Sie sind auf Seite 1von 18

PLANUNG UND REALISATION DER AUSSTELLUNG Dr. F. Deltgen

B.

H. Micheel (Architekt)

K. -G. Scheffer

Khan Majlis M.A.

LEIHGABEN Botanischer Garten, Köln Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn Kolumbianische Botschaft, Bonn Museum für Völkerkunde, Berlin Staatliches Museum für Völkerkunde, München Zoologisches Forschungsinstitut und' Museum Alexander Koenig, Bonn

AUFBAU DER AUSSTELLUNG

K.

Blunck

W.

Dorfschäfer

R.

Feckl er

H.

Mades

FAKSIMILES

H. Fal k

TEXTREALISATION

L. Wagner

DIA-TON-SCHAU

Realisation:

Fa. AVE, Bensberg

Text: Dr. F. Deltgen Sprecherin: E. Scherer

BLASROHR-NACHBILDUNG Fa. Atomac, Ahaus

KATALOG Umschlag: Graphikstudio Ktilner Museen Autor und Redakteur: Dr. F. Deltgen Graphiken: K.-G. Scheffer Gesamtherstellung: Druckerei W. Frings, Köln

Copyright aller Fotos und sonstigen Abbildungen:

Dr. F. Deltgen und K.-G. Scheffer

MIT FLINTE UND BLASROHR

URWALD-INDIANER IN KOLUMBIEN

INFORMATIONEN ZU EINER AUSSTELLUNG DES RAUTENSTRAUCH- JOEST-MUSEUMS FOR VöLKERKUNDE DER STADT KöLN OBER DIE YEBAMASA-INDIANER DES RIO PIRAPARAN~I OST-KOLUMBIEN KöLN 1979

MUSEEN

~DE~.srADT

~KOLN

1IIIIIIIrmK:::::O:::::l==u==:::m:::::b:::::"==e::::n:mmlllllllll

.

.

.

.

iiii~HH:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::iiUiiiii

DIE YEBAMASA-INDIANER DES RIO PIRAPARANA, COMISARIA DEL VAUPES,

KOLUMBIEN.

Fast alle hier niedergelegten Informationen sind, wie auch die Mehrzahl der Ausstellungsstücke, Ergebnisse einer Feldforschung, die im Jahre 1977 von Herrn Dr. Florian Deltgen, Herrn German Gonzalez und Herrn Karl-Georg Scheffer mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter Yebamasa-Indianern des mittleren Piraparana (im folgenden "Pira") durchgeführt wurde. Der eigent- liche Feldaufenthalt dauerte sieben Monate.

Von Anfang an nicht als umfassende Studie geplant, hatte das

Forschungsvorhaben nicht das

masa zu erstellen, sondern Daten zu sammeln, die Antworten auf relativ spezielle Fragen ermöglichen sollten. Die wichtig-

sten Forschungsinteressen waren:

Ziel, eine Monographie der Yeba-

1. Welches ist der kulturelle Kontext des Konsums sogenannter halluzinogener Drogen? Worauf ist es zurückführen, daß die

Indianer der tropischen

hunderten Drogen einnehmen, die das Bewußtsein verändern,

Wirkungen

bei einzelnen

wie dies beim Genuß ähnlicher Drogen in den Industrie-Kul-

turen der Fall ist?

2. Aus welchen Materialien und mit welchen Techniken und Werk- zeugen stellen die Indianer ihre materiellen Kulturgüter her?

Regenwälder Amazoniens seit Jahr-

ohne daß sich in ihren Kulturen ähnlich negative

und in der Gesellschaft fests te l l en 1ießen

Es konnte eine nahezu vollständige Sammlung aller Objekte er-

stellt werden, von denen die Forscher im Verlaufe des Feldauf-

enthaltes Kenntnis

SammlungbeimTransport

die Substanz der im Rautenstrauch-Joest-Museum der Stadt Köln gezeigten Ausstellung "Mit Flinte und Blasrohr - Indianer im tropischen Regenwald". Die verloren gegangenen Objekte konnten größtenteil s durch Leihgaben des "Museums für Völ kerkunde", Ber- lin und des "Staatlichen Museums für Völkerkunde", München, er-

setzt werden.

erhielten. Leider ging gut ein Drittel der

verloren. Der verbliebene Rest bildet

I

DIE BEWOHNER VON "SAN MIGUEL" - IHRE SOZIALE UND POLITISCHE SITUATION Ursprünglich sollte die Feldforschung bei den Curripaco-India-

nern der Comisarias del Guainia und del Vichada durchgeführt werden, doch stellte sich bei der Ankunft der Forscher im Febru- ar 1977 in Mitü, Hauptstadt der Comisaria del Vaupes, heraus,

ihre traditionelle Kultur unter dem Druck der Mission, vor allem der "New Tribes Mission",

daß die Curripaco protestantischen

so weitgehend aufgegeben hatten, daß vom Drogenkonsum und den damit verknüpften Kulturelementen nichts ~ehr übriggeblieben war. Auf Anraten des Apostolischen Präfekten von Mitu, Monsenor

-2-

Belarmino Correa y Yepes, seines Cousins Don Ignacio Perez Correa und des katholischen Missionspaters Manuel Valencia wählten wir die Yebämasa von San Miguel als neue Zielgruppe. Dort, etwas unterhalb der Mündung des Cano Colorado in den Pirä, hatte die Apostolische Mission von 1968 bis 1974 eine Missionsstation unterhalten. 1973 war es zu Konflikten mit den dortigen Indianern gekommen, in deren Folge die Mission den Posten aufgeben mußte. Während der Zeit seines Bestehens hatte die Mission Grundschulunterricht angeboten, sodaß wir davon ausgehen konnten, daß einige der dort lebenden Indianer soviel Spanisch sprechen würden, daß sie uns als Informanten und als Dolmetscher dienen könnten. überdies war die einst von der Mission ln der Nähe der Siedlung angelegte Landebahn für Kleinflugzeuge noch benutzbar, sodaß wir nicht viele Wochen mit schwierigen Reisen auf den gefährlichen Flüssen vergeuden mußten.

Wir wurden von den Bewohnern San Miguels - wie die Mission die Siedlung genannt hatte - mit reservierter Freundlichkeit empfangen. Da wir nicht annehmen konnten, e~ werde uns gelin- gen, uns in das Leben der Indianer zu integrieren, erklärten wir ihnen mit einfachen Worten, daß wir zu ihnen gekommen seien, um etwas über ihr Leben und ihre Kultur zu lernen und daß wir nur bleiben würden, wenn sie dies ausdrücklich wünsch- ten. Diese Haltung brachte uns das Vertrauen der Indianer ein. Wir haben uns bemüht es nicht zu enttäuschen.

Der Name 'Yebämasa' kommt in der wissenschaftlichen Literatur nicht vor. Theodor Koch-Grünberg, der den Pirä zu Beginn die- ses Jahrhunderts bereiste, nannte sie 'Buhagana' . In den weni- gen Publikationen, in denen sie überhaupt erwähnt werden, wer- den sie als 'Barasana' oder 'Barasano' mit dem Zusatz 'del Sur' oder 'deJ Norte', gelegentlich auch als 'Bara' oder sogar als Untergruppe der Macuna bezeichnet. Die Yebämasa wissen zwar, daß sie von den Weißen so genannt werden und wundern sich dar- über nicht wenig, nennen sich aber selbst 'Yebämasa' d.h. 'Leute des Yebä', wobei Yebä der mythische Ahnherr aller Yebä- masa ist. Diese Bezeichnung trägt nicht nur dem Wir-Verständnis der Yebämasa Rechnung sondern auch den ethnographischen Tatsa- chen, die sich aus dem allen Gruppen des Pirä-Stromgebietes ge- meinsamen Schöpfungsmythos und dem die Beziehungen dieser Grup- pen zu einander regelnden Exogamie-Gebot ergeben.

Nach dem Schöpfungsmythos gehörten zur ersten Gruppe von Klanen, die mit den Insignien kultureller Eigenständigkeit ausgestattet wurden, die Barä, die Tatuyo, die Macuna, die Taiwano und die Tuyuca. Diese und die im Schöpfungsmythos nicht erwähnten Cara- pana sind die wichtigsten Heiratspartner der Yebämasa. Yebä gründet als sechste Gruppe den exogamen Klan der Yebämasa, der sich aus zehn Sippen zusammensetzt, deren jede von einem Sohn Yebäs abstammt. Nach der Seniorität der Stammväter bestimmt sich die Rangfolge der Sippen. Die vom jüngsten Sohn Yebäs begründe- te und daher rangniedrigste Sippe sind die 'Yebä~comiamasä'. Diese sind die Bewohner von San Miguel. Da sie nach der mythi- schen Tradition von den übrigen Yebämasa als Krieger gegen feind- liche Gruppen eingesetzt wurden und als besonders blutrünstig

Eine Maloca der Yebämasa von San Miguel, mittlerer Piraparana.

Die Maloca ist wie ein riesiger überdachter Platz. In ihr gibt es keine Privatsphäre.

S a n Miguel am Pir cpur cnri . " " ~ "' . -

San

Miguel

am

Pir cpur cnri

. " " ~ "' . - .'." " ." " " " "". ,.
. "
"
~
"' .
-
.'." " ."
"
"
"
"".
,.
-0"
.'
.
.
."
"
'
.
'"
"
':.'
"
.'
"
': "' -:
• •
,
'
. "
:::,",
r"",',',:'
Chagra
.",
"
"
""." "
MN

-3-

und streitbar galten, nannte man sie auch 'Janera'

abschneider'

Obwohl die Yebamasa von San Miguel sich als eine einzige Fami-

lie verstehen, unterteilen sie sich doch nach unseren Begriffen

in drei Familien, die Familie Marin, die Familie Giraldo

die Familie Mejia, (vgl. die Verwandtschaftsschemata). Jede die- ser Familien bewohnte ein eigenes Haus. Rufino Marin, Oberhaupt

der

Gruppe.

Wie alle anderen Klane im Pira-Gebiet sind auch die Yebamasa patrilineal organisiert, d.h. Abstammung wird nur über die

männliche Linie gerechnet. Das Exogamiegebot besagt, daß kein

männliches Mitglied eines

glied des selben Klanes heiraten

gen unterhalten daher die jungen

oder Ehepartner. Ein Verstoß

noch als ein weit schwereres Vergehen als etwa Ehebruch mit ei-

ner der ei ngeheirateten Frauen. Der Druck der sexuellen Frustra-

tion unter den jungen Leuten

her oft unerträglich hoch und äußert sich in Aggressionen und

Konflikten.

Die Sippen der einzelnen Klane leben weit im Urwald verstreut in iso 1i erten Großhäusern , den Mal ocas , zwi sehen denen der Kon- takt nur durch zeitraubende, anstrengende und gefährliche Rei- sen aufrecht erhalten werden kann. die der Indianer im Kanu oder

zu Fuß auf verwachsenen Urwaldpfaden machen muß. Das Exogamie-

d.h.

'Hals-

- und das war gewiß wörtlich zu verstehen.

und

Famil i e Mari n, war zuglei eh auch der" capitan" der ganzen

exogamen Klanes ein weibliches Mit-

oder zu ihm sexuelle Beziehun-

gegen diese Regel gilt auch heute

einer exogamen Lokalgruppe ist da-

darf. Für die jungen Männer von San Miguel sind

Mädchen von San Miguel keine 'möglichen 'Sexual-

e gebot zwingt den jungen Indianer zu ständigen Reisen. Nur so kann er feststellen, ob in irgendeiner Maloca ein Mädchen lebt, das als Ehefrau für ihn in Frage kommt. In der Regel vollzieht sich eine Heirat als Schwesterntausch. Hat ein junger Mann kei-

ne heiratsfähige

ten, so muß er seinem Schwiegervater und seinem Schwager eine angemessene Gegenleistung in Form von Arbeit oder Produkten

erbri ngen. Di e Ehe ist vi ril oka1 und wi rd formlos vollzogen.

Sie besteht de facto, wenn ein Mann und eine Frau den Geschlechts-

verkehr vollziehen,

und sie für ihn kocht. Nach der Heirat folgt die Frau dem Mann

in die Maloca seiner Eltern oder in seine eigene Maloca. wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern ein eigenes Schlafabteil bewohnt. Alle Kinder aus der Verbindung gehören zum Klan des Vaters .

Jungfräulichkeit

chen geschätzt. Hat eine Frau Kinder, ohne je verheiratet ge- wesen zu sein, wird sie als Hure verachtet. Witwen dagegen wer- den, auch wenn sie bereits mehrere Kinder haben, gern wieder ge- heiratet. Im statistischen Durchschnitt ist die Monogamie der

Regelfall.

zeitig zwei oder drei

Die Klane des Pira kennen keine starke politische Zentralgewalt. Unter den Männern einer Maloca, einer Sippe oder einer Lokalgrup- pe hat derjenige den höchsten Status. der den höchsten kumu-Grad erreicht hat. Daneben nimmt der Gründer, Bauherr und Hausherr ei-

Schwester zum Tausch gegen eine Ehefrau anzubie-

wenn der Mann für die Frau jagt und fischt

und sittsame Zurückhaltung werden an einem Mäd-

Es kommt aber durchaus vor.

Frauen hat.

daß ein Mann gleich-

-4-

ner Maloca, da er zugleich meist auch Zeremonienmeister und Vorsprecher der Mythen bei heiligen Festen ist, die Funktion eines Führers und Repräsentanten der Gruppe nach außen wahr. Diese Funktion nennen die Yebämasa '~j~', die Weißen 'capitan'. Der capitan ist aber kein Häuptling. Er kann nichts befehlen. Als primus inter pares kann er die übrigen erwachsenen Männer motivieren etwas zu tun oder zu lassen, aber er kann sie nicht dazu zwingen.

Im jahreszeitlichen Zyklus feiern die einzelnen Lokalgruppen heilige Feste, in deren Verlauf die halluzinogene Droge "caj'" getrunken wird. Zu diesen oft mehrere Tage und Nächte dauernden Festen laden sich die verschwägerten Sippen gegenseitig ein. Da praktisch immer irgendwo ein Fest gefeiert wird, ist ein

Teil der Bevölkerung des Pirä

die Kontakte zwischen den Sippen und Klanen. Sie werden weiter

durch das von Marcel Mauss entdeckte und von Claude Levi-Strauss in den Rang eines Theorems der strukturalen Theorie erhobene

Pri nzip der" Rezi prozität" gefördert:

das

Chagra oder wie der Hausbau, können von einer Sippe nicht allein

bewältigt werden; verschwägerte Sippen helfen sich gegenseitig

dabei. Ein ungeschriebenes Gesetz schreibt vor, daß wer Hilfe von anderen erhalten hat, diese bei passender Gelegenheit durch

eine vergleichbare Arbeitsleistung abgelten

daß wer für andere Arbeit geleistet hat, erwarten darf, daß

diese

Von den von Weißen getragenen Institutionen Kolumbiens sind

für die in den Indianer-Comisar'as lebenden Indianer vor allem

der

geborenen-Amt), die

de Kommi.ssariatsverwaltung, die Apostolische Mission, verschie- dene protestanti sche Mi ss ionen, da runter vor a 11 em di e "New Tri bes

Mission" und das "Summer Institute of Linguistics", die staatliche "Caja Agraria" (Landwirtschaft-Bank) und die weißen Kautschuk- sammler und Anthropologen von Bedeutung. Die bei den erstgenann-

ten Institutionen haben in der Vergangenheit gelegentlich An-

strengungen unternommen, Programme zur Förderung der im Urwald lebenden Indianer-Kommunitäten durchzuführen. Der Erfolg blieb

aber aus. Die Ursachen dafür sind vielfältig und können hier

nicht erörtert werden. Während die

am wenigsten das Summer Institute of Linguistics, noch immer

eine letztlich auf Zerstörung der traditionellen Kultur der In-

dianer

sion die Indoktrination alten

gegeben.

ständig unterwegs. Dies rordert

größere Arbei ten, wi e

Abholzen von Urwald zum Zweck der Schaffung einer neuen

muß oder umgekehrt,

auch für

ihn etwas tun.

dem Innenministerium unterstehende "Asunto Ind'gena" (Ein-

gleichfalls dem Innenministerium unterstehen-

protestantischen Missionen,

gerichtete Strategie verfolgen, hat die katholische Mis-

Stils in den letzten Jahren auf-

Sie läßt die traditionelle Kultur unberührt und be- sich auf Lebenshilfe und Ausbildung. Auf die übrigen

schränk t

genannten Institutionen und Personenkreise gehen wir im Kapi-

tel "Wirtschaft und Ernährung" näher ein.

Bedauerlicherweise läßt sich die kolumbianische Regierung in

ihrem Verhalten gegenüber den Indianern der entlegenen

regionen zuweilen von Befürchtungen gegenüber der brasiliani- schen Indianer-Politik motivieren. Man überschüttet die Indi- aner aus heiterem Himmel mit Waren und Gerätschaften, mit Plä- nen und Aktionsprogrammen, die an den Realitäten völlig vorbei~

Urwald-

-5-

gehen, und die daher meist auf Ablehnung stoßen. Bestenfalls fördern solche Vorstöße die Tendenz zum von den Weißen abhängi- gen Schmarotzerdasein, schlimmstensfalls fördern sie die Zwie- tracht unter den Sippen und untergraben das ohnehin schwache Vertrauen in den Weißen. Die Kolumbianer begründen ihr Verhal- ten mit dem Hinweis, daß die Indianer die einzigen Repräsentan- ten des kolumbianischen Staatsvolkes in jenen unwegsamen und unterbevölkerten Gebieten seien, daß sie die Abwanderung der Indianer nach Brasilien verhindern müßten, wo man den aus Ko- lumbien zugewanderten Geschenke mache, weil sonst diese Ge- biete mit ihren kostbaren Bodenschätzen (öl, Gold, Uran und andere seltene Erze) einmal entvölkert von den habgierigen

Brasilianern beansprucht

tung

Kolumbiens schadet durch unrealistische Hilfsprogramme den In-

dianern und erweist sich letztlich selbst einen Bärendienst.

werden könnten. Wenn diese Befürch-

auch vielleicht keineswegs unbegründet ist, die Regierung

WIRTSCHAFT UND ERNÄHRUNG Grundlage der Ernährung aller Indianer des Pira-Gebietes ist der Anbau der "yuca brava" (im Folgenden hier Yuca), des Bitter- maniok (Manihot esculenta). dessen stärkehaltige Wurzelknollen einem groben, leicht säuerlich schmeckenden Mehl, dem sog.

zu

"mani oco", auch "fari fia" genannt, oder aber zu fl achen runden Brotfladen, dem Casabe, verarbeitet werden. Casabe ist das Grund- nahrungsmittel der Yebamasa. Durch Wässern oder Reiben und Pres-

sen wird die in den Wurzelknollen enthaltene tödliche Blausäu-

re herausgezogen,wodurch

wird.

eine bewundernswerte Kulturleistung, die den Indianern den über- gang von einer rein wildbeuterischen Lebensweise zum seßhaften

Brandrodunqsbau ermögl i cht

sa ist dieser übergang ein zentrales Thema.

Aussaat, Pflege, Ernte und Verarbeitung der Yuca sind ausschließ-

lich

Chagra, durch

be der Männer. Die Yebamasa unterscheiden und kultivieren et-

wa 20 verschiedene Arten von Yuca brava und weitere 8~10 Arten süßer Yuca, die keine Blausäure enthält. Daneben bauen die In- dianer noch eine beachtliche Zahl weiterer Nahrungspflanzen

an: mehrere Arten

feln; Chonque, eine Pflanze mit stärkehaltigem Wurzelstock; Mais;

Ananas; Kochbananen, der sog. "platano"; klehe und große Eßba- nanen; eine mit der Tomate verwandte Frucht, den Lulo (Solanum

quitoense); Lulito, eine Frucht, die aussieht wie winzige Toma- ten und auch so schmeckt; Papaya; Limonen; Capsicum-Pfeffer; den warumo-Baum, dessen Früchte wie dunkle Trauben aussehen und daher "uvas de selva" d.i. "Urwaldtraube" genannt werden; die

Pupuna-Palme, deren Früchte ein herzhaftes

Zuckerrohr

Yuca für den Menschen erst genießbar

Das Problem der Entgiftung der Yuca gelöst zu haben} ist

hat.

Im Schöpfungsmythos der Yebäma-

Aufgabe der Frauen, die Anlage der Anbaufläche dagegen,der

Roden und Abbrennen der Bäume ist eine Aufga-

von Yams (Dioscorea spp.); diverse Süßkartof-

Kompott ergeben;

und andere - um nur die wichtigsten zu nennen.

-6-

Bei einer solchen Zahl kultivierter Pflanzen kann die Ernährungslage der Yebamasa nicht allzu finster aussehen -

sollte man meinen. Aber die Erträge sind gering. Der Urwald-

boden ist meist sandig und unfruchtbar.

Asche der verbrannten Bäume hält kaum zwei Jahre lang vor. Nach drei Jahren gehen die Erträge so stark zurück, daß sich

die weitere Bearbeitung einer Chagra nicht mehr lohnt.

Die durchschnittliche Chagra hat etwa die Fläche eines Fußball- feldes, ist aber von rundlicher Form. Die großen Bäume, die zu-

vor dort gestanden haben, lassen sich nicht vollständig verbren- nen. Daher ist die Chagra durchzogen von einem Gewirr verkohl- ter Baumreste. Diese Hinternisse machen eine regelmäßige dichte Bepflanzung unmöglich und behindern·Bewegungsfreiheit und über- sicht. Die einzelnen Feldfrüchte werden daher gänzlich system- los und z.T. wirr durcheinander gepflanzt, wodurch die vorhan-

dene Anbaufläche nur sehr

Yuca trägt erst im zweiten Jahr. Im dritten ist die Ernte auch noch gut. Im vierten Jahr verholzen die Wurzelknollen bereits.

Da die Pflanzungen fast immer ohne Aufsicht sind, wird ein er- heblicher Teil der Ernte von den zahlreichen Nagern und den Ta-

piren aufgefressen,

Jahren muß wegen der nachlassenden Erträge für jede bewirtschaf- tete Chagra eine neue angelegt werden. Größe und Zahl der Chagras

einer Familie sind durch die Zahl der arbeitsfähigen Frauen be-

grenzt. Eine

schnittlich gleichzeitig 3-4 Chagras. Junggesellen werden von ihren Müttern oder Schwestern mit Feldfrüchten versorgt und be- kocht, wofür sie ihrerseits für Mutter oder Schwester Chagras anlegen. Alle Chagras sind der persönliche Besitz einzelner Individuen oder einzelner Familien. Aus der Chagra eines ande- ren ohne dessen Erlaubnis Nahrungsmittel zu entnehmen, wird als Diebstahl betrachtet.

Die überwiegende Masse der landwirtschaftlichen Erzeugnisse be- steht aus stärkehaltigen Knollen oder Wurzeln, die gegart wer- den müssen, bevor sie genießbar sind. Durch den Prozess des Garens werden aber fast alle Bestandteile zerstört, sodaß am Ende pures Kohlehydrat übrigbleibt. Dies trifft besonders auf

die

beseitigen das Hungergefühl, haben aber einen sehr geringen Nähr-

wert.

~eistens kochen und da viele andere Früchte wie Lulo oder Pupuna

1m ungekochten Zustand unangenehm schmecken, leiden sie fast alle unter Vitaminmangel-Erscheinungen.

Anstatt aber

die Yebamasa für wichtiger, einen großen Teil

destens

Blätter in Pulverform von den Männern täglich eingenommen wer-

den.

Die Ernährungslage

die Versorgung mit Protein problematisch ist.

müssen die Yebamasa durch Jagd und Fischfang decken. Haustiere halten sie nicht. Manche Indianer am Pira haben von den Weißen

Die Düngung durch die

unvollkommen ausgenutzt wird.

Die

denen das Gift nichts ausmacht. Nach zwei

vier- bis fünfköpfige Familie bewirtschaftet durch-

Yuca brava zu. Casabe und Farina füllen zwar den Magen und

Da die

Yebamasa auch Früchte die

man roh essen könnte,

mehr Zitronen oder Ananas anzupflanzen, halten es

der Chagra, min-

dessen

ein Drittel, für den Anbau von Koka zu nutzen,

wird weiter dadurch verschlechtert, daß auch

Ihren Eiweißbedarf

-]-

die HÜhnerhaltung übernommen. Sle essen aber die Hühner nicht, sondern nur die Eier. Die Yebamasa ekeln sich davor, Tiere zu essen, die in enger Gemeinschaft mit ihnen leben: "Solche Tie-

re gehören zur Familie." sagen

Familie!"

scher Nutztierhaltung zu bewegen, sind bisher fehlgeschlagen. Allerdings wird die landwirtschaftliche Viehzucht im tropischen Regenwald auch durch verschiedene Umstände besonders erschwert. Um nur die drei wichtigsten zu nennen:

Das Problem der Fütterung

Schlägt man im Urwald eine Lichtung, sodaß dort Gras wächst und eine kleine Savanne entsteht, so kann man auf einer solchen Wei- de doch keine Kühe halten, denn dem. Gras fehlen wichtige Spuren- elemente. Ohne entsprechendes Beifutter würden die Kühe nach kurzer Zeit sterben. Dieses Beifutter müßten die Indianer kau-

fen.

mäßig herbeitransportieren? Schweine müßten ebenfalls mit in-

dustriell gefertigtem Futter gefüttert werden, da man sie aus

hygienischen Gründen nicht frei

ches

Das Problem der Raubtiere

Nicht nur

noch Hühner frei herumlaufen lassen. Die Hühner würden zusätz- lich von den zahlreichen Raubvögeln dezimiert. Aber der wichtig-

ste Grund sind die blutsaugenden Vampir-Fledermäuse. Diese stürzen sich nachts auf Mensch und Tier. In ihrem Speichel ha- ben sie eine anästhetische Substanz. Sie lecken zunächst vor- sichtig an der Haut ihres Opfers, sodaß die betreffende Stelle betäubt wird. Das Tier oder der Mensch spürt dann den Biß nicht mehr. Zwei kleine Vampire töten ein ausgewachsenes Huhn in ei- ner Nacht. Nur Stallungen aus engmaschigem Maschendraht könn- ten hier Schutz bieten. Aber: Solchen Draht können sich die In- dianer nicht leisten.

Das Problem der Krankheiten

In den entlegenen Urwaldgebieten gibt es schon für den Menschen keine ärztliche Versorgung, noch weniger eine tierärztliche. Da die Indianer ebensowenig über Erfahrungen in der Nutztier-

haltung wie über

Hilfsmittel verfügen,

an den unzähligen Parasiten

nicht nur den Menschen befallen, zugrunde ge~en.

So bleibt den Indianern also nur Jagd und Fischfang wie in alten Zeiten. Aber anders als in alten Zeiten betreiben sie die Jagd

heute nicht mehr mit Pfeil

der Cerbatana, dem Blasrohr, dessen Giftpfeil im übrigen etwa

die Haut des Tapirs nicht durchdringen kann. Hauptjagdwaffe ist die einläufige Flinte, meistens im Kaliber 16 oder 20.

Nicht jeder erwachsene Mann hat eine Flinte. Die meisten sind

gebraucht

schlecht, daß die Jagd für den Jäger gefährlicher ist als für

das Wild.

sie.

"Man ißt nicht die eigene

Alle Versuche der Mission, die Indianer zu systemati-

Dazu fehlt ihnen das Geld. Und wie sollten sie es regel-

herumlaufen lassen könnte. Sol-

Futter können sich die Indianer nicht leisten.

wegen der Jaguare könnte man weder KUhe noch Schweine

Medikamente oder sonstige vetrinärmedizinische

würden Kühe, Schweine und Hühner rasch

und tropischen Krankheiten,

die

und Bogen und nur noch selten mit

gekauft und viele Flinten funktionieren nicht oder so

-8-

Das Hau~tprobl~m aber ist.das der Munition. Reguläre Schrotpa-

tronen

katholischen Mission.

in

teuer und die Indianer haben nur wenig Geld oder gar keines.

Es kostet sie weniger, Schwarzpulver, geschrotetes Blei und Zündhütchen zu kaufen und sich mit diesen Zutaten aus alten abgeschossenen Schrothülsen unter Zuhilfenahme von Papier,

Stoffetzen oder

che Eigenbaupatronen sind

neue mit Nitropulver und sehr viel mehr Schroten geladene. Bei jedem Schuß gehen einige Schrote verloren. Die in den Tierkör.per ei~gedrungenen Bleikügelchen werden beim Zerlegen und spater beim Essen des Wildes so'rgfältig gesammelt und

Sind es am Ende zu wenige geworden, gleßt man Sle mlttels elnes kegelrormig gedrehten Blattes zu einem kleinen Bleikegel , dessen Basis dem Kaliber der Flinte entspricht. Es gehört viel Glück und Können dazu mit einem solchen herausgeschlingerten Bleiklotz den aus de~ Wasser herausragen Teil des Kopfes eines den Fluß überqueren- den Tapirs zu treffen.

Seit eini~en Ja~ren hat die Taschenlampe im Urwald Einzug ge- halten. Dle Indlaner fanden sehr bald heraus, daß man bei Nacht im Licht der Taschenlampe das geblendete Paca eine

Aguti-Art, leicht erlegen

aber,im Urwald noch schwieriger zu erhalten als

~elbst mit einer guten Flinte und genügend Munition ist es aber

1m Urwald nicht so einfach, ein Tier zu erlegen. Der Tierreich- tum der ausgedehnten Regenwälder wird gemeinhin erheblich über- s~hätzt. Im dichten Blättergewirr erspäht man nicht leicht ein Tlerabereine Schrotgarbe wird leicht von vielen kleinen Zwei- g~n ab~elenkt: Im lau~bedeckten Waldboden drückt sich nicht gut

elne Fahrte eln und elnmal

U~tergru~d vom täglichen Tropenguß fortgespült. Nur die Flüsse

bleten elne gute Schußschneise.

g~hbar und ~om sc~wankenden Kanu aus auf ein sich bewegendes Zlel zu schleßen 1st fast schon eine Aufgabe für einen Kunst-

schützen.

anischen Jägers trotz ,seiner bewunderswerten Vertrautheit mit

der ihn umgebenden Natur im Durchschnitt gering ist.

M~hr Eiweiß liefert der Fischfang in den zahllosen Flüssen, Ganos, Bachen und Lagunen des Pira-Gebietes. Er wird vor allem von den Männern aber in bescheidenem Umfang auch von Frauen betrieben. Der Erfolg ist sehr unregelmäßig. Wir haben beobachtet, daß die Yebamasa von San Miguel zur Laichzeit des Waracü-Fisches mit großen Fischfallen solche Mengen Fische fingen, daß sie sie nicht aufessen konnten. Es herrschte tagelang Oberfluß an Fischen, dem alsbald der Oberdruß folgte: Niemand mochte mehr Fisch essen. Aber wir haben auch erlebt, daß drei oder vier Männer eine Wo- che lang unterwegs waren, um Fische zu fangen und ohne eine einzige Sardine zurückkamen.

z~m Wiederl~den.benutzt

lndustrleller Fertlgung verkaufen alle Stationen der

Oder man kann sie von der Gaja Agraria

Mitü oder anderen dortigen Läden erwerben. Nur: sie sind

Wolle eigene Laborierungen zu fertigen. Sol-

immer weniger wirkungsvoll

als

kann. Taschenlampenbatterien sind

Schrotpatronen.

vorhandene Spuren

werden in erdigem

Aber ihr Ufer ist fast nie be-

daß der Jagderfolg des indi-

So ist es kein Wunder,

-9-

Solcher Mißerfolg hat seine Ursache gewiß nicht in der Fisch-

armut der Flüsse

dianer als Fischer. Die Flüsse sind fischreich und die Yeba- masa sind gute Fischer. Das Wasser tropischer Flüsse ist fast ausschließlich Regenwasser. Im Bereich eines so ausgedehnten Syst~ms wie das Stromgebiet des Pira regnet es immer irgendwo. Im Nlederschlagsgebiet läuft nun das Wasser in die nahen Bäche und Ganos und schiebt sich als riesiger flacher Wasserberg zum Hauptstram hinab. Daher ändert sich der Pegel der Urwaldflüsse

nicht nur jahreszeitlich wie bei unseren Flüssen sondern im Ab- stand weniger Stunden. In vier oder fünf Stunden kann der Was- s~rstand des Pira um sechs und mehr Meter steigen oder sinken. Mlt dem Wasserstand ändern sich die Strömungsverhältnisse und mit diesen die Standorte der Fische; Auch das Fischen mit Reu- s~n ode~ Köderleinen ist unter solchen Bedingungen schwierig:

elne bel

den ~päter.in der Luft;

se wlrd bel Hochwasser unzugänglich.

Heute fischt, der Indianer fast ausschließlich mit Nylonschnur und metallenem Angelhaken. Bei des bezieht er von den Heißen und beides mangelt ihm daher ständig. Zwar machen die Indianer noch immer Schnüre aus den Blattfasern der Gumare-Palme und benutzen sie auch zum Angeln, wenn ihnen die Nylonschnur ausgeht, aber Angelhaken aus Palmstacheln haben wir in San Miguel niemanden herstellen sehen. Die alten Techniken gehen in zunehmendem Maße verloren.

Aus a11 diesen Gründen war die Versorgung der Yebämasa von San Miguel mit tierischem Eiweiß unzureichend. Das wirkte sich ne- gativ auf den Gesundheitszustand der Menschen aus, (vgl. das Kapitel "Gesundheitliche Situation").

Die einzige Geldquelle der Leute von San Miguel war die Kautschuk- gewinnung. Viele Indianer arbeiten als caucheros für Weiße. Sie

erhalten

zu leistende Arbeit. Fast

festgesetzte Wert der Waren den der Arbeit des Indianers. Dadurch

bleibt der Indianer ständig in der Schuld des Weißen. Er fühlt sich moralisch verpflichtet, weiter für ihn zu arbeiten, ver-

schuldet sich erneut

Der weiße Patron nutzt hier ganz offen-

s~chtlich das den Indianer bindende Reziprozitätsprinzip aus. Dleses System war vor Jahren noch das einzige. Heute betreiben

viele Indianer die

Rechnung. Dabei geraten sie allerdings in diq Fallstricke der

Gaja A~raria, die nicht weniger nachteilig für den Indianer wir-

ken.

aus San Miguel demonstriert.

Ein Kilogramm Rohkautschuk guter Qualität erzielte 1977 bei der

Gaja Agraria in Mitü einen Preis

nach dem Wechselkursmittel dieses Jahres etwa 2,58 DM. Ein Ballen

und ebensowenig in 'der Untüchtigkeit der In-

Hochwasser ausgehängte Leine hängt vielleicht Stun-

eine bei Niedrigwasser ausgelegte Reu- '

einen Teil ihres Lohnes in Waren als Vorschuß auf die

immer übersteigt aber der vom Weißen

usw

Kautschukgewinnung, die caucheria, auf eigene

Wle das geschieht, sei am Beispiel des capitan Rufino Marin

von 38,70 kolumbianischen Pesos,

("bulta")

so ca. 129,-- DM. In sechs Monaten sammelte Rufino mit vier wei- teren Männern seiner Maloca 12 bultos Rohkautschuk. Das brachte ihm 1.548,-- DM ein. Der Betrag teilte sich durch fünf. Es blieben Rufino für sechs Monate Schinderei - den anstrengenden zweiwöchigen

Rohkautschuk wiegt durchschnittlich 50 kg, bringt al-

-10-

Transport per Kanu und zu Fuß von San Miguel nach Mitu nicht

gerechnet -

er für sich und seine Familie kaufen wollte. Also bat er die

Caja Agraria um einen Kredit: 20.000,-- Pesos = 1.333,33 DM. Der Kredit läuft nur ein Jahr, verzinst sich mit 14% und muß

309,60 DM. Das langte nicht fÜr all die Dinge, die

in Kautschuk bezahlt werden. Ein Jahr später warteten 1.519,99 DM Schulden in der Caja Agraria auf Rufino. Um sie zu bezah- len, hätte er allein ebensoviele bultos Rohkautschuk herbei- schaffen müssen wie im Vorjahr funf Männer zusammen. Selbst wenn ihm dies gelänge, stünde er nach langen Monaten harter . Arbeit und Abwesenheit von zu Hause ohne einen Peso da. Um nicht mit leeren Händen heimzukommen, nähme er einen neuen

Kredit auf. Im November 20.000,-- Pesos Debet.

Gerechterweise muß man sagen,

litik verfolgt, um den Indianern das Geld nicht glattweg zu

1978 war sein Kontostand in Mitu

daß die Caja Agraria diese Po-

schenken.

ner so hohe Schulden wieder zurückzahlen kann. Hat ein India- ner nach fünf Jahren nichts von sich hören lassen und auch nichts auf sein Konto gezahlt, so wird die Schuld in der Regel gelöscht.

Es bleibt ein gewisser moralischer Druck und Angst und Unbeha- gen bei den Indianern, die den Sinn dieser Transaktion nicht verstehen.

Die Caja Agraria ist der wichtigste Faktor kolumbianischer Ent-

wicklungspolitik, denn sie ermöglicht, den Indianern den An-

kauf 'jener Güter, die durch die Akkulturation bereits zum festen

8estand ihrer materiellen Kulturausrüstung gehören und ihnen deswegen unentbehrlich geworden sind.

Gegenüber den Missionaren, die den Indianern gleichfalls gelei- stete Arbeit oder Waren mit Geld bezahlen, und den übrigen er- wähnten Institutionen fallen die gelegentlich auftauchenden

Anthropologen kaum ins

Miguel jeden Fisch, jedes Stück Casabe, jede auch noch so ge-

ringe

noch medizinisch betreut, so gut uns dies möglich war. Das hat

ihnen gefallen

Glück beneidet, eine Gruppe von Anthropologen bei sich zu haben. Auch scheint es den Status einer Gruppe zu erhöhen, wenn Anthro- pologen sie durch ihr Interesse aufwerten. Ein capitan einer

benachbarten Maloca, der in San Miguel zu Gast weilte, sagte in

unserem Bei sei n zu capitan Rufino: "I eh möchte Weißen haben!"

Man weiß dort sehr genau, daß nur selten ein India-

Gewicht. Wir haben den Leuten von San

Dienstlejstung mit Waren oder Geld bezahlt und sie dazu

und sie wurden von anderen Gruppen offen um das

auch mei nen

GEMEINSCHAFTSLEBEN, ERZIEHUNG, KONFLIKTE

Nach dem Schöpfungsmythos der Yebimasa war die Schöpfung da~ Werk einer Frau: der erstgeborenen Tochter des Hochgottes Je- hino. Ihr Name, R6mikumu, bedeutet 'weiblicher Schamane'. Die ersten heiligen Yurupari-Instrumente, Symbol der Schöpferkraft, waren ihr Besitz. Vergeblich versuchten die Männer, die von R6mi- kumu von den Yurupari-Instrumenten ferngehalten wurden, es ihr gleichzutun. Schließlich gelingt es aber einem ihrer Brüder,

-11-

ihre mitleidigen Empfindungen ausnutzend, ihr die Yurupari- Instrumente mit List zu entreißen. Von da an kehrt sich alles um. Romikumu verliert ihre göttliche Macht und wird eine ganz gewöhnliche Frau. Die Männer schwingen sich zu Herren der Schöpfung auf und schließen nun ihrerseits die Frauen vom Anblick' der Yurupari-Instrumente aus.

Die heutigen

dieser Revolution der Männer. Obwohl die Frau mit ihrer land- wirtschaftlichen Tätigkeit Garant einer gewissen Lebenssicher-

heit ist, die weder Jagd noch Fischfang schaffen können, wird doch das soziale und kulturelle Leben gänzlich von den Männern

beherrscht. Das geistige Leben, Riten und Mythen sind - zumin- dest prinzipiell - ausschließlicher' Besitz der Männer. Im poli- tischen und sozialen Leben agieren nur die Männer. Nur sie dür-

fen die halluzinogene

höheren Stufen

Folgerichtig wird auch der Wert einer Frau danach beurteilt, wie gut sie arbeiten kann und wie taktvoll sie sich auf den Bereich der ihr zugemessenen Tätigkeiten einschränkt, der eines Mannes aber danach, welchen kumu-Grad er einnimmt, wie gut er seine daraus sich ergebenden spirituellen Funktionen wahrnimmt und dann allenfalls noch, ob er als Jäger und Fischer Erfolg hat.

Entsprechend der Ungleichheit von Mann und Frau ist auch die

Verhältnisse bei den Yebimasa sind das Resultat

Droge caji trinken, nur ihnen stehen die

geitig-seelischer Bewährung offen, die kumu-Grade.

praktische

Lebenswelt der Yebimasa in eine weibliche und eine

männliche

Hälfte geteilt.

Die Maloca hat einen männlichen, vor-

deren,

und einen weiblichen, hinteren,

Eingang und ist in eine

" männliche und eine weibliche Hälfte geteilt. In der Männerhälfte

gehen die Männer tagsüber ihren spezifisch männlichen Beschäf-

tigungen nach, in der Frauenhälfte zugeordneten Tätigkeiten aus.

Weibliche Tätigkeiten sind: Feldarbeit, vor allem Yuca-Anbau; alle mit der Verarbeitung der Yuca zusammenhängenden Arbeiten; das Sammeln oder Schlagen von Feuerholz und Feuerrnachen im gros- sen Herd; die Töpferei; die Zubereitung aller Speisen und die Versorgung der Kleinkinder.

Männliche Tätigkeiten sind: Jagd und Fischfang; Hausbau; die

Herstellung

schläuchen (matafrios), Sitzbänken, verschiedenen Flöten, Feder-

schmuck und anderen Geräten; Tabak und Koka werden von den Män- nern gepflanzt und verarbeitet.

Die Frau bringt ihr Kind in der Regel außerhalb der Maloca, etwa

in der Chagra,

alte Frau. Bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr bekommt das

Kind die Brust. Den ganzen Tag trägt die Mutter den Säugling

auf der Hüfte mit sich

sogut wie beim Yuca-Pflanzen in der Chagra. Die hierdurch sich entwickelnde extrem starke Bindung an die Mutter führt beim Abstillen zu erheblichen Problemen. Die Yebamasa behaupten, daß

ein Brustkind spätestens

Mutter wi eder schwanger wird.

üben die Frauen die ihnen

von Tragkörben, Flachkörben (balais) , Yuca-Press-

im Hocken zur Welt. Wo möglich, hilft ihr eine

herum, beim Fegen des Malocabodens eben-

dann abgestillt wer~en ~üsse~ ~en~ ~i~

da von da an di eNi Ieh

gl f't i g

-12-

sei und den Tod des sie trinkenden Kindes verursachen kann.

Dem abgestillten Kind fällt nicht nur die Nahrungsumstellung

schwer. übergangslos verliert es seinen

und im Arm der Mutter. vermißt es die gewohnte Körperwärme und den Körperkontakt. Den Verlust der Muttermilch versucht man ihm durch manicuera zu ersetzen, dem durch stundenlanges

Kochen entgifteten Stärkesaft der Yuca brava, eine an Hafer-

schleim erinnernde Flüssigkeit.

Zuwendung ersetzen die Yebämasa durch Gruppenzuwendung: im-

mer, wenn das Kind nach seiner Mutter schreit, reden die im

Kreis um es herum sitzenden Frauen und älteren Kinder freund-

Platz auf der Hüfte

Den Verlust an mütterlicher

1i ch auf es ei n, verl angt es nach Muttermilch, rei chen sie

ihm manicuera. Aber: einmal abgestillt, gibt es für das Kind keine Ausnahme mehr, gibt es kein Zurück mehr an die Mutter- brust und in die ehemalige Vorzugsstellung. Dieser abrupte übergang ist für die Kinder ein deutlich spürbarer Schock. Wird dann das nächste Kind geboren, ,kann man deutliche Zei- chen von Haß beim älteren Kind gegenüber dem nunmehr privi- legierten Säugling beobachten.

Nur die Zeit vom dritten bis zum fünften Leoensjahr ist für das Indianerkind mit dem vergleichb~r, was wir eine "unbeschwer- te Jugend" nennen. In di eser Zeit 1eben Knabe und Mädchen von den Eltern schon weitgehend losgelöst in der Spielgruppe

der Gleichaltrigen. In

nackt oder fast nackt den ganzen Tag im Freien herum und tun,

~onach ihnen der Sinn steht. Am Ende des fünften Lebensjahres

hört'dieses süße Leben auf. Immer stärker muß jetzt der Knabe dem Vater, das Mädchen aber der Mutter zur Hand gehen und da- bei die Arbeiten lernen, die beide später als Erwachsene be- herrschen müssen. In früheren Zeiten wurde der Knabe bei An- tritt seines sechsten Lebensjahres vom Vater morgens um vier

aus der ,Hängematte geholt. Er blies ihm Pfefferpulver in die

Nase,

Dann führte er ihn zum Fluß und hieß ihn sich waschen und lehrte ihn am Beispiel eines Tageslaufes, daß er früh aufstehen mÜsse,

und wie er sich den Tag einteilen müsse, damit er später ein tüchtiger Mensch werde. Während aber dem Knaben doch auch in

dieser Lernphase noch Zeit zum Spielen bleibt, wird das Mädchen fest in die Routine weiblicher Arbeiten einbezogen. Wir haben in San Miguel und in anderen Malocas sechs- bis siebenjährige Mädchen wie erwachsene Frauen Yuca reiben, Feldfrüchte schlep-

pen oder

tragen sehen.

Oberstes Erziehungsprinzip

überraschung

der

für den Knaben vor allem der Vater, die väterlichen Onkeln und

die älteren Brüder, für das Mädchen die Mutter, die Großmutter

und die väterlichen Tanten und die älteren Schwestern. Schlech- tes Benehmen ist "Widerworte geben", "Anordnungen nicht befol-

gen", "Alte respektlos behandeln", "Mutter oder

der Arbeit helfen". Solch unerwünschtes Verhalten der Kinder zieht Schelte aber auch nicht selten derbe Prügel mit der Faust oder dem Stock nach sich. Mehr als einmal hörten wir während unseres Aufenthaltes in San Miguel das Gebrüll geprügelter

Kinder über die Siedlung schallen.

dieser Zeit streifen die Kinder meist

was der Knabe ohne Anzeichen von Schmerz ertragen mußte.

Säuglinge statt der Mutter stundenlang auf der Hüfte

der Yebämasa ist - vielleicht zur

mancher Anhänger einer antiauoritären Erziehung -

strikte Gehorsam gegenüber Autoritätspersonen. Solche sind

Vater nicht bei

l

"

 

<i

Vl

«

L

«

CO

e

w

>-

0

'

."

'

"'"

."

,I

.'

o

d

C

d

0-

d

L

d

u

.: _~

d

L

Ci

CO

0

0

>.

::J

-f-

d

I-

o

C

d

3

Ci

I-

Ci

C

::J

U

Ci

~

o

::>

<:(

0::

u,

:::l

N

+'

c

Q)

''-

N

"0

e

:::l

+'

Q)

+'

co

s,

Q)

c

Q)

cn

"0

s,

''-

3:

n

co

Vl

co

E

,co

0

Q)

>-

s,

Q)

"0

+'

c

u

Vl

s,

Q)

"0

Vl

:::l

co

co

E

Q)

c

u

Vl

I

Q)

-r-'

E

co

cn

0

x

w

e

Q)

0-

0-

:::l

s,

c.!:l

e

Q)

s,

Q)

"0

e

co

Q)

-r--'

"0

s;

::::l

'I"'-

"0

e

Q)

c

u

Q)

s,

0-

Vl

+'

e

Q)

+'

-r-'

c.!:l

Der Schamane benötigt unablässig die geistige Stärkung des Schnupftabaks. Er wird ihm von einem anderen Mann in die Nase geblasen.

-13-

Auch zwischen Mann und Frau herrscht - mindestens als Soll-

Vorstellung - eine autoritäre Beziehung: Der. Mann hat das Sa-

gen und die Frau befolgt seine Anweisungen.

seitige Neigung gegründeten Beziehung wird der Mann von seinem

Befehlsrecht kaum Gebrauch machen und die Frau wird willig für ihn arbeiten. Da aber die weitaus meisten Ehen der Yebamasa Zweckverbindungen sind, ordnen sich die Frauen oft nur wider-

willig unter.

len Prügel. Ist eine Frau aber körperlich kräftig und dazu noch, eine starke Persönlichkeit, so kann es auch passieren, daß der

Mann unter den Pantoffel gerät.

Der indianische Mann fühlt sich besonders von den "großen und festen Brüsten" eines Mädchens angezogen, die er, wenn er sie

sieht und sie ihm gefallen, sogleich "streicheln und küssen" möchte. Alle von uns befragten Männer bedauer-ten mit 1ebhaften Worten, daß die meisten Frauen nicht mehr wie früher mit unbe-

deckter Brust

Dinger" - gemeint sind Büstenhalter - von den Weißen übernom-

men haben. Die Frauen hingegen sind solchen Neuerungen gegen-

über nicht bloß aus Putzsucht aufgeschlossen. Früher

ne indianische Frau nac.h ihrer Verheiratung im Alter von etwa 12 Jahren jedes Jahr oder alle zwei Jahre ein Kind. Dadurch verlor sie rasch ihre körperlich Attraktivität und besonders die Brüste wurden nach wenigen Jahren schlaff und faltig. In- folge dessen war sie schon mit knapp zwanzig Jahren nicht mehr anziehend. Ihr Mann legte sich eine junge Zweitfrau zu, auf die sich sein sexuelles Interesse konzentrierte. Das ge- fällt den Frauen nicht. Sie wollen verhindern, daß sie so rasch

ihre körperliche

daß sie nicht so viele Kinder bekommen wie in früheren Zeiten. Sie stillen beispielsweise ein Kind übermäßig lange und verwei-

gern Argument, die Milch bekomme dann dem bereits vorhandenen Kind

nicht mehr und manicuera sei kein guter Ersatz für Muttermilch. Wir beobachteten, daß ein Mann, dem seine Frau auf diese Weise den Beischlaf verweigerte, aus Mitü mit einer Dose Trockenmilch

angereist

gumentation

en

verhindern oder einen vorzeitigen Abort herbeiführen

Da längeres Ausbleiben einer Schwangerschaft zu Redereien über

die Potenz resp.

Yebamasa aber in diesem Punkte sehr empfindlich sind, kann man sich leicht vorstellen, daß dies alles nichb zum ehelichen Frieden beiträgt.

Da in der traditionellen Kultur die Männer eine dominierende, die Frauen aber eine untergeordnete Stellung einnehmen, sind die Frauen im allgemeinen leicht bereit, Einflüsse und ~nderungen aufzugreifen, die von der Kultur der Weißen kommen, da Verän- derungen der eigenen Kultur nur zur einer Verbesserung der La-

ge der Frau führen

Männer an,der Erhaltung der angestammten' Lebensformen interes-

siert und stehen Neuerungen, die den Kern ihrer Kultur betref- fen, meist ablehnend gegenüber.

In einer auf gegen-

Dafür beziehen sie dann von ihren Männern zuwei-

gehen und daß einige sogar "diese scheußlichen

bekam ei-

Schönheit einbüßen und richten es daher so ein,

in dieser Zeit dem Gatten den Geschlechtsverkehr mit dem

kam, die er dann seinem Kind verfütterte, um die Ar- seiner Frau gegenstandslos zu machen. Aber die Frau-

kennen auch pflanzliche Mittel, mit denen sie Schwangerschaft

können.

Impotenz des betreffenden Mannes führt,

die

können. Aus der selben Logik heraus sind die

-14-

O~wohl die Yebamasa von San Miguel sich als eine einzige Fami- lle betrachten, gab es doch zwischen den die einzelnen Häuser bewohnenden Familien allerlei Konflikte. Die die Mehrheit der

Bevölkerung bildene Familie

kleineren

unverhohlener Aggressivität auf. Besonders die Familie Giraldo mußte sich von den Marins den Vorwurf gefallen lassen, sie sei "~eich". Tatsächlich war das Oberhaupt der Giraldos, Oomingo, eln ausgezeichneter Jäger und noch besserer Fischer und sein Sohn Nelson stand ihm kaum nach. Bei waren überdies begabte Handwerker und sehr arbeitsam. Nelson, der einige Wochen auf

der flußaufwärts gelegenen

schen Präfektur bei der

neuen Missionsstation der Apostoli-

Familien oft mit herablassender Überheblichkeit oder

Marin trat gegenüber den beiden

Anlage einer Landebahn half,

kam mit

einem kleinen Radio nach Hause und erregte dadurch den Neid der Marins. Die Giraldos konterten die Vorwürfe der Familie Marin mit dem Argument, es sei nicht ihre Schuld, wenn jene

aus Trägheit nicht

ges

der

genug Fische oder Fleisch und ein löchri-

Dach über dem Kopf hätten. Umgekehrt war Domingo Giraldo

erste Siedler des heutigen San Miguel, das übrigens die

Yebämasa "sioro jairo" = "Viele Schwalben" nennen. Er fühlte

sich daher gewissermaßen als Alteingesessener

die anderen als

tionsbewußt. Er hatte von der Kultur der Weißen nur das über- nommen, was er zum Leben benötigte, alles andere lehnte er ab. Als wir eines Tages die Bewohner von San Miguel baten, einige Tänze, die wir wegen der Dunkelheit in der Maloca bei Nacht nicht hatten filmen können, bei Tage im Freien für die Kamera und gegen Bezahlung zu wiederholen, machten die Marins ausnahmslos mit, während Domingo und sein Sohn abseits blieben. Auch für gutes Geld wollte er die heiligen Tänze nicht zum Theater degradieren und brachte seine Verachtung für das Ver- halten der anderen unmißverständlich zum Ausdruck.

Wie,bei ~en Marins das eigentliche Familienoberhaupt, Pedro Marln, nlcht mehr lebte, so fehlte dieses auch den Mejias:

Hirginio Mejia war schon seit mehreren Jahren verstorben. An seiner Stelle stand der ältere der bei den Söhne, Jesus, dem Hause vor. Als kleinste Familie versuchten die Mejias sich mit den beiden anderen Familien gut zu stellen. Aber Jesus ältere Schwester Gladys Estela hatte sich während des

Bestehens der Mission eng an die Missionslehrerin Bertha Diaz angeschlossen, der sie als Hauptinformantin bei der Erstellung

eines Lehrbuches der

dys in

Marins sicherlich neideten. Als sich aber der Konflikt mit

der Mission

Feindschaft der

ironischen, für die Indianer unverständlichen, Ausdrucksweise

zuzog,

Gladys Mejia. Als wir nach San Miguel kamen, warfen ihr die Marins sofort vor, sie wolle bei uns eine Sonderstellung ein-

nehmen.

Aber auch innerhalb der einzelnen Familien gab es Probleme. Obwohl mit einundzwanzig Jahren nach den Begriffen der Yebamasa schon "eine Alte" lehnte Gladys es ab, zu heiraten, was ihrem Bruder Jesus die Ehe erschwerte. Ihre jüngere Schwester Melba

und betrachtete

Zugereiste. Zudem war dieser Mann sehr tradi-

Yebamasa-Sprache diente.

Daher genoß Gla-

jener Zeit eine privilegierte Stellung, die ihr die

immer mehr zuspitzte und Dona Bertha sich die

Marins wegen ihrer direkten und gelegentlich

richtete sich die Feindschaft der Marins auch gegen

-15-

dagegen schlidderte von einer skandalösen Affaire in die andere, sodaß ihre Mutter sie schließlich dazu zwang, aus Gl'ünden der Familienehre endlich zu heiraten. Auf diese Wei- se kam auch Jesus an eine Gattin. Nach wenigen Wochen lief, aber Melba ihrem Gatten weg, sodaß auch Jesus seine Frau zurückgeben mußte.

Domingos Frau Gloria, eine Macuna, war oft krank. Sie litt wahrscheinlich an einer Lebererkrankung. Daher konnte sie nicht immer so arbeiten, wie ihr Mann es von ihr erwartete. Außerdem gefiel Domingo seine Frau nicht mehr. Er äußerte öfters den Wunsch, sich eine jüngere Zweitfrau zuzu-

legen.

nen. Gloria drohte,

in den Urwald laufen, um darin umzukommen. Auf die Unter-

stützung ihrer hübschen vierzehnjährigen Tochter Celmira an-

gewiesen,

geblicher Arbeitsscheuheit,

von ihrem Gatten Prügel bezog.

Am schärfsten waren die Konflikte innerhalb der Familie Marin. Der verstorbene Pedro Marin hatte zwei Witwen hinterlassen:

Isabel, eine Macuna und Gloria, eine Tatuya. Isabel, Pedros erste Gattin, war von zurückhaltendem, scheuem Wesen. Obwohl neben der Frau des capitans die ranghöchste Frau der Maloca konnte sie sich nicht durchsetzen. Hintansetzungen nahm sie hin und rächte sich allenfalls mit ihrem hintergründigen Hu- mor. Gloria dagegen war eine von Energie, Tatkraft und Vita- lität übersprühende Frau, die an elan vital nicht nur alle Frauen, auch die jüngeren, der Marins übertraf, sondern auch die Männer. Dank ihrer dominanten Persönlichkeit drückte sie ihre.Rivalin Isabel und Joaquina, die Frau des capitans völlig an dle Wand und nahm de facto eine Rolle ein, die ihr aufgrund ihres formalen Status eigentlich nicht zukam. So machte sie gelegentlich Besuchen durchreisender Indianer an Joaquinas Stelle die Honneurs gegenüber den Frauen der Gäste, dehnte bei Arbeiten mit Ton ihren, d.h. den weiblichen, Funktions- bereich in der Maloca bis weit in die Zone der Männer hinein aus und durfte bei heiligen Festen rituelle Funktionen wahr- nehmen und sogar caji trinken.

Daß Rufino, der älteste Sohn Isabels und der älteste Mann der

Familie

nicht. Sie

gegen Rufino auf. Alfonso brüskierte Rufino Bei vielen Gelegen-'

heiten,

sich von beinahe allen gemeinsamen Unternehmungen der übrigen

Männer aus und sabotierte schon dadurch Rufinos Führung.

Vor Jahren hatte Rufinos jüngerer lediger Bruder Jose, der we- gen seiner Häßlichkeit keine Ehefrau fand, sein Glück bei Rufinos Gattin Joaquina versucht, sich aber eine Abfuhr geholt. Joaquina klagte ihn vor allen anderen an. Da geriet Jose in Wut und schlug Joaquina mit der Machete über den Kopf, wovon sie noch

Hierüber kam es im Hause Giraldo zu dramatischen Sze-

sie werde dies nicht ertragen, sondern

schalt und schlug die Mutter diese oft wegen an-

während die Mutter ihrerseits

Marin überhaupt, cap;tan war, gefiel Gloria überhaupt

stachelte daher ihren eigenen ältesten Sohn, Alfonso,

indem er an Stelle des capitans Gäste begrüßte. Er nahm

-16-

heute eine große rote Narbe auf der Stirn trägt. Rufino ver-

mied es, sich wegen dieses Zwischenfalls mit seinem Bruder aus- einanderzusetzen. Hätte er es getan, wäre seine Familie wahr-

scheinlich auseinandergebrochen.

Maloca aus und wohnte seitdem in einem separaten Haus, das sich dem Hintereingang der Maloca befindet. Das Abteil, in dem normalerweise der capitan mit seiner Familie lebt, bewohnt seit-

dem Alfonso.

Die Leute

j~ yai (vgl. Kapitel "Schamanismus, Feste, Drogen"). Ranghöchster kumu am Ort ist Pacho Leon. Er ist oco yueri masi. Aber Pacho ist

kein Yebamasa. Als Cousin der dynamischen Gloria heiratete er deren Tochter Rosa und wohnt entgegen der Virilokalitäts-Regel im Hause des Vaters seiner Frau. Als höchstqualifizierter Scha-

mane ist Pacho Leon für die Leute von San Miguel unentbehrlich. Sie brauchen ihn als Krankenheiler" Vollzieher bestimmter hei- liger Riten und allgemein als geistigen Beschützer der ganzen Gruppe vor Un-Heil. Daher dulden sie ihn bei sich, obwohl er im Zusammenleben der Yebamasa einen Störfaktor darstellt: als Tatuyo sind die jungen Mädchen der Yebamasa'für ihn nicht tabu. Diese Lage der Dinge hat er in der Vergangenheit durchaus aus-

genutzt

zu dramatischen Auseiandersetzungen wegen seiner Zudringlichkeit.

In der Regel

Großeltern, Eltern, und Enkel. Während die Töchter eines Ehepaares

das Haus verlassen, bleiben die Söhne und holen ihre Ehefrauen zu sich. Je mehr männliche Nachkommen also ein Ehepaar hat, desto voller wird im Laufe der Zeit die Maloca, denn es kommen ja auch die Kinder der Söhne dazu. In der Maloca Rufinos wohnten 1977 einschließlich zweier Pflegekinder sechsundzwanzig Personen - bei weitem mehr, als wir in irgendeiner anderen Maloca gesehen hatten. Durch solche Oberbevölkerung entsteht ein inneren Druck, der sich in Konfl ikten und Aggress ionen äußert und der sch1i eß- lich zur Spaltung der Gruppe führen muß. Als Rufino im Septem- ber 1977 mit dem Bau einer neuen Maloca begann, erklärte sein Halbbruder Vitalino, er werde sich ein separates Haus bauen.

vor

Statt dessen zog er aus der

von San Miguel haben keinen Schamanen vom Rang eines

und auch während unserer Anwesenheit kam es einige Male

lebt in einer großen Malaca eine Großfamilie:

d.h.

SCHAMANISMUS, FESTE, DROGEN

Die Yebamasa unterscheiden fünf Grade oder Stufen geistig-seeli- scher Bewährung, die alle nur Männern zugänglich sind. Wer ei- nen dieser Grade erreicht hat, ist "kuraü", Der Begriff 'Schamane' deckt sich nur zum Teil mit dem des 'kumu': die bei den untersten kumu-Grade umfassen rein rituelle Funktionen; nur die drei höheren decken sich mit dem ethnologischen Begriff des Schamanen. Die kumu-Grade sind vom niedrigsten zum höchsten:

basari masi Vorsänger und Vortänzer bei den sakralert Tänzen der großen Tanz- fes t. Di eser Mann muß ei ne große Zah 1 sehr 1anger Tanzgesänge im Kopf haben, die in einer altertümlichen Sprache oder nicht ein- mal in Yebamasa verfaßt sind. Bei den Tänzen führt er die Reihe der Tänzer an. Man muß sich darauf verlassen können, daß er auch

-17-

unter dem Einfluß der Droge caji weder mit seinem Gesang noch mit dem Tanzschritt ins Stocken gerät. Ein guter basari masi ist ein begehrter Mann, der zu allen Festen weit und breit ein- geladen wird.

nanguri masi

Vorsprecher der endlosen Mythentexte im Rahmen der sakralen Tanz- feste. In den Tanzpausen hocken sich die Tänzer um den nangurl masi und rezitieren die Mythen der oralen Tradition, meistens den Schöpfungsmythos. Auch er wird nicht in der normalen Yeba- masa-Sprache gesprochen. Es ist uns leider nicht gelungen her-

auszufinden, ob es sich

Sprache oder um eine

In

cher den Text in einer an den Gregorianischen Gesang erinnern-

den Manier und die übrigen Männern wiederholen seine Worte in

der selben Weise, so gut

masi kann normalerweise auch als basari masi fungieren.

baseri masi

Schamane mit vorwiegend therapeutischen Funktionen. Er kennt

zahlreiche Krankheiten

Körpers mit den Händen, durch Blasen mit und ohne Tabakrauch und durch Saugen an denjenigen Stellen des Körpers des Patien- ten, an denen die Krankheitsursache ihren Sitz hat. Bei sei-

ner Heiltätigkeit verwendet er auch Heilpflanzen, von denen er eine große Anzahl kennt.

oco yueri masi

Auf ihn trifft alles zu, was wir über den baseri masi sagten, nur daß er zusätzlich die höchste therapeutische Technik be- herrscht, die die Yebämasa kennen: das Wasserschütten oder Wassergießen (echar agua, botar agua). Darüber hinaus fallen ihm in höherem Maße Funktionen zu, die das Wohlergehen der ganzen Gruppe betreffen. So ist es seine Aufgabe, nach caji- Festen und bestimmten anderen Gelegenheiten alle Speisen zu

beblasen, bevor die Festteilnehmer

Festen bebläst er die Häupter der Tänzer, denen er zuvor rituell

den Tanzschmuck abnimmt, mit Tabakrauch, um sie so gegen üble Kräfte zu wappnen. Gibt es, wie in San Miguel, keinen höchstgra- duierten Schamanen, so nimmt der oco yu~ri masi im Rahmen sei- ner Möglichkeiten auch die A~fgabe wahr, seine Gruppe gegen bö- sen Zauber anderer Schamanen zu schützen.

um eine antiquierte Form der heutigen

von ihr ganz verschiedene Sprache handelt.

Passagen aus mehreren Sätzen sprlcht oder singt der Vorspre-

sie können. Ein ordentlicher nanguri

und heilt sie durch Bestreichen

des

sie zu sich nehmen. Nach

je yai 'j~' = 'yurupari-Instrument', 'yai' = 'Jaguar'. Die gedankli-

che Verbindung dieser bei den mächtigsten Objekte in der Welt

des Yebamasa muß für

magischer Kraft erzeugen.

ihn eine Vorstellung von unübertrefflicher

ist kein Therapeut. Er

Der je yai

heilt keine individuellen Krankheiten. Seine Funktion ist eher

der des Priesters in unserer Kultur zu vergleichen: er setzt seine spirituellen Kräfte für das Heil seiner Gruppe ein und

von ihr ab. Seine besondere Fürsorge gilt

wendet das Un-Heil

den kultivierten Drogenpflanzen und der Herstelleung der Droge

anläßlich der sakralen Feste.

-18-

Die drei letztgenannten eigentlich schamanischen kumu-Grade verfügen über magische Kräfte, mit denen sie ebensogut zum Nutzen wie zum Schaden anderer wirken können. Die bloße Be- fähigung zum Schamanen ist an sich weder gut noch böse. Sie ist sittlich neutral. Der einzelne Schamane als Mensch muß sich entscheiden, ob er seine Macht zum Guten'oder zum Bösen anwenden will. Die Klasse jener Schamanen, die als Schwarzma- gier von ihren Mitmenschen gefürchtet werden, nennen die Yebamasa 'rima kumuä' = 'Gift-kumus'.

Wie wird ein Mann kumu? Nach dem Glauben der Yebamasa hat jeder Mensch eine persönliche Seele. die nach seinem Tode in die Unterwelt eingeht. ßaseri masi, oco yueri masi und

je yai kann man nur werden, wenn man zusätzlich noch eine

"Tabak-Seele"

besitzt. Diese ist eigentlich die Seele der

einen Namen.

Regel erhält ein Knabe nach Vollendung

Tabakpflanze. In der

des ersten Lebensjahres

nes männlichen Vorfahren, eines verstorbenen Großvaters; Urgroßvaters oder Onkels. War der betreffende Verstorbene

baseri masi, ocoyueri masi

zu Lebzeiten eine Tabakseele, so geht diese mit dem Namen

auch in den nach ihm benannten Knaben über. Sie verleiht ihrem neuen Besitzer Seelenkraft und spirituelle Potenz und erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß auch er einen der

genannten drei

keine Garantie dafür. Hatte der Namenspender keine Tabak- seele, so kann der Knabe - oder auch ein erwachsener Mann ef ne solche durch eine Zeremonie erhalten, vermittels derer

ein Schamane die Seele einer Tabakpflanze direkt in ihn eintreten läßt.

Dieser ist der Name ei-

~nd hatte daher

oder gar je yäi

Grade erreichen wird - allerdings ist sie

Im Alter von zehn Jahren nimmt ein Knabe erstmals an einem Yurupari-Fest teil. Die geheimen mit den Yurupari-Instrumenten verbundenen Riten sind ausschließlicher Besitz der erwachsenen

·Männer. Anders ausgedrückt:

solchen Fest wird der Knabe zum Mann. Leider hatten wir wäh- rend unseres A~fenthaltes am Pirä keine Gelegenheit, an einem

durch seine Teilnahme an einem

yurupari-Fest teilzunehmen und kennen daher den Vorgang nur aus den Worten unserer Informanten. Allerdings gibt es über

diesen Komplex,

eine ausgedehnte wissenschaftliche Literatur. Wichtigste Elemen-

te eines Yurupari-Festes sind die folgenden drei:

der nicht nur bei den Yebamasa vorkommt,

1.

Prüfungen, besonders Auspeitschen der Knaben, durch die ihre

mannhafte Selbstbeherrschung geprüft werden sollen.

2. Erstmaliger Anblick der heiligen Instrumente und Blasen auf

ihnen.

3. Erstmaliges

Versuch, sich

Ekstase zu versetzen.

Die Einnahme der halluzinogenen Droge ist das Kernstück des Festes. Sie dient dem Ziel, sich in einen ekstatisch-visionären Zustand

zu versetzen, um in

zeit zu schauen. Dies ist der Beginn eines

um spirituelle Bewährung.

Einnehmen der halluzinogenen Droge caji und der mittels derselben in einen Zustand der toxischen

ihm Szenen und Personen der mythischen Ur-

lebenslangen

Bemühens

-19-

Höchstes Lebensziel eines jeden Yebamasa-Mannes ist es, einen kumu-Grad zu erreichen - und sei es den untersten. Davon, ob ihm dies gelingt und welchen Grad er erreicht, hängen Se1n Status und seine Rolle im Leben der Gruppe ab. Will ein Mann ernstlich kumu werden, so muß er vom Tage seines ersten Yurupari-Festes an immer wieder bei allen sich bietenden Gelegenheiten die Dro- ge caji trinken in der Hoffnung, jene Visionen zu haben, die seine Eignung zum kumu nachweisen.

Die Yebamasa stellen die Droge caji aus fünf Pflanzen her,

deren jede für sich ebenfalls

caji

caji ri ama Das stärkste caJl. Es handelt sich um einen niedrigen Busch, dessen botanische Identität zur Zeit noch nicht feststeht, (Virola?). Verwendet werden die Blätter und die Rinde. Nach

Aussage des kumu Pacho Lebn erzeugt'es Töne und Geräusche und macht, "daß die Dinge zu einem sprechen". Es "lehrt" einen

etwas.

ist lebensgefährlich. Bei falscher Dosierung oder Unverträglich-

keit kann sie einen Menschen töten oder ihn "verrückt machen". Wer diese Droge erträgt, weist sich dadurch als geeignet zum Schamanen aus.

mene caji ma

Zweitstärkstes caJl. Es handelt sich um eine Kletterpflanze, sehr 'wahrscheinlich eine Banisteriopsis-Art. Verwendet wird nur die Rinde. Dieses caji erzeugt Farbvisionen. Eines der dominie-

renden

des caji. Auch diese Droge vermittelt nach Auffassung der Yeba-

masa Wissen um künftige oder sonstige unbekannte Dinge. Es ist ebenfalls in der Lage einen Menschen zu töten.

yaiya suana caji ma

Das caji

Verwendet wird die Rinde. Es erzeugt vor allem die Farbe Rot

genannt wird.

Es sind

diese:

Es verkündet künftige oder ferne Ereignisse. Die Droge

Motive in den von ihm erzeugten

Visionen ist die Schlange

des roten Jaguars. Auch dies

eine Banisteriopsis-Art.

und ist nicht lebensgefährlich.

caji väibl:lcl:lra rijomä

Brüllaffen-caji. Ebenfalls ei ne Bani steri opsi s-Art. Verwendet wird die Rinde. Nach Auskunft unseres kumu-Informanten erzeugt

dieses

len hört, das sich anhört wie das Heulen deslWindes. Die Droge

gilt nicht als lebensgefährlich.

cajul:lri cajimä

Dieses caji

mene caji

opsis-Art wird wieder die Rinde verwendet.

Als eine sechste Zutat

Busches ein,

nennen, d.h. "Heilmittel des caji" oder "Brechmittel des caji".

Tatsächlich erzeugt diese Zumischung Erbrechen, hat a~er keine halluzinogenen Effekte.

caji Visionen von Brüllaffen und macht, daß man ihr Brül-

ist nicht selbst ein Halluzinogen.

ma", wie die

Indianer sagen.

Es

"hilft dem

Auch von dieser Banisteri-

gehen in die Droge die Blätter eines

den die Ysbämas a "caji ucö" oder "caji SOiTIOma'.'

-20-

Das caji ~co macht es den Indianern möglich, die Zunahme der Wirkung des aus den fünf Halluzinogenen hergestellten Getränkes

zu steuern. Da sie keine Drogen haben, die dem caji entgegen- wirken, würde ohne Brechmittel eine einmal getrunkene Dosis auch voll zur Wirkung gelangen - möglicherweise aber wäre sie für manchen schon eine überdosis. So trinken die Yebamasa caji,

warten ein Weilchen, bis

spüren und übergeben sich dann, wodurch sie den noch im Magen

befindlichen Rest der Droge aus dem Organismus entfernen.

Da caji nur im Rahmen sakraler Feste getrunken werden darf, müssen jene Männer, die noch keinen kumu-Grad erreicht haben oder die einen höheren erreichen wollen, bei solchen Festen immer wieder von der Droge trinken. Drei Stadien der Drogenwir- kung unterscheiden die Yebamasa:

Im ersten Stadium hat

sie eine gewisse Stärke der Wirkung

man leichte Halluzinationen,

Lichterschei-

nungen, die als selbständige Objekte oder an den kreter Dinge in leuchtenden Farben auftreten.

Im zweiten Stadium erscheinen dem Drogennehmer Sachen und Per- sonen, die tatsächlich nicht vorhanden sind, die er aber als ebenso real erlebt, wie die tatsächlich vorhandenen Dinge. Die Lichterscheinungen des ersten Stadiums bleiben und werden noch intensiver.

Im letzten Stadium endlich stelJen sich Visionen ein, in denen Sehen, als ein Ansehen von Objekten, nur noch Metapher einer bestimmten Form geistig-seelischen Erlebens ist, wie wir es aus den Beschreibungen der Mystiker und Ekstatiker aller Kul- turen, eingeschlossen unserer eigenen, kennen. Die kognitive Trennung zwischen Subjekt und Objekt erlischt. Der Indianer schaut mit seinem Geist die Tatsachen seiner Religion; er erlebt in mystischer Schau die Realität, die Wahrheit seiner Mythen, er sieht seine Götter und Heroen, die Ereignisse der mythischen Urzeit, in denen die Regeln wurzeln, nach denen sich auch heute noch sein Leben vollzieht und auf denen sein Weltbild und seine Kultur beruhen. So wird das übernatürliche durch direkte Wahrnehmung natürlich. denn auch von der natür- lichen Welt erlangen wir Gewißheit letztlich nur dadurch, daß wir sie mit unseren Sinnen wahrnehmen.

Dieses letzte visionäre Stadium muß ein Mann erreichen, der es zum kumir bringen will. Drei oder viermal muß er die "richtigen" Visionen gehabt haben, d.h. solche, die nachweisen, daß er tat- sächlich Kontakt mit der mythischen Wirklichkeit hatte. Dies gelingt keineswegs allen Indianern. Einige Männer in San Miguel kamen beispielsweise mit der Droge nicht zurecht. Entweder ka-

men sie über die bei den ersten Stadien

wagten aus Angst vor der Drogenwirkung nicht, die Dosis zu er- höhen, da sie einmal mit einer höheren Dosis grauenvolle Schreck-

visionen hatten. Manche Männer, die tatsächlich die erforderli- chen Visionen haben, können sich hinterher an nichts mehr er- innern. Dies ist aber eine weitere Voraussetzung für die Eignung zum kumu. Es genügt nicht Visionen zu haben, man muß auch in der Lage sein, das Erlebte festzuhalten, es wiederzugeben und geistig zu verarbeiten.

Konturen kon-

nicht hinaus, oder sie

geistig zu verarbeiten. Konturen kon- nicht hinaus, oder sie Rituelle Aussaat des Tabaks. Der Schamane bläst

Rituelle Aussaat des Tabaks. Der Schamane bläst die Samenkörner von der Hand auf den Boden seiner Chagra.

Der heilige caji-Topf mit einer kleinen

schenken und Trinken.

Kürbis-cuya zum Aus-

Bemalung mit Tatuyo-Motiven.

Tänzer während einer Tanzpause. Außer mit dem vorgeschriebenen Tanzschmuck schmücken sich die Tänzer auch mit aromatischen Blättern und Blüten.

-21-

Die Yebamasa lernen auf andere Weise als wir: nicht durch Analyse

und explizite verbale Belehrung sondern durch Zusehen, Dabeisein, Mitmachen, Teilnehmen. Da sie außerordentlich scharfe Beobachter

sind,

Man muß sich

leben oder eine Intimsphäre, wie wir sie kennen, zuläßt. Alles

spielt sich in der öffentlichkeit ab. Daher nehmen auch die Kin-

ist dieses Lernen durch Partizipation sehr erfolgreich.

klarmachen, daß Leben in einer Maloca kein Privat-

sie von der Entwicklung ihrer Wahrnehmung her dazu

der, sobald

in der Lage sind, an allen Bereichen des Lebens der Erwachsenen

teil. Alles, was ein Mann über caji wissen muß, lernt er daher durch Teilnahme am Leben der Erwachsenen und weiß er, bevor er zum ersten Mal selbst die Droge trinken darf. Zahllose Male hat er schon vor seinem ersten Yurupari-Fest an sakralen Festen in seiner Maloca teilgenommen und beobachtet, wie sich die Männer unter dem Einfluß der Droge verhalten, welches Verhalten für richtig und gut befunden und welches für unerwünscht gehalten wird.

Er weiß daher schon bald, daß man sich unter dem Einfluß von

caji nicht gehen lassen darf, daß man der Drogenwirkung weder geistig noch körperlich unterliegen darf. Wer sich zu Boden wirft und herumwälzt, wer sich entblößt, schreit, vor aller Augen in die Maloca uriniert, der nicht im Takt weitertanzen und weitersingen kann, der macht deutlich, daß seine geistig- seelische Konstitution den Anforderungen nicht gewachsen ist, die das caji an ihn stellt. Diese Regeln, die für den Durch- schnittsmenschen verbindlich sind, gelten nicht für den zu höheren Graden'Berufenen. lIer die Eignung zum Schamanen hat, der darf anders reagieren. Während es dem normalen Mann als Schwäche ausgelegt wird, wenn er sich in seine Hängematte begibt, weil das caji ihn müde macht, ist es ein Zeichen der Berufung zum Schamanen, wenn der spirituell Begabte sich ab-

sondert"

erleben. Durch seine Absonderung entzieht er sich zugleich der stützenden und helfenden Fürsorge der Gruppe der anderen Tänzer und Drogennehmer und setzt sich allein den Gefahren der Reise ins Jenseits aus. Und das ist notwendig, denn der Schamane muß allein den jenseitigen Mächten gegenübertreten

können. Er muß die Fährnisse seiner ekstatischen Visionen ohne fremde Hilfe überstehen können oder an ihnen scheitern, denn von seiner geistigen Kraft kann später des Heil der ganzen Gruppe abhängen. Hat sich einmal die schamanische Berufung eines Mannes herausgestellt, so darf er auch außerhalb der

für die übrigen

trinken - ja er darf es nicht nur, er muß e~ tun.

Die Indianer glauben aber keineswegs, daß das

zum kumu macht, daß die Droge die alleinige Ursache für das

Auftreten der "richtigen" Visionen

von überzeugt, daß dies in der geistig-seelischen Verfassung

eines Mannes liege.

sönlichkeitsmerkmal, man hat sie oder man hat sie nicht. Die Droge kann das Vorhandensein einer solchen Eignung nur mani- fest machen. Sie ist eine Brücke, ein Transportmittel, durch das das Bewußtsein des Menschen verändert wird und durch das er mit einem normalerweise nicht direkt erlebbaren Bereich der Wirklichkeit kommunizieren kann. Nicht jeder Mensch, der einen

um für sich in seiner Hängematte seine Visionen zu

Männer verbindlichen Feste und allein caji

caji den Mann

ist. Vielmehr sind sie da-

Die Eignung zum Schamanen ist ein Per-

-22-

überwältigend schönen Sonnenuntergang erlebt, schreibt darüber hinterher ein Gedicht oder malt ein Bild. Nicht jeder Mann, der durch caji in Visionen die Welt das übernatürlichen schauen durfte, wird dadurch zum Schamanen.

Die Yebamasa trauen aber dem caji noch mehr zu. Sie glauben, daß man die überlieferten Mythen und die langen Tanzgesänge

nur. unter dem Einfluß des caji erlernen kann. Ein Glaube, der allerdings von manchen Indianern angezweifelt wird. Es sind je- ne, die von den Missionaren Lesen und Schreiben gelernt haben und die gesehen haben, wie die Weißen lernen. Ein Mann sagte

uns:

nen kann. Ich nehme jetzt

mir nicht gut damit.

gleich lernen.

nen sie abends in der Hängematte, wie die Weißen lernen?" Aber der Schamane Pacho Lebn hielt dagegen: "Dieser ist noch weit

zurück. Er hat bis

Mythen richtig zu lernen, muß man zugleich sehen, wovon sie be-

richten,

gißt man nicht so leicht."

Die Schamanen sagen sogar, daß sie das caji etwas lehre, daß es ihnen etwas zeige. So kann der Schamane, indem er sich in den Zustand der visionären toxischen Ekstase versetzt, mythische Tiere kennen lernen, die die Verursacher bestimmter Krankheiten

sind. Durch die Bekanntschaft mit dem Verursacher der Krankheit, gewinnt der Schamane die Macht, die Krankheit zu heilen. In dem Maße, wie ein Schamane durch wiederholten Genuß immer stärkerer Dosen von caji seine Spiritualität entwickelt, wird er von der Droge unabhängig. Sein Geist entwickelt die Fähigkeit, auch ohne Genuß von caji die wahren Zusammenhänge in den Ereignissen der Natur und der Welt zu erkennen. Er durchschaut den Schein und sieht, welche Mächte die wirklichen Beweger hinter den Kulissen sind. Er kann unterscheiden, ob eine Sequenz von Ereignissen natürlich ist oder ob dahinter die Machenschaften anderer bö- ser Schamanen stecken. Er erkennt, ob ein Jaguar einfach nur

ein gewöhnliches

nes Jaguars ist. Durch die Kraft seines Geistes kann er alsdann

Krankheiten, andere

Ereignisse beeinflussen. Kraft seines Willen

Er kann für seine Gruppe das Heil bewirken und das Unheil abwen- den. Damit wird er für diejenigen, die mit ihm leben, zu einem unentbehrlichen Garanten einer gewissen Lebensicherheit, denn Krankheit, Unglück, Gefahr und Leid schrecken den Indianer eben- so wie den Weißen, aber mehr als dieser sieht er dessen Ursachen im Wirken übernatürlicher Mächte, die nicht nur ebenso wirklich sind wie die Sachen und Dinge des alltäglichen Lebens sondern wirklicher und daher wirksamer. Daher auch das unermüdliche Stre- ben des Indianers nach spiritueller Bewährung mittels der hallu- zinogenen Droge caji: nur wer sich der ganzen Wirklichkeit bewußt ist, hat ein wahres Bewußtsein.

Aus dem Spannungsfeld solcher Zusammenhänge heraus gewinnen auch die sakralen Feste ihre Bedeutung, sind sie doch die konkreten

Ge 1egenhei ten,

erneut den Versuch wagen kann, sein Bewußtsein in Einklang mit. der Wirklichkeit zu bringen,' seine eigene geistige Kraft zu meh-

"Es ist nicht wahr, daß man die Mythen nur durch caji ler-

sei t

vielen Jahren

caj i ,

aber es geht

Wenn das caji wirkt, kann man nicht zu-

Warum schreiben wir die Mythen nicht auf und ler-

jetzt nur farbige Linien gesehen. Um.die

denn was man mit eigenen Augen gesehen hat, daß ver- '

Tier oder ein anderer Schamane in Gestalt ei-

Menschen, ja den Gang künftiger oder ferner

vermag er zu töten.

bei denen

ei n Mann im Rahmen ko 11 ekti ver Handl ungen

-23-

ren und so letztlich zur übernatürlichen Absicherung der Existenz

seiner Familie,

Neben caji spielen noch die Drogen Koka und Tabak eine bedeu- tende Rolle im Leben der Yebamasa. Jeder erwachsene Mann ver-

wendet täglich etwa drei Stunden auf die Herstellung von Koka-

pulver

coca). Dieses Pulver konsumieren die Männer tagsüber praktisch unablässig. Es macht sie körperlich leistungsfähiger, verhindert Ermüdung.und betäubt das Hungergefühl. Aber nicht deswegen al-

lein essen es die Yebamasa. Mit dem Koka nehmen sie zugleich die ihm innewohnende magische Kraft auf, die sich vitalisierend und damit schützend auf ihren Körper und ihren Geist auswirkt. Da- neben hat das Kokapulver eine wichtige soziale Funktion: das

gegenseitige Anbieten schaftgeste.

Während Koka doch eher die Rolle eines Genußmittels hat, nimmt der Tabak, besonders in Form von Schnupftabak eine Mittelstel- lung zwischen Koka und caji ein. Ganz allgemein schreiben die Yebamasa dem Tabak eine reinigende, das Böse vertreibende Wir- kung zu. Nach bestimmten Tänzen und bei der Krankenheilung bläst der Schamane Tabakrauch auf den Körper der Tänzer bzw. des Pa- tienten. Wir konnten beobachten, daß die kumus sich häufig ge- genseitig Tabakpulver in die Nasen blasen. Die Wirkung des staub- feinen Pulvers ist sofort im Gehirn zu spüren. Sie ist einem kur- zen Rausch mit anschließend eintretender wunderbarer geistiger Klarheit vergleichbar. Während der Einnahme von caji verstärkt zwischendurch eingeblasener Tabak die Wirkung. Stärker noch als Koka ist Tabak im Glauben der Yebamasa Träger einer geistigen Kraft, die sich durch Schnupfen des Pulvers und Blasen des Rau- ches übertragen läßt. Auch der Zigarette des Weißen schreiben sie diese Kraft zu.

Wie die Drogen so sind auch zahlreiche materielle Kulturgegen-

stände der

trifft dies auf den Tanzschmuck zu. Das wichtigste und mächtigste

unter

de aus den Federn des Aras, das

es

beachten. Die Federbinde

tät der Yebamasa. In ihm sehen sie die elementaren Gedanken ih- rer Welt-Anschauung und zugleich ihre eigene Kraft den Fortb~­ stand ihrer Kultur zu garantieren, versinnbildlicht. Alle maja joaro sind der Besitz des capitans einer Sippe. Es signalisiert den kulturellen elan vital einer Gruppe, wenn sie viele davon besitzt, denn bei Festen müssen die Gastgeber den Gästen diese Federbinden zur Verfügung' stellen. Je mehr davon' also ein capi- tan besitzt, desto mehr Gäste kann er in seine Maloca einladen. Je mehr Gäste er bewirtet, desto höher steigt sein Ansehen bei den anderen Gruppen. Und: je mehr Männer in seiner Maloca caji tri nken und si ch durch Vi si onen zu höheren Graden der Spiri tu- alität bewähren, desto günstiger wird sich dies auf seine ei- gene Gruppe auswirken, auf die gewissermaßen ein Abglanz solcher konzentrierter geistiger Potenz fällt.

seiner Sippe, beizutragen.

aus gerösteten Blättern des Kokastrauches (Erytroxyl on

von Kokapulver ist eine Kontakt- und Freund-

Vebamasa Träger einer magischen Potenz. Besonders

den zum Tanzschmuck gehörenden Objekten ist die Federbin-

'maja joaro'. Nur ein kumu darf

herstellen und er muß dabei bestimmte Tabuvorschriften streng

ist das Symbol der kulturellen Identi-

-24-

DIE GESUNDHEITLICHE SITUATION

Während die Schamanen traditionelle Krankheiten dank ihrer er- staunlichenKenntnis von Naturheilmitteln und mittels schamanisti-

scher Heiltechniken zu kurieren verstehen, sind

von den Weißen eingeschleppten Krankheiten und vor allem gegen-

über den Folgen der Ernährungsmängel nahezu machtlos. Immer wie-

der grassieren

den weiten Urwaldgebieten,

Mitü ihren Ausgang nehmen und sich durch die ständigen Kontakte

bei Festen

Ein geradezu erschreckendes

dianer durch Parasiten

gen:

Filarien, alle hatten Amöben und einige litten an chronischer Amöbiasis mit immer wieder auftretenden Durchfällen. In den Ur- wäldern Venezuelas, Kolumbiens und Brasilien ist die Malaria in mehreren Varianten wieder auf dem Vormarsch. In San Miguel hat-

ten vermutlich sechs Personen

mit immer wieder auftretenden Anfällen. Im November des selben

Jahres waren vier neue Fälle dazu gekommen.

Die schlechte Allgemeinverfassung und die unzureichende Hygiene sind dafür verantwortlich, daß sich besonders Kinder immer wie-

der mit Parasiten infizieren. Der Malocaboden ist nur lose Erde.

Hunde urinieren darauf,

Auf sie spucken die Indianer ständig aus,

zahlreiche Vögel, die als Haustiere gehalten

von Schaben, die in den Palmblätterwänden leben, lassen ihren

Kot darauf fallen. Bei Festen urinieren die Männer unmittelbar

auf

seinem Rande. sodaß die Erde vor dem Haupteingang selbst bei

heftigem

stinkt. Und natürlich übergeben sich die caji-Trinker während der

Regen nach einem großen Fest noch tagelang nach Fäkalien

den Vorplatz der Maloca und verrichten ihren Stuhlgang an

sie gegenüber

Epidemien von Keuchhusten, Masern und Grippe in

die nicht selten vom Krankenhaus in

von Maloca zu Maloca ausbreiten.

angenommen.

Ausmaß hat die Verseuchung der In-

um nicht zu sa-

Fast alle -

alle - Yebämasa von San Miguel hatten Würmer, die meisten

im August 1977 eine alte Malaria

werden und Tausende

Feste auf den Boden der Maloca. Auf diesem Boden rutschen dann die Kleinkinder herum und reiben sich den Staub in die unbedeck- ten unteren Le;besöffnungen.

Am schlimmsten sieht es mit den Zähnen der Yebämasa aus. Nur vier Bewohner von San Miguel hatten noch ein vollständiges und gesundes Gebiß. Bei den meisten Kindern und Erwachsenen sind

die

und Kiefernvereiterungen sind allgemein und kaum ein Erwachse-

ner über 18 hat noch alle seine Schneidezähne. Dieser desolate

Zustand hat natürlich seine

wirkt sich verstärkend auf ohnedies schon vorhandenen Ernährungs-

mängel aus.

Weise sind daher quälende Schmerzen ständiger Lebensbegleiter

des Indi aners.

Zusammen mit dem Bewußtsein, erhebliche Teile der traditionellen Kultur durch den Kontakt mit den Weißen bereits verloren zu ha- ben erzeugt das tagtägliche Erleben der eigenen zerrütteten Ge- sundheit und das Erdulden der damit zusammenhängenden Leiden in

den Yebämasa von San Miguel ein deprimierendes Gefühl des unauf-

haltsamen Ni edergangs ihrer

estamos acabando." - "Mit uns geht es zu Ende." sagte capitan Rufino.

Backenzähne bis auf den Kiefer heruntergefault. Zahnwurzel-

Auswirkungen auf die Verdauung und

In einer für den Europäer kaum noch vorstellbaren

Kultur und ihrer Rasse. "Nosotros nos

-25-

DEFINITIONEN

halluzino~ene Droge

Droge, deren Wirkungsbild durch die drei folgenden Merkmale cha- rakterisiert ist:

1. Veränderung von Raum und Zeit, der Wahrnehmung des eigenen Kör-

pers und der eigenen geistigen Person;

2. Erhaltung der geistigen Klarheit.

3. überwältigender Realitätscharakter der Bewußtseinsinhalte.

Klan

Soziale Einheit, deren Mitglieder gemeinsame Abstammung von ei-

nem mYthischen Ahnen behaupten, daher untereinander

gelten und nicht untereinander heiraten dürfen. Die Abstammung

und daher die

oder nur über die Mutter-Linie gerechnet.

Virilokalität Nach der Heirat

verläßt die Frau ihre elterliche Familie und zieht

in das Haus ihres Ehemannes, bzw. das seines Vaters.

Schamane. Mit besonderen magischen Kräften ausgestattete Person. die sich durch ekstatische Techniken oder durch Drogen in einen Zustand der ekstatischen Entrückung versetzt, in dem er mit transzenden- ten Mächten in Verbindung tritt, um deren Kräfte guten oder bösen· Zielen nutzbar zu machen.

kognitiv Die Erkenntnis betreffend.

Fil ari en Fadenwürmer, die in Bindegewebe und Lymphsystem des Menschen schmarotzen und dort verschiedene Krankheiten hervorrufen können.

als verwandt

Kl an-Zuqehdr'i gkeit wi,rd nur über die Vater-L ini e