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mann im Zusammenhang mit dem ebenfalls fr vier Hnde geschriebenen Klavierstck Grand Duo D 812 von verkappter Sinfonie

spricht? Oder dass Gustav Mahler im Nachklang des Streichquartetts Tod und das Mdchen seine Orchesterfassung hrt und arrangiert? Auch Luciano Berio wurde durch das Fragment der Sinfonie D936 angeregt zu seiner Komposition Rendering fr Orchester, Mathew Hindson durch das G-dur Streichquartett D 887 zu seinem Werk The Rave and the Nightingale fr Quartett und Streichorchester . Aus dem Sptwerk entstehen somit neue Arrangements und auch neue Werke; respektvolle Annherungen an Schubert . Auf die Fhrte des Wiener Komponisten begab sich das Schweizer Oktett zuerst mit dem berhmten Oktett D 803 . Schubert ist mit diesem Werk gewissermassen der Erfinder dieser Oktettbesetzung . In der Folge wurde Schubert quasi zum Hauptkomponisten vieler Oktett-Konzertprogramme; und gerade durch die Beschrnkung auf nur dieses eine Werk wuchs die Sehnsucht nach mehr von seiner Musik . Florian Walser arrangierte darauf die auf dieser Aufnahme vorliegenden Deutschen Tnze und Paul Scharf die Trias Fantasie in f-moll, Lebensstrme und das Rondo in A-dur fr Oktett . Alle diese Werke sind, wie gesagt, Klavierwerke . Wenn der Pianist Alfred Brendel das Klavier als Gefss aller imaginierten Instrumente bezeichnet, so knnte man bei diesen Arrangements von umgekehrter Klangsuche sprechen: eine Suche, die aus der Klavierfassung in die aufgefcherte Instrumentierung fhrt . Im Nachklang dieser wunderbaren Werke entstehen somit andere, neue Hreindrcke; weitgehend notengetreu, aber neuartig im Ausdruck, solistisch melodis in der Einzelstimme (Deutsche Tnze, Rondeau), aber auch Polyphonien heraushebend und die Dissonanzen noch mehr aufrauhend (Lebensstrme, Fantasie) . So werden die Linien durch die verschiedenen Instrumente im neuen Satz in ihrer Ausdruckswirkung verndert und in neue Kontexte gebracht . Was in Schuberts Musik bereits veranlagt ist, kommt hier zu neuem Ausdruck: Ein grosses Klangfarben-Spektrum mit Ausdrucks-Nuancen zwischen nachdenklicher Intimitt, Trumerei bis hin zu orchestral-wuchtigem Klangleuchten .

Novalis CD 150 199-2 Booklet.indd 5

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