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Uwe Fengler

Eine verregnete Nacht

Der Discofox hallt in meinen Ohren. Die Musik klingt lange nach, whrend meine Schritte strauchelnd versuchen ihren Weg zu finden. Es beginnt zu regnen und ich stelle mich an einer Hauswand

unter. Ich habe das Gefhl, dass mich die Dunkelheit im nchsten Moment verschlingen wird. Ich beginne zu wrgen. Ich hoffe, dass das Hhnchen von gestern Abend gut durch gegrillt war und keine Salmonellen mehr enthielt. Vielleicht habe ich aber auch nur zu viel getrunken. Fieber kann ich zur Zeit kaum gebrauchen. Hoffentlich lsst der Regen bald

nach. Ich will endlich nach Hause. Pltzlich schnffelt da ein Hund an meinen Schuhen. Der Besitzer taucht einen Moment spter auf. Hlt eine Leine in der Hand. Mustert mich kurz, als er mir gegenber steht. Murmelt ein Wort, das sich wie eine Entschuldigung anhrt und geht kurz darauf kopfschttelnd weiter. Er scheint sich sicher zu fhlen,

aber auch er wei nicht, wohin sein Weg fhrt. Als der Regen etwas nach lsst, schlage ich den Kragen meiner viel zu dnnen Jacke hoch, und wage einen ersten Schritt in die noch immer feuchte Dunkelheit. Es ist kalt und ich ziehe meine Schultern ein. Schon nach ein paar Schritten fhle ich mich vllig durchgent.

Ich bin inzwischen ziemlich mde, vielleicht sollte ich mir doch ein Taxi nehmen.
Uwe Fengler