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VORWORT

für „MEIN FREUND LEDVEDIK“

Am Morgen nach der Veröffentlichung von „Child Harold" erwachte Lord George
Byron als eine Weltberühmtheit. Ich weiß nicht, ob Natalia Kuschnerova genau so
schnell berühmt wird. Aber ich bin sicher, dass früher oder später dasselbe Schicksal
auf sie wartet.

Man kann zu Hause ein interessantes psychologisches Experiment machen. Malen
Sie Pinocchio. Dafür braucht man keine künstlerische Begabung. Machen Sie einen
Kreis - Gesicht, zwei Punkte - Augen, einen Halbkreis als Mund und eine lange
Nase. Ihre Kinder sagen bestimmt: „Oh, das ist Pinnocchio." Wenn man die
Zeichnung ohne die lange Nase macht wird ihn niemand erkennen können.

Diese Experimente kann man mit anderen Märchenhelden machen - mit
Tscheburaschka, Barmalej, Karlson. Diese literarische Vorstellung hat sich bei den
Kindern genau so fest eingeprägt, wie vorher die volkstümlichen Helden - Baba-
Jaga, Schwesterchen-Füchschen, Iwasyk-Telesyk. Das Leben selbst löscht die
Grenzen zwischen Brauchtum und der Schöpfung von professionellen Schriftsteller
aus. So denke ich, dass bald unsere Kinder und dann auch wir Ledvedik mit seinem
komischen Schwanz malen werden.

Das größte Vorteil der Schöpfung von Natalia Kuschnerova, so glaube ich, besteht
darin, das es ein modernes Werk ist. Mit allen Besonderheiten des modernen
Lebens in Verbindung mit der wissenschaftlich-technischen Revolution. Mit den
neuen komplizierten Vorstellungen die sich sehr eigenartig in den Köpfen von
Kindern widerspiegeln.

Der Held der Geschichte von Natalia Kuschnerova ist der Drittklässler Maxim, der
schon über Außerirdische, die Entropie und Gene Bescheid weiß. Das ist keine
Übertreibung. Die Geschichte erzählt was Kinder jeden Tag begegnet. Das Gefühl
des Neuen macht das Werk der jungen Schriftstellerin so herausragend. Wir hoffen,
dass nicht viel Zeit vergehen wird und wir Ledvedik in einem Zeichentrickfilm oder im
Theater sehen werden.

Für die Zukunft alles Gute!

Dmytro Satonsky

(Prof. Dr. Dmytro Satonsky (geb. 1922), Akademiemitglied, gründete die Abteilung für
ausländische Literatur am Shevchenko-Institut für Literatur der Akademie der
Wissenschaften der Ukraine, die er in den Jahren 1962 bis 1974 leitete und der er
seit 1986 bis heute vorsteht. Seit 1967 ist Satonsky Mitglied der internationalen
Assoziation der Literaturkritiker, seit 1974 Vorstandsmitglied der Goethe-Gesellschaft
in Weimar. Von Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn an hat sich Satonsky für
die Verbreitung deutscher Kultur in der Ukraine, in Russland und in anderen
slawischen Kulturen eingesetzt. 2005 wurde ihm die goldene Goethe-Medaille in
Weimar verliehen.)