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Heinz Schlaffer Die kurze Geschichte der deutschen Literatur Mit einem aktuellen Nachwort zur Taschenbuchausgabe 160
Heinz Schlaffer Die kurze Geschichte der deutschen Literatur Mit einem aktuellen Nachwort zur Taschenbuchausgabe 160

Heinz Schlaffer Die kurze Geschichte der deutschen Literatur Mit einem aktuellen Nachwort zur Taschenbuchausgabe 160 Seiten

ISBN:

978-3-423-34022-9

Euro: 8,90 [D] 9,20 [A] SFr: 12,90

3. Auflage, August 2008

»Dieses Buch ist ein Ereignis – in der Literaturgeschichte und weit darüber hinaus.« Süddeutsche Zeitung

Was ist deutsch an der deutschen Literatur? Gibt es tatsächlich eine kontinuierliche deutsche Literaturgeschichte vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart? Heinz Schlaffer geht diesen Fragen nach und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Erst von 1750 an – lange nach den klassischen Epochen der italienischen, französischen oder englischen Literatur – gibt es in Deutschland Werke, die zur Weltliteratur zählen. Als späte Auswirkung der Sprache der Mystik, der Reformation Luthers und der Aufklärung entsteht die Literatur der klassisch-romantischen Epoche – eine Blütezeit von rund achtzig Jahren, gefolgt von einer zweiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hauptgrund für diesen verspäteten Eintritt in die Weltliteratur ist, dass in Deutschland »das Mittelalter nicht enden wollte«.

Provokant, geistreich und stilistisch brillant vermittelt Schlaffer gänzlich neue Einsichten in die Geschichte der deutschen Literatur, die die bisherigen Erkenntnisse der Germanistik gehörig auf den Kopf stellen.

Autorenporträt Heinz Schlaffer

Heinz Schlaffer, geboren 1939, war bis zu seiner Emeritierung (2004) Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart. 2007 erschien sein Buch ›Das entfesselte Wort. Nietzsches Stil und seine Folgen‹. 2008 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik. Bei dtv ist lieferbar: ›Die kurze Geschichte der deutschen Literatur‹ (34022).

Pressestimmen: Cord Barkhausen, Die Zeit »Mit der Respektlosigkeit des klarsichtigen Forschers beschreibt Schlaffer eine

Pressestimmen:

Cord Barkhausen, Die Zeit

»Mit der Respektlosigkeit des klarsichtigen Forschers beschreibt Schlaffer eine Geschichte von Fremdeinflüssen und verlorenen Anfängen, von Abbrüchen und Neuanfängen, von einer diffusen langen Vorgeschichte und einem ersten Höhepunkt auf Weltliteraturniveau um 1770 bis 1830, gefolgt von einer kurzen ›Nachgeschichte‹ mit einem erneuten Höhepunkt von 1900 bis 1950, und dann,

behauptet Schlaffer, war Schluss. Eine ›kurze Geschichte‹ eben. [

genug: das Deutsche an der deutschen Literatur ist für einmal gedacht worden.«

] Wirkungsvoll

Ulrich Greiner, Die Zeit »Die Betonung liegt auf deutsch, und deutsch ist die Verbindung von Pietismus und Antike, wie sie in der Klassik zum Ausdruck kam. In einer nachholenden Bewegung wurde so die deutsche Literatur, die zuvor nur eine schwächliche Nachahmung fremder Muster zustande gebracht hatte, zur Weltliteratur. Zwar hat Schlaffer leichte Probleme, die katholischen Romantiker und jüdischen Österreicher seiner Definition unterzuordnen, aber der glänzend geschriebene Essay hat den Vorzug, aus einer unhaltbaren These haltbare Einsichten zu gewinnen.«

Ulrich Raulff, Süddeut­­schen­­ Zeitun­­g »Erst jetzt, nachdem einer der großen Philologen im Lande gegen den antiquarischen Geist seines Faches zu Felde gezogen ist, erkennen wir, wie staubtrocken und schwach die historisch-philologischen Disziplinen geworden sind. Und bitten jetzt, der polemische Essayist, der den Staub der Germanistik aufwirbelt, möge Nachahmer in anderen Fächern finden. Man stelle sich vor: ein Buch wie dieses aus der Mitte der Historie oder der Philosophie – nicht auszudenken, das Glück.«

Martin Mosebach, Süddeut­­schen­­ Zeitun­­g »Mit trotzigem Freimut bekennt Schlaffer sich zur ›radikalen Aufklärung‹. Einer solchen sind in der deutschen Literatur aber beinahe ausschließlich Geister zweiten Ranges zuzurechnen. Das erklärt vielleicht Schlaffers Frustration als Germanist. Es mag ihm mit der Germanistik gehen wie Prousts Monsieur Swann mit seiner einstigen Liebe Odette, als er erkennt, dass er seine ganze Leidenschaft für eine Frau verschwendet hat, ›die nicht sein Genre war‹.«

Die Welt »Es singen die Wasser im Schlafe noch fort, wohl wahr, aber man sollte sie ruhig hin und wieder mal aufwecken. Heinz Schlaffer hat es getan. Er hat es kurz und gut gemacht. Er lässt uns, indem er unsere Aufmerksamkeit dankenswerterweise nicht mit einem Tausend-Seiten-Opus okkupiert, sondern uns ein leicht verdauliches amuse-gueule zuwirft, Zeit, sie uns zurückzuerobern, jene deutsche Literatur der

inneren Dringlichkeit, die auch für diejenigen, die meinen, auf sie verzichten zu können, bereit hält,

inneren Dringlichkeit, die auch für diejenigen, die meinen, auf sie verzichten zu können, bereit hält, in der Fülle des Wohllauts, was wir uns insgeheim alle wünschen: Freiheit und Glück.«

Stuttgarter Zeitung »Lässig schwingt Schlaffer das Stöckchen des geübten Causeurs, und seine zarten, gut gezielten Streiche treffen germanistische Traditionen wie Gepflogenheiten des bürgerlichen Theaterbesuches, die spezifische Untergangsverliebtheit deutschsprachiger Avantgarde wie die Dauerbereitschaft zum Sprachverbot und das Gewürge ums ›Deutschsein‹.«

Der Spiegel »So elegant er in seiner Polemik den Einmann-Abbruchunternehmer spielt, so nüchtern er klarstellt, dass mit dem Verdämmern der Klassiker auch das Ende echter Belesenheit gekommen sein dürfte: Im Grunde hängt Schlaffer viel zu sehr an der großen Literatur, als dass er auf sie verzichten könnte. Sein brillantes Büchlein, als cool-nostalgische ›Flaschenpost‹ in den Strom der Zeit geworfen, zeigt es auf jeder Seite – zwischen den Zeilen: Eigentlich, ganz eigentlich hätte Heinz Schlaffer wohl am liebsten Unrecht.«