juli 2009 

gemeinde Köniz

Könizer zeitung Der Sensetaler

21

Bevölkerung begrüsst Entwicklungsabsichten
Kirche, Kommerz und Kultur sollen das Schlossareal beleben
KÖNIZ – Die öffentliche Mitwirkung zu den Zukunftsplänen für das Schloss ist ausgewertet. Die Geschäftsidee und die Nutzungsplanänderung zur «Schlosszone Köniz» hat viele Reaktionen ausgelöst.
Das Schloss Köniz soll in den kommenden Jahren noch stärker belebt werden. Zentrale Voraussetzung zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Areals ist die Änderung des Nutzungsplans. So soll die heutige «Zone für öffentliche Nutzung» in eine eigentliche «Schlosszone Köniz» überführt werden. Diese umfasst das historische Schlossensemble, den ehemaligen alten Friedhof und die umgebenden öffentlichen Grünräume. Die Anlage soll weiterhin als Ort der Begegnung und Kultur für die Bevölkerung dienen. Um die finanzielle Tragbarkeit zu gewährleisten, müssen aus Sicht der Gemeinde zudem kommerzielle Nutzungen ihren Platz finden. Für die Sanierung der bestehenden Bauten und die Erstellung der vorgesehenen Neubauten (siehe Kasten) wurden Investitionen zwischen 22 und 28 Mio. Franken veranschlagt. Um neben den Betriebskosten eine für allfällige Investoren attraktive Rendite zu erwirtschaften, sind im Bereich der kommerziell genutzten Anlagen Einnahmen von rund 1,5 Mio. Franken pro Jahr nötig. Ein klares Ja zur Aufwertung Von Ende Januar bis Mitte März hatte die Könizer Bevölkerung die Möglichkeit, ihre Meinung zum Projekt in einem Mitwirkungsverfahren Kund zu tun. Seitens der Bevölkerung, Parteien und Ortsgruppen wurden 71 Fragebogen sowie drei schriftliche Stellungnahmen eingereicht. Mehrheitlich werden die Entwicklungsabsicht und die damit verbundene Aufwertung des Areals positiv aufgenommen; insbesondere die Idee, das Schloss der Bevölkerung weiterhin als Ort der Begegnung und Kultur zur Verfügung zu stellen. Die Belebung rund um die Uhr, ein autofreies Areal und die Änderung der bestehenden Grundordnung werden begrüsst. Die notwendige Verbindung von Kirche, Kommerz und Kultur zum Erhalt des Areals wird verstanden. Kommerz verunsichert Besorgnis taucht mit der Frage auf, ob Gemeinde und Kirche durch den Einbezug von Investoren nicht ihren Einfluss schmälern oder gar verlieren könnten. Die geplante kommerzielle Nutzung verunsichert. Es gibt Bedenken, dass die Ansprüche der Bevölkerung an Begegnung und Kultur zu kurz kommen könnten. Befürchtet wird, dass sie sich unter diesen Umständen nicht mit dem Areal identifizieren kann, weil das
Bestehende Anlagen

kommerzielle Angebot mehrheitlich von Auswärtigen genutzt wird. Gleichzeitig zur Zonenänderung wird ein Gesamtbetriebs- und Finanzierungskonzept verlangt. Man geht davon aus, dass das finanzielle Engagement der Gemeinde nicht zu klein sein darf, um das nötige Gewicht beizubehalten. Sehr kritisch ist die Haltung gegenüber den geplanten Neubauten. Besonders die Erstellung eines Gästehauses auf dem Grünstreifen zwischen dem alten und dem neuen Friedhof wird mehrheitlich abgelehnt. Man fordert die Prüfung alternativer Standorte, vorgeschlagen wird hierzu das Rappentöri-Areal. Nicht zuletzt wird die Befürchtung laut, dass ein «Ja» zur Zonenänderung
Neue Anlagen

einer gleichzeitigen Genehmigung des gesamten Nutzungskonzeptes gleichkommt. Abstimmung im Juni 2010 Die Würdigungen und Einwände der Mitwirkenden sollen in die künftige Planung einfliessen. Im Bericht wurden bereits Antworten auf einen Grossteil der in der Mitwirkung gestellten Fragen gegeben und Schlussfolgerungen für das weitere Vorgehen gezogen. Der Gemeinderat hat die Unterlagen für die kantonale Vorprüfung eingereicht. Am 13.  Juni 2010 wird das Volk über die Nutzungsplanänderung «Schlosszone Köniz» befinden. Barbara Imboden
Vorgesehene Nutzung Öffentlich zugänglicher Park Überdachter Durchgang an der heutigen Mauer als gleichzeitige Lärmschutzwand gegen die Muhlernstrasse Beherbergung von Gästen aus Seminar-/Kongressbetrieb Beherbergung von Reisenden, Feriengästen und Familien Qualitativ gute, aber günstige Übernachtungsmöglichkeit Rund 40 Räume mit 71 Betten Unterirdische Parkanlage unter dem Gästehaus für Seminar-/ Übernachtungsgäste und Besucher von Begegnung und Kultur 40 Parkplätze Eingeschossig, nach Bedarf erstellt Schlossbrauerei Zusatzräume für Pfrundschüür oder Kulturhaus Rossstall

Vorgesehene Nutzung Restaurant und Bankettbetrieb im EG (inkl. Hof bei der Linde) Seminar- und Kongressbetrieb im 1. + 2. OG Vermietung an Private, Firmen und Vereine Variante 1: Technik, Garderoben, WC im EG / grosser Mehrzweck-Saal mit Bühne für 250 Personen im OG Variante 2: Mediothek im EG / Übungsräume für Musikschule im OG Galerie/Ausstellungsräume im EG

Kornhaus

Areal alter Friedhof

Pfrundschüür

Gästehaus auf Grünfläche zwischen altem und neuem Friedhof

Haberhuus

Musikschule und Schulmuseum im 1. + 2. OG Kultur- und Begegnungsraum mit Bühne für 150 Personen Kleine Bar

Parkhaus

Rossstall

Nebenbauten am Hang hinter der Pfrundschüür

Ritterhaus

Kirchliche Zwecke Begegnung und Kultur im EG Kirchliche Zwecke im EG und 1. OG Wohnung (z.B. für den Abwart) im Nordflügel 1. OG Wohnung und/oder Büros im 2. OG Vermietung der Räume im EG und Keller Begegnung und Kultur Jederzeit öffentlich zugänglich für die gesamte Bevölkerung Aussensitzplatz des Restaurants Autofrei (abgesehen von Zulieferfahrten)

Die nächsten Schritte
• Kantonale Vorprüfung Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR): Juli – September 2009 • Beschluss Gemeinderat zur öff. Auflage: Oktober 2009 • Öffentliche Auflage: November 2009 • Einspracheverhandlungen: Dezember 2009 / Januar 2010 • Vorlage Parlament: März 2010 • Volksabstimmung: 13. Juni 2010 • Genehmigung AGR: Ende 2010

Wöschhuus

Schlosshof

Den vollständigen Mitwirkungsbericht finden Sie im Internet unter: www.koeniz.ch/schloss.

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