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Manfred Dziallas

Der Eifelbahner
Impressum:

1. Auflage 2008
Herausgegeben im Eigenverlag von Manfred Dziallas
Eichenstraße 3
89275 Elchingen
Telefon: 0731 – 26 35 85
Fax: 0731 – 37 86 147
tenderlok62@arcor.de
Alle Rechte vorbehalten.
Druck: Druckerei Burbach, D-54634 Bitburg
Vorwort

„Der Eifelbahner“ erzählt die Geschichte der Familie Weiden


aus Malberg in der Südeifel; einem kleinen Dorf, fernab der großen
Metropolen, Mitte des neunzehnten Jahrhunderts.
Die Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt im mittleren
Kylltal großteils durch Hopfenanbau und dem Abbau des
hochwertigen roten Sandsteins in Steinbrüchen – den Steinkaulen.
Die Eisenhütte des Baron von Veyder ist das Herzstück der
bescheidenen Eisenindustrie der umliegenden Gemeinden. Die
adlige Familie zehrt noch vom Glanz vergangener Tage. Doch sie
hat den Höhepunkt ihrer Macht lange überschritten.
Trotz des günstigen Klimas hat die Landwirtschaft am
Auskommen der Menschen nur einen bescheidenen Anteil. Das
liegt nicht zuletzt an der nur mäßigen Fruchtbarkeit des lehmigen
Sandbodens und den beengten Verhältnissen im Tal. Ausgeprägter
Ackerbau findet sich in den Weilern auf der Hochebene der
geologisch zum Lothringer Stufenplateaus gehörigen Landschaft,
mit seinen Kalkböden. Doch auch Malberg hat Ackerland auf den
Höhenlagen „des Burscheider Flurs“ –kurz die Flur genannt- und
auf Blickland, bei der kleinen Siedlung Mohrweiler.
An den nördlich gelegenen Berghängen und den Steillagen
wächst, wie es damals für die Region prägend war, ausgedehnter
Buchenwald, der in den vielen Köhlereien, die den Ort umfassen,
zu Holzkohle für das Hüttenwerk verarbeitet wird.

In den Jahren um 1850 ist Paul Weiden ein Junge, wie andere
auch zu jener Zeit auf dem Land. Der frühe Tod der Mutter bindet
ihn fester an seinen Großvater, der weitgereist, die Dinge jenseits
des Eifelgebirges gesehen hat und dem Enkel das Erlebte und
seine Erfahrung mit auf den Lebensweg gibt.

Die Eifel gilt damals als sehr rückständig. Nach der großen
Hungersnot, welche die Gegend 1846 heimsuchte, nennt man im
Staat Preußen die Eifel nicht grundlos „preußisch Sibirien“!
Die Reformpolitik des preußischen Staates, zu dem auch die
Eifel, als Teil der Rheinprovinz in dieser Zeit gehört, greift nur
langsam in der dünnbesiedelten, entlegenen Gegend. Der Besuch
höherer Schulen ist der Landbevölkerung so gut wie unmöglich.
Die Schulsituation in den Gemeinden darf mit Recht als
„erschreckend“ bezeichnet werden. Manche Dörfer fordern gar
noch um 1920 die Wiedereinführung der „Hüteschule“, wie sie bis
1880 Bestand hatte – Befreiung der Schüler vom Unterricht von
Anfang Mai bis einschließlich Oktober zum Viehhüten und zum
Ackerbau! Einen Ausweg aus der aussichtslosen Situation scheint
es nicht zu geben.
Die Bevölkerung leidet unter den Begierlichkeiten des
„Landadels“, der nicht von seinen alten Rechten und Privilegien
lassen will; obwohl er diese 1815 seit langem an das Land
Preußen verloren hat. Die katholischen Kirche, über die
Jahrhunderte „Herr der Lage“ im Lande, ist der Meinung, den
„kleinen Mann“ „dumm“ und gefügig halten zu müssen, um die
eigenen Pfründe zu wahren.
Da können Konflikte zwischen dem katholischen Klerus und
der „protestantischen“ Regierung im fernen Berlin, die auf Bildung
und Fortschritt ausgerichtet, nicht ausbleiben. Die Streitigkeiten
gipfeln im von 1871 bis 1887 andauernden „Kulturkampf“. Die
Kirche weiß das einfache Volk auf ihrer Seite. Die Menschen
mißtrauen allem fremden; und das aus gutem Grund!
In den vergangenen Jahrhunderten war die Eifel als
„Versorgungs- und Nachschublager“ bei allen durchziehenden
Heeren sehr beliebt. Da machte es keine Mühe alles wertvolle, eß-
und trinkbare zu plündern, wodurch die Einheimischen über die
Zeitläufe in immer bittere Not und Armut getrieben wurden.
Warum soll man also den „neuen“ Herren mehr trauen, als denen
die bisher das Sagen hatten?

Da schlägt die Nachricht von Plänen zum Bau einer


Eisenbahnlinie von Düren nach Trier, die auch das Kylltal in der
Region berührt, wie eine Bombe in der beschaulichen, von der
Welt vergessenen, Gegend ein. Die meisten wissen nicht mal so
recht was eine Eisenbahn ist, und wie sie funktioniert.

Paul bemüht sich zeitig um eine Anstellung. Nach der


schweren Kindheit und Jugend, mit all dem erlittenen Unrecht und
dem Leid, daß er ertragen mußte, setzt er alles daran seiner
Familie nun ein sicheres Auskommen zu schaffen.
Der Weg zur Eisenbahn wird für ihn zum Spießrutenlaufen!
Oft ist er mit seinen Kräften am Ende und möchte nur noch alles
„hinwerfen“! Aber er „beißt“ sich durch und schafft es bis zum
Lokführer.

Die weitere Geschichte schlägt den Bogen über den ersten


und zweiten Weltkrieg bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten
Jahrhunderts und damit in die Zeit als die letzten
Dampflokomotiven von den Gleisen der Eifelhauptbahn
verschwanden, sowie dem Rückzug der Eisenbahn aus der Fläche.
Wer kennt noch Erdorf – Igel, Gerolstein – Prüm – Pronsfeld –
St. Vith oder Waxweiler, Daun -Wengerohr - Bernkastel oder das
„Saufbähnchen“ Trier – Bullay. Es kommen keine schweren
Güterzüge mehr vom Rheintal über Ahrweiler nach Lissendorf und
von dort weiter an die Saar oder nach Luxemburg. Während
anderswo über Wiederinbetriebnahme stillgelegter Strecken
nachgedacht wird, feiert man in der Eifel jeden Meter Gleis der
rausgerissen wird. Zuletzt waren das die Strecke Jünkerath –
Losheim oder die alte Eisenbahnbrücke in Bitburg. Geblieben ist
nur die „arg gerupfte“ Eifelhauptbahn Köln – Trier.

Verehrte Leser! – Steigen sie ein in den „Eifelbahner“ und


genießen sie die Reise! Erleben sie beim Einsteigen wie sich
dieser kostbare Duft in den Wagen niederlegt. Hier gibt es sie
wieder: diese Mischung aus Dampf, Kohle, Schwefel und heißem
Öl, die mich seit meiner ersten Zugfahrt nicht mehr losläßt.

Eine Umrechnungstabelle alter Maßeinheiten finden Sie im


Anhang

Ähnlichkeiten mit lebenden und verstorbenen Personen sind


reinzufällig und die Handlung frei erfunden.

Der Autor

DER EIFELBAHNER
Erstes Buch

Ein elendes Wetter ist das wieder heute! Nebel, Regen, Kälte
und dann, als ob das alles nicht ausreicht, seine Gesundheit zu
ruinieren, diese knochenharte Schufterei! Doch wenn Paul an die
schweren Jahre beim Bauern in Weich zurück denkt, wo oft nur ein
trocknes Stück Brot und ein Schluck Viez (Apfelwein) für ihn abfiel,
so geht es ihm hier beim Bau der Bahnlinie verhältnismäßig gut;
wenn bloß dieses Miststück von Schachtmeister nicht wäre.

Ja, der Großvater, den es anno 1814, als jungen Korporal der
Dragoner unter Blücher, bei der Verfolgung Napoleons, in die Eifel
verschlagen hat, der baute sich noch ein schönes großes Haus;
gleich unten neben den Steinhauerbuden, dort wo der Bach in die
Kyll mündet. Und von dem Hopfen, den er wie viele andere hier in
Malberg, in Terrassen- und Schwemmlandgärten im Tal der Kyll
anbaute, und an die Schloßbrauerei, die Kyllburger und die drei
Bitburger Brauereien verkaufte, konnte er sich einen
bescheidenen Wohlstand erwerben.
Sie wohnten in zwei schönen, geräumigen Zimmern im Haus
des Großvaters und seit die Großmutter vor wenigen Jahren
gestorben war, lebten sie in einem Haushalt mit Opa, der nur eine
kleine Kammer für sich beanspruchte.

Aber um 1845 verfielen die Hopfenpreise zusehends, so daß


Opa seinen Erwerb aufgeben mußte, und als er und der Vater in
der Eisenhütte des Baron schließlich eine schlecht bezahlte Arbeit
fand, verarmte die Familie immer mehr.
Der Vorfahre des jetzigen Besitzers, Franz Moritz von Veyder,
hatte 1749 den Betrieb, in dem vornehmlich Raseneisenerz aus
den Feldern bei Weich, Balesfeld, Steinborn und Seinsfeld verhütet
wurde, gegründet. So kann man es noch heute am Eingangsportal
der Hütte lesen.

Paul war damals drei Jahre alt und die Kinderjahre verflogen
recht sorglos. Opa erklärte ihm die Wunder der Natur und das
größte Glück war, wenn er ihm einen Rambur vom riesigen
Apfelbaum, in der großen Wiese hinterm Haus, pflückte. Dann
erzählte Opa Geschichten vom Krieg und vom Marschall Vorwärts,
der mit eisernem Besen das Land reingemacht und die Welschen
bis Paris getrieben hat. Damals ist auch die Eifel an Preußen
gekommen und gehörte ab da zur Rheinprovinz.
Manchmal erzählte er von Schlesien und vom Elend der
Weber und von den „Zwölf Aposteln“. Was Paul doch sehr
verwirrte, da Opa sagte es wären Häuser und der Pastor
behauptete, daß es die auserwählten Jünger Jesu waren.
Als Paul acht Jahre alt war, mußte er zur Schule, die von
November bis Mitte März abgehalten wurde. Paul ging nur sehr
widerwillig dorthin; war es doch viel schöner draußen in der Natur
rumzutoben und dem Großvater zuzuhören. In der übrigen Zeit
des Jahres wurde Feldarbeit erledigt, im Frühjahr trugen Opa,
Vater und er in der Hoht (Kiepe) Mist in die Gärten, im Herbst die
Früchte, die das Land her gab, zurück nach Hause. Für die Gärten,
die an der Kyllschleife bei Malberg lagen, wurde zusätzlich ein
Handwagen mit Mist beladen. Da brauchte man wenigstens nicht
so viel zu schleppen. Paul mochte den Geruch von Dung. Doch
mußte die Jauche unbedingt durch sein Hemd in den Nacken
rieseln?
Und die Ziegen mußten gehütet werden- was gar nicht so
leicht war, doch das kann nur wissen, wer schon mal Ziegen
gehütet hat.
Schulmeister war der Hilfspfarrer Bell, der die Kinder des
Dorfes im Alter von acht bis zwölf Jahren in einem Klassenraum
unterrichtete. Er wohnte in einem kleinen Raum in der alten
Kirche, der nur über eine steile Treppe, die aus dem aufgelassenen
Kirchenraum ins Untergeschoß führte, oder durch eine schmale
Pforte unter dem Altarraum von außen, betreten werden konnte.
Der Unterricht fand in den nicht mehr gebrauchten Kirchenbänken
statt und bestand vorwiegend aus Bibel- und
Katechismusstunden, ein wenig Rechnen, Lesen und Schreiben.
Die meiste Zeit aber regierte der Rohrstock, den Hilfspfarrer Bell
mit Freuden auf den Handflächen und Hinterteilen seiner Schüler
tanzen ließ. Die Ortskirche war mit den Jahren zu klein geworden
für die stetig wachsende Bevölkerung Malbergs. Man sann auf
andere Mittel und nach Zustimmung des Barons durfte die
Schloßkapelle von der Gemeinde mitgenutzt werden. Das
Langhaus war um einen dritten Flügel verlängert worden und bot
nun allen Platz. Die Empore hat einen separaten übermauerten
Zugang aus dem Schloß erhalten und kann nur von dort betreten
und nur von den Schloßbewohnern genutzt werden. Lange durfte
man die alte Kirche nicht mehr, für die Schulstunden, nutzen. Die
Gemeinde hatte sie veräußert und sie wurde bald zu einer
Scheune umgebaut. Zur Fortbildung nutzte man jetzt das alte
Bauernhaus überm Weberbach, zwischen den Hopfengärten.
Zweimal in der Woche kam Pastor Ohlkan aus Kyllburg um die
Kinder in biblischer Geschichte abzufragen. Er war ein großer,
schwerer Mann. So wird der Riese Goliath ausgesehen haben.
Wenn eine Antwort, die er auf seine Fragen erhielt, nicht stimmte,
schlug er mit seiner mächtigen Pranke zu, daß man glaubte der
Kopf würde einem abgerissen. Paul wußte mit dieser Art von
Schule nichts rechtes anfangen. Fromm ist er nie gewesen und mit
Religion konnte er nicht viel anfangen, doch verstand er mit den
Gegebenheiten umzugehen. Er war ein guter Schüler, mit dem
seine Lehrer zufrieden waren. Erst als Pastor Ohlkan keine Antwort
mehr auf seine Fragen zu so mancher Ungereimtheit in der
Heiligen Schrift fand, hatte Paul sich einen bösen Feind gemacht,
der Liebe predigte und Schläge austeilte.

Mutter starb mit 30 Jahren, im Oktober des Jahres 1847, bei


der Geburt ihres zweiten Kindes. Auch das Kind war nicht zu retten
und folgte der Mutter zwei Tage später. Pastor Ohlkan predigte bei
ihrer Beerdigung, daß der liebe Gott Pestilenz über eine solch
ketzerische Brut schicken und das Gewürm ausrotten werde. Opa
und Vater hörten dem Pfarrer mit versteinerter Miene zu. Später
erzählte Großvater, der evangelisch war und damit ein Dorn im
Fleisch des katholischen Hirten, Paul von der Zeit, als die Preußen
in die Eifel kamen, und die Geistlichkeit die Menschen zum Kampf
und Widerstand, gegen die lutherischen Ketzer, aufrief. Die
starrsinnigen Bauern, die nichts anderes kannten als ihr Dorf, den
Wald, die Wiesen und Felder vertrauten selbstverständlich ihrem
„Herrn“ mehr, als den Fremden aus dem fernen Berlin, die von
Fortschritt und Aufklärung redeten. Als ob hier jemand gewußt
hätte was das ist. Im Frühjahr wurde gesät, im Sommer und
Herbst geerntet und im Winter gesponnen und so war das schon
seit Adam und Eva. Und so soll es auch bleiben, basta! Und diese
Ordnung ist von Gott gewollt und der Pastor, sein Vertreter auf
Erden, Richter und Vollstrecker. Wer sich diesem ungeschriebenen
Gesetz nicht unterwirft, wird ausgestoßen.
Erst als man begann Verwaltungen einzurichten, Straßen und
eine bescheidene Industrie zu bauen, versuchte wo immer es
ging, Not zu lindern, wachten auch die Menschen in der Eifel
endlich auf! Nun brauchte auch in der Eifel niemand mehr
verhungern. Doch im abgelegenen Kylltal versuchten die
Geistlichen den Machterhalt, und Pastor Ohlkan war einer der
alten Aufrührer, der es nicht zuließ, daß freier Geist und
Wissenschaft gelehrt wurden. Jedoch Opa war ein guter Lehrer
und dank seiner, lernte Paul, wenn auch nur bescheiden, lesen,
schreiben und rechnen; dazu ein wenig aus Geschichte, Natur und
Heimatkunde. Das war seinen Freunden Michel und Hannes
verwehrt. Paul wußte, daß er mit ihnen durch dick und dünn gehen
konnte und sie wußten das gleiche von ihm und sie hielten
zusammen in gut und böse. Paul versuchte den beiden das von
Opa erlernte zu vermitteln. Es konnte ihnen aber nur beibringen
ihre Namen richtig schreiben zu lernen.
Im Dorf redeten die Leute von der Revolution. In Wien und
Berlin hätten die Bürger Barrikaden errichtet und sich mit der
Armee Gefechte geliefert. Revolution...Barrikaden...??? Was war
das denn schon wieder? Paul hatte keine Ahnung. Nur soviel
wußte er: Bis nach Malberg war die Revolution nicht gekommen,
hier ging alles seinen alten Gang. Er spielte mit Michel und
Hannes Revolution. Sie waren die Soldaten und die Ziegen die
Aufständischen. Ihre Gerten wurden zu Säbeln, mit denen man die
Revolutionäre nach Hause in den Stall trieb.

1849 geschah dann das Unglück in der Eisenhütte. Sie gab


ungefähr siebzig Männern Brot und Arbeit. Vater und Opa hatten
sich durch ihr Geschick und ihren Fleiß einen guten Ruf in der
Hütte erworben. Der Betriebsleiter Wigand, dem der Wille der
beiden nicht verborgen blieb, und der sehr von ihrer Leistung
beeindruckt war, bot ihnen an die neue Dampfmaschine zu
bedienen, die zur „100-Jahr Feier der Gründung“ der kleinen
Eisenhütte angeschafft worden war. Zu oft haben die Wasserräder,
bei Niedrigwasser oder im Winter bei Eisgang, ihren Dienst
versagt. Jetzt hatte man ein mächtige Maschine aufgestellt und
um sie rum, gleich an die große Halle, ein Maschinenhaus gebaut.
Wohl war sie eine gute Rute lang, und maß nicht viel weniger in
der Höhe. An ihrem vorderen Ende war die Feuerbüchse. Diese
war so hoch, daß ein Mann in ihr stehen konnte. Drauf thronte
liegend der mächtige Dampfkessel. Zwei Treppen führten links und
rechts zu ihm hoch. Es schloß sich auf jeder Seite je eine Galerie
an, um die Speiseeinrichtungen und Sicherheitsventile zu warten,
und die nötigen Pflegearbeiten in diesem Bereich durchführen zu
können. Am hinteren Ende stand der große Schornstein, dessen
Spitze Paul vom Haus, welches hinter dem Bergrücken liegt, der
Kyll- von Neidenbachtal trennt, sehen konnte. Ein mindestens
sechs Fuß hohes Schwungrad wurde von zwei Kolben angetrieben,
die einen höllischen Lärm machten. Über Transmissionen trieb sie
Bohrwerke, Schleif- und andere Maschinen in der Werkhalle zur
Metallbearbeitung an.
Vater hatte Paul einmal heimlich früh mit zur Arbeit
genommen und ihm alles gezeigt. Es war sehr laut, als die
Maschine zu arbeiten anfing. Doch wie gefiel ihm das Stakkato der
Zylinder. Dieses Geräusch hat er bis heute in der Ohren. Wenn er
daran denkt, wird ihm immer ganz warm ums Herz.
Man hatte schon lange erkannt, daß die Hütte vom
Eisengießen allein nicht mehr existieren konnte. So fertigte man
allerlei Gerät, für Haushalt und Landwirtschaft, welches sich in
den Dörfchen und Städtchen der Westeifel gut verkaufen ließ.
Der Gedanke die neue Dampfmaschine zu unterhalten, war
sehr verlockend. Hofften doch Vater und Opa so der schweren
Arbeit in der Gießerei zu entkommen. Drei Monate dauerte die
Ausbildung der beiden, durch einen Maschinenbauingenieur, der
eigens von der Maschinenbauanstalt Borsig in Berlin geschickt
worden war, um den Zusammenbau der Dampfmaschine zu leiten
und überwachen und die Bedienungsanweisungen zu geben. Die
Maschine wurde auf den Namen „Diana“ getauft und lief drei
Monate zur vollsten Zufriedenheit des Ingenieurs Herrn Samuel
Braun und des frisch ausgebildeten Maschinenführers, sowie
seines Kesselwartes- Vater und Opa! Für die Nacht wurde „Diana“
mit einem sogenannten Ruhefeuer versehen, da die Hütte abends
ihre Tore schloß und daher keine Energie für die Nacht vorhanden
sein mußte. Der Zustand des Kessels erlaubte es dann am
folgenden Morgen den Dampfdruck schnell hoch zu fahren. Da
Opa und Vater eine Stunde vor den anderen Hüttenarbeitern ihren
Dienst begannen, brachte die Maschine bei Schichtbeginn
Höchstleistung.
Gefeuert wurde mit Buchenholzscheiten. Diesen Brennstoff
lieferten die riesigen Buchenwälder der Westeifel. Obwohl die
Hüttenwerke in Eisenschmitt, Hamm und Malberg bereits große
Löcher in den Wald gefressen hatten, existierte immer noch ein
beachtlicher Laubbaumbestand, in der Mehrzahl waren es
Rotbuchen. Die Kahlschläge wurden schon damals gezielt wieder
aufgeforstet, aber das Wachstum der Laubbäume ist sehr
langsam. Bis zur ausgewachsenen Buche braucht es 150 bis 200
Jahre. Die staatlichen Forstämter Preußens ließen dann auch zum
ersten Mal Fichten in der Eifel pflanzen, welche in dieser Gegend
bis dahin gänzlich unbekannt waren. Fichten sind jedoch schon
nach etwa 60 Jahren schlagreif und somit ein schnell zu erntender
Baum, der gerne und oft als Bauholz Verwendung findet.
Für das Ruhefeuer nahm man Holzkohle aus den vielen
kleinen Köhlereien im „Käppchen“, „auf Meiselter“ und „auf der
Haardt“, die das Werk auch für die Schmiedefeuer verwendete.
Steinkohle war vollkommen unbekannt in der Gegend. Opa
hatte von dem schwarzen Stein erzählt, der im Berg ruht und im
Feuer glüht. Von einer Reise, die ihn vor vielen Jahren bis ins ferne
Trier führte, brachte er ein paar Brocken mit. Sie gingen in der
Familie von Hand zu Hand. Alle Verwandten wurden eingeladen,
gerade so, als ob ein hoher Feiertag wäre. Und wie Opa sie recht
achtlos ins Feuer warf, lobten alle die große Wärme und die lange
Brenndauer. Nur Oma, die zu der Zeit noch lebte, meckerte über
die schwarzen Hände, die rotglühende Ofenplatte und den
Schwefelgestank, der nur, genau wie dieses Teufelszeug, aus der
Hölle stammen konnte. Paul war damals noch so klein, daß er sich
an diese Begebenheit nicht mehr erinnern kann. Opa lachte jedes
Mal aus vollem Hals, wenn er die Geschichte wieder mal zum
besten gab, und an die Stelle kam, wo Paul sich eine Kohle
schnappte und durch sein Gesicht rieb. „Der Pelzenbock
(Belzebub), der in der Hölle wohnt, und am 6. Dezember mit Sankt
Nikolaus von Haus zu Haus zieht, um die bösen Kinder zu holen,
sieht nicht schlimmer aus!“ erzählte er dann immer mit Tränen in
den Augen vom vielen Lachen.
In der Eisenhütte bemerkte niemand, daß Vater mehr und
mehr die Arbeit, welche dem Großvater zugedacht war, mit
übernahm. Das Feuern mit den schweren Holzscheiten forderte
Opa doch sehr, so daß Vater, der noch jung an Jahren, dieses zum
Großteil mit erledigte. Im Herbst gab es erstmals Schwierigkeiten
mit der neumodischen Dampfmaschine! In der Nähe der
Speiseleitung schien ein Riß im Kessel zu sein. Dampf strömte,
unter hohem Druck, unter der Verkleidung hervor. Die genaue
Ursache war nicht zu erkennen, da alles durch das Kesselblech
verdeckt war. Vater meldete sogleich den Zustand des
Dampferzeugers dem Hüttenmeister Wigand. Herr Ingenieur
Braun, welcher schon seit vielen Wochen abgereist war, nachdem
er die Maschine bei Vater und Opa in guten Händen wußte, hatte
strikte Anweisung gegeben das Feuer in einem solchen Falle
sofort in den Aschkasten zu ziehen, die Glut zu löschen, kaltes
Wasser nachzuspeisen und den Druck vom Kessel zu nehmen. Er
müsse unverzüglich informiert werden und „Diana“ dürfe unter
gar keinen Umständen wieder in Betrieb genommen werden, bis
er eintrifft und sich ein Bild vom Schaden gemacht hat! Dann
werde er eine Entscheidung treffen, was weiter zu tun sei, und das
nötige in die Wege leiten.
Als Wigand dem Baron Veyder den Vorfall meldete und darauf
drang, Herrn Braun zu benachrichtigen, schalt dieser ihn einen
Narren, einen Dolles und Deppen. „Weiß er überhaupt, was es
kostet den Herrn Ingenieur anreisen zu lassen, ihn zu beköstigen
und zu logieren? Und was soll in der Zwischenzeit mit der Hütte
geschehen? Hat er darauf eine Antwort? Sollen wir, Baron Veyder
sie schließen? In dieser schweren Zeit?! Die von der Eisenschmitt
müssen schon ins Ausland nach Westfalen und ins Bergische
arbeiten gehen, will er denen gleich folgen?“ Außer dem Baron
sprach wohl niemand mehr diese höfische Sprache. Er wollte wohl
damit seinem hohen Stand noch eine besondere Note verleihen.
Auf die Entgegnung Wigands: „Mit Verlaub euer
Hochwohlgeboren! Für die Zwischenzeit könnten doch die alten
Wasserräder wieder die Transmissionen antreiben. Die Anlagen
sind ja noch alle da!“ schlug Baron Veyder mit der Faust derart
hart auf den Tisch, daß dieser in zwei Teile zu zerbrechen drohte.
„Er ist ein Idiot! Wozu hat er denn zwei Maschinisten in unserem
Betrieb? Die Herren sollen lieber die, ihnen anvertraute
Dampfmaschine ordentlich warten! Die beiden haben die, bei
richtiger Pflege, unfehlbar arbeitende Technik schon verlottern
lassen! Wenn sie unfähig sind, so schmeiß er sie raus! Geh er,
bevor wir die Hunde auf ihn hetzen!“
Wigand überbrachte den beiden die Nachricht des Baron! Was
sollten sie tun? Wovon sollten sie leben , wenn der Veyder sie vor
die Tür setzte? Vater könnte ja vielleicht noch beim Herrn Schulte
in den Steinkaulen arbeiten, aber Opa war 59 Jahre, ein Greis, der
eigentlich seinen Lebensabend in seinem großen Ohrensessel
neben dem Kachelofen in der Stube zubringen sollte. Doch das
ließen die finanziellen Umstände erst gar nicht zu. Eine andere
Arbeit würde er nimmer finden, und vom Korbflechten und
Besenbinden allein, das er nach Feierabend und am Sonntag
betrieb, konnte er nicht leben. So viele Besen und Körbe konnten
in Malberg gar nicht kaputt gehen. Trotz allem war seine Arbeit
sehr begehrt. Die Leute schätzten die Qualität seiner Ware. Doch
Besenbinder und Korbmacher fand man zehn in jedem Dorf. Zum
„übers Land ziehen“ war er zu alt und es war fast schon ein
Wunder, daß er es jeden Tag zur Hütte, an der Bleichwiese, und
wieder heim schaffte. Das ertrugen seine müden Beine und sein
krummer Rücken noch. Oft hatte er Paul erzählt, wie er als kleiner
Junge, zu Hause in Schlesien, im Bergwerk, in Stollen, die so klein
waren, daß er auf allen vieren darin herumkriechen mußte, Kohlen
gebrochen hat. Später kam er, wie er immer sagte „über Tage“,
zum Sortieren der Kohlestücke. Er hatte sich in den Jahren einen
schlimmen Husten geholt. Den ist er seit damals nicht mehr los
geworden. Erst ab 1808, als er bei „den Preußen“ war, ging es ihm
etwas besser, auch die klare Luft in Malberg tat ihm gut, doch
ganz gesund ist er nicht mehr geworden. Wenn er und Vater
abends von der Arbeit kamen, legte er sich flach auf den
Stubenboden. Dann mußte Paul ihm ganz langsam über den
Rücken laufen; immer schön einen Fuß vor den anderen gesetzt,
mitten über das Rückgrat. Jedes mal, wenn er auftrat gab es ein
lautes Knacken, und Paul dachte er würde Opa alle Knochen
brechen. Wenn sie mit dieser Prozedur fertig waren, stand der
alte Mann auf und sagte: „Jetzt kann ich wieder eine Stunde
laufen. Das ist der Dank des Vaterlands! Er wird immer hinter
Euch schleichen, doch Euch nie erreichen!“
Also was sollte Vater tun? Sich, für noch weniger Geld, im
Steinbruch krumm buckeln? Den eigenen Vater im Stich lassen?
Niemals würde das geschehen! Also gehorchten sie dem Befehl
des Baron Veyder, untersuchten „Diana“, so gut und schlecht, wie
es ihre kurze Ausbildung und ihr Werkzeug, welches nicht für
diese Arbeit geeignet war, erlaubten. Schraubten hier und ölten
dort, versiegelten, nachdem die Verkleidung entfernt war, einen
vermeintlichen Riß am Einfüllstutzen, an dem die Speiseleitung
angeschraubt war. „Lang ist der!“, dachte sich Vater, „zu lang!“.
Hätte er doch nur die Adresse des Ingenieurs gehabt, er hätte ihn
heimlich angeschrieben.
Endlich heizten sie „Diana“ an! Die erbrachte zwei Tage ihre
Arbeit ohne einen Grund zu Beanstandungen. Am dritten Tag aber
kam Opa, so schnell es seine alten Beine erlaubten, zu Vater in
den Innenhof der Eisenhütte gerannt, wo der etwas Feuerholz auf
einen alten klapprigen Schubkarren lud. Mit einer entsetzlichen,
kreischenden Stimme, nie hatte Vater ihn so gehört, schrie er: „Sie
bricht, sie bricht!!!“ Vater stürmte in Richtung des
Maschinenhauses, den Karren riß er im Vorbeilaufen um, daß die
Scheite im hohen Bogen davon flogen und er über den wirren
Haufen strauchelt, sich wieder fing, und weiter lief! Der Kessel war
in eine dicke Dampfwolke gehüllt, man konnte nichts in dem Raum
erkennen. Wo er die Speiseleitung wußte, schoß ein dicker
Dampfstrahl heraus. Er ging vorsichtig zur Schadstelle. Opa, der
ihm in einigen Schritten Entfernung gefolgt war, konnte nur
schemenhaft seine Umrisse in der milchigen Luft sehen. Dann
geschah es!

Paul hütete die Ziegen kyllabwärts, „de Kihl an, op da runna


Wies“! Es war ein lauer Nachmittag im Herbst, eigentlich viel zu
warm für Ende Oktober. Er träumte vor sich hin; von der großen
weiten Welt, von der Opa immer berichtete. Stellte sich große
Meere und hohe Berge vor seinem geistigen Auge vor, und hatte
doch noch nie dergleichen gesehen! Dann schweiften seine
Gedanken ab, in eine andere weitaus weniger schöne Richtung. Er
werde sich wohl bald eine Arbeit suchen müssen. Schließlich
wurde er bald 12 Jahre alt und Vater sagte, daß es nun langsam
Zeit werde, für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Opa
wußte das bis jetzt immer zu verhindern, sagte: „Der Junge soll es
mal besser haben als du und ich. Schicke ihn auf das Gymnasium
nach Trier, auf das er fürderhin studieren kann!“ Doch dazu
brauchte man Geld. Geld, welches die Familie nicht hatte! Seine
Zeit schien gekommen. Wenn er bloß nicht wieder zum Bauern
mußte. Da hatte er schon seine Erfahrungen gemacht. Beim
Gödert in Weich mußte er schon den Sommer und Herbst durch
bei der Ernte helfen. Das was ein arges Plagen. Lohn hatte er
keinen bekommen, aber ein wenig Essen und jeden Tag zwei Eier
von der gutherzigen Bauersfrau. Sie wußte um die Not der
Menschen und kannte die Familie Weiden gut. Der arme Junge
dauerte sie. Er wickelte die Eier in sein Taschentuch, das er sich in
die linke Hand legte und balancierte seine zerbrechliche Fracht
vorsichtig bis nach Hause, wo er sie unversehrt ablieferte. Von den
Eiern durfte der Bauer nichts wissen; die Bäuerin bläute Paul
Abend für Abend ein, daß er ja nichts davon erzählen dürfe. Ihr
Mann würde es nicht dulden und ihr werde es schlecht ergehen,
sollte er davon erfahren! Der Bauer hatte nur schlechte Worte für
ihn. Die Saat, die Pastor Ohlkan ausgesät hatte, war aufgegangen
„Tellepes, Randveh!“, (Tollpasch, Rindvieh) waren noch die
feineren Worte, die Paul über sich ergehen lassen mußte. „Daht
eisch su ehna Traufnoß iwahaupt Ohbescht jänn! Sei fruh, dat de
eppes vohn mir zo frehsen jeres! Dau Balich!“ (Das ich solch einer
Traufnuss überhaupt Arbeit gebe! Sei froh, daß du etwas von mir
zu fressen kriegst! Du Balg!)

Ein lauter Donner, der im Tal mehrfach, wellenartig


widerhallte, zerriß die Stille und ihn aus seinen Gedanken. Es
folgte in der Ferne in der Richtung des Unterdorfes, wohl bei der
Weiherwiese, ein greller Blitz! Paul spürte, wie der Boden unter
ihm zitterte! „Ist das der Weltuntergang?“, schoß es ihm durch
den Kopf. So schnell, wie das Phänomen gekommen war, war es
auch vorbei. Es herrschte wieder Stille, nur das Rauschen der Kyll
und des Laubes waren zu vernehmen. Gerade so als wäre es
niemals anders gewesen. Das Blätterdach hatte sich schon sehr
gelichtet und die Bäume trugen dunkles Braun. Als er seinen Blick
aus den Wipfeln über ihm wieder Richtung Malberg wendete,
erstarrte er wie vom Schlag getroffen! In der Gegend wo die
Eisenhütte ist, stieg dichter, schwarzer Qualm auf. Vielmehr, als
der große Schlot aus Ziegelstein sonst abgab! Er ahnte, daß etwas
schlimmes passiert sein mußte. So schnell er konnte trieb er die
zwei Ziegen, vorbei am „Predigtstuhl“, in Richtung Heimat. Als er
bei der ehemaligen Bannmühle ankam, sah er hohe Flammen aus
der Werkhalle und der Gießerei schlagen. Gestalten huschten
umher. Wie er die Hütte erreichte, sah er das halbe Dorf, mit
Eimern bewaffnet, aus dem Deich Wasser schöpfen und es dem
Feuer entgegen werfen, um den Flammen Einhalt zu gebieten.
Glücklicherweise steht die Eisenhütte weit abseits der Häuser.
Viele waren noch mit Stroh gedeckt. Alles wäre wohl ein Raub der
Flammen geworden. Die Feuerwehr versuchte zu ordnen und den
Brand mit der großen Feuerspritze mit Handpumpe zu löschen.
Auch sah er eine offene Kutsche am Kontor in sicherer Entfernung
zum Feuer stehen. Durch die Rauchfetzen hindurch konnte er ganz
deutlich drei Personen darin erkennen. Baron Veyder, Pastor
Ohlkan und Hilfspfarrer Bell blickten gelangweilt zum Unglücksort.
Und doch schien es, als ob sie ein rechtes Vergnügen daran
hätten, zuzusehen, wie sich ihre Untertanen und Schäfchen
mühten. Die Ziegen waren bei diesem Chaos ausgerissen. Paul
hatte sie laufen lassen. Es schoß ihm durch den Kopf: „Vater,
Opa!“ Verzweifelt schrie er nach beiden, fragte die Leute; keiner
hatte sie gesehen. Das Feuer war bald gelöscht. Die Kutsche
wendete im Hof und verschwand. Der Qualm verzog sich nur
langsam um den Blick auf das Grauen freizugeben. Hie und da
züngelte wieder ein kleines Flämmchen auf, das man jedoch
schnell unter Kontrolle brachte. Das Maschinenhaus existierte
nicht mehr. Im Hüttengebäude klaffte ein riesiges Loch. In Hof
und Halle lagen überall Körper, abgerissene Arme und Beine
verstreut. Leises Wimmern und Stöhnen war zu hören,
unterbrochen von entsetzlichen Schreien, die nichts menschliches
mehr hatten. Der Dampfkessel lag etwa sechs Ruten entfernt,
brodelnd und zischend, in der Kyll. Als er zerknallte, hat er das
Dach des Maschinenhauses mit sich gerissen. Dessen Teile lagen
am anderen schmalen Flussufer und am Berg, der sich daran
anschließt. Die Mauern waren gesprengt und lagen wild
durcheinander. Davor ein zerfetzter Schubkarren und viel Holz.
Paul rannte immer noch rufend und fragend umher, dann
schwanden ihm die Sinne.