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Das Audi-Markenmagazin 2013
Das Audi-Markenmagazin 2013
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Das Audi-Markenmagazin

2013

Das Audi-Markenmagazin 2013
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Das Audi-Markenmagazin 2013 Dialoge Augmented Reality Erleben Sie bewegte Bilder mit Ihrem iPhone, iPad oder
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Das Audi-Markenmagazin

2013

Dialoge Augmented Reality Erleben Sie bewegte Bilder mit Ihrem iPhone, iPad oder Android-Smartphone.

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Gold Winner

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Luca de Meo Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Vertrieb und Marketing

Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Vertrieb und Marketing wer für etwas brennt, schafft Dinge, die

wer für etwas brennt, schafft Dinge, die bewegen. „I Am Audi“ ist so ein Projekt. Der Amerikaner Scott Mitchell liebt Autos – erst recht, wenn sie die Vier Ringe tragen. Seit Scott denken kann, lassen sie ihn nicht mehr los. Im Netz schafft der Blogger seine eigene Audi-Welt, die Millionen von Besuchern ins Staunen ver- setzt, immer wieder neu. Er tut dies in seiner Freizeit, aus purer Leidenschaft. Mich faszinieren Fans wie Scott Mitchell, die ihre Leiden- schaft leben, die gestalten und die Dinge in die Hand nehmen. Denn sie beweisen, welche Kraft von einer starken Marke wie Audi aus- geht. Wie die Begeisterung für den Weg der Vier Ringe Menschen zusammenbringt und zu Außergewöhnlichem beflügelt. In diesem Magazin erzählen wir Geschichten von kreativen Menschen, die mit ihren Händen Neues entstehen lassen. In Nahaufnahme zeigen wir die Hände von Audianern, die mit Fingerspitzengefühl an unseren Autos arbeiten: der Modelleur zum Beispiel, der Millimeter um Millimeter präzise Design-Prototypen herstellt. Der Werkzeug- bauer, der mit feinem Blick fürs kleinste Detail die perfekte Ober- fläche zum Ziel hat. Oder der Mitarbeiter in der Qualitätssicherung, der das perfekte Leder für das Audi-Interieur erfühlt. Jeder Audi geht durch viele liebevolle Hände. Oder anders gesagt: Liebe geht bei Audi durch den Wagen.

Unsere Marke steht für Fortschritt wie kaum eine ande- re. Autos zu bauen, die ihrer Zeit voraus sind, ist unser Antrieb. Drei Worte verkörpern ihn: „Vorsprung durch Technik“. Vom legendären quattro-Antrieb über LED-Lichtinnovationen bis zum Audi City Showroom – Lösungen von Audi machen das Leben leichter. Jedes einzelne unserer Produkte steht für Stil, Emotion und allerhöchste Qualität. Audi ist die progressive Premiummarke. Dieses Image erarbeitet man sich nicht über Nacht. Der Erfolg von Audi beruht auf starken Wurzeln, auf den Menschen und ihrer Passion und Faszination für das Automobil. Sie sind erfinderisch, besonders neugierig und haben eine unendliche Leidenschaft für Präzision, Perfektion und Individualität. Für viele Audianer ist diese Leidenschaft lebenslanges Leitmotiv. Deshalb hat mich auch die Geschichte unseres Handels- partners Adam Stewart besonders bewegt: Schon als kleiner Junge war er verrückt nach Audi, heute verkauft er in seiner Heimat unse- re Automobile. In diesem Jahr geht für ihn ein Traum in Erfüllung, wenn er das erste Audi terminal Jamaikas eröffnen wird.

Menschen machen Marke. Lernen Sie auf den nächsten 214 Seiten die Menschen hinter Audi kennen. Viel Spaß beim Lesen!

Herzlichst, Ihr

hinter Audi kennen. Viel Spaß beim Lesen! Herzlichst, Ihr Der Erfolg von Audi beruht auf starken

Der Erfolg von Audi beruht auf starken Wurzeln, auf den Menschen und ihrer Passion für das Automobil. Luca de Meo

Der stärkste Antrieb

Marke ist mehr als das Produkt, eine starke Marke schafft Vertrauen und entfacht Begeisterung. Sie macht aus Kunden Fans.

Begeisterung

Ein spannender Moment: Auch die Töchter dürfen vom neuen Familienauto Besitz nehmen.

Der stärkste Antrieb

Marke ist mehr als das Produkt, eine starke Marke schafft Vertrauen und entfacht Begeisterung. Sie macht aus Kunden Fans.

Begeisterung

Ein spannender Moment: Auch die Töchter nehmen vom neuen Familienauto Besitz.

Ideen für morgen Vorsprung entsteht durch Neugier. Durch den Ehrgeiz, wegweisende Lösungen anzubieten. Vorsprung

Ideen für morgen Vorsprung entsteht durch Neugier. Durch den Ehrgeiz, wegweisende Lösungen anzubieten. Vorsprung beginnt jeden Tag neu.

Innovation

Noch unter dem roten Tuch: Der neue Audi S3 wartet auf seinen großen Messeauftritt.

Streben nach Perfektion

Qualität ist mehr als die Summe aller Bauteile und Materialien, sie entsteht durch Kompetenz und Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters.

Präzision

Der Handgriff zählt: Jeder Mitarbeiter liefert seinen Beitrag zur sprichwörtlichen Audi-Qualität.

Präzision Der Handgriff zählt: Jeder Mitarbeiter liefert seinen Beitrag zur sprichwörtlichen Audi-Qualität.
Kräftige Wurzeln machen stark Kompetenz entsteht aus Erfahrung, eine große Marke gründet auf ihrer spannenden

Kräftige Wurzeln machen stark Kompetenz entsteht aus Erfahrung, eine große Marke gründet auf ihrer spannenden Historie. Von den Tagen ihrer Pioniere bis zum weltweiten Erfolg der Gegenwart zählt die Marke Audi mehr als ein Jahrhundert.

Tradition

Der Glanz großer Zeit: Der Auto Union Grand-Prix-Rennwagen Typ D aus dem Jahr 1938.

Magie der Form Die Kunst der Reduktion auf wenige Striche, der perfekte Umgang mit Linien und Flächen – jeder Audi ist ein klares Statement für die zeitlose Schönheit der präzisen Form.

Design

Kreatives Feingefühl: Schon beim Modellbau machen hundertstel Millimeter den Unterschied.

der präzisen Form. Design Kreatives Feingefühl: Schon beim Modellbau machen hundertstel Millimeter den Unterschied.
Nur das Team zählt Im Motorsport erringt man den Sieg nie allein. Hier muss jeder

Nur das Team zählt

Im Motorsport erringt man den Sieg nie allein. Hier muss jeder Einzelne seine Spitzenleistung ins Team einbringen – der Fahrer, der Ingenieur, der Mechaniker.

Erfolg

Innovative Technologie: Mit dem siegreichen Hybrid-Rennsportwagen Audi R18 e-tron quattro startete Audi in eine neue Ära.

Mindset

Es ist der Mut zur Innovation, der Audi an die Spitze gebracht hat. Das Unternehmen will den Vorsprung weiter ausbauen, mit immer neuen Ideen und einer klaren Grundhaltung.

Mindset.

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Check London

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Händler with care

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China in your hand

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Service Int.

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Trend Receiver

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Unter Leicht-Gesinnten

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Surfin’ USA

16 Dialoge Marke

42 Trend Receiver 50 Unter Leicht-Gesinnten 58 Surfin’ USA 16 Dialoge Marke 17 Dialoge Marke

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Dialoge Marke

Virtuelle Realität: Die raumhohen Videowände stellen das kom- plette Modellangebot von Audi originalgetreu dar.

Virtuelle Realität: Die raumhohen Videowände stellen das kom- plette Modellangebot von Audi originalgetreu dar.

C heck

L

ondon

Daten-Power in Audi City Ein realer Cyberstore im Herzen der britischen Metropole:

Seit Mitte 2012 präsentiert Audi City am Piccadilly Circus auf kompaktem Raum die gesamte Modellvielfalt der Marke – vollständig digital.

Vier Ringe in London: Audi City liegt direkt an der hochfrequentierten Piccadilly Street, Ecke Berkeley Street.

19 Dialoge Marke

Benzingespräch: Audi City-Mit- arbeiter Romain Nogues (links) berät einen R8 Spyder-Interessenten.

Gruppenarbeit: Besucher Omar Istalifi (Mitte) konfiguriert einen Audi TT Roadster, seine Freunde schauen ihm dabei über die Schulter.

Besucher Omar Istalifi (Mitte) konfiguriert einen Audi TT Roadster, seine Freunde schauen ihm dabei über die
Fingerübung: Die Tische mit den großen, berührungsemp- findlichen Bildschirmen zeigen das volle Spektrum an

Fingerübung: Die Tische mit den großen, berührungsemp- findlichen Bildschirmen zeigen das volle Spektrum an Ausstattungsdetails.

Die Tische mit den großen, berührungsemp- findlichen Bildschirmen zeigen das volle Spektrum an Ausstattungsdetails.

Text

Fotos

Paul-Janosch Ersing

Manfred Jarisch

Auf der Piccadilly Street im Londoner Stadt- teil Mayfair herrscht geschäftiges Treiben. Der bunte Menschenstrom auf dem breiten Bürgersteig reißt nicht ab. Die Londoner genießen den sonnigen Spätsommertag und die Touristen freuen sich über das unerwartet gute Wetter. Hinter hohem Schaufensterglas dreht sich ein Audi RS 4 Avant in Sepang- blau Perleffekt gemächlich um sich selbst. Jedes Detail lässt sich aus unterschiedlichen Perspektiven bewundern – etwa der Singleframe-Grill mit Wabengitter in hochglänzendem Anthrazit. In der Seitenansicht kommt die sportliche Silhouette des Hochleis- tungskombis besonders gut zur Geltung. Doch das Auto ist nicht real, es erscheint auf einer 2,67 Meter hohen und 4,60 Meter breiten Videowand. Ihre mehr als zwei Millionen Bildpunkte lassen die Grenze zwischen virtueller und realer Welt für einen Moment verschwimmen. Mit einem Fingerzeig öffnet James Duggan die Heckklappe und blickt prüfend ins Wagen- innere. Er wirkt zufrieden und schließt sie wieder. Kurz darauf er- tönt der satte Sound des Motors und der RS 4 Avant fährt in einer weit gezirkelten Schleife davon. James Duggan arbeitet in einer Londoner Anwalts- kanzlei. Seit er seinen eigenen Audi RS 4 Avant vor zwei Monaten bestellt hat, nutzt der Mann aus Sussex die Mittagpause besonders gerne für einen Besuch bei Audi City: „Ich finde es toll, dass ich mein zukünftiges Auto hier jeden Tag in Originalgröße bewundern und sogar hören kann.“ Die Wartezeit bis zur Auslieferung in weni- gen Wochen lasse sich auf diese Art und Weise ganz wunderbar überbrücken. Seit Juli 2012 präsentiert Audi nur wenige Häuser- blocks vom Piccadilly Circus entfernt sein gesamtes Modellange- bot. Da erstmals ein völlig neuartiges Konzept zum Einsatz kommt, reichen dafür 420 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf zwei Etagen vollkommen aus: Sämtliche Fahrzeugkonfigurationen las- sen sich auf den raumhohen Powerwalls originalgetreu und in allen verfügbaren Farben darstellen – auf einer Gesamtfläche von rund 50 Quadratmetern Videowand.

So macht Audi City den Autokauf bereits vor der ersten Probefahrt zum Erlebnis. Unter der Anleitung speziell geschulter Mitarbeiter können die Besucher ihr Wunschauto selbst konfigu- rieren: Tische mit großen, berührungsempfindlichen Bildschirmen zeigen die ganze Vielfalt der Audi-Welt in HD-Qualität. Wie auf einem Tablet-PC kann der Kunde mit Fingergesten durch die Menüs surfen und alle möglichen Funktionen und Features erkunden. Mit einer einzigen Handbewegung wird das Fahrzeug schließlich auf die Powerwall übertragen. Dort ist es dann im Größenverhältnis von nahezu 1:1 erlebbar. Dank eines ausgeklügelten dynamischen Akustiksys- tems mit 40.000 Watt Gesamtleistung ertönen vor jeder Video- wand genau jene Klänge, die zum ausgewählten Auto und zu den dargestellten Inhalten passen – Motorensound, spezielle Musik, gesprochene Informationen. „Und wenn gerade kein Kunde vor einer Powerwall aktiv ist“, erklärt Audi City-Mitarbeiter Romain Nogues, „läuft Hintergrundmusik, die zur jeweiligen Tageszeit passt.“ Er nimmt ein Touch-Tablet in die Hand und wischt mit dem Zeigefinger über den Screen: „Hiermit kann ich von überall aus die virtuelle Umgebung ändern, indem ich Lautstärke und Beleuchtung regle.“ Die stimmungsvolle Musik, die sich eben noch im gesamten Raum ausgebreitet hatte, verebbt allmählich.

im gesamten Raum ausgebreitet hatte, verebbt allmählich. Aus allen Perspektiven: Die auf den Videowänden

Aus allen Perspektiven:

Die auf den Videowänden dargestellten Autos können um 360 Grad gedreht werden – per Fingerzeig.

Vorfreude: Audi-Kunde James Duggan vor seinem zukünftigen RS 4 Avant in Sepangblau Perleffekt. Die technischen Details

sind auf einem USB-Stick gespeichert.

sind auf einem USB-Stick gespeichert.
sind auf einem USB-Stick gespeichert.
Diskretion: Für ausführliche Beratungs- und Verkaufsgespräche stehen mehrere Räume im Untergeschoss zur Verfügung.

Diskretion: Für ausführliche Beratungs- und Verkaufsgespräche stehen mehrere Räume im Untergeschoss zur Verfügung.

 

Audi City London Piccadilly Circus

3

ausgestellte Fahrzeuge

2

Stockwerke

842

m² Bruttogeschossfläche

420

m² Ausstellungsfläche

2

Customer Private Lounges für individuelle Beratung mit eigener Multimedia-Wand

Technische Ausstattung

4

raumhohe Multimedia-Leinwände (Powerwall) mit insgesamt 54 m² Fläche und je zwei Millionen Pixeln

7

Multitouch-Table-Konfiguratoren mit 32-Zoll-Monitoren Hochleistungsrechner

17

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Server

Ausführungsplanung Raumwerk Architekten, Frankfurt

22 Dialoge Marke

Raumwerk Architekten, Frankfurt 22 Dialoge Marke Körpereinsatz: Die vielfältigen Funktionen von Audi City

Körpereinsatz:

Die vielfältigen Funktionen von Audi City können durch Bewegungen und Gesten gesteuert werden.

Augenschmeichler: Muster aller Lackfarben und Dekor- materialien stehen bereit.

Augenschmeichler: Muster aller Lackfarben und Dekor- materialien stehen bereit.

Omar Istalifi scheint davon nichts zu bemerken. Der Besucher konzentriert sich voll und ganz auf die Feinheiten des Audi-Konfigurators, der auf dem Touch-Table vor ihm angezeigt wird: Gerade stattet er einen Audi TT Roadster mit dem S Line-Paket aus. Seine beiden Freunde, Kai und Oliver, kontrollieren aufmerk- sam jeden einzelnen Schritt und geben Tipps: „Willst Du nicht lie- ber die 18-Zoll-Räder nehmen?“ Omar runzelt die Stirn, denn das ausgewählte Fünf-Speichen-Design gefällt ihm am besten. Die drei jungen Männer arbeiten gemeinsam in einem Unternehmen für Softwareentwicklung und sind zum ersten Mal bei Audi City. „Wir haben im Internet davon erfahren und wollten uns heute einen eigenen Eindruck verschaffen“, erzählt Omar, der sich vorstellen könnte, öfters im „virtuellen Audi-Autohaus“ vorbeizuschauen. „Die Technologien hier sind auf jeden Fall beeindruckend.“

Detailgetreu: Auch die Technik der Audi-Modelle lässt sich auf den raumhohen Videowänden in allen Details betrachten.

Die Fäden von Audi City laufen in einer ehemaligen In- dustriehalle in Ingolstadt zusammen, hier hat auch die Projekt- leitung ihren Arbeitsplatz. „Seit über zwei Jahren arbeiten wir mit vollem Einsatz am Gelingen des Projekts“, blickt Thomas Zucht- riegel auf die Zeit vor dem Startschuss zurück. Die technischen Besonderheiten des Systems seien Vollständigkeit und Detailtreue der unterschiedlichen Audi-Baureihen. „Derzeit liegen rund 900 Gigabyte Daten auf unseren Servern, pro Modell sind es etwa 20 bis 30 Gigabyte.“ Sobald ein neues Modell oder eine neue Variante Premiere feiert, werden die aktualisierten Daten online von Ingol- stadt zu den Audi City-Standorten übertragen und auf die dortigen Hochleistungsserver eingespielt. „Für die Besucher soll das Kon- zept selbsterklärend und kinderleicht zu bedienen sein“, berichtet Zuchtriegel – eine große Herausforderung: „Dafür haben wir viel Zeit investiert.“ Oft arbeiten mehr als fünfzig Programmierer zeit- gleich im Ingolstädter Testlabor. „Um vor der Eröffnung neuer Standorte alles ausgiebig testen zu können, haben wir hier in Ingolstadt einen kompletten Prototyp aufgebaut – mit Powerwalls und Touch-Tables.“

Bits und Bytes unterwegs 4 Powerwalls mit je 2 Mio. Pixel London 7 Multitouch-Tables Weltweit:
Bits und Bytes
unterwegs
4
Powerwalls
mit je 2 Mio. Pixel
London
7
Multitouch-Tables
Weltweit: Die großen Powerwalls
in London und Peking werden
aus Ingolstadt mit Daten versorgt.
London
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Server
London
Server Ingolstadt
rund
900 GB Daten
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Server
Peking
4
Multitouch-Tables
Peking
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Powerwalls
mit je 2 Mio. Pixel
Peking

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Dialoge Marke

Programmierarbeit: Je Fahr- zeugmodell liegt der Speicherbedarf bei 20 bis 30 Gigabyte. Kommandostand: Die Fäden

Programmierarbeit: Je Fahr- zeugmodell liegt der Speicherbedarf bei 20 bis 30 Gigabyte.

Kommandostand: Die Fäden von Audi City laufen in Ingolstadt zusammen, hier werden neue Funktionen entwickelt und erprobt.

Die Fäden von Audi City laufen in Ingolstadt zusammen, hier werden neue Funktionen entwickelt und erprobt.
LAB
LAB

Versuchslabor:

In Ingolstadt steht ein kompletter Audi City-Prototyp. Vor der Eröffnung neuer Standorte wird hier ausgiebig getestet.

24 Dialoge Marke

Tauglichkeitsprüfung: Bevor neue Bedien- elemente und hochauflösende Bild- schirme im Audi City-Alltag eingesetzt werden, müssen sie ausführliche Tests überstehen.

und hochauflösende Bild- schirme im Audi City-Alltag eingesetzt werden, müssen sie ausführliche Tests überstehen.

Entsprechend viel Hightech versteckt sich daher auch in London hinter den Kulissen: Die unterbrechungsfreie Verteilung der Videosignale läuft über Glasfaser, mehr als hundert Kanäle lassen sich einzeln ansteuern. Die Spezialsoftware für professio- nelle Präsentationen und 3D-Darstellungen stammt von Ventuz, jede einzelne Powerwall und jeder der sieben Multitouch-Tables benötigt einen eigenen leistungsfähigen Rechner. „Wir haben in London rund 35 Kilometer Kabel verlegt – und zwar so, dass die Besucher kein einziges davon zu sehen bekommen.“ Der Mann, der das sagt, kennt sich in den Räumen an der Piccadilly Street aus wie kaum ein zweiter: Hans Joachim Thurner ist als Projektleiter schon von Beginn an für Audi City zuständig. „Gemeinsam mit englischen und deutschen Kollegen haben wir in London die technischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb geschaffen.“ „London war nur der Anfang“, erklärt Thomas Zuchtrie- gel. „In Peking ist Audi City vor Kurzem mit einer Videowandfläche von mehr als 90 Quadratmetern ans Netz gegangen.“ Auch im klas- sischen Audi-Händlerbetrieb in Dubai sind bereits Powerwalls und Touch-Tables in Betrieb genommen worden, weitere Autohäuser werden folgen. In London steht an diesem Abend noch ein beson- derer Moment bevor: In dem mit einer Schiebetür abgetrennten Übergabebereich von Audi City steht ein Audi R8 GT Spyder zur Auslieferung bereit – diesmal ein absolut reales Automobil. In we-

nigen Minuten wird der limitierte Supersportwagen abgeholt, Verkäufer Martin Roberts kümmert sich persönlich um die letzten Details: „Die Kennzeichen sind montiert und der Tank ist voll.“ Der Kunde, der sich vor einigen Tagen bei Audi City spontan in den R8 GT Spyder verliebt hatte, möchte noch heute damit über die Autobahn M1 nach Hause fahren. Pünktlich um 17 Uhr legen vier mit neonfarbenen Warnwesten bekleidete Mitarbeiter von Audi City zwei Rampen über den Bürgersteig und sichern ihn mit Absperrkordeln. Passanten bleiben stehen und beobachten die ungewöhnliche Prozedur mitten in der Innenstadt. Vor wenigen Tagen war der R8 GT Spyder noch ein virtu- elles 3D-Modell auf einer der vier raumhohen Videowände, jetzt rollt das Fahrzeug mit der eingravierten Nummer 231 (von 333) langsam aus dem Gebäude. Und auch der Klang des V10-Triebwerks ist diesmal absolut real.

Sicherheit geht vor: Bevor das Auto den Showroom verlässt, sichern die Mitarbeiter in London den Bürgersteig.

Gute Nachbarschaft: Das geschäftige Treiben der Piccadilly Street vor der Eingangstür.

Gute Nachbarschaft: Das geschäftige Treiben der Piccadilly Street vor der Eingangstür.

1:1 Auslieferung:
1:1
Auslieferung:

Viele der Autos, die als 3D-Modell im Maßstab 1:1 auf einer der Videowände individuell konfiguriert werden, kommen bereits wenige Wochen später in Kundenhand – dann ganz real.

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Dialoge Marke

Premierenfahrt: Unter den neugierigen Blicken von Passanten verlässt der Audi R8 GT Spyder die Räumlichkeiten von Audi City.

Unter den neugierigen Blicken von Passanten verlässt der Audi R8 GT Spyder die Räumlichkeiten von Audi

Händler with care

26 Dialoge Marke

Händler-Coaching in China Auch das Händlernetz von Audi in China zeigt eine steile Wachstumskurve:

Quer durch das Riesenreich entstehen in hoher Taktzahl neue Betriebe, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen, ihr Können und Wissen: Mit einer Vielzahl an Trainings und Lehrgängen vermittelt Audi allen Mitarbeitern im Autohaus das Handwerkszeug für persönlichen Premium-Service – vom Werkstatttechniker bis zum Geschäftsführer. Dafür lässt das Unternehmen erneut die Baukräne kreisen und er- richtet lokale Schulungszentren und Trainings-Akademien. Und besucht die Händler-Newcomer vor Ort mit einem Team von reisenden Coaches.

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Dialoge Marke

Zu sehen, wie unsere Begeisterung für Service auf

 

die Händler und ihre Mitarbeiter überspringt,

 

ist die schönste Bestätigung, die wir bekommen können.

Xu Jun

 

Text

Foto

Bernhard Bartsch

Manfred Jarisch

Die Woche beginnt inkognito. Vor dem Audi- Autohaus im ostchinesischen Hefei steigen an diesem Montagmorgen zwei Herren aus dem Taxi, ein großer und ein etwas kleinerer. Sie tragen dunkle Anzüge und über den Schultern schwarze Rucksäcke. Der Wachmann schenkt ihnen keine Aufmerksamkeit, er ist zu beschäftigt damit, ankommende Autos in die Wartereihen vor der Werkstatt zu winken. Die beiden Herren betreten den Showroom. Sie schlendern durch die Reihen der Neu- wagen, betrachten aufmerksam die Regale mit Zubehör, schauen den Technikern durch eine Glaswand bei der Arbeit zu. Nach zwan- zig Minuten gehen sie an die Rezeption. „Mein Name ist Xu Jun und das ist mein Kollege Fang Jie“, stellt sich der Größere vor. „Ihr Ge- schäftsführer erwartet uns, wir sind die Coaches von Audi.“ Xu Jun und Fang Jie sind nach Hefei gereist, um die Händler in Sachen Premium-Service zu schulen. Die Vier-Millionen- Einwohner-Hauptstadt der Provinz Anhui gilt als sogenannte „third tier city“, als Stadt aus der dritten Reihe, die noch nicht so modern ist wie die Metropolen Shanghai und Peking oder andere Provinz- städte wie Chongqing oder Chengdu. Doch der Nachholbedarf birgt großes Potenzial: In den kommenden Jahren dürften Chinas Wachs- tumsimpulse zunehmend vom Hinterland ausgehen, nicht zuletzt, weil sich die chinesische Regierung das Ziel gesetzt hat, die Kluft zwischen reicheren und ärmeren Landesteilen zu verringern. In Hefei ist die Aufholjagd allgegenwärtig: Hunderte Baukräne drehen sich über der Stadt. Schicke, gut ausgestattete Einkaufszentren zeugen von wachsendem Wohlstand. In diesem Jahr eröffnet ein neuer Flughafen. Den Fortschritt spürt auch die Autobranche: 2.238 Fahrzeuge verkaufte der örtliche Audi-Händler 2012, ein beachtliches Volumen: „In so kurzer Zeit Vertriebs- und Servicestrukturen aufzubauen, die den hohen Ansprüchen von Audi gerecht werden, ist eine gewaltige Aufgabe“, erklärt Xu. „Deswegen stehen Coaches wie wir den Händlern mit Rat und Tat zur Seite.“

28 Dialoge Marke

1 Leben unterwegs: Xu und Fang treffen zu ihrer Coaching-Woche in der Stadt Hefei ein.

2 Hilfreiches Team: Die Coaches von Audi unterstützen die Händler dabei, ihren Kundenservice und damit auch ihr Geschäft zu verbessern.

3 Exakte Planung: Das Coaching- Programm wird nach einer Bestands- aufnahme individuell erarbeitet.

4 Hand anlegen: Fang Jie lässt sich von einem Mitarbeiter die Abläufe bei der Fahrzeugwäsche zeigen.

Xu und Fang werden erwartet. Zum Auftakt steht ein Meeting mit den Abteilungsleitern auf dem Programm – von Werk- statt und Vertrieb bis hin zu Buchhaltung und IT. „Erstklassiger Service ist eine Frage von reibungslosem Teamwork“, erläutert Fang. „Je effektiver die Prozesse funktionieren, desto zufriedener sind die Kunden – und umso besser läuft das Geschäft.“ Eine Woche werde das Duo im Autohaus verbringen. Zunächst gehe es darum, mit dem Blick von außen eine Bestandsaufnahme zu machen, dann würde ein Programm entwickelt, um die Abläufe zu optimieren. Natürlich haben die beiden Coaches detaillierte Hand- bücher im Gepäck, in denen Audi die Standards für seine Händler definiert, sie werden regelmäßig von Gutachtern überprüft. Ins- besondere aber zeichnen Xu und Fang sich durch viel Erfahrung damit aus, wie man die hohen Anforderungen in eine vitale Firmen- kultur überführt. „Das Ziel besteht nicht nur darin, Fahrzeuge zu verkaufen und zu warten, sondern unseren Kunden ein ganz beson- deres Markenerlebnis zu bieten“, sagt Xu. „Das geht nur, wenn die Marke gelebt wird und alle Mitarbeiter Freude daran haben, ihre Arbeit jeden Tag noch einmal besser zu machen.“ Xu ist 42 und Ingenieur, Fang neun Jahre jünger und Jurist. Beide haben viele Jahre im Automobilvertrieb gearbeitet, bevor sie sich vor drei Jahren bei Audi zum Service-Coach ausbilden ließen. Seitdem sind sie häufig im Team unterwegs. In der Woche vor ihrem Besuch in Hefei waren sie gemeinsam bei einem Betrieb im nordchinesischen Tangshan, die Woche danach sind sie in West- china unterwegs. Nach drei Einsatzwochen haben sie zwei Wochen frei, aber selbst in seiner Freizeit sei er mit dem Sensorium des Serviceexperten unterwegs, gesteht Xu. „Egal ob man in einem Autohaus ist oder in einem Restaurant oder Kaufhaus: Die Qualität des Service erkennt man sofort an Kleinigkeiten“, sagt er. „Die meis- ten Menschen nehmen das nur unbewusst wahr, aber in unserem Job denkt man automatisch darüber nach, wie es dazu kommt, dass etwas so ist und nicht anders.“ Schon die ersten Eindrücke des Morgens haben den Profis Hinweise gegeben, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Warum etwa begrüßt der Wachmann am Tor die ankommenden Wartungskunden nicht mit Namen, und warum müssen sie vor der Werkstatt Schlange stehen? Die Fragen klingen banal, doch sie treffen den Kern dessen, was einen Audi terminal ausmacht. Und sie sagen etwas über die besonderen Herausforderungen aus, mit denen Händler in China konfrontiert sind.

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etwas über die besonderen Herausforderungen aus, mit denen Händler in China konfrontiert sind. 1 3 29
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Mehr als dreißig Kunden haben an diesem Montag ihren Wagen zur Inspektion gebracht, doch in der Werkstatt erfährt Fang, dass nur eine Handvoll von ihnen vorab einen Termin ge- macht hat. „Das ist typisch für China“, erklärt der Coach. In Ländern wie Deutschland, wo fast niemand unangemeldet in die Werkstatt fährt, kann das Personal den Kunden zur vereinbarten Uhrzeit in Empfang nehmen und direkt in die Werkstatt dirigieren, wo ein Techniker mit allen Unterlagen auf ihn wartet. In China kommen die Autobesitzer dagegen meist spontan, vor allem nach dem Wo- chenende ist der Ansturm groß. Zwar nehmen die Audi-Mitarbeiter die Autos gleich entgegen und bitten die Fahrer in die komfortable Wartelounge. Doch wie lange sie dort auf eine Auskunft warten müssen, darüber haben die Mitarbeiter am ersten Besuchstag von Xu und Fang noch keinen Überblick. „An solchen Situationen setzen wir an und arbeiten mit allen Beteiligten an Verbesserungen“, kon- statiert Fang. Gleichzeitig muss bei aller Flexibilität gewährleistet sein, dass für Kunden mit Termin eine Werkstattzufahrt freigehal- ten und die Fahrzeuge dort gleich von einem Techniker in Empfang genommen werden. Das schaffe Vertrauen in die fachgerechte Wartung und gebe den Autobesitzern Gelegenheit, die Technik ihres Fahrzeugs besser zu verstehen. Hier geht es also um mehr als kurze Wartezeiten: „Gehen Sie immer davon aus, dass sich die Kunden sehr für ihr Fahrzeug interessieren“, empfiehlt der Coach den Werk- stattmitarbeitern. „Zeigen Sie ihnen, was alles in ihrem Audi steckt.“

„Zeigen Sie ihnen, was alles in ihrem Audi steckt.“ Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie
„Zeigen Sie ihnen, was alles in ihrem Audi steckt.“ Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie

Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie die Audi-Coaches im Video!

Doch es gilt noch mehr zu bedenken. Zum Beispiel, dass ein Wartungstermin schon beim ersten Anruf beginnt. „Guten Tag, ich fahre einen A6 und habe den Eindruck, mein ABS ist defekt“, sagt Xu in sein Handy. Am anderen Ende der Leitung ist die Tele- fonistin des Audi terminal, die direkt neben ihm sitzt. Die junge Frau nimmt Tag und Uhrzeit auf und wünscht eine gute Fahrt. „Das war ein sehr freundliches Gespräch“, lobt Xu, als beide aufgelegt haben. „Aber wissen Sie denn, was ABS eigentlich bedeutet?“ Die Telefonistin muss passen. Sie ist erst seit wenigen Wochen im Betrieb und war vorher in einer anderen Branche tätig. „Technische Einführung für alle neuen Mitarbeiter“, notiert sich Xu auf sein Clipboard.

Die Liste der Beobachtungen und Vorschläge, die Xu und Fang am Ende des Tages zusammengetragen haben, ist lang. Neben grundsätzlichen Fragen, etwa zu den Werkstattabläufen, stehen darauf vor allem eine Menge Details: Sollten im Showroom nicht alle Besucher automatisch ein Audi-Magazin überreicht be- kommen? Warum sind bei den Wagen auf dem Parkplatz, die auf ihre Auslieferung an den Kunden warten, die Scheibenwischer ab- geklappt? Wäre es bei heißem Wetter nicht eine freundliche Geste, dem Kunden vor der Fahrzeugübergabe die Klimaanlage einzustel- len? „Das Streben nach perfektem Service ist ein Prozess, der nie aufhört“, resümiert Fang. Es ist Abend und die beiden Coaches planen im Hotel die Workshops für den nächsten Tag. Auf ihren Computern springen immer wieder Chatfenster auf. Kollegen in anderen Städten melden sich. Man tauscht sich aus und berät sich. Auch Manager von Betrieben, die Xu und Fang in den vergangenen Wochen besucht haben, wissen, dass die Coaches abends für Fragen gut zu erreichen sind. „Mit vielen Händlern sind wir noch lange nach unserem Be- such in Kontakt“, freut sich Xu. „Zu sehen, wie unsere Begeisterung für Service auf sie und ihre Mitarbeiter überspringt, ist die schöns- te Bestätigung, die wir bekommen können.“

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Das Audi-Händler-Netzwerk in China

Rund 290 Händler in über 100 chinesischen Städten verkauften Ende 2012 die Automobile mit den Vier Ringen. Allein im vergangenen Jahr öffneten rund 60 Audi-Betriebe ihre Pforten. Damit verfügt die Marke über eines der dichtesten Händlernetze im chinesischen Premiumsegment. Und dennoch: Der Blick auf die Landkarte verrät das enorme Potenzial, das im weiteren regionalen Ausbau für Audi steckt. Rund 60 Prozent der Verkäufe kommen aktuell aus nur sechs der 22 Provinzen. Audi-Händler gibt es bis heute nur in Millionenstädten, Großstädte mit weniger als einer Million Einwohnern sind noch überhaupt nicht im Händlernetz ver- treten. Übertragen auf die deutsche Stadtlandschaft wäre die AUDI AG auf ihrem Heimatmarkt nur an zwei Standorten vertre- ten: in Berlin und Hamburg.

Ein Kunde ruft an: Xu Jun geht mit einer Rezeptionistin die richtige Form der Terminabsprache durch.

6 Hingeführt: Xu und Fang überlegen, wie der Verkehrsfluss auf dem Gelände verbessert werden kann.

7 Gemeinsame Anstrengung: Kunden- zufriedenheit ist das Ergebnis der Arbeit aller Abteilungen.

8 Anschaulich: Die Coaches verdeut- lichen die Optimierungsprozesse und ihre positiven Auswirkungen am Clipboard.

9 Eigene Kultur: Ein besonderes Markenerlebnis ist nur mit dem be- ständigen Streben nach Verbesse- rung zu schaffen.

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Dialoge Marke

China in your hand

Audi-Händler New Elements in Chengdu Premium-Automobile und First-Class-Service gehören für Audi fest zusammen. Die hohen Service-Standards der Marke gelten rund um den Globus, sie garantieren Kunden weltweit Audi-Qualität. Daran knüpfen die Händler vor Ort mit maßgeschneiderten Angeboten an – denn niemand kennt ihre Kunden so gut wie sie. Zum Beispiel die Unternehmerin Wu Yali im westchinesischen Chengdu: Sie verkauft nicht nur Autos, sondern eine Lebensweise.

Text

Fotos

Bernhard Bartsch

Manfred Jarisch

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sondern eine Lebensweise. Text Fotos Bernhard Bartsch Manfred Jarisch 32 Dialoge Marke 33 Dialoge Marke

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Dialoge Marke

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1 2 Am Wochenende passierte Cao Xun ein Missgeschick in ihrem Audi TT. Mit ihrem Mann

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1 2 Am Wochenende passierte Cao Xun ein Missgeschick in ihrem Audi TT. Mit ihrem Mann

Am Wochenende passierte Cao Xun ein Missgeschick in ihrem Audi TT. Mit ihrem Mann machte sie einen Ausflug in die malerische Berglandschaft außerhalb von Chengdu, der Hauptstadt der westchinesischen Provinz Sichuan, und übersah auf einer Landstraße ein tiefes Schlagloch. „Unter uns hat es ganz schön geknirscht“, erzählt die 27-Jährige. „Wir konnten zwar problemlos weiterfah- ren, aber ich wollte schnellstmöglich überprüfen lassen, ob tatsächlich alles in Ordnung ist.“ Deswegen sitzen Cao und ihr Mann jetzt bei Cappuccino und Käsekuchen in der VIP-Lounge des Autohauses New Elements und warten, bis ihr Wagen durchgecheckt ist. Mit Sicherheit war das Schlagloch aber auch ein willkommener Anlass, wieder einmal hierher zu kom- men. Denn einen besseren Kaffee bekommt man in ganz Chengdu nicht, und auch kaum ein exklusiveres Am- biente: Gemütliche Ledersessel und elegante Designer- möbel sind locker im Raum verteilt. Dazwischen stehen silberne Skulpturen und duftende weiße Liliensträuße. Und ein Stockwerk tiefer wartet ein Showroom voller neuer Audi-Modelle, darunter mehrere R8-Sportwagen, für die Cao seit Längerem schwärmt. „Wir sind halt Autonarren“, lacht sie. „Deshalb kommen wir immer gerne hierher.“ Die Jungunternehmerin, die in England stu- diert hat und in ihrer Heimatstadt eine Investmentfirma betreibt, ist der Traum jedes Autohändlers. Der erste Wagen der Start-up-Gründerin war ein A4 mit langem Radstand, und als ihrem Unternehmen 2011 der Durch- bruch gelang, belohnte sie sich zusätzlich mit einem TT.

1 Big Welcome: Mitarbeiter von New Elements präsentieren die aktuellen Audi-Modelle.

2 Allzeit bereit: Höflichkeit gegenüber dem Kunden beginnt an der Schranke.

→ Top Service: Geschäftsfrau Cao Xun bringt ihren Audi TT zur Inspektion.

Doch dass Cao immer wieder zu Audi kommt, liegt nicht nur an ihrer Begeisterung für die Marke, son- dern auch daran, wie sich New Elements um seine Kun- den kümmert. Der Händlerbetrieb bietet einen Service, der zum Besten gehört, was es in der Branche gibt. „Wir verkaufen nicht nur die besten Autos der Welt, sondern eine Philosophie“, sagt New-Elements-Gründerin Wu Yali. „Es geht um viel mehr als Fahrzeuge: Das ist eine ganze Lebensweise.“ Der Cappuccino, den das junge Ehepaar im gediegenen VIP-Trakt des Autohauses genießt, ist nur ein winziger Teil eines gewaltigen Dienstleistungsan- gebots, mit dem sich Wus Betrieb von der Konkurrenz absetzt. Denn jeder Kunde bekommt zu seinem Wagen auch eine Mitgliedschaft im New Elements Audi-Club – und die öffnet viele Türen: in Chengdu und weit darü- ber hinaus.

Tickets für Filmpremieren? Reservierungen in angesagten Restaurants? Buchungen für Golfplätze? Ein Anruf bei der Club-Hotline genügt. Butler-Services im eigenen Zuhause, Einzelzimmer in Privatkliniken oder Limousinen-Abholungen auf dem Flughafenroll- feld: Auch das organisiert der Audi-Club, ebenso wie Flug- und Hotelbuchungen oder Shootings für Hoch- zeitsfotos. Regelmäßig lädt New Elements zu eigenen Veranstaltungen ein, etwa zu Weinproben, Modeschau- en, Diskussionszirkeln mit bekannten Autoren oder zu Abendessen mit berühmten Stars. „Wir kennen unsere Kunden persönlich und sprechen sie gezielt an“, sagt Clubmanagerin Deng Yinghui. Während die einen für ihre Paris-Reise an einem Shopping-Guide interessiert sind, begeistern sich andere für Initiativen wie der Kam- pagne zur Rettung des chinesischen Schwarzbärs. Und natürlich gibt es viel Programm rund um Audi, von R8- Testfahrten auf Rennstrecken bis hin zu Reisen zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans. Dass die Kunden daneben auch für ihre eigenen Autos perfekten Service bekommen – etwa Mobilitätsdienst, Ölwechsel in der eigenen Garage oder Erinnerungen an die nächste War- tung – versteht sich da von selbst.

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Garage oder Erinnerungen an die nächste War- tung – versteht sich da von selbst. 34 Dialoge

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Wir verkaufen nicht nur die besten Autos der Welt,

 

sondern eine Philosophie. Es geht um viel

 

mehr als Fahrzeuge: Das ist eine ganze Lebensweise.

 

Wu Yali

 

Geschäftiges Treiben: In einem der größten Audi-Händlerbetriebe Chinas wurden 2012 immerhin 4.122 Autos verkauft.

 

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Ausprobieren: Interessenten werden an einem Audi A4 L beraten.

 

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Vorsprung: Eine Verkäuferin erklärt technische Details.

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Details. 4 36 Dialoge Marke 37 Dialoge Marke Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie den

Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie den Händlerbetrieb in Chengdu im Video!

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5 „Unsere Kunden sind Menschen, die aus ihrer Zeit das Beste machen wollen“, sagt Wu. „Deswegen
5 „Unsere Kunden sind Menschen, die aus ihrer Zeit das Beste machen wollen“, sagt Wu. „Deswegen

„Unsere Kunden sind Menschen, die aus ihrer Zeit das Beste machen wollen“, sagt Wu. „Deswegen ist es für sie wertvoll, mit unserem Club eine zentrale An- laufstelle zu haben, die auf alle ihre Wünsche eingeht.“ Das Clubkonzept funktioniert, weil auch viele andere Anbieter von Luxusprodukten – Hotels, Golfclubs oder Modemarken – gerne Kontakt zu den Audi-Kunden haben wollen und maßgeschneiderte Angebote machen. Mehr als 8.000 Mitglieder hat der 2011 gegründete Club be- reits, aufgeteilt in die Kategorien Silber, Weißgold und Gold. Nach dem Autokauf gilt die Mitgliedschaft für ein Jahr, später kostet sie einen jährlichen Mitgliedsbeitrag, wobei Ausgaben für Wartungsbesuche oder ein neues Audi-Modell verrechnet werden. „Inzwischen ist der Club in Chengdu so bekannt, dass auch Außenstehende gerne Mitglied werden möchten“, freut sich Wu. Die 25 Mit- arbeiter, die sich ausschließlich um den Club kümmern, sind also gut beschäftigt. Neben ihrem Neuwagenzentrum hat Wu ein Autohaus für gebrauchte Audi-Modelle gebaut. Die Architektur setzt die Karossen genauso elegant in Szene wie in jedem anderen Audi-Showroom. Die Fahrzeuge blitzen unter Schweinwerfern. Angestellte in Unifor- men stehen parat, um Kunden zu beraten. Dass sie Ge- brauchtwagen anbieten, sieht man nur an der Mi- schung älterer und neuer Modelle. In China, wo der Gebrauchtfahrzeugmarkt noch wenig entwickelt ist, ist die Präsentation geradezu revolutionär. „Wir wollen unseren Kunden auch auf diesem Weg zeigen, dass sie sich mit einem Audi für hohe Wertstabilität entschei- den“, erklärt Wu.

5 Entspannen beim Warten:

Kunden genießen den Komfort von Massagestühlen, Internetzugang und Hauskino.

6 Weitsicht: Unternehmerin Wu Yali ist stolz auf die hohe Kunden- zufriedenheit.

→ Gastfreundschaft: Kunden verbringen ihre Wartezeiten in der New Elements VIP-Lounge.

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Ihre ungewöhnlichen Ideen verdankt Wu vielleicht der Tatsache, dass sie im Autohandel eine Quereinsteigerin ist. Früher arbeitete die Mittvierzige- rin für die Bank of China. Bei einem Aufenthalt in den USA lernte sie die amerikanische Servicekultur rund um den Autohandel kennen und beschloss, den „state of the art“ in ihre Heimatstadt Chengdu zu bringen. Audi war dabei ihr Wunschpartner. „Man kann etwas nur richtig gut machen, wenn man es mit Überzeugung tut“, begründet sie ihre Wahl. Von ihrem Ansatz war sie so überzeugt, dass ihr erstes Audi Zentrum, das sie

2009

eröffnete, gleich das größte in ganz Asien war. Sie hatte die Nachfrage nicht unterschätzt.

2012

holten 4.122 Kunden ihren neuen Audi bei Frau

Wu ab – damit ist New Elements einer der absatzstärk- sten Audi-Händler der Welt. Rund 400 Mitarbeiter be- schäftigt sie inzwischen, davon mehr als die Hälfte Techniker. 2013 will Wu in Chengdu ein weiteres Audi- Autohaus eröffnen, mit einem angeschlossenen Aus- bildungszentrum für Händler. Darüber hinaus hat sie Pläne, in andere chinesische Städte zu expandieren, etwa Peking und Shanghai. „Das sind zwar noch fremde Standorte für uns, aber ich bin überzeugt von Audi und New Elements“, erklärt Wu. Mit treuen Kundinnen wie Cao Xun braucht sie sich um ihren Erfolg tatsächlich keine Sorgen zu ma- chen. Die Jungunternehmerin und ihr Mann sind fast ein bisschen enttäuscht, als ihr TT bereits nach andert- halb Stunden frisch gewaschen auf sie wartet. Weder das Inhouse-Kino mit Massagestühlen, noch das Res- taurant oder den Fitnessraum hat das Paar in der kurzen Zeit nutzen können. Aber die beiden kommen bestimmt wieder. „Ich habe mir heute noch einmal den R8 ange- schaut“, schwärmt Cao. „Das wird garantiert mein nächs- tes Auto.“

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Man kann etwas nur richtig gut machen,

wenn man es mit Überzeugung tut.

 

Wu Yali

 

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tut.   Wu Yali   39 Dialoge Marke First-Class-Service: Für die Kunden steht immer ein

First-Class-Service: Für die Kunden steht immer ein Teewagen mit frischen Getränken bereit.

Service Int. Entspannt: Der wahre Sportwagenfreund lässt sein Auto nie allein – in Istanbul darf
Service Int.
Entspannt: Der wahre Sportwagenfreund
lässt sein Auto nie allein – in Istanbul darf er es
auch in die Werkstatt begleiten.
Lounge in der Werkstatt, Hausbesuch beim Kunden
oder Blumenkränze zur Übergabe – Audi Kundenservice hat
weltweit viele kreative Gesichter.

RUS

Russland:

Kalte Check-ups mit heißem Tee

In Russland wird Audi-Fahrern auch in der kalten Jahreszeit warm ums Herz: Beim winterlichen „Mobile season-check-up“ besuchen Service-Teams Kunden, um sie und ihren Audi – passend zur Weih- nachtszeit – zu verwöhnen. Die Experten befreien die Automobile von Schnee und Eis, prüfen diese auf ihre volle Wintertauglichkeit und nehmen Ölstand, Reifen und Bremsen besonders genau unter die Lupe. Wäh- rend des Check-ups können sich die Kunden mit einer Tasse heißem Tee und Schokolade aufwärmen. Zu guter Letzt geben die Service-Teams den Kunden noch Motor- öl, ein Frostschutzmittel und ein Erinnerungsfoto mit auf den Weg – und natürlich dürfen da auch die Weih- nachtsmann-Mützen nicht fehlen.

dürfen da auch die Weih- nachtsmann-Mützen nicht fehlen. Beschenkt: Gute Gaben für Auto und Besitzer bringen

Beschenkt: Gute Gaben für Auto und Besitzer bringen die Weihnachtsmänner des Audi Service in Russland.

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des Audi Service in Russland. 40 Dialoge Marke TR Türkei: Exklusive (Ein-)Blicke In der Türkei kommen
TR Türkei:
TR
Türkei:

Exklusive (Ein-)Blicke

In der Türkei kommen technikbegeisterte Audi-Fahrer der S-, RS- sowie A8- und R8-Modelle auch beim Service-Stopp voll auf ihre Kosten: In einer beson- ders exklusiven Werkstatt des Händlers Dogus Oto Esenyurt in Istanbul erleben sie die Wartung ihres Fahr- zeugs hautnah mit: Die Kunden nehmen auf einer Sitz- gruppe direkt neben der Hebebühne Platz und können von dort aus jeden Handgriff der Mechaniker beobach- ten. Und natürlich ihr technisches Know-how im Ge- spräch mit den speziell geschulten Diagnosetechnikern weiter ausbauen. 2013 soll in zwei weiteren exklusiven Werkstätten in Istanbul und Ankara dieser besondere Service angeboten werden.

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Gesegnet: Blumen und Zitronen bringen Glück auf allen indischen Straßen.

und Zitronen bringen Glück auf allen indischen Straßen. JP IND Japan: Wenn der Händler mehrmals klingelt
JP
JP
und Zitronen bringen Glück auf allen indischen Straßen. JP IND Japan: Wenn der Händler mehrmals klingelt

IND

Japan: Wenn der Händler mehrmals klingelt

In Japan kaufen viele Menschen ihr neues Premium-Automobil besonders gern dort, wo sie sich am wohlsten fühlen: zu Hause. Sie nehmen sich Zeit, um sich vom Kundenberater in aller Ruhe die neuesten Technologien erläutern zu lassen, Ausstattungsoptio- nen abzuwägen und den Rat der Familie einzuholen.

Die oft zeitraubende Anreise zum Autohaus durch die Hektik der Millionenmetropolen würde da nur vom Wesentlichen ablenken. Deshalb kommt bei Audi Japan der Händler oftmals zum Kunden – nach Hause oder auch ins Büro. So absolviert er im Jahr zwischen

500

und 700 Hausbesuche – bei durchschnittlich rund

250

Kunden. Dabei geht es nicht nur um den Autokauf,

sondern auch um Service-Leistungen und die Beratung zu ergänzenden Angeboten wie etwa Versicherungen.

Indien:

Durch die Blume geliefert

In Indien ist es ein besonderes Fest fürs Auge, wenn ein Audi an seinen neuen Besitzer überge- ben wird: In einigen Landesteilen werden die Automo- bile mit Kränzen aus Blumen und Zitronen für die Übergabe geschmückt. Die Blumen sollen für Zufriedenheit und Fröhlichkeit sorgen, sie werden Gott als Zeichen für einen Neuanfang gewidmet. Die Zitronen gelten als Glücksbringer, die vor negativen Stimmungen, Eifer- sucht und dem Bösen schützen. Nach der Auslieferung fahren die Kunden mit ihrem neuen Auto oft direkt zu einem Tempel oder einem Priester – dann steht der glücklichen Beziehung mit ihrem Audi auch von höchs- ter Stelle aus nichts mehr im Weg.

Audi auch von höchs- ter Stelle aus nichts mehr im Weg. Besucht: In Japan werden viele
Audi auch von höchs- ter Stelle aus nichts mehr im Weg. Besucht: In Japan werden viele

Besucht: In Japan werden viele Autos im häuslichen Umfeld verkauft.

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Qualifizierte Visionskraft Einen präzisen Blick in die Zukunft zu werfen, ist unmöglich. Dennoch muss ein Unternehmen wie Audi in großen Zeiträumen planen und und Entwicklungen früh erkennen und nutzen. Der Weg, den Audi dabei beschreitet, ist so neu wie ungewöhnlich: Die Markt- und Trendforscher suchen im Rahmen von Studien zu Zukunftsthemen und neuen Konzepten themenspezifisch ausgewählte Gesprächspartner, die ein besonderes Gespür für Veränderungen haben. Als „Trend Receiver“ stehen sie dem Unterneh- men mit fundiertem Rat zur Seite.

Creative Director Lambs & Lions, Fotograf und Grafikdesigner, gestaltet Projekte von Büchern bis zu Hotelkonzepten, leitet Film- und Fotoproduktionen.

Michael Schickinger Berlin
Michael Schickinger
Berlin

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Consultant für Fotografie, Dozentin an Hochschulen, zuvor 16 Jahre bei Getty Images verantwortlich für Creative Planning.

Prof. Dr. Wolfgang Ullrich München Professor für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie an der Hochschule für
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich
München
Professor für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie an der Hochschule für Gestaltung
in Karlsruhe und Autor zahlreicher Publikationen zu Geschichte und Kritik des Kunst-
begriffs, bildsoziologischen Fragen sowie zu Wohlstandsphänomenen, unter anderem
Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur?
Rebecca Swift
London

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Remo Masala Zürich Chief Marketing Officer der Kuoni-Gruppe, ein globaler Touristikkonzern mit Sitz in der
Remo Masala
Zürich
Chief Marketing Officer der Kuoni-Gruppe, ein globaler Touristikkonzern mit
Sitz in der Schweiz, zuvor Vorstand Marketing der Designhotel-Gruppe.
Antoine Sandoz und Gilles Ketterer
London
SANDOZ KETTERER Ltd sind renommierte Schmuck- und Uhrendesigner und entwerfen
für diverse Luxusmarken. Antoine Sandoz war zuvor für das Schmuckdesign von Gucci in London
verantwortlich, Gilles Ketterer war Chefdesigner der Uhrenmarke Omega.

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Die Hamburger Designerin Eva Marguerre experimentiert mit Kunststoff und Textilien, Handarbeit und Hightech. Es entstehen Designobjekte von fragiler Schönheit, die sehr robust und beständig sind.

Text

Fotos

Hermann Reil

Ulrike Myrzik

Angenommen, Sie sind auf der Suche nach der richtigen Schule für Ihr Kind: Bei wem holen Sie sich dann Rat? Sicher, es gibt wissenschaftliche Unter- suchungen, die über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Schul- typen aufklären, doch oft bleiben sie recht abstrakt. Viel näher liegt es, Bekannte und Freunde zu fragen, die selbst Kinder haben und verschiedene Schulen aus eigener Erfahrung kennen. Sie wenden sich also an Menschen, die ein spezifisches Wissen haben und auf deren Urteil Sie vertrauen. Nun sind qualifizierte Informationen und Einschät- zungen zu Fragen der Gegenwart oder der nahen Zukunft noch relativ einfach zu bekommen. Sobald der Blick aber weiter in die Ferne reichen soll, wird es deutlich komplizierter. „Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, ist ein geflü- geltes Wort, das dem dänischen Physiker Niels Bohr zugeschrieben wird. Oder anders gesagt: Wissen zur Zukunft in Form gesicherter Erkenntnis gibt es nicht. Ein großes Industrieunternehmen aber lebt weit in der Zukunft. Laufend sind hier Entscheidungen zu treffen, die Bedeu- tung für ein Jahrzehnt oder mehr haben, und von deren Richtigkeit nicht nur sehr viel Geld, sondern in der Konsequenz auch Arbeits- plätze abhängen. Bei einem Automobilhersteller wie Audi dauert der Produktentwicklungsprozess von der Entscheidung für ein neues Konzept bis zur Markteinführung rund fünf bis sieben Jahre, an- schließend ist das Fahrzeug üblicherweise rund sieben Jahre in Pro- duktion. Modelle, die 2013 erdacht und entwickelt werden, müssen also auch im Jahr 2025 noch attraktiv sein.

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Doch wie verändern sich Lebensformen, Mobilität und Besitzverhalten? Und welche Technologien bekommen wie schnell Gewicht? Auch wenn hier letztlich die Urteils- und Entscheidungs- kraft der Verantwortlichen im Unternehmen zählt, ist es wichtig, dass die Entscheidung auf einer gut fundierten Einschätzung beruht. Es gilt also auch für ein Unternehmen wie Audi, sich Rat zu holen. Und zwar bei jemandem, der ein begründetes Gefühl dafür hat, welche bleibenden und neuen Bedürfnisse es gibt und welche Pro- dukte und Services in ein paar Jahren gute Erfolgschancen haben. Die konventionelle Marktforschung stößt dabei man- cherorts an ihre Grenzen, auch wenn sie für viele Themen ein her- vorragendes Instrumentarium bietet. Doch betrachten die meisten „normalen“ Kundenvertreter manche neue Ideen und Konzepte mit dem Denken und den Erfahrungen des Jahres 2013. Die Welt des Jahres 2018 oder gar 2025 bleibt im wahrsten Sinne des Wor- tes unvorstellbar. Dabei hat sich das Leben gerade in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten extrem verändert. Nur wenige konnten sich kurz vor der Jahrtausendwende vorstellen, wie sehr und wie schnell mobile Kommunikation die Welt beeinflussen und wie intensiv das Leben von sozialen Netzwerken geprägt sein würde. Auch der ra- sante Aufstieg von „Nachhaltigkeit“ auf der Agenda war damals nur für wenige erkennbar. Die Trend- und Marktforschung bei Audi hat daher eine eigene und weiterreichende Systematik entwickelt. Man vertraut dabei weniger auf bekannte „Trendgurus“, die viele Bücher füllen. Vielmehr wurde ein Netzwerk von Freunden im weitesten Sinn ge- flochten – zu Menschen, die im Lauf ihres privaten und beruflichen Lebens eine besonders feine Sensorik für Neues und somit eine „qualifizierte Visionskraft“ entwickelt haben. „Trend Receiver“ nennt sie Dr. Rupert Hofmann. Er hat das Thema als Doktorand bei der AUDI AG entwickelt, heute führt er die Trend Receiver-Studien zu verschiedenen Themen durch. „Agenten des Neuen“ sind für Dr. Hofmann all jene Menschen, die das Neue in die Welt bringen. Er hat verschiedene bestehende Konzepte rund um das Neue untersucht und teilt diese in drei Gruppen ein: Die „Inventoren“, die Erfinder und Krea- tiven also, die Neues erdenken, ertüfteln und entwerfen. Wobei dieses Neue meist eine überraschende Verbindung aus schon Bekanntem ist: „Es gab Berge und es gab Fahrräder. Und irgend- wann entstanden Mountainbikes.“ Die zweite Gruppe nennt Hof- mann „Multiplikatoren“, die Meinungsführer oder Early Adopters – etwa Großstädter, die bereits mit den allerersten Mountainbikes unterwegs waren. Oder auch jene Fans, die nachts vor dem Apple Store ausharren, um morgens als Allererste das neue iPad in den Händen zu halten.

Dr. Rupert Hofmann Ingolstadt Projektleiter Trend Receiver Studien; das Konzept entwickelte er im Rahmen seiner
Dr. Rupert Hofmann
Ingolstadt
Projektleiter Trend Receiver Studien; das Konzept
entwickelte er im Rahmen seiner Promotion bei Audi.

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Dialoge Marke NIDO – Der rote Faden Designerin: Eva Marguerre
Dialoge Marke
NIDO – Der rote Faden
Designerin: Eva Marguerre

Die dritte Gruppe sind die Trendbeobachter – darunter fallen auch die themenspezifisch ausgewählten Trend Receiver:

„Diese Menschen haben besondere Antennen und können schon schwache Signale der Veränderung sehr früh erkennen und deren Entwicklungspotenzial differenziert und feinfühlig einschätzen. Trend Receiver verfügen über eine außergewöhnliche Verbindung von Offenheit und Erfahrung. Sie verbinden die Kundenperspektive mit der Fähigkeit, von sich selbst zu abstrahieren, haben eine enor- me Neugier und Heterogenität und verfügen über die Selektions- kompetenz, die es braucht, um im Strudel der neuen Informationen und Eindrücke das Relevante herauszugreifen. Meist handelt es sich sozusagen um Laien-Trendforscher, also Personen, die ohne vorherigen Auftrag in ihrem jeweiligen Umfeld beobachten, was die Menschen treibt und was sich ändert.“ Das Beobachten muss für die von Audi gesuchten Trend Receiver zu einer selbstverständlichen Triebfeder geworden sein. Rebecca Swift in London ist ein Beispiel dafür: Als Creative Director bei Getty Images, der weltgrößten Bildagentur, plante sie viele Jahre den Stil der dort beauftragten Fotografie und prägte so künf- tige Bildwelten. Heute arbeitet sie als Consultant und Hochschul- dozentin. „Sie hat ein hochentwickeltes Gespür für Entwicklungen der Bildästhetik“, sagt Rupert Hofmann. Auch Remo Masala, den Marketingvorstand des Schwei- zer Tourismuskonzerns Kuoni, sieht Hofmann als perfekten Trend Receiver: „Er ist sehr direkt und verfügt über eine außergewöhn- liche Verbindung von ästhetischem und kommerziellem Gespür und strategischer Kompetenz. Er kommt viel in der Welt herum und denkt sich ebenso reflektiert wie offen und kreativ in kommende Märkte und neue Produkt- und Servicewelten hinein.“ Oder Prof. Dr. Wolfgang Ullrich: Er lehrt Kunst- und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und Hofmann schätzt ihn als führenden und unabhängigen Denker mit einer enormen Men- schenkenntnis, der Veränderungen sehr feinsinnig in ihren kultur- geschichtlichen Kontext stellen kann und verschiedenste Themen virtuos kombiniert. Inzwischen hat Rupert Hofmann eine hohe zweistellige Zahl von Trend Receivern aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen sowie den verschiedensten Fachgebieten auf seiner Liste – und diese wächst beständig. Wie kommt er zu den Namen, wie knüpft er die Kontakte? „Das funktioniert mittels für die jeweilige Frage- stellung maßgeschneiderter Suchprofile und durch geeignete Netzwerke.“ Wenn das Thema passt, heißt es einfach mal anfragen. Absagen sind selten, auch wenn Probleme mit dem Terminkalender in diesem Umfeld naturgegeben sind. Aber der Spaß am Zukunfts- dialog macht viel möglich. Die Themen der Trend Receiver-Studien sind bei Audi breit gestreut: Neben Gesprächen zu ganz neuen Fahrzeugkon- zepten kann ein künftiges Mobilitätskonzept oder ein Vertriebs- konzept zur Betreuung von Premiumkunden im Mittelpunkt ste- hen. Oder es geht um die erste Konkretisierung eines nur scheinbar „wolkigen“ Themas wie der Bedeutung der Idee von Leichtigkeit für künftige Fahrzeuge. Entsprechend werden die Interviews ge- führt: Ein klassischer Fragebogen verbietet sich, der Gesprächsleit- faden ist bewusst lose und offen gehalten. „Audi ist sehr interessiert an einem solchen Input von außen“, weiß Rupert Hofmann. „Das ist einfach Teil unserer offenen Unternehmenskultur – und sicher auch ein wichtiger Bestandteil unserer Innovationskraft.“ Gut, wenn man Freunde hat, die einem mit ungetrübtem Blick und qualifiziertem Rat zur Seite stehen.

Auf der Suche nach dem Wort

Leichtigkeit ist ein wichtiger Wert für Audi und auf technischer Ebene klar belegbar: etwa im Pioniereinsatz des Materials Aluminium oder im innovativen Leichtbau mit intelligentem Materialmix. Verbrauchsreduzierung und Ressourcenschonung sind das Ziel ständiger Verbesserung. Doch ist Leichtigkeit auch ein emotionaler Wert? Sollen die Autos der Zukunft leicht aussehen, sich leicht anfühlen? Wächst bei den Menschen ein Wunsch danach, entsteht hier gar ein wichtiger Trend? Der Versuch einer Annäherung an die Leichtigkeit – als Beispiel für intelligente Auseinandersetzung mit sich wandelnden Märkten und Kundenerwartungen.

Unter

Leicht-Gesinnten

50 Dialoge Marke

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Dialoge Marke

Behaglich

Beschwingt Heiter Unbeschwert Leichtsinnig
Beschwingt
Heiter
Unbeschwert
Leichtsinnig

Dimension 1 Geist und Emotion

Universum

Dimension 1

der Leichtigkeit

Geist und Emotion

Gefühl und emotionaler Ausdruck von Heiterkeit, Beschwingtheit, Behaglichkeit, Unbeschwertheit, Entspanntheit, Ungezwungenheit – aber auch Leichtsinn.

von Heiterkeit, Beschwingtheit, Behaglichkeit, Unbeschwertheit, Entspanntheit, Ungezwungenheit – aber auch Leichtsinn.

Leicht ist zu hören, zu spüren, wahrzunehmen, etwas, das da ist, das trägt, das auftaucht, aufscheint, sich erhebt, im Raum ist und doch nicht ist es zu verstehen. Friedrich Hölderlin

Geschickt/Behände Leicht von der Hand Nicht schwierig Selbstverständlich Schnell Entspannt Gehaltlos Dimension 2
Geschickt/Behände
Leicht von der Hand
Nicht schwierig
Selbstverständlich
Schnell
Entspannt
Gehaltlos
Dimension 2
Handlung und Darstellung

Universum

Dimension 2

der Leichtigkeit

Handlung und Darstellung

von Mühelosigkeit, Entspanntheit, Geschicklichkeit, Selbstverständ- lichkeit, Schnelligkeit, Behändigkeit – aber auch Gehaltlosigkeit.

Schnelligkeit, Behändigkeit – aber auch Gehaltlosigkeit. 52 Dialoge Marke Text Illustration Hermann Reil

52 Dialoge Marke

Text

Illustration

Hermann Reil

Davide Durante

Beginnen wir unsere Reise durch die Dimen- sionen der Leichtigkeit auf der technisch- rationalen Ebene: Für Audi liegt eine zentrale Aufgabe bei der Entwicklung jedes neuen Modells im Leichtbau – und das bedeutet schlicht, dass ein Automobil möglichst wenig Masse auf die Waage bringt. Denn jedes eingesparte Kilogramm reduziert den nötigen Energieeinsatz, also den Verbrauch, und steigert Agilität und Dy- namik, also den Fahrspaß. Die erste Voll-Aluminium-Karosserie in Großserie zählt zu den wahren Pioniertaten der Audi-Entwickler. Eingeführt wurde sie 1994 mit der ersten Generation des Audi A8, inzwischen fahren Autos mit dieser Technologie zu Hunderttausenden auf den Straßen. Und auch in Zukunft ist Leichtbau ein entscheidendes Innovations- feld für die Marke: Neben Aluminium gehören bei den Materialien längst höchstfeste Stahlsorten, Magnesium und Faserverbund- werkstoffe, etwa mit Kohlenstofffasern, dazu. Vor allem aber sind die Konstrukteure gefordert, bei jedem Bauteil, bei jeder Funktion eine noch bessere Lösung zu finden, die wieder ein paar Gramm ein- spart. Audi ist es so gelungen, die durch stetig wachsende Komfort- und Sicherheitsanforderungen scheinbar unendliche Gewichts- spirale endgültig umzudrehen: Die neue Generation des Audi A3 beispielsweise ist bis zu 80 Kilogramm leichter als der Vorgänger. Doch gerade beim Automobil hat der Begriff Leichtig- keit weitaus mehr als eine rein technische Dimension: So soll das Fahrzeug etwa leicht zu bedienen und zu nutzen sein – mühelos, ohne Anstrengung, einfach, selbstverständlich, geradezu spiele- risch. Auch diese Facette von Leichtigkeit stellt eine Herausforde- rung für die Designer und Ingenieure in der Technischen Entwick- lung bei Audi dar: Schließlich werden die Funktionen und Systeme im Fahrzeug von Modellgeneration zu Modellgeneration deutlich komplexer. Lösungen finden sich hier beispielsweise in neuen Be- diensystemen wie dem MMI touch von Audi, das eine Texteingabe auf dem berührungsempfindlichen Touchpad ermöglicht. Natürlich soll Leichtigkeit aber auch beim Fahren spür- bar werden – leichtfüßig und agil soll sich ein Audi anfühlen, präzi- se, spontan und direkt soll er sich lenken lassen. Auch hier wird die Basis für das Empfinden des späteren Besitzers von den Ingenieuren gelegt, diesmal in der Fahrwerksentwicklung. quattro-Antrieb, Dynamiklenkung oder Sportdifferenzial sind einige der Technolo- gien, mit denen Audi sich hier eine Führungsposition gesichert hat. Und mit dem Fahrdynamiksystem drive select lässt sich diese Leich- tigkeit sogar der aktuellen Vorliebe des Fahrers anpassen, indem er zwischen einer sportlichen und einer komfortablen Variante wählen kann.

Im Hinblick auf Technik und Fahrgefühl ist der Entwick- lungsweg für die nächsten Modellgenerationen also ziemlich klar. Beim Design stellen sich jedoch noch ganz andere Fragen: Soll ein künftiger Audi seine Leichtigkeit auch plakativ zeigen? Soll er über die Straße „schweben“ statt mit ihr verwurzelt zu sein? Soll er transparent wirken oder massiv? Bislang steht das Design der Audi- Modelle für Solidität, für Präzision, für technischen Gehalt und Qualität. Falls ein künftiger Audi vor allem Leichtigkeit vermitteln sollte, müssten die Designer die Audi-DNA dahingehend deutlich weiterentwickeln. Aber ist das überhaupt das Ziel? Wie wichtig ist dem Kunden das Thema Leichtigkeit? Und handelt es sich dabei um einen Wert, der neben oder gar vor anderen steht, wie etwa Qua- lität oder Dynamik? Ist Leichtigkeit ein Trend, der in den kommen- den Jahren weiter an Bedeutung gewinnt, vielleicht im Zusammen- hang mit Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung? Oder passiert exakt das Gegenteil: dass in krisenhaften Zeiten Solidität und Zu- verlässigkeit wieder an vorderste Stelle rücken? Wichtige Fragen:

Schließlich muss ein Automobil in seinen Eigenschaften und gera- de auch in seiner Anmutung den Geist der Zeit treffen. Es darf ihm durchaus etwas voraus sein, aber niemals hinterher. Audi ist genau das bislang hervorragend gelungen. Und das soll auch so bleiben. „Design muss sich immer wieder neu erfinden, auch und gerade wenn es um die Persönlichkeit einer Marke wie Audi geht“, sagt Frank Rimili, Mitglied des Audi Design Teams und zu- ständig für das Design verschiedener Serien- und Konzeptfahrzeu- ge. „Leichtigkeit ist etwas, das in der Luft liegt und mit dem wir uns beschäftigen. Die Überwindung der Schwerkraft, das Fliegen, ist ein Menschheitstraum. Wir Designer können versuchen, eine solche Schwingung aufzunehmen und umzusetzen.“ Eine klare Aufgabe für die Markt- und Trendforschung. Und eine schwierige. Denn wie nähert man sich einem Begriff, der so viele Bedeutungen hat, der Bedürfnisse und Gefühle beschreibt und der für jeden Menschen mit eigenen Vorstellungen und In- halten verbunden ist? Welche Parallelen bestehen zwischen dem technischen Thema Leichtbau und der individuellen Wahrnehmung von Leichtigkeit der heutigen und künftigen Audi-Kunden?

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von Leichtigkeit der heutigen und künftigen Audi-Kunden? 1 2 1 Universum der Leichtigkeit: mehrdimensionale

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1 Universum der Leichtigkeit: mehrdimensionale Betrachtung des Begriffs.

2 Workshop zur Leichtigkeit: Dr. Rupert Hofmann, Markt- und Trendforscher; Frank Rimili, Audi Design; Dirk Jehmlich, Anaëlle Perney und Andreas Puffert von diffferent labs.

Frank Rimili, Audi Design; Dirk Jehmlich, Anaëlle Perney und Andreas Puffert von diffferent labs. 53 Dialoge

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Universum

Dimension 3

der Leichtigkeit

Zustand und Beschaffenheit

von geringem Gewicht, Luftigkeit, Bekömmlichkeit – aber auch Substanzlosigkeit

Luftigkeit, Bekömmlichkeit – aber auch Substanzlosigkeit 54 Dialoge Marke Von geringem Gewicht Transparent

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Von geringem Gewicht Transparent Bekömmlich Hell Schlank Substanzlos Luftig
Von geringem Gewicht
Transparent
Bekömmlich
Hell
Schlank
Substanzlos
Luftig

Dimension 3 Zustand und Beschaffenheit

Den Versuch einer Annäherung an diese „Momente der Leichtigkeit“ starten die Markt- und Trendforscher in enger Zusam- menarbeit mit der Designabteilung sowie als Projekt in Kooperation mit der Agentur diffferent labs in Berlin. Den Einstieg bildet die gründliche etymologische Recherche, eine Erklärung der Entste- hung des Wortes. Denn was heißt „leicht“ überhaupt? Im Deutschen hat der Begriff mindestens zwei Bedeutungen: Einerseits meint er „ohne Gewicht“, andererseits „ohne Last, ohne Bürde, ohne Schwie- rigkeit“. Er beinhaltet also eine physikalische und eine mentale Dimension. Das Wort steht für Schwere- und Mühelosigkeit glei- chermaßen. Einmal beflügelt es die Muskel- und einmal die Geis- teskraft. Schnell wird dabei klar, dass „leicht“ auch eine negative Bedeutung haben kann: Als „Leichtgewicht“ etwa bezeichnet man jemanden, der nur geringe Kompetenz hat. Und von „leichter Kost“ in der Unterhaltung wird nur wenig Substanz erwartet. Die Betrachtung der Leichtigkeit in der Etymologie, der Kunst, der Literatur oder auch den digitalen Medien führt die Markt- und Trendforscher auf unterschiedlichste Fährten rund um das Thema Leichtigkeit und zu einer mehrdimensionalen Betrachtung. Dabei zeigen sich drei Bedeutungsgruppen: Geist und Emotion, Handlung und Darstellung, Zustand und Beschaffenheit. Sie bilden den Leitfaden bei der nächsten Stufe der Recherche, bei der es darum geht, welche Bilder und Assoziationen wir mit dem Begriff verbinden: Der Check bei Google oder der Blick in die großen Bilddatenbanken zeigt zunächst viel Ähnliches: Die Pusteblume im Wind, das Kind auf der Schaukel, der Segelflieger über dem Höhen- kamm sind die häufigsten Treffer – der klassische Mainstream zum Thema. Gebäude mit scheinbar schwebenden Dächern oder Kleider aus transparenten Hightech-Stoffen illustrieren darüber hinaus die aktuellen Trends in den verschiedenen Bereichen. Doch beschreiben sie eher die Gegenwart als die Veränderungen auf dem Weg in die nähere Zukunft.

Leichtigkeit steht sicherlich häufig im Kontrast zu Sicherheit. Also: Wie findet man eine angemessene Balance zwischen Leichtigkeit und Schutzbedürf- nis? Leichtigkeit hat auch sehr viel mit Präzision zu tun. Vieles sieht deshalb so leicht aus, weil es so präzise ausgeführt wird. Franz Liebl, Trend Receiver

Leichtigkeit ist der Stoff aus dem künftig die Träume gemacht werden. Unternehmen sind somit auf- gefordert, vermehrt Leichtigkeit zu produzieren und

zu kommunizieren

lei Hinsicht der neue Benchmark für jeden Autoher- steller werden. Für mich ist speziell der Start, also die Sekunde des Abhebens, die gefühlte Erha- benheit über jeden Ballast. Remo Masala, Trend Receiver

Ein Flugzeug sollte in vieler-

Also muss die Suche nach Inspiration tiefer führen, zu den eher überraschenden Aspekten des Themas. Gefragt sind ex- terne Impulse und neue Perspektiven von Menschen, die in anderen Welten, etwa der Kunst, zu Hause sind. Beiträge kommen von Grafikdesignern ebenso wie von einem Videospiele-Entwickler. Die Bodyart-Künstlerin Julie Böhm lässt in ihrem Projektbeitrag die Leichtigkeit in der Bewegung bemalter Körper erleben. Der Sound- designer Andreas Vorwerk aus Berlin wiederum macht sie in seinen elektronischen Klängen hörbar. Inspirationen für die Audi-Designer liefern diese Pro- jektbeiträge schon reichlich. Aber lässt sich aus all dem auch ein Trend ablesen, eine Entwicklung für die Zukunft deuten? Und wie lassen sich eventuell deren Potenziale anzapfen? Hier sind „Trend Receiver“ gefragt, wie Dr. Rupert Hofmann jene Personen nennt, die sich für Gespräche zu Zukunftsthemen und neuen Konzepten besonders eignen. Im Rahmen seiner Promotion bei Audi hat er Trend Receiver als Personen definiert, die in einem bestimmten Kontext schwache Signale und Veränderungen weit überdurch- schnittlich früh erkennen und im Hinblick auf ihr Entwicklungs- potenzial besonders feinfühlig und differenziert einschätzen. Da es keine Wundermenschen gibt, die zu allen Themen wertvolle Beobachtungen liefern können, werden Trend Receiver mittels eines für die jeweilige Fragestellung maßgeschneiderten Such- profils identifiziert. So auch hier: Umfangreiche Interviews mit insgesamt zehn Trend Receivern führen die Projektgruppe auf der Suche nach der Leichtigkeit und ihren neuen und aufkommenden, für Audi re- levanten Facetten quer durch Europa. Dass Leichtigkeit tatsächlich im Trend liegt, dass sie sich inzwischen als wichtiges und durchgängig positiv konnotiertes The- ma durch alle Lebensbereiche zieht, darin stimmen alle Gesprächs- partner überein. Der Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Ullrich etwa ordnet die Leichtigkeit in den historischen Kontext ein: „Un- sere Eltern spürten Erleichterung, sobald ihre Lebensgrundlagen gesichert waren. Heute bedeutet es die Reduktion der Fülle, häufig der Über-Fülle, den Weg zurück zur Einfachheit, zur Klarheit.“ Leich- tigkeit und Loslassen als eine neue Form des Luxuriösen erlebt auch Modedesignerin Anja Gockel aus Mainz: „Ein Nachmittag ohne Handy schafft enorme Leichtigkeit.“ Zudem steht das Thema für sie als Philosophie der Bedienung im Mittelpunkt, als leichter Um- gang mit komplexen Sachverhalten: „Warum lieben wir das iPhone? Weil es mit einem Fingerstrich zu bedienen ist. Leichtigkeit bedeu- tet, dass etwas mühelos wirkt, gerade dann, wenn sehr viel Mühe und Know-how drinsteckt.“

3

3 Vielfältige Inspiration:

Beim Workshop werden alle Recher- che-Ergebnisse und Statements aus dem Projekt zusammengetragen und eingeordnet.

werden alle Recher- che-Ergebnisse und Statements aus dem Projekt zusammengetragen und eingeordnet. 55 Dialoge Marke

55

Dialoge Marke

Leichtigkeit muss verbunden sein mit Intelligenz, Qualität und natürlich mit dem Spaß an der Sache. Michael Schickinger, Trend Receiver

Die Überwindung der Schwerkraft, das Fliegen, ist ein Menschheitstraum. Wir Designer können versuchen, eine solche Schwingung aufzunehmen und umzusetzen. Frank Rimili, Audi Design

Doch steht diese Leichtigkeit nie für sich. Sie muss mit anderen Werten stets in der Balance sein, auch da sind sich nahezu alle Trend Receiver einig. Qualität und Präzision sind die absolute Grundlage, betont etwa Schmuckdesigner Antoine Sandoz in Lon- don. Und Marketingprofessor Franz Liebl ergänzt in Berlin, dass das Gefühl der Leichtigkeit nie den Eindruck von Sicherheit beein- trächtigen dürfe. „Vielleicht kann man ein Auto kreieren, das innen eine enorme Leichtigkeit versprüht, von außen aber die Solidität eines modernen Gebäudes besitzt.“ Und für die Geruchsdesignerin und Harvard-Professorin Sissel Tolaas steht Authentizität über allem: „Um ein abstraktes Thema wie Leichtigkeit zu transportie- ren, müssen Ihnen die Menschen vertrauen. Und der beste Weg zur Glaubwürdigkeit ist zu zeigen, was unter der Hülle steckt, woraus es wirklich gemacht ist.“ Damit wäre man wieder zurück bei der technischen Seite. Material haben die Markt- und Trendforscher bei dieser Annäherung an die „Momente der Leichtigkeit“ reichlich gesam- melt, sie haben das Thema in noch deutlich mehr als den hier be- schriebenen Facetten ausgelotet. Was passiert nun damit? Vor allem liefert es Anlass und Begründung, sich mit der Leichtigkeit auch weit über die technische Ebene hinaus sehr ernsthaft zu be- schäftigen. Die Erfolge im Leichtbau, die einfache Bedienung, das leichte Handling der Audi-Modelle dürfen, ja müssen vielleicht, auch im Design transportiert werden. Zudem birgt das Material reichlich Inspiration für die Kreativen. Frank Rimili, der das Projekt für Audi Design begleitet hat, freut sich über die Vielzahl der Eindrücke: „Für uns als Designer ist Inspiration nie linear, wir suchen nach der Fülle, nach dem Ge- gensätzlichen, nach dem Überraschenden. Wir bei Audi sind ein- fach offen und neugierig. Vielleicht macht gerade das auch den Unterschied aus.“

Julie Böhm Bodyart-Künstlerin, Berlin/Wien

Michael Schickinger Creative Director Lambs & Lions, Berlin

56 Dialoge Marke

Birgit Schaldecker Consumer Innovation bei Gore, Feldkirchen

Stephan Isermann Gamedesigner, München

Julia Winkler Grafikdesignerin, Berlin

Remo Masala Chief Marketing Officer bei Kuoni, Zürich

Prof. Franz Liebl Professor für Strategisches Marketing an der UDK Berlin

Andreas Vorwerk Sounddesigner, Berlin

Prof. Sissel Tolaas Geruchsforscherin & Professorin in Harvard

Rebecca Swift Photography Consultant, London

Prof. Dr. Wolfgang Ullrich Professor für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie, Karlsruhe/München

Kunstwissenschaft und Medienphilosophie, Karlsruhe/München Trend Receiver Menschen aus Wissenschaft, Unter- nehmen und

Trend Receiver

Menschen aus Wissenschaft, Unter- nehmen und Kreativbereichen, die Veränderungen früh erkennen und bewerten können.

die Veränderungen früh erkennen und bewerten können. Künstlerische Impulse & Perspektiven Arbeiten zum Thema

Künstlerische Impulse & Perspektiven

Arbeiten zum Thema von Kreativen aus den verschiedensten Bereichen.

Anna-Sophia Reichelt Doktorandin an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

Antoine Sandoz & Gilles Ketterer Mode- & Accessoiredesigner, London

57

Dialoge Marke

Anja Gockel Modedesignerin & Unternehmerin, Mainz

2 Go fast: In den Straßenschluchten von New York

bietet Lindsay ideale Bedingungen – vor allem

3 Catch of the day: Bloggerin Lindsay auf dem

1 Work in the park: Der Rose Fitzgerald

Kennedy Greenway mitten in Boston

startet die längste Etappe des Trips.

freien Wi-Fi-Zugang.

Lake Erie.

ohne Geld, ohne feste Route, aber mit vollem Einsatz der Social Networks. Kann das funktionieren?

Social Networks Einmal quer durch die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto,

34

die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto, 34 2 Tag 2 Nach meinem
die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto, 34 2 Tag 2 Nach meinem
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die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto, 34 2 Tag 2 Nach meinem
die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto, 34 2 Tag 2 Nach meinem
die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto, 34 2 Tag 2 Nach meinem
die USA, von Küste zu Küste – ohne eigenes Auto, 34 2 Tag 2 Nach meinem

Tag 2 Nach meinem anfänglichen Pech in Boston habe ich nun mit dem Fotografen Cameron Browne Glück. Cameron ist Ridesharer wie ich und selbst auf der Reise. Nachdem er vor Kurzem wegen eines Fotoprojekts von Portland nach Boston gereist ist, macht er sich jetzt auf die Heimfahrt, für die er sich viel Zeit lassen will. Er bietet mir an, mich von New York nach Chicago mitzunehmen. Am Donnerstagmorgen brechen wir auf. Cameron fährt einen originellen Kombi aus den 1980er-Jahren, den seine Freunde Pete nennen. 30 Stunden, über 900 Kilometer und einen neuen Freund spä- ter habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich wirklich unterwegs bin, dass es richtig losgeht.

15:00 Uhr. Ich muss mich entscheiden, sonst sitze ich den ganzen Tag in Boston fest. Mit leichtem Bedauern investiere ich 15 Dollar in den BoltBus nach New York. Eine strategische Wahl, weil dort viel mehr Rideshare-, CouchSurfing- und andere Angebote gepostet werden, aus denen sich vielleicht eine Mitfahrgelegenheit ergibt. Warum der BoltBus? Strom für meinen Laptop, kostenloses Wi-Fi und ein ruhiges Plätzchen, damit ich mich erholen kann. Drei Dinge, die ich im Augenblick dringend brauche. Den Großteil der vierstündigen Fahrt verbringe ich damit, herauszufinden, wie ich aus New York wegkomme, und stöbere auf Craigslist, Ridejoy, Facebook und sogar Twitter.

Tage 3 und 4 Nach einer Übernachtung in der Kleinstadt Port Clinton in der Nähe des Lake Erie (und einem spontanen Angelausflug) komme ich am Samstag in Chicago an – dem ersten Meilenstein meiner Reise. Am Millennium Park verabschiede ich mich von Cameron. Vielleicht, wirklich nur vielleicht, treffen wir uns in Portland wieder. Aber eine Frage ist noch ungeklärt: Wo soll ich heute Nacht schlafen? Als die Sonne immer tiefer sinkt, merke ich, dass ich mei- nen Aufenthalt in Chicago nicht richtig geplant habe. Normalerweise hätte ich mehrere Anfragen losgeschickt, aber die Fahrt nach Chicago war lang und ich hatte keinen ruhigen Augenblick, um mich auf meinem Smartphone durch die passenden CouchSurfing-Angebote zu klicken. Ich suche fieberhaft, kann aber nichts finden. In meiner Panik durch- forste ich Facebook nach Freunden in Chicago. Ein vertrauter Name taucht auf – Brendan, mit dem ich in Oklahoma zur Highschool gegan- gen bin. Er lebt seit Jahren in Chicago und nimmt mich gerne bei sich auf.

seit Jahren in Chicago und nimmt mich gerne bei sich auf. fentlich finde ich eine Mitfahrgelegenheit
seit Jahren in Chicago und nimmt mich gerne bei sich auf. fentlich finde ich eine Mitfahrgelegenheit

fentlich finde ich eine Mitfahrgelegenheit und kann mich endlich auf den Weg nach Westen machen. Wünscht mir Glück! 13:00 Uhr. Ich trudle am Long Wharf Pier ein und erkun-

dige mich nach der Fähre. Ein paar Dollar aus der Notfallkasse wäre mir

Sich in urbanen Ballungszentren zurechtzufinden, ist heute nichts Besonderes mehr. Für den mit einem Smartphone bewaff- neten Stadterkunder sind die Geheimnisse der Großstadt und ihre lie- benswerten Alltäglichkeiten ein offenes Buch: Mit einem Fingerwisch und -tipp lassen sich ganze Datengenerationen – Planung, Kartierung, Bau – mühelos aufrufen. Nun schickt die Audi Urban Future Initiative mich, die Bloggerin Lindsay Rule von Architizer.com, jedoch quer durch die USA – ausgestattet nur mit einem 3G-Signal, der Kleidung, die ich am Leib trage, und einem Rucksack mit Solarpanel. Das Ziel: Mich in 14 Tagen ohne Geld (es gibt nur eine Notfallkasse mit 100 US-Dollar) und ohne bezahltes/geplantes Trans- portmittel von Boston nach San Francisco durchzuschlagen. Über mein Smartphone soll ich alle erdenklichen sozialen Medien (u.a. Twitter, Facebook, Rideshare, CouchSurfing) nutzen, um mir bei den Netzbür- gern des Landes eine kostenlose Mitfahrgelegenheit, ein freies Sofa oder Bett für die Nacht sowie – ganz besonders wichtig – eine nahrhafte Mahlzeit zu organisieren.

Rasenflächen und – für mich besonders wichtig – kostenlosem Wi-Fi ist der Park der ideale Ort, um mir einen neuen Plan zurechtzulegen. 14:35 Uhr. Nachdem ich über eine Stunde lang Ride-

Boston, New Haven, Hartford, New York und Long Island durchforstet

share-Postings und die gesamte Craigslist der vergangenen Woche für

nie aus Boston wegkommen. Ich twittere Freunde aus der Gegend an und schicke ihnen Facebook-Nachrichten, aber die meisten sind nicht da, haben keine Zeit oder kein Transportmittel. Halbherzig suche ich auf Hubway nach Fahrradvermietungen, stelle aber bald fest, dass ich damit nicht weit kommen würde – zumindest nicht aus Boston weg.

habe – ganz zu schweigen von den kostbaren 45 Minuten, die ich mit

ein aufregender Start in mein Abenteuer schon wert. Leider kostet das

einem zunächst vielversprechenden Angebot verschwendet habe, das sich schließlich als Sackgasse erweist –, sieht es so aus, als würde ich

Smartphone,Laptop,diewichtigstenKleidungsstückeundHygienearti- kel, Wasserflasche, Sonnenschutzmittel, optimistische Einstellung. Es ist 12:30 Uhr, als ich in Boston zu meinem zweiwöchi-

Tag 1 Ich wache in Boston auf und gehe noch einmal meine Aus- rüstung durch: Crestrail-Rucksack, photovoltaisches Solarladegerät,

Schiff nach Provincetown 83 Dollar. Ich gebe meinen Plan auf und ziehe

Nervosität, die mir ein Kribbeln in der Magengrube verursacht. Hof-

erst einmal in eine nahe gelegene Grünanlage weiter. Mit den großen

gen Trip quer durch das Land aufbreche – das Smartphone in der Hand,

mit leeren Taschen, aber dafür mit einer Mischung aus Vorfreude und

Text und Fotos Lindsay Rule

mit leeren Taschen, aber dafür mit einer Mischung aus Vorfreude und Text und Fotos Lindsay Rule
mit leeren Taschen, aber dafür mit einer Mischung aus Vorfreude und Text und Fotos Lindsay Rule

59 Dialoge Marke

mit leeren Taschen, aber dafür mit einer Mischung aus Vorfreude und Text und Fotos Lindsay Rule

lung kostenloser Unterkünfte auf Reisen. www.couchsurfing.org

MegaBus Niedrigpreisanbieter von Überlandbusverbindungen im Nordosten sowie in Teilen des Südostens und des Mittleren Westens der USA. www.megabus.com

bindungen zwischen Städten im Nordosten und im Nordwesten der USA. www.boltbus.com

Ridejoy/Rideshare Plattformen zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten und Carsharing-Angeboten. www.ridejoy.com

Instagram Foto-Sharing-App für Mobilgeräte, mit der Nutzer Fotos verfremden können, um sie anschließend über das Internet zu teilen. www.instagram.com

Twitter Plattform zur großflächigen Verbreitung telegramm- artiger Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen. www.twitter.com

Facebook Soziales Netzwerk für den Austausch von Nachrichten, Bildern, Videos, Links etc. unter Freunden und Bekannten. www.facebook.com

freundschaftsnetzwerk zur gegenseitigen Vermitt-

Craigslist Online-Netzwerk – sortiert nach Ort und Kategorien – mit Kleinanzeigen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse. www.craigslist.org

Hubway Fahrradverleihsystem in Boston, Massachusetts, und Umgebung. www.thehubway.com

CouchSurfing Internetbasiertes Gast-

7 Badlands Nationalpark: Auf der Aussichts-

8 Harley Davidson: Unterwegs zu einem

plattform des Bigfoot Pass.

Motorradtreff in Rapid City.

Tag 5 Als ich am Morgen aufwache, gehe ich sofort online und sehe mich nach Mitfahrgelegenheiten um. Ich stoße auf ein Angebot von Margaret, einer Studentin, die ein MegaBus-Ticket zu vergeben hat. Ursprünglich wollte sie nach Hause – nach Madison, Wisconsin –, aber ihr ist etwas dazwischengekommen, und sie kann erst in ein paar Tagen aus Chicago weg. Verständlicherweise will sie 20 Dollar für die Fahr- karte, also maile ich sie an und berichte ihr von meinem Projekt. Sie antwortet innerhalb von einer halben Stunde und mailt mir das E-Ticket einfach zu – kostenlos. Es ist meine erste Fahrt mit einem MegaBus. Ich rolle mich drei Stunden lang in der Fötusposition zusammen, während das Mädchen neben mir konstant meine persönliche Komfortzone verletzt. 16:00 Uhr. Gerade bin ich am Memorial Union der Univer- sity of Wisconsin, einem Gemeinschaftshaus der Universität, ange- kommen. Im Bus habe ich eine halbe Stunde lang auf Rideshare ge- sucht, bevor ich auf Kai gestoßen bin, mit dem ich telefonisch einen Abholtermin vereinbare. Ein charismatisch aussehender Typ auf dem Motorrad hält vor dem Gebäude. Wir umrunden einmal das Capitol, be- vor wir über die East Washington Avenue zu seinem Haus fahren, wo er mit seiner Freundin Elli und den Mitbewohnern John und Heather lebt.

Tag 6 21:00 Uhr. Ich bin in Saint Paul.Wie ich hier gelandet bin? Das kam so: Heute Morgen beim Frühstück erkundigten sich meine Gastgeber nach dem nächsten Ziel meiner Reise. Als ich Minneapolis erwähnte, meinten Kai und Elli spontan, sie hätten sowieso nichts vor, und boten mir an, mich in die Zwillingsstadt Minneapolis-Saint Paul zu fahren. Allerdings mussten wir noch etwas Wichtiges erledigen, bevor der fünfstündige Trip losgehen konnte: Die beiden wollten mir das Mo- torradfahren beibringen. Und so bin ich jetzt offiziell Motorrad ge- fahren! Nicht gerade schnell, aber es zählt: Verkehrsmittel Nummer fünf auf meiner Reise – nach Bus, Auto, Fischerboot und U-Bahn. Von Madison aus folgen wir der Route 12 bis zum Wiscon- sin River, wo wir die kostenlose Merrymac-Fähre nehmen (noch ein Transportmittel!). Gegen 17:00 Uhr kommen wir in Saint Paul, Min- nesota, an. Dort treffen wir Kais Schwester, deren Mann und Baby. Wir essen äthiopisch (noch eine Premiere für mich). Die angebotene Couch für die Nacht nehme ich gerne an.

Tag 7 Ich sitze auf einer Bank in Minneapolis und suche vergeb- lich auf meinem kleinen Laptop nach Wi-Fi. Angeblich verfügt die Stadt über ein riesiges öffentlichesWi-Fi-Netz, auf das andere amerikanische Großstädte nur neidisch sein können. Komischerweise gibt es in der Gegend um das Rathaus keins … Also arbeite ich mich auf meinem Smartphone mühsam durch die Einträge, bis ich Abe finde, einen 28- jährigen Studenten, der nach Rapid City will. Mitternacht. Wir müssen vor einer ganzen Weile falsch abgebogen sein, und jetzt stecken wir irgendwo in den Black Hills. Die Handys haben keinen Empfang. Wir haben uns verirrt! Ich gerate all- mählich in Panik, weil ich Angst habe, meine Übernachtungsmöglich- keit zu verlieren, wenn ich meine Freunde nicht bald erreiche. Es ist dunkel, still, und mir ist ganz schön mulmig zumute. Ich bin seit halb vier heute Morgen auf den Beinen – und viel zu müde für das hier! 1:00 Uhr morgens. Fast drei Stunden nachdem wir falsch abgebogen sind, finden wir endlich den Weg zurück auf die I-90. Ich kann meine Freunde Kathy und Alwin anrufen, die uns zu ihrem Haus lotsen.

Sightseeing: Lindsay auf Stadtrundfahrt

es im MegaBus mit Strom und Wi-Fi von

Social: Auch die Mahlzeiten müssen im

5 Connect: Per Freikarte geht

mit Kai und Elli in Madison.

Netz organisiert werden.

Chicago nach Madison.

(Mitte)

(links)

6

6

Glossar 6 BART Bay Area Rapid Transit: Schnellbahn-Nahverkehrs- system, das die größten Orte im Großraum
Glossar
6
BART
Bay Area Rapid Transit:
Schnellbahn-Nahverkehrs-
system, das die größten
Orte im Großraum San
Francisco miteinander ver-
bindet. www.bart.gov
BoltBus
Preisgünstiger Anbieter
von Überlandbusver-
5
BoltBus Preisgünstiger Anbieter von Überlandbusver- 5 7 Tag 8 Am nächsten Morgen nimmt Alwin mich mit
7
7
Tag 8 Am nächsten Morgen nimmt Alwin mich mit zu einem Biker-Treffen. Die Straßen sind
Tag 8
Am nächsten Morgen nimmt Alwin mich mit zu einem
Biker-Treffen. Die Straßen sind gesäumt von Motorrädern und von den
Lederklamotten ihrer Fahrer. Abe muss mich wirklich wegziehen von
hier: Zum zweiten Mal auf der Tour bin ich Motorrad gefahren – und
schon davon gefangen.
22:00 Uhr. Abe und ich nehmen Kurs auf Oregon. Unter-
wegs fahren wir durch die endlosen Weiten von Wyoming und Mon-
tana. 800 Kilometer später erreichen wir Bozeman, Montana. Wir sind
beide müde und schlecht gelaunt, vor allem, weil wir nicht wissen, wo
wir schlafen sollen.
Da sich ich
der nicht
Akku online
meines
Smartphones
unterwegs
verabschiedet
hat, konnte
nach
einer Übernachtungs-
möglichkeit suchen.
Schließlich entdecken wir direkt an der Straße ein Motel,
und nach langer Diskussion rückt jeder von uns 40 Dollar für einen schä-
bigen Kellerraum heraus (damit sind 65 Dollar von meiner 100-Dollar-
Reserve verbraten).
Tage 9 und 10
Der Keller ist so feucht, dass wir in aller Herrgottsfrühe
aufwachen. Wir nehmen eine Panoramaroute durch die Berge und tref-
fen am frühen Nachmittag in Missoula ein. Jetzt müssen wir nur noch
einen CouchSurfing-Platz für uns beide finden. Und so lernen wir
Orange Acres kennen …
Bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit stoße
ich auf den Eintrag eines „Couchsurfing Community Center“ auf einem
gut drei Hektar großen Gelände, 20 Kilometer außerhalb von Missoula.
Abe ruft bei unseren potenziellen Gastgebern an, weil sie 162 (!) Emp-
fehlungen aus der ganzen Welt haben.
Einen Telefonanruf und 15 Minuten später biegen wir in
die Schotterstraße neben einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild
„Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage.
99 1010 8
99
1010
8
einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild „Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage. 99 1010 8
einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild „Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage. 99 1010 8
einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild „Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage. 99 1010 8

61 Dialoge Marke

einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild „Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage. 99 1010 8
einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild „Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage. 99 1010 8
einem Gebrauchtwagenplatz mit dem Schild „Orange Acres“ ein – und bleiben zwei Tage. 99 1010 8

fen, Autos und Motorrädern. Diese ganze Reise hat meine Wahrnehmung davon verän- dert, wie wir soziale Mobilität nutzen und welche Möglichkeiten sie uns eröffnet. In Sturgis – einer Stadt weit abseits der großen Ballungsge- biete – traf ich Biker, die es sich leisten können, wochenlang am Stück unterwegs zu sein, weil sie für ihre Arbeit nur ein Laptop, aber kein richtiges Büro brauchen. Dave, ein zum Buddhismus konvertierter Ex- Finanzexperte, der vorübergehend auf Orange Acres lebte, nutzt die verschiedenen sozialen Medien, um den Kontakt zur Familie zu halten und neue Geschäftsprojekte aufzutun. Und dann gab es noch den Foto- grafen Cameron, der mich von New York nach Chicago mitnahm. Er lebt in Portland, ist aber oft lange nur mit seiner persönlichen Ausrüstung,

Resümee Als ich vor zwei Wochen Boston verließ, ging ich mit der Vorstellung auf die Reise, soziale Mobilität bestünde hauptsächlich da- rin, sich bei Facebook einzuloggen. Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass es nicht genügt, bei verschiedenen sozialen Plattformen angemel- det zu sein. Um meine Aufgabe erfolgreich zu bestehen, musste ich die verschiedenen Medien effektiv miteinander kombinieren. Das Gefühl von Vertrauen und Beherrschbarkeit, das die sozialen Medien vermitteln, erleichterte meine Reise quer durch die USA und ermöglichte mir den problemlosen Wechsel von einem Trans-

seinem Laptop und seinem Smartphone unterwegs, über die er seine neuesten Arbeiten postet, Content einstellt und nach Rideshare-Mit- fahrern sucht. So kann soziale Mobilität den Weg zu neuen Lebenswei- sen, einem neuen amerikanischen Traum, ebnen. Einem, bei dem es nicht um die traditionelle Vorstellung von Haus, Auto und 2,3 Kindern

portmittel zum anderen, von Bus, U-Bahn und Straßenbahn zu Schif-

Message Contacts

International

Total Views

Australien

Contacts

Views

Likes

USA

Bloggerin Lindsay Rule berichtete über ihre Tour von Ost nach West in verschiedenen sozialen Medien – mit großer Resonanz.

die Bloggerin die berühmteste Straßen-

Couchsurfing Community Center: Bis zu 30 Gäste

1.557.288

876.396

100.002

Social Mobility Trip: Die Golden Gate Bridge in

85.000+

76.935

Flachland: Die endlosen Weiten von Oregon.

47%

33%

20%

San Francisco Cable Car: Für die letzten

können in Orange Acres übernachten.

San Francisco war das Ziel.

Architizer.com

Welt.

Instagram

Facebook

nutzt

Gesamt

(rechts)

(unten)

Twitter

(oben)

(links)

Davon

Meter der

bahn

14

14

11

11

Der Audi Urban Future Award ist mit 100.000 Euro Preisgeld der höchstdotierte Architekturpreis Deutschlands. Alle zwei Jahre arbeiten Architekten und Städteplaner an konkreten Visi- onen für die Zukunft. 2012 konzentrierte sich der Award auf die fünf Metropolregionen Boston/Washington, Istanbul, Pearl River Delta, São Paulo und Mumbai. Gewinner waren Höweler + Yoon Architecture mit ihrer Vision des „Shareway“ für die Region Boston/Washington. Sie sehen nicht das „Eigentum“, sondern das „Teilen“ als den wich- tigen Bestandteil des „New American Dream“. Der „Shareway“ steht für eine gemeinsame Mobilität. Autos werden zwar nach wie vor ge- braucht, allerdings gemeinsam mit anderen geteilt. Auf Basis des Gewinnerentwurfs entsteht ein detailliertes City-Dossier zu Daten wie Demografie, Infrastruktur und Ressourcen – eine Art Gebrauchs- anweisung zur Umsetzung der Idee in der Sieger-Metropole. Die zweite Säule der Initiative ist der Bereich Work- shops. Hier diskutieren Experten aus verschiedenen Disziplinen re- gelmäßig zum Thema Städte der Zukunft und liefern neue Impulse für das Unternehmen. Die Übermittlung dieser Ideen und die Vernetzung in- nerhalb des Unternehmens übernimmt das Insight Team. Es bildet die dritte Säule der Initiative und setzt sich aus Audi-Mitarbeitern ver- schiedenster Abteilungen zusammen. Sie sorgen dafür, dass die Im- pulse aus dem Award und den Workshops diskutiert, strukturiert und als produktive Erkenntnisse an relevante Stellen im Unternehmen getragen werden. Jüngste Säule der Initiative ist der Research-Bereich. Seine Schwerpunkte sind Forschungsprojekte und Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten, um gemeinsam die Trends der Mega- metropolen zu erforschen. Hier arbeitet die Audi Urban Future Initia- tive unter anderem mit der Columbia University in New York zusam- men.

autofreien Städten führen? Mit dieser und anderen Fragen beschäf-

Schon jetzt sagen Trendforscher Verkehrsstillstand, Platznot und

Umweltprobleme voraus. Werden solche Trends in der Zukunft zu

tigt sich die Audi Urban Future Initiative, die vor drei Jahren von Audi ins Leben gerufen wurde. Sie setzt sich aus vier Säulen zusammen:

Urbanität und Mobilität von morgen sind zentrale Themen für Audi.

Future Award

Audi Urban

www.audi-urban-future-initiative.com

Weitere Informationen:

geht, sondern um die Freiheit, die die Informationsinfrastruktur uns gewährt.
geht, sondern um die Freiheit, die die Informationsinfrastruktur uns
gewährt.
Freiheit, die die Informationsinfrastruktur uns gewährt. 8 Social Media Resonanz Tag 12 Ich erkunde Portland. Ich
8
8

Social Media

Resonanz

uns gewährt. 8 Social Media Resonanz Tag 12 Ich erkunde Portland. Ich muss sagen, ich bin

Tag 12 Ich erkunde Portland. Ich muss sagen, ich bin ein wenig enttäuscht. Erstens habe ich kein Rad (das, das ich mir leihen wollte, ist kaputtgegangen). Zweitens weiß ich nicht, wo die wirklich „coolen“ Sachen sind. Und drittens kann ich niemanden finden, der mich auf meinem Abenteuer begleiten will. Am Abend will ich sicherstellen, dass ich am Dienstag aus Portland wegkomme. Nach fünf Minuten auf Rideshare habe ich die Lösung. Zwei Mädchen, die ganz neu auf der Plattform sind, fahren von Portland nach L.A.

Tag 13 8:30 Uhr. Ich klettere auf den Rücksitz eines Audi quattro aus dem Jahr 1993, mit dem Valeri, 21, und ihre Freundin Arlene, 23, unterwegs sind. Wir fahren an der Westküste entlang nach Süden, und dann passiert das Schlimmste überhaupt. Mein Akku ist leer. Und mein Solarladegerät funktioniert nicht. Das Autoladegerät der beiden geht auch nicht. Ich sitze also 10 Stunden lang ohne Handy im Auto fest. Als ich in Oakland abgesetzt werde, wird es bereits dunkel, ich habe kein Handy und keinen Übernachtungsplatz. Ich muss wohl nicht erwäh- nen, dass ich etwas beunruhigt bin. Ich durchstreife die Straßen auf der Suche nach BART- Stationen für den öffentlichen Nahverkehr nach San Francisco (ge- schlossen) und Hostels (alle ausgebucht). Da ich mir nicht noch einmal ein Motel antun will, be- schließe ich, mich zusammenzureißen und auf die zuverlässigste Form sozialen Networkings zurückzugreifen: den Umgang mit Menschen. Vor einer Lounge, die sich Uptown Night Club nennt, stehen ein paar Leute, die vertrauenswürdig aussehen. Nachdem ich kaum 20 Minuten mit den Barkeepern und den Leuten um mich herum geredet habe, habe ich einen Schlafplatz für die Nacht. 2:00 Uhr. Morgen – beziehungsweise heute – ist der große Tag. Bis San Francisco sind es keine 25 Kilometer mehr. Ich bin selbst zum Schlafen zu aufgeregt. Stimmt nicht!

Tag 11 11:00 Uhr. Wir verabschieden uns von Orange Acres und setzen unseren Weg nach Westen fort. Nach vier extrem langweiligen Stunden durch den Osten der Bundesstaaten Washington und Oregon – nur ödes Flachland – kommen wir endlich in den schönen gebirgigen Teil. Zum Glück finde ich an diesem Vormittag über mein Smartphone einen CouchSurfing-Gastgeber, der in seinem zweistöckigen Haus in der Gegend von Portland zehn Leute aufgenommen hat.

Tag 14 – Mission erfüllt 12:00 Uhr. Ich habe es geschafft! Nach zwei Wochen, sie- ben verschiedenen Arten zu reisen und 6.400 Kilometern bin ich end- lich in San Francisco!

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bin ich end- lich in San Francisco! 11 12 14 13 Scannen Sie den QR-Code und
bin ich end- lich in San Francisco! 11 12 14 13 Scannen Sie den QR-Code und
Scannen Sie den QR-Code und sehen Sie das Video zum Audi Urban Future Award!
Scannen Sie den QR-Code und sehen Sie das Video
zum Audi Urban Future Award!

Skills

Können und Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters sind der größte Unternehmenswert von Audi. Sie legen die Basis für Perfektion und Innovation.

64 Dialoge Marke

Skills.

66

Hand & Leute

106

Achtern mit Steuermann

74

Secret Service

114

Simply the Best

82

Teen Spirit

122

Scheich-Werbung

88

Fahrtfinder

134

Magazin

92

Magazin

140

Die Abholländer

98

Horch mal!

146

Familien-Planung

65

Dialoge Marke

Werner Schirmer Komponentenlackierer 66
Werner Schirmer
Komponentenlackierer
66
Text Fotos Stefanie Kern Manfred Jarisch Hand & Leute Diese Hände sind Audi Sie stehen
Text
Fotos
Stefanie Kern
Manfred Jarisch
Hand & Leute
Diese Hände sind Audi
Sie stehen für Können und Geschick, für Perfektion aus Erfahrung, für Arbeit mit Leidenschaft.
Jeder Audi ist das Werk vieler Hände, vom Design bis zur Qualitätssicherung,
von der Entwicklung bis zur Produktion. Sechs Beispiele, stellvertretend für mehr als 68.000
Mitarbeiter im Unternehmen.
Sabine Heier
Montage Audi A3
69
Werner Schirmer Komponentenlackierer 66
Werner Schirmer
Komponentenlackierer
66
Jörg Bernhardt-Moggl Qualitätssicherer Werkstofftechnik Interieur
Jörg Bernhardt-Moggl
Qualitätssicherer Werkstofftechnik Interieur
Reinhold Kraus Werkzeugbauer
Reinhold Kraus
Werkzeugbauer
Melanie Bentner Industrieelektronikerin
Melanie Bentner
Industrieelektronikerin
Volker Ried Modelleur
Volker Ried
Modelleur
Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl
Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl

Lackiererei

Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl
Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl

Qualität

Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl
Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl

Werkzeugbau

Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl
Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl

Produktion

Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl
Lackiererei Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl

Batterie-Technikum

Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl Reinhold
Qualität Werkzeugbau Produktion Batterie-Technikum Design Werner Schirmer Jörg Bernhardt-Moggl Reinhold

Design

Werner Schirmer

Jörg Bernhardt-Moggl

Reinhold Kraus

Sabine Heier

Melanie Bentner

Volker Ried

Komponentenlackierer

Qualitätssicherer Werkstofftechnik Interieur

Werkzeugbauer

Montage Audi A3

Industrieelektronikerin

Modelleur

Wo es die Arme der Roboter nicht schaffen, sind die Hände von Werner Schirmer gefragt – auch wenn diese unter einem staubdichten Schutzanzug scheinbar verschwinden. Konzentriert trägt der 47-Jährige aus der Kompo- nentenlackiererei im Motorraum, auf der Innenseite der Motorhaube und an der B-Säule Füller auf: eine Schicht, die kleine Unebenheiten ausgleicht, bevor der Lack dem Auto seine einheitliche Farbe ver- leiht. „Die Dicke des Lacks muss stimmen, nur so ist der Audi bestens gegen Rost und Beschädigungen geschützt“, erklärt er. Seit 1984 ist Schirmer bei Audi in Ingolstadt – bald 29 Jahre, in denen er die Entwicklung der Modellpalette vom Audi 80 und Audi 100 bis heute mit seinen Händen begleitet hat.

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Wenn Jörg Bernhardt-Moggl neues Leder zur Prüfung bekommt, dann ist das Erste, was er tut: Fühlen! Sorgfältig streicht er über das Naturmaterial, das vor ihm liegt. Seit 2011 arbeitet der 41-Jährige bei der Audi-Qualitäts- sicherung im Bereich Werkstofftechnik Interieur. Rund 45 Prüfungen, zum Beispiel Dehnungs- oder Belichtungstests, muss das Leder bestehen, bevor es als Sitzpolster oder an belederten An- bauteilen wie dem Schaltknauf in einem Audi eingesetzt wird. Für Bernhardt- Moggl ist dennoch der erste, subjektive Eindruck immer der wichtigste. Stimmen Optik und Haptik des Leders? Und wie muss sich qualitativ gutes Leder anfüh- len? „Angenehm, geschmeidig und natür- lich! Insbesondere am Lenkrad …“

Konzentriert kniet Reinhold Kraus auf dem großen, silbern glänzenden Werkzeug in der Einarbeitungspresse. Für das bloße Auge sind die minimalen Unebenheiten gar nicht mehr sichtbar. Doch beharrlich glättet der 52-jährige Werkzeugbauer die Oberflächen weiter, poliert sie ruhig und akribisch – und das alles von Hand. Seit 38 Jahren arbeitet Kraus bei Audi, auch seine Ausbildung hat er in Ingolstadt absolviert. Das kommt ihm bei seiner Arbeit zugute, denn lang- jährige Erfahrung und ein enorm feiner Blick für kleinste Details sind im Werkzeugbau elementar. „Das A und O in meiner Arbeit ist die perfekte Oberfläche des Werkzeugs, sie ermöglicht die Qualität“, erklärt Kraus: „Da kommt es auf höchste Genauigkeit an!“

Ein paar Sekunden dauert es, bis Sabine Heier den Kabelbaum vorbereitet und flink in die Beifahrertür des neuen A3 montiert hat. Die Finger in den weißen Arbeits- handschuhen verschwinden in den Öffnungen – und kommen blitzschnell mit dem Ende des Kabels wieder heraus. Im Jahr 2000 hat die gebürtige Ingol- städterin ihre Ausbildung bei Audi begon- nen, 2003 ist sie in die Türenmontage gewechselt. „Eine Tür ist ja nicht nur eine Blechhülle. Da steckt ein Haufen Technik drin“, erklärt die 29-Jährige ihren Arbeitsplatz: die Steuergeräte für die Zentralverriegelung, die Fensterheber oder die Lautsprecher, aber auch die Kabel für die Blinkerbeleuchtung und den Außenspiegel. Da ist echte Finger- fertigkeit gefordert!

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370 Volt Spannung stecken in der Batterie, an der Melanie Bentner gerade arbeitet. Doch die 34-Jährige mit den zarten, langen Fingern in orangenen Handschuhen kann damit perfekt umge- hen. Seit einem Jahr arbeitet die Industrieelektronikerin im Audi Batterie- Technikum. Fünf Monate dauerte es, bis Bentner alle nötigen Schulungen für das „Arbeiten unter Spannung“ absolviert hatte. Nun baut die zweifache Mutter an Batterie-Prototypen. Keine leichte Aufgabe, denn die Anforderungen an sie und ihre Kollegen sind hoch: Die Batterie eines Elektroautos muss leicht und kom- pakt sein, möglichst viel Energie bereit- stellen und etwa zehn Jahre, Tausende von Ladevorgängen und viele tausend Kilo- meter Fahrleistung überstehen.

Millimeter um Millimeter entsteht hier die Form des Audi crosslane coupé. Das hellbraune Modell des Concept Cars besteht weitgehend aus Plastilin, einer Art Knetmasse, die an Ton oder Wachs erin- nert. Diese maßstabsgetreuen Clay- Modelle begleiten als Arbeits- und Präsentationsmittel den Designprozess vom ersten Entwurf bis zur Serienreife. Dafür braucht es viel handwerkliches Geschick und erfahrene Formgestalter wie Volker Ried. Wie bei einer OP wirkt es, wenn der 31-Jährige vorsichtig die Klingen, Messer und Schlingen aus seinem Werkzeugkoffer holt und am Modell ansetzt. „Die Hände sind mein Werkzeug. Ich brauche viel Gefühl, um jede Unebenheit zu ertasten“, erklärt der gelernte Modellbaumechaniker.

In Paris auf dem Laufsteg 100 automobile Weltpremieren, 13.000 Medienvertreter und 1,3 Millionen Besucher: Die Mondial de l’Automobile 2012 in Paris liefert die ganz große Bühne. Wenn hier die Show beginnt, muss am Messestand von Audi alles passen. Mehr als 300 Mitarbeiter machen schon Wochen vorher hinter den Kulissen mit viel Leiden­ schaft und einer minutiösen Planung den perfekten Auftritt möglich.

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1 Polieren auf Hochglanz:

Reinigungskräfte sorgen für den perfekten Auftritt.

2 Unter der Haube: Bevor es losgeht bleibt der S3 verhüllt.

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Fotos

Eva Backes

Ulrike Myrzik

Tobias Sagmeister

25. September 2012, Paris, Porte de Ver- sailles, Halle 4. Ein schwarzer Vorhang ver- hüllt den 2.190 Quadratmeter großen Audi-Messestand. In zwei Tagen schaut die Welt nach Paris – jetzt wird dort noch gebohrt und gehämmert, es ist laut und staubig, von Glanz und Glamour fehlt noch jede Spur. Es riecht nach Holz und frischer Farbe. Projekt- leiterin Annkatrin Hentsch hat ein Auge darauf, dass es vorangeht:

Elektriker, Schreiner, Maler und Teppichleger sind gleichzeitig im Einsatz. „Wir müssen im Zeitplan bleiben“, sagt Hentsch, während sie prüfend über den Stand läuft, „die Messe beginnt, egal ob wir fertig sind oder nicht.“ Seit zwei Wochen wird in Paris gearbeitet – und das rund um die Uhr, im Dreischichtbetrieb. Insgesamt stecken zwölf Monate Arbeit in einem Auftritt dieser Größenordnung. Von der Konzeption bis zur Realisierung hält Annkatrin Hentsch die Fäden in der Hand. „Aber ich bin keine Einzelkämpferin“, betont sie. „Alles funktioniert nur mit einem motivierten Team.“ Interne Abteilungen und externe Dienstleister sind ihre Schnittstellen – Dutzende Abstimmungen erfolgen bis zum Start in Paris. Das Besondere am Audi-Messebau? „Nichts kommt von der Stange. Jeder Stand ist maßgeschneidert. So, wie er jetzt in Paris steht, wird es ihn nur dieses eine Mal geben.“ Das Telefon klingelt, Hentsch muss zurück in die Halle. Sie ist gefragt, wie so oft an diesem Tag. Auf der Bühne beginnen unterdessen die Proben für die Pressekonferenz. Noch sind es Dummies, die auf die Bühne fahren. Ein Q5 ersetzt das Showcar Audi crosslane coupé, das am Eröff- nungstag alle Blicke auf sich ziehen wird. Denn bis zur letzten Sekunde muss der Star der Messe geheim bleiben. Am Tag vor Messebeginn nimmt der Stand allmählich Form an. Über Nacht hat sich viel getan. Jetzt rückt das elfköpfige Reinigungsteam an und poliert den gesamten Stand auf Hochglanz. Wenige Stunden sind es noch bis zur offiziellen Abnahme durch den Vorstand. „Ab 14 Uhr gehen wir auf Standby“, ruft Hentsch ihren Kollegen zu. Dann muss alles perfekt sein. Die Anspannung steigt. Auch bei Norbert Pöchmann, der für die Aufbereitung der Fahrzeuge verantwortlich ist. Seit fast 20 Jahren macht er diesen Job – und seine Begeisterung ist unge- brochen: „Mir macht das einfach Spaß“, sagt er mit leuchtenden Augen: Ob Detroit, Frankfurt oder Genf, Pöchmann ist bei allen großen Messen dabei und weiß genau, wie man einen Audi richtig in Szene setzt.

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2.190

Quadratmeter Grundfläche misst der Messestand von Audi bei der Mondial de l’Automobile 2012 in Paris.

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Autos werden millimetergenau platziert.

3 Das i-Tüpfelchen: Letzte Schriftzüge werden angebracht.

4 Die Frau mit dem Überblick:

Projektleiterin Annkatrin Hentsch.

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Haute Cuisine – auf 25 Quadratmetern hinter dem Messestand.

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Fast wie daheim: Weißwurst- frühstück in Paris.

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So auch in Paris: Mit einem Team von vier Mechanikern sorgt er dafür, dass Technik und Optik der Fahrzeuge höchste Standards erfüllen. „Alles an den Autos soll makellos sein“, erklärt Pöchmann. Und dabei geht es oft um Millimeter: Stimmt die Aus- leuchtung? Sind die Autos richtig in Balance? Stehen die insgesamt

17 Fahrzeuge am Stand genau so, wie es der Messeplan vorsieht?

Um 17 Uhr ist es soweit. Die ersten Vorstände kündigen sich an. Pöchmann führt die Gruppe von Fahrzeug zu Fahrzeug. Türen werden geöffnet und geschlossen – ein satter, sauberer Ton erklingt. Genau so soll es sein. Behutsam streicht Pöchmann über die Motorhaube, zeigt dass die Spaltmaße stimmen und die Reifen richtig stehen. Dann drückt ihn der Chef und lobt: „Super Job!“ Die Abnahme ist geschafft. „Jetzt können wir ja Feierabend machen“, scherzen die

Mechaniker, die das Szenario aus der Ferne beobachten. Aber bis zum nächsten Tag liegt noch eine Menge Arbeit vor dem Team. Ein Audi S6 soll neu positioniert werden. Außerdem fehlt ein Ständer für den Space Frame des Showcars – noch in dieser Nacht wird er per Eilkurier aus Deutschland eingeflogen. Dann ist der große Tag gekommen: Die Messe öffnet ihre Pforten. Gerd Muthenthaller ist einer der Ersten an diesem

Morgen. Der Cateringchef kontrolliert die Lebensmittellieferung,

die schon um 5:30 Uhr an der Porte de Versailles eintrifft. Auf be- engtem Raum, in einer Küche von nur 25 Quadratmetern, soll heute ein Gourmet-Menü gezaubert werden: Steinpilztarte, Hummerravioli und Rinderfilet – Haute Cuisine, direkt hinter dem Messestand zubereitet, Wand an Wand mit den auf Hochglanz po- lierten Exponaten. Natürlich darf auch die bayrische Delikatesse schlecht- hin nicht fehlen: 600 Paar Weißwürste hat Muthenthallers Team nach Paris transportiert – vakuumiert und direkt aus der Ingol- städter Audi-Hausmetzgerei. Dazu 25 Kilogramm süßen Senf und

20 Fässer Weißbier. „Das Gute an Messen innerhalb der EU ist, dass

wir hier Weißwürste problemlos einführen können – in Genf oder Shanghai müssen wir frisch vor Ort produzieren“, erklärt Muthen- thaller. „Denn geht nicht, gibt’s nicht. Dann bringen wir unseren Metzger und die Weißwurstmaschine eben mit.“ Ähnlich wie das Küchen-Equipment in Paris, das – von den Kühlschränken bis zur Spülanlage – komplett aus Ingolstadt kommt. „Nur so können wir die hohe Qualität unserer Speisen und Getränke gewährleisten“, erzählt Muthenthaller, während er den ersten Gästen einen fri- schen Kaffee serviert. Unten am Messestand treffen unterdessen die Hostes- sen in ihren edlen Outfits ein. Vorstände, Pressesprecher und Journalisten tummeln sich bereits zahlreich am Stand. Was vor 48 Stunden noch eine große Baustelle war, ist jetzt die glänzende

Bühne für die neuesten Modelle aus der Audi-Produktfamilie. The car is the star. Die Show beginnt, und für diesen Moment ist alles perfekt. Hentsch und ihre Kollegen atmen durch. Bis in Paris der Vorhang fällt. Und die Planungen für die nächste Messe beginnen.

Nichts kommt von der Stange. Jeder Stand ist maßgeschneidert. So, wie er jetzt in Paris steht, wird es ihn nur dieses eine Mal geben. Annkatrin Hentsch

600

Paar Weißwürste werden von der Audi-Hausmetzgerei aus Ingolstadt angeliefert.

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Kilogramm süßer Senf bringen dezente Schärfe dazu.

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Fässer Weißbier für kleine Pausen vom Messetrubel stehen bereit.

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für kleine Pausen vom Messetrubel stehen bereit. 7 8 7 Dress up: Hostessen bereiten sich auf
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7 Dress up: Hostessen bereiten sich auf den großen Auftritt vor.

8 The car is the star – Fotografen und Journalisten vor dem Showcar Audi crosslane coupé.

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Daheim in vielen Kulturen

Audi ist ein globales Unternehmen. An Standorten in über 100 Ländern arbeitet ein internationales Team für Kunden aus der ganzen Welt. Audi schickt Mitarbeiter ins Ausland und holt Experten aus aller Welt nach Deutschland. Vier Kinder aus „Audi-Familien“ berichten von ihren Erfahrungen.

Teen

Spirit

Phailin lebte mit ihren Eltern, ihrem Bruder und ihrer kleinen, in Peking geborenen Schwester zweieinhalb Jahre in Peking. Ihr Vater, Leiter eines multinationalen Entwicklerteams, ging zu Fuß zur Arbeit ins Audi Infotainment Tech Center (ITC). Die in Thailand geborene Phailin nahm den Bus, um zu ihrer deutschen Schule zu kommen. Anfangs waren Verkehr, Luft und auch die Menschen in China für sie ungewohnt. Am Ende blieben ihr aber die faszinierenden Erlebnisse in Erinnerung: vor allem die chinesische Mauer und scharfe Fleischbällchen.

Phailin, 11 Jahre, wurde in Thailand geboren, lebte in Peking und genießt jetzt Oberbayern.

„Nothing! I love Germany.“ Giacomos Antwort auf die Frage, ob er in Deutschland etwas vermisse, ist eindeutig:

Es fehlt ihm nichts – weder aus seinem Geburtsland Italien, noch aus seiner zwischenzeitlichen Heimat Spanien. Nicht einmal aus Kalifornien, wo er zuletzt lebte. Der 15-Jährige ist vor fast vier Jahren mit seinem älteren Bruder Mattia und seiner Mutter in die Nähe von München gezogen. Sie arbeitet als Designerin bei Audi und pendelt zwischen dem Kreativstudio in der bayerischen Landeshauptstadt, der Zentrale in Ingolstadt und dem Wohnort der Familie. Spätestens seit dem ersten Basketball- und Volleyballtraining an der internationalen Schule sind die beiden Brüder in Deutschland angekommen. Eine wichtige Motivation für ihre Mutter, deren wertvolle Erfahrungen aus den mehr- jährigen Auslandsaufenthalten in ihre Arbeit als Designerin täglich einfließen.

Giacomo und Mattia begleiteten ihre Mutter von Italien über Spanien und Kalifornien nach München.

„Wenn es wieder ins Ausland geht, dann in die USA. Und am besten etwas länger.“ Patrick kommt gerade von einem zweijährigen Aufenthalt in Belgien zurück. Mit seinen Eltern lebte der 15-Jährige in einem Vorort von Brüssel und vermisst nach seinem ersten Auslandsaufenthalt vor allem die belgischen Pommes und Pralinen. Sein Vater sei während der zwei Jahre etwas gelassener geworden: „Er holt öfter tief Luft und hat viel mehr Geduld“, sagt Patrick. Im belgischen Audi- Werk war er für die Einführung unternehmensweiter Personalprozesse verantwortlich.

Patrick, 15 Jahre alt, lebte zwei Jahre in Brüssel.

Serena zog vergangenen Sommer für drei Jahre nach Bayern. Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwester geht die 13-Jährige auf eine internationale Schule. Die Sprachbarriere zu durchbrechen war für die Jugendliche zu Beginn das Wichtigste. Von ihrem ersten Auslandsaufenthalt ist sie begeistert. „In Amerika hätte ich in diesem Alter nicht so viele Freiheiten. In Deutschland fühle ich mich sehr sicher“, erklärt Serena. Ihr Vater leitet den technischen Service für Dieselmotoren und hat schnell bemerkt, dass seine Familie gerne länger in Deutschland bleiben möchte.

Serena stammt aus Oxford, Michigan, ist aber längst in Ingolstadt angekommen.

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Text

Fotos

Christian Günthner

Manfred Jarisch

„Und jetzt versuche bitte einen großen Luft- sprung!“ – den Wunsch des Fotografen setzt Serena sofort um. Es scheint, als wäre es nicht das erste Shooting für die 13-Jährige. Gekonnt lächelt sie in die Kamera. Serena lebt erst seit Kurzem in Deutschland. Heute trägt sie ein Stück Heimat am Körper – ein T-Shirt der Spartans, der Football- mannschaft der amerikanischen Michigan State University. Vor etwa einem Jahr ist Serena mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern nach Ingolstadt gekommen. Im Rahmen des Impatriates-Programms leitet ihr Vater hier den technischen Service für Dieselmotoren. Impatriates sind Audi-Experten aus aller Welt, die für einen begrenzten Zeitraum an den deutschen Standorten arbeiten. Ihre Herkunft und ihr Know-how verändern auch die Arbeitsweise der deutschen Kollegen. „Diese Impulse aus aller Welt sind wichtig für Audi und unsere weltweite Wachstums- strategie,“ sagt Stephan Meier aus dem Internationalen Personal- management. Aktuell arbeiten rund 660 internationale Fachkräfte für Audi in Deutschland. Doch nicht nur Kollegen aus dem Ausland kommen nach Ingolstadt und Neckarsulm. Auch in Deutschland ausgebil- dete Fachkräfte sind für Audi weltweit im Einsatz und geben vor Ort ihr Wissen weiter. Sie unterstützen zum Beispiel beim Aufbau neuer Werke oder bei Produktanläufen. Aber auch Langzeiteinsätze von Expatriates, etwa im Audi Infotainment Tech Center (ITC) in Peking, sind für die weitere Internationalisierung des Unterneh- mens von entscheidender Bedeutung. Aktuell arbeiten 540 Audi-Experten im Ausland, ein Großteil davon in Spanien, Ungarn, Italien und natürlich China. Der Stellenwert der sogenannten Expats und Impats bleibt über ihren Einsatzzeitraum hinaus hoch, wie Stephan Meier erklärt: „Mit ihren Erfahrungen prägen die Mitarbeiter nach ihrer Rückkehr unsere Unternehmenskultur.“

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Dialoge Marke

Der Trend zum Arbeiten im Ausland setzt sich weiter fort. Dabei fällt auf, dass sich viele Arbeitnehmer nicht vornehmlich der Karriere wegen für einen Auslandsaufenthalt entscheiden. Insbesondere bei der „Generation Y“, also den in den späten 1970ern oder 1980ern Geborenen, rückt die Persönlichkeitsent- wicklung in den Vordergrund. Audi unterstützt diesen Trend und vereinfacht mit dem erweiterten Partner Support Program der gesamten Familie den Start im Ausland. Serena hat sich – wie auch ihre Eltern und Geschwister

– dank Schule und Sportverein schnell in Bayern integriert. Nach dem Fotoshooting sitzt sie nun etwas müde im Café auf der In- golstädter Audi Piazza und trinkt eine Cola. Ihre Mutter hat einen Kaffee zum Croissant bestellt. Audi-Mitarbeiter an den umliegen- den Tischen unterhalten sich mit Kollegen und Geschäftspartnern

am Stehtisch auf Chinesisch, an der Bar auf Spanisch. Serena aus Oxford, Michigan, ist mittendrin. Im Gespräch mit ihrer Mutter wechselt sie souverän zwischen Englisch und Deutsch und lächelt zufrieden. Sie ist in Ingolstadt angekommen.

Vision für morgen: Das Auto wird ein hochvernetztes Werkzeug für unterwegs, voll smarter Kommunikationstechnologien.

für unterwegs, voll smarter Kommunikationstechnologien. Intelligenz durch Vernetzung Das Auto der Zukunft als voll
für unterwegs, voll smarter Kommunikationstechnologien. Intelligenz durch Vernetzung Das Auto der Zukunft als voll

Intelligenz durch Vernetzung Das Auto der Zukunft als voll vernetztes „mobile device“? Ricky Hudi, der Elektronik-Chefentwickler bei Audi, plant den Fortschritt in großen Zeiträumen.

Fahrtfinder

Audi connect Die Autos von Audi kommunizieren mit ihren Fahrern, mit dem Internet, mit der
Audi connect
Die Autos von Audi kommunizieren
mit ihren Fahrern, mit dem
Internet, mit der Infrastruktur
und mit anderen Fahrzeugen.
Internet, mit der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen. Car-to-X-Technologie Autos tauschen sich autonom über Staus
Internet, mit der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen. Car-to-X-Technologie Autos tauschen sich autonom über Staus
Internet, mit der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen. Car-to-X-Technologie Autos tauschen sich autonom über Staus
Internet, mit der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen. Car-to-X-Technologie Autos tauschen sich autonom über Staus

Car-to-X-Technologie

Autos tauschen sich autonom über Staus und Gefahren aus – ent- weder auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers.

auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das
auf direktem Weg oder über das Netzwerk eines Providers. Fahrerassistenzsysteme Die Technologien von heute machen das

Fahrerassistenzsysteme

Die Technologien von heute machen das Fahren entspannt und souverän. Ein Musterbeispiel dafür ist die adaptive cruise control.

Ein Musterbeispiel dafür ist die adaptive cruise control. Pilotiertes Fahren und Parken Audi arbeitet intensiv am
Ein Musterbeispiel dafür ist die adaptive cruise control. Pilotiertes Fahren und Parken Audi arbeitet intensiv am
Ein Musterbeispiel dafür ist die adaptive cruise control. Pilotiertes Fahren und Parken Audi arbeitet intensiv am

Pilotiertes Fahren und Parken

Audi arbeitet intensiv am pilotierten Fahren. Die neuen Systeme können den Fahrer dann entlasten, wenn er es wünscht.

Im Parkhaus der Zukunft gibt der Fahrer seinen Audi an der Ein- fahrt ab. Mithilfe smarter Elektronik findet das Auto selbst zu einem freien Stellplatz.

ab. Mithilfe smarter Elektronik findet das Auto selbst zu einem freien Stellplatz. 88 Dialoge Marke 89
ab. Mithilfe smarter Elektronik findet das Auto selbst zu einem freien Stellplatz. 88 Dialoge Marke 89
ab. Mithilfe smarter Elektronik findet das Auto selbst zu einem freien Stellplatz. 88 Dialoge Marke 89

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Dialoge Marke

Text Johannes Köbler Ricky Hudi ist ein Mann mit konkreten Vor- stellungen. „In der Mobilität
Text
Johannes Köbler
Ricky Hudi ist ein Mann mit konkreten Vor-
stellungen. „In der Mobilität der Zukunft
wird sich die Rolle des Autos massiv verändern und dabei trotzdem
ein hochemotionales und begehrenswertes Premiumprodukt blei-
ben“, sagt der Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik der AUDI AG.
„Es wird sich vom Transportmittel zum sportlichen und hochmo-
dernen ‚mobile device‘ wandeln, das voll smarter Kommunika-
tionslösungen steckt. In den Autos von morgen muss der Fahrer
nicht mehr steuern, wenn er nicht will, wie etwa im Stau oder bei
der Parkplatzsuche. Und wenn er Spaß haben will, fährt er wie bis-
her selbst.“
Ricky Hudi ist nicht etwa ein abstrakter Visionär, son-
dern ein Audi-Entwickler, der mit beiden Beinen auf dem Boden
steht. Sein Szenario basiert auf einer konkreten Strategie für die
Technikfelder, die er verantwortet: Fahrerassistenzsysteme, pilo-
tiertes Fahren, Audi connect, Bedienung und Anzeige, Infotain-
ment, Komfortelektronik, Hochvolt-Batterien, Lichttechnologie
und Elektronikarchitektur.
Auf all diesen Gebieten treibt Audi den Fortschritt unter
Hochdruck voran. Beim pilotierten Fahren etwa ist die Marke mo-
mentan dabei, ein Parkhaus in Ingolstadt so umzurüsten, dass die
Versuchsträger selbsttätig ein- und ausparken können. Der Fahrer
gibt das Auto einfach an der Einfahrt ab und nimmt es später wie-
der in Empfang. Der Zentralrechner im Parkhaus begleitet es per
WLAN zum nächsten freien Parkplatz und überwacht seine
Bewegungen per Lasersensorik; das Auto checkt sein Umfeld mit
Ultraschallsensoren und zukünftig auch Videokameras.
„Das pilotierte Fahren wird noch in diesem Jahrzehnt
Realität werden“, sagt Hudi und holt aus einer Vitrine einen Chip,
der nicht größer ist als ein Fingernagel: „Auf dieser Fläche werden
wir in zehn oder 15 Jahren alle Funktionen für unsere Fahrer-
assistenzsysteme unterbringen.“ Für den Elektronik-Chefentwick-
ler sind die Halbleiter generell der entscheidende Motor des Fort-
schritts: „Abgesehen vom ultra-Leichtbau gibt es heute im Auto-
mobil nur noch wenige Technik-Innovationen, die nicht in direktem
oder indirektem Zusammenhang mit der Elektronik stehen.“
Der Fortschritt in der Mikroelektronik transformiert die
Mobilität; das Internet und das Auto verzahnen sich immer enger
miteinander. „Das vergangene Jahrzehnt war dadurch geprägt,
dass wir das Auto in sich vernetzt haben“, erläutert Hudi die aktu-
elle Situation. „In diesem Jahrzehnt verbinden wir es unter dem
Schlagwort Audi connect nahtlos mit der Umwelt – mit dem Fahrer,
dem Internet, der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen.“
Das Internet gelangt über das Mobilfunknetz – heute
via UMTS, künftig per LTE – ins Auto; externe Server stellen unter-
schiedlichste Daten bereit, von der Musik bis zur Navigation.
Zugleich kommt das Auto selbst in die Cloud; es wird Teil des Web
3.0, das die Gegenstände des Alltags miteinander verbindet und
sie dadurch smarter und nützlicher macht. „In wenigen Jahren wird
die Car-to-X-Technologie Bestandteil von Audi connect werden,
entweder per LTE oder Automotive-WLAN“, kündigt Ricky Hudi an.
„Dann werden sich die Autos gegenseitig auf Staus oder Gefahren
hinweisen können, sie werden Schwarmintelligenz aufbauen und
nutzen. Die ersten Ansätze davon haben wir schon heute mit der
Audi Verkehrsinformation online oder mit der Sprachbedienung
für die Google-Navigation realisiert.“
All diese neuen Informationen sollen den Fahrer nicht
stressen, sondern vielmehr weiter entlasten. Deshalb arbeiten die
Audi-Ingenieure mit Hochdruck an neuen Bedien- und Anzeige-
konzepten. Hier geht es um die Weiterentwicklung des MMI per
Multitouch-Bedienung oder auch um eine völlig neue Lösung, bei
der Informationen in einem 3D Head-up-Display auf der Wind-
schutzscheibe eingespielt und mit Wischgesten bedient werden.
Schon in den nächsten Jahren wird Audi Displays aus
organischen Leuchtdioden (OLED) und frei programmierbare
Instrumente präsentieren – im Stil der Marke mit modernster
Grafik und Animation. „Wir wollen unseren Kunden Freude an der
Bedienung bereiten“, sagt Hudi. „Unser Weg führt über hochent-
wickelte Technik im Zusammenspiel mit feinen Materialien und
kompromisslos hochwertiger Verarbeitung. Damit geben wir un-
seren Autos Qualitäten mit, die zum Charakter der Marke passen
und ihn mitprägen.“
Der rasante Fortschritt bedingt eine neue Architektur
bei der Elektrik und Elektronik. Beim neuen A3 hat Audi bereits
einen großen Schritt getan – die Trennung von Hard- und Software.
Zur neuen MMI Navigation plus gehört das genannte MMX-Board,
das einen 3D-Grafikchip vom Audi-Partner Nvidia enthält. Audi
setzt diesen Tegra-Prozessor, der alle Sprachsteuerungs-, connect-,
Media-, Navigations- und Telefonfunktionen ausführt, in der je-
weils aktuellsten Version ein. Parallel dazu entwickelt die e.solu-
tions GmbH, ein Joint-Venture von Audi, neue, modular aufgebaute
Infotainment-Lösungen, die auf dem MMX-Board laufen. Hudi
erklärt: „Wir suchen uns die jeweils besten Technologien weltweit
heraus und integrieren sie in unser System.“
Nvidia ist nicht der einzige wichtige Partner in der
Elektronikentwicklung – im Audi Progressive Semiconductor Pro-
gram arbeiten die Ingenieure der Marke direkt mit den wichtigsten
Halbleiterherstellern weltweit zusammen. Ähnliches gilt für das
Technikfeld der Hochvolt-Batterien, die den Strom für die künftigen
e-tron-Modelle speichern: Die Zellen kommen von dem Partner
Panasonic/Sanyo, Audi baut sich jedoch in seinem neu gegründeten
Projekthaus selbst die volle Kompetenz für das Gesamtsystem
Batterie auf. Konventionell motorisierte Fahrzeuge werden bald
ein 48-Volt-Bordnetz erhalten, das attraktive neue Effizienz-
Funktionen möglich macht.
Bei der Lichttechnologie führt die Marke mit den Vier
Ringen schon seit Jahren den weltweiten Wettbewerb an. Für viele
Baureihen einschließlich der neuen A3-Familie gibt es bereits LED-
Scheinwerfer; der nächste Schritt ist die Matrix-Beam-Technologie,
ein Cluster aus kleinen, einzeln ansteuerbaren Leuchtdioden. „In
seinem Aufbau und bei der dahinterliegenden Intelligenz ist das
Licht elektronisch geworden“, erläutert Hudi. „Auch hier geht der
Weg in Richtung OLED – bis zu der Idee, die Außenhaut unserer
Autos vielleicht einmal ganz oder teilweise auf Wunsch unter-
schiedlich zu illuminieren.“
Der Audi-Elektronikchef will auf dem Gas bleiben: „Auf
unserem Technikfeld sind die Innovationszyklen kurz, und der
Wettbewerb ist besonders eng“, fasst er zusammen. „Wir betrach-
ten das als Verpflichtung, progressiv, agil und innovationsfreudig
diese Technologien der Zukunft zu gestalten.“

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Kombiinstrument: Das frei programmierbare Kombiinstrument, das Audi entwickelt, gewährt große Freiheiten bei der Auswahl und Darstellung der Informationen.

Displays

bei der Auswahl und Darstellung der Informationen. Displays In der Lichttechnologie treibt Audi den Fortschritt von

In der Lichttechnologie treibt Audi den Fortschritt von der Spitze aus voran. Auch beim Einsatz von Leuchtdioden hat die Marke die Führungsrolle inne.

LED

von Leuchtdioden hat die Marke die Führungsrolle inne. LED 3D Head-up-Display Das so genannte kontaktanaloge
von Leuchtdioden hat die Marke die Führungsrolle inne. LED 3D Head-up-Display Das so genannte kontaktanaloge
von Leuchtdioden hat die Marke die Führungsrolle inne. LED 3D Head-up-Display Das so genannte kontaktanaloge
von Leuchtdioden hat die Marke die Führungsrolle inne. LED 3D Head-up-Display Das so genannte kontaktanaloge
von Leuchtdioden hat die Marke die Führungsrolle inne. LED 3D Head-up-Display Das so genannte kontaktanaloge

3D Head-up-Display

Das so genannte kontaktanaloge Head-up-Display präsentiert die Anzeigepfeile scheinbar in der realen Umwelt.

die Anzeigepfeile scheinbar in der realen Umwelt. OLED Mit den kleinen Leuchtdioden aus organischen

OLED

Mit den kleinen Leuchtdioden aus organischen Materialien machen die Audi-Entwickler den nächsten großen Schritt in die Lichtzukunft.

Leuchtdioden aus organischen Materialien machen die Audi-Entwickler den nächsten großen Schritt in die Lichtzukunft.
Magazin Die Marke mit den Vier Ringen ist auf ganz unterschiedlichen Feldern aktiv. Und schreibt
Magazin
Die Marke mit den Vier Ringen ist auf ganz
unterschiedlichen Feldern aktiv. Und schreibt jeden Tag neue
Geschichten. Audi-News und -Fakten aus aller Welt.
ultra-leicht: die Karosserie des Audi R8.

Genietet

Ganz weit oben

Das neue mexikani- sche Audi-Werk in San José Chiapa ist ein- same Spitze. Die auf knapp 2.400 Meter geplante neue Pro- duktionsstätte ist das weltweit höchstge- legene Automobilwerk des Audi Konzerns. Ab 2016 sollen hier jährlich rund 150.000 Audi Q5 für den Weltmarkt vom Band rollen.

Goldfieber

Audi Q5 für den Weltmarkt vom Band rollen. Goldfieber Vom Rennwagen inspiriert: der Audi-Jubiläums-Chronograph.

Vom Rennwagen inspiriert: der Audi-Jubiläums-Chronograph.

Selten präzise

Aus mehr als 250 Einzelteilen besteht die

Uhr zum 100-jährigen Audi-Jubiläum, das das Unter-

nehmen 2009 feierte. Der sogenannte Tachoscope ist

ein einzigartiger Automatik-Chronograph mit Tacho-

meterfunktion: Gestaltet vom Audi Designteam um

Wolfgang Egger, zeichnete für die Technik hinter dem

Ziffernblatt die Uhrenmanufaktur Chronoswiss verant-

wortlich. Als ein Meisterwerk der mechanischen Prä-

zision vereint der Zeitmesser charakteristische Werte

der Vier Ringe. Die limitierte Edition wurden in exakt

100 Exemplaren produziert – eines für jedes Jahr der

Firmengeschichte – 65 davon in Weißgold, 35 in Platin.

299 Stanzniete ste-

cken in einem Audi R8. Die Aluminium- karosserie des Super-

sportwagens ist 210

22 Goldene Lenkräder hat die AUDI AG be- reits in ihrer Geschichte gewonnen. Das jüngste Exem- plar des wichtigsten europäischen Automobilpreises ging 2012 an den neuen Audi A3 – als Sieger in der Kategorie Kompaktklasse. Für die Jury der Adam & Eva Awards war ihrerseits der Kommunikationsauftritt der Marke Gold wert: Gleich zweimal ging 2012 der vom Verband Direkte Wirtschaftskommunikation vergebene „Goldene Apfel“ an die Ingolstädter: Für die Audi Q3

Trans China Tour und den Audi-Markenpavillon in der

210 22

Kilogramm leicht.

den Kompakt-SUV ausgiebig kennen.

Autostadt Wolfsburg. Mit der Audi Q3 Trans China Tour

hatte das Unternehmen im Herbst 2011 seinen jüngs-

ten SUV im Reich der Mitte vorgestellt. 160 Teilnehmer

erlebten auf über 5.700 Kilometern entlang der chine-

sischen Ostküste eine Fahrt der Kontraste und lernten

Diese und zahlreiche weitere Auszeich-

nungen weltweit stehen für eine überzeugende Gesamt-

leistung, bestätigt auch das Manager Magazin: Eine

unabhängige Umfrage des Fachmagazins unter Vor-

ständen und Managern kürte Audi im Januar 2012 erst-

mals zum angesehensten Unternehmen Deutschlands.

Damit hieß es Gold für Audi auch bei den „Olympischen

Spielen der Unternehmen“.

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der Unternehmen“. 92 Dialoge Marke 93 Dialoge Marke Historische Boliden: die Auto Union-Rennwagen der AUDI AG.

Historische Boliden: die Auto Union-Rennwagen der AUDI AG.

Heimkehr eines Klassikers

Einen der emotionalsten Momente der His- torienarbeit der AUDI AG erlebten die Mitarbeiter von Audi Tradition im Sommer 2012: Der Automobilher- steller erwarb den weltweit einzigen Auto Union Typ D Doppelkompressor Rennwagen, der noch weitestge- hend aus Originalteilen besteht. Bei dem Auto Union Silberpfeil aus dem Jahr 1939 handelt es sich um eines der beiden legendären „Karassik-Autos“, die zu Zeiten der ehemaligen UdSSR jahrzehntelang als verschollen galten und von dem US-Sammler Paul Karassik wieder-

entdeckt worden waren. Mit dem jüngsten Rückkauf

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befinden sich nun drei von fünf Auto Union-Rennwagen,

die sich auf Originalität berufen können, im Besitz der

AUDI AG.

Street Art

Design-Objekte für die Straße zu schaffen, dafür sind die Audi-Designer weltweit bekannt. Im Frühling 2011 nahmen sie ihre Berufung beim Wort und gestalteten zusammen mit Walter Hood, Professor für Landschaftsarchitektur an der Berkeley Universität, die Powell Street Promenade in San Francisco neu. Die berühmte Straße im Zentrum der Metropole an der amerikanischen Westküste zieht zwar seit jeher die Touristenmassen an, jedoch nutzten viele sie zum da- maligen Zeitpunkt nur als Durchgangsstation. Die be- rühmten Cable Cars fahren hier ab, doch an Sitzge- legenheiten oder gar kulturellem Straßenleben fehlte es völlig. Individuell gestaltete Bänke, neue Grün- flächen und solarbetriebene Lichtsysteme mit Audi- typischen Materialen wie Aluminium sorgen seit dem Relaunch für eine neue Art des Flanierens. Und: Die gesamte Straße ist nun ein Wi-Fi-Hotspot.

Höchstleistung

Der höchste freistehende Audi terminal steht in Singapur. 52 Meter misst der neue Hoch- haus-terminal, 35 Fahrzeuge werden auf acht Ober- und drei Untergeschossen ausge- stellt. Die Planung des Gebäu- des wurde von einem Feng- Shui-Meister begleitet: Auch die auffällige Fassade mit Wabenstruktur entspricht da- her den Regeln des Feng-Shui.

Mit perfektem Feng-Shui: der neue Audi terminal in Singapur.

perfektem Feng-Shui: der neue Audi terminal in Singapur. 52 Beständiger Zuwachs Ihren 8.000sten Mitarbeiter hieß

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Beständiger Zuwachs

Ihren 8.000sten Mitarbeiter hieß die AUDI HUNGARIA MOTOR Kft. im April 2012 willkommen.

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Audi weltweit: Produktion vor Ort für den chinesischen Markt.

Audi weltweit

Innerhalb von nur einer Dekade haben sich die weltweiten Audi-Verkäufe praktisch verdoppelt:

2002 verkaufte die AUDI AG noch rund 742.000 Auto-

mobile an Kunden in aller Welt, zehn Jahre später waren es 1,455 Millionen. In Russland gelang den Ingolstäd- tern das gleiche Kunststück innerhalb von nur drei Jahren: 2009 gingen 15.009 Autos mit den Vier Ringen in den Markt, 2012 bereits mehr als 33.500. Die bevölkerungsreichsten Länder der Welt weisen dabei unterschiedliche Bilanzen auf: In China (zirka 1,3 Milliarden Einwohner) wurden im Jahr 2012 405.838 neue Automobile mit den Vier Ringen gekauft. Das ist mehr als das Fünfundvierzigfache im Vergleich zu Indien (zirka 1,2 Milliarden Einwohner). Dort gingen 9.003 Einheiten an Kunden. Zwar ist Madagaskar mehr als doppelt so groß

wie Großbritannien, verkauft wurden dort im Jahr 2012 ganze 30 Neuwagen mit den Vier Ringen, im Vereinigten Königreich waren es dagegen 123.640. In Belgien hat Audi 2012 mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie in Australien verkauft, obwohl das Beneluxland 250 Mal in den Inselkontinent hineinpassen würde. Und auch in der Südsee ist Audi beliebt: 2012 wurden nach Tahiti 18 neue Audi verschifft. Lange suchen muss man einen 2012 erwor- benen Audi in Kasachstan, etwa auf einer Fläche von 24.329 Quadratkilometer. In Usbekistan findet man auf je 19.452 Quadratkilometer einen Ingolstädter Neuwagen. Anders verhält es sich auf Malta, im Jahr

2012 standen dort auf 316 Quadratkilometer stolze 85

Audi-Neuwagen. In Luxemburg hat jeder neue Audi aus dem selben Jahr 640 Quadratmeter Platz. Und auch in Skandinavien wird nicht nur Ren- tierschlitten gefahren: Alleine 2012 wurden 39.360 neue Audi an ihre Besitzer ausgeliefert.

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Vier Ringe für die Liebe

Fünf Mal wurde 2012 die Frage aller Fragen im Audi Forum Neckarsulm gestellt: „Willst Du mich heiraten?“ Alle Paare trauten sich – nachdem im Jahr zuvor an selber Stelle sogar eine Traumhochzeit gefeiert worden war.

Ja-Wort: Im Audi Forum Neckarsulm kann man auch heiraten.

Ja-Wort: Im Audi Forum Neckarsulm kann man auch heiraten. Dialoge Marke Partner seit 2002: Audi und

Dialoge Marke

Audi Forum Neckarsulm kann man auch heiraten. Dialoge Marke Partner seit 2002: Audi und der FC

Partner seit 2002: Audi und der FC Bayern München.

Ein unschlagbares Team

2012 feierte die Partnerschaft zwischen Audi und dem FC Bayern München ihren zehnten Geburtstag. 2002 waren es noch Torwart Oliver Kahn, Mittelfeld-Star Michael Ballack oder Torjäger Giovane Elber, die zum ersten Mal ihre Audi-Modelle in Empfang nahmen. 2012 gab es insgesamt 10.399 Pferdestärken für die Mannschaft des FC Bayern, als Favoriten dabei der Audi Q7, der Audi S8 und der Audi RS 5. Doch das Engagement von Audi geht weit über die Rolle des Fahrzeugpartners hinaus. So besucht die Mannschaft Audi-Events im Rahmen der DTM oder des Audi FIS Ski Weltcups und misst sich beim Audi Cup mit internatio- nalen Topmannschaften auf Weltklasse-Niveau. Allein für zwei Audi Football Summits in Indien und China legten die Rekordmeister im Jahr 2012 insgesamt 30.442 Kilometer im Flugzeug zurück.

im Jahr 2012 insgesamt 30.442 Kilometer im Flugzeug zurück. FC Scannen Sie den QR-Code und erleben

FC

Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie die

Fahrzeugübergabe an die Spieler des FC Bayern München!

Doppelsprung

2012 erlebte die AUDI AG den zweitgrößten Wachstums- sprung in ihrer Geschichte:

11,7 Prozent Wachstum be- deutete über 152.000 ver- kaufte Autos mehr als noch ein Jahr zuvor. 2011 war der Kundenstamm der Marke sogar um rund 210.000 Audi- Fahrer gewachsen.

Mehrfache Erdumrundung

55.525,965 Kilometer haben alle Audi-Le-Mans-Sieger seit dem Jahr 2000 zurück- gelegt. Dies entspricht in etwa 1,4 Erdumrundungen. Be- trachtet man die Summe aller Le-Mans-Rennkilometer, so umfuhren sie 4,6 Mal die Erde und legten insgesamt 183.685,938 Kilometer zurück.

Ausdauernd: Die Audi-Le-Mans-Sieger fahren weite Strecken.

Ausdauernd: Die Audi-Le-Mans-Sieger fahren weite Strecken. 96 Dialoge Marke Unmittelbares Markenerlebnis: Auf der

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Unmittelbares Markenerlebnis: Auf der IAA 2011 tauchten die Besucher des temporären Audi-Rings live in Gegenwart und Zukunft der Audi-Welt ein.

Audi-Rings live in Gegenwart und Zukunft der Audi-Welt ein. Gebaute Dynamik Lediglich acht Wochen dauerte die
Audi-Rings live in Gegenwart und Zukunft der Audi-Welt ein. Gebaute Dynamik Lediglich acht Wochen dauerte die

Gebaute Dynamik

Lediglich acht Wochen dauerte die Fertig- stellung eines außergewöhnlichen Bauvorhabens: Mit dem „ Audi-Ring“ auf der IAA 2011 präsentierte sich die Marke erstmals in einem freistehenden temporären Messebauwerk. Sein Thema: Dynamik. Deutlich erkenn- bar bereits an den geschwungenen Flächen und großen Spannweiten der Fassade. Im Inneren erwartete die Besucher dann neben der Fahrzeugausstellung eine 400 Meter lange Teststrecke, die wie eine pulsierende Ader den gesamten Audi-Ring auf allen Ebenen durch- querte. Hier konnten die Messegäste sowohl Serien- modelle als auch Showcars und Motorsport-Boliden live in Bewegung erleben – bis zu neun Fahrzeuge waren gleichzeitig auf dem Messe-Testtrack unterwegs. Eine bewegende IAA für Audi-Fans, ausgezeichnet unter anderem mit dem „red dot: best of the best“ in der Kategorie Kommunikationsdesign sowie dem goldenen Nagel des Art Director Club Deutschland (ADC).

dem goldenen Nagel des Art Director Club Deutschland (ADC). Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie
dem goldenen Nagel des Art Director Club Deutschland (ADC). Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie

Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie den „Audi-Ring“ auf der IAA!

den QR-Code und erleben Sie den „Audi-Ring“ auf der IAA! Qube3 und Audi Sphere: Faszination Technik

Qube3 und Audi Sphere: Faszination Technik direkt bei den Fans in den Metropolen.

In anderen Sphären

Nein, ein Raumschiff war auch im Juli 2012 nicht auf dem Kopenhagener Christiansborg Schloss- platz gelandet. Die „Audi Sphere“ setzte fort, was zuvor bereits die „AreA1“, ein mobiler Erlebnispark rund um den Audi A1, und der komplett verspiegelte Ausstel- lungswürfel „Qube3“ zum Marktstart des Q3 vorge- macht hatten: Faszination Technik, die durch ihre span- nende Inszenierung außergewöhnliche, unerwartete Erlebnisse schafft – und das direkt in der Lebenswelt der Audi-Fans, inmitten pulsierender Metropolen. Rund 40.000 Besucher waren innerhalb von drei Wochen in den begehbaren Kugeln der Audi Sphere zu Gast und erlebten die Zukunftsthemen elektrisches Fahren, Leichtbau und vernetzte Mobilität hautnah.

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mal!

Wie klingt Audi? Der Sound kräftiger Motoren, der Klang satt schließender Türen – klassische Geräusche hochwertiger Automobile. Doch Audi kennt weitaus mehr Tonarten. Wer der Frage nachgeht, wie die Ingolstädter Marke klingt, stößt auf ganz verschiedene Sounds – und doch stets auf eine ganz eigene Akustik. Fünf Beispiele zeigen, wie bei Audi der Ton die Musik macht.

Ohren auf: Im Haptiklabor prüft Manuel Kühner einen Drehsteller – und hört den typischen Audi-Klick.

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Töne, Instrumente und Musikstücke: Im Soundstudio entstehen die typischen Audi-Klänge.

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Thomas Tacke

Manfred Jarisch

Eine Marke, ein Auftritt – und das weltweit.

Audi hat in den internationalen Märkten und Medienkanälen schon lange ein einheitliches visuelles Erschei- nungsbild. Doch Optik ist nicht alles: „Audi soll auch mit geschlos- senen Augen erkennbar sein“, sagt Sigrid Bründl. Sie arbeitet am Corporate Sound der Marke. Und der soll ihr einen eindeutigen akus- tischen Wiedererkennungswert geben – ganz gleich ob in Werbung, auf Internetseiten, bei Messeauftritten oder auf dem Smartphone. Verschiedene Töne, Klänge, Instrumente, Musikstücke und Geräusche: „Die Sounds sollen emotional und überraschend sein und dabei authentisch und präzise klingen. An diesen Koordi- naten orientieren wir uns“, erläutert Bründl. Bei der musikalischen Produktion arbeitet Audi mit Experten der Agentur s12/Klang- erfinder zusammen. Alle neuen Klangabfolgen und Sounds, wie zum Beispiel Fahrzeugaufnahmen, werden im Audi Sound Portal gespeichert, einem virtuellen Tonstudio für Komponisten. Inzwi- schen lagern hier schon über 1.000 Tondateien.

Der Song Modern Drift aus dem aktuellen Markenfilm ist ein Klangdokument, das ganz eindeutig zur Audi-Identität passt. „Die dänische Band Elfterklang ist bekannt für ihre innova- tiven Live-Performances. Der Song selbst ist unverbraucht, quali- tativ hochwertig und vermittelt perfekt die Stimmung des Films.“ Aus diesem Grund wurde er auch in die Telefondienste von Audi integriert, wo er zum Beispiel die kurzen Wartezeiten bei Weiter- leitungen überbrückt: „So wird die Marke schon am Hörer erleb- bar“, sagt Bründl. Bekanntestes Stück des Corporate Sounds ist allerdings der Heartbeat – das akustische Markenzeichen von Audi. Mit ihrem Soundlogo wirbt die Marke bereits seit über 15 Jahren in audiovi- suellen Medien und bei öffentlichen Auftritten. „Der Heartbeat macht Audi in Sekundenschnelle identifizierbar und den Vorsprung durch Technik hörbar“, fasst Bründl zusammen. Fortschrittliche Technik hörbar zu machen – diesen An- spruch haben auch Ulrich Müller, Manfred Mittermeier und ihre Kollegen aus dem sogenannten Haptiklabor der Technischen Entwicklung. Beim Entstehungsprozess elektrischer Bedienele- mente für das Interieur dirigieren sie das Zusammenspiel von Tasterlebnis und Akustik: „Wie beim Schalten müssen auch beim Betätigen von Bedienelementen Gefühl und Klang, Präzision und Solidität vermittelt werden“, sagt Müller. Daher hat das Haptikteam den Audi-Klick entwickelt – das typische, nur wenige Millisekunden ertönende Klickgeräusch beim Betätigen der Schalter und Tasten: „Der Audi-Klick zeigt dem Fahrer an, dass die gewünschte Funktion aktiviert und vom Fahr- zeug ausgeführt wurde. Der Fahrer genießt damit eine höhere Bediensicherheit und kann sich voll auf den Straßenverkehr kon- zentrieren.“ Ob Klimaanlage, Warnblinker oder Dreh-/Drücksteller:

Das typische Geräusch ist bei der Betätigung aller Bedienelemente und in jedem Modell zu hören. Dabei ist sein Grundmechanismus so einfach wie präzise: Zwei kleine Metallfedern erzeugen den „Klick“ beim Einrasten in die neue Lücke eines Zahnrads.

Audi

Heartbeat

2 5 Das akustische Markenzeichen: Mit dem Heartbeat wirbt Audi seit über 15 Jahren. 6
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5 Das akustische Markenzeichen: Mit dem Heartbeat
wirbt Audi seit über 15 Jahren.
6 Gruppensitzung: Regelmäßig besprechen die
Mitarbeiter des Haptiklabors ihre Arbeitsergebnisse.
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Moderne Messung: Am Haptik-Akustik-Prüfstand werden alle Schalter und Tasten kontrolliert. Dank einer Videokamera sind sogar Highspeed-Bildaufnahmen möglich.

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Und es hat Klick gemacht: Ulrich Müller (links) und
Manuel Kühner hören genau hin.
Ob Drehen oder Drücken: Der Audi-Klick vermittelt
Präzision und Solidität.

Der Audi-Klick

Der Audi-Klick zeigt dem Fahrer an, dass die gewünschte Funktion aktiviert und vom Fahrzeug ausgeführt wurde. Er vermittelt dem Fahrer somit eine größere Bediensicherheit und erhöht die Fahrsicherheit. Das ist ein sehr wertiger Effekt, den es bei anderen Herstellern so nicht gibt. Ulrich Müller

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Audi Soundsysteme

Das Signal verändert sich von einer hohen zu einer niedrigen Frequenz und dient der Messung von Übertragungsfunktionen einzelner Lautsprecher und des gesamten Soundsystems. Auf diese Art wird die klangliche Abstimmung, das sogenannte Tuning, überprüft. Martina Bellanova

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Mit Kraft-Weg-Verläufen messen Müller und seine Kol- legen die Qualität des Anfassgefühls, die Akustik wird durch Fre- quenzanalysen erfasst: „Das Ergebnis kann jeder Audi-Fahrer hören und fühlen: Es ist die perfekte Intonation zwischen dem Tasten mit der Hand und der akustischen Wahrnehmung des Audi-Klicks. Wir wollen für eine homogene Akustik im ganzen Auto sorgen.“ Natürlich dürfen in einem solchen Zusammenhang auch die Soundsysteme nicht fehlen – schließlich sollen aus den Lautsprechern sehr hochwertige Klänge kommen. Die entspre- chenden Anlagen werden im sogenannten Soundlabor mithilfe des Sweeps getestet. „Dieses Signal verändert sich von einer hohen zu einer niedrigen Frequenz und misst die Übertragungsfunktionen einzelner Lautsprecher und des gesamten Soundsystems. Auf diese Weise wird die klangliche Abstimmung, das sogenannte Tuning, überprüft“, sagt Entwicklerin Martina Bellanova. Ein auf dem Fahrersitz platzierter Dummy empfängt das Sweep-Signal über Mikrofone. Die Daten werden von einem Computer erfasst und ausgewertet. Zusätzlich hören sich speziell ausgebildete Spezialisten das Signal im Auto an und bewerten die subjektive Qualität der Ausgabe. Dabei geht es nicht nur um das einwandfreie Funktionieren der Soundsysteme, sondern auch um das Ausloten der Resonanz aller anderen im Auto verbauten Kom- ponenten. Kein noch so kleines Detail, und sei es eine Fußmatte, soll den perfekten Klang trüben. Rudolf Halbmeir kümmert sich nicht um Geräusche im Innenraum. Er hat den Klang für eine Antriebstechnologie der Zukunft entworfen: den e-Sound, das akustische Profil der künf- tigen e-tron-Modelle von Audi. Sie fahren über weite Strecken elektrisch und damit fast ohne Motorengeräusch. Um sie auch weiterhin im Stadtverkehr hörbar zu machen, hat die Marke den e-Sound entwickelt. Macht in einem aktuellen Serien-Audi noch der Verbren- nungsmotor die Musik, ist die E-Maschine an eine synthetische Klangerzeugung gekoppelt. Aus den permanent übermittelten Informationen über Drehzahl, Last, Geschwindigkeit und weitere Parameter generiert ein Steuergerät den typischen Audi e-Sound. Er ertönt über einen robusten Lautsprecher am Fahrzeugboden. Mehrere Jahre lang hat Halbmeir nach den richtigen Tönen gesucht, hat am Computer komponiert, geschnitten und gemischt. „Der Sound eines Autos hat Ähnlichkeiten mit Musik, sie zu komponieren war eine ganz neue Herausforderung“, sagt der Akustikingenieur. Ausgehend von einer durchgängigen Grundto- nalität entwickelt er für alle e-tron-Modelle individuelle Sounds. So unterscheiden sich die einzelnen Baureihen auch akustisch.

7 Viel Technik: Im Soundlabor werden die Soundsysteme eines Audi getestet – damit auch im Auto ein perfekter Klang herrscht.

8 Der Test kann beginnen: Martina Bellanova und Jan Fligge richten einen Kunstkopf ein. Der Dummy empfängt die Soundsignale über Mikrofone.

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Audi e-Sound

empfängt die Soundsignale über Mikrofone. 8 Audi e-Sound Der Sound eines Autos hat Ähnlichkeiten mit Musik,
empfängt die Soundsignale über Mikrofone. 8 Audi e-Sound Der Sound eines Autos hat Ähnlichkeiten mit Musik,

Der Sound eines Autos hat Ähnlichkeiten mit Musik, und das Hören ist wichtiger als man denkt. Das Komponieren war eine ganz neue Herausforderung. Rudolf Halbmeir

9 Mit Computern und Gaspedal: Rudolf Halbmeir hat den e-Sound entwickelt.

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Audi Jugendchorakademie

Unsere Projektarbeit und die individuelle Förderung machen den Chor einzigartig. Neben der intensiven Chorarbeit werden auch die individuellen Stimmbildungen und Solo- repertoires gefördert. Sebastian Wieser

12 Audi Jugendchorakademie im Vatikan: 2011 trat der Chor mit dem bayerischen Staatsorchester in der Aula des Vatikans auf.

12 Prominente Unterstützung: Auch Kent Nagano, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, dirigierte die
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Prominente Unterstützung: Auch Kent Nagano,
Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper,
dirigierte die Jugenchorakademie bereits.
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Dass Audi aber nicht nur technische Klänge liefern kann und möchte, beweist die Audi Jugendchorakademie. Hier erklingen anstelle von Schaltern und Motoren Kompositionen von Brahms, Schumann oder Haydn. Rund 75 junge Gesangstalente gehören dem 2007 gegründeten Chor an. Seither hat die Gruppe mit ihrem Können auch international für Aufsehen gesorgt: Höhepunkte waren bislang ein Auftritt im Oktober 2011 vor Papst Benedikt XVI.

im Vatikan und die Konzertreise nach Asien im September 2012. Seine erste CD brachte der Jugendchor pünktlich zum Weihnachtsfest 2010 in die Plattenläden – eine Aufnahme gemein- sam mit dem Bayerischen Staatsorchester unter der Leitung von Kent Nagano. Die Jury des International Festival of Advent and Christmas Music würdigte das hohe künstlerische Niveau der Sängerinnen und Sänger bereits mit einem Goldenen Diplom. „Unsere Projektarbeit und die individuelle Förderung machen den Chor einzigartig“, sagt Sebastian Wieser, der die Akademie bei Audi betreut. Zwei- bis dreimal im Jahr finden mehr- tägige Projekt- und Probenphasen statt. Zusammen mit einem Team aus Musik- und Gesangspädagogen übt der künstlerische Leiter Martin Steidler, Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Theater in München, mit den jungen Talenten die neuen Stücke ein. „Neben der intensiven Chorarbeit steht die indi- viduelle Stimmbildung im Mittelpunkt“, sagt Wieser. Einstimmen in den Audi Jugendchor können talentierte junge Menschen zwi- schen 16 und 27 Jahren, Voraussetzung für die Teilnahme ist ein erfolgreiches Vorsingen.

für die Teilnahme ist ein erfolgreiches Vorsingen. Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie die Welt
für die Teilnahme ist ein erfolgreiches Vorsingen. Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie die Welt

Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie die Welt des Klangs bei Audi!

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13 Den richtigen Ton treffen: Die individuelle Stimmbildung der Chormitglieder wird regel- mäßig gefördert.

14 Erfolgreich mit Klassik: Die jungen Sängerinnen und Sänger singen Werke von Brahms, Schumann oder Haydn.

11 Große Auftritte: Rund 75 junge Sängerinnen und Sänger gehören der Akademie an.

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Achtern mit Steuermann

Achtern mit Steuermann Ein Schulbesuch besonderer Art Die Kunst des Fahrens mögen viele beherrschen, doch die

Ein Schulbesuch besonderer Art Die Kunst des Fahrens mögen viele beherrschen, doch die Kunst des Chauffierens erlernen die wenigsten. Kein anderer weiß das besser als Hugh Millington. Der Engländer betreibt seine eigene kleine Chauffeurschule.

weiß das besser als Hugh Millington. Der Engländer betreibt seine eigene kleine Chauffeurschule. 106 Dialoge Marke

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Annika Jochheim

Ulrike Myrzik

Die Farbe des Himmels lässt das Grau der asphaltierten Straße vor Neid erblassen. Dauerregen füllt beständig die Pfützen, die bereits zu kleinen Seen angewachsen sind. Schnell wird klar:

Das hier ist England – mit allem, was dazugehört. Hugh Millington kann dieses Wetter nichts anhaben. Mit dunkelblau- em Anzug, gestrecktem Rücken und schwarzem Regenschirm steht er vor dem alten Steinhaus im nordenglischen Wetherby, zirka 12 Meilen von Leeds ent- fernt, und bezeichnet den Wolkenbruch liebevoll als „a few raindrops“. Die Mütze, die er auf dem Kopf trägt, verrät schnell: Hier steht ein waschechter Chauffeur. Einen besseren seiner Art findet man wohl an keinem anderen Ort. Hier, im Vereinigten Königreich, wird der Adel schließlich noch hochgehalten und die königliche Familie hat mehr Fans als der Osterhase. Deshalb ist auch Thomas Jüttner heute hier. 1.500 Kilometer ist der Audi-Vorstandsfahrer ge- reist, um sich von Hugh in die Regeln der britischen Chauffierkunst einweihen zu lassen. Gespannt erwartet er den Tag mit seinem Lehrer, einzig und allein das Wetter macht ihm Sorgen: „Schmutzränder am Auto sind gar nicht gut. Das muss ich noch putzen, bevor wir die praktischen Übungen machen.“ Hugh, der regelmäßig Chauffeurkurse anbietet, ist begeistert. Selten hat er einen Schüler, der gleich an solche Details denkt. Gleichwohl wundert er sich nicht, denn er weiß, dass Thomas schon seit zwei Jahren die Vorstände von Audi chauffiert. Dass er trotzdem den weiten Weg auf sich ge- nommen hat, um die Chauffeurschule in Yorkshire zu besuchen, freut den Briten und bald darauf fachsimpeln die beiden auch schon über die goldenen Regeln des perfekten Chauffierens. „Kein Gast mag es, in einem fahrenden Aschenbecher zu sitzen. Rauchen im Auto ist also keine gute Idee“, empfiehlt Hugh seinem Schüler. Richtig ist, kräftig zu lüften, sollte doch mal jemand bei der Fahrt zum Glimm- stängel gegriffen haben. Wie damals, als er einen Marihuana rauchenden Popstar zu einem Konzert fahren sollte: „Da hilft nur eins: Fenster runter und aufs Gaspedal drücken.“ Nicht gestattet ist es aber natürlich, die erlaubte Geschwindigkeit zu überschreiten. Was tut man also, wenn der Gast es eilig hat und den Chauf- feur drängt, schneller zu fahren? Meist reicht es schon, den Anschein zu erwe- cken, also etwas härter anzufahren und abrupter zu bremsen. „Ein Chauffeur ohne Führerschein ist am Ende eben ein Chauffeur ohne Führerschein“, schließt Hugh mit unanfechtbarer und klarer Logik und ist schon beim nächsten Thema:

Wünsche erfüllen – das A und O seiner Profession. „Man fährt ja nicht irgend- wen. Man fährt CEOs, Stars, Schauspieler. Die haben die abstrusesten Ideen und Wünsche, brauchen mal eben einen Luxusfüller oder möchten sich gerade noch die Fingernägel maniküren lassen. Ein Chauffeur muss immer angemes- sen reagieren können.“ Gut also, wenn man ein Backoffice hat, das in solchen Fällen Rat weiß. In Hughs Sovereign Chauffeur Company, die er neben der Schule betreibt, ist dafür seine Lebensgefährtin zuständig. Sie nimmt Aufträge an und verteilt sie auf die insgesamt sechs Chauffeure. Manchmal hilft sie aber auch mit der Recherche nach außergewöhnlichen Zielen – und eben dabei, das Unmögliche möglich zu machen. Ungewöhnliches gehört auch für die Fahrer der Audi-Chefs zum Alltag. Erst kürzlich habe er einen Vorstand aus einem Stau „gerettet“, berich- tet Thomas. „Die Autobahn war voll gesperrt, der Vorstand, unterwegs mit einem anderen Chauffeur, stand mittendrin, musste aber zu einem sehr wich- tigen Termin.“ Über Landstraßen und Feldwege war der 38-Jährige dann von der Seite ganz dicht an die entsprechende Stelle der Autobahn herangefahren, um den Vorstand aufzunehmen und an sein Ziel zu bringen. Langweilig wird es als Vorstandsfahrer eben nie.

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Der kleine Chauffeur-Knigge Die zehn Regeln des perfekten Chauffierens

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Was im Auto passiert, das bleibt auch dort Ein Fahrer hört und sieht sehr viel. Egal was – ein Chauffeur spricht niemals darüber. Absolute Diskretion ist das A und O.

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Wie aus dem Ei gepellt Ein gut sitzender Anzug mit weißem Hemd, dunklen Schuhen und passenden Socken, dazu natürlich eine frische Rasur: Das macht zwar noch keinen Chauffeur, ist aber ein guter Anfang.

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Auch Autos brauchen Pflege Krümel auf dem Rücksitz oder Staub auf der Kühlerhaube? Kommt nicht in Frage! Das Basis-Set Putzmittel im Koffer- raum ist selbstverständlich.

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In die Defensive gehen Einem anderen die Vorfahrt nehmen, bei Gelb über die Ampel rasen und rechts überholen: Das bringt wohl Punkte – aber eher in Flensburg als auf der Wohlfühlskala des Fahrgastes. Zu den Regeln im Geschäft gehört daher sicheres und defensives Fahren.

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Einfach mal die Klappe halten Wer jemanden fährt, der für gewöhnlich von Termin zu Termin hetzt oder ständig im Rampenlicht steht, muss sich be- wusst sein: Das Auto ist für den Fahrgast vielleicht die einzige Rückzugsmöglichkeit, die er an diesem Tag hat. Also Mund zu und Augen auf. Wenn der Gast in Plauderstimmung ist, wird er sich schon melden.

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Dem Regen die Stirn bieten: Im Nu hat Thomas den Audi A8 W12 trockenpoliert,

damit ihn keine unschönen Wasserränder zieren.

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Unangenehme Überrraschungen vermeiden: Thomas und Hugh prüfen noch einmal den Ölstand und die Kühlwasseranlage.

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Auch Warten muss gelernt sein: Audi-Vorstandsfahrer Thomas positioniert sich so vor dem Audi A8 W12, dass er jeden Moment einem Fahrgast die Autotür öffnen kann.

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Man fährt CEOs, Stars, Schauspieler. Die haben die abstrusesten Ideen und Wünsche, brauchen mal eben

Man fährt CEOs, Stars, Schauspieler. Die haben die abstrusesten Ideen und Wünsche, brauchen mal eben einen Luxusfüller oder möchten sich gerade noch die Fingernägel maniküren lassen. Ein Chauffeur muss immer angemessen reagieren können. Hugh Millington

Nicht gestattet ist es natürlich, die erlaubte Geschwindigkeit zu über- schreiten. Was tut man also, wenn der Gast es eilig hat und den Chauffeur drängt, schneller zu fahren? Meist reicht es schon, den Anschein zu erwecken, also etwas härter anzufahren und abrupter zu bremsen. Hugh Millington

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Auf dem richtigen Weg: Thomas stellt das Navigationssystem ein, denn auch beim Chauffieren ist ein solches Hilfsmittel erlaubt.

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Haltung bewahren: Beim Aussteigen stellt sich Thomas schützend vor seinen Fahrgast – Chauffeurtrainer Hugh – und reicht ihm den Arm zur Hilfe.

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Warten auf die feine englische Art: Chauffeure wie Hugh warten viel und lange – und das an den unterschiedlichsten Orten.

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Über Langeweile kann sich auch Hugh nicht beklagen. Sein Kundenkreis ist bunt gemischt. Von Unternehmern über Musiker bis hin zu Adligen, alle hat er schon gefahren. Jeden seiner Gäste begrüßt er mit den Worten: „Hallo, ich bin Hugh, ihr Chauffeur.“ Seinen Nachnamen nennt er dabei nicht, denn das, erklärt er seinem Schüler, sei einfach Sitte in der britischen Chauffeurgilde. „Vielleicht kommt das vom typischen englischen Butler ‚James‘. Der hat ja auch keinen Nachnamen“, sinniert Hugh, „und ein Chauffeur ist ja auch ein Diener, eben ein ‚Butler on wheels‘.“ Hugh passt in dieses Bild:

Seine Haltung wirkt immer etwas steif und seine Worte, die er mit wohlklin- gender Stimme akzentuiert und deutlich formuliert, sind stets bewusst ge- wählt. Er ist die Höflichkeit in Person, zuvorkommend und galant. Selbst als er die Geschichte der Tennisspielerin erzählt, die er nach Wimbledon fahren sollte, bleibt Hugh Meister der britischen Korrektheit. Mit wohldosierten Gesten und ruhiger Stimme berichtet er, wie sich die junge Sportlerin unbedingt neben ihn auf den Beifahrersitz setzen wollte. Während der Fahrt sei ihr dann zu warm geworden, weshalb sie sich kurz entschlossen ihrer halterlosen Strümpfe entledigte. Er habe, erzählt Hugh mit unbewegter Miene, natürlich stur auf die Fahrbahn geschaut. Einzig und allein ein leichtes Zucken seiner Mundwinkel verrät, dass ihn die Geschichte doch amüsiert hat. Eben ganz der Gentleman. Ein anderes Verhalten würde dem 55-Jährigen auch gar nicht ste- hen. Nicht umsonst ist er vor der Gründung seiner Chauffeurschule Bestat- tungsunternehmer gewesen. Als er schließlich nach einer neuen Berufung suchte, wurde ihm schnell klar, dass sich seine Umgangsformen problemlos mit der Tätigkeit des Chauffeurs verbinden lassen würden. „Etikette und Ma- nieren sind bei beiden Berufen absolut gefragt“, erläutert er. Mittlerweile schaut er auf 15 Jahre zurück, in denen sein Unter- nehmen in Wetherby stets gewachsen ist. Seine sechs Mitarbeiter, die er na- türlich alle selbst geschult hat, sind ständig im Einsatz. Dabei besitzen viele der Stammkunden eigene Wagen, in denen sie gefahren werden möchten. Die drei Autos seiner kleinen Flotte kommen aber trotzdem zum Einsatz, denn es gibt natürlich auch Kunden, die das komplette Paket buchen, also Fahrer und Auto. „Die wollen dann meistens von einem Bahnhof oder Flughafen abgeholt und zu einem Meeting in ein Hotel oder zu einem Bürogebäude gefahren wer- den“, weiß Hugh. Trotz der Distanzen, die ein Chauffeur im Auto zurücklegt, ver- bringt er einen Großteil der Arbeitszeit mit Warten. Auch Hugh hat schon an den unterschiedlichsten Stellen gewartet. Einmal stand er acht Stunden vor dem Londoner Nobelkaufhaus Harrods. „Das Schlimmste daran war eigentlich, dass ich nicht wusste, wann die Kundin zurückkommt. Sie hatte mir nichts darüber gesagt und so konnte ich noch nicht einmal zur Toilette gehen“, erin- nert sich Hugh. Da Warten aber nun einmal Teil des Chauffeurjobs sei, habe er immer ein Buch oder eine Zeitung dabei. Ein Nickerchen im Wagen? „Absolut verpönt“, schärft Hugh seinem Schüler ein. Der weiß das natürlich – und hat seine eigene Strategie: „Wenn ich auf meinen Fahrgast warte, dann putze ich meistens das Auto noch einmal.“ Und genau das machen Lehrer und Schüler dann auch, bevor es auf die Straße geht: Jedes Wassertröpfchen, das der unvermeidliche nordenglische Regen auf dem Audi A8 W12 hinterlassen hat, weicht den erfahrenen Polier- bewegungen der beiden Chauffeure. Für ein paar Minuten spielt sogar das Wetter mit und Thomas kann seinen Chauffeurtrainer Hugh trockenen Fußes – und trockenen Autos – von seinen Fahrkünsten überzeugen. Auch im unge- wohnten Linksverkehr.

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Abgesichert Der Chauffeur sorgt für die Sicherheit des Fahrgasts – in vielerlei Hinsicht: Er überprüft das Auto vor der Fahrt, stellt sich beim Ein- und Ausstieg schützend vor den Gast und riegelt die Türen während der Fahrt ab.

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Gedanken lesen Menschenkenner sind die besten Chauffeure, denn sie spüren schnell, was der Fahrgast möchte. Für jemanden, der Menschen scheut und sich nicht in andere einfühlen kann, ist dieser Job eher ungeeignet.

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Always on time Manchmal lauern Baustellen oder Absperrungen an Stellen, an denen sie gestern noch nicht waren. Da hilft nur: Stets verschiedene Strecken in petto haben – und natürlich rechtzeitig losfahren.

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Geduldig sein Chauffeure warten viel und lange – und das an den verschiedensten Orten. Was dabei hilft? „Have a little patience!“ Robbie Williams hat recht, denn Geduld ist nicht nur die sprichwörtliche Mutter der Porzellankiste, sondern auch eine zentrale Tugend beim Chauffieren.

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Spieglein, Spieglein Ständiges Überprüfen des Rück- spiegels kann den Anschein erwecken, dass man den Gast beobachtet. Zudem ziehen Spiegel unschöne Fingerabdrücke magisch an. Schnell kann das nützliche Hilfsmittel also auch zum größten Feind des Chauffeurs werden.

Was ich nicht vermissen möchte

Manche Dinge, mit denen wir leben, wachsen uns mit der Zeit richtig ans Herz. Oder sie erobern es sogar im Sturm. Besonders wenn sie ästhetisch wie funktional überzeugen, bekommen sie eine eigene Aura. Und wenn die Qualität stimmt, begleitet uns dieser geschätzte Gegenstand ein Leben lang. Fünf Autoren stellen ihr persönliches Lieblingsstück vor.

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Simply

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the

Illustrationen

Bernd Schifferdecker

Best

Jan Weiler und sein Pyjama

Es gibt nur sehr wenige Dinge, die man für perfekt hal- ten kann. Mein Wasserkocher gehört nicht dazu. Es ist der siebte in einer langen Ahnenreihe von Enttäuschungen. Ich besaß auch schon niederschmetternd schreckliche Rasierapparate, Kugelschrei- ber und Flüssigseifen. Dies führte zu der Einsicht, dass wirkliche Perfektion von Menschenhand kaum machbar ist, sondern in vielen Millionen Jahren von der Natur geformt wird. Zu den perfekten Schöpfungen gehören demnach das Hühnerei, die Banane und Lionel Messi. Jeder Versuch der Verbesserung dieser Wunder durch einen noch so findigen Designer, Produktoptimierer oder Hand- werker muss scheitern. Natürlich, das muss man zugeben, existieren auch per- fekte Kunstwerke, die dem menschlichen Geist entsprungen sind. Die Oper Don Giovanni zum Beispiel ist ganz sicher von nicht mehr steigerbarer Finesse und man muss weiter zugestehen, dass sie sich nicht im Verlauf von Jahrmillionen durch evolutionäres Feilen an Details allmählich entwickelte, sondern innerhalb von nur sechs Monaten zwischen März und Oktober 1787 entstand. Aber so etwas ist selten. Viele populäre Gegenstände, insbesondere jene des mo- dernen Designs, erfreuen sich zwar großer Beliebtheit, sind aber leider entweder unpraktisch oder hässlich oder beides. Da ich ein sehr sensibler Mensch bin und mich von unpraktischen Sachen schnell gekränkt fühle, besonders wenn sie so schnell kaputtgehen wie der Wasserkocher, habe ich lieber schöne Dinge um mich. Und die sind leider wiederum oft nicht sehr kommod, was insbesonde- re bei Möbeln zu Frustrationen führt. Ich habe einmal im Rahmen einer Abendeinladung bei einem zerstrittenen Ehepaar auf einem Barcelona-Chair gesessen. Viereinhalb Stunden lang. Das war nicht schön. Dieser Sessel wurde von Mies van der Rohe entworfen, damit sich das spanische Königspaar bei der Eröffnung des deutschen Pavillons bei der Weltausstellung 1929 in Barcelona hinsetzen konnte. So für ein Viertelstündchen. Aber doch nicht für einen ganzen Abend. Trotz dieser und vieler weiterer desillusionierender Er- fahrungen mit nicht von Mutter Natur gestalteten Dingen des All- tags begegnen einem noch manchmal perfekte Gegenstände. Für mich ist das jedes Mal ein Fest. Ich freue mich wirklich darüber, gute Dinge machen mich richtig glücklich. Und dies nicht nur kurz- fristig, sondern über einen langen Zeitraum. Ich liebe zum Beispiel meinen Pyjama. Nun denken Sie: Der Mann liebt einen Schlafanzug, da muss man vielleicht mal mit einem Arzt vorbeikommen und gu- cken, ob alles mit ihm in Ordnung ist. Kommen Sie nur, ich ziehe ihn dann sogar für Sie an. Es handelt sich um einen Pyjama von Paul Smith, jenem britischen Modedesigner, der bereits Sofakissen, Autos und sogar Kühlschränke mit seinem typischen Streifendekor versehen hat. Und nun also einen Zweiteiler, den niemand sieht außer meiner Familie und mir. Es ist also kein zum Repräsentieren gedachtes Kleidungsstück, außer man ist Exzentriker und geht darin in die Oper, um sich Don Giovanni anzusehen. Das könnte man sogar tun, denn das Teil ist so elegant, dass man sicher passende Schuhe und Socken und ein Jackett dazu findet. Aber ich ziehe ihn nur zur Nacht an.

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Nun denken Sie: Der Mann liebt einen Schlafanzug, da muss man vielleicht mal mit einem Arzt vorbeikommen und gucken, ob alles mit ihm in Ordnung ist. Kommen Sie nur, ich ziehe ihn dann sogar für Sie an.

Jan Weiler

Alles an diesem Pyjama ist von erhabener Schönheit. Die Streifen zu Beispiel. Das ist ein fröhliches, aber in seiner Strin- genz völlig unalbernes Muster. Diese gestalterische Entscheidung ist nicht unwichtig. Denn man muss sich als Pyjama-Träger ent- scheiden: Karo, Streifen oder einfarbig. Letztere Modelle verleihen einem häufig das verzwei- felte Aussehen eines unglücklichen Krankenhauspatienten, der auf der Suche nach etwas zu lesen über die Station irrt. Karo hingegen macht alt. Im besten Fall können solche klassischen Pyjamas einen gewissen Distinktionsgewinn bringen, aber häufig sieht man darin aus wie der Pfeifenmann des Jahres oder wie ein verarmter Adliger, der in seinem feuchten Schloss he- rumirrt und den Lichtschalter nicht findet. Die Streifen von Paul Smith hingegen sind ein State- ment: Ich traue mich was und es sieht hinreißend freundlich aus. Außerdem besitzt dieser Pyjama einen unglaublichen handwerk- lichen Vorteil gegenüber allen Schlafanzügen, die ich jemals vorher besessen habe: Die Knöpfe reißen nicht ab. Das ist sonst immer so bei mir. Fragen Sie mich nicht warum. Ich kann es Ihnen nicht sagen, denn ich schlafe nachts. Und dabei verliere ich Knöpfe. Aber die von Paul Smith gehen nicht ab. Ich träume besser in dieser Kleidung, meine Kinder sind freundlicher zu mir als früher und meine Nachbarn lachen mich an, wenn sie mich mit der Zeitung durch den Vorgarten laufen sehen. Gut, vielleicht lachen sie mich auch aus, aber das ist mir egal. Ich finde, sie lachen mich an. Dieser Pyjama verbindet wunderschönes Design mit praktischen Eigenschaften des Tragekomforts und deutlich posi- tiven Effekten auf meine Umgebung. Besser geht es nicht, das Ding ist: perfekt. Wenn ich diesen Pyjama trage, fühle ich mich als um- tanzten mich Schmetterlinge, als liefen Kinder in strahlendem Sonnenschein um mich herum. Und keine Wolke verschattet mein Gemüt. Eigentlich fühle ich mich wie eine Blumenwiese. Welcher Mann kann das schon von sich sagen?

Jan Weiler ist Journalist und Buchautor, als Kolumnist schreibt er unter anderem in der Welt am Sonntag.

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Gerhard Matzig und sein Lounge Chair

Es ist nicht weiter schlimm, dass die Möbelpacker erst gegen zehn Uhr gekommen sind. Okay, vereinbart war acht Uhr, aber was soll’s. Schlimmer war schon, dass sie dann das Ikea-Stock- bett der beiden Jungs nicht richtig auf den Außenaufzug geschnallt haben. Und am schlimmsten, jedenfalls aus Sicht der Möbelpacker- Haftpflichtversicherung, war wohl, dass unter dem Außenaufzug mit dem etwas nachlässig fixierten Stockbett ein Auto stand. In blauer Farbe. Das weiß ich noch genau. Und ich wundere mich heute noch darüber, dass ein aus dem vierten Stock fallendes Ikea- Stockbett die Wirkung eines dinosauriertödlichen Meteoriten ent- falten kann. Armes Auto, muss man sagen. Zum Glück saß keiner drin – also weder im Auto, noch im Stockbett. Wir waren jedenfalls alle sehr platt. Auch das Auto. Aber letztlich war das nur ein Versicherungsfall. Schön cool bleiben, dachte ich noch. Die wahre Heimsuchung ereignete sich später. Nein, Heimsuchung ist zu milde ausgedrückt. Besser: Apokalypse. Welt- untergang. Armageddon. Der Tag, an dem die Erde still steht. Nach einem Drehbuch von Roland Emmerich. Basierend auf einer Vor- hersage der Maya. Ort: München, Waldtrudering. Starring: der Obermöbelpacker. Noch heute, Jahre später, sehe ich die Szene wie in Zeit- lupe vor mir. Es ist ein Trauma. Eigentlich gehöre ich in Behandlung. Also: Im Haus am Stadtrand, in das wir ziehen, sind schon alle Möbel – bis auf das Ikea-Stockbett natürlich, es ruhe in Frieden – an ihrem Platz, da wuchtet der Obermöbelpacker als krönenden Ab- schluss seiner Möbelpackerei meinen Lieblingssessel in Richtung Tür. Obwohl ich allen gesagt hatte, dass ich den selber trage. Aber nö, der Möbelpacker, übermotiviert wegen der Ikea-Geschichte, stemmt den Sessel, da ist der Türrahmen, es ist eine Frage von Sekunden- und Millimeterbruchteilen … und da höre ich es:

schrrrrrmmm. Ein ganz feines und extrem hässliches Geräusch. Es fährt mir direkt ins Herz. Der Möbelpacker, dieser Mörder, dieser Wahnsinnige, dieser apokalyptische Reiter: Er hat meinen Sessel gegen den Türrahmen gedrückt. Aus meiner Sicht: Die Kollision der „Titanic“ mit dem Eisberg ist nichts dagegen. Ich rase auf die Un- glücksstelle zu, schubse den Packer zur Seite und beuge mich mit zitternden Händen über meinen Sessel, als läge der im Sterben. Da:

eine ganz feine Schramme im Kirschholz. Mit dem Vergrößerungs- glas, das ich sofort hole, kann man sie sehen. Und da: eine Strieme im schwarzen Leder. Am liebsten würde ich jetzt heulen. Oder brül- len. Und toben. Und den Möbelpacker erschießen. Alle schauen mich verwirrt an. Meiner Frau bin ich offenbar etwas peinlich. Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen (und jeder Design-Freak wird mich verstehen): Dieser Sessel ist kein Sessel, sondern ein Lounge Chair, genauer gesagt: Nummer 158535, gekauft bei Vitra. Gekauft? Erstanden! Ersehnt nach Jahren des Sparens. Das ist kein Möbel. Das ist ein Heiligtum. Und übrigens das einzige Ding, das ich mitnehmen würde, müsste ich auf eine Insel ziehen und dürfte nur ein Ding mitnehmen. Ganz im Sinne Kants nähme ich das „Ding an sich“ mit, meinen Lounge Chair. Gott weiß es: Ich liebe ihn. Gut, ich liebe meine Frau und meine Kinder. Und richtig, Dinge sind leblos, aber, hm, dieser Sessel, also ich würde sagen: Es ist ein Wesen, womöglich ein vollkommenes. Jedenfalls ist der Lounge Chair einschließlich Fußteil (Ottoman)

quintessenzieller Natur. Das heißt: Man kann weder etwas hinzu- fügen noch hinwegnehmen, ohne diesen genialen, aus dem Jahr 1956 stammenden und bis heute unveränderten Entwurf von Charles und Ray Eames zu ruinieren. Kein Gramm. Kein Quäntchen. Nichts. Der Lounge Chair ist nämlich einerseits unglaublich modern – und andererseits unglaublich altmodisch, ja ohrensesselhaft. Er ist elegant und zugleich (eine höchst seltene Kombination) so be- quem, dass man sofort drin einschlafen kann. Daher war er auch der Lieblingssessel von Billy Wilder, dem Meister des Mittags- schläfchens. Das muss man mir jetzt bitte glauben. Einfach so – be- ziehungsweise auch deshalb, weil ich seit 20 Jahren als Kritiker für eine größere, sagen wir süddeutsche Zeitung über schöne Sachen schreibe. Zum Beispiel über schöne Häuser, in denen schöne Men- schen leben, die sich mit schönen Dingen umgeben. Ich begegne fast dauernd Dingen von erlesener Schönheit, wobei ich es aus Gründen der Selbsterhaltung meist vermeide, nach dem Preis zu fragen. Und deshalb behaupte ich, dass ich nach 20 Jahren Forschung auf dem Gebiet quintessenziell-dinghafter Vollendung in der Lage bin, das ultimativ schönste Ding auf der Welt zu benen- nen. Nein, es ist kein Audi S8. Es ist mein Lounge Chair, genannt „der Eames“. Der mit der Narbe und dem Striemen, die man mit der Lupe immer noch sehen kann. Manchmal streichle ich ein wenig darüber. Meine Frau schaut mich dann immer sehr nachdenklich an. Soll sie ruhig. Wirklich schöne Wesen liebt man ja oft gerade ihrer Narben wegen. Man ahnt: Die gehen nicht kaputt, die gehen höchstens dahin – wobei ich mir wünsche, dass mich der Lounge Chair überlebt. Was angesichts der qualitätvollen Verarbeitung und der ausgesuchten Materialien sehr wahrscheinlich ist. Aber sicher- heitshalber werde ich Waldtrudering nie wieder verlassen und nie wieder umziehen. Wann immer Sie mich dort besuchen: Ich bin im Eames.

Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen (und jeder Design- Freak wird mich verstehen): Dieser Sessel ist kein Sessel, sondern ein Lounge Chair, genauer gesagt:

Nummer 158535, gekauft bei Vitra. Gekauft? Erstanden! Ersehnt nach Jahren des Sparens. Das ist kein Möbel.

Gerhard Matzig

Gerhard Matzig ist Journalist und schreibt Bücher, er leitet das Ressort „Wochenende“ der Süddeutschen Zeitung.
Gerhard Matzig ist Journalist und schreibt
Bücher, er leitet das Ressort „Wochenende“ der
Süddeutschen Zeitung.
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Dirk Maxeiner und sein Kaminofen

Es ist ein schwerer Junge, auf den man sich zu hundert Prozent verlassen kann. Andere schwere Jungs, beispielsweise Möbelpacker, mögen ihn nicht besonders. Das weiß ich, weil ich in den letzten 25 Jahren schon einige Male umgezogen bin, und er immer mitmusste. Ich kann mich einfach nicht von diesem treuen Gesellen trennen, zu sehr ist mir mein dänischer Andersen 4/8 Kaminofen ans Herz gewachsen. Und das hat gleich eine ganze Reihe von Gründen. Zunächst war das gusseiserne Stück bei der Anschaffung ziemlich teuer. Ich erinnere mich noch daran, dass der Verkäufer einen verbreiteten Werbespruch bemühte: „Qualität bleibt bestehen, wenn der Preis längst vergessen ist.“ Inzwischen ist dieser Zustand tatsächlich eingetreten. Damals war das Mode- wort „nachhaltig“ übrigens noch nicht so verbreitet, heute würde der Mann vom Ofenladen es selbstverständlich anführen. Die Qualität des Andersen besteht im Grunde aus ganz einfachen Zutaten: hochwertiges Gusseisen, feuerfeste Schamott- steine, eine Ascheschublade, zwei Lüftungsschieber und ein paar hundert Jahre Erfahrung im Ofenbau. Das Design ist genauso un- spektakulär, Form follows Function, nicht mehr und nicht weniger. Eigentlich ist der Andersen in den Jahren, die wir zusammen ver- bracht haben, sogar immer schöner geworden. Gebrauchsspuren stehen ihm gut. Er lässt sich leicht anzünden, zieht prima und er- füllt den Raum bald mit einer unvergleichlichen Strahlungswärme. Durch die Scheibe zum Brennraum lodert munter das Feuer und beleuchtet das Antlitz derjenigen, die sich beinahe zwanghaft um ihn versammeln. In die Glut zu schauen und den Gedanken nachzu- hängen macht allemal mehr Spaß und bringt deutlich mehr Er- kenntnisgewinn, als im Fernsehen einer gebührenfinanzierten Talkshow zu folgen. Damit die Wärme sich noch länger hält, trägt mein Andersen auf den Backen dicke graue Specksteine. Manchmal er- innert er mich deshalb an eine Buddha-Statue, die unerschütterlich in der Mitte des Wohnzimmers thront und Erleuchtung über die Anwesenden bringt. Er hat eine ungemein beruhigende Wirkung, die sich noch verstärkt hat, seit es in Deutschland eine sogenannte Energiewende gibt. Ich und mein Andersen würden es selbst bei einem Blackout schön warm haben. So ein Kaminofen ist gewisser- maßen eine zeitlose Idee, die mit Autarkie, Unabhängigkeit und Freiheit zu tun hat. Mein Andersen ist nicht nur etwas, er meint auch etwas. Das hat er ganz offenbar mit anderen Verbrennungs- maschinen gemeinsam.

Dirk Maxeiner ist Journalist, Buchautor und Blogger, als Kolumnist schreibt er für Die Welt.

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Qualität bleibt bestehen, wenn der Preis längst vergessen ist. Inzwischen ist dieser Zustand tat- sächlich eingetreten. Damals war das Modewort „nachhaltig“ übrigens noch nicht so verbreitet, heute würde der Mann vom Ofenladen es selbstverständlich anführen.

Dirk Maxeiner

Wolfgang Peters

Ich schätze es wegen seiner Einfachheit. Und wegen seiner versteckten Botschaft. Denn es bietet eine klare und sofort begreifbare Funktion, die unmittelbar in seine Form mündet. Eigenschaft und Zweck werden von jeder- mann gleich begriffen, deshalb erscheint mir das Gerät perfekt.

Wolfgang Peters

und sein

Bleistiftspitzer

Das kleine Gerät existiert an der Grenze der Wahrneh- mung. Unscheinbar bis unsichtbar. Auf dem Schreibtisch hat es seinen Stammplatz außerhalb des warmen Lichtkegels der Lampe. Aber in Reichweite. Seine Anwesenheit ist eine Selbstverständ- lichkeit. Fast jeder hat schon einmal damit gearbeitet – ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Aber kann man es mögen? Ich schätze es wegen seiner Einfachheit. Und wegen seiner versteckten Botschaft. Denn es bietet eine klare und sofort begreifbare Funktion, die unmittelbar in seine Form mündet. Eigenschaft und Zweck werden von jedermann gleich begriffen, deshalb erscheint mir das Gerät perfekt. Seine Schlichtheit in Verbindung mit dem unverbrüch- lichen Versprechen auf schnelle und einfache Hilfe in Form eines durchaus sinnlich zu erlebenden Vorgangs faszinieren mich täglich. Kein aufgesetztes Design, keine Schmucklinie, keine erkennbaren Versuche, „Schönheit“ zu erzeugen, keine Anbiederung an den Benutzer, kein Millimeter zu viel in den Abmessungen. Handlich zwar, aber kein Handschmeichler. Pure Funktion, die sich von selbst erklärt. So präsentiert sich mir mein Bleistiftanspitzer. Oder kurz:

der Spitzer.

Er besteht nur aus zwei Teilen. Unten befindet sich ein Kasten aus matt durchsichtigem Kunststoff, in den oben ein von gelbem und schwarzem Kunststoff ummanteltes Spritzgussteil mit zwei unterschiedlich großen, konisch zulaufende Löchern ein- gesetzt ist. Zwei identische Klingen sind auf der abgeschrägten Seite jeweils mit einer Schraube fixiert und geben einen schmalen Spalt frei, aus dem sich die Hobelspäne des Bleistiftes ringeln kön- nen.

Der Vorgang des manuellen Spitzens eines Bleistifts ist einfach und wohltuend zugleich – ein Akt nahezu mythischer Kontemplation. Durch Drehen des Stiftes gegen die Klingen – unter Wahrung eines wohlbemessenen Drucks – wird die Ummantelung abgehobelt und legt die angespitzte Mine des Stiftes frei. Das Holz kringelt sich mit dem Grafitstaub in dem unteren Kästchen ein und wird durch nachdrängende Späne verdichtet. Bis ich das Kästchen entleere. Beim Spitzen entsteht ein leicht schabendes Geräusch und ich glaube, einen entfernt metallisch wirkenden Geruch wahr- zunehmen.

Die neue, schärfere Spitze aufs Papier zu setzen ist eine vergängliche Freude. Denn sie wird rasch wieder runder und stump- fer und der Spitzer muss abermals tätig werden. Dann wird der Stift zwar wieder tauglicher für den feinen Strich, aber gleichzeitig auch kürzer. Bei häufigem Gebrauch geht er rasch seinem Ende entge- gen. So ist der Umgang mit dem Bleistiftspitzer zugleich eine ver- steckte Botschaft für die Arbeit am Schreibtisch. Eine beständige Mahnung, mit den Dingen bewusst umzugehen. Seit 18 Jahren arbeitet mein Spitzer nun wie am ersten Tag. Vielleicht sollte ich ihm mal neue Klingen spendieren.

Tag. Vielleicht sollte ich ihm mal neue Klingen spendieren. Wolfgang Peters ist Journalist und Buchautor, bei

Wolfgang Peters ist Journalist und Buchautor, bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung leitete er das Ressort „Motor und Technik“.

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Kaum vorstellbar: Ich besitze den PL 112D noch heute. Er funktioniert nach wie vor und hat in beinahe 40 Jahren nie einen Grund zur Klage geliefert.

Hans Zippert

40 Jahren nie einen Grund zur Klage geliefert. Hans Zippert Hans Zippert und seine Klangmaschine Mein

Hans Zippert und seine Klangmaschine

Mein Körper, meine Mutter, mein Teddy und der PL 112D – das sind die Dinge, die mich am längsten in meinem Leben begleitet haben. Während der Körper und die Mutter sich sehr stark und der Teddy durchaus wahrnehmbar verändert haben, sind am PL 112D fast gar keine Veränderungen festzustellen – bis auf eine Verformung hinten am Plexiglasdeckel. Da hatte ich mich aus- nahmsweise nicht an die Bedienungsanleitung gehalten, die aus- drücklich vor der Aufstellung „in unmittelbarer Nähe von irgend- welchen Wärmequellen“ warnt. Wobei die wärmequellende Kerze am Anfang noch weit über den PL 112D herausragte, im Laufe der Party zu Ehren meines 16. Geburtstags aber schließlich so weit herunterbrannte, dass sie das durchsichtige Plastik verformte. Vielleicht sollte ich noch kurz auf den Teddy zurückkom- men. Es verhält sich keineswegs so, dass er mich ununterbrochen begleitet hätte. Das hätte mir auf der erwähnten Party jede Mög- lichkeit zum Klammerblues genommen. Schließlich konnte ein 16-Jähriger keinen Teddybär mit einer gelben Strickjacke in seinem Zimmer ausstellen, ohne als gestört zu gelten. Es war schon schlimm genug, dass an den Wänden meines Zimmers diverse Poster hin- gen, die ich sorgfältig aus der Mitte der Zeitschrift Das Tier gelöst hatte und auf denen eine Zebraherde oder zwei Nilpferde mit auf- geklappten Mäulern zu sehen waren. Um die Peinlichkeit in Grenzen zu halten, hatte ich den Bären, der ja auch ein Tier war, samt Strick- jacke im Schrank versteckt. Dort konnte er ungestört Uriah Heeps Lady in Black und Nights in White Satin von Moody Blues lauschen. Zwei Stücke, die ich überhaupt nicht leiden konnte, bei deren Klängen man aber automatisch die Lizenz zum Engtanzen hatte und Mädchen großflächig berühren durfte. Technisch wurde dieses Festival der Haptik ermöglicht durch den PL 112D – einen Plattenspieler der Firma Pioneer, den ich mir selber zum Geburtstag geschenkt hatte. Dafür trug ich zwei Jahre lang Zeitschriften aus. Jeden Donnerstag- und Freitagnach- mittag. Daneben arbeitete ich noch im Lager einer Spedition, was wiederum dazu führte, dass ich das Schuljahr wiederholen musste. Aber das waren Lappalien verglichen mit dem Besitz des PL 112D, der mich in eine neue Dimension des Schallplattenhörens katapul- tierte und, wie erwähnt, auch sexuell weiterbrachte. Vor ihm gab es die Grundig-Musiktruhe meiner Eltern, wo der Tonarm mit etwa einem Kilo Lebendgewicht durch die Rillen fräste. Nach der Truhe kam „Mister Hit“, der cooler aussah, aber den Platten ebenfalls unsägliches Leid zufügte. Es wurde wirklich höchste Zeit für den PL 112D: „ein Präzisions-Plattenspieler mit Riemenantrieb, der für die Eingliederung in eine Stereomusikanlage vorgesehen ist“. Der 16. Geburtstag verformte letztendlich nicht nur den Plexiglasdeckel, sondern verschob den Schwerpunkt meines Interesses vom Tier zur Schallplatte. Tatsächlich wurden auf der Party auch die Animals aufgelegt. House of the Rising Sun natürlich – eine Nummer, die sich sowohl zum Klammern, als auch zu unge- lenkem Ausdruckstanz eignet.

Kaum vorstellbar: Ich besitze den PL 112D noch heute. Er funktioniert nach wie vor und hat in beinahe 40 Jahren nie einen Grund zur Klage geliefert. Ein paar Tropfen Öl, ein neuer Antriebs- riemen, hin und wieder eine neue Nadel – mehr war nicht nötig, um das Gerät am Laufen zu halten. Ein Plattenspieler mit echter Holz- verkleidung, nicht bloß Holzoptik. Der PL 112D spielte alles, was er auf den Teller bekam. Beatles, Kinks, Smiths, Madness, Van Morri- son, Joni Mitchell, Fleet Foxes oder Jack White. Aber auch Straw- berry Alarm Clock, Peanut Butter Conspiracy und Chocolate Watch- band. Da machte er keine Unterschiede. An meinem 50. Geburtstag belegte mein Sohn den Plattenteller des PL 112D, um seinen Vater zu den Klängen von Stayin Alive herumzucken zu sehen. Anfang der 1990er-Jahre habe ich mal kurz an meinem Plattenspieler gezwei- felt und mit der CD geliebäugelt. Das nahm mir der PL 112D jedoch nicht übel. Er glaubte immer an mich – mit dem Ergebnis, dass ich heute 6.000 LPs besitze, aber höchstens 500 CDs. Der PL 112D war und ist die größte Autorität in meinem Leben. Jede Frau, die ich kennenlernte, habe ich zuerst dem PL 112D vorgestellt. Sehr viel später meiner Mutter und dem Teddy.

Hans Zippert schreibt als Kolumnist für Die Welt und für den Stern, sein Web-TV-Format Zippert zappt findet sich auf welt.de.

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SCHEICH-WERBUNG

Von König Ludwig zu den Scheichs von Dubai Ehedem war die Firma Moradelli „Königlich Bayerischer Hofschlosser“, heute ist sie bei Audi erste Wahl. Rund um die Welt ziert in München präzise gefertigtes Aluminium die Fassaden der architektonisch anspruchsvollen Markenstandorte – auch am bislang größten Audi terminal, Ende 2012 eröffnet in Dubai.

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Spiegelgalerie:

Thomas Sauer führt die traditionsreiche Firma Moradelli in siebter Generation, in der Hand hält er ein Musterblech für die Fassade eines Audi terminal.

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Paul-Janosch Ersing

Manfred Jarisch

Das Traumschloss auf der Garteninsel am

Rande der Alpen, tausendfach fotografiert:

Wer zum Chiemsee kommt, besucht auch Herrenchiemsee. Als „Bayerisches Versailles“ geplant, sollte es zum architektonischen Inbegriff der Monarchie werden – ganz im Sinne des französischen Sonnenkönigs, den der bayerische Herrscher zutiefst verehrte. Nicht nur an den Wochenenden ist das Inselschloss Ludwigs II. Ziel von Touristen aus aller Welt. Neben der imposanten neobarocken Architektur, den berühmten Wasserspielen in den großzügigen Gartenanlagen und den zahlreichen Anekdoten über den Märchen- könig begeistert vornehmlich die Handwerkskunst die Besucher. Zu bewundern ist sie in Form reichhaltiger Verzierungen – bis ins kleinste Detail hinein. Doch der König war nicht nur ein Freund glamouröser Repräsentation, sondern auch des modernen Komforts und der fortschrittlichen Technik. So verstecken sich in den Nebenräumen oder über abgehängten Zimmerdecken seiner Königsschlösser aufwendige Apparaturen, die das Leben bei Hofe erleichtern sollten. Im Auftrag des Königs lieferten die Handwerker Hightech-Produkte ihrer Zeit. Und wem die Ehre zuteilwurde, sich am Hofe zu verdin- gen und damit an der Verwirklichung der königlichen Träume mit- arbeiten zu dürfen, hatte zweifellos außergewöhnliche Fähigkei- ten vorzuweisen.

Einer dieser auserlesenen Handwerksbetriebe war die Schlosserei Moradelli zu München. König Ludwig II. persönlich verlieh Carl Moradelli (1844–1901), der das Familienunternehmen in dritter Generation führte, den ebenso begehrten wie wohlklin- genden Titel „Königlich Bayerischer Hofschlosser“. Fortan küm- merte man sich hier für den „Kini“ um dekorative Metallarbeiten

wie effektvolle Eisenlaternen, geschmiedete Beschläge für die schweren Holztüren oder filigran ausgearbeitete Treppengeländer. Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee: In den Schlössern Ludwigs II. finden sich bis heute die Arbeiten der Münchner Metallmanufaktur, gefertigt mit höchsten Ansprüchen an Material und Qualität. Doch die Moradellis lieferten nicht nur Schmuckwerk. Komplizierte Konstruktionen und technische Appa- rate, deren verlässliche Funktion nur durch eine hochpräzise Fer- tigung sichergestellt werden konnte, gehörten ebenfalls zu den von Ludwig II. bestellten Eisenwaren. Ein Rundgang durch Herrenchiemsee fördert einiges zutage: Das Stahlgerüst des doppelten Glasdachs im Foyer, ein eisernes Badebassin oder die Aufzugkonstruktionen der 55 Kron- leuchter in der knapp einhundert Meter langen Spiegelgalerie: Zum Entzünden und Löschen der unzähligen Kerzen können die Lüster über Seilzüge in den Saal herabgelassen werden.

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1 Königlicher Handlauf: Das gusseiserne Treppengeländer mit der fein ausgearbeiteten Königskrone in Herrenchiemsee stammt von Carl Moradelli (1844–1901).

2 Detailarbeit: Der mit Ornamenten und einer Maske verzierte Türbeschlag ist eine Sonderanfertigung des „Königlich Bayerischen Hofschlossers“.

3 Leuchter-Lift: Um die vielen Kerzen des schweren Porzellan- leuchters möglichst bequem entzünden und wieder löschen zu können, entwickelte Moradelli eine Seilzugkonstruktion.

4 Prunkschlafzimmer: Das hölzerne Geländer vor dem Königs- bett diente dazu, Besucher bei Audienzen auf Distanz zu halten.

5 Filigraner Leichtbau: Die stabilen Stahlträger des doppelten Glasdachs im Treppenhaus sind zwischen den Glasflächen ange- bracht – und dadurch unsichtbar.

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Das aus heutiger Sicht überraschende Produktportfolio der Moradellis beinhaltete auch das sogenannte Tischlein-Deck- Dich. Diese mechanisch betriebene Hubvorrichtung unterhalb des Speisesaals ermöglichte es dem bekanntermaßen etwas menschen- scheuen König, beim Essen auf die Anwesenheit seines Personals zu verzichten: Der komplette Esstisch senkte sich durch eine Öff- nung im Fußboden um ein Stockwerk ab. Dort konnte er in Ruhe gedeckt werden, bevor er dann – voll beladen – wieder in den Speise- saal zurückbefördert wurde. Mit maschinell gefertigten Heizkörperverkleidungen und Spezialblechen für Landwirtschaft und Industrie führten Carl Moradellis Bruder Alois sowie dessen gleichnamiger Sohn den Fa- milienbetrieb ins Zeitalter der Industrialisierung. Rund oder eckig gelochte Bleche entwickelten sich schnell zum wichtigsten Produkt des Unternehmens. Ein großer Anteil der Bühnentechnik des Prinz- regententheaters in München zum Beispiel ist seit der Jahrhun- dertwende mit Moradelli-Ideen ausgestattet. Auch die spezielle Lochung der klappbaren Theaterbestuhlung stammt von dem frü- heren Hoflieferanten. Die Erfolgsgeschichte der Moradellis schreibt sich bis heute fort. Inzwischen führt Thomas Sauer den Betrieb in siebter Generation. In Kirchheim, vor den Toren Münchens, produziert die Firma Loch- und Prägebleche für nahezu jeden Bedarf. Die Ver- wendung reicht von rein funktional bis hochästhetisch. „Für Indus- triekunden fertigen wir Filter, Siebe, Schutzbleche und Lüftungs- gitter“, erzählt Thomas Sauer. „Unsere architektonischen Produkte sind hingegen für jeden sichtbar: Verkleidungen, Geländer und komplette Gebäudefassaden.“ Als sich Audi vor einigen Jahren ein neues, weltweit ein- heitliches architektonisches Erscheinungsbild gab, saß Thomas Sauer bei der Fassaden-Planung mit am Tisch und ist heute mit seiner Firma einer der Lieferanten für die Außenhaut der Händler- architektur. Dass der 2007 entwickelte und inzwischen mehrere hundert Mal gebaute Audi terminal mit seinen dynamischen Formen einen so hohen Wiedererkennungswert besitzt, ist auch dem verwendeten Material zu verdanken. „Es sollte Aluminium sein – das Material, das für die Innovationskraft und Progressivität der Marke steht“, sagt Markus Allmann vom federführenden Archi- tekturbüro Allmann Sattler Wappner. „Wabenförmig perforiert und gefaltet, stellt Aluminium seine konstruktive Intelligenz und technische Präzision an jedem Audi terminal zur Schau.“ Dieser technische Charakter der Fassadenverkleidung entsteht auch in den Produktionshallen der Firma Moradelli. „Die optische Verbindung der Wabenstrukturen in der Fassade zu den sportlichen Kühlergrills der Audi-Modelle war eine besondere He- rausforderung“, erläutert Thomas Sauer mit Verweis auf die Prä- zision seiner modernen Stanzautomaten, Hochleistungspressen und Abkantmaschinen. Inzwischen ähnelt die Wabenblech-Produktion bei Moradelli der Serienfertigung im Automobilbau, jeder Arbeits- schritt bis hin zur Auslieferung ist akkurat durchgeplant: Die Alu- miniummodule werden bereits vorgeschnitten in Kirchheim ange- liefert, dann vor Ort gestanzt, gerichtet, auf Endmaß geschnitten und abgekantet. Auf Paletten verpackt versendet Moradelli die Fassadenverkleidung im exklusiven Audi-Design schließlich in alle Welt. Es gibt nur noch wenige weiße Flecken auf der Weltkarte im Büro des Geschäftsführers. Nach Athen, Casablanca, Guatemala City und dem südafrikanischen Rustenburg gehört nun auch Dubai zum globalen Liefergebiet.

6 Stanzen: Die Perforiermaschine stanzt die Wabenform ins Aluminium. Sie läuft im mannlosen Betrieb – teilweise rund um die Uhr.

7 Recyclen: Die wabenförmigen Stanzreste werden in großen Behältern gesammelt, eingeschmolzen und dann wiederverwendet.

8 Richten: Für optimale Planität werden die bereits gestanzten Aluminiummodule maschinell gerichtet.

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9 Abkanten: Die Abkantmaschine bringt die Alumodule für die Audi terminal-Fassaden in die charakteristische Form.

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Audi terminal Dubai:

Der Ende 2012 eröffnete Standort an der Sheikh Zayed Road trägt das mattsilbern glänzende Aluminiumkleid von Moradelli. Insgesamt wurden hier zirka 3.400 Quadratmeter halbtransparente Wabenform verbaut.

Aluminiumkleid von Moradelli. Insgesamt wurden hier zirka 3.400 Quadratmeter halbtransparente Wabenform verbaut.
Scannen Sie den QR-Code und erleben Sie den Audi-terminal in Dubai im Video! Größe: Bis
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Größe: Bis zu 57 Neuwagen werden im Audi terminal Dubai präsentiert.

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Auf der zwölfspurigen Sheikh Zayed Road im Emirat am Persischen Golf fließt der Verkehr Richtung Stadtzentrum. Wo bis vor kurzem noch eine Brachfläche war, ist in den vergangenen Monaten das charakteristische terminal-Gebäude in Form eines Kubus in den Himmel gewachsen. Schon von Weitem sticht das mattsilbern glänzende Aluminiumkleid von Moradelli ins Auge. Auf drei Etagen und einer Fläche von 8.700 Quadratmetern werden hier bis zu 57 Neuwagen präsentiert. Damit ist der neu eröffnete Show- room von Audi in Dubai der bislang weltweit größte. In den verschiedensten Ländern der Erde gibt die prä- gnante Fassade der Marke ein klares und unverwechselbares Ge- sicht. Zugleich sind die Audi terminals aber auch integrativer Bestandteil des jeweiligen Stadtbildes, denn das Architekturkon- zept bietet ein hohes Maß an struktureller Flexibilität. „Die Di- mensionen und die Grundform lassen sich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen“, beschreibt Rabeaa Saleem, die im Emirat den Neubau betreute, die Vorzüge. „In Dubai gab der zur Verfügung stehende Bauplatz an der wichtigen Verbindungsstraße den qua- dratischen Grundriss vor.“ Im Innern des neuen Audi terminal beherrschen die ausgestellten Neuwagen das Geschehen; die von den Audi-Archi- tekten gewählten Farbtöne Grau, Silber und Weiß bleiben dezent im Hintergrund. Für die aus Syrien stammende Bauingenieurin ist wichtig, dass kulturelle und religiöse Besonderheiten dabei nicht in Vergessenheit geraten: „Selbstverständlich befindet sich im Gebäude für die Kunden und Mitarbeiter ein Gebetsraum mit einem Waschraum.“ Einen großen Parkplatz vor dem Haus sucht man aller- dings vergebens. „Unsere Gäste genießen einen besonders kom- fortablen Service: Valet Parking“, erläutert Rabeaa Saleem. „Sie fahren vor und gehen durch die Eingangstür zum Empfang – ihr Auto wird derweil vom Personal in der Tiefgarage geparkt.“ Aller- dings handle es sich mehr um eine Durch- als um eine Vorfahrt, fügt sie mit Blick auf den Grundriss des neuen Audi terminal hinzu. Tatsächlich beschreibt die Zufahrtsstraße eine Linkskurve durch den Kubus, die großzügige Einfahrt ist in die Gebäudefront inte- griert. Neben der dadurch geschaffenen Wohlfühlatmosphäre hat diese Eingangslösung einen entscheidenden Vorteil: „Wer uns be- sucht, gelangt aus seinem Auto direkt in den klimatisierten terminal – ohne sich den hohen Wüstentemperaturen aussetzen zu müssen.“ Sonnenlicht und extreme Temperaturen sind auf der Arabischen Halbinsel ein Dauerthema. „Hier in Dubai kommt bei der Fassadengestaltung neben der ästhetischen noch eine Kom- fortkomponente hinzu“, erklärt Audi-Architektin Tanja Grötzinger, die das Großprojekt von Ingolstadt aus betreut hat. „Die halbtrans- parente Aluminiumstruktur ist auch ein wichtiger Sonnenschutz.“ Denn die Fenster der Büroetage oberhalb der Verkaufsflächen be- finden sich hinter dem wabenförmig perforierten und gefalteten Aluminium. Eigentlich steckt der Gedanke dahinter, damit die Verglasung der Fahrzeugausstellung zu betonen – in Dubai hat dieses Konzept einen angenehm kühlenden Nebeneffekt. In den Ausstellungsräumen hingegen wird mit automatischen Rollos

sowie speziell foliertem Glas das richtige Klima geschaffen.

10 Sonnig: Der weltweit größte Händlerschauraum wird tagsüber in helles Licht getaucht. Als Sonnenschutz dienen automatische Rollos und speziell foliertes Fensterglas.

11 Valet Parking: Anstelle eines großen Kundenparkplatzes erwartet die Besucher des neuen Audi terminal eine geschwungene Einfahrt – quasi direkt ins Gebäude hinein.

12 Baumeister: Für den repräsentativen Neubau verant- wortlich sind Rabeaa Saleem und Yousif Korkis, der die Bau- leitung übernahm.

13 Audi exclusive: Auf dem Galeriegeschoss präsentiert die quattro GmbH hochindividuell veredelte Audi-Modelle. Nebenan steht modernste Präsentationstechnik bereit.

14 Hoch hinaus: Im Hintergrund des neuen Audi terminal Dubai ragt der Burj Khalifa 828 Meter weit in den Himmel – das höchste Bauwerk der Welt.

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Das gilt auch für das Galeriegeschoss, auf dem die quattro GmbH mit gleich sieben Modellen vertreten ist, die über das Programm von Audi exclusive hochindividuell veredelt wurden. Eine so große Anzahl an Spitzenmodellen der Vier Ringe stellt selbst in Dubai ein absolutes Novum dar. Außergewöhnliche Ausstattungs- varianten von sportlich bis kostbar stehen hier im Vordergrund – edelste Materialien, hochwertigste Verarbeitung, spektakuläre Anmutung. In der benachbarten Lounge werden Erfrischungen, Tee und feinste Kaffeegetränke gereicht; in der neu geschaffenen Private Customer Lounge hält zudem mit der sogenannten Power- wall eine neue digitale Präsentationstechnik im terminal Dubai Einzug, die dem jüngst in London gestarteten Store-Konzept „Audi City“ entstammt. Raumhohe Projektionsflächen zeigen die Modell- palette von Audi einschließlich aller Ausstattungsoptionen und Funktionen nahezu lebensecht im Maßstab 1:1. Die edle Metallverkleidung des Hightech-Raums stammt – wie könnte es anders sein – vom ehemaligen „Königlich Bayerischen Hofschlosser“. Woran früher König Ludwig II. Gefallen fand, dürfen sich nun nicht nur die Scheichs, sondern alle Audi terminal-Besu- cher in Dubai erfreuen: präzises Handwerk aus dem Herzen Bayerns.

Magazin

Die Marke mit den Vier Ringen ist auf ganz unterschiedlichen Feldern aktiv. Und schreibt jeden Tag neue Geschichten. Audi-News und -Fakten aus aller Welt.

Flexibel: Jeder Audi lässt sich individuell konfigurieren.

Beste Wahl

Über 3,5 Millionen

Kombinations-

konfigurieren. Beste Wahl Über 3,5 Millionen Kombinations- Spaß mit der Maus: junge Audi-Fans beim Türöffner-Tag.

Spaß mit der Maus: junge Audi-Fans beim Türöffner-Tag.

Türen auf für die Maus

Zum ersten Mal öffnete Audi am 3. Oktober

2012 die sonst verschlossenen Werkhallen und betei-

ligte sich am „Türöffner-Tag“ der Sendung mit der Maus.

5.000 Gäste, davon 3.000 Kinder, blickten hinter die

Kulissen und erlebten die Sachgeschichte „Wie ent-

steht ein Audi“ live in der Technischen Entwicklung. 700

Tüten Popcorn und 650 Portionen Zuckerwatte wurden

von den Mausfans während des bunten Rahmenpro-

gramms verspeist. Als Stargast stets mit dabei: die

Maus zum Anfassen.

möglichkeiten bietet allein der Audi Q3,

über alle Modelle sind mehrere hundert Millionen Konfigura-

tionen möglich.

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Dialoge Marke

Millionen Konfigura- tionen möglich. 3,5 134 Dialoge Marke Stargast: Auch Jennifer Lopez kam im November 2012
Millionen Konfigura- tionen möglich. 3,5 134 Dialoge Marke Stargast: Auch Jennifer Lopez kam im November 2012

Stargast: Auch Jennifer Lopez kam im November 2012 zur Eröff- nung des Audi terminal nach Dubai.

Architektur für die Vier Ringe

Bereits rund 400 Audi terminals in aller Welt machen das gute alte Autohaus zum Architektur-

genuss. Der erste Audi terminal ging 2008 in Sydney nach dem Masterplan des Münchner Büros Allmann Sattler Wappner Architekten ans Netz. Die weltweite Nummer eins in puncto ausgestellter Neuwagen ist ak- tuell Dubai: Bis zu 57 Automobile erwarten die Besucher des dortigen Audi terminal. Auch für US-Sängerin

57

der Eröffnungsfeier im November 2012 Wert.

Jennifer Lopez war dieser Weltrekord einen Besuch bei

135

Dialoge Marke

war dieser Weltrekord einen Besuch bei 135 Dialoge Marke Spendenmarathon: Audi-Mitarbeiter und -Kunden radeln in

Spendenmarathon: Audi-Mitarbeiter und -Kunden radeln in Washington DC für einen gute Zweck.

Best Buddy

196.000 Dollar erliefen und erradelten 160 Audi of America-Mitarbeiter und -Kunden bei der Audi Best Buddies Challenge. Diese fand – zum dritten Mal mit Audi als Hauptsponsor – im Oktober 2012 in Wa-

shington DC statt. Insgesamt 2.500 Teilnehmer gingen bei dem Spendenmarathon durch die US-Hauptstadt an

2,5

den Start und sammelten eine Gesamtsumme von 2,5

Millionen Dollar. Die Spenden kommen der Non-Profit-

Organisation Best Buddies International zugute, die sich

seit 1989 für Menschen mit geistiger Behinderung ein-

setzt. Sie vermittelt Freundschaften und professionelle

Partnerschaften zwischen Menschen mit und ohne

Behinderung – einen „Best Buddy“ eben.

Pure Exklusivität

Knapp 650.000 Euro kostete der bisher teuerste verkaufte Audi. Der Audi A8 L Security in Phantomschwarz Perleffekt ging an einen Kunden aus Russland.

Vom Feinsten: der Audi A8 L Security.

Audi A8 L Security in Phantomschwarz Perleffekt ging an einen Kunden aus Russland. Vom Feinsten: der

Perfekt verkabelt

Im neuen Audi terminal in Frankfurt, dem derzeit größten Deutschlands, ver- legten die Handwerker mehr als 300 Kilo- meter Elektrokabel – dies entspricht in etwa der Strecke Frank- furt–Ingolstadt.

R8 für Twitter-Fans

#WantAnR8? Simple Frage, riesige Reso- nanz. Bereits über 100.000 Twitter-User antworteten Audi of America auf diesen im Juni 2011 erstmals ge- posteten Hashtag. Für bislang elf US-Fans ging der Traum vom Audi Supersportwagen ein Wochenende lang in Erfüllung: Sie hatten die Frage von Audi of Ame- rica besonders kreativ und zwingend beantwortet – und dabei die multi-medialen Möglichkeiten der Sozialen Netzwerke voll ausgeschöpft. #WantAnR8? ist die dritt- erfolgreichste Twitter-Kampagne aller Zeiten.

Ein Wochenende im R8: Für bislang elf Audi-Fans und Twitter- User aus den USA wurde der Traum Wirklichkeit.

und Twitter- User aus den USA wurde der Traum Wirklichkeit. R8 136 Dialoge Marke Nordische Impressionen:

R8

136 Dialoge Marke

den USA wurde der Traum Wirklichkeit. R8 136 Dialoge Marke Nordische Impressionen: Audi driving experience 2012.

Nordische Impressionen: Audi driving experience 2012.