Sie sind auf Seite 1von 61

DIE WUNDER

DES PROPHETEN
MUHAMMAD
(s.a.w.s)

HARUN YAHYA
2

INHALT
1. Einleitung

Die Wunder, die Gott den Propheten wirken ließ


Die Wunder Ibrahims (a.s)
Die Wunder des Musa (a.s)
Die Wunder des Yunus (a.s)
Die Wunder des Zacharias (a.s)
Die Wunder Marias (a.s)
Die Wunder Jesus’ (a.s)

2. Die Wunder, die Gott dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) vor seinem
Prophetentum wirken ließ

3. Das Wunder der Offenbarung

4. Die Wunder des Qur’an

5. Die Wunder des edlen Charakters des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

6. Einige Wunder aus dem Leben des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

7. Die Wirksamkeit der Gebete des Propheten (s.a.w.s)

8. Gottes wundersamer Schutz des Propheten (s.a.w.s)

9. Das Wissen des Verborgenen, das unserem Propheten (s.a.w.s) gegeben wurde

10. Schlussfolgerung
3

1. Einleitung
Durch die Geschichte hindurch sandte Gott Seine Propheten, damit sie ihren Völkern den Rechten Weg
weisen können und damit sie in dieser und der nächsten Welt Gutes vollbringen können. Der Qur’an lehrt uns,
dass dies eine große Gnade für alle die glauben ist.

Gott war wahrlich gegen die Gläubigen gnädig, indem Er unter ihnen einen Gesandten aus ihrer
Mitte erweckte, ihnen Seine Verse zu verlesen, sie zu läutern und das Buch und die Weisheit zu lehren;
denn siehe, sie wären zuvor in offenkundigem Irrtum. (Sure Al 'Imran: 164)

Und Gott sagte zu Seinem Gesandten Muhammad (s.a.w.s):

Und Wir entsandten dich fürwahr als eine Barmherzigkeit für alle Welt. (Sure al-Anbiya': 107)

Diese Gesandten waren leitende Lichter für die Gemeinden, zu welchen sie gesandt wurden; sie zeigten
ihren Menschen den Rechten Pfad und übermittelten ihnen die Gebote Gottes. Sie überbrachten die Bedeutung,
an Gott zu glauben und Seinen Geboten zu folgen, damit sie Erfolg im jenseitigen Leben haben. Im Laufe der
Geschichte haben jedoch nur wenige Menschen den Rat befolgt oder geschätzt, welch große Gnade diese
Gesandten für sie waren, so wie es der Qur’an betonte.

... Jedoch die meisten Menschen glauben nicht. (Sure ar-Ra'd: 1)

Doch die meisten Menschen glauben es nicht, wie sehr du es auch wünschst. (Sure Yusuf: 103)

Das einzige Ziel dieser Gesandten war, das Wort Gottes zu verbreiten. Sie wollten keine materiellen
Belohnungen für ihre Arbeit, sondern wünschten nur Gott zu gefallen. Sie waren Menschen mit edlem
Charakter und wahrhaftiger Gottesfürchtigkeit (taqwa). Sie erhielten nicht nur keine materiellen Vorteile durch
ihre Arbeit, sondern erfuhren durch sie auch große Schwierigkeiten und wurden in verschiedenster Weise in
Versuchung geführt als sie versuchten, den Menschen den Glauben zu bringen. Aber diese offensichtlichen
Schwierigkeiten dienten nur, um ihren Glauben und Hingabe zu stärken. Als Dank für ihre Hingabe, ihren
Glauben, Standfestigkeit, Erhlichkeit und Glaube an Gott, half und unterstützte Er Seine Gesandten, so wie Er
es im Qur’an sagt:

Gott hat festgelegt: "Ich werde obsiegen, Ich und meine Gesandten!" Gott ist fürwahr stark,
erhaben. (Sure al-Mujadalah: 21)

Gott half Seinen Gesandten und jenen, die glaubten mit materieller und geistiger Stärke gegen die
Ungläubigen, die sie schädigen wollten. Er vermehrte die Fülle von Gnaden, die Er ihnen schenkte und
verschaffte einen Ausweg aus jeder Schwierigkeit. Er vermehrte ihren Mut und ihre Stärke in jedem Mühsal,
erleichterte ihre Bürde und verstärkte ihre Entschlossenheit, indem Er sie an Seine Barmherzigkeit erinnerte.
4

Gott erzählt uns im Qur’an von der Unterstützung und dem Schutz, den Er Seinen Propheten und jenen
Gläubigen gibt, die ihnen folgen:

Siehe, Wir werden Unseren Gesandten und den Gläubigen wahrlich helfen, im irdischen Leben und
am Tage, an dein sich die Zeugen erheben. (Sure Ghafir: 51)

Gott unterstützte einige Seiner Gesandten, indem Er ihnen Wunder gewährte. Ein Wunder erfordert eine
Herausforderung Gottes an seine Schöpfung. Es ist etwas, was Menschen selbst zu tun nicht in der Lage sind; es
kann nur durch den Willen Gottes geschehen. Wunder sind von Natur aus ein außergewöhnliches Ereignis und
haben deswegen eine enorme Wirkung auf die Menschen. Sie hatten den zweifachen Effekt, Stärkung der
Entschlossenheit und des Glaubens derjenigen, die bereits glaubten und den Anschluss vieler Ungläubiger an
den Glauben. Diejenigen, die nicht glaubten, wurden herausgefordert, etwas ähnliches zu vollbringen. Waren sie
dazu nicht in der Lage, wurde die Botschaft Gottes bestätigt und die Schwäche der Ungläubigen enthüllt.

Die Wunder, die Gott den Propheten wirken ließ

Im Qur’an gibt es ausführliche Berichte über das Leben der Propheten, über die Wunder mit denen Gott
ihren Glauben gestärkt und ihre Botschaft unterstützt hat; und über die Wunder, die Er ihnen als Schutz gegen
ihre Leugner gab. Die Propheten Ibrahim (a.s), Musa (a.s) und Jesus (a.s) waren unter diesen Gesandten, denen
Gott die Kraft, Wunder zu vollbringen, von denen untern einige angeführt sind.

Die Wunder Ibrahims (a.s)


Das Feuer, in welches Ibrahim (a.s) geworfen wurde, erkaltete:
Die Götzenanbeter waren über Ibrahim (a.s) wütend, da er ihre Götter kritisierte, sie verschworen sich
gegen ihn, um ihn ins Feuer zu werfen, aber Gott behütete Seinen Gesandten durch ein Wunder. Gott sagte uns
im Qur’an, dass auf Seinen Befehl die Flammen Ibrahim kein Leid zufügten.

Wir sprachen: "O Feuer, sei kühl und unschädlich für Ibrahim!" (Sure al-Anbiya': 69)

Die Vögel, die Ibrahim (a.s) in Stücke schnitt, kamen lebend zurück zu ihm:

Und als Ibrahim sprach: "Mein Herr, zeige mir, wie du die Toten lebendig machst!", sprach Er:
"Glaubst du etwa noch nicht?" Er sagte: "Doch! Aber ich möchte in meinem Herzen ganz sicher sein."
Er sprach: "So nimm vier Vögel und zähme sie. Dann setze auf jeden Berg einen von ihnen. Dann rufe
sie, und sie werden eilends zu dir kommen. Und wisse, dass Gott mächtig und weise ist." (Sure al-Baqara:
260)
5

Die Wunder des Musa (a.s)


Gott gab Musa (a.s) die Kraft, Wunder zu vollbringen, die er verwendete, um den Pharao und seine
Höflinge auf den Rechten Weg zu bringen.

Der Stab von Musa (a.s) wurde eine Schlange und verschlang die Tricks der Zauberer:

Er sprach: "Wenn du wahrhaftig mit einem Wunderzeichen kamst, so zeige es her." Da warf er
seinen Stab hin und, siehe, er wurde offensichtlich zu einer Schlange. (Sure al-A’raf: 106-107)

“Wirf nur, was du in deiner Rechten hältst. Es wird verschlingen, was sie fabriziert haben. Sie
brachten es nur mit einem Zaubertrick zustande. Aber Zauberern ergeht es nicht wohl, wo auch immer."
(Sure Ta Ha: 69)

Die Hand Musa (a.s) wurde weiß wie Schnee:

‘Und stecke deine Hand unter deine Achsel. Du wirst sie weiß herausziehen, unbeschädigt -ein
weiteres Wunderzeichen! So lassen Wir dich einige Unserer größten Zeichen sehen. ' (Sure Ta Ha: 22-23)

Als Musa (a.s) und die Söhne Israels vor dem Pharao und seinen Leuten flohen, erlaubte ein Wunder
Gottes heil zu entkommen, während die Ägypter untergingen.
Musa (a.s) schlug die See mit seinem Stab und ein Weg öffnete sich:

Und as die beiden Gruppen in Sichtweite waren, riefen Musa Gefährten: "Wir werden tatsächlich
eingeholt!" Er sprach: "Keineswegs! Seht, mein Herr ist mit mir. Er wird mich richtig führen." Und da
offenbarten Wir Musa: "Schlag mit deinem Stab auf das Meer!" Da teilte es sich, und jeder Teil war wie
ein gewaltiger Berg. Daraufhin ließen Wir die anderen nachkommen. Wir retteten Musa und die mit ihm
waren, allesamt. Dann ließen Wir die anderen ertrinken. (Sure ash-Shu'ara': 61-66)

Die Wunder des Yunus (a.s)


Yunus (a.s) wurde auf wunderbare Weise gerettet, nachdem ihn ein Fisch verschlang:

Yunus war gewiss auch einer der Gesandten. Als er zum beladenen Schiff floh Warf er Lose und
verlor dabei. Dann verschlang ihn der Fisch; denn er verdiente Tadel. Und wenn er (Uns) nicht gepriesen
hätte, Wäre er gewiss in seinem Bauch geblieben, bis zum Tage der Auferstehung. Doch Wir warfen ihn
auf einen öden Strand, krank wie er war. (Sure as-Saffat: 139-145)

Die Wunder des Zacharias (a.s)


Zacharias (a.s) wurde gesagt, dass er trotz seines Alters ein Kind haben wird:

Da rief Zacharias zu seinem Herrn und sprach: "Mein Herr, gib mir von Dir gute Nachkommen;
6

Du erhörst ja die Gebete!" Und während er zum Gebete im Tempel stand, riefen ihm die Engel zu: "Gott
verheißt dir Johannes, den Bestätiger eines Wortes von Gott, einen Herrn, einen Asketen und Propheten,
einen der Rechtschaffenen." Er sagte: "Mein Herr, wie soll ich einen Jungen erhalten, wo das Alter über
mich gekommen und meine Frau unfruchtbar ist?" Er sprach: "Gott bewirkt, was Er will." (Sure Al
'Imran: 38-40)

Die Wunder Marias (a.s)


Maria (a.s) hatte immer Essen bei sich:

... So oft Zacharias zu ihr in den Tempel trat, fand er bei ihr Nahrung. Da fragte er: "O Maria,
woher hast du das?" Sie antwortete: "Es ist von Gott. Fürwahr, Gott versorgt, wen Er will, ohne zu
rechnen." (Sure Al 'Imran: 37)

Die Wunder Jesus’ (a.s)


Der Qur’an lehrte uns, dass Jesus (a.s) Wunder von Geburt an und während seines ganzen Lebens
vollbrachte:

Dann wird Gott sprechen: "O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und deine
Mutter, als Ich dich mit heiliger Eingebung stärkte, auf dass du zu den Menschen in der Wiege und als
Erwachsener reden solltest. Und als Ich dich die Schrift und die Weisheit und die Thora und das
Evangelium lehrte. Und als du mit Meiner Erlaubnis aus Ton die Gestalt eines Vogels formtest, in sie
hineinhauchtest und sie mit Meiner Erlaubnis zum Vogel wurde. Und als du mit Meiner Erlaubnis die
Blinden und Aussätzigen heiltest und mit meiner Erlaubnis die Toten erwecktest. Und als Ich die Kinder
Israels von dir zurückhielt, als du ihnen die deutliche Botschaft brachtest und die Ungläubigen unter
ihnen sprachen: "Dies ist nichts als offenkundige Zauberei!". (Sure al-Ma'ida: 110)

Und Er wird ihn das Buch und die Weisheit und die Thora und das Evangelium lehren. Und ihn zu
den Kindern Israels entsenden: "Siehe, ich komme mit einem Zeichen von euerem Herrn zu euch.
Wahrlich, ich will euch aus Ton die Gestalt eines Vogels formen und in sie hauchen. Und mit Gottes
Erlaubnis soll sie ein Vogel werden. Und ich will den Blindgeborenen und Aussätzigen heilen und mit
Gottes Erlaubnis die Toten lebendig machen, und ich will euch verkünden, was ihr essen und was ihr in
eueren Häusern aufspeichern sollt. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid.'
(Sure Al 'Imran: 48-49)

Im Qur’an gib es neben den oben angeführten noch viele mehr Wunder. Diese und andere Wunder
werden auf Gottes Geheiß vollbracht und so wie Er will. Gott sagt im Qur’an:

Und wahrlich, Wir entsandten Gesandte schon vor dir und gaben ihnen Gattinnen und
Nachkommenschaft. Kein Gesandter konnte aber ohne Gottes Erlaubnis Wunder wirken. Jedes Zeitalter
hat sein Buch. (Sure ar-Ra'd: 38)
7

Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) war ein gesegneter Mensch, den Gott den Menschen als Beispiel für
seine Tugend, seinen starken Glauben und seine Worte und Handlungen sandte. Wie den vorausgegangenen
Propheten gab Gott ihm die Erlaubnis, sein ganzes Leben Wunder zu vollbringen, damit die Menschen sie sehen
und davon lernen. Nur seine Gefährten konnten einige dieser Wunder bezeugen, aber eine große Anzahl
derjenigen, die den Propheten leugneten konnten andere bezeugen.
Eine Beschreibung einiger Wunder des Propheten (s.a.w.s) kam durch den Qur’an zu uns herunter. Wir
wissen von anderen durch die Hadithe des Propheten (s.a.w.s) und durch zahlreiche Schriften Islamischer
Gelehrter. Durch diese Quellen ist es möglich, die wunderbaren Eigenschaften dieses gesegneten Mannes, der
als Gnade auf die Welt gesandt wurde, zu sehen und die Bedeutung der Verwendung des Qur’an und der Sunnah
des Propheten als Wegweiser in unserem täglichen Leben zu verstehen.
8

2. Die Wunder, die Gott dem Prophet Muhammad


(s.a.w.s) vor seinem Prophetentum wirken ließ

Nach historischen Texten erhielt Muhammad (s.a.w.s) mit vierzig Jahren die Ehre, Prophet zu sein. Bevor
er aber irgendwelche Offenbarungen erhielt, fanden in seinem Leben gewisse übernatürliche Vorkommnisse
statt, die auf seine Zukunft hinwiesen.
Die Hebamme, ash-Shifa, Mutter des berühmten Gefährten ‘Abdur-Rahman ibn ‘Awf, die bei seiner
Geburt zur Stelle war sagte aus, dass, als der Prophet (s.a.w.s) auf die Welt kam und in ihren Händen lag, er
nießte und sie hörte jemanden sagen: “Gott sei dir barmherzig!” und sie sah, dass der gesamte Horizont vor
Licht erstrahlte (Abu Nu’aym).
Wenn der Prophet (s.a.w.s) reiste, war er immer beschattet. Khadijah erwähnte, dass sie, wenn ihr Gatte
reiste, zwei Engeln sah, die ihm Schatten spendeten. (Ibn Sa’d). Halima, seine Ziehmutter aus dem
Wüstenstamm der Bani Sa’d ibn Bakr, sagte, dass sie eine Wolke sah, die ihm Schatten spendete, während er bei
ihr war. Eines Tages, als der Prophet (s.a.w.s) auf einer Reise war, setzte er sich unter einen trockenen Baum,
um zu rasten. Der Baum wuchs und trieb aus und nach manchen Überlieferungen neigte sich der Schatten des
Baumes zu dem Propheten (s.a.w.s), um ihn Schatten zu spenden. Das Gelände um den Baum wurde ebenfalls
saftig und grün.
Als sich der Moment seines Prophetentums näherte, sah der Prophet (s.a.w.s) in seinem Schlaf Träume
mit Vorausahnungen, die sich schließlich bewahrheiteten. Diese Träume erschienen nach der Hadith über einen
Zeitraum von sechs Monaten. Imam al-Bukhar, ein angesehener Islamischer Gelehrter berichtet von diesen
Träumen in seiner Sammlung.
Aisha erzählte: Das Erste womit die Offenbarung für den Gesandten Gottes begann waren richtige
Träume in seinem Schlaf. Er hatte nie Träume aber dieser kam wie der Tagesanbruch. (Al-Bukhari)
Islamische Gelehrte erklären, dass der Grund der Wahrwerdung dieser Art Träume eine Vorbereitung von
Muhammad (s.a.w.s) in seinem Schlaf auf die große Verantwortung des Prophetentums war.
9

3. Das Wunder der Offenbarung

Das größte Wunder, welches dem Prophet Muhammad (s.a.w.s) gestattet wurde, war unzweifelhaft Gottes
Offenbarung des Qur’an. Der Prophet (s.a.w.s) war durch Gott erwählt worden, um Seine Botschaft der
Menschheit zu übermitteln. Das war, wie der Qur’an erläutert, eine große Verantwortung.

O du Verhüllter! Steh während der Nacht (im Gebet) außer ein wenig. Die Hälfte davon oder etwas
weniger. Oder etwas mehr - und trage den Qur’an vor, bedächtig und deutlich. Wahrlich Wir werden dir
ein gewichtiges Wort anvertrauen. Fürwahr, das Gebet in der Nacht macht stärkeren Eindruck und lässt
leichter das richtige Wort finden, Während du am Tage lange den Geschäften nachgehen kannst. So
gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm voll und ganz. (Sure al-Muzzammil: 1-8)

Die Offenbarung
Die erste Offenbarung kam bald, nachdem Muhammad (s.a.w.s) die wahren Träume zu sehen begann.
Wegen diesen Träumen begann er sich in die Höhle von Hira (Ghar Hira’) auf dem Berg des Lichts (Jabal an-
Nur), ungefähr zwölf Kilometer von Makkah entfernt, zurückzuziehen. Der Prophet (s.a.w.s) war gerade vierzig
Jahre alt, als er sich während des Monats Ramadan alleine in der Höhle befand, ihm der Engel Gabriel erschien
und ihn aufforderte zu lesen. Diese Begebenheiten sind vollständig in dem Hadith beschrieben:
Aisha erzählte: Zu Beginn der Offenbarung an den Gesandten Gottes waren es richtige Träume in seinem
Schlaf. Er sah nie einen Traum, dieser kam plötzlich wie der Tagesanbruch. Üblicherweise ging er in die
Abgeschiedenheit (der Höhle) von Hira’, wo er (Gott alleine) ununterbrochen während vieler Nächte anbetete.
Er nahm für diesen (Aufenthalt) Vorräte mit sich, dann kam er zu Khadijah zurück um wiederum Essen für eine
weitere Zeitdauer mit zu- nehmen. Dann kam plötzlich die Wahrheit auf ihn herab, als er in der Höhle von Hira’
weilte. Der Engel kam zu ihm in die Höhle und forderte ihn auf zu lesen. Der Prophet antwortete, “Ich kann
nicht lesen” (Der Prophet fügte hinzu), “Der Engel ergriff mich kräftig und drückte mich so stark, dass ich es
nicht mehr aushalten konnte. Er ließ mich aus und verlangte von mir, dass ich lese, und ich antwortete, “Ich
kann nicht lesen,” worauf er mich wieder ergriff und mich ein zweites Mal drückte, bis ich es nicht mehr
aushalten konnte. Dann gab er mich frei und verlangte von mir nochmals zu lesen, aber ich antwortete, “Ich
kann nicht lesen” oder, “Was soll ich lesen?” Daraufhin ergriff er mich ein drittes Mal, drückte mich und ließ
mich los und sagte: “Lies: Im Namen deines Herrn, Der erschuf. Er erschuf den Menschen aus einem Klumpen.
Lies! Denn dein Herr ist gütig, ... was er nicht wusste.” (Sure al-'Alaq: 1-5) Dann kam der Bote Gottes mit ihm
zurück ... (Al-Bukhari)
Es gibt auch mehrere Verse im Qur’an, die die Begegnung des Propheten (s.a.w.s) mit dem Engel Gabriel und
der Offenbarung des Qur’an beschreiben:

Euer Gefährte irrt nicht und wurde nicht getäuscht. Noch spricht er aus eigenem Antrieb. Er ist
nichts anderes als eine ihm geoffenbarte Offenbarung, Die ihn der überaus Mächtige gelehrt hat. Der
überaus Weise. Aufrecht stand er da. Am höchsten Horizont. Dann näherte er sich und kam nahe. Bis auf
zwei Bogen(schüsse) entfernt oder noch näher Und offenbarte seinem Diener, was er zu offenbaren hatte.
10

Sein Herz erlog nicht, was er sah. Wollt ihr ihm denn bestreiten, was er sah? (Sure an-Najm: 2-12)

Gemäß einigen Interpretationen des Qur’an beziehen sich diese Verse auf die Offenbarung des Qur’an,
jedoch einige andere Auslegungen verwenden diese Verse um sich auf das Mi’raj (Auffahrt zu den Himmeln) zu
beziehen.
Verschiedene andere Verse belegen die Tatsache, dass es Gabriel war, der den Qur’an von Gott dem
Propheten (s.a.w.s) überbrachte. In diesen Versen wird auf Gabriel als “die reinste Seele (Ruh)” oder “die
getreue Seele (Ruh)” verwiesen.

Sprich: "Wer auch immer Gabriels Feind ist -ist er es doch, der deinem Herzen mit Gottes
Erlaubnis (den Qur’an) offenbarte als eine Bestätigung des Früheren und eine Rechtleitung und eine
Heilsbotschaft für die Gläubigen. (Sure al-Baqara: 97)

Sprich: "Der Geist der Heiligkeit hat ihn von deinem Herrn gebracht, in Wahrheit, um die
Gläubigen damit zu stärken, und als eine Leitung und Heilsbotschaft für die Gottergebenen." (Sure an-
Nahl: 102)

Und siehe, er ist eine Offenbarung des Herrn der Welten. Mit ihm kam der getreue Geist herab.
Auf dein Herz, damit du einer der Warner seist. (Sure ash-Shu'ara': 192-194)

Dieser letzte Vers zeigt, dass der Qur’an direkt in das Herz des Propheten (s.a.w.s) geoffenbart wurde.
Das war eine Gnade, die Gott dem Propheten (s.a.w.s) gespendet hat, so wie Gott im Qur’an sagt:

Außer der Barmherzigkeit deines Herrn. Siehe, Seine Huld gegen dich ist groß. (Sure al-Isra': 87)

Du selbst konntest nicht hoffen, dass dir das Buch gegeben würde; es war die Barmherzigkeit
deines Herrn ... (Sure al-Qasas: 86)

Nach der Offenbarung der ersten Verse, ist es überliefert, dass die Offenbarung an den Propheten (s.a.w.s)
für eine gewisse Zeit aufhörte. Als die Offenbarungen wieder aufgenommen wurden, erzählte uns der Hadith,
dass die nächsten Verse der Anfang der Sure al-Muddaththir waren:

O du Bedeckter! Steh auf und warne. Und verherrliche deinen Herrn. (Sure al-Muddaththir: 1-3)

Nachdem er diese Verse erhielt, gehorchte der Prophet (s.a.w.s) den Befehlen von Gott und nahm die
Verantwortung der Verkündung der Offenbarung wieder auf. Der Prophet (s.a.w.s) erhielt fortgesetzt die
Göttlichen Offenbarungen bis zu seinem Tod, dreiundzwanzig Jahre später.
11

Der Zustand Muhammads (s.a.w.s) während


er die Offenbarung erhielt
Es gibt in den Hadith Beschreibungen, wie es für den Propheten (s.a.w.s) war, Offenbarungen zu
empfangen. Zum Beispiel hörten die, mit dem Propheten (s.a.w.s) Anwesenden, ein Geräusch wie von
Bienensummen, sobald die Offenbarung kam. Andere Quellen sagen, dass das Geräusch wie das Summen der
Bienen rund um das Gesicht des Propheten (s.a.w.s) war. Einige Hadith beschreiben den Zustand des Propheten
(s.a.w.s), während er die Offenbarung erhält.
Aisha erzählte: Al-Harith ibn Hisham fragte den Propheten (s.a.w.s): “Wie kommt die Offenbarung zu
dir?” Er sagte, “In verschiedenen Formen kommt der Engel zu mir, manchmal gleicht er dem Geräusch einer
läutenden Glocke. Sobald dieser Zustand mich verläßt erinnere ich mich, was der Engel sagte. Diese Art der
Offenbarung ist die schwerste für mich; Manchmal kommt der Engel in der Form eines Mannes und spricht mit
mir, und ich verstehe und erinnere mich, was er sagt.” (Al-Bukhari)
Aisha erzählte: “An einem sehr kalten Tag sah ich den Propheten (s.a.w.s) wie er die Offenbarung erhielt
und bemerkte, dass der Schweiß von seiner Stirne tropfte.” (Al-Buhkari und At-Tirmidhi)
Zayd ibn Thabit erzählte: “Ich schrieb die Offenbarung Gottes an den Propheten (s.a.w.s). Sobald die
Offenbarung kam, befiel ihn eine große Müdigkeit und er hatte Schweißperlen auf der Stirne. Sobald der
Zustand der Offenbarung endete rezitierte er und ich schrieb.” (At-Tabarani)i
Abu Hurayrah erzählte: “Sobald die Offenbarung Gottes zum Propheten (s.a.w.s) kam, war es, als ob er
in Ohnmacht gefallen war.” (Abu Nu'aym)2

Der Qur’an wurde direkt in das Herz


des Propheten (s.a.w.s) geoffenbart
Gott offenbarte den Qur’an in Abschnitten über einen Zeitraum von dreiundzwanzig Jahren, direkt in das
Herz des Propheten Muhammad (s.a.w.s):

Und die Ungläubigen fragen: "Warum ist der Qur’an nicht auf einmal (als ganzes) auf ihn
herabgesandt worden?" Dies, um so dein Herz zu festigen. Und Wir haben ihn in sich stimmig wohl
geordnet. (Sure al-Furqan: 32)

Während des Zeitraumes der Offenbarung unterstützte Gott Seinen Propheten (s.a.w.s) und half ihm,
Seine Botschaft richtig den Menschen zu übermitteln. Gott unterwies den Propheten (s.a.w.s), wie der Qur’an zu
zitieren ist:

Bewege deine Zunge nicht zu schnell. Uns obliegt schließlich seine Sammlung und Verlesung.
Darum, wenn Wir ihn vortragen lassen, dann folge seiner Vortragsweise aufmerksam. Uns obliegt dann
seine Erklärung. (Sure al-Qiyama: 16-19)

Und erhaben ist Gott, der wahre König! Und übereile dich nicht mit dem (Zitieren des) Qur’an,
bevor er dir vollständig geoffenbart worden ist, sondern sprich: "O mein Herr! Mehre mein Wissen!"
(Sure Ta Ha: 114)
12

Er half auch dem Propheten (s.a.w.s), die Verse im Gedächnis zu behalten:

Wir werden dich vortragen lehren, und du wirst nichts vergessen. (Sure al-A'la: 6)

Die Fähigkeit des Propheten (s.a.w.s), all die Verse des Qur’an auf diese Art zu lernen ist ein weiteres
Wunder, welche Gott ihm gab. In der Lage zu sein, sich an die Verse, sobald er sie benötigte, zu erinnern,
machte die Arbeit des da’wah des Propheten (s.a.w.s) leichter:

Und Wir werden dich auf den leichtesten Weg bringen. (Sure al-A'la: 8)

Es war auch Gottes Art, den Qur’an zu beschützen und sicher zu stellen, dass er nicht verzerrt oder
vergessen wird. Es ist ein Wunder, welches durch die gewaltige Anzahl an Menschen, die den Qur’an
auswendig können (huffaz), bis heute Fortbestand hat.

Trag vor, was dir von dem Buch deines Herrn geoffenbart wurde, Dessen Wort niemand verändert.
Niemals findest du Zuflucht, außer bei Ihm. (Sure al-Kahf: 27)
13

4. Die Wunder des Qur’an

Der Qur’an ist das Wort Gottes, geoffenbart für die gesamte Menschheit und für alle Zeiten. Die Gründe,
wofür der Qur’an als Wunder bezeichnet werden kann sind so zahlreich, dass sie selbst nicht aufgezählt werden
können. Es gibt jedoch drei Hauptgründe, die den Qur’an als Wunder auszeichnen: Seine literarische
Vorzüglichkeit, sein Inhalt und sein Schutz durch Gott.

Die literarische Vorzüglichkeit des Qur’an


Der Qur’an wurde, wie darin erklärt, den Arabern in arabischer Sprache geoffenbart:

Hätten Wir ihn zu einem fremdsprachigen Qur’an gemacht, hätten sie gewiss gesagt: "Warum sind
seine Zeichen nicht deutlich erklärt worden? (Ein Buch) in fremder Sprache und ein Araber?... (Sure
Fussilat: 44)

Um die literarische Vorzüglichkeit des Qur’an besser verstehen zu können, ist es nötig, über die Sprache
der Araber, denen der Qur’an geoffenbart wurde, zu lernen. Vor dem Erscheinen des Islam waren Dichtkunst
und Literatur in Arabien hoch entwickelt. Es gab erstaunlich originelle Dichter und wortgewandte Personen, die
die arabische Sprache äußerst gut beherrschten. Die Literaten eines Stammes wurden gleichwertig mit den
größten Heldes des Volkes betrachtet. Auf Grund der Wichtigkeit der Literatur und Rhetorik wurden die
Mu’allaqat (sieben Gedichte von sieben Dichtern) in goldenen Buchstaben geschrieben und an den Wänden der
Ka’bah (Kaaba) aufgehängt.3 Einige davon wurden dem Volk zu großen Anlässen, wie der Markt in Ukkaz,
vorgelesen. Sogar beduinische Nomaden rezitierten manchmal Dichtungen, die ebensogut, wenn nicht besser
waren als die, der Poeten in den Städten, und die Menschen waren bewegt von ihren Vorträgen.4
Es war deshalb in jener Zeit, als der Qur’an geoffenbart wurde, dass Wortgewandtheit und Stil der
Sprache gut entwickelt waren. Als der Prophet (s.a.w.s) den Qur’an den Ungläubigen von Makkah rezitierte,
waren sogar diese Literaten davon beeindruckt. Manche Menschen traten lediglich nach Anhören der schönen
Verse zum Islam über – Umar ibn al-Khattab, einer der erbittertsten Gegner des Islam, konvertierte, nachdem er
die ersten Verse der Sure Ta-Ha las.
Manche Menschen nahmen den Islam, nachdem sie den Qur’an hörten, noch nicht an, jedoch konnten sie
auch keine Antwort darauf finden. Die Ungläubigen verspotteten den Propheten (s.a.w.s) und bezichtigten ihn,
dass er den Qur’an selbst schrieb:

Und die Ungläubigen behaupten: "Dies ist nichts als Betrug, den er sich mit Hilfe anderer Leute
ausgedacht hat." Doch sie äußern da nur Ungerechtigkeit und Falschheit. (Sure al-Furqan: 4)

Und sie behaupten: "Fabeleien früherer Geschlechter hat er sich aufschreiben lassen; sie werden
ihm am Morgen und am Abend vorgelesen."(Sure al-Furqan: 5)
14

Gott gab die weiseste Antwort auf die, bis ins einzelne verzierte Rhetorik der Araber und an ihre
berühmtesten Dichter und besten Redner und forderte sie heraus, ähnliche Werke zu vollbringen.

Und falls ihr über das, was Wir auf Unseren Diener herniedersandten, in Zweifel seid, so bringt
eine gleiche Sure hervor und ruft andere Zeugen als Gott an, so ihr wahrhaftig seid. (Sure al-Baqara: 23)

Dennoch sagen sie: "Er hat ihn sich ausgedacht!" Sprich: "So bringt (wenigstens) eine einzige
ebenbürtige Sure hervor, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott - sofern ihr wahrhaftig seid."
(Sure Yunus: 38)

Aber Gott weiß, dass niemand in der Lage ist, noch jemals sein wird, dies zu vollbringen:

Sprich: "Wahrlich, selbst wenn sich Menschen und Dschinn zusammentäten, um einen Qur’an wie
diesen hervorzubringen, brächten sie nichts Gleiches hervor, auch wenn die einen den anderen
beistünden."(Sure al-Isra': 88)

Oder sie behaupten: "Er hat ihn zusammengedichtet!" Sprich: "So bringt zehn gleichwertige
Suren herbei, (von euch) erdichtet, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott sofern ihr wahrhaft
seid. Und wenn sie euch nicht erhören, dann wisst, dass er aus Gottes Weisheit hinabgesandt wurde, und
dass es keinen Gott außer Ihm gibt. Wollt ihr euch nicht (Gott) ergeben?" (Sure Hud: 13-14)

Dennoch sagen sie: "Er hat ihn sich ausgedacht!" Sprich: "So bringt (wenigstens) eine einzige
ebenbürtige Sure hervor, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Gott - sofern ihr wahrhaftig seid."
Aber was ihr Wissen nicht umfasste und was ihnen noch nicht erläutert worden war, nannten sie Lüge. So
leugneten auch jene, die vor ihnen lebten. Und schau, wie das Ende der Ungerechten war! (Sure Yunus:
38-39)

Der große Islamische Denker Bediuzzaman Said Nursi beschreibt die Auswirkung der Offenbarung des
Qur’an auf die Araber:
Als der Qur’an geoffenbart wurde, forderte er Experten in vier Bereichen heraus Zuerst verneigten sich
die Wortgewandten vor ihm. Sie alle hörten mit Verwunderung zu. Zweitens verblüffte er die Dichter und
Redner, so dass sie enstaunt in ihre Finger bissen. Ihre schönsten, in Gold geschriebenen Dichtungen erhielten
einen Schlag und die berühmten Sieben Gedichte, die an den Wänden der Ka’bah (Kaaba) als Gegenstand des
Hochmutes aufgehängt waren, wurden heruntergerissen. Drittens brachte er die Wahrsager und Zauberer zum
Schweigen. Er ließ sie ihre Entdeckungen von verstecktem Wissen vergessen, was zur Vertreibung des Jinn aus
den Himmeln führte und brachte das Weissagen zu einem definitiven Ende. Viertens befreite er alle jenen von
Mythos und Phantasien, welche die Ereignisse von längst vergangenen Zeiten und die Fakten der Kosmologie
kannten, indem er sie die wahren Geschichten der vergangenen Ereignisse und das erleuchtende Wissen über
die Schöpfung lehrte. Aus diesen Gründen verneigten sich diese vier Gruppen vor dem Qur’an mit Erstaunen
und Hochachtung und wurden seine Schüler. Keiner von ihnen wagte es jemals wieder, einen einzigen Vers in
15

Zweifel zu ziehen.5
Der Qur’an ist in solcher Weise geschrieben, dass kein menschliches Wesen etwas ähnliches wiedergeben
könnte. Die arabische Sprache selbst ist sehr rein; sie ist nicht so, wie die Araber heute sprechen. Der Qur’an
verkündet seine Botschaft klar und prägnant und doch eloquent. Um die Botschaft des Qur’an zu verdeutlichen
wurden zahlreiche Gleichnisse und Ausdrücke verwendet.

So haben Wir den Menschen in diesem Qur’an allerlei Gleichnisse aufgestellt. Doch der Mensch
bestreitet die meisten Dinge. (Sure al-Kahf: 54)

Es ist ein Buch von großer Tiefe und vielschichtiger Bedeutung. Selbst ein oberflächliches Lesen des
Qur’an wird erkennen lassen, dass nur eine begrenzte Anzahl von Worten (einige zweitausend) in dem ganzen
Qur’an verwendet wurde, um eine gewaltige Auswahl an Befehlen, Gedanken und Tatsachen zu überliefern.
Gerade diese Wiederholungen machen das Buch allen Lesern leicht verständlich und merkbar:

Wir machten den Qur’an gewiss leicht zum Erinnern ... (Sure al-Qamar: 17)

Und doch, trotz offensichtlicher Wiederholung von Schlüsselthemen, kann man den Qur’an nicht als
repetitiv bezeichen. Selbst wenn jemand ihn oft in seinem Leben liest, wird er niemals unterlassen, seine
Eleganz zu würdigen und nie durch sein Lesen ermüden.

Gott hat die schönste Botschaft hinabgesandt: ein Buch, in Einklang mit sich selbst, voll
Wiederholung... (Sure az-Zumar: 23)

Der Inhalt des Qur’an


Der Qur’an ist in seinem Gehalt einzig, da er eine Göttliche Offenbarung ist. Er beinhaltet die
Rechtleitung Gottes für die gesamte Menschheit; er hilft den Menschen, ihr eigenes ich zu erkennen; er gibt
Auskunft über die Vergangenheit und die Zukunft, über Dinge, die kein menschliches Wesen noch Geist wissen
konnten und alle seine Enthüllungen sind wahr. Außerdem spielte der Qur’an bereits von 1400 Jahren auf
wissenschaftliche Themen an, die erst kürzlich mit Hilfe der Technologie des zwanzigsten und
einundzwanzigsten Jahrhunderts ans Licht kamen.
Mit der ehrfurchtsgebietenden Weisheit, die er beinhaltet, der Wahrheit, die die Vergangenheit und
Zukunft offenlegt, den Offenbarungen, die die Unwissenheit vertreiben und die Geheimnisse der menschlichen
Gesinnung enthüllen, hat der Qur’an nichts gleichartiges. Sein wundervoller Charakter ist für alle Menschen in
der Vergangenheit und der Zukunft maßgebend. Seine Gebote und Verbote sind bis zum Tag des Urteils gültig.
Er war, ist und wird für alle Zeiten und für alle Menschen, vom Tage seiner Offenbarung bis zum Letzten Tag
maßgeblich sein.

... Und dies ist nur eine Mahnung für die Menschen. (Sure al-Muddaththir: 31)

Doch dies ist nichts anderes als eine Ermahnung für alle Welt. (Sure al-Qalam: 52)
16

Gott hat im Qur’an in vielen Versen Seine Eigenschaften, Seine Macht und Seinen Gefallen an Seiner
Schöpfung dargestellt. Er offenbart, dass Er das Universum schuf; dass Er frei von weltlichen Bedürfnissen ist;
dass Er frei von Fehlern ist; dass Er allwissend und alles-sehend ist. Das ist für uns wichtig, damit wir ein
besseres Verständnis des Einen, den wir anbeten, erlangen, so dass wir für Seine Wohltätigkeiten dankbar sein
können und uns weiter bemühen, Ihm zu gefallen. Außerdem spricht Gott direkt zu uns, persönlich und
kollektiv, zu Moslems und nicht-Moslems, und gib uns Zuversicht und Rückhalt, gute Nachrichten und eine
Warnung. Er sagt uns, dass Er unser Freund und Helfer ist und dass die Menschen Ihn in Zeiten der Not anrufen
sollen.
Da Gott der Schöpfer aller Dinge ist, weiß Er, was für Seine Schöpfung am besten ist, sowohl für die
Menschen als auch für sie als ein Ganzes. Deshalb hat Er im Qur’an die Grenzen Seines Gesetzes (Shariah),
innerhalb welchen wir handeln sollen, umrissen. Gott hat im Qur’an ausdrücklich erklärt, was richtig und falsch
ist; was rechtmäßig und was verboten ist:

Er ist es, der auf dich das Buch herabsandte. In ihm sind eindeutig klare Verse - sie sind die
Mutter des Buchs ... (Sure Al 'Imran: 7)

Die im Qur’an enthaltene Rechtleitung ist voll mit Weisheit und kann ohne Schwierigkeiten erfaßt
werden. Die in seinen Versen auferlegten Gebote und Verbote sind klar und leicht verständlich. Ein Mensch mit
ernsten Vorsätzen, den Gott auf dem Rechten Weg geleitet hat, kann sie ohne Schwierigkeiten verstehen und sie
vollständig in seinem Handeln befolgen.
Der Qur’an ist aber viel mehr als ein Buch mit Vorschriften. Gott offenbarte im Qur’an, wie man
körperlich und geistig gesund sein kann, und was in Zeiten von Schwierigkeiten und unerwarteter Mißgeschicke
zu tun ist. Er beschrieb auch unterschiedliche menschliche Charaktere. Gott enthüllte auch Verse, die uns
Kenntnisse bei der Lösung von Problemen, sei es persönliche oder gemeinschaftliche, bescherten. In anderen
Worten beinhaltet der Qur’an alle grundlegenden Kenntnisse, die jederzeit im Leben einer Person oder einer
Gemeinschaft benötigt werden, gleichgültig, wie unbedeutend sie auch sein mögen.
Aber es sind nur jene, die Gott fürchten und seine Gebote und Verbote befolgen, und die sich Ihm in
ihrem Herzen unterwerfen, und die der kommenden Welt, der jetzigen den Vorzug geben, sind in der Lage, die
Ratschläge des Qur’an für sich geltend zu machen. Gott sagt im Qur’an:

Wollen sie denn nicht über den Qur’an nachdenken - oder sind ihre Herzen verriegelt? (Sure
Muhammad: 24)

Der Qur’an berichtet uns über vergangene Nationen und Menschen, die Gott leugnen oder Ihm nicht
gehorchten, um uns zu helfen, Gottes Gebote in unserem täglichen Leben zu befolgen. Wir erfahren von ihrem Ende
und wie sie bestraft wurden, damit auch wir aus der Geschichte eine Lehre ziehen können. Das ist eine Gnade, an der
uns Gott teilhaben läßt.
Dies ist ein Teil der Berichte über Städte, die Wir dir erzählen; einige von ihnen stehen noch, und
andere sind wie niedergemäht. (Sure Hud: 100)
17

Diese Geschichten von vergangenen Nationen ist ebenfalls eine Art, den Ungläubigen zu beweisen, dass
der Qur’an das Wort Gottes ist. Der Prophet konnte einen Großteil der geschichtlichen Details nicht wissen, da
er von keinem Gelehrten unterrichtet wurde. Er konnte nicht lesen noch schreiben und er ist auch nicht viel
gereist. Das beweist, dass er den Qur’an nicht geschrieben haben kann. Viele Beschreibungen der vergangenen
Nationen wurden vor kurzem durch Historiker und Archäologen bestätigt.6

Wahrlich, in den Geschichten über sie finden sich Lehren für die Verständigen. Er ist keine
erfundene Geschichte, sondern eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine Erklärung aller
Dinge und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für ein gläubiges Volk. (Sure Yusuf: 111)

Im Qur’an wurden Gebote und Verbote für uns erläutert, damit wir das Beste in der kommenden Welt
erreichen. Um uns zu motivieren, mehr Gutes zu tun, beschreibt Gott im Detail, was wir im Jenseits zu erwarten
haben. Es hängt von unserer Reinheit tawhid ab und den Taten, die wir in diesem Leben erbracht haben. Der
Garten wurde bis ins Detail beschrieben, damit wir uns bemühen, ihn zu erstreben, so Gott will. Gleicherweise
wurde ein ebenso graphisches Bild des Höllenfeuers gezeichnet, damit wir uns vom Unglauben, von der offenen
oder versteckten Anmaßung, Partner Gottes zu sein und von schlechten Taten distanzieren, da wir das Mißfallen
Gottes erregen.

Es ist gewiss eine Ermahnung für dich und für dein Volk, und ihr werdet darüber zur Rede gestellt
werden. (Sure az-Zukhruf: 44)

Gott sagt uns, dass Er uns die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch (furqan) zu urteilen, gegeben hat und
mit diesem Leistungsvermögen lädt Er uns ein, über seine Schöpfung nachzudenken.

Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und die
Verschiedenartigkeit euerer Sprachen und euerer (Haut-)Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die
Wissenden. (Sure ar-Rum: 22)

In mehreren Versen des Qur’an gibt es Hinweise auf wissenschaftliche Gebiete, die erst vor kurzem von
Forschern mit Hilfe von fortgeschrittlicher Technologie oder schwerverständlicher Mathematik weiterentwickelt
wurden. Zur Zeit der Offenbarung des Qur’an war es unmöglich, diese Gebiete wissenschaftlich zu erforschen.
Dies ist einmal mehr ein ernstzunehmender Hinweis für jene, die den Qur’an als Wort Gottes an die Menschheit
leugnen.
Als der Qur’an im siebenten Jahrhundert geoffenbart wurde, hatten die Araber unzählige Mythen über die
Welt. Sie hatten nicht die Technologie um das Universum zu erforschen noch die Welt der Natur. Sie glaubten in
Mythen und Legenden, die von Generation zu Generation überliefert wurden. Sie glaubten z.B. dass der
Himmel durch Berge hochgehalten wird; dass die Erde flach wäre und dass hohe Berge an den beiden Enden
der Welt als Säulen dienten um das Himmelszelt abzustützen. Solcherlei Mythen wurden durch die Offenbarung
des Qur’an ad absurdum geführt.
18

Gott ist es, der die Himmel ohne sichtbare Säulen aufgerichtet hat... (Sure ar-Ra'd: 2)

Über dies und viele andere Angelegenheiten vermittelt der Qur’an wichtige Kenntnisse, die den meisten
Menschen dieser Zeit unbekannt waren. Als der Qur’an heruntergesandt wurde, wußten die Menschen sehr
wenig über Astronomie, Physik und Biologie. Er beinhaltete bedeutendes Wissen über viele Dinge, wie die
Schöpfung des Universums und der Menschen, die Bestandteile der Atmosphäre und das Gleichgewicht in der
Natur. Es gibt wahrhaftig Tatbestände im Qur’an, welche wir noch nicht verstehen oder schätzen, weil wir noch
nicht die Fähigkeit haben, sie zu erfassen.
Sehr detailliertes Wissen über diese Welt und die zukünftige wird im Qur’an vernünftig erklärt. Dies ist
die Einzigartikeit des Qur’an. Obwohl der Qur’an viel Material für jene mit erforderlichem Verstand, Kenntnis
und Gelehrsamkeit hat, benötigt der durchschnittliche Mensch keinen hohen Intellekt, umfassende Kultur oder
Geschicklichkeit, um den Qur’an zu verstehen; man braucht nur Aufrichtigkeit. Der Qur’an wurde der gesamten
Menschheit gesandt, aber er ist nur der Rechte Weg für jene, die Gott fürchten und die an den Letzten Tag
glauben:

Dies sind die Verse des weisen Buches, Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Rechtschaffenen.
(Sure Luqman: 2-3)

O ihr Menschen! Nun ist eine Mahnung eueres Herrn zu euch gekommen und eine Arznei für das,
was euere Herzen bewegt, und eine Leitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen. (Sure Yunus: 57)

Bediuzzaman Said Nursi sagte, dass der Qur’an ein Führer zur Wahrheit für ergebene Sklaven Gottes ist:
Der Allwissende Qur’an ist der Führer zum Wissen und Bewußtsein, der Führer der Geister und Männer
(sowie Frauen), der Lehrer jener, die nach Vollendung streben und der Ausbilder derjenigen, die die
Wirklichkeit suchen.7
Der Qur’an sagt, dass die Worte Gottes genau und vollständig sind und dass eine Person nur dann die
Wahrheit erreicht, wenn sie den Qur’an und die Sunnah des Propheten (s.a.w.s) als Richtlinie nimmt.

... Nichts haben Wir in dem Buch übergangen... (Sure al-An'am: 38)

... Und diejenigen, denen Wir das Buch gaben, wissen, dass es in Wahrheit von deinem Herrn
hinabgesandt wurde. So sei keiner der Zweifler. Und das Wort deines Herrn hat sich in Wahrhaftigkeit
und Gerechtigkeit erfüllt. Niemand vermag Sein Versprechen zu ändern; und Er ist der Hörende, der
Wissende. (Sure al-An’am: 114-115)
19

Der Schutz des Qur’an


Einer der wichtigsten Eigenschaften des Qur’an ist, dass er, ohne Änderung seit der Zeit, als er dem
Prophet Muhammad (s.a.w.s) geoffenbart wurde, zu uns heruntergekommen ist:

Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein. (Sure al-
Hidschr: 9)

... Dessen Wort niemand verändert... (Sure al-Kahf: 27)

Es ist im Qur’an selbst erklärt, dass der Qur’an nicht die erste Offenbarung Gottes an die Menschheit ist:

Er hat auf dich das Buch in Wahrheit herabgesandt, bestätigend, was ihm vorausging. Und Er
sandte hinab die Thora und das Evangelium-(Schon) zuvor - als eine Rechtleitung für die Menschen...
(Sure Al ‘Imran: 3-4)

Das Wunder des Qur’an ist, dass er die letzte Offenbarung Gottes ist und er wird heute so rezitiert wie vor
1400 Jahren rezitiert. Er wird für allezeit unverändert bleiben. Der originale Zustand der zuvor geoffenbarten
Schriften wurde geändert. Über Jahre wurden Zusätze und Änderungen gemacht und einzelne Teile wurden
völlig geändert.
Wenn aber eine Offenbarung dem Propheten (s.a.w.s) gemacht wurde, befähigte ihn Gott auf wundervolle
Weise, sie sich zu merken. Sofort danach ließ der Prophet (s.a.w.s) den Qur’an von ausgewählten Männern unter
den Gefährten, den “Schreibern der Offenbarung”, aufzeichnen. Aus diesem Grund wurde der Qur’an in
schriftlicher Form bewahrt. Während des Kalifates von Abu Bakr wurde der Qur’an in einem Band gesammelt.
Während des Kalifates von Osman wurden zahlreiche Kopien angefertigt und in die großen Städte des Islam
versendet.
Auf Grund dieses Göttlichen Schutzes ist der Qur’an ein solch gewaltiges Buch, mit der Erlaubnis und
dem Willen Gottes:

... Es ist wahrlich ein erhabenes Buch! Von keiner Seite kann Falschheit an es herankommen. Es ist
eine Offenbarung von einem Weisen, Rühmenswerten. (Sure Fussilat: 41-42)

Hätten wir diesen Qur’an auf einen Berg herabgesandt, dann hättest du ihn sich demütigen und
aus Ehrfurcht vor Gott sich spalten sehen. Solche Gleichnisse stellen Wir für die Menschen auf, damit sie
nachdenklich werden. (Sure al-Hashr: 21)

Wenn man den Qur’an rezitiert, können in dieser und der kommenen Welt vielfältige Wohltaten erworben
werden und mehr davon, wenn man ihn versteht.

... Von Gott ist zu euch nunmehr ein Licht und ein deutliches Buch gekommen, Womit Gott zu
Wegen des Heils leitet, wer Sein Wohlgefallen anstrebt, und sie mit Seiner Erlaubnis aus den
20

Finsternissen zum Licht und auf einen rechten Pfad führt. (Sure al-Ma'ida: 15-16)

Dies dient der Einsicht der Menschen und ist eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die
ihres Glaubens gewiss sind. (Sure al-Dschathiya: 20)

Unter der Autorität von ‘Abdullah ibn Mas’ud wurde erzählt, dass der Prophet (s.a.w.s) sagte: Der
Qur’an ist ein Fürbitter. Er wurde geschaffen um Fürsprache einzulegen und es ist rechtmäßig, daran zu
glauben. Wer immer ihn vor sich legt, den wird er ins Paradies geleiten; wer ihn aber hinter sich legt, den wird
er ins Höllenfeuer lenken.’ (At-Tarabani)
Die Rezitation des Qur’an bringt dem Herzen Ruhe und Friede der Seele. Er ist eine Führung und Gnade
von Gott für alle Gläubigen.

... sollten die Herzen im Gedanken an Gott denn nicht in Frieden sein? (Sure Ra'd: 28)

Und wenn der Quran verlesen wird, so hört zu und schweigt, damit ihr Barmherzigkeit findet...
(Sure al-A’raf: 204)
21

5. Die Wunder des edlen Charakters


des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) war ein gesegneter und in den Augen Gottes hoch verehrter Mensch.
Gott schuf ihn gehorsam zu sein und machte ihn in der Welt groß; sein Charakter machte ihn zu dem
Vertrauenswürdigsten aller Menschen und er war für die anderen ein Beispiel durch seine Ehrlichkeit. Er war
ein edler Gesandter Gottes, dessen taqwa, Charakter und Gemüt beispielhaft waren. Mit seiner Barmherzigkeit,
Höflichkeit, feinsinnigem Verständnis, Vertrauen in Gott und geduldiger Entschlossenheit ist er ein geistiger
Führer für die gesamte Menschheit und ein Beispiel für uns alle.
Ibrahim ibn Muhammad, ein Enkel von Ali sagte dieses über den Propheten (s.a.w.s):
Immer wenn Ali die edlen Eigenschaften des Gesandten Gottes beschrieb, sagte er: “Er war der
Edelmütigste und der Ehrlichste. Er war der Gutherzigste. Jeder der ihn plötzlich sah wäre eingeschüchtert.
Jeder, der mit ihm in engeren Kontakt kam und von seinem außerordentlichen Charakter wußte, liebte ihn.”
Einer der ihn beschrieb sagte: “Ich habe nie jemanden wie ihn gesehen, weder vor ihm noch nach ihm.” (At-
Tirmidhi)
In der Gemeinde, wo er lebte war der Prophet (s.a.w.s) als al-Amin (der Vertrauenswürdige) gut bekannt;
alle stimmten überein, dass er ehrlich und verläßlich war. Das Gesicht des Propheten (s.a.w.s) strahlte ein
erhabenes Licht aus, welches jeden, der es sah, von seiner Ehrhaftigkeit überzeugte. Jedermann, der auf seine
Stimme des Gewissens hörte, während er mit ihm sprach oder sich in ein Gespräch mit ihm einschaltete,
verstand, dass er etwas Besonderes war; Sie sahen zahlreiche Beweise, dass er ein Prophet war. Er war
intelligent und einsichtig und auf Grund seines vorzüglichen Charakters wandten sich sogar Ungläubige an ihn,
um Mißverständnisse, die sich unter ihnen ergaben, zu lösen.
Ibn Sa’d erzählte die folgende Beschreibung, die er von Ibn ‘Asakir über die Tugend und Güte des
Propheten (s.a.w.s), die die Gefährten immerfort bezeugen konnten, erhielt.
Gottes Prophet wuchs als der Beste unter den Menschen hinsichtlich Erhlichkeit, edlen Charakter,
größter Vollendung in gesellschaftlicher Beziehung, Großzügigkeit im nachbarschaftlichen Zusammenleben,
Fortschrittlichkeit in Liebenswürdigkeit und Wahrhaftigkeit. Er legte auf Höflichkeit und gute Manieren größten
Wert. Er kam mit allen gut zurecht. Deswegen wurde er al-Amin – der Wahrhaftigste und Vertrauenswürdigste –
genannt.8
Ibn Sa’d erzählte die folgende Begebenheit von Ibn Hisham:
In der Zeit der Unwissenheit vor dem Islam wandte sich jeder an Gottes Propheten, um Streitigkeiten zu
schlichten.9
Ya’qub ibn Sufyan und al-Bayhaqi erhielten von Ibn Shihab die folgende Erzählung:
Als die Quraysh die Ka’ba neu errichteten, begannen sie über die Verlegung des Schwarzen Steins zu
streiten. Jeder Stamm wollte daran beteiligt sein. Dann sagten sie: “Laß uns denjenigen, der über diese Straße
kommt einsetzen, zwischen uns zu schlichten.” Der Erste, der sich näherte war der Prophet Muhammad, der
noch ein junger Mann war. (Er war nach einer glaubwürdigen Quelle fünfundreißig Jahre alt.) Sie benannten
ihn als Schlichter. Er sagte, “Bringt ein Bodentuch.”Das Tuch wurde gebracht. Er sagte: “Legt nun gemeinsam
22

den Stein auf das Tuch,” Als sich der Stein auf dem Tuch befand sagte er, “Der Älteste jedes Stammes möge
kommen und das Ende des Tuches halten.” Sie trugen den Stein auf diese Weise zu seinem Platz. Er ging dann
hinauf und stetzte den Stein, den er von ihnen genommen hat, anseinen Platz. Als er älter wurde gewann er die
Liebe und den Respekt von allen. Der Ruhm seiner Ehrlichkeit ließ ihm den Namen al-Amin (der
Vertrauenswürdigste) gewinnen. Das war noch bevor er die Offenbarungen erhielt.10
Die Haltung der Ungläubigen änderte sich jedoch, nachdem der Qur’an dem Propheten (s.a.w.s)
geoffenbart wurde. Sie versuchten ihr Äußerstes um die Verbreitung des Islam zu verhindern und obwohl sie
sahen, dass der Prophet (s.a.w.s) sowohl in seinem privaten Leben als auch charakterlich gut war, verschworen
sie sich, um ihm Leid zuzufügen. Gott erzählt uns darüber im Qur’an:

Sie wunderten sich, dass ein Warner aus ihrer eigenen Mitte zu ihnen kam, und so sagten die
Ungläubigen: "Dies ist ein Zauberer, ein Lügner!” (Sure Sad: 4)

Dennoch wurden diejenigen, die einen guten, gesegneten und von Gott auserwählten Mann verleumdeten
Zeugen seiner Verdienste. Sie sahen mit ihren eigenen Augen Muhammad’s (s.a.w.s) Treue zu seinen
Versprechungen, seine Loyalität, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Güte zu Witwen und Weisen und Menschen in
Not und seine Großzügigkeit zu, und sein Interesse für die Mitmenschen. Die Vorzüglichkeit seines Charakter
und seines Benehmens erregte die Aufmerksamkeit der Umwelt und er war ein vertrauter, geliebter und
respektierter Freund vieler Menschen.
Nach Islamischen Quellen gab es einen Mann mit dem Namen Nadr ibn al-Harith, der den Propheten
(s.a.w.s) verleumdete. Eines Tages traf er sich mit den Führern der Quraysh und erzählte ihnen folgendes über
den von Gott gesegneten Gesandten:
Quraysh , ich schwöre, dass ihr heute etwas hören werdet, das euch zuvor nie zu Ohren gekommen ist.
Von jüngster Kindheit an war Muhammad euer meist Geliebter, der größte Sprecher der Wahrheit und
derjenige, der den größten Respekt verdiente. Als er älter war und Gottes Buch brachte sagtet ihr, dass er ein
Zauberer sei. Ich schwöre, er ist kein Zauberer. Wir haben viele Zauberer gesehen. Wir haben gesehen, wie sie
auf Knoten hauchten. Ihr nanntet ihm einen Seher. Ich schwöre, er ist auch kein Seher. Wieviele Seher haben
wir gesehen und wurden Zeuge von ihren Reden? Ihr nanntet ihn einen Dichter. Ich schwöre, er ist kein Dichter.
Wieviele Gedichte haben wir gelernt und ihre Versmaße gehört. Ihr nanntet ihn einen Verrückten. Ich schwöre,
er ist nicht verrückt. Zeigt er irgenwelche Zeichen von Ohnmacht, Unsinn oder Anfällen? Quraysh, denkt gut
und entscheidet ...11
Der große Islamische Gelehrte Imam al-Ghazali berichtet über den vorzüglichen Charakter des Propheten
(s.a.w.s). Er erhielt seine Informationen von wichtigen Hadith Gelehrten wie At-Tirmidhi, At-Tabarani, Imam
al-Bukhari, Imam Muslim, Imam Ahmad, Abu Daqud und Ibn Majah:
Der Prophet war der geduldigste aller Menschen, der heldenhafteste, der beste Richter und jemand, der
den meisten verzeiht. Er war der mildtätigste aller Menschen. Er hortete nicht die Vorräte seiner Familie als es
Gott gefiel, ihm mehr als für ein Jahr zu geben. Was zuviel war, gab er üblicherweise als Almosen (sadaqah). Er
gab oft Sadaqah demjenigen, der ihn um nichts bat, sogar von seinen eingelagerten Vorräten.
Er sprach die Wahrheit, obwohl sie ihm und seinen Gefährten manchmals Unannehmlichkeiten bereitete.
Er nahm Einladungen zu Hochzeiten an, besuchte die Kranken und die Gestorbenen und begleitete
23

Begräbnisse. Er war der Bescheidenste, ohne Stolz und seine Zunge war äußerst redegewandt ohne langatmig
zu werden. Er war von schönem Körperbau.
Er ging sogar zu weit entfernten Orten, um die Kranken zu besuchen, ... er saß mit den Armen und
Mittellosen, aß mit ihnen, er ehrte die Adeligen, empfahl ihnen, gute Dinge zu verrichten und freundlich zu den
Vewandten zu sein. Er behandelte niemand barsch und nahm Entschuldigungen an.
Er pflegte zu scherzen aber sprach die Wahrheit.
Er hielt harmlosen Sport und Spiel für gesetzmäßig, spielte mit seinen Frauen und machte Rennen mit
ihnen. Er setzte die Armen nicht für ihre Armut herunter und er zeigte keinen Respekt vor dem Eigentum der
Reichen. Er rief oft Leute zu Gott.12
Gott war wegen seines edlen Charakter, wegen seiner außergewöhnlichen Entschlossenheit angesichts
von Mißgeschick und wegen seiner großzügigen Natur über den Propheten (s.a.w.s) erfreut und beschrieb seine
Tugenden im Qur’an:

Und du erhältst wahrlich unendlichen Lohn. Und du bist fürwahr von edler Natur. (Sure al-Qalam:
3-4)

Dies ist wahrlich das Wort eines ehrenwerten Gesandten. (Sure al-Haqqa: 40)

Die Kombination von Gottes Hilfe, Seiner Göttlichen Offenbarung mit der Charakterstärke des Propheten
war es, dass innerhalb eines kurzen Zeitabschnitts von dreiundzwanzig Jahren eine ganze Gesellschaft aus der
Dunkelheit heraus in das Licht geführt wurde. Menschen, die ihre Frauen mißhandelten und weibliche Babys
lebendig begruben, die arme Leute und Sklaven quälten, wurden barmherzig und gerecht im Lichte des Islam.
Menschen, die Götzenbilder aus Stein anbeten und an zahllosen Mythen und Aberglauben festhielten, glaubten
jetzt an den einen Gott.
Um diese grundlegende und andauernde Änderung zu Stande zubringen erduldete der Prophet (s.a.w.s)
viele Leiden. Ungläubige boten ihm große materielle Belohnungen an, wenn er aufhörte, das Wort Gottes zu
predigen, aber der Prophet (s.a.w.s) wies all diese Angebote zurück. Er war ein Mensch mit Prinzipien der nur
die Anerkennung duch Gott und das Beste für den Islam und die Muslime wünschte. Er hoffte auf Gottes Hilfe
selbst in den schwierigsten Situationen und er glaubte, dass Er ihn und die Gläubigen triumphieren lassen wird.
Gott belohnte ihn und die Gläubigen, indem Er ihnen half und Schutz gewährte vor jenen, die keinen Glauben
hatte.

Das Wunder des ungelehrten Propheten (s.a.w.s) (Ummi)


Als der Prophet (s.a.w.s) den Qur’an erhielt, konnte er weder lesen noch schreiben; in anderen Worten, er
war ungelehrt. Das war eines der wichtigsten Hinweise, dass er ein Prophet war.
Obwohl sie wußten, dass der Prophet (s.a.w.s) ungelehrt war, akzeptierten die Ungläubigen nicht, dass der
Qur’an ihm geoffenbart wurde und beschuldigten ihn, ihn selbst zu schreiben. Jedoch kannten die Ungläubigen
den Propheten schon vor seinem Prophetentum und waren sich sehr wohl bewusst, dass er nicht die Kenntnisse
dafür hatte. Gott sagt im Qur’an:
Und so ließen Wir dir auf Unser Geheiß von Unserem Geist offenbaren. Du wusstest zuvor nicht,
24

was die Schrift und was der Glaube war. Jedoch machten Wir es zu einem Licht, mit dem Wir leiten, wen
von Unseren Dienern Wir wollen. Du leitest fürwahr auf den geraden Weg. (Sure ash-Shura: 52)

... Und Gott hat die Schrift und die Weisheit hinabgesandt und hat dich gelehrt, was du nicht
wusstest. Und Gottes Gnade gegen dich war groß. (Sure an-Nisa': 113)

Der Prophet (s.a.w.s) überbrachte den Qur’an der Menschheit als eine “Offenbarung von Gott”; er
behauptete niemals ein Schriftsteller oder ein Dichter zu sein und erinnerte die Menschen, dass sie ihn jahrelang
kannten, bevor er Prophet wurde.

Sprich: "Hätte Gott dies gewollt, hätte ich ihn euch nicht vorgetragen und euch nicht damit
belehrt. Ich hatte doch schon ein Leben lang unter euch gelebt. Begreift ihr denn nicht?" (Sure Yunus:
16)

Ungeachtet der Tatsache, dass er ungelehrt war, überbrachte der Prophet (s.a.w.s) seine Nachricht sehr
effektiv. Gott gab ihm mittels Offenbarung was die Tora und Bibel beinhalten. Als Gott den Qur’an offenbarte,
gab Er ihm die Kenntnis anderer geoffenbarter Bücher und Gesellschaften, die vorausgegangen sind. Dies wäre
ohne Gottes Offenbarung an den Propheten (s.a.w.s) unmöglich gewesen. Al-Ghazali erläutert die Eigenschaften
des Propheten (s.a.w.s):
Der Charakter und das Benehmen des Propheten, seine Handlungen, Geschäftsführung, Behandlung der
verschiedenen Klassen der Menschen, seine Art, ihnen den geraden Weg zu zeigen, seine wunderbaren
Antworten auf verschiedene schwierige und heikle Fragen, seine unermüdlichen Bemühungen für das Wohl der
Menschen, seine gute Führung im Hinblick auf die offenen Gesetze der Shari’ah; alle diese Tatsachen führen zu
der Schlussfolgerung, dass diese ohne Hilfe von einer unsichtbaren Hand jenseits der Kraft eines Mannes
liegen. Es ist für einen Heuchler oder Lügner unmöglich. Die Menschen bezeugten, nachdem sie seinen
Körperbau und seine Fähigkeiten sahen, dass er ein großer und wahrhaftiger, von Gott gesendeter Mann ist.
Gott gab ihm diese Fähigkeiten, obwohl er ungelehrt war und keine Ausbildung hatte und immer unter
des Lesens unkundigen Arabern lebte. Obwohl er ungelehrt war, ein Waise und schwach, wie konnte er sich
solch einen guten Charakter und Benehmen und Kenntnisse über Gott aneignen ohne natürliche bzw.
übernatürliche Erziehung? Seine wahren und richtigen Kenntnisse über die früheren Propheten, der Friede sei
mit ihnen, zeigen, dass er ein wahrer Gesandten Gottes ist, weil er diese Wahrheiten durch die Offenbarung
erfuhr. Wie konnte er wissen, was jenseits der Meschheit war, wenn er keine Offenbarung erhielt?13
Alle die ihn kannten, einschließlich Ungläubige, waren sich bewusst, dass der Prophet (s.a.w.s) nie mit
Gelehrten zusammensaß, um eine Bildung zu erwerben; die Weisheit in seinen Aussagen konnte nur ein von
Gott seinem Gesandten geschenktes Wunder sein. Gott sagt im Qur’an:

Du hast vor ihm kein Buch vorgetragen, noch schriebst du eines mit deiner Hand. Sonst hätten
diejenigen, die es für falsch erklären, deswegen Zweifel geäußert. (Sure al-'Ankabut: 48)
Die Encyclopaedia of Seerah beschreibt, wie die großen Kenntnisse, die Gott Muhammad (s.a.w.s)
gegeben hat, Beweise sind, dass er Sein Gesandten ist.
25

Der Prophet Muhammad war ungelehrt, er konnte nicht lesen noch schreiben. Weder die Mitglieder der
Familie, in der er aufwuchs, noch diejenigen die ihm nahe standen, noch die Menschen von Makkah sahen ihn
jemals ein Buch angreifen oder eine Feder zu halten. Aus diesem Grund ist der Qur’an das Meer an
Kenntnissen, das ihm geoffenbart wurde, ein einziges Wunder. Der Text beinhaltet Schätze von Informationen,
wie z.B. das Hauptthema aller alten Göttlichen Schriften, Erzählungen von ehemaligen Propheten, Religionen
und deren Glauben, alte Geschichte, Zivilisationen, Kulturen und Wirtschaftsräume, Politik und Moralwerte. ...
Die Tatsache, dass er, obwohl ungelehrt, vor den Ungläubigen mit einem Buch erschienen ist, ist auf alle Fälle
der größte Beweis seines Prophetentums.14

Jüdische Gelehrte anerkennen den Propheten (s.a.w.s)


Juden und Christen, im Qur’an als die “Menschen des Buches” beschrieben, haben gewisse
Verfälschungen in ihrem Glauben und Praktiken, dennoch folgen sie einer Religion, die ursprünglich von Gott
herniedergesandt wurde.

Und glaubt an das, was Ich zur Bestätigung euerer Schrift herabsandte, und seid nicht die ersten,
die es leugnen, und verkauft nicht meine Botschaft für einen winzigen Preis. Mich allein sollt ihr
fürchten. (Sure al-Baqara: 41)

Die Ankunft eines ungelehrten Propheten (s.a.w.s) wurde in der Tora und Bibel angekündigt. Deswegen
wussten die Gelehrten dieses Buches über den Propheten Muhammad (s.a.w.s) und auch über die Offenbarung
des Qur’an, als das endgültige Wort Gottes:

Und wahrlich, er ist in den vorausgegangenen (Offenbarungs-)Schriften enthalten. Dass Weise der
Kinder Israels ihn anerkennen, wird ihnen dies denn kein Zeichen sein? (Sure ash-Shu'ara': 196-197)

Imam Sa’id Hawa, der interpretierende Gelehrte, erklärte diese Verse des Qur’an in seinem Werk Al-Asas
fi’t-Tafsir auf folgende Art:
Es ist gewiss, dass der Qur’an in früheren Büchern erwähnt wurde. Mit anderen Worten, in früheren
Schriften gab es Hinweise auf den Qur’an, bzw. Gedanken, die er enthält wurden von den Propheten anderer
Gemeinden übermittelt und existierten in ihren Büchern, so wie sie Gott geoffenbart hat und wie man es in den
Göttlichen Texten sehen kann.
... gemäßigte und ehrliche jüdische Gelehrte wissen, dass die Tawrah, Psalmen und Injil (Tora, Psalmen
und Bibel) den Inhalt des Qur’an enthalten und dass jedes Element in ihm die Wahrheit Gottes ist, und dass
dies das letzte Buch und der letzte Prophet ist, von dem die alten Schriften sprechen.15
Als der Prophet (s.a.w.s) kam, erkannten viele jüdische und christliche Gelehrten, dass er der ungelehrte
Prophet war, was in ihren Schriften vorhergesagt wurde. Der Prophet (s.a.w.s) wusste durch die Offenbarung
des Qur’an von dem Inhalt der Tora und Bibel und über die Geschichte der Bani Isra’il, wie es der folgende
Vers versinnbildlicht:
O ihr Kinder Israels! Gedenkt Meiner Gnade, mit der Ich euch begnadete, und haltet euer
Versprechen Mir gegenüber, dann will auch Ich halten, was Ich euch verheißen habe. Mich allein sollt ihr
26

ehren. Und glaubt an das, was Ich zur Bestätigung euerer Schrift herabsandte, und seid nicht die ersten,
die es leugnen, und verkauft nicht meine Botschaft für einen winzigen Preis. Mich allein sollt ihr
fürchten. Und kleidet nicht die Wahrheit in Lüge, und verbergt nicht die Wahrheit wider Wissen. (Sure
al-Baqara: 40-42)

Als Muhammad (s.a.w.s) ihnen diese Verse vorlas, erkannten die Gelehrten der Israeliten in ihm den
Gesandten, dessen Ankunft sie erwartet haben. Die Menschen des Buches sahen, dass er der Gesandten Gottes
war und dass er in jeder Beziehung die Wahrheit sprach. In seiner Lebensart und Charakter war er jener
gesegnete Gesandten, dessen Kommen in der Tora und Bibel vorhergesagt wurde. Der Qur’an sagt:

Jene, die dem Gesandten, dem des Lesens und Schreibens unkundigen Propheten, folgen werden,
über den sie bei sich in der Thora und dem Evangelium geschrieben finden: Gebieten wird er ihnen, was
Rechtens ist, und das Unrechte verbieten, und wird ihnen die guten (Speisen) erlauben und die schlechten
verbieten. Und er wird ihnen ihre Last und die Fesseln, die ihnen angelegt wären, abnehmen. Und jenen,
die an seine Mission glauben und ihn unterstützen und ihm helfen und dem Licht folgen werden, das mit
ihm hinabgesandt wird, ihnen wird es wohlergehen. (Sure al-A'raf: 157)

Der Islamische Gelehrte Omer Nasuhi Bilmen erklärte diese Verse in seinem Kommentar des Qur’an wie
folgt:
Diese Verse offenbaren, dass diejenigen, die von den ausgezeichneten Eigenschaften, den besten Taten
und Vortrefflichkeiten in dieser und der jenseitigen Welt erfüllt sind, Anhänger des Khatam al-Anbiya (Letzter
Prophet) sind: Diejenigen, die den Prophet Muhammad folgen – dem das Heilige Buch, welches das Wissen der
Vergangenheit und der Zukunft beinhaltet, geoffenbart wurde, obwohl er weder von jemandem ablas noch etwas
schrieb – erwerben die Ehre, seiner Gesellschaft anzugehören. In der Tawrah und Injil (Tora und Bibel) gibt es
Hinweise auf seinen Namen oder seinen Charakter. Denn es ist unzweifelhaft, dass er mit seinem Namen und
mit seinem Charakter in diesen Büchern erwähnt wurde. Würde der Prophet Muhammad behaupten, dass man
sich auf ihn bezieht und es daher einen Grund für seine Ablehnung gibt, wenn es nicht in den Büchern so
geschrieben stünde? Er ist solch ein großer Prophet, dass er allen, die er zum Glauben ruft (die gesamte
Menschheit), befiehlt und empfiehlt, die Gebote Gottes zu respektieren und zu ehren, richtigen Glauben und
Moral zu erwerben und Zuneigung zu Tieren zu zeigen (und er verbietet das Schlechte).16
Die Tatsache, dass die Ankunft des Propheten (s.a.w.s) und seine Eigenschaften den Menschen des
Buches vorhergesagt wurden, ist ein weiteres Wunder, welches mit ihm verbunden ist. Jene unter den Menschen
des Buches, die mit Glauben und gesundem Menschenverstand ihren Intellekt verwendeten um die Dinge, die
sie sahen zu bedenken, haben diese offenkundliche Wahrheit bestätigt.
27

6. Einige Wunder aus dem Leben


des Propheten Muhammad (s.a.w.s)

Es gibt eine Anzahl von Wunder, die der Prophet (s.a.w.s) während seines Lebens vollbringen durfte. Wie
schon vorher erwähnt, ist die Offenbarung des Qur’an und der Qur’an selbst das größte dieser Wunder. Der
hervorragende Charakter des Propheten, seine Taten und sogar seine Hadithe sind alles Wunder. Es gibt einige
andere Wunder, die während des Lebens des Propheten (s.a.w.s) vollbracht, und im Qur’an und der Seerah (die
Biographie des Propheten) beschrieben wurden. Nachfolgend ist eine Auswahl einiger dieser wunderbaren
Ereignisse.

Die Nachtreise des Propheten (s.a.w.s) und die Auffahrt zu den Himmeln (al-Isra’ wa’l-Mi’raj)
Eines der bedeutendsten Wunder, die im Leben des Propheten (s.a.w.s) vollbracht wurden war die al-Isra’
wa’l Mi’raj (Die Nachtreise und die Auffahrt zum Himmel), welche ungefähr 17 Monate vor der Hijrah
stattfand. Die Nachreise (Isra') ist in dem ersten Vers der Sure al-Isra beschrieben:

Gepriesen sei Der, Der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten
Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen.
Wahrlich, Er ist der Hörende, der Schauende. (Sure al-Isra: 1)

Gemäß dem Hadith schlief der Prophet (s.a.w.s) neben der Ka’bah (Kaaba) als ihm Jibril (Gabriel)
erschien, setzte ihn auf ein weißes Tier, halb Maultier, halb Esel, Buraq genannt, und brachte ihn von der Masjid
al-Haram zur der Masjid al-Aqsa. Die Masjid al-Haram ist die große Moschee in Makkah und die Masjid al-
Aqsa ist die Moschee in Jerusalem (das Wort aqsa bedeutet weitest); die Entfernung zwischen diesen zwei
Orten beträgt ungefähr 1235 Kilometer.
Der Prophet (s.a.w.s) begab sich von der Masjid al-Aqsa auf die zweite Etappe seiner Reise – die Auffahrt
zu den Himmeln (Mi’raj) zu den Sidrat al-Muntaha (Lote-Baum der obersten Grenze) und, gemäß dem Hadith,
jenseits von dort zur Gegenwart Gottes, gepriesen sei Er, und seine Begegnung mit Ihm. Ibn Kathir sagte, dass
wenigstens fünfundzwanzig seiner Gefährten übermittelten die Erzählung von der Nachtreise des Propheten
(s.a.w.s) aber diese Anzahl könnte auch fünfundvierzig gewesen sein. Die als die Verläßlichsten anerkannten
Erzählungen sind die von Anas ibn Malik, Abu Hurayrah, Abu Sa'id al-Khudri, Malik ibn Sa'sa', Abu Dharr al-
Ghifari, Abdullah ibn 'Abbas, Abdullah ibn Mas'ud und Umm Hani.
Der Hadith gibt sehr detaillierte Informationen über das, was der Prophet (s.a.w.s) während seiner Mi’raj
sah. In einem anderen Hadith der Muslime, erzählt von Anas ibn Malik, erfahren wir von den Begebenheiten,
die sich während seiner wundersamen Reise ereignet haben. Als der Prophet (s.a.w.s) mit Jibril (Gabriel) zu den
Himmeln auffuhr, begegnete er die Propheten Adam (a.s), ‘Isa (a.s), Yahya (a.s), Yusuf (a.s), Idris (a.s), Harun
(a.s), Musa (a.s) und Ibrahim (a.s). Er kam dann zum Sidrat al-Muntaha und erhielt eine Offenbarung (Sure al-
Baqara: 285).Von dort brachte man den Propheten (s.a.w.s) zu Gott und es war dort, wo er das Gebot, dass
Muslime beten (salah) müssen, erhielt.
28

Der Qur’an beschreibt ebenfalls die Auffahrt des Propheten (s.a.w.s) zum Sidrat al-Muntaha:

Und wahrlich, er sah ihn noch ein zweites Mal. Bei dem Lotosbaum am äußersten Ende. Neben
dem Garten der Geborgenheit, Als den Lotosbaum verhüllte, was ihn verhüllte. Da wich der Blick nicht
aus, noch schweifte er ab. Wahrlich, er sah einige der größten Wunder seines Herrn! (Sure an-Nadschm:
13-18)

Nach seiner Rückkehr erzählte der Prophet (s.a.w.s) den Quraysh die Begebenheiten der
vorangegangenen Nacht. Die Ungläubigen und sogar einige schwächere Muslime zweifelten an dem Wunder
des Mi’raj und wandten sich an Abu Bakr mit grundlosen Anschuldigungen gegen den Propheten (s.a.w.s). Als
die Ungläubigen Abu Bakr fragten, ob er die Erzählung der Nachtreise glaubte und ob er weiterhin an den
Propheten (s.a.w.s) glaubte, sagte er: “Wenn er es sagte, ja, dann glaube ich ihm.” Für seine Treue in dieser
Beziehung gab der Prophet (s.a.w.s) Abu Bakr den Titel al-Sidd (Vollkommen Treuer).
Die Ungläubigen befragten den Propheten (s.a.w.s), um herauszufinden, ob er die Wahrheit spricht. Er
war in der Lage, alle ihre Fragen vollständig zu beantworten. Hier sind die Berichte darüber im Hadith:
Sie sagten: “Kannst du uns die Masjid al-Aqsa beschreiben?”. Einige von ihnen waren dort und haben
sie gesehen.
Der Prophet sagte: “Ich begann die Moschee zu beschreiben. Bei der Schilderung einiger Stellen bekam
ich Zweifel. Umgehend wurde die Moschee gebracht und vor das Haus des Iqal oder Aqil gestellt. Ich schaute
darauf und begann die Moschee zu beschreiben.
Nach der Ansprache des Propheten sagten sie: “Was die Beschreibung betrifft, bei Gott, sie war
zutreffend!” (Imam Ahmad, Musnad)
“Ich erinnere mich, als ich auf der al-Hijr war und die Quraysh mich über die Nachtreise befragten. Sie
fragten mich Dinge über das Bayt al-Maqdis, aber ich war nicht sicher ... Dann gab mir Gott das Bayt al-
Maqdis zu sehen und da war nichts, was sie mich fragten, worüber ich nicht berichtet habe.17
Trotzdem weigerten sich die Ungläubigen an das Wunder der Auffahrt zu glauben und wollten Beweise.
Mit Gottes Hilfe war der Prophet (s.a.w.s) in der Lage, ihnen die geforderten Beweise zu bringen und sie
konnten das nicht verleugnen.
Sie sagten zu dem Propheten, “Was ist dein Beweis?” Der Prophet antwortete: “Ich begegnete eine
Karawane, die den Quraysh gehörte. Das war dort und dort. Die Karawane fürchtete sich vor uns und änderte
die Richtung. In der Karawane gab es ein Kamel, beladen mit einem schwarzen und weißen Sack, dieses Kamel
schrie plötzlich und fiel zusammen. Als die Karawane zurückkam fragten sie, was passierte und sie beschrieben
den Zwischenfall so wie der Prophet es tat. ”18
Die Nachtreise und die Auffahrt (Isra’ wa Mi’raj) war eines der großen Wunder, die der Prophet (s.a.w.s)
wirkte und es verlieh seiner Botschaft viel Stärke. Die Ereignisse selbst waren große Wunder so wie die
Tatsache, dass Gott Seinem Gesandten half, die Zweifel der Ungläubigen zu beseitigen. Auf diese Weise wurde
der Prophet (s.a.w.s) als ehrlicher Mensch gesehen.
29

Gott spaltete den Mond für den Propheten (s.a.w.s) in zwei Teile
Der Prophet (s.a.w.s) durfte ein anderes außergewöhnliches Wunder vollbringen, bei welchem der Mond,
so wie es im Qur’an geschrieben steht, in zwei Teile geteilt wurde.

Genaht ist die Stunde und gespalten wird der Mond. (Sure al-Qamar: 1)

Der Satz “und der Mond wurde gespaltet” (wa’nshaqqa al-qamar) ist ein Verbalsatz, der aus den Worten
“spalten” und “Mond” besteht. Das Verb “spalten” leitet sich von der arabischen Wurzel ab, die “teilen” im Sinn
“des Erscheines einer Pflanze, nachdem die Erde gepflügt wurde”, bedeutet. In diesem Sinn bedeutet “teilen”
soviel wie “geteilt werden”, “in Stücke geschnitten werden” oder “getrennt werden”.
Die Geschichte der Teilung des Mondes wird in den Werken der großen Gelehrten des Hadith, so wie
Imam al-Bukhari, Imam Muslim, at-Tirmidhi, Ahmad ibn Hanbal, Abu Dawud, Al-Hakim, Al-Bayhaqi, und Abu
Nu'aym erzählt.19
Abdullah ibn Mas'ud (sagte): “Wir waren in Mina mit dem Gesandten Gottes, als sich der Mond in zwei
Teile teilte. Ein Teil befand sich jenseits des Berges und der andere befand sich auf dieser Seite des Berges. Der
Gesandte Gottes sagte zu uns: “Bezeuge dies.” (Muslim)
Abdullah ibn Mas'ud berichtete, dass der Mond während des Lebens des Propheten in zwei Teile
gespaltet war. Der Berg bedeckte einen seiner Hälften und der andere Teil befand sich über dem Berg und Gott
sagte: “Bezeuge dies.” (Muslim)
Während des Lebens des Propheten Gottes war der Mond in zwei Teile geteilt; ein Teil blieb über dem Berg und
der andere Teil befand sich jenseits des Berges. Daraufhin sagte der Gesandten Gottes, “Bezeuge dieses Wunder” (Al-
Bukhari).
In der Tat, es waren die Menschen aus Makkah, die vom Propheten (s.a.w.s) ein klares Zeichen Gottes
verlangten, und der Prophet (s.a.w.s) hat, mit der Einwilligung Gottes, ihnen die Spaltung des Mondes gezeigt:
Die Menschen von Makkah verlangten vom Gesandten Gottes ein Zeichen zu zeigen (Wunder) und er
zeigte ihnen zweimal die Spaltung des Mondes. (Muslim)
Trotz der klaren und unbestreitbaren Art dieses Wunders stellten es die Götzendiener der Quraysh in
Abrede und weigerten sich zu glauben. Sie konnten jedoch nicht bestreiten, was sie gesehen haben und
deswegen beschlossen sie, dieses Wunder zu diffamieren, indem sie es Hexerei oder Zauberei nannten:

Doch wenn sie ein Zeichen sehen, wenden sie sich ab und sagen: "Ewige Zauberei!" Und sie
leugnen und folgen ihren Begierden. Dabei steht alles schon fest. (Sure al-Qamar: 2-3)

Würden sie doch sagen: "Unsere Blicke sind (nur) berauscht! Ja, wir sind bestimmt verzauberte
Leute!" (Sure al-Hidschr: 15)

Bediuzzaman Said Nursi erzählte, dass dieses Wunder von vielen Gefährten bezeugt wurde, und er
berichtete uns, wie ohnmächtig die Götzendiener angesichts dieses Geschehens waren.
Unter seinen größten Wundern ist die Spaltung des Mondes ein mutawatir [überliefert bei so vielen
Menschen in jeder Generation, dass ein Zweifel unmöglich erscheint]. Diese Wunder wurde duch zahlreiche
30

Wege erzählt, bis zu Grad des tawatur, und durch die führenden Gefährten wie Ibn Mas'ud, Ibn 'Abbas, Ibn
'Umar, 'Ali, Anas und Hudhayfah. Außerdem verkündete der Qur’an dieses höchste Wunder der ganzen Welt:

Genaht ist die Stunde und gespalten wird der Mond. (Sure al-Qamar: 1)

Selbst starrköpfige Ungläubige dieser Zeit konnten diesen Vers nicht verleugnen; alles was sie sagten
war, “Es ist Zauberei”. Demnach waren sogar Ungläubige der Spaltung des Mondes gewiss.20
Nursi setzt fort mit der Erklärung des Grundes der subtilen Art dieses Wunders:
Wunder werden vollbracht, um den Anspruch auf das Prophetenamt zu bestätigen und Verleumder zu
überzeugen, jedoch nicht, um sie zum Glauben zu zwingen. Dieses Wunder wurde benötigt, um jene zu
überzeugen, die schon von dem Prophetentum Muhammad’s gehört haben, damit es von anderen Seiten der Welt
gesehen werden kann, oder um es in einer unbestreitbaren und eindeutigen Weise zu zeigen. Es wäre deshalb
entgegengesetzt der Allwissenheit des Schöpfers und der Zweckbestimmung des Menschens im Universum,
nämlich den Weg für den Geist zu öffnen, ohne den freien Willen einzuschränken. Wenn der Allwissende
Schöpfer, in Übereinstimmung mit den Launen der materialistischen Philosophen, den Mond für einige Stunden
in der selben Stellung gelassen hätte, um es der ganzen Welt zu zeigen, und wenn diese Tatsache dabei von allen
Historikern aufgezeichnet worden wäre, hätte man es als eines der astronomischen Vorkommnisse behandelt,
ohne Bezug auf die Berufung Muhammad’s als Gesandten und ohne Berücksichtigung eines Beweises für sein
Prophetenamt. Oder wäre es ein derart offensichtliches Wunder gewesen, dass es den Glauben aufgezwungen,
und demnach den freien Willen unterbunden hätte.
Die Konsequenz wäre gewesen, dass Kohle und Diamant (oder Abu Jahl und Abu Bakr) das selbe
gewesen wäre und die Funktion des Menschen im Universum wäre verloren gewesen ...21

Bäume antworteten dem Propheten (s.a.w.s)


Es gibt eine Anzahl von Hadithen, die beschreiben, wie Bäume dem Propheten (s.a.w.s) gehorchten und
auf seine Fragen antworteten. Zum Beispiel bezeugte ein Mimosenstrauch die Einheit Gottes und das
Prophetentum Muhammad’s (s.a.w.s), nachdem der Prophet (s.a.w.s) selbst ihn dazu aufgefordert hat.
Ibn ‘Umar sagte: “Wir waren mit dem Gesandten Gottes auf einer Reise, als ein Beduine des Weges kam,
und er fragte ihn: “Beduine, wohin gehst du?” Er antwortete: “Zu meiner Familie.” Er sagte: “Willst du etwas
Gutes tun?” Der Mann fagte: “Was ist es?” Der Prophet sagte: “Dass du bezeugst, dass es nur einen Gott
alleine gibt, ohne Partner und dass Muhammad sein Sklave und Gesandten ist.”. Der Beduine fragte: “Wer
wird bezeugen, was du sagst?” “Dieser Mimosenstrauch.” Der Strauch bewegte sich vom Rand des Flußbettes,
die Erde zerfurchend, bis er vor ihm stand und er forderte von ihm dreimal, das Zeugnis abzulegen. Der Strauch
tat so und kehrte an seinen Platz zurück. (Ad-Darimi, al-Bayhaqi and al-Bazzar)22
Sogar die unbelebten Felsen grüßten den Propheten (s.a.w.s), wenn er vorbei kam und bezeugten seine
Stellung als Gesandter Gottes.
Ali und andere erzählten: Einst spazierte ich mit dem Propheten in der Umgebung von Makkah und ich
bemerkte, dass kein Baum und kein Fels ihn vorübergehen ließen, ohne zu murmeln: Der Friede sei mit dir,
Gesandten Gottes. (At-Tirmidhi)
Mit Gottes Erlaubnis bewegten sich die Bäume für die Bequemlichkeit und Behagen des Propheten
31

(s.a.w.s). Der folgende Hadith ist einer von vielen, die sich darauf beziehen:
Ibn Furak erwähnte, dass der Prophet während des Ta’if Feldzuges in der Nacht reiste, als er schläfrig
wurde. Ein Lote-Baum, der auf seinem Weg stand spaltete sich in zwei Hälften und ließ ihn dazwischen
durchgehen. Die Stämme dieser Hälften verblieben bis heute und sind gut bekannt.23
Es gibt eine gutbekannte Geschichte des Propheten (s.a.w.s) ist, als er, gegen eine spezielle Palme
gelehnt, sein Khutbah übergab. Als der minbar für ihn gebaut wurde und die Palme nicht länger benötigt wurde,
ächzte und weinte sie aus Liebe zum Propheten (s.a.w.s):
Jabir ibn 'Abdullah sagte: “Die Moschee wurde aus den Stämmen der Palmen, mit einem
daraufliegenden Dach gebaut. Als der Prophet zu den Menschen sprach, lehnte er sich gegen einen dieser
Stämme. Als der minbar für ihn gebaut war, hörte er, wie aus dem Stamm ein Laut wievon einem Kamel kam.”
(Al-Bukhari)24

Überfluß an Essen und Wasser


Gott erwies dem Propheten (s.a.w.s) während seines ganzen Lebens zahlreiche Wohltaten wie Überfluss
und Fruchtbarkeit. Auf allem, was er berührte oder durch seine Anwesenheit ehrte war barakah durch den
Willen Gottes. Es gibt Berichte in den Hadith vom, Überfluss an Nahrung und Wasser in der Gegenwart der
Propheten (s.a.w.s), selbst wenn es eine augenscheinliche Knappheit gab.
Bei einer Gelegenheit gab es nicht genug Wasser für die Leute für ihr Wudu’, und dennoch konnten es
viele Leute durch ein Wunder des Propheten (s.a.w.s) verrichten.
Anas ibn Malik sagte, “Ich sah den Gesandten Gottes zur Zeit des ‘Asr Gebets. Die Leute suchten Wasser
für ihr Wudu’ und konnten keines finden, dann brachte man dem Gesandten Gottes etwas Wudu’-Wasser. Er
legte seine Hand in das Gefäß und befahl den Leuten, Wudu’ daraus zu verrichten. Er fügte hinzu, “Ich sah das
Wasser aus seinen Fingern fließen und alle, bis zum letzten Mann, verrichteten damit Wudu’.” (Muslim und al-
Bukhari)25
Jabir ibn ‘Abdullah berichtet in einem Sahih Hadith, dass es bei einer anderen Gelegenheit in al-
Hudaybiyah eine Knappheit an Wudu’-Wasser gab. Der Prophet (s.a.w.s) tauchte seine Finger in das Gefäß und
einige 15.000 Menschen konnten davon ihr Wudu’ verrichten.26
Es gibt gleichartige Berichte wo tatsächlich Wasser zwischen den Fingern des Propheten (s.a.w.s)
herausfloss.
Ibn Abbas berichtete: Auf einer Reise, als der Gesandten Gottes am Morgen erschien, war für die Truppe
kein Wasser geblieben. Jemand sagte, “Prophet Gottes, die Armee hat kein Wasser!”
“Gibt es überhaupt nichts, auch nicht ein wenig?”
“Ja!”
Sofort brachte man eine Schale mit ein wenig Wasser. Der Prophet legte seine Finger an den Rand der
Schale und öffnete sie. Wasser floß aus der rechten Seite seines Finger, wie aus einem Brunnen. Er befahl Bilal,
die Leute zu rufen: “[Komm zu] dem gesegneten Wasser!” (Ibn Hanbal, al-Bayhaqi, Bazzar, at-Tabarani und
Abu Nu'aym)27
Ziyad ibn al-Harith as-Suda'i erzählten: Der Prophet reiste: Er hielt vor dem Morgengrauen an. Er
erschien und sagte zu mir: “Bruder des [Stammes der] Suda, gibt es hier etwas Wasser?”
“Nein, ausgenommen einer ganz kleinen Menge, die dir nicht genügen würde,” sagte ich.
32

“Gib es in eine Schale und bringe es mir,” befahl er.


Ich tat was er sagte. Er legte seine Hände in das Wasser. Ich sah, dass zwischen seinen zwei Fingern
Wasser wie aus einer Quelle floss. Dann befahl er, “Ruf alle meine Gefährten, die Wasser benötigen!” Ich rief
sie. Jeder nahm soviel Wasser wie er wollte. …
… Wir sagten: “Gesandten Gottes! Wir haben eine Quelle. Hier gibt es im Winter viel Wasser und wir
werden es sammeln. aber im Sommer zieht sich das Wasser zurück und wir verteilen uns auf andere Quellen,
rund umher. Wir wurden Muslime. Denndoch sind wir von Feinden umringt. Bitte bete zu Gott, dass Er das
Wasser in unserer Quelle reichlicher macht. Auf diese Weise müssen wir uns nicht nach rechts und links
verteilen, sondern können immer um unsere Quelle sein.”
Daraufhin verlangte er, dass man ihm sieben Steine bringe. Er rieb diese in seinen Händen und betete
über ihnen. Dann befahl er: “Nehmt diese Steine und sobald ihr die Quelle erreicht habt, werft einen nach dem
anderen hinein und nennt den Namen Gottes!” Wir taten was er uns auftrug. Nachher konnten wir nicht den
Boden von ihr [er meinte die Quelle] sehen. (Al-Harith ibn Usamah in his Musnad, al-Bayhaqi und Abu
Nu'aym)28
Ein anderer Hadith erzählt, dass aus der Stelle, wo der Prophet mit dem Fuß stieß, Wasser herausquoll.
‘Amr ibn Shu’ayb erzählte, dass er einmal in Dhu’l-Majaz hinter dem Propheten ritt, als Abu Talib zu
ihm sagte, “Ich habe Durst und habe kein Wasser bei mir.” Der Prophet stieg ab, schlug mit seinen Füßen auf
die Erde und Wasser kam heraus. Er sagte, “Trinke.”29
Auf die gleiche Weise erzählten seine Gefährten, dass bei Essen in Gegenwart des Propheten (s.a.w.s)
niemals die Nahrung knapp wurde und dass sich jeder der Anwesenden satt erheben konnte:
In dem Hadith von Anas über die Hochzeit des Gesandten Gottes, sagte er, “Meine Mutter, Umm Sulaym,
bereitete “hays” und ich gab sie in einen Topf und brachte sie zum Gesandten Gottes und er sagte: “Stelle ihn
nieder und lade den Soundso ein und wen immer du triffst.” Ich lud alle ein und vergaß keinen, den ich traf, bis
sie das Suffah (eine an die Moschee des Propheten in Madinah angebaute Veranda, wo arme Muslime
normalerweise schlafen) den den Raum füllten. Der Prophet stelle den Topf vor sich hin und tauchte drei Finger
hinein. Die Leute begannen zu essen und verließen dann den Ort. Das Gefäß verblieb so, wie es am Anfang war.
Es waren einundsiebzig oder zweiundsiebzig Gäste. (Muslim and al-Bukhari)30
Bei einer anderen Gelegenheit bereitete Abu Ayyub nur genug Essen für den Propheten (s.a.w.s) und Abu
Bakr. Er erzählte, dass der Prophet (s.a.w.s) ihm sagte, “Lade dreißig der Adeligen von Ansar ein.” Er lud sie ein
und sie aßen und gingen dann. Später sagte er, “Lade sechzig weitere ein,” und dasselbe passierte. Dann sagte
er, “Lade siebzig weitere ein,” und sie sättigten sich und es blieb noch etwas übrig. Keiner von ihnen ging ohne
Muslim zu werden und huldigten ihm. Abu Ayyub sagte, dass insgesamt einhundertachtzig Männer von dem
Speisen aßen. (At-Tabarani and al-Bayhaqi)31
Abu Hurayrah erzählte, dass der Prophet (s.a.w.s) ihn zu einer anderen Gelegenheit sagte, die Leute von
Suffah zu laden. Er versammelte sie und ein Teller wurde vor sie gestellt und sie aßen was sie wollten und
gingen danach. Das Essen blieb so, wie es serviert wurde, mit Ausnahme, dass die Spuren der Finger darauf
blieben.32
Das sind gerade einige Beispiele der physischen Wunder, die Gott dem Propheten (s.a.w.s) gestattete. Es
gab keinen Moment im Leben des Propheten (s.a.w.s), wo es keine Wunder gab. Es gab außergwöhnliche und
doch unleugenbare einzelne Begebenheiten, so wie die Auffahrt zu den Himmeln und die Spaltung des Mondes,
33

oder auch die häufiger erzählten Begenheiten wie die Bäume, die den Propheten (s.a.w.s) grüßten. Diese
Wunder dienten um die Botschaft Gottes zu unterstützen; um die Entschlossenheit der Gläubigen zu stärken und
um Ungläubige einzuladen, den Glauben anzunehmen. Da jedoch Gott den Menschen einen freien Willen
gegeben hat, erwählte nicht jeder, der diese Wunder bezeugen konnte den Glauben. Niemals behauptete der
Prophet (s.a.w.s), dass er die Macht hätte, diese Wunder zu vollbringen. Sie wurden dem Propheten (s.a.w.s) von
Gott gewährt. Der Prophet (s.a.w.s) war ein gesegneter Mann und in seiner Gegenwart war eine große barakah,
so wie wir bei dem Überfluss von Speise und Wasser gesehen haben. Es gab auch eine große barakah in seinen
Gebeten für die Menschen.
34

7. Die Wirksamkeit der Gebete


des Propheten (s.a.w.s)

Wie alle anderen Propheten hatte der Prophet Muhammad (s.a.w.s) eine innige Verbundenheit mit Gott; er
war ein aufrichtiger Sklave mit tiefem Glauben und einer starken takwa. Gott erhörte seine Gebete und das
ermöglichte seinen Gefährten und alle anderen um ihn, zahlreiche Wunder zu bezeugen.
Die Gebete (du’a) des Propheten Muhammad (s.a.w.s) hatten eine starke barakah und einige Hadithe
beschreiben diese Gebete im Einzelnen und wie sie beantwortet wurden.

Die Gebete des Propheten um Regen


(istisqaa) wurden von Gott erhört
In einem Hadith gibt es eine dataillierte Schilderung des Gebets des Propheten (s.a.w.s) um Regen und
dessen Erhörung durch Gott.
Anas erzählte: Ein Mann ging am Freitag in die Moschee wo sich gerade der Prophet an die Leute
wandte. Der Mann sagte: “Gesandter Gottes, unser Besitz wurde zerstört und wir haben keine
Transportmöglichkeit zum Markt. Erbitte Regen für uns.” Der Prophet erhob seine Hände uns sagte: “Oh Gott,
gib uns Regen. “Oh Gott, gib uns Regen. “Oh Gott, gib uns Regen. Bei Gott, zu dieser Zeit waren keine Wolken
am Himmel und kein Haus oder Gebäude befand sich zwischen uns und dem Berg. Hinter dem Berg aber erhob
sich eine Wolke, in Form eines Schildes. Mit der Zeit erreichte sie die Mitte des Himmels, sie brach auseinander
und es begann zu regnen. (Al-Bukhari und Muslim)
Anas ibn Malik erzählte: Ein Mann kam zum Gesandten Gottes und sagte, “Gesandter Gottes, unsere
Tiere sterben und unsere Kamele sind zu schwach, um zu gehen, bete zu Gott.” Der Gesandte Gottes betete und
es regnete von einem jumu’ah (Freitag) bis zum nächsten. (Malik’s Muwatta)
oder “... und es regnete von diesem bis zum nächsten Freitag.” (Al-Bukhari)

Gefährten, die die Wohltaten der Gebete


des Propheten erhielten
Der Prophet war eine fürsorgende und barmherzige Person, die immer für die Gläubigen ein
großes Interesse zeigte. Der Qur’an erwähnte dies:

Wahrlich, nun kam bereits ein Gesandter aus euerer Mitte zu euch. Schwer liegen euere Missetaten
auf ihm. Fürsorglich ist er für euch! Gegen die Gläubigen (aber) ist er gütig und barmherzig. (Sure at-
Tauba: 128)

In den Hadithen gab er viele Empfehlungen für ihre Gesundheit, Sicherheit und Glauben und er
begegneten ihnen mit Mitleid und Barmherzigkeit. Er betete wegen vieler Dinge im Namen seiner Gefährten zu
Gott. Im Qur’an sagt Gott folgendes über die Gebete des Propheten (s.a.w.s) zu Gunsten der Gläubigen:
... und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung. Und Gott ist hörend und
35

wissend. (Sure at-Tauba: 103)

Demnach wissen wir aus dem Qur’an, dass die Gefährten Ruhe und Seelenfrieden durch die Gebete des
Propheten (s.a.w.s) erhielten. Der Hadith erzählt uns, dass die Gebete erhört wurden, wenn der Prophet (s.a.w.s)
um Gesundheit und ein langes Leben für einige seiner Gefährten betete. Wir erfahren z.B. von Ibn Kathir, dass
die Gebete des Propheten (s.a.w.s) einige der Gefährten wieder jung machten:
Es wurde auch erklärt, dass jene Gefährten, für die der Prophet um ein langes Leben betete, hundert
Jahre lebten.33
Er streichelte den Kopf eines anderen Gefährten und betete, Gott, mache ihn schön und gib, dass diese
Schönheit lange anhält und das Gesicht dieses Gefährten blieb jung und hübsch bis er starb.34
Der Prophet betete auch für ihren materiellen Wohlstand.
Anas erzählte: Der Prophet sagte, “Oh Gott! Gib ihm (d.h. Anas) Besitz und Kinder und segne ihn.”
Folglich bin ich einer der Reichsten unter den Ansar und hatte zahlreiche Kinder. (Al-Bukhari and Muslim)
Der Prophet Gottes sagte zu ‘Abd ar-Rahman ibn ‘Awf, ‘Gott möge dich reich machen!’ Ibn Sa’d und al-
Bayhaqi erzählen dies aus einer anderen Quelle und fügen hinzu: Abd ar-Rahman sagte ihnen, “Ich wurde so
reich, dass ich unter jedem Stein, den ich aufhebe, Gold oder Silber finde.”35
Der Prophet Gottes betete für al-Baraqi. Dieser erreichte mit dem Handel ein derart hohes Niveau, dass
er wusste, selbst wenn er Erde verkaufte, würde er auch daran verdienen.
Abu ‘Uqayl sagte: Wenn sein Großvater ‘Abdullah ibn Hisham auf den Markt ging, um Weizen zu kaufen,
traf er Ibn az-Zubayr und Ibn Umar, die ihn aufforderten: ‘Sei unser Partner! Weil der Prophet Gottes für dich
um Reichtum gebetet hat’. Daraufhin teilte er den Weizen mit ihnen. Dennoch wurde die Ladung auf seinem
Kamel nie leichter. Er kehrte damit nach Hause zurück.37
36

8. Gottes wundersamer Schutz


des Propheten (s.a.w.s)

Wie wir gesehen haben, war der Prophet (s.a.w.s), noch bevor er das Wort Gottes darlegte, unter allen als
al-Amin bekannt, was seine Vertrauenswürdigkeit zeigte. Leute, die in seiner Gemeinde lebten, vertrauten ihm
bedingungslos und wählten ihn wegen seiner Güte und Gerechtigkeit als Schlichter für viele ihrer Probleme. Da
er intelligent, vorwärts denkend, einsichtsvoll und sorgfältig war in allem, was er tat, hatte er den Respekt und
die Verehrung von allen um ihn herum erworben. Als der Prophet (s.a.w.s) aber anfing, die Leute anzurufen, um
an Gott zu glauben und ihren Götzen abzusagen, veränderte sich plötzlich die Einstellung vieler ungläubiger
Mitglieder seiner Gemeinde.
Die Götzendiener reagierten auf den Ruf des Propheten (s.a.w.s) nach Gerechtigkeit und Wahrheit mit
Beleidigungen, so wie es im Qur’an geschrieben steht:

Und sie sagen: "O du, auf den die Warnung (angeblich) herabgesandt worden ist, du bist wahrlich
besessen! Warum bringst du uns keine Engel, wenn du glaubwürdig bist?" (Sure al-Hidschr: 6-7)

Der Prophet (s.a.w.s) wurde beschimpft, lächerlich gemacht und war vielen grundlosen Anschuldigungen
ausgesetzt. Selbst unter diesen Umständen fuhr er ruhig fort, die Lehren des Qur’an zu verbreiten. Diese Lehren
aber verursachten Mißgunst und Groll unter den Götzendienern, die von Ungerechtigkeit und Unterdrückung
Profit zogen und fürchteten, daß sie ihren weltlichen Status, ihren Rang und materiellen Reichtum verlieren
würden, wenn der Islam sich ausbreitete. Nur eine kleine Minderheit von Leuten sah ein, was für ein Segen der
Prophet (s.a.w.s) und die Weisheit seiner Lehren war. Die Götzendiener unternahmen alles ihnen Mögliche, um
dem Propheten (s.a.w.s) und denen, die glaubten, das Leben zu erschweren. Die Muslime wurden von den
Menschen, unter denen sie lebten, boykottiert und sogar gefoltert und ermordet. Wegen diesem feindseligen
Umfeld in Makkah waren der Prophet (s.a.w.s) und seine Gefährten gezwungen, nach Madinah auszuwandern.
Obwohl der Prophet und die Gläubigen von den Ansar von Madinah empfangen wurden, waren die Juden
von Madinah weniger gastfreundlich. Es ist ein Zeugnis der Charakterstärke des Propheten (s.a.w.s), dass er
niemals einen Groll gegen diejenigen hegte, die ihm übel wollten. Die gefährlichste Gruppe der Gegner des
Propheten (s.a.w.s) in Madinah waren aber die Heuchler. Sie täuschten vor, dass sie glaubten, und verbrachten
ihre Zeit mit dem Propheten (s.a.w.s), verschwörten sich aber mit den Ungläubigen gegen ihn. In Anbetracht
dessen, dass die Sicherheit des Propheten (s.a.w.s) durch diese unterschiedlichen Gruppen von Menschen
gefährdet war, war es ein großes Wunder, dass der Prophet (s.a.w.s) auf keinerlei Weise in diesem Kampf
geschädigt wurde (mit Ausnahme einiger gebrochener Zähne und Wunden, die er am Tag von Uhud erlitten
hatte).
Im Qur’an versprach Gott den Propheten (s.a.w.s) vor Leuten, die ihn schädigen wollten, zu beschützen:

Gott wird dich vor den Menschen beschützen; siehe, Gott leitet nicht die Ungläubigen. (Sure al-
Ma'ida: 67)
37

Gottes Versprechen wurde durch viele Wunder geoffenbart. Die Leugner, Götzendiener und Heuchler, die
den Propheten (s.a.w.s) schädigen oder sogar töten wollten, waren nicht dazu in der Lage. Ihre Komplotte und
Fallen wurden jedesmal vereitelt. Als die Muslime gezwungen waren, gegen die Ungläubigen zu kämpfen,
beschützte Gott den Propheten (s.a.w.s) und unterstützte die Gläubigen gegen die offenbar stärkeren und
größeren Armeen der Ungläubigen. Das Ergebnis war, dass die Gläubigen in ihrem Glauben bestärkt wurden
und dass einige Ungläubige zum Islam übertraten. Der Prophet (s.a.w.s) war imstande, seine Mission bis zum
Ende fortzuführen. Wie der Qur’an sagt, war dies ein Wunder, und es gibt viele Geschichten über den Propheten
(s.a.w.s) in den Hadithen.

Die Ungläubigen konnten den Propheten


(s.a.w.s) in Makkah nicht töten
Die Ungläubigen fühlten sich durch die Ausbreitung des Islam gefährdet, da er ihren Status und Reichtum
gefährdete. Sie versammelten sich, um zu besprechen, wie sie den Propheten (s.a.w.s) überreden konnten
aufzugeben, oder, wenn dies scheitern sollte, wie er zu töten sei. Gott wußte von diesen Komplotten und Plänen
und fasste sie im Qur’an zusammen:

Und damals als die Ungläubigen Pläne gegen dich schmiedeten, um dich festzunehmen oder zu
ermorden oder zu vertreiben: Sie schmiedeten Pläne und Gott schmiedete Pläne; doch Gott ist der Beste
im Pläneschmieden. (Sure an-Anfal: 30)

Anfangs boten die Ungläubigen dem Propheten (s.a.w.s) weltliche Vorteile an, so wie Reichtum und
Position, als Anreiz die Verkündung seiner Botschaft aufzugeben. In seinem Musnad erzählt Ibn Abi Shaybah
von diesem ungehörigen Angebot, das ´Uthbah dem Propheten (s.a.w.s) unterbreitete:
Wenn du Geld willst werden wir genug Geld einsammeln, so dass du der Reichste unter uns wirst. Wenn
du Herrschaft willst, werden wir dich als unseren Herrscher nehmen und niemals über eine Angelegenheit ohne
deine Zustimmung entscheiden. Wenn du ein Königreich willst, werden wir dich zum König krönen.
Da die Ungläubigen Reichtum und Macht sehr hochschätzten, gingen sie davon aus, dass der Prophet
dieses offenbar großzügige Angebot annehmen würde.

Sie wünschen, dass du entgegenkommend bist, dann wollten auch sie entgegenkommend sein. (Sure
al-Qalam: 9)

Der Prophet (s.a.w.s) war aber nur darum besorgt, Gottes Zustimmung zu gewinnen, und ersehnte nur
seine Belohnung, darum schlug er alle ihre Angebote aus.
Nachdem sie gescheitert waren, den Propheten (s.a.w.s) mit materiellen Versprechen von seinem
Vorhaben abzubringen, wurden die Ungläubigen wütend und fingen an, ein Komplott zu schmieden, um ihn
gefangen zu nehmen. Gemäß Ibn Ishaq trafen sich die Quraysh und beratschlagten über den Propheten (s.a.w.s)
und sagten sich:
“Ihr wisst zu welchem Ausmaß dieses Individuum gelangt ist”. Daraufhin begannen sie zu diskutieren.
Einer von ihnen sagte: “Lasst uns ihn irgendwo einkerkern, sodass er zu niemandem spricht, und lasst uns ihn
38

dort aufbewahren, bis er stirbt! Lasst uns ihm nur so wenig Essen geben um ihn am Leben zu erhalten!”
Die Ungläubigen konnten allerdings zu keiner Übereinstimmung kommen und entschieden stattdessen
ihn ins Exil zu schicken. Auch dies wurde als unangebracht angesehen, weil sie empfanden, dass Prophet
Muhammad (s.a.w.s) die Unterstützung eines Arabischen Stammes in Anspruch nehmen würde, der sich dann an
ihnen rächen würde. Abu Jahl, ein Onkel des Propheten (s.a.w.s), der dem Islam feindlich entgegen stand,
schlug vor, dass es das Beste wäre, den Propheten (s.a.w.s) zu töten. 38 So stark war sein Hass gegenüber seinem
Neffen, dass er keine Gelegenheit ausließ, den Propheten (s.a.w.s) zu bedrohen.
Imam al-Bukhari erzählt hiervon im Folgenden über Ibn´Abbas:
Abu Jahl sagte: “Wenn ich Muhammad an der Ka´bah (Kaaba) beten sehe, werde ich auf seinen Nacken
treten.” Als der Prophet davon hörte, sagte er: “Wenn er dies tut, werden ihn die Engel fortreissen.” ( Al-
Bukhari)
Abu Jahl ging sogar soweit, diese Drohung wahrzumachen, und dieses Ereignis wird in der Seerah
erzählt:
... Abu Jahl, einen schweren Stein schleppend, um seinen Eid zu erfüllen [ihn zu töten], staunte, als er
sich dem Propheten näherte, der demütig in seinem Gebet vertieft war. Bevor Abu Jahl in der Lage war, nahe
genug an den Propheten zu gelangen, wandte er sich in tödlicher Angst ab. Seine Hand begann, sich um den
Stein zu verkrallen, woraufhin er ihn fallen ließ und so schnell er konnte davonlief. Quraysh eilte zu ihm und
fragte ihn, was über ihn gekommen sei, woraufhin er ihnen antwortete, dass er ein angsteinflößendes Kamel
gesehen hatte, mit einem entsetzlich großen Kopf, enormen Schultern und einem furchterregenden Satz von
Zähnen, das aussah, als würde es ihn auffressen. Später erzählte der Prophet seinen Gefährten, dass das Kamel
niemand anders als Jibril war, und wäre Abu Jahl geblieben, hätte es ihn in der Tat gefressen.39
Selbst als der Prophet (s.a.w.s) Vorbereitungen traf, Makkah zu verlassen, um nach Madinah zu gehen,
gebrauchten die Ungläubigen diese Gelegenheit, ein Komplott zu schmieden, um ihn zu töten, als er sein Haus
verließ. Sie baten starke junge Männer aus allen Stämmen, ausgestattet mit Waffen, sich vor dem Haus des
Propheten (s.a.w.s) zu versammeln, um ihn zu töten. Der Plan bestand darin, dass alle Männer zugleich
zuschlagen würden, sodass die Verantwortung für den Tod des Propheten (s.a.w.s) nicht auf einen Stamm alleine
fallen würde. Der Engel Jibril (Gabriel) aber kam in jener Nacht zum Propheten (s.a.w.s) und teilte ihm mit,
dass er nicht in seinem eigenen Bett schlafen solle. Der Prophet (s.a.w.s) bat Ali, dass er anstelle seiner an
seinem Ort schlafen solle, wissend, dass seinem Neffen kein Schaden zukommen würde. Die jungen Männer
hatten sich bereits außerhalb des Hauses des Propheten (s.a.w.s) versammelt, als er noch drinnen war. In genau
dem Moment, als der Prophet (s.a.w.s) das Haus verließ, nahm Gott die Sicht der Männer, sodass niemand sah,
dass er aufbrach. Die Männer warteten die ganze Nacht vor dem Haus des Propheten (s.a.w.s) und waren
wütend, als am nächsten Morgen Ali aus dem Haus kam, und sie feststellten, dass ihr Plan, den Propheten
(s.a.w.s) zu töten, komplett fehlgeschlagen war.40
39

Die Wunder, die Gott in der Höhle vollbrachte,


um den Propheten (s.a.w.s) zu schützen
Während Ali im Bett des Propheten (s.a.w.s) schlief, hielt sich der Prophet (s.a.w.s) im Haus eines engen
Freundes auf, Abu Bakr. Zusammen brachen sie auf, um nach Madinah zu gehen. Der Prophet (s.a.w.s) wußte,
dass der erste Ort, an dem die Götzendiener nach ihm suchen würden, die Madinah-Straße im Norden sein
würde. Aus diesem Grund beschloß er, in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Dies war die Straße nach
Yemen, südlich von Makkah. Nachdem sie 6 Kilometer entlang dieser Straße marschiert waren, kamen sie zu
dem Berg namens Thawr. Dies war ein hoher Berg, der schwer und gefährlich zu erklimmen war. Der Prophet
(s.a.w.s) versteckte sich dort mit seinem zuverlässigen Freund Abu Bakr für 3 Nächte. Gemäß den Quellen wird
diese Höhle im Berg Thawr ´Athal` genannt.41
In der Zwischenzeit blockierten die Quraysh alle Straßen und stellten bewaffnete Männer auf, die dort
patroullierten, um den Propheten (s.a.w.s) zu finden. Männer, sowohl auf dem Pferd als auch zu Fuß,
durchkämmten das Gebiet nach Fußabdrücken. Sie zerstreuten sich über die Berghänge und –täler. Auf ihrer
Suche nach dem Propheten (s.a.w.s) kamen die Verfolger bis zum Eingang der Höhle. In dem Augenblick legte
Prophet Muhammad (s.a.w.s) sein gesamtes Vertrauen in Gott, und, wie in anderen Situationen in seinem Leben,
wurde auch hier dem Propheten (s.a.w.s) der Wille Gottes zuteil.
Als die Götzendiener letztlich auf ihrer Verfolgung des Propheten (s.a.w.s) und Abu Bakr den Eingang
der Höhle erreichten, sahen sie am Eingang ein Spinnennetz und stellten fest, dass dort Tauben ihr Netz errichtet
und Eier gelegt hatten.
Die Quraysh schlossen daraus, dass niemand kürzlich die Höhle hätte betreten können, und wendeten sich
ab. Dies war ein großes Wunder Gottes, der die Spinne dazu veranlasste, ein Netz am Höhleneingang zu weben,
und die Tauben dort plazierte. Dem Propheten (s.a.w.s) und seinem Gefährten geschah in der Höhle nichts, und
es ist sicherlich ein Wunder, dass Gott ihn mit unsichtbaren Armeen unterstützte und ihm ein Gefühl für
Sicherheit und Wohlergehen gab. Der Qur’an berichtet:

Wenn ihr ihm nicht beisteht, (so bedenkt) dass ihm bereits Gott geholfen hat als ihn die
Ungläubigen vertrieben - als beide in der Höhle waren, und als er zu seinem Gefährten sprach: "Sei nicht
traurig! Siehe, Gott ist mit uns." Da sandte Gott Seinen großen Frieden auf ihn nieder und stärkte ihn
mit Heerscharen, die ihr nicht saht. Und Er machte das Wort der Ungläubigen unterlegen und Gottes
Wort überlegen. Und Gott ist mächtig und weise. (Sure at-Tauba: 40)

Im Tafsir Ibn Kathir wird dieses Wunder wie folgt erklärt:


Gott sagt “wenn ihr ihm nicht beisteht”, das bedeutet, dass es egal ist, dass ihr dem Propheten
Muhammad nicht geholfen habt, denn Gott half ihm wie er ihm half als “ihn die Ungläubigen vertrieben - als
beide in der Höhle waren”. Diese Ausweisung ist ein Hinweis auf das Jahr, in dem die Götzendiener
versuchten, den Propheten zu töten. Er entkam ihnen, mit seinem Gefährten. Sie beide verbargen sich für 3
Nächte in der Höhle von Thawr, während der zahlreiche Feind in fruchtloser Suche nach ihnen herumstreifte.
Es war dann, als Abu Bakr Angst hatte, dass die Ungläubigen sie nicht sehen und ihnen Schaden zufügen
würden. Der Prophet aber war sich sicher ob des Schutzes und der Unterstützung Gottes, und so beruhigte er
Abu Bakr.
40

Mit der Ermächtigung durch Anas berichtete Imam Ahmad, dass Abu Bakr as-Siddig sagte: Ich war in
Begleitung des Propheten in der Höhle, und als ich die Ungläubigen sah, sagte ich: ´Bote Gottes! Wenn einer
von ihnen (den Leugnern) zu seinen Füßen schauen würde, würde er uns unter seinen Füßen sehen.` Er sagte:
´Was denkst Du über zwei (Menschen), von denen der dritte Gott ist?` (Al-Bukhari und Muslim schrieben den
selben Hadith.)
Deswegen sagt Gott, “Da sandte Gott Seinen großen Frieden auf ihn nieder”, das bedeutet, dass Er
Seinen Frieden, Seine Ruhe und Unterstützung hinab zum Propheten schickte. Und “stärkte ihn mit
Heerscharen, die ihr nicht seht”, das bedeutet die Engel. Was den Vers “Und Er machte das Wort der
Ungläubigen unterlegen und Gottes Wort überlegen” angeht, sagte Ibn Abbas: “Das Wort der kuffar bezieht
sich auf die Gemeinschaft der Partner mit Gott, während das Wort Gottes sich auf ´La ilaha ill'Allah`
bezieht.”42

Gott unterstützte den Propheten (s.a.w.s)


und die Gläubigen während der Schlacht
Die Offenbarung des Qur’an an den Propheten (s.a.w.s) dauerte 23 Jahre. Während der ersten 13 Jahre
lebten die Muslime unter den Götzendienern von Makkah und litten unter großer Unterdrückung. Viele
Muslime wurden körperlich gefoltert, einige wurden getötet, anderen wurden ihre Häuser und Besitztümer
geplündert und sie waren ständig Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt. Trotz all diesem lebten die
Muslime, ohne Gewalt zu ergreifen, stets versuchend, mit den Götzendienern Frieden zu schließen. Schließlich,
als der Druck durch Götzendiener unerträglich wurde, zogen die Muslime in die Stadt Yathrib (später Madinah
genannt) und gründeten mit beiden, den Arabern und den Juden, ihre eigene Gesellschaft. Gott gab sodann den
Muslimen die Erlaubnis sich selbst zu verteidigen, wenn sie von den Ungläubigen standen. Als die Ungläubigen
gegen die Muslime Krieg führten, unterstützte Gott den Propheten (s.a.w.s) mit vielen psychologischen,
spirituellen und physischen Wundern, um ihm zu helfen, dass er sich selbst verteidigte und den Islam
ausbreitete.
Der Prophet (s.a.w.s) war ein tapferer Mensch, der im offenen Kampf kämpfte und dem Feind persönlich
von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand. Obwohl er in der ersten Reihe kämpfte, wurde er nie getötet und
kehrte durch ein Wunder Gottes unverletzt aus der Schlacht zurück. Ibn Hanbal, At-Tabarani und Abu Nu'aym
erzählen das Folgende in Bezug auf dieses Wunder von Abu Jad´an:
Ich sah den Propheten. Ein Mann wurde zu ihm gebracht. “Dieser Mann wollte Euch töten” sagten sie.
Daraufhin sagte der Prophet Gottes: “Habt keine Angst! Habt keine Angst! Selbst wenn ihr es gewünscht
hättet, hätte Gott es nicht zugelassen, dass Ihr mir Ärger bereitet.”43
Obwohl er wußte, dass er das Ziel der Götzendiener und Lügner war, versicherte der Prophet stets, dass
die Gläubigen in Sicherheit waren. Der Prophet selbst wußte, dass er auf dem Schlachtfeld unter Gottes Schutz
stand, und er gab sich Ihm in seine Hände, niemanden fürchtend außer Ihm.
Die beachtenswerteste Schlacht, bei der Gott dem Propheten (s.a.w.s) und den Gläubigen zur Seite stand,
war die Schlacht von Badr, welche im Ramadan des zweiten Jahres nach der Hijrah gefochten wurde. Hier stand
Gott dem Propheten (s.a.w.s) und den Gläubigen mit psychologischen, spirituellen und physischen Wundern zur
Seite, die begannen noch bevor die Kämpfe angefangen hatten.
Und auch bei Badr half euch Gott, als ihr verächtlich erschient; darum fürchtet Gott: vielleicht seid
41

ihr dankbar. (Sure Al 'Imran: 123)

Bevor die beiden Seiten tatsächlich den Kampf anfingen, sahen beide, die Ungläubigen und die
Gläubigen, die Armee des jeweils anderen kleiner als sie tatsächlich war. Dies wird im Qur’an beschrieben:

Gott zeigte sie dir in deinem Traume als wenig zahlreich; hätte Er sie dir als sehr zahlreich gezeigt,
wahrlich, ihr wärt kleinmütig gewesen und hättet über die Sache miteinander gehadert. Gott aber
bewahrte euch (davor). Siehe, Er kennt das Innerste der Brüste. Und beim Zusammentreffen ließ Er sie
in eueren Augen als wenige erscheinen und verkleinerte euch in ihren Augen, damit Gott eine Sache
vollendete, die geschehen sollte. Und zu Gott kehren alle Dinge zurück. (Sure al-Anfal: 43-44)

Hinter diesem Wunder Gottes steckte eine große Weisheit. Als die Muslime sahen, dass die Armee der
Götzendiener weniger zahlreich war als in Wirklichkeit, gab es ihnen Stärke und erhöhte ihre Moral. Und als die
Ungläubigen die Muslimische Armee sahen, dass sie in der Unterzahl zu ihrer war, wurden sie nachlässig und
dazu verleitet zu glauben, dass sie auf leichte Weise siegreich sein würden. Ibn Kathir interpretiert den Vers wie
folgt:
Gottes Vers “Und beim Zusammentreffen (mit der Armee der Ungläubigen) ließ Er sie in eueren
Augen als wenige erscheinen” zeigt die Barmherzigkeit und Güte Gottes gegenüber seinen gläubigen Sklaven.
Er brachte die Muslime dazu, die Götzendiener von Quraysh als wenige in ihren Augen zu sehen, um sie zu
ermutigen die Ungläubigen anzugreifen. Abu Ishaq as-Sabi'i erzählte, dass Abdullah Ibn Mas'ud sagte: Gott
zeigte uns die Armee der Qurayshi als wenige in unseren Augen, sodass ich einen Mann fragte, der zu meiner
Seite stand: ´Es sind 70, oder?`. Und er sagte: ´Nein, es sind 100.` Wir nahmen uns dann einen Mann der
Qurayshi Armee und fragten ihn bezüglich ihrer Anzahl. Er sagte: ´Wir waren 1000 Kämpfer.` ... Gott hatte die
Gegenerschaft zwischen den Muslimen und den Ungläubigen angereizt und verursacht, dass jede Partei in den
Augen der anderen kleiner erschien, sodass sie die Schlacht nicht fürchteten.44
Die Schlacht von Badr stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte des Islam dar. Die
Muslime hätten in der Nacht vor der Schlacht besorgt und ängstlich sein müssen, mit unruhigem Schlaf.
Dennoch schliefen sie diese Nacht gründlich und erholsam, sodass sie erfrischt und ruhig aufwachten. Auch dies
war ein Wunder Gottes:

(Erinnert euch) als euch dann Schlaf überkam, wie als Zusicherung von Ihm. … (Sure al-Anfal: 11)

Auch schickte Gott diese Nacht Regen über die Muslime hinab. Auch hier stand große Weisheit dahinter,
wie im Qur’an erklärt:

... und Er vom Himmel Regen auf euch hinabsandte, um euch damit zu reinigen und euch von den
Einflüsterungen des Satans zu befreien und im Innersten zu festigen und eueren Schritten Halt zu geben.
(Sure al-Anfal: 11)
Der leichte Regen erfrischte die Muslime, und gab ihnen Wasser zum Trinken und für Wudu´. Der Ort, an
dem die Muslimische Armee ihr Lager aufgeschlagen hatte, war sandig, und so war es schwer, auf ihm zu
42

gehen, da ihre Füße in den Boden sanken. Das Regenwasser trug dazu bei, dass der Boden fest wurde, was den
Muslimen erleichterte voranzugehen und ihren “Schritten Halt zu geben”. Daher war die Moral der Muslime
hoch, noch bevor die Schlacht begonnen hatte, und ihre Herzen waren ruhig.
Als die Schlacht dann tatsächlich begonnen hatte, flehte der Prophet (s.a.w.s) Gott an ihm und den
Muslimen zu helfen. Gott reagierte unmittelbar auf die Bitte des Propheten (s.a.w.s), indem Er eine große
Anzahl von Engeln herabschickte, um die Anzahl der Muslime aufzublähen und ihnen beim Kämpfen
beizustehen.

(Erinnert euch) als ihr zu euerem Herrn um Hilfe schriet und Er euch antwortete: "Siehe, Ich
werde euch mit tausend Engeln helfen, einer dem anderen folgend, "Sagte Gott dies als Freudenbotschaft
und um damit euere Herzen zu beruhigen; denn der Sieg kommt ja nur von Gott. Siehe, Gott ist mächtig
und weise. (Sure al-Anfal: 9-10)

In seinem Kommentar beschreibt as-Sabundi die Hilfe der Engel wie folgt:
Indem er sagte, dass er beistehen würde “mit tausend Engeln helfen, einer dem anderen folgend”,
offenbarte Gott, dass er sein Gebet erhört hatte. Kommentatoren sagen, dass gemäß dem Hadith Jibril
(Gabriel) 500 Engel herabbrachte und mit ihnen am rechten Flügel der Armee kämpfte. Auch Mika´il brachte
500 Engel. Sie kämpften am linken Flügel der Armee. Abgesehen von Badr war es nicht möglich festzustellen,
bei welchen Schlachten die Engel mitkämpften. In anderen Schlachten kamen die Engel herab, um die Anzahl
der Muslime größer wirken zu lassen, aber sie kämpften nicht.
Omer Nasuhi Bilmen führt weiter aus:
Der Prophet betete mit den Worten “Herr! Gewährt mir den Sieg, den Ihr versprochen habt”, und fiel in
einen leichten Schlummer und wachte unmittelbar mit einem Lächeln auf. Er richtete sich an Abu Bakr, der zu
seiner Seite war. “Eine Freudenbotschaft, Abu Bakr! Jibril und eine große Anzahl Engel sind zu unserer
Unterstützung gekommen” sagte er. Er zog sodann seine Rüstung an und verließ das Zelt. Eine Anzahl
Muslimischer Krieger war besorgt über die Anzahl der größeren feindlichen Armee, die an den Kämpfen
teilnehmen würde. Daraufhin wurde die Freudenbotschaft mitgeteilt, dass den Muslimen Hilfe zukommen würde
durch die Anwesenheit Gottes anhand von Engeln. Gemäß dem Bericht stieg in diesem Moment ein starker
Wind auf und niemand konnte etwas sehen. Dies war ein Zeichen, dass Jibril (Gabriel) und eine große Anzahl
Engel zum Schlachtfeld gekommen waren. Diese Engel ritten auf weißen Pferden und erschienen in der Gestalt
von weißen und gelben Menschen, und sie nahmen physisch an der Schlacht von Badr teil.
Während der Schlacht von Badr kamen erst 1000 Engel, um den Muslimen beizustehen, dann 2000, und
dann 3000, bis ihre Anzahl schließlich 5000 erreichte.45
Die Wirkung, die Gläubigen mit Engeln zu unterstützen, war zweifaltig: auf der einen Seite half dies den
Muslimen, und es flößte den Herzen des Gegners Schrecken ein. Ibn Kathir schließt dies mit in seinen
Kommentar ein:
Abu Hurayrah berichtete, dass der Prophet sagte: “Mir wurde geholfen durch Schrecken (eingeflößt in
die Herzen meiner Gegner) und mir wurden präzise umfangreiche Worte gegeben.” (Muslim)46
Der Qur’an erklärt wie in der Schlacht von Badr die Ungläubigen, die zuvor die Muslime als wenige
gesehen hatten, die Muslimischen Armee kleiner sahen, als sie tatsächlich waren:
43

Für euch gab es bereits ein Zeichen, als zwei Gruppen aufeinander stießen: Eine Gruppe kämpfte
auf Gottes Weg, die andere war ungläubig. Die letzteren sahen sie mit eigenen Augen als doppelt soviel als
sie selber. Und Gott stärkt mit Seiner Hilfe, wen Er will. Siehe, hierin ist wahrlich eine Lehre für die
Verständigen. (Sure Al 'Imran: 13)

Durch ein Wunder Gottes sahen die Ungläubigen doppelt so viele Muslime als sie selbst waren, und dies
bewirkte, dass sie ängstlich wurden und in Panik gerieten. Dies war eine weitere Weise, wie Gott den Muslimen
half und die Ungläubigen erniedrigte.
Auch in anderen Schlachten wurden Engel geschickt, um die Anzahl der Gläubigen aufzublähen, sodass
die Muslimische Armee zahlreicher und stärker erschien. Der folgende Vers bezieht sich auf die Schlacht von
Hunayn, gefochten im 8-ten Jahr nach der Hijrah:

Doch dann sandte Gott Seine große Ruhe auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen nieder und
schickte Heerscharen herab, die ihr nicht saht, und strafte die Ungläubigen. Das ist der Lohn der
Ungläubigen. (Sure at-Tauba: 26)

Während der Zeit des Propheten war es ein Wunder, dass die Muslime fühlten, dass sie nicht ängstlich
und zögerlich wurden, als sie den feindlichen Armeen gegenüber standen. Der Qur’an erzählt uns, dass die
Ungläubigen viele starke Männer zusammenbrachten, um die Muslime zu verletzen und zu unterdrücken, die in
der Unterzahl waren. In dieser Situation wandten sich die Muslime ergebenst an Gott und legten ihr Vertrauen in
Ihn. Auf grund seines Schutzes und seiner Unterstützung waren sie reichlich gesegnet und hatten eine sichere
Rückkehr. Dies war ein weiteres Wunder, das Gott den Muslimen in der Schlacht gab, zahlreiche starke und
standhafte Krieger zu besiegen.

O du Prophet! Feuere die Gläubigen zum Kampf an! Sind auch nur zwanzig Standhafte unter
euch, können sie zweihundert überwinden. Und wenn unter euch hundert sind, so können sie tausend der
Ungläubigen überwinden, weil diese ein Volk ohne Einsicht sind. Für jetzt hat es euch Gott leichter
gemacht; denn Er weiß um euere Schwäche. Wenn also unter euch hundert Standhafte sind, sollen sie
zweihundert überwinden; und wenn unter euch tausend sind, sollen sie mit Gottes Erlaubnis zweitausend
überwinden. Und Gott ist mit den Standhaften. (Sure al-Anfal: 65-66)

Ein Kommentar im Qur’an fasst die Gründe zusammen, weshalb Gott den Muslimen so starke
Unterstützung beistellte – die Tatsache war, dass sie taqwa (Gottesfurcht) und sabr (Beharrlichkeit) besaßen.
Nachdem der allmächtige Gott uns verboten hat Vertraute außerhalb unserer eigenen Leute zu nehmen
und uns die Gründe genannt hat, versprach Er, dass Er alle Fallen und Fallstricke der Ungläubigen zunichte
machen würde, solange wir taqwa hätten und beharrlich wären. Er wies zwei Gelegenheiten hin, in denen er als
der Beschützer der Gläubigen agierte, die eine am Tag von Uhud, die andere am Tag von Badr. An diesen
beiden Tagen vereitelte Gott die Fallen und Fallstricke der Ungläubigen, wegen der Taqwa und Beharrlichkeit
der Gläubigen. Der Beweis, dass diese beiden Zwischenfälle als Beispiele angegeben wurden, dass Gott als
44

Beschützer der Gläubigen handelte und die Fallen und Fallstricke ihrer Gegner zunichte machte, liegt in der
Tatsache, dass Standhaftigkeit und Taqwa im vorangehenden Vers genannt werden: “Aber wenn ihr standhaft
und gottesfürchtig seid, kann ihre List euch nichts anhaben.”47
Für ihre Taqwa und ihr Sabr wurden die Muslime mit Seelenfrieden und spirituellem sowie materiellem
Wohlergehen belohnt.

Diejenigen, zu denen die Leute sagten: "Passt auf! Die Leute haben sich bereits gegen euch
zusammengeschart: Nehmt euch vor ihnen in Acht!" Diese wurden im Glauben nur stärker und
sprachen: "Uns genügt Gott. Er ist unser bester Garant!" Sie kehrten mit Gottes Gnade und Huld
zurück, ohne dass sie ein Übel getroffen hätte, und sie strebten nach dem Wohlgefallen Gottes; und Gott
ist voll großer Huld. (Sure Al 'Imran: 173-174)

Trotz der Tatsache, dass den Götzendienern alle notwendigen Mittel zur Verfügung standen, ihre Pläne
umzusetzen, waren sie dennoch erfolglos. Dies, weil der Prophet (s.a.w.s) eine gesegnete Person war, die unter
dem Schutz Gottes handelte. Gott entschied, dass sie auf wundersame Weise dem Propheten (s.a.w.s) keinen
Schaden zufügen konnten:

... kann ihre List euch nichts anhaben. Siehe, Gott umschließt alles, was sie tun. (Sure Al 'Imran:
120)

In anderen Versen versprach Gott, dass dem Propheten (s.a.w.s) niemand jeglichen phyischen oder
spirituellen Schaden zufügen könne:

Und ohne Gottes Gnade und Barmherzigkeit gegen dich hätte ein Teil von ihnen gewiss versucht,
dich irrezuführen. Aber sie führen nur sich selber irre, ohne dir das geringste zu schaden. Und Gott hat
die Schrift und die Weisheit hinabgesandt und hat dich gelehrt, was du nicht wusstest. Und Gottes Gnade
gegen dich war groß. (Sure an-Nisa': 113)

Sie lauschen jeder Lüge und verschlingen Unerlaubtes! So sie zu dir kommen, richte zwischen
ihnen oder wende dich von ihnen ab. Wenn du dich von ihnen abwendest, werden sie dir nichts zuleide
tun. Und wenn du richtest, richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Siehe, Gott liebt die Gerechtigkeit
Übenden. (Sure al-Ma'ida: 42)
45

9. Das Wissen des Verborgenen, das unserem


Propheten (s.a.w.s) gegeben wurde

Nur Gott besitzt das vollständige Wissen über das Verborgene. Er kennt jedes Detail über die
Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Gott erschuf die Zeit und lehrte die Menschen diesen Begriff.
Gott kennt und kontrolliert alles, was im Universum geschieht. Er kennt das Geheimnis von Allem. Trotzdem
kann er sich entscheiden, einen Teil seines Wissens seinen auserwählten Gesandten mitzugeben, in dem Maße,
wie es ihm gefällt:

Er kennt das Verborgene und Er teilt keinem Seine Geheimnisse mit. Außer einem Gesandten, der
Ihm wohlgefällt. Dann lässt Er vor Ihm und hinter ihm eine Wache aufziehen. (Sure al-Dschinn: 26-27)

Gemäß dem Qur’an waren die Propheten Yusuf (a.s), Isa (a.s) und Muhammad (s.a.w.s) auserwählte
Gesandten Gottes, denen etwas Wissen über das Verborgene gegeben wurde. Gott offenbarte dem Propheten
(s.a.w.s) viele Geheimnisse; er wußte von vergangenen Vorkommnissen, die niemand sonst wissen konnte, und
von vielen Ereignissen, die in der Zukunft stattfinden würden.

Dies ist eine Schilderung von (dir) Unbekanntem, die Wir dir offenbaren... (Sure Yusuf: 102)

Dieses Wissen des Verborgenen war keine angeborene Fähigkeit des Propheten (s.a.w.s). Es war ein
Wunder, das ihm von Gott geschenkt wurde. Er übermittelte das Wissen des Verborgenen in dem Maße, wie
Gott es bestimmte. Während seines Lebens teilte der Prophet (s.a.w.s) den Leuten Dinge mit, die nur von Gottes
Offenbarung gewusst werden konnten, und das war ein Zeichen, dass er in der Tat ein Prophet war. Trotz dieser
Kenntnis und gehorsam zu dem folgenden Vers blieb der Prophet (s.a.w.s) jedoch höchst bescheiden und
demütig:

Sprich: "Ich vermag nicht, mir selbst zu nutzen oder zu schaden, es sei denn, wie Gott will. Und
wenn ich das Verborgene kannte, wahrlich, dann hätte ich des Guten in Menge und nichts Schlimmes
berührte mich. Ich bin nur ein Warner und ein Verkünder froher Botschaft für ein gläubiges Volk." (Sure
al-A'raf: 188)

Der Prophet erhielt dieses einzigartige Wissen vom Qur’an und von anderen Göttlichen Offenbarungen,
die ihm gegeben wurden. Einiges von diesem Wissen betraf Ereignisse der unmittelbaren Zukunft, wie der
bevorstehende Sieg in der Schlacht, einiges von dem Wissen betraf Ereignisse, die einige Jahre nach seinem Tod
stattfinden würden, wie das Martyrium einiger seiner Gefährten; während anderes besonderes Wissen
wiederum, wie die Zeichen des Letzten Tages, noch immer, 1400 Jahre nachdem sie zum ersten Mal
angekündigt wurden, bezeugt werden. Al-Bukhari, Muslim, Abu Dawud, At-Tirmidhi, An-Nasa'i, Ibn Majah
und andere stimmen in bezug auf die Wahrheit des Wissens des Verborgenen überein, wie es in den Geschichten
46

über den Propheten im Hadith erzählt wird.

Der Prophet (s.a.w.s) wusste von Ereignissen,


von denen niemand sonst wissen konnte
Der Prophet (s.a.w.s) wusste manchmal von Ereignissen und Vorkommnissen, von denen niemand sonst
wissen konnte. Das ist so, weil Gott ihm dieses Wissen offenbarte. Bei einer Gelegenheit spricht Gott im Qur’an
über ein Geheimnis, das der Prophet (s.a.w.s) einer seiner Frauen anvertraute. Dennoch teilte sie das Geheimnis
einer anderen Person mit. Gott erzählte dies dem Propheten (s.a.w.s). Als der Prophet (s.a.w.s) seiner Frau sagte,
dass er wüsste, was sie getan hatte, fragte sie ihn, wer ihm das gesagte hatte. Darauhin sagte der Prophet
(s.a.w.s), dass Gott ihn informiert hatte. Gott erzählt uns im Qur’an von diesem Vorkommnis:

Als der Prophet einer seiner Gattinnen vertraulich etwas mitteilte, sie es aber weitersagte und Gott
ihm davon Kunde gab, da ließ er einen Teil davon wissen und verschwieg einen Teil. Und als er es ihr
vorhielt, fragte sie: "Wer hat dir dies gesagt?" Er antwortete: "Gesagt hat es mir der Wissende, der
Weise." (Sure at-Tahrim: 3)

Bei einer anderen Gelegenheit, nach der Schlacht von Badr, war einer der Gefangenen der Muslime
Abbas, der Onkel des Propheten (s.a.w.s), der zu jener Zeit ein Ungläubiger gewesen war. Als der Prophet
(s.a.w.s) von ihm verlangte, daß er den Muslimen Lösegeld zahlen solle, teilt der Onkel ihm mit, dass er dessen
unfähig sei, da er kein Geld besaß. Der Prophet (s.a.w.s) fragte daraufhin seinen Onkel, was mit Geld geschehen
sei, welches die Frau von Abbas, Umm al-Fadl, nach seinem Verlangen für ihn aufbewahren sollte, als er nach
Makkah zur Schlacht ging.
Abbas fragte den Propheten (s.a.w.s), wie er darüber Bescheid wusste, da sie in der Nacht stattgefunden
hatte, als niemand sonst anwesend war. Der Prophet (s.a.w.s) antwortete ihm, dass ihm Gott geoffenbart hatte.
Zu dem Zeitpunkt begriff Abbas, dass Muhammad (s.a.w.s) der wahre Bote Gottes war, und dass er den Islam
mit ganzem Herzen akzeptiert hatte. (Musnad Ahmad, Muslim und Tafsir Ibn Kathir)
Gott informierte den Propheten (s.a.w.s) durch Offenbarungen im Qur’an auch über die verborgene Seite
einiger Leute und ihrer innersten Gedanken und Handlungen. Er enthüllte die Lügen der Heuchler und ihre
wahren Absichten hinter den falschen Worten. Auf diese Weise war der Prophet (s.a.w.s) imstande zu ermitteln,
wer ein wahrer Muslim und wer ein Heuchler war, und auf wen er sich verlassen konnte. Dies war wahrlich ein
großer Beistand und Schutz Gottes für den Propheten (s.a.w.s), der ein Ziel für die Heuchler war. Gott
informierte den Propheten (s.a.w.s) auch, wie er zu handeln und was er zu sagen hätte:

Dann, nach dem Kummer, sandte Er auf euch ein Gefühl von ungestörter Sicherheit nieder.
Schläfrigkeit überkam einen Teil von euch; ein anderer Teil aber kümmerte sich nur um sich selbst und
begann, ungerecht über Gott zu denken, in heidnischem Denken. Sie sprachen: "Haben wir hier irgend
etwas zu sagen?" Sprich: "Siehe, alle Entscheidung liegt bei Gott." Sie verbargen in ihren Seelen, was sie
dir nicht mitteilten, indem sie sprachen: "Hätten wir etwas zu sagen gehabt, lägen wir hier nicht
erschlagen!" Sprich: "Wärt ihr auch in eueren Häusern gewesen, wahrlich, jene, denen der Tod bestimmt
war, wären zu ihrer Todesstätte aufgebrochen. Dies damit Gott prüfe, was in eueren Brüsten ist, und
47

erforsche, was in eueren Herzen ist. Und Gott kennt das Innerste der Brüste." (Sure Al 'Imran: 154)

Und sie spielen Gehorsam vor. Sobald sie jedoch von dir weggehen, brütet ein Teil von ihnen des
Nachts etwas anderes aus als was sie sagten. Gott aber schreibt auf, was sie ausbrüten. Darum wende
dich von ihnen ab und vertraue auf Gott; und Gott genügt als Beschützer. (Sure an-Nisa': 81)

Die Zuhausegebliebenen von den Wüstenarabern werden dir sagen: "Wir hatten mit unseren
Herden und unseren Familien zu tun. Darum bitte für uns um Verzeihung!" Sie sprechen mit ihren
Zungen, was nicht in ihren Herzen ist! Sprich: "Wer vermag etwas für euch bei Gott auszurichten, wenn
Er euch schaden oder euch nützlich sein will? Nein! Gott weiß genau, was ihr tut. (Sure al-Fath: 11)

(Noch) andere haben eine Moschee erbaut, um Unheil, Unglauben und Spaltung unter den
Gläubigen zu stiften. und als Rückhalt für den, welcher zuvor Gott und Seinen Gesandten bekämpft
hatte. Und wahrlich, sie schwören: "Wir bezwecken ja nur Gutes!" Aber Gott ist Zeuge, dass sie Lügner
sind. Stehe niemals (als Betender) in ihr. Wahrlich, es gibt eine Moschee, vom ersten Tag an auf
Frömmigkeit gegründet; geziemender ist es, dass du in ihr stehst. In ihr sind Leute, die sich zu läutern
wünschen; und Gott liebt die sich Läuternden. (Sure at-Tauba: 107-108)

Der Prophet (s.a.w.s) gab Antworten,


bevor die Menschen die Fragen stellten
Gemäß dem Hadith war der Prophet (s.a.w.s) imstande Fragen zu beantworten, bevor sie gestellt wurden;
zu wissen, wer sein Haus besuchen oder einen Raum betreten würde, bevor es jemand tatsächlich tat, und zu
wissen, warum jemand zu spät kam.48 Es gibt viele Beispiele dieser Wunder im Hadith. In einem Hadith gibt der
Prophet (s.a.w.s) eine Antwort auf eine Frage, über die Abu Sufyan ibn al-Harith nachdachte:
Abu Sufyan würde in einer Ecke der Moschee sitzen. Eines Tages verließ der Prophet sein Haus,
eingehüllt in seine Kleidung. Von dort, wo er saß, sagte Abu Sufyan: “Ich wundere mich, wie er siegreich sein
konnte.” Der Prophet näherte sich Abu Sufyan und schlug ihm mit der Hand auf den Rücken, sagend: “Ich
besiegte Dich durch Gottes Hilfe.” Abu Sufyan erwiderte: “Ich bin Zeuge, dass Du der Prophet Gottes bist.”
(Ibn al-Harith; Ibn Hajar al-'Asqalani, al-Matalib al-Aliyah)
Es gibt einen Hadith über Wabisah ibn Masad, in dem ein Beispiel davon enthalten ist, wie der Prophet
(s.a.w.s) eine Frage verstehen und beantworten konnte, die eine Person erst noch im Gedanken formulierte:
Wabisah ibn Ma'bad sagte: “Ich kam zum Gesandten Gottes und er sagte “Du bist gekommen, um über
Frömmigkeit (birr) zu fragen?” Ich sagte: “ja!” Er sagte: “Frag Dein Herzen nach einem Urteil. Frömmigkeit
ist das, wogegen das Selbst und das Herz ruhig ist. Pietätlosigkeit (ithm) ist das, was das Selbst in Unruhe
versetzt und dassich unruhig in der Brust auf und ab bewegt, obwohl die Leute öfters ein Urteil über Dich
abgeben [so, wie es die Sache zulässt]” . (Ein guter Hadith, der in den 2 Musnad der Imame Ahmad ibn
Hanbal und ad-Darimi erzählt wird, mit einem guten Isnad.)
Ein weiteres Beispiel, wie der Prophet (s.a.w.s) die Gedanken und Absichten einer Person wissen konnte,
ist im Hadith ersichtlich, wie Abu'd-Darda zum Muslim wurde:
Abu´d-Darda betete ein Götzenbild an. Abdullah ibn Rawahah and Abu Salamah zogen los und
48

zerstörten das Götzenbild. Als Abu´d-Darda kam und das Götzenbild in diesem Zustand sah, konnte er es nicht
unterlassen, [zum Götzenbild] zu sagen: “Schämst Du Dich nicht, konntest Du Dich nicht verteidigen?” Als er
später zum Propheten kam, sah ihn Ibn Rawahah des Weges kommen und sagte: “Das ist Abu´d-Darda. Er muß
gekommen sein, um nach uns zu schauen!” Der Prophet Gottes sagte: “Nein! Er kommt, um Muslim zu werden.
Mein Herr versprach, dass Abu´d-Darda ein Muslim werden würde.”49

Der Prophet (s.a.w.s) sagte seinen


Gefährten seinen eigenen Tod voraus
Es war ein Wunder des Propheten Muhammad (s.a.w.s), dass Gott ihm die Fähigkeit gewährte, seinen
eigenen Tod und den seiner engen Gefährten vorherzusagen. Im Hadith sagte der Prophet (s.a.w.s), dass er als
erster unter den Gefährten sterben würde:
Der Prophet Gottes sah uns an und sagte: “Ihr meint, dass ich der letzte bin, der sterben wird. Seid
gewarnt! Ich werde noch vor euch allen sterben! Ihr werdet nach mir sterben.”50
Es erzählte 'Uqbah ibn 'Amir: Der Prophet ging hinaus und führte das Beerdigungs-Gebet für die
Märtyrer (der Schlacht) von Uhud aus, dann stieg er hinauf zum Minbar und sagte:”Ich werde euch
vorangehen, und ich bin ein Zeuge gegen euch, und – durch Gott! – starre ich grade auf meinen Teich. Und mir
wurden die Schlüssel zu den Schatzkammern der Erde gegeben.” – “Und – bei Gott! Ich fürchte nicht, dass ihr
nach mir Götzendiener werdet, aber ich fürchte, dass ihr um sie [die Schatzkammern] streiten werdet.” (Al-
Bukhari)
Abu Muwyahibah erzählte: Der Gesandte Gottes rief mitten in der Nacht nach mir und sagte mir: “Abu
Muwayhibah. Mir wurde aufgetragen, für die Märtyrer von Baqi´ [Friedhof] um Vergebung zu beten, also folge
mir.” Ich ging mit ihm, und als er unter ihnen stand, sagte er: “Der Frieden sei mit euch, Bewohner der
Gräber. Möge die Situation, in der ihr seid, angenehmer sein als die Situation der Leute, denn
Widerwärtigkeiten sind wie dunkle Flicken der Nacht angerückt, eine nach der anderen folgend, und jede ist
schlimmer als die vorherige.” Dann näherte er sich mir und sagte: “Abu Muwayhibah, mir wurden die
Schlüssel zu den Schatzkammern der Welt und einem dauerhaften Leben in ihnen gegeben, gefolgt vom Garten,
und mir wurde die Wahl zwischen diesen und dem Treffen mit meinem Herrn und dem Garten gegeben, also
entschied ich mich für das Treffen mit meinem Herrn und dem Garten.” (At-Tabari, Ahmad, Ibn Sa'd, al-
Baghawi und Ibn Mandah)
Der Prophet (s.a.w.s) lieferte viele Details zu seinem herannahenden Tod, sogar die Ankündigung, an
welchem Tag und in welcher Stadt er von dieser Welt gehen würde:
... Ich wurde am Montag geboren. Die Offenbarung kam am Montag. Ich zog fort am Montag und ich
werde am Montag sterben.51
Ibn Abbas erzählte: “Der Prophet wurde an einem Montag geboren, er wurde an einem Montag zum
Propheten, er zog an einem Montag von Makkah fort und betrat Madinah an einem Montag. Makkah wurde
[dem Islam] an einem Montag geöffnet, und er starb an einem Montag.” (Ibn Hanbal und al-Bayhaqi)52
Der Platz, zu dem ich ausgewandert bin und an dem ich sterben werde – wo ich beerdigt werden soll,
wenn ich sterbe – ist Madinah.53
Madinah ist, wohin ich ausgewandert bin. Ich werde dort sterben und aufsteigen!54
49

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den Märtyrertod


einiger seiner Gefährten voraus
Als Wunder Gottes kündigte der Prophet (s.a.w.s), genauso wie er seinen eigenen Tod voraussagte, den
Tod einiger seiner Gefährten an, lange bevor sie starben. In diesen Hadithen gibt es viele Details zum Tod der
Gefährten. Er sagte, dass einige Gefährten den Märtyrertod sterben würden, und er enthüllte den Ort, wo sie
sterben würden.

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den Märtyrertod von Umar voraus


Es erzählte Anas bin Malik: “Der Prophet erklomm einmal den Berg Uhud mit Abu Bakr, ´Umar und
`Uthman. Der Berg erzitterte ihnen. Der Prophet sagte (zum Berg): Sei beständig, Uhud! Denn auf Dir befinden
sich nicht mehr als ein Prophet, ein Siddiq und 2 Märtyrer.” (Al-Bukhari)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den Märtyrertod von Uthman voraus


Ibn 'Adi und Ibn 'Asakir erzählten von Anas: “Der Gesandte Gottes sagte: ´Uthman! Dir wird das Kalifat
nach mir gegeben, aber die Heuchler werden wollen, dass Du es ablehnst. Lehn es nicht ab, sondern faste an
diesem Tag, sodass du das Fasten mit mir unterbrechen kannst.`” (Erzählt von Anas durch Ibn 'Asakir in Tarikh
Dimashq)
At-Tabarani und al-Bayhaqi erzählten von Zayd ibn Arqam: “Der Prophet schickte mich aus, indem er
sagte: `Geh und treffe Abu Bakr. Du wirst ihn in seinem Haus sitzend antreffend, eingehüllt in seine Kleidung,
mit hochgezogenen Beinen. Gib ihm die Freudenbotschaft vom Garten. Gehe sodann zum Berg, bis Du `Umar
findest, der einen Esel reitet, und dessen hohes Gerüst sich in der Ferne abzeichnet. Gib ihm die
Freudenbotschaft vom Garten. Dann gehe zu `Uthman, den Du auf dem Markt findest, beim Verkaufen und
Einkaufen. Und gib ihm die Freudenbotschaft vom Garten, nach einem grauenhaften Leidensweg.` Ich ging los
und fand sie, so wie es der Bote gesagt hatte, und ich teilte es ihnen mit.” (Zayd ibn Arqam erzählte dies, und es
ist übermittelt durch at-Tabarani in al-Awsat, al-Bayhaqi in Dala'il an-nubuwwah, und adh-Dhahabi im Siyar)
At-Tabarani erzählte von Zayd ibn Thabit, der erzählte, dass er den Propheten sagen hörte: “Uthman
besuchte mich, als einer der Engel bei mir war, und letzterer sagte: ´Das ist ein Märtyrer, seine eigenen Leute
werden ihn ermorden. Wir scheuen ihn.`” (Zayd ibn Thabit erzählte dies, und es ist übermittelt durch at-
Tabarani in al-Kabir 5:159)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den Märtyrertod von ´Ali voraus


Al Hakim – der dies als korrekt deklarierte – und Abu Nu´aym erzählten von ´Ammar ibn Yasir, dass der
Prophet zu ´Ali sagte: “Der größte aller Leute ist der, welcher Dich hier schlagen wird.” – ein Hinweis auf
seinen Tempel – “bis Blut dies aufsaugt” – ein Hinweis auf seinen Bart. (Ahmad in seinem Musnad, an-Nasa'i in
as-Sunan al-Kubra, Abu Nu'ayms Dala'il an-Nubuwwah, und al-Hakim)
Al-Tabarani und Abu Nu'aym erzählten von Jabir ibn Samurah, der sagte: ”“Der Gesandte Gottes sagte zu
´Ali: ´Dir wird Herrschaft und Kalifat gegeben; und wahrlich, dies wird damit rotgefärbt sein,` ein Hinweis auf
seinen Bart mit [Blut vom] Kopf.” (At-Tabarani in al-Kabir und al-Awsat)
Al Hakim erzählte von Anas, der sagte: Ich ging mit dem Propheten hinein und sah ´Ali, der krank da
lag, während Abu Bakr und `Umar ihn besuchten. Der eine von ihnen sagte zum anderen: ´Ich glaub nicht, dass
50

er überleben wird´, wohingegen der Gesandte Gottes sagte: `In Wahrheit wird er nur ermordet sterben.` (Al
Hakim)

Der Prophet (s.a.w.s) sagte den Märtyrertod von Husayn voraus


Ibn Rahwayh, al-Bayhaqi, und Abu Nu'aym erzählten von Umm Salamah, “Der Gesandte Gottes legte
sich eines Tages hin und erwachte, eine handvoll rote Erde in der Hand haltend, die er hin und her drehte. Ich
sagte: ´Was ist diese Erde, Gesandter Gottes?` Er antwortete: `Jibril informierte mich, dass dieser Eine – er
meinte Husayn – im Land des Iraq getötet werden würde, und dies ist seine Ruhestätte.`” (Erzählt von Umm
Salamah durch Ibn Abi 'Asim in al-Ahad wa al-Mathani, at-Tabarani in al-Kabir, und al-Hakim)
Ibn as-Sakan, al-Baghawi, und Abu Nu'aym erzählten von Anas ibn al-Harith, der sagte: “Ich hörte den
Gesandten Gottes sagen: ´Wahrlich dieser mein Sohn – er meinte Husayn – wird in einem Land namens
Kerbela getötet. Wer auch immer von euch dann anwesend sein wird, helft ihm!` Demzufolge ging Anas ibn al-
Harith nach Kerbela, wo er mit Husayn getötet wurde.” (Erzählt von Suhaym, von Anas ibn Malik durch Abu
Nu'aym im Dala'il und al-Baghawi und Ibn as-Sakan in deren Compendia zu den Gefährten. Vgl. Ibn Hajar,
Isabah; al-Bukhari, al-Tarikh al-Kabir; al-Isti'ab; al-Khasa'is al-Kubra)
Diese Vorhersagen des Märtyrertodes von Umar, Uthman, Ali und Husayn bewahrheiteten sich im
Anschluß, und nach dem Propheten starben viele aufrichtige Muslime, die die große Verantwortung für die
Ausbreitung des Islam auf sich nahmen, den Märtyrertod.
Es gibt auch viele Verse im Qur’an und Hadith, die den Sieg gewisser Armeen und die Eroberung vieler
Gegenden erzählen, viele Jahre bevor diese Ereginisse eintraten.

Der Sieg der Byzantiner


Eine der Vorhersagen im Qur’an über die Zukunft befindet sich am Anfang der Sure ar-Rum. In diesem
Vers sagt Gott, dass das Byzantinische Imperium eine Niederlage erfahren hat, aber dass es bald wieder
siegreich sein würde:

A. L. M. Besiegt sind die Byzantiner Im Land nahebei. Aber nach ihrer Niederlage werden sie
siegen, In wenigen Jahren. Gott steht die Entscheidung zu, vorher wie nachher. Und an jenem Tage
werden die Gläubigen frohlocken. (Sure ar-Rum: 1-4)

Der Ausdruck “In wenigen Jahren” bedeutet 3-9 Jahre.


613 hatten die Zoroastrischen Perser die Christlichen Byzantiner bei Antiochia besiegt, und sie waren
weiterhin siegreich über Damaskus, Kilikien, Tarsus, Armenien und Jerusalem. Der Verlust von Jerusalem 614
und die Zerstörung der Grabeskirche war ein besonders großer Schlag für die Byzantiner.55 Diese Qur’anischen
Verse, die den Sieg der Byzantiner ankündigen, wurden ungefähr 7 Jahre später, um 620 herabgeschickt.
In jener Zeit gab es eine Menge ernsthafter Bedrohungen für die Byzantiner, nicht nur von den Persern,
sondern auch von den Avaren, Slaven und Lombarden. Die Avaren waren bis zu den Mauern von
Konstantinopel gelangt. Der Byzantinische Imperator Heraklius hatte angeordnet, dass das Gold und Silber der
Kirchen eingeschmolzen und in Geld umgewandelt werden sollte, um die Kosten der Armee zu finanzieren.
Nicht zufrieden damit, ließ er sogar Bronze-Statuen einschmelzen und das Metall dafür zu verwendem Münzen
51

herzustellen. Viele Gouverneure rebellierten gegen Heraklius, und es kam zu dem Punkt, wo das Imperium
dabei war auseinandergerissen zu werden.
Die Situation war so schlimm, dass erwartet wurde, dass das Byzantinische Imperium zusammenbrechen
würde, und die Arabischen Götzendiener waren überzeugt, dass sich die Prophezeiungen des Qur’an niemals
bewahrheiten würden.
Dennoch drang Heraklius 622 in Armenien ein und besiegt die Perser in einer Reihe von Schlachten. 56 Im
Dezember 627 gab es eine große Schlacht zwischen den Byzantinern und den Persern in der Nähe der Ruinen
von Nineveh, 50 Kilometer östlich vom Fluss Tigris, in der Nähe des späteren Bagdad. Hier schlugen die
Byzantiner die Perser. Einige Monate später waren die Perser gezwungen ein Abkommen zu unterzeichnen, um
die besetzten Gegenden an die Byzantiner zurückzugeben.57
Der Byzantinische Sieg über den Persischen Imperator, Khosrow II, war vollendet, als Jerusalem
zurückgegeben wurde und die Grabeskirche wieder unter Christliche Kontrolle kam.58
Demnach geschah der Sieg der Byzantiner, den Gott offenbart und der Prophet (s.a.w.s) verkündet hat,
auf wundersame Weise innerhalb von 3-9 Jahren, wie der Vers es sagt.

Die Öffnung von Makkah zum Islam


Als die Muslime von Makkah nach Madinah ausgewandert waren, machten es ihnen die Ungläuben sehr
schwer zurückzukehren, und sie hinderten sie daran, ihr Hajj oder ´Umrah auszuüben. Des weiteren versuchten
die Ungläubigen von Makkah wiederholt die Muslime in Madinah anzugreifen, aber sie waren nicht erfolgreich.
Ungefähr 6 Jahre nach der Hijrah hatte der Prophet (s.a.w.s) einen Traum, dass er und einige seiner
Gefährten den tawaf um die Kab´ah in thram in vollständiger Sicherheit und ohne Angst vor Angriffen
ausführten. Der Prophet (s.a.w.s) teilte diese gute Nachricht sofort seinen Gefährten mit. Al-Bukhari erzählt
diese Geschichte von Abu Musa über die Öffnung von Makkah:
Der Prophet sagte: “Ich sah in einem Traum, dass ich ein Schwert schwang, und es zerbrach in der
Mitte, und sehet, das symbolisiert die Todesopfer, die die Gläubigen am Tag (der Schlacht) von Uhud erlitten
hatten. Dann schwang ich das Schwert erneut, und es wurde besser, als es jemals war, und sehet, das
symbolisiert die Öffnung von Makkah (zum Islam), die Gott hervorgebracht hat, und die Versammlung der
Gläubigen.” (Al-Bukhari)
Als eine Hilfe und Unterstützung für den Propheten (s.a.w.s) offenbarte Gott den 27-ten Vers der Sure al-
Fath, in welchem er sagte, dass der Traum wahr war, und dass, wenn Er es wollte, die Gefährten Makkah
betreten würden:
52

Wahrlich, Gott wird das Traumgesicht Seines Gesandten wahrmachen: Er wird euch, so wie Gott
es will, in völliger Sicherheit in die unverletzliche Moschee führen, mit geschorenem Haupt oder
gekürztem Haar. Fürchtet euch nicht; denn Er weiß, was ihr nicht wisst. Und Er hat euch außer diesem
einen weiteren nahen Sieg bestimmt. (Sure al-Fath: 27)

In Dhu'l-Qadah of 6AH machte sich der Prophet (s.a.w.s) mit 1500 Leuten auf den Weg nach Makkah,
um ´Umrah auszuüben. Das verärgerte die Götzendiener von Makkah, die ausmarschierten, um sie aufzuhalten.
Der Prophet (s.a.w.s) und die Muslime begaben sich auf eine Ebene namens Hudaybiyah nördlich von Makkah
und schlugen dort das Lager auf. Die Götzendiener und die Muslime traten in Verhandlungen und es wurde ein
Friedensvertrag namens Vertrag von Hudaybiyah unterzeichnet. Das ermöglichte den Muslimen, unter anderem,
im folgenden Jahr zurückzukehren und ihre ´Umrah in Sicherheit auszuüben, wie es vormals im Ayat 26 der
Sure al-Fath prophezeit wurde.
Im Tafsir al-Jalalayn wird dieses Ayat wie folgt beschrieben:
Im Jahr Hudaybiyah, vor dem Aufbruch, sah der Bote Gottes in einem Traum, dass er Makkah betreten
würde, er und seine Gefährten, und dass sie ihre Haare abschneiden und kürzen würden, und so teilte er dies
seinen Gefährten mit und sie freuten sich. Als sie mit ihm auszogen blockierten die Ungläubigen bei
Hudaybiyah. Sie kehrten zurück, was schwer für sie war, und einige der Heuchler fielen in Zweifel, so ist es
geoffenbarte ... “[Er wusste, was Du nicht wusstest, und bestimmte, an stelle von diesem,] einen
bevorstehenden Sieg”, was die Öffnung von Kaybar zum Islam war. Und der Traum wurde im anschließenden
Jahr wahr.59

Die Öffnung von Ägypten zum Islam


Abu Dharr berichtete den Propheten sagen: Du wirst bald Ägypten erobern, und das ist ein Land, in dem
der Qirat60 genannt wird. Wenn Du es also eroberst, behandle seine Einwohner gut. (Muslim)
In diesem Hadith kündigte der Prophet (s.a.w.s) die herannahende Öffnung Ägyptens zum Islam an. Zum
Zeitpunkt der Ankündigung regierten die Römer Ägypten, und die Muslime waren nicht imstande es mit der
Römischen Armee aufzunehmen. Dennoch bewahrheiteten sich die Worte des Propheten (s.a.w.s). Nicht lange
nach seinem Tod, im Jahre 641 während des Kalifats von ´Umar, öffneten die Muslime unter der Führung von
'Amr ibn al-'As Ägypten dem Islam.61

Die Einnahme der Länder von Rom und Persien


Khosrow wird sterben, und es wird keinen Khosrow nach ihm geben. Cäsar wird sterben, und es wird
keinen Cäsar nach ihm geben, aber Ihr werdet ihre Schätze auf Gottes Weise verteilen. (Muslim)
Das Wort Khosrow war der Name, der für alte Persische Könige verwendet wurde. Das Wort Cäsar war
die Bezeichnung des Römischen Imperators, und nach dem Fall des Weströmischen Reichs verwendeten nur
noch Könige von Byzanz diesen Titel. Der Prophet (s.a.w.s) kündigte in dem Hadith an, dass die
Schatzkammern dieser beiden Könige in Muslimische Hände fallen würden.
Zum Zeitpunkt dieser Ankündigung besaßen die Muslime weder die militärische Stärke noch die
ökonomische Organisation, um solche Siege zu erringen, da das Byzantinische und Persische Reich sehr
mächtig waren. Dennoch entfalteten sich die Ereignisse wie vorhergesagt. Während des Kalifats von Umar
53

wurde Persien besiegt, was der Herrschaft der Khosrows ein Ende brachte.
Vor dem Tod von Heraklius, dem Cäsar jener Zeit, im Jahr 641, geriet die Schatzkammer während des
Kalifats von Abu Bakr in Muslimische Hände. Viele Zentren unter der Herrschaft des Imperators wurden
erobert, darunter Jordanien, Palästina, Damaskus, Jerusalem, Syrien und Ägypten. Konstantinopel wurde
schließlich 1453 vom Ottomanischen Sultan, Fatih Sultan Mehmed (Mehmed der Eroberer), 62 in Erfüllung eines
Hadith des Gesandten Gottes, das vom Imam Ahmad aufgezeichnet wurde, eingenommen. Im Anschluss an den
Fall des Oströmischen Imperiums wurde der Titel Cäsar (Qaisar) nicht mehr verwendet. Demnach traten all
diese größeren Siege, die vom ökonomischen und politischen Standpunkt als unmöglich erschienen, während
der Zeit des Propheten (s.a.w.s) als Wunder hervor, die Gott Muhammad (s.a.w.s) und seinen Nachfolgern
gegeben hatte.

Die Ankündigung des Todes des Persers


Khosrow durch den Propheten (s.a.w.s)
Zeit seines Lebens sandte der Prophet (s.a.w.s) seine Botschaft mittels Boten und Briefen an Herrscher
und Administratoren, in dener er sie aufrief, sich dem Islam zu unterwerfen. Historische Quellen berichten uns,
dass einige von ihnen diesen Aufruf unmittelbar beachteten, und dass andere auf ihrer Ablehnung beharrten,
wobei sie sich mit Götzendienern, Heuchlern und Ungläubigen zusammentaten. Einer der Herrscher, die der
Prophet (s.a.w.s) eingeladen hatte, den Islam zu akzeptieren, war der Persische Khosrow seiner Zeit, Parviz ibn
Hurmuz. Muhammad (s.a.w.s) schickte Abdullah ibn Hudhafah als Boten zu ihm. Ibn Hurmuz aber wies die
Botschaft des Propheten (s.a.w.s) ab, und zeigte sich den Muslimen gegenüber feindselig. Er sandte 2 Boten aus
um den Muslimen mitzuteilen, dass sie sich ihnen unterwerfen sollten. Zunächst lud der Prophet (s.a.w.s) die 2
Boten ein um den Islam zu akzeptieren; dann verließ er sie und teilte ihnen mit, dass er ihnen seine
Entscheidung am folgenden Tage kundgeben würde.63 Am folgenden Tag gab der Prophet (s.a.w.s) den Boten
diese Nachricht, die er von Gott erhalten hatte:
Gott wird Khosrow viele Widerwärtigkeiten schicken vermittels seines Sohnes Shirevey, der ihn in solch-
oder-solchem Monat, an solch-oder-solcher Nacht, zu solch-oder-solcher Stunde töten würde! (Tafsir of Imam
at-Tabari)
Er teilte ihnen auch persönlich mit, dass sie dem Administrator des Yemen, Badhan, der die Botschaft von
Khosrow weitergeleitet hatte, sagten:
Sagt ihm, dass sich meine Religion und mein Imperium weit über das Königreich von Khosrow erstrecken
werden; und sagt ihm von mir: “Nimm den Islam an, und ich werde Dich in dem bestätigen, was Du hast, und
ich werde Dich zum König über die Leute von Yemen ernennen.” (At-Tabari)
Die Botschafter kehrten sodann nach Yemen zurück und erzählten, was geschehen war. Badhan sagte:
“Wir werden sehen, was als nächstes geschieht. Wenn das, was er gesagt hat, wahr ist, dann ist er der Prophet,
den Gott gesandt hat!” (At-Tabari)
Sodann drehte er sich zu seinen Männern und fragte sie, was sie von ihm hielten. Die Botschafter waren
höchst beeindruckt vom Propheten (s.a.w.s) und sagten: “Wir haben noch nie einen Herrscher gesehen,
majestätischer, furchtloser und ungeschützter als er. Er wandelt demütig unter den Menschen.”
Badhan wartete eine zeitlang, und dann wollte er sehen, ob das, was der Prophet (s.a.w.s) über Khosrow
gesagt hatte, wahr werden würde. Als er sah, dass dem so war, kündigte er an, dass er sich sicher sei, dass der
54

Prophet (s.a.w.s) der Gesandte Gottes sei. Gemäß dem Hadith und anderen historischen Dokumenten hatte
Badhan einen Brief erhalten, den Khosrows Sohn, Shireveyh geschrieben hatte: “Ich habe den Khosrow getötet.
Wenn Euch dieser Brief erreicht, nehmt den Eid der Loyalität von den Leuten in meinem Namen. Hinsichtlich
dessen, was Khosrow euch geschrieben hat, wartet und unternehmt nichts, bis ein neuer Befehl von mir
kommt.” (At-Tabari)
Als Badhan und seine Männer nachrechneten, erkannten sie, dass all dies geschah, wie der Prophet sagte,
dass es geschehen würde64. Badhan kam nach diesem Wunder zum Glauben, und er akzeptierte den Islam,
gefolgt von den Yemeni Abna.65 Badhan wurde der erste Gouverneur, der vom Propheten (s.a.w.s) ernannt
wurde, und der erste Persische Gouverneur, der Muslim war.66

Zeichen des Letzten Tages


Es gibt eine Anzahl von Vorhersagen über Ereignisse in ferner Zukunft, von denen wir schon jetzt sehen,
dass sie sich entfalten, 1400 Jahre, nachdem sie der Prophet (s.a.w.s) erwähnt hatte.
Anas ibn Malik sagte: “Ich werde Dir ein Hadith vortragen, das ich vom Gesandten Gottes gehört habe,
und dass Dir niemand nach mir mitteilen wird. Ich hörte ihn sagen: ´Unter den Zeichen der Stunde wird das
Verschwinden des Wissens und das Erscheinen der Ignoranz sein, Ehebruch wird vorherrschenund das Trinken
von Wein wird üblich sein. Die Zahl der Männer wird abnehmen und die Zahl der Frauen zunehmen, bis es 50
Frauen gibt, die von einem Mann ausgehalten werden müssen.`” (Berichtet in den 2 Sahihs vom Hadith von
'Abd Rabbihi)
Abdullah sagte: “Der Prophet sagte: ´Gerade vor dieser Stunde wird es Tage geben, an denen das
Wissen verschwinden und die Ignoranz erscheinen wird, und es wird viel Töten geben.`” (Ibn Majah; auch
erzählt von al-Bukhari und Muslim, vom Hadith von al-A'mash.)
Abdullah ibn 'Umar sagte: Der Gesandte Gottes kam zu uns und sagte:
´Versammlung der Muhajirun, es gibt 5 Dinge, welche, wenn ihr von ihnen versucht werdet [dann gibt es
verschiedene Arten der Bestrafung, die euch widerfahren werden] – und ich suche die Zuflucht bei Gott, wenn
ihr auf sie trifft:
Wenn sich Unanständigkeit in einem Volk verbreitet, in solchem Maße, dass es öffentlich gemacht wird,
wird sich eine Plage unter ihnen ausbreiten, und Krankheiten, die niemals unter ihren Vorgängern in der
Vergangenheit auftraten.
Wenn sie zu knapp bemessen und wiegen, werden sie von Dürre und schwerwiegendem Leid und der
Tyrannei ihres Herrschers aufgesucht.
Wenn sie die zakah auf ihr Eigentum verweigern, wird ihnen der Regen vom Himmel ausbleiben, und
wäre es nicht für die Tiere, wäre ihnen kein Regen gegeben.
Wenn sie das Abkommen mit Gott brechen und das Abkommen mit Seinem Gesandten, gibt Gott einem
Feind von außen Autorität über sie, der sich einiges von dem nimmt, was ihnen gehört.
Und solange ihre Herrscher nicht anhand des Buches Gottes herrschen und ihre Enthscheidungen nicht
auf der Basis treffen, was Gott offenbart hat, wird Gott sie mit Kriegen bestrafen. (Ibn Majah)
55

10. Schlussfolgerung
Ein Wunder ist ein außergewöhnliches Ereignis, das jenseits des Blickwinkels der Menschen liegt. Es
kann nur ein Zeichen von Gott sein. Ein Wunder muss nicht einfach ein außerordentliches physikalisches
Ereignis sein, wie die Teilung des Meeres (wie Musa a. s. gewährt) oder die Heilung eines Blinden (wie ´Isa a.s.
gewährt). Gottes Unterstützung Seiner Propheten, Seine Offenbarungen, Seine Hilfe in Zeiten der Krise, so
klein sie auch erscheinen mögen, sind auch Wunder.
Dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) war eine Anzahl von Wundern gewährt, und diese berührten jeden
Aspekt seines Lebens. Ihm waren außergewöhnliche Wunder gewährt, wie die Nacht-Reise nach Al-Quds, und
den Aufstieg zu den Himmeln, welche, auch wenn nicht durch Andere bezeugt, durch Belege unterstützt
wurden, denen sie glauben mussten. Ihm waren physikalische Wunder gegeben, wie das Fließen von Wasser aus
seinen Fingern, welche von denen bezeugt wurden, die zu jener Zeit anwesend waren. Zusätzlich war ihm
Wissen des Verborgenen durch Göttliche Offenbarung gewährt und Hilfe gegen seine Feinde auf
unterschiedliche Weise. In der Tat war alles an diesem Propheten einzigartig und gesegnet, an seinen Worten,
seinen Gebeten und seinem Charakter.
Die Gründe für die Wunder waren so vielfältig wie die Wunder selbst. Einige Wunder sollten die
Entschlossenheit der Muslime stärken und ihnen Ermutigung und Unterstützung geben, spirituell sowie
physisch. Ein Beispiel hiervon ist der Beistand, den Gott den Muslimen bei Badr gab. Einige Wunder schützten
den Propheten (s.a.w.s) vor seinen Feinden. Diese reichen von der Offenbarung Gottes über die
Verschwörungen und Pläne der Ungläubigen, bis hin zur physischen Unterstützung bei der Plazierung des
Spinnenetzes am Eingang der Höhle, in der sich der Prophet (s.a.w.s) mit seinen Gefährten vor den Ungläubigen
versteckte. Andere Wunder wurden gegeben, um den Propheten (s.a.w.s) als wahrhafte Person darzustellen und
um seine Botschaft zu unterstützen, wie zum Beispiel der Baum, der die Einheit Gottes und das Botentum
Muhammads (s.a.w.s) bezeugte. Wunder wurden auch auf Anfragen der Menschen gewährt. Die Menschen von
Makkah hatten den Propheten Muhammad (s.a.w.s) nach einem Wunder gebeten, und so zeigte Gott ihnen die
Spaltung des Mondes.
Wunder haben einige Menschen dazu gebracht, zum Glauben zu gelangen, während andere hart-herzig
blieben, die Zeichen Gottes der Hexerei und Magie zuordnet. Es liegt in den Kräften von Gott Wunder zu
zeigen, die jedermann gläubig machen würden:

Wenn Wir wollten, würden Wir auf sie vom Himmel ein Wunder hinabsenden, dem sich ihre
Nacken unterwürfig beugen worden. (Sure ash-Shu'ara': 4)

Trotzdem steht dies dem freien Willen entgegen, den Gott uns gegeben hat, der es uns ermöglicht,
zwischen richtig und falsch zu entscheiden. In der Tat ist ein Wunder eine Art, um zwischen denen zu
unterscheiden, die wahrlich glauben, und denen, die nicht. Gott hat uns im Qur’an von der Antwort derjenigen
erzählt, die glauben:

Sie sagten: "Preis Dir, wir haben nur Wissen von dem, was Du uns lehrst; siehe, Du bist der
56

Wissende, der Weise." (Sure al-Baqara: 32)


… und derjenigen, die das abstreiten:

Als Wir zwei zu ihnen entsandten, bezichtigen sie beide der Lüge, so dass Wir sie mit einem dritten
verstärkten. Da sprachen sie: "Seht, wir sind zu euch entsandt." Sie antworteten: "Ihr seid doch nur
Menschen wie wir. Und der Erbarmer hat nichts herabgesandt. Ihr seid nichts als Lügner!" (Sure Ya Sin:
14-15)

Während die Wunder, die allen Propheten (s.a.w.s) gewährt wurden, wichtig waren, waren die Wunder,
die dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) gewährt wurden, unterschiedlich in einer bedeutenderen Hinsicht –
dass sie von viel mehr Leuten miterlebt wurden. Die Wunder beispielsweise, die `Isa (a.s) und Musa (a.s)
gewährt wurden, wurden nur von den Menschen miterlebt, die zu jener bestimmten Zeit anwesend waren. Die
Wunder des Propheten (s.a.w.s) allerdings wurden breiter miterlebt. Sicherlich wurden die Wunder, die während
seines Lebens stattfanden, von denen miterlebt, die anwesend waren, aber er hat uns Wunder hinterlassen, die
noch nach seinem Tod bezeugt wurden, wie die Vorhersage des Märtyrertodes seiner Gefährten und die
Eroberung gewisser Länder. Trotzdem ist das am meisten beständige Wunder, das durch Milliarden Menschen
durch die Zeitalter und die Welt hindurch miterlebt wurde, der Qur’an selbst. Er ist wundersam auf die Weise, in
der er komponiert wurde, auf die Weise, wie er offenbart wurde, und auf die Weise, in der erhalten geblieben ist.
Das Prophet (s.a.w.s) hat uns mit dem Wunder des Qur’an gelassen, exakt so wie es ihm offenbart wurde.
Mit dem freien Willen, den Gott gegeben hat, kann man mit Intelligenz auf dieses Wunder antworten, indem
man es liest und seine Anforderungen befolgt, oder man kann es ableugnen, indem man sich von ihm abkehrt.

Die, denen Wir die Schrift gaben und die sie richtig lesen, glauben an sie. Wer aber nicht an sie
glaubt, das sind die Verlorenen. (Sure al-Baqara: 121)
57

Fußnoten
1 As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), 
i

Iz Publication, Istanbul, 2003, S. 298
2 ebenda, S. 300
3 'Mu'allaqat': http://www.britannica.com/eb/article­9054111
4 Ahmet Cevdet Pasa, Muallim Mahir iz, Peygamber Efendimiz (sav) (Our Prophet [saas]), Izmir, Isik 
Publications, 1996, S. 55­56

5 Bediuzzaman Said Nursi, Risale­i Nur Collection, "The Letters: The Nineteenth Letter, Eighteenth Sign, 
Second Remark", http://www.risale­inur.com.tr/rnk/eng/letters/19letter.html 

6 See Perished Nations, Harun Yahya, Ta­Ha Publishers Ltd., 2002

7 Bediuzzaman Said Nursi, Risale­i Nur Collection, "The Letters: The Twenty­sixth Letter, The First Topic", 
http://www.risale­inur.com.tr/rnk/eng/words/15th_word.htm

8 As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), 
Iz Publication, Istanbul, 2003, S. 237
9 ebenda, S. 238

10 ebenda, S. 237

11 ebenda, S. 286
12 Imam al­Ghazali, Ihya Ulum­ud­din (Revival of the Sciences of the Deen), trans. by Sitki Gulle, Huzur 
Publishings, Istanbul, 1998, S. 795­796

13 Imam al­Ghazali, Ihya 'ulum ad­din (Revival of the Sciences of the Deen), vol. II, English Translation by 
Fazlul Karim, Islamic Book Services, New Delhi, 2001, S. 252

14 Afzalur Rahman, Encyclopaedia of Seerah: Muhammad (saas), Inkilap Publishing, Istanbul, 1996, S. 162

15 Imam Sa'id Hawa, al­Asas fi't­Tafsir (The Basics of Qur'anic Commentary), Samil Yayinevi, Istanbul, 1991, S. 
332

16 Omer Nasuhi Bilmen, Ku'ran­i Kerim'in Turkçe Meali (Tafsir of the Qur'an), vol. 2, Bilmen Basim ve 
Yayinevi, Istanbul, S. 1101­1102

17 Ibn Kathir, Tafsir of Qur'an with Hadiths, vol. 9, Istanbul, Cagri Publications, 1996, S. 4623

18 ebenda, S. 4615
19 Ilyas Celebi, Itikadi Açidan Uzak ve Yakin Gelecekle Ilgili Haberler (Faith­Related Prophecies for the Far and 
Near Future), Istanbul, 1996, S.161

20 Bediuzzaman Said Nursi, Risale­i Nur Collection, "The Letters: The Nineteenth Letter, Seventeenth Sign", 
http://www.risale­inur.com.tr/rnk/eng/letters/19letter.html
21 Ibid., http://www.risale­inur.com.tr/rnk/eng/letters/19letter.html

22 Qadi 'Iyad Ibn Musa al­Yahsubi, Muhammad Messenger of God Ash­Shifa, trans. Bewley, Madinah Press 
Inverness, Scotland, 3rd print, 1999, S. 165
23 ebenda, S. 167

24 ebenda, S. 168
25 ebenda, S. 169
26 ebenda, S. 158­159
27 As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), 
Iz Publication, Istanbul, 2003, S. 536

28 As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), 
Iz Publication, Istanbul, 2003, S. 535 
29 Qadi 'Iyad Ibn Musa al­Yahsubi, Muhammad Messenger of God Ash­Shifa, S. 161
30 ebenda, S.163­164

31 ebenda, S. 162
32 ebenda, S. 162

33 Ibn Kathir, The Virtues and Noble Character of the Prophet Muhammad (saas), Istanbul, Celik Yayinevi, 
1982, S. 325

34 ebenda, S. 316, 327
35 As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), 
Iz Publication, Istanbul, 2003, S. 851
36 ebenda, S. 854
37 ebenda, S. 856

38 Afzalur Rahman, Encyclopaedia of Seerah: Muhammad (saas), vol. III, Inkilap Publishing, Istanbul, 1996, S. 
104
39 Shaykha Anne Khadeijah Darwish and Shaykh Ahmad Darwish, The Millennium Biography of Muhammad  
(saas) The Prophet of God, www.God.com

40 According to documents from Islamic and historical sources the Prophet left his home in the 14th year after 
becoming a prophet on the 27th day of the month of Safar (the second Arabic lunar month)
41 Omer Nasuhi Bilmen, Ku'ran­i Kerim'in Turkçe Meali (Tafsir of the Qur'an), vol. 3, Bilmen Basim ve 
Yayinevi, Istanbul, S. 1270

42 Tafsir Ibn Kathir, abridged by Sheikh Muhammad Nasib Ar­Rafa'i, Al­Firdous Ltd., London: 2002, S.145­
146; hadith from Musnad Ahmad, Sahih al­Bukhari: 3653 and Sahih Muslim: 2381 

43 As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), 
Iz Publication, Istanbul, 2003, S. 316

44 Ibn Kathir, Tafsir al­Qur'an al­'Adhim, Cagri Yayinlari, Istanbul, 1991, S. 3318

45 Omer Nasuhi Bilmen, Ku'ran­i Kerim'in Turkce Meali Alisi ve Tefsiri (Tafsir of the Noble Qur'an), Band. 1, 
Bilmen Publishings, Istanbul, S. 451
46 Ibn Kathir, Tafsir of Qur'an with Hadiths, vol. 7, Istanbul, Cagri Publications, 1993, S. 3447

47 Sa'id Hawa, al­Asas fi't­tafsir (The Basics of Qur'anic Commentary), Samil Yayinevi, Istanbul: 1991, Band. 2, 
S. 444

As­Suyuti, Tahdhib al­khasa'is al­nabawiyyah al­kubra (The Awesome Characteristics of the Prophet [saas]), Iz 
Publication, Istanbul, 2003, S. 688­689

49 ebenda, S. 690
50 ebenda, S. 1115

51 ebenda, S. 1120
52 ebenda, S. 1120
53 ebenda, S. 1120
54 ebenda, S. 1121

55 "Heraclius;" http://en.wikipedia.org/wiki/Heraclius
56 "Heraclius 610­641;" http://fstav.freeservers.com/emperors/heraclius.html
57 Warren T. Treadgold, A History of the Byzantine State and Society, Stanford, California, Stanford University 
Press, 1997, S. 287­299
58 http://web.genie.it/utenti/i/inanna/livello2­i/mediterraneo­1­i.htm; 
http://impearls.blogspot.com/2003_12_07_impearls_archive.html; http://en.wikipedia.org/wiki/Heraclius

59 Tafsir al­Jalalayn, Faith Enes Publishing, İstanbul, 1997, Band. III, S. 1843
60 The people of knowledge say that the qirat is a sub­division of a dinar or a dirham
61 "The Arab Conquest of Egypt;" http://www.nationmaster.com/encyclopedia/History­of­early­Arab­Egypt 

62 "Fatih" means literally "Opener", just as "fath" means "opening", i.e. the opening to Islam.

63 "Chosroes II, Siroes, and Prophet Muhammad (628 CE);" http://www.cyberistan.org/islamic/chosroes.html

64 Salih Suruc, Kainatin Efendisi Peygamberimizin Hayati (The Life of the Prophet [saas]), Yeni Asya 
Publications, Istanbul, 1998, S. 225
65 "Chosroes II, Siroes, and Prophet Muhammad (628 CE);" http://www.cyberistan.org/islamic/chosroes.html
66 Salih Suruc, Kainatin Efendisi Peygamberimizin Hayati (The Life of the Prophet [saas]), Yeni Asya 
Publications, Istanbul, 1998, S. 225

Durch die Geschichte hindurch sandte Gott Seine Propheten, damit sie ihnen Völkern den
Rechten Pfad weisen können. Einige dieser Propheten vollbrachten durch Gottes Wille Wunder, um ihre
Göttliche Nachricht zu unterstützen. Die Propheten Ibrahim (a.s), Musa (a.s) und Jesus (a.s) waren
einige dieser Gesandten, denen Gott die Kraft, Wunder zu wirken, geschenkt hat
und diese sind im Qur’an niedergeschrieben.
Auf die gleiche Weise gab Gott die Erlaubnis, dass der Prophet Muhammad (s.a.w.s) sein ganzes
Leben Wunder vollbrachte, damit die Menschen sie sehen und davon lernen. Viele davon sind gut
bekannt, so wie die Nachtreise und die Auffahrt zu den Himmeln. Andere sind wieder weniger bekannt,
so wie das Fließen von Wasser aus den Fingern des Propheten (s.a.w.s).
Dieses Buch erforscht die Natur eines Wunders, die Gründe, und warum Propheten Wunder
wirken dürfen. Es betrachtet im Einzelnen die Wunder, die der Prophet Muhammad (s.a.w.s) wirkte,
so wie sie in den autentischen Quellen des Qur’an und der Sunnah aufgezeichnet sind.