{oi in den Erscheinungen selbst rein und unverfälscht zu erfassen. ihr Früher oder Später festzuhalten. bleibt freilich. wirkt überall auf das Ganze der spekulativen Grundauffassung Es wird in einem unvergleichlichen und unvergeßzurück. die gleich Schatten an ihm vorüberschweben. bedarf dieser Gründe nicht: beiden ist es genug. ohne daß dieser Zusammenhang uns in seinen irgend verständlich würde. lichen Bilde im festgehalten. die sich auf ihn stützt. so läßt sich auch der theoretische Kampf um die Prinzipien des Erfahrungswissens mit voller Sicherheit bereits in der antiken Philosophie erkennen. niemals erreichbar Gründen Notwendige 174 . der kehrt daher nur gezwungen und widerstrebend zur Betrachtung eines Gebiets zurück. in der Abfolge der Erscheinungen gewisse Regel- Platonischen Höhlengleichnis mäßigkeiten zu unterscheiden und bestimmte Verbindungen zwischen ihnen als gleichmäßig wiederkehrend zu erkennen. sind der alleinige Gegenstand des Wissens. Wer einmal. Nicht die Erscheinungen in der bloßen Folge ihres Abfließens. Der gemeine Verstand und die Weltansicht. im Stande sind. infolge des fließenden und unbestimmten Charakters der Objekte selbst.. beim Auftreten des einen Ereignisses das kommende vorauszusehen und es in den Kreis der praktischen Berechnung zu bannen. Die eine begnügt sich damit. ihr Vor und Nach. zwei Arten der Betrachtung und Beurteilung. mehr und mehr zerstört hat. wenn sie kraft der empirischen Routine. Die philosophische Einsicht aber beginnt mit der Abkehr von jeder derartigen Betrachtungsweise: sie setzt die . Der Widerstreit. lediglich die F o 1 g e der Schattenbilder selbst aufzufassen. die sie sich angeeignet haben. aus denen sie hervorgehen. Diese Vernunftgründe. der hier einsetzt. wie im Gebiete der Matheermatik. das Wesen der Einsicht in das faßt hat.schlössen geblieben sei.Umwendung" der Seele selbst zu einem anderen Ideal der Erkenntnis voraus. dem Denken versagt. Gewohnheit und Übung befähigen uns allmählich. sondern die ewigen und unveränderlichen Vernunftgründe. nach Piaton. in dem die gleiche Strenge der Verknüpfung.

. Daß diese Gegenüberstellung übrigens keine bloße gedankliche Konstruktion bedeutet. 175 . in welcher eben derjenige Zug. da das eigentliche und endgültige Ziel skeptischen Mangel * Vgl.. der die griechische Heilkunde durchzieht. allenthalben nachklingt. in prinzipieller Schärfe dargestellt und festgehalten wird. als seine grundlegende positive Bedeutung und Eigenart behauptet wird. Die realen Ursachen des Geschehens bleiben uns daher freilich verschlossen. deren jedes eine bestimmte Erinnerung in uns weckt und somit unsere Erwartung des Künftigen in feste Bahnen lenkt. der zu Piaist. Die Aufgabe der Wissenschaft erfüllt sich in der Gruppierung und Sichtung derartiger Zeichen. um so mehr verschiebt sich damit das Wertverhältnis und die Rangordnung des Wissens. hrz. ist äußerst wahrscheinlich*. ist in tons Zeiten bereits ausgebildet vorlag. ist einzig und allein die Beobachtung des gewöhnlichen Ablaufs der Erscheinungen. Aber je weiter die Forschung sich nunmehr der Erkundung und Sicherung der Einzeltatsachen zuwendet. empirischen" und den „rationalen" Ärzten. ist dem Wissen freilich nicht gegeben. sondern sie dient gleichsam nur als der dunkle Hintergrund. Was uns übrig bleibt. Die wissenschaftliche Empirie schafft sich ihren Ausdruck in der Erkenntnislehre. sondern daß in ihr zugleich ein konkreter geschichtlicher Gegensatz. der für Piaton als der dauernde alles Erfahrungswissens galt. das eine Phänomen als Z e i c h e n für ein anderes zu brauchen. Berlin 1884.Die empirische Kenntnis der Abfolge der Phänomene diesem Sinne nicht die Ergänzung und Erfüllung der reinen Ideenerkenntnis. S. die es uns ermöglicht. 146 ff. N a t o r Forschungen zur Geschichte des Erkenntnisp problems im Altertum. die in dem Kampf zwischen den . aber wir bedürfen ihrer nicht. In jedem Falle ist die gesamte spätere Entwicklung der naturwissenschaftlichen Forschung im Altertum von dieser Platonischen Scheidung beherrscht. von welchem die Klarheit des rein begrifflichen Forschens und Wissens sich um so schärfer abheben soll. Das Wesen der Dinge zu durchschauen und aus einem allgemeingültigen Vernunftprinzip zu verstehen. Sie ist es.

auseinanderfiel. ob wir die Art.Theorie in den praktischen Folgen für unser Handeln Diese Folgen aber bleiben wesentlich dieselben. den er zwischen dem rationalen und empirischen Wissen vollzieht*. ist in äußerster Schärfe charakterisiert. 176 . zu einer einzigen Ordnung der Naturerscheinungen zusammenzuknüpfen. ohne die sittlichen Vernunftgründe zu betrachten. — zweckmäßig wenn man die Lage und Stellung seiner Muskeln und Sehnen beschreibt. als er in der geschichtlichen Fortbildung des Problems immer von neuem zutage getreten ist. Die sachliche Ausgleichung und Entscheidung wurde erschwert. bes. Was Piaton dem Wissen um die bloße Abfolge der Erscheinungen entgegensetzt. in der ein Ereignis aus dem andern hervorgeht. So wenig das Verharren des Sokrates im Kerker erklärt werden kann. sondern sie erschließt sich uns erst. wenn wir den Gesamtgegliedertes verlauf des Geschehens als ein Ganze überschauen. Indessen läßt es sich bei Piaton selbst bereits erkennen. Es ist der ethische Idealismus des Sokrates. um sich schließlich zu einem Gewebe. gleichviel. Wir müssen verstehen. Das empirische Wissen. Wahrhafte Erkenntnis des Naturgeschehens besitzen wir nicht. wie ein Moment das andere fordert. zwischen denen die Betrachtung wechselte. in der Charakteristik seines idealen Widerspiels dagegen bleibt eine Unbestimmtheit zurück. logisch begreifen oder nur die Tatsache eines bestimmten empirischen Beisammen oder einer bestimmten empirischen Folge als solche hinnehmen und uns bei ihr beruhigen. daß der „Schnitt". das andere dagegen in zwei verschiedene Bedeutungen. Republik. wie alle Fäden sich wechselseitig ineinanderschlingen. * Vgl. 509 D ü. solange wir es nur als gleichgültige Zuschauer vor uns einfach abrollen lassen. solange nur das eine Glied sicher bestimmt war. Dieser Umstand ist um so bedeutsamer. keine eindeutige und vollständige Disjunktion für das Gesamtgebiet der Erkenntnis schafft. der in dieser Anschauung der Natur lebendig bleibt. das ist zunächst der Einblick in ihren teleologischen Zusammenhang. das sich mit der Reihenfolge der „Schatten" genügen läßt. aller liegt.

PhilebuB Cissirer. Das Chaos der sinnlichen Wahrnehmung muß durch die Anwendung der reinen Quantitätsbegriffe in feste Grenzen gebannt werden. das als solches nicht zu fassen und in feste Grenzen einzuschließen ist. Maßen * Vgl. bei dem „Stärker" und . f. die ihm als das „Mittlere" zwischen den Ideen und den Sinnendingen gilt. Substanzbegriff 24 12 177 . stehen bleiben. Schwächer". Es sind vor allem die späteren Platonischen Dialoge. sondern müssen überall zu exakten des Seins und des Geschehens vorzudringen streben. In diesen Maßen ist uns das Sein begriffen und erklärt**. in ein quantitativ Bestimmtes. Phaedon 99 16. ehe es zum Objekt der Erkenntnis werden kann. Sie wurzelt in Piatons Auffassung der Mathematik. in die somit all unser Begreifen zuletzt notwendig einmündet. durch Maß und Zahl Beherrschbares zu verwandeln..dazu bestimmen. das freilich für Piaton selbst mit seinem teleolo-« . f. die diese Forderung am klarsten entwickeln. was als der letzte und entscheidende Grund des Zusammenhalts aufzuweisen ist*. solange seine Stelle im Gesamtplan der Wirklichkeit nicht klar bezeichnet ist. das wir in der Empfindung zu verspüren meinen. das sinnlich Unbestimmte. 109. Versuchen wir etwa den Umstand. Die Umbildung der empirischen Zusammenhänge in ideale kann dieses Mittelglied nicht entbehren. Der erste und notwendige Schritt besteht überall darin. Dieser Ableitung der Naturerscheinungen aus Zwecken steht dagegen bei Piaton selbst zugleich eine andere Anschauung gegenüber. kein körperlich-mechanischer Wirbel oder irgendeine andere Ursache derselben Art genügen. ** Vgl. Das sinnliche Sein muß auf seine idealen Gründe zurückgeführt werden. Hier stehen wir somit vor einem neuen Wissensideal.. dem Gesetz zu gehorchen: so wenig kann ein einzelnes Ereignis wahrhaft begriffen werden. daß die Erde im Mittelpunkt der Welt sich frei schwebend erhält zu erklären. wie etwa der Philebus. den Abschluß des Ideenreiches aber bildet die Idee des Guten. Wir dürfen nicht bei dem unbestimmten „Mehr" oder »Weniger". sondern „das Gute die ihn — und Richtige" allein ist es. so kann uns hierfür kein sinnliches Bindemittel.

natürlichen Orte". die als begriffliches Fundament der Physik zurückbleibt. Damit aber ist ein neuer Gegensatz geschaffen.und Unterordnung getreten. — grund. aus dem immanenten Zweck.. Das mathematische Motiv tritt nunmehr in den Hinter- Kosmos. die Lehre von den Zweckursachen. kraft dessen die absoluten Substanzen sich erhalten und sich entwickeln. die die sichere Bürgschaft für seine innere Selbsterhaltung enthält. auch nachdem er gewaltsam von ihm getrennt worden ist. Die mathematische Ordnung ist zugleich die Bedingung und der Urgrund des Bestandes der Wirklichkeit. die nicht bis zu den Gründen. die noch in Piatons Natursystem bestand. nur die sondern nur bis zu den „Accidentien" trifft und auf ihren Umkreis beschränkt bleibt. Schon bei Aristoteles indessen scheiden sich die beiden Gedankenreihen. die zahlenmäßige Bestimmtheit des Universums ist es. ein zweckmäßig Das Sein ist nur insoweit ein gegliedertes Ganze. Die Grenzlinie hat sich nunmehr verschoben: denn jetzt ist Maßen 178 . ist aufgehoben und an ihre Stelle ist ein Verhältnis der Über. während die mathematische Betrachtungsweise. Das äußere Geschehen und seine quantitative Gesetzesordnung spiegelt nur den dynamischen Prozeß wieder. Das empirisch-physikalische Verhalten der Körper folgt im letzten Grunde aus ihrem Wesensbegriff. sich nebeneinander lagern. des Seins gelangt. Hier enthüllen sich die wahrhaften und inneren Ursachen jeglichen physischen Zusammenhangs. der ihnen durch ihre Natur gesetzt ist und den sie fortschreitend zu erfüllen streben. der ihm durch seine Beschaffenheit vorgeschrieben ist. die für Piaton unlöslich verbunden sind. so behält jeder Körper die Tendenz nach seinem . als es in seinem Bau von strengen mathematischen Gesetzen beherrscht wird. der fortan Die Einheit der teleoloin der Geschichte weiterwirkt.gischen Gedanken in unmittelbarem Einklang steht und sich mit ihm zu einer einheitlichen Grundauffassung verbindet. So ordnen sich die Elemente im Weltall nach dem Grade ihrer Verwandtschaft. und so ist es einzig die Teleologie. die in irgendeiner Qualität miteinander übereinstimmen. gischen und mathematischen Betrachtungsweise. indem diejenigen.

lediglich seiner eigenen Aufgabe nachgeht: aber die Abwendung von diesem Problem bedeutet keineswegs das Verharren in der gewöhnlichen empirischen Betrachtungsweise. Jetzt erst gewinnt daher der Kampf zwischen empirischer und spekulativer Naturbetrachtung seine ganze Schärfe. die den Mathematiker zum bloßen Rechner erniedrigen und ihn von der Gemeinschaft der Philosophen. Die mathematische Physik der neueren Zeit versucht zunächst ihr Recht und ihre Selbständigkeit dadurch zu erweisen. II 322 ff. Aber sie verharrt anderseits dabei. Der mathematische Hypothese Größen * Die genaueren Belege für die folgende geschichtliche Darstellung sind in m. Es ist vor allem Kepler. ergänzt und an Stelle vereinzelter sinnlicher Daten einen stetigen Zusammenhang begrifflicher Folgen setzt. nicht aber unmittelbar durch die Empfindung gegeben werden kann. sondern selbst die exakte Darstellung des Geschehens in reinen Größenbegriffen. Die absoluten Substanzen und ihre inneren Kräfte bleiben dem mathematischen Physiker freilich unbekannt und müssen ihm unbekannt bleiben. sie schafft eine neue Einheit. Sie erweitert die unmittelbare Erfahrung zur Theorie. von der Entscheidung über die Gesamtstruktur des Universums ausschließen will. Mit aller Energie und Klarheit wendet er sich gegen eine Auffassung.es nicht nur die sinnliche Beobachtung zufälliger empirischer Regelmäßigkeiten. die die direkte Beobachtung läßt. gegeben. die sich mit der bloßen Ansammlung vereinzelter Tatsachen begnügt. I 258 ff. 12* 179 . sofern er. indem sie die Lücken. für den diese Wendung charakteristisch ist*. 308 ff. So grenzt die wahrhafte Hypothese das Gebiet der mathematischen Physik nach zwei verschiedenen Richtungen ab. Schrift über daa „Erkenntnisproblem in der Philosophie u. diesen Zusammenhang von Folgen lediglich als einen Zusammenhang und eine systematische Abhängigkeit von darzustellen. Wissenschaft der neuen Zeit". die nur durch das Denken geprüft und beglaubigt. Die mathematische knüpft zwischen diesen Tatsachen ein ideelles Band. die von der höchsten idealen Erkenntnis aus den obersten Ursachen ausgeschlossen wird. daß sie in der philosophischen Grundlegung von Aristoteles wieder auf Piaton zurückgeht. frei von allen fremdartigen Interessen.

daß zunächst weniger der positive als der negative Teil der neuen Aufgabe in den Mittelpunkt der metaphysischen der Betrachtung rückt. die algebraisch-geometrische Gestalt. solange das Bemühen. in der sie sich darstellt. die reine Abwehr 180 . sondern allein vom mathematischen Intellekt ergriffen und begriffen wird. die nicht in ihm waltet.. Die Ansprüche ist es. zu einer Begemeinen . daß die empirischen Grundlagen der exakten Wissenschaft immer genauer und deutlicher bloßgelegt werden. die Diese Ordnung ist es. Der rechtmäßige Anteil des Begriffs besteht nach dieser Grundauffassung nicht darin. zu gelangen. die die Theorie zunächst zu leisten hat: und diese Abwehr kann nur dadurch geführt werden. sondern um den Übergang von den ersten. von einer bloßen Sammlung von Beobachtungen zu einer alls". aber um so mehr muß sein Streben darauf gerichtet sein. Die logischen Faktoren treten zurück. Statik des herrschung der durchgreifenden harmonischen Ordnung.Ausdruck der Hypothese.. auf sich beruhen lassen. Kräften". sondern daß er an der WirklichkeitsEmpirie selbst konzeption der an seinem Teile mitarbeitet und ihr die bestimmte logische Universum mathematischen Form gibt. Nicht um den Übergang seinen vom mathemaUrsachen Phänomen zu absoluten handelt es sich. aus denen das Sein sich gestaltet hat. Die besonderen historischen Bedingungen. Der wissenschaftliche Physiker kann die Frage nach den letzten . daß er den Zugang zu einer neuen unsinnlichen Wirklichkeit erschließt. weil er an eine andere tisch fixierten Stelle als die ihre entscheidende Leistung gewöhnliche spekulative Natur- philosophie verlegt. Wenn Kepler für das Recht der Ganze Hypo- these eintritt. machen es verständlich. macht zugleich das ihrer Bedeutung aus. unter denen sich die neuere Naturwissenschaft entwickelt hat. unmittelbar von den Sinnen. begrifflich noch unbearbeiteten Wahrnehmungstatsachen zum quantitativen „Verständnis" der Wirklichkeit. so geschieht es. Nicht ohne vielfältige Schwankungen und ohne innere Schwierigkeiten vermochte indessen die Physik selbst in ihrer Geschichte zu dieser Fassung des Grundproblems vorzudringen.

die der Körper in jedem Punkte seiner Bahn erfährt. Dieser Gefahr vor allem suchen Newtons „Regulae philosophandi" zu begegnen. In diesem Sinne. Die mathematischen Ideen sind die ewigen Vorbilder und „Archetypen". Man begreift unter diesem Gesichtspunkt den Umschwung in der allgemeinen Grundanschauung. Die Frage nach dem Grunde der wechselseitigen Anziehung der kosmischen Massen darf dagegen den Physiker als solchen nicht beschäftigen und zu spekulativen Hypothesen verlocken: denn für ihn ist die Attraktion nichts anderes als ein bestimmter Zahlwert. sind es. die in bezug auf die 181 . Das Gesetz. können wir die Schwere als eine „wesentliche" Eigenschaft der Materie auffassen: sofern wir kein Experiment kennen. die Wesen der Körper ausmachen. enthält die Antwort auf alle Fragen. aber auch nur in diesem. Diejenigen Eigenschaften der Körper. je tiefer wir uns in die exakte Struktur und in die exakten Voraussetzungen der Physik versetzen. der das Maß der Beschleunigung enthält. Dieser Ausdruck besagt also nichts weiter und kann die allen Gesamtheit für uns das nichts anderes besagen. So droht hier.das Eindringen der Metaphysik zu philosophischen Kräfte in Anspruch nimmt. als eine empirische Verallgemeinerung bestimmter Wahrnehmungstatsachen. Die Induktion wird nunmehr in voller Bestimmtheit als die einzige Quelle der physikalischen bezeichnet. Kepler greift. in der endgültigen Konzeption seines Weltbildes dennoch wiederum auf die mathematische Teleologie Piatons zurück. der sich beim Übervollzieht. gegen alle Newton Gewißheit — — und in ihrer Körpern gemeinsam zukommen. ihr empirisch allgemeines Vorkommen zu bezweifeln. das uns veranlassen könnte. nach welchen der göttliche Weltbaumeister das All geordnet hat. nach welchem dieser Wert sich von Punkt zu Punkt ändert. die strenge Grenzlinie zwischen Erfahrung und Spekulation sich wiederum zu verwischen. die wie die Beobachtung und der wissenschaftliche Versuch uns lehren weder vermehrt noch vermindert werden können Erfahrung schützen. gang von Kepler zu nachdrücklich er gegenüber der Metaphysik der substanso tiellen Formen die Rechte der empirischen Forschung verficht.

zum ohncHypo- Wesen Raumes 182 . Definitionen. nichts Geringeres bedeuten. so müssen aus ihr alle Elemente. und das müssen der Physik fern bleiben. wirklichung dieser Forderung aber würde. sie bilden kein Instrument der Erkenntnis. Die weitere geschichtliche Entwicklung läßt indessen.„Natur" der Schwere mit wissenschaftlichem Recht gestellt werden können. auf welcher der ganze Wert der Physik als Wissenschaft beruht. auf denen somit der Begriff der empirisch-physikalischen Realität selbst beruht. Wenn der Physik der Gebrauch der Hypothese in jedem Sinne verwehrt sein soll. verlieren jegliche rechtmäßige Bedeutung. wenn man sie mit den logischen Maßen und Kriterien mißt. Der tiefere Grund dieser gebiet der Naturwissenschaft übertragen. wie denn hier auch der technische Ausdruck der Beschreibung der Phänomene zuerst geprägt wird. das Problematische dieses scheinbaren Abschlusses der Methodenlehre klar hervortreten. und der absoluten Zeit. sondern stellen lediglich ein Hemmnis für die unbefangene Erfassung der Erscheinungen dar. wie sich im weiteren Fortgang immer deutlicher zeigt. die luten Newton an die Spitze seiner Deduktionen stellt. schon innerhalb der Newtonischen Schule selbst. wenn man versucht. als die Auflösung der Newtonischen Mechanik selbst und Die Begriffe des absoihrer systematischen Verfassung. die diese Erklärungen verallgemeinern und auf das GesamtBei ihnen tritt erstenmal die Forderung einer Physik t h e s e n in prinzipieller Schärfe hervor. die den Anspruch erheben. entfernt werden. Newtons erste Anhänger und Schüler sind es. Und doch sollen es eben diese Begriffe sein. wenn man statt von der Beobachtung und Sammlung von Einzelfällen von der Hierarchie der Begriffe und Gattungen ausgeht. die Newtons Methodenlehre allein zuläßt und zur Verfügung stellt. Als Grundfehler der Methodik wird es jetzt bezeichnet. den Grund irgendeines Naturvorganges aufzudecken. die im Gebiet der Wahrnehmung kein unDie Vermittelbares Abbild besitzen. physikalische Erklärungen nach dem Muster logischer Definitionen zu gestalten. auf denen die Möglichkeit zwischen wirklicher und scheinbarer Bewegung zu unterscheiden.

Die philosophische Kritik der Grundlagen muß hier vor allem auf eine strenge Scheidung der beiden sachlich heterogenen Fragen dringen. dunklen Qualitäten" der nicht mit voller Sicherheit von den theoretischen getrennt. Eben diese Zweideutigkeit aber ist es. Ursachen wie der einer erste. die die Geschichte zusammengeführt und auf lange Zeit unlöslich miteinander verbunden hat. die der Physik von ihrer geschichtlichen Entwicklung her anhaftet. schlagenden Ausdruck im Begriff der Beschreibung selbst. die trotz aller Versuche zu schärferer erkenntnistheoretischer Fassung der Frage auch in der modernen DisSie findet ihren kussion noch keineswegs überwunden ist. Ein Forscher wie D u h e m . in der positiven Auffassung von der logischen Struktur der Physik aber Entwurf Dinge gedanken völlig voneinander abweichen. tritt hier unmittelbar an die Seite eines . daß jede bloße Konstatierung eines physikalischen Faktums bestimmte theoretische Voraussetzungen und somit einen Inbegriff physikalischer Hypothesen in sich schließt. Metaphysik der sub- wenngleich unvollkommene vollständigen mechanischen Welterklärung So werden die Ansollten hier gemeinsam getroffen werden. der mit größter Energie und Schärfe den Gedanken durchführt. Empirismus"... die lediglich in dem Widerspruch gegen die spekulative Metaphysik miteinander übereinstimmen. So wirkt die Schwierigkeit.Antinomie. Noch immer wird von hervorragenden wissenschaftlichen Forschern das Verhältnis von und in einer Weise beschrieben und formuliert. noch ungeschwächt weiter. der gerade auf der Verkennung dieses fundamentalen Doppelverhältnisses beruht. Der berechtigte und notwendige Kampf gegen die Ontologie führt zu einer Verdunklung des schlichten logischen Tatbestandes. nahmen über irgendwelche . in der der Begriff der stantiellen Hypothese selbst hier genommen die wird. Ari- stoteles und Descartes. Denn unter diesem Losungswort vereinigen sich physikalische Forscher. die innerhalb der Grenzen des Newtonischen Systems unlösbar ist. liegt in der Unbestimmtheit. auf denen die Abgrenzung des Grund Problems der Physik und die Definition ihres empirischen Gebiets und Umfangs selbst beruht. Physik 183 Logik .

Es zeigt sich. IV. die mit der Renaissance ihren Anfang nimmt. Der Entdecker des Grundgesetzes der neueren Naturwissenschaft fügt sich in seinen methodischen Ansichten durchaus der Reihe der großen Forscher ein. so ist sie eben damit erklärt und die Aufgabe der Wissenschaft ist beendigt. die logische Stetigkeit nicht unterbrochen wird. um nicht zu sagen einzige Regel für die echte Naturforschung ist die: eingedenk zu bleiben. Dieser Streit darf indessen als erledigt gelten: denn die L o g i k selbst hat sich in ihrer Erneuerung und kritischen Gestaltung der metaphysischen Ansprüche begeben.. Erscheinungen" übereinkommen. bevor wir nach Erklärungen suchen oder nach höheren Ursachen fragen mögen. daß es unsere Aufgabe ist. Ist einmal eine Tatsache nach allen ihren Seiten hin bekannt. daß der „Phänomenalismus" eines Newton mit demjenigen. 1 und Wo dem Streite zwischen Newton f f . die Erscheinungen zu lernen.Die wichtigste. Mag auch dieser Ausspruch von einigen für trivial erklärt. auf welchen Momenten die Unterscheidung der beiden Ansichten beruht. von anderen mit noch so vielen Robert Mayer Aufgabe kennen 184 . daß bei aller sachlichen Erneuerung der Physik. Der Begriff der Erscheinung selbst ist ein anderer. Gerade vom Standpunkt dieser Erneuerung aber zeigt es sich zugleich deutlich. genauer zu untersuchen. den die antike Skepsis entwickelt und vertreten hat. begrifflich nicht auf derselben Stufe steht. die das Energieprinzip mit sich bringt. .. beginnt mit der gleichen theoretischen Fixierung der der Physik. die doch beide in der Einschränkung der Physik auf das Gebiet der . die die erkenntnistheoretische Frage immer von neuem herbeirufen.als ständen wir noch mitten in der der Philosophie des achtzehnten Jahrhunderts sein Gepräge gegeben hat. je nachdem er auf den unbestimmten Gegenstand der Sinneswahrnehmung oder auf das theoretisch konstruierte Objekt der mathematischen Physik angewandt wird: und eben die Bedingungen dieser Konstruktion sind es. die sich in den verschiedensten Wendungen bei Galilei und Newton findet. Es entsteht die Aufgabe.

während die Versuche. in die Tiefen der Weltordnung durch Hypothesen einzudringen. Stuttgart 1893. Wie aus der verschwindenden Bewegung Wärme entsteht oder wie Wärme sich wiederum in Bewegung wandelt: diese Frage lehnt Robert Mayer ebenso ab. 180. wenn sie gemessen ist: „eine einzige Zahl hat mehr wahren und bleibenden Wert als eine kostbare Bibliothek von Hypothesen**. daß ich den Zusammenhang vieler Erscheinungen viel klarer sehe. die als unerschütterlicher Bestand der Forschung zurückbleiben. 236. die Kepler gegen die Alchymisten und Mystiker seiner Zeit. hg. „Die scharfe Bezeichnung der natürlichen Grenzen menschlicher Forschung ist für die Wissenschaft eine Aufgabe von praktischem Wert. von Weyrauch. Bemerkungen über das mechanische Aequivalent. daß aber alle spekulativen Operationen selbst der glänzendsten geistigen Kapazitäten." Hier zugleich ist ein neben der Abweisung falscher Problemstellungen neues Problem von bleibender Bedeutung * Robert Mayer.). S. so bleibt doch gewiß. sind es die quantitativen Grundbestimmungen des Seins und Geschehens." Im Lichte dieser Auffassung sind es zuletzt lediglich Zahlen. wie Galilei die Frage nach der Ursache der Schwere von sich gewiesen hatte. was Elektrizität usw. was von der empirischen Forschung irgend zu verlangen ist. Stuttgart 1893. als man bisher gesehen hat. weiß ich nicht. und daß ich über das. ** S. f. das weiß ich aber. 3 Aufl. 185 . so wenig als ich das innere Wesen einer Materie oder irgend eines Dinges überhaupt kenne. Mayers Briefe an Griesinger (Kleinere Schriften u.. was eine Kraft ist. Briefe. dem inneren Wesen nach sei. sich über dieselben erheben wollen." Es ist genau dieselbe Sprache. S. von Weyrauch. die statt von den Tatsachen als solchen Besitz zu ergreifen. 226 u. daß diese Grundregel bis auf die neueste Zeit herab nur allzuoft vernachlässigt wird. bis jetzt nur taube Früchte getragen haben*. der Wärme. helle und gute Begriffe geben kann. „Was Wärme." Dies aber ist alles. hg.Gründen bekämpft werden. Eine Tatsache ist verstanden. (Mechanik der Wärme. ein Seitenstück bilden zu dem Streben der Adepten. die Galilei gegen die Peripatetische Schulphilosophie geführt hatte.

schließt die Geltung allgemeiner Regeln der VerIndem die Erscheinung auf einen festen ein. nachdie Erscheinungen bereits als Größen erkannt und geordnet sind. um in ein transzendentes Jen- — dem 186 . Die konstanten Zahlwerte. wahre Hypothese" bedeutet nichts anderes als ein Prinzip und ein Mittel der Messung selbst. wenn sie vollständig und nach allen Seiten Diese Definition muß in der Tat ohne Einschränkung zugestanden werden: aber hinter ihr erhebt sich alsbald die weitere Frage. durch welche wir einen physikalischen Gegenstand oder ein physikalisches Ereignis bestimmen. gelangt dadurch diese logische Relativität nur zur klarsten Bezeichnung. Jede assertorische Behauptung einer Wirklichkeit schließt daher hier zugleich eine Aussage über bestimmte gesetzliche Relationen. wenn er der einerlei. ist offenbar mit der bloßen sinnlichen Kenntnisnahme eines isolierten sinnlichen Tatbestandes nicht Ein Vorgang ist erst dann erkannt. die aller physikalischen Zählung und und diese Voraussetzungen bilden Messung zugrunde liegen die echten „Hypothesen". Sie tritt nicht ein. ist. des physikalischen Wissens widerspruchslos eingefügt ist. Die „Bekanntschaft" mit einer Erscheinung. sondern sie dient der Ermöglichung dieser Ordnung selbst. ihr Sinn wird erst durch die Vergleichung und unterscheidende Verknüpfung mit anderen Werten festgestellt. unter welchen ein Phänomen als bekannt im Sinne der Physik zu gelten hat. Die . bezeichnet. Die einzelne Konstante bedeutet nichts bekannt Bedingungen Gesamtheit für sich selbst.. um ihnen nachträglich eine Vermutung über ihre absoluten Gründe hinzuzufügen.knüpfung Zahlausdruck Eine Erscheinung soll als erklärt gelten. wenn sein Verhältnis zu verwandten Gruppen von Phänomenen und schließlich zum Inbegriff der Erfahrungstatsachen überhaupt eindeutig festgestellt ist. sie überspringt das Gebiet des Faktischen nicht. Damit aber ist zugleich auf bestimmte logische Voraussetzungen hingewiesen. besagen nichts anderes als seine Einordnung in einen allgemeinen ReihenZusammenhang. die von keinem naturwissenschaftlichen Phänomenalismus mehr bestritten werden können. gebracht wird. die die exakte Wissenschaft vermittelt.

die Messung selbst als ein rein empirisches Verfahren anzusehen. so handelt es sich um eine Hypothese in mathematischer Gestalt und in der Frucht sitzt der Wurm*. sondern das Ergebnis bestimmter begrifflicher Operationen. das stets zu einer klaren Sonderung führt. so irrig ist es. 213 f. bedeutet nur die Wiederholung der eigentlichen Frage: denn das gezählte und gemessene Phänomen ist nicht der selbstverständliche. Aber es gibt in jedem Falle ein einfaches logisches Verfahren. das in der bloßen Wahrnehmung und mit ihren Mitteln zu vollenden wäre.seits überzugreifen. die hier gegeben ist. treten dagegen in der Formel Größen auf. sondern sie bezeichnet den Weg. s t w a 1 d hat in seiner Polemik gegen den Gebrauch der Hypothese allen Nachdruck auf den Unterschied zwischen der Hypothese als Formel und der Hypothese als Bild gelegt. 187 . Lpz. Bei den physikalischen Bildern dagegen fehlt jedes Mittel einer derartigen Nachprüfung. daß der bloße Versuch der Messung Postulate in sich schließt. Formeln enthalten lediglich algebraische Ausdrücke. welche nicht meßbar sind. so daß das angegebene Merkmal der Unterscheidung auf den ersten Blick nicht zureichend scheint. die hier erhoben wird. so handelt es sich um eine dauernde Formel oder ein Naturgesetz. „Wenn jede in der Formel auftretende Größe für sich meßbar ist. die es im einzelnen zu verfolgen gilt. Vorlesungen über Naturphilosophie. Selbst wenn man der Psychophysik die Meßbarkeit * Ostwald. die der direkten Messung und somit der unmittelbaren Verifikation durch die Beobachtung fähig sind.. Die Antwort. 1902. Freilich erscheinen auch diese Bilder selbst oft im Gewände mathematischer Darstellung. sondern stets nur die Objekte. sie sprechen nur Verhältnisse zwischen Größen aus... auf die wir sie beziehen. Wir messen niemals Empfindungen als solche. auf dem wir von der sinnlichen Mannigfaltigkeit der Empfindungen zur intellektuellen der Maße und Zahlen gelangen. In der Tat zeigt es sich sogleich. unmittelbar gewisse und gegebene Ausgangspunkt.." So berechtigt indessen die Forderung der Meßbarkeit ist. S. die innerhalb des Gebiets unserer Sinneseindrücke niemals erfüllt sind.

daß der Physiker zum mindesten es niemals mit den Farben oder Tönen als sinnlichen Erlebnissen und Inhalten.der Empfindung zugestehen wollte. (S. treten die theoretischen Grundmomente. die zu ihrer Begründung nichts Geringeres als die gesamte logische Aber auch Theorie der Infinitesimal-Analysis voraussetzt. ehe von Bewegung und ihren exakten Maßen im strengen Sinne überhaupt die Rede sein konnte. als die Unterschiede.intelligible" stetige Ausdehnung des Mathematikers zu ersetzen. dort. Von den Inhalten der Perception mußte zu ihren begrifflichen Grenzen übergegangen werden.. daß er es nicht mit der Wärme. und Druck zu tun hat. sondern mit Keiner dieser Begriffe aber läßt sich als einfache Kopie von Tatsachen der Wahrnehmung verstehen. in einer festen Skala zu verzeichnen. die sinnliche Ausdehnung durch die . sondern einzig und allein mit Schwingungen. wo wir der direkten Empfindung näher zu stehen. oben S. Das unbestimmte Stärker und Schwächer des Eindrucks bietet nirgends eine Handhabe und einen Ansatz zur Gewinnung fester Zahlwerte. denn auch unter dieser Voraussetzung ist es deutlich. weiter Weg von der unmittelbaren Empfindung der zum exakten Begriff der Temperatur. Wir müssen von der subjektiven Wahrnehmung zu einem objektiven funktionalen Zusammenhang zwischen Wärme und Ausdehnung übergehen.) Nicht minder ist es eine reine begriffliche Konstruktion.oder Berührungsempfindung. Lassen wir etwa einer bestimmten Geschwindigkeit Wärme 188 . Es ist ein die hierbei erfordert werden. wenn wir einem ungleichförmig bewegten Körper in jedem Punkte seiner Bahn eine eindeutig bestimmte zusprechen: eine Konstruktion. wo wir von keinem anderen Interesse beherrscht scheinen. Blickt man auf diejenigen Faktoren. daß die physikalische Temperatur Bewegung Definition der Bewegung selbst nicht festgestellt werden konnte. die bei der Messung der beteiligt sind. die sie uns darbietet. so bliebe dennoch diese Einsicht unberührt. deutlich hervor. ohne den sinnlichen Körper durch den geometrischen Körper. 158 ff. um auch nur das Grundschema der Messung festzustellen. so ist hier die allgemeine Entscheidung bereits gegeben: denn es zeigte sich bereits.

um die Strecke. Verfolgen wir in Gedanken den Gang einer experimentellen Untersuchung. so wäre hier zum Zweck der Messung die einfache Formel der Proportionalität durch eine komplexere Formel zu ersetzen. B. die diese erkenntnistheoretische Einsicht zu immer größerer Klarheit erhoben hat. die zwischen den beiden auf diese Weise bezeichneten Punkten liegt. in welchem Regnault seine bekannten Versuche zur Prüfung des Mariotte* Vgl. Der Gegensatz zwischen der naiven sinnlichen Beobachtung. denken wir uns z. 47 ff. die zwischen dem Duhe physikalischen Faktum und der physikalischen Theorie obwaltet. Milhaud. Man erkennt bereits an diesem Beispiel. Rationnel. hierüber die treffenden Ausführungen von G. einer Ausdehnung des Quecksilbers den Wert von anderen den Wert von 100 Grad entsprechen. in das Laboratorium versetzt. vom Quecksilberthermometer zum Wasserthermometer über. in weitere Teile und Unterteile zu zerlegen. Es ist die philosophische Arbeit der physikalischen Forscher selbst.Grad. Paris 1898. auf den einfachsten und schärfsten Ausdruck gebracht hat. die sich lediglich im Gebiet der konkreten Wahrfachste m . die Voraussetzung machen. so müssen wir. aber uns keineswegs durch sie allein gebieterisch aufgedrängt wird. S. daß die Unterschiede der Temperatur denen der Ausdehnung des QueckDiese silbers direkt proportional zu setzen sind. die durch die empirische Beobachtung nahe gelegt. La 189 . gemäß welcher sodann die Zuordnung bestimmter Temperaturwerte und bestimmter Volumenwerte zu erfolgen hätte*. Annahme aber ist zunächst nichts als eine Hypothese. nehmungstatsachen hält und dem wissenschaftlich geleiteten und kontrollierten Experiment erfährt bei ihm eine überzeugende und lebendige Schilderung. wie selbst die ein- quantitative Fixierung eines physischen Tatbestandes diesen alsbald in ein Netzwerk theoretischer Voraussetzungen einbezieht. außerhalb deren nicht einmal die Frage nach der Meßbarkeit des Vorgangs gestellt werden könnte. Vor allem ist es der diese Wechselbeziehung. Gehen wir von den festen Körpern zu den flüssigen.

die im Elektrizitätslehre usw. die aus einem Bericht über einmalige Geschehnisse ein Urteil über Naturgesetze macht. die er fällt.sehen Gesetzes anstellt. die exakte Definition des Druckes fordert zu ihrem vollen Verständnis das Eindringen in die tiefsten und schwierigsten Theorien der Hydrostatik. sondern ein Wert der „Temperatur" wird festgestellt. ist es keineswegs. nicht eine Änderung. setzt nicht nur die Prinzipien der Arithmetik und Geometrie. Drucks. den es besitzt. liegt also eine äußerst komplexe intellektuelle Arbeit: und diese ist es erst. wie der Physiker es formuliert. zeichnet. kraft dessen das Volumen des Gases festgestellt wird. die lediglich die physikalische Theorie wieder mit den wirklich beobachteten Tatsachen verknüpft. sondern auf die Gegenstände. macht die 190 . der Zwischen den Phänomenen. Nicht vom Stand einer bestimmten Quecksilbersäule wird berichtet. die im Manometer vor sich ging. wird ver- Meßinstrumenten. die wir einAber die Erzählung dieser Befach wiederholen können. beziehen sich nicht auf diese Instrumente. das ein Gas einnimmt. was die Wahrnehmung des individuellen Moments unmittelbar darbietet zu der Form. erhalten. Verlauf eines Experiments wirklich beobachtet werden und dem endgültigen Ergebnis dieses Experiments. . sondern auch die abstrakten Grundsätze der allgemeinen Mechanik und der Himmelsmechanik voraus. sind sämtlich keine konkreten Objekte und Eigenschaften. die durch sie gemessen werden sollen. Der Wert des Volumens. sondern eine Variation des unter dem das beobachtete Gas steht. die wir etwa den Farben und Tönen an die Seite stellen könnten: sondern es sind „abstrakte Symbole". Der Apparat. die die Elemente in der physikalischen Aussage schließlich eigentümliche und charakteristische Leistung des naturwissenschaftlichen Begriffs aus. unter dem es steht. und der Grad der Temperatur. so sehen wir uns hier zunächst freilich einer Summe direkter Beobachtungen gegenüber. der Wert des Druckes. obachtungen lichen sieht. was den Kern und den eigent- Sinn der physikalischen Ergebnisse Regnaults ausWas der physikalische Forscher objektiv vor sich macht. sind gewisse Zustände und Veränderungen in seinen Aber die Urteile. Dieser Übergang von dem.

die sie als konstant zugrunde legt.* Von einer anderen Seite her tritt uns diese Verknüpfung entgegen. * Vgl. horizontale magnetische Achse. die als allgemeingültig hingestellt werden. ermittelt werden kann. die wir zunächst an einem konkreten Einzelapparat machen. daß das eigentliche Fazit des Versuches niemals direkt zutage liegt. daß jede konkrete Messung zuvor die Fixierung bestimmter Einheiten verlangt. hierzu die ausgezeichnete Darstellung bis ins Einzelne aufgedeckt dieser Zusammenhang von Duhem. so müssen die Beobachtungen. An die Stelle eines Kupferdrahtes von bestimmter Stärke setzen wir eine strenge geometrische Kreislinie ohne Dicke. ausgeschaltet sind. sondern er schiebt ihm in Gedanken ein ideales Instrument unter. wenn man erwägt. ehe sie physikalisch verwendbar sind. son objet et sa structure. setzen wir eine unendlich kleine. das er sinnlich vor Augen hat. Messen wir etwa die Intensität eines elektrischen Stromes durch die Tangentenbussole.deutlicher tritt diese Abhängigkeit jeder praktischen prinzipiellen Grundannahmen. sondern erst durch eine kritische Diskussion. hervor. die wir beim Gebrauch jedes physikalischen Instruments vornehmen und notwendig vornehmen müssen. der eine bestimmte Größe und Form aufweist. die dem besonderen Werkzeug notwendig anhaften. die auf die Ausschaltung der Beobachtungsfehler gerichtet ist. die beobachtete Abweichung der Magnetnadel in die allgemeine theoretische Formel der Stromintensität einzutragen und damit den Wert der letzteren zu bestimmen. sind also selbst ein Werk der mathematischen Theorie: diese letztere ausschalten. hieße die Beobachtung selbst um ihren Sinn und ihren Wert bringen. Kein Physiker experimentiert und Noch Messung von bestimmten mißt in Wahrheit mit dem Einzelinstrument. 191 . in der und nach allen Seiten hin beleuchtet wird Paris 1906.) (La Theorie Physique. in dem alle zufälligen Mängel. Die Korrekturen. Die Konstanz. die ohne Reibung um eine vertikale Achse beweglich ist: und erst die Gesamtheit dieser Umformungen erlaubt es uns. zuvor auf ein allgemeines geometrisches Modell bezogen und übertragen werden. an die Stelle des Stahls der Magnetnadel. wenn wir uns vergegenwärtigen.

die aber als dem Wahrnehmbaren Grund ist niemals eine Eigenschaft. dar. Die Zeitmessung muß von Anfang an auf all die sinnlichen Hilfen verzichten. die jetzt vielmehr auf Grund theoretischer Erwägungen gefordert und durch empirische Gründe bestätigt wird. finden wir uns hier dem Begriff des Massen p u n k t e s . Die genauere Betrachtung läßt indessen die Differenz.die hier gefordert wird. am Problem der Zeitmessung. hervor. da gerade das charakteristische Grundmoment der Zeit darin besteht. So bleibt uns nur die begriffliche Vermittlung. daß zwei Teile von ihr niemals zugleich gegeben sind. sondern sie Die Notwendigkeit derartiger Setzungen tritt besonders an dem fundamentalen physikalischen Maßproblem. das die Setzung des Grundmaßes erst ermöglicht. in denen ein sich selbst überlassener Wieder materieller Punkt gleiche Weglängen beschreibt. die durch den Rückgang auf die Bewegungserscheinungen wird ihm erst auf tionen verliehen. eine streng Die tägliche gleichförmige Bewegung festzuhalten sucht. direkt gegeben. Die Einheit wird uns hier durch das Intervall. die für die Ziele der Messung nur immer in Betracht kommt. die der räumlichen Messung zur Verfügung zu stehen scheinen. sogleich klar hervortreten. die durch den . 192 Schon die Reibung. begrifflicher Postulate und Defini- Für die abstrakte Mechanik heißen dieermöglicht wird. Das Trägheitsgesetz geht als begrifflicher Bestand in die Erklärung der Zeiteinheit ein. die verlangte Gleichförmigkeit in aller Vollkommenheit. im Gebiet der konkreten Phänomene selbst. Wir können nicht eine Zeitstrecke zu einer anderen hinbewegen und beide in direkter Anschauung miteinander vergleichen. solchem anhaftet. wie es scheint. diese Bedingtheit abzustreifen. also einem rein ideellen Grenzbegriff gegenüber und wieder ist es die hypothetische Annahme eines allgemeingültigen Prinzips. Umdrehung der Erde bietet. Man könnte versuchen. die zwischen idealem und empirischem Zeitmaß jederzeit zurückbleibt. Die Ungleichheit der Sterntage ist es. jenigen Zeiten gleich. indem man von der rationalen Mechanik zu ihren empirischen Anwendungen übergeht und hier. das zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kulminationen desselben Sternes liegt.

Revue de M6taphysique et de Morale VI. So hat man neuerdings als exakte Einheit der Messung die Zeit vorgeschlagen. bedingt Verminderung der Rotationsgeschwindigkeit der Erde und somit eine Verlängerung der Sterntage. das wir stillschweigend in ihnen mitdenken. daß wir zu Gesetzen gelangen. wird daher mit dem Fortschritt der theoretischen Physik mehr und mehr zurückgedrängt. Die wahrhaften Konstanten sind daher im Grunde nicht wie man mit Recht betont hat die dinglichen Maßstäbe und Maßeinheiten selbst.beständigen Wechsel von Ebbe und Flut entsteht.) Cassirer. als Grundlage dient.. Revue de M6taph. Lucien Poinoar6. bes. sondern eben diese Gesetze. die man voraussetzt. Henri P o i n c a r 6 . Wir setzen die empirisch zunächst völlig . IX (1901. gleichen" Sterntage als ungleich. Substanzbegriff 13 193 . Die moderne Physik dtsch. Über die theoretischen Voraussetzungen der Be- stimmung der Maßeinheiten vgl. 1898. auf die sie bezogen und nach derem Vorbild eine allmähliche Längenmessung — — sie daß die Maße der physischen Dinge und Vorgänge ihnen gleich sinnlichen Eigenschaften anhaften und gleichsam von ihnen nur abgelesen zu werden brauchen. gewisse Gesetze als allgemeingültig festzuhalten. L'Esprit positif. ment der Immer ist es somit der Versuch. nach welchem die Abnahme der Wirkung erfolgt. 1908. Lpz. — Das Gesetz kann nur darum aus der * Vgl. wobei das Exponentialgesetz. enthüllt sich jetzt als ein logischer Zirkel. La mesure du temps. der uns in der Wahl der Einheiten leitet. indem wir einzelne Fakta vergleichen und messen. um etwa die Wellenlänge bestimmter Lichtstrahlen als Fundaeinzuführen. um das Prinzip der Erhaltung der Energie aufrecht zu erhalten. sowie Wilbois. Von neuem entgleitet uns das gesuchte genaue Maß und wir sehen uns zu weiter zurückliegenden begrifflichen Festsetzungen Sie alle aber erhalten ihren Sinn nur durch die gedrängt. Damit aber ändert sich zugleich das Verhältnis von Gesetz und Tatsache. konstruiert sind*. Die naive Auffassung. Brahn. Beziehung auf irgendein physikalisches Gesetz. in welcher die Emanation des Radiums ihre Radioaktivität verliert. v. Denn die Erklärung. Analog sind es die Prinzipien und Theoreme der Optik.

Auch die Gültigkeit des physikalischen Begriffs beruht nicht auf seinem Gehalt an wirklichen. die er ermöglicht. so daß wir aus dem ersteren Gebiet ein Glied herausheben und versuchen könnten. sondern auf der Strenge der Verdie er ermöglicht. weil sie der Form einer dogmatischen sondern lediglich als ein erster gedanklicher Ansatz erfolgt. Es ist der Grundfehler des nicht in wegnahme Behauptung. Die begriffliche Vorin die des Gesetzes ist nicht widersprechend. Jedes Element bedarf hier des anderen zu seiner Stütze und Rechtfertigung. knüpfung. Tatsachen" nur kraft der der Begriffe. Erst wenn es auf Grund dieses Ansatzes gelingt. weil sie nicht eine endgültige Antwort. mathema- Gesamtheit 194 . in dem Zusammenhang und der systematischen Geschlossenheit der Erklärungen. das Ganze der Erfahrungen zu einer lückenlosen Einheit zu verknüpfen. daß wir jede Hypothese. Seine „Wahrheit" bekundet sich zunächst in den Folgerungen. so genau bezeichnet es das logische Kernproblem der Physik. wie wir die Begriffe anderseits nur mit Rücksicht auf die Totalität der möglichen Erfahrung konzipieren.. Wir besitzen nicht physikalische Begriffe und physikalische Tatsachen in reinlicher Scheidung. jede theoretische Konstruktion unmittelbar in einer einzelnen Erfahrung. In diesem Grundcharakter bildet er die Erweiterung und Fortsetzung des tischen Begriffs.) Der einzelne Begriff kann daher niemals für sich allein an der Erfahrung gemessen und beglaubigt werden. ist sein Wert und sein Recht erwiesen. weil wir es in hypothetischer Form Messung selbst hineingelegt haben.Messung hervorgehen. direkt aufzeigbaren Daseinselementen. zu denen er hinführt. So paradox dieses Wechselverhältnis erscheinen mag. Aber dieses Recht kann andererseits freilich nicht dadurch gesichert werden. sondern lediglich eine Frage in sich schließt. sondern er erhält diese Bestätigung stets nur als Glied eines theoretischen Gesamtkomplexes. 109 f. ob ihm ein Abbild im zweiten entspricht: sondern wir besitzen die . in einem besonderen sinnlichen Eindruck bewähren. (Vgl. keines läßt sich aus dem Gesamtorganismus herauslösen und in dieser Sonderung darstellen und prüfen. oben S.

Wozu dient alle Begriffs arbeit der Physik. verwerfen den naiven Baconischen Gedanken des „experimentum crucis". 195 . s. daß er diese Korrelation nicht begriff. daß alle Komplikation der Untersuchungsmethoden uns von dem konkreten Faktum der Anschauung in seiner sinnlichen Lebendigkeit nur mehr und mehr entfernt? Verlohnt sich dieser ganze Aufwand wissenschaftlicher Mittel. Th6orie Physique S. in dieser Form. diejenigen Denker. die mit allem Nachdruck betonen. die es mit der Gesamtheit der Phänomene systematisch verknüpft**. Erst wenn das rohe Faktum durch ein mathematisches Symbol dargestellt und ersetzt ist. beginnt die intellektuelle Arbeit des Begreifens. nicht auf die Sicherung und Nachprüfung dieses Materials selbst*. 125 ff. bes. für sich bestehende Wesenheiten dachte. Duhem. daß die Physik selbst ihrer die Auch daß letzte sie endgültig überwunden hat. daß sie die Betrachtung der Sachen * Näheres hierüber ** Vgl. Faßt man jedoch das Endergebnis.Baconischen Empirismus. Die Leistung des Begriffs erstreckt sich hier nur auf die nachträgliche Zusammenfassung und Darstellung des empirischen Materials. hrz. als Tatsachen in Symbole zu verwandeln? Der Vorwurf. Die „reine" Erfahrung im Sinne einer bloßen in- Erfahrung duktiven Sammlung vereinzelter Beobachtungen vermag niemals das Grundgerüst der Physik abzugeben: denn ihr ist die Kraft der mathematischen Formgebung versagt. wenn wir zuletzt erkennen müssen. daß er die „Fakta" gleichsam als abgelöste. 308 13* ff. so bleibt nichtsdestoweniger eine Paradoxie zurück. So hartnäckig diese Auffassung sich innerhalb der Erkenntnistheorie der Naturwissenschaft erhalten hat: so viele Zeichen weisen in doch darauf hin. modernen Gestalt in ihrer Gesamtheit die höchste und Kontrolle aller physikalischen Theorien bildet. zu dem die Analyse der physikalischen Theorie notwendig hindrängt. die unser Denken nur so getreu als möglich nachzubilden hätte. La Erkenntnisproblem II. wenn das endgültige Ziel kein anderes ist und sein kann. den die moderne Physik in ihrer Entstehung gegen die Scholastik erhob.

durch die der zurückzufallen. in Gegensatz zu der Evidenz und die uns im Erleben individueller Einzeltatsachen zum BeDiese Trennung beruht indessen selbst wußtsein kommt. durch welche die bloße Verschiedenheit als eine gesetzliche Abfolge von Elementen dargestellt wurde. müssen die Geist. oben S. Alle diese Begriffe erscheinen in nunmehr als ebensoviele Mittel. Der wissenschaftliche Versuch leistet diese letzte endgültige Fixierung. kraft dessen das Einheit des Begriffs bekundete sich nicht hervorgeht. als ein Inbegriff physikalischer Konstanten: außerhalb dieser Konstanten besitzt er keine Möglichkeit und keine Handhabe. (Vgl. sondern in der Regel. Die in einem festen Bestand an Merkmalen. das zu fassen und ihm innerhalb dieser Reihen seine feste Stelle anzuweisen.) Die Betrachtung der physikalischen Grundbegriffe bestätigt und erweitert diese Auffassung. Namen Nur ersetze. aus einer Mehrheit gleichartiger Eindrücke das Geherauszuschälen. — Der Weg der mathemati- — Reihenbildung meinsame Verschiedene „Gegebene" Reihen Wir müssen dem Gegenstand bestimmtes Volumen und eine bestimmte Masse. Wahrheit gegeneinander zu isolieren. auf einer falschen Abstraktion: sie versucht. Nicht darum handelte der es sich. sichtspunkte. theoretisch festgestellt und begründet sein. droht jetzt auf sie selbst scheint wahren Wirklichkeit der Empfindung mehr und mehr entfremden. Man hat diese Konsequenz in der Tat bisweilen gezogen: man hat die zu der die physikalische Theorie uns hingestellt. unter denen die Vergleichung und Zuordnung der Elemente erfolgt. zwei Momente eine neue hier erreicht. ein bestimmtes spezifisches Gewicht. die durch die Voraussetzununlöslich auf- gen der Begriffsbildung selbst einander hingewiesen sind. ein 196 . aber damit sie möglich müssen die Reihenprinzipien selbst. Das einzelne Ding ist für den Physiker nichts anderes. führt. 18 ff. schen wie sich im Gegensatz zu der Begriffsbildung war durch das Verfahren traditionellen logischen Lehre zeigte bestimmt. durch die wir uns der Namengebung Not- wendigkeit. sondern ein Prinzip festauseinander zustellen. die Besonderheit eines Objekts zu bezeichnen.

anfänglichen Eindruck mitgegeben. Die Messungen. daß das Moment.. Die sinnlich dingliche Qualität wird zum physikalischen Gegenstand. um diese Gliederung zu vollziehen. aber setzen voraus. zusprechen.. aber es ist alles dasjenige festgehalten und für sich herausgehoben. um ihn von anderen Objekten zu unterscheiden und ihn einer festen begrifflichen Klasse einzuordnen. Man begreift erst in diesem logischen Zusammenhang den . die hinzugebracht werden müssen. die als allgemeingültige Maßstäbe theoretisch festgelegt sind. die hierzu erforderlich sind. eine bestimmte elektrische Leistungsfähigkeit usf. sondern es muß theoretisch erarbeitet werden. was ihn als Systemglied kennzeichnet. wohl 197 . In der symbolischen Bezeichnung ist freilich die besondere Beschaffenheit des sinnlichen Eindrucks abgestreift. Aus einer Summe von Eigenschaften wird das. Das Chaos der Eindrücke formt sich in ein System von Zahlen: aber diese Zahlen erhalten ihre Benennung und somit ihre spezifische Bedeutung erst aus dem Inhalt der Grundbegriffe. unter dem die Vergleichung erfolgt. Die verschiedenen physikalischen Begriffe bestimmen jeder für sich eine derartige Skala und ermöglichen somit eine immer innigere Verknüpfung und Zuordnung der Elemente des Gegebenen. Ding" jetzt zu einem mathematischen Inbegriff von Werten. zuvor in begrifflicher Strenge und Dieses Moment ist niemals in dem Genauigkeit erfaßt ist. der der Umbildung des Eindrucks in das mathematische . die im Hinblick auf irgendeine Vergleichsskala fixiert sind. Symbol" zukommt. indem sie sich in eine reihenförmige Bestimmtheit umsetzt.. Erst in dieser Beurteilung wandelt sich der konkrete Eindruck zum physikalisch bestimmten Objekt. Das Symbol besitzt sein vollgültiges Korrelat nicht in irgendwelchen Bestandteilen der Wahrnehmung selbst. Die physikalische Zerlegung des Gegenstandes in die Gesamtheit seiner numerischen Konstanten ist somit keineswegs gleichbedeutend mit der Zerfällung eines sinnlichen Dinges in die Schar seiner sinnlichen Merkmale: sondern es sind neue und eigenartige Kategorien der Beurteilung. um sodann auf das Mannigfaltige der Wahrnehmung angewandt zu werden.eine bestimmte Wärmekapazität. objektiven" Wert.

der zwischen aber in dem gesetzlichen ihren einzelnen Gliedern besteht: dieser Zusammenhang aber ist es. ohne irgendein angeben zu können. gelangt zu begrifflichem Verständnis erst kraft der apperzeptiven Deutung und Einordnung. Vorarbeit schafft eine Übersicht über die möglichen Weisen der exakten Zuordnung. Zusammenhang.. Wirklichkeit" selbst enthüllen wird. der sich immer deutlicher als der eigentliche Kern des Gedankens der empirischen . unserer" Welt der Wirklichkeit gehören. so wäre damit die „Einheit des Bewußtseins" so würde der Eindruck nicht länger zu selbst aufgehoben Man kann im Sinne . ist jetzt doch seine notwendige Zugehörigkeit zu irgendwelchen von diesen Grundreihen erkannt und damit bereits das vorbereitende Schema Die deduktive zu seiner näheren Bestimmung geschaffen. die die naturwissenschaftliche Theorie entwickelt.. Der neu auftretende Eindruck. Von einem anderen Standpunkt läßt sich das Verhältnis. — — M Apperzep- Prädikat Leitgedanken Messung 198 . der zunächst als Einzelnes erfaßt wird. während die Erfahrung bestimmt. wenn man an die gewöhnliche psychologische Fassung der Begriffstheorie anknüpft. beleuchten.apperzeptiven Verknüpfung" auf. als die eigentlichen und notwendigen tionsbegriffe für jede empirische Kenntnis überhaupt bezeichnen. a ß dieser Auffassung die verschiedenen physikalischen begriffe. In der Sprache dieser Theorie löst sich das Problem des Begriffs in das Problem der . Wir besäßen alsdann das Faktum immer nur als einzelnes Subjekt. Eigenschaften".. gewinnt es klar umgrenzte Selbst bevor noch sein physikalische . Fehlte diese Bezogenheit des Einzelnen auf die Gesamtheit der Erfahrung. stellen. Ohne sie gäbe es in der Tat.. gewinnt der einen es feste Gestalt und Prägung. wie sich gezeigt hat. das hier zugrunde liegt. die er erfährt. Einzel wert innerhalb jeder der möglichen Vergleichungsreihen empirisch festgestellt ist. durch das wir es näher zu umgrenzen Erst indem wir das Gegebene unter irgendvermöchten. keine Einstellung des Tatsächlichen in Reihen und somit keine durchgängige wechselseitige Bestimmung zwischen seinen einzelnen Gliedern.

aufgedrückt. Ein solcher Parameter ist die Masse. um uns das Ganze seiner möglichen Veränderungen und sein Verhalten gegenüber äußeren Bewegungsantrieben rational verdie wir ständlich zu machen. Lpz. um irgendwelche konkrete Bestimmungen und Prädikate von ihr aussagen zu können.. Je tiefer man sich in dieses Verfahren versenkt. Parameter" in lationen. . indem wir ihn in räumliche und zeitliche Beziehungen mit anderen Inhalten setzen. um auch nur irgendeine Gestalt der Materie selbst. Lipps. oder die E i g e n e n e r g i e als charakteristisch für den augenblicklichen Zustand eines gegebenen physikalischen Systems ansehen. daß sie immer neue . daß auch die wissenschaftliche Physik. insbesondere der mathematischen ReDie Materie der Wahrnehmung wird nicht erst nachträglich in irgendeine begriffliche Form gegossen. für Das wissenExperiment findet stets eine Mehrheit von Wegen schaftliche vor. sondern der Gedanke dieser Form bildet die notwendige Voraussetzung. seine Bestimmung aufnimmt. den sie untersucht. haben wir ihm damit das Siegel unserer allgemeinen anwendbar Verknüpfungsbegriffe. Jetzt kann es daher nicht mehr befremden. Das Gleiche aber gilt für alle die verschiedenen Größen. durch welche Physik und Chemie fortschreitend den Körper der Wirklichkeit bestimmen*. Mythen- 199 . die die Theorie gebahnt hat und zwischen denen es nunmehr eine Auswahl zu treffen gilt. F. dadurch zum Ausdruck zu bringen. die bildung und Erkenntnis.welcher von den möglichen den vorliegenden Fall Arten der Verbindung ist. immer nur gleichsam auf neue Schichten von Zahlen und Zahlenwerten stößt. um so reiner tritt hierbei die Eigenart der naturwissenschaftlichen Dingbegriffe und ihr Unterschied von den metaphysi* Vgl. die wir einem einzelnen Körper beilegen. treffenden Ausführungen von G. je weiter sie in das „Sein" ihrer Objekte vorzudringen strebt. sondern sie sucht die Beschaffenheit des Körpers oder des Vorgangs. 1907. Kein Inhalt der Erfahrung kann uns daher jemals als etwas schlechthin schon indem wir denn gegenübertreten: Fremdartiges ihn zum Inhalt unseres Denkens machen. Sie entdeckt keine absoluten metaphysischen Qualitäten. S. 211 ff. hrz.

dennoch der charakteristische Ausdruck einer neuen Denkweise und einer neuen Fragestellung ist. daß dasjenige. der geschichtlich die Grenzscheide zwischen Forschung und Mythos vollzieht. was den Ursprung des sinnlichen Seins bilden soll. Das Sein wird erst jetzt zum geordneten Ganzen. da alle Einzelqualitäten sich erst aus ihm 200 — . wie unvollkommen sie zunächst auch erfüllt werden mag. positiven Inhalt der Wirklichkeit auszumachen scheinen. Der logische Gedanke der Substanz steht an der Spitze der wissenschaftlichen Weltbetrachtung überhaupt.sehen Substanzbegriffen hervor. Es kann mit keiner einzelnen stofflichen Qualität behaftet sein. die allein den festen. sondern in sich selbst die Gewähr seines Bestandes trägt. Die Naturwissenschaft hat in ihrer Entwicklung überall an die dieser letzteren angeknüpft. die. die Mannigfaltigkeit der sinnlichen Wirklichkeit aus einem einzigen Urstoff abzuleiten. enthält eine allgemeingültige Forderung in sich. Erst in dieser Leistung gewinnt die Philosophie ihren eigenen Anfang. Der Versuch. Aber schon innerhalb der Jonischen Naturphilosophie selbst beginnen sich Tendenzen zu regen. So ist es irgendein empirisch aufweisbarer Einzelstoff. Es enthält den Hinweis auf den Gedanken. Der neue Gedanke aber kann zunächst seine Bestätigung nirgend anders suchen. dem jetzt die Bedeutung der „Substanz" aufgeprägt wird. er ist es. das nicht von außen durch fremde Willkür gelenkt wird. mit ihm nicht von gleicher Beschaffenheit sein kann. aber sie hat zugleich in ihrem eigenen Fortschritt diese Form mit einem neuen Gehalt erfüllt und sie auf eine andere Stufe der Begründung emporgehoben. die über diese Auffassung hinausdrängen. die zwischen der Realität und den mythisch-poetischen Erdichtungen scheidet. Form V. als in dem Umkreis der sinnlichen Dinge selbst. Die Wahr- nehmung bietet hier — da die begriffliche und kritische Arbeit der Forschung noch nirgends eingesetzt hat die einzige feste Grenze. Das Anaximandrische Prinzip des oTteiQov erhebt sich bereits in logischer Freiheit über den Kreis der unmittelbaren Wahrnehmungswirklichkeit.

wenn es nicht in irgendeiner Form in ihm bereits gesetzt und enthalten ist. als vielmehr in der unbegrenzten Fülle und Mannigfaltigkeit an qualitativen Unterschieden. die der genauen Begründung entbehrt. in der diese Differenzierung erfolgt und der Anstoß. das Besondere aus dem Allgemeinen ableiten zu wollen. nunmehr auf dauernde und absolute Eigenschaften der Materie als auf ihren eigentlichen Ursprung zurückgedeutet. der zu ihr hinführt. Ausscheidung" aus dem gleichartigen Urprinzip entwickeln sollen. Das Gebiet des Stofflichen überhaupt ist damit indes nicht verlassen. Die Einheit. Hier tritt zugleich mit der ersten Festsetzung eines allgemeinen bewegenden Prinzips auch die physikalische Erklärung der Einzelqualitäten in eine neue Phase der Betrachtung ein. scheinbar den entgegengesetzten Weg einschlagen. zunächst völlig im Dunkeln. So muß der Gedanke nunmehr. Es ist das Natursystem des Anaxagoras. die in dem unendlichen und bestimmungslosen Urstoff Anaximanders zur ersten deutlichen Ausprägung gelangt. Es ist vergeblich. des Feuchten und Trocknen noch ungesondert nebeneinander liegen. Die Frage. sondern erst gestellt. um an diesem Punkt zur Klarheit durchzudringen. das diese Tendenz zum Abschluß bringt. die hierin liegt. die Anaximander in seinem Prinzip des Unendlichen gesetzt hatte. Das Problem der besonderen Qualitäten und Eigenschaften ist jedoch in diesem ersten Lösungsversuch nicht überwunden. von deren Dasein und deren Unterschieden die Sinne uns Kunde geben. So werden die mannigfachen erscheinenden Beschaffenheiten der Körper. bildet den Antrieb für die weitere Entwicklung der spekulativen Naturphilosophie. vielmehr ist es gerade die reine Abstraktion des Stoffes selbst. Wenn die Gegensätze sich durch . die er in sich birgt.. So wird es zu einem Sein ohne bestimmte Unterscheidungsmerkmale. so bleibt die Art.entwickeln sollen. in dessen gleichartiger Struktur die Gegensätze des Warmen und Kalten. Das Feuchte und das Trockene. das Helle sinnliche — 201 . stellt sich lediglich als eine logische Vorwegnahme dar. Die wahrhafte Unendlichkeit des Urstoffes bekundet sich nicht sowohl in seiner gleichförmigen und unterschiedslosen Struktur.

ja sie wird bewußt zur Unendlichkeit gesteigert. das denn auch seither im Fortgang der Physik immer wieder zutage'getreten ist. noch als enthalten zu denken sind. Die bunte Vielheit der empfindbaren Qualitäten wird also beibehalten. Die Analyse des Anaxagoras bezweckt. jeder physische Punkt selbst stellt einen Inbegriff unendlich vieler Qualitäten dar. wie der Luft und des Wassers. Jeder dieser Beschaffenheiten. das Warme und Kalte. entspricht in Wahrheit ein unveränderliches substantielles Sein. daß sie irgendisoliert enthalten. Die spezielle Ausführung dieser Lehre bietet lediglich geschichtliches Interesse: aber auch abgesehen hiervon enthält sie ein Moment von typischer Bedeutung. ist nicht dies. die an sich bestehen und für sich. wenngleich in Gemeinschaft mit anderen Ursachen derselben Art. so weit wir die Zerlegung auch fortsetzen mögen. Daß irgendeine 202 . beruhen alle Verschiedenheiten und Gegensätze der zusammengesetzten sinnlichen Substanzen.und Dunkle. wie sie sich der Anschauung zunächst darbieten. das Dichte und Dünne sind sämtlich Grundeigenschaften der Dinge selbst: und auf der Art und dem quantitativen Verhältnis. in denen diese Eigenschaften sich mischen. hinter die konkreten sinnlichen Objekte. zu ihren begrifflichen Prinzipien zurückzugehen: aber sie fixiert den Gehalt dieser Prinzipien in Ausdrücken. Gegensätzlichkeiten der Empfindung werden hier unmittelbar zu dinglichen Gründen umgedeutet. Was den besonderen Stoffen ihr unterscheidendes Gepräge gibt. die in ihrer Gesamtheit in jegliche Zusammensetzung eingehen und die auch in den kleinsten stofflichen Teilen.. die in Wahrheit niemals fehlen können. Hierbei sind es stets alle elementaren Grundbeschaffenheiten. zu wirken vermögen. Alles in Allem": jedes noch so kleine Partikel. eines der qualitativen Elemente sondern daß es in der Zusammensetzung vorherrscht. In diesem Sinne ist . die sich in ihm durchdringen. praktisch außer Betracht bleiben dürfen. die selbst durchaus der sinnlichen Beschaffenheiten und Wahrnehmung entnommen sind. zu entstehen und zu vergehen scheinen. so daß in der gewöhnlichen populären Betrachtung die übrigen Faktoren. des Äthers und der Erde. die in der Erscheinung hin und her zu gehen.

ristische Versuch vor. wie die Luft oder das Wasser. und Trockenen. die hinzutreten. Luft und Feuer entstehen sollen.Grundeigenschaft an einem Subjekt neu entsteht oder an ihm verschwindet. wohl aber geht dieser Wert auf die Gesamtheit der Eigenschaften über. aus denen jene Körper resultieren. in ihren geschichtlichen Folgen hervor. für unseren Blick zeitweilig So liegt hier in der Tat der charaktegleichsam verdeckt. ein einzelner empirischer Stoff. die die oberflächliche Betrachtung der Dinge uns vorspiegelt: jede b e h a r r t vielmehr und wird nur dieser Eigenschaften durch andere. Jonischen Naturphilosophie. zu konstruieren. So nunmehr lediglich die Eigenschaften des des Feuchten ruht auch der Bau dieser Physik auf dem gleichen Verfahren der Umsetzung relativer Eigenschaften der Empfindungen in absolute Eigenschaften der Dinge. und die an ihnen kraft der Wahrnehmung aufzeigbar sind. sie erhalten dadurch zwar eine veränderte Bedeutung. ohne aus dem Umkreis des „GeEs ist nicht mehr. und damit den Gesamtplan und die Ordnung des Weltalls. die sie ausführen. Mit besonderer Schärfe und Deutlichkeit tritt die Anschauung. sinnliche Hypostase metaphysische Auch die — Physik stellt in dieser Die Grundqualitäten Hinsicht keine innere Wandlung dar. der den dauernden Bestand der Dinge darstellt. aus deren Zusammensetzung die vier Elemente: Wasser und Erde. dieser Eigenschaften läßt ihre Natur Die dennoch ungeändert. das beharrende Sein. wie in der gebenen" herauszutreten. die hier zugrunde liegt. Die Natur dieser Elemente bestimmt die Eigenart der Bewegungen. das der Gedanke fordert. Die gesamte Naturwissenschaft. treten aber aus dem Charakter des Sinnlichen prinzipiell nicht heraus. insbesondere die gesamte Chemie und A 1 c h y m i e des Mittelalters werden erst verständlich. 203 . Die Erhebung der Qualitäten zu gesonderten Wesenheiten. ist eine bloße Täuschung. wenn man sie im Zusammenhang mit den logischen Voraussetzungen des Aristotelischen Systems betrachtet. sind hier wiederum auf eine kleine Anzahl zusammengezogen: statt der unendlich vielfältigen „Samen" der Dinge sind es Aristotelische Warmen und Kalten.

einen anderen überzuführen. tritt noch in der neueren Zeit in der Physik B a c o n s deutlich hervor. was die generische Gemeinsamkeit einer Gruppe von Körpern ausmacht. Eigenschaften. zunächst getrennt ist. entziehen und sie durch andere Beschaffenheiten Allgemein genügt es. daß dasjenige. man löst etwa von dem Zinn sein Knirschen. zu nähern. um irgendeinen Körper in ersetzen. die verschiedenen . die allen ihre Anwesenheit Die Aufgabe bestimmte Wirkungen in ihnen hervorruft.. seine Schmelzbarkeit. Die bildet hier die herrschende Grundanschauung. werden zugleich als p h y Bestandteile abgesondert und zu selbständiger s i s c h e Die festen Körper unterscheiden sich Existenz erhoben. als abtrennbarer Bestandteil in ihnen irgendwie vorhanden und nachweisbar sein muß. Man beraubt den Einzelkörper seiner individuellen Merkmale. der Physik erschöpft sich darin. Bacons Formenlehre geht auf das Axiom zurück. Elemente".. die komplexen sinnlichen warmen Dingen innewohnt und durch Einzeldinge in eine Schar abstrakter und einfacher Qualitäten 204 . So läßt sich etwa Quecksilber in Gold verwandeln. indem wir ihm successiv die beiden . von dem es durch all diese Eigenschaften Die Gesamtansicht. auf der diese Naturauffassung beruht.die vom Sein des Körpers verschieden und somit wenigstens im Prinzip von einem Körper auf den anderen übertragbar sind. die als ebensoviele selbständige Substanzen in ihm gedacht werden. sie nacheinander Die Umwandlung der Metalle inder Materie aufzuprägen. daß man imstande ist. Die Form der Wärme Gattungsbegriffs besteht als ein eigentümliches Etwas und sie ist es. die einer Klasse von Dingen gemeinsam sind die somit die und Grundlage für die Bildung eines bestimmten abgeben. Naturen" derart zu beherrschen. die ihnen innewohnt: der Übergang in einen anderen Aggregatzustand bedeutet den Verlust dieser Qualität und die Aufnahme einer neuen dinglichen Einzelnatur. einander wird gemäß dieser Grundanschauung gedacht und dargestellt. um es dadurch dem Silber. seine Weichheit los. auf denen seine Flüssigkeit und seine Flüchtigkeit beruhen. von den flüssigen und flüchtigen durch die Anwesenheit einer bestimmten absoluten und ablösbaren Eigenschaft.

206 ff. Hier stehen wir daher bereits vor einer veränderten Richtung der Denkart. die hier in ihren allgemeinen Zügen verfolgt wurde. wie die Annahme der besonderen elektrischen oder magnetischen Fluida zeigen. die wir an einer Anzahl von Körpern sinnlich zu erfassen und wahr- zunehmen beigemischt scheinen. die vortreffliche Darstellung bei E. u. Der Grundbegriff des leeren Raumes. für die unmittelbar ein dingliches Substrat eingesetzt wird. hrz.. Die Eigenschaft der Brennbarkeit. s. ist: verdichtet diese sich in der Annahme des Phlogistons wendigkeit folgt. Insbesondere ist es die Begriffsbildung der Chemie. S. von dem Demokrit ausgeht. der den Körpern und Annahme ist es. So ist der Schwefel der Ausdruck der Verbrennbarkeit der Körper. Schon die antike Wissenschaft hat dieser Auffassung im System derAtomistik einen vollendeten Ausdruck gegeben. auch Berthelot. was ihnen etwa als absolutes Korrelat und Gegenbild ent- — — Pythagoreischen * Vgl. Identit^ et R6alit6. während das Quecksilber die Gesamtheit der metallischen Eigenschaften in sich faßt und darstellt. s. Das Sein wird nicht mehr unmittelbar in den sinnlich wahrnehmbaren Qualitäten gesucht noch in dem. wie langsam auch in der modernen Naturwissenschaft diese Auffassung zurückgedrängt worden ist*. zu einem besonderen Stoff. aus welcher der gesamte Aufbau der Chemie vor Lavoisier mit innerer Not- — Neben der Entwicklung. aber steht von Anfang an eine andere Grundauffassung des physischen Seins und Geschehens. Paris 1908. ist direkt dem xevöv der Pythagoreer entnommen. in welcher sie immer von neuem in verschiedenen Formen hervortrat. 279 ff. 205 .aufzulösen und aus ihnen zu erklären. Paris 1885. Immer sind es hier gewisse gesetzliche Reaktionen.. Meyerson. Les origines de P Alchimie. Die Hypothesen des Wärmestoffes. Jedes Element der älteren Chemie ist zugleich der Träger und gleichsam der Typus einer bestimmten hervorstechenden Eigenschaft. S. Die Atomistik geht in ihren geschichtlichen Voraussetzungen durch Vermittlung des Eleatischen Systems auf die Grundform der Lehre zurück. 300 ff. das Salz der Ausdruck ihrer Löslichkeit.

mit dem dieser Gedanke in seiner ersten Konzeption ergriffen wird. die ihnen allein eine bestimmt erkennbare Wesenheit verleiht.sondern es geht in dem reinen Begriff derZahl Die Zahl. Dasein zu gelangen bedürfen wir der Vermittlung und des M bestimmung Um Durchgangs durch den Raumbegriff. Harmonie : Farbloses. auf der alle Verknüpfung und alle innere der Dinge beruht. ist eben darum zugleich als die Substanz der Dinge zu bezeichnen denn sie ist es. kraft dessen es erst seine volle Fruchtbarkeit zu von der Zahl zum stofflich physischen entfalten vermag. Für die Darstellung der objektiven Wirklichkeit dagegen sind alle diese Beschaffenheiten zu verwerfen. die im Sinne der reinen Mathematik bestimmbar sind. So bleiben als die . ist die unbedingte Gleichförmigkeit seiner Teile: alle inneren Unterschiede haben sich in einen bloßen StellenUnterschied aufgelöst. wirklichen" Merkmale der Dinge nur diejenigen zurück. Der mystische Überschwang. nur der „Satzung" nach.. so daß jeder Einzelpunkt nur noch den gleichwertigen Ausgangspunkt für geometrische Beziehungen und Konstruktionen 206 . Die sinnlichen Eigenschaften der Dinge werden nunmehr aus dem wissenschaftlichen Weltbild verwiesen. tritt in der Fortbildung der griechischen Wissenschaft mehr und mehr zurück. Im atomistischen System ist diese Wendung vollzogen: was für die Pythagoreer als abstrakte Forderung feststand. die im unmittelbaren Wahrnehmungsraum bestehen. der ihn gleichsam zum reinen Sinnbild der Zahl stempelt. Der Raum selbst indes hier in einem Sinne genommen. ist hier in einem konkreten Aufbau der Mechanik verkörpert. sind völlig abgestreift. Er bietet sich all ihren Bestimmungen dar und erfüllt alle ihre wesentlichen BeSein charakteristischer Grundzug ist demnach dingungen. Das abstrakte Zahlschema der Pythagoreer aber wird jetzt durch ein neues Moment ergänzt. nur in der ungeprüften „subjektiven" Auffassung gibt es ein Süßes und Bitteres. da keine von ihnen einer exakten a ß und damit einer wahrhaft eindeutigen Fixierung fähig ist. ein Warmes und Kaltes. auf. um zuletzt einer rein methodischen und rationalen Begründung zu weichen. Die Differenzen. ein Farbiges und spricht.

sofern an dieser nichts anderes als festgehalten werden. sondern eine logische Forderung. noch an der Schwelle der modernen Physik. sondern vielmehr ein variabler Ausdruck. sowie die reine Bewegungslehre. was es zu einer numerischen Ordnung. an ihm entdecken und feststellen. sondern Atome Größenbestimmungen — — Bewegung Namen. Wird nunmehr das Wirkliche unter diesen Gesichts- punkten bestimmt. wie in den Wandlungen. Von allen sonstigen Merkmalen dagegen können wir absehen.oder übelriechend zu denken. weiterwirkt und sich zu immer größerer Klarheit durchringt. die auf beide zurückgeht. in diesem oder jenem Ort. als die abstrakte Darstellung der physischen Wirklichkeit. aber noch keineswegs vollständig gelöst. das gedankliche Motiv. so bleibt von ihm nur dasjenige zurück. Im Atom Demokrits ist die Auflösung der sinnlichen Bestimmungen noch nicht zur vollen Durchführung gelangt. reine In diesem Sinne hat. in oder in R u h e begriffen ist. Eben hierin wurzelt das Recht und die Bedeutung des Atombegriffs: die Welt der ist nichts anderes. es ist daher selbst kein unveränderlicher. vielmehr sind alle diese Bezeichnungen bloße denen. dem er seine Entstehung verdankt. Mit dieser Hinwendung zur Atomistik ist indessen das Problem nur in allgemeinen Ausdrücken gestellt.bedeutet. die der Atombegriff selbst im Laufe der Zeiten erfährt. da sie sich nicht auf exakte Zahlenwerte zurückführen lassen. — — — 207 . Die Atome unterscheiden sich hier wenn man den bekannten Bericht des Aristoteles zugrunde legt nicht nur ihrer Stellung und Lage. daß sie groß oder klein. sie weiß oder rot. Es ist interessant zu verfolgen. zu einem quantitativ gegliederten Ganzen macht. Keine logische Notwendigkeit zwingt uns. liegt nichts anderes. Im Begriff der Materie so führt er aus als daß sie von dieser oder jener Gestalt. süß oder bitter. Die Substanz des physikalischen Körpers erschöpft sich in dem Inbegriff der Eigenschaften. ohne dadurch den Gedanken der Materie selbst aufzuheben. wohl. auch kein festes objektives Korrelat entspricht. Denn das Atom selbst bezeichnet keinen festen physischen Tatbestand. die Arithmetik und Geometrie. Galilei die Atomistik verstanden und begründet.

die Darstellung des Stoßes der so ergibt sich alsbald eine eigentümliche Schwierigkeit. die Annahme machen. so sind ihre Eigenschaften und Wirkungsweisen nach dem Verhalten zu bestimmen. Dieses Gesetz fordert. jedes Atom mit einer absoluten Härte zu begaben. Die Theorie muß.auch ihrer Größe und Gestalt nach: sie besitzen somit selbst verschiedene Ausdehnung und verschiedene Form. daß die „molare" Energie sich in „molekulare" umgesetzt hat. wenn wir es lediglich in seinen Anwendungen auf die Mechanik betrachten. Diese Erklärung aber versagt wirkung Atome ersichtlich für die als streng Atome selbst. das wir empirisch unmittelbar an unelastischen Massen beobachten können: bei jedem Zusammenstoß vollkommen oder zum Teil unelastischer Körper aber zeigt sich ein bestimmter Verlust an lebendiger Kraft. einfache Subjekte der da diese ihrem Begriff nach Bewegung zu denken sind. sobald man das Verhältnis betrachtet. Die Gegensätze des Harten und Weichen wie des Leichten und Schweren werden somit wieder unmittelbar in die objektive Naturbetrachtung aufgenommen: ein Rest der wahrnehmbaren Merkmale des Körpers ist erhalten und mit den Bestimmungen. daß die Gesamtsumme der lebendigen Kraft unverändert bleibt. als die dynamische Wechselder Atome zum eigentlichen Problem wird. kraft deren es alle anderen von seiner räumlichen Sphäre ausschließt. die das mathematische Denken aussondert. Versucht man indessen diesen Gesichtspunkt auf anzuwenden. Vor allem aber tritt in dem Maße. daß ein Teil der lebendigen Kraft von den Gesamtmassen auf ihre Teile übergegangen ist. 208 . Betrachtet man die Atome als vollkommen harte Körper. um diesen Widerspruch gegen das Erhaltungsgesetz auszugleichen. die logische Notwendigkeit hervor. ohne daß ein Grund dieses Unterschiedes aufweisbar wäre. für jeden Übergang der Bewegung von einem Körper auf einen anderen. Sie verdichten sich zu einer eigentlichen Antinomie. auf eine Stufe gestellt. Die Folgen dieses Dualismus treten im Fortgang der Lehre alsbald deutlich hervor. das sich nunmehr zwischen dem physikalischen Grundbegriff des Seins und dem physikalischen Grundgesetz des Geschehens ergibt.

daß den Atomen. ohne daß ihr dies jemals in völliger Strenge gelungen wäre*. Und ein zweites. der Mechanik der Atome entgegenhält. Diese Annahme aber führt dahin. der von ihm um einen festen. in einem Sprung von einem Größenwert zu einem anderen. bes. * ' lust . kann nur in einem plötzlichen Übergang bestehen. Wird etwa ein langsamerer Körper von einem schnelleren eingeholt und schreiten beide nach dem Stoß mit einer gemeinsamen Geschwindigkeit fort. Cassirer. dem anderen eine unvermittelte Zunahme der Geschwindigkeit zusprechen. ** Näheres hierüber s. daß hier an das hypothetische Bild. dadurch aufgewogen wird. Lpz. Theorien der modernen Physik.bei denen jede Möglichkeit einer weiteren Zerlegung in Teile und Unterteile fehlt. Die Verteidiger der extensiven Atome haben auf Einwände dieser Art bisweilen erwidert. zur allgemeinen Kritik des Atombegriffs vgl. der beim Stoß absolut harter Körper eintreten muß. nicht minder schwerwiegendes Bedenken ergibt sich. die nichts als rationale Setzungen des Denkens sein wollen. Berlin 1905. Die Änderung Kontinuität der Geschwindigkeit. Otto Buek. 1901. die durch den Satz der Erhaltung der algebraischen Summe der Bewegungsgrößen bestimmt wird. gewisse EigenZur Kritik des S e c c h i sehen Lösungsversuches. Der Widerspruch stamme lediglich daher. S. ein falscher Maßstab angelegt werde. daß ein Teil der Rotationsbewegung der Atome sich in fortschreitende Bewegung umsetzt vgl. wonach der Veran lebendiger Kraft. diesen Widerspruch in den Grundlagen selbst zu beseitigen. deutsche Ausg. Die Atomistik und Faradays Begriff der Materie. Substanzbegriff 14 209 . daß wir dem einen Körper eine unvermittelte Abnahme.34 ff. Die kinetische Atomistik hat auf verschiedene Weise versucht. wenn man die Forderungen. S t a 1 1 o Die Begriffe u. 394 ff. endlichen Betrag verschieden ist. so läßt sich dieses Ergebnis nur dadurch darstellen. Erkenntnisproblem II. die sich des Geschehens eraus dem Postulat der geben. auf welches die Mechanik gestützt werden soll. die zwei absolut harte Körper im Moment ihres Zusammenstoßes erfahren. daß wir im Moment des Stoßes selbst keinen eindeutigen Wert der Geschwindigkeit mehr für beide Massen zu fixieren vermögen und daß somit hier eine Lücke der mathematischen Bestimmung des Gesamtvorgangs zurückbleibt**.

380 ff.. Lasswitz. ausgedehnten. ist lediglich die Stelle. Zur Negation der sinnlichen Qualitäten gesellt sich die Ne* S. Eben diese Analogie aber sei vom Standpunkt der erkenntnistheoretischen Betrachtung zu verwerfen. denen das eigentliche . die die NaturwissenAn Stelle der schaft seit Boscovich vollzogen hat. die sie sich wechselseitig im System der dynamischen Wirkungen und Gegenwirkungen anweisen. sondern wir setzen umgekehrt die Gültigkeit dieses Gesetzes als Axiom fest. Subjekt** der Bewegung zu genügen hat. nach welcher der Inhalt des Atombegriffs zu gestalten sei. sondern die allgemeinen Gesetze und Prinzipien der Mechanik seien die Norm. nicht aber die Gleichartigkeit der Atombewegungen mit irgendwelchen Vorgängen der uns bekannten physischen Wirklichkeit hat die Regel zu bilden. die uns allein leiten darf*. wenngleich unteilbaren Partikel tritt jetzt Man sieht. die einzig uud allein aus der Analogie der sinnlichen Körper unserer Wahrnehmungswelt gefolgert sind. sondern wir bestimmen auf Grund begrifflicher Forderungen die Bedingungen. die Reduktion der anschaulichen Eigenschaften. Auch die Größe und Gestalt der Atome sind nunmehr geschwunden: was sie unterscheidet. Die Vereinbarkeit dieser Konstruktion mit den sonstigen Grundannahmen der rationellen Mechanik.Schäften zugesprochen werden. Nicht das Verhalten der empirischen Körper unserer Umgebung. hier einen weiteren Schritt vorwärts getan hat. die bereits für Demokrit charakteristisch war. Geschichte der Atomistik II. Wir dürfen daher nicht fragen. ob es für absolut starre Körper möglich oder unmöglich sei. an welches wir in der theoretischen Konstruktion der Atome und ihrer Bewegungen gebunden bleiben. 210 . wie der schlechthin einfache Kraftpunkt. beim Zusammenstoß dem Gesetz der Erhaltung der Energie zu genügen. Für ihn sind wir somit nicht auf bloße vage Vergleiche mit direkt beobachtbaren Erscheinungen angewiesen. sieht man sich auch von der logischen Seite her zu derjenigen Umbildung des Atombegriffs gedrängt. Diese Entgegnung ist prinzipiell durchaus zutreffend: aber gerade wenn man sie völlig zu Ende denkt.

dann erst muß die Zahl wachsen. in seinem Wesen und seiner Struktur wiederum ein atomistisches sein muß. bestätigt durchaus diese Auffassung.Bei näherem Zusehen ist die Differentialgleichung nur der Ausdruck dafür. sich in den Begriff des Gesetzes auflöst. wie sie hier verstanden wird. In dem Kampf zwischen Atomistik und Energetik hat die Notwendigkeit der atomistischen Hypothese aus dem Grundverfahren der theoretischen Naturwissenschaft selbst. abzuleiten versucht. damit aber überhaupt jeglicher inhaltdurch die sich ein empirisches „Ding'* Alle selbständigen. jetzt zu verschweigen. gation der Ausdehnung. Denn daß die Kraft selbst. die Forderung. daß das Weltbild. aus dem Verfahren des Ansatzes der Differentialgleichungen. sich eine große Zahl von Einzelwesen zu denken. . Die wissenschaftliche Entwicklung. Das Atom. daß man sich zuerst eine endliche Zahl zu denken hat. deren gedachter Mittelpunkt es ist. wird von und nach ihm von F e c h n e r energisch betont.lichen Bestimmtheit. dies ist die erste Vorbedingung. ist hier nach mannigfachen Um- Boscovich formungen wieder zu seinem Ursprung zurückgekehrt: es bedeutet nichts anderes als ein Glied in einer systematischen Mannigfaltigkeit überhaupt. Was nützt es. das hiermit gesetzt ist. Aller Inhalt. daß sie lediglich der Ausdruck einer funktionalen Größenabhängigkeit sein will. die der Begriff des Atoms in der neueren und neuesten Physik erfahren hat. bis ihr weiteres Wachstum nicht mehr von Einfluß ist. der ihm zugesprochen werden kann. so kann man wie er ausführt nicht im Zweifel sein. wenn man bei Erklärung der Differentialgleichung den durch dieselbe ausgedrückten Wert durch jene Forderung definiert hat?" Wer also glaube. Boltzmann — — U* 211 . was zurückbleibt. für sich bestehenden Eigenschaften sind jetzt völlig ausgelöscht. das in seiner Entstehung auf den reinen Zahlbegriff zurückgeht.. stammt aus den Beziehungen. Will man sich keiner Illusion über die Bedeutung einer Differentialgleichung hingeben. noch von einem andern unterscheidet. ist lediglich die Relation eines dynamischen Beisammen im Gesetz der gegenseitigen Anziehung und Abstoßung der Kraftpunkte.

so klein man sie auch wählen mag. stetig abnehmen. F. noch keine einanders das seine völlige „Büd" Schärfe gewinnen soll. so findet dieser Prozeß seinen mathematischen Abschluß erst dann. als solle durch seine Deduktion die absolute Existenz der Atome erwiesen werden: nur als Bilder für die exakte Darstellung der Phänomene seien sie zu verstehen und anzuwenden**.. Annalen der Physik und Chemie N. man bei Größen bestimmter Ausdehnung ist damit. daß der . sondern aus den Bedingungen der Methodik der exakten Physik selbst soll hier die Notwendigkeit des Atombegriffs abgeleitet werden. 1905. so wird damit freilich zugleich deutlich. drängt selbst auf diesen Übergang hin. der sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht*. Das Verfahren der Infinitesimalrechnung. um zum Ansatz der Differentialgleichungen zu gelangen. stehen bleibt. Ein Wort der Mathematik an [die Energetik (Pop. S. während im Sinne der Atomistik stets ein konstanter Wert angebbar wäre. vom extensiven * Boltzmann. 212 . die wir betrachten. wenn der und Genauigkeit Korpuskel zum einfachen Massenpunkt überzugehen. gegen den Grenzwert Null konvergieren lassen. Geht man zunächst von der Vorstellung bestimmter endlicher Größen aus und läßt diese alsdann. Diese Form der Begründung ist vom Standpunkt der Erkenntniskritik von höchstem Interesse: denn nicht aus den Tatsachen empirischen Naturbetrachtung. Über die Unentbehrlichkeit der Atomistik. 141 ff. Bd. Schriften S. auf das Boltzmann sich stützt. (Populäre Schriften. S. Bestand". 60. 129 ff. Gerade unter dieser Voraussetzung aber tritt zuletzt wiederum die Notwendigkeit hervor. kein anderer sein kann. ohne sich in Widersprüche mit Solange der Wirklichkeit der Erscheinungen zu verwickeln. So verwahrt sich denn auch Boltzmann ausdrücklich gegen die Annahme. Lpz.). Boltzmann. Ist dies aber der Fall. wenn wir die Größen. als er allgemein den reinen mathematischen Grundbegriffen eignet.die Atomistik durch Differentialgleichungen los zu werden. 231 ff. der auf diesem Wege für das Atom gesichert wird.) ** Vgl. über den das ideelle Verfahren nicht hinauszugehen vermöchte.

wenn man zum ist diese materiellen Punkt fortschreitet. daß der Begriff des materiellen Punktes. ob. S. Demnach handelt es sich in erster Linie nicht um die Herauslösung letzter Grund bestandteile der Dinge. nicht dadurch aus dem Körper hervorgehe. In diesem Sinne ist das . die mit Atomen gar nichts zu tun haben. mit denen wir uns Ausdehnung Bewegung . * S. Die Energetik und ihre geschichtl. . in sich nicht weiter zerlegbaren Körpers ist nur ein methodischer Umweg. „Haben wir andere als rein fortschreitende Bewegungen zu berücksichtigen. Die Annahme des einfachen. in Volumelemente. sondern als für bestimmte Veränderungen definiert und physikalischen Subjekt gefordert. . Wir zerlegen die komplexen Bewegungen in elementare Vorgänge.Atom" seiner Grundbedeutung nach nicht als Teil des Stoffes. Entwicklung. 158 ff. sondern dadurch. doch stets die gedankliche Möglichkeit. so zerlegen wir die Körper in Teile. um zur Abstraktion der einfachen Bewegung vorzudringen. 213 . Helm.) Von Seiten der Energetik hat man daher gegen Boltzmann eingewandt. daß von der tunlichst oder selbst gänzlich abgesehen wird. für welch letztere wir sodann die Atome als hypothetische Substrate einführen. die man annimmt. S.. Leipzig 1898. (Vgl. Nur als gedachter Ansatzpunkt für mögliche Relationen geht es in die Betrachtung ein. dem nur beliebiger fortschreitend bewegten materiellen Punkte Hier in Annäherung zu nähern vermögen*. an sich unterscheidbaren UnterErst gruppen verschiedene Geschwindigkeiten beizulegen.deutige logische Bestimmung getroffen. 215. aus denen die Mannigfaltigkeit des Geschehens abgeleitet werden soll." ist in der Tat ein wichtiges logisches Moment bezeichnet: die Einfachheit des Punktes wird um der Einfachheit der Bewegung willen angenommen. Man versteht es daher. den Körper weiter zu zerlegen und den mannigfachen. wie ihn die Mechanik zugrunde legt. sondern um die Festlegung bestimmter einfacher Grund prozesse. festes Unbestimmtheit gehoben und damit ein Subjekt der Bewegung geschaffen. es besteht bei aller physischen Unteilbarkeit. daß man von der drehenden absieht.

sobald irgendein physikalischer Vorgang. Alldurch dauernde gemein zeigt es sich. sondern sich ein Weg darbietet. die ihm zukommt. wenn es sich in Wirbelbewegungen im Äther auflöst. nicht die allerdings unausweichlich ist. kraft dessen er als Ergebnis einer Mehrheit von Bedingungen erscheint.wenn das Atom in seiner modernen physikalischen Anwendung mehr und mehr das Moment der Stofflichkeit abstreift. zerfällt damit das bisherige materielle Atom und löst sich in ein Die neue Einheit. während die Funktion. Nur der Ansatzpunkt der Anwendung verschiebt sich: das Verfahren Die „Einder Einheitssetzung selbst aber bleibt konstant. daß der Inhalt des Atombegriffs als veränderlich zu gelten hat. fachheit" der Atome ist im Grunde selbst ein rein logisches Prädikat: sie wird bestimmt nicht durch die Beziehung auf unsere sinnliche Unterscheidungsfähigkeit. Sobald die uns nicht mehr als eine schlechthin absolute Eigenschaft mehr durch irgendwelche Bewegungsformen Trägheit der Körper erscheint. allerdings beharrt. Der Forderung der Identität. So kann man sagen. das man ihm zugrunde legte. noch mit Rücksicht auf die physikalisch-technischen Mittel der Zerlegung. sich alsbald spaltet. auch das Substrat. sondern genügt. den jeweiligen Stand der Erkenntnis zu fixieren und auf seinen prägnantesten gedanklichen Ausdruck zu bringen. die aber vermöge ihrer Eigenart die Bedingungen der Unzerstörlichkeit und der physischen Unteilbarkeit erfüllen. Die schärfere Zergliederung der physikalischen Beziehungen führt zu immer neuen Bestimmungen und Differenzierungen innerhalb ihrer Subjekte. sondern im Hinblick auf die gedankliche Analyse der Jeder Fortschritt dieser Analyse. die auf System von Elektronen auf. kann indessen selbst wieder nur als relative und somit im Prinzip veränderliche gedacht werden. unter einen neuen Gesichtspunkt gestellt wird. der bisher als einfach galt. wird hier materiellen Substrate. Einordnung großer Gesamtgebiete in einen neuen Zusammenhang wie sie in der modernen Physik insbesondere auf Grund der Erscheinungen der Radioaktivität ermöglicht — 214 . jede Naturerscheinungen. daß. diese Weise gewonnen wird. sie kraft der Gesetze der Elektrodynamik abzuleiten.

wie etwa eine bestimmte Lichtwirkung an einem gewissen Punkte des Raumes vor. wenn man sich entschließt. je nachdem wir uns ihm in der einen oder anderen Richtung nähern. zum Begriff des Äthers übergeht. Ursache" an einen davon entfernten Raumpunkt zu verlegen haben. hierüber z. einen stetigen zwischen diesen beiden Zuständlichkeiten herzustellen. fordern wir nunmehr für sie eine Vermittlung. 262 ff. ist stets nur der Ausdruck des relativ höchsten der Beund umfassendsten Gesichtspunktes urteilung für den Inbegriff der physikalischen Dinge und Vorgänge überhaupt. Die Schwierigkeiten. während wir ihre .. findet erst dann seine prinzipielle Lösung. Eine analoge Entwicklung bietet sich dar. Der Widerstreit. S. Der Äther erscheint demnach als eine volldie aber anderseits mit gewissen Eigenschaften der vollkommen elastischen Körper ausgestattet ist. B. Wir finden eine physikalische Erscheinung. Um Pearson. um ihm einen bestimmten Gehalt zu geben. daß man in diesen Begriff. auf jede unmittelbare sinnliche Veranschaulichung des Äthers zu verzichten und ihn lediglich als begriffliches Symbol für bestimmte physikalische Grundbeziehungen zu brauchen*. Zusammenhang * Vgl. gewisse Grundmerkmale aufnehmen muß. die wir fixieren. die anfangs unmittelbar aus dem Vergleich mit den Gegenständen der Sinneswahrnehmung gewonnen sind. indem wir den Zwischenraum stetig mit bestimmten kommene Flüssigkeit. die sich hier zunächst ergeben. der hier entsteht. aus denen sie sich aufbaut. wenn man vom Begriff der Materie zu dem zweiten Grund. The Grammar of Science. 178 ff.verändert zugleich unsere Anschauung von der worden ist „Konstitution" der Materie und von den Elementen. 215 . — stammen ebenfalls daher.und Hauptbegriff der Naturwissenschaft. Aus der Verbindung dieser beiden Momente aber ergibt sich zunächst kein völlig einheitliches Bild: der Grenzfall selbst zeigt ein verschiedenes Ansehen. je nachdem wir ihn also von verschiedenen empirischen Ausgangspunkten her durch fortschreitende Idealisierung zu erreichen suchen. Die neue inhaltliche Einheit..

Alles was die Physik vom „Sein" des Äthers lehrt.Elemente zeichnen. Elektrizität und Optik. Poincarö. in ihrer Form identisch sind. nicht als gesondertes. auf die man in der Untersuchung der Lichtschwingungen geführt wird. läßt sich in der Tat zuletzt auf Urteile über derartige Verknüpfungen zurückWenn gemäß der elektromagnetischen Theorie des führen. daß zwischen ihnen bestimmte funktionale Abhängigkeiten bestehen. Der einheitliche und streng homogene Raum wird hier fortschreitend differenziert. Deutache Ausgabe. mit denjenigen. um so klarer zeigt sich auch hier. 159 216 . beiderseits übereinstimmen*. Der „leere" Raum. behauptet wird. für sich wahrnehmbares Einzelding. Je umfassender und bewußter daher der Gebrauch wird. durch reine Zahlwerte erfüllt sein lassen. die wir im Gedanken des Äthers festhalten. vor allem die Konstante für die Fortpflanzungsgeschwindigkeit. die ihnen einen neuen Inhalt verleiht. Der Inbegriff derartiger Polarisation ergeben. wird jetzt gewissermaßen überdeckt von einer Fülle anderer Bestimmungen. die aber sämtlich dadurch zusammengehalten sind. Substrats Gegenstand. Berlin 1891. ff. sondern nur als die Vereinigung und Konzentration objektiv gültiger. meßbarer Beziehungen gemeint S. Henri S. der nur ein einzelnes Prinzip der Anordnung darstellt. weil die Gleichungen. die sich für die dielektrische die Qualitäten. Die Annahme des gleichen ist auch hier nur eine andere Bezeichnung für die durchgängige Analogie der mathematischen Verhältnisse: für die Zusammenhänge. und ihre Einreihung in verschiedene mathematisch .ausdrückbar sind. numerischer Bestimmtheiten ist die eigentliche Grundkonzeption. daß der der damit bezeichnet werden soll.physikalische Grundreihen ist es. die zwischen den Werten der optischen und elektrischen Konstanten bestehen. in dem sich die elektromagnetischen Wirkungen fortpflanzen. indem wir in ihn gleichsam ein Gewebe von Zahlen einDiese Abstufung der einzelnen Lage . so geschieht dies. den die Physik vom Begriff des Äthers macht. und weil ferner die numerischen Konstanten. sein kann. Lichtes die Identität des Lichtäthers mit demjenigen Äther.

228 ff. haben die Wirkung.Qualitäten abgestreift werden. Jede neue theoretische Kopie Konzeption. Identitö et Röalitö. und zum bloßen Das „Stück Wachs". so tritt in voller Deutlichkeit das einheitliche Ziel heraus. S. die sie einführt. — 217 . z. und diese auf seiner Ladung beruhende Trägheit hatte uns irregeführt. ihm eine tausendmal geringere Masse zuzuschreiben. das besondere Eigenschaften besitzt. also des Grtindelements der „Materie". kraft der eigentümlichen * Vgl. die Charakteristik des „Elektrons". die die Geschwindigkeit des Lichtes nicht übersteigen kann. daß diese Masse nur eine Fiktion war. wandelt sich aus einem festen warmen. sobald man das Ziel der Naturwissenschaft darein setzt.. Die moderne Physik. wie hier dem Gegenstand mehr und mehr alle Daseins. Das Elektron ist also einfach ein kleines bestimmtes Volurpen an einem Punkt des Äthers. verliert. sondern allmählich auch seine Gestalt und Verarmung Ausdehnung schrumpft*. auch E. seinen Geruch. seinen Geschmack. hellen. S. würde die Wissenschaft alsdann immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe entfernen: das empirische Dasein. wenn man das Elektron in Bewegung setzen oder seine Geschwindigkeit wechseln lassen will. wenn man sieht. droht ihr umgekehrt. Und auch bei dieser Rückführung bleibt der gedankliche Prozeß nicht stehen: er gelangt nicht eher zur Ruhe. wie er nicht nur seine Farbe. Punkt" zusammenseiner Descartes bekannten Analyse des Gegenstandsbegriffs zugrunde legt. bei Lucien Poincarö. Vgl. die der naturwissenschaftliche Substanzbegriff von seinen ersten spekulativen Anfängen an erfahren hat. eine möglichst vollkommene der äußeren Wirklichkeit zu gewinnen. als die eines Wasserstoffatoms ist. duftenden Ding in eine bloße geometrische Figur von bestimmten Umrissen und Dimensionen. Meyerson. B. die elektromagnetischen Erscheinungen. und dieser Punkt pflanzt sich mit einer Geschwindigkeit fort. dem er zustrebt. das sie festhalten und unverfälscht bewahren soll. Diese fortschreitende Umbildung muß unverständlich scheinen. die eintreten. Unsere ersten Untersuchungen hatten uns veranlaßt. das . als bis auch die Ausdehnung selbst sich in die bloße Erscheinung der einfachen und unteilbaren Kraftzentren aufgelöst hat. ein sorgfältigeres Studium zeigt uns nun.überblickt man jetzt nochmals die Wandlungen. der Es muß zunächst wie eine wahrhafte Wirklichkeit erscheinen. 249: „Somit muß das Elektron als eine der Materie entbehrende einfache elektrische Ladung betrachtet werden. gewissermaßen die Trägheit vorzutäuschen.

die Wirklichkeit. die Schärfe und die vollkommene rationale Durchsichtigkeit der Zusammenhänge. Statt hinter der Welt der unverändert lassen würde. Bestände der Sinn der Naturwissenschaft darin.Methode. auf denen die gesetzliche Ordnung der Wahrnehmungen beruht. und Kraft sind nichts anderes als Beispiele derartiger Schemata. daß die Wissenschaft darauf des Problems. Dieses Wechselverhältnis aber enthält zugleich die eigentliche Lösung Erst dadurch. so wäre dies in der Tat ein vergebliches und nutzloses Bemühen: denn welches noch so vollkommene Bild vermöchte das Original an Schärfe und Genauigkeit zu erreichen? Die Erkenntnis bedarf einer derartigen Verdoppelung nicht. heraustritt. die ein Dasein bezeichnen. liegen niemals als Einzelbestandteile in den Wahrnehmungen selbst. unter den Händen zu zerrinnen. die ihre Aufgabe um so genauer erfüllen. in welchen die Beziehungen und Zusammenhänge der Perzeptionen sich vollAtom und Äther. in der sich uns die Wahrnehmungen darbieten. Dennoch ist es kein metaphysischer Dua218 . mente. nur einfach zu wiederholen. begnügt sie sich damit. die lediglich eine mögliche Form der Verknüpfung zum Ausdruck bringen. Nur indem sie aus dem von Gründen und Folgen Kreise des Gegebenen schafft sie sich die gedanklichen Mittel. die Denn die MoGesetzlichkeit des Gegebenen darzustellen. Perzeptionen ein neues Dasein zu erdichten. das doch immer nur aus den Materialien der Empfindung aufgebaut sein könnte. So erhalten wir zwei gesonderte Gebiete und gleichsam zwei verschiedene Dimensionen des Begriffs: den Begriffen. die allgemeingültigen intellektuellen Schemata zu entwerfen. die sie entwickelt. deren sie nicht entraten kann. die doch die logische Form. Masse ständig darstellen lassen müssen. verzichtet. vermag sie eben diese Wirklichkeit selbst als eine notwendigeVerknüpfung darzustellen. die in konkreten Empfindungen gegeben ist. ein direktes sinnliches Abbild der Wirklichkeit zu geben. stehen die Begriffe entgegen. je weniger sie in sich selbst von direktem Wahrnehmungsgehalt bewahrt haben. Hier ist in der Tat kein Ausgleich möglich. wird nur mit dem Verlust der unmittelbaren dinglichen Realität erkauft.

also im Zusammenhang mit den * S. du Bois-Reymond." Die Physik selbst führt in ihrem stetigen und notwendigen Fortschritt auf ein dauernd unerforschliches Gebiet: auf eine . als dem Ähnlichkeit vollkommenen gedanklichen Überblick über die Beziehungen des empirischen Seins zu dienen. Die Ordnungsbegriffe der mathematischen Physik haben keinen anderen Sinn und keine andere Funktion. wie wir hoffen können. S. 112 ' 219 . sie lehren nur. als ewig unbegreifliches Rätsel vor uns stehen bleibt. terra nunc et in aeternum incognita"*.) kenntnis in den exakten Wissenschaften. wahrhaft Wirkliche" der Physik: das System der Atome und Fernkräfte. denn so wenig zwischen den Gebilden besteht.. So verblaßt die Welt der unmittelbaren Erfahrung zum Schatten. Hinter der Welt unserer Erfahrungen erhebt sich ein Reich absoluter Substanzen. welche einen Ausblick in die extraphänomenale Welt gestatten. Grundlagen der Er(Vgl. P. die lediglich durch ein Überschreiten des . „Die mannigfaltigen Formen des Absoluten sind nicht etwa Fenster unseres Vorstellungssystems. sondern gleichsam in ihrer natürlichen Genealogie. Vorstellungssystems" entstanden sind. das wir doch. die ff. wie undurchdringlich die Mauern unseres intraphänomenalen Gefängnisses sind. 162 ff. niemals zu erreichen vermögen. selbst eine Art von Dingen. mit denen wir sonst die Dinge der Erfahrung erfassen. Es drängt sich uns die unabweisliche Vorstellung auf von etwas ewig unvorstellbar Vorhandenem. wie wir mit unseren physikalischen Begriffen. bleibt prinzipiell unverständlich. dennoch allen Erkenntnismitteln. sobald man die physikalischen Begriffe nicht mehr für sich. oben. Über S. der hier entsteht. die im bewußten Widerspruch zu seinem eigentlichen Inhalt geschaffen worden sind.. es auf Grund von Gedanken zu beherrschen. beider Gebiete irgendeine direkte so notwendig sind sie wechselweise aufeinander bezogen. Das . die. so entsteht eine doppelte Antinomie. was wir für sie eintauschen..lismus. Auf der andern Seite wird es unbegreiflich. Alle diese Zweifel lösen sich indessen. während andererseits das. da wir in dieses „extraphänomenale Jenseits" nicht übergreifen können. Wird dieser Zusammenhang zerrissen. unzugänglich bleiben. zu eben diesem System wieder zurückkehren.

Begriffen betrachtet. die uns aber in verschiedener indem wir sie das eine Mal ihrer sinnlichen Anschaulichkeit. Wirklichkeit. oben. (Vgl. 195 ff. solange man für ihn noch irgendein Vorstellungs-Korrelat im Gegebenen suchte. Die der Physik: die Masse wie die Kraft. sobald sie einmal als die Instrumente erkannt sind. sondern ist mit der Gesamtheit der Erfahrung durch logische Fäden unlöslich verknüpft. um das Gewirr der Erscheinungen selbst als gegliedertes mathematischen sie führen nur den Prozeß Beziehung Gegenstände und meßbares Ganze zu überschauen. der in diesen letzteren angelegt ist und der hier zur vollen Klarheit gelangt. können nicht mehr als ebensoviele neue Realitäten. Die Geschichte der Physik läßt erkennen. S.Ding" des populären Weltbildes an Eigenschaften verliert. die uns gegeben in ist. je mehr er alles Bildliche von sich abstreift. sobald man ihn als Ausdruck einer erkannte. wie diese eigentümliche Durchdringung des Sinnlichen mit dem Ge- — danklichen auch von den großen empirischen Forschern selbst allmählich immer klarer als bewußte logische Einsicht erfaßt 220 . um so schärfer hebt sich seine logisch-systematische Leistung heraus. während wir auf dem Standpunkt der Wissenschaft nur diejenigen Momente an ihr festhalten. Der Sinn des mathematischen Begriffs ließ sich nicht fassen. Jeder Einzelbegriff ist gleichsam einer dieser Fäden. aber zugleich in ihrer sinnlichen Vereinzelung betrachten. So ist es nur eine Weise zum Bewußtsein kommt. mißverstanden werden. die es zu erforschen und in deren Inneres es einzudringen gilt. Auch die Funktion des physikalischen Begriffs wird erst in dieser Umwendung deutlich. das wächst ihm an Beziehungen zu: denn jetzt steht es nicht mehr isoliert und ruht auf sich allein.) Was das . auf der die Einheit und reinen die kontinuierliche Verknüpfung der Glieder einer Mannigfaltigkeit beruht. Je mehr er auf jeden selbständig perzipierbaren Inhalt verzichtet. an dem wir die wirklichen Erfahrungen aufreihen und mit künftigen möglichen verknüpfen. auf denen ihre intellektuelle Verknüpfung und „Harmonie" beruht. er trat erst hervor. das Atom wie der Äther. die der Gedanke sich schaffen muß.. In der Tat fort.

wenn man kein der anderes Ziel der Begriffe anerkennt. .und ausgesprochen wird. muß man zugestehen. lediglich auf das Sein zu beziehen und an das Sein zu ketten sondern das NichtS e i n wird ein ebenso notwendiger und unumgänglicher Begriff. Etwas" zu: firj fiälXov rb dkv ij xo f^rjöev*. Aristoteles de generatione et corruptione tiov aQxaliov eöo^e xo ov i^ aväyxijq ^'v A 8. Die gedankliche Beherrschung der empirischen Wirklichkeit selbst ist ohne diesen Begriff nicht zu erreichen. Die Bewegung verlangt zu ihrer Darergreift stellung das Leere: der leere Raum selbst aber ist kein sinnlich Gegebenes. um das Recht der Physik gegenüber den Übergriffen Gerade dann. daß in diesem Faktum ein Moment eingeschlossen liegt. Somit wird es unmöglich. das wissenschaftliche Denken. keine dingliche Wirklichkeit.6v iiloig flvai xal axtvTjZOV. Im Begreifen des Wirklichen kommt diesem sinnlichen „Nichts" dieselbe Gültigkeit wie dem Stelle und dieselbe unverbrüchliche Das Sein.Seins bedeutet somit keine dialektische Erdichtung: sondern er wird umgekehrt als einziges Mittel ergriffen. xo yaQ yaQ xsvov . als das Bewegung und somit der Natur verständlich zu machen. Demokrit. selbst den höchsten Maßwenn man in den stab für alle begrifflichen Konzeptionen sieht. Die Eleaten haben mit ihrer Abweisung dieses Begriffs nicht nur das Denken eines fundamentalen Hilfsmittels beraubt: : sie haben die Phänomene selbst zerstört. auch alsbald das philosophische Problem. das dem . indem sie sich Möglichkeit nahmen. * Vgl. Der leere Raum ist für die Phänomene notwendig. das sich der direkten Anschauung entdie Tatsachen Faktum zieht. . wenngleich er nicht die gleiche sinnliche Form des Daseins wie die konkreten Einzelerscheinungen besitzt. das in ihm latent ist. 325 a: fj. ovx fikv ov. wie der Eleatische Idealismus es versucht hatte. der zuerst ein allgemeines Grundschema der wissenschaftlichen Naturerklärung erschafft.. sie in ihrer Mannigfaltigkeit und Veränderlichkeit zu verstehen und anzuerkennen. ix xivTj&Tjvai d'ovx av övvaoS-at fXT] ovxog xevov xexiOQio/nevov ovv xovxcav xwv Xoyatv wtsgßävxsq x^v alad-TjOiv xal naQiöovxe^ avx^v 221 . eines spekulativen Idealismus zu schützen. Der Gedanke des Nicht.

die in den „konventionellen" und subjektiven Gegensätzen des Warmen und Kalten. 222 . xo yag xvgltüq ov naßnX. Denn dieses Ganze vollendet sich erst in den mathematisch funktionalen Abhängigkeiten. die sich unmöglich anders verhalten können". C o h e n Piatons Ideenlehre und die Mathematik.wissenschaftlichen Prinzip im Unterschied von irgend- eignet. 70 u. zusammenschließt und Bewegung und Wechselwirkung zwischen ihnen ermöglicht. fvioi . Die Sinne. vermögen das Ganze der Objektivität nicht zu erschöpfen. Die Physik der neueren Zeit hat diese Grundgedanken unverändert bewahrt. Marburg 1879. die ihnen.. s. Der Begriff der Wahr- welcher konkreter Gegebenheit geschichtlich zum physikalischeBegriff — Archimedes m Siov caioXov^elv %v xal axhrjxov ro nav elval <pttai xal aneigov Afvxinnoq S't/siv o'itjS^t] Xöyovg oltiveg ngog t^v aiad-r]aiv ofxoXoyoifxeva Xiyovxeq oix avatg^aovoiv ovre yivsaiv ovxe (pS-OQav oine xlvrjaiv xal t6 nXrjS^og rä>v ovxwv. des Süßen und Bittern befangen sind. wie gegenüber der unmethodischen sinnlichen Wahrnehmung seine Sphäre ab. z6 xe xfvbv /ütj ov xal xov ovxoq ov&hv fii] 6v tpjjaiv elvai.die wahren und notwendigen Dinge. o/noXoyTjoai 6h tavra /xev xoiq «paivofievotg. cuc X(p Xoycj) . Logik der reinen Erkenntnis. unzugänglich bleiben. . Forscher direkt wiederum an oso geht er in seiner philosophischen Gesamtansicht auf D e Er beschreibt und ergänzt wie Demokrit k r i t zurück. S. ohne daß sie selbst Teile der anschaulichen Wirklichkeit bilden. der die Atome erst zur Einheit überhaupt. . da sie am Einzelnen haften. Zur geschichtlichen und systematischen Bedeutiing des Begriffs des /XT] ov 8. so kann er allgemein als Sinnbild für diejenigen Grundsätze gelten. den Gedanken der Natur durch den Gedanken der Notwendigkeit: in den Umkreis der naturwissenschaftlichen Forschung gehören nur . denn wie Galilei als experimenteller anknüpft.rjQEg ov. auf denen der Zusammenhang des Wirklichen und Gegebenen beruht. gelangt hier ersten Male zu klarer Absonderung*. Der geometrische Raum dient hierbei als Beispiel und Typus der reinen Relationsbegriffe Wie er es ist. xoTq da ro ?v xaraaxevcctiOvaiv wq ovx av xIvtjoiv ovaav avev xevov. Der grenzt sich in einer doppelten Entgegensetzung: sowohl gegenüber der metaphysischen Spekulation.

aber selbst. der. auch wenn es keinen Körper in der Natur gibt. sie sind nur kraft der . richtig bleiben.Galilei bedeutet. Verhältnisse der äußeren Wirklichkeit eines doch keineswegs selbst eine direkte Die empirisch irgendwie gegebenen Sachverhalts bedeutet. so wird ihm von Salviati. die die Theorie aus der hypothetischen Annahme entwickelt hat. so daß also in der Bewegung der schweren Körper dieselben Verhältnisse sich wiederfinden. sofern nur der selbst von genügend dauerhaftem Stoff ist. von denen er spricht. so dürfen wir in der Grundeiner legung der Dynamik von der Voraussetzung gleichförmig beschleunigten Bewegung gegen einen bestimmten Punkt hin ausgehen und alle Folgerungen. die sich hieraus ergeben.resolutiven Methode" in einer gewonnen und festgesetzt. die zunächst rein gedanklich fixiert wurden. Dialogs über die beiden Weltsysteme" die unbeschränkte Fortdauer der Bewegung eines sich selbst überlassenen Körpers auf der Horizontalebene zuzugestehen. gesetz besitzt für ihn durchaus den Charakter eines mathematischen Grundsatzes. sind aktuell niemals verwirklicht. Darstellung und Verteidigung seines obersten dynamischen Prinzips kommt dieser allgemeine Gedanke Das Trägheitssogleich zu bezeichnender Anwendung. Stelle des . da sie an und für sich keine Aussagen über Existenz enthalten. würden unsere Sätze nichts von ihrer Geltung verlieren. sondern nur an gewisse ideelle ideelle Schlußfolgerungen knüpfen. der bei der Ableitung und dem Beweis Prämissen In bestimmte Galileis anwendbar Abbildung — — Körper 223 ..heit aber bleibt auch ihm vom Begriff der Wirklichkeit geWie die Sätze des Archimedes über die Spirale schieden. daß diese Voraussetzung für den eigentlichen Gehalt des Beharrungsprinzips ohne Belang ist: die stoffliche Beschaffenheit des besonderen Körpers selbst ist lediglich ein zufälliger und äußerer Umstand. wenn dies Letztere nicht der Fall wäre. begrifflich ableiten. Bedingungen. so können wir ohne Gefahr des Irrtums die Bedingungen.. der sich spiralförmig bewegt. Wenn daher Simplicio bereit ist. Stimmt sodann die empirische Beobachtung mit diesen Folgerungen überein. in der Natur als erfüllt ansehen. wenngleich seine Folgen auf sind.

daß wir über das Gebiet der Empfindungen fortschreiten. so ist für Galilei die Trägheitsbewegung zwar das wir für die wissenschaftliche Darein Postulat. materiellen Punkte" der Mechanik.des Prinzips in keiner Weise benutzt wird. Wir sehen. aber mit diesen Erscheinungen selbst methodisch nicht auf der gleichen Stufe steht. Daher bedarf diese Bewegung denn auch keines wirklichen. S. Die Materie. 224 . sind allein dadurch möglich. nicht aber den sinnlichen Eindrücken. sondern stets nur als „Konzeption". das überträgt sich auf den Begriff der Materie selbst. sondern der Konstruktion. Wahrheit ist es das begriffliche Volumen und die begriffliche Form. „Wenn wir den Raum als objektiv und die Materie so heißt es bei einem als dasjenige ansehen. existiert somit niemals als „Perzeption". zu deren ideellen mit der die exakte Wissenschaft es allein zu tun hat.. sondern lediglich eines gedachten Substrats: die . daß wir sie In mit Realitäten der Wahrnehmung selbst verwechseln. The Grammar of Science. stellung der Erscheinungen nicht entbehren können. 250 f. die in der Wir projizieren die Begriffe der Form und des Volumens vom Gebiet des Denkens in das der Wahrnehmung und wir sind so sehr an diese Begriffselemente gewöhnt. auf das Tta^utk^QBi ov. aber nicht selbst ein konkreter. sinnlich aufweisbarer Vorgang der äußeren Wirklichkeit. Auch die Materie im Sinne der reinen Physik ist kein Gegenstand der Wahrnehmung. Hauptsache auf geometrischen Symbolen ruht. Sie bezeichnet eine Idee. was ihn erfüllt modernen physikalischen Schriftsteller streng „empiristischer" Richtung so haben wir damit eine Konstruktion geschaffen. nicht die empirischen Körper unserer Wahrnehmungswelt bilden die eigentlichen Subjekte für die exakte Aussprache des Prinzips. die wir ihr geben müssen. Die festen Umrisse und die geometrische Bestimmtheit. die zum Zwecke der Ordnung der Erscheinungen konzipiert ist." Grenzen — — * Pearson. um dennoch in bestimmtem Sinne über ihn hinauszuschreiten: denn was dort für den Begriff des Leeren ausgeführt wurde. können wir Bewegung zusprechen*. die den Raum erfüllt: und ihr allein. Wie für Demokrit der leere Raum. wie hier die neuere Wissenschaft Demokrits Grundgedanken festgehalten hat.

Bild*'. die wir an sie heranbringen. sich auf den Begriffen von Raum und Zeit. daß das . der Zeit und der Masse stützen und von hier aus. Unter ihnen sind es insbesondere und Zeit. Während die klassische Mechanik. der nur noch durch einen bestimmten Zahlenwert. ist in modernen Darstellungen an Stelle dieses letzteren Begriffs der Begriff der Energie getreten. nicht von den Daten der Sinneswahrnehmung allein. Der Aufbau des Systems der reinen Mechanik kann sich logisch auf verschiedene Weise vollziehen. Masse und Kraft aufbaut. Die Materie selbst wird zur Idee. sondern von gedanklichen Gesichtspunkten und Forderungen abhängt. durch einen bestimmten Koeffizienten gekennzeichnet und unterschieden ist. den Inbegriff der Bewegungserscheinungen als verständliches und gesetzmäßiges Ganzes abzuleiten suchen. Substanzbegriff 15 225 . die ihm Prinzipien beherrscht. anhaften. zunächst einen unentbehrlichen Bestandteil auszumachen scheint. indem sie sich lediglich auf die Festsetzung dreier unabhängiger Grundbegriffe: des Raumes. die durch die Mathematik geschaffen und beglaubigt werden. von denen man ausgeht. das allgemein die logische Entwicklung der naturwissenschaftlichen Die sinnlichen Merkmale. der sich vom Begriff der Materie zum reinen Begriff der vollzieht. Schwere". Von der Masse aber gelangen wir weiter zum Masse bloßen Massenpunkt. bilden jetzt keinen wesentlichen Bestand seiner Selbst das Moment der .So folgt der Begriff der Materie dem gleichen Gesetz. die in Newtons Prinzipien zum ersten Abschluß gelangt. das Bedeutung mehr. je nach der Art und Anzahl der Grundbegriffe.. ausgeschaltet. das wir uns von der Naturwirklichkeit entwerfen. die in den verschieden- Raum Cassirer. Die Prinzipien der Mechanik von Heinrich Hertz haben schließlich eine neue Anschauung durchgeführt. Schon in dieser Mehrheit möglicher Ausgangspunkte bekundet es sich. tritt zurück und wird in dem Übergang.. indem neben den sinnlich wahrnehmbaren Massen unsichtbare Massen eingeführt werden. — VI. indem sie sich immer deutlicher auf die idealen Konzeptionen einschränkt.

die in der physiologischen Beschaffenheit und in der besonderen Stellung der Einzelsubjekte begründet lediglich Und dieser letzten Wahrheitswert Maße ist. nur sinnliche und daher ungenaue für die empirischen Bewegungsvorgänge bedeuten. wieder zu den Realitäten. Raum und so wird jetzt ausdrücklich hervorgehoben sie in — Zeit sind etwas anderes. sondern wie sie an sich und in schlechthin allgemeingültiger Weise besteht. die die äußere und innere Wahrnehmung uns darbieten. vermöge deren beide Begriffe der ersten Betrachtung selbst wie sinnliche Inhalte erscheinen: da die Empfindung niemals außerhalb dieser Formen erscheint und umgekehrt diese Formen selbst niemals abgetrennt von ihr gegeben sind. während der relative Raum und die relative Zeit. Auffassung wird eigentlicher zugestanden. Physik bei Newton führen indes zu einer der theoretischen Aufhebung — dieser scheinbaren Einheit. vorzudringen. die durch sie bezeichnet und ausgedrückt werden sollen.artigen Systemen gleichmäßig wiederkehren und die daher den unveränderlichen Bestandteil. Der absolute unbewegliche Raum und die absolute streng gleichförmig verfließende Zeit sind die wahrhafte Wirklichkeit. Aufgabe der physikalischen Forschung ist es. die für praktische Zwecke genügen. Diese Unveränderlichkeit ist es. die eigentliche Invariante für jede theoretische Grundlegung der Physik bilden. abstrahiert. weil er von aller Verschiedenheit. wie sie einem empfindenden Individuum von seinem relativen Standort aus erscheint. Gibt es objektive Naturerkenntnis. so führt die psychologische Vereinigung und Durchdringung beider Momente zunächst notwendig Schon die Anfänge auch zu ihrer logischen Gleichsetzung. so muß sie uns die zeitlich-räumliche Ordnung des Alls nicht nur in der Art darstellen. von diesen sinnlichen Maßen. Entgegensetzung In der Definition des Raumes und der Zeit und in der des sinnlichen und des mathematischen Gehalts beider Begriffe liegt daher erkenntnistheoretisch 226 . Der reine Begriff allein verbürgt diese Allgemeingültigkeit und Notwendigkeit. wenn wir und wenn wir sie in der der Art der unmittelbaren Empfindung Art mathematischer Begriffe fassen.

muß als ein unfruchtbares gedankliches Spiel erscheinen. um hier zugleich die Entscheidung für den allgemeinen Weg Was bedeuten die Begriffe der Begründung zu finden. daß an dieser Frage. die philoGegensätze in der Grundauffassung der Objektivität überhaupt. stärker als an jeder anderen. Zeit. einer anderen * Näheres zum Problem der „Objektivität" s. die tatsächlichen Gesetze samt und sonders verstanden werden als sollen. wenn nicht zugleich die Bedingungen bekannt sind. Man begreift es daher. wie der absolute Raum und die absolute Welt als der der Erfahrung angehören. das uns gestattet. da sie als die ewigen Attribute der unendlichen göttlichen Substanz gedacht sind. wenn die Erfahrung uns doch niemals sichere Beispiele dieser Begriffe zu geben vermag? Kann ein Gedanke irgendeinen physikalischen Wert beanspruchen. 15* . Der Streit um die Prinzipien hat immer wieder auf die Newtonische Gestaltung der Raum. wenn wir prinzipiell darauf verzichten müssen. In der Newtonischen Formulierung aber bleibt hier in der Tat ein Widerstreit zurück. Kap VI 227 und VII. unter denen wir sie konkret anwenden können. Die abstrakte Regel besagt für sich allein nichts. Diese metaphysische Bestimmung tritt im weiteren Fortgang der Naturwissenschaft zurück: die. ihm eine unzweideutige in der uns zugänglichen Wirklichkeit zu geben? Daß wir in Anwendung der reinen Mechanik Gesetze für absolute Bewegungen entwickeln. solange kein untrügliches Kennzeichen angegeben wird.und Zeitlehre zurückgegriffen. später bes. Die der Naturwissenschaft. des absoluten Raumes und der absoluten Zeit. indem wir ihr bestimmte empirische Einzelfälle subsumieren. sophischen Physik zur Ausprägung und zur Aussprache gelangen müssen.nichts Geringeres als die erste wissenschaftliche Fixierung Freilich des Problems der läßt sich dieses Problem hier noch nicht in seiner ganzen Ausdehnung überblicken: aber die entscheidende Vorbereitung dafür wird an diesem Punkt getroffen*. über den absoluten oder relativen Charakter einer Bewegung zu entscheiden. Induktionen aus gegebenen Tatsachen beziehen sich zuletzt auf Gegen- stände.

die hier zur Entscheidung drängen. indem sie. In diesem Problem konzentriert sich fortan die eigentliche Schwierigkeit. damit nicht geschlichtet. wenn anders sie mit um methodischen Newton werden als mathematische Konzeptionen gedacht nicht jede Art der Beziehung von sich ausschließen können.. bringt die Fragen. die wir nachträglich in unsere Begriffe des Raumes und der Zeit aufnehmen. Gerade dies ist ja der eigentliche Charakter aller mathematischen Setzungen.logische Gegensatz. Absoluten" und . Zunächst nämlich ist leicht zu ersehen. — Mannigfaltig- Relationssysteme 228 . Keine physikalische Bestimmung.. Immer von neuem entsteht die Frage. auf den sie sich gründet. das . nicht zum adäquaten Ausdruck. daß sollen. kann diesen ihren logischen Grundcharakter antasten. der dem Gebiet der n t o 1 o g i e entstammt. sondern jede einzelne nur im Zusammenhang und in durchgängiger Verknüpfung mit der Gesamtheit der übrigen zu verstehen ist.. dem Gange der Geschichte folgend. Jetzt" nur im Hinblick auf ein Früher oder Später. Sie sind und bleiben in dem Sinne. ohne ihn beziehen als Punkt innerhalb einer geordneten keit zu denken.. ausschließlich den Gegensatz des . einen . aber der ist die Gesetze dieses Seins als vollständige und geschlossene Einheit zu begreifen. daß keine von ihnen etwas für sich selbst bedeutet. daß auch der „absolute" Raum und die . ob wir in die Grundlegung der Mechanik nur solche Begriffe aufzunehmen haben. So ist es denn in der Tat widersinnig.. Das „Hier" erhält seinen Sinn stets nur mit Bezug auf ein . das wir ihm entgegenstellen. Relativen" in den Mittelpunkt der Betrachtung rückte. oder ob wir über diesen Umkreis des empirischen Daseins in irgendeiner Richtung hinausschreiten müssen. die direkt von den empirischen Körpern und ihren wahrnehmbaren Beziehungen entlehnt sind. ohne ihn zugleich auf einen anderen von ihm verschiedenen zu * einen Zeitmoment fixieren zu wollen. absolute" Zeit.Ort" begreifen zu wollen.. Die erkenntnistheoretische Diskussion der mechanischen Begriffe hat diese Schwierigkeit nicht prägnant und scharf genug bezeichnet. Dieser Gegensatz.Da" und „Dort".

Relativität". Damit erst tritt das Problem aus seiner vagen. ob Raum und Zeit in der Bedeutung. oder aber nur ein . Klarheit darüber zu gewinnen.jede besondere Setzung in ihnen stets nur eine einzelne Stelle bezeichnet. tritt ferner die weitere Aufgabe hervor. Auch der Gedanke der absoluten widerspricht nur scheinbar dieser Grundforderung. bedürfen wiederum der Vereinigung unter einem allgemeinen Gesichtspunkt. überhaupt Natur besonderen 229 .. Kein physikalischer Denker hat jemals diesen Begriff in einem Sinne genommen. ob es als materiell oder immateriell. gedachtes" Sein besitzt. auf welches die Grundgleichungen der Newtonischen Mechanik sich beziehen. die mit jeder wissenschaftlichen Setzung überhaupt unzertrennlich verbunden ist. die zunächst in der Abstraktion einander gegenüberstehen. losgelöst von jedem stofflichen Inhalt. eine Vermittlung zwischen den idealen Anfängen der Physik und ihren realen Endergebnissen zu suchen. Formen" sind.. in welcher die Physik sie nimmt. Sobald wir uns für das letztere entscheiden. bestimmt wird. Solche Sonderfragen aber sind es.. kann jetzt völlig außer Betracht bleiben: sie bildet die allgemeine und selbstverständliche Voraussetzung. Nur über die Art dieses Bezugssystems. Diejenige . nur darüber. Bewegung daß dadurch die Rücksicht auf jedesBezugssystem ausgeschaltet werden sollte. kraft dessen ihr Anteil an dem einheitlichen Begriff der Objektivität sich bestimmt. die hier zur Entscheidung stehen. die ihren vollen Gehalt erst durch die Verknüpfung erhält. ob das System. die aber eben darum für die Lösung irgend einer Frage ohne Belang ist. Die sinnlichen und gedanklichen Momente. als empirischer Körper aufweisbar ist. dialektischen Fassung heraus und gewinnt einen festen physikalischen Gehalt. bestand Streit. nur Aggregate aus sinnlichen Eindrücken oder aber selbständige gedankliche . das hier als der „reine" Raum. Die Forderung der absoluten Bewegung bedeutet nicht den Ausschluß jeglichen Korrelats. sondern enthält vielmehr eine Annahme über die diesesKorrelats selbst. Vor allem gilt es. als empirisch gegeben oder als ideelle Konstruktion zu gelten habe. in welcher sie mit der Allheit der Reihenglieder steht.

wenn die Fixsterne nicht beständen oder wenn wir der Möglichkeit beraubt wären. Die Welt ist uns nicht zweimal: das eine Mal in Wirklichkeit. Die Mechanik in ihrer Entwicklung Die GeWurzel des Satzes von der Erhaltung der Arbeit. Die Antwort. wenn wir die Beziehung auf die Fixsterne ausschalten und ein anderes System an deren Stelle setzen wollten. die der Empirismus alle diese um bereit hält. hierüber hinauszufragen. in bloße indem sie die Täuschungen Das Beharrungsprinzip wird freilich sinnlos. S. hierzu schichte und die Mach. unsere Beobachtungen an ihnen zu orientieren. Der Fixsternhimmel bietet uns ein Bezugssystem. demonstriert werden kann. um die es sich hier handelt. sobald auflöst. 230 . wie sie uns unter anderen BedinIn gungen. an dem die Fortdauer der gleichförmigen und geradlinigen Bewegung nachweisbar wird. das andere Mal in Gedanken gegeben. ohne danach zu forschen. sich eine Vorstellung darüber machen zu wollen. mit aller Entschiedenheit gezogen. zu der die empiristische Grundanschauung hindrängt. 47 ff. ist in der Tat die Konsequenz. dieser Lösung des Problems. Welche Bewegungsgesetze gelten würden. Jedes wissenschaftlich-gültige Urteil erhält demnach seinen Sinn nur als * S. Probleme. die Mach gibt. darüber fehlt uns jede Möglichkeit des Urteils. da uns von selbst unzweideutig aufdrängt. der in der tatsächlichen Erfahrung niemals verwirklicht war. an welchem das Phänomen der Trägheitsbewegung jederzeit in derjenigen Genauigkeit. als bedürfe Fragen zu beantworten. begrifflichen es mühsamen die Erfahrung weil es sich hier um einen Fall handelt. sondern wir haben sie so hinzunehmen.Auf den es. deren Erfahrungsurteile überhaupt fähig sind. . Aber dieses unentbehrliche Substrat brauchen wir nicht in Deduktionen erst festzustellen. es ist müßig. wie sie sich uns in der sinnlichen Wahrnehmung darbietet. erscheinen würde*. welche Gestalt der Trägheitssatz annehmen würde. entgeht allen Schwierigkeiten. die wir logisch fingieren. keiner komplizierten logischen Mittelglieder. wir in ihm nicht stillschweigend die Beziehung auf irgend ein Koordinatensystem mitdenken. ersten Blick kann es freilich scheinen. Es ist ein verfehltes Verlangen.

ohne dadurch zu einem Widerspruch gegen die Bedingungen des Systems geführt zu werden. Die Weiterbildung. der alle Gebiete der Physik gleichmäßig umfassen soll. eine unendlich kleine Umwandlung 231 . virtuelle" Geschehen. nachzugehen. die das Prinzip innerhalb der Physik erfahren hat.. geht somit niemals allein aus der Betrachtung der wirklichen. dem anwie sich bereits allseitig gezeigt hat erkannten Tatbestand des wissenschaftlichen Verfahrens selbst. In der Entwicklung der modernen Thermodynamik ist das Prinzip der virtuellen Veränderungen von seiner anfänglichen Einschränkung auf mechanische Vorgänge befreit und zu einem allgemeineren Grundsatz umgestaltet worden. oben. 171 f. sondern zugleich das . tatsächlich vorliegendes DaDer Gedanke vermag lediglich den Anzeigen der sein. bisher nicht gegebene Fälle in den Kreis seiner Betrachtung zu ziehen. hat auch dieses methodische Moment immer deutlicher hervortreten lassen. sondern auch der mögwiderstreitet — — lichen nicht Bedingungen und Umstände hervor. Die Verschiebungen eines materiellen Systems. Einsicht. das seit Lagrange die eigentliche Grundlage der analytischen Mechanik bildet. ist dies zum schärfsten Ausdruck gekommen. die hier ins Auge gefaßt werden. die von der angenommenen Voraussetzung aus unabweislich ist. die uns dieses Dasein erschließen. daß wir sie gedanklich in Ansatz bringen können. brauchen keineswegs tatsächlich ausführbar zu sein. Diese Folgerung aber. aber er vermag an keiner Stelle über sie hinauszugreifen und bloß mögliche. die in der Erfahrung niemals gegeben waren. Empfindung. noch auch in ihr gegeben sein können: denn in der Formel des Gesetzes ist das eigentliche Wahrnehmungsobjekt durch seine Die ideale Grenze ersetzt und vertreten (s. Unter einer virtuellen Änderung eines Systems wird jetzt nicht nur eine infinitesimale räumliche Verschiebung seiner einzelnen Teile. S. sondern auch eine unendlich kleine Erhöhung oder Erniedrigung der Temperatur. Die theoretischen Grundgesetze der Physik sprechen durchweg von Fällen. die hier gewonnen wird. ihre „Möglichkeit" bedeutet lediglich.Aussage über ein konkretes. Im Prinzip der virtuellen Geschwindigkeiten. sie umfaßt nur das aktuelle.).

hieße vielmehr sich einen völlig irrigen Begriff vom Wesen einer physikalischen Theorie machen*. Duhem. . so bemerkt D u h e . die den Gesamtzustand des Systems charakterisieren. ob also die einzelnen Maßmethoden sich direkt in die Sprache der konkreten Anschauung übersetzen lassen und in dieser Übersetzung wirklichen oder möglichen Tatsachen entsprechen. kurz jede elementare Zu. nur zu den . geht das Dasein der Fixsterne nirgends ein. Sich eine derartige Frage zu stellen. so hat man sich hierbei nicht zu fragen. die er in einem ähnlichen Fall dem Simplicio gibt: die Wirklichkeit der Fixsterne gehört." Die Entdeckung und die erste Formulierung des Beharrungsprinzips bestätigt durchaus diese Auffassung. von denen die In eigentliche theoretische Entscheidung nicht abhängt. bestimmten algebraischen Umformungen unterwirft. ist hierbei gleichgültig. ist.. zufälligen und äußerlichen" Bedingungen des Versuchs. * S. daß das Prinzip in dem Sinne. nicht aus der Betrachtung einer besonderen Klasse empirisch wirklicher Bewegungen hervorgegangen ist. daß für den Bestand des Trägheitsgesetzes die dauernde Existenz der Fixsterne vorausgesetzt werde. Paris 1903. 232 . denn der Wahrheitswert unserer theoretischen Folgerungen besteht völlig unabhängig von dieser Möglichkeit einer unmittelbaren Realisierung unserer gedanklichen Operationen. die das System zu erfüllen hat. ebenso wie die des bewegten Körpers selbst. ob diese Rechnungen einen physischen Sinn haben. sicherlich die gleiche Antwort erteilt haben.. sofern sie gemäß den in allgemeinen Bedingungen.der Verteilung der Elektrizität auf der Oberfläche eines leitenden Körpers.die Größen. Der Begriff der geradlinigen und zulässig m . mit welchem Galilei seine allgemeinen Erörterungen beginnt. Er würde auf den Einwand. auf welche sich die Theorie bezieht. Ob die betreffende Umwandlung physisch vollziehbar ist. 211 ff.Wenn man im Verlauf der Deduktionen'*. in welchem er es nimmt. jenes „mente concipio". L'övolution de la M6caiüque. S. Galilei zum mindesten läßt keinen Zweifel darüber..oder Abnahme einer der variablen Größen verstanden.

das uns erst eine völlig klare Übersicht über das Gesamtgebiet der Tatsachen selbst verschafft. O. Gedankenexperimente zu ihrer notwendigen Vorbedingung. wir müssen die möglichen bestimmenden Umstände gegeneinander abwägen und begrifflich abwandeln. 180 ff. a. 233 . um der Beobachtung selbst eine bestimmte Richtung zu geben. die hier von Galilei tat- anwendbar Um sächlich angewandt wird. 356 ff. die Aus- führungen ** Natorps (a. S.gleichförmigen Bewegung wird hier rein in abstrakt-phoronomischer Bedeutung eingeführt: er ist nicht auf irgendwelche materielle Körper. 163 ff. sondern lediglich auf die ideellen Schemata bezogen. die wir aus derartigen idealen Konzeptionen folgern. klar erfassen. den eine bestimmte Anordnung des Versuchs verspricht. darüber muß freilich in letzter Linie das Experiment entscheiden: der logische und mathematische Sinn der hypothetischen Gesetze selbst aber steht unabhängig von dieser Form der Bewährung im Aktuell. die jeder Teil für den Aufbau des Ganzen besitzt. braucht man sich übrigens zuletzt Mach selbst zu berufen. In seiner Entwicklung der allgemeinen Methoden der Physik . Man braucht alle diese nimmt das * S. Alle wirklich fruchtbaren physischen Versuche haben. von denen sein gesetzliches Verhalten abhängt. Ob die Gesetze.. „Über Gedanken- experimente". S. Hier erst tritt die Bedeutung jedes einzelnen Moments klar hervor. wie Geometrie und Arithmetik sie darbieten. wenigstens in allgemeinen Zügen voraussehen. Wir müssen den Erfolg. jetzt bes. S. die Form der Ableitung. auf die Wahrnehmungswelt sind.). in welchem wir die Bedeutung. . hier erst gliedert sich der Wahrnehmungsbestand zu einem geordneten Komplex. Dieses Verfahren der gedanklichen Variation der für ein gewisses Ergebnis mitbestimmenden Faktoren ist es vor allem. wie er betont. zum Ganzen vgl. die beliebig wechseln können. logisch zu nur auf rechtfertigen.Gegebenen fest*. Gedankenexperiment" eine bedeutsame Stellung ein. sondern sich von den zufälligen. Mach. ohne daß unsere eigentliche physikalische Schlußfolgerung dadurch berührt würde**. Erkenntnis und Irrtum. Vgl. Die wesentlichen Züge. hierzu oben. Leipzig 1905.

Die Sätze der reinen Mechanik würden mit dieser Einsicht nichts von ihrer Geltung verlieren. bewegt sich derart. wenn diese Sätze nur die Verhältnisse wiedergäben. unmöglich. daß wir das ursprüngliche Substrat beliebig variieren lassen können. Eine solche aber wäre. seiner ganzen Voraussetzung nach. Dies nun der Körper ist eine Bewegung infolge der Trägheit. daß sein Zentralellipsoid bei festgehaltenem Mittelpunkt an der zur Kräftepaarebene parallelen Tangentialebene ohne zu gleiten abrollt. ohne daß dadurch Sinn und Inhalt des Gesetzes selbst irgendwie berührt würde. Selbst wenn wir das Gesetz zunächst für den Fixsternhimmel bewährt gefunden hätten. indem wir uns zum Bewußtsein bringen. den Fixsternhimmel nicht nur als einen Bestandteil ansehen. sondern wären in dem neuen System der Orientierung. daß nämlich das Denken niemals über den Kreis der Einzeltatsachen hinauszublicken vermöge. es von dieser Bedingtheit loszulösen. daß die eigentümliche Geltung dieses Prinzips an irgend ein bestimmtes materielles Bezugssystem nicht gebunden ist.Erwägungen nur auf die Entdeckung und Aussprache des Trägheitsprinzips anzuwenden. Denn die Voraussetzung. vollständig aufbehalten. das wir alsdann zu suchen hätten. sondern ihn auffassen. die den bewegten Körpern relativ zu einem besonderen empirischen Bezugssystem zukommen. auf der Machs anfänglicher Einwand beruht. Gedankenexperiments" erschließt uns eine eigentümliche Aktivität des Denkens. um sofort zu erkennen. so stünde nichts im Wege. 234 . Hierbei macht die sonderbarsten Wendungen gegen die Himmelskörper. die von den wirklichen Fällen zu den möglichen übergreift und auch von ihnen eine Bestirrlmung zu geben unternimmt. auch wenn sich im Laufe der Erfahrung Gründe fänden. den Fixsternen selbst bestimmte Bewegungen zuzuschreiben. die uns veranlassen würden. der in die begriffliche Fordes Trägheitsgesetzes eingeht. Mach selbst muß. ist jetzt verlassen: die Methode des . geradezu als einen der Beharrungsbewegung abhängig ist*. In der Tat würde offenbar der logische Gehalt des Beharrungsgesetzes ungeändert bleiben. In einer von denen die gegebenen Übertragung mulierung kausalenFaktoren * „Ein freier Körper von einem Momentankräftepsiar angegriffen.. selbst in Gedanken.

daß die physischen Beschaffenheiten. von ihrem eigentlichen . entspricht in keiner Weise der Bedeutung. bestimmt als dieses Bezugssystem man nun. so diesen wäre es logisch unverständlich. auf das es hinweist. Die — logische Grundform der Mechanik ist hier nicht begriffen und erklärt. daß auch hier Empirismus und Empirie auseinander gehen: der Sinn. was man offen oder versteckt mit nennen muß. wie wir jemals daran denken könnten. die wir an einem konkreten Einzelding aufgefunden haben. diese Anknüpfung fallen zu lassen und zu anderen Das Trägheitsprinzip wäre Bezugssystemen überzugehen. aber ließe sich offenbar der eine der beiden Faktoren nicht durch einen anderen ersetzen. Den gleichen prinzipiellen Einwänden unterliegt jeder Versuch. Wahrheit des Beharrungsgesetzes von den Fixsternen als bestimmten.. wohl aber auf die Geschwindigkeit. nicht zu den wesentlichen Bedingungen. daß man das Bezugssystem. den das Trägheitsprinzip nach den empiristischen Voraussetzungen allein haben könnte. ohne daß dadurch die Hinge die Relation selbst eine völlig neue Gestalt erhielte. diese Körper. in diesem Falle nicht sowohl ein allgemeiner Grundsatz für die Bewegungserscheinungen überhaupt. ohne welche man die gedachte Bewegung gar nicht beschreiben kann. irgendwie in dinglicher Wirklichkeit als vorhanden aufzeigt." (Mach. sondern vielmehr verworfen. wenn man eine Erscheinung beschreiben will. zu dem Kausalnexus derselben ? Die fernen Himmelskörper haben in unserem Beispiel keinen Einfluß mehr auf die Beschleunigung.) Meint 235 .Formel. die lediglich die Beziehung und Wechselwirkung zwischen bestimmten physischen Objekten zum Ausdruck bringt. dem Beharrungsgesetz dadurch eine feste Stütze zu geben. Erhaltung der Arbeit. die es in der wissenschaftlichen Mechanik seit deren Anfängen gehabt und der Funktion. 49. physischen Individuen ab. Eine bekannte Erklärung. Subjekt" losgelöst werden und auf ein anderes übergehen könnten? In jedem Falle erkennt man aus diesem Beispiel. die es hier tatsächlich erfüllt hat. als vielmehr die Aussage über bestimmte Eigenschaften und „Reaktionen" eines und gegebenen empirischen Inbegriffs von Gegenständen wie sollten wir erwarten dürfen. die S t r e i n t z im einzelnen durchzuführen gesucht hat. S. seien ohne Einfluß auf dieselbe ? Gehört das.

gyroskopischen Kompasses" bezeichnet. unzweideutig nachweisen. Was das zweite Moment. die Abwesenheit von äußeren Kraftwirkungen betrifft. in welchem sie zu dem bewegten Punkt selbst oder zu dem angenommenen Bezugssystem stehen. als Fundamental- Körper sind. (FK). empirisch gegebenen Körper. 236 . es bisher stets gelungen ist. eine logische Unbestimmtheit in sich schließen. in bezug auf welches die dynamischen Differentialgleichungen. S. Die physikalischen Grundlagen der Mechanik. daß jeder sich selbst überlassene Punkt Linie sich hinsichtlich eines Fundamentalkörpers in gerader und mit konstanter Geschwindigkeit bewegt*. Auch dieser Ableitungsversuch beruht indessen. so besitzen wir in jedem derartigen Körper ein geeignetes System. haben jetzt einen festen und eindeutigen Sinn erhalten. die direkt wahrgenommen und gemessen werden können. Bezeichnen wir nun einen Körper. so oft in der Bewegung eines Punktes bezüglich eines Körpers von unveränderlicher Richtung eine Abweichung von der Geradlinigkeit oder Gleichförmigkeit beobachtet wurde. die in der Art. das Trägheitsprinzip insbesondere läßt sich nunmehr in der Form aussprechen. wie sich leicht ergibt.. in der sie gewöhnlich formuliert werden. erfüllt Diese Gleichungen. die durch das Lageverhältnis. die die Physik zugrunde legt. 13 ff. denn jede „absolute" Rotation eines Körpers setzt sich in irgendwelche physikalische Wirkungen um. als Ursache dieser Abweichung erscheinen. * Vgl.. keine Drehbewegung zu vollführen und keiner Einwirkung einer äußeren Kraft unterworfen zu sein. irgendwelche äußere Körper anzugeben. so ist hier freilich niemals eine gleich unmittelbare und positive Entscheidung möglich: wir müssen uns einfach mit der Feststellung begnügen. Die Abwesenheit der Drehbewegung läßt sich stets an bestimmten Maßinstrumenten. 22 ff.jeden beliebigen. durch die Abwesenheit der Drehbewegung und durch die vollkommene Unabhängigkeit von allen um- gebenden Massen charakterisiert ist. die Streintz mit dem Namen eines . daß. der durch die beiden angegebenen Grundbestimmungen. die näheren Ausführungen bei Streintz. Leipzig 1883. sofern derselbe die doppelte Bedingung erfüllt.

wenn die Bedeutung beider nicht zuvor in ideeller KonDie scheinbar struktion festgestellt worden wäre. sowie die Unabhängigkeit von jeder äußeren Kraftwirkung bilden die empirischen Kriterien. ob ein bestimmter gegebener Körper den Voraussetzungen der Theorie. ob ein Einzelfall unter ein bestimmtes Gesetz auf subsumierbar ist. gemäß ist. die Streintz an die Spitze seiner Erörterungen stellt. logisch streng geschieden. sondern umgekehrt erklärt es sich Merkmal. 237 . zukommt: die Abwesenheit der Drehbewegung. reinen Induktionen.auf einer Umkehrung des eigentlichen logischen und geschichtlichen Verhältnisses. alsbald umzugestalten. die schreiben. wäre die Erwägung entscheidend. Bedingungen. sind bereits geleitet und beherrscht von den Grundgedanken der analytischen Mechanik selbst. Bestände Streintz' Erklärung zu Recht. mit welchem Rechte wir lich. an denen wir erkennen. den diese Grundsätze erheben. Das wir feststellen. als Forderungen entunserer Erklärung die Richtung vorgegenhalten. Aber auch wenn man hiervon absieht. die den beiden Momenten. statt umgekehrt die Prinzipien. ist aber von den denen die Gültigkeit des Gesetzes selbst beruht. die wir an einzelnen Körpern mit bestimmten physikalischen Eigenschaften bewährt gefunden. Nicht aus Beobachtungen an bestimmten Körpern. denen wir die Eigenschaft. Nur unter der Voraussetzung dieser Gedanken leuchtet die Bedeutung ein. und die wir sodann für alle Körper derselben Art als wahrscheinlich angenommen haben. durch welche der Fundamentalkörper bestimmt ist. ist die Idee der Beharrung entstanden. die wir zuvor selbständig kraft dessen entwickelt haben. gleichsam sinnlich ablesen konnten. daß der Fundamentalkörper selbst und das Fundamental-Koordinatensystem als empirische Fakta niemals vorgefunden werden könnten. so wären die mechanischen Grundsätze lediglich Induktionen. bliebe alsdann völlig unverständEs ließe sich nicht begreifen. keiner fremden Einwirkung zu unterliegen. sie den beobachteten Tatsachen. Der Anspruch auf strenge Allgemeingültigkeit. die ja nur kraft bestimmter Einzelbeobachtungen gewonnen sind. sobald sie mit den neuen Erfahrungen nicht mehr im Einklang stehen.

wie die Geschichte lehrt. die Kritik des Streintzschen Versuches bei ö f Studien zur gegenw. Die Durchführung dieses Gedankens ist zuerst von C. als ein in der Luft schwebender Satz. daß das Trägheitsgesetz notwendig an irgend ein materielles Bezugssytem angelehnt werden müsse. Das Galileische Prinzip bedarf nach Neumann. S. Streintzsche Versuch. der (um verständlich zu sein) noch eines * Vgl. in der Erfahrung nicht gegebenen Körper anzunehmen. f.erst auf suchen Grund dieser Idee. dieser Experiwährend umgekehrt der bloße mente nur auf dem Boden dieser Mechanik entstehen konnte*. treten uns entgegen als ein Satz ohne Inhalt. denn in den Experimenten und in den empirischen Lehrsätzen selbst. die erst deduziert werden sollen. liegt bereits die stillschweigende Anerkennung der Grundsätze. Grund- Gedanke Hält man also an der Forderung fest. einen unbekannten. N e u in seiner Schrift über die Prinzipien der GalileiNewtonschen Theorie versucht worden. Die analytische Mechanik ist. daß wir nach Körpern dieser Art und ihnen eine bevorzugte Stellung im Aufbau So schließt der unserer empirischen Wirklichkeit zuweisen. in welcher an irgend einer uns mann unbekannten Stelle des Raumes ein absolut starrer. Philosophie der Mechanik. 238 . in der neben der Erörterung des physikalischen Grundproblems auch die methodische Hauptfrage zu besonders deutlicher Ausprägung gelangt ist. in der Tat einen Zirkel ein. um in seinem begrifflichen Sinn erfaßt zu werden. ohne diese Experimente zustande gekommen. „Jene Worte des Galilei. und im Hinblick auf ihn die dynamischen Grundgleichungen zu erklären. wenn man zugleich die rationale Gestalt der Mechanik erklären will. Nur in einer Welt. hierzu bes. in seiner Gestalt und seinen Dimensionen für alle Zeiten unveränderlicher Körper existiert. so bleibt schließlich. in der Tat nur der Ausweg zurück. daß ein sich selber überlassener materieller Punkt in geraderLinie dahingeht. sind die Sätze unserer Mechanik verständlich. die hier an die Spitze treten. 136 H 1 er . Leipzig 1900. notwendig der Setzung eines bestimmten Daseins-Hintergrundes. sofern er eine wahrhafte legung der Mechanik sein will.

Man denke sich den Körper Alpha durch irgendeine Naturmacht vernichtet: und die Sätze der Mechanik müßten aufhören. S. Wenn wir aber das von ihnen begründete und bis mehr und mehr erweiterte theoretische Gebäude aufmerksam durchmustern. . Frage weder bei Galilei noch bei Newton eine bestimmte Antwort. daß die Begreiflichkeit unserer ideellen Konzeptionen von bestimmten Beschaffenheiten des Seins abhängig gemacht ist. als — . . einem einzigen Körper eine auf die heutige Zeit W so hervorragende. so zeigt sich anderseits zugleich der umgekehrte Zug. Leipzig 1870. die auch sonst das ontologische Argument zu verleihen pflegte: es ist unveränderlich. für uns nicht * Carl e u Über die Prinzipien der Galilei-Newtonschen ann Theorie. Körper Alpha" bezeichnet wird.. so können uns seine Fundamente nicht länger verborgen bleiben. N m 239 . gleichsam souveräne Stellung einzuräumen. 14f. Denn sie ist in der Tat rein o n t o logischer Art: die Forderung eines einheitlichen logischen Bezugspunktes verdichtet sich zur Behauptung eines empirisch nicht unerkennbaren Daseins. daß sämtliche im Universum vorhandene oder überhaupt denkbare Bewegungen zu beziehen sind auf ein und denselben Körper. welche Gründe vorhanden sind. Leider erhalten wir auf diese Stellung einräumen sollen ? sein." Man erwarten.bestimmten Hintergrundes bedarf. . mitten in der Physik anzutreffen. die Beweisart. Und diesem Dasein kommen. wiederum alle diejenigen Prädikate zu. dem wir diese bevorzugte sein. Wenn aber hier aus bloßem Denken ein Sein mit absoluten Eigenschaften gefolgert wird. Irgendein spezieller Körper im Weltall muß uns gegeben Basis unserer Beurteilung. ewig und unzerstörbar. der von Neumann als . als derjenige Gegenstand. kraft deren hier die Existenz dieses einzigartigen Körpers dargetan wird. obwohl es selbst materieller Natur sein soll. Wir erkennen alsdann leicht. — hierauf sollte allerdings erhalten wir keine Antwort*. mit Bezug auf welchen alle Bewenur dann erst werden wir mit gungen zu taxieren sind jenen Worten einen bestimmten Inhalt zu verbinden imstande Welcher Körper ist es nun. o dieser Körper sich befindet.

nur anwendbar. so begreift man nicht. wenn nicht zuvor der Sinn dieser allgemeinen mathematischen Grundprädikate feststeht? hat. der Begriff der gleichförmigen Bewegung von bestimmter Geschwindigkeit. Diese Annahme aber kann uns niemals verwehrt werden: sie ist ein reines Postulat unseres wissenschaftlichen Denkens. an dem die ersten Zweifel und Bedenken gegenüber der Formulierung der mechanischen Prinzipien einsetzten. die gedanklichen Forderungen. Wie aber sollten wir jemals zu einem begründeten Urteil über eine physikalische Wirklichkeit gelangen. in voller Klarheit an den Anfang zu stellen. — Annahme — — — Raum 240 . den die mathematische Theorie uns geliefert wäre nunmehr mit einem Schlage um all seinen Sinn gebracht. so hinge es vom Sein oder Nichtsein eines aktuellen räumlichen Dinges ab. Auf alle diese geben. sondern sogar — verständlich zu sein. So haben wir uns auch hier im Kreise bewegt: die innere Konsequenz des Gedankens führt genau zu demjenigen Ausgangspunkt zurück. warum dieses Verfahren auf die Setzung physischer Dinge eingeschränkt sein soll. Eine derartige Antwort aber würde das Problem sogleich auf einen völlig neuen Boden stellen. Hypothesen Fragen könnte es zuletzt nur eine Antwort Nicht die Existenz des Körpers Alpha so könnte man erwidern wohl aber die dieser Existenz ist es. So würden sich hier an ein Geschehen in der äußeren Welt nicht nur bestimmte physische. statt sie im Verlauf der Deduktion in verhüllter Form irgendwie einzuführen. woran die Geltung unserer mechanischen Begriffe hängt. Steht es in unserer Macht. Man entgeht in der Tat dem Dilemma erst dann. Der Begriff der strengen Unveränderlichkeit der Richtung. das hierin allein seinen eigenen Normen und Regeln gehorcht. ob unsere grundlegenden mathematischen in sich selbst irgendeine Bedeutung besitzen. Statt des Körpers Alpha könnten wir alsdann in logisch allein einwandfreier und verständlicher Weise den reinen selbst setzen und ihn mit bestimmten Eigenschaften und Beziehungen ausstatten. sondern auch die merkwürdigsten logischen Folgen anknüpfen. mit ideellen Annahmen zu schalten. wenn man sich entschließt.

und legen beide aller weiteren Betrachtung der Bewegungserscheinungen und ihrer wechselseitigen Beziehungen zugrunde*. So können wir uns denn auch für die Aussprache des Trägheitsprinzips zunächst lediglich auf ein gedachtes Bezugssystem stützen. So entfällt die Hypostasierung des absoluten Raumes und der absoluten Zeit zu transzendenten Dingen.Inertialsystem" und eine „Inertialzeitskala". ** S. dem wir alle jene Bestimmungen zuschreiben. ist keine sinnliche. auf das wir hinblicken. Braunschweig 1907. Cassirer. 344. daß die allgemeine Bewegungslehre ihm keinen Zweig der angewandten. . S.. die hier erfordert sind. 129 ff.und Zeitgrößen. vgl. Erkenntnisproblem II. Wundts Phüos. als dies bei der reinen Zahl der Arithmetik oder bei der reinen Geraden der Geometrie der Fall ist. Sie entstehen in genauer und stetiger Fortführung dieser Grundbegriffe: wie denn Galilei stets aufs schärfste betont. Die phoronomischen und der gleichförmig beschleunigten Bewegung enthalten ursprünglich nichts von der sinnlichen Begriffe der gleichförmigen Beschaffenheit materieller Körper. die gemäß einem ideellen Konstruktionsprinzip erzeugt und aufeinander bezogen sind. Substanzbeg^iff 16 241 . sondern der reinen Mathematik bedeute. 677 ff.. sie bedeutet. Kant xmd die Naturwissenschaft. kraft deren erst eine exakte der empirischen Wirklichkeit möglich wird**. Studien III. 390 ff.Der absolute Raum und die absolute Zeit der Mechanik schließen sowenig irgendwelche Daseinsrätsel in sich. sondern eine logische Eigenschaft. 559 ff. jetzt hierzu besonders die vortrefflichen Ausführungen von E d m. Wir erschaffen kraft begrifflicher Definitionen ein räumliches . sondern fixieren lediglich eine bestimmte Beziehung zwischen Raum. (1886). 356 f. Das ideelle Achsensystem. Die Festigkeit. S. daß wir sie im Begriff festgelegt haben. Die geschichthche Entwicklung des Bewegungsbegriffs. genügt somit in der Tat der Grundforderung.. König. die wir dem ursprünglichen und einheitlichen Bezugssystem zuschreiben müssen. um sie durch alle Umformungen der Rechnung hindurch als identisch und unveränderlich anzusehen. die für das Funktionen Erkenntnis „Fundamental-Koordinatensystem" die Unabhängigkeit von * Näheres über die mathematische Konstruktion des „Inertialsystems" bei Ludwig Lange. zugleich aber bleiben beide als reine bestehen.

vermag freilich zuletzt nur die Erfahrung zu lehren. sondern wir können immer nur mittelbar in dem gesamten Verknüpfungszusammenhang.äußeren Kräften verlangt: denn wie vermöchten Kräfte Linien. und die mathematischen Folgerungen. daß diese Forderung in der Erfahrung niemals exakt. Ob dieses Schema auf die Wirklichkeit der physischen Dinge und Vorgänge anwendbar ist. Soweit irgendein empirisch gedie sich an sie anschließen. entwickeln wir hieraus ein allgemeines gesetzliches Schema für mögliche räumliche Veränderungen überhaupt. auf rein geometrische Gebilde zu wirken? Indem wir diese Linien in unserer gedanklichen Abstraktion als schlechthin konstant betrachten. sondern stets nur in bestimmter Annäherung erfüllt sein kann. der in allen Stücken der mechanischen Definition des Inertialsystems entspricht. der zwischen den exakten gedanklichen Gesetzen. 193 ff. den sie zwischen den Phänomenen herstellen.) der „Inertialsysteme". die Grundhypothesen zu isolieren und sie einzeln in konkreten Wahrnehmungen als gültig aufzuzeigen. die sich — — 242 . sich diesen Bestimmungen gemäß zu verhalten gebener Körper scheint. und ihrer empirischen Erfüllung bestehen bleibt. So wenig es eine wirkliche Gerade gibt. die alle Eigenschaften des reinen geometrischen Begriffs erfüllt. daß ein sich selbst überlassener materieller Punkt sich in bezug auf ihn geradlinig und gleichförmig bewegen müsse. sprechen wir auch ihm „absolute!' Ruhe und absolute Festigkeit zu: d. das bedeutet somit nicht eine Tatsache. Aber wir sind uns zugleich darüber klar. so wenig gibt es einen wirklichen Körper. Aber auch hier ist es niemals möglich. Daß irgendein System wie etwa das System der Fixsterne gegebener Körper in Ruhe ist. die freilich unabweislich ist: denn sie liegt Sie ist der im Begriff des Erfahrungs. wir behaupten. So bleibt stets die Möglichkeit offen. h. ihr Recht aufweisen. durch die Wahl eines neuen Bezugspunktes eine nähere und genauere Übereinstimmung zwischen dem System der Beobachtungen und dem System der deduktiven Schlußfolgerungen herzustellen. Ausdruck des notwendigen Abstandes.Gegenstands selbst. allen auf — Wir entwickeln rein theoretisch die Bestimmungen S. die wir formulieren. (S. Diese Relativität ist es. oben.

daß hier in der Körperwelt ein Paradigma für bestimmte Grund. wir hinblicken und an dem wir unsere gedankliche auf das Orientierung suchen. daß sie jegliche Relation abstreifen. steht mit den bewegten Körpern der Wirklichkeit in Be- ziehungen.und Lehrsätze der reinen Mechanik gefunden ist.direkt durch Wahrnehmung oder Messung feststellen läßt. an den wir gleichsam unsere Bewegungsgleichungen heften. Poincare. sondern ein Inbegriff theoretischer und empirischer Regeln. ist kein einzelner. indem wir uns auf das Gesetz der Erhaltung der Kraft. die sich dem Zusammenhang dieser Sätze völlig einordnen und in ihm einen erschöpfenden Ausdruck finden. Diese Bedeutung der Grundbegriffe des absoluten Raumes und der absoluten Zeit ist bereits von Leibniz in ihren allgemeinen Zügen festgestellt worden. Der einzelne materielle Anknüpfungspunkt.). absolut" exakt gilt uns diejenige Zeiteinheit. durch ein genaueres. S. Die Bedeutung dieser Begriffe besteht nicht darin. von dem die konkrete Gesamtheit der maß. deren Anwendung uns gestattet. an welchem sie sich gleichsam anschaulich Der Fixsternhimmel demonstrieren und darstellen lassen. 16* 243 . So bleibt freilich auch den physikalischen Begriffen des absoluten Raumes und der absoluten Zeit eine Beziehung anhaften. sondern es besagt. La mesiire du temps (vgl. daß sie den notwendig geforderten BezugsDas System. Phänomene als abhängig gedacht wird. mag sich daher verändern: die Grundrelation auf einen bestimmten Inbegriff von Gesetzen der Mechanik und Physik aber bleibt konstant. punkt vom Materiellen ins Ideelle verlegen. oben. H. wie auf das Gravitationsgesetz stützen: als . sondern darin. Ihm sind beide Begriffe nur ein anderer Ausdruck für die durchgängige örtliche und * S. Analog ersetzen wir das nicht völlig genaue Zeitdas die Sterntage uns darbieten. einerseits den Widerspruch gegen die theoretischen Forderungen des Energieprinzips. 192 f. wahrnehmbarer Körper.. anderseits den Gegensatz zwischen dem nach dem Newtonschen Gesetz berechneten und dem tatsächlich beobachteten Wert der säkularen Beschleunigung des Mondes zu beseitigen*.

noch irgendeinen festen und unbeweglichen Körper im Weltall gibt. sind . Die Aussagen. Livr. Räumen und Massen sollen daher nicht mehr allein den Ansprüchen unseres Geistes genügen. Diese Bestimmtheit muß verlangt werden. Zeiten und Massen miteinander vergleichen. nach denen wir die empirischen Räume. in welchem von der Geometrie und Kinematik zur Mechanik der materiellen Systeme übergegangen wird. deren Gesetz man kennt. Erst im zweiten 'Buch. auf gedachte gleichförmige Bewegungen beziehen und auf Grund dieses Verfahrens die Folgen der Verknüpfung verschiedener Bewegungen vorausberechnen*. in dem sie sich der „innerenAnschauung** darbieten." Indem wir nämlich innerhalb jedes Gebiets feste Maßeinheiten zugrunde legen. Diese Aussagen stützen sich daher auch nicht mehr allein auf die Gesetze unserer Anschauung und unseres Denkens. 844 . deren Eigenschaften indessen den Eigenschaften nicht widersprechen dürfen. die wir für alles Sein und Geschehen fordern müssen. II. Urteile a priori im Sinne Kants". insbesondere zukünftigen Erfahrungen entsprechen. die von ihnen gemacht werden. hat in der neueren Zeit seine prägnanteste Ausprägung in Heinrich Hertz' System der Mechanik gefunden. sondern sie sollen zugleich auch möglichen. die wir zuvor den gleichbenannten Größen als Formen unserer inneren Anschauung oder durch Definition beigelegt hatten. Räume und Massen als Zeichen äußerer empirischer Gegenstände gedacht. 1 4. gewinnen wir damit ein allgemeines Prinzip der Zu* Leibniz.zeitliche Bestimmtheit. werden die Zeiten. Sie ist theoretisch stets erreichbar: denn man kann stets die ungleichförmigen Bewegungen. Das Verhältnis zwischen Theorie und Erfahrung. das hier angenommen wird. jede Berufung auf die Erfahrung an sinnlich wahrnehmbaren Körpern bleibt ihnen fremd. auch wenn es keinen streng gleichförmigen Ablauf irgendeines tatsächlichen Naturereignisses. sondern außerdem auf vorangegangene Erfahrung. Nouveaux Essais. „Unsere Aussagen über die Beziehungen zwischen Zeiten.. Die Darstellung von Hertz nimmt Raum und Zeit zunächst lediglich in dem Sinne. chap.

Die Weltordnung. was wir durchaus als möglichen Fall in den Kreis unserer Berechnungen und Voraussetzungen aufnehmen müssen. Wahrheit" unserer abstrakten dynamischen Begriffe und Grundsätze. so würde also das Ideal. Wir messen die . Der absolute Raum ist daher wenn darunter nicht der abstrakte Raum der Mechanik. sofern alle tatsächlich beobachtbaren Bewegungen in bezug auf dieses Grundsystem bisher stets in höchster Annäherung den Axiomen entsprachen. keine Masse genauer. Wirklichkeit" unserer Erfahrungen beständig an der . absoluten Bewegung" charakterisiert." Während also bei den Gebilden. daß wir durch tatsächliche Bestimmung mit Hilfe unserer Sinne doch keine Zeit genauer festlegen können. als sie sich messen läßt mit Hilfe der besten Chronometer. so würden diese Axiome. sondern es sind Unbestimmtheiten der abzubildenden äußeren Erfahrung selbst. als die besten Wagen sie uns liefern*. kraft dessen wir nunmehr den konkreten sinnlichen tische Empfindungen und Wahrnehmungen bestimmte mathemaSymbole eindeutig entsprechen lassen und damit die gegebenen Eindrücke in die Zeichensprache unseres inneren gedanklichen Bildes übertragen.. die vollkommene Fixierung aller Elemente erreicht ist.. Heinrich Hertz. 53 ff.. als sie sich beziehen läßt auf ein mit dem entfernteren Fixsternhimmel ruhendes Koordinatensystem. 157 245 . ist sie im Gebiet der empirischen Erscheinungen lediglich gefordert. S.. durch welche die Mechanik den Begriff der .Ordnung. nach welchem die Konstruktion erfolgt ist. in seinem Sinn völlig unversehrt bleiben. die aus den Gesetzen der Anschauung und des Denkens von uns erzeugt sind. Sollte einmal diese Bedingung sich nicht mehr erfüllt zeigen. sind nicht Unbestimmtheiten unserer Bilder. sondern die eindeutig be- — * S.und Korrelationsgesetze. auch nicht unserer Abbildungs. nur seine empirische Verwirklichung wäre an eine andere Stelle gerückt. „Wir wollen damit sagen. Die Unbestimmtheiten. die diesen Festsetzungen der letzten Einheitsmaße notwendig anhaften. Die Prinzipien der Mechanik. ff. ist uns die wahre Ordnung der Dinge. keine Lage genauer. die wir unter der Voraussetzung der Ruhe des Fixsternhimmels konstruieren.

konsequent zu Ende gedacht. physische Raum der Körper bedeutet eben keine getrennte Wesenheit. aber es folgt hieraus nicht. so meinen wir damit streng genommen kein Verhältnis zwischen sinnlichen Körpern. Auch wenn wir irgendwelche körperliche Massen in ihren — wechselseitigen Lagen und ihren relativen betrachten. einem eindeutigen geometrischen Sinne zu gelangen. niemals eine Gegebenheit im Sinne eines dogmatischen . um auch nur über die relative Lage zweier materieller Systeme eine völlig sichere Aussage Abständen Um Punkten machen zu können. die wir an den Körpern wahrnehmen.stimmte Ordnung der Körperwelt selbst bezeichnet wird allerdings niemals endgültig gegeben. auch jede Darstellung physisch gegebener Körper in einem geometrischen System. ja sehr verschiedene hier zu Entfernungen untereinander besitzen können. Aber hierin liegt keine Minderung seiner objektiven Bedeutung für unsere Erkenntnis: denn auch der relative Raum bedeutet. indem wir etwa eine Beziehung zwischen die Gesamtmasse der Körper auf die Schwerpunkte reduziert denken. verwehren. Es ist freilich richtig so führt er aus Begriff des Körpers mehr gesetzt ist. in welchem Der es feste Lagen und Entfernungen gibt.. sondern ist erst kraft des geometrischen Raumes der Linien und Abstände möglich. Positivismus". müssen wir vielmehr an die Stelle einer Beziehung von Körpern setzen. sind wir damit über die Grenzen der sinnlichen Eindrücke bereits hinausgeschritten. daher nichts.reinen" Raum und die „reine" Zeit der Mechanik beweisen . Auch für dieses Verhältnis hat L e i b n i z ein besonders treffendes und prägnantes Wort daß im geprägt. je nachdem man den einen oder anderen Punkt ihres Volumens zum Ausgangspunkt der Messung nimmt. da diese. sondern stets nur gesucht. Die positivistischen Bedenken gegen den . wie sich bei schärferer Analyse zeigt. Wir müssen somit die direkte empirische Anschauung bereits vermittels der reinen geometrischen Grenzbegriffe geformt und umgestaltet haben. Wenn wir von „Distanz" sprechen. weil sie zu viel beweisen würden: sie müßten. als im Begriff des bloßen Raumes. daß die Ausdehnung. von der idealen Ausdehnung der Geometrie in irgendwelchen Bestimmungen ver- — — 246 .

man die Konventionen objektives daß ist. damit zugleich ein Moment Willkür in unsere wissenschaftliche Betrachtung gelassen. Bd. wenn Aussagen über Wirklichkeit wir auf in dieser Weise unsere vorangegangene Kon- struktionen begründen.In demselben Sinne kann man auch sagen. a.Inertialsystems" und der „Inertialzeitskala" als bloße bezeichnet hat. Nouveaux Ludwig ** Vgl. . gleichviel ob wir sie rein begrifflich definieren oder sie uns in irgendeinem konkreten Beispiel veranschaulichen. s. Chap. In einer Untersuchung über die Bedingungen der Zeitmessung hat sodann P o i n c a r 6 die allgemeine Folgerung hieraus in aller Entschiedenheit gezogen. II. Studien. . 247 . Kopie Phoronomie Freilich feststehen. die wir zum Zweck der leichteren Übersicht über die Tatsachen einführen. es bequemer S. während doch die Vielheit als solche stets ein und dasselbe bedeutet. Livr. Auch die Zahl ist etwas anderes als der Inbegriff gezählter Dinge. daß man sich nicht zwei Arten der Ausdehnung: die abstrakte des Raumes und die konkrete der Körper vorzustellen hat: denn das Konkrete empfängt seine Beschaffenheit erst durch das Abstrakte*. ist. 4. O. Die Frage.. die hiermit aufgeworfen läßt indes * im Zusammenhang der bisherigen Untersuchung Leibniz. II. beschränkt sich darauf. auch den Aufs. wenngleich seine Hauptzüge durch die Begriffe der Geometrie und Entwurf. so sind wir in unserer Wahl niemals von außen schlechthin bestimmt und gezwungen: kein Zeitmaß ist wahrer als irgendein beliebiges andere. die aber in keinem empirischen Faktum selbst ein unmittelbar Korrelat besitzen**. was wir zu seiner Begründung anführen können..schieden sei. der zu- Man hat diesen Schluß tatsächlich gezogen.: Das Inertialder Naturforschung. indem Begriffe des .. Wenn wir irgendeine Naturerscheinung als absolut gleichförmig erklären und alle anderen an ihr messen. sondern alles. Philoe. Lange Bystem vor dem Forum Essais." Wir zeichnen die Daten der Erfahrung in unser konstruktives Schema ein und gewinnen damit ein Bild der physischen Wirklichkeit: aber dieses Bild bleibt nicht des Seins dennoch immer und erhält sich daher beständig wandlungsfähig. scheint. a.

Dieses Gesetz bleibt das letzte erreichbare Kriterium der . sondern ein bestimmtes Gesetz des Fortschritts befolgt. denn es verbürgt uns. Die Scheidung zwischen einer „absoluten" Wahrheit des Seins und einer „relativen" Wahrheit der wissenschaftlichen Erkenntnis. dem wir auf diesem Wege zustreben. wenngleich nicht in einer Wahrnehmung. keiten der Darstellung sondern läßt stets verschiedenen MöglichRaum: aber eben indem unsere gedankliche Konstruktion sich erweitert und neue Momente in sich aufnimmt. auf ihr Recht und ihre Geltung zu prüfen ist. Jede andere Fassung des Gegenstandsbegriffs liegt außerhalb ihres Bereichs. Konventionen" hat somit zunächst nur eine verständliche Bedeutung: sie enthält den Hinweis und die Anerkennung. daß der Gedanke sich in ihnen nicht lediglich aufnehmend und nachbildend verhält. gegeben. als die Einheit und Geschlossenheit im systematischen Aufbau der Gesamterfahrung. Diese Ordnung ist freilich niemals einem einzigen Begriffssystem. so doch im der Wahrnehmungen. das jede andere Wahl ausschließt. wie sie sich vom subjektiven Standpunkt des einzelnen Beobachters aus unausweichlich ergeben. und daß an ihre Stelle 248 . mehr und mehr ausgeschaltet werden. was vom Standpunkt unserer Begriffe und dem. in ihrer Ordnung und ihrem Diese einzelnen System in Zusammenhang.transzendieren". ehe sie als Maßstab gebraucht werden kann. daß sie hierbei nicht nach Willkür verfährt. denn sie greift vom Bereich der Wissenschaft in ein methodisch fremdes Gebiet über. Objektivität".noch keine endgültige Antwort zu. Die Bezeichnung der ideellen begrifflichen Schöpfungen als .. die Trennung zwischen dem. zeigt es sich. und ursprüngliche Selbsttätigkeit Selbsttätigkeit ist indessen keineswegs unbeschränkt und zügellos: denn ihre Bindung ist. sondern eine eigentümliche entfaltet. was an sich selbst durch die Natur der Sache notwendig ist. die. um auch nur das Problem einer andersartigen Gegenständlichkeit in Gedanken fassen zu können. bedeutet selbst bereits eine metaphysische Satzung. daß in dem Weltbild der Physik.. alle Zufälligkeiten der Beurteilung. Die Wissenschaft besitzt kein höheres Kriterium der Wahrheit und kann kein anderes besitzen.. sie müßte sich selbst . festzulegen.

Hier schiebt sich kein bloßes Symbol mehr zwischen uns und die physischen Dinge. den die Raum Formen. allgemeinen sind die fundamentalen Ordnungen. Hier scheinen wir zum ersten Mal auf dem Boden der Wirklichkeit zu stehen.7tXrJQEi ov dem leeren Raum entgegengesetzt ist. indem es sich unzerstörlich und ewig erhält. hier befinden wir uns nicht mehr im Gebiet des bloßen Denkens. die als das 7tafj. aber sie bestimmen nicht den Begriff des Realen die an und für sich leeren Formen mit konkretem selbst. die wir unseren Eindrücken anheften. weil das Wirkende selbst. gelten dennoch nur als die Sie in denen diese sich darstellt. bis es seine abschließende logische Fixierung in dem modernen Gedanken der Energie gefunden hat. Und wir brauchen. neben allen spezifisch physikalischen Gründen. gehen dennoch bei schärferer Zergliederung der Daten und Bedingungen unserer Erkenntnis in bloßen Abstraktionen auf. keinen Umweg über komplizierte mathematische Hypothesen mehr. sondern im Gebiet des Seins. hier tritt uns ein Sein entgegen. Notwendigkeit Kern VIT. So ist es denn in der Tat. die sich aber an realer Bedeutung niemals mit der In der unmittelbaren Empfindung selbst messen können. Von Demokrits Begriff der Materie an. Das Atom und Materie. Sie sind Begriffsmarken. in welche sich das Reale einfügt. Inhalt zu erfüllen. so unentbehrlich sie zum Aufbau der empirischen Wirklichkeit sind. ein erkenntnistheoretifür sich in Anspruch scher Vorzug. Um Energetik die nimmt. die allgemein den diejenige des Objektbegriffs selbst ausmacht*. ist dieses Prinzip in verschiedene Bezeichnungen zu fassen versucht worden. 249 . bedarf es eines neuen Prinzips. die für die ältere Naturwissenschaft den eigentlichen Typus des Objektiven ausmachen. das alle Bedingungen wahrhafter und unabhängiger Existenz erfüllt. und Zeit.tritt. hierzu später Kap. sondern es offenbart sich uns direkt und unVgl. VI und VII. um dieses letzte Sein zu ergreifen. Energie erst erfassen wir das Wirkliche.

Wenn wir einen festen Körper tasten. Vorles. ohne alle abstrakten und begrifflichen Hüllen. nunmehr die Urrealität selbst. Was wir empfinden. und die Gesamtheit der Natur erscheint uns unter diesem Gesichtspunkte als eine Austeilung räumlich und zeitlich veränderlicher Energieen in Raum und Zeit. die rein der philosophischen Reflexion angehört. Wahrheit nicht die rätselhafte. die von den Außendingen auf uns geübt werden. in die Grundlagen des naturwissenschaftlichen Denkens aufgenommen. über Naturphilosophie. an sich völlig unbestimmte Materie. die in den Organen der Nase und des Mundes stattfinden. 250 . um so klarer erblicken wir. die als Licht empfunden werden. können alle bloß spekulativen Gesichtspunkte um so strenger ausgeschlossen und die Betrachtung lediglich auf die WiederJe gabe des empirisch Tatsächlichen beschränkt werden. Ein Bedenken freilich muß sich sogleich gegen diese Auffassung erheben. und beruhen auf chemischen Arbeitsleistungen. die bei der Zusammendrückung unserer Fingerspitzen und gegebenenfalls auch der des getasteten Körpers verbraucht wird. als diese Energieen auf unsern Körper. Gleichviel welche physikalischen Vorzüge * Ostwald. und welche Eigenschaften sie hat. reiner diese Aufgabe erfüllt wird.*" Das „Ding" als ein passives und gleichgültiges Substrat der Eigenschaften ist somit jetzt beseitigt. „Was wir sehen. 159 f. die wir als „Träger" der sinnlichen Eigenin schaften voraussetzen. welche auf der Netzhaut unseres Auges chemische Arbeiten bewirkt. als was er sich uns allein gibt: eine Summe tatsächlicher und möglicher Wirkungsweisen. Riechen Schmecken deren Betätigung uns davon Kunde gibt. wie die Außenwelt geordnet ist.gesucht in der ist ja Wahrnehmung selbst. S. so empfinden wir die mechanische Arbeit. von der wir in dem Maße Kenntnis erhalten. aber damit Fortan ist zugleich deren Leistung begrenzt und erschöpft. insbesondere auf die für den Empfang bestimmter Energieen ausgebildeten Sinnesorgane übergehen. Der Gegenstand i s t das. Mit diesem Gedanken ist allerdings eine Bestimmung. ist nichts als die strahlende Energie. sondern es sind die konkreten Einwirkungen. Überall sind es Energien oder Arbeiten.

die „Hypothese" gänzlich auszuschalten.der Begriff der Energie vor dem der Materie und des Atoms besitzen mag: logisch stehen jedenfalls beide auf derselben Stufe und gehören der gleichen Sphäre der Betrachtung an. daß sie sich dieser Voraussetzungen enthält. vor der Gefahr der unmittelbaren Verdinglichung der abstrakten Prinzipien zu bewahren vermag. Ihr Grundenthält. S. daß die Energetik von Anfang an ein Motiv in sich das sie. 187 ff. erkenntnistheoretisch betrachtet. so zeigt es sich in der Tat. kann also niemals darin bestehen.Gegebenen bewahren. haben wir daher an ihnen genau die gleiche Umsetzung in eine. sind qualitative Unterschiede des Empfindungsinhalts: des Warmen und Kalten. Dies bekundet sich vor allem negativ in dem gleichen Abstand. Eine Wahrnehmung heißt bereits sie in eine andere Form des Seins umprägen. mehr als jede andere physikalische Anschauung. nicht aber die numerischen Differenzen von Arbeitsgrößen. auf die hier die theoretische wie die experimentelle Beobachtung gleichmäßig eingestellt sind und in denen der erster gedanke Raumes.). Faßt man die Aufgabe in dieser Weise. ihnen fremde Sprache vollzogen. Der Vorzug. als der Gedanke. mit bestimmten theoretischen Voraussetzungen des Urteils an sie herantreten (s. des Süßen und Bittern. sie nicht mehr gleich dem dogmatischen Materialismus in eine absolute Beschaffenheit der Dinge messen — — umzudeuten. den beide gegenüber dem Sinnlich. daß die „Materie" der theoretischen Physik sich direkt tasten und mit Händen greifen lasse. Nicht darum kann es sich handeln. Indem wir die Empfindungen auf derartige Größen und ihren wechselseitigen Ausgleich zurückdeuten. heißt bereits. sondern daß sie sie klarer und schärfer in ihrer logischen Bedingtheit durchschaut. sondern nur darum. geht. Zahlenwerte und Zahlenverhältnisse sind es. den die Energetik hier vor der Mechanik behaupten könnte. 251 . Daß „Energieen" gesehen oder gehört werden können: dieser Gedanke ist offenbar nicht weniger naiv. des Hellen und Dunkeln. die die Energetik der mechanischen Weltanschauung zum Vorwurf macht. nicht in Linie auf den Begriff des sondern auf den der Zahl zurück. Was uns gegeben ist.

nicht wohl als Substanz mißverstanden werden. Erst indem es in diesem Sinne „festgestellt** wird. als eine bloße Summe von Eigenschaften. ist das . wenn wir jede einzelne physikalische und chemische Eigenschaft in einem reinen Zahlenwert zum Ausdruck bringen und den Gegenstand stellen. Die Zahl aber kann. Bewegung. Solange dies der Fall ist. wiederum untereinander durch ein einheitliches Wärme. Wir sahen. Um von ihnen wiederum zu einer Dar252 f . wenn man nicht zur Mystik des Pythagoreismus zurückkehren will. die verschiedenen Gesamtreihen.. als ein Ganzes derartiger „Parameter" dar- mehr sein. Elektrizität. es unter bestimmte Reihenbegriffe zu fassen. Die Entwicklung des Energiegedankens bietet ein konkretes physikalisches Beispiel für diesen allgemeinen Erkenntnisprozeß. daß der erste Schritt der mathematischen Objektivierung des Gegebenen darin bestand. Es ist nicht genug. Die Einbeziehung des Sinnlich-Mannigfaltigen in Reihen von rein mathematischem Aufbau bleibt solange unzureichend. das uns gestattet. Aber die eigentliche Aufgabe der Naturerkenntnis ist damit noch nicht erschöpft. sondern sie bezeichnet lediglich einen allgemeinen Gesichtspunkt. ja prinzipiell noch nicht in Angriff genommen. indem ihm ein eindeutiger Platz in einer nach irgendeinem Gesichtspunkt geordneten und abgestuften Mannigfaltigkeit zugewiesen wird.eigentliche Kern des Grundgesetzes besteht. durch welchen wir das sinnlich Mannigfaltige im B e g r i f f als einheitlich und gleichartig setzen. als diese Reihen selbst noch gesondert nebeneinander stehen. so muß nach einem Prinzip gefragt werden. in die wir den Inhalt des Gegebenen zunächst geordnet haben. auf die wir das Ganze unserer Wahrnehmungen beziehen. Gesetz zu verknüpfen. Denn das Objekt will chemische Verwandtschaft bezeichnen zunächst nur gewisse abstrakte Typen. wird das Gegebene damit zum Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung.Ding** der populären Erfahrung selbst noch nicht vollständig in seinem logischen Bestand begriffen. es will die Einheit der Eigenschaften und somit ihre wechselseitige Bedingtheit und Abhängigkeit Soll diese Forderung in der Wissenschaft ihren bedeuten. adäquaten Ausdruck finden.

läßt sich sogleich die allgemeine Von diesem Punkte aus Bedeutung und Leistung des Grundgedankens der Energetik überblicken. aber sie greift. bedarf es einer durchgängigen Vermittlung. der Einzelreihen wenn es gelingt. sogleich über diesen ersten Ansatz hinaus. ist der Weg von jedem Glied zu jedem andern. ohne daß das Ergebnis dadurch berührt würde. sofern jedem . gleichviel welcher Reihe es angehören mag. Ist aber einmal ein derartiger Zusammenhang festgestellt. Sind zwei Elemente eines Gebiets insofern einander gleich. Die Vergleichseinheit. als ihnen in irgendeiner Reihe physischer Quali- 253 . die wir hierfür zugrunde legen. die den Übergang von einer Reihe zur andern regelt. Quantum" der Bewegung ein Quantum der Wärme.Stellung des realen Vorgangs selbst zu gelangen. auch eine konstante zahlenmäßige Beziehung zu entdecken. Nun erst zeigt es sich. Diese Beziehung wird empirisch zunächst an dem Verhältnis der Äquivalenz von Bewegung und Wärme festgestellt. jedem Quantum der Elektrizität ein Quantum chemischer Verwandtschaft entspricht usf. in den zugehörigen Werten irgendeiner anderen Reihe vollständig ausdrücken und wiedergeben. jedem Glied einer Mannigfaltigkeit ein und nur ein Glied in einer beliebigen anderen zuzuordnen. kann beliebig wechseln. kraft deren alle diese verschiedenen Gebiete wiederum zu Gliedern eines übergeordneten Systems werden. wie in der Tat die Fäden des mathematischen Zusammenhangs des Geschehens allseitig geknüpft sind. Der Gedanke erstreckt sich als allgemeine Forderung alsbald auf die Allheit der möglichen physischen Mannigfaltigkeiten überhaupt. so daß kein Element ohne Verbindung bleibt. ebenso wie wir die Glieder gemäß einer exakten numerischen Skala geordnet haben. einmal ermittelt. Erst wenn dies geschehen. so läßt sich nunmehr jeder numerische Unterschied. den wir innerhalb der einen Reihe finden. Das Energiegesetz enthält die Anweisung. Der Aufbau der mathematischen Physik ist im Prinzip vollendet. bestimmt und durch feste Regeln der Ableitung vorgeschrieben.. Im Maßbegriff der Arbeit sind alle diese Größenbestimmungen auf einen gemeinsamen Nenner bezogen.

daß schen irgendein Glied von A durch ein bestimmtes anderes in B oder C ersetzt werden kann. . würde das Prinzip der wechselseitig eindeutigen Zuordnung aller Reihen durchbrechen.. C.. daß die Energie in dieser Form der Ableitung nirgends als ein neues Ding. dadurch geändert wird. erschöpft sich in den quantitativen Beziehungen der Äquivalenz. sondern daß wir ihm ein für allemal einen bestimmten Wert . Energiearten" in diese Grundform Austauschverhältnis meinsame und exakt meßbar ist.. ist vor allem in technischen Umständen begründet. nicht direkt an und inmessen die verschiedenen Systeme einander. B. bereits der wesentliche Inhalt des zips: denn jede Arbeitsgröße. daß wir als ein einheitliches Alles was sich von ihr mit der Messung zugrunde legen.. Cn in einem bestimmten physikali- Erhaltungsprin- - - stehen. an und für aber könnte jede beliebige Einzelreihe als Ausdruck für die Gesamtheit der möglichen Relationen zugrunde gelegt werden. auch wenn man zum Zweck ihrer zahlenmäßigen Vergleichung auf eine beliebige In dieser Forderung erschöpft sich andere Reihe übergeht. die „aus Nichts" entstände.täten derselbe Betrag der Wirkung entspricht. Daß wir für diese Vergleichsreihe herkömmlicher Weise die mechanische Arbeit wählen. der alle diese Zuordnungen Wir in einen einzigen prägnanten Ausdruck zusammenfaßt. In jedem Falle zeigt es sich. wissenschaftlichem Grund und Recht aussagen läßt. beDieses Verhältnis der möglichen Substitution zeichnen wir kurz damit. so muß diese Gleichheit aufrecht erhalten bleiben. bn. die relativ leicht ausführbar sich Bezugssystem 254 . Will man den Zusammenhang schematisch darstellen. so haben wir hier eine Anzahl von Reihen A. Ci Cj Cj . in dem dieser Ersatz vorgenommen wurde... daß wir nicht jedem Einzelglied stets die ganze Fülle der entsprechenden Äquivalente zuordnen. sondern erscheint. auf die sie gleichmäßig bezogen werden. ohne daß die Wirkungsfähigkeit des betreffenden physikalischen Systems. da die Umsetzung der verschiedenen . derart. deren Glieder aia^^z^n» bj bj b. sondern erschaffen zu diesem Zwecke eine geVergleichsreihe.der" Energie zusprechen.

das die eindeutige quantitative Zuordnung der Gesamtheit der Phätik Es wäre dem nomene fordert. Die Energie tritt nicht als ein neues gegenständliches Etwas den schon bekannten physischen Inhalten. das zugleich Bewegung und Wärme. nach welchem alle diese Phänomene meßbar werden und sich somit bei aller sinnlichen Verschiedenheit ein und demselben Verknüpfungszusammenhang einfügen. So paradox es auf den ersten Blick erscheinen Wissenschaft mag. Ihr eigentlicher Sinn und ihre Funktion liegt in den Gleichungen. so macht sich selbst hier. die die EnergeMaterialismus vorwirft. Ob man die Energie als Substanz oder aber als den Ausdruck einer kausalen Relation begreift. Die Energie als Einzelding gefaßt. ja in die Form . sondern sie bedeutet lediglich eine objektiv gesetzmäßige Korrelation. die man sich vom Wesen der natur255 . zur Seite. wo die Betrachtung völlig den Tatsachen hingegeben scheint. zu der auch sie hinstrebt und zu der sie die verstreuten Einzelphänomene verknüpft. die sie zwischen verschiedenartigen Gruppen von Vorgängen herstellen lehrt. in welcher alle diese Inhalte stehen. die Nachwirkung allgemeiner logischer Theorien geltend. hat ihr stets die Form eines obersten mathematischen Gesetzes. nicht aber eines allumfassenden und somit im letzten Grunde eigenschafts. an welchem wir mitten in den naturphilosophischen Streitfragen der Gegenwart stehen. das hängt schließlich von der allgemeinen Vorstellung ab. drängt sich indessen zugleich eine allgemeine logische Bemerkung auf. zum mindesten Die weiß von einer solchen substantiellen Umformung nichts und vermag sie nicht zu verstehen. Magnetismus und Elektrizität und doch auch nichts von dem allen wäre. wie Licht und Wärme..und bestimmungslosen Gegenstandes. wenn man das Prinzip. Elektrizität und Magnetismus. während sie als Prinzip nichts anderes als einen gedanklichen Gesichtspunkt bezeichnet.des" Dinges. wäre ein Etwas. An diesem Punkte. der einen allumfassenden Substanz kleiden wollte. die gleiche dogmatische Verwechslung.zwischen den verschiedenen Gebieten der Physik obwalten. Die I d e n t i t ät . selbst in die Form eines Einzeldinges.

So frei der physikalische Forscher hier der Natur selbst gegenüberzustehen meint. das Gegebene durch Vergleichung in Klassen zu scheiden. S. 18 ff. „Vorstellung vom Gemeinsamen" er ist die Zusammenfassung von derjenigen Einzelzüge. wie tief die Probleme der „Form" in die der „Materie" eindringen und wie nachhaltig Zwei verschiedene Grundansichten hier ihr Einfluß bleibt.wissenschaftlichen Begriffsbildung überhaupt macht.. hier wurden nicht sowohl einzelne seiner Teile abgetrennt und herausgehoben. in ihrer eigentümsystematische lichen Relations-Struktur untersucht. wie die Gegenstände selbst. formalen" Grundüberzeugungen haben. waren es. und 107 ff. h. oben bes. die zwar im allgemeinen nicht isoliert besteht. die ihren eigentlichen Ursprung in bestimmten . die bestimmten Klassen Dieser Auffassung trat Objekten gleichmäßig zukommen. deren einzelne Exemplare sämtlich in bestimmten Merkmalen übereinkommen. auf die Herauslösung eines identischen oder ähnlichen Bestandteils aus einer Mehrheit gleichartiger Wahrnehmungen. sondern es durch ein gesetzliches Verfahren aus einer ursprünglichen Einheitssetzung erst aufzubauen. Die eine. die am Problem des Begriffs einander gegenüberstanden. indessen eine andere gegenüber. (Vgl. so läßt sich dennoch zeigen. die in der traditionellen Logik herrschend geblieben ist. die aber doch an diesen Gegenständen stets als ein Teilmoment von ihnen aufweisbar ist und somit hier Der Begriff ist danach die ein konkretes Dasein besitzt. von denen er abgelöst ist: er bezeichnet eine Eigenschaft. ist streng genommen von der gleichen Beschaffenheit und Natur. als vielmehr die Zusammenhänge und Beziehungen. der auf diese Weise gewonnen wird. daß auch im Aufbau und in der Fassung der Energetik Motive wirksam gewesen sind. nicht darauf ausgegangen. stützt den Begriff auf das Verfahren der Abstraktion: d. Der Inhalt. Man erkennt an dieser Stelle von neuem.) Die Bedeutung dieses Gegensatzes zeigt sich jetzt von einer neuen Seite: denn er ist es. die sich vor allem auf die Hier wurde Analyse der mathematischen Begriffe stützte. der sich noch in der modernen Diskussion über den Sinn und die Formulierung des : Verknüpfung 256 . auf denen seine beruht.

gibt es im allgemeinen einen doppelten Weg. die Erscheinung des Magnetismus nicht auf irgend ein hypothetisches Fluidum zurück. Nur das erste Verfahren entspricht indes in aller Strenge den Forderungen der wissenschaftlichen und philosophischen Kritik. sondern sie faßt beide lediglich in die schlichte Form. rein von Physik ist. daß die Definitionen. geht in der Abhandlung. Die wie er ausführt.abstraktiven Methode" aus einer Mannigfaltigkeit gegebener Dinge oder Phänomene denjenigen Inbegriff von Bestimmungen absondern. Substanzbegriff 17 257 . daß sie sich von Anfang an lediglich dieses reinen abstraktiven Verfahrens bedient.Energieprinzips deutlich bemerkbar macht. die uns die Erklärungsgründe für das betreffende physikalische Tatsachengebiet liefern sollen. Sie deutet die Erscheinung der Wärme nicht auf molekulare Bewegungen. Denn nur hier sind wir sicher. Klasse wirklicher Objekte gemeinsam solche Eigenschaften herauszulösen. von den rein abstrakten Wissenschaften. in welcher sie sich der Wahrnehmung selbst Cassirer. a n k i n e .. denen wir aber keinen fremden Zug hinzufügen. wie etwa der Geometrie. die einer sind. somit nicht notwendig Gesetze realer Vorgänge und Phänomene sein müssen. daß wir die Beobachtungen durch keine willkürliche Deutung verfälschen. nur hier bleiben wir rein im Gebiet der Tatsachen selbst stehen. nicht notwendig irgend welchen existierenden Dingen entsprechen und die Theoreme. während der echte naturwissenschaftliche Begriff nichts anderes sein will. R methodischen Betrachtungen aus. die wir der Entwicklung einer abstrakten Wissenschaft zugrunde legen. als die Bezeichnung bestimmterEigenschaften. Wir können einmal kraft einer rein . Es ist der prinzipielle Vorzug der neuen Wissenschaft der Energetik. die wir zwar in bestimmte Klassen gliedern und einteilen. die wir aus ihnen ableiten. die der ersten Begründung des neuen Gedankens gewidmet ist. der zuerst den Namen und den Begriff einer allgemeinen „Energetik" geschaffen hat. der allen Gliedern der Klasse gemeinsam ist und der ihnen in ihrer sinnlichen Erscheinung unmittelbar zukommt oder aber hinter die Erscheinung Um — zu bestimmten Hypothesen zurückgehen. dadurch charakteristisch unterschieden.

110 ff. Veränderungen hervorzubringen: und diese Fähigkeit ist die allgemeinste Bestimmung. Er bezeichnet nichts anderes. sowie A. die wir mit diesem Namen bezeichnet haben. 381 ff. so müssen diese unter gehöriger Berücksichtigung der besonderen Umstände anwendbar sein auf jeden Zweig der Physik überhaupt und ein System von Regeln darstellen." Das erste Ergebnis. die wir an den Körpern unserer Wahrnehmungs- welt noch unterscheiden können und ohne welche sie aufhören Gelingt würden. S. S. die selbst solchen mechanischen Hypothesen. wie man sieht. La Theorie de la Physique chez les Physiciens contemporains. ist der allgemeine Begriff der Energie selbst. Auf diese Weise werden wir schließlich zu einem Inbegriff von Prinzipien gelangen. geht lediglich die geschichtliche Entwicklung der Physik selbst an**: von allgemeinstem philosophischem Interesse aber ist die logische Form und Einkleidung. Rankine. deren Folgerungen durch die Erfahrung bereits vollständig bestätigt erscheinen. e y . 49ff. beständig anhaftet. R Helm. als die Fähigkeit. III. Die Energetik. London und Gleisgow 1855. es uns daher. wollen wir lediglich die Eigenschaften hervorheben. frei von der Ungewißheit sind. über Rankine bes. „Statt die verschiedenen Klassen physikalischer Vorgänge in irgend einer dunklen Weise aus Bewegungen und Kräften zusammenzusetzen. 258 . Die Art. die er für seinen Gedanken wählt. die auf alle physischen Erscheinungen überhaupt anwendbar sind und die. denen jedes Naturgeschehen als solches gehorcht*. bestimmte universelle Gesetze über diese Eigenschaft zu entdecken. überall im physischen * Outlines of the Science of Energetics. Paris 1907. in der Rankine zur Aufstellung und Begründung dieser Regeln gelangt. Vol. die wir durch passende Termini bezeichnen. dem wir auf diesem Wege der Untersuchung begegnen. Die Gesetze der Energie verdanken. daß die dingliche Eigenschaft. für uns physische Phänomene zu sein. ihre Allgemeingültigkeit dem Umstand.darbieten. Proceedings of the Philosophical Society of Glasgow. S. da sie lediglich induktiv aus den Tatsachen selbst abgeleitet sind.. ** Vgl. die diese Klassen gemeinsam besitzen und auf diese Weise umfangreichere Klassen definieren.

gefaßt wird. nur eine Sonderung — und Gruppierung im Wahrnehmungsstoff selbst. Diese Form der Ableitung bedingt somit bereits die allgemeine gedankliche Kategorie. Kein Teil der Realität vermag sich diesen Gesetzen zu entziehen. wie in seiner Methodenlehre zurückbleibt. daß die „Wirkungsfähigkeit" der Körper eine Qualität an ihnen ist.Universum verbreitet ist und jedem Körper als solchem irgendwie anhängt. Für den Aufbau der Energetik handelt es sich nicht darum. Wirkungen zu erzeugen und Wirkungen zu empfangen. daß es keine direkten Impressionen gibt. Die Dinge erhalten ihren eigentlich objektiven Charakter erst. besteht in der Fähigkeit. die Rankine als Ideal der echten Wissenschaft ansieht. prinzipiell auf derselben Stufe. daß diese Wirkungsfähigkeit überhaupt kon- statierbar. durch die nach ihm die Gegenstände der physischen Wirklichkeit ausgezeichnet sind. daß Kausalität kein Merkmal ist. so ist es klar. Die rationalistische wie die empiristische Kritik kommen zum mindesten in dem einen Ergebnis überein. wie sie hier verstanden wird. weil er als real nur durch eben dieses auszeichnende Merkmal gekennzeichnet ist. sie ist gleichsam die konkrete Dinglichkeit selbst: das eine unzerstörliche und ewige Sein. sondern daß sie in exaktem Sinne meßbar 17* 259 . Und selbst wenn man zugestehen wollte. indem sie zugleich als Glieder aktueller oder möglicher Kausalverhältnisse aufgefaßt werden. die ihnen. Vom Standpunkt der Erkenntnistheorie läßt sich freilich sogleich die Lücke aufweisen. wie ihre Farbe oder ihr Geruch anhaftet. wie jede andere sinnliche Beschaffenheit. auf welches hier der Begriff der Energie gegründet wird. die nicht sowohl in Rankines Physik. Die allgemeinste Eigenschaft. daß ihr gerade dasjenige Moment entgehen müßte. deren wesentlichen Bestand sie ausmacht. lehrt zweifellos. die den Begriffen Ursache und Wirkung entsprechen. Ist somit die Abstraktion. Gerade die vorurteilslose „abstraktive" Analyse aber. das an den Wahrnehmungen selbst als unmittelbarer Bestandteil aufweisbar ist. so wäre damit das eigentliche Problem noch nicht bewältigt. unter welche hier die Energie Sie steht mit den wahrnehmbaren Dingen.

. in dem rein abstraktiven Verfahren keine hinreichende Stütze finden. Grundlegung der Energetik schließt Die bereits wiederum alle jene Methoden der „Reihenbildung" in sich. c zu keinem anderen Term als x in der bezeichneten Relation stehen können. das hier als geeignete formale Anknüpfung dienen könnte. definiert (so daß also aus der Beziehung a R b und b R c auch die Beziehungen b R a. statt die Glieder unmittelbar untereinander zu vergleichen. stets auch in der Art zum Ausdruck bringen. so läßt sich der Zusammenhang. S. Cap. sondern von Begriffsgegenständen aus. die zu jedem Glied unserer anfänglichen Reihe in einer bestimmten Beziehung R' steht. Sobald wir aber wiederum nach den Methoden fragen. wie sich allseitig gezeigt hat. cR'x . durch die die zahlenmäßige Bestimmung dieser Fähigkeit ermöglicht wird. während x umgekehrt mit mehreren Gliedern in der entsprechenden Beziehung R' stehen kann**. so daß die Glieder a. 166. bei s. usw. ristischer Dingen Beziehungen die Beziehung zu diesem x feststellen. bilden.ist. daß wir eine neue Wesenheit x einführen. Die moderne Logik hat allerdings an die Stelle des alten Abstraktionsprinzips ein neues gesetzt.. also die Die Relation R' Relationen aR'x. die. viel-eindeutige Beziehung. daß wir. c . Sie geht hierbei charakte- mathematische und ihren gemeinsamen Weise nicht von zwischen Eigenschaften. c R b und a R c folgen*). sehen wir uns damit wiederum auf einen Inbegriff gedanklicher Konzeptionen und Bedingungen zurückgewiesen. * * Näheres hierüber Russell. oben. Principles of Mathematics. der auf diese Weise geschaffen ist. b. von jedem * Zum Begriff 219 ff. b. bR'x. der transitiven und S3Tnmetri8chen Relation. die sich aus dem gewöhnlichen Gesichtspunkt der Abstraktion niemals erschöpfend begründen lassen. ist hierbei eine asymmetrische.. 260 . Ein Beispiel für dieses Verfahren besitzen wir etwa an demjenigen Verhältnis zwischen Reihen. II. Die möglichen Verhältnisse zwischen den Reihengliedern lassen sich jetzt dadurch bezeichnen und darstellen. Ist irgend eine symmetrische und transitive Relation R für eine Anzahl von Gliedern a.

durch eine Beziehung der „Äquivalenz" miteinander verbunden sind. s^**^ usf. wenn in der Folge s ein Glied x einem Glied y vorangeht. verbunden sein kann. an und für sich bestehendes Ding entdeckt zu haben. auch das Korrelat von x in s' (x') dem Korrelat von y (y') vorangeht. Zwei Reihen 8 heißen im ordinalen Sinne einander ähnlich. konzentrierten Urteilsausdruck verdichten können. sondern daß damit nur ein gemeinsamer ideeller Bezugspunkt geschaffen ist. die zunächst abgesondert und unabhängig nebeneinander zu stehen scheinen. durch die eine Mehrheit von Reihen s. den wir als das wir s' und den gemeinsamen Ordnungstypus aller dieser Reihen bezeichnen.als ihre „Ähnlichkeit" bezeichnen. Wir entdecken. kraft deren einem Wert in der einen Reihe ein und nur ein Wert der anderen entspricht. ein und dieselbe begriffliche Eigenschaft zu. Wenden wir nunmehr lische Begriffsbildung an. Auch hier gehen wir zunächst von der Feststellung bestimmter Abhängigkeiten zwischen empirisch-physikalischen Reihen aus. Auf Grund dieser Relation erschaffen wir nunmehr.. auf Grund der Beobachtung und allgemeiner deduktiver Erwägungen. daß zu jedem Glied von s ein Glied von s' gehört (und umgekehrt). s' s" . Hier besitzen wir eine symmetrische und transitive Relation. wenn zwischen ihnen eine gegenseitig eindeutige Beziehung derart besteht. bis wir schließlich. Wir sprechen sämtlichen Reihen. in Hinblick auf den wir nunmehr unsere Aussagen über die Verhältnisse der gegebenen Reihen prägnanter fassen und gleichsam zu einem einzigen. das allen Reihen gleichmäßig anhaftet. und daß. 261 . indem wir immer mehr Gebiete des physischen Geschehens in den Kreis unserer Betrachtung ziehen. daß wir damit nicht den Anspruch erheben. wir ersetzen den Inbegriff der Zuordnungen durch die Annahme eines identischen Merkmals.. Wir erweitern diesen Zusammenhang. Es ist indessen klar. dieses Ergebnis auf die so tritt einer der wesentlichen physikaZüge des modernen Energiebegriffs sogleich deutlich hervor. kraft des Prinzips der Abstraktion. einen neuen Begriff. die auf diese Weise miteinander verbunden sind. den Schluß ziehen. ein neues. daß Mannigfaltigkeiten.

Hier muß vor allem an selbst erinnert werden. den er einführt. auch bAa.lischer daß immer. sobald wir es von dem gesamten Urteilszusammenhang loslösen wollten. die in dem einen Falle in der Setzung einer dinglichen Beschaffenheit endet. einen gewissen Betrag der Energie eindeutig zuordnen. sondern er ist der Bestand bestimmter Verbindungsgesetze. Die Energetik hat in einigen ihrer Vertreter die letztere logische Wendung bereits vollzogen. so wird man. physikalischen „Realität" selbst findet. — Robert Mayer Verwandlung aAb. indem wir jedem einzelnen Glied der verglichenen Reihen einen bestimmten Arbeitswert. endet im anderen Falle in der Schöpfung eines höchsten gemeinsamen Maßbegriffes für alle Veränderungen überhaupt. Hier ist also in der Tat eine durchgängige. Man erkennt indessen an dieser Stelle von neuem. zwischen ihnen bestimmte Äquivalenzverhältnisse obwalten müssen. wie das Beispiel Rankines zeigt. können. die dazu führt. Dieses Sein aber würde offenbar um jede Bedeutung gebracht. sichtlich aus Bezeichnet man die Relation der Äquivalenz mit A. ein neues Sein einzuführen. ist nicht der einer ist. so folgt er- 262 . der dem neuen Begriff. während die funktionale Theorie des Begriffs ihr natürliches Korrelat in einer funktionalen Bestimmung der obersten Die Betrachtung. der in ihm gesetzt ist. die allen Körpern gemeinsam sein soll. die Bedingung der Symmetrie und Transitivität ist also erfüllt. transitive und symmetrische Relation zwischen physischen Inhalten gegeben*: und die Geltung dieser allgemein anwendbaren Beziehung ist es erst. wenn irgendwelche beliebige Gruppen physikaErscheinungen gegeben sind. in dem es entstanden Der Bestand. wie tiefdringende sachliche Gegensätze sich hinter den Kämpfen um den logischen Schematismus verbergen Folgt man der traditionellen Abstraktionslehre. nehmen können. fast notwendig zu einer substantiellen Auffassung der Energie gedrängt. wie andererseits die Geltung von a Ab und bAc auch die von aAc in sich schließt. die wir für sich wahrisolierten sinnlichen Eigenschaft. zugleich auch seine allgemeine theoder Die retische Stelle bestimmt hat.

nicht näher kommt. Die Energetik. ob er aber den Gesetzen." . daß in den Atomen unser Fragen Ruhe finden könne. nichts anderes als die Fixierung der Tatsache. der Naturwiss.Wie aus der verschwindenden Bewegung Wärme entstehe. daß die entstehende Wassermenge sich präzis aus der verschwindenden J Menge von O und H finden lasse. w i e die Bewegung in Wärme übergehe. Heft 2. Es mag ein behaglicher Traum sein. gleich dem Atom um so mehr jedes sinnlichen S a c h deutlichsten g e h a 1 1 s entkleidet (vgl. Veränderungen eintreten.So oft sich der Forschergeist beruhigt auf das Faulbett irgend eines Absoluten gelegt hat." mit Recht .. Die gleiche Definition der Energie als eines bloßen „Kausalmaßes" besonders bei H.. wollten wir in der Energie ein Absolutes sehen und nicht vielmehr den zurzeit schlagendsten Ausdruck quantitativer Beziehungen zwischen den Naturerscheinungen**. die Materien unterworfen sind. H .) ** Helm. 263 . Naturbegriffe und Natururteile. Berlin 1904. je weiter der Fortschritt der Erkenntnis geht. als wenn er sich keines solchen Zusammenhangs bewußt ist. darüber Aufschluß zu verlangen. so bemerkt Stelle.. Leipzig 1904. und gewißlich ist das auch die einzige Formel aller wahren Naturerkenntnis. zur Didaktik u. dies wird keine Frage sein*. so besteht doch zwischen ihnen das ist die diese bestimmte mathematische Beziehung Formel der Energetik. sowie bei Zur ö f1er gegenwärtigen Naturphilosophie.. warum nicht etwa eine Materie von andern Eigenschaften daraus entstehe. wie er ausdrücklich betont. S. 20. so war es gleich um ihn getan.Im Sinne ihres Begründers". Philos. oder nach meiner Sprechweise. der Bewegung in Wärme. .Kraft in Bewegung. bedeutet ihm. wenn er einsieht.. aber es bleibt ein Traum. Und ein Traum wäre es nicht minder. Helm zu dieser Wenn — Am * Mayer an Griesinger (Kleinere Schriften und Briefe." So wird die Energie. Driesch. wäre von dem menschlichen Geiste zu viel verlangt. denen seine Objekte. Wie das verschwindende O und H Wasser gebe. 362. darüber wird sich wohl kein Chemiker den Kopf zerbrechen. „ist die Energetik ein reines . S. ob. (Abh. daß hier zwischen je zwei verschiedenen Gruppen vom Phänomenen hin und her bestimmte quantitative Beziehungen stattfinden.Beziehungstum" und will nicht ein neues Absolutes in die Welt setzen. 217 ff). 187). S.

wie es die kinetische und potentielle Form sind. um dem neuen Inhalt. sondern Relationen zwischen je zwei Gegenständen das Gezählte sind. wo die Energie wie es auch bei Robert der Fall ist zunächst als ein einheitliches und unzerstörliches nimmt daher eingeführt wird. S. S. 72. wenn also ein bloßer Zustand mit einem wegung übergegangen * 264 * S. oben. Mayer... wo das Gezählte ein Entgegengesetztes hat. bereits eine besondere wie Heinrich Schwierigkeit in der Annahme. H. gerecht werden zu können. der ja in einer doppelten Seinsform auftritt. h. Zudem aber widerstrebt die potentielle Energie in der Art. eine solche Bewegung kann auch wieder in die Gewichtserhebung übergehen. während die Gesamtheit der in einem System enthaltenen potentiellen Energie unter Umständen auch durch einen negativen Wert auszudrücken ist*." so erläutert nunmehr R." Wenn hier das bloße Erhobensein über eine gewisse Niveaufläche mit dem Fall über eine bestimmte Distanz. S. . jeder Definition. Kleinere Schriften und Briefe. betont hat. aber „wo nicht Substanzen (für sich denkbare Gegenstände). eben diese Kategorie des Objekts allmählich eine neue Bedeutung an. 178. . Mayer seinen Gedanken. hört dann aber natürlich auf.) Selbst dort.die Bewegung eines solchen Gewichtes mit einer Geschwindigkeit von 10 Meter in einer Sekunde. in der sie gewöhnlich gefaßt wird. . sind ein und dasselbe Objekt. wie die Gewichtserhebung nicht mehr Gewichtserhebung ist." (S. daß die angeblich substanzartige Energie in so verschiedenen Daseinsweisen. . der schon in seiner allgemeinen Benennung auf ein eigentümliches logisches Problem hinweist. Es liegt.am Begriff der potentiellen hervor. 26. existieren soll. welche ihr die Eigenschaften einer Substanz beilegt: denn die Menge einer Substanz müßte notwendig eine positive Größe sein.Das Erhobensein eines Kilogramms auf 5 Meter. d. Hertz Die Prinzipien der Mechanik. wenn sie in Be- Mayer — — Objekt ist**. Ein derartiges Verhältnis erklärt sich in der Tat nach der s'schen Theorie des Negativen tritt diese Entwicklung Energie Hertz Gaus nur dort. Bewegung zu sein.

mechanischen" Hypothesen wird von ihren Anhängern gewöhnlich darin gesehen. Gegenstand". Sie vermag die Ordnung zwischen der Allheit der Phänomene zu stiften. nur ein reines Verhältnis wechselseitiger Abhängigkeit zum Ausdruck bringt. sofern sie gestattet. Das Atom erscheint. die verschiedenen Gruppen physikalischer Vorgänge in ihrer Eigenart zu verstehen. wenngleich seine rein begriffliche Bedeutung sich allmählich immer schärfer abhebt. um welcher Ähnlichkeit der sachlichen Beschaffenheit. sondern als abstrakte Maßwerte miteinander verglichen werden. so zeigt sich daß an beide kein unmittelbarer dinglicher Maßstab angelegt wird. Die Vorgänge bleiben in ihrer Beschaffenheit unberührt.. weil sie. also unter dem Gesichtspunkt der reinen Größenbestimmung einander substituierbar sind. Der eigentliche Vorzug der Energetik vor den . während die Energie ihrem Ursprung nach bereits einem anderen Gebiet angehört. ohne sie zuvor in Bewegungsvorgänge aufgelöst. Aber gerade dieser ausschließliche Rückgang auf die numerische Regel der Beziehung schließt andererseits ein neues gedankliches Moment in sich. weil sie selbst mit keinem einzelnen von ihnen auf gleicher Stufe steht. der Atomistik in der Tat eine neue prinzipielle Wendung vollzogen.. Wir beginnen mit der Entdeckung eines exakten zahlenmäßigen Verhältnisses und setzen als Ausdruck dieses Verhältnisses jenen neuen Damit ist gegenüber . von jedem konkreten Dasein entlastet. Der Anspruch der Energetik. daß sie nicht nach irgenddarin nur so deutlicher. den wir Energie nennen. zuletzt doch immer noch als das Analogon und gleichsam als das verkleinerte Modell des empirisch-sinnlichen Körpers. da all unsere Aussagen lediglich auf ihren kausalen Zusammenhang abzielen.zeitlichen Prozeß identisch gesetzt wird. damit aber ihrer spezifischen Besonderheit entkleidet zu haben. zwei qualitativ verschiedene Gebiete von Naturerscheinungen zueinander in Beziehung zu setzen. daß sie in größerer Nähe der gegebenen Wahrnehmungstatsachen verbleibt. sondern weil sie als Glieder derselben Kausalgleichung auftreten können. nicht weil sie irgend ein gegenständliches Merkmal miteinander teilen. Die beiden Momente sind „dieselben". lediglich 265 .

unaufhörlich erneuert worden sind. wir müssen auf die Gefahr hin. Möglichkeit. als eine ursprüngliche und nicht weiter zurückführbare Eigenschaft in ihm anerkennen. nur die „Erklärung" der einzelnen Qualitätsart aus bestimmten mechanischen Bewegungen.. von denen der Geometer handelt. Aristoteles sind etw^as völlig anderes. wie innerhalb eines bestimmten Umkreises gerechtIn der Tat eröffnet sich hier die allgemeine logische fertigt. fordern müßten. qualitativen" Physik zugleich eine Umwendung zur allgemeinen Aristotelischen Weltansicht zu erkennen geglaubt hat. so sind diese bereits durch das ihre individuellen vom System gesamte Begriffssystem der Mathematik hindurchgegangen und haben hierdurch eine neue logische Form und Beschaffenheit ist erhalten." weitere Ausführung des Gedankens beseitigt sogleich den Die Qualitäten des Schein eines tieferen Zusammenhangs. . die sie vollständig repräsentiert und für unsere Betrachtung 266 . „Wir sind gezwungen.in unsere Physik andere Züge als die rein quantitativen Elemente. wenn man in dieser Tendenz zu einer . wir müssen mit anderen Worten auf alle Versuche. die seit der Zeit Descartes'. daß man uns der Rückkehr zu den verborgenen Vermögen der Scholastik beschuldigt. wodurch ein Körper warm oder hell. dasjenige. Worauf die Energetik verzichtet. daß die Materie Qualitäten hat. elektrisch oder magnetisch ist. erscheint jetzt erkenntnistheoretischen Standpunkt aus zugleich begrenzt. woran sie dagegen festhält und was für sie die Bedingung ihres eigenen Anfangs ist.." so schildert ein hervorragender moderner Vertreter der Energetik diese Wandlung. ohne daß wir für dieses System prinzipiell die Darstellung in einem einheitlichen anschaulichen Bilde. Aber es ist ein Irrtum. aufzunehmen und somit zuzugestehen.statt all sie in mechanische Vorgänge umzudeuten. verzichten und unsere Theorien wiederum an die wesentlichsten Aber die Begriffe der Peripatetischen Physik anknüpfen. die Natur zum zu gestalten. wie es der Mechanismus darbietet. ist der Ausdruck der Qualität in einer bestimmten Zahl. in denen Züge ausgelöscht sind. als die Qualitäten der modernen Physik: denn wenn jene nur hypostasierte sinnliche Eigenschaften bezeichnen.

betrachten. durch einen Inbegriff von Zahlwerten ersetzt.daher nur gleichzeitig die unin der Tat zurücktreten. ohne hierbei den spezifides Kalten und Warmen schen irgend etwas zu entlehnen**. ebenso urteilt f. der zuerst das Wesen der Mathematik in einer Lehre von den möglichen * H. die seine verschiedenen quantitativen Elemente zum Ausdruck Die Energetik zeigt. ohne daß diese Art der eines Ganzen aus seinen konkreten und — m — Wahrnehmungen Ordnung Zusammenfügung Einzelteilen erforderlich wäre. In dem Schema der theoretischen Physik ist das bestimmte empirische System. dem so betont D u h e Reihenform. Driesch... O. Von L e i b n i z an. S. 233 ff. Die allmähliche Ausbildung dieser letzteren ließ sich bereits in den allgemeinen Hauptzügen verfolgen. S. (S. S. L'6volution de la Möcanique. S. ob. 197 Naturbegriffe und Natururteile. bestimmte Empfindung des Wärmer und Kälter durch den Begriff des exakten Grades derTemperatur ersetzt ersetzt. ** Duhem. kann sofern in ihm erst objektiviert wird. weil und sofern es eine Mathematik der Qualitäten gibt. ob Wärme Bewegung ist. ist daher nicht ihre sinnliche Bestimmtheit. das wir untersuchen. 267 . daß diese bringen. zuvor in letzte anschauliche Teildie wir elemente zerlegt und aus ihnen wieder zusammengesetzt worden sind. a. Wir können das Urteil über den Zusammenhang zwischen der energetischen eine und der Peripatetischen Physik entnommen ist* Theorie der Wärme entwickeln. In dieser Auffassung aber bringt die Physik nur einen Gedanken zum Abschluß und zur Anwendung. daß die Dinge und Vorgänge. sondern lediglich die Eigentümlichkeit ihrer mathematischen selbst. der zuvor bereits in der allgemeinen Prinzipienlehre der Mathematik Es gibt eine „Physik der zur Anerkennung gelangt war. Was hier von der Qualität zurückbehalten ist. wir können den Ausdruck „Quantität der Wärme" definieren.) nicht notForm der zahlenmäßigen wendig daran geknüpft ist. Die allgemeine Aufgabe der mathematischen Fixierung läßt sich durchführen. f. 51 D u h e m a. Qualitäten" und kann eine solche geben. Die Frage. 198 f. .

ob. wenn für die einzelnen Qualitäten je eine bestimmte Skala der Vergleichung geschaffen wird und wenn ferner die Werte innerhalb dieser verschiedenen Skalen durch ein objektives Gesetz einander wechselseitig zugeordnet werden. Es genügt zur zahlenmäßigen Fassung des Geschehens. Diese Beziehung aber läßt sich unabhängig von jeder mechanischen Deutung der einzelnen Erscheinungsgruppen erreichen und festhalten. 111 ff. durch eine allgemeine Wissenschaft von der Qualität (scientia generalis de qualitate) fordert. sofern in ihr die Natur in gesonderte Klassen von Denn Phänomenen zerfalle. die der mathematischen Bevollkommen zugänglich sind. bis zur modernen projektiven Geometrie und zur Gruppentheorie führt hier ein durchaus stetiger Weg. wie es möglich ist. — mathematischen — 268 . daß sie die H o m o g e n e i t ä t des Geschehens vernichte. daß es weite und fruchtbare Gebiete gibt.) Dieser Gedanke wird von der allgemeinen Energetik nunmehr auf die Gesamt- stimmung heit der physikalischen Mannigfaltigkeiten übertragen. Deutlich tritt in dieser gesamten Entwicklung hervor.deduktiven Verknüpfungsformen überhaupt sieht und der daher eine Ergänzung der gewöhnlichen Algebra. S. die nach irgend auseinander abeiner feststehenden begrifflichen Regel Diesem Kriterium leitbar sind.) aber wird hier genügt: der Zusammenhang nach Begriffen. sondern es fallen unter diese Bezeichnung alle Gebilde. der häufig gegen die Energetik erhoben worden ist. 106 ff. ist daher nicht zutreffend. oben. die durch wiederholte additive Setzung ein und derselben Maßeinheit entstanden sind. für sich angebbare anschauliche Merkmale miteinander teilen. Schon die projektive Streckenlehre zeigt. wenn wir die „gleichartig" sind Artbegriffe als Ausgangspunkt und Muster der Beurteilung wählen nicht nur solche Inhalte. S. ohne doch den gewöhnlichen metrischen Begriff der Distanz zur Anwendung zu bringen. die Elemente einer räumlichen Mannigfaltigkeit in eindeutige Beziehung zu festen Zahlwerten zu setzen und ihnen kraft dieser Korrelation eine bestimmte Ordnung aufzuprägen. ohne daß ihre Objekte extensive Größen sind. die irgendwelche. bes. (Vgl. als der Wissenschaft der Quantität. (S. Der Vorwurf.

daß eine derartige Zuordnung auch dort möglich ist. Wahrhaft allgemein sind nur diejenigen Prinzipien und Regeln.. wo die Gegenstände des betreffenden Inbegriffs sich nicht aus räumlichen Teilen zusammensetzen und auf- Messung . die Zuordnung ihrer Elemente zu den einzelnen Gliedern der Zahlenreihe. daß sie sich das eine Mal zu ihrer Durchführung rein auf den Begriff der Zahl stützt. Die Vergleichung aber setzt nicht etwa voraus. 286 u. während sie fordert. die Beziehung auf die Maßeinheit enthalte daher bereits die Umsetzung aller qualitativen Unterschiede in extensive Streckendifferenzen und somit die Reduktion La Theorie de la (Vgl. denn nur hier kann es sich zeigen. Physique chez les Physiciens contemporains. s. Versteht man unter der „Messung" einer Mannigfaltigkeit nur ihre mathematische Bestimimung überhaupt. gibt eine nicht minder feste logische Verknüpfung. das die allgemeine irgendEnergetik sich stellt. als die Zurückf ührung auf ein gemeinsames mechanisches Modell. 269 . bisweilen eingewandt. welche Betrachtungsweise schließlich den konkreten Aufgaben und Problemen am besten gerecht zu werden vermag. sofern hier versucht ist. 264.mechanisches Bild. S. Maß sei notwendig eine Bestimmung der Ausdehnung. daß sie sich aus gleichartigen Teilen zusammensetzen und sich daher durch wiederJedes holte Addition ein und derselben Grundeinheit darstellen lassen. das andere Mal zugleich den Begriff des Der Streit zwischen diesen beiden Auffassungen kann endgültig nur durch die Geschichte der Physik selbst entschieden werden. Abgesehen hiervon aber behält die Energetik in jedem Falle ein hervorragendes erkenntnistheoretisches Interesse. gleichsam das festzustellen. R e y auf ein räumlich . sondern zwischen Wärme und Bewegung Raumes Minimum derBedingungen — — * Man hat gegen die logische Möglichkeit des Zieles. so zeigt die Mathematik selbst. daß wir zuvor irgend eine Einheit des. unter denen von einer „Meßbarkeit" der Erscheinungen überhaupt noch gesprochen werden kann*. h. Wesens" entdeckt hätten. d. auf denen die zahlenmäßige Fixierung eines Einzelgeschehens überhaupt und seine zahlenmäßige Vergleichung mit jedem anderen Geschehen beruht. daß jede welcher Dinge oder Vorgänge die Voraussetzung in sich schließe. Die gedankliche Forderung der Homogeneitätist somit sowohl in der energetischen wie in der mechanischen Auffassung der Naturvorgänge wirksam: nur darin besteht der Unterschied.) Der Begriff des „Maßes" selbst ist indessen hier offenbar zu eng gefaßt. bauen lassen.der durch die Äquivalenzwerte zwischen den verschiedenen Reihen geschaffen wird.

in welchem jeder Einzel Vorgang nunmehr seine bestimmte Stelle erhalten kann.umgekehrt die mathematische Physik damit. jedes physikalische auf mechanische Arbeitswerte Geschehen zu beziehen und somit einen Komplex von zu schaffen. allgemeinen Voraussetzungen in aller Strenge von den besonderen Annahmen zu scheiden. Zuordnungen Anfangsgründe VIII. und die „metaphysischen". nicht auf die des absoluten Seins gerichtet ist. „an sich". die nur der Bearbeitung irgend eines Einzelgebiets dienen. den die sich der exakten beginnt Erkenntnistheorie. das diese Grundbegriffe darbieten. Die Darstellung der Begriffsbildung innerhalb der exakten Naturwissenschaft bleibt auch nach der logischen Seite hin so lange unabgeschlossen. kinetischer Natur sind. die sinnlich aufeinander in keiner Weise zurückDaß die verschiedenen Formen der Energie führbar sind. aber je weiter sie fortschreitet. nicht zu vertreten vermag. um so mehr strebt auch sie zu konstruktiven Begriffs- Chemie 270 . die lediglich auf die Grundmomente des Wissens. Zu einer schlechthin „hypothesenfreien" Darstellung des Naturgeschehens kann es freilich auch auf diesem Wege nicht kommen: denn die Übertragung in die Sprache der abstrakten Zahlbegriffe schließt nicht minder wie diejenige in die Sprache der Raumbegriffe eine theoretische Umbildung des empirischen WahrnehmungsAber es bleibt von logischem Wert. beruht vor allem auf der eigentümlichen Mittelstellung. als sie nicht neben den physikalischen Begriffen die Grundbegriffe der in den Kreis ihrer Betrachtung zieht. ist daher ein Satz. Die Chemie scheint zunächst mit rein empirischen Beschreibungen der einzelnen Stoffe und ihrer Zusammensetzung zu beginnen. sobald ein Weg gezeigt ist. ihren Forderungen ist vielmehr genug getan. weil mathematischen der Naturerkenntnis von denjenigen speziellen Hypothesen zu sondern. Das erkenntnistheoretische Interesse. hier die stoffes in sich. um auf Grund davon die Gleichartigkeit auch solcher Vorgänge zu behaupten. die sie einnehmen. numerischen Beziehung zu versichern.

Die Grenzen des rein empirischen und des rationalen Wissens treten gerade in der stetigen Verschiebung. Die Mittelglieder und damit die Bedingungen des exakten Verstehens heben sich nunmehr immer schärfer ab. Sofern die Chemie diese ihre moderne Form bereits erreicht hat. daß beide sich die Systeme. In der physikalischen Chemie ist dieses Ziel sodann in der Tat erreicht: ein bedeutender Vertreter dieser Disziplin kann es geradezu als den verbindenden Grundzug von Physik und Chemie bezeichnen. die hier den Gegenstand der Frage bilden. Die besonderen Stoffe der empirischen Wirklichkeit und ihre besonderen Eigenschaften sind es. Es gewährt indessen ein besonderes Interesse zu verfolgen. wie das Ideal. die sie in diesem Fortgang der chemischen Erkenntnis erfahren. das jeden materialen Sonderinhalt mehr und mehr von sich abgestreift hat. Ihre Grundgesetze. 271 . denn ihr Ziel und ihr eigentliches Gebiet bilden die reinen Gesetzesbegriffe. die sie untersuchen. das in dieser letzteren schon von ihren ersten Anfängen an. nicht das * S. wie etwa die Gibbs'sche Phasenregel oder das Gesetz der chemischen Massenwirkung. gehören demselben rein mathematischen Typus an. Die Ziele der physikalischen Chemie. Der „Begriff" aber enthält gerade in der spezifischen Bedeutung. mit besonderer Deutlichkeit hervor. schon in Galilei und Newton verwirklicht ist. Die Kraft der wissenschaftlichen Formgebung wird besonders eindringlich an dem gleichsam spröderen Material. die er in Mathematik und Physik besitzt. auf Grund der empirischen Daten selbst schaffe n*. keine Handhabe für dieses neue Problem. Göttingen 1896. wie irgendwelche Sätze der theoretischen Physik. Nernst. Die Physik hat es zuletzt doch nur scheinbar mit Dingbegriffen zu tun. Denn er ist hier nur das Symbol für eine bestimmte Form der Verknüpfung. mit welchem die Chemie arbeitet. hier nur allmählich und schrittweise erreicht wird. er bezeichnet nur die Art einer möglichen Zuordnung. als die Physik selbst.bildungen hin. steht sie daher logisch auf keinem anderen Boden. Die Chemie erst stellt das Problem des Einzeldings in aller Entschiedenheit in den Vordergrund.

S. Das Gesetz der bestimmten Proportionen. die bis auf Lavoisier vorherrscht und die ihren letzten charakteristischen Ausdruck noch in der Phlogiston-Theorie gefunden hat. faßt das Element als eine Gattungseigenschaft auf. 4 ff. es sich hier lediglich um eine Lücke. die allen Gliedern einer bestimmten Gruppe gemeinsam Die anhaftet und ihren wahrnehmbaren Typus bestimmt. 213 272 . nach welchen die Entwicklung sich bei all ihrer Mannigfaltigkeit gliedern und übersehen läßt. die einander zugeordnet werden sollen. In der Tat heben sich hier alsbald von selbst wenige allgemeine Hauptzüge heraus. vgl. Diese Auffassung wird erst dort prinzipiell überwunden. die wir empirisch an irgendwelchen Stoffen vorfinden*. die andere tritt. wo neben die Aufgabe. konkreten Elemente sind hierbei nur die Bezeichnung und Hypostase So der besonders hervorstechenden sinnlichen Qualitäten. die Körper nach ihren gattungsmäßigen Beschaffenheiten zu sondern und in Klassen zu scheiden. Leitlinien der Chemie. nach welchen sie fortschreiten. ausgefüllt werden kann oder muß an dieser Stelle eine prinzipiell andere Grundform der Erkenntnis überhaupt anerkannt und eingeführt Handelt werden ? Diese Frage läßt sich nur beantworten. in welchen die verschiedenen Elemente * S. Identit^ et R6alit6. zu exakten quantitativen Aussagen über ihre gegenseitigen Reaktionen zu gelangen. ff . sondern um sich die großen logischen Richtlinien deutlich zu machen. die durch neu hinzutretende Bestimmungen. verleiht der Schwefel durch seine Anwesenheit in einem beliebigen Körper diesem die Grundeigenschaft der Verbrennbarkeit. während das Quecksilber der Träger der metallischen Eigenschaften ist. wenn man dem geschichtlichen Gang der chemischen Lehren einzelnen den unübersehbaren selbst folgt. Ostwald. welche indes der gleichen logischen Richtung des Denkens angehören. auch Meyerson. Die ältere Form der chemischen Elementenlehre.„Was" der Elemente. das Salz die Eigenschaft der Löslichkeit. S. Die Forderung strenger Zahlbestimmungen bildet auch hier den entscheidenden Wendepunkt. nicht um im Reichtum ihres Inhalts zu erfassen.

das sich dadurch ausdrücken läßt. ff. Die Art.. Breslau 1884. Vorträge über die Ent- Richter s.. wicklungsgeschichte der Chemie. und daß somit hier eine Gesetzlichkeit stattfinde. neben den bekannten allgemeinen Geschichtswerken besonders urtz La Theorie atomique. R i c h t e r nichts anderes als die Geltung bestimmter harmonischer Beziehungen. 3. wie sie an der Wiege der neueren Physik stand. die der Säuren eine geometrische Reihe bilde. Es ist. Duhem. Dieser Gedanke hat sich empirisch nicht als zutreffend erwiesen. Substanzbegriff 273 . S. ist durch diese Zahlen eindeutig bestimmt: die beiderseitigen Massen. verhalten sich wie die entsprechenden Zahlwerte mp und nq. daß dieses Gesetz zunächst völlig unabhängig von jeder Auffassung über die Konstitution der Materie. der modernen chemischen Theorie. durch die Beobachtung zu ermittelnde Zahlwerte Uj n^ n. Le Mixte et la combinaison chimique. die hier an der Wiege der neueren Chemie steht. Ladenburg.. noch unfertigen Form. bildet * Zu den folgenden Daten aus der Geschichte der Chemie vgl. insbesondere unabhängig von der atomistischen Hypothese.^ entsprechen lassen. 53 28 — Über ff. In dieser sich mit einander verbinden. in der sich irgend ein Element der ersten Reihe mit einem Element der zweiten verbindet. Paris 1902. und eine Reihe von Basen B^ B2 B3. nach welchen irgend eine Säure Ap mit irgend einer Basis Bq zusammentritt. Cassirer. Harmonie" des Alls. besagt es zunächst J. Näher versucht Richter nachzuweisen. wie sie analog für die Entfernungen der Planeten von der Sonne angenommen worden ist*. bes. so waltet zwischen beiden ein bestimmtes Verhältnis ob. Paris 1879. .. Die modernen Theorien der W . aber er ist nichtsdestoweniger in seiner allgemeinen Tendenz bezeichnend und bedeutungsvoll. während wir den Gliedern der zweiten Reihe andere konstante. D. Duhem.den ersten Ausgangspunkt Es ist interessant. Chemie. 69 L Bratmschweig 1902. S. konzipiert wird. daß wir jedem Glied der ersten Reihe eine bestimmte Zahl mi m2 mg .. die zwischen verschiedenen Reihen von Körpern gelten. a d e n b u r g . In der ersten. wie man sieht. Lothar Meyer.. Betrachten wir eine Reihe von Säuren A^ Ag A3 . 5.. Aufl. Aufl. in welcher es zuerst von ausgesprochen wird. zuordnen. daß die Massenreihe der Basen eine arithmetische. die allgemeine Pythagoreische Grundansicht von der .

wenn je zwei oder mehrere Elemente in eine Verbindung eingehen. ohne den bekannten Tatsachen der Zusammensetzung zu widersprechen. in all bedurch den Wert Formeln die Zahl der unseren 0=8 274 . Wir könnten. richtung sieht mit dem er den Grundgedanken der durchgängigen zahlenmäßigen Verfassung des Universums teilt. um einen bestimmten einfachen Grundstoff in seiner Eigenart zu charakterisieren. Das Gesetz der multiplen Proportionen bedeutet nunmehr. wenn wir das Atomgewicht des Wasserstoffs als Vergleichseinheit wählen. die somit hinreicht. das des Sauerstoffs. während innerhalb derselben chemischen Gattung das Atom stets unwandelbar ein und dieselbe konstante Masse aufweist. wobei wir nur statt durch 0= 16. die das Gesetz der konstanten Verbindungszahlen bei seinem eigentlichen wissenschaftlichen Begründer erhält. all unser Wissen stets nur die Verhältnisse nach welchen die Elemente in die Verbindungen eingehen. ihre Massen sich wie ganze Vielfache dieser Grundzahlen verhalten. An die Stelle der empirisch ermittelten Proportionalzahlen der einzelnen Körper sind Aussagen über eine wesentliche Beschaffenheit ihrer letzten konstitutiven Bestandteile getreten. sich zu dem des Atomgewichts. — — — den Wert stimmen. fügt allerdings dieser allgemeinen Grundanschauung sogleich einen neuen konkreten Zug hinzu. sondern lediglich auf die allgemeine Geistesin der Tat mit Kepler zu vergleichen. daß die Atome der verschiedenen einfachen Körper durch ihre Massen unterschieden sind. die ihr gegeben wird und geht nur in der besonderen Gestalt. die sie hierdurch empfängt.wenn man nicht auf das Ganze der Hinsicht ist Richter Leistungen. daß es für jedes Element eine charakteristische Äquivalenzzahl gibt und daß. Die Fassung. in das Ganze der chemischen Der Begriff des Verbindungsgewichts wandelt Lehren ein. Sachlich ist auch hier zunächst nur ausgesprochen. die sich bis in alle Einzelgebiete des Geschehens fortsetzt. so ist von hier aus noch kein unzweideutiger Rückschluß auf die absoluten Zahlen der Atomgewichte möglich. Da indessen betrifft. Aber diese Regel der „multiplen Proportionen" verschmilzt bei D a 1 1 o n sogleich mit einer bestimmten Deutung.

die an ihr mitwirken. 16. bei Lothar Meyer. die wir treffen. Je weiter wir fortschreiten * cf . bald durch H S oder Die Entscheidung zwischen all Hg S bezeichnen würden. — . 32 die Werte S wir nur die chemischen Formeln übereinansetzen. auch logisch ein allgemeines Problem dar. ergibt schließlich nach mannigfachen Versuchen eine einheitliche Tabelle der Atomgewichte und legt damit den Grund zu einer eindeutigen chemischen Formelsprache*. stimmend nach einer dieser Grundannahmen gestalten. die sich ihre Gesetz. die hierin zum Abschluß gelangt. völlig eindeutigen und klar bestimmten. Würde man lediglich die einzelnen Forscher befragen. zunächst möglichen Ansätzen erfolgt auf Grund mannigdiesen facher Kriterien. 4. wir könnten successiv als Atomgewicht des Schwefels 8. abgesehen von ihren Einzelheiten. die verschiedene Verbindungen besitzt. . Die objektive Existenz der verschiedenen Arten von Atomen wird vorausgesetzt: nur ihre Eigenschaften gilt es noch zu ermitteln und quantitativ schärfer zu umgrenzen. also etwa den Schwefelwasserstoff je nach der Wahl. Lpz. Abschn. so scheint sie freilich für sie alle zunächst nur einen. Eines der wichtigsten Kennzeichen bietet hier die Avogadrosche Regel. daß die gleiche Krystallform. sowie diejenige aus dem Mitscherlichschen den sich auf die Isomorphismus. nach welcher gleiche molekulare Massen verschiedener Verbindungen. 1909. Die Entwicklung. auf eine gleiche Anzahl auf gleiche Erst die Art verbundener Atome in ihnen zurückweist. die in der Geschichte der Chemie selbst erst allmählich erarbeitet werden. . die hierdurch ermöglicht wird. tritt sodann Bestimmung aus der Wärmekapazität. Gesamtheit aller dieser verschiedenen Gesichtspunkte. Sinn zu besitzen. die auf das Dulong-Petitsche sich wechselseitig bestätigen oder korrigieren. Ostw Näheres hierüber bes. Buch I. bietet. . das gleiche Volumen einnehmen. im vollkommenen Gaszustand unter denselben Bedingungen des Drucks und der Temperatur. II IV a 1 d Gnindriss der allgemeinen Chemie. Satz stützt. 18* 275 . bald durch den Ausdruck H S^.Sauerstoff atome zu verdoppeln hätten. sofern = . Neben die Bestimmung der Atomgewichte aus der Dampfdichte. Aufl.

Das substantielle „Innere" der Atome enthüllt sich und gewinnt folgen. Die eigentümliche denselben konstanten Wert besitzen. Endpunkt . die nach dem Gesetz von Gay Lussac zwischen dem numerischen Wert der Dichtigkeit der Gase und dem Wert ihrer Verbindungsgewichte besteht. zwischen diesen beiden Reihen eine eindeutige Zuordnung besteht. Funktion. Wir ver- insbesondere in der entwickelten chemischen Konstitutionsformel. sondern bezieht sich auf ein Indem wir empirisches . Wir sprechen von der Anzahl der Atome. abgesehen logische Ausgangspunkt. niemals der gegebene unserer wissenschaftsondern immer nur der lichen Aussagen. . a" b" usf. Das Atom ist. . Der inhaltliche Reichtum. a' b'. . wenn wir die Verbindungsgewichte der chemischen Elemente in eine Reihe a a' a" an. Subjekt". für uns feste und greifbare Gestalt. die der Atombegriff. geht daher im Grunde niemals es selbst an. wie jetzt sogleich deutlich wird. wir sprechen den Atomen aller einfachen Körper dieselbe Wärmekapazität zu und bezeichnen damit die Tatsache. um so deutlicher tritt der Reichtum und die Bestimmtheit dieser Eigenschaften heraus. die in einem bestimmten Volum einer gasförmigen Substanz enthalten sind und drücken damit in Wahrheit eine Beziehung aus. daß. B. wie sie in ihrem Zusammentreten durch ihre Zahl und ihre relative Lage einen bestimmten Grundriß der Gestaltung erzeugen. sofern die Produkte a b. wir sehen. den es im Fortgang der wissenschaftlichen Forschung gewinnt. haben wir damit zugleich eben diese verschiedenen Gruppen von Zuständen zueinander in ein neues Verhältnis gesetzt. . der sich z. Geht man indessen der näheren empirischen Begründung all dieser Aussagen nach. die Zahlen für ihre bn spezifische Wärme in eine andere Reihe b b' b" ordnen. wie die Atome sich nebeneinander lagern und sich wechselseitig zu einem einheitlichen Aufbau des Moleküls verknüpfen.und um so mehr verschiedene Gruppen von Phänomenen wir in den Kreis unserer Betrachtung ziehen. 276 . so verschiebt sich alsbald das allgemeine Bild. andersartiges scheinbar das Atom selbst in seinen mannigfachen Bestimmungen und Zuständen erforschen. in der Krystallform ausprägt..

befaßt und ausgedrückt. nötigt dazu. 260 ff. es steht nicht mehr beziehungslos nebeneinander. statt daß wir jeden Inbegriff einzeln mit allen übrigen vergleichen. immer neue Gebiete chemisch-physikalischer Phänomene als Kriterien heranzuziehen. durch den Mittelbegriff des Atoms hindurch. den die chemische Erkenntnis hier gewinnt. In Wahrheit handelt es sich darum. Das zunächst verstreute Tatsachenmaterial organisiert sich nunmehr. ob. weitet sich daher auch der Kreis der empirischen Relationen selbst.von der allen metaphysischen Behauptungen über die Existenz tritt in Atome besitzt. das Atomgewicht der einzelnen Elemente eindeutig zu bestimmen. Nur scheinbar wird daher hier die einzelne Eigenschaft an das Atom als ihren absoluten „Träger" angeknüpft. S. dadurch zum Ausdruck gebracht. die die Sonderreihen Der unter sich eingehen können. heterogenen Mannigfaltigkeiten von Bestimmungen fänglich gewinnen einen festen Zusammenhang. dem wir alle Aus- sagen über die mannigfachen Gruppen chemischer EigenDie verschiedenen und anschaften eingeordnet denken.) identischen Terminus setzen. indem wir jede von ihnen auf dieses gemeinsame Zentrum zurückbeziehen.. die verschiedenen Reihen nicht sowohl auf das Atom. Wieder zeigt sich hier der gleiche gedankliche Prozeß. In dem Maße als diese Bestimmung fortschreitet. besteht in der systematischen Gliederung eben dieser Verhältnisse selbst. so daß damit das Ganze der Relation als abgeschlossen und vollendet gelten könnte. Denken wir uns diesen Fortschritt vollendet. Das Atom fungiert diesen Beispielen deutlich hervor. Indem wir die Beobachtungen über die Dampfdichte. über den Isomor- selben Der 277 . über die Wärmekapazität. der uns bereits früher entgegentrat: die komplizierten Verhältnisse zwischen bestimmten Inbegriffen werden. hier gleichsam als der gedachte einheitliche Mittelpunkt eines Koordinaten-Systems. eigentlich positive Ertrag. absoluten" Atomgewichten das Ganze der möglichen Verhältnisse. wechselseitig auf einander zu beziehen. sondern ordnet sich um einen festen Mittelpunkt. als vielmehr. so wäre somit gerade in den . Versuch. daß wir sie sämtlich in Beziehung zu ein und dem(Vgl.

nach denen Gegenunsere Erkenntnis ins Unbekannte weiterschreitet. Die Bedeutung. Die empirische Ertritt an diesem Beispiel klar hervor. Der Inbegriff des empirisch Bekannten verdichtet sich gleichsam in einem einzigen Punkt. und von diesem Punkt gehen nun all die verschiedenen Richtlinien aus. die unsere Setzung eines letzten identischen Subjekts für die Allheit der möglichen Eigenschaften erklärt und ermöglicht. ihre Darstellung würde umständlich und mühsam werden. ihn als Begriff zu verstehen uiid zu würdigen. und erfaßt das Problem gleichsam von einer anderen Seite als die rein erkenntnistheoretische Betrachtung.phismus usf. treten sie Vereinigung. Die lebendige und unmittelbare Arbeit der Forschung selbst steht hier freilich von Anfang an auf einem anderen Standpunkt. Die heften. während doch andererseits alle Kräfte des Denkens nunmehr für die Erfassung des neuen Erfahrungsinhalts frei werden. Der Gang der Wissenschaft würde schleppend. bewahrt er ihren wesentlichen Gehalt. Indem der Atombegriff hier eine gedankliche tion aller dieser Züge schafft. daß es nur nachträglich die gewonnenen Erfahrungen beschreibt und zusammenfaßt. wenn sie jedesmal. wenngleich Fortschritt darin beihr eigentlich Konzentra- philosophischer steht. Aber freilich ist es nicht der einzige logische Wert dieses „Subjekts". ehe sie an ein neues Tatsachengebiet herantritt. die der allgemeine Substanzbegriff innerhalb des tatsächlichen Prozesses der Erfahrung besitzt. wirkt vielmehr zugleich produktiv. die hier geschaffen ist. sie schafft ein allgemeines unmittelbar Schema auch für die künftigen Beobachtungen und weist diesen eine bestimmte Richtung an. kenntnis kann diesen Begriff nicht entbehren. sich die Fülle des bereits gewonnenen empirischen Materials explizit wiederholen und in all seinen Einzelzügen vergegenwärtigen müßte. sämtlich an ein und dasselbe Subjekt an- damit selbst erst in wahrhafte begriffliche Wechselwirkung. über den neu zu entdeckenden Mannigfaltigkeiten fungieren die bereits gefundenen und gesetzlich fixierten als eine feste logische Einheit: und diese Einheit des prinzipiellen Anknüpfungspunkts ist es. Worauf 278 .

Somit ist es in der Tat berechtigt und unvermeidlich. wenn sie eine Fülle erfahrungsmäßiger Relationen in einen einzigen Ausdruck. um die Erkenntnis als Ganzes den Motiven ihres Fortschrittes wie in den dauernden logischen Bedingungen ihres Bestandes zu beurteilen. das eben erst alsbald wiederum als ein Gesichertes und Vorhandenes gelten. Die kritische Selbstbestimmung des Denkens muß indessen dieses Produkt. dennoch wiederum in seine einzelnen Faktoren zerlegen: denn ihr Blick ist nicht nach vorwärts auf die Gewinnung neuer objektiver Erfahrungen. während sie die bekannten Tatsachen als einen gegebenen Bestand nehmen darf. Der Inbegriff des „Faktischen" in diesem Sinne steht als solcher fest. Dennoch aber sind beide Gesichtspunkte. die der Erkenntnis zukommt. es gleichsam immer weiter fortzurücken.sie hinblickt und was ihr Interesse fesselt. den die Wissenschaft an einzelnen Stellen fixiert. in die Annahme eines einzelnen dinglichen „Trägers". denn nur dadurch schafft sie sich die Möglichkeit. ist daher ein Moment in ihrer eigenen Aktivität. beruht doch zugleich die eigentümliche Bestimmtheit. als es die der kritischen Reflexion Wir können die sind. zusammenfaßt. das fortan den Grundstock für alle weiteren Beobachtungen abgibt. Funktionen zum Aufbau der Erfahrungswirklichkeit nicht zugleich betätigen und sie zur selben Zeit als solche betrachten und beschreiben. so daß stets neue Fragen in den Kreis ihrer Betrachtung eintreten. 279 . der hier zurückbleibt. die es zu erschließen gilt. sondern nach rückwärts auf den Ursprung und die Gründe der Erkenntnis gerichtet. wenngleich sie es für bestimmte Zwecke der Erkenntnis als begreift. das Gebiet des Problematischen an eine andere Stelle zu verlegen. der als solcher keiner weiteren Analyse bedarf. Das jeweilig muß der Forschung Erreichte. er bildet ein ruhendes Substrat. notwendig Produktion Betrachtung erforderlich. Auf in der Spannung und dem Gegensatz. So läßt es sich verstehen. ist somit der bewußte Wechsel des Standpunktes der Gewonnene. sind die neuen Tatsachengebiete. Beide Richtungen lassen sich niemals unmittelbar vereinen: die Bedingungen der wissenschaftlichen sind andere. Der passive Bestand.

alsbald als ein einheitliches reelles Objekt erscheint. der sich je nach dem Stande unserer Erfahrung mit mannigfachem konkreten Inhalt zu erfüllen vermag. das wird. an dem sich nacheinander für uns verschiedene Eigenschaften unterscheiden und aussondern lassen. ob er zwar nur eine Idee (focus imaginarius). statt als bloß .daß auch der chemische Begriff des Atoms. daß das Wesentliche des Begriffs nicht in irgendwelchen materialen Eigenschaften besteht. Aufl. i. der jedoch. Gerade eine derartige Wandlung bestätigt. zu deren Ausdruck noch der Begriff des Atoms wird zu erforschenden. sondern daß er ein Formbegriff ist. in einem einzigen Brennpunkt vereinigt. virtueller" Punkt. eine verschiedene Gestalt Für die erste naive Betrachtung erscheint das Atom zeigt. das Atom der Materie zum Atom der Elektrizität.. zugleich mit dem Das gegebene Tatsachenmaterial vorweggenommen diesem Terminus gegeben hat vortrefflichen — sofern Kant . ihnen die größte Einheit neben der größten Ausbreitung zu verschaffen*. dennoch dazu dient. 280 .. indem er ganz außerhalb der Grenzen möglicher Erfahrung liegt. wie in der neueren Physik. ein Punkt ist. auf welchem man sich ihm nähert. So ist das Atom der Chemie eine „Idee" in dem strengen Sinne. 2. auch wenn sein Inhalt sich vollkommen wandelt. den begrifflich erschaffen wird." Diese Leistung bleibt dem Atombegriff als dauerndes Charakteristikum erhalten. 672. in Aussicht auf welches die Richtungslinien all seiner Regeln in einem Punkt zusammenlaufen. der.. notwendigen regulativen „nämlich den Verstand zu einem gewissen unentbehrlich Ziele zu richten. also z. während umgekehrt vom Standpunkt der Erfahrungskritik aus eben jene „Eigenschaften" und ihre wechselseitigen Verhältnisse die eigentlichen empirischen Daten bilden. d. B. • Kritik der reinen Vernunft. je nach dem Wege. als ein fester substantieller Kern.. S. es in der Tat einen und Gebrauch" besitzt. gemäß einer natürlichen Täuschung. zum Elektron wird. aus welchem die Verstandesbegriffe nicht wirklich ausgehen.

die ihnen unabhängig von ihrer chemischen Verwandtschaft zukommt. die mannigfachen. Substitutionen ableitbar sind. daß ein Chloratom in bestimmten Verbindungen je ein Atom des Wasserstoffs zu ersetzen vermag. Die empirischen Tatsachen. zunächst völlig getrennten Bestimmungen.. die diese Form der Beziehung regeln. so ergeben sich hierbei bestimmte Grundregeln. die demselben Typus angehören. zusammenzustellen. ein Kohlenstoffatom an die Stelle von 4 Atomen Wasserstoff tritt. daß sie sämtlich aus einer bestimmten Grundform durch fort- schreitende ziehen. ein Stickstoffatom an die Stelle von 3. Die . wobei die Glieder. während ein Sauerstoffatom stets an die Stelle von 2. Valenz" der Elemente ist der Ausdruck einer bestimmten Grundbeschaffenheit in ihnen. die wir jedem Element beilegen und die nunmehr zu der Zahl seines Verbindungsgewichts hinzutreten. die hierdurch gewonnen sind. eine neue charakteristische Konstante für jeden einfachen Körper geschaffen. Ordnen wir nunmehr die chemischen Verbindungen gemäß dem neuen Prinzip. Die Form des Austausches läßt sich durch gewisse Zahlwerte. dadurch charakterisiert sind. die zunächst zu derartigen relativen Unterscheidungen und Zusammenfassungen innerhalb des Gesamtsystems hinführen. nach gedanklichen Gesichtspunkten zu verknüpfen und zu Klassen bestimmter Eigenart bildung. Verfolgt man. so zeigt sich etwa. Nimmt man das Atom des Wasserstoffs als Einheit. sind in den Verhältnissen der chemischen Substitution gegeben. Damit ist ein weiterer Gesichtspunkt der Zuordnung der einzelnen Elemente zu einander. das sich uns hier darbietet. ein für allemal festhalten und ausdrücken. wie die Atome verschiedener einfacher Körper sich in den Verbindungen ersetzen und wechselweise für einander eintreten können. besteht darin. so treten sie in verschiedene Haupttypen auseinander. die sich gemäß voll- den Regeln über die Wertigkeit der einzelnen Atome — 281 .Der zweite wichtige Schritt der chemischen Begriffsnachdem der allgemeine Gedanke des Atoms konzipiert und die Werte für die Atomgewichte der einzelnen Elemente im allgemeinen festgestellt sind.

bei Duhem . um so mehr gewinnt umgekehrt die Anschauung Raum. sondern nach dem der Reihenbegriffe gestaltet. wie er zuerst von formuliert wird. Der erste Schritt zu dieser Trennung liegt schon in dem Grundverhältnis der Substitution selbst vor. sammen. S. Wu r t z . die unter einem Haupttypus befaßt werden. Der Gedanke der Substitution. Dumas : während dem Wasserstoff positive Je mehr indessen die Theorie der Substitution sich Bahn bricht. 189 ff. als sie eben durch dieses Ableitungsgesetz Nur allmählich hat sich in der Geselbst hergestellt wird. die die Analyse des exakten naturwissenschaftlichen Begriffs bereits im allgemeinen Der Begriff des Auch der chemische Typenbegriff ist nicht nach dem Muster der Gattungsbegriffe. O. ineinander übergeführt werden können. verdanken diese Zusammenstellung weder der äußeren Ähnlichkeit in ihren sinnlichen Eigenschaften. Er weist in der Tat in voller Deutlichkeit die charakteristischen Grundzüge auf. sofern sie kraft der Beziehung. die zwischen der Valenz der einzelnen Atome besteht.in seiner „Typus" kommt hier wiederum nicht Bedeutung für die speziellen Aufgaben der Chemie. wobei indes die entfernteren Glieder der Reihe zu den näheren keine andere Analogie mehr darzubieten brauchen. die Berzelius vertritt. 282 . die ihrer Natur und Eigenart nach völlig verschieden scheinen. Elektrizität zukommt. Die verschiedenen Verbindungen. wird daher unter diesem Gesichtspunkt zunächst von Berzelius als paradox und widerspruchsvoll zurückgewiesen das Chlor kann nicht in irgend einer Verbindung für den Wasserstoff eintreten. sich einander ersetzen können. Le Mixte. sondern nur als Paradigma für bestimmte logische Verhältnisse in Betracht. schichte der Chemie der Typenbegriff vom Begriff der chemischen Analogie losgelöst*. 97 ff. daß auch völlig unähnliche Körper sich in gewissen Verbindungen ohne Änderung der Natur negativ elektrisch ist. * a. sofern hier Elemente.. Sie gehören zufestgestellt hat. nach der Theorie des elektrochemischen Dualismus. da es. bes. a. Näheres hierüber S. noch der unmittelbaren Verwandtschaft in ihren chemischen Funktionen.

die sich einander substituieren lassen. Die „Valenz" der einzelnen Elemente stiftet unter ihnen eine derartige Beziehung. tritt jetzt der „molekulare Typus" Dumas entgegen. sondern in der Art der Verknüpfung beruht. einzeln ein- ander gegenübergestellt. die man sich durch Substitution auseinander Die Bedingungen. Parameters" erzeugt und begründet die Form des Begriffs. daß die Relation. sondern lediglich durch die eindeutige Regel der Relation. Noch schärfer treten die Konsequenzen dieser Ansicht hervor. chemischen Typus". Wie sich hier geometrische Systeme und Gruppen von Systemen ergaben. Der chemische Begriff unterscheidet sich hierbei vom mathematischen freilich darin. kraft deren von einem Glied zum andern fortgegangen wird.der Verbindung vertreten können. Glieder enthalten können. die in all ihren wahrnehmbaren Eigenschaften und ihren wesentlichen chemischen Bestimmungen voneinander völlig abweichen. in sich faßt. die auf diese Weise entstehen. die ihnen gemeinsam sind. Die gesetzliche Abwandlung dieses . die somit ebenfalls nicht auf einer Gleichartigkeit im Inhalt des Verknüpften. ihn aufgestellt Dem . miteinander zusammengehalten werden. die wir im Gebiet der Begriffsbildung verwirklicht fanden. die in ihrer fortgesetzten Anwendung bestimmte Inbegriffe von charakteristischem Reihen-Typus erschafft. die aus wiederholten Substitutionen hervorgehen können. die von Glied zu Glied obwaltet. entstehend denken kann. näher betrachtet wird. während das Verhältnis der Äquivalenz als eine empirische Beziehung zwischen Regnaults mathematischen 283 . auf denen nunmehr die Einheit des Typus beruht. deren Glieder nicht durch irgend welche anschauliche Einzelzüge. sondern die ganze Gruppe von Körpern. daß die Reihen. der Körper sehr verschiedener Eigenschaften. Auch hier wird anfangs die Forderung der Analogie aufrecht erhalten.. entsprechen also durchaus denjenigen.. bei dem letzteren rein konstruktiv festgestellt ist. so gilt das gleiche auch hier. bis weitere Untersuchungen zu dem Schluß drängen. wie und für den er ähnliche Haupteigenschaften aller Glieder gefordert hatte. sobald nicht allein die Elemente.

Und dieses Rätsel wird nicht gelöst. unter Festhaltung weniger allgemeiner Grundprinzipien.den verschiedenen Elementen entdeckt wird. S. wie eine wahrhafte qualitas occulta erscheinen. wenn man zur Erklärung der verschiedenen relativen Wertigkeiten auf die der einzelnen Atome zurückgreift. Dieses letztere Moment ist auch hier entscheidend. 175. die weitere Begriffsbildung nunmehr auf beiden Seiten genau die gleiche Richtung einschlägt. Sieht man hingegen von diesem Unterschied des Ursprungs ab. Auch hier gilt es. die einander derart angepaßt oder derart entgegengesetzt sein sollen. daß. daß sie stets nur in einem ganz bestimmten Verhältnis miteinander verschmelzen können*. dieses Moment durch gesamte Mannigfaltigkeit der durch die Beobachtung Stoffe hindurchzuführen und diese somit aus einem Aggregat zu einem System zu gestalten. wenn sie als eine dingliche Qualität in ihnen aufgefaßt wird. kraft deren es sich nur Atom Wasserstoff zu verbinden vermag. von gewissen Anfangspunkten an aufzubauen und um gewisse Mittelpunkte zu gruppieren. nachdem einmal das entscheidende Merkmal der Vergleichung gewonnen ist. Die Typentheorie bildet in dieser Hinsicht den ersten Ansatz zur chemischen sofern sie lehrt. Denn auch hier wird ein schlechthin Unbekanntes und empirisch gegebenen Deduktion. so erkennt man. La Theorie atomique. Die „Valenz". die den einzelnen Atomen zugesprochen wird. denn es bildet das eigentlich auszeichnende Merkmal der wissenschaftlichen Fassung der chemischen Grundbegriffe. 284 . durch welchen Zwang getrieben das Sauerstoffatom mit 2. Wir kennen die eigentümliche Beschaffenheit des Chloratoms nicht. das Kohlenstoffatom mit 4 Atomen des Wasserstoffs zusammentritt. innerhalb dessen wir das Ineinandergreifen und die Zusammengehörigkeit der einzelnen Glieder nach festen Regeln begreifen. Das sinnlich Heterogene gestaltet sich jetzt homogen. wir mit wissen nicht. einem Bewegungszustände Cf. muß zunächst. die Mannigfaltigkeit der Körper. nachdem erst ein allgemeines Zuordnung Moment die der fixiert ist. indem wir es mit bestimmten Zahl-Verhältnissen durchdringen. Wu r t z .

denen es angehört und die aus ihm durch die gesetzliche Variation bestimmter Grundbestandteile hervorgehen können. Die Theorie der „zusammengesetzten Radikale". ist sie freilich eben dadurch zugleich der echte wissenschaftliche Ausdruck der empirischen Realität des Körpers: denn diese besagt nichts anderes. hierzu bes. Was jedoch den Valenzbegriff der Chemie von allen scholastischen Qualitäten scheidet. sondern lediglich die Tatsachen dieser Verbindung nach allgemeingültigen quantitativen Ordnungsprinzipien darstellen. sondern ordnet sie verschiedenen typischen Grundreihen ein und weist damit auf das Ganze derjenigen Gebilde voraus. 6. als die durchgängige objektive Verknüpfung. sondern auf ganze angewandt wird. Die Formel einer bestimmten Verbindung lehrt uns nicht nur diese selbst in ihrer Zusammensetzung kennen. wird zur eigentlichen Grundlage der organischen Chemie. ist in Wahrheit nicht eine derartige Erkenntnis der letzten absoluten Elemente der Wirklichkeit. den er in sich schließt. Die chemische Konstitutionsformel scheint freilich zunächst ein direktes anschauliches Bild der Reihenfolge und Stellung darzubieten. Kap. aber was sie zuletzt leistet.) Von besonderer Wichtigkeit wird der Gedanke der Substitution. wenn er nicht mehr allein auf einzelne Atome. die durch Substitution aus der gegebenen Verbindung entstehen können. Indem die Konstitutionsformel diese herstellt. Er will nicht in die substantielle Natur der Verbindung von Atom und Atom eindringen. in welcher ein individuelles „Ding" oder ein besonderes Ereignis mit dem Inbegriff der wirklichen und möglichen Erfahrungen überhaupt steht. ist eben der gedankliche Verzicht. (Vgl. sondern vielmehr die allseitige Gliederung der Körper und Stoffe der Erfahrung. Das einzelne Glied wird zum Repräsentanten der Gesamtgruppen. die jetzt entsteht. Als Radikal wird hierbei gemäß der Definition Liebigs der nicht wechselnde Bestandteil in einer Reihe Verbindung Atomgruppen — — von Verbindungen betrachtet.in keiner Weise Nachweisbares an Stelle der allein bekannten Austauschverhältnisse gesetzt. sofern er sich in diesen ersetzen 285 . die die Atome selbst gegeneinander einnehmen.

die wir vornehmen und die je nach dem herrschenden Gesichtspunkt der Vergleichung. so steht nichts im Wege. — — Gerhardt.läßt durch andere einfache Körper. Trait6 de Chimie organique O. die Frage zu beantworten. 235. die aus ihnen durch Verbindung mit anderen Atomen entstehen. daß es möglich ist. verschieden ausfallen können. den wir zugrunde legen. 286 .. Indem insbesondere darauf hinweist. oder sofern sich in seinen Verbindungen mit einem einfachen Körper dieser letztere ausscheiden und durch Äquivalente von anderen einfachen Körpern vertreten läßt. S. in welcher die Radikale in den Verbindungen . Der Streit über die Natur und die absolute Beschaffenheit der Radikale ist damit geschlichtet. je nachdem man seinen Zusammenhang mit der einen oder der anderen Gruppe von Verbindungen zum Ausdruck bringen will.. 194 ff. vorhanden. aber herrscht anfangs In der „Kerntheorie" Streit. sondern soll nur. Da die Formeln der Chemie nur bestimmte Struktur.und Reaktionsverhältnisse in Gleichungen ausdrücken sollen. mehrere wie nunmehr betont wird rationelle Formeln für ein und denselben Körper aufzustellen. wird das Verhältnis zunächst in einem durchaus realistischen Sinne aufgefaßt und beschrieben. wird damit der Gedanke an die reale Existenz abgesonderter Gruppen zunichte. (Vgl. in denen sich Elemente oder Atomgruppen ersetzen"*. stellen sollen. sie präexistieren den komplexeren Gebilden. S.) . nach Ladenburg. sondern nur was sie waren oder werden können. Wir stehen damit am Beginn einer Auffassung. da sie also nicht dar- Laurents Gerhardt was die Körper an und für sich sind. Das Radikal besitzt jetzt keine selbständige Wirklichkeit mehr. wie Gerhardt selbst ausdrücklich hervorhebt. Durch die weitere Fortbildung der Theorie aber wird diese Anschauung mehr und mehr zurückgedrängt. existieren". „die Beziehungen ausdrücken. Die Kerne sind als solche in einer Mehrheit von Körpern. die allgemein darauf verzichtet. zwei Radikale in einer Verbindung anzunehmen. Über die Art. denn sie erscheinen nunmehr nur noch als Ergebnisse gewisser ideeller Zerlegungen. zit.

um statt dessen lediglich die meß- baren Relationen. mathematischen Ehe indessen diese Einreihung der Chemie in ein allgemeineres wissenschaftliches Problem sich vollzieht. daß jedes Glied in ihm aus einer ursprünglichen Anfangssetzung nach bestimmten einheitlichen Regeln hergeleitet und konstruktiv entwickelt ist. IX und X. uhe Le Mixte. O s t wa die „energetische" AuffassTing 1 d . Wie es der eigentliche methodische Vorzug des Zahlgebiets ist. sowie D und Behandlung der Chemie Elemente und Verbindungen. Sobald aber diese Phase erreicht ist ordnet sich die Chemie dem allgemeinen Grundplan der Energetik ein*. Kap. die sie eingehen. Die erste Phase der Bestimmung der stofflichen Mannigfaltigkeit war dadurch gekennzeichnet. Auch sie dürfen nicht länger als ein regelloses Beisammen gedacht werden. Diese Dar- — — keit stellung der stofflichen Mannigfaltigkeit in einer Mannigfaltigvon Zahlen aber enthält bereits den Hinweis auf ein neues Problem. was die gesamte Fülle seiner empirischen Eigenschaften begrifflich zum vollkommenen Ausdruck bringt. Leipzig 1904. sondern * bes.Vorlesung. die zwischen dem Anfangs. zu entdecken und gemäß allgemeinen Regeln darzustellen.. treten schon innerhalb ihrer selbst bestimmte Gesichtspunkte und die auf diese Umbildung der Systemhindeuten. Faraday.ob und wie die Elemente als solche fortexistieren. 287 . Über s.und Endzustand eines chemischen Umwandlungsprozesses bestehen. und tritt damit aus dem Kreise der empirisch beschreibenden Wissenschaften in das Gebiet der Naturwissenschaft hinüber. m . so greift diese Forderung nunmehr auch auf alle die physikalischen und chemischen Bestimmungen über. in den Verbindungen. daß jedes Tendenzen hervor. charakteristische Zahl" zu: und diese Zahl gilt implicit als dasjenige. Jedem einfachen Körper kommt nunmehr nach dem Leibniz'schen Ausdruck eine bestimmte . die als abhängig von bestimmten Zahlwerten erkannt sind. form Element durch den Wert seines Atomgewichts charakterisiert wurde.

zipielle Wendung. indem man die physikalischen Konstanten für die verschiedensten Substanzen bestimmte. der Stoff erschien. Man hat zwar auch bisher schon in den physikalischen Erscheinungen den Einfluß der stofflichen Natur der Materie berücksichtigt. Der „Stoff* ist jetzt die in ihm vorliegt. erscheinen jetzt als periodische Funktionen Denkt man sich die Gesamtheit der Elemente in eine Reihe geordnet. seine Qualität machte sich nur dadurch geltend. Lothar Meyer. Elektrizität und einige andere Größen in die Rechnung eingeführt. ihre Leitungsfähigkeit für Wärme und Elektrizität usf. in Maß und Zahl ausgedrückt. wovon sein physikalischchemisches „Wesen". hat zugleich die neue prinihrer Atomgewichte. besonders Ort und Zeit. Einer der Hauptbegründer des periodischen Systems. war als Variable zu behan- bisher nicht üblich geworden. Gebiet der naturwissenschaftin das Gebiet der Variablen lichen übergegangen.müssen in ihrer Abfolge und ihrer allmählichen Veränderung durch ein exaktes Gesetz darstellbar sein. Diese allgemeine Forderung findet ihre erste Erfüllung in der Aufstellung des periodischen Systems der Die verschiedenen Eigenschaften der einfachen Elemente. so findet sich. ihre Schmelzbarkeit und Flüchtigkeit. von denen die Erscheinungen abhängen. in den Gleichungen nur als Masse. „Bis jetzt wurden in der Physik als variable Größen. daß die in den Differential. systematischen Grundreihe ist es also. ferner unter Umständen Wärme. seine Beschaffenheit bis ins Einzelne abhängig ist. klar bezeichnet. Körper. Aber diese stoffliche Natur blieb stets 288 .oder den Bedingungsgleichungen auftretenden Konstanten für jede Art des Stoffes einen anderen Wert erhielten. ihre Härte und Dehnbarkeit. daß beim Fortgang in dieser Reihe die Eigenschaften der einzelnen Elemente sich von Glied zu Glied ändern. aber dieser Fortschritt ist jetzt gemacht worden. Diese von der s t o f f 1 i c h e n N a t u r d e r S u b s t a n z e n abaus dem Konstanten hängigen Größen deln. daß aber nach dem Durchlaufen einer bestimmten Periode die gleichen EigenDer Ort jedes Elements in dieser schaften wiederkehren. Temperatur.

daß der Zahlenwert des Atomgewichts die Variable ist. im strengen Sinne des Seite. a. Die Bedeutung dieses Gesichtspunkts tritt vor allem darin hervor. wo es möglich ist. So entwickelt etwa am Beispiel der chemischen Erkenntnis der Grundstoffe und ihrer Eigenschaften seine gesamte Auffassung von den Aufgaben wie von den Grenzen der naturwissenschaftlichen Forschung. Wahrhaftes gilt ihm nur dort als erreichbar. wenn man es mit dem Ideal der Deduktion vergleicht. daß nunmehr Glieder der Mannigfaltigkeit. indem ein Gesichtspunkt entdeckt wird. diese fundamentale Variable in Zahl und Maß ausgedrückt in die Rechnung einzuführen. andererseits in der mathematischen Physik ausgeprägt ist. Locke Wissen notwendigeVerknüpfungen * L o t h ar Meyer .. abgesehen von seiner naturphilosophischen p r b1 e . kann von eigentlicher Erkenntnis. es fehlte die Möglichkeit. S. allgemeingültige Einsichten in zu gewinnen. nach welchem es sich in Reihen von bestimmtem Fortschreitungsgesetz ordnet. läßt sich am deutlichsten in seiner Eigenart erfassen. das damit in die Chemie eintritt.etwas Qualitatives. — m . wo es also möglich ist." Das Qualitative der einzelnen Stoffe wird mathematisch faßbar und beherrschbar. Das deduktive Moment. die empirisch bisher nicht bekannt waren. O. a. wo alle Eigenschaften des Gegenstandes aus seiner ursprünglichen Natur vollkommen verständlich und gewiß sind. auf Grund des allgemeinen systematischen Prinzips gefordert und vorausgesagt werden können und daß die fortschreitende Erfahrung diese Forderung bestätigt. indem der Nachweis geführt wurde. Nur dort. durch welche die substantielle Natur und die von ihr abhängigen Eigenschaften bestimmt werden*. aus der Bekanntschaft mit dem Gegenstand alle seine Beschaffenheiten unmittelbar zu erschließen und a priori zu bestimmen. wiederholt eine wichtige erkenntnistheoretische Rolle zufiel. Zu dieser Einführung ist jetzt ein. 176. wie es einerseits in der spekulativ-metaphysischen Naturbetrachtung. In der Geschichte der Philosophie ist es gerade das Stoffdem. wenn auch noch sehr primitiver Anfang gemacht worden. Cassirer Substanzbegriff 19 289 .

Hier. wie sie in der Mathematik vorliegt. Die moderne Wissenschaft hat das Ideal. statt lediglich Beobachtungen über das empirische Beisammen oder die empirische Unverträglichkeit von Merkmalen zu sammeln. wäre nur dann möglich. so können wir doch von ihnen aus keine einzige neue Bestimmung entdecken. jene Abhängigkeit der Einzelglieder voneinander herzustellen. seine Feuerbeständigkeit usf. wenn wir. wenn wir von irgendeiner Wesensbestimmung des Goldes ausgehen könnten. wo wir es lediglich mit der Sammlung und Beschreibung verschiedener Wahrnehmungstatsachen zu tun haben. die in all unsern „intuitiven" Urteilen über mathematische Verhältnisse erfüllt ist. 6. aber sie verzichtet darum nicht der auf jeden begrifflichen Zusammenhang empirischen Daten * Sie faßt die Vielheit der Elemente in eine Grundreihe zusammen. durch die sie allein zu einem rational verbundenen und begriffenen Ganzen werden könnten. bleibt es auf immer unmöglich. das Locke hier entwirft. so können wir niemals die Form der Verknüpfung verstehen. aber sie mußte freilich zuvor diesem Ideal selbst einen neuen Sinn verleihen. so ist doch damit die Frage nach ihrem inneren Zusammenhang um keinen Schritt weitergeführt. kraft deren bestimmten Merkmalen der einen Art stets bestimmte andere einer anderen Art entsprechen. Sie stimmt mit Locke darin überein. erheben würde. Eine derartige Einsicht. deren Glieder selbst. Buch IV. Essay on human understanding. zum Teil erfüllt. daß die Ableitung der Einzelmerkmale eines Stoffes aus seiner „substantiellen Wesenheit" die Aufgabe des exakten und empirischen Wissens übersteigt. seine Härte. das Problem „am andern Ende" anfassen könnten. seine Dehnbarkeit. versagt sich unser naturwissenschaftliches Wissen. Wenn wir noch so viele Merkmale des Goldes. die unsere Kenntnis der Natur erst zu echter Wissenschaft. Dieser Forderung aber. Locke. So viele Eigenschaften irgend einer Substanz man auch durch Beobachtung und Versuch entdecken mag. um aus ihr die Gesamtheit der sekundären Eigenschaften deduktiv abzuleiten*. Kap. 290 tSI . geredet werden.Wortes. zusammenstellen.

ständen jetzt nicht mehr als gegebene starre Einzelwerte nebeneinander. Es entsteht das Problem. das bleibt freilich auch hier unbeantwortet. Die Atomgewichte. aber wir erfassen jetzt schärfer die Regeln ihres systematischen Zusammenhangs. die nunmehr eine bloß empirische ZusammenEinzelheiten. die Atomgewichte. (Vgl. Denken wir uns diese Aufgabe gelöst. wie aus einem bestimmten Atomgewicht sich eine bestimmte Dehnbarkeit und Härte. intuitiven" Erkenntnis. Die Ordnung der entsteht. so wären wir damit logisch in eine andere Form der Begriffsbildung eingetreten: statt einer Anzahl von Regeln über das Zusammenbestehen von Eigenschaften besäßen wir nunmehr ein einheitliches. oben. durch stetige Abwandlung auseinander hervorgehen zu lassen und das Gesetz zu bestimmen. auf Grund bestimmter allgemeiner Daten gewisse spezielle Beschaffenheiten zu berechnen und vorherzusagen. als die metaphysische Einsicht aus den letzten Wesensgründen..) Zugleich aber führt diese Lösung alsbald zu einer neuen Frage. aber sie bietet zugleich mehr als stellung unverbundener Elemente. Die neueste 19* logon der Mathematik. in denen wir die Eigenart und die Besonderheit der Elemente ausdrücken. die hier geschaffen wird.. 291 . die zunächst nur als diskrete Werte eingeführt waren. bietet wenigstens ein A n a - also ein Analogon der exakten und . Der chemische Begriff wäre damit in den physikalischen Begriff übergegangen. sondern ließen sich in ihrer Entstehung auseinander verfolgen. Schmelzbarkeit und Flüchtigkeit ergibt. S. Wie aus der angenommenen Grundeigenschaft die weiteren Merkmale folgen. nach welchem bei einer derartigen Variation die abhängigen Eigenschaften sich ändern müßten.nach einem bestimmten Prinzip aufeinanderfolgen und bestimmt sodann die einzelnen Eigenschaften der Körper als Funktionen ihrer Stellung in dieser Reihe. mathematisch darstellbares Gesetz der kausalen Abhängigkeit zwischen den Änderungen verschiedenartiger Größen. In das absolute Sein der Körper dringen wir dadurch freilich nicht tiefer ein. enthält daher freilich weniger. Die funktionale Verknüpfung. 276 ff. nichtsdestoweniger aber wird das Faktum dieser Abhängigkeit selbst zu dem Versuch benutzt.

Die chemische Forschung beginnt damit. indem er den Tatsachen gehorcht. ein System von Elektronen auflöst.und Maßbestimmungen zu fixieren.Phase der Naturwissenschaft. den der Gedanke im stetigen Fluß punkt Wie immer man über das positive des Geschehens setzt. auf dem der wissenschaftliche Begriff fortschreitet. wältigung des empirischen Materials tritt zugleich die Eigenart des logischen Prozesses hervor. die zunächst noch unverbunden nebeneinander stehen. scheint diese Wendung bereits unmittelbar zu bezeugen: denn für sie. Aber diese durch die Beobachtung gewonnenen Zahlwerte ordnen sich alsbald zu Reihen. Indem aber auf diese Weise die empirischen Mannigfaltigkeiten sich in rationale umgestalten. die Gesetzlichkeit der Struk- turverhältnisse auf ein tiefer liegendes kausales zurückzuführen und in ihm Gesetz des In dieser fortschreitenden Beerschöpfend zu begründen. daß in ihr das Verhältnis in eine neue Beleuchtung gerückt wird. entsteht dadurch zugleich die Aufgabe. Geschehens IX. kraft dessen der Begriff. Das eigentlich methodische Interesse der chemi- schen Begriffsbildung liegt darin. die aus der Betrachtung der Erscheinungen der Radioaktivität hervorgegangen ist. Die Betrachtung der physikalischen Begriffe und Methoden läßt zunächst nur eine desAllgemeinen zumBesonderen 292 . in festen Zahl. die ihm bisher zugesprochen wurde und erscheint als ein bloß relativer Ruheals ein Einschnitt. die eine stetige Umwandlung der Elemente ineinander annimmt. zugleich die intellektuelle Herrschaft über die Tatsachen gewinnt. heit — Recht derartiger Annahmen urteilen mag: in jedem Falle zeigen sie in charakteristischer Deutlichkeit den Weg. verliert es damit die absolute Festigkeit und Unveränderlichkeit. die nach einer Regel fortschreiten und in denen daher die folgenden Glieder aus den vorangehenden bestimmbar sind. eine Mehrheit tatsächlicher Beobachtungen. ist der einzelne Stoff in all seiner sinnlichen Abgeschlossendennoch nur der Durchgangspunkt in einem bestimmten Indem das chemische Atom sich in dynamischen Prozeß.

nur als Paradigmen gelten. Nominalismus" und „Realismus" stellt nur eine Weiterbildung des Problems dar.. seine schärfste Ausprägung in Rickerts Theorie der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung gefunden. während alles Begreifen. Alles Wissen will Wissen vom Allgemeinen sein und vollendet sich erst in diesem Ziele. gemäß Grundfunktion eben in der Abwendung von dieser konkreten Totalität der Einzelzüge besteht. Die Richtung des Denkens auf den „Begriff" hin und die Richtung auf das Wirkliche schließen hier wechselweise einander aus. Physik sind und bleiben die allDie besonderen Fälle gemeinen Gesetze des Geschehens. Denn in dem Maße. In der Philosophie der Gegenwart hat der Gegensatz. Wirklichkeit" Formung und somit in einer unübersehbaren Mannigfaltigkeit Seite dieses Das Ziel der theoretischen von Einzelzügen seiner dar. wollen. während das wahrhafte und ursprüngliche Sein nicht dem Allgemeinen.fundamentalen Verhältnisses klar hervortreten. die während des Mittelalters und bis weit in die neuere Zeit hin um das Aristotelische System geführt werden. die er gegenüber der intensiven und extensiven Mannigfaltigkeit der Dinge vornimmt. Denn alle bietet sich uns in individueller Gestalt und . erklären sich größtenteils aus diesem Gesichtspunkt: der Widerstreit des . die zwischen dem System unserer Begriffe und dem System des Wirklichen entsteht. Je weiter indessen diese wissenschaftliche Aufgabe verfolgt wird. sofern sie in den Kreis der Betrachtung gezogen werden. das bereits in den ersten Anfängen der Aristotelischen Metaphysik und Erkenntnislehre latent ist. Wiederum tritt unverhüllt jene Antinomie hervor. bedeutet zugleich eine ständige ihres Wirk- Verarmung 293 . an denen diese Gesetze darzustellen und zu erläutern sind. der hier zugrunde liegt. als der Begriff seine Aufgabe fortschreitend erfüllt. weicht das Gebiet der anschaulichen Einzeltatsachen mehr und mehr zurück. die bereits im Natursystem des Aristoteles ihren ersten bezeichnenden Ausdruck gefunden hat. um so schärfer wird nunmehr die Trennung. Die Vereinfachung. Die geschichtlichen Kämpfe.. sondern den individuellen Substanzen in der dynamischen Stufenfolge ihrer Verwirklichung zukommt.

Anschauliche und Individuelle die einzige Wirklichkeit bildet. Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffs1902. so muß uns auch die Tragweite der Tatsache. und schließlich alle kommt die Naturwissenschaft darauf hinaus. Wenn nämlich nichts Individuelles und Anschauliches in den Inhalt der naturwissenschaftlichen Begriffe eingeht. 235 ff. die durch die Naturwissenschaft Begriffen und den hervorgebracht werden muß. daß Wirklichkeit im Grunde genommen immer und überall dieselbe ist. Die Wissenschaft schließt somit nicht die Kluft zwischen den „Gedanken" und den „Tatsachen". zum Bewußtsein kommen. daß alle Begriffsbildung die Individualität der Wirklichkeit vernichtet. dem sie zustrebt. ebenso Endziel. S. An Stelle • Rickert. die wir kennen. und sobald wir nur daran denken. das Wirkliche selbst mehr und mehr mit der Erkenntnis zu durchdringen und zu immer bestimmterer Anschauung zu erheben. daß jedes Stück der Wirklichkeit sich in seiner anschaulichen Gestaltung von jedem andern unterscheidet. sondern sie selbst ist es. also gar Dies aber ist durchaus nichts Individuelles mehr enthält nicht der Fall. bildung. Forscher glaubten und glauben noch. daß die Aufgabe ihrer Wissenschaft darin besteht. Tübingen und Leipzig 294 . die diese Kluft erst schafft und die sie ständig erweitert. bisher in einer seltsamen Selbsttäuschung befangen Denn alle die großen exakten und empirischen gewesen.lichkeitsgehalts. und daß ferner das Einzelne. besteht in einer Entfernung der empirischen Anschauung aus dem Inhalt ihrer Begriffe. dem die Körperwissenschaften anderen Naturwissenschaften zustreben." Besteht indessen diese logische Folgerung zu Recht: so ist die wissenschaftliche Forschung selbst über das Ziel. „Welches auch immer der Inhalt der Begriffe sein mag. daß Die Kluft zwischen den nichts Wirkliches in sie eingeht. zur empirischen Welt des Anschaulichen steht er im entschiedensten Gegensatz Das Individuelle im strengen Sinne verschwindet bereits durch Das wie alle die primitivste Begriffsbildung. so folgt daraus. Individuen. ist also eine Kluft zwischen den ' Begriffen und der Wirklichkeit überhaupt*.

Vogel" kein völlig bestimmter anschaulicher Gehalt entspricht. Seine Funktion ist alsdann nicht wesentlich von der des verschieden. mit der sie denn auch von Rickert. in einer beliebigen Menge von einzelnen Dingen oder Fällen existierend gedacht werden kann. Begriff ihr unmittelbar Was unseren Blick für die Einzelheiten widerstreitet? der empirischen Anschauung schärfen sollte. zunächst völlig auf eine Stufe gestellt wird. Tatsächlichen" selbst. Wie nun etwa dem Wort . sollte ein vollständiger Überblick über sie. an Stelle des engbegrenzten naiven Weltbildes eine umfassende Einsicht gewonnen werden. vielmehr darin nur gewisse unsichere Umrisse der Gestalt zugleich mit der vagen Vorstellung der Flugbewegung festgehalten sind. was unsere Kenntnis der Tatsachen zu befestigen und zu erweitern schien. wie es rein innerlich gegenwärtig ist.einer zufälligen und fragmentarischen Betrachtung der Dinge. als das Vorgestellte. Ist der Begriff. die sich für jeden individuellen Beobachter anders darstellt. vielmehr ab. So eigentümlich dieses Ergebnis indessen berühren mag: so zwingend folgt es in der Tat aus den Prämissen. Alles Vorgestellte wird wie Sigwart ausführt entweder als einzeln existierend oder aber abgesehen von den Bedingungen seiner Einzelexistenz vorgestellt und heißt alsdann insofern allgemein. die uns die feineren Strukturverhältnisse des Wirklichen erst erschließt und sie bis ins einzelne verfolgen läßt.. dessen die Forschung sich bedient. so ist und bleibt er unfähig. Wie aber ließe sich dieser Forderung genügen. wie wir jetzt erkennen müssen. das entfernt uns vielmehr immer weiter von dem eigentlichen Kern des . die Rickerts Theorie zugrunde legt. der hierin S i g w a r t folgt. so daß ein Kind auch den fliegenden Käfer oder Schmetterling als Vogel bezeichnen wenn der naturwissenschaftliche Wortes — — W 295 .. das Besondere als Besonderes zu erfassen. das stumpft ihn. Der Ausdruck für diesen innerlich gegenwärtigen Gehalt des Vorgestellten ist d a s o r t als solches. wenn das logische Instrument. gemäß der herrschenden logischen Lehre nichts anderes als eine „Vorstellung vom Gemeinsamen". Das begriffliche Verständnis der Wirklichkeit kommt der Vernichtung ihres charakteristischen Grundgehalts gleich.

Die Fähigkeit einer Vorstellung. die immer neue und immer entlegenere Elemente in den Kreis der Vergleichung hineinzuziehen vermag. indem jedes von ihnen einen einzigen Kreis kann: Unbestimmtheit von Merkmalen umfaßt: und diese Konstanz und allseitige Unterscheidung eines mit einem bestimmten Worte be296 . die wir von unseren tatsächlichen Empfindungen zurückbehalten. ist zunächst mit ihrer gegeben: . daß sich im wirklichen Prozeß des Bewußtseins neben den lebendigen und unmittelbar gegenwärtigen sinnlichen Anschauungen stets abgeblaßte Reste von ihnen finden. bringt es mit sich.so gilt das gleiche ursprünglich für alle unsere Allgemeinvorstellungen.. Der scheinbare Reichtum der Begriffsfunktion. die das eigentliche psychologische Material zum Aufbau der begrifflichen Allgemeinvorstellungen enthalten. daß das Verfahren. beruht also vielmehr auf der Armut des psychologischen Substrats. das dort unbewußt wirksam ist. Die Unsicherheit der Erinnerungsbilder. die sie Die verschiedenen in allgemeingültigen Definitionen fixiert. hier mit kritischem Bewußtsein geübt wird. auf nicht bloß räumlich und zeitlich. Sein Unterschied von den naiven Begriffen der Sprache und der populären Weltansicht besteht nur darin. Wenn die Wege der natürlichen. Auch der wissenschaftliche Begriff entsteht auf dem gleichen Wege und unter den gleichen Bedingungen. die nur den einen oder anderen Zug von ihnen aufbewahrt haben: und diese letzteren sind es. indem sie für die Auswahl des Wahrnehmungsmaterials bestimmte Vorschriften aufstellt. sich selbst überlassenen Abstraktion sich vielfältig verschlingen und kreuzen. so besteht die Leistung der Wissenschaft darin. wenn somit hier niemals zu einem völlig festen und eindeutigen Ergebnis zu gelangen ist. an welches sie anknüpft. Abstraktionsgebilde erhalten damit gegeneinander eine sichere Abgrenzung. diese Vieldeutigkeit aufzuheben.je unbestimmter. sondern inhaltlich Verschiedenes angewendet zu werden. Auch sie sind nur möglich. desto leichter die Anwendung". weil wir neben den konkreten und in sich vollendeten Sinneswahrnehmungen auch über unvollständigere und weniger genaue Bewußtseinsinhalte verfügen.

. Logik^ I. 325 u. wenngleich sie sich nicht zu ausdrücklicher Klarheit zu erheben zeichneten Vorstellungsgehalts griffs während der wissenschaftliche Begriff. auch Kap. zu ergreifen und wiederzugeben. 47 ff. kritisiert. Die theoretischen Begriffe der Naturwissenschaft sind keineswegs bloß gereinigte und idealisierte Wortbedeutungen. . der bereits innerhalb der reinen Erkenntnis wirksam ist. Für den „Begriff" in diesem Sinne aber besteht die Antinomie nicht. was das Wesen des BeDie Entfernung von der lebendigen Anausmacht*. daß sie den naturwissenschaftlichen Begriff. S. Was in dieser Deduktion zunächst auffällt. ist der Umstand. aber er die Wirklichkeit. muß freilich andererseits darauf verzichten. den sie in zuvor von dem Zusammenhang loslöst. die stets nur in individueller Form vor- handen und erfaßbar ist.) ff. völlig übersehbaren und für unser Denken beherrschbaren braucht. . I. . 297 32 ff. er sich gestaltet. doch immer noch im Hintergrund des Bewußtseins. O. je reiner sich um so mehr von diesem letzten Er wird dadurch zu einem Rest der Anschauung befreit. welchem er logisch entsteht und aus dem er fortdauernd seine eigentliche Kraft schöpft. Ganzen. vgl. die sie bezeichnen sollen.ist es. das demWort als solchem völlig fremd ist. 45 I. Rickert. denn ihnen allen haftet ein Moment an. hierzu a. ein exaktes * S. schauung der Einzeltatsachen aber ist jetzt noch größer geworden als zuvor. a.. Sie ent- mathematischen Wort- bedeutungen durchgehend den Hinweis auf Reihenprinzip. Hier kann keine unüberbrückbare Kluft zwischen dem „AUhalten. das Mannigfaltige der Anschauung in bestimmter Weise zu verknüpfen und gemäß einem vorgeschriebenen Gesetz zu durchlaufen. S i g wart (S.. Die Kritik der populären trifft daher diese Begriffe nicht. auf die Rickert seine Beweisführung stützt. da sie von Anfang an auf einem anderen Boden stehen und in völlig anderen Voraussetzungen wurzeln. wie sich gezeigt hat. — Die exakten naturwissen- schaftlichen Begriffe setzen nur einen gedanklichen Prozeß fort. s. Denn bei den Wortbedeutungen steht die konkrete Vorstellung der Inhalte. das uns anweist.

in die das Besondere eintritt. begrifflich" gefaßt und geformt wird. als eben den Zusammenhang zu ermöglichen und zur Darstellung zu bringen. um so schärfer hebt sich auch der Jeder neue seine Eigenart ab. Es ist nicht einzusehen. sobald er mit anderen . daß irgend ein konkreter Inhalt seiner Besonderheit und Anschaulichkeit verlustig gehen müßte. um es zu- hänge gestellt und — Gesichtspunkt — letzt gänzlich aus den Augen zu verlieren. nicht aber die Art des Aufbaus der stets eine 298 . Denkt man das Besondere als Reihenglied. So ist etwa der chemische „Begriff" eines bestimmten Körpers durch seine Konstitutionsformel gegeben. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: je weiter diese Formung fortschreitet und je mehr Beziehungskreise es sind. eine Hier trifft neue spezifische Beschaffenheit hervortreten. Relation und der Begriff ist nicht mehr als ein solcher Gesichtspunkt läßt zugleich an ihm eine neue Seite. sondern er bezeichnet Richtung. weiter verfolgt. die uns. daß er einen Weg zu neuen. Typen" eingeordnet und damit in ein bestimmtes Verhältnis zu der Gesamtheit der übrigen Körper gerückt wird. von dem besonderen Material der Anschauung ab. somit die Logik mit der Auffassung der konkreten Wissenschaft selbst wiederum zusammen. das Allgemeine als R e i h e nso ist alsbald deutlich.. Jeder echte naturwissenschaftliche Begriff beweist in der Tat seine Fruchtbarkeit eben darin. die Ordnung des Besonderen selbst gleichartigen Inhalten in verschiedene Reihen-Zusammen- insofern . bisher nicht bekannten Er wendet sich nicht Gebieten von .. Tatsachen" weist. doch in ihrer Leistung durchgehend aufeinander angewiesen sind. zugleich aber den verschiedenen chemischen . da das Allgemeine selbst keine andere Bedeutung und keine andere und Funktion hat. immer neue Besonderheiten im Mannigfaltigen der Anschauung kennen lehrt.. Die gewöhnliche chemische Formel. daß beide Momente. pri nzi p ohne ineinander überzugchen und sich inhaltlich irgendwie miteinander zu vermischen.gemeinen" und dem „Besonderen" entstehen. die nur im allgemeinen seine Zusammensetzung. in der er als besonderer Stoff in seiner eigentümlichen Struktur aufgefaßt.

daß alle Dingbegriffe der Naturwissenschaft die Tendenz in sich tragen.einzelnen Elemente wiedergibt. Erkennt man mit Rickert an. Das besondere Reihenglied. wird hier durch eine Fülle neuer Beziehungen bereichert. Je weiter die chemische Begriffsbildung fortgeht. kann als solches durchaus erhalten bleiben. Frisch- Die Grenzen der naturwissenschaftlichen BegriffsSystem. 225 ff. die wir jetzt besitzen. die doch andererseits für die positive der exakten Begriffe abgelehnt wird. gestattet zugleich zu verfolgen. 299 . Nur die Allgemeinheit des verschwommenen Gattungsbildes bedroht das Einzelne in seiner Eigenart. Die allgemeine Regel. hierzu die treffenden kritischen Bemerkungen von M. in welcher sie sich von anderen Beziehungsformen unterscheidet. die er selbst als ungenügend erkennt und zurückweist.isomer" zu bezeichnen waren. büdung. kraft deren es mit anderen zu einer Gesamtgruppe zusammengefaßt wird. daß der eigentliche logische Wert der Begriffe nicht an der Form der Beziehungsbegriffe eisen-Köhler. Arch. Die Kritik R i c k e r t s trifft somit zuletzt nur eine Form der Begriffsbildung. — — keit ab. Sie steht unter dem Gesichtspunkt der . Stoffe. f. zugleich aber besitzt die Relation. die den populären Wortbedeutungen anhaftet. auseinander und grenzen sich bestimmt in ihrer EigentümlichSo treffen wir hier nirgends auf jene vage „Allgemeinheit". um so schärfer prägt sich somit die Fähigkeit der des Besonderen aus.. eine scharf ausgeprägte Bedeutung. Phüosophie XII (1906). während die Allgemeinheit des bestimmten Relationsgesetzes diese Eigenart festigt und allseitig kenntlich macht. sondern die Allheit seiner möglichen räumlich-zeitlichen Phasen in sich. sich mehr — — Begründung und mehr in reine umzugestalten. S. treten vom Standpunkt des entwickelten Begriffs deutlich Unterscheidung . dessen Stellung im Ganzen des Systems bestimmt werden soll. in welcher Weise und nach welchem Gesetz der gegebene Stoff in andere übergeht: sie schließt nicht nur die Form seines Daseins in einem bestimmten Moment.Subsumtionstheorie"*. die vom Standpunkt des unentwickelten Begriffs als gleichartig weil als . * Vgl. so ist damit zugleich implicit zugestanden.

daß die zusammengefaßten Elemente entweder direkt in einem naturgesetzlich notwendigen. Gewiß bildet die Beziehung der Welt der Bedeutungen auf die Welt der Anschauungen unser Erkennen. daß sie. um so mehr an anschaulicher Schärfe und Klarheit einbüßen. wenn sie schon in den ersten Ansätzen zu den Bildungen ihrer Begriffe das endgültige Ziel aller Naturwissenschaft im Auge hat. 300 . d. stellungen" kann gesagt werden. oder in ihrer Zusammenstellung wenigstens Vorstufen zu solchen Begriffen abgeben. Vorheit der Gattungsvorstellungen verschoben. die bloße Merkmalskomplexe sind. unbedingt allgemeingültigen Zusammenhange stehen. die Gesetze entweder enthalten oder vorbereiten*.. in einen je weiteren Umkreis der Vergleichung und Zuordnung sie es einbeziehen. 73." Gegenüber diesen klaren Ausführungen läßt sich der kritische Punkt in Rickerts Theorie alsbald bezeichnen: der Schwerpunkt der Betrachtung wird hier fälschlich von der Notwendigkeit der begrifflichen . in denen ein naturgesetzlich notwendiger Zusammenhang zum Ausdruck kommt. sondern müssen ihrem logischen Wert nach Urteile sein. S. h. wenigstens soweit es sich um ein Erkennen im Sinne der Naturwissenschaften handelt. sondern es wird jede Zusammenfassung von irgend welchen Elementen zu einem Begriff immer unter der Voraussetzung geschehen. Bedeutungen" in die AllgemeinNur von . Urteile dagegen bestimmen das Einzelne um so genauer.. 71. O. a. die Einsicht in die naturgesetzliche Notwendigkeit der Dinge. bis sie schließlich zu bloßen Schemen ohne eigentlichen Wirklichkeitsgehalt verkümmern.. aber gerade darum können die Bedeutungen nicht Vorstellungen.„Ein wertvolles Glied abstrakten „Allgemeinheit" haftet." so heißt es bei Rickert selbst. „kann eine Wissenschaft nur sein. d. den auf die Erkenntnis des Ganzen der Körperwelt gerichteten Bestrebungen. Das Wachstum des Umfangs geht hier mit der Bestimmung in * a. je allgemeiner sie werden. h. dann wird sie überall die rein klassifikatorische Begriffsbildung sobald wie möglich zu verlassen streben. Hat sie aber dieses Ziel im Auge. sie wird sich niemals bei Begriffen begnügen.

Ganzes . Die Allgemeingültigkeit eines Urteils bezeichnet ja nicht eine Quantität des UrteilsQualität der Urteilsverknüpfung. zwei verschiedene Formen der Kausalität. Denn Ursächlichkeit bedeutet ihrem letzten Grunde nach nichts anderes als die „Notwendigkeit der zeitlichen überhaupt 301 . haben wir damit an seinem materialen Inhalt nichts geändert. Der Satz S ist P besagt in diesem Falle nicht. Nr. wird somit niemals in seiner schlechthin Hessen. sofern er eintritt. 15. Die Kausalität. der durch die Aufgabe der naturwissenschaftlichen Erkenntnis selbst gesetzt und gefordert ist*. die die soeben er. nur ein Symptom und Ausdruck für jenen Übergang zur Notwendigkeit. Allgemeinheit" ist daher aufgeprägt. sondern es lediglich unter einen Nicht ein neuen Gesichtspunkt der Beurteilung gestellt. * Eine mittelbare Bestätigting dieser Ansicht finde ich nachträgUch in der neuesten Darstellung der Rickertschen Theorie. Individuelle Kausalität" enthält schienene Schrift von Sergius imter(Ergänzungshefte der Kantstudien. sondern ein und derselben Erfahrungswirklichkeit wird eine neue kategoriale Form Der Übergang zur . wie die Naturwissenschaft sie behauptet und für ihre Erklärungen zugrunde legt. sondern immer nur als Exemplar eines Gattungsbegriffs erfaßt und dargestellt.. Berlin 1909). Ein Ereignis kausal begreifen. Kap. gleichsam ein sekundäres Moment. daß die Eigenschaft P in einer Mehrheit von Subjekten gleich- mäßig enthalten ist.. ihm aber unbedingt und mit objektiver NotwendigIndem wir also das Gegebene der Sinneskeit zukomme. Hessen um einmaligen und unwiederholbaren Eigenart. oben.des Inhalts parallel (s. von Gegenständen wird erschaffen. empfindung kraft der naturwissenschaftlichen Gesetze in ein Notwendiges umdenken. den Gegensatz zwischen der naturwissenschaftlichen und der historischen Begriffsbildung scharf hervortreten zu lassen. I). er ist. sondern eine so daß auch Urteile über Einzelnes durchaus allgemeingültig sein können. subjekts.. sondern daß sie diesem besonderen Subjekt. heißt im Sinne dieser Auffassung es unter allgemeine Gesetze substimieren was auf diese Weise erkannt wird. das nicht die eigentliche Grundtendenz der Begriffsbildung trifft. individueller" Dinge geht hier in ein Ganzes . geht in dem Gedanken der allgemeinen Gesetzmäßigkeit auf.. scheidet. allgemeiner" Dinge über: sondern ein relativ loses Nebeneinander empirischer Bestimmungen fügt sich zu einem System objektiv Nicht eine eigene Art gültiger Verknüpfungen zusammen. Der Gehalt des Kausalgedankens aber ist durch dieses einseitige naturwissenschaftliche Schema nicht erschöpft.

Hinsicht freilich bleibt die Trennung naturwissenschaftlichen Begriff und der „Wirklichkeit", wie sie uns in den sinnlichen Eindrücken gegeben ist, bestehen. Keiner der Grundbegriffe der Naturwissenschaft läßt sich als Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung
In

einer
dem

zwischen

Aufeinanderfolge der Wirklichkeitsstücke**: eine solche Notwendigkeit aber müssen wir auch dort postulieren, wo wir es mit der Abfolge rein individueller Ereignisse zu tun haben, die somit niemals in genau Die spezifisch ,, historische Kauderselben Weise wiederkehren können. salität*' gründet sich auf die Anwendung dieses Gesichtspunktes; ihr Bogriff entspringt, sobald wir in ein einmaliges zeitlich determiniertes Geschelien, ohne es als einen Sonderfall allgemeiner Gesetze begreifen zu wollen, dennoch den Gedanken der Notwendigkeit imd Eindeutigkeit des Verlaufs hineine 8 8 e n a. a. O., bes. S. 32 ff., S. 73 ff., u. s.) Hier zeigt sich legen. (Vgl. jedenfalls, daß für den naturwissenschaftlichen und den historischen „Begriff** dennoch eine übergreifende Einheit besteht, aus welcher beide sich ableiten und diese Einheit wird durch den Gedanken der Notwendigkeit konstituiert. Bei Hessen selbst wird diese Notwendigkeit zvmächst in die „objektive Wirklichkeit*' verlegt, die als solche von jeder Form der begriffliclien Deutung, gleichviel ob sie in der Richtung der naturwissenschaftliclien oder der geschichtlichen Begriffe erfolgt, prinzipiell Eine genauere erkenntnistheoretische Analyse frei gedacht werden soll. ergibt indes, daß eben diese Wirklichkeit nicht im Sinne einer absoluten metaphysischen Existenz zu nehmen, sondern als eine regulative Idee aufzufassen ist, die unsere verschiedenen, methodisch auseinandergehenden Konzeptionen auf ein gemeinsames Ziel hin dirigiert. (Vgl. bes. S. 88 ff.) Es zeigt sich somit, mit anderen Worten, daß die methodologische Unterscheidung der „allgemeinen** Naturbegriffe von den „individuellen" zwischen beiden nicht Gescliichtsbegriffen einen ausschließt, sondern vielmehr fordert: was vom Standpunkt der „Allgemeinheit" logisch auseinanderfällt, das strebt wiederum zusammen, sobald wir diesen Standpunkt mit dem der Notwendigkeit vertauschen. Halten wir diesen letzteren Gedanken als den eigentlich ursprünglichen und entscheidenden fest, so wird ferner deutlich, daß auch der Unterschied im Grade der „Allgemeinheit" selbst sich niemals zu einem unSofern wir die Idee der bedingten Gegensatz zu steigern vermag. Notwendigkeit auf ein besonderes zeitliches Geschehen anwenden, sofern wir also behaupten, daß dieses individuelle A dieses individuelle B

H
:

,

Zusammenhang

notwendig foraert und nach sich
eines implicit mitgesetzt.
;

eben in dieser Feststelliuig Moment des Allgemeinen Denn in diesem Urteil ist zwar der Fall, daß der Gesamtkomplex A jemals in genau derselben Bestimmtheit wiederkehrt, ausgeschlossen zugleich aber ist in ihm ausgesagt, daß, w e n n A sich in dieser Weise wiederholte, damit B und nur B als wirklich gefordert wäre. Wer also in der Geschichte mehr sieht als eine bloße positivistische „Beschreibung** des Nacheinander verschiedener Ereignisse, wer auch ihr eine besondere Art des kausalen Urteils zugesteht der hat diese Form des „Allgemeinen" in ihr bereits anerkannt. Die Allgemeinheit haftet nicht an dem kategorischen, sondern an dem hypothetischen Teil der
zieht, so ist

einmaligen

Sachverhalts ziigleich ein

:

302

aufweisen und durch einen unmittelbar entsprechenden Eindruck belegen. Immer deutlicher hat es sich vielmehr gezeigt, daß das naturwissenschaftliche Denken, je weiter es seine Herrschaft ausdehnt, um so mehr zu begrifflichen Konzeptionen gedrängt wird, die im Gebiet der konkreten Empfindungen kein Analogon mehr besitzen. Nicht nur hypothetische
die Form des von und wird ins Allgemeine projiziert, wenngleich die einzelnen Elemente nur besitzen mögen. Der historische Begriff, eine einmalige der diese Wirklichkeit zu fassen versucht, bezieht sich mittelbar auf die universelle Form der Notwendigkeit, wie andererseits der exakte naturwissenschaftliche Begriff, der zunächst der Ausdruck eines allgemein gültigen Relationszusammenhangs sein will, eine Bewährung und Anwendung der Beim zeitlich bestimmten Einzelfalle sucht. Nur die

je

:

Zusammenhangs

A

B

ideell

Wirklichkeit

Richtung

ziehung des

,,

Besonderen" auf das

während die
als
,,

Korrelation

Allgemeine" ist somit verschieden, der beiden Momente sich in beiden Fällen
,,

einen Gegensatz zwischen dem Wirklichkeit", sondern um eine Unterscheidung, die sich rein innerhalb des Systems der Begriffe selbst hält. selbst hebt diesen Umstand und damit den begrifflichen Chaeignet, nachdrücklich hervor. ,,Die rakter, der auch der entgegengesetzte Meinung, welche die Geschichte zu einer anschaulichen Wissenschaft machen und sie mit der Wirklichkeit verknüpfen will, macht sich eines historischen Begriffsrealismus schuldig, der ebenso gefährlich ist, wie der naturwissenschaftliche." Auch die historischen Begriffe sind ,,im allgemeinen Produkte einer mehr oder weniger starken Abstraktion" und somit als solche ebensowenig anschaulich wie die Begriffe der Natvirwissenschaften. ,,Als individualisierende Kulturwissenschaft bedeutet Geschichte eine Entfermuig von der Wirklichkeit prinzipiell steht sie der letzteren ebenso nah wie die Naturwissenschaften, auch sie arbeitet mit Begriffen, vmd zwar mit individuellen Begriffen. Dem historischen Begriffsrealismus gegenüber muß das besonders betont werden."
Begriff" schlechthin

notwendig erweist. Hier handelt es sich also nicht

um

und der absoluten

,,

Hessen

Geschichte

;

( S. 2 7 f f ) Hier zeigt es sich von einer anderen Seite her, daß die des naturwissenschaftlichen Begriffs vom historischen auf der anderen Seite eine bestimmte zwischen beiden voraussetzt die
.

Trennung
:

Begriffsfunktion
mung"

Verknüpfung

als solche in ihrer einheitlichen Grundform verstanden und abgeleitet sein, ehe die Differenzierung in verschiedene Begriffsarten einsetzen kann. Diese Grundform aber liegt nicht im^ Gattungsbegriff, sondern im der für jegliche Art der ,, For-

muß

Reihenbegriff,

des anschaulich Gegebenen unentbehrlich ist. Die Einordnung des Einzelnen in einen übergreifenden Gesamtzusammenhang, die sich immer deutlicher als das eigentliche Ziel der natiirwissenschaf tlichen Begriffsbildung herausgestellt hat, bildet eine wesentliche Aufgabe auch der geschichtlichen Begriffe. Diese ,, Einordnung" kann unter mannigfachen Gesichtspunkten und gemäß verschiedenen Motiven erfolgen: sie besitzt nichtsdestoweniger logisch übereinstimmende Züge, die sich als das Wesen „des" Begriffs be-

stimmen und herausheben

lassen.

303

Begriffe, wie das

Atom

Begriffe, wie Materie oder

oder derAether, sondern rein empirische Bewegung, lieferten den Beleg dafür,

daß die wissenschaftliche Forschung neben den ,, gegebenen" Elementen der Wahrnehmung die rein idealen und in keiner direkten Erfahrung aufzeigbaren Grenzbegriffe, daß sie neben dem „Wirklichen" das ,, Nicht-Wirkliche" nicht zu entbehren vermag. (S. oben, S. 159 ff.) Aber es wäre nichtsdestoweniger ein Mißverständnis, wenn man annähme, daß
exakte Wissenschaft sich durch diesen eigentümlichen ihrer Begriffsbildung den Aufgaben, die das empirisch-konkrete Dasein ihr stellt, mehr und mehr entfremdet. Gerade in dieser scheinbaren Abkehr von der Wirklichkeit der Dinge strebt sie ihr vielmehr auf einem neuen Wege zu. Eben jenen Begriffen, die keinen direkt aufweisbaren anschaulichen Gehalt mehr besitzen, kommt dennoch eine unentbehrliche Funktion für die Gestaltung und den Aufbau der anschaulichen Wirklichkeit zu. Die Bestimmungen, zu deren Ausdruck die naturwissenschaftlichen Grundbegriffe geschaffen sind, haften den empirischen Gegenständen freilich nicht wie wahrnehmbare Eigenschaften, wie ihre Farbe oder ihr Geschmack an; aber sie sind andererseits Verhältnisse eben dieser empirischen Gegenstände selbst. Die Urteile, die hier geprägt werden, sind daher, so wenig sie selbst sich ihrem Inhalt nach in bloße Aggregate von Sinneseindrücken auflösen lassen, in ihrem Gebrauch doch wiederum auf das Ganze dieser Eindrücke, dem sie systematische Form zu geben suchen, bezogen. Der methodische Gegensatz steigert sich daher niemals zum metaphysischen: denn das Denken trennt sich von der Anschauung nur, um mit neuen selbständigen Hilfsmitteln zu ihr zurückzukehren und sie dadurch in sich selbst zu bereichern. Jede Beziehung, die die Theorie entdeckt und in mathematischer Form ausgeprägt hat, weist jetzt zugleich einen neuen Weg vom Gegebenen zum noch nicht Gegebenen, von den wirklichen zu den ,, möglichen" Erfahrungen. Es ist somit freilich zutreffend, daß die Relationsbegriffe der Naturwissenschaft kein unmittelbares Abbild in den Einzeldingen besitzen: aber was ihnen widerstrebt, ist nicht sowohl das
die

Grundzug

304

als vielmehr das Moment der Einzelheit, Sie ermöglichen und verbürgen die der Dinglichkeit. Einsicht in Einzel Verhältnisse, wenngleich sie sich anschauen lassen. niemals in der Art isolierter So bedeutet etwa die „Energie*' nicht ein gleichartiges Ding, in dem alle inneren Unterschiede der verschiedenen Energiearten aufgehoben wären, sondern ein einheitliches Prinzip der Verknüpfung, das sich als solches nur am qualitativ Verschiedenen selbst bewähren kann. Die Identität der Reihenform und diese ist es, die sich hinter jeder Annahme identischer Objekte in der Naturwissenschaft verbirgt ist nur an der Mannigfaltigkeit der Reihenglieder, die als Zwischen der allsolche bewahrt werden muß, aufzeigbar. gemeinen Geltung der Prinzipien und dem besonderen Dasein der Dinge besteht somit kein Widerspruch: weil zwischen beiden im letzten Grunde kein Wettstreit stattfindet. Sie gehören verschiedenen logischen Dimensionen an, so daß keines versuchen kann, sich unmittelbar an die Stelle des

Moment

Objekte

anderen zu setzen.
erhält das Problem, um das es sich hier handelt, schärfere Fassung, sobald man es auf den Boden der eine zurückversetzt*. Man hat gegenüber

Wiederum

Mathematik
*

Die „konkrete Allgemeinheit", die den mathematischen Begriffen (vgl. oben, Kap. I), ist gelegentlich auch vom Standpunkt der Rickertschen Grundanschauung aus ausclrücklich anerkaiuit luid hervorgehoben worden. „Die für die begriffliche Erkenntnis bestehende Kluft zwischen Allgemeinem und Besonderem" so heißtes in L a s k s Schrift „Fichtes Idealismus und die Geschichte" mithin die Irrationalität, wird in der mathematischen Anschauung überbrückt durch die Möglichkeit der Konstruktion. Die einzelnen Verwirklichungsfälle des mathematischen Begriffs können durch den Begriff selbst erzeugt werden. Vom Begriff des Kreises gelangt man durch Konstruktion zur mathematischen Individualität des einzelnen Kreises, dringt also vom Allgemeinen her bis zum letzten Rest des Individuellen vor Auch in der Mathematik ist das anschauliche Objekt ein Einzelnes, Konkretes, Gegebenes, aber ein apriori, nicht ein aposteriori Gegebenes, wie das Materiale der Empfindtmg es ist ein logisches Unikum! individuell einmalig und doch zugleich apriori konstruierbar." (S. 40 f.) Man sieht auch hier, daß die Kritik Rickerts eine andere Gestalt erhalten hätte, wenn sie von Anfang an und mit voller

zukommt

— —

.

.

.

;

Entschiedenheit die naturwissenschaftlichen Begriffe statt als Ergebnisse der „abstraktiven" Begriffsbildung, als Erzeugnisse der konstruktiven mathematischen Begriffsbildung gefaßt hätte. Die Einsicht,
Cassirer Substanzbegriff

20

305

Rickerts Auffassung mit Recht auf die bedeutsame Rolle hingewiesen, die der Feststellung bestimmter Größentatsachen,

bestimmter

numerischer Konstanten

der Naturwissenschaft

dieser Konstanten in eingesetzt werden, erhält damit die Mannigfaltigkeit der Erfahrungen jenes feste und eindeutige Gefüge, das sie zur „Natur*' stempelt. Der wissenschaftliche Bau der Wirklichkeit wenn neben die allgemeinen Kausalist erst vollendet,

im Aufbau zukommt*. Erst wenn die Werte die Formeln der allgemeinen Gesetze

gleichungen bestimmte empirisch festgestellte Größenwerte für besondere Gruppen von Vorgängen treten; wenn also etwa das allgemeine Prinzip der Erhaltung der Energie durch die Angabe der festen Äquivalenzzahlen ergänzt wird, nach welchen der Energieaustausch zwischen zwei verschiedenen Diese Zahlen sind, wie Robert Gebieten erfolgt. es ausgesprochen hat, die gesuchten Fundamente einer exakten Die bestimmte Zahl aber durchbricht Naturforschung**. das herkömmliche logische Schema, das den Begriff nur als allgemeinen Gattungsbegriff kennt, der eine Mehrheit von Exemplaren unter sich faßt. Die „Zwei", die „Vier" existiert nicht als Gattung, die in allen konkreten Zwei- oder Vierheiten von Gegenständen verwirklicht ist, sondern sie ist als festes Glied in der Folge der Einheitssetzungen nur einmal da, wenngleich andererseits kein Zweifel darüber bestehen kann, daß sie kein sinnliches, sondern ein rein begriffliches ,,Sein*' besitzt. (S. hierzu Kap. II.) Auch von dieser Seite her zeigt es sich somit, daß dem Wissenschaftlichen Begriff als solchem

Mayer

die hier für die Mathematik gewonnen ist, hätte sich dann notwendig auf die Physik übertragen müssen: denn eben darin hegt das eigen tUche Problem, daß^ie Mathematik keineswegs ein „logisches Unücimn" ist und bleibt, sondern daß sie mit der ihr eigentümlichen Begriffsform fortschreitend auch die ,, besonderen" Naturwissenschaften erfüllt. In der Form der physikalischen „Indtiktion", durch die wir das empirisch Wirkliche erfassen, ist bereits die Form der mathematischen ,, Deduktion" enthalten und wirksam, ist somit die gleiche methodische Bewältigung des Besonderen durch das

Allgemeine
* S.

geleistet.
i

(Vgl. bes.

Kap.

5.)

R
6,

eh
S.

wart",
S. 255.

I,

Logik und Erkenntnistheorie (,,Die Kultur der GegenlOlf.); vgl. bes. Frischeisen-Köhler, a.a.O.
1
,

Wärme
306

** R. a (1851)

M

ye

r

,

(Die Mechanik der

Bemerkungen über das mechanische Äquivalent der Wärme, S. 237.)

die Feststellung des Einzelnen keineswegs versagt ist; wenngleich er andererseits das Einzelne niemals isoliert, sondern

besonderes Element einer geordneten Mannigfaltigkeit Statt zu abstrakten und leeren Gattungen des Seins und Geschehens aufzusteigen, sucht die Forschung die empirischen Konstanten, die sie gefunden und die durchaus eindeutige Zahlen- Individualitäten darstellen, kraft notwendiger Gesetze zu Reihen zu verknüpfen*. Die ,, Strukturverhältnisse", die neben den Gesetzen der kausalen Abhängigkeit das wesentliche Objekt der naturwissenschaftlichen Betrachtung ausmachen, werden schließlich, wie insbesondere das Beispiel der chemischen Erkenntnis lehrt, auf bestimmte Zahlen zusammengezogen, die ihrerseits wieder als geregelte Folgen zu verstehen gesucht werden. Die Theorie betrachtet und umgrenzt die möglichen Formen des Reihenzusammenhangs überhaupt, während die Erfahrung die bestimmte Stelle bezeichnet, die ein empirisch „wirkliches" Sein oder ein empirisch wirklicher Vorgang innerhalb dieses Zusammenhangs einnimmt. Im entwickelten naturwissenschaftlichen Weltbild sind beide Momente untrennbar miteinander vereint: das Allgemeine der Funktionsregel stellt sich hier nur in der Besonderheit konstanter Zahlwerte, die Besonderheit der konstanten Zahlen nur in der Allgemeinheit eines Gesetzes dar, das sie wechselseitig verknüpft. Auch innerhalb der besonderen Wissenschaften wiederholt und bestätigt sich diese Wechselbeziehung. Keine naturwissenschaftliche Disziplin verzichtet auf die Feststellung einzelner Tatsachen; und keine kann diese Feststellung ohne entscheidende Mitwirkung des Gesetzesgedankens vollziehen. Auch dort, wo von dem Gegensatz der historischen Individualbegriffe und der naturwissenschaftlichen Gattungsbegriffe ausgegangen wird, muß daher ausdrücklich zugestanden werden, daß dieser gedanklichen Sonderung keine reale Trennung in den Wissenschaften selbst entspricht. Überall greifen die beiden Motive ineinander über: und nur nach der

nur

als

erfaßt.

* Vgl- hrz. jetzt besonders A. Görland, Aristoteles züglich der Idee der theoretischen Erkenntnis untersucht.
(Pliilos.

und Kant beGießen 1909.

Arbeiten hrg. von

Cohen

u.

Natorp

II, 2.)

S.

433 ff.
20*

307

des einen oder anderen läßt sich die Stellung einer besonderen Wissenschaft im allgemeinen System Ist dem aber so, der Erkenntnis bemessen und feststellen. so wird es fraglich, mit welchem Rechte wir eine Art der Problemstellung und Problembehandlung, die sich als solche auf die mannigfachsten Disziplinen verteilt, noch durch den Namen einer von ihnen bezeichnen und charakterisieren können. Wenn wir alle jene Verfahrungsweisen der Wissen.Tatsächlichen" schaft, die auf die Gewinnung des rein gerichtet sind, unter dem einen Gattungsbegriff des ,, Historischen" zusammenfassen: so ist damit noch keineswegs erwiesen, daß der so entstandene Begriff eine wahrhafte dische Einheit darstellt. Denn die Feststellung des Tatsächlichen erfolgt in den verschiedenen SonderwissenImmer ist schaften unter sehr verschiedenen Bedingungen. es die allgemeine Theorie der betreffenden Sonderdisziplin, die hierbei notwendig vorausgesetzt wird und die auch dem Tatsachenurteil erst sein bestimmtes Gepräge gibt. So schließt jedes astronomische „Faktum" in seiner Formulierung und Aussprache den gesamten Begriffsapparat der Mechanik des Himmels, weiterhin aber die Grundlehren der Optik, ja alle wesentlichen Teile der theoretischen Physik überhaupt in sich ein (s. oben, S. 189 ff.). Methodisch ist somit der „historische" Teil jeder Wissenschaft mit ihrem „theoretischen" Teil kraft einer wahrhaften innerlichen Abhängigkeit verknüpft, während andererseits zwischen den beschreibenden Disziplinen nur ein loser Teilen zweier Zusammenhang besteht. Die Einheit ist hier nicht prinzipieller, Das Verfahren, sondern lediglich klassifikatorischer Art. kraft dessen die Astronomie ihre Tatsachen gewinnt, gehört begrifflich zusammen mit dem Verfahren, in welchem sie ihre allgemeinen theoretischen Grundkonzeptionen entwirft: aber es scheidet sich scharf und bestimmt von dem Wege, auf welchem beispielsweise die Biologie zur Bestimmung und Sichtung ihres empirischen Materials gelangt. Auch hier erweist es sich als unmöglich, den Schnitt, den wir durch unsere Erkenntnisse legen, in der Weise zu führen, daß auf die eine Seite rein das Allgemeine, auf die andere rein das Be,

Vorherrschaft

metho-

verschiedener

308

sondere zu stehen käme: nur das Verhältnis der beiden Momente, nur die Funktion, die das Allgemeine am Besonderen erfüllt, ergibt einen wahrhaften Einteilungsgrund. Daß diese Funktion in keiner ihrer Betätigungen zu Ende gelangt, daß sie vielmehr hinter jeder Lösung, die sie zu geben entstehen sieht, ist freilich vermag, eine neue zweifellos. Hier bewährt in der Tat die ,, individuelle" Wirklichkeit den Grundcharakter der Unerschöpflichkeit. Aber es bildet zugleich den charakteristischen Vorzug der echten

Aufgabe

wissenschaftlichen Relationsbegriffe,

daß

sie

•trotz ihrer prinzipiellen Unabschließbarkeit in Angriff

Jede neue Setzung bildet, indem sie sich gegangenen verknüpft, einen neuen Schritt zur

Aufgabe nehmen. mit den vorandiese

Deter-

des Seins und Geschehens. Das Einzelne bestimmt als unendlich ferner Punkt die Richtung der Erkenntnis. Dieses letzte und höchste Einheitsziel weist freilich über den Kreis der naturwissenschaftlichen Begriffe und Methoden hinaus. Das „Individuum" der Naturwissenschaft umfaßt und erschöpft weder das Individuum der ästhetischen Betrachtung noch die sittlichen Persönlichkeiten, die die Subjekte der Geschichte bilden. Denn alle Besonderheit der Naturwissenschaft geht in der Entdeckung eindeutig be-

mination

stimmter

Größenwerte
auf,

und

Größenverhältihres

nisse

während

der Gegenstand in ethischen Beurteilung
kreises liegen.

und der Eigenwert, den der künstlerischen Betrachtung und in der
die Eigenart

gewinnt,

außerhalb

Gesichts-

Aber diese Abgrenzung der verschiedenen Methoden des Urteils schafft dennoch keinen dualistischen Gegensatz zwischen ihnen. Der naturwissenschaftliche Begriff leugnet und vernichtet das Objekt der Ethik und Ästhetik nicht, wenngleich er es mit seinen Mitteln nicht aufzubauen vermag; er verfälscht die Anschauung nicht, wenngleich er sie mit Bewußtsein unter einem vorherrschenden Gesichtspunkt betrachtet und eine einzelne Form der Bestimmung an ihr heraushebt. Die weiteren Betrachtungsweisen, die sich über ihm erheben, stehen daher zu ihm nicht sowohl im» Widerspruch, als in einem Verhältnis der gedanklichen Ergänzung. Auch sie gehen nicht auf das Einzelne
309

und isoliertes Element, sondern sie schaffen neue und inhaltsvolle Gesichtspunkte der Verknüpfung. Es ist eine neue Zweckordnung des Wirklichen, die jetzt neben die bloße Größenordnung tritt und in der das Individuum erst seine volle Bedeutung gewinnt. So sind es, logisch gesprochen, verschiedene Beziehungsformen, in die hier das Einzelne aufgenommen und kraft deren es gestaltet wird: der Widerstreit des „Allgemeinen" und „Besonderen" löst sich in einen Fortschritt tärer Bedingungen auf, die erst in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenschluß das Problem des Wirklichen zu fassen vermögen.
als losgelöstes

komplemen-

310

Zweiter Teil Das System der Relationsbegriffe und das Problem der Wirklichkeit .

.

das nicht auf die Verknüpfung der gegebenen.A Fünftes Kapitel. das aller eigen ist. Zum Problem der Induktion. Der eigentliche Ertrag der methodischen Analyse der naturwissenschaftlichen Erkenntnis liegt darin. Es gibt kein empirisches Gesetz. Was im Erkenntnisprozeß selbst als unlösliche Einheit von Bedingungen erscheint und wirksam ist. den die philosophischen Parteien um die Rechte der und . die ihr beide schon in der Festsetzung ihres ursprünglichen Bestandes gleich unentbehrlich sind. sobald sie ihr eigenes Verfahren prüfte. daß sie dem Gegensatz des Allgemeinen und Besonderen seine metaphysische Schärfe nimmt. an dem Streit. Deduktion" führten. tritt hier wiederum deutlich hervor. Das Grundmotiv.. wie auf der anderen Seite jede „Tatsache" bereits im Hinblick auf ein hypothetisches Gesetz festgestellt ist und durch diese Rücksicht erst ihre Bestimmtheit erhält. Die empirische Naturwissenschaft selbst hat daher. daß es sich hier um eine falsche und künstliche Trennung von Erkenntnisweisen und Erkenntniswegen handePt. sondern sie stehen in lebendigem funktionalen Zusammenhang. Das Gesetz und die Tatsache erscheinen nun nicht mehr als die beiden für immer getrennten Gegenpole des Wissens. indem sie sich zueinander wie Mittel und Zweck verhalten. begreifen.. keinen erheblichen . wie auf die Erschließung nicht gegebener Gruppen von Tatsachen ginge. Sie mußte. das wird in der Betrachtungsweise Metaphysik derErkenntnis 313 . I. Induktion" Anteil mehr genommen. seit sie zuerst in den „stetigen Gang einer Wissenschaft" eingelenkt ist.

Soll dieser Forderung in aUer Strenge genügt werden. So steht denn auch in der Philosophie der Natur dicht neben der Metaphysik des Allgemeinen eine Metaphysik des Be- sonderen. fiele damit wiederum dem Gebiet der bloßen Fiktion anheim. die als Ausdruck des notwendigen Zusammenhangs der Erfahrungen dienen. diesen Grundbestand immer reiner herauszuheben und alle Aussagen über das Sein immer vollkommener in ihn aufgehen zu lassen. zu selbständigen Wirklichkeiten erhoben werden. und Vielheit. so wird hier die Empfindung in ihrer individuellen Eigenart zum Träger und Inhalt der echten Wirklichkeit. Gegenwärtige diese ihre natürliche Schranke anerkennen. Dauer auf Einheit und Veränderung. Die Geltung. die sämtlich nur Teilmomente bestimmter fundamentaler Erkenntnisweisen bezeichnen. treten diese Weise in unbedingte Gegensätze auseinander. die irgendein wahres Urteil für sich in Anspruch nehmen darf. so muß vor allem das Motiv der Vereinzelung scharf und klar durchgeführt werden. wenn er sich nicht von ihrer Bestimmtheit entfernen will. wird allein in den isolierten Eindrücken und ihrer qualitativen Beschaffenheit gesucht: die fortschreitende begriffliche Einsicht dient nur dazu. der jeder Analyse stand hält. Sein und Werden. die diesen Kreis durchbricht. können und dürfen nunmehr nichts anderes bedeuten. so muß auch der Begriff. und vergangene Empfindungen sind es. ausmachen. Alle Urteile. Wenn dort Begriffe. Der reale Gehalt des Daseins. die wir fällen. als die Feststellung eines hier und jetzt gegebenen Tateinfache bestandes.der Metaphysik zu einem Widerstreit von Dingen hypostasiert. Schon das letztere Moment droht freilich bereits das allgemeine Grundschema zu durchbrechen: denn auch die Vergangenheit „ist" für das Bewußtsein nicht mehr in 314 . der rationalen wie der Tatsachenurteile. Eine Behauptung. muß somit in strengem Sinne auf den Zeitpunkt der Urteilsfällung eingeschränkt werden: denn wie die Wahrnehmung als realer Vorgang über diesen Zeitpunkt nicht hinausdringt. der lediglich in dieser seiner räumlich-zeitlichen Besonderung ergriffen wird. die den Kern aller unserer Urteile.

Das Vergangene. dessen einer Eckpunkt mit dem Scheitel des rechten Winkels zusammenfällt. für die verschiedenen Disziplinen der Erkenntnis stets ein und dasselbe bleibt. Die Methode der Beobachtung und des Versuches ist unabhängig davon. Wenn wir Ferne dennoch als gegenwärtig und in stimmtheit des unmittelbaren Eindrucks erfaßt. die zu dieser Erklärung hingeführt hat. um die Lösung dieser Aufgabe zu finden. Ist etwa um ein Beispiel a c h s zu brauchen die geometrische Aufgabe gestellt. wird alsdann trotz seiner zeitlichen dem gleichen Sinne. Die Form des Urteils muß überall die gleiche sein. weil das Material der Vorstellungen. b und c liegen sollen: so wird der Gedanke. vom Scheitel des rechten Winkels aus.. auf deren Vergleichung der alleinige Bestand des Urteils beruht. die in einem früheren Zeitpunkt das Bewußtsein erfüllt haben. stehen unter diesem Gesichtspunkt gleichwertig nebeneinander: denn es ist nicht die Analyse des Gegenstands. ob wir mit den Dingen selbst oder aber mit unseren Vorstellungen und Erinnerungen der Dinge experimentieren. Physik und Biologie. auf einer der beiden Katheten irgendeine beliebige. das hier vor uns hintritt. sofern nur angenommen wird.hier der Begriff der Wirklichkeit einen zeitlich gegenwärtigen Eindruck mit anderen zusammenhalten. während die drei übrigen Ecken auf den Seiten a. so haben wir damit bereits den ersten Schritt vom „Gegebenen" ins „NichtImmerhin mag dieser Schritt noch als Gegebene" getan. Mathematik und Physik. gefahrlos gelten. daß die erinnerte Wahrnehmung der tatsächlichen in allen sachlichen Bestandteilen durchaus ähnlich ist. sondern die psychologische Zergliederung des Urteilsaktes selbst. in ein rechtwinkliges Dreieck mit den Katheten a und b und der Hypotenuse c ein Quadrat einzuschreiben. auf dem diese Form wesentlich und ausschließlich beruht. Der konsequente . die gegebenen Bedingungen zunächst einem Versuch unterwerfen. willkürlich angenommene Strecke abgetragen und zu ihr — M — 315 . tatsächliche aller Be- Es sind und reproduzierte Wahrnehmungsinhalte. in dem genommen wird. Denken wir uns etwa. Empirismus" muß diese Folgerung gleichmäßig auf alle Gebiete des Wissens ausdehnen.

Diese Veraußerhalb des Dreiecks. sondern rechts oder links von ihr. sofern wir durch kontinuierliche Vergrößerung der anfangs gewählten Strecke den Endpunkt aus der einen Lage im Innern des Dreiecks in die andere. als daß hierbei die Hypotenuse als die Grenzlinie. Das vulgäre Denken mag sich auch mit einer praktisch zureichenden annähernden Lösung begnügen. Erkenntnis und Irrtum. nicht anders vor sich gehen. gehen naturgemäß der vollkommenen Lösung voraus. So simpel auch dieses mit Absicht gewählte so bringt es doch das Wesentliche jeder Problemlösung. 316 . Die Wissenschaft fordert die allgemeinste. der nunmehr den durch die Aufgabe gePunkt darstellt. . „Solche tatonnierende Sonforderten dierungen der Vorstellungsgebiete. also auf ihr ein Punkt bezeichnet wird. so wird dessen Eckpunkt im allgemeinen nicht auf die Hypotenuse. wie die Anschauung unmittelbar lehrt. die die beiden Teile der Dreiecksebene sondert. Zieht man also von diesem bekannten Punkt aus diese Winkelhalbierende. indem wir uns erinnern. so kann man von deren gefundenem Durchschnittspunkt mit c aus ohne weiteres das gesuchte Quadrat ergänzen. das ein stetiger Übergang. kürzeste und übersichtlichste Lösung. Experimentieren mit Gedanken. Diese erhalten wir." Zugleich indessen deckt freilich eben dieses Beispiel eine latente Voraussetzung auf. das . 39 f. .zu klarem Bewußtsein*. Beispiel ist. Zwischen diesen beiden an und für sich möglichen Fällen besteht.. Die „Erinnerung" im strengen psychologischen sie verSinne vermag keine neuen Inhalte zu produzieren. einmal berührt. schiebung aber kann wiederum. mag nur zu wiederholen. S.. in welchen wir die Lösung der Aufgabe zu suchen haben.entsprechende Quadrat konstruiert. überführen können. daß alle eingeschriebenen Quadrate die von dem Durchschnittspunkt der a und b ausgehende Winkelhalbierende als Diagonale gemein haben. mit Erinnerungen . auf der der gesamte Gedankengang beruht. wie sich ferner zeigt. außerhalb oder innerhalb der Dreiecksfläche zu liegen kommen. was die sinnliche Vorstellung als — * Mach.

daß sich in weiterem Fortschritt Punkte der Winkelhalbierenden finden werden. sondern von der Einheit des geometrischen Verfahrens zu den Besonderheiten der Anwendung. die gleiche Eigentümlichkeit. immer untersucht haben mögen. wie die zuvor beobachteten aufweisen werde. ohne darum dieser Linie anzugehören. so können wir doch. umgekehrt Punkte gibt. die der gestellten Bedingung nicht genügen oder aber. Den Charakter der Notwendigkeit erhält somit die Lösung erst dann. Hier geht der Weg nicht von der Mehrheit der Einzelfälle zum verknüpfenden Gesetz. niemals entscheiden. Fälle. wenn wir über die einzelnen Beispiele auf das Verfahren der Konstruktion zurückgreifen. ob auch der nächste Punkt. die nicht nur für das gegenwärtige Vorstellungsbild. Indem wir uns dieser einheitlichen Regel der Konstruktion bewußt werden. den wir herausgreifen. ergreifen wir damit zugleich die Gesamtheit der Bestimmungen des fertigen Gebildes. Erst damit wird eine Beziehung gesetzt. auf diesem Standpunkt der Betrachtung.Sie kann somit diejenigen solche einmal dargeboten hat. ohne zuvor die besonderen ExemGerade dies aber ist plare einzeln durchlaufen zu haben. wie es und Eindeutigkeit 317 . sondern stets nur die begrenzte Vielheit wirklicher Fälle zu Soviel Punkte der Winkelhalbierenden wir überblicken. in welcher die Winkelhalbierende entsteht und in dem sie all ihre mathematischen Eigenschaften ein für allemal gewinnt. wenn wir uns allein der geschilderten Methode des Experimentierens mit Vorstellungen und Erinnerungen überlassen. die wir uns anschaulich vergegenwärtigt haben. solches vermag niemals die unendliche Allheit möglicher. die Annahme zu hindern. in dem vorliegenden Falle durch die Natur der Aufgabe Quadrate selbst ausgeschlossen: die Zahl der möglichen ist unendlich und somit für die konkrete sinnliche EinbildungsDas Erinnerungsurteil als kraft schlechthin unerschöpflich. daß es ins Bewußtsein zurückrufen — bleibt es. die die Bedingung erfüllen. wieder aber völlig unverständlich wie sie irgendeine Aussage über eine Allheit von Gestalten wagen kann. da diese Bestimmungen erst kraft des erzeugenden Gesetzes bestehen und aus ihm in voller Strenge beweisbar sind. Nichts vermag.

ob und wie oft bestimmte Erfahrungsinhalte in Raum und Zeit sich nebeneinander vorgefunden haben. der nicht von diesem oder jenem individuellen Dreieck mit den besonderen Beschaffenheiten seiner Gestalt und Lage. Keine metaphysische Konstruktion verdieses mag das psychologische und logische zu beseitigen: die „Relationen zwischen Ideen" Unterschiedes bleiben von rein tatsächlichen Feststellungen über das Beisich Ursprung Meinung Phänomen 318 . sondern darüber hinaus einen dauernden idealen Verknüpfungszusammenhang behauptet. es wird ein Satz festgestellt. eben von diesem Standpunkt aus den logischen und methodischen Unterschied. Der unbefangene Ausspruch der . der hier vorliegt. dessen Geltung von allen Änderungen in der Welt der existierenden sinnlichen Objekte unberührt bleiben soll. seine eigentliche fälschen: heißt ihm einen Sinn zuschreiben. die innerhalb der Psychologie die Forderung des „radikalen Empirismus" am entschiedensten verkünden.dem Dreieck" schlechthin gelten will.im Bewußtsein vorfindet. So mußten denn gerade solche Denker. sondern stellen einen notwendigen Zusammenhang zwischen idealen Gebilden fest. Die vorurteilslose Analyse der Tatsachen der Erkenntnis zeigt in aller Deutlichkeit. reinen Erfahrung" lehnt sich in diesem Punkte immer wieder gegen die dogmatischen Folgerungen des Sensualismus auf. sondern von . den er gemäß der Natur des Subjekts. seinen und Bedeutung verzudecken. auf das er sich bezieht. unumwunden anerkennen. über welches die konsequente sensualistische Ansicht allein verfügt. Gleichviel. wie dieser Anspruch sich schließlich rechtfertigen mag: schon als bloßes psychologisches Phänomen durchbricht er das Schema der Erkenntnis. aufheißt daher... in dem Bestreben. Einen logischen oder mathematischen Satz als bloße Wiedergabe einzelner aktueller „Eindrücke" und ihrer empirischen Verhältnisse deuten. daß die Zurückführung der mathematischen und logischen Relationen auf Aussagen über das häufige empirische Beisammen einzelner Diese Vorstellungsinhalte ein vergebliches Bemühen bleibt. weder besitzt noch besitzen kann. gelten will. Relationen berichten nichts darüber.

Die äußeren Dinge künden sich uns nicht anders an und bringen sich auf keinem anderen Wege zum Bewußtsein. Je schärfer indessen diese Trennung durchgeführt wird. Sinne ist das Verhältnis der beiden Arten von Wahrheiten bereits von Locke gefaßt worden. die über das Gebiet unserer intellektuellen Vorstellungen auf die Existenz der Dinge hinausgehen. als in der bewußten Einschränkung der Geltung der Urteilsverknüpfung In diesem auf den zeitlichen Moment der Urteilsfällung. Vol. Was von einem Dreieck bewiesen ist. aber ist uns dieser Ausblick versagt. 654. Urteile über das Dasein der Dinge besitzen daher : * Daß gerade die echte psychologische „Empirie" diese Trennung durchaus bestätigt und aufrecht erhält. bes. als in den sinnlichen Eindrücken. als die dieser Eindrücke selbst. (The Principles of Psychology. Ist sie einmal entschwunden. genommen und damit allen Aussagen über die näheren Beschaffenheiten und Merkmale dieser Existenz der Boden entzogen.) 319 . um so mehr tritt andererseits die Eigenart des rein empirischen Urteils hervor und diese Eigenart scheint nunmehr in der Tat in nichts anderem zu bestehen. M 645. Bei allen Urteilen. II. so ist uns damit zugleich das einzige Kriterium. die sie in uns erregen: ihre Gewißheit kann daher auch von keiner anderen Art sein. worauf. geht mit besonderer Deutlichkeit aus der Polemik hervor. London 1901. das ist sogleich und ohne weitere Vermittlung auf alle Dreiecke übertragbar: denn die einzelne anschauliche Vorstellung des Dreiecks steht im Beweis nicht für sich selbst. Der Grundsatz der Unveränderlichkeit derselben Beziehungen zwischen den gleichen intellektuellen Gegenständen ist es. s. Der Bestand der Sinnesempfindung aber reicht nicht weiter als ihre unmittelbare Gegenwart. sondern will nur ein zufällig herausgegriffenes besonderes Sinnbild für einen allgemeingültigen und dauernden Sachverhalt sein. die Gültigkeit der mathematischen Erkenntnisse beruht. nach ihm. das wir für die Existenz des Dinges besaßen.sammen und die Folge einzelner empirischer Merkmale prinzipiell getrennt*. 661 u. die James an diesem Punkt gegen Spencer und i 1 1 richtet.

so sind sie den erzählenden Urteilen der Psychologie. so geht auch der Forscher. sobald man ihr das konkrete Verfahren der Naturwissenschaft gegenüberstellt. in seine Aussagen nichts über die Beschaffenheit der besonderen Vorstellungsbilder einfließen läßt. die hiervon sprechen. der Naturwissenschaft beschränkt sich darauf. in welchen er sich diese Verhältnisse sinnlich darstellt. denn so überzeugend und evident sie uns erscheinen mögen. was die rein empirisch-induktiven Sätze der Naturwissenschaft sein sollten: aber man was sie in Wirklichkeit sind. die. über einen einfachen Bericht seiner besonderen individuellen Wahrnehmungserlebnisse beständig hinaus. ist nicht die Abfolge und das Spiel sie trifft sicherlich nicht das. auch der Charakter des Wissens eine völlige Umbildung erstets fährt. wenn sie lediglich vom abstrakten Standpunkt der Erkenntnistheorie erwägt. die Locke hier entwirft und die seither mit geringen Abwandlungen häufig wiederholt worden ist. von solchen Gegenständen. könnte allenfalls als ein richtiger Ausdruck für dasjenige erscheinen. der das Ergebnis einer experimentellen Untersuchung ausspricht. zu konstatieren. streng Gibt es begrenzten Zeitpunkt zusammengefunden haben. Kein Urteil 320 . während in dem gleichen Augenblick. Was er feststellt. Urteile. solange wir der direkten Empfindung hingegeben sind. Wie der Mathematiker. Die Schilderung. gleich den Objekten der reinen Mathematik. — So einleuchtend jedoch diese Unterscheidung ist. daß das momentane Zeugnis der Empfindung sich jemals streng in derselben Weise wiederNotwendige Erkenntnis gibt es demnach nur holen werde. nicht den theoretischen und beschreibenden Urteilen der allgemeinen Naturwissenschaften zuzurechnen. in welchem diese Wirklichkeit in den Kreis unserer Betrachtung einbezogen wird. der von den Relationen zwischen geometrischen Gestalten oder zwischen reinen Zahlen handelt. so wenig haben wir eine sichere Gewähr. so bietet sie dennoch ein schwieriges Problem dar. welche sinnlichen Eindrücke sich im Bewußtsein eines einzelnen Beobachters in einem bestimmten.nur relative und eingeschränkte Wahrheit. auf jede konkrete Wirklichkeit verzichten.

. die Folgen. auch für alle Orte und alle Zeiten gültig bleibt. die im bloßen Begriff der „Temperatur" eingeschlossen sind schon in seiner schlichten Aussprache eine Feststellung. die sich hier vollzieht und die erst das naturwissenschaftliche Urteil erschafft und ermöglicht. stützt sich auf die latente Voraussetzung. die jetzt dem Urteil zugesprochen wird. daß. Auch das einfachste Urteil über irgendeinen empirischen Sachverhalt zu. bedeutet abgesehen von den mannigfachen theroetischen Voraussetzungen. bei einer einer — — die auf keinen isolierten zeitlichen will. aufprägt. die im Subjektsbegriff zusammengefaßt sind. so oft auch immer die Bedingungen. daß Schwefel Erkenntnisform Bestand Dauer bestimmten Temperatur schmilzt. sein und notwendig an sie geknüpft Der Augenblick der unmittelbaren Wahrnehmung erweitert sich für den Gedanken zum Ganzen des Zeitverlaufs. gibt den Sinnesdaten nur insofern eine neue Seinsform. liegt bei diesem Fortgang von dem bloßen Prozeß der Sinnesempfindung zu bestimmten . die man nachträglich daran knüpfen mag. Die Umformung. Diese logische Funktion ist es. die wir auf ein Experiment gründen. die der Prädikatsbegriff aussagt. Substanzbegriff 21 321 . die in ihm aufgetaucht sind. objektiven" Behauptungen der Begriff der . Es ist in erster Linie eine neue Art der zeitlichen Geltung. daß das. der nunmehr in seiner Gesamtheit wie mit einem Blicke überschaut wird. Jede wissenschaftliche Entscheidung.gewisser Sinneseindrücke. sofern Cassirer. als sie ihnen eine neue Dieses letztere Moment läßt sich völlig unabhängig von allen weitergehenden metaphysischen Behauptungen. Er enthält die sich verwirklicht finden. kraft verleiht.Eigenschaften" konstanter Dinge und Vorgänge. was hier und jetzt als gültig befunden wird. Moment beschränkt sein Behauptung. sondern die konstanten Freilich J. die jeglichem Experiment erst seine eigentümliche Beweisstets werden.. um in Nichts zu verschwinden. daß Wasser bei bestimmten Temperatur gefriert. heraussondern und festhalten. Der Satz. die spricht diesem einen und eine das flüchtige sinnliche Erlebnis als solches nicht zu erreichen und nicht zu gewährleisten vermag. Transzendenz" noch völlig wiederum metaphysische fern.

wie sehr nach dem Goetheschen Wort alles Faktische schon Theorie ist: denn erst der — — notwendigen Bestimmtheit des Geschehens ist es. und eine einmal von der Wissenschaft erworbene Wahrheit hat in solchem Sinne ein ewiges Leben. d. so heißt es etwa bei O s t w a 1 d. die ausschließlich sie — zum Stehen zu bringen * Ofltwald. Es kann vorkommen.Tatsachen" zu stehen glauben und die jede Selbständigkeit des Intellekts gegenüber den Daten der unmittelbaren Wahrnehmung verwerfen. „Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Erscheinungen". kann im weiteren Fortgang . S. als Faktum „festzustellen". an die man bei ihrer Entdeckung und ersten Formulierung nicht hat denken können. Auch solche Forscher. eine einzelne vorGedanke der überrauschende Beobachtung gleichsam und auf dem Boden der empirischen ." Dieses Moment der „Ewigkeit" ist auch den empirischen Urteilen über Tatsachen eigen. sie besteht so lange. sondern sich anderen Einflüssen. Kein Zusammenhang zwischen Beobachtungen. Aber wie sich die Wissenschaft auch umgestalten möge. bleiben als unzerstörbare Bestandteile aller künftigen Wissenschaft bestehen. die sie ändern.die sonstigen Bedingungen des Versuchs ungeändert bleiben. und kommt sogar sehr häufig vor. weil sie unbekannt waren. 15. So bestätigt es sich von einer neuen Seite her. „die einmal erkannt worden sind. daß die Beziehungen nicht als ganz allgemein aufrecht zu erhalten sind. daß die Form. unterworfen erweisen. haben daher die Eigenart dieser gedanklichen Funktion ausdrücklich bezeugt. Erst kraft dieses Prinzips wandelt sich die „subjektive" Tatsache der sinnlichen Wahrnehmung in die „objektive" Tatsache des wissenschaftlichen Urteils. als menschliche Wissenschaft bestehen wird*. Durch alle vermeintliche Skepsis hindurch dringt bei ihnen bisweilen der Ausdruck dieser einheitlichen Grundüberzeugung. Gnindriß der Naturphilosophie. in welcher jene Beziehungen zuerst ausgesprochen worden waren. sich als unvollkommen erweist. der einmal objektiv festgestellt ist. ein bestimmter unverlierbarer Rest jener ersten Erkenntnis bleibt bestehen. 322 1 . der dazu führt. h.

. das ist uns nicht mehr dasselbe empirische Objekt. auf das sie sich bezieht. aufheben. die es zu ermitteln und festzustellen gilt.. die das Urteil erfahren muß. die er in seinem Verhalten zeigt. Und die Umwandlung betrifft Grunde nicht sowohl Urteilsverknüpfung als solche. so müßte hier ein einfaches Verhältnis der Vernichtung und Neuschöpfung gelten der spätere Augenblick würde den früheren und mit ihm alle die „Wahrheiten". die sich im Laufe der fortschreitenden Beobachtung einstellen.S ist nicht P" entkräftet: sondern es wird. daß wir eben die Identität des beobachteten Gegenstands selbst in Frage stellen. sondern fügen ihnen nur bestimmte diese begriffliche Determinationen im hinzu. die wir ihm ein für allemal zusprechen. sondern es gilt uns durch irgendwelche Bedingungen. Wie er sich im realen Verlauf des Geschehens an : seine Stelle setzt. die der 21* 323 . Die neuen Tatsachen. als vielmehr das Subjekt. In Wahrheit aber besitzt für uns jeder Körper eine identische Struktur und Beschaffenheit. so würde er auch eine innere Veränderung empirischen Gesetzlichkeit der Dinge in sich schließen. die ja nur für ihn fixiert und ausgesprochen waren. Was wir jetzt vor uns sehen. ein und derselbe Körper habe sich in seinen Grundeigenschaften gewandelt. Die abweichenden Ergebnisse bringen wir daher niemals dadurch zum Ausdruck. unter Aufrechterhaltung des ersten Satzes. modifiziert. das sich uns zuvor darbot. daß wir annehmen. wenn S in S' übergeht. der zuvor behauptete Zusammenhang von Bestimmungen noch keineswegs als solcher aufgelöst. durch irgendeine Änderung.der Untersuchung schlechthin vernichtet werden. die Umwandlung verfolgt. Der Fortschritt der Beobachtungen birgt daher zugleich einen steten Fortschritt der Analyse in sich: er scheidet Fälle. die wir auffinden. sondern dadurch. so wird durch irgendwelche Gegeninstanzen.S ist P" bestritten und durch den Gegensatz . So wird nicht die Wahrheit des früheren Urteils . Denken wir uns etwa einen gewissen Stoff durch die Angabe seiner physikalischen und chemischen Merkmale und Reaktionen bestimmt. Wäre das empirische Urteil auf den Zeitmoment bezogen und an ihn gebunden. verdrängen die früheren Erfahrungen nicht in jedem Sinne.

erweist sich damit als innerlich unzureichend: denn sie derVerverhüllt jenes Moment der knüpfung. immer schärfer und genauer und hebt die charakteristischen Denkt man sich diese Differenzen jedes Einzelfalls heraus. während jeder empirische Inhalt unbekannte Bestimmungen in sich birgt. einem Wahrneh- mung Erfahrungsurteile. sondern ob das x. er einzuordnen ist. Die Analyse des empirischen Urteils. bildet das Problem. hat nicht sowohl unmittelbar sachliche. Das Moment der Ungewißheit. ob einem streng umgrenzten Inhalt a das Prädikat b zukommt oder nicht. welchem der verschiedenen hypothetischen Begriffe. wozu unsere ideale Konstruktion sie gemacht hat.und stützt. wahrhaft a ist. die wir zuvor konzipiert und in ihre Folgerungen entwickelt haben. die Locke versucht hat. sondern ob ein gegebener Inhalt alle Bedingungen des Begriffs a erfüllt oder etwa durch einen davon verschiedenen Begriff a' zu bestimmen ist. das auch der Aussage über Tatsachen eigen — Notwendigkeit ist und ihr erst ihren wahrhaften Halt verleiht. betrifft daher immer nur die Subsumption des gegebenen unter den ideal bestimmten Fall. das die bloße Wahrnehmung uns liefert. für den diese Notwendigkeit zum eigentlichen Grundproblem geworden ist. Hier liegt der eigentliche Vorrang der mathematischen Begriffsbildung: denn die Gegenstände dieser Begriffsbildung sind nichts anderes. Kant. 324 . von ihm also niemals mit voller Sicherheit zu entscheiden ist. das die empirischen Urteile gegenüber den rationalen enthalten. Nicht ob a wahrhaft 6. so würde diese Eindeutigkeit des Subjekts auch die Eindeutigkeit und Notwendigkeit des Urteilszusammenhangs in sich schließen. als didaktische Bedeutung: sie knüpft an die sensualistische Auffassung des Urteils an. zeigt sich in der ersten Einführung seiner Punkte noch von kritischen Frage dennoch in Die Unterscheidung der Locke abhängig. Arbeit der Analyse abgeschlossen und damit völlig bestimmte Subjekte gewonnen. als das. auf die er sich s . sofern sie objektive abzugewinnen. Nicht dies ist fraglich.der ersten vagen Betrachtung als völlig gleichartig erscheinen. um ihr einen neuen Sinn und eine tiefere Deutung Empirische Urteile.

Es begnügt sich niemals mit der Feststellung eines bloßen Nebeneinander von Vorstellungen. die somit als unentbehrlicher Faktor auch in jede Aussage über einen empirisch einzelnen Gegenstand eingeht. innerhalb dieses selbstgewählten engeren Umkreises ein bestimmtes Maß objektiver Geltung.Gültigkeit haben. Je weiter inwechselseitiger dessen die Kantische Unterscheidung fortschreitet. Der letztere Begriff deckt und umfaßt somit alles das. sondern greift beide nur derart auf. will nicht sagen. Auch Urteil enthält daher in der 325 . Der Satz. der die Bedingtheit im Objekt gegründet ist dieses oder jenes empfindenden das einzelne. diejenigen aber. sondern stiftet zwischen ihnen eine funktionale Zuordnung. eine bestimmte Tast. wie sie sich zufällig in einem einzelnen Bewußtsein nach den „subjektiven" Regeln der Assoziation zusammenfinden. sollen Erfahrungsurteile. Das .Ist" der Kopula ist der Ausdruck dieser Verknüpfung. Das .und Druckempfindung sich eingestellt habe. „aposteriorische" und ihm unabhängig vom Zustand Individuums zukommt.. um so mehr zeigt es sich.. wenn der eine Inhalt gegeben ist. so daß immer. ohne sie in irgendein Verhältnis zu setzen.Wahrnehmungsurteir' zum mindesten ist nichts anderes und will nichts anderes sein als ein Bericht über ein momentanes und individuelles Erlebnis: es verknüpft Subjekt und Prädikat nicht nach irgendeinem Gesichtspunkt der gedanklichen Abhängigkeit und Zusammengehörigkeit. daß. bloße Wahrnehmungsurteile heißen. der den neu gewonnenen Begriff der wissenschaftlichen Objektivität durch seinen Gegensatz beleuchten soll. daß der Körper schwer ist. so oft ich bisher einen Körper getragen habe. daß das Wahrnehmungsurteil in dieser Fassung nur ein methodisch konstruierter Grenzfall sein will. nur subjektiv gültig sind. sondern er will einen Zusammenhang feststellen. so sehr es seinen Subjektsbegriff einschränkt. Jedes Urteil beansprucht. der aber keine reale Trennung der Urteile selbst in zwei heterogene Klassen mit sich führt. was der dogmatische Empirismus als das eigentliche Kennzeichen und den Charakter der Erfahrung selbst ansieht. Wir konstatieren in ihm nur das Beisammen zweier Inhalte. der andere uns als gefordert gilt.

wie die bloße Wiederholung und Nebeneinanderreihung von Einzelbeobachtungen dem Besonderen irgendeine neue logische Würde verleihen sollte. indem wir ihm innerhalb des kausalen Geschehens. Kritik der reinen Vernunft. seine feste Stelle anweisen. Die Lösung des Problems der Induktion kann nur in dieser Erweiterung seines Inhalts gesucht werden. beginnt daher nicht erst dort. 141 f. Aufl. Nicht die schlechthin isolierte zeitliche Setzung als Systems Einordnung eben dieser Setzung in den Gesamtverlauf des Geschehens bildet auch hier das eigentliche Ziel der „Induktion". sondern es ist bereits in der Feststellung irgendeines Einzelfalles vollständig und ungeteilt enthalten. sondern die — * Vgl. Zufälligen" zureichend wird. von dem man oft gesprochen hat. 2.Notwendigkeit des Zusammenhangs. wo wir aus einer Mehrheit von Beobachtungen einen Schluß auf die Allheit der Fälle ziehen. das von eindeutigen Gesetzen beherrscht wird. indem wir hierbei die allgemeingültigen Relationen. In der endgültigen Fassung des der Erfahrung ist demnach der Hilfsbegriff des bloßen Wahrnehmungsurteils überwunden und ausgeschaltet. Aber auch in diesem Falle treten wir nicht aus dem Gebiet der objektiven Notwendigkeit in das der bloßen . zugrunde legen. sondern wir versuchen umgekehrt. Zwar kann auch das Einzelne alsEinzelnes Gegenstand einer wissenschaftlichen Aussage sein. bis er zu immer näherer Bestimmung des scheinbar . so daß ein hier und jetzt gegebener Zustand des Seins den Inhalt des Urteils ausmacht. 326 . die die Prinzipien der Mechanik sowie das Gravitationsgesetz uns darbieten. Zufälligkeit" über.. In der Tat wäre es nicht zu verstehen.. das Besondere selbst als notwendig zu begreifen. Der Kreis des Notwendigen selbst verengt sich und zieht sich zusammen. die es behauptet.. solche. S. In diesem Sinne bestimmen wir etwa die astronomische Lage und Stellung der Himmelskörper für einen gegebenen einmaligen Zeitpunkt. jederzeit einen „apriorischen" Einschlag*. Das „Geheimnis der Induktion". Die bloße Anhäufung von Elementen vermag diesen keine völlig veränderte begriffliche Bedeutung zu geben.

so zersplittert und vereinzelt er sich scheinbar darbieten mag. Bestimmungen. zur Probe und zum Sinnbild für die syste- wenn wir uns Nur Verfassung der Wirklichkeit überhaupt. das ihn über seine Begrenzung und Isolierung hinaushebt. bis sie die Gesamtheit der künftigen Zeitpunkte in irgendeiner Weise bestimmt. Kraft dieses Hinweises erweitert sich der beschränkte räumlich-zeitliche Umkreis der Erfahrungen. zunächst nur für einen einzigen.sie vermag nur gesetzt die sind. wenn nicht der wechselnde Inhalt der Erfahrung. der in ihm gesetzt ist. wenn nicht auch hier im Element bereits die Beziehung auf das Ganze läge. die die der sinnliche in matische die einzelne Eindruck darbietet. h. Das dauernde empirische Objekt samt seinen konstanten empirischen Eigenschaften ist. So schließt bereits jegliches Einzelurteil ein Motiv der Unendlichkeit in sich. Der logische Prozeß der Integration aber wäre nicht möglich. Diese symbolische Bedeutung aber ist es. Die Funktion. die jeder Induktionsschluß für sich in Anspruch nimmt: Bestimmung selbst. der uns allein zu Gebote steht. wird dem gedanklichen Aufbau 327 . immer erst das Integral der momentanen Beschaffenheiten. ihm zur Norm. wächst über ihre anfängliche Sphäre hinaus. mathematisch ausgedrückt. weiterbereits verfolgen und ihn für alle Punkte der Zeitreihe in seiner Bestimmtheit festhalten. die wir herausheben. in denen er uns zeitlich gegeben ist. Schon im einzelnen Fall muß ein Moment verborgen liegen. sofern der Inhalt. bildet somit den eigentlichen Kern Die Beziehung. kraft deren wir einen empirischen Inhalt über die Grenzen. von denen der einzelne Versuch uns Kunde gibt. können wir irgendeine einzelne Phase. unteilbaren Moment kund tut. die im Element selbst zu größerer Deutlichkeit zu erheben. die sich uns des induktiven Verfahrens. doch stets den Hinweis auf ihre gleichbleibende gesetzliche Form in sich schlösse. als Darstellung und Symbol des Gesamtprozesses und seiner durchgehenden Regel brauchen. sich auf die Totalität der Zeiten überträgt und gleichsam in beständiger identischer Neuerzeugung durch diese Totalität hin sich fortsetzt. d. alle Glieder des Geschehens durch notwendige Relationen verknüpft denken.

die sie nachträglich eingehen. insofern zu vereinen. daß der „Punkt" selbst zuvor als Ausdruck einer reinen Lage-Relation gefaßt. kann nie wieder völlig der logischen Vernichtung anheimfallen.. wo das Problem vorliegt. alle diese verschiedenen Aussagen. Ganzes" zu definieren. die sich vielfältig zu kreuzen und einander zu widersprechen scheinen. als isolierte und selbständige Bestandstücke möglich und aufzeigbar. die Beziehung des räumlichen . sondern ein systematischer Inbegriff ist. — Im Verhältnis des induktiven Einzelfalles zur Gesamtheit der wissenschaftlichen Erfahrung wiederholt sich daher eine Bestimmung. als jeder von ihr eine ganz bestimmte Geltungssphäre zugewiesen wird. unabhängig von der Verknüpfung.der empirischen Wirklichkeit als dauernder Grundzug erhalten bleiben muß. jede Bedeutung ein. die in irgendeinem theoretisch aufzeigbaren Umstand variieren und deren Abweichung voneinander daher selbst als notwendig begriffen wird. abgetrennt von ihm. kontinuierlichen" Ganzen.. dem es angehört und büßt. Jede besondere Erfahrung. die nach den objektiven Verfahrungsweisen und Kriterien der Wissenschaft festgestellt ist. Was für die gewöhnliche sinnliche Auffassung ein identischer Bestand von Bedingungen ist. Das . an die jedoch bald der eine. das nicht lediglich die seiner Teile. aber diese Definition ist nur dadurch möglich.. bald der andere Erfolg geknüpft ist. Beisammen" mit anderen gleichartigen Elementen also fertig in ihn hineingelegt wird. So läßt sich etwa eine Linie als eine unendliche Mannigfaltigkeit von Punkten definieren. Die Logik scheidet von alters her zwischen „diskreten" und . Element" des Kontinuums dagegen widerstrebt einer derartigen Vereinzelung: es erhält seinen Inhalt erst von der Beziehung zu der Gesamtheit des Systems. In den ersteren gehen die Teile voran und sind. Im gleichen Sinne läßt sich Summe 328 . das tritt hier in bestimmt geschiedene Sonderfälle auseinander. der aus den Beziehungen zwischen ihnen hervorgeht.. ein . die sich überall dort feststellen läßt. setzt sich zunächst gleichsam absolut: was das methodisch geleitete und gepriifte Experiment einmal gelehrt hat. Die Aufgabe der Induktion besteht darin.

Jede Aussage über ein bloßes Beisammen von empirischen Bestimmungen zielt schon auf den Gedanken hin. Punkt setzt ein System der Raum. der im Kommen und Gehen der sinnlichen Phänomene festzuhalten ist. daß diese Bestimmungen irgendwie ineinander gegründet wenngleich die Form dieser Abhängigkeit nicht unmittelbar bekannt.sagen. enthält daher jetzt keine Paradoxie und keine innere Schwierigkeit mehr: die Erweiterung des Einzelnen zum Ganzen.zeitlichen. rp (ß). und diese Art sind. eignet daher dem induktiven Denken nicht minder. Der Tatbestand a ist uns nur in funktionaler Form als f (a). als dem mathematischen Denken: beide sind nicht ihrem Ziele nach.. ist möglich. weil es in jedem von ihnen bereits stillschweigend mitgesetzt ist. hebung bedarf. Der logische Akt der . bereits in jedem echten Induktionsurteil mitwirkt. sondern erst fortschreitend zu ermitteln ist. weil die Beziehung zum Ganzen von Anfang an im Einzelfall nicht ausgeschaltet. wobei f. daß das Gesetz der Erfahrung nur darum aus den einzelnen Fällen „resultiert". so haftet daher der einzelnen Erfahrung bereits der universelle Gesetzescharakter an. Das Einzelne ist nicht anders als im Zusammenhang mit anderen örtlichen und zeitlichen. Das einzelne empirische Urteil enthält als unentwickelte Forderung bereits den Gedanken der durchgängigen Bestimmtheit des Naturgeschehens. cp. voneinander geschieden. ^ (•() zugänglich. sondern durch die Mittel. \p die verschiedensten Weisen der räumlich . Wir konnten in der Entwicklung der geometrischen Methoden 329 . wie sich zeigte. deren sie sich in der Verfolgung dieses Zieles bedienen. der. sowie der ursächlichen Verknüpfung bezeichnen. die hierin zu liegen scheint. näheren oder entfernteren Elementen erfahrbar. Wie dem einzelnen der allgemeine Relationscharakter der Lage und der Distanz anhaftet. der im vollendeten System der Erfahrung als abgeschlossenes Ergebnis vorliegt. Die Tendenz auf einen unveränderlichen Bestand. sondern festgehalten ist und nur der gesonderten begrifflichen Heraus- des Zusammenhangs Zeitstellen.und sowie ein einheitliches Ganzes der kausalen Zuordnungen voraus. Integration".

der Unterschied zwischen zwei Ereignissen hängt nicht ab von dem reinen Unterschiede der Zeiten oder der Orte. wenn die Ursachen sich voneinander bloß hinsichtlich des absoluten Raumes und der absoluten Zeit unterscheiden. daß. S. aussprechen und formulieren.) Jetzt erscheint dieses fundamentale logische Verhältnis in einem neuen Licht. Der eigentliche Kern des Kausalprinzips liegt in der Behauptung. dasselbe auch für die Wirkungen gilt: . Der Satz. Der Gedanke der und der der rung zeigten sich schon hier wechselweise durcheinander bedingt: nur im Hinblick auf mögliche Veränderungen Konstanz Verände- ließen sich die dauernden Zusammenhänge. die sich streng bezeichnen und gegeneinander abgrenzen lassen. hat. vorbringen. Jede spezielle Ausprägung der Geometrie ist jetzt einer bestimmten Gruppe von Transformationen.. was unter gleichen Ursachen und gleichen Wirkungen zu verstehen ist. Auch jegliche Aussage über eine empirische Zusammengehörigkeit von Elementen stellt eine Behauptung die unabhängig vom jeweiligen absoluten RaumMaxwell hat gelegentlich oder Zeitpunkt gelten soll. Da jedes Ereignis nur einmal stattfindet und daher schon durch den Zeitpunkt seines Auftretens völlig individualisiert und von allen anderen unterschieden ist. in welcher es diese Forderung zum Ausdruck bringt. als zugehörige Invariantentheorie zugeordnet. so kann die Gleichheit. solange keinen scharf ausgeprägten Sinn. von der hier die Rede ist. sich zur Einheit zusammenschließen. sondern nur relativ zu einem bestimmten Gesichtspunkt gemeint sein. sofern sie unter dem allgemeinen Gesichtspunkt der „Invariantentheorie" gestellt und von ihm aus charakterisiert werden. wie er ausführt. in denen das moderne geometrische Denken sich bewegt. als nicht feststeht. in denen und an denen sie stattfinden.verfolgen. der Konfiguration oder der 330 . ob. wie alle die mannigfachen Richtungen. 116 ff. sondern nur von Unterschieden in dem Wesen. (S. die die Geometrie behauptet. daß gleiche Ursachen immer gleiche Wirkungen herdar. niemals im Sinne einer absoluten Identität. der der ausdrücklichen Hervorhebung und Formulierung bedarf. dem allgemeinen „Kausalgesetz" eine Wendung gegeben.

Jeder beliebige Zeitmoment gilt uns. die durch äußere Kräfte an ihm hervorgerufen werden. über die Zeit hinwegblickend. als ausgestattet mit denselben Grundeigenschaften und Merkmalen festhalten und gleichsam rekognoszieren könnten. Artikel XIX. daß es sich im Fortschritt der Zeit „mit sich selbst identisch" erhält. die ihm unabhängig von seiner absoluten Lage im Räume und von der absoluten Größe der Bestimmungsstücke zukommen. . Auch alle Erfahrung ist demnach auf die Gewinnung bestimmter . sondern sich gleichWie wir als geometrische Eigenschaften artig behaupten. Ein funktionales Verhältnis f (a. unterworfen denken: aber die Reaktion auf diese Einwirkungen selbst ließe sich . diejenigen Momente an ihm herauszuheben und abzulösen. Wir müssen freilich jeden Naturgegenstand prinzipiell bestimmten physischen Änderungen. das nur für einen Zeitpunkt t^ oder für eine Mehrheit direkt festgestellt ist. Maxwell. daß sich richtet. so daß der jetzige Moment zugleich eine Entscheidung für die vergangenen und künftigen enthält. Mitten in dem zeitlichen Chaos der Empfindungen schaffen wir. sofern die übrigen Bedingungen ungeändert bleiben. 331 . eines bestimmten Gebildes alle diejenigen Merkmale seiner Gestalt bezeichnen. und daß das Urteil darauf geht. als äquivalent.Hier tritt deutlich auch der Inhalt. invarianter" Beziehungen gerichtet und gelangt erst in ihnen zu ihrem eigentlichen Abschluß. . logisch nicht in gesetzlicher Form darstellen. zunächst in Gedanken einer bestimmten Änderung unterworfen wird. tg von dieser Einschränkung losgelöst und der Abhängigkeit von irgendeinem einzelnen Zeitpunkt der Beobachtung entrückt. auf den das physikalische Urteil hervor.. so greift eine analoge Betrachtungsweise hier auf die Zeit über. Bewegung der betreffenden Körper"*. b). wird diskreter Zeitwerte tj. tg. Der Gedanke des empirischen Natur Objekts entsteht und begründet sich erst in diesem Verfahren: denn es gehört zum Begriff dieses Objekts. mit demjenigen. Substanz und Bewegung. wenn wir ihn nicht als gleichbleibend. die durch diese Veränderung nicht berührt werden. der uns zunächst gegeben ist.

und diese sind es. Auch die Induktion der beschreibenden Wissenschaften ist daher stets eine . wenngleich der Weg des Folgerns in zwiefacher Richtung durchlaufen werden kann: „es gibt für den Geist nur eine Art des Schließens. die uns der das Beständigkeit des empirischen Seins versichert. wie es für den Körper nur eine Art des Gehens gibt"*. Das Prinzip in der diese Folgerungen selbst fortschreiten. während man die apodiktischen Behauptungen des Mathematikers als Deduktion bezeichnet: aber dies ist alsdann nur ein Unterschied. Grundgerüst der empirischen Tatsächlichkeit ausmachen. bes. wie sehr die bloße. der das Schema der Erfahrung zuvor entworfen haben muß. ohne die begriffliche Anticipation einer möglichen Ordnung läßt sich die Ordnung des „Wirklichen" und Tatsächlichen nicht gewinnen. daß die endgültige Feststellung dieser Ordnung der Erfahrung zu danken ist. das zweifelnde Denken des experimentellen Forschers induktiv nennen. Diese Einheit der Grundlage tritt besonders deutlich in jenen Grenzgebieten hervor. provisorische Deduktion". der die Gewißheit oder Ungewißheit des Ausgangspunktes unserer Schlußfolgerungen betrifft. Für die Physiologie und für das Gesamtgebiet der „experimentellen Medizin" hat insbesondere Claude B e r n a r d dieses Wechselverhältnis von Idee und Beobachtung allseitig beleuchtet. des Folgerns bleibt in beiden Fällen das gleiche. scheinbar rein rezeptive Klassifikation des Einzelnen von ideellen Voraussetzungen. Und dieser Sachverhalt findet seinen Ausdruck nicht nur in den Induktionen der mathematischen Physik.. durchsetzt und beherrscht ist. so ist es doch auch hier der Gedanke. Somit ist es stets eine Funktion des Urteils.. in denen das Denken der Mathematik Claude Bernard. sondern tritt auch innerhalb der beschreibenden Naturwissenschaft deutlich hervor.feste die Verbindungen und Zuordnungen. die sich auf die Struktur des Ganzen beziehen. .Man kann. Ohne einen ideellen Gesichtspunkt der Vergleichung. S. Paris 1865. Introduction k l'ötude de la mödicino 83 ff 332 . nicht die Art. So zweifellos es ist. expörimentale. wenn man will. Auch hier zeigt die tiefere Analyse.

im Nur der Beweis mehr und mehr zurücktreten zu lassen. dem kein Geheimnis der Natur verborgen bleibt. auf die die Untersuchung sich bezieht. 187). Newton a fixe dans un meme ouvrage les lois de la dispersion de la lumiere qui traverse un prisme et les lois des teintes dont se pare une bulle de savon simplement parce que des couleurs eclatantes signalent aux yeux ces deux sortes de ph^nomenes. die in der direkten sie Wahrnehmung einander ähnlich und gleichartig erscheinen. S. dans leurs recherches. sur un meme plan . die besondere anschauliche Eigen- art der Gebilde. voneinander zu sondern. erwies sich als das eigentliche Objekt der geometrischen Mannigfaltigkeiten. Ein Beispiel hierfür bei D u h e m La Theorie Physique. wenn und sofern sie Beispiele und Ausprägungen derselben Regeln der Verknüpfung darboten.. 32 f. Analogie Mach. 333 . Fälle. kraft deren sie sich von der naiven Betrachtung scheidet. Kap. II. die für die Anschauung Betrachtung. indem analytisch immer tiefer in die Bedingungen ihrer Entstehung eindringt**.. IV.. au contraire. pour ainsi dire. ce sont des causes tout accidentelles. Erkenntnis und Irrtum. Die echte und wahrhaft fruchtbare Paralipomena Vitellionem. Wir sahen. Relationszusammenhang zwischen den Elementen als solcher. La theorie. nicht die individuelle Beschaffenheit dieser Elemente selbst. Der wissenschaftliche Wert der Analogie aber bleibt unverständlich. . en d6veloppant les ramifications nombreuses du raisonnement deductif qui relie les principes aux lois 218 ff. Begriff der ** * in 4 vgl. der ihn als seinen getreuesten Führer und Lehrer. S. Man hat von jeher den Analogieschluß als einen wesentlichen Bestandteil der physikalischen Methodik und insbesondere des induktiven Verfahrens gekennzeichnet. des analogies toutes superficielles qui ont conduit des observateurs a rapprocher. Ein entsprechendes logisches Verfahren ist es. . preist*. — Zum Kepler. une loi d'une autre loi. Ist es doch gerade die Aufgabe der theoretischen Physik. konnten demnach in Eins gesetzt werden..und das der experimentellen Forschung sich gleichsam berühren. wie der Fortschritt des geometrischen Denkens darauf gerichtet war. (Op.La Physique experimentale nous fournit les lois toutes ensemble et. von dem auch die Begriffsbildung der exakten Physik sich beherrscht zeigt. schlechthin ungleichartig sind. solange man sie lediglich auf eine sinnliche Ähnlichkeit zwischen Einzelfällen stützt. Bien souvent. und kein Geringerer als Kepler ist es.

so gründet sich diese Behauptung nicht auf eine Übereinstimmung. als logische . ebenso wie in der reinen Mathematik. die. Les lois de tous ces ph6nomenes que leurs 6clatantes couleurs confondaient les uns avec les autres aux yeux du simple observateur. 6troitement serröes.) Der Vergleich beruht somit nicht auf einer bloß unbestimmten Ähnlichkeit. .Analogie beruht denn auch nicht auf einer sinnlichen Übereinstimmung der Merkmale. die. besteht darin. (S. par lea soins du th6oricien. — — IL Die erste Leistung. 6tablit parmi celles-ci un ordre et une Classification. sont. Die „Analogie". . ob. sondern auf einer begrifflichen Übereinstimmung im Relationsgefüge. dans un meme groupe. . sowie auf die Beziehungen zwischen den numerischen Konstanten. 334 . sondern auf die die wir beiderseits als quantitativen Ausdruck der Erscheinungen feststellen. sondern auf einer wahrhaften Identität des mathematisch faßbaren Bedingungszusammenhangs: und diese Identität ist es. Elektrizität und Licht als gleichartige Phänomene betrachten. die sich zunächst als ein bloßes beziehungsloses Nebeneinander exp^rimentales. en une autre r6gion. nach der Voraussetzung. die zunächst noch am Sinnlich-Einzelnen zu haften scheint. das Ganze des Seins beherrschen und damit auch das scheinbar Entfernteste zur Einheit zusammenschließen.. erfassen Wahrnehmung an ihnen Form der Gleichungen. die für beide Gebiete charakteristisch sind. . pres des lois qui rögissent le spectre fourni par un prisme. die die könnte. classöes et ordonnöes. daß er die Mannigfaltigkeit der Beobachtungen. rejoindre les lois des franges döcouvertes par Young et par Fresnel. Invariante" herausgehoben und für sich betrachtet wird. von welcher die exakte Physik geleitet ist. Wenn wir. eile ränge les loia auxquelles ob^issent les couleurs de rarc-en-9iel ni£Üs les lois selon lesquelles se succedent les teintes des anneaux de Newton vont.. il en est qu'elle söpare les unes des autres et qu'elle place en deux groupes extremement öloign6s Ainai. 216. geht daher wofür wiederum die Lehre Keplers das klassische Beispiel bietet mehr und mehr in die mathematische . il en est qu'elle röunit. S. in der elektro-magnetischen Theorie des Lichts." . die von dem induktiven „Begriff" im strengen Sinne dieses Wortes gefordert wird. Harmonie" über: in die Anschauung der einheitlichen quantitativen Strukturgesetze. .

ein genaues Beispiel und Analogon bilden. 625 . der die primitiven Reihen auszeichnet. zur Ermittlung dieser Regel.. daß wir zunächst die Differenzen zwischen ihnen und weiterhin die Differenzen dieser gesetzen gehorchen. Die gleiche . jedoch zunächst noch unbekannten Regel miteinander zusammenhängen. theoretisch geschulte und geleitete Induktion bleibt niemals bei dieser ersten Feststellung 335 . von dieser Grundform aus durch immer kompliziertere Mittelstufen hindurch. Man kann.. dadurch feststellen. Diese steht somit jetzt in den Bedingungen ihrer Struktur und in allen einzelnen Phasen ihres Aufbaus deutlich vor uns. Der gegebene Bestand. sie ist durch die Zurückführung auf die Vorstufen ihrer Bildung für uns gleichsam durchsichtig geworden und trägt denselben Charakter der Notwendigkeit des Fortschritts von Glied zu Glied an sich. Damit sind wir zu einem völlig bekannten und völlig beherrschbaren Reihentypus zurückgekehrt und haben zugleich den Weg bezeichnet. die relativ einfacheren Bildungs- Haben wir etwa die Folge der vierten Potenzen 1. bis wir schließlich bei einer einfachen arithmetischen Reihe.resolutive Methode". den die unmittelbare konstanten Beobachtung darbietet.. an gewisse elementare Probleme der Arithmetik anknüpfen. 16. aber nicht aus einfachen Anfängen gemäß bestimmten. Aber die wahrhafte. erscheint für den Gedanken zunächst gleichsam undurchdringlich. 256. die für das logische Verhältnis. in irgendeine feste umsetzt. kennzeichnet den echten wissenschaftlichen Induktionsschluß. so läßt sich die Beziehung. identisch festgehaltenen Fortschreitungsregeln abgeleitet werden. bilden. die gegebene Reihe wiederum erreichen können. um den Sinn dieser Aufgabe zu o r verdeutlichen.. die hier im Gebiet der Zahlen geübt wird. die gegebene Folge zunächst in einen Komplex von Reihen aufgelöst werden. mit einem Unterschied zwischen den Einzelgliedern stehen bleiben. um das es sich hier handelt. die gemäß f Reihen- m einer bestimmten. durch die hier die einzelnen Reihenglieder verknüpft sind.einzelner Elemente darstellt. Differenzen usf. er kann nur schlechthin konstatiert. vor uns. Ist etwa irgendeine Folge von Zahlen gegeben. 81. so muß. auf welchem wir.

Sie ersetzt das tatsächliche Beisammen sinnlicher Daten durch einen andersartigen Zusammenhang. sondern setzt an seine Stelle ein Ganzes von Bedingungen. Körper wird von Galilei nicht ermittelt. wirkt bereits in dieser Richtung. sondern auf einen idealen Fall. Und von dieser Regel aus muß nunmehr versucht werden. in die die Verzögerung durch den Luftwiderstand usf. in der die Differenzen zwischen den Gliedern konstant sind. dritter. das wir anstellen und auf welches wir unsere induktiven Schlüsse gründen. bei HonigsBeiträge zur Erkenntnistheorie u. Methodenielire. dem Prinzip läßt.stehen. nach klarer überschauen Das Experiment geht daher streng genommen niemals auf den wirklichen Fall. Denn der wissenschaftliche Versuch hat niemals das unbearbeitete Material der sinnlichen Wahrnehmung zu seinem eigentlichen Gegenstand. wiederum Betrachtung einbeziehen. zu Reihen zweiter. Wie wir in dem arithmetischen Beispiel von der einfachen Grundreihe. die anfangs ausgeschaltet blieben. das er selbst konstruiert und dem er seine Grenzen vorgeschrieben hat. Die eigentlichen Anfänge der wissenschaftlichen Induktion bieten hierfür Das Gesetz des Falles der bereits das klassische Beispiel.. wa 336 1 d I. den wir ihm substituieren. vierter Ordnung : fortgingen. der sich jedoch zugleich seiner Gestaltung Jedes Experiment. . wie etwa die Abänderung der Beschleunigung mit der Entfernung vom Erdmittelpunkt. zu dem tatsächlichen Vorgang der Wirklichkeit vorzudringen. indem wir fortschreitend die komplexen Bestimmungen. Leipzig 1906. so zerlegt sich uns jetzt * Näheres hierüber Erkenntnisproblem . der zwar rein materiell betrachtet ärmer an Bestandteilen erscheint. Dieser Begriff liefert ihm für gegebene Zeitwerte eine Folge von Raum werten. 294 sowie bes. sondern indem er den Begriff der gleichförmigen Beschleunigung hypothetisch fixiert und als gedankliches Grundmaß den Tatsachen entgegenhält*. indem er beliebige Beobachtungen an sinnlich-wirklichen Körpern zusammenstellt. die nach einer festen. wie er hier und jetzt in aller Fülle seiner besonderen Bestimmungen vorliegt. ein für allemal übersehbaren Regel fortschreiten.

zugleich in einer neuen Bedeutung festzuhalten gestatten. Ein Widerspruch. nur die Zulänglichkeit dieser Bestimmungsstücke für die Erklärung der komplizierten tatsächlichen Verhältnisse der Wirklichkeit ist es. die innerhalb der einzelnen Reihen festgestellt worden sind. die stets aufs neue in Frage gestellt wird. um es zugleich als Ansatzpunkt für neue Bestimmungen zu brauchen. den wir hier vollziehen. sondern daß wir diesen Versuchen neue Faktoren hinzufügen. Aber gerade. die er nimmt. Die Ungewißheit. des Phänomens weicht einem streng begrifflichen System Gegenüber der Über. besitzt somit nur den relativen Wert einer vorläufigen Fixierung. nicht von der Wirklichkeit hinweg.das Wirkliche in verschiedene Relationsordnungen. das sie berichtigen. der sich hierbei ergibt. sondern sie tritt erst dort hervor. beweist der induktive Begriff. daß die Richtung. die das Gewonnene nur darum festhält. Substanzbegrif 22 337 . sondern viele — — Cassirer. dem mathematischen Begriff aber zeigt sich jetzt der charakteristische Unterschied. So „Schichten" der Beziehung wir auch übereinander sich erheben lassen mögen und je näher wir damit auch allen Einzelumständen des wirklichen Vorgangs kommen mögen. daß irgendein mitbestimmender Faktor des Gesamtergebnisses außer Rechnung blieb und erst durch den weiteren Fortschritt der experimentellen Analyse zur Entdeckung gelangen wird. innerhalb der Erfahrung prinzipiell unabschließbar bleibt. daß wir die prinzipiellen Grundlagen der früheren Versuche aufgeben. wird daher nicht dadurch gehoben. daß der Aufbau. die gesetzmäßig miteinander zusammenhängen und sich fortschreitend Der sinnliche Schein der Einfachheit einander bedingen. indem er diese Frage offen läßt. Die Wahrheit der einzelnen Bestimmungsstücke bleibt im allgemeinen sofern von subjektiven Irrtümern der Beobachtung abgesehen wird unangetastet. aber betriff t wiederum nicht die Beziehungen. so bleibt doch stets die Möglichkeit offen. die damit zurückzubleiben scheint. der innerhalb der Mathematik zu einem festen Ende gelangt. wo das Ganze dieses theoretischen Aufbaus den tatsächlichen Beobachtungen gegenübertritt.und Unterordnung von Beziehungen. die das erste Ergebnis. Jeder Abschluß.

enthalten der nachträglich hinzutritt und der das Phänomen. nur teilweise oder ungenau befolgt werden. Nur das Eine wird gefordert. vielmehr müssen sie insgesamt vollständig und ohne Einschränkung erfüllt sein. immer genauer zu die er zunächst heraushebt.Die „allgemeinen" Relationen. aber sie leugnen sie ebensowenig. sich mit anderen Beziehungen zu verknüpfen. sondern lediglich einer begrifflichen Erweiterung. auf. daß die Bestimmung des besonderen Falls auf Grund der Bestimmung des allgemeinen Falles erfolgt und dessen Geltung daher stillschweigend voraussetzt. Jede allgemeingültige Beziehung. wenn die gegebene Folge möglich sein soll. miteinander verträglich sind: und diese Verträglichkeit ist im Prinzip bereits dadurch verbürgt. so hört die Frage. Vielmehr lassen sie von Anfang an Raum für sie und deuten auf ihre künftige mögliche Bestimmung voraus. Jede der Grundreihen. daß die Relationen. aus welchen ein komplexeres Gesetz sich aufbaut. bezeichnet für sich genommen freilich nur einen bestimmten Umkreis von Bedingungen. der aus ihrer Totalität sich ergibt. zwar für sich die besonderen Merkmale noch nicht. keiner Berichtigung seines Gehalts. die er feststellt. um kraft dieser Durchdringung mehr und mehr zur Beherrschung des Einzelnen tauglich zu werden. allein genommen. die wir auf diese Weise fortschreitend feststellen. wie das Besondere am Allgemeinen „Teil haben" könne. ändert daher nichts am Sinn und Wert der früheren Bestimmungen. ihr hinführt. Es kann indes keine Rede davon sein. die schon in seiner ursprünglichen Fassung prinzipiell zugelassen und vorgesehen ist. Das Fallgesetz Galileis bedarf. Denken wir uns einen Einzelvorgang als Synthese verschiedener Gesetze. Ein neuer Gesichtspunkt der Betrachtung. zu einem neuen Kreis von Tatsachen in Beziehung setzt. sondern immer schärfer auf das Besondere hin. ein 338 . Der naturwissenschaftliche „Begriff* sieht daher in diesem Sinne keineswegs von dem Besonderen ab. daß diese Bedingungen von dem konkreten Gesamtvorgang. um die Phänomene des Falls bei einem bestimmten Luftwiderstand darzustellen. das wir untersuchen. enthält bereits die Tendenz in sich.

die untrennbar * S. in welchem jede von ihnen ganz erhalten Nicht wie das Einzelne seiner . ). Substanz" nach aus dem ist. Die „Teilhabe" des Einzelnen am Allgemeinen erscheint somit nicht rätselhafter. sondern wie es der Erkenntnis Zusammenhänge. Erkenntnis theoretische Griindzüge der Natur- wissenschaft.) — Daß in dieser Aufgabe das eigentliche Problem der Induktion beschlossen ist. . : metaphysisches reihung in f (A. die Galilei bereits als „resolutive" und „kompositive" Methode einander gegenübergestellt hat. Zusammenhänge ) usf.Problem zu sein denn nunmehr gilt uns das Allgemeine nicht mehr als ein dinglich Vorhandenes. . bildet jetzt mehr ist. C" 9 Einordnung den Regeln all (A. Das erste Ziel der experimentellen Forschung besteht darin. funktionale . die Frage. Wirklichen sich ergibt. und denken dieser Zusammen. die sie gewonnen hat.0. Während die Wirklichkeit uns eine vielfältige Mischung heterogener Umstände zeigt. 22* 339 .Superposition" voneinander geschieden worden*. verschiedenartige . sondern als ein logisches Moment. B. S. das Phänomen. sind in der modernen Diskussion bisweilen als die Prinzipien der . Volkmann. als reines Phänomen und frei von allen zufälligen Nebenumständen zu gewinnen.. tritt innerhalb der Erkenntnistheorie der neueren Naturwissenschaft an vielen Stellen deutlich zutage. ob. Allgemeinen hervorgeht und von ihm sich ablöst. das als sachlicher Bestandteil irgendwie in das Einzelne eingeht. das in einem umfassenderen Inbegriff von Beziehungen implizit mitgesetzt Wir bestimmen ein einzelnes Naturereignis A durch Einist.) \p{K B".. hänge unterworfen. daß überhaupt verschiedene Bedingungen sich gedanklich zu einem einheitlichen Ergebnis zusammenfassen lassen. dem die Untersuchung sich zuwendet. Isolation" und . derart in Beziehung zu setzen und wechselseitig durcheinander zu determinieren.. es kraft dieser B'.. daß daraus die begriffmöglich die Regeln universeller liche Einsicht in die besonderen Verhältnisse des physisch (Vgl. Die beiden Grundrichtungen naturwissenschaftlicher Betrachtung.. als die logische Grundtatsache selbst. 300 ff. C . Leipzig 1896.

Denn eben jene Synthese von Relationen. gewinnt auch die konstruktive Zusammensetzung ihre Klarheit und Schärfe. die es gestatten. ist dieses Ziel erreichbar. licher die hier gefordert wird. sondern die Verknüpfung und wechselseitige Bestimmung von Beziehungen bildet.) Die Aufgaben der beiden Forschungsrichtungen berühren sich also hier in einem gemeinsamen Punkt: wenn das Experiment unentbehrlich ist. der ihm in der Struktur des Ganzen zukommt. die einzelnen Faktoren für sich allein in ihrer Wirksamkeit zu beobachten und zu verfolgen. Wird die Aufgabe der physikalischen Induktion in diesem Sinne gefaßt. sondern als ein differenziertes Begriffsganzes erscheint. findet ihre letzten abstrakten Grundlagen und die Gewähr ihrer allgemeinen Gültigkeit im System der Mathematik. und die als wesent- Forschung selbst eingeht. fordert der Gedanke die gesonderte Betrachtung jedes einzelnen Moments und die genaue Bestimmung des Anteils. daß die mathematische Betrachtungsweise nicht sowohl als Gegensatz. um ein zunächst ungeschiedenes Wahrnehmungsganze in seine einzelnen konstituierenden Elemente zu zerlegen. wie als notwendiges Korrelat der induktiven Begriffsbildung zu gelten hat.ineinander verwoben und verwirrt scheinen. nur durch die Herstellung besonderer Versuchsbedingungen. Nicht die Zusammensetzung von Größen. entsteht uns damit wiederum das vollständige Bild des Gesamtvorgangs. so zeigt sich hierin von einer neuen Seite. Nur durch eine künstliche Scheidung des tatsächlich Verbundenen. (S. das Objekt der Mathematik. S. sofern sie in der ganzen Weite und Universalität ihres Begriffs gefaßt wird. 125 ff. wie sich gezeigt hat. Erst nachdem diese Vereinzelung streng durchgeführt ist. so gehört andererseits der mathematischen Theorie die Bestimmung der Form an. oben. in welchem die Art der Abhängigkeit zwischen den Einzelmomenten fest bestimmt ist. das jedoch nunmehr nicht nur in der Art einer einheitlichen Totalanschauung. kraft deren diese Elemente sich wiederum zu einer gesetzlich beherrschbaren Einheit zuBestand in die experimentelle 340 . Indem wir die Teilsysteme miteinander verknüpfen und sie gleichsam sich übereinander lagern lassen.

a. Isolation" und . die der Gedanke am Stoff des Wirklichen versucht. Physique generale in dem Sammelband: De la Methode dans les sciences. Paris 1909: „La physique ne separe pas l'etude des formes de l'etude des faits. die einander decken und durchdringen. sondern um den Ursprung und die Beschaffenheit unserer Einsicht in die Dinge kann es sich hier allein handeln. daß alles Wirkliche nur die Summe von Äußerungen einzelner Naturgesetze darstellt und aus diesen als hervorgegangen zu denken ist. und dieser Prozeß der Fragestellung geht auf Konzeptionen zurück.. so hat es damit bereits prinzipiell die Form eines mathematisch bestimmbaren Gefüges erlangt*. bietet die Handhabe und das Grundschema für die Verknüpfungen.. kraft deren die unmittelbare Anschauung nach begrifflichen Gesichtspunkten sich scheidet Ist das Wirkliche als Ergebnis elementarer gliedert. entrer dans une forme." . sondern steht zunächst als schlechthin einfaches und unzerlegtes Ganzes und — * Eine neue Bestätigung und eine außerordentlich klare Darstellung hat dieses Grundverhältnis. la deduction prevoit les faits que l'experience confirme. Nicht um den Ursprung der Dinge. toute experience devant. . V o 1 k a n n . parce qu'on y trouve des algorithmes algebriques. soeben durch einen modernen Physiker erhalten.Qu'est-ce donc qu'expliquerl C'est tout uniment faire rentrer un fait dans une forme. S. Le fait est explique lorsqu'il apparait identique ä un des phenomenes qu'engendre un des ces sorites indefinis que nous appelons theories ou formes La physique n'est donc pas mathematique. a. toute physique est mathematique (a. m S. wie es im sinnlichen Eindruck erfaßt wird.. 91. sofern die Frage zuvor klar und eindeutig gestellt ist. welcher der möglichen Beziehungszusammenhänge in der Erfahrung tatsächlich verwirklicht ist: aber diese Antwort kann nur erfolgen. Das Experiment gibt in seinem Ergebnis Antwort darauf. 76 f. Wenn daher das Prinzip der . O.Das System der . Das „Wirkliche".Superposition" gelegentlich dadurch erklärt und begründet werden soll. S. 341 .. . wie ich nachträglich sehe. so verhüllt diese Wendung bereits den eigentlichen erkenntnistheoretischen Sinn des Gedankens**. das in der Mathematik vorgängig entwickelt ist. . H.. 89.. möglichen" Relationssammenschließen. O. ist nicht an und für sich bereits eine „Summe" verschiedenartiger Elemente. a. en definitive. 100). Bouasse. synthesen. ** S. Abhängigkeitsreihen dargestellt. toute forme se developpant naturellement sous les symboles mathematiques.

Der Übergang dieser Fälle ineinander ist nunmehr im voraus fest bestimmt: die Größe der Anfangsgeschwindigkeit des bewegten Körpers entscheidet unabhängig von der Richtung dieser Geschwindigkeit ob die Form seiner Bahn eine Ellipse oder eine Hyperbel oder Parabel ist. sofern damit seine Stellung in dem allgemeinen Orientierungsplan unseres Denkens immer genauer bezeichnet wird. der zwischen bloßen . a. führt zu einer vollständigen Disjunktion der empirischen Fälle überhaupt.. aus welchen wir die empirische Wirklichkeit erklären und aufbauen.vor uns. Die Keplerschen Induktionen über die Planetenbewegung bezeichnen nur verallgemeinerte . O. geben wir ihm damit eine immer weitergehende Bestimmtheit.. Regeln" der Naturerkenntnis und zwischen den wahrhaft allgemeinen „Gesetzen" der Natur besteht. 59. So schließt das „Gesetz" der Gravitation das Tatsachengebiet. während das fundamentale Gesetz. auf das sie sich gründen. Regeln" des Geschehens. sondern übersehen mit einem Blick das Ganze der „möglichen" Bahnformen. Der Fortschritt des Experiments geht hier Hand in Hand mit der fortschreitenden Universalität der Grundgesetze. 342 . Der Newtonische Begriff einer Zentralkraft.. Man hat bisweilen auf den methodischen Unterschied hingewiesen. Vo kmann 1 . die gemäß dem Quadrat der Entfernung abnimmt. a. erst in Newtons Theorie der Gravitation erreicht wird*. in sich selbst ab und weist ihm eine strenge Gliederung zu. das von ihm beherrscht wird. Indem wir einen einzelnen Vorgang successiv verschiedenen Systemen einordnen. Hier finden wir in der Tat die Ellipse nicht bloß als die wirkliche Form der Marsbahn vor. Der Begriff ist somit hier ebenso der Quell der Vielheit. während die bloß empirisch erkannte Regel der Planetenbewegung die besonderen Fälle nur als loses — — * S. deren allgemeine Struktur sich mathematischdeduktiv ableiten läßt. wie er sonst allenthalben als der Quell der Einheit erscheint. S. Diese ursprüngliche „Einfalt" der Anschauung wandelt sich erst unter der logisch zergliedernden Arbeit des Begriffs zu einer inneren Vielgestaltigkeit um.

die Beobachtungen einheitlich zu verknüpfen und in bestimmtem — Sinne zu begrenzen. die gleiche vermag der Form Funktion bleibt.. — Diese Funktion. durch die Fähigkeit dieser Annahme. was im Begriff der Erfahrung selbst gesetzt ist und daher zu den eigentlichen „Bedingungen ihrer Möglichkeit" gehört. ist es. aber auch in diesem Falle geht die des empirischen Begriffs keineswegs zugleich mit seinem besonderen Inhalt unter. wie andererseits die begriffliche Vollendung. nicht ihre jeweilige und wechselnde konkrete Ausprägung in besonderen Lehrsätzen. von dieser Annahme abzugehen. das sie uns zuführt. der uns überall im Verhältnis von Gesetz und Tatsache entgegentritt. insofern eine bloß provisorische Setzung bleibt. Regel" enthält in sich unmerklich ineinander über. Das veränderte Material bedingt eine veränderte Weise der Verknüpfung. als sie stets ein hypothetisches Moment in sich birgt. ob. sondern greifen Die . so zeigt es sich. so reine Begriff als solcher hiergegen freilich nichts auszurichten. bereits die Tendenz. die im umgekehrten Quadrat der Entfernung wirken. tatsächlichen Fortgang der Wissenschaft sind indes die beiden Betrachtungsweisen. dargetan werden. die das Gesetz erreicht. die Herleitung des Einzelnen aus einem obersten Reihenprinzip. Ist 343 . sich zur Form des Gesetzes zu erheben. daß indessen diese Bestimmung über Art und Größe der Anziehung „wirklich" statt hat. die sich auf diese Weise logisch sondern lassen. daß die Form des Kegelschnitts für ihre Bahn notwendig ist. nirgends in aller Strenge getrennt. Wir fordern für das neue Gebiet.Im Nebeneinander ohne scharfe Begrenzung stehen läßt. als durch diese methodische Notwendigkeit. das dem früheren übergeordnet ist. das sich uns nunmehr erschließt. wobei indes die allgemeine dieser Verknüpfung.) Zwingt uns dereinst die Erfahrung durch neues Material. das wir zugrunde legen. zu vollziehen. Denken wir uns die Bewegung der Planeten durch Zentralkräfte bestimmt. S. (Vgl. 193 ff. alsbald den gleichen gedanklichen Abschluß und suchen diesen Abschluß in einem neuen Gesetz. Wir stehen vor demselben scheinbaren Zirkel. kann selbst nicht anders.

so ist es doch stets möglich. indem wir zwischen die gegebenen Glieder hypothetische Mittelglieder einschieben oder aber die Reihe über ihre anfänglichen Grenzen hinaus weiter verfolgen. Daneben aber gilt es. so ist doch deutlich. durch die der Übergang von aj zu a„ von a. Daß diese Arbeit indes niemals zu einem absoluten Abschluß gelangt. durch eine gegebene Folge von Beobachtungen ein Gesetz von bekannter begrifflicher Struktur gleichsam hindurchzuführen und bemessen die Wahrheit dieses Gesetzes . . zu aj usf.au gegeben. die die größte Mannigfaltigkeit von Beobachtungen aus dem relativ einfachsten geometrischen Fortschrittsprinzip abzuleiten gestattet. bestimmt und einem festen Prinzip unterworfen wird. komplizierter Gestalt zu ver344 . die er als bekannte ideelle Normen den Tatsachen gegenüberstellt. ob es ihm gelingt. Die Auswahl und Sichtung des Materials steht unter der Leitung einer aktiven Urteilsnorm. Wenn man das erste Verfahren vorzugsweise als das der „Induktion". danach. so bietet sie der Betrachtung alsbald eine doppelte Aufgabe dar. geht schon aus der Natur der Aufgabe selbst hervor: denn so viele Punkte der Planetenbahn uns auch gegeben sein mögen. indem eine Regel angegeben wird.irgendeine Reihe von Beobachtungen aj aj aj . das Material dieser Reihe durch Interpolation und Extrapolation zu bereichern. das dem Denken hierbei als Problem vorschwebt. nacheinander durch die verschiedensten geometrischen Kurven. Stellen. Die Ergänzung der Reihe durch Einführung neuer Einzelglieder erfolgt bereits in der Richtung auf das einheitliche Gesetz der Ableitung. die die unmittelbare Wahrnehmung leer gelassen hat. Wir versuchen. Wir können einerseits versuchen. das zweite als das der „Deduktion" bezeichnen mag. die Mannigfaltigkeit der Glieder in einer letzten Identität zusammenzufassen. daß beide einander wechselseitig bedingen und aufeinander hinarbeiten. bis er schließlich zu der Ellipse als derjenigen Linie gelangt. seinerseits zu bezeichnen und auf ihre Ausfüllung durch künftige Versuche vorauszudeuten. die ihm durch die Forschung Tycho de Brahes geliefert sind. sie durch beliebig viele Linien von verschiedenartiger. In diesem Sinne verknüpft Kepler die Angaben über die Marsörter.

die zwischen ihnen obwalten. Alle diese sinnlichen Elemente hängen aber so miteinander zusammen. in der letzten Analyse des Naturgeschehens überhaupt auf bestimmte einfache Grundder Art vergleichbar. Nur die eine methodische Forderung bleibt hierbei bestehen.Ein Körper". Könnte man sämtliche sinnliche Elemente messen. daß. Auch wo man nicht messen kann. .In dem Maße als die Bedingungen einer Erscheinung erkannt werden. der Körper besteht in der Erfüllung gewisser Gleichungen. erkennt. welche zwischen den sinnlichen Elementen statt haben. Man erkennt die Beziehungen zwischen Bedingung und Be- begrenzten — — konstante Grundverhältnisse Mach. als das eigentlich Substanzielle in den Erscheinungen dagegen die quantitativen Beziehungen. gibt bei jeder Temperatur ein anderes Tastbild usw.binden. Beleuchtung. Die logische Entwicklung der Naturwissenschaft geht demnach mehr und mehr dahin. einzig und allein übrig bleibt. daß bei derselben Lage. wie wir regeln zurückzukommen ist: arithmetische Reihen beliebig hoher Ordnung allmählich auf den Grundtypus der Reihe mit konstanter Differenz der Glieder zurückführen. was ihm vom Begriff des . so daß man ihnen höchstens den Wert veranschaulichender Bilder beimißt. so notwendig komplexe Annahmen für die konkreten TatsachenDarstellung eines gebietes sich erweisen mögen. Diese Gleichungen oder Beziehungen sind also das eigentlich Beständige. Objekts".. tritt der Eindruck der Stofflichkeit zurück.. Es ist also durchaus eine Beständigkeit der Verbindung der sinnlichen Elemente. so heißt es bei „sieht bei jeder Beleuchtung anders aus. um die es sich hier handelt. . 345 . daß die ursprünglichen naiven Stoffvorstellungen als unnötig erkannt werden. Diese Rückführung des mannigfachen und rastlos wechselnden Wahrnehmungsstoffes auf letzte muß auch der radikalste . bietet bei jeder Raumlage ein anderes optisches Bild.. mag der Ausdruck als ein symbolischer festgehalten werden. so würde man sagen. Empirismus" ohne Einschränkung zugestehen: denn die Annahme dieser Grund Verhältnisse ist dasjenige. Temperatur auch dieselben Bilder wiederkehren. also vom Begriff der Natur selbst..

Die Beharrung liegt niemals in der sinnlichen Erfahrung als solcher bereits fertig vor.aus" — — Eigenschaft dem vorhergehenden nach ein und demselben durchgehenden Wärmelehre. Leipzig 1896. die ihnen under mittelbar anhaftet. S. dessen Ermittelung ein stabiles Weltbild ermöglicht*. die wir unveränderlich festhalten. aber es sind darunter selbständige und beharrliche. oder stellt sie erst das Ergebnis einer intellektuellen Arbeit dar. kraft deren wir das Gegebene im Sinne bestimmter logischer Forderungen allmählich umformen? Die Antwort hierauf kann nach den früheren Entwicklungen nicht zweifelhaft sein." Bis hierher stimmt der moderne Empirismus mit der kritischen Auffassung vom Sinn und von der fortschreitenden Tendenz der Naturerkenntnis noch völlig überein. Der Gegensatz setzt erst dort ein.dingtem. 422 ff. die diesen Regeln zukommt. auf einen einzigen Zeitpunkt beschränkten und niemals völlig gleichartig wiederkehrenden Eindrücke darstellt. d. 341. Aufl. hervorgehen zu lassen. etwas völlig anderes. sinnlichen Eindrücke. als es uns gelingt. auf den der Begriff des Objekts zurückgeführt ist. 2. Es ist. Sie tritt erst in dem Maße hervor. ist von der Gewißheit der einzelnen Empfindung deutlich geschieden. h.. da diese vielmehr nur ein Konglomerat der verschiedenartigsten. ob verschiedene Inhalte des Bewußtseins lediglich tatsächlich aufeinander folgen oder ob der folgende . Die Art der Gewißheit. die Gleichungen. Was wir auch nur so hatte insbesondere die Kritik an der Materie kennen sind lauter Verder reinen Vernunft unzweideutig gelehrt hältnisse. dadurch uns ein bestimmter Gegenstand gegeben wird**. schon vom Standpunkt einer bloßen „Phänomenologie" der Bewußtseinstatsachen aus. Die Prinzipien der Kritik der reinen Vernunft. 346 . welche größere oder kleinere Gebiete beherrschen.. als dasjenige. * * Mach. wo dieser Begriff der Beharrlichkeit selbst. als das eigentlich Bleibende. Substanzielle. S. das Sinnlich-Mannigfaltige zum Mathematisch-Mannigfaltigen umzugestalten. es aus bestimmten Grundelementen nach Regeln. in seiner logischen Bedeutung und seinem logischen Ursprung Ist die Beständigkeit eine näher bestimmt werden soll.

die zwischen dem Fortschritt der Quadratzahlen und dem der ungeraden Zahlen besteht. diese psychologische Erwartung einer logischen Notwendigkeit gleich zu achten. 3. sobald sie einmal erfaßt ist. So viele Glieder vielmehr bereits erprobt worden und der Regel entsprechend gefunden worden sind. Denken wir uns etwa die Reihe der Quadratzahlen gegeben. daß von einer bestimmten Stelle ab die bisherige konstante Art des Fortschritts unterbrochen wird. so bleibt es doch stets möglich und zulässig. für jedes b e 1 i e b i g e n. so können wir hier zunächst rein empirisch durch Anstellung mannigfacher Proben den Umstand feststellen. ausgehen. . wenn wir von dem zuletzt geforderten Gliede der Reihe der Quadratzahlen ausgehen und dieses Glied um die entsprechende ungerade Zahl vermehren.1 zeigt mit einem Schlage und ohne daß es hierzu einer Mehrheit von Proben bedürfte. . die konstante und Beziehung. sobald wir. Jetzt erst ist der Inbegriff der Quadratzahlen und der der un- — = notwendige geraden Zahlen in ein System aufgenommen. Auf Grund dieser Tatsache läßt sich erwarten. der besondere Wert also beliebig variieren kann. daß die Differenzen der einzelnen Glieder durch die fortschreitende Reihe der ungeraden Zahlen 1.ip n^ 2 n -\. die uns in dieser Hinsicht sicher stellt. L e i b n i z hat zur Verdeutlichung dieses Unterschiedes gelegentlich auf Beispiele der Zahlentheorie verwiesen. 7 darstellbar sind. ohne den Sinn und die Bedeutung des Beweises selbst anzutasten. Keine noch so große Häufung von Beobachtungen an einzelnen Zahlen vermag uns jemals eine neue Form der Gewißheit zu erschließen. 5. Diese Formel gilt. logischen Prinzip . in welchem 347 . um das es sich hier handelt. Die Formel (n -\. wiederum eine Quadratzahl sich ergeben werde: aber nichts berechtigt uns. von dem ein für allemal identischen Bildungsgesetz. h. da in ihrer Ableitung und ihrem Beweis auf die Besonderheit irgendeines bestimmten Zahlwertes nirgends Rücksicht genommen ist. die das allgemeine Verhältnis. Diese Form der Gewißheit aber wird sogleich gewonnen.erkannt wird. d. daß. von ihrem „allgemeinen" Gliede. statt von der Durchzählung der Einzelglieder der Reihe. in der Tat in aller Schärfe kennzeichnen.

würde rein materiell. wie das Galileische Fallgesetz oder das Mariottesche Gesetz. so werden hier die zusammengehörigen Werte der Räume und Zeiten. der Wert der abhängigen Variabein aus dem Wert des Arguments zu gewinnen und zu errechnen ist. Grundsystem von Ursachen und Wirkungen. all das leisten. Betrachten wir ein Gesetz. Moment fortgefallen: die wäre gerade das entscheidende kraft deren die eine Größe Art der hervorgehend gedacht wird. von Bedingungen und Bedingtem an. auf eine so große Strecke hin wir die wechselseitige Entsprechung auch verfolgen mochten. der sich hier jedem echten physikalischen Grundgesetz aufweisen. daß die Setzung der einen die der anderen notwendig nach sich zieht. des Drucks und des Volumens nicht einfach nebeneinander registriert. durch welche rein algebraischen Operationen. selbst wenn das Ergebnis dieser Bestimmung Diese Weise der Bestimmung tritt richtig verzeichnet wäre. Auch hier stellen wir nicht den einzelnen Wert der einen Reihe dem einzelnen der anderen 348 . Eine Liste von Zahlenwerten. aber läßt sich auch hei Bestimmung. Und diesem mathematischen Zusammenhang läßt die physikalische Theorie sodann einen objektiv-kausalen entsprechen: die Werte der Funktion gehören zugleich mit denen der unabhängig Veränderlichen einem gemeinsamen gleiche grundlegende ergibt. auf Denn hier welchem die Bedeutung des Gesetzes beruht. während zuvor der eine beide. zu jedem einzelnen Wert der Zeit der entsprechende Fallraum vermerkt wäre. in der zu jedem einzelnen Wert des Drucks der entsprechende Wert des Volumens. was die mathematische Funktionsregel uns nur immer zu geben vermag: und doch würde jede solche Anhäufung einzelner numerischer Daten gerade das charakteristische Moment vermissen lassen.den anderen erkannt wird. Unterschied. was die bloße Tatsachenkenntnis angeht. deren allgemeingültige Regeln feststehen. dennoch lediglich durch neben einander Der stehen blieben. sondern sie gelten als durcheinander bedingt. in der quantitativen Gleichung scharf hervor: denn diese zeigt. und sind daher mittelbar derart miteinander verknüpft. bliebe in Dunkel aus der andern gehüllt.

wie der mathematische Phänomenalismus es will. indem sie dasjenige. der aus einer bestimmten Ursache eine bestimmte Wirkung hervortreibt.. Wissens. was die Erfahrung von Gliedern kennt. die ihr logisch äquivalent ist. diesen Charakter ins Ontologische umzudeuten. in quantitativen Gleichungen .. begreifen nunmehr zwar nicht den Zwang in den Dingen. den reinen logischen Charakter der Beziehung von Grund und Folge aufrecht zu erhalten. heißt zugleich ihn in jedem wissenschaftlich nur irgend zulässigen Sinne .) Einen Naturvorgang. S. Auch hier gilt es. so haben wir damit freilich unsere Kenntnis von den absoluten und transzendenten Ursachen des Geschehens des nicht vermehrt. der Theorie der . beschreiben"..einfach gegenüber. begreifen. 349 . Haben wir einen gegebenen Inbegriff von Beobachtungen durch „Superposition" mehrerer Grundreihen mathematisch dargestellt. 183 f. Folge" fort- Beisammen schreiten. erklären": denn die Gleichung selbst ist das Muster einer rein begrifflichen Einsicht. Der Begriff der „Beschreibung" ist daher nur dann berechtigt und zulässig. die wir von ihr empfangen. wohl aber ist es ein neuer Wir zu dem wir uns damit erhoben haben. oben. ohne (Vgl. nur als ein komplexes als eine Resultante einfacherer Abhängigkeitsreihen darstellt. Eine Gruppe von Phänomenen beschreiben heißt alsdann nicht lediglich rezeptiv die sinnlichen Eindrücke verzeichnen. aber wir verstehen den Fortschritt von jeglichem Einzelschritt der Theorie zum nächstfolgenden in derselben Strenge und Genauigkeit. wenigstens hypothetisch. die indes ihrerseits nach dem strengen Verhältnis des mathematischen „Grundes" zur mathematischen . in der wir die Umformung Typus irgendeiner Größenbeziehung in eine andere. beide Reihen in ihrem Bildungsgesetz und somit in der Totalität ihrer möglichen Bestimmungen zu erfassen und miteinander zu vergleichen. sondern versuchen. Diese Anwendung der Begriffe des Grundes und der Folge hält sich offenbar von allen metaphysischen Nebengedanken frei. wenn man einen aktiven Sinn in ihn hineinlegt. Die methodisch geleitete Induktion strebt diesem Ziele zu.. Beschreibung" gegenüber.

Aufl. Der Gedanke der Eindeutigkeit und der „Stabilität** des Seins liegt offenbar deutigkeit diese dem Inhalt der Wahrnehmungen selbst. so wird man damit implizit auf alle jene Grundgedanken zurückgeführt. die hier und jetzt gegebenen Elemente als konstruktiv abgeleitete Das logische Moment. überzeugt. 392 f.Ich bin Forderungen sich zuletzt zusammenfassen. die die sensualistische Grundlegung explizit verleugnet. Prinzipien der Wärmelehre. sondern er bezeichnet das Ziel. Anpassung der Vorhier auch immer verbergen mag.sondern es heißt sie gedanklich umprägen. 222 ff. in dem Wechsel der Empfindungen.** so heißt es bei Mach selbst. Unter den theobekannten und entwickelten Formen des mathealso etwa unter den Gestalten matischen Zusammenhangs soll eine derartige Auswahl getroffen der reinen Geometrie und eine derartige Zusammensetzung gefunden werden. Wirklichkeit" setzt eben den Begriff dieser stellungen an die Wirklichkeit selbst und damit ein Ganzes intellektueller Forderungen voraus. wenn es gelingt. . Dieses Ziel ist nur dann erreichbar. der auf diese Weise entsteht. Analyse der Empfindungen.** Alles physische Geschehen wird demnach durch die augenblicklich wirksamen Umstände vollständig bestimmt und daher nur in einer Analysiert man indes die Weise vor sich gehen können*. gegeben ist. dem die wissenschaftliche Denkarbeit diesen Inhalt mehr und mehr anzunähern strebt. in welchem all .. S. 2. Vor allem ist es das Prinzip der Einretisch — — des Geschehens. deren nicht in * Mach. deren jede von der anderen verschieden ist und deren jede in ihrer Bedeutung und Wahrheit zunächst nur auf einen einzigen Zeitmoment beschränkt ist. das hiermit Elemente erscheinen.. und daß dies nur auf eine Weise geschehen kann. S. so wie sie uns im ersten unmittelbaren Erleben gegeben sind. Gründe eben dieser Überzeugung. daß in dem Inbegriff. cf.. verleugnet sich denn auch in den Theorien des Empirismus nicht: unter wie verschiedenen Namen es sich Die . „daß in der Natur nur das und so viel geschieht. gewisse gleichbleibende Relationen der Verknüpfung festzuhalten. als geschehen kann. 350 .

Die fortschreitende Analyse führt zu einer immer genaueren Bestätigung dieses Grundunterschiedes: die logische Eigenart der reinen Relationsbegriffe tritt in dem Maße schärfer einem festen System ordnen ihrer Verzweigungen und ihrer wechselseitigen Abhängigkeiten darstellen. Neben dem Inhalt dieser Elemente ist also jetzt eine Form ihrer Verknüpfung anerkannt. wie sich gezeigt hat. In dem Maße. das Süße und Bittere usf. im letzten Grunde mathematisch formulierbarer. aus der sich eine Wissens entsprechende Beständigkeit der Gedanken entwickeln soll: aber man übersieht. das jeder Reduktion auf angeblich „einfache" Sinneseindrücke widerstrebt. Tatsachen'* und die Verknüpfung dieser Tatsachen zu Gesetzen gehen.. auf denen das Verfahren der Induktion beruht: die Gewinnung einzelner . entsteht und festigt sich der wissenschaftliche Begriff der Natur. Man spricht von einer Beständigkeit unserer Umgebung. ohne die Behauptung dieser Konstanz in einem zugehörigen Mittel des rechtfertigen zu können. hervor. Damit aber ist aller Streit im Grunde geschlichtet. Daß der Gedanke des konstanten Gesetzes für die Definition des Naturobjekts selbst unentbehrlich ist. die jedenfalls auf die materialen Gegensätze der Empfindung selbst. unabhängig von der Veränderlichkeit des jeweiligen Materials. als das geschieht. Funktionsverhältnisse zwischen den Elementen der Erfahrung. als das Bestehen fester. in keiner Weise mehr zurückführbar ist. wurde bereits von Anfang an zugestanden und hervorgehoben. auf das Helle und Dunkle. daß mit dieser Beständigkeit der Umgebung zuletzt nichts anderes gemeint und gesagt ist. es bleibt nur übrig. einzusehen. zum Bewußtsein bringen können. auf ein und dasselbe Motiv des Denkens 351 . Die biologische Begründung der Erkenntnistheorie dagegen sucht in dem Gedanken. als sie selbst sich zu und sich in dem ganzen Reichtum III. daß alles Erkennen eine fortschreitende Anpassung an das Sein darstellt.Regeln wir uns. daß dieser Gedanke ein vollkommen selbständiges Moment der Erkenntnis ist. Die beiden Grundmomente. die Konstanz des Seins festzuhalten.

während auf der anderen Seite das empirisch Gegebene stets aufs neue dieses Verlangen vereitelt. in welchem die feste Grundgestalt des Seins und Geschehens. Sie gelten nur relativ zu einem bestimmten Erfahrungskreis und müssen somit gewärtig sein. zugleich in ihrem Gehalt zu wechseln. erscheint unter diesem Gesichtspunkt nicht als die Annäherung an irgendeine „stehende und bleibende" Wirklichkeit. dienen. In beiden Fällen ist die Aufgabe gestellt. sondern Konstanten Konstanten Ordnung. Auch diese „Konstanten zweiter Stufe" lösen sich im ferneren Prozeß der Erkenntnis wiederum in Variable auf. erheben. So stehen wir hier vor einem unaufhaltsamen Fortgang. 352 .zurück. W^as wir Wissenschaft nennen. wissenschaftliche Denken ist beherrscht und durchdrungen von der Forderung unveränderlicher Elemente. (S...Form" alles empirischen Geschehens in sich darzustellen scheinen. alsbald wiederum nur als das Material einer weitergehenden Betrachtung. auch in diesem Ergebnis nur scheinbar zur Vollendung. begrenzten Ereignisses wies diesen Grundzug auf: schon sie verlangte. aus dem Flusse der Erfahrung Bestandteile herauszuheben. Wir entdecken nunmehr.) Die wissenschaftliche Erklärung irgendwelcher verwickelter Erscheinungsgruppen durch die . die hier gestellt ist. Dennoch gelangt das allgemeine Verfahren. sobald dieser Kreis selbst sich ausdehnt. Die „Grundgesetze" der Naturwissenschaft.Superposition" einfacher Grundbeziehungen führt sodann die Aufgabe. wiederum zu zerrinnen scheint. um es wieder zu verlieren. unter einem anderen gedanklichen Gesichtspunkt angesehen. gleichsam höherer die sich über dem bloß faktischen Bestand der Einzeltatsachen. Naturgesetzen". 321 ff. die sich als der theoretischen Konstruktion brauchen Schon die Feststellung irgendeines einzelnen. Isolation" und . daß wir in dem an und für sich veränderlichen Geschehen gewisse gleichbleibende Bedingungszusammenhänge zu ergreifen und festzuhalten vermögen. der in bestimmten Größenwerten fixiert ist. die wir soeben gewonnen Alles zu haben glaubten. in den letzten empirischen . zeitlich lassen. die zunächst die abschließende ... das hier überall wirksam ist. um einen Schritt weiter. Wir ergreifen das beharrliche Sein nur.

Sie alle stehen zum mindesten in geordneter zeitlicher Verknüpfung. denen hier die Einzelphasen der Wissenschaft verglichen werden. Jede Veränderung. die sich im System der wissenschaftlichen Begriffe vollzieht. in der jeweilig ein neues Bild alle früheren verdrängt. doch stets eine bestimmte innere Form des Zusammenhangs. besitzen untereinander. auf welchen die an der sie sämtlich teil haben. durch alle Vielfältigkeit der individuellen Gestaltung hindurch. Cassirer. die wir diesem System zusprechen müssen. so bunt und vielfältig sie aufeinander folgen mögen. ohne welche sie sich nicht als Inhalte ein und desselben Bewußtseins auffassen ließen. auf denen die Gleichartigkeit und Gleichförmigkeit der Reihe beruht. ist sodann diese Forderung aufs reinste und vollständigste erfüllt. einen gemeinsamen Grundcharakter aufzuprägen. in helles Licht. eine Phantasma- gorie. so wie es sich auf irgendeiner bestimmten Stufe der Erkenntnis darstellt. da sie sich nur unter Vor- schaft aussetzung eben dieser Elemente feststellen und beschreiben Denken wir uns das Ganze der Erfahrung. so müssen sie sich doch in jenen Bestimmungen begegnen. sondern ist nach bestimmten theoretischen Gesichtspunkten in sich selbst gegliedert und zur Einheit gestaltet. Substanzbegriff 23 353 . beruht. die der radikalen Skepsis gesetzt ist. gegeben. Gerade dieser Vergleich aber weist zugleich auf eine notwendige Schranke hin. so bildet dieses Ganze niemals ein bloßes Aggregat von Wahrnehmungsdaten. In den aufeinanderfolgenden Phasen der Wissen- — Reihenform. selbst alsbald vor einem anderen zu verschwinden und um zunichte zu werden. sondern es erhalten sich gewisse Grundbestimmungen. stellt zugleich die dauernden Strukturelemente. Selbst in der losesten und lockersten Succession von Gliedern wird das vorangegangene Glied durch den Eintritt des folgenden nicht schlechthin vernichtet. in einem bestimmten Verhältnis des Früher und Später: und dieser eine Zug genügt. um ihnen.nur wie eine stets sich erneuernde Illusion. Daß ohne derartige läßt. So sehr die einzelnen Elemente ihrem materialen Bestände nach voneinander abweichen mögen. Selbst die Bilder im individuellen Vorstellungsleben.

von innen nach außen": es . . in einer anderen Betrachtungsweise sich möglicherweise als ein sehr komplexer Zusammenhang erweist. Wir erhalten..und Unterordnung gegeneinander bewahren. Oi. D . nicht übereinstimmt. ^^ untersteht. .. allgemein gesprochen. form F zerlegt sich für den Gedanken in ein Gefüge voneinander abhängiger Bestimmungen. die auf Grund dieser allgemeinsten theoretischen Formel zu erwarten und zu errechnen sind. plexes Ganze ineinandergreifender Synthesen. bis wir schließlich zu einer allgemeinsten Beziehung gelangen.. a^. Og .. B. .).Gesichtspunkte keine einzige Aussage über Tatsächliches. so bedarf diese Formel einer Berichtigung. so können wir ihn in der Form einer Funktion darstellen. was in diesem Ausdruck zunächst als E 1 e e n t erscheint. 354 . das Glied B durch So entsteht ein komqp (bi b. die uns die charakteristische Beziehung wiedergibt. (^^3 W^). . {ßv ßi* ßi* wiederum untereinander in einer neuen Relation <P (i/Zi. an).] zu beFindet es sich nun. Fassen wir also den Inbegriff der ErfahrungsS. (Vgl. so daß also das Glied A durch f(ai. die ein bestimmtes Verhältnis der Über. insbesondere keine einzige konkrete möglich wäre. C. unter Festhaltung der umfassenderen Relationen F.. bes. das symbolisch etwa durch einen Ausdruck F [<l>i {% %). .. kraft deren wir die Einzelglieder in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit geordnet denken. O^ usf. irgendeine Form F (A. aj.. wobei indessen daran festzuhalten ist. die jedem Einzelfaktor hinsichtlich des anderen Die Grundseine bestimmte und eindeutige Stelle zuweist. bn) usf. hat sich bereits allseitig gezeigt. zu ersetzen wäre. sondern einem Maßbestimmung m • • . daß dasjenige. a^). daß irgendeine völlig zeichnen wäre. sicher gestellte Beobachtung mit den Bestimmungen.. ipz) verknüpft.) erkenntnis in einem beliebigen Zeitpunkt ins Auge. Zwei Erscheinungsgebiete A und B werden zunächst je in einem besonderen Gesetz ip^ (a^. bestimmten Prinzip des methodischen Fort- gangs Die Umgestaltung erfolgt gleichsam werden zunächst. 0. die umgeformt und verspeziellen Beziehungen 'f'i. . 186 ff. ip2 diese Gesetze sodann •) zusammengefaßt. die aber nicht wahllos jedes beliebige Element aus ihr herausgreifen kann.

Wir gehen von dem Inhalt dieser Hypothesen nicht ab. die innerhalb der älteren entworfen und formuliert worden sind: schon dieser eine Zug aber setzt zwischen beiden einen logischen Zusammenhang und weist auf ein gemeinsames Forum der Beurteilung hin. Prinzipien und Grundsätze selbst Auch diese Grundsätze. Jetzt ist es somit die „Funktionsform" selbst. Da wir etwa Newton dürfen uns nicht als Antwort 23* 355 ..sucht.. die in eine andere übergeht: aber dieser Übergang selbst bedeutet niemals. denn lediglich die Sicherung dieses Bestandes ist es. die umfassenderen Gesetze zu wahren und zu „retten". die also ein abgeleitetes Moment betrifft. indem das abweichende Ergebnis nunmehr aus ihnen selbst. daß die eine Grundgestalt absolut verschwindet.. Hypothesen". auf diese Weise die lückenlose Übereinstimmung zwischen Theorie und Beobachtung wiederum herzustellen. um derentwillen sie überhaupt unternommen wird und die ihr das eigentliche Ziel weist. Regeln" ihrer Ver- bindung auf die übergreift. Die Erhaltung einer allgemeinen . während eine andere an ihrer Stelle absolut neu entsteht.Form" der Gesamterfahrung ist also hier ohne weiteres deutlich. schlechthin unveränderliche Dogmen gelten. Die Veränderung muß einen bestimmten Bestand von Prinzipien unangetastet lassen. wie sie an die Spitze seiner Mechanik stellt. durch welche wir die Einheit der Erfahrung stiften. Die neue Form soll die auf Fragen enthalten. unter Einfügung eines neuen bestimmenden Einzelfaktors. solange noch irgendeine weniger eingreifende Variation. so sieht sich die Kritik nunmehr zu den Voraussetzungen selbst und zu der Forderung ihrer Umgestaltung zurückgewiesen. sondern als die jeweilig einfachsten gedanklichen . aber sie ergibt sich auch dann. dem beide unterstehen. als notwendig abgeleitet wird. Die Einschiebung von Mittelgliedern. wenn die notwendige Revision von den „Tatsachen" und den rein empirischen . der Ansatz neuer Experimente erfolgt in der gedanklichen Tendenz. den Einklang zwischen Theorie und Erfahrung wiederherzustellen vermag: hat dieser Weg sich aber endgültig als ungangbar gezeigt.

in welchem sie sich ausein für allemal ins fassen. werden die „Kategorien" des Raumes und der Zeit. die bei bestimmten Transformationen ungeändert bleiben. sondern stets nur e i n hypothetisches System von Grundsätzen einem anderen. die sich in allem Wechsel der besonderen materialen Erfahrungsinhalte erhalten. so bedürfen wir für diese fortschreitende Vergleichung ein letztes konstantes in obersten Grundsätzen. Vgl. Wir stellen fest. S. Als solche Formelemente. alle diese Änderungen wirklich zu vollziehen und tatsächlich zu durchlaufen. Die Identität dieses logischen Maßsystems bei allem Wechsel dessen. Auge zu 356 . die für alle Erfahrung überhaupt gelten. die somit in keinem Erfahrungsurteil und in keinem System solcher Urteile fehlen können. gegenüberstellen können. Das Verfahren der „Transzendentalphilosophie" kann an diesem Punkte dem der Geometrie unmittelbar gegenübergestellt werden: wie der Geometer an einer bestimmten Figur die Beziehungen heraushebt und untersucht. auch die Methode. so werden hier diejenigen universellen Formelemente zu ermitteln gesucht. Wie wir dort. daß der Sinn bestimmter Erfahrungsfunktionen von einem Wechsel in dem materialen Inhalt. auf welche die Charakteristik des induktiven Verfahrens selbst immer deutlicher hindrängt. festgestellt. wie es uns in der Mathematik entgegentrat. ist es. lediglich die Richtung um die der Änderung Entscheidung zu treffen*. weist das gleiche „rationale" Gepräge auf. oben. nicht Beziehung von bestimmten Änderungen festzudarauf angewiesen waren. der Größe und der funkUnd tionalen Abhängigkeit von Größen usf. 317 f. die hierbei geübt wird. um die Unabhängigkeit einer begrifflichen stellen. In diesem Sinne will die kritische Erfahrungslehre in der Tat gleichsam die all- Maß gemeine Invariantentheorie derErfahrung bilden und damit eine Forderung erfüllen. umfassenderen und radikaleren. was der Gedanke fordert. was dadurch gemessen wird. wie es vielmehr genügte.niemals den Inbegriff der Hypothesen an sich mit den nackten Tatsachen an sich vergleichen. so gilt das Gleiche auch hier.

von jeder Änderung in den besonderen Kausalsätzen unberührt bleibt. enthalten 357 . Es ist darin vorausgesetzt.einer prägen. weil sie die Bedingungen jedweder Theorie sind. sondern weil und sofern sie in jedem gültigen Urteil über Tatsachen als notwendige Prä- misse so finden wir Zergliedern wir ein derartiges Urteil. nicht als einem Sinne ob sie in irgend vor der Erfahrung läge. objekist. die hier in Frage kommen. Der streng begrenzte sachliche Sinn des „a priori" tritt in dieser Betrachtungsweise deutlich hervor. Eine Erkenntnis heißt a priori. bereits alle diejenigen Momente in sich. zu denen die betreffende Aussage einen zugehörigen Funktionswert darstellt. die jeder Bestimmung naturgesetzlicher Zusammen- hänge überhaupt zugrunde liegen. Dieses Ziel mag auf keiner gegebenen Stufe des Wissens vollständig erreicht sein als bleibt es nichtsdestoweniger bestehen und bestimmt in der stetigen Entfaltung und Entwicklung der Erfahrungssysteme selbst eine feste Richtung. was es unmittelbar an sinnlichen Beobachtungsdaten enthält und was von Fall zu Fall verschieden ist. auf diese Weise das letzte Gemeinsame aller möglichen Formen der wissenschaftlichen Erfahrung herauszustellen. Wenn etwa die evolutionistische Erfahrungslehre Gewicht darauf legt. prinzipiell nicht betroffen wird: wie z. einen gleichbleibenden Bestand: gleichsam ein System von „Argumenten". wenn es gelänge. diejenigen Momente begrifflich zu fixieren. daß die Zeitempfindung und Zeitvorstellung sich „in der Anpassung an die zeitliche und räumliche Umgebung" entwickelt. Kausalgesetz ausspricht. die Geltung räumlich-zeitlichen Abhängigkeit der Elemente des die sich im allgemeinen Geschehens überhaupt. so enthält dieser gewiß unbestrittene und unbestreitbare Satz in dem Begriff der „Umgebung". den er voraussetzt. Dieses Grundverhältnis ist in der Tat von keinem noch so entschlossenen „Empirismus" jemals im Ernst geleugnet worden. Apriorisch können nur jene letzten logischen Invarianten : Forderung — heißen. Das Ziel der kritischen Analyse wäre erreicht. daß es eine feste. ß. h. die sich im Fortschritt von Theorie zu Theorie erhalten. neben dem. d.

ist es. ist. Nicht vom Dasein psychischer Inhalte. ja irgendwelchen Sinn behalten soll: und diese Wahrheit eines Urteilszusammenhangs. sofern die Erkenntnis sich zum einheitlichen System vollenden soll. nicht die Farbe ist ein „Apriori" im Sinne der kritischen Erkenntnislehre. So notwendig die so unabweislich ist es andererseits. und welche Richtung seiner Lösung wird dem daß er eine ungelöste Frage Sonderung beider Momente — — Denken damit gewiesen? 358 . Die Wahrheit dieser Grundannahmen muß feststehen. nicht die Existenz irgendwelcher Vorstellungen in uns. um so deutlicher zeigt es sich auf der anderen Seite. wenn der Gedanke der Evolution irgendwelches Recht.und Unterordnung ist in ihm einzig die Rede. die das Problem selbst hierdurch gewinnt. auf welche der Begriff des Apriori in seiner reinen logischen Bedeutung allein anwendbar ist. Gibt es so muß jetzt gefragt innerhalb der Erkenntnis selbst einen Weg. sondern von der Geltung bestimmter Relationen und von ihrer Über.tive Zeitordnung „gibt" beliebig und daß die Ereignisse in ihr nicht und nach Willkür einander folgen. weil nur er eine Invariante für jegliche Je schärfer indessen hier physikalischeKonstruktion hervortritt. bildet. eine Vermittlung zwischen ihnen anzunehmen. sondern nach einer bestimmten Regel „auseinander" hervorgehen. wiederum der Gegensatz zwischen Wahrheit und Wirklichkeit in sich birgt. der uns werden von den reinen logischen und mathematischen Bedingungszusammenhängen bis zum Problem der Wirklichkeit hinführt? Und wenn ein solcher Weg gezeigt werden kann: welche neue Bedeutung ist es. Der Raum.

Keine dialektische Lösung vermag diese Trennungen.Gegensätzliches umdeutet. in eine Innen. zwischen denen es keine verständliche kausale Vermittlung gibt. daß sie das Gebiet der Erkenntnis überhaupt überschreitet denn außerhalb dieses Gebiets gäbe es für sie nicht einmal mehr Stoff zu möglichen Fragestelsondern daß sie. Sind einmal die „Dinge" und der „Geist" begrifflich geschieden. voneinander abtrennt und somit das Logisch-Korrelative in ein Dinglich.und Außenwelt auseinander. zusammengehörige Gesichtspunkte. so ist dem Subjekt die Forderung der Einheit wesentlich. I. (Vgl. Dieser eine Gegensatz birgt bereits alle anderen in sich und läßt sich fortschreitend in sie entfalten.) An keiner Stelle tritt dieser Zug so deutlich hervor und an keiner Stelle ist er so bedeutsam und folgenreich. die vom echten Begriff gefordert werden. Das charakteristische Verfahren der Metaphysik besteht lungen — nicht darin.Sechstes Kapitel. die nur in bezug aufein- — ander bestimmt sind. 313f. so sind es dagegen und bar k e i t . so treten sie alsbald auch in zwei getrennte räumliche Sphären. Der Begriff der Wirklichkeit. S. des Subjekts und Objekts der Erkenntnis. im Gebiet der Erkenntnis selbst. wenn zum Wesen der Wirklichkeit das Moment der und der Denkens Veränderung gehört. die sich bereits in der ursprünglichen Formung der Grundgedanken Identität Bewegung Unwandel- 359 . oben. Und immer schärfer prägt sich nunmehr der Widerstreit aus: wenn die Objekte nur als Vielheit Bestand haben. wie in der alten Grundfrage nach dem Verhältnis des und Seins.

Der stetige Gang der Wissenschaft wird durch die wechselnden Schicksale der Metaphysik nicht von seinem Ziele abgelenkt.vollzogen haben.. äußeren" Dinge beziehen. Was hier und jetzt vom Bewußtsein aufgefaßt wird. lediglich gedankliche Phantome oder bleibt für sie im Aufbau der Erkenntnis eine feste Bedeutung und Leistung zurück? Befragt man die unmittelbare Erfahrung. Sind diese Begriffe. Für sie gibt es nur eine Stufe des „Daseins" schlechthin. welche Trennung im Absoluten den Gegensätzen des . ist zugleich zu fordern. die alle Inhalte gleichmäßig und unterschiedslos in sich befaßt. so zeigt es sich. die sich all jenen Gegensätzen zum Trotz als solche erhält und behauptet.. in der es sich der direkten Erfahrung darbietet.. um deren Trennung und Wiedervereinigung sich alle Geschichte der Philosophie gemüht hat. ohne daß es ihr gelingt. Selbst die Zeitgrenze der einzelnen Erfahrungen verschwimmt: das Vergangene ist. Über die Richtung dieses Fortschritts muß sich also Klarheit gewinnen lassen. ohne den Dualismus der metaphysischen Grundbegriffe bereits vorauszusetzen. sondern lediglich. sofern es in die Erinnerung aufgenommen — System Erfahrungswissens anwendbar Wissen 360 . daß er sich rein aus ihr und ihren eigentümlichen Prinzipien verständlich machen lasse.ist" damit und ist genau in der Form. Zwischen den Erfahrungen insbesondere. aus welchen Gesichtspunkten und welcher selbst zu diesen Notwendigkeit heraus das Scheidungen gelangt. daß ihr der Gegensatz des „Subjektiven" und „Objektiven" noch völlig fremd ist. Sofern dieser Dualismus auf die Erfahrung sein soll. Und dennoch bildet zum mindesten das des eine ursprüngliche Einheit. die sich auf die . die eine aus der anderen abzuleiten und auf sie zurückzuführen. Gegenstands" zugrunde liegt.. das . der „Vorstellung" und des . Somit lautet die Frage nicht länger. Innen" und . die sich auf den eigenen Körper des Individuums und denen. die noch von keinem Moment der Reflexion durchsetzt ist. besteht noch keinerlei feste Scheidewand. jemals wieder völlig aufzuheben: die Geschichte der Metaphysik wechselt zwischen den gegensätzlichen Tendenzen ab.. Außen".

Die einmalige flüchtige Be- Ent- zweiung. 361 . die sinnlichen Daten nicht einfach hinzunehmen. wiederkehren. Werte obachtung wird mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt: was zurückbehalten werden soll. die sich allgemein formulieren und feststellen lassen. der sich gegen die allgemeine Gültigkeit irgendeiner Wahrnehmung richtet. dieser Stufe den Gegensatz des Subjektiven und Objektiven überhaupt gebrauchen was nur im übertragenen und unso müßte man ihr das eigentlichen Sinne geschehen kann Merkmal durchgängiger Objektivität zusprechen: denn in ihr ist. — — besitzen die Inhalte noch jene Passivität. liegt bereits in den ersten Ansätzen der wissenschaftlichen Weltbetrachtung verborgen. Die Grundtendenz dieser Betrachtung geht dahin. Indem die Wissenschaft das Gegebene aus bestimmten Prinzipien zu gestalten und abzuleiten unternimmt. Jeder kritische Zweifel aber. indem er ihren wesentlichen begriffliche n Gehalt in sich auf- metaphysische nimmt. muß sie eben damit das anfängliche Verhältnis der Koordination aller Erfahrungsdaten aufheben und ein Verhältnis der Über. sind nur jene „typischen" Erfahrungen. die wir mit dem Gedanken des „Dinges" zu verknüpfen pflegen.ebenso vorhanden und damit ebenso „wirklich". trägt im Keime zugleich die Spaltung des Seins in eine „subjektive" und „objektive" Sphäre in sich. Die die jetzt beginnt und die sich im weiteren Fortgang immer schärfer ausprägt. an dieser Stelle die Scheidung von Subjekt und Objekt abzulösen. jene fraglose und unzweifelhafte Gegebenheit. der dazu berufen ist. die in immer gleichbleibender Weise und unter Bedingungen. Aber freilich hebt schon der erste Anfang der logischen Reflexion diesen Eindruck der vollkommenen Einheit und Geschlossenheit auf. Die Analyse des Erfahrungsbegriffs hat bereits zu demjenigen Gegensatz hingeführt. Die mannigfachen Inhalte ordnen sich gleichsam in einer Ebene: noch gibt es keine bestimmten Gesichtspunkte. die irgendeinen Vorrang des einen vor den Will man zur Charakteristik andern begründen könnten. sondern sie in ihrem zu unterscheiden. als es das Gegenwärtige ist.und Unterordnung an seine Stelle treten lassen.

wie sich zeigte. unabhängig von den Differenzen. Stand unserer Erkenntnis. Ein Inhalt kann als veränderlich nur erkannt werden mit Bezug auf einen anderen. einmaligen Hier und Jetzt ausdrückt. die nur jeweilig unter besonderen Umständen. in der Gewinnung letzter Invarianten. was diesem Wechsel selbst angehört. Subjektiven" bezeichnen. Aus dieser Ableitung des Grundunterschiedes aber ergibt behaupten. Die ersteren sind es. auf denen ihr unwandelbarer Bestand beruht. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. was also nur eine Bestimmung des individuellen. wobei indes stets die Möglichkeit bestehen bleibt.Ziel. die die notwendigen und konstitutiven Faktoren jedes Erfahrungsurteils bilden. daß er lediglich relative So wenig es. zusammentreten. während wir die letzteren mit dem Ausdruck des . der ihm gegenübertritt und der für sich zunächst dauernden Bestand in Anspruch nimmt. die durch den besonderen Ort und den bestimmten Zeitpunkt der Beob- Das liegt. und daß er somit nicht mehr als der wahrhafte und vollständige sich sogleich. Neben lockeren assoziativen Verbänden von Wahrnehmungen. die sich in jeder ferneren experimentellen Prüfung und durch alle scheinbaren Gegeninstanzen hindurch die somit im Flusse der Erfahrung beharren. Bedeutung besitzt. die sich also in allem Wechsel des Hier und Jetzt erhalten. erscheinen indessen die mannigfachen empirischen Aussagen alsbald von sehr verschiedenem Werte. so wenig gibt es absolut veränderliche Elemente. während dasjenige. Objektiv heißen uns zuletzt diejenigen Elemente der Erfahrung.. also etwa unter bestimmten physiologischen Bedingungen. während andere wiederum zerfließen und sich verflüchtigen. die wir im prägnanten Sinne „objektiv" nennen. für einen jeweilig erreichten 362 . Wir achtung gegeben sind. absolut konstante Elemente der Erfahrung gibt. finden Zusammenhänge. dem alle empirische Erkenntnis zustrebt. ein für allemal zukommen. daß auch dieser zweite Inhalt in einem dritten seine Korrektur findet. finden sich feste Verknüpfungen. die für irgendeinen Gesamtbereich von Gegenständen schlechthin gültig sind und ihm. dem Kreise der Subjektivität zugerechnet wird.

ohne in ihrem Inhalt dadurch geändert zu werden. sondern um eine bewegliche Grenze. bei diesem Übergang ins Subjektive nicht um eine Veränderung. die sich zugleich mit der fortschreitenden Erkenntnis selbst vollzieht und konstituiert. ist nicht räumlicher. In diesem sich stetig erneuernden Prozeß scheiden immer mehr Gruppen aus. die Zerlegung des Seins in eine Innenund Außenwelt ist daher schon darum unzureichend und irreführend. da sie die Probe nicht bestanden. die die Entgegensetzung zu erfüllen hat. weil er dieses Grundverhältnis verdunkelt. die sich im Fortgang der Erkenntnis selbst Die gegenwärtige Phase erscheint der beständig verschiebt. vergangenen gegenüber ebenso sehr als „objektiv". die uns anfangs als „feststehend" galten und die jetzt. wird nunmehr auf einen bestimmten Kreis von Bedingungen Ausdruck der Objektivität. diesen Charakter. sondern ein Urteil. Man kann sich dieses Verhältnis alsbald verdeutlichen. weil er an die Stelle einer lebendigen Wechselbeziehung. die zwei voneinander ewig getrennte Gebiete der Wirklichkeit auseinanderhält. mit welcher Erfahrungsurteile der steten Nachprüfung durch Theorie und Beobachtung standhalten. bleibt bestehen. nur die Funktion. wie jetzt immer klarer hervortritt. sondern lediglich um eine solche. während der materiale Inhalt der beiden Gebiete Der räumliche Ausdruck in steteni Fluß begriffen ist. wenn man an das bekannteste Beispiel für diesen Übergang 363 . die die kritische Bewertung von Erkenntnissen erfährt. eingeschränkt. der das Grundmerkmal aller Objektivität ausmacht. die die Substanz der Dinge. Nur dieser wechselseitige Akt der Berichtigung selbst. Aber es handelt sich. sondern des Seins gilt. wie sie sich der späteren gegenüber als „subjektiv" erweist. Die „Dinge" werden dadurch nicht zu bloßen „Vorstellungen" herabgedrückt. um den es sich handelt. verlieren. eine fertige und absolut abgeschlossene Sonderung der Dinge setzt.als bloßer Teilausdruck Hier handelt es sich also nicht um eine starre Scheidewand. Der Gegensatz. das zuvor unbedingt zu gelten schien. sondern gleichsam dynamischer Natur: er bezeichnet die verschiedene Kraft. der Grenzscheidung.

als daß die Farben und Töne. zwar aus der Welt der „reinen Formen". bedeutet sie im Grunde nichts anderes. nicht aber aus der Natur als solcher heraus: denn eben jenes Verhältnis physikalischer und physiologischer Bedingungen.der Objektivität in die Subjektivität. deren Begriff sich ja erst in der wechselseitigen kausalen Abhängigkeit der Einzelelemente erfüllt. innerhalb dessen sie jedoch ihre Die gesehene Farbe. Ton ist und bleibt ein . -[viü^it} über. indem sie als subjektiv erklärt werden. Schon bei Demokrit. wenn man über den Kreis der sekundären Qualitäten hinaus. Der Irrtum beginnt erst. das in den Gesetzen der Lichtbrechung . engeres Gebiet abgesteckt. der diese Entdeckung zuerst vollzieht. Sie gehen von der ^rtjaltj ^via^ri in die öxot/t. das unter bestimmten Einschränkungen als gültig befunden 364 . sondern resultiert von dem Zusammenwirken des physikalischen Reizes. an die Entdeckung der „Subjektivität der sinnlichen Qualitäten" denkt. auf den Gesamtkomplex übertragen und somit ein Urteil. sie trennen sich von den rein mathematischen Ideen des Raumes. Die Qualitäten fallen also. der Bewegung. kraft dessen sie aus der wissenschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit ausscheiden. die die mathematische Physik entwirft. die früher nur ein als Zeugen der Wirklichkeit schlechthin galten. der Gestalt. das somit einen be- stimmten komplexen Zusammenhang von Erfahrungsmomenten zu völlig zutreffendem Ausdruck bringt. Wasser gebrochen erblicken. Wirkliches": nur besteht diese Wirklichkeit nicht für sich und isoliert... und des zugehörigen Organs der sinnlichen Empfindung. so ist auch dies kein wesenloser Schein. wohlbegründet" ist. Das gleiche gilt. wenn wir eine Bestimmung. macht selbst einen Teil der „Natur" aus. sondern ein Phänomen. auf welchem sie beruhen. der gehörte volle Geltung bewahren. bis zu den Illusionen und SinnesWenn wir den geraden Stab im täuschungen zurückgeht. die Gerüche und Geschmäcke einen eigentümlichen Erkenntnischarakter erhalten. daß ihnen jeder Anteil am Sein überhaupt abgesprochen wird: vielmehr wird ihnen. die für ein einzelnes Glied gilt. denen fortan allein physikalische Trotzdem bedeutet diese „Wahrheit" zugesprochen wird. Abgrenzung nicht.

eine Wertfolge gegeben. kritischen Fassung der Frage dagegen ist diese Beschränkung aufgehoben. der schlechthin keine Vermittlung zuläßt.wurde. In Wahrheit handelt es sich hier stets um eine Beziehung. der Halluzination und dem Traume gegenüber. sondern nur einen subjektiven Zustand des Beobachters ausdrückt. zu einem Phänomen werden kann. sofern wie sich gezeigt hat und derselbe Erfahrungsinhalt subjektiv und objektiv heißen kann. so tritt die Stufenfolge in den Graden der Objektivität deutlich hervor. so kann das „Innere" nicht in irgendeinem BeIn der tracht zugleich ein „Äußeres" sein. anwenden. den eigentlichen Typus des Objektiven. wichtigen Phasen dieser Entwicklung — — — 365 . Oder: wie ein Ding Hier gilt nur ein einfaches Entweder nicht gleichzetig an zwei verschiedenen Stellen des Raumes sein kann. bezeichnet und festlegt. zwischen relativ abhängigen und relativ unabhängigen Urteilen besteht. auf die Erfahrung als Ganzes. Die sinnliche Wahrnehmung bedeutet. die nach einer bestimmten Regel fortschreitet. die zwischen dem relativ engeren und dem relativ weiteren Erfahrungskreis. sich als notnur müssen wir wendig begründen und ableiten läßt. Jedes Glied weist nunmehr auf ein folgendes hin und fordert es zu seiner Ergänzung. ist ein gültiges Erfahrungsurteil. Schon in der populären und vorwissenschaftlichen Betrachtung lassen sich die ersten. Damit aber ist von selbst statt einer bloßen Zweiheit von Bestimmungen. von denen — sich nicht abstrahieren läßt. auf die es sich bezieht. Faßt man das Ganze dieser Betrachtungen zusammen. an dem Schema der exakten Physik gemessen. ist damit ein Gegensatz gegeben. je nachdem er relativ zu verschiedenen logischen Bezugspunkten genommen wird. Solange man bei dem metaphysischen Unterschied des Innen und Außen stehen bleibt. diesem Urteil gleichsam einen logischen Index beigeben. Der Gegensatz ist nicht mehr zweigliedrig. ist. und umgekehrt. losgelöst von jeder Daß der Stab gebeschränkenden Bedingung. sofern nämlich brochen die Erscheinung. der die besonderen Bedingungen seiner Geltung. während sie. ein sondern mehrgliedrig. das keine selbständige Eigenschaft der „Dinge" mehr.

was im Dingbegriff der gewöhnlichen Erfahrung geleistet ist. Gegenstandes" die vollkommene Erfüllung der Zeitreihe. während der Begriff des . sind dagegen stets nur isolierte Bruchstücke. Schon hier wird der Inhalt der Empfindung vom momentanen Erlebnis losgelöst und diesem als selbständig gegenübergestellt: er erscheint dem einzelnen zeitlichen Akt gegenüber. Dinge".. sind nur völlig diskrete Werte. festhalten läßt. „rot" oder „grün" bezeichnen. Wenn in wir einen sinnlichen Eindruck. verlangt. also streng genommen die Setzung eines unendlichen Inbegriffs von Elementen. das sich in liche Festigung. Das wahrhaft „Gesehene" und „Gehörte" gibt nur unzusammenhängende. Was die direkte Wahrnehmung uns darbietet. Die Fortbildung dieses Verfahrens ist es sodann. Die . in dem er erfaßt wird.erkennen. DerGegen- stand der Erfahrung wird als ein kontinuierliches Sein gedacht. der uns hier und etwa jetzt als ganz bestimmter Nuancierung gegeben ist. die nunmehr entstehen. identischer Bestimmung die sinnliche ein Wahrnehmungen schlechthin zusammenzunehmen. Die logischen Ansätze. Aber diese gedankauch im Einzeleindruck latent ist und ihm erst einen eigentlichen Bestand verleiht. erweisen sich. die in keiner Zusammenfassung ein stetiges Ganzes ausmachen. Hier genügt es nicht. je deutlicher 366 . werden jetzt bewußt aufgenommen und in methodischer Absicht weitergeführt.. bleibt dennoch weit zurück hinter dem. die für alle Erkenntnis wesentlich ist. als ein gleichbleibendes Moment. dessen Fortbestand in jedem Punkte der stetigen Folge der Zeitmomente als notwendig postuliert wird. Somit tritt auf dieser zweiten Stufe das allgemeine Verfahren der Umformung und Bereicherung des Gegebenen auf Grund der logischen Forderung seiner durchgängigen Verknüpfung bereits in voller Schärfe hervor. die schon im Erfahrungsbegriff der gewöhnlichen Weltansicht vorlagen. worauf die Wissenschaft ihre Definition der Natur und des Naturobjekts gründet. zeitlich auseinanderfallende Massen von Perzeptionen. so liegt schon dieser primitive Urteilsakt in jener Richtung vom Variablen zum Konstanten. sondern neben diese bloße Vereinigung des Gegebenen muß Akt der logischenErgänzu ng treten.

zu erreichen. wie sich zeigte.Ding an sich" in die bloße . 217 ff. im Aufbau des Ganzen zukommt. was sie für das Gesamtsystem bedeutet: und diese Bedeutung ist es. Wir messen hier die Vorstellungen nicht an den absoluten Gegenständen. was eine bestimmte Erfahrung . sieht sich der Gedanke zu einem hypothetischen Unterbau des empirischen Seins hingeführt. Auch die Traumerlebnisse sind von den wachen Erlebnissen nicht durch einen ganz spezifischen . Vorstellung" übergeht. Das System dieser unveränderlichen Elemente bildet das Muster der Objektivität überhaupt. immer mehr metaphorische Ausdrücke für dauernde Gesetzeszusammenhänge der Phänomene und somit für die Konstanz und Kondiese Festigkeit und tinuität der Erfahrung selbst. die ihr das Maß der Objektivität bestimmt. die. zu jenen letzten Konstanten der Erfahrung überhaupt vorzudringen. wie das absolute Dasein sich in das absolute Wissen wandelt. Stetigkeit.. Jede Teilerfahrung wird danach befragt. was sie „wert ist".ihrem eigentlichen Gehalt erfaßt werden. Auch sie 367 . der ihnen als ein für allemal erkennbares Merkmal anhaftete. die einander wechselseitig als Maßstab dienen. der aber keine andere Funktion besitzt. sondern es sind verschiedene Teilausdrücke ein und derselben Gesamterfahrung.ist". sie in als Um — sofern dieser Terminus rein auf eine Bedeutung einge- schränkt wird. So handelt es sich hier im letzten Grunde nicht darum. d. (Vgl. welche Leistung ihr.. Dingcharakter" unterschieden. dieses Prozesses wäre erreicht. sondern um das. h. zugleich Voraussetzung und Ziel der Forschung bilden. als die beständige Ordnung innerhalb dieses Seins selbst darzustellen. der von den ersten Stufen der Objektivierung bis zu ihrer vollenDer Abschluß deten wissenschaftlichen Gestalt hinführt. sobald es uns gelungen wäre.) Somit ist es ein lückenloser Fortgang. die in keinem sinnlich wahrnehmbaren Objekt jemals völlig erfüllt ist. Wie das .. als besonderem — Baustein. die der Erkenntnis völlig faßbar und erreichbar ist. oben.. bleibt daher freilich ein unergründliches Problem: aber mit dieser Frage haben wir es in der kritisch geklärten Fassung des Gegensatzes des Subjektiven und Objektiven auch nirgends zu tun. S.

aber keine von Abschluß dar. So gelangen wir zu einer Folge über. — 368 . in „objektiven" körperlichen Zusind. subjektiven Charakter des Traumes bedeutet nichts anderes als die Wiederherstellung einer logischen zwischen den Bewußtseinsinhalten. die uns den jeweiligen Begriff der „Objektivität" am — Erfahrung Dingen Gesichtspunkt definieren. notwendig zusammen. sofern es die Antwort auf eine Frage geben will. Wir stehen hier vor einem ständig sich erneuernden Prozeß. aber wir werden uns zugleich bewußt. So können wir freilich die selbst. sondern vielmehr innerhalb einer bestimmten Geltungssphäre bestätigt. der nur relative Haltpunkte kennt: und diese Haltpunkte sind es. die gleichsam die verschiedenen komplementären Phasen für die Lösung ein und derselben Aufgabe darstellen. so wie sie den Dingen niemals mit den an und für sich und losgelöst von allen Bedingungen der Erfahrung etwa angenommen werden. Die einem neuen allgemeineren früheren Ergebnisse werden dadurch nicht entwertet.besitzen eine Art des „Seins". wohl aber können wir einen relativ engeren Aspekt der Erfahrung selbst durch einen weiteren ersetzen. der die gegebenen Daten unter ordnet. Jedes spätere Glied der Reihe hängt mit den früheren. innerhalb Die Einsicht in den deren diese Bedingungen erfüllt sind. auch diejenigen nicht. die sich vorübergehend zu verwischen drohte. die Grundforderung nur zum Teil erfüllt und daher der Ergänzung in einer neuen Setzung bedarf. sofern sie in bestimmten physiologischen Bedingungen. vergleichen. Wir suchen an Stelle der veränderlichen Inhalte dauernde Inhalte zu gewinnen. die in ihnen latent ist. den wir in dieser Richtung gegründet Abstufung Organisation unternehmen.und untergeordneter Momente. der der Gegensatz des Subjektiven und Objektiven in seiner fortschreitenden Entwicklung dient. aber dieses Sein reicht nicht ständen über den Umkreis und über die Zeitspanne hinaus. die von dem Keine dieser Phasen — Ziel kann gänzlich entbehrt weitesten entfernt bleiben stellt auch einen schlechthin unbedingten werden. Und so ist es allgemein die immer strengere der Erfahrung. daß jeder Ansatz. an deren Stelle es sich setzt.

die in dieser Hinsicht unternommen werden. uns wieder über ihn hinausführen. ob das Ganze der Erfahrung objektiv wahr und gültig ist da hier bereits ein Maßstab vorausgesetzt würde.. die ja selbst vollständig diesem Kreise angehört. der in der Erkenntnis niemals gegeben sein kann sondern nur.. Subjektiven" gelangen. sind es die Vorstellungen in uns. wie wir vom . die in der Erfahrung selbst und gemäß ihren Bedingungen gegeben ist. fälschlich auf das Universum als Ganzes übertragen wird. das System in seiner Gesamtheit seinem absoluten Werte nach abzuschätzen. unmittelbar entgegengesetzt. Sie steht prinzipiell auf derselben Stufe. Selbstbewußtsein" eingeschlossen. Die Geschichte der Philosophie lehrt indes. Jeder — — . versagen: haben wir uns einmal in den Kreis des . Der Kritik der Erkenntnis dagegen stellt sich die Aufgabe umgekehrt: für sie lautet das Problem nicht. in welcher dieser Weg der Erfahrung durchschritten wird. Cassirer. Objektiven".Auch die Richtung. Vom Standpunkt dieser Voraussetzungen ist es das Subjekt. ist derjenigen. wie alle Versuche. so kann keine Bemühung des Denkens. Somit fragt sie nicht.. Subjektiven" zum . ob ein bestimmter Sonderinhalt einen dauernden oder vergänglichen Bestandteil in eben diesem Ganzen ausmacht. die einzelnen Phasen der empirischen Erkenntnis zu unterscheiden. der bestimmt ist. Sie kennt keine andere und keine höhere Objektivität. Substanzbegriff 24 369 . das nur für die einzelnen Teile des Universums in ihrer wechselseitigen Beziehung Geltung hat. die uns anfangs allein gegeben sind und von denen wir uns erst mühsam den Zugang zur Welt der Objekte zu bahnen haben. die nach den gewöhnlichen metaphysischen Voraussetzungen zu erwarten wäre. Es handelt sich nicht darum. Die Frage nach der Objektivität der Erfahrung überhaupt beruht im Grunde auf einer logischen Illusion. als diejenige. auf die gedachte Allheit dieser Phasen und ihre Aufeinanderfolge angewandt. sondern einen Wertunterschied zwischen seinen einzelnen Faktoren zu treffen. von der die Geschichte der Metaphysik auch sonst mannigfache Beispiele liefert. wie etwa die Frage nach dem absoluten Ort der Welt: denn wie in dieser ein Verhältnis.. sondern wie wir vom „Objektiven" zum . so wird hier ein begrifflicher Gegensatz.

In dem Maße. sondern es ist erst das Ergebnis einer Analyse. als diese ständige Prüfung und Selbstkorrektur fortgesetzt wird. die zunächst unentbehrlich und konstitutiv für den Begriff des empirischen Seins selbst scheinen wie der spezifische Inhalt der einzelnen Empfinverlieren diese vorherrschende Stellung und bedungen sitzen fortan keine zentrale. Die Bezeichnung eines Elementes als „subjektiv" kommt ihm daher keineswegs ursprünglich zu. die ihr gegenübertritt. der unabhängig von allen besonderen zeitlichen Umständen an — — und für sich als gültig gesetzt wird. von welchem aus nun in einer spekulativen die Welt der Objekte zu erreichen und zu konstruieren wäre. sondern nur noch eine periphere Bedeutung.. mehrt sich daher der Stoff dessen. Sie entsteht erst in der wechselseitigen Kritik der Erfahrungen. sondern einen Sachverhalt feststellen.kommt das volle Maß der „Objektivität" zu. Bestandteile. die den Bestand der Erfahrung selbst.. die also die Geltung fester gesetzlicher Relationen zwischen Inhalten überhaupt. das erst auf relativ hoher Stufe erreicht wird. das schon in der Begriffsbestimmung des inso zeigte duktiven Urteils hervortrat. Das. Jedes Einzelurteil sich hier nimmt zunächst und ursprünglich unbedingte Geltung für sich in Anspruch: es will nicht nur hier und jetzt gegebene Empfindungen in ihrer individuellen Eigentümlichkeit beschreiben. in der sich der veränderliche Bestand vom dauernden abscheidet. wenn man auf das Verhältnis des „Allgemeinen" zum . sondern sie setzt ein kompliziertes Verfahren der gedanklichen und empirischen voraus. indem es einen allgemeingültigen Zusammenhang zwischen Subjekt und Prädikat 370 . wenngleich es innerhalb eines beschränkten Umkreises sein Recht bewahrt. Subjektive" ist nicht der gegebene selbstverständliche Ausgangspunkt. voraussetzt. Besonderen" zurückblickt. Das Urteil blickt als solches und kraft seiner logischen Grundfunktion über den Kreis des jeweilig Gegebenen hinaus. besonderen Erfahrung endgültigen — — Kontrolle Synthese — Der Fortgang dieser Analyse wird deutlich. solange sie nicht durch eine andere. verdrängt und berichtigt wird. was aus der wissenschaftlichen Auffassung der Wirklichkeit ausscheidet.

schen Aussagen ergibt. Kreis zu beschränken. Konflikt zwischen verschiedenen empirisofern sich ein Aussagen. von dieser ersten Forderung abzugehen und seine Aussage ausdrücklich auf einen engeren Diese Begrenzung findet nur statt. zunächst auszuscheiden. Es ist somit die logische der Erfahrungsinhalte und ihre Einordnung in ein gegliedertes System von Abhängigkeiten.) Nur auf Grund besonderer Motive wird der Gedanke dazu geführt. um sie erst nachträglich aus einem besonderen Komplex von Bedingungen abzuleiten. Dieser Zusammenhang wird von einer neuen Seite her bestätigt. nur durch Einschränkung aus dem . die absolut genommen. inhaltlich unvereinbar sein würden. einigen" allbefassenden Raum gewonnen wird. wenn man den logischen Grundcharakter des wissenschaftlichen der ja der eigentliche Zeuge der empirischen Wirklichkeit ist. einzelne Inhalte. führt kein Weg zum Gesetz hinüber: dagegen ist es völlig verständlich. oben. ihnen sich bescheidet.. (S. näher ins Auge faßt. Von der schlechthin isolierten „Impression". Das wissenschaftliche Experiment stellt niemals einen einfachen Bericht über hier und jetzt gegebene — Differenzierung Versuchs. sich schneiden und sich wechselweise bestimmen. in der jeder Gedanke der logischen Beziehung ausgelöscht ist. Wie die einzelne geometrische Gestalt.behauptet. indem sie auf verschiedene Subjekte be- indem also zum mindesten die eine von zogen werden. was den eigentlichen Kern des Wirklichkeitsbegriffs bildet. deren jeder indessen als gesetzlich völlig bestimmt gedacht wird. die sich dem Gesamtplane scheinbar nicht einfügen.. nach einem bekannten Satz der Kantischen Raumlehre. 24* 371 . wie wir auf Grund der allgemeinen Forderung einer durchgehenden gesetzlichen Ordnung der Erfahrungen dazu geführt werden. Es entsteht. wenn eine Mehrheit von Erfahrungskreisen. werden jetzt in Einklang miteinander gesetzt. so geht das besondere Erfahrungsurteil durch Einschränkung aus dem einigen Grundsystem der Erfahrungsurteile überhaupt hervor und setzt dieses System voraus. nicht die . sondern nur von einem speziellen Gesichtspunkt aus und unter bestimmten einschränkenden Bedingungen zum Ausdruck zu bringen. 326 ff. Natur" der Dinge schlechthin. S.

die sie im einfachen sinnlichen Erleben als solchem nicht besitzen. S. der uns sinnlich allein zugänglich ist. Was wir beobachten. auf das er in seinen Aussagen hinblickt. der unter gewissen Bedingungen erfolgt ist. liegt eben darin. an ihre Stelle tritt der Gedanke einer allgemeingültigen Ordnung.erst dadurch. der magnetischen — — Achse. sondern erhält seinen Wert daß es die Einzeldalen unter einen bestimmten Gesichtspunkt der Beurteilung rückt und ihnen damit eine Bedeutung gibt. der weit über den begrenzten Tatsachenkreis. 251 f. Wahrnehmungstalsachen dar. den tatsächlichen Fall. wie die des magnetischen Feldes. weitet sich vor dem geistigen Blick zum naturgesetzlichen Zusammenhang der Phänomene überhaupt. das er vor sich hat. um zu einem wirklichen es vortrefflich ausgeführt hat Ertrag seiner Untersuchungen zu gelangen. der Stromintensität usf. 372 . den die Theorie voraussetzt und erheischt. ist stets ein objektiver Zusammenhang theoretisch-physikalischer Sätze. oben. ein Ding aus Kupfer oder Stahl. die ihrerseits wiederum nur das Symbol und die Hülle für allgemeine mathematischDer physikalische Beziehungen und Zusammenhänge sind*. vgl. der uns im Einzelmoment zugänglich wie D u h e m Immer muß der Physiker ist.. hinausgreift. der ihm vor Augen steht. getreten. aus Aluminium oder Glas. 190 ff. die im Kleinsten wie im Größten gleichmäßig Geltung besitzt und die sich daher auch von jedem Einzelpunkte aus wiederum rekonstruieren seines lassen muß. S. Damit aber wandelt sich ihm das einzelne Instrument. Der beschränkte Umkreis von Tatsachen. Es ist jetzt nicht mehr ein bestimmtes Werkzeug. zuvor zum Ausdruck des idealen Falls umbilden. aus einer Gruppe sinnlicher Merkmale und Eigenschaften in ein Ganzes ideeller gedanklicher Bestimmungen. La Theorie Physique. was wir dagegen als Ergebnis des Versuchs aussagen. Erst vermöge dieser Bereicherung * Duhem. charakteristische Vorzug des Experiments daß hier in der Tat ein Schlag tausend Verbindungen schlägt. sondern an seine Stelle sind Begriffe. ist etwa ein bestimmter Ausschlag der Magnetnadel. Die unmittelbare Anzeige des Augenblicks wird nach allen Richtungen hin überschritten.

geben wir ihnen damit jene Festigkeit. die das auszeichnende Merkmal der empirischen GegenständNicht die sinnliche Lebhaftigkeit des Eindrucks. um auf diese Weise schließlich die Gesamtheit des Seins als die Gesamtheit des Systems der Erfahrung zu überblicken. Der Begriff und Terminus der der trotz aller Angriffe. Wäre uns der lichkeit ausmacht. die auf den Gegenstand. Aber dieser Fortschritt verändert wiederum nicht seine metaphysische Was zu.. der hinter ihr steht. Substanz". die gegen ihn gerichtet wurden. Das . sondern wird zum Symbol der durchgehenden systematischen Verfassung.. sofern sich zeigt. Eben hierin aber liegt das eigentliche Rätsel der Erkenntnis. sondern lediglich seine logische Form. Repräsentation. Zeichen" ist somit hier von gänzlich anderer Natur. hinweist. nächst isoliert schien. auf welchen wir von einer Erfahrung zur anderen fortschreiten. daß sich von ihm aus in kontinuierlichem Fortschritt und nach völlig bestimmten Regeln zu anderen und wieder anderen Daten der Erfahrung gelangen läßt. Realität** verleiht. Sie bezeichnen nur verschiedene Wege. was zuvor als einfach galt. 373 . als das Bezeichnete und gehört einem anderen Bereich des Seins an.unmittelbaren Gehalts wird der Inhalt der Wahrnehmung zum Inhalt der Physik und damit zum „objektiv wirklichen" Inhalt. sondern dieser innere Beziehungsreichtum ist es. das offenbart jetzt eine innere Fülle und Mannigfaltigkeit. empfängt hier einen neuen Sinn.. Innerhalb der metaphysischen Lehren ist es die „Vorstellung**. der von ihnen ausgeht. Was die „Dinge" der Physik über die Sinnendinge hinaushebt und ihnen ihre eigentümliche Art der . ist der Reichtum an Folgerungen. tritt jetzt zusammen und weist wechselweise aufeinander hin. in der Geschichte der Erkenntnislehre dauernd eine zentrale Stellung behauptet hat. innerhalb deren er steht und an welcher er in bestimmtem Maße teil hat. Indem wir die Einzelinhalte auf diese Art gleichsam mit immer neuen Fäden aneinander knüpfen. Somit haben wir es hier freilich mit einer Art „Transzendenz** zu tun: denn der einzelne gegebene Eindruck bleibt nicht schlechthin was er ist. was ihm das Kennzeichen wahrhafter Objektivität aufprägt.

wird durch die Theorie der Zeichen nicht erklärt. die uns von ihm entstehen. die wir in der einen Reihe finden. Ganzen zu als Ausdruck eines umfassenden nehmen. sondern vorausgesetzt ist. kraft eines Analogieschlusses die Verhältnisse.absolute Gegenstand bereits anderweit bekannt. wie es möglich ist. die sich von ihnen loslösen und die auf dem Wege zu unseren Sinnesorganen mannigfache physich besondere Gewißheit wenngleich in verVeränderungen erfahren. wie dagegen dieser Begriff selbst entsteht und was ihn notwendig macht. was er an und für sich ist. die ganz und ausschließlich der anderen angehören. Die Aristotelisch-scholastische sondern 374 . selbst als standteile gedacht. diesen Teil nicht nur als das. so bleibt es doch nach wie vor dunkel. wie wir seine Beschaffenheit aus der Art der Vorstellungen. wenigstens dem Begriff nach gegebene Realität suchen. Selbst wenn die ist auch hier Dinge gleichsam einen Teil ihrer selbst hergeben. auf die andere zu übertragen: unbegreiflich dagegen bleibt es. nicht zu erreichen: denn die sische — — Einheit des Erfahrungsinhalts nur scheinbar gewahrt. die Existenz der einen Reihe aus Daten. Bilder" der Dinge. Sobald wir die. die hier nicht abgeleitet. um zur Erkenntnis zu gelangen. so ließe es allenfalls verstehen. die in der sinnlichen Wahrnehmung in uns eindringt und die Aber diese materiamit unserem eigenen Sein verschmilzt. listische Darstellung vermag das logische Ziel. mittelbar ablesen könnten. wie wir dazu gelangen sollten. wenn auch nur allgemeine von transzendenten Dingen jenseits aller Erkenntnis besitzen. mögen wir daher im unmittelbaren Erfahrungsinhalt nach Zeichen für diese. Diese Grundschwierigkeit tritt denn auch in die Entwicklung des Repräsentationsbegriffs immer von neuem zutage. Es ist kleinertem Maßstabe die wirkliche Substanz der Körper. Haben wir uns des Daseins zweier verschiedener Grundreihen einmal versichert. In der antiken Atomistik werden die . Diese Zurückdeutung auf das Ganze würde stets eine eigentümliche Funktion erfordern.. die uns von ihrem stoffliche BeSein Kunde verschaffen. so können wir versuchen. zu fordern. um dessentwillen sie unternommen wird.

in denen sie anderen Dingen . S. statt sie zu erklären. Bestimmungen der Spezies selbst. „Die Verähnlichung des Bewußtseins mit dem Gegenstande bedeutet für Suarez nicht. gerät in eine eigentümliche Beschaffenheit. ein anschauendes. vgl. vielmehr das ist seine Meinung. gekennzeichnet sind. sed per speciem". die zwischen dem Zeichen und dem Bezeichneten anzunehmen ist. Die Auffassung.cognoscimus non ipsam speciem impressam. durch welche wir das Sein der Dinge erfassen. Leipzig 1895. wenn sie diese Funktion. 12 ff. nicht durch irgendwelche dingliche Beschaffenheiten.. daß es sich auf den wirklichen Gegenstand richtet. in keinem einzigen sachlichenEinzelmit dem Gegenstand. Die . species expressa) des Gegenstandes wird. Die lebendige Tätigkeit des Bewußtseins.. S. daß sozusagen das ganze Bewußtsein zu einem Erkenntnismittel und insofern zu einem Bilde (besser zu einem Ausdruck. nicht ein angeschautes wird als das mit dem Gegenstand Ähnliche bezeichnet*. I.." — veluti picturae objectoru m" — * H. ist daher jetzt nicht mehr derart aufzufassen. Die Umwälzung der Wahrnehmungßhypothesen durch die mechaniache Methode. Das Bewußtsein vollzieht eine Handlung. die im Objektverhältnis zu anderen Funktionen des Bewußtseins stehen. sondern wir erkennen nur durch sie die Verhältnisse der äußeren Dinge: . auf den sie hinweisen. ac wird daher zum mindesten in den reifsten und konaussequentesten Ausführungen der Theorie bei Suarez drücklich bekämpft und verworfen. die ohne weiteres bewirkt. die das vermittels der Spezies wirkende bewußtseinsfremde Objekt erkennt. diesen als der Gegenstand sich vortäuschen.Theorie der Wahrnehmung scheint daher dem eigentlichen psychologischen Tatbestand näher zu kommen. immateriellen Spezies". Schwarz. Die als gehörten beide derselben logischen Kategorie an. von Anfang an postuliert. 25. daß sie „formales Spezies stimmen 1 merkma similitudines seien.. überein. daß dadurch in das Bewußtsein Elemente hineingebracht werden. ähnlich" sein könnten. Der ganze Inhalt der . da sie eben nur durch diese Operation des Hinweisens selbst. Ähnlichkeit". 375 . geht jetzt im Akt der Wir erkennen keinerlei einzelne Repräsentation selbst auf.

Hier tritt also, wenngleich verhüllt durch die scholastische Terminologie, bereits eine wichtige neue Unterscheidung hervor. Die Tatsache, daß ein Element auf ein anderes ,, hinweist" und dieses mittelbar zur Darstellung bringt, wird jetzt nicht mehr durch eine besondere Beschaffenheit dieses Elements selbst erklärt, sondern auf eine eigentümliche Gesamtleistung der Erkenntnis und insbesondere des Urteils zurückgeführt. In prinzipieller Strenge freilich vermag diese Einsicht nicht festgehalten zu werden; vielmehr droht stets von neuem das funktionale Verhältnis des Ausdrucks, auf welches hier die Analyse hinführt, sich in ein dinglichsubstantiales Verhältnis der Teilhabe an gewissen objektiven Merkmalen zu verwandeln. Die Spezies werden alsdann wiederum zu ,, Spuren" der Dinge, die indes nicht mehr den vollenSeinsgehalt, sondern nur eine abgeschwächte „Wesenheit" besitzen. DerWiderstre t dieser beiden Auffassungen aber bringt zuletzt den Begriff der ,, Repräsentation" selbst um seinen bestimmten und eindeutigen Sinn. die Operation des Ausdrucks rein hervortreten zu lassen, muß der Inhalt, der als Zeichen dient, mehr und mehr seines Dingcharakters entkleidet werden; damit aber scheint zugleich die objektivirende die ihm zugesprochen wird, ihren Halt und ihre beste Stütze zu vertieren. So droht die Theorie der Repräsentation immer von neuem der Skepsis zu verfallen: denn welche Gewißheit besteht dafür, daß das des Seins, das wir in unseren Vorstellungen zu besitzen glauben, uns seine Gestalt unverfälscht wiedergibt, statt sie gerade in ihren wesentlichen Zügen zu entstellen? Die neue Bedeutung, die die Erkenntniskritik dem Begriff der Repräsentation zuweist, hebt dieses Bedenken auf. Jede besondere Phase der Erfahrung besitzt in der Tat, wie jetzt erkannt wird, ,, repräsentativen" Charakter, sofern sie auf eine andere hinausweist und schließlich im geregelten Fortschritt auf den Inbegriff der Erfahrung überhaupt hinführt.

Um

Bedeutung,

Symbol

Aber

dieser

Hinweis

betrifft

nur den Übergang von einem

einzelnen Reihenglied zu der Totalität, der es angehört und zu der allgemeinen Regel, von der diese Totalität sich beherrscht zeigt. Die Erweiterung greift also nicht in ein schlechthin

376

jenseitiges Gebiet über, sondern sucht umgekehrt eben dasselbe Gebiet, dem die besondere Erfahrung als einzelner Aus-

schnitt angehört, als allseitig bestimmtes Ganze zu erfassen. Sie stellt das Einzelne in den Umkreis des Systems ein. Fragt man aber weiter, woher dem besonderen empirischen Inhalt diese Fähigkeit eigne, das Ganze zu vertreten und darzustellen, so liegt hierin bereits eine Umkehrung der Problemstellung. Die Verbundenheit der Tatsachen und ihre wechselseitige Beziehung ist das Erste und Ursprüngliche, während ihre Isolierung lediglich das Ergebnis einer künstlichen AbstrakVersteht man daher die Repräsentation als tion darstellt. Ausdruck einer ideellen Regel, die das Besondere, hier und jetzt Gegebene, an das Ganze knüpft und mit ihm in einer gedanklichen Synthese zusammenfaßt, so haben wir es in ihr mit keiner nachträglichen Bestimmung, sondern mit einer konstitutiven Bedingung alles Erfahrungsinhalts zu tun. Ohne diese scheinbare Repräsentation gäbe es auch keinen „präsenten", keinen unmittelbar gegenwärtigen Inhalt; denn auch dieser besteht für die Erkenntnis nur, sofern er einbezogen ist in ein System von Relationen, die ihm erst seine örtliche und zeitliche, wie seine begriffliche Bestimmtheit geben. So wenig daher aus dem bloßen Begriff der Erkenntnis sich die Notwendigkeit ableiten läßt, ein Sein zu setzen, das außerhalb jeder Beziehung zur Erkenntnis steht: so notwendig enthält dieser Begriff eben jene Forderung der Verknüpfung, auf die die kritische Analyse des Realitätsproblems hinführt. Der Inhalt der Erfahrung ist uns ,, objektiv" geworden, sobald wir begriffen haben, wie jegliches Element in

ihm
als

sich

zum Ganzen
denn
die

webt.

Wollte

man

dieses

Ganze

selbst

Illusion bezeichnen,

so bliebe dies ein bloßes

Spiel

mit

Worten:

Unterscheidung von

Wirklichkeit

Schein, die hier vorausgesetzt wird, ist selbst nur i der Erfahrung und unter seinen Bedingungen möglich. (Vgl. oben, S. 362 ff.) Auch die Frage nach der ,, Ähnlichkeit" des empirischen Zeichens mit dem, was es bezeichnet, bietet jetzt keine Schwierigkeit mehr dar. Das das als Zeichen dient, ist dem Inbegriff, der bezeichnet wird, zwar nicht materiell ähnlich denn die B e z i e -

m

und System

Einzelmoment,

377

hung

e n

durch wohl aber besteht zwischen ihnen eine und „abbilden" durchgehende logische Gemeinsamkeit, sofern beide prinzipiell derBegründung andemselben gehören. Die sachliche Ähnlichkeit wandelt sich in begriffliche Korrelation: die beiden Stufen des Seins werden zu verschiedenen, jedoch notwendig einander ergänzenden Gesichtspunkten, unter denen der Erfahrungszusammenhang sich

die den Inbegriff ausmachen, lassen sich nicht irgendeine Einzelgestaltung vollständig ausdrücken
,

Zusammenhang

betrachten läßt.
Freilich

könnte die

sensualistische

Erkenntnis-

lehre versuchen, diesen Tatbestand, ohne ihn zu bestreiten, in das Schema ihrer Erklärung einzufügen, indem sie ihn

auf den psychologischen Grundbegriff der „Assoziation" zurückführt. Dieser Begriff scheint in der Tat alle Voraussetzungen für die Deutung und Lösung des Realitätsproblems darzubieten: da er über den Inhalt der einzelnen Eindrücke zwischen ihnen hinhinweg zu festen führt. Der Mangel der Erklärung aber tiitt sogleich hervor,

Verbindungen

wenn man

die

Form der Verbindung,

die

hier

vorausgesetzt wird und die nach den Begriffen der AssoziationsPsychologie allein zulässig erscheint, näher zergliedert. Der ,, Zusammenhang" zwischen den einzelnen Gliedern der Reihe bedeutet hier nichts anderes als ihre häufige empirische Koexistenz. Dies Beisammen der einzelnen Vorstellungen ist es, was eine Verbindung zwischen ihnen nicht sowohl schafft, als vielmehr vortäuscht. Kein begriffliches Prinzip, das sich in strenger logischer Identität aussprechen und feststellen ließe, verknüpft die Elemente der Assoziationsreihen zur
Einheit. Die Wege von einem zum anderen Element sind an und für sich unbeschränkt: welcher von diesen Wegen im wirklichen psychologischen Denken eingeschlagen wird, hängt lediglich von den voraufgehenden psychischen ,, Dispositionen",

von einem Umstand und von Individuum zu
also

ab,

der von Moment zu Moment Individuum als wandelbar an-

zusehen

deutigkeit des

So geht hier gerade jene Beständigkeit und EinZusammenhangs verloren, die das eigentliche Kennzeichen im Gedanken der Realität ausmacht. Die Geist.

378

staltung

zum „Objekt"

tritt erst

mit der kritischen

Ordnung im Begriff
sondern zugleich bestimmte

W

e r t -

Gehen wir von dem besonderen Inhalt der Erfahrung aus, wie er im Zeitmoment vorliegt, so sind in ihm nicht nur bestimmte Elemente gegeben,
zutage.

Richtlinien

vorgezeichnet,

gemäß denen der Gedanke allmählich
Gesamtsystem zu erweitern vermag.
als gesetzlich

die einzelne

Phase zum Der Fortgang bleibt

nicht der individuellen Willkür überlassen, sondern er gilt

Indem die Wissenschaft den Forderungen immer strenger faßt und immer genauer bezeichnet, gewinnt sie damit fortschreitend erst den Begriff des Wirklichen. Daß diese Entwicklung überall über die Sphäre der bloßen Assoziation hinausgreifen muß, hat sich bereits allseitig gezeigt. Die Assoziation vermag,
Inbegriff dieser

gefordert.

im günstigsten Sinne verstanden, lediglich die Frage zum Ausdruck zu bringen; die Antwort dagegen liegt allein in den
allgemeinen

Reihenprinzipien,
Glied zu

die

die

möglichen
deter-

logischen Übergänge von

Glied

im voraus

minieren und unter bestimmte Gesichtspunkte ordnen. Die spezifische Bedeutung dieser Gesichtspunkte muß theoretisch feststehen, wenn der Fortgang sich nicht ins Unbestimmte verlieren soll. Die notwendigen Leitbegriffe der Assoziation können nicht aus dieser selbst entstehen, sondern gehören einem anderen Gebiet und einem anderen
logischen Ursprung an*.

daß das Problem der Wirkzu seinen einzelnen Bedingungen vordringt, um so deutlicher wiederum in das Problem der Wahrheit einmündet. Ist einmal begriffen, wie die Erkenntnis zu einer Konstanz bestimmter Prädikate, zu einer gesetzlichen Festigung von Urteilszusammenhängen gelangt, so bietet die „Transzendenz", die dem Gegenstand gegenüber der bloßen Vorstellung zuzusprechen ist, keine neue prinzipielle Schwierigkeit mehr dar. Und auch die Mittel, deren sich die Erkenntnis bedient, erweisen sich nunmehr in beiden Gebieten der Fragestellung als die
Allgemein zeigt es sich
je weiter
jetzt,

lichkeit,

man

* Vgl. bes. ob.

S.

18 u,

S.

346 ff.

379

Wie die eigentliche Leistung des Begriffs nicht darin liegt, daß durch ihn ein gegebenes Mannigfaltige abstrakt und schematisch „abgebildet" wird, sondern darin, daß er ein Gesetz der Beziehung in sich schließt, durch welches ein neuer und eigenartiger Zusammenhang des Mannigfaltigen erst geschaffen wird, so zeigt sich hier die Form der Verknüpfung der Erfahrungen als dasjenige, was die veränderlichen „Eindrücke" zu konstanten „Objekten" umschafft. Der allgemeinste Ausdruck des ,, Denkens" trifft also in der Tat mit dem allgemeinsten Ausdruck des „Seins" zusammen: der Gegensatz, den die Metaphysik nicht zu überwinden vermag, schlichtet sich, wenn man auf die logische Grundfunktion zurückgeht, aus deren Anwendung beide Problemkreise erst entstanden sind und in der sie daher zuletzt ihre Erklärung finden müssen.
gleichen.
II.

In der Geschichte des wissenschaftlichen und spekulativen Denkens ist das Problem der Wirklichkeit seit jeher unverknüpft. löslich mit dem des So eng ist dieser Zusammenhang und so ausschließlich beherrscht er das logische Interesse, daß man alle Fragen, die sich an die Begriffsbestimmung des Wirklichen knüpfen, gelöst und erledigt glaubt, sobald es gelungen sei, die Frage nach der Realität der ,, Außenwelt" endgültig zu entscheiden. Noch die ,, Kritik der reinen Vernunft" vermochte sich den Zugang zu ihrem eigentlichen Grundthema nicht anders zu bahnen, als dadurch, daß sie von einer Umformung der Theorie des Raumes ihren Ausgang nahm. Damit aber entschied sich bereits zum großen Teil das Schicksal ihrer geschichtlichen Wirkung: in der Auffassung der Zeitgenossen und Nachfolger konnte nunmehr, was eine Kritik des Erfahrungsbegriffs sein sollte, wiederum als eine Metaphysik des Raumbegriffs In Wahrheit gilt es auch hier die mißverstanden werden. Ordnung der Probleme umzukehren. Nicht von einer feststehenden Ansicht über die ,, subjektive" oder „objektive" Beschaffenheit des Raumes kann ausgegangen werden, um danach den Begriff der Erfahrungswirklichkeit überhaupt zu

Problem

Raumes

380

bestimmen, sondern die obersten und allgemeingültigen Prinzipien des Erfahrungswissens sind es, nach denen auch die Frage über die „Natur', des Raumes sich zuletzt entscheiden muß. Die empirisch-physiologische Betrachtung, wie sie insMüller begründet worden besondere durch ist, widerstreitet dieser Forderung, sofern sie ein Axiom an die Spitze stellt, das selbst unverhohlen metaphysischen dies wird hier Charakter trägt. Was wir wahrnehmen vorausgesetzt sind nicht die Dinge selbst in ihrer wirklichen Gestalt und ihrer wirklichen wechselseitigen Lage und Entfernung voneinander, sondern es sind unmittelbar nur Gegenstand gewisse Bestimmungen unseres eigenen Leibes. der Gesichtsempfindung sind nicht die äußeren Objekte, sondern es sind die Teile der Netzhaut, die wir in ihrer

Johannes

realen räumlichen Größe und Ausdehnung zu erfassen vermögen. Die Aufgabe der Physiologie des Sehens besteht darin, den Übergang zu schildern, der von diesem Bewußtsein

der Netzhautbilder zur Erkenntnis der räumlichen Ordnung der Gegenstände hinführt. Es muß gezeigt werden, wie wir

dazu kommen, Empfindungen, die nur ,,in uns" gegeben nach außen zu versetzen und sie zu einer für sich beStellt man das stehenden Raumwelt zusammenzufassen.. Problem indessen in dieser Form, so erweist es sich alsbald als unlösbar. Alle Versuche, den eigentümlichen Vorgang der
sind,

„Projektion", der hier angenommen wird, auf „unbewußte Schlüsse" zurückzuführen und aus ihnen zu erklären, bewegen sich im Zirkel sie setzen stets schon ein allgemeines von jenem „Außen" voraus, das hier erst abgeleitet werden soll. In der Tat gibt es keine Phase der Erfahrung, in der uns lediglich die Empfindungen als innere Zustände und losgelöst von jeder ,, objektiven" Beziehung gegeben wären. Die Empfindung in diesem Sinne ist keine empirische Wirklichkeit, sondern lediglich das Ergebnis einer Abstraktion, die auf sehr komplexen logischen Bedingungen beruht. Der Weg geht von den gesehenen zu der Annahme bestimmter Nervenerregungen und ihnen entsprechender Empfindungen zurück; er führt nicht umgekehrt
:

Wissen

Objekten

381

von den an
hin,

sich bekannten Empfindungen zu Gegenständen die ihnen etwa korrespondieren mögen*. So ist auch

die allgemeine Form der Räumlichkeit, also das sammen und Auseinander der einzelnen Elemente, kein

Beiver-

mitteltes Ergebnis, sondern eine Grundbeziehung, die mit den Elementen selbst gesetzt ist**. Nicht wie diese Form an und für sich entsteht, sondern lediglich, wie sie sich in der empirischen Erkenntnis näher bestimmt und spezialisiert, kann gefragt werden. Was der Erklärung bedarf, ist nicht der Umstand, wie wir vom Inneren zum Äußeren gelangen denn das schlechthin ,, Innere" ist selbst eine bloße Fiktion sondern wie wir dazu geführt werden, gewisse Inhalte der ursprünglichen Außenwelt nach und nach als ,,in uns" befindlich anzusehen, d. h. sie nicht nur überhaupt räumlich zu bestimmen, sondern sie in eine notwendige Korrelation mit unseren körperlichen Organen, mit bestimmten Teilen unserer Netzhaut oder unseres Gehirns zu setzen. (Vgl. oben, S. 363 ff.) Nicht die Lokalisation schlechthin, sondern diese besondere Lokalisation ist es, was es zu erklären gilt: und jede derartige Erklärung muß offenbar die allgemeine Relation der Räumlichkeit bereits zugrunde legen. Den Begriff der „Wirklichkeit" bestimmen, heißt somit auch hier ein Motiv der Differenzierung auffinden, das uns gestattet, den zunächst gleichartigen Inbegriff von Erfahrungen in Gruppen von verschiedenem Wert und Gehalt auseinanderzulegen. Denken wir uns etwa die verschiedenen Wahrnehmungsbilder, die wir von ein und demselben „Objekt", je nach der Entfernung, in welcher wir uns von ihm befinden und je nach der wechselnden Beleuchtung, empfangen, in eine Reihe zusammengefaßt, so läßt sich, vom Standpunkt des unmittelbaren psychologischen Erlebnisses aus, zunächst kein Merkmal angeben, kraft dessen irgendeines dieser mannigfach wechselnden Bilder einen Vorrang vor

— —

* Näheres zur psychologischen Widerlegung der „Projektionshypotheeen" s. bes. bei Stumpf, Über den psychologischen Ursprung der Raiunvorstellung, S. 184 ff, sowie bei James, Principles of Psycho;

logy

II,

31 ff. Vgl. unten

Kap.

8.

382

n

einem beliebigen anderen besitzen

sollte.

Erst die

Gesamt-

heit

bildet ja dasjenige, was wir die empirische Kenntnis des Objekts nennen und für diese Gesamtheit ist kein einzelnes Element schlechthin entbehrlich
dieser

Wahrnehmungsdaten

oder überflüssig. Keine der verschiedenen perspektivischen Ansichten, die uns nacheinander entstehen, kann demnach den Anspruch erheben, der allein gültige, absolute Ausdruck des J.Gegenstandes selbst" zu sein; vielmehr kommt aller Erkenntniswert, den wir einer einzelnen Wahrnehmung beilegen, ihr nur im Zusammenhang mit anderen Inhalten zu,

zu einem Erfahrungsganzen zusammenbedeutet diese Forderung des durchgängigen Zusammenhangs nicht zugleich die durchgängige Gleichwertigkeit der einzelnen Faktoren. Zur Anschauung einer bestimmten räumlichen gelangen wir erst, sobald diese Gleichwertigkeit unterbrochen wird. Wenn wir fragen, was unter einem nach drei Dimensionen ausgedehnten Körper zu verstehen ist, so werden wir wie
mit denen
sie

sich

schließt.

Und dennoch

Form

gelegentlich ausführt psychologisch in der Tat zunächst auf nichts anderes geführt, als auf eine Reihe einzelner Gesichtsbilder, die sich gegenseitig ablösen. Die genauere Analyse zeigt indessen, daß der bloße Ablauf all dieser Bilder, so viel wir ihrer auch immer annehmen mögen, für sich allein niemals die Vorstellung eines körperlichen

Helmholtz

Objekts zu ergeben vermöchte, wenn nicht der Gedanke einer Regel hinzuträte, durch welche jedem einzelnen eine be-

stimmte

Ordnung

und

Stellung

im Gesamtkomplex zu-

gewiesen wird. Die Vorstellung der stereometrischen Form spielt in diesem Sinne ,,ganz die Rolle eines aus einer großen Reihe sinnlicher Anschauungsbilder zusammengefaßten Begriffs, der aber selbst nicht notwendig durch in Worten ausdrückbare Definitionen, wie sie der Geometer sich konstruieren könnte, sondern nur durch die lebendige Vorstellung des Gesetzes, nach dem jene perspektivischen Bilder einander folgen, zusammengehalten wird." Diese Gliederung durch den Begriff aber besagt zugleich, daß die verschiedenen Elemente hier nicht bloß wie Teile eines Aggregats nebeneinander liegen, sondern daß wir jedes von ihnen nach seiner
383

systematischen
scheiden wir
gleichartig

Bedeutung abschätzen.

Auch

hier

nunmehr „typische" Erfahrungen,

die wir als

wiederkehrend voraussetzen, von ,, zufälligen" Eindrücken, die nur in individuellen Begleitumständen gegründet sind. Und jene Erfahrungen sind es, die wir ausschließlich zum Aufbau der ,, objektiven" Raumwelt verwenden, während wir alle Inhalte, die ihnen widerstreiten, fernzuhalten und auszuschalten bemüht sind. Helmholtz' Darstellung hat diesen Prozeß bis ins einzelne erleuchtet. Hier wird zunächst die allgemeine Regel aufgestellt, „daß wir stets solche Objekte als im Gesichtsfelde vorhanden uns vorstellen, wie sie vorhanden sein müßten, um unter den gewöhnlichen normalen Bedingungen des Gebrauchs unserer Augen denselben Eindruck auf den Nervenapparat hervorzubringen." Einer Erregung, die unter ungewöhnlichen Bedingungen eintritt, wird zunächst jene Bedeutung beigelegt, die ihr zukommen würde, wenn sie als auf gewöhnlichem Wege entstanden zu denken wäre. „Um ein Beispiel zu benutzen, nehmen wir an, es sei der Augapfel am äußeren Augenwinkel mechanisch gereizt worden. Wir glauben dann eine Lichterscheinung in der Richtung des Nasenrückens im Gesichtsfelde vor uns zu sehen. Wenn bei dem gewöhnlichen Gebrauche unserer Augen, wo sie durch von außen kommendes Licht erregt werden, eine Erregung der Netzhaut in der Gegend des äußeren Augenwinkels zustande kommen soll, muß in der Tat das äußere Licht von der Gegend des Nasenrückens her in das Auge fallen. Es ist also der eben aufgestellten Regel gemäß, daß wir in solchem Falle ein lichtes Objekt in die genannte Stelle des Gesichtsfeldes hinein versetzen, trotzdem der mechanische Reiz hierbei weder von vorn vom Gesichtsfelde her, noch von der Nasenseite des Auges, sondern im Gegenteil von der äußeren Fläche des Augen und mehr von hinten her einwirkt*." Die einzelnen Beobachtungen werden also gleichsam abgestimmt auf einen bestimmten Kreis von Bedingungen, den wir als konstant ansehen. In diesen Bedingungen besitzen^wir ein festes Koordi*

Helmholtz,

Handbuch der

Physiolog. Optik,

§ 26,

S. 428.

384

^Sl

naten-System, auf das nunmehr jede besondere Erfahrung Und erst kraft dieser eigenstillschweigend bezogen wird. Deutung, die wir dem Material der Sinnesempfintümlichen dungen geben, entsteht uns das Ganze des objektiven Gesichtsund Tastraumes. Dieses Ganze ist niemals der bloße tote Abdruck einzelner sinnlicher Perzeptionen, sondern ein konstruktiver Aufbau, der unter Festhaltung bestimmter allgemeiner Grundregeln erfolgt. In dem Maße als nach diesen Grundregeln die unveränderlichen Momente der Erfahrung von den veränderlichen Bestandteilen sich trennen, erfolgt die Scheidung in eine objektive und subjektive Sphäre. Und es unterliegt auch hier keinem Zweifel, daß die Erkenntnis der Subjektivität nicht den ursprünglichen Ausgangspunkt, sondern eine logisch vermittelte und spätere Einsicht darstellt. Helmholtz betont ausdrücklich, daß das Wissen um die Objekte dem Wissen um die vorangeht und es an Klarheit und Schärfe bei weitem übertrifft. Die Empfindung ist unter den gewöhnlichen psychologischen Bedingungen des Erlebens, so ausschließlich auf den Gegenstand gerichtet und geht so völlig in ihn ein, daß sie selbst hinter ihm gleichsam verschwindet. Die Auffassung einer Empfindung a 1 s Empfindung ist daher immer erst das Werk einer nachträglichen bewußten Reflexion, die wir auf sie richten. Wir müssen stets erst lernen, unseren einzelnen Empfindungen die Aufmerksamkeit zuzuwenden „und wir lernen dies für gewöhnlich nur für die Empfindungen, die uns als Mittel zur Erkenntnis der Außenwelt dienen". „Während wir deshalb in der objektiven Beobachtung einen außerordentlichen Grad von Feinheit und Sicherheit erreichen, erlangen wir diesen für die subjektiven Beobachtungen nicht nur nicht, sondern wir erlangen sogar in einem hohen Grade die Fähigkeit, diese zu übersehen und uns in der Beurteilung derObjekte von

Empfindungen

ihnen unabhängig zu erhalten,
durch ihre könnten*."
sich

selbst

wo

sie

Stärke

leicht

genug bemerklich machen

Helmholtz,
Cassirer, Substanzbegriff

a. a. O.,

S. 432.

25

385

Was hier als bloß negative Leistung, als ein Akt des Übersehens und Vergessens geschildert wird, ist indessen in Wahrheit jene höchst positive des Begriffs, die sich bereits allseitig dargestellt hat. Es ist das Festhalten der identischen Beziehungen in dem wechselnden Vorstellungsinhalt, was jede, auch die früheste Stufe objektivgültiger Erkenntnis kennzeichnet. Das schlechthin Wandelbare fällt gleichsam von dem momentanen Inhalt ab: und nur dasjenige bleibt zurück, was sich in dauernden Gedanken befestigen läßt. Durch die zentrale Richtung des Denkens wird ein gewisser Kreis von Erfahrungen, der bestimmten logischen Bedingungen der Konstanz genügt, aus dem Gewirr der Erlebnisse überhaupt herausgehoben und als „fester Kern" Die relativ flüchtigen Inhalte dades Seins ausgezeichnet. gegen, in denen sich keine durchgängige Bestimmtheit der Erfahrung überhaupt ausdrückt, können für diesen ersten Aufbau und diese erste Bezeichnung des ,, Wirklichen" zunächst unbeachtet bleiben. Die tiefere Besinnung lehrt indes, daß auch diese Elemente aus dem Umkreis der Erfahrung nicht schlechthin herausfallen, sondern daß auch sie eine Stelle in ihm beanspruchen dürfen, sofern ihre Variation selbst nicht willkürlich erfolgt, sondern bestimmten Regeln unterliegt. Jetzt ist es daher das Veränderliche selbst, das unter einem neuen Interesse der Erkenntnis zum Gegenstand der Betrachtung gemacht wird. Diese Erkenntnis des „Subjektiven" bedeutet somit in Wahrheit eine Objektivierung höherer Stufe, die in einem Material, das zunächst als schlechthin unbestimmt bei Seite gelassen wurde, noch ein Moment der Bestimmbarkeit entdeckt. Das Gegebene gliedert sich jetzt in weitere und engere Objektivitätskreise, die

Funktion

deutlich voneinander abgehoben und nach bestimmten Gesichtspunkten abgestuft sind. Jede Einzelerfahrung wird nunmehr nicht nur durch den materialen Gehalt an Eindrücken bestimmt, sondern durch eine eigentümliche Funktion, die sie erfüllt, sofern die einen Erfahrungen als feste Koordinationsmittelpunkte dienen, an denen wir andere messen und deuten. Auf diese Weise schaffen wir bestimmte, begrifflich ausgezeichnete Zentren, um die sich die Phänomene ordnen

386

und gliedern. Die einzelnen Erscheinungen fließen nun nicht mehr einförmig und gleichförmig ab, sondern begrenzen und scheiden sich gegeneinander: das anfängliche Flächenbild gewinnt gleichsam Vordergrund und Hintergrund. Die Sonderung in verschiedene Teilgebiete, die durch ihre systematische Bedeutung voneinander geschieden sind, nicht die ,, Projektion" des Innen und Außen, erweist sich somit auch hier als der eigentliche Ursprung des Begriffs des Gegenstandes.
Jedes Einzelne erhält einen Index, der seine Stellung zum Ganzen bezeichnet, und dieses Kennzeichen ist es, worin sich Für die naive Ansicht sein gegenständlicher Wert ansprägt. ist es das „Ding", das von Anfang an gegeben ist und das in jeder unserer Wahrnehmungen immer nur zum Teil ausgedrückt und abgebildet wird. Auch sie setzt somit ein Ganzes voraus, mit dem wir jede besondere Erfahrung vergleichen und an dem wir ihren Wert messen. Die Forderung, die hier gestellt ist, bleibt auch vom Standpunkt der kritischen Betrachtung zu Recht bestehen. Der Mangel der naiven Auffassung besteht nicht darin, daß sie diese Forderung überhaupt erhebt, sondern daß sie Forderung und Erfüllung verwechselt; daß sie die Aufgabe, die die Erkenntnis zu vollziehen hat, als bereits gelöst vorwegnimmt. Das Ganze, das wir suchen und auf welches der Begriff sich richtet, darf nicht im Sinne eines absoluten Seins außerhalb jeder möglichen Erfahrung gedacht werden; es ist nichts anderes als der geordnete Inbegriff dieser möglichen Erfahrungen selbst. Die moderne Psychologie der Raumvorstellung hat daher an die Stelle der Projektionstheorie eine andere Auffassung gesetzt, die den Tatbestand der Erkenntnis, wie er unabhängig von allen metaphysischen Annahmen sich darstellt, reiner und schärfer zum Ausdruck bringt. Die Vorstellung des ,, objektiven" Raumes ist danach nicht ein Werk der „Projektion", sondern der „Selektion": sie beruht auf einer begrifflichen Auswahl, die wir im Bereich unserer Sinneswahrnehmungen, insbesondere im Gebiet der Gesichtsund Tasteindrücke, vollziehen. Wir halten in der homogenen Masse dieser Eindrücke nur jene Inhalte fest, die den ,, normalen" physiologischen Bedingungen entsprechen, während

25*

387

die Leistung zu verfolgen. Er ist es nunmehr. gewinnt dieser eine bevorzugte Stellung. die dem Begriff in diesem allmählichen Prozeß der Gestaltung zukommt. die in der Zeit aufeinanderfolgen. James. obwohl dem gewöhnlichen Sprachgebrauch widersprechend. Der konstruktive Aufbau der räumlichen Wirklichkeit enthält einen Prozeß der logischen Auslese in sich und wäre ohne ihn in seinem Ergebnis nicht verständlich. Vom Standpunkt der logischen Betrachtung ist es von besonderem Interesse. Erinnerungsbild. so lange sie durch gegenwärtige Empfindungen unterstützt ist. Die Masse der räumlichen „Perzeptionen" organisiert sich allmählich gemäß einem bestimmten Plane und gewinnt in dieser Organisation feste Gestalt und Fügung*. als sie als „Zeichen" auf diese Realität hinweisen. 237 ff. mehr und mehr zurückdrängen.wir andere. sondern gleichsam ein Unterschied der Betonung. die unter außergewöhnlichen Bedingungen entstehen und die daher nicht die gleiche Wiederholbarkeit wie jene ersteren besitzen. ohne eine begriffliche Regel nicht möglich sei. Der Inbegriff aller dieser möglichen Empfindungen in eine Gesamtvorstellung zusammengefaßt ist unsere Vorstellung von dem Körper. uns machen wird. Indem auf diese Weise unsere Apperzeption einen bestimmten Umkreis von Erfahrungen aus dem Fluß der übrigen herauslöst. während alle übrigen Inhalte nur insofern Wert behalten. welche wir nennen. der das Objektive vom Subjektiven sondert. „Durch Erfahrung können wir offenbar lernen. betasten usw. welches wir sehen. wenn er gelegentlich betont. In gewissem Sinne also. daß schon die Vorstellung einer gesetzlichen Verbundenheit von Einzelinhalten. Helmholtz selbst rührt an diese Frage. welche anderen Empfindungen des Gesichts oder der anderen Sinne ein Objekt. ist auch eine solche Wahrnehmung * Näheres zur Theorie der „Selektion" Psychology U. der als die Realität schlechthin gilt. wenn wir die Augen oder unseren Körper fortbewegen und jenes Objekt von verschiedenen Seiten betrachten. s. Hier ist es somit kein absoluter Seinsunterschied. Principles of 388 . wenn sie das nicht ist.

gleichsam aus seiner zeitlichen Enge herauswachsen und sich zum Ausdruck der Gesamterfahrung erweitern. von einander ihrem Wesen nach getrennten Sphären des Seins verschwindet nunmehr und an seine Stelle tritt das schlichte Problem des Zusammenhangs und Zusammenschlusses der einzelnen Teilerfahrungen zu einem geordneten Inbegriff. Der „Reihenbegriff". war es. die er an seinem Teil zur Darstellung bringt. stätigt . der bereits in der Grundlegung der exakten Wissenschaften entscheidend hervortrat. Gattungsbegriff". — III. Das Verfahren dieser logischen „Integration" ließ sich. Der Moment bildet jetzt den Ausgangspunkt einer gedanklichen Konstruktion. Der einzelne Inhalt muß.. auch in den weiteren Anwendungen fortwirkt und sich als Instrument der objektiven Erkenntnis erweist. bereits in jedem einfachsten Urteil * Handbuch der physiolog.. daß Helmhol tz sich hier zu einer Ansicht des Begriffs zurückgeführt sieht. berührt oder sonst untersucht. weil sie alle die möglichen einzelnen Empfindungsaggregate umfaßt. Optik. in uns hervorrufen kann*. ist und die ihm selbst daher zunächst paradox In Wahrheit aber erscheint gerade hier der Begriff keineswegs in bloß übertragener und abgeleiteter. um wahrhaft objektiv heißen zu können. die der traditionellen Logik fremd erscheint. seinen Grundzügen nach. und der. die in ihren näheren und weiteren Folgen das Ganze der erfahrbaren Wirklichkeit bestimmt und umfaßt. im Unterschiede vom . wie sich jetzt zeigt. sondern für die Gesetze dieser Erfahrung. S." Man sieht. Er steht fortan nicht nur für sich selbst.Vorstellung von einem individuellen Objekte schon ein Begriff. Aufl. Die psychologische Analyse der Raumvorstellung beund befestigt somit den Begriff der Objektiv i t ä t der sich allgemein aus der logischen Analyse der Erkenntnis ergeben hat. welche dieses Objekt von verschiedenen Seiten betrachtet. sondern in seiner echten und ursprünglichen Bedeutung. 389 . Der rätselhafte Übergang zwischen zwei verschiedenen. 2. 947 f.

die als schlecht- Form . als solcher logisch beharrt. daß der Zusammenhang. wo auch nur einem einzelnen Ding eine konkrete besondere Beschaffenheit zugesprochen wird. die nicht nur für einen einzelnen Zeitpunkt gelten will. in welchem sie durch den Wahrnehmungsakt erfaßt wird. daß in jeder beliebigen Aussage: a ist b insofern ein Moment der Dauer eingeschlossen ist.. Die . die sich aus ihm.. unter bestimmt angebbaren Umständen. waltet bereits der Gedanke. sondern auch die Gesamtheit der notwendigen Folgen. in welchem nunmehr die Verder Einzelelemente selbst als logisch bestimmt gedacht wird. 321 ff.über „Tatsachen" sichtbar machen. sofern nur daran festgehalten wird. Zu diesem ursprünglichen Akt aber vermag weiterhin ein anderer hinzuzutreten. der damit gesetzt ist. Gegenstandes" selbst: änderung denn der wissenschaftliche Begriff eines bestimmten Objekts umfaßt. Überall dort. Und diese Beharrung.) Somit ist es hier zunächst ein und dieselbe Bestimmung. S. oben. . Wie das Urteil dem Subjekt a im Zeitpunkt Iq das Prädikat b zugeschrieben hat. als damit eine Abhängigkeit festgestellt wird. in seiner ideellen Vollendung nicht nur die Gesamtheit seiner hier und jetzt gegebenen Merkmale. zu. In der einfachsten schematischen Bezeichnung des Grundverhältnisses genügte es. entwickeln können. die mit der des Urteils selbst gesetzt ist. im Zeitpunkt t^ das Prädikat b" zusprechen. daß dieser Wechsel der Merkmale nicht regellos erfolgt. hin wiederholbar gesetzt und im Urteil fixiert wird. sondern wird für die ganze Reihe t^^t^t^ festgehalten. (S. als solcher veränderlich ist. Erst damit ergibt sich das allgemeine Schema für den Begriff des empirischen . sondern durch zugehörige Änderungen in einer anderen Reihe gesetzlich bedingt und gefordert ist. 355 ff. so kann es ihm im Zeitpunkt ti das Prädikat b'. Eigenschaft" b kommt dem „Ding" a nicht nur in dem bestimmten Zeitpunkt t^. darauf hinzuweisen. Wir verknüpfen eine Reihe zeitlich getrennter und inhaltlich verschiedener Zuständlichkeiten durch einen ein390 . sondern als identisch übertragbar auf die ganze Folge der Zeitmomente angesehen wird. wo der Inhalt. bewährt sich auch dort. auf den die Bestimmung sich richtet.

wird hier als eine Voraussetzung. transzendentale Realismus" sich die Aufgabe stellt. das uns anfangs allein zugänglich ist. die das Denken nicht mehr zu überbrücken.. durch — welchen die anfänglich fragmentarischen und unverbundenen Erfahrungen sich mehr und mehr zu dem einen System der empirischen Erkenntnis gestalten. die Grenzen der bloßen zu durchbrechen. in den Bereich des „Transsubjektiven" hinüberführen. daß nichts anderes. die keiner näheren Prüfung bedarf. sieht sich die metaphysische Auffassung an irgendeiner Stelle notwendig zu einer Kluft geführt. Daß alles Bewußtsein sich nur auf die subjektiven Zustände des eigenen Ich bezieht. die Schlußfolgerungen auf- zuweisen. die sich ausdrücklich darauf beschränkt. Dinge" vorzudringen. Immanenz". die dem Einzelnen. um zu einer Welt der . in keiner Weise genügt. Es gibt einen Bezirk der . die vom Gebiet des Subjektiven. tatsächlich vorhandenen Impressionen passiv hinzunehmen. daß diese erste Stufe. Im Gegensatz zu diesem kontinuierlichen Prozeß. der über diese ersten und ursprünglichen Daten nirgends hinausgreift: es gibt eine Art des Selbstbewußtseins. die für das Ichbewußtsein als hinlänglich gilt.. das Bewußtsein des 391 . wo man am eifrigsten bestrebt ist. oder ihn zunächst Gegebenen logisch nach einem bestimmten begrifflichen Gesichtspunkt zu beurteilen. ist mit dieser Fragestellung im Grunde bereits eine Schranke zwischen Denken und Sein aufgerichtet. als eben diese Zustände den Inhalt des unmittelbar ausmachen. Vorstellungswelt" realen . Der Inhalt erst wahrhaft das Siegel des Seins aufdrückt.. lediglich den Inhalt der einzelnen.ist heitlichen Komplex kausaler Regeln: und diese Verknüpfung es. ohne ihm irgendein neues Element hinzuzufügen.. wenngleich allenfalls zu überspringen vermag. des einzelnen Zeitdifferentials gewinnt objektive Bedeutung. nach dem platonischen Wort. Gerade dort. zugrunde gelegt. Indem der . sofern aus ihm nach bestimmter Methodik der Inhalt der Gesamterfahrung sich rekonstruieren läßt. die fortan durch keine logische Bemühung mehr beseitigt werden kann. zeigt sich der Mangel aufs deutlichste und empfindlichste. Nur dies wird behauptet und zu erweisen gesucht.

ist nicht sowohl der Begriff der „Transzendenz". — — — Grundsätze. Kraft" und die Beschleunigung. als vielmehr der Begriff der . wie sich in Tat der der leicht zeigen läßt. erschöpfen. Man mag alle diese Folgerungen bis hierher völlig zuaber ein seltsamer Irrtum war es.Gegenstandes zu begründen. den wie nunmehr weiter gefolgert wird der hat damit Kreis des immanenten Seins bereits verlassen. auch die Ohne logische primitivste. Der kritische Idealismus unterscheidet sich von dem „Realismus". (Vgl. der hier vertreten wird. ohne damit einem anderen.) Die 392 Bedingungen und Voraussetzungen der „objektiven" . verneint.. die „Masse" und die „Energie". durch sie nicht nur den psychologischen Vorstellungsidealismus. von Objekten und von den kausalen Verhältnissen der Objekte zu sprechen. Insbesondere ist Gegenstand der Naturwissenschaft. fordert. der hier vorausgesetzt wird. entgegengesetzt zu werden. S. da beide nur miteinander bestehen und sich nur in steter Kein Wechselbeziehung aufeinander entwickeln können. 362. mit diesen primitiven Mitteln nicht zu Die Gegenstände. die . licher und logisch unmittelbarer. oben. daß er die gedanklichen Postulate. der ihm gegenüber als der objektive Inhalt kann als „subjektiver" erscheint. als der Gedanke des Objekts. sondern auch den kritischen Idealismus in seinem Grunde und seiner Wurzel getroffen zu haben. gibt es für ihn so wenig ein I c h als es ein Gegenstandsbewußtb ewu ß t se i n sein gibt. sondern umgekehrt dadurch. daß er sie schärfer faßt und ihre Wirksamkeit bereits für jegliche.. nicht dadurch. Wer daher der Wissenschaft das Recht einräumt. wenn man gegestehen: glaubt hat. gewußt und erfahren werden. Phase der Erkenntnis. um in den Bereich der „Transzendenz" überzutreten. sind von allen Inhalten der unmittelbaren Wahrnehmung streng und unverkennbar geschieden. Immanenz". von denen hier die Rede ist. die über den Inhalt der jeweilig gegebenen Eindrücke hinausgreifen. auf welche in diesen Deduktionen der Begriff des objektiven Seins gegründet wird. Der Gedanke des Ich ist keineswegs ursprüng. Was daher von seinem Standpunkt aus zu bestreiten ist.

daß der Inhalt. innerhalb dessen sie alleinige und ausschließende Geltung besitzen. der zwischen und angenommen wird. der auf diese Weise gewonnen wird. sobald einmal die metaphysische Differenz des Subjekts und Objekts in eine methodische Unterscheidung verwandelt ist. Der tiefere Grund dafür. die uns der Zustände des eigenen Ich versichert.alle Denknotwendigkeit. Und wie beide in ihrem Ursprung getrennt sind.. Die innere Wahrnehmung. So klar dieser Sachverhalt erscheint. bei ihm zu verweilen: denn hier liegt der Kern aller Mißverständnisse. Subjektive" bedeutet immer nur das abenthalten. kraft deren das Ich sich selbst erfaßt. während alle Erkenntnis des äußeren Objekts ihre eigentliche Gewähr erst kraft der Notwendigkeit des Denkens empfängt.Erfahrung können daher nicht.und Innenwelt als zwei heterogene Wirklichkeiten einander entgegengesetzt werden. der lediglich in der einmaligen Beschaffenheit. besitzt demnach freilich eine eigentümliche und in ihrer Art unübertreffliche Evidenz: aber diese Evidenz wird dadurch erkauft. daß Außen. Wenn aus unseren Vorstellungen . weil sein ganzer Sinn und seine ganze Bedeutung in seinem logischen Korrelat und Gegensatz wurzelt. als nachträgliche Ergänzung hinzugefügt werden. Die reine Erfahrung. ergriffen wird. ist es. so verlohnt es sich dennoch. das als solches keinen selbständigen Bestand besitzt.. liegt in einem analogen Gegensatz. sondern sie sind bereits in ihrer Setzung mitDas . so beziehen sie sich demgemäß auch auf je einen besonderen Kreis von Objekten. ohne sich damit Erfahrung Denken 393 . die sich von jeder Beimischung des Begriffs frei hält. Die Gewißheit der reinen Erfahrung gilt von der des Denkens als völlig verschieden. die zwischen den verschiedenen erkenntnistheoretischen Richtungen immer aufs neue entstehen. ein schlechthin individueller ist. strakte Teilmoment einer begrifflichen Unterscheidung. in der er hier und jetzt gegeben ist. nachdem die subjektive Welt der Vorstellungen bereits besteht und in sich selbst ihren Abschluß gefunden hat. alles logische Ordnen entfernt ist und sie nur in einem Zusammenrinnen des Ähnlichen und Gleichen bestehen": dann und nur dann darf die Selbstgewißheit sie in ihren Dienst stellen.

deren Recht vom Standpunkt der Logik wie von dem der Psychologie aus in gleicher Weise unerweislich ist. um lediglich dieses unser einzelnes individuelles Bewußtsein „in seiner ganzen Blöße und Nacktheit" festzuhalten. der nicht einmal als methodische Fiktion vollziehbar ist: denn die bloße Möglichkeit des Bewußtseins schließt zum mindesten die begriffliche Antizipation einer möglichen. das über die bloße unmittelbare Gegebenheit der Einzelempfindung hinausgeht. vernichtet nicht minder den Begriff des Bewußtseins. Die Quellen der menschlichen Gewißheit. S. sondern daß sie durch logische Annahmen und Postulate. transsubjektiv". wie den objektiven Begriff der Erfahrung. kraft deren wir einen Gegenstand der Erkenntnis setzen. vgl. bes. Erst auf diese Weise gelangen wir zu einer Gewißheitsart.untreu zu werden. . daß nicht nur die Gewißheit des Objekts. Gerade dieser scheinbar gänzlich voraussetzungslose Anfang aber enthält eine Prämisse in sich. an der das Denken in keiner Weise beteiligt ist. der hier zwischen Wahrnehmung und Denken versucht wird. daß sich bei ihr nicht stehen bleiben läßt. um freilich sogleich einzusehen. sondern auch die Gewißheit des Anfang — * S. 1906. als . wenngleich in ihren Einzelheiten noch nicht festgestellten Ordnung in sich. allem Verkehr mit den Gütern und Gemeinschaften der Kultur entschlagen. hierzu o 1 k e 1 t . Erfahrxing und Denken. so gilt hier der paradoxe Satz. Der Schnitt. 15ff. setzt eine Einordnung des individuellen Inhalts in irgendeinen Gesamtzusammenhang voraus. daß wir uns allen Zusammenhängen mit den Reichen des Geistes und der Natur. I. So primitiv und unentwickelt dieser Zusammenhang auch gedacht werden mag: er läßt sich dennoch niemals gänzlich aufheben. Bezeichnet man daher jedes Moment. München Kap. ohne den einzelnen Inhalt selbst zu zerstören. V 394 . Alles Bewußtsein verlangt irgendeine Art der Verknüpfung: und jede Form der Verknüpfung setzt eine Relation des Einzelnen zu einem umfassenden Ganzen. Ein schlechthin regelloses und ungeordnetes Etwas von Wahrnehmungen ist daher ein Gedanke.. zu erweitern ist*. Leipzig 1878. Der jeder Theorie des Erkennens muß somit darin bestehen.

. sondern immer nur relatives Sein: aber diese Relativität bedeutet ersichtlich nicht die physische Abhängigkeit von den einzelnen — — * Vgl. Bestimmt man daher den Gegenstand nicht als eine absolute Substanz jenseits aller Erkenntnis. den insbesondere die allgemeinen Prinzipien der mathematischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnis bestimmen und abgrenzen. sie betrifft lediglich die objektive Geltung bestimmter Axiome und Normen der wissenschaftlichen Erkenntnis. Er verbleibt streng in dem Umkreis. die erst mühsam. Es gibt somit freilich im strengen Sinne kein absolutes.. selbst gestaltet.) dieses Systems anerkennen. Die Wahrheit des Gegenstands dies allein ist die Meinung hängt an der Wahrheit dieser Axiome und besitzt keinen anderen und festeren Grund. usf. 395 . Wahrnehmungsurteil" gewinnt seine Bedeutung erst durch den Hinblick auf das System der Erfahrungsurteile und muß somit die gedanklichen Bedingungen (Vgl.. durch . Denn dieser Gegenstand mag vom Standpunkt des psychologischen Individuums aus immerhin heißen: vom Standpunkt der Logik und . ** Quellen der menschlichen Gewißheit. Wenn Volkelt in immer von neuem hervorhebt. den diese Grundsätze. so gibt es hier keine Kluft". sondern als das wie es sich in der fortschreitenden Erfahrung Objekt. transsubjektives" Moment in sich birgt. daß der Gegenstand nicht in der bloßen Empfindung gegeben ist. transsubjektiven Befehl" zu über- winden wäre*. . oben. erkenntnistheoretische irgendein Machtgebot des einen .Subjekts ein . 32 ff. 325 f.. S. S. Die Idealität. durch Denkens. 186 ff. hat mit der subjektiven . usf.. 46 f.. Erfahrung und Denken. Denn auch das bloße . Dieser schlichte Gedanke allein aber ist es. der den Kern des kritischen seiner Kritik . die hier allein behauptet ist. sondern daß er erst auf Grund der Denknotwendigkeit gewonnen wird**: so verficht er damit die eigenste These eben dieses Idealismus selbst. transzendent" ihrer obersten Grundsätze aus ist er nichtsdestoweniger als rein . Idealismus" ausmacht. Vorstellung" nichts mehr gemein. S. V o 1 k e 1 1 Quellen der menschlichen Gewißheit. immanent" zu bezeichnen.. S..

Die Quellen der menschlichen Gewißheit. kraft deren wir aus dem Kreis der einzelnen. konDie stitutiven „Faktoren" eben dieses Begriffs erscheinen. Alles. würde uns an der Wurzel untergraben erscheinen. : wendigkeit. Denken. 354 ff. sondern er bezeichnet lediglich eine rein funktionale Beziehung. (Vgl. enthält somit hier keinerlei Hindeutung auf irgendein physisches oder metaphysisches Kausalverhältnis. die wir vermöge der Denknotwendigkeit dem Inhalte des Urteils geben*. 37. . Die sachliche Notwendigkeit. Überlegen. Wissenschaft nennen. S. wenn wir uns zu klarem Bewußtsein bringen.Argumente" zurückgeführt werden und diese rein inhaltliche Abhängigkeit der Funktion von ihren Argumenten ist es. was in diesem Begriff gesetzt ist. als „die transsubjektive Bedeutung. Verstand. oben.sondern die logische Abhängigkeit vom Inhalt bestimmter allgemeingültiger Obersätze aller Erkenntnis überhaupt. S. Der Satz. im letzten Grunde eine logische Not- denkenden Subjekten. die somit als die unentbehrlichen." Die Vo ke 1 1 1 . daß die Gewißheit sachlicher Notwendigkeit mich beherrscht und zu transsubjektiven Annahmen was wir Beurteilen. daß das Sein ein „Produkt" des Denkens ist." Unter Seinsgültigkeit soll daher nichts anderes verstanden werden. was in der Sprache des Idealismus als die Bedingtheit des „Objekts" durch das „Denken" bezeichnet wird. unverbundenen Empfindungen heraustreten. so werden wir hier notwendig auf gewisse logische Notwendigkeiten zurückgeführt. wenn wir dieser Gewißheit zuwider handelten. 396 . „Es geschieht im Namen der nötigt. die successiv auf eine Folge logischer . wie auch hier schließlich zugestanden wird. „Gegenstandes" zergliedern. . ist.und Unterordnung in der Gültigkeit Wenn wir die Definition des bestimmter Urteile. 33 u. Vernunft.) Diese Art der Bedingtheit aber ist so unverkennbar. daß sie auch auf der Gegenseite ausdrücklich hervorgehoben und bezeugt wird. durch strenge kausale Regeln miteinander verknüpfter Gegenstände zu erheben. ein Verhältnis der Über. Vernunft. Erfahrung und ihr Gegenstand werden in der Weise von abhängigen Variabein aufgefaßt. um uns zu dem Gedanken kontinuierlicher. bes.

daß vermöge dieser Scheidung kein gänzlich fremdartiges Sein von uns ergriffen wird. nach welchen wir den Begriff des Seins selbst entwerfen und im Das Recht sowohl. jeglicher Am klarsten tritt diese Begrenzung hervor. nichts anderes sind als das Ergebnis und der Abschluß einer logischen Arbeit. Art von . wie sich allenthalben gezeigt hat. aber in beiden Fällen gilt zugleich. durch welches sie und jetzt im wirklichen Vorstellen repräsentiert wird. auf denen der Übergang von den empirischen Daten des Tastund Gesichtssinnes zu den reinen Gestalten der Geometrie beruht. Transzendenz" ist damit genau bezeichnet. auch für ihn ist es charakteristisch. die ja.allgemeingültigen Regeln der Vernunft sind es somit. In beiden Fällen erhebt sich das momentane sinnliche Bild zu einer neuen logischen Bedeutung und Dauer. entgegenstellen. Die „Transzendenz". kraft deren wir die mathematische Idee des Dreiecks oder Kreises dem einzelnen anschaulichen Bilde. Auch dieser geht ja in keiner Weise in einem Komplex von sinnlichen Empfindungen auf.. Dieselben Bedingungen. die wir dem physikalischen Objekt im Unterschied von dem verfließenden und veränderlichen Inhalt der Einzelwahrnehmung zuschreiben. Ist diese Einsicht einmal festgestellt. sind notwendig und hinreichend für die Umformung hier 397 . so läßt sie sich alsbald auf die Objekte der Physik übertragen. ist von derselben Art und beruht auf den gleichen prinzipiellen Gründen. daß er das Gegebene in einem gedanklichen Entwurf. wenn man hier den Gegenstand der Erfahrung mit dem Gegenstand der reinen Mathematik vergleicht. wie die Unterscheidung. absoluter Existenzen. in der wir die Erfahrung fortschreitend gemäß den Forderungen des mathematischen Begriffs umgestalten. überschreitet. der keine unmittelbare Entsprechung in irgendeinem einzelnen Vorstellungsinhalt besitzt. Und dennoch bilden die Gegenstände der mathematischen Erkenntnis. bilden die Zahlen wie die reinen Gestalten der Geometrie kein eigenes Gebiet für sich bestehender. sondern sind nur der Ausdruck bestimmter allgemeingültiger und notwendiger ideeller Zusammenhänge. wie die Grenze einzelnen bestimmen. sondern nur bestimmten Inhalten ein neuer Charakter begrifflicher Notwendigkeit aufgeprägt wird.

126: „In dieser allgemeinen Überzeugvmg von der objektiven Natur der Wahrheit liegt aber die Transzendenz des Urteils als notwendige Voraussetzung eingeschlossen. ist sich selbst transzendent. mit dem Urteilen rein im Gegebenen zu bleiben. die Erkenntnis gehen ihrem Sinne nach über das Gegebene hinaus. hätte es keine Bedeutung. die kraft des Denkens begründet und erwiesen werden kann. F r e y t a g Halle 1902. . Die . zu sinnlosen Sätzen führen. ** Vgl. was es als psychischer Vorgang ist. a ist b oder a ist nicht b. die über das in ihm Gegebene hinausführt.des Inhalts der bloßen Perzeption in die Welt der empirischphysikalischen Massen und Bewegungen. Jeder Gedanke .. Maßstab Realismus" ist somit allerdings im Recht. sondern etwas. selbst die in gesetzt der Grundfunktion des Urteils ist**. mit dem Meinen. als die. insofern er sich selbst nie meinen kann*. sofern sie nur als Gegebenes. S. und gewährleistet . so würde ja die Wahrheit vom Urteil selbst geradezu gemacht werden. transzendent. Das Urteil.. als sie hier gezogen wird. das in ihnen Gemeinte ist dem Gegebenen und daher ihnen selbst.." Diese Sätze sind völlig zutreffend: aber es bedarf nur einer leichten Änderung der Formulierung. Hier wie dort wird eingeführt. um aus ihnen sofort eine völlig andere Konsequenz zu entwickeln. als gegenwärtiger psychischer Inhalt betrachtet werden. ist keine andere. das zu dem Gegebenen hinzukommt. denn alle Versuche. gleichgültig. Transzendenz". auf den fortan ein konstanter das Veränderliche bezogen wird: und diese grundlegende Funktion ist es. sondern über sie hinauszuschreiten: so gilt zugleich der umgekehrte Schluß. Denn wäre das Urteil nicht transzendent. Der betont. Wenn wirklich alles Denken „sich selbst transzendent" ist. wenn es bereits zu seiner ursprünglichen Leistung gehört. daß das. Der Realismus und das Transzendenzproblem. wenn er was das Urteil zum Urteil. Frey tag.\Vir könnten nie etwas meinen.a.O. wenn wir lediglich auf das Gegebene beschränkt wären. ob ich urteile. S.. 123. jedes Urteil 398 . auf der die Setzung jedweder Art von Objektivität beruht.. würden zu Tautologien. die Erkenntnis zur Erkenntnis macht. nicht selbst etwas Gegebenes ist. jenige. läge all seine Bedeutung in dem. a.. Der „Gegenstand" W. nicht in den gegenwärtigen Empfindungen zu beharren.

daß . das es von denen Gesamtsystem und die Allheit der Glieder umschließt. um zum Begriff des physikalischen Objekts vorzudringen.. hierzu z. mitgesetzt mit- gemeint ist. nicht diestehe. aber war es. Das Besondere erscheint als Differential. Jedes Einzelglied der Erfahrung besitzt insofern symbolischen Charakter. als in ihm das Gesamtgesetz. Daß die einzelne gleichsam über sich selbst hinausgreift. Berlin 1906.somit genau so viel und genau so wenig transzendent. das uns über die Erfahrung als hinausführt." * Vgl. B. die der methodische Idealismus allein vertrat und forderte. wie sich bereits gezeigt hat. 336. 399 . jenige von irgendwelchen konkreten psychischen Inhalten oder Akten. aber eben dieses Objekt selbst gewinnt. Damit aber ist wiederum die Korrelation von Erkenntnis und Gegenstand im kritischen Sinne zugestanden: denn so sehr das Urteil den bloßen Inhalt der eben gegenwärtigen. kein Moment. „Ein Jegliches. Der metaphysische „Realismus" mißversteht diesen logischen Bedeutungswandel. das ohne den Hinweis auf sein Integral nicht völlig bestimmt und verständlich ist. indem er ihn als eine Art dinglicher Transsubstantiation auffaßt. der Eindrücke tritt nicht eine metaphysische Transzendenz der Dinge. weil ja im ersten eben das a gemeint wäre. indem es den Kreis der Empfindung ist als es — überschreitet. im zweiten das a. sinnlichen Wahrnehmung überschreitet. so wenig wird man behaupten wollen. Vorstellung" alles Gegebene zugleich etwas bedeutet. Die „Immanenz" im Sinne des Psychologismus muß freilich überwunden werden. Uphues . ist unbedingt zuzugestehen: aber in dieser „Repräsentation" liegt. das würde in sich richtig sein. das Urteil ist. daß es jenseits der logischen Grundsätze der Erkenntnis überhaupt Die Abhängigkeit von diesen Grundsätzen. seinem Wesen. seinen Bestand in begrifflichen Re- lationen. weil seiner DefiniDer psychologischen Immanenz tion nach unablösbar ist. Kant und seine Vorgänger. das tatsächlich als nicht b seiend beurteilt und darum auch so gegeben wäre. S. das tatsächlich als b seiend beurteilt und darum auch gegeben wäre. sondern vielmehr die logische Allgemeingültigkeit der obersten Erkenntnisprinzipien gegenüber. was nicht direkt in ihm selbst liegt*.

das hierin liegt. die sich innerhalb des Gebiets der Erkenntnisgegenstände erfüllt und befriedigt. spricht A. scharf erfaßt hat. „muß etwas anderes bedeuten. ich kann nur bestehen. die als solche einer gemeinsamen Ordnung angehören. Das Grundproblem der Erkenntnistheorie. „Daß in der Welt der Erscheinung immer nur Eins mit und durch das Andere bestehen kann. Heterogenes zu sein. daß wir kraft ihrer von einem gegebenen Anfangspunkt aus das Erfahrungsganze im geregelten Fortgang durchschreiten. . so fehlt zuletzt ein Grund für alle Existenz. denn das. so wird hier gefolgert. E. sagt man: wenn sich Eins hinsichtlich des Grundes seiner Existenz immer nur auf das Andere berufen will. so haben beide sich zuletzt auf Nichts berufen Aber statt daß A und B den Grund der Existenz. sofern A besteht. allen Erscheinungen überhaupt die eigentliche Existenz abzusprechen und als letzten haltbaren und Halt gewährenden Grund ihrer wechselnden Vielheit an sich bestehende. ineinander hineinwerfen oder durch inneres Wirken in sich oder aus sich heraus erzeugen. ist es eben und braucht es darum nicht erst zu bedeuten*. ich kann nur bestehen. nun weiter rückwärts in etwas hinter sich zu suchen haben. Hartmann. sei es durch äußeres Wechselwirken. und B hinwiederum. den sie nicht einseitig und wechselseitig ineinander finden können. Diese Beziehung ist dazu bestimmt. selbständig seiende feste Dinge dahinter anzunehmen. vielmehr den ganzen unselbständigen Schein der Erscheinung. vielmehr handelt es sich hier um eine Beziehung zwischen verschiedenen empirischen Inhalten. V. Denn. sofern B besteht. 49.'* Aber dieses . die mit ihrem Ansich nie in die Erscheinung treten können. . 400 .etwas bedeuten soll". was es ist. * S. als es ist. daß wir es überschreiten. nicht dazu. und hat dazu geführt. kann leicht dazu führen. Von den philosophischen Physikern ist es insbesondere F e c h n e r der das Problem. Das beständige Hinausgreifen über den jeweilig gegebenen Einzelinhalt ist selbst eine Grundfunktion der Erkenntnis. was ihrem Schein den Grund . .Andere" braucht darum in keiner Weise etwas sachlich.

Was hinter den Daten des Tastens und Fühlens selbst noch liegen mag. durch Erfahrung Faßbare und weiter Verfolgbare: und dies genügt.. wiederum dazu geführt. 2. S. sondern in einem über die Einzelwahrnehmungen. doch kann man untersuchen. Cassirer.. haben sie ihn in der Totalität zu suchen. von der sie beide Glieder sind. Die kritische Auffassung steht Tastgefühl dem — * lehre. Was wir Objektives an einem materiellen Dinge finden können. auch das eigentümliche logische Moment zu beseitigen. dem Begriffe die für seine Zwecke erforderliche feste Unterlage zu geben**.und Kern gebe. Einzelerscheinungen. das für ihn charakteristisch ist. Über die physikalische ff. 111 ** A. Hier hat also der Versuch. bestimmt er sie durch eben diese Eigenschaften selbst: die Materie des Physikers ist.. als was sich dem bedeutend mit bemerklich macht. Im Ganzen hat man allen Grund des Einzelnen zu suchen... Substanzbegriff 26 4Q1 ... was darin . das den sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften „zugrunde liegt". S. „ganz übereinstimmend mit dem gemeinsten Sprachgebrauche". zu entgehen. So wird sie gleich„Handgreiflichen". ihm ist die Handgreiflichkeit selbst das allein Aufzeigbare. das Ganze ist der Halt und Kern des Ganzen und alles Dessen. Erscheinungen rückliegenden dunklen Dinge dahinter. Fechner. 106 f. Um der Auffassung der Materie als eines völlig unbekannten und unbestimmten Etwas. in der Begriffsbestimmung des Objekts der Physik noch eine innere die so verrät sich Unklarheit. braucht den Physiker nicht zu kümmern." So deutlich und entschieden diese Sätze indessen Abgrenzung zwischen Metaphysik und Physik vollziehen: dennoch zuletzt bei Fechner selbst. hinausreichenden solidarisch gesetzlichen Zusammenhang derselben. a. die metaphysischen Bestandteile im Begriffe der Materie auszuschalten. nicht in etwas Einzelnem. nach welchen Regeln sich das Einzelne zum Ganzen fügt und was die letzten Elemente. welche das Ding gewährt. beruht immer nicht in einem unabhängig von den Wahrnehmungen. O. und philosophische Atomen- Aufl. Leipzig 1864. dahinter noch Anderem. nach dessen Grunde man von neuem zu fragen hätte. von dem jede Erscheinung einen Teil verwirklicht*. nichts anderes.

der die Geschichte der Metaphysik aufweist auch alle räumlich-zeitlichen Eigen- — — 402 . Immer mehr Bestimmungen. oben. All unser Wissen. druck des Objekts und dieses Objekt selbst treten auseinander: an die Stelle der Identität tritt das Verhältnis der Repräsentation. Der Eindieses naive Vertrauen wird alsbald erschüttert. sondern nur Zeichen von ihnen und ihren wechselseitigen Beziehungen. Wie das Ding frei von all den Besonderungen zu denken ist. der im Begriff der Materie. weder farbig noch tönend ist. gewinnt es seine Form und Gliederung. liefert uns niemals die Gegenstände selbst. die sich im Fortschritt der Erkenntnis immer gefährlicher aufFür die erste naive Wirklichkeitsansicht zurichten drohte. die unseren unmittelbaren Sinnesempfindungen anhaften. sondern er besitzt sie unmittelbar und vermag sie zu ergreifen. daß dieses Ganze sich niemals als eine bloße Summe einzelner Sinnesdaten darstellen und begründen läßt. wie es an sich selbst weder leuchtend noch duftend. die zuvor als dem Sein selbst zugehörig galten. wandeln sich nunmehr in bloße Ausdrücke des Seins.) — IV. Begriff des Dinges keinerlei Rätsel und zwar enthält der Schwierigkeiten. wie unsere körperlichen Organe des Tastens Aber das körperliche Objekt umfassen und umspannen. Die Rückführung des Dingbegriffs auf einen obersten Ordnungsbegriff der Erfahrung beseitigt eine Schranke. Der Gedanke braucht nicht allmählich und kraft komplizierter Schlußfolgerungen zu den Dingen vorzudringen. (S. S. und einer der mannigfaltigen Ausdrücke dieser Relationen ist es.zwischen beiden Ansichten mitten inne. 224 f. wie in dem der Kraft oder Energie festgehalten wird. deren keine sich „handgreiflich" gleich einem gegebenen sinnlichen Inhalt aufzeigen läßt. Nur durch die Setzung ursprünglicher Relationen. so müssen weiterhin in dem bekannten Fortgang. so vollendet es in sich selbst sein mag. Sie definiert das Objekt der Naturwissenschaft durch die Beziehung auf das „Ganze der Erfahrung": aber sie ist sich zugleich bewußt.

heißt ihn zum Objekt umprägen. die als bloßer Stoff vor uns liegt. Wie vielfältige und neue Verhältnisse der „Erscheinungen" uns die wissenschaftliche Erfahrung immer kennen lehren mag: die eigentlichen Gegenstände scheinen sich in ihnen nicht sowohl zu enthüllen. tritt in einen eigentümlichen Gegensatz zum absoluten Sein Bekannte. Der Begriff des Gegenstandes ist — — . was hier als der unverstandene Rest der Erkenntnis erscheint. wie die der Mehrheit und der Zahl. prägt ihnen das Merkmal der Unbegreiflichkeit auf. sobald man sich darauf besinnt. sondern ein Ausdruck für die Form und den Modus des Begreifens selbst. Er bezeichnet den logischen Besitzstand des Wissens selbst. der Veränderlichkeit und der Ursächlichkeit von ihm Alles alles Erkennbare. Alle diese Zweifel und Bedenken schwinden indes. All das. der uns der Existenz der Dinge versichert. — . sondern umgekehrt eben das Grundmittel. abgestreift werden.Ding" nicht mehr die unbekannte Sache. letzte Schranke des Wissens mehr. des Gegenstandes. als vielmehr tiefer und tiefer zu verbergen. indem wir innerhalb des gleichförmigen Ablaufs der Erfahrungsinhalte bestimmte Abgrenzungen schaffen und bestimmte dauernde Elemente und Verknüpfungszusammenhänge fixieren. in diesem Sinne genommen. kraft dessen es all was ihm zum feststehenden Eigentum ausdrückt und sicherstellt. Alle Skepsis und alle Mystik drängen sich fortan in diesen einen Punkt zusammen.Schäften. nicht ein dunkles Jenseits. Wir erkennen somit nicht „die Gegenstände" als wären sie schon zuvor und unabhängig als Gegenstände bestimmt und gegeben sondern wir erkennen gegenständlich. keine das. das sich ihm jetzt und für immer entzieht. erweist sich jetzt als ein notwendiges Moment im Prozeß der Eigenschaft 26* 403 .. So ist das geworden ist. in Wahrheit in jegliche Erkenntnis als unentbehrlicher Faktor und als notwendige eingeht. Derselbe Grund. indem wir ihn aus dem bloßen Stadium der Gegebenheit herausheben und ihm eine — Bedingung bestimmte logische Konstanz und Notwendigkeit verleihen. was die Metaphysik den Dingen an und für sich als beilegt. so müssen Verhältnisse. Einen Inhalt erkennen. daß eben dasjenige.

dort von der Beharrlichkeit und der im Unterschied von der Wandelbarkeit und der Unterbrechung der Sinneswahrnehmungen. entstehen verschiedene Begriffe der physikalischen Realität. als die rein formalen Beziehungen. nicht die Mittel. so erscheinen hier Identität sowohl wie Stetigkeit als Postulate. Denn vom Bilde verdort. Je nachdem die ihrem Ziel und Wesen nach einheitliche der Gegenständlichkeit sich mit verschiedenem empirischen Material erfüllt. die der fortschreitenden gesetzlichen Verknüpfung als allgemeine Richtlinien dienen. Wenn stetigen Fortdauer der Gegenstände. als vielmehr die logischen Werkzeuge. So vermag denn Naturwissenschaft wo sie am Zeichentheorie Abbilder langt man irgendeine Art von Gleichheit mit dem abgebildeten Objekt. auf denen der Zusammenhang der Erfahrung beruht. Die Mannigfaltigkeit der Empfindungen ist der Mannigfaltigkeit der wirklichen 404 . die erkannt werden. in denen es zu anderen gleichartigen steht. zur Bezeichnung seines Gehalts zuletzt kein anderes Ausdrucksmittel zu finden. Das Zeichen dagegen fordert keinerlei sachliche Ähnlichkeit in den Elementen. die jedoch nur verschiedene Stufen in der Erfüllung ein und derselben fundamentalen Forderung Wahrhaft unveränderlich bleibt lediglich diese darstellen. die eine charakteristische und typische Ausprägung der allgemeinen naturwissenschaftlichen Erkenntnislehre darstellt. Forderung selbst. sondern lediglich eine funkWas in tionale Entsprechung der beiderseitigen Struktur. nicht der Gegenstände. gesprochen wird. Aus diesem Zusammenhang heraus erklärt sich erst die eigentümliche Wandelbarkeit. die sich im Inhalt der wissenschaftlichen Objektbegriffe kundtut. durch die sie jeweilig Funktion befriedigt wird. sondern die objektiven Verhältnisse. ihm festgehalten wird. mit denen erkannt wird. deren wir uns hier niemals versichern können. Sie bezeichnen nicht sowohl die sachlichen Merkmale. Unsere Empfindungen und Vorstellungen sind Zeichen. das ist nicht die besondere Eigenart des bezeichneten Dinges. Besonders prägnant tritt dieser Zug in der Helmholtzschen hervor. Objektivierung. .y auch die Begriff des absoluten Gegenstandes festhält.

ö. die läßt. die für uns eine Bedingung der Begreiflichkeit der Phänomene ist. Aufl. indem wir diese Ausdrucksform wählen. daß auch in dieser Auffassung nicht sowohl ein gänzlich neuer Inhalt gesetzt. Zeichen von etwas Objektivem". Die Gesetzlichkeit des Realen besagt zuletzt nichts mehr und nichts anderes als die Realität der Gesetze: und diese besteht in der unveränderlichen Gültigkeit. Der bekannte Tatbestand wird. Handbuch der physiolog. 947 f. abgesehen von allen besonderen einschränkenden Bedingungen besitzen. sondern lediglich bekräftigt und in seiner objektiven Wahrheit bestätigt.. die bestimmten begrifflichen Bedingungen und Forderungen genügen. S. die zunächst als bloße Regelmäßigkeiten von erscheinen konnten. in seiner isolierten an sich seienden Beschaffenheit. Man sieht indessen. wohl aber die Regeln. keine Bedeutung mehr besitzt. als vielmehr nur ein doppelter Ausdruck für ein und denselben fundamentalen Sachverhalt geschaffen ist. als G e s e t z e der Dinge aussprechen. haben wir damit lediglich eine neue Bezeichnung für die universelle Bedeutung..Gegenstände derart zugeordnet. 586 ff. ist zugleich die einzige Eigenschaft. die wir ihnen zuerkennen. 2.. nicht seiner Natur nach geändert. ist Empfindungen * Helmholtz. Indem wir die Zusammenhänge. Optik. 405 . Was wir unzweideutig und als dem in einen Inbegriff feststellen knüpfung dem andern Tatsache ohne hypothetische Unterschiebung finden können. unter denen dieses Wirkliche steht und denen gemäß es sich verändert. auf eine Verhinweist. geschaffen. Die Gegenstände der Physik. sich in daß jede Verknüpfung. in ihrem gesetzmäßigen Zusammenhang. das Gesetzliche in der Erscheinung: und diese Gesetzmäßigkeit. Somit erkennen wir kraft unserer Vorstellungen zwar nicht das Wirkliche schlechthin. Die Dinglichkeit ist stets nur eine derartige Bestätigungsformel. die somit abgetrennt von dem Ganzen der empirischen Zusammenhänge. die durch sie beglaubigt werden sollen. u. die sie für alle Erfahrung. die wir unmittelbar auf die Dinge selbst übertragen können*. sind daher nicht sowohl . als sie vielmehr objektive Zeichen sind.

Wenn aber. indem dabei als selbstverständlich vorausgesetzt wird. als selbstverständlich im Sinne behalten. und ebenso mit demselben Recht blau.. bekannt.die Dinge niemals in dem. Die neueren Fortschritte in der Theorie des 4. ohne es zu nennen. Eine solche Wirkung nennen wir Eigenschaft. so muß es wie ein Mangel des Denkens erscheinen. A\ifl. die in der realistischen Metaphysik mit ihm verknüpft sind. das ist ihre nennen wir sie natürlich nie allein von der Natur des einen Wirkenden ab- hängen. was sie für sich sondern nur in ihren wechselseitigen Verhältnissen kennen: daß wir nur die Relationen der Beharrung und Veränderung an ihnen festzustellen vermögen. So sprechen wir von der Löslichkeit einer Substanz. aber sie werden uns nur in ihrer Wechselwirkung. S. die die Natur Daß wir allein sind. vgl. Die Dinge bestehen nach dieser Auffassung für sich. berufen. sondern sie besteht überhaupt nur in Beziehung auf und hängt ab von der Natur eines zweiten. daß es sich nur darum handelt. Physiologische Optik». 406 .. Aber dieser Satz schließt keine der skeptischen Folgerungen mehr in sich. das ist ihr Verhalten gegen Wasser. in denen man die treffendste Formulierung des allgemeinen Grundsatzes der Relativität prinzipielle sah. wenn wir das Reagens. so kann eine solche Wirkung Schwere. aller um Ausscheidung ontologischen auf Grund derselben die Bestandteile * Helmholtz." so formuliert Helmholtz diese Anschauung. ihre Wirkung auf ein normales Auge zu bezeichnen. 589. daß es sich dieser Existenz niemals völlig rein und abgelöst zu bemächtigen vermag. immer eine Beziehung zwischen zwei Dingen betrifft. (Vorträge und Reden." Man hat sich auf diese Sätze. wir sprechen von ihrer Anziehung gegen die Erde. S. als die Fähigkeit desselben. 321). Sehens. was wir Eigenschaft nennen. auf welches gewirkt wird*. jedes einzelnen beeinträchtigt und verdunkelt.. „ist in Wirklichkeit nichts anderes. ergibt sich hieraus von selbst. Geht man von der Existenz der absoluten Elemente aus. auf andere Dinge gewisse Wirkungen auszuüben. Braunschweig 1896. „Jede Eigenschaft oder Qualität eines Dinges. an dem sie sich äußert.

die aus ihrer Wechselwirkung resultieren. In Wahrheit indessen enthalten auch sie noch ein unverkennbar ontologisches Element. Es ist von besonderem Interesse zu verfolgen.. Es bleibt ein Zirkel. die Relativität der Erkenntnis aus der durchgängigen Wechselwirkung der Dinge erklären zu wollen.aus den Naturwissenschaften zu fordern*. sondern erkennt in ihm eine vorausgehende Bedingung für den Begriff des Dinges selbst. Hierin erst besteht die allgemeinste und radikalste Bedeutung des Relativitätsgedankens. Die Begriffe und Theorien dtsch. wie diese Grundanschauung innerhalb der modernen Physik selbst allmählich mehr und mehr zu methodischer Klarheit und Schärfe gelangt. die neuerdings ein bedeutender Physiker von dem Fortgang und den allgemeinen Zielen der physikalischen Methodik gegeben hat. Die Darstellung. der modernen Physik. in welchem der Begriff der Wirklichkeit selbst wurzelt. 131. wobei diese Elemente selbst doch immer noch als ein dunkler für sich bestehender Kern gedacht sind. Ausg. S. Nicht dies ist die Meinung. Stalle. sondern wir verdichten die Erkenntnis empirischer Zusammenhänge zu Urteilen. den wir noch gerade zu erfassen vermögen. 407 . um es damit zur Einheit zu gestalten. Die schärfere Fassung des Prinzips der Relativität der Erkenntnis stellt dieses Prinzip nicht als eine bloße Folge aus der allseitigen Wechselwirkung der Dinge hin. nach Relationsgedanken * Vgl. In seiner Schrift über die Einheit des physikalischen Weltbildes hat Planck in einem kurzen Entwurf die allgemeinen Gesichtspunkte bezeichnet. da eben diese Wechselwirkung vielmehr nur einer jener ist. sondern daß wir nur durch die Kategorie der Beziehung hindurch zur Kategorie des Dinges gelangen können. Wir erfassen nicht an absoluten Dingen die Verhältnisse. Leipzig 1901. die die Erkenntnis in das sinnlich Mannigfaltige hineinlegt. Die „relativen" Eigenschaften bedeuten demnach nicht im negativen Sinne den Rest an Dinglichem. 186 ff. denen wir gegenständliche Geltung zusprechen. liefert hierfür einen charakteristischen Beleg. daß wir stets nur die Beziehungen zwischen Seinselementen denkend erfassen können. sondern sie bilden den ersten und positiven Grund.

217 ff. Die Empfindung als solche enthält ein Element. an Einheit und Geschlossenheit zurück. Wenn anthropomorphes — . Planck. daß der Begriff hier noch unmittelbar den sinnlichen Inhalt der Einzelempfindung wiederzugeben trachtet. in allen wesentlichen Punkten bestätigt und von einem anderen Gesichtspunkte her beleuchtetwird. Leipzig 1909. Die Darstellung der Entwicklung der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung im vierten Kapitel (vgl. Die Einheit des physikalischen Weltbildes. — Bedeutung und seine Notwendigkeit beruht? Hier zeigt es sich nun alsbald. sofern sie notwendig eine Beziehung auf ein bestimmtes Sinnesorgan. also auf die spezifische physiologische Struktur des menschlichen Organismus in sich schließt. Vortrag. zu dem diese Darstellung gelangt ist.denen die stetige Umbildung der physikalischen Theorien die erste Stufe unserer physikalischen Definitionen dadurch gekennzeichnet ist. die vom Standpunkt der Empfindung aus schlechthin unvergleichlich sind. Wie dieses Element ständig zurückgedrängt wird. so besteht aller weitere diese Bedingtheit mehr und logische Fortschritt darin. bes. um schließlich im idealen Entwurf der Physik gänzlich zu verschwinden: dafür bildet die Geschichte der Naturwissenschaft ein einziges fortlaufendes Beispiel*. was sie scheinbar an Inhalt einbüßt. daß durch den philosophischen Teil der Ausführungen Plancks das Ergebnis. daß der geforderte Ersatz nicht selbst wiederum in einem materialen. mehr abzustreifen. gewinnt sie kraft dieses Verzichtes. Indem die Wissenschaft dem Reichtum und der bunten Mannigfaltigkeit der unmittelbaren Empfindung entsagt. Mit der individuellen Besonderung der Eindrücke ist auch ihre innere Ungleichartigkeit verschwunden. als der Plancksche Vortrag erschien. S. so daß Gebiete. sondern lediglich in einem formalen Moment gegründet sein kann. Welchen Ersatz aber so muß nunmehr gefragt werden bietet zuletzt das wissenschaftliche Weltbild für diese verlorenen Inhalte dar welcher positive Vorzug ist es. nunmehr als Glieder ein und desselben Gesamtplanes in wechselseitigem Zusammenhang begriffen werden können.) war bereits vollendet. auf sich erklärt. Hier allein liegt der eigentümliche Wert des wissenschaftlichkonstruktiven Aufbaus: in ihm erscheint durch stetige begriffseine * S. um so freudiger begrüße ich es. dem — 408 .

so glich das alte System der Physik gar nicht einem einzigen Bild. jeder ist vielmehr unentbehrlicher Bestandteil des Ganzen und besitzt als solcher eine bestimmte Bedeutung für die beobachtete Natur. alle Nationen. und umgekehrt wird und muß jede beobachtbare physikalische Erscheinung in dem Bilde einen ihr Man sieht. daß die genau entsprechenden Platz finden. realistisch" bezeichnen: aber dieser „Realismus" bildet nicht mehr den Gegensatz. sondern das Korrelat zum recht verstandenen logischen Idealismus. Und zusammen.. völlig zusammenfallen. ohne die Das wird in dem zukünftigen anderen zu beeinträchtigen. wie sie hier entwickelt werden. wie sie sich aus der erkenntnistheoretischen Analyse ergeben.liehe Mittelglieder verbunden. sondern viel eher einer Gemäldesammlung. Sehen wir genauer zu. die bei der Gegebenheit der bloßen Empfindung stehen bleibt als . . was den Planck eigentlichen Sinn des Gegenstandsbegriffs ausmacht. man konnte diese verschiedenen Bilder hingen nicht miteinander eins von ihnen entfernen.. Einheit in bezug auf alle Orte und Zeiten." Kennzeichen der echten physikalischen Theorie. alle Kulturen" ist es. im Gegensatz darf daher mit Recht seine Grundanschauung zu der phänomenalistischen Ansicht.. denn für jede Klasse von Naturerscheinungen hatte man ein besonderes Bild. Einheit in bezug auf alle Einzelzüge des Bildes. Ansicht fremd und beziehungslos nebeneinander reiner diese Je Tendenz sich durchringt. mit den Kriterien der empirischen Realität. Einheit in bezug auf alle Forscher. Denn die Unabhängigkeit des physikalischen Objekts von allen Besonderheiten der Empfindung stellt zugleich seine Zuordnung zu allgemeingültigen logischen Grundsätzen in helles Licht: nur im Hinblick auf diese Grundsätze der Einheit und Kontinuität der Erkenntnis wird der Inhalt des Objektbegriffs selbst gefunden und festgestellt. . um so vollkommener hat die Forschung ihre Aufgabe erfüllt. physikalischen Weltbild nicht möglich sein. was in der ersten naiven liegt. Kein einziger Zug desselben wird als unwesentlich fortgelassen werden können. — — 409 . licher Theorie der was Planck als Grundbedingung jegPhysik fordert: der Inbegriff und die Erfüllung aller dieser Forderungen aber ist es zugleich.

das Problem in dieser Weise zu fassen. aber nicht gelöst: denn der Gegensatz des Subjektiven und Objektiven besteht noch immer in gleicher Schärfe fort. Und dennoch kann es scheinen. um alsbald zu bemerken. in dem der Gegensatz von Denken relationen. also nur für dieses selbst und den Umkreis seiner Inhalte gültig? Oder besteht hier eine geheimnisvolle praestabilierte Harmonie zwischen dem Geist und der Wirklichkeit. Auch die reinen Relationen unterliegen derselben Frage. Das Ende der Untersuchung scheint uns an denselben Punkt zurückzuführen. der durch das Ergebnis der vorangehenden Untersuchung prinzipiell überwunden ist.Siebentes Kapitel. daß es einem Typus der Fragestellung angehört. enthüllt sich in ihnen die Natur der Dinge oder sind sie nur die allgemeinen Ausdrucksformen unseres Bewußtseins. an welchem wir zu Anfang standen. Das Problem scheint verschoben. Sind sie ein Bestandteil des Seins oder sind sie bloße Gebilde des Denkens. kraft deren beide notwendig zuletzt in denselben Grundbestimmungen zusammentreffen müssen? Es genügt indessen. die sich zuvor auf die Empfindungen und Vorstellungen richtete. auf 410 . als hätten wir uns mit dieser Antwort im Zirkel bewegt. Weiter als bis zu diesen allgemeinen Beziehungen vermag der Gedanke nicht zurückzudringen: denn nur in ihnen ist das Denken selbst und ist ein Gedachtes möglich. Subjektivität und Objektivität der Relationsbegriffe. Das „gemeinsame" Gebiet. Die Analysis der Erkenntnis endet in bestimmten Grunddenen der inhaltliche Bestand aller Erfahrung beruht.

Woher" ist selbst nichts anderes als eine bestimmte Form der logischen Beziehung. die außerhalb des Rahmens der Zahl und Größe. ohne die Möglichkeit.. nicht in welcher Weise und von welchen Anfängen aus sie geworden sind. w i e sie sich zusammenfügen. so entfällt jegliche Frage nach festgefügtes der Kausalität der Relationen überhaupt. wie des . der Causalität und Wechselwirkung stünde: alle diese Bestimmungen sind nur die letzten Invarianten der Erfahrung selbst und somit aller Wirklichkeit. über Objekt und Subjekt einen verständlichen Sinn. ohne die Möglichkeit endlich. relativ konstante Bestände von relativ veränderlichen zu scheiden. Die Analyse lehrt uns mit unzweideutiger Bestimmtheit. noch woher sie ihre Entstehung ableiten. was sie ihrem logischen Sinne nach sind. nachdem diese Relationen in ihrer Bedeutung „feststehen".und Sein ausgelöscht sein soll. Ihnen gegenüber läßt sich nur noch fragen. Es gibt keine Objektivität. Seins". daß alle diese Relationsformen in den Begriff des . Denkens" eingehen. mit ihrer Hilfe und unter der Anleitung der Erfahrung der — 411 . Ist einmal die Kausalität als Relation verstanden und eingeordnet. Man kann. aber sie zeigt uns niemals. Jede Frage nach dieser Entstehung. der Beharrung und Veränderlichkeit.. sie zu bestimmten Einheiten zusammenzufassen und sie wiederum in unterschiedene Vielheiten auseinanderzulegen. jedeZurückführung der Grundformen auf eine Wirksamkeit der Dinge oder auf eine Betätigungsweise des Geistes. die in ihr und durch sie feststellbar ist. besteht allerdings: aber es kann nicht mehr in einem absoluten Urgrund aller Dinge überhaupt. wie über das Ich. Die gleiche Betrachtungs\yeise aber erstreckt sich unmittelbar auf das Bewußtsein selbst: ohne eine zeitliche Folge und Ordnung von Inhalten. in den allgemeingültigen der rationalen und empirischen Erkenntnis gesucht werden. würde eine deutliche petitio principii in sich schließen: denn das . Diese Formen selbst bilden ein sondern lediglich Funktionsformen System von Bedingungen: und nur relativ zu diesem System erhalten alle Aussagen über den Gegenstand.. besitzt der Gedanke des Ich keine angebbare Bedeutung und Anwendung.

S. daß man beiden einen verschiedenen Ursprung im absoluten Sein zuweist. Mythenbildung und 412 . Unbestimmtheit" ihres Inhalts zur Folge haben. wie andererseits die Form nur in Beziehung auf die Materie gilt. S. S. Kritik dieser Schrift: Kant Studien XIV. Die Materie ist stets nur in Bezug auf die Form. Zum Folgenden vgl. auf weiter zurückliegende Anfänge.) Hönigswald. Denn alle Bestimmtheit. die wir an der „Materie" der Erkenntnis festhalten können.Entstehung der besonderen Objekte und Vorgänge nachgehen: dagegen ist es ein hoffnungsloses Beginnen. nach dessen Grund und Ursprung sich fragen ließe. Die einzelne qualitativ besondere Empfindung empfängt ihre Eigenart erst durch die Unterscheidung von anderen bewußten Inhalten. den des anderen dagegen in der Einheit des Bewußtseins sucht*. Erkenntnis. m. das Verhältnis. hierzu sowie die Darstellung bei kenntnistheorie u.. 154 ff. 1. zum Problem der Lipps. Das Absehen von dieser Fundamentalbedingung würde nicht nur eine größere oder geringere . 306 ff. Diese unlösliche logische Correlation widerstreitet jedem Versuch. (bes. Lpz. F. denen sie gegenübersteht: sie besteht nur als Reihenglied und kann nur als solches wahrhaft gedacht werden. Methodenlehre. jetzt besonders: G. so bleibt für beide kein . sie selbst. durch zwei getrennte ursächliche Faktoren zu erklären. auf psychische oder physische „Grundkräfte" zurückführen zu wollen. sondern gänzlich ins Leere führen**. Die materiale Besonderung der empirischen Inhalte kann daher niemals zum Beweis für die Abhängigkeit aller Damit möglichen Ordnung Der philosophische i e h 1 . 1907. — Beiträge zur Er- — 98. ob. die man als für sich seiend und wirksam annimmt. R &iticismu8 285 ff. Lpz. das hier vorliegt. ** Vgl. Dasein" mehr übrig. 91 Größenkonstanten s. Vgl. gleich einer entstehenden und vergehenden empirischen Existenz. — entfällt zugleich die Möglichkeit. hrz.. die „Materie" der Erkenntnis von ihrer „Form" derart zu sondern. 1906. kommt ihr lediglich relativ zu irgendeiner und somit zu einem formalen Reihenbegriff zu. II. S. indem man etwa den Ursprung des einen Faktors in den „Dingen". Sieht man von dieser Zuordnung ab.

ob. der durch die allgemeinen Grundsätze der Mathematik bezeichnet und umgrenzt wird. in denen wir uns die 413 . transzendenten" Bestimmungsgrunde angeführt werden: denn diese Bestimmtheit. durch welches ihr Begriff sich erst vollendet. wenn das Problem. ist nicht ersichtlich. sobald man fragt. Diese Begrenzung aber ist Besonderung die seine wahrhafte „Idealität'* ausmacht: eine Idealität. indessen dieser Herkunft sich aufs neue hervorzudrängen.. Bringen wir sie auf ihren reinsten wissenschaftlichen Ausdruck. Denn die eines Gesetzes setzt doch eben dieses Gesetz selbst voraus und ist nur in Beziehung darauf verständlich: der einzelne. die nur durch die experimentelle Beobachtung sich ermitteln lassen. Vielmehr scheint er Wenn 395 f).. S. in Nichts zerrinnt: so ist doch der alte Gegensatz des . die als solche unleugbar besteht. Subjektiven" und „Objektiven" hier noch nicht in jedem Sinne geschlichtet und überwunden. als die Feststellung. inwiefern sie etwas über ihre absoluten Grundlagen enthüllen sollen. Inwiefern diese Konstanten aber mehr als die empirische Realität der Erfahrungsobjekte selbst bezeugen. (S. welche Formen des Urteils und des beziehenden Denkens es sind. so besagt sie zuletzt nichts anderes.Gegenstandserkenntnis von einem schlechthin . sondern daß es hierzu zugleich der Kenntnis besonderer Konstanten bedarf. fixierte Größenwert bleibt also stets in dem Umkreis desjenigen Seinsbegriffs. welche spezifischen Erkenntnismittel. ist nichts anderes als ein Charakteristikum der Erkenntnis selbst. daß es zum Aufbau der Erfahrung und zur Konstituierung ihres Objekts nicht genügt. bei allgemeinen der Verknüpfung. sondern zu den allgemeinen Prinzipien und Bedingungen der wissenschaftlichen Wahrheit behauptet und festgestellt werden soll. ob sie aus dem Geist oder aus den Dingen oder aus einer Wechselwirkung beider abzuleiten sind. die Frage nach der metaphysischen Bedingungen sich als ein Mißverständnis erweist. es. durch die keine korrelative Zuordnung zu den Vorstellungen und Denkakten der psychologischen Individuen. bei universellen des Naturgeschehens stehen Regeln Gleichungen zu bleiben.

wie sie gemäß einer strengen und notwendigen Abfolge aus einander hervorgehen und somit ein ideales Ganze der Bestimmung ausmachen: dies läßt sich vollkommen ableiten und zur Darstellung bringen. Die „ewigen Wahrheiten" so erklärt bereits L e i b n i z im engsten gelten völlig unabhängig von jeglichem an Piaton Anschluß Tatbestand der Wirklichkeit. ohne daß wir auf die psychologischen Akte zurückgehen. was sie selbst wenn es nichts gäbe. 1893 S. ohne darauf Rücksicht zu nehmen. II. ja ohne irgend danach zu fragen. von Leibniz' Hauptschriften zur Grundlegung der Philosophie. an sich zeitlose Geltung der ideellen Grundsätze zeit- lich. im tatsächlichen empirischen Erlebnis. ob es Individuen gibt. 504 f. Man kann sich versucht fühlen. sind noch irgend jemand. sie knüpfen die Geltung bestimmter Schlußsätze an die Geltung bestimmter Obersätze. Der „Bestand" der Wahrheiten ist logisch unabhängig von der Tatsache ihres Gedachtwerdens. Sie stellen lediglich hypothetische Systeme von Folgerungen dar. ob sich in der Welt der empirischen Dinge konkrete Beispiele dieser abstrakten Zusammenhänge finden lassen. Ausg. wie immer er auch beschaffen — — möge.reine. der hier als zu Recht bestehend behauptet wird. Was etwa die Sätze der reinen Geometrie bedeuten. tatsächlich jemals vollzogen worden ist. vgl. Lpz. in denen wir uns den Gehalt dieser Sätze zur anschaulichen oder begriffGleichviel ob diese Akte in den lichen Vorstellung bringen. um der Strenge und Reinheit der logischen Begründung willen. 21 f.) 414 . Mitteilungen aus Leibnizens ungedruckton Schriften. S. in deren aktuellem Denken der Übergang von den Prämissen zu den Folgerungen. Die Wahrheiten der reinen Zahlenlehre würden bleiben. der des Idealismus. Juris et aequi elementa (M o 1 1 a t . seinen paradoxen Ausdruck in Conception eines Reiches der „Sätze und Wahrheiten an sich" gefunden hat. 1904 ff. Leibniz. zu vergegenwärtigen vermögen. m. was gezählt werden kann. Bolzanos * S. Lpz. der zu zählen verstünde*. In solcher äußersten Prägnanz vollzieht sich die Abkehr von jeder bloß psychologischen Begründung bei den eigentlichen Klassikern sein — Sie alle neigen jenem Gedanken zu.. auch diese Frage völlig auszuschalten und abzuweisen.

die sich auf ihn stützt. Das „Sein". sondern die Beute des Gedankens: denn die Wesenheiten. von Relationen und Abhängigkeiten. Diese Welt ist nicht das Produkt. Es ist insbesondere die moderne der die diesen Sachverhalt zu voller Klarheit gebracht hat und die damit der logischen Theorie. die hier den Gegenstand der Betrachtung bilden. so bleibt hier für irgendwelche willkürliche Betätigung des Denkens keinerlei Raum übrig: vielmehr geht das Denken ganz in seinem Gegenstand auf und wird durch ihn bestimmt und geleitet. von den Linien. in welchen intellektuellen Prozessen wir uns die Bedeutung der unendlichen Inbegriffe. Flächen und Winkeln sprechen. wie sie irgendwelchen konkreten physischen oder psychischen Inhalten eignet. Die Gebilde.. die bevölkert ist von Ideen. sind echte und vollgültige Objekte der Mathematik. von neuem den Boden bereitet hat. die wir meinen. — — 415 . die deren Begriff erst seinem ganzen Umfang nach darstellen. das wir diesen Objekten beilegen. vergegenwärtigen. mit denen es die allgemeine Mannigfaltigkeitslehre zu tun hat.es gibt eine Welt. nicht das Geschöpf. sondern lediglich ihr wechselseitiges B e stimmt-Sein: es besagt die objektive Abhängigkeit im nicht irgendeinen tatsächlichen Bereich des Gedachten. kausalen Zusammenhang im Gebiete des Denkens. Da ferner alle Eigenschaften dieser Inbegriffe durch ihren ursprünglichen Begriff feststehen und ihnen in notwendiger und unabänderlicher Weise zukommen. die in endloser Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit vom Einfachsten beginnen und bis zum Verwickeltsten aufsteigen. Der systematische Aufbau dieser Gebilde aber läßt sich vollständig entwickeln und darlegen. ohne auf die komplexe und schwierige psychologische Nebenfrage einzugehen. bedeutet keinerlei zeitliche Wirklichkeit. von Inbegriffen.verschiedenen artig sind Individuen verschieden oder ob sie gleicheine konstante Beschaffenheit darbieten: in keinem Falle ist es d i e s e Beschaffenheit. . aus denen und somit Erweiterung Mathematik. sondern das Objekt.. wenn wir von den Objekten der Geometrie.Man nenne es wie man will" so spricht sich ein moderner Vertreter der mathematischen Logik aus . von Sätzen.

Notwendigkeiten können nicht einfach beschrieben. von der wir lediglich empirisch Kenntnis zu erhalten vermögen? Sind die „Tatsachen" des Mathematikers nichts anderes und wollen sie nichts mehr bedeuten.wie etwa die wahren Sätze sind so wenig sie besteht identisch mit dem dieser Wesenheiten. Geologe oder irgend ein anderer Naturforscher die Welt der Sinne in seiner Betrachtung durchmißt. Die Verfassung dieser außerpersönlichen W^elt. die jede derartige unmittelbare Gleichsetzung der und der rein beschreibenden Methoden endgültig verbietet. . Klassen. der der psychologischen Tätigkeit des Denkens als schlechthin bindende Norm gegenübersteht. wie die sinnliche Wirklichkeit. der des Seins aus.*" Diese Sätze umgrenzen. aufs schärfste das Problem. die etwa der vergleichende Anatom und Zoologe in der Beschreibung und Vergleichung verschiedenartiger körperlicher Strukturen feststellt? Gerade die Logik der Mathematik und der mathematischen Physik ist es. ihre innere ontologische — — Denken Struktur macht den wesentlichen Charakter und die Substanz der Logik als einer unabhängigen und außerpersönlichen Form Wie der Astronom. nicht schlechthin als solche . der Physiker.. 25 f. . in denen Frage nach den intellektuellen Operationen. so schreitet der Geist des Mathematikers. das hier vorliegt. als diejenigen. 416 . sowohl nach der positiven wie nach der negativen Seite hin. vor. Keyser. wie der Wein identisch ist mit dem Trinken des Weines. einen objektiven Gehalt. der allgemeinen matheDie matischen Zusammenhänge muß unangetastet bleiben: und diese Notwendigkeit bildet in der Tat eine eigentümliche Wesenheit. Abhängigkeiten. Notwendigkeit exakten gefunden" werden: denn alles bloß Vorgefundene gilt eben nur für den Moment. so erforscht er alle Höhen und Tiefen nach neuen Tatsachen: nach Ideen. Umversity. Aber steht dieser Gehalt in Wahrheit auf derselben Stufe. New York Mathematics -^ a Lecture delivered at Columbia 1907 S. J. * C. Verwandtschaften. sondern in wörtlichem Sinne im Universum der Logik vorwärts. für welchen es festgestellt wird und beDie zeichnet somit einen empirisch -einmaligen Tatbestand. nicht in übertragenem.

Denn der Gehalt reiner Beziehungen läßt sich niemals in bloßen sinnlichen Impressionen darstellen: die Gleichheit oder Ungleichheit. Eindruck" oder eine bloße Summe derartiger Eindrücke genügen. die er sich gleichsam gegenüberstellt.jene Notwendigkeiten erfaßt werden. drängt sich daher hier von neuem hervor. Cassirer. Wein und Trinken sind einander nicht in eindeutiger Weise zugeordnet. niemals unterschiedslos verschmelzen: die Gesetzlichkeit des Erkannten ist mit der des Erkennens nicht gleichbedeutend. Subjektivität" in einem neuen Sinne zu bestimmen. daher jetzt von dem Begriff der . wohl aber zielt jeder reine Erkenntnisakt auf eine objektive Wahrheit hin. kraft deren wir zu seiner Kenntnis gelangen. VIII. der aus der Analyse des Gehalts der wissenschaftlichen Grundsätze gewonnen wurde. Ein Moment ist es vor allem. die Identität oder Verschiedenheit des Gesehenen und Getasteten ist nicht selbst etwas. Überall zum Bewußtsein Es gilt * Näheres hrz. welcher Art die gedanklichen Mittel und Verfahrungsweisen sind. s. als zwischen dem Wein und dem Trinken des Weins. sofern sie zwei verschiedene Aspekte eines allgemeinen Problems darstellen.... So besteht zwischen dem und der O p e rat i n des Denkens in der Tat ein tieferes und intimeres Wechselverhältnis. nachdem einmal die Geltung bestimmter logischer Relationen als notwendige Bedingung und als der eigentliche Kern des Gegenstandsbegriffs festgestellt ist. was durch sie erkannt wird. das hier entscheidend hervortritt. enthält zugleich implicit die allgemeine Antwort auf die Frage. Solange der Gegenstand noch schlechthin das „Ding" in der gewöhnlichen Bedeutung des naiven Dogmatismus war: so lange mochte ein einzelner . Dennoch aber bleiben beide Gesetzlichkeiten auf einander bezogen. um ihn zu erfassen und innerlich nachzubilden. Objektivität" aus. Diese Operationen dürfen uns freilich mit dem. was gesehen oder getastet wird*. die sich ergab. wie andererseits der Bestand der Wahrheit nur kraft dieser Akte und durch ihre Vermittlung Gegenstand — — gebracht werden kann. Substanzbegriff 27 417 . den Begriff der . Cap. Diese Art der Aneignung aber versagt. Die allgemeine Charakteristik des Gegenstands.

stehenden und bleibenden" Geltungsbereichs objektiv notwendiger Beziehungen. und somit zugleich der Gehalt des „Seins" von neuem gleichsam in Fluß zu geraten: denn was eine bestimmte Wahrheit „ist". als dadurch. den Hinweis auf eine selbständige Tätigkeit des Bewußtseins. können wir uns nach dieser Gesamtanschauung nicht anders verdeutlichen. um sich überhaupt psychologisch bezeichnen zu lassen.. Beide Momente bestimmen erst in ihrer DurchDas dringung den vollständigen Begriff der Erkenntnis. indem wir sie aus ihren einzelnen Bedingungen vor uns entstehen lassen. So zeigt sich. des Denkens. daß diese Eigenschaften für sich wahrgenommen werden und vermöge eines automatischen Mechanismus der „Association" wie von selbst zusammenfließen: der Gedanke der notwendigen Verknüpfung aber bedarf. in der allein der Begriff des logischen Zusammenhangs und damit der Begriff der logischen Wahrheit einen zureichenden Ausdruck findet. die sich im Begriff des Erkenntnisobjekts zur Einheit zusammenschließen. daß jedes Wissen gleichsam ein statisches und ein dynamisches Motiv in sich birgt und erst in dieser Es verwirklicht sich Vereinigung seinen Begriff vollendet. 418 4 . Freilich scheint damit der Gehalt der Wahrheit. die ihm unabhängig von jedem besonderen zeitlich begrenzten Denkakt ein für alle Mal zukommt. daß wir sie gedanklich nacherzeugen. Ganze [unserer intellektuellen Operationen ist gerichtet und gespannt auf die Idee eines . ist selbst nicht willkürliche. sondern streng geregelte und gebundene Tätigkeit. Die funktionale Betätigung des Denkens verlangt und findet ihren Halt in einer idealen mehr zu der Forderung Tätigkeit Struktur des Gedachten. auf die hier zurückgegangen die wird. Der gesetzmäßige Fortschritt im Urteil ist das Korrelat des gesetzmäßigen Zusammenhangs der Beziehungen.muß hier von der passiven Empfindung auf die Aktivität des Urteils zurückgegangen werden. Den Gedanken des Dinges als eines Komplexes sinnlicher Eigenschaften mag man sich immerhin dadurch entstanden denken. Aber diese „gene- — — tische" Ansicht der Erkenntnis bildet jetzt keinen Gegensatz Denn eines dauernden Bestandes.

so ist. ergibt sich uns. als vermittels der einzelnen gesetzlichen Veränderung Reihenglieder und ihrer erreichbar ist. die successiv durchlaufen werden muß. in keiner Weise mitenthalten. daß man sich prinzipiell jeder Beziehung auf das Denken und den „denkenden Geist" begiebt. also eine verschiedene Auffassung. während andererseits die Konstanz nur an der zum Bewußtsein kommen kann. ihrer Axiome und Lehrsätze klar und vollständig heraus. unter den „logischen Konstanten''. immer schärfer und genauer bezeichnet wird: so ist hierfür erforderlich. gefaßt und als Ausdruck eines Reihe selbst als Einheit Sachverhalts genommen werden. damit wir uns der Soll aber diese Regel ihres Fortschrittes bewußt werden. wie man betont. gerichtet wäre. der durch weiter wir in ihr fortgehen. die die erkenntnistheoretische Diskussion der Gegenwart beherrschen. der nicht auf irgendeinen festen Gehalt von Beziehungen. Dieser Begriff gehört demnach nicht dem Gebiet der reinen Logik und Mathematik selbst an. Je nachdem wir unseren Standort an dem gedachten Grenzwert selbst oder aber innerhalb der Reihe und ihres Fortgangs wählen. Zergliedern wir das ideale Gefüge der Mathematik. die auf diese Weise zuletzt übrig bleiben. der Begriff eines denkenden Subjekts. als seinen eigentlichen Gegenstand. in einer Reihe. Die Veränderung zielt auf eine ab. An diesem Punkte scheiden sich am deutlichsten die allgemeinen Tendenzen. Diese gegen eine ideelle Grenze . daß wir sie selbst konvergierend denken. dieser gesamte Zusammenhang gegeben wäre. wie andererseits dieser Bestand sich nicht anders als in Akten des Wissens belegen und zum Verständnis bringen läßt. wobei indes jeder der beiden Aspekte den anderen zu seiner Ergänzung verlangt und herbeiruft. je identischen Grenze Konstanz Veränderung dem 27* 419 ..ist" und besteht in eindeutiger Bestimmtheit. Es gibt keinen Akt des Wissens. Auf der einen Seite wird die reine Objektivität des Logischen und Mathematischen dadurch aufrecht zu erhalten gesucht. er ist vielmehr zu jenen „gänzlich bedeutungslosen" Konzepsie.nur in einer Aufeinanderfolge logischer Akte. wenngleich sie für uns nicht anders. stellen wir das Ganze ihrer Definitionen.

sobald man sich vergegenwärtigt. daß der Geist. sondern muß. sondern stets nur relative „Gegenstände" sind. a. and Philosophy answered by introducing the totally irrelevant notion of mind. die erst durch die Vermittlung der Philosophie in die Wissenschaften eingedrungen sind*. O. ** s 8e 1 1 . S. sondern allenfalls die Zahlen Das Einzelne erhält bilden eine wahrhafte „Wesenheit".Zwei" ist kein rein geistiges Ding. 451. die den Gegenstand unseres Denkens bilden kann. a. sofern es nicht bloße — — Die Arithmetik muß genau in demsein soll. 420 . But now Mathematics is able to answer." Die . wie es gemäß der gewöhnlichen Auffassung der Sinn in der Wahrnehmung sinnlicher Objekte ist**. S. der Logik und Mathematik allein zu gelangen vermögen. Was immer den Gegenstand unseres Denkens bildet. Objektivität" der reinen Begriffe und Wahrheiten wird demnach mit der der physischen Einzeldinge völlig auf eine Stufe gestellt. O. zu denen wir innerhalb des Umkreises. um Täuschung selben — Principles of Mathematics I. Die Zahl . dieses Ganze hier seinen Sinn und Gehalt erst vom Ganzen: aber läßt sich niemals wie ein ruhendes Objekt der Anschauung auf einmal vergegenwärtigen. 427. sondern eine Wesenheit. . sie nur receptiv als gegebenen Stoff empfängt. wo immer er diese Wahrheiten ergreift. Dennoch tritt die Differenz zwischen beiden alsbald wieder scharf hervor. § 37. a. The : sophy asks of Ru * Russell. Nicht die Zahl. hat ein bestimmtes Sein und dieses Sein ist die Vorbedingung dafür. als er die Indianer erschuf. Er ist in der Erkenntnis eines bestimmten Zusammenhangs von Schlußfolgerungen so völlig passiv. § S. Sinne entdeckt werden. 4: PhiloWhat does it mean ? Mathematics in the Mathematics past weis unable to answer. daß es gedacht wird. Damit entfällt auch jede nähere Beziehung der ideellen Wahrheiten der Mathematik und Logik zur Aktivität des Denkens: vielmehr wird ausdrücklich hervorgehoben. 33. a. so f ar at loast as to reduce the whole of its propositiona to certain fundamental notions of logic. Alles Erkennen ist nichts als ein Anerkennen. Russell.tionen zu rechnen. daß es nicht absolute. als Columbus West-Indien entdeckte und wir schaffen die Zahlen so wenig.. nicht aber selbst ein Ergebnis des Denkens***... * Vgl.

sofern bewußt wird. hier also eine Bewegung des Denkens erfordert. Schon der Begriff des Nutzens selbst widerstrebt jedem 421 ..wahrhaft übersehen zu werden. so muß sich alsbald ein Rückschlag einstellen. Was zur Verteidigung dieser Ansicht vorgebracht worden ist. der nunmehr die Konstanz des Logischen selbst gefährdet. sobald man versucht.. Aus diesem allgemeinen Motiv heraus läßt sich vielleicht am ehesten der Kampf verstehen. bedarf es nicht nur eines einzelnen apperceptiven Aktes. daß dieser Akt selbst nicht willkürlich vor sich geht. Mitten im Akt des Produzierens hebt sich für den halten er sich Gedanken ein bleibendes logisches Produkt heraus. Zahlenreihe als Reihe aufzufassen und sie damit erst in ihrem systematischen Wesen zu durchdringen. Immer wird ist. Die Tätigkeit selbst ist es somit. wenn anders er in sich selbst Sicherheit und Bestimmtheit gewinnen soll. Wird diese Grundbeziehung nicht vollständig erfaßt. die ihm allein erreichbar ist. die jedoch kein bloßer Wechsel von Vorstellungen sondern in der vielmehr das einmal Erreichte festgeund zum Ausgangspunkt neuer Entwicklungen gemacht wird. aus der die Anerkennung eines dauernden Bestandes von Wahrheiten quillt. Pragmatismus" gegen die . es in die nüchterne Sprache der logischen Begründung zu übertragen. Die . als in der Gleichsetzung der Begriffe . Spontaneität" des Denkens bildet somit nicht den Gegensatz. die einander wechselweise bedingen. denen er sich nicht zu entziehen vermag. der von Seiten des . sondern das notwendige Korrelat derjenigen — „Objektivität".. sondern nach konstanten Regeln erfolgt. reine Logik" geführt wird. Soweit freilich der Pragmatismus in nichts anderem besteht. Wahrheit" und „Nützlichkeit": soweit dürfte man ihn getrost dem allgemeinen Schicksal philosophischer Schlagworte überlassen. im Gesetz seines Aufbaus Um die erfaßt und durch dieses Gesetz bestimmt werden. wie man ihn etwa für die Wahrnehmung eines besonderen Sinnendinges als genügend ansieht.. wird einseitig nur ein einzelnes Moment von ihr betont. hält sich fast ausschließlich im Bereich des rhetorisch-polemischen Stils und zerfällt. sondern stets einer Mannigfaltigkeit derartiger Akte.

mit denen es in der populären philowie sophischen Diskussion behaftet bleibt. das zwischen den objektiv-gültigen Sätzen der Wissenschaft und zwischen der Aktivität des Denkens anzunehmen ist. bald ist es irgendeine gemeinsame gattungsmäßige Struktur des Menschen.Versuch einer scharfen Begrenzung: denn bald ist es das einzelne Individuum mit seinen besonderen Wünschen und Neigungen. so bleibt gerade das entscheidende Problem.) Indessen treffen freilich derartige Erwägungen nicht die und subtilere Fassung. 350 f.psychisches Subjekt mit einer gleichbleibenden Organisation gesetzt. wie sich bei näherer Prüfung ergibt. der abgeleitet werden sollte. die Möglichkeit exakter wissenschaftlicher Erkenntnis ungelöst: aus individuellen Gefühlen und Trieben baut sich so wenig wie aus individuellen Empfindungen eine Wissenschaft der Natur auf. es ist somit der gesamte Begriff des Seins. Es handelt sich nunmehr klar hervortritt um das Verhältnis. S. Denn das Denken selbst ist hier. da diese vielmehr auf die Ausschaltung aller rein „anthropomorphen" Elemente des Weltbildes gerichtet ist. in Wahrheit bereits vorweggenommen. S.Tuns" geworden. in Bezug auf welche der Nutzen festgestellt und gemessen wird. (S. entwickelt. „Nützlichkeit" selbst gibt es nur in einer Welt.) Soll dagegen das Zweite gelten. „Praktisch" heißt unser Folgern und Schließen. die der Pragmatismus insbesondere durch Dewey und seine Schule erhalten hat. in der nicht beliebig aus Jeglichem Jegliches hervorgeht. weil es notwendig auf die Erreichung eines äußeren Zweckes gerichtet wäre. Hier ist das Problem zum mindesten von jenen Unklarheiten und Zweideutigkeiten befreit. unser Untersuchen und Prüfen nicht. das sich unter Bedingungen. der reine und vollgültige Ausdruck des . so ist wiederum ein konstantes physisch .. Gilt das Erstere.407ff. ob. denen selbst eine objektive Regelmäßigkeit zukommt. sondern lediglich feinere — — 422 . sondern in der bestimmte Erfolge an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind: nur innerhalb des Seins und innerhalb einer eindeutigen Ordnung des Geschehens ist der Gesichtspunkt (Vgl. des „Nützlich-Seins" verständlich und anwendbar.

Auch für sie empfangen die Regriffe. die anfänglich auseinanderliegenden sinnlichen Daten gedanklich zu organisieren und in sich einstimmig zu gestalten*. den sie selbst von ihren ersten Anfängen an anerkennt und zugrunde legt. Die Wahrheit irgendeines dem Einheit Gedachten Einzelsatzes läßt sich nur danach bemessen. daß sie Abbilder an sich vorhandener Wirklichkeiten sind. daß sie ideelle Ordnungen ausdrücken. die den Zusammenhang der Erfahrungen herstellen und verbürgen. Sie werden begründet. die es im Aufbau und in der Deutung der Gesamtheit der Erfahrungen erfüllt. was er für die dieser Grundaufgabe des Wissens. Auffassung der Erkenntnis und ihres wird indessen durch alle diese Ausführungen nicht getroffen: denn in ihnen ist nur ein Gedanke fortgesponnen. daß es die die als letztes Ziel beständig vor uns steht und unserem Erkennen die Richtung weist. nicht weil er mit einer festen Realität jenseit Lösung weil Denkens und aller Denkbarkeit übereinstimmt. 423 . III. sondern er sich im Prozeß des Denkens selbst bewährt und zu neuen fruchtbaren Folgerungen hinleitet. nicht indem ein besonderes Chicago 1903). . Seine eigentliche Rechtfertigung ist die Wirksamkeit. als für sich gegebenen Dingen. reichen über diesen Sinn der Ord- Die kritische Verhältnisses zum Gegenstand nungsbegriffe nicht hinaus. hrz. Vol. alles Sinne.. die er in der Richtung auf alles die fortschreitende Vereinheitlichung entfaltet. als es ihr gelingt. die von D e w e y herausgegebenen . die die Physik setzt und behauptet. sinnliches Sein aufgewiesen wird. First series. vergleichen.. Wir können ein Urteil niemals direkt den einzelnen äußeren Gegenständen gegenüberstellen und es mit diesen. nicht dadurch ihre Wahrheit. wie sie stets aufs neue betont. für die fortschreitende Vereinheitlichung des Mannigfaltigen leistet.in ist.Wahr" heißt uns ein Satz. * Vgl. sondern wir können stets nur nach der Funktion fragen. Die „Realitäten".Studies in Logical Theory" (The Decennial Publications of the University of Chicago. sondern dadurch. Jede Hypo- these des Wissens besitzt ihr Recht lediglich im Hinblick auf diese fundamentale Aufgabe: sie gilt in dem Maße.

mögen sie Tatsachen oder Prinzipien sein*. So sehr man die . daß die Annahme eines derartigen »ideellen Zwanges" (coercions of the ideal order) sich in nichts mehr von der Annahme eines objektiven. 217 ff. die dem Fortgang der Erkenntnis die Richtung weisen. . sondern allenfalls eineWeiterführung der Gedanken. James. mag auch niemand sie tatsächlich ausgerechnet haben.. ist nichts anderes. logischen Wahrheitskriteriums unterscheidet: beides sind nur verschiedene Ausdrücke derselben Sache. daß unser Erkennen einem doppelten Zwange unterliegt: wie wir in unserem Tatsachenwissen an die Beschaffenheit unserer sinnlichen Eindrücke gebunden sind. die von einem Subjekt zum andern wechseln.reinen Logik". Nicht eine — — James . als der Wille zum Logischen selbst: nicht irgendwelche individuellen Bedürfnisse. ob. New York 1907. sondern indem sie als Mittel der strengen Verknüpfung. In der Tat tritt diese Foldurch alle Zweideutigkeiten im Begriff des . Prakgerung bisweilen in aller Klarheit zutage. S. das mit rein Der Wille. mit den Realitäten übereinstimmen: mögen diese Realitäten nun konkret oder abstrakt. Was also hier geleistet ist. tischen" hindurch selbst betont." Es ist klar. instrumentale" Bedeutung der wissenschaftlichen Hypothesen zugestehen und betonen mag: so handelt es sich doch hier ersichtlich um ein rein theoretisches Ziel. der unser Denken im Gebiet der reinen Logik und Mathematik bestimmt. So ist etwa die hundertste Dezimalstelle der Zahl n ideell voraus bestimmt. seine Befriedigung finden soll. Unsere Ideen müssen. 209 ff.) schließt nichts von den Folgerungen ein. sondern die allgemeingültigen gedanklichen Postulate der E i nh e i t und Stetigkeit sind es. die der Pragmatismus an ihn zu knüpfen pflegt.das ihnen „entspricht". und somit der durchgängigen relativen Bestimmtheit des „Gegebenen" selbst erkannt werden. wenn sie nicht endlosem Selbstwiderspruch und endloser Täuschung anheimfallen sollen. 424 Pragmatism.. .. ist keine Widerlegung der . auf denen sie beruht. so gibt es einen „ideellen Zwang". S. . Die Anerkennung dieses Sachverhalts aber (S. der hier theoretischen Mitteln verfolgt wird.

sondern ein neues Problem wird aufgestellt. . sondern sie scheinen auch jede Beziehung zur Welt der empirischen GegenIhre Apriorität stützt sich stände entbehren zu können. 1907. § 5 ff. Denn das Material. die hier einander entgegengestellt werden. wiederum unmittelbar auf einander in — — bezogen: das empirische Sein selbst ist es. irgend etwas über die Wirklichkeit der Elemente. in dem der Gedanke sich der empirischen Existenz der Gegenstände zuwendet. ihre . Daß diese Forderung niemals bis zu einer letzten definitiven Erfüllung geführt werden kann. das hier der intellektuellen Bearbeitung unterbreitet wird. die zum Wesen des selbst Empirischen . das eben in seiner Variabilität: in der möglichen Umformung. * S. das wir in der Form rationaler mathematischer Ordnungen zu fassen und zu begreifen suchen. Wahrhafte Einsicht in die Notwendigkeit eines Zusammenhangs läßt sich nur dort erreichen. begriffen und gewürdigt sein will. standstheorie 319 f vgl. Daseinsfreiheit" und gilt nur in dem Maße. liegt selbst niemals fertig als ein in sich vollendeter Schatz von „Tatsachen" vor. Dennoch kann es so unentbehrlich sie bei dieser unbedingten Trennung anfangs aus methodischen Gesichtspunkten erscheinen mag nicht bleiben: da schon die bloße Möglichkeit der mathematischen Naturwissenschaft ihr widerstreitet. wo wir darauf verzichten. sondern es gestaltet sich erst im Prozeß des Fortschritts und gewinnt in ihm immer neue Formen.. Lpz. Wahrheiten der Logik und Mathematik entziehen sich nicht nur der empiristischen Begründung. 425 . ob. zu behaupten und auszumachen*. Es ist kein konstantes. scheint er sich daher von dem eigentlichen Fundament seiner Gewißheit loszulösen. M e i n o n g Über die Stellung der Gegenim System der Wissenschaften. sondern ein variables Datum. Denn in dieser sind die beiden Wissenstypen. die in die Relation eingehen.neue Lösung. die es durch neue Beobachtungen und Versuche erfahren kann. das den ersten allgemeinen Ansätzen zur Begründung des Die universellen Wissens zunächst zurücktreten durfte. Aber diese Variabilität. als diese auf Bedingung erfüllt ist. S. In dem Augenblick. hrz. ergibt sich freilich aus der Natur der Aufgabe selbst.

Moment „subjektiver" Willkür Die Veränderung selbst ist als solche bestimmt und notwendig. die wir für unsere Konstruktion des Weltbildes zugrunde legen. rein durch den Vergleich der Reihenglieder selbst und durch die allgemeine Regel. als Mittel jeglicher Konstruktion erhalten bleiben. um die Relativität des Begriffs der empirischen Wahrheit zu erweisen. Der Zusammenhang und die Konvergenz der Reihe tritt an die Stelle des äußeren Maßstabes der Realität: beides aber läßt sich. Zahl und Größe (Vgl. Da die absoluten Bewegungen der Himmelskörper so folgert man uns in keiner Erfahrung gegeben sind. analog wie im Arithmetischen. der sie in ihrem Fortschritt folgen. Alle Systeme sind gleich wahr und gleich wirklich. vor allen anderen den Vorzug der „Wahrheit" einzuräumen. sondern durch logische Beziehungen W Unterschiedes mit einander verknüpft bleiben. als subjektive Zusammenfassungen von Erscheinungen bedeuten wollen. sofern nur an der allgemeinen Voraussetzung festgehalten wird. Form 426 . Dieser bleibt vielmehr in aller Strenge bestehen. wechseln. die je nach der Wahl des intellektuellen und räumlichen Standortes verschieden ausfallen können und müssen. schließt dennoch kein ein. Diese Regel ist auf der Erder einen Seite dadurch gegeben. noch jemals gegeben sein werden. weil alle der absoluten Wirklichkeit der Dinge gleich fern stehen und gehört. sofern nicht beliebig. ermitteln und feststellen. daß die fahrung beharrt: die besonderen Konfigurationen im Räume. Man pflegt sich. wie etwa dem Kopernikanischen. mit Vorliebe auf die bloß relative Gültigkeit unseres astronomischen Weltbildes zu berufen. irgendeinem System. da wiralso die astronomischen Konstruktionen niemals mit diesen Bewegungen selbst zusammenhalten und an ihnen erproben können: so hat es keinen Sinn. während Raum und Zeit. Der Mangel dieser Schlußweise aber liegt deutlich zutage: denn die Aufhebung des absoluten Maß- stabes schließt in keiner Weise die Aufhebung des e r t der verschiedenen Theorien selbst ein. sondern gemäß einem bestimmten Gesetz von einem Stadium zum andern übergegangen wird. daß die wechselnden Phasen des Erfahrungsbegriffes nicht schlechthin auseinander liegen. — — nichts anderes.

so ist doch ihr Begriff darum nicht minder eindeutig bestimmt. sondern unumgänglich. projektierte Einheit" ist und bleibt. B. sondern erst das Ganze dieser Systeme. die diesen Prinzipien entspricht.) uns aufgebaut worden ist. Die Eine Wirklichkeit kann nur als die ideale Grenze der mannigfach wechselnden Theorien aufgezeigt und definiert werden. So wenig diese Einheit jemals fertig vorliegt. sondern läßt ihn in einer neuen Deutung fortbestehen. das Kopernikanische so wenig wie das Ptolemäische. Die Forderung selbst ist das Bleibende und Feststehende. auf derartige oberste Leitsätze verbürgt eine innere führung Gleichartigkeit des Erfahrungswissens.. der Naturerkenntnis. sofern erst durch sie die Kontinuität — der Erfahrung hergestellt wird.) Weiterhin aber sind die materiale Züge des Bildes. nichts wahrer und notwendiger. in welchem es jedoch nunmehr in neuer Weise verknüpft und begriffen erscheint. aber die Setzung dieser Grenze selbst ist nicht willkürlich. darf uns demnach als Ausdruck der „wahren" kosmischen Ordnung gelten. Das Recht jeder derartigen Verknüpfung aber messen wir nicht an den Dingen sondern an bestimmten obersten Prinzipien selbst. gemäß der Voraussetzung und den Erfordernissen des Trägheitsgesetzes von Die Zurück(S. während jegliche Form ihrer Erfüllung wiederum über sich selbst hinausweist. 242 ff. wie die logische Einaber freilich auch um heit der Erfahrungserkenntnis. daher genau so wahr und so notwendig. die also z. 353 ff. es auch gewisse beim Übergang von einem Stadium zum folgenden unberührt bleiben: die Variation hebt den früheren Bestand nicht schlechthin auf. so sehr sie vielmehr stets . S. kraft deren sich seine verschiedenen Phasen zum Ausdruck des all Einen Der „Gegenstand" ist Gegenstands zusammenschließen. So wird hier der instrumentale Charakter der wissenschaftlichen Begriffe und 427 . ob. Das Ganze der Beobachtungen Tycho de Brahes geht in das System Keplers ein.ob. „Objektiv" heißt uns die räumliche Ordnung. Kein einzelnes astronomisches System. wie sie sich gemäß einem bestimmten Zusammenhang stetig entfalten. die wir als logische Normen festhalten. S.

den wir im Wechsel der Vorstellungen ergreifen. in welcher der Beweis Behauptung erbracht wird. das zur Einheit und damit zur Wahrheit des Gedachten hinführt. wohl aber der objektiven Bestimmtheit des der Erfahrung selbst. er einmal ist. Wir bedürfen nicht der Objektivität absoluter Dinge. um ihn alsbald wiederum aufzugeben. der rein logischen und mathematischen Sätze verharren. rationalen. entspricht daher in der Tat genau der Im Bereich der aktiven des Denkens überhaupt. nur die Art. Die rein empirische Wahrheit aber scheint sich dieser Bestimmtheit prinzipiell zu entdieser ziehen: andere. muß in sich fest und sicher sein. Besäße ment es nicht in sich selbst eine bestimmte Stabilität. was veränderlich in sich selber ruhen.Urteile nicht bestritten: diese Begriffe gelten. Und dennoch schließen sich beide Motive trotz aller Gegensätzlichkeit zuletzt zu einem einheitsie ist morgen eine 428 . wie im Bereich der empirischen Erkenntnis ist es Im Prozeß der die gleiche Aufgabe. die unJeder Satz ist hier. in der Anwendung auf das empirische Material fortschreitend bewähren muß. begründet den Unterschied Solange wir im Gebiet der verschiedenen Erkenntnisstufen. die zu ihm hinzutreten. — Der reale Inhalt des Gedachten. sondern sofern sie einen Entwurf zu möglichen Einheitssetzungen in sich sclüießen. besitzen wir ein festgefügtes Ganze von Wahrheiten. nicht sofern sie ein gegebenes starres Sein abbilden. die hier gestellt ist. der sich in der Ausübung. Weges die zu dem Er- kenntnis durchdringt. Erkenntnis selbst entsteht und festigt sich der Gedanke eines Grundbestandes ideeller Beziehungen. Aber das Instruselbst. ergänzt. als sie gestern war und bedeutet somit nur einen flüchtigen Halt. so wäre kein sicherer und dauernder Gebrauch von ihm möglich. Die Behauptung einer derartigen Constanz ist jedem Denkakt als solchem wesentlich. aber nicht mehr in seinem eigenen Gehalt umgeformt werden. es würde beim ersten Versuch zerbröckeln und sich in Nichts auflösen. er kann durch andere. zeitlich wechselnden Umständen des psychologischen Erfassens unberührt bleibt. der als solcher sich Form selbst gleich und von den zufälligen. für immer.

es als Ergebnis allgemeiner theoretischer Gesetze zu verstehen. sondern zugleich als eine positive Förderung des Wissens. Das Veränderliche wird betrachtet. als ob es dauernd wäre. Erst indem wir uns der Bedingtheit unserer empirischen Kenntnisse und damit gleichsam der Bildsamkeit des empirischen Materials. Die Beständigkeit der idealen Formen hat nunmehr selbst keinen rein statischen. sondern zugleich und vorzüglich einen dynamischen Sinn: sie ist nicht sowohl Beständigkeit im Sein. als vielmehr Beständigkeit im logischen Gebrauch. Die Gegensätze zwischen der mathematischen Theorie und dem Inbegriff der jeweilig bekannten Beobachtungen wären unausgleichbar. Die idealen Zusammenhänge. Diese Funktion. indem wir das Gegebene im Sinne der theoretischen Forderungen aufs neue durchforschen und damit seinen Begriff erweitern und vertiefen. Nur in der Abstraktion können wir die schlechthin dauernden Momente von den vergänglichen ablösen und ihnen gegenüberstellen: denn die eigentliche konkrete Aufgabe der Erkenntnis besteht darin. der sich von einem zum andern hin vollzieht. 429 . mit dem die Erkenntnis arbeitet. die gesamte Bewegung der Erkenntnis. der sich gegenübej allem Wandel des zufälligen Erfahrungsstoffes als identisch behauptet und bewährt. die sie stetig erfüllen. Der Einldang des Gegebenen und des Geforderten wird hergestellt. Der Bestand der ewigen Wahrheiten wird zum Mitte]. indem wir versuchen. Die Veränderlichkeit des empirischen Materials erweist sich keineswegs nur als ein Hemmnis. bewußt werden. nach denen die Erfahrung selbst in ihrer wissenschaftlichen Gestaltung sich orientiert. von denen Logik und Mathematik sprechen. ist ihr dauernder und unverlierbarer Gehalt. das Dauernde für das Vergängliche selbst fruchtbar zu machen. So wenig der Unterschied der beiden Faktoren sich daher jemals völlig zum Verschwinden bringen läßt: so besteht doch in dem beständigen Ausgleich. eröffnet sich die Möglichkeit einer Aufhebung des Widerstreits. wenn es sich beiderseits um starre unabänderliche Gegebenheiten handelte.liehen Typus des Wissens zusammen. sind die gleichbleibenden Richtlinien. im Gebiet der Veränderung selbst Fuß zu fassen.

der selbst nichts anderes. den es von einem Element zum andern vollzieht. sondern erweist seine eigenste Bedeutung erst in dem notwendigen Fortgang. Die Natur erklären. Lpz. als die Hypostasierung des leeren eigenschaftslosen ist. aus denen er sich seine Form des Seins aufbaut. die Wirklichkeit kraft unserer mathematisch-physikalischen Begriffe zu verstehen. Co h n . bes. so muß sich alsbald wieder zwischen der Erkenntnis und der phaenomenalen Wirklichkeit eine unübersteigliche Kluft erheben. heißt somit sie als Natur. Verschiedenheit und Veränderung bilden demnach keine prinzipiell „denkfremden" Gesichtspunkte*. Jonas ff. vernichten. sondern den des Denkens aufheben. Der Gedanke duldet keine innere Ungleichartigkeit und Veränderlichkeit der Elemente. 107 430 . Die mannigfachen physikalischen Qualitäten der Dinge lösen sich ihm daher in den Einen Begriff des Aethers auf. müssen wir sie wie man nunmehr folgert zuvor in ihrem eigentlichen Wesen. als mannigfaltiges und veränderliches Ganze. gehörige Zwischen ihnen einen absoluten sachlichen Gegensatz statuieren. Denn das Denken erschöpft sich wie sich allseitig gezeigt nicht in der Heraushebung des analytisch Gemeinhat samen aus einer Mehrheit von Elementen. 1908. Wird diese korrelative des Begriffs selbst verkannt. und stellen diese erst ihrem vollen Umfang nach dar.Identität und Verschiedenheit. die in der Tat in modernen erkenntniskritischen Untersuchungen eine interessante und bezeichnende Erneuerung erfahren hat. Ziele Zum Begriff der „Denkfremdheit" s. Voraussetzungen des Erkennens. sondern sie gehören ihrer Grundbedeutung nach der eigentümlichen Leistung des Intellekts selbst an. Wir stehen alsdann wieder vor der Grundansicht der Eleatischen Metaphysik. hieße nicht nur den Begriff des Seins. in ihrer Mannigfaltigkeit und Wandclbarkeit. Konstanz und Veränderung erscheinen demnach auch von dieser Seite her als zusammenlogische Momente. die lebendige Anschauung des Zeitverlaufs der Ereignisse erstarrt für ihn zur Beharrung letzter absoluter Größenkonstanten. aufheben: die ewig gleichartige unbewegliche „Sphäre des Parmenides" — — Doppelform Um — — Raumes * u.

daß der Weg der Forschung nicht lediglich darin besteht. E. Bemühungen des Nur dem Umstand. Was der Gedanke fordert. sondern daß auch die umgekehrte Richtung: die Aufhebung der scheinbaren Kontinuität Bewegungen * S. als es des Gesichtspunkts der Identität bedarf: auch er ist ihm somit nicht schlechthin von außen aufgedrängt. Eindrucks" zur Wirklichkeit der „Schwingung" wird. Nicht die Mannigfaltigkeit als solche wird aufgehoben. daß sie sich gegenüber der logischen Nivellierung ihres Gehalts daß in der Vollkommenheit des Wissens behauptet: nicht das Sein selbst zum Verschwinden kommt*. indem ihr die Wirklichkeit des . 229 ff. von der Bewegung zur Ruhe überzugehen. Indem die Analyse die gegebenen. ist nicht die Identität letzter substantialer Dinge. Die Identität. So paradox diese Konsequenz erscheinen mag: so genau und folgerecht ist sie aus der einmal angenommenen Erklärung des Intellekts und seiner eigentümlichen Grundfunktion abgeleitet. 431 . sondern die Identität funktionaler Ordnungen und Zuordnungen. ist es zu danken.bildet das letzte Ziel. das in der wissenschaftlichen Erklärung an die Stelle des sinnlich-Mannigfaltigen tritt. sondern ihre Beherrschung kraft der mathematischen von Reihengesetzen und Reihenformen. Diese aber schließen das Moment der Verschiedenheit und Veränderung nicht aus. sondern es ist nur ein Mannigfaltiges anderer Dimension: es ist das mathematisch-Mannigfaltige. Zur Herstellung dieser Kontinuität aber bedarf das Denken des Gesichtspunkts der Verschiedenheit nicht minder.. S. Aber diese Erklärung selbst verlangt eine Einschränkung. dem alle Naturwissenschaft sich unver- merkt annähert. der der Gedanke fortschreitend zustrebt. ist somit nicht die Auslöschung der Vielheit und Veränderlichkeit überhaupt. daß die Realität den Denkens widersteht und ihnen zuletzt be- stimmte unübersteigliche Schranken setzt. sinnlichen Einzelqualitäten in eine Fülle elementarer auflöst. hrz. sondern im Charakter und in der Aufgabe der wissenschaftlichen „Vernunft" selbst gegründet. sondern gelangen erst in und mit ihm zur Bestimmung. zeigt es sich. von der Vielheit zur Einheit. Identitö et Röalitö. bes.Meyerson.

sondern enthält die Bedingung und den Ansporn zu ihrer immer vollkommeneren Lösung in sich. I 432 . Erst durch diese Aufhebung hindurch läßt sich zu dem neuen Sinn der Identität und der Dauer gelangen.Konstanz und Einfachheit der Wahrnehmungsdinge nicht minder berechtigt und notwendig ist. der den wissenschaftlichen Gesetzen zugrunde liegt. Der volle Begriff des Denkens stellt somit die Einstimmigkeit des Seins wiederum her: die Unerschöpflichket der wissenschaftlichen Aufgabe ist kein Kennzeichen ihrer prinzipiellen Unlösbarkeit.

Zur Psychologie der Relationen. Schon von hier aus zeigte es sich. weist ihm das Maß seiner Gewißheit zu. der die Voraussetzung für die gedankliche Entgegensetzung Vor diesem des . Objekts" selbst enthält. die er damit im Ganzen der möglichen Erkenntnis überhaupt erhält. wie dieses Ganze selbst in den erkennenden Individuen sich verwirklicht. während er andererseits nur im Urteil selbst und somit in der Tätigkeit des Denkens zu erfassen ist. Was diese Beziehungen ihrem reinen logischen Sinne nach sind. sofern auf ihm alle Constanz der Erfahrungserkenntnis und somit alle Möglichkeit des gegenständlichen Urteils beruht.. Die Frage. diese Frage in den Hintergrund treten zu lassen: die Wissenschaft schreitet von einem objektiv gültigen Satze zu einem anderen fort. I. für den sie die gleiche Form der Geltung in Anspruch nimmt.Achtes Kapitel. Das Problem der Erkenntnis hat uns statt zu einem metaphysischen Dualismus der subjektiven und der objektiven Welt.. Die Entwicklung der Wissenschaft selbst drängt dazu. Subjekts" und . Inbegriff erweist sich die herkömmliche Trennung als undurchführbar: er ist objektiv. den reinen Begründungszusammenhang selbst zu verstehen und in seiner Wahrheit abzuleiten. solange es sich darum handelt. die sie im Gesamtsystem der Wissenschaft gewinnen. daß seine Bestimmung einer doppelten Methode unterliegt und auf zwiefachem Wege versucht werden kann. ohne von diesem Wege durch psychologische Betrachtungen und psycboCassirer. kann lediglich aus der Bedeutung abgenommen werden. kann und muß zurücktreten. zu einem Inbegriff von Beziehungen zurückgeführt. Jeder Einzelsatz wird innerhalb dieses Systems an einen anderen gebunden und mit ihm verknüpft und die Stellung. Substanzbegriff ng 433 .

in die Bedeutung des Selbstbewußtseins über. wie in den übrigen Gebieten. in keiner Weise gerecht zu werden vermag. Dieser Übergang aber wird nur dadurch möglich. daß es die Art der Begriffsbildung ist. sondern sie geht. fordert zugleich neue psychologische Mittel. der hier deutlich und gesichert vorliegt. kraft deren er sich beschreiben läßt. der in sich selbst das Prinzip seiner Erhaltung und Selbstbewegung enthält. den Aufgaben. Hier erst tritt der Seelenbegriff aus dem allgemeinen Umkreis des Naturbegriffs heraus und gewinnt eigene und selbständige Züge. die. Die Seele ist nun nicht mehr der bloße Lebenshauch. der hier festgestellt werden soll. Und dennoch schafft gerade dieser unabhängige Fortgang zuletzt auch für die Psychologie selbst ein neues Problem. wie in der reinen Geometrie und Arithmetik seiner notwendigen Mittelglieder versichert hat. eine charakteristische Verschiebung erfährt.logische Zweifel abgelenkt zu werden. von dieser allgemeinen Bedeutung aus. daß Piaton sich bereits in der reinen Logik. das bildet in Wahrheit ihren historischen Anfang. die von selten der Wissenschaft beständig aufs neue gestellt werden. Der Gedanke der wissenschaftlichen Psychologie geht geschichtlich auf P 1 a t o n zurück. Denn die' 434 . Der Gegenstand. Es zeigt sich. Vom geschichtlichen Standpunkt aus liegt hierin eine seltsame Anomalie: denn was der moderne Psychologe leicht als das Ende seiner Wissenschaft betrachtet. Die neuere Psychologie schien eine Zeitlang das Eigentümliche der reinen Relationsbegriffe völlig aus dem Auge verloren zu haben: erst seit relativ kurzer Zeit und auf merkwürdigen Umwegen beginnt sie sich ihm wiederum zu nähern. Von der bloßen Wahrnehmung als solcher führt kein Weg zu dem neuen Begriff des „Selbst". Diese Umformung in den Prinzipien der Psychologie bildet selbst ein wichtiges erkenntnistheoretischesProblem es zeigt sich auch hier. daß die psychologische Analyse sofern sie vom bloßen sinnlichen Erlebnis ausgeht und bei seinem Typus zu verharren strebt. Und so führt die allgemeine Forderung einer Psychologie der Relationen : zu einer Umbildung der psychologischen Methode überhaupt.

Das Bild und Analogon der physischen Wirkung und Gegenwirkung muß jetzt versagen. das Warme und Kalte der Tastsinn unterscheiden: aber in der Gesamtheit derartiger sinnlicher Inhaltsunterschiede erschöpft sich niemals das Ganze der Erkenntnis. mit ihnen von gleicher Art und Beschaffenheit sein. eine von Grund aus neue und eigentümliche. wie zwei aufeinander bezogene und abgestimmte formen. wenn wir von Farbe oder Ton sagen. Eine Erkenntnis ist es. daß sie beide vereint zwei sind.. daß das eine vom andern verschieden ist. die Piaton im Theaetet dem Satze des Protagoras gegeben hat. der philosophiesieschildern sich zwischen unserem Körper einerseits und den materiellen Dingen seiner Umgebung vollzieht. In der Ausbildung. um die körperlichen Dinge in der Wahrnehmung zu erkennen. die wir jedoch niemals rein und selbständig zu isolieren. Einheit und Verschiedenheit. sobald er sich der Analyse der reinen Begriffe zuwendet. Wenn indessen Sein und Nicht-Sein. Ähn- — — Bewegungs- — — lichkeit und Unähnlichkeit. als der Ausgleich. 28» Aussage 435 . Objekt" verhalten sich zu einander. die mit körperlichen Kräften auf uns eindringen. Identität und Gegensatz objektiv unentbehrliche Bestandteile jeglicher sind. daß jegliches von ihnen ist. Einheit und Vielheit. wird von ihm alsbald verlassen. in der ihnen das Ich gegenübertritt. wie Empedokles und die gesamte ältere Naturnichts anderes. sondern nur in ihrer wechselseitigen Bestimmung durch einander zu erfassen vermögen. der Piaton auf eine kurze Strecke hin so lange es sich um die Zergliederung der Sinnesempfindung handelt folgt. das Leichte und Schwere. so lassen sie sich nichtsdestoweniger durch keinen Wahrnehmungsinhalt als solchen belegen: denn eben dies ist ihre Funktion. Aber diese Ansicht. klingt diese Anschauung noch deutlich nach: „Subjekt" und . ohne es in seine realen Komponenten zerlegen zu können. So ist auch die Art. Das Helle und Dunkle mag das Auge. Wir ergreifen stets nur das Resultat. Die Seele muß.Wahrnehmung erscheint sie ist wie ein bloßer Teil des Naturprozesses. Gleichheit und Ungleichheit sind keine körperlichen Gegenstände.

über die Besonderheit all dieser Inhalte hinausgreifen. bes. wenn es nicht Gebilde gäbe. aber ihr Schwerpunkt ist daß sie um eine * Vgl. so liegen hier die Wahrnehmungen dichtgedrängt in uns zusammen: aber nichts findet sich. Verknüpfung zwischen ihnen herzustellen. gültigen Momente sind an kein spezielles Organ mehr gebunden und bedürfen seiner nicht: vielmehr ist es die Seele selbst. Theaetet 184 C. des Gleichen und Ungleichen. was sie auf einander beziehbar macht und sie zu einem identischen Selbst zusammenschließt. Wie die Helden im hölzernen Pferde. so nahe er mit dieser zunächst verbunden erscheint. des Seins und Nicht-Seins gebunden und findet Indem wir die Wahrerst hier seine wahrhafte Erfüllung. Und hier erst gewinnt der Begriff der Einheit des Bewußtseins einen festen Halt und Bleiben wir bei dem Inhalt der beeine sichere Grundlage. führen wir sie damit in eine Idee zusammen: gleichviel ob wir diese Einheit als „Seele" oder wie immer bezeichnen mögen. der den Platonischen Seelenbegriff endgültig von der orphischen und naturphilosophischen Spekulation loslöst. ff. an der beide im gleichen Sinne Teil haben. sonderen Empfindung stehen. Die Platonische Auffassung hat in Aristoteles' Lehre vom KoLvöv zweifellos nachgewirkt. so bietet sich uns nichts als ein Chaos einzelner Erlebnisse. die sie rein aus sich heraus und in freier Gestaltung gewinnt. Das Grundproblem der Psychologie findet seine Bestimmung im Hinblick auf die Grundprobleme der reinen Logik und Mathematik: und dieser Zusammenhang ist es. Die „Seele" wird somit hier gleichsam als der einheitliche Ausdruck für den Gehalt und die systematische Verfassung der reinen Relationsbegriffe erdacht und gefordert. die aber in keinem der beiden Einzelelemente als solchem direkt aufzeigbar ist. Der wahrhafte Begriff des Selbst ist an den Begriff des Einen und Vielen. 436 . nehmung unter diese Begriffe fassen. die sich außerhalb ihrer Sonderbestimmtheit und somit Diese allgemeinihrer qualitativen Gegensätzlichkeit halten. Die Beziehung zwischen den heterogenen Gebieten sinnlicher Wahrnehmung wäre nicht erreichbar.

Aristoteles. als bloßes Gesicht oder bloßer Geschmack. Was bei Piaton also als spontane und freie Leistung des „Bewußtseins selbst" gefaßt wurde. in der all das.. Gemeinsinn" in einer umfassenden Bedeutung. der ihm allein eigentümlich So kommt dem ist und ihn von allen anderen unterscheidet. dem Gehör der Ton als ein derartiges Gesicht die Farbe. In der Einteilung der sinnlichen Wahrnehmungen wird davon ausgegangen.. zusammengefaßt ist. 418a. der diesen Akt der Vergleichung vollzieht: denn mit welchem anderen Vermögen vermöchten wir Inhalte. das Weiße mit dem Süßen zusammenstellen oder beides einander entgegensetzen. 6. III. die selbst rein sinnlicher Natur sind. sich aber zu jeder einzelnen von ihnen in gleicher Weise. bes.hier bereits verschoben. Der Allgemeinheit des Gegenstandes aber muß eine Allgemeinheit wie Aristoteles nunmehr weiter folgert Wenn wir etwa des aufnehmenden Organs entsprechen. während der Tastsinn zwar eine Mehrheit von Qualitäten in sich faßt. um in ihm gesammelt und auf einander bezogen zu werden*. so ist es notwendig der Sinn selbst. die im . Begriff" zuletzt nichts anderes als eine Summe dinglicher i'diov — — Merkmale sieht. sondern als . 437 . reicht nicht aus. 426b. zu. zu erfassen ? Aber der Sinn fungiert hier nicht mehr in irgend einer Sonderbeschaffenheit. Diese psychologische Entscheidung entspricht wiederum der logischen Grundansicht: sie beruht auf jener Auffassung. 2. nsQl xpvxijs H. die sich in einer Mehrheit von Objekten gleichmäßig vorfinden.. das über alle Einzelunterscheidungen . Begriffen wie Bewegung und Ruhe. Diesem Gemeinsinn werden alle einzelnen Daten der Wahrnehmung zugeführt. sobald es sich darum handelt. daß jedem Sinn ein besonderer Inhalt angehört. Gemeinsames" hinweggreift. wie irgend ein Sinn zu seinem bestimmten Aber diese Art der Beziehung spezifischen Inhalt verhält. Diese Begriffe stellen ein wahrhaft dar. * Vgl. worin die verschiedenen Arten und Gebiete der Wahrnehmung übereinstimmen. das erscheint hier als eine zugleich abstrakte und sinnliche Potenz. wie Größe und Zahl ihr psychologisches Korrelat zu bestimmen.

Auch die Ideen der . den Bestand und die Wahrheit des Unendlichen ausmacht: so trägt sie doch für die psychologische Betrachtungsweise notwendig den Stempel des bloß Negativen. daß insbesondere Ausdehnung. werden zuletzt nach diesem Maßstab gemessen. das dasjenige. Gestalt und Bewegung Ideen des reinen Verstandes seien. aus welchen er sich zusammensetzt. . aber bleibt hier durchaus das Lockesche Schema herrschend. Reflexion". nach welchem ein Begriff erst dann als wahrhaft verstanden und abgeleitet gelten kann. So sehr gerade die allgemeine Regel dieses Fortschritts. Sie besitzen nur insoweit wahrhaft positiven Gehalt. Ausdruck bringen des lassen. anschaulich gegebenen Vorstellungsbildern zum klarsten tritt dies am Begriff hervor. weil es sich zeigt. Am Unendlichen dieser Betrachtungsweise ist selbst noch kein zureichender Ausdruck für die Geltung und Eigenart der Beziehungen entdeckt. so sehr er zurückgedrängt werden mag. die zwar anläßlich sinnlicher Eindrücke sich bilden. vom Standpunkt der Logik und Mathematik. wenn es gelungen ist. stets von neuem wieder.Die moderne Psychologie versucht zunächst nur in vereinzelten Ansätzen zu einer neuen Fassung des Problems vorzudringen. wenn er betont. was er will und bedeutet. aber sich in ihnen niemals erschöpfend begründen lassen. als sie sich unmittelbar in einzelnen. In der neueren deutschen Psychologie ist es sodann besonders T e t e n s der diese Anregung aufnimmt und sie zu einer ausgebildeten Theorie Im Ganzen der reinen „Verhältnisgedanken'* weiterführt. im tatsächlichen Vorstellen niemals realisiert ist. die anfangs eine besondere Stellung einzunehmen scheinen. sondern immer nur in dem Hinweis auf einen unbegrenzt möglichen gedanklichen Fortschritt besteht. daß die Inhalte. die die traditionelle Lehre dem „Gemeinsinn" zuspricht. "Wie ein Schattenbild von unsicherer "Wesenheit und Herkunft mischt er sich stets von neuem unter die klaren und gewissen Eindrücke der "Wahrnehmung Denn innerhalb 438 .. L e i b n i z greift unmittelbar wieder auf Piaton zurück. die einfachen Sinnesinhalte darzulegen. Dennoch kehrt der Gedanke dieser Beziehungen. der nur darum der Kritik verfällt.

die was uns vom Standpunkte der Erfahrung das Bekannteste und Gewisseste ist. Geister abgeschiedener Quantitäten" spotten mag: diese Geister wollen sich nicht bannen lassen. Immer von neuem wird gezeigt. das man als „Träger" der sinnlichen Qualitäten voraussetzt. gehen niemals in jene Elemente auf. indem die „Erklärung" für dasjenige. In dieser Polemik gegen den Substanzbegriff glaubt Locke den eigentlichen Kern aller Metaphysik und aller scholastischen Wirklichkeitserklärung getroffen zu haben. Alle Waffen des Spottes werden gegen Annahme jenes selbständigen. die im tatsächlichen wissenschaftlichen Gebrauch sich als wirksam und fruchtbar erweisen. Wie die Substanz des Dinges. die sich auf dieser Grundlage aufbaut. ihre Bedeutung beruht darauf. Ein rätselhaftes „Ich weiß nicht was" wird zum begrifflichen Grund aller wahrhaft wißbaren Qualitäten und Eigenschaften erhoben. den sie weder zu begreifen. gegen den sich Locke am schärfsten und eindringlichsten wendet. der hier als Muster dient. daß die psychologische Kritik an diesem Punkte sich von den Voraussetzungen. Trotz alledem bleibt in der Ansicht der physischen und psychischen Wirklichkeit. ist der Begriff der Substanz. die die psychologische Betrachtung als die alleinigen Träger der „Objektivität" kennt und anerkennt. Wie sehr man mit Berkeley über die Infinitesimalgrößen der Mathematik als die . nachdem u e ihr Ergebnis von der äußeren Erfahrung auf die innere übertragen hat..und Erinnerung. der all- H m 439 . innerlich noch keineswegs frei gemacht hat. entfernen und ihn — geflissentlich überschreiten. Und das Werk der Kritik scheint beendet. noch zu beseitigen vermag. abgesonderten und eigenschaftslosen „Etwas" aufgeboten. die sie bekämpft. so scheint nunmehr die Substanz des Ich beseitigt: es sind bloße associative Zusammenhänge von Vorstellungen. Die Begriffe. wie in dieser Annahme die eigentliche Geltung des Wissens sich verkehrt. in ein gänzlich Inhaltleeres und Unbekanntes verlegt wird. — Der tiefere Grund dieses Widerstreites aber liegt darin. Der Begriff. Die Analyse stößt hier auf einen letzten Rest. daß sie sich von dem Typus der Realität. die an beider Stelle treten.

und somit nur Ausdruck eines willkürlichen Triebes der Einbildungskraft. Hier liegt das Unveränderliche und Wesentliche aller bewußten Wirklichkeit vor uns. Alle Eigentümlichkeiten der psychologischen Analyse wurden jetzt unmittelbar als Beschaffenheiten in das psychische Objekt hineinverlegt. das ist eben damit bloße Fiktion: und diese Fiktion gewinnt nicht dadurch an innerem Wert. während alle Verknüpfungen.Wirklichkeit". der skeptischen Konsequenz der Humeschen Lehre zu entgehen. Form voll hingenommen James 440 . als isolierter Bestand faßbar und verständlich ist. Seele" ist nur scheinbar beseitigt: denn sie lebt in der Substantialität des sinnlichen „Eindrucks" fort. die die substantielle Auffassung trotz allem noch besitzt. Was nicht selbst „Eindruck" ist. auf denen sie ruht. Die neuere Psychologie hat lange Zeit versucht. die reinen Begriffe der Verknüpfung. die . daß nur dasjenige als wahrhaft . wirklich" und als Grund alles Wirklichen zu gelten habe. wie insbesondere die gemeinen Anwendungen von Ursache und Wirkung. nicht mehr und Abdrücke von Gegenständen zu denken. nicht aber eines objektiven Zusammenhangs der Dinge selbst sind. daß sie in der „Natur" des Geistes selbst gegründet erscheint und sich demnach mit einer Art von Allgemeinheit und Regelmäßigkeit unter bestimmten Bedingungen einstellt. einer durchgreifenden Änderung zu unterziehen. die sich nachträglich zwischen den besonderen Inhalten einstellen. So ergab sich hier jene Selbsttäuschung. Die Substantialität der . was für sich allein steht und rein aus sich selbst. Begriffe — so schwindet als Eindrücke auch ihr logischer Gehalt. Dieses Ergebnis bildet gleichsam die negative Probe für die Festigkeit. die zunächst naiv und vertrauenswurde. eine neue — — der .. Nur die dieser Kategorie sind andere geworden. mit denen sie operierte. während sie selbst unvermerkt ihre alte Stellung und ihren alten Vorrang behauptet. ohne die Prämissen. eine bloße Zutat des Geistes bilden. Nach wie vor herrscht die Überzeugung. Ihr erwuchs in den eigenen Begriffen. Sobald einmal der Versuch unternommen wird.Kategorie der Substantialität ihre entscheidende Bedeutung erhalten..

tritt hier an besonders markanten Beispielen hervor. dem Gestaltqualität Melodie Töne zu bestehen und aufgehen zu müssen. 441 . Daß nicht jedes räumliche oder zeitliche Ganze. Principles of Psychology I. in der Wahrnehmung der einzelnen unter Formulierung erfahren. so scheint zunächst aller Inhalt.. Die Mittel.„psychologische Täuschung" schlechthin (the Psyfallacy) aufgedeckt und beschrieben hat. geben die erste Anregung zu einer erneuten Revision der allgemeinen Grundbegriffe. Wir können durch * Vgl. aus denen jeder Zustand des Bewußtseins sich zusammensetzen soll. Immer wieder zeigen sich in ihm Merkmale und Eigentümlichkeiten. Wenn unser Bewußtsein eine einfache verfolgt und auffaßt. 278 ff. Aber dieses so gewonnene Sein bleibt trotz allem in sich selbst zwiespältig. die unser Begriff noch zu unterscheiden vermag. um einen bestimmten psychischen Tatbestand darzustellen und ihn in einfacher Weise mitteilbar zu machen. Je weiter die Selbstbeobachtung fortschreitet und je mehr sie sich vorurteilslos ihrem eigenen um so mehr drängen die neuen Probleme Es ist zunächst noch ein eingeschränkter Gesichtspunkt und ein spezielles Interesse. ist ein typisches Beispiel dieser Gesamtanschauung. u. die aus der bloßen Summierung der Einzelteile nicht erklärt und abgeleitet werden können. zutage.. 196 ff. daß eine derartige Beschreibung den wahrhaften Sachverhalt nicht trifft. sich als einfacher aggregativer Komplex seiner einzelnen Teile darstellen läßt. die sich psychologisch Begriff der zusammenfassen. Die nähere Betrachtung zeigt indessen. James. werden als wirkals die chologist's liche Momente aufgefaßt. deren wir uns bedienen. von dem aus sie ihre erste Wege überläßt. der ihm hierbei gegenwärtig ist. Die letzten Teile. a. aus denen das Sein des Psychischen sich aufbaut. Die Fragen. Der Standpunkt der reflexiven Beobachtung und Zergliederung schiebt sich unvermerkt dem Standpunkt des wirklichen Erlebnisses unter*. das die Erfahrung uns darbietet. werden zugleich zu den absoluten Uratomen. die in diesem Tatbestand selbst enthalten sind. Die Lehre von den „einfachen" Grundelementen.

Übergang denen Tonart sämtliche Einzeltöne.. S. zu völlig verschiedenen Melodien führen. wiss. die freilich zunächst nur das Problem abgrenzt. ohne daß wir darum aufin eine andere die Melodie anfänglich für hören. die sie für uns besitzt. zuerkennen. der damit gegeben ist. die sich zugleich in einem selbständigen Gebilde von bestimmt aufweisbarer Beschaffenheit verkörpert. fassen sie also ihrem bloß geometrischen Begriff nach als identisch auf. * Vgl. die doch in all ihren einzelnen Bestandstücken von einander abweichen. ohne noch eine bestimmte Lösung dafür zu geben. XIV. Der Begriff der Gestaltqualität enthält diese Bezeichnung. Über Gestaltqualitäten. sie selbst als Einheit festzuhalten und wieder- Die spezifische Eigenart und die charakteristische Beschaffenheit. so doch eine besondere psychologische Kennzeichnung. Ehrenfels. bes. Dieses Bewußtsein der Identität von Ganzen. wenn nicht eine besondere Erklärung. Viertel- (1890). sofern diese Elemente in ihrer relativen Folge von einander unterschieden sind. Auch im Räume bezeichnen wir bestimmte Figuren als einander „ähnlich". Was die mannigfachen Vorstellungsinhalte zu einer psychischen Grundgestalt verknüpft. jahrschr. Der Bestand derartiger Gebilde und der eigentümliche inhaltliche Zuwachs. ff. Philos. gleichviel von welchen theoretischen Voraussetzungen aus man ihn beurteilen und deuten mag*. f. wenngleich sie sich auf qualitativ völlig verschiedenen räumlichen Einzelempfindungen aufbauen. Der gleiche Gedanke läßt sich sodann von der Einheit der „Tongestalten" auf die Einheit der „Raumgestalten*' übertragen.. wie andererseits zwei Komplexe. ist als empirisches Datum anzuerkennen. Zur 442 . hrz. die aus inhaltlich gleichen Elementen bestehen. verschwinden lassen und durch andere ersetzen. kann somit nicht von der Besonderheit der Elemente abhängen. fordert. 249 sowie Meinong. Zwei durchaus verschiedene Komplexe von Tonempfindungen können für uns dieselbe Melodie ergeben. noch in ihrem bloßen aggregativen Beieinander aufzufinden: sondern es liegt hier eine neue Leistung vor. da sie sich jedem Wechsel dieser Besonderheit gegenüber als solche erhält und behauptet. aus uns bestand. das ist nicht in einem dieser Inhalte selbst.

gegenüber den so wendet man ein Daß die Melodie einzelnen Tönen. über Beharrung und Veränderung. neben den gewöhnlichen Empfindungs. wird in den rein psychologischen Erwägungen nxxr von einer neuen Seite her be- — Mathematik leuchtet und sichergestellt. die in sie eingehen. Einheit. aber zur Erklärung Tatsache ist es keineswegs erforderlich. der insbesondere für weite Gebiete der charakteristisch \ind von grundlegender Bedeutung ist. sondern die uns zugleich über Einheit und Vielheit. (1891).und Vorstellungselementen noch ganz neuartige einzuführen.. die von dem Komplex ausgehen und somit zugleich von der Ordnung der Elemente innerhalb desselben abhängig sind. 245 ff. Erklärung scheint in ihrer allgemeinen Anwendung zugleich jede Annahme besonderer Relationsvorstellungen und Relationsbegriffe entbehrlich zu machen. während die Beziehungsglieder die mannigfachsten Umformungen erfahren. Die Möglichkeit. dieser Psychologie der Komplexionen u. (Näheres hierüber Kap. als ein selbständiger Eine solche theoretische Deutung Beisammen Wirkung. wenn sie näher auf die entsprechenden logischen Probleme. die GleichDiese heit oder Ungleichheit ganzer Inbegriffe urteilen. wohl aber aus der wechselseitigen die sie gegen einander ausüben. Relationen.liegt bereits vor. die nicht nur über sinnliche Beschaffenheiten. denn als Ganzes wirken. eingegangen wäre. Die einfache Wahrnehmung ist es wiederum. die den komplexen psychischen Gewenn man die bilden zukommt. Wie schon die angeführten psychologischen Beispiele zeigen. S. Zeitschr. — — ist nicht zu bestreiten. die sich hier unmittelbar aufdrängen. wie über Farbe und Ton. zwar nicht aus dem bloßen ihrer Teile. Nicht nur die Teile als solche. die zu ihnen hinzukommen. sind es. für Psychologie u. eine Beziehung ihrem Sinne nach als invariant festzuhalten. 122 ff. 443 . handelt es sich um jenen allgemeinen Prozeß der Loslösung und selbständigen Setzung des Relationsgehalts. bes. über die Inhalt erscheint. kraft deren wir über die Ähnlichkeit oder Unähnlichkeit. S. Die psychologische Physiologie der Sinnesorgane II. Erörterung des Problems der . Ein Ganzes bilden heißt im psychologischen Sinne nichts anderes. Geruch und Geschmack entscheidet. zu erklären unternimmt. sondern auch ihr gesamter Komplex löst stets bestimmte besondere Wirkungen auf unser Gefühl und unsere Vorstellung aus: und diese Wirkungen. Gestaltqualitäten" hätte zweifellos an allgemeiner Bedeutvmg gewonnen. III.).

ff. Die Gesamtheit der reinen Relationsgedanken wird hier auf eine tatsächliche Wirkung zurückgeführt. bereits vorausgesetzt werden. die Länge der dazwischenliegenden Pausen gegeneinander abmessen und daraufhin bald von einer rascheren. wenn verschiedene Tonempfindungen in bestimmten zeitlichen Abständen nacheinander in uns erregt werden. die XVII (1889) S. Zur Psychologie der Zeitanschauung. Indem die psychologische geistigen Intervalle. Wie eine bestimmte Ätherschwingung in uns den Eindruck einer bestimmten Farbe hervorbringt. Psychol. (1899) 444 . in diesem den Eindruck der Ähnlichkeit oder Verschiedenheit. deren * S. um mit Sinn von kausalen Verknüpfungen der Wirklichkeit zu sprechen. bes. Denn Bestimmungen unterscheiden sich von den ein- Sinneseindrücken nur dadurch. was diese Begriffe bedeuten und meinen. vielmehr muß umgekehrt dasjenige. f. Ztechr. sondern es Schumann. die von der Wirkung. Verhältnis zur inneren Wahrnehnning. Ztschr. daß sie die „Wirkungen" nicht von einzelnen Reizen. sondern von Reizkomplexen sind. Psychol. während doch die bloße Anwendung des Gesichtspunktes von Ursache und Wirkung bereits einen speziellen Relationsgedanken in sich schließt. i .. — Zur Kritik Schumanns vgl. den er in sich schließt. die unser Bewußtsein treffen. S. So können wir z.. so bringt eine bestimmte Zusammenstellung und Verknüpfung von Reizen. des Wechsels oder der Dauer hervor. bald von einer langsameren Aufeinanderfolge sprechen.Vergleichung" zeitlicher genügt die einfache Annahme. die bei einem weiteren Abstand der Töne eintritt. daß wir von der Kenntnis bestimmter ursächlicher Zusammenhänge aus zum Verständnis der Beziehungsbegriffe überhaupt geleitet werden könnten. die von bestimmten Mannigfaltigkeiten ausgeht. Verfolgt man indessen diesen Erklärungsversuch zu Ende. 106 Ausführungen M e n o n g s Über Gegenstände höherer Ordnung u. daß von dem Komplex der rascher aufeinanderfolgenden Einzeltönc eine besondere Wirkung ausgeht. verschieden ist*. so entdeckt man alsbald den erkenntniskritischen Zirkel. 236 ff.zeitliche Folge alle diese und zeitliche Dauer der Inhalte belehrt. f. Nicht derart ist das Verhältnis. B. Es bedarf hierzu keines fachen besonderen Aktes der . XXI.

. sondern wie wir von dem Ganzen zu den Teilen gelangen. die möglichen Weisen der Verknüpfung aus ihnen herzuleiten. allmählich verstummt. die hier im ersten Ansatz der Frage zunächst verkehrt wurde. das hier maßgebend war.Erklärung von tatsächlichen Elementen und der Aktion. sondern es ist stets bereits eine vielfältig gegliederte und durch Relationen aller Art geordnete Mannigfaltigkeit. die sich lediglich kraft der Abstraktion in einzelne Teilbestände sondern läßt. Sie setzt eine dingliche Welt. aber man erkannte und sprach es aus. wurde zwar im allgemeinen festgehalten. an den Anfang der Betrachtung zuerst den Anschein hatte. ohne Hinzunahme irgend eines anderen Bestandteiles.Rear' im Sinne der Erfahrung und des psychologischen Erlebnisses ist stets nur das Gesamtergebnis selbst. notwendig im Kreise verläuft. deren Wert und Recht danach zu bemessen ist. die sie im Ganzen des psychischen Geschehens ausüben. in der verschiedenartige objektiv feststehende Beziehungen während es obwalten. ausgeht. aus den einfachen Empfindungen. Was uns im Gebiete des Bewußtseins empirisch wahrhaft bekannt und gegeben ist. Die Frage kann hier niemals lauten. so daß der Versuch. den Eigengehalt der reinen Beziehungen zu leugnen und ihn durch bloße Komplexe von Empfindungen zu ersetzen. hat sie bereits all das vorweggenommen. abgeleitet werden. Die Elemente „bestehen" niemals außerhalb jeglicher Form der Verknüpfung. die sich sodann zu verschiedenen beobachtbaren Wirkungen zusammensetzen. So sind denn auch innerhalb der psychologischen Forschung selbst die spekulativen Versuche. daß unsere tatsächliche Erfahrung — — 445 . . sind niemals die Einzelbestandteile. wie wir von den Teilen zum Ganzen. als den alleinigen Daten der reinen Erfahrung. ob sie in ihrer Vereinigung die Gesamtheit der Phänomene wiederum darzustellen und zu rekonstruieren vermögen. dessen logische Rechtfertigung in Frage steht. Das Ideal der begrifflichen „Erklärung". als könne und solle diese ganze Art der Wirklichkeit. Diese Umkehr ist freilich nicht befremdlich: denn sie stellt sachlich nur jene Rangordnung der Probleme wieder her. während seine einzelnen Komponenten nur den Wert hypothetischer Ansätze besitzen.

Grundzüge der Psychologie. erweisen sich eben damit als ein gemeinsamer des Empfindungsinhaltes als solchen. aber es heißt. wie die der Einheit und Mehrheit. gleichviel welchem besonderen Gebiet sie angehören mag. Was der rein psychologischen Betrachtungsweise versagt blieb. die begriffliche Mannigfaltigkeit der Beziehungen wiederum in die Einheit eines einzigen kausalen Ursprungs aufzulösen. Lpz. des räumlichen Beisammens wie der zeitlichen Dauer als grundlegende. der Ähnlichkeit und Verschiedenheit.. aber ist leicht aufweisbar. gleichmäßig wiederfinden. ehrliche Armut dem Schein des Reichtums vorziehen"*. soweit die physikalisch-chemische — — Bestand Ebbinghaus. „Natürlich heißt dies nicht" ein Vertreter dieser Ansicht „die Dinge erklären. der uns gestattet. die sich an allen Empfindungen. so müssen wir — — diesen Gebieten auch gewisse spezifische Beziehungen. Die Sinnesorgane samt den ihnen zunächst zugehörigen nervösen Zentren stellen sich freilich zunächst als sehr verschieden gebaute und verschieden ausgestattete Apparate dar. aus nervösen Elementen nach gewissen in sich übereinstimmenden Prinzipien aufbauen. 446 . Wie wir bestimmte Klassen einfacher Empfindungen als letzte Tatsachen annehmen wie nunmehr erklärt wurde neben müssen. Die allgemeinen Verhältnisbestimmungen. scheint hier der physiologischen Erklärung und Deutung gelingen zu können. Diese Übereinstimmung in den physischen Grundlagen jeder Wahrnehmung. aber sie bilden nichtsdestoweniger schließlich doch insofern eine Einheit. für den nunmehr auch eine entsprechende Gemeinsamkeit in den zugehörigen physiologischen Prozessen zu fordern ist. 2. 1905. Aufl. unbeschadet ihrer qualitativen Verschiedenheit. 462. E i n Rückweg scheint freilich noch übrig zu bleiben. so müssen die in ihnen hervorgerufenen Prozesse naturgemäß verschieden sein.und unsere wirklichen empirisch-psychologischen Kenntnisse ihm die Erfüllung versagen. „Wirken äußere Reize auf sie ein. S. nicht weiter reduzierbare Daten des Bewußtso bemerkt seins anerkennen. als sie sich sämtlich aus demselben Material.

. der Konstanz und Veränderung zugrunde liegen. offenbar auf die Gleichheit oder Verschieden- — Ebb nghau i 8 . deren nähere Angabe uns freilich noch nicht mög- besonderen — menden . Eigenart der beim Sehen. bewußt werden" die den . Hören. 447 . Sollte indessen diese ursächliche Erklärung zugleich eine logische Deduktion der Geltung der Verhältnisbegriffe bedeuten. soweit nämlich in der Außenwelt die Verbindungsweise der Reize zu einem Ganzen und innerhalb der Sinnesorgane die Grundeigenschaften der nervösen Materie und die allgemeinen Konstruktionsprinzipien ihres Aufbaus dieselben sind . daß wir ihre seelischen Wirkungen als etwas ganz Disparates. eine Art gemeinsamen Organs. sondern nur in den gemeinsamen Eigentümlichkeiten dieser Prozesse. S. in den übereinstimLautes. a.. Bitteres empfinden. lich ist"*. Denn sie muß. dem wir zuvor bereits begegnet sind. der Identität oder Ähnlichkeit zu erklären. In der Schmecken stattfindenden Erregungen liegt es. Anschauungen" des Raumes und der Zeit. wie Helles. lenkt dennoch ihrem Prinzip nach wiederum in die Bahnen Für der Aristotelischen Lehre vom „Gemeinsinn" zurück. 442 f. die Erfassung der Beziehungen steht zwar nicht wie für die der einzelnen Sinnesqualitäten ein besonderes Organ zur Verfügung. um die Vorstellung der Gleichheit oder Verschiedenheit. aber nicht in sämtlichen. der Einheit und Mehrheit.. die auf den ersten Blick rein mit den Mitteln moderner naturwissenschaftlicher Auffassung operiert..Beschaffenheit der Reize und die ihr angepaßte Funktion der ersten Aufnahmeapparate verschieden ist. O. die den Empfindungen zugeordnet sind. sich verändernd usw. wohl aber besteht auch hier. Die nervösen Vorgänge. Aber zur selben Zeit müssen jene Prozesse auch gleich oder ähnlich ausfallen. daß uns alle diese Eindrücke je nach Umständen als dauernd oder intermittierend.. so würde auch sie eben jenes vGTEQov TCQÖreqov in sich schließen. stecken also in ganz denselben Prozessen. a. kraft dessen wir die realen Verhältnisse der äußeren Objekte in uns aufnehmen. Diese Erklärung.. Zügen derselben Erregungen.

zum Bewußtsein kommen. das in ihrem ersten Ansatz zunächst vernachlässigt und zurückgedrängt war.. die lediglich innerhalb der psychischen Phänomene selbst verharrt. Von allen Seiten her werden wir somit immer deutlicher auf ein zweites großes Gebiet der psychologischen Untersuchung hingewiesen. die nachträglich. wenngleich die Art. der hier vor allem in Frage steht. der hier angenommen wird.und Verschiedenheitssetzung sind somit als solche niemals zu entbehren. relativen" Elementen des Bewußtseins beherrscht wird. aufgewiesen und dargestellt werden. die von Anfang an von einer völlig andersartigen Formulierung des Problems und von einer neuen Wertordnung zwischen den „absoluten" und den . Der Psychologie der Empfindung tritt die Psychologie des Denkens gegenüber. nur hypothetischen Erklärung zugänglich Weiterhin aber muß jede rein physiologische — Darstellung des Sachverhalts denjenigen Punkt im Dunkeln lassen. Das physisch Gleiche muß als gleich erkannt und beurteilt. das sachlich Verschiedene a 1 s verschieden aufgefaßt werden. Der Begriff des Seins. daß sie in einer Betrachtungsweise. noch durch den Rückgang auf die objektiven physiologischen Ursachen zu ersetzen. Eine Identität oder Gemeinsamkeit in den äußeren Reizen reicht niemals hin. enthält also bereits alle diejenigen kategorialen in sich. um den correlativen Bewußtseinsausdruck dieser Verhältnisse zu erklären. Die Forderung bleibt bestehen. von dem hier ausgegangen wird. ohne zu ihren hypothetischen Gründen zurückzugehen. wie sie einer sein — dem individuellen Subjekt freilich mag. damit es zu jener Loslösung des allgemeinen Anschauungsinhalts vom besonderen Empfindungsinhalt kommt. mungen Bestim- Der Wahrheitsgehalt dieser Bestimmungen muß vorausgesetzt werden. Die reinen Bewußtseinsfunktionen der Einheits.heit in den spezieller in den peripherischen und zentralen Organen der Wahrnehmung zurückgehen. 448 . auf dem Wege der psycho-physiologischen Ableitung aus ihm wiederum heraus- Dingen. gezogen werden.

es kann als Farbe oder Ton. Wer vier wirkliche Gegenstände vorstellt. Aber als Einheit oder Mehrheit von dieses Etwas kann anderseits beliebig wechseln. So treten allgemein den Beziehungen zwischen Existenzen reine Idealrelationen gegenüber: und diesem Unter- Etwas — — . die einander bestimmt gegenübertreten. Die allgemein gültigen Relationen. die wir bestimmten Aussagen zuerkennen. von Einheit oder Mehrheit nicht sprechen. wenngleich er für sein Urteil über das Zahl Verhältnis eine bestimmte objektive Wahrheit und Gültigkeit in Anspruch nimmt. Bedeutung Cassirer. als Geruch oder Geschmack. die aber in ihnen nicht aufgehen. und ihrer als Stütze bedürfen. sondern auf eine innere Umgestaltung ihres Begriffs hinzielen. die den reinen Relationen in ihrem tatsächlichen Auftreten und gleichsam in ihrer psychischen Existenz anzuhaften scheint. ohne sie als Gleichheit oder Verschiedenheit. sind in der Umbildung.II. die von jenen Elementarinhalten zwar getragen werden. die diese Lehre in der Theorie der . zu schärferem Ausdruck gelangt. Über den einfachen Empfindungen. die in der Lehre von den „Gestaltqualitäten" eingeschlossen sind. als Begriff oder Urteil erscheinen. fundierten Inhalte" Hier zeigt erfahren hat. Es sind nunmehr zwei Formen psychischer „Gegenstände". Wir können freilich von Gleichheit oder Verschiedenheit. um die es sich hier handelt. es sich bereits deutlicher. der stellt neben ihnen nicht noch die Vierheit als ein besonderes Stück der Wirklichkeit vor. Substanzbegriff 09 449 . die damit in die Psychologie eintreten. von welchem allem ja Verschiedenheit oder Einheit aussagbar ist ohne daß dadurch der eigentliche Sinn dieser Grundgedanken irgendwie berührt würde.. Die allgemeinen Probleme. schließt somit eine vollkommene Selbständigkeit ihrer eigenartigen nicht aus. über den Qualitäten der verschiedenen Sinne bauen sich „Gegenstände höherer Ordnung" auf. existieren nicht als zeitlich oder örtlich abgegrenzte Teile der psychischen oder physischen Wirklichkeit. daß die Fragen. Die Unselbständigkeit. nicht auf eine bloße Erweiterung ihres Gebiets. sondern sie „bestehen" schlechthin kraft der Notwendigkeit. zu denken.

successiv durchlaufene Einzelfälle bedürfen. dessen Elemente sich wechselseitig bedingen und fordern*. An die Stelle einer bloß faktischen Feststellung tritt hier das systematische Ganze eines Begründungs-Zusammenhangs. wie Gleichheit oder Ähnlichkeit. um sich von ihnen aus den Zugang zu den komplexeren Gebilden zu bahnen. Den empirischen Urteilen über Erfahrungsgegenstände stehen somit „apriorische**Urteile über die Fundierungsin Wo Notwendigkeit . wie Farbe oder Ton. auch Höf Ter. Während die psychischen „Phaenomene".schied entspricht weiterhin ein charakteristischer Gegensatz der Rangordnung der Erkenntnisse. bei e i n o n g vgl. um in ihrer Wahrheit erfaßt zu werden. Diesem Fall. Von den idealen Relationen dieser Art sind Urteile möglich. da bleibt es notwendig auf ein Hier und Jetzt. Urteile. die mit dem Bewußtsein zeitloser und notwendiger Geltung gefällt werden. durch Erfahrung bekannte Beschaffenheit zusprechen. 75 ff. 182 ff. ste