Sie sind auf Seite 1von 1

Kohle, Kinder und Kommunen

-Anzeige-

Zu viel Kohle Zu wenig Kohle


Jetzt unterschreiben! KEINE NEUEN TAGEBAUE! Jetzt muss die Bundesregierung endlich handeln!
Das Volksbegehren „Keine Das Bundessozialgericht hat eine langjährige Forde-
neuen Tagebaue“ geht in den rung der LINKEN bestätigt. Dafür dass Kinder ledig-
Endspurt. Noch bis zum 9. lich 60 Prozent der Leistung für alleinstehende
Februar habe Sie die Mög- Erwachsene bekommen, hat der Gesetzgeber keine
lichkeit, Ihre Unterschrift in Erklärung, heißt es in der Urteilsbegründung.
Ihrem Meldeamt abzugeben. Seit über einem Jahr ignoriert die Bundesregierung
Jede Stimme ist dabei die überfällige Neufestsetzung der Regelleistung für
wichtig! Kinder nach dem SGB II (Hartz IV) sowie der Regelsätze nach dem SGB XII
Um es noch einmal deutlich (Sozialhilfe). Die derzeitigen Leistungen reichen bei weitem nicht aus, um den
zu sagen: Es ist kein Bündnis sogenannten kinderspezifischen Bedarf abzudecken. Darauf hat die LINKE
gegen Braunkohle. Es ist immer wieder hingewiesen.
eine Volksinitiative gegen Auch mit den sozial unausgewogenen Maßnahmen aus dem zweiten Konjunk-
den Aufschluss neuer Tage- turpaket wird die Kinderarmut in Deutschland nicht bekämpft. Die dort ange-
baue und für eine zukunfts- kündigte Anhebung der Regelleistung für Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren
fähige Energiepolitik. um 35 Euro genügt keinesfalls einer Neufestsetzung auf Grundlage des kinder-
spezifischen Bedarfs. Außerdem bleiben Kinder unter 6 Jahren sowie zwischen
Dieser Teil wird häufig in der medialen Berichterstattung weggelassen, ist aber
14 bis 18 Jahren von der Erhöhung ausgeschlossen. Damit stiehlt sich die Bun-
ein wichtiger Bestandteil weshalb wir das Projekt unterstützen. Wir wollen
desregierung aus der Verantwortung.
Brandenburgs Zukunft sinnvoll gestalten, die Dörfer retten, Klima sowie
Ich fordere die Landesregierung auf, jetzt schnell gegenüber der Bundesregie-
Umwelt schützen und Landespolitik nicht zum – wahrscheinlich auch noch
rung zu intervenieren. Die Regelsätze für Kinder sind zügig anzuheben ohne
untauglichen - Hilfsmittel für die Sicherung von Gewinnen großer Strom-
erst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes abzuwarten. Gerade bei
Konzerne machen.
Kindern darf nicht auf Zeit gespielt werden.

Gar keine Kohle


Wir gehen davon aus, dass mit den vorhandenen und genehmigten Tagebauen,
der Weiterbetrieb der bestehenden Kraftwerke noch zirka 20 bis 30 Jahre mög-
lich ist. Das halten wir für eine vernünftige Zeit, um Alternativen vor allem
auch für die jetzt noch in der Braunkohleverstromung Beschäftigten aufzubau- Jetzt investieren! In Strukturen UND Menschen.
en. Möglichkeiten dafür gibt es und benötigen eine politische Lobby. Im Übri- Die Bundesregierung legt sogenannte Konjunkturpakete auf, von denen fast
gen glaube ich sogar, dass wir nicht mal mehr so viel Zeit haben. ausschließlich Banken und Großunternehmen profitieren – ein tatsächliches
Krisenkonzept ist dies nicht. Die Mehrheit der Bevölkerung wird von diesen
Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments hat vor kurzem beschlos- Maßnahmen kaum etwas spüren, von der Krise sind viele Menschen bereits jetzt
sen, dass die Zertifikate für den CO2-Ausstoß komplett versteigert werden mit Kurzarbeit und Arbeitsplatzverlust betroffen. Steuern und Abgaben sollen
müssen, dass es keine Ausnahme für die erst im Juli sinken. Der beschworene konjunkturelle Anschub wird so nicht
Kohlekraftwerke geben wird. Lassen Sie das entstehen. Notwendig wäre dazu eine kurzfristig wirksame tatsächliche
Zertifikat mal 50 Euro pro Tonne CO2 Stärkung der Binnenkaufkraft, z.B. durch die Erhöhung des Hartz-IV-
Regelsatzes, Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, Erhöhung der
kosten – bis zu 80 € werden für möglich
gesetzlichen Renten etc.
gehalten. Nur für das Kraftwerk Jänschwal- Nach zwei Konjunkturpaketen als Rettungsschirme für Banken und Großunter-
de z.B. heißt das 25 Millionen mal 50 - da nehmen ist nunmehr dringend die Zeit für ein Sozialpaket als Rettungsschirm
kann sich jeder ausrechnen, was das für für die Menschen in diesem Land!
einen finanziellen Verlust für Vattenfall Und doch: das angekündigte Investitionsprogramm ist unstrittig das wirksams-
bedeuten würde. Und dieser Verlust kann te Element des Konjunkturpakets. Nach Vorstellungen der Bundesregierung soll
nach dem Willen der EU schon ab dem Jahre 2013 eintreten. hauptsächlich in Bildung und Infrastruktur investiert werden. Länder und
Kommunen sollen so Mittel für den Ausbau von Kitas, Schulen, Krankenhäu-
sern und Straßen erhalten. Es bedurfte der weltumspannenden Krise, dass
In einer politischen Auseinandersetzung, wo die Bundesregierung sagt, bis endlich Finanzmittel bereitgestellt werden, um die seit Jahren bekannt vernach-
2050 werden wir als Bundesrepublik aus der Braunkohleverstromung de facto lässigten, aber dringend notwendigen Aufgaben in den Kommunen in Angriff
aussteigen und eine entsprechende Politik auf EU-Ebene verfolgt, kann man als zu nehmen?!
Landesregierung nicht so tun, als wenn das auf Brandenburg alles nicht Nach derzeitigen Erkenntnissen werden für das gesamte Land Brandenburg ca.
zutrifft. Das Problem ist doch, wie die Landespolitik in dieser Situation agiert 4,5 Mio € Investitionsvolumen zur Verfügung stehen. Allein der Sanierungsbe-
und reagiert. Ich finde, man darf den Lausitzern keinen Sand in die Augen darf an Frankfurter Kita und Schulen beträgt fast 30 Mio. €! Und ob in vorhande-
streuen. Mann muss den Menschen sagen, was da auf sie zurollt. Wenn dann ne Infrastruktur im Sinne von Sanierung und Instandsetzung investiert werden
die verantwortlichen Politiker –wie im Landtag geschehen - den Dialog verwei- kann, ist noch offen. Nicht berücksichtigt wird zudem die Notwendigkeit, auch
in zusätzliches Personal zu investieren. Sachinvestitionen allein führen nicht zu
gern, sind solchen Reaktionen wie diese Volksinitiative zwingend notwendig.
einer Verbesserung der Qualität, beispielsweise in der Bildung. Deshalb muss
der Investitionsbegriff flexibler ausgelegt werden.
Dieser politische Gegendruck muss stattfinden, um deutlich zu machen, dass Die Ausreichung und Verteilung der Mittel darf auch nicht an einen finanziel-
man so mit einer Region und den Leuten nicht umgehen darf. Auch um politi- len Eigenanteil der Kommunen geknüpft werden. Das können insbesondere
schen Raum für eine Debatte über die Gestaltung von Alternativen beim finanzschwache Kommunen wie Frankfurt (Oder) nicht stemmen und würde
unvermeidlichen Strukturwandel in der Region zu schaffen. sie von der dringend benötigten Unterstützung ausschließen.

Thomas Nord Sandra Seifert


Landesvorsitzender DIE LINKE. Brandenburg Fraktionsgeschäftsführerin

Nächste Sitzung der Fraktion: Besuch des Deutschen Bundestages


05.02.09, 17.00 Uhr
Rathaus Raum 215 (Vorbereitung der nächsten Für die Sonderreise nach Berlin, u.a. mit Besuch
Stadtverordnetenversammlung) des Deutschen Bundestages und des Deutschen
Doms vom 6. bis 8. März 2009 sind noch Plätze frei.
Nächste Sitzung des Kreisvorstandes:
04.02.09, 17.00 Uhr
Beratungsraum der LINKEN, Zehmeplatz 11 Für Fragen und Anmeldungen nutzen Sie bitte DIE LINKE. Frankfurt (Oder) im Internet:

Die Sitzungen von Fraktion und Kreisvorstand sind grundsätzlich öffentlich.


die Rufnummer 0335 / 53 11 45.
www.dielinke-ffo.de