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3 Werkstoffbezeichnungen

3.1 Allgemeines

3.1.1 Wichtige Normen


DIN EN 10 027 (für Stahlguss und Stahl)
a) Teil 1 Kurzzeichen für Stahlguss, Stahl
b) Teil 2 Werkstoffnummern für Stahlguss, Stahl

DIN EN 1560 Kurzzeichen und Nummernsystem für Gusswerkstoffe


DIN 1700 Kurzzeichen und Nummernsystem für Nichteisenmetalle

3.1.2 Einteilung von Stählen

Tab. 3.1: Einteilung von Stählen

unlegiert niedrig legiert hoch legiert


Si < 0,5 %, Al < 0,1 %, Gesamtanteil aller Gesamtanteil aller
Ti < 0,1 %, Cu < 0,05 %, Legierungselemente Legierungselemente
Mn < 0,8%, P < 0,09 %, < 5 Gew.-% > 5 Gew.-%
S < 0,06%,
keine weiteren
Legierungselemente

Beispiele: Beispiele: Beispiele:


Baustahl Einsatzstahl Kaltarbeitsstahl
Einsatzstahl Vergütungsstahl Warmarbeitsstahl
Vergütungsstahl Automatenstahl nichtrostender Stahl
Feinblech Werkzeugstahl hitzebeständiger Stahl
Federstahl (DIN 17006)
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3.2 Das Bezeichnungssystem nach DIN EN 10 027

3.2.1 Allgemeiner Aufbau des Bezeichnungssystems

Hauptsymbol
Eigenschaft bezogen Zusatzsymbole Zusatzsymbole
auf das Hauptsymbol für den Stahl für das Erzeugnis
(siehe Anhang)

Abb. 3.1: Allgemeine Stahlbezeichnung nach DIN EN 10 027-1

3.2.2 Unterteilung des Bezeichnungssystems

Tab. 3.2: Hauptsymbole und zugehörige Eigenschaft nach DIN EN 10027 Teil 1

Einteilung nach DIN EN 10027 Teil 1


unlegierte Stähle
niedrigleg. hochleg.
chem. Zus.- mechanischen Stähle Stähle
setzung Eigenschaften
entsprechend X mit
Hauptsymbol der jeweiligen C-Gehalt
C C-Gehalt
Verwendung x100
x100

Mindest- chem. Zus.- chem. Zus.-


Eigenschaft C-Gehalt setzung mit setzung ohne
Streckgrenze
x100 Multiplikatoren Multiplikatoren
in MPa
C.. zum Kalt- Kerbschlagarbeit
umformen in Joule
wichtige D.. zum Draht-
Zusatz- ziehen A.. Ausscheidungs-
Symbole S.. für Federn härtend
E.. max. N.. Normalgeglüht
S-Gehalt Q.. Vergütet

Die normalen Zusatzsymbole werden dabei direkt hinter die Haupteigenschaft


gestellt.
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3.2.3 Bezeichnung unlegierter Stähle

3.2.3.1 Einteilung unlegierter Stähle nach ihren chemischen Eigenschaften

Als Hauptsymbol dient bei diesen Stählen der Buchstabe C, für Kohlenstoff, gefolgt
von dem im Eisenwerkstoff enthaltenen Kohlenstoffgehalt. Dieser wird dabei mit dem
Multiplikator 100 angegeben.

Multiplikator deshalb, da man eigentlich den Weg von der Stahlschmelze zur
Stahlsorte geht. Man hat also erst die chemische Zusammensetzung der Schmelze,
und legt anhand dieser die genaue Stahlbezeichnung fest.
Zum Beispiel ergibt eine Schmelze mit einem Kohlenstaffgehalt von 0,15 gew%
Kohlenstoff die Bezeichnung C15, mit 0,45 gew% hingegen C45.

3.2.3.2 Bezeichnung von unlegierten Stählen nach ihren mechanischen oder


physikalischen Eigenschaften
Das Hauptsymbol für die Bezeichnung von unlegierten Stählen nach ihren
mechanischen Eigenschaften wird entsprechend ihres in Tabelle 2.2 aufgeführten
Verwendungszweckes gewählt. Die Streckgrenze wird nachgestellt, eventuell gefolgt
von Zusatzsymbolen.
Tab. 3.3: Hauptsymbole für die Bezeichnung nach den mechanischen Eigenschaften

Hauptsymbol mit
Deutsch Englisch
Streckgrenze
Stähle für den
S allgemeinen Stahlbau
Structural steels
Stähle für den Steels for Pressure
P Druckbehälterbau purpose
Stähle für den
L Rohrleitungsbau
Steels for Linepipe

E Maschinenbaustähle Engineering steels


Steels for reinforcing
B Betonstähle
concrete
Steels for prestressing
Y Spannstähle
concret
Stähle für oder in Form Steels in the form of
R von Schienen Rails

Beispiele: S185, E235JR oder P355N.


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3.2.4 Niedriglegierte Stähle


Das Hauptsymbol von niedriglegierten Stählen (Definition: siehe Tabelle 1) ist der
Kohlenstoffgehalt, ohne C, also nur die pure Zahl, versehen mit einem Multiplikator
von 100.
Als Haupteigenschaft folgt die chemische Zusammensetzung des Werkstoffes,
geordnet nach absteigendem Legierungsgehalt, wobei die Prozente mit einem
Multiplikator entsprechend Tabelle 2.3 versehen und mit einem Bindestrich getrennt
werden. Ist für ein chemisches Element keine extra Zahl in der Bezeichnung
aufgeführt bedeutet dies, dass nur sehr wenig von diesem Element enthalten ist.
Tab. 3.4: Multiplikatoren der Legierungselemente bei niedriglegierten Stählen

Multiplikator Legierungselemente
4 Mn, Si, Ni,W, Cr, Co
10 Al, Cu, Mo, Ta, Ti, V, Pb, Zr, Nb, Be
100 P, S, N, C
1000 B

Als Merkhilfe können folgende Sätze verwendet werden:


- M(a)n Sieht Nie 4 Weiße CroCodile
- Al Cu Mo Ta Ti V
- Mit 100 PS Nach Cannstatt
Beispiele: 42CrNiMo4-4, 25MnCr5

3.2.5 Hochlegierte Stähle


Das Hauptsymbol dieser Werkstoffgruppe ist ein dem Kohlenstoffgehalt
vorangestelltes X.
Die Multiplikatoren sind
• 100 für Kohlenstoff und
• 1 für alle anderen Legierungselemente.

Besonderheit bei den Schnellarbeitsstählen:


Bei Schnellarbeitsstählen gibt es eine feste Reihenfolge mit welcher die
Legierungselemente nach dem Hauptsymbol HS genannt werden.
Die Reihenfolge der Elemente ist W (Wolfram), Mo (Molybdän), V (Vanadium) und
Co (Kobalt); beim HS6-5-2-5 sind dies Beispielsweise 6 % W, 5 % Mo, 2 % V und 5
% Co.

Beispiele für hochlegierte Stähle: X7Cr13, X5CrNi18-9, HS7-3-1


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3.3 Werkstoffnummern DIN EN 10 027 Teil 2

X. XX XX (XX)

Zählnummer

Stahlgruppennummer

Werkstoffhauptgruppennummer

Werkstoffhauptgruppennummern:

0 Gusseisen
1 Stahl
2 Schwermetalle außer Stahl
3 Leichtmetalle
4 Metallpulver, Sinterwerkstoffe
5...8 Nichtmetallische Werkstoffe
9 frei für internen Gebrauch
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3.4 Bezeichnung von Gusswerkstoffe nach DIN EN 1560

Position 1 2 3* 5 6* * nicht zwingend


erforderlich

. E ec run .

fo tzli n

n
d as o ch
Sy e W r

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G m
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ik z ph
E

ro e

1)
nur für Temperguss
K

Graphitstruktur Mikro-& Makro- Klassifizierung Klassifizierung


Struktur durch mech. Eig. durch chem. Eig.
L... lamellar A... Austenit - Zugfestigkeit in MPa X vorgestellt,
S... kugelig F... Ferrit - Dehnung in % dann C-Gehalt
M... Temperkohle P... Perlit - Schlagzähigkeit RT x100*, folgend
V... vermikular M... Martensit für Raumtemp. oder alle chem. Symbol
N... graphitfrei L... Ledeburit LT für tiefe Temp. nach Gehalt ab-
Y... Sonderstruktur Q... abgeschreckt - Härte steigend geordnet
T... vergütet Prozente ohne
B... nichtentkohlend Multiplikator durch
geglüht1) Bindestrich getrennt
W... entkohlend
geglüht1)

Abb. 3.2: Einteilung der Gusswerkstoffe


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3.5 Bezeichnung von Nichteisenmetalle nach DIN 1700

Nichteisenmetalle
Systematische Bezeichnung vgl. DIN 1700 (07.54)

Beispiele: G - AlSi10Mg wa
CuZn40Pb2 F52
-

Herstellung, Verwendung Chemische Zusammensetzung Besondere Eigenschaften


G- Sandguss Elemente Anteile in % a ausgehärtet pl plattiert
GD- Druckguss g geglüht h hart
GK- Kokillenguss Al Aluminium Beispiele: ka kaltausgehärtet hh halbhart
GZ- Schleuderguss Cu Kupfer Mg3 → 3% Mg wa warmausgehärtet zh ziehhart
GC- Strangguss Fe Eisen Si12 → 12% Si ku kaltumgeformt wh walzhart
GL- Gleitmetall Mg Magnesium wu warmumgeformt p gepreßt
(Lagermetall) Ni Nickel AlSi10Mg:
S- Schweißzusatz Ti Titan Al-Legierung
L- Lot Pb Blei mit 10% Si, Festigkeitszahl F
Sn Zinn geringe Anteile
Zn Zink Mg Beispiel:
F37 → Rm ≈10*37 MPa = 370 MPa

Werkstoffnummern (Auszug) vgl. DIN 17007 (07.63)

Beispiele: 2.0321.01
3.3541.01
Hauptgruppe
. .
2 Schwermetalle
3 Leichtmetalle

Sortennummer
Werkstoffgruppen Anhängezahl 1 Anhängezahl 2 (Auswahl)
mit Hauptgruppe
2.0000...2.1799 Kupfer und 0 unbehandelt 1 Sandguss 2 Kokillenguss
Kupferlegierungen 4 Strangguss 5 Druckguss
2.2000...2.2499 Zink, Cadmium und 1 weich 0 ohne Korn- 1 mit Korn-
ihre Legierungen größenangabe größenangabe
2.3000...2.3499 Blei und 2 kaltverfestigt 1 gewalzt und 2 achtelhart und
Bleilegierungen (Zwischenhärtung) entspannt entspannt
2.3500...2.3999 Zinn und 3 kaltverfestigt 0 hart 1 hart, entspannt
Zinnlegierungen 2 federhart 4 doppelfederhart
2.4000...2.4999 Nickel, Cobalt und 4 lösungsgeglüht, 0 kaltausgelagert 3 homogenisiert
ihre Legierungen ohne Nacharbeit
2.5000...2.5999 Edelmetalle 5 lösungsgeglüht, 1 kaltausgelagert, 3 kaltverfestigt
kaltnachgearbeitet gerichtet
2.6000...2.6999 hochschmelzende 6 warmausgehärtet, 1 lösungsgeglüht 7 ohne besondere
Metalle ohne Nacharbeit Glühung
3.0000...3.4999 Aluminium und 7 warmausgehärtet, 1 lösungsgeglüht, 3 lösungsgeglüht,
Aluminiumlegierungen kaltnachbearbeitet gerichtet kaltverfestigt
3.5000...3.5999 Magnesium und 8 entspannt 1 Sandguss 2 Kokillenguss
Magnesiumlegierungen 4 Strangguss 5 Druckguss
3.7000...3.7999 Titan und 9 Sonderbehandlung 1 Sandguss 2 Kokillenguss
Titanlegierungen 4 Strangguss 5 Druckguss

Abb. 3.3: Nichteisenmetalle nach DIN 1700


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3.6 Anhang

Zusatzsymbole für das Erzeugnis nach DIN EN 10 027


Tab. 3.5: Symbole für besondere Anforderungen

Symbol Bedeutung
+C Grobkornstahl
+F Feinkornstahl
+H Mit besonderer Härtbarkeit
+Z15 Mindest-Brucheinschnürung senkrecht zur Oberfläche 15%
+Z25 Mindest-Brucheinschnürung senkrecht zur Oberfläche 25%
+Z35 Mindest-Brucheinschnürung senkrecht zur Oberfläche 35%
ANMERKUNG: Die Symbole werden durch Pluszeichen (+) von den
vorhergehenden getrennt. Diese Symbole stehen im Grunde als für den Stahl
kennzeichnende Sonderanforderungen. Aus praktischer Erwägung werden sie
jedoch wie Zusatzsymbole für Stahlerzeugnisse behandelt.

Tab. 3.6: Symbole für die Art des Überzugs

Symbol Bedeutung
+A Feueraluminiert
+AR Aluminium-walzplattiert
+AS Mit einer Al-Si-Legierung überzogen
+AZ Mit einer Al-Zn-Legierung überzogen (> 50% Al)
+CE Elektrolytisch spezialverchromt (ECCS)
+CU Kupferüberzug
+IC Anorganische Beschichtung
+OC Organisch beschichtet
+S Feuerverzinnt
+SE Elektrolytisch verzinnt
+T Schmelztauchveredelt mit einer Blei-Zinn-Legierung (Terne )
+TE Elektrolytisch mit einer Blei-Zinn-Legierung überzogen
+Z Feuerverzinkt
+ZA Mit einer Zn-Al-Legierung überzogen (>50% Zn)
+ZE Elektrolytisch verzinkt
+ZF Diffusionsgeglühte Zinküberzüge
+ZN Zink-Nickel-Überzug (elektrolytisch)
ANMERKUNG: Die Symbole werden durch Pluszeichen (+) von den vorhergehenden getrennt. Um Verwechslungen
mit anderen Symbolen zu vermeiden, kann der Buchstabe S vorangestellt, z.B. +SA.
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Tab. 3.7 Symbole für den Behandlungszustand


Symbol Bedeutung
+A Weichgeglüht
+AC Geglüht zur Erzielung kugeliger Karbide
+AT Lösungsgeglüht
+C Kaltverfestigt (z.B. durch Walzen oder Ziehen)
+Cnnn Kaltverfestigt auf eine Mindestzugfestigkeit von nnn MPa
+CR Kaltgewalzt
+HC Warm-Kalt-geformt
+LC Leicht kalt nachgezogen bzw. leicht nachgewalzt (Skin passed)
+M Thermomechanisch gewalzt
+N Normalgeglüht oder normalisierend gewalzt
+NT Normalgeglüht und angelassen
+Q Abgeschreckt
+QA Luftgehärtet
+QO Ölgehärtet
+QT Vergütet
+QW Wassergehärtet
+S Behandelt auf Kaltscherbarkeit
+T Angelassen
+U Unbehandlet
ANMERKUNG: Die Symbole werden durch Pluszeichen (+) von den vorhergehenden getrennt .
Um Verwechslungen mit anderen Symbolen zu vermeiden, kann der Bu chstabe T vorangestellt, z.B. +TA.
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7.3 Nach der chemischen Zusammensetzung bezeichnete Stähle

Unlegierte Stähle mit mittlerem Mn-Gehalt <1%


(ausgenommen Automatenstähle)

Zusatzsymbole Zusatzsymbole
Hauptsymbole
für Stähle für Stahlerzeugnisse

2
)
G C n n n an … +an +an …

Hauptsymbole Zusatzsymbole

Für Stahl Für Stahl-


Buchstabe Kohlenstoffgehalt erzeug-
Gruppe 1 ), )
4 5
Gruppe 2 nisse

G = Stahlguss (wenn nnn= E = Vorgeschriebener an = Chemische Symbole Tabelle 3


erforderlich) 100 x mittlerer C-Gehalt des max. S-Gehalt für zusätzliche
C = Kohlenstoff vorgeschriebenen Bereiches. R = Vorgeschriebener Elemente, z.B. Cu,
Wenn kein Bereich für den Bereich des S-Ge- falls erforderlich
Kohlenstoffgehalt angegeben halts zusammen mit
ist, ist von einem passenden D = Zum Drahtziehen einer einstelligen
repräsentativen Wert aus- C = Besondere Kaltum- Zahl, die den mit
zugehen. formbarkeit 10 multiplizierten
(Kaltstauchen, Kalt- Mittelwert der vor-
fließpressen) geschriebenen
S = Für Federn Spanne des Gehaltes
U = Für Werkzeuge (auf 0,1% gerundet)
W = Für Schweißdraht des Elementes angibt
G = Andere Merkmale
wenn erforderlich
mit 1 oder 2 nach-
folgenden Ziffern

1
) 7.3.1 entspricht 7.3.1 in EN 10 027-1
2
) n= Ziffer, a= Buchstabe, an = Alphanumerisch
3
) Zwecks Unterscheidung von zwei Stahlsorten mit ähnlicher chemischer Zusammensetzung kann die Kennzahl für den Kohlen-
stoffgehalt um eine Ziffer erhöht werden.
4
) Den Symbolen der Gruppe 1, außer E und R, können ein oder zwei Ziffern angehängt werden zwecks Unterscheidung von zwei
Stahlsorten der betreffenden Gütenorm.
5
) Den Symbolen E und R der Gruppe 1 kann eine Ziffer angehängt werden, die den mit 100 multiplizierten, zuvor auf 0,01%
gerundeten höchstzulässigen bzw. mittleren Schwefelgehalt darstellt.

Beispiele für Stahlbezeichnungen

Norm Kurzname 6) Kurzname nach EN 10 027 - 1 und IC 10

EN 10 083 - 1 2 C 35 C 35 E
3 C 35 C 35 R

6
) Die bisherigen Kurznamen entsprechen im allgemeinen dem Bezeichnungssystem in EU 27-74

Abb. 3.4: Bezeichnung unlegierter Stähle nach ihrer chemischen Zusammensetzung


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Nach ihrem Verwendungszweck und ihren mechanischen oder


7.2 physikalischen Eigenschaften bezeichnete Stähle

Stähle für den Stahlbau

Zusatzsymbole Zusatzsymbole
Hauptsymbole
für Stähle für Stahlerzeugnisse

G S n n n an... + an + an...

Hauptsymbole Zusatzsymbole

Für Stahl Für Stahl-


Buch- Eigen-
erzeug-
stabe schaften
Gruppe 1 )
3
Gruppe 2 4) nisse

G = Stahl- nnn= C = Mit besonderer Kaltumformbarkeit Tabellen


guss Mindest- Kerbschlagarbeit in Joule Prüftemp. 1, 2, 3
(wenn streck- D = Für Schmelztauchüberzüge
erfor- grenze 27 J 40 J 60 J °C
der- (Re) in E = Für Emaillierung
lich) N/mm² für JR KR LR + 20
die gering- F = Zum Schmieden
S = Stähle ste Erzeug- JO KO LO 0
für den nisdicke H = Hohlprofile
Stahl- J2 K2 L2 - 20
bau L = Für tiefere Temperaturen
J3 K3 L3 - 30
M = Thermomechanisch gewalzt
J4 K4 L4 - 40
N = Normalgeglüht oder normalisierend
J5 K5 L5 - 50
gewalzt
J6 K6 L6 - 60
O = Für Offshore
M = Thermomechanisch gewalzt
P = Spundwandstahl
N = Normalgeglüht oder normalisierend
gewalzt Q = Vergütet

Q = Vergütet S = Für Schiffsbau

G = Andere Merkmale, T = Für Rohre


wenn erforderlich mit
1 oder 2 Ziffern W = Wetterfest

an= Chemische Symbole für vorgeschrie-


bene zusätzliche Elemente, z.B. Cu,
falls erforderlich zusammen mit einer
einstelligen Zahl, die den mit 10 multi-
plizierten Mittelwert der vorgeschrie-
benen Spanne des Gehalts (auf 0,1%
gerundet) des Elements angibt

1
) 7.2(a) (1) entspricht 7.2(a) in EN 10027-1
2
) n = Ziffer, a = Buchstabe, an = Alphanumerisch
3
) Symbole M, N und Q in Gruppe 1 gelten für Feinkornstähle
4
) Zwecks Unterscheidung zwischen zwei Stahlsorten der betreffenden Gütenorm können mit Ausnahme bei den Symbolen
für chemische Elemente an die Zusatzsymbole der Gruppe 2 ein oder zwei Ziffern angehängt werden.

Abb. 3.5: Bezeichnung unlegierter Stähle nach ihren mechanischen und physikalischen Eigenschaften
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7.3 Nach der chemischen Zusammensetzung bezeichnete Stähle

Unlegierte Stähle mit >1% Mn, unlegierte Automatenstähle sowie legierte Stähle (aus-
genommen Schnellarbeitsstähle), sofern der mittlere Gehalt der einzelnen Legierungs-
elemente unter 5% liegt

Zusatzsymbole Zusatzsymbole
Hauptsymbole
für Stähle für Stahlerzeugnisse

2
G X n n n a… n-n... +an +an … )

Hauptsymbole Zusatzsymbole

Für Stahl Für Stahl-


Kohlenstoff- Legierungs-
Buchstabe gehalt 3) erzeug-
elemente
Gruppe 1 Gruppe 2 nisse

G = Stahlguss (wenn nnn= a =Symbol für die den Tabelle 1, 3


erforderlich) 100 x mittlerer C-Gehalt Stahl charakterisie-
des vorgeschriebenen renden Legierungs-
Bereiches. Wenn kein elemente, gefolgt
Bereich für den Kohlen- von
stoffgehalt angegeben n-n=Zahlen, getrennt
ist, ist von einem durch Bindestriche,
passenden repräsen- die den mittleren
tativen Wert aus- Gehalt der Elemente
zugehen. multipliziert mit den
nachstehenden Fak-
toren, entsprechen

Element Faktor
Cr, Co, Mn, Ni,
Si, W 4

Al, Be, Cu, Mo,


Nb, Pb, Ta, Ti, 10
V, Zr

Ce, N, P, S 100

B 1000

1
) 7.3.2 entspricht 7.3.2 in EN 10 027-1
2
) n= Ziffer, a= Buchstabe, an = Alphanumerisch
3
) Zwecks Unterscheidung von zwei Stahlsorten mit ähnlicher chemischer Zusammensetzung kann die Kennzahl für den Kohlen-
stoffgehalt um eine Ziffer erhöht werden.

Beispiele für Stahlbezeichnungen

Norm Kurzname 4) Kurzname nach EN 10 027 - 1 und IC 10

EN 10083-1 28Mn6 28Mn6

4
) Die bisherigen Kurznamen entsprechen im allgemeinen dem Bezeichnungssystem in EU 27-74

Abb. 3.6: Bezeichnung niedriglegierter Stähle


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7.3 Nach der chemischen Zusammensetzung bezeichnete Stähle

Legierte Stähle (ausgenommen Schnellarbeitsstähle), sofern der Gehalt


mindestens eines Legierungselementes >5% beträgt

Zusatzsymbole Zusatzsymbole
Hauptsymbole
für Stähle für Stahlerzeugnisse

2
G X n n n a… n-n... +an +an … )

Hauptsymbole Zusatzsymbole

Für Stahl Für Stahl-


Kohlenstoff- Legierungs-
Buchstabe 3
gehalt ) erzeug-
elemente
Gruppe 1 Gruppe 2 nisse

G = Stahlguss (wenn nnn= a =Symbol für die den Tabelle 1, 3


erforderlich) 100 x mittlerer C-Gehalt Stahl charakterisie-
X = mittlerer Gehalt des vorgeschriebenen renden Legierungs-
mindestens eines Bereiches. Wenn kein elemente, gefolgt
Legierungs- Bereich für den Kohlen- von
elementes >5% stoffgehalt angegeben n-n=Zahlen, getrennt
ist, ist von einem durch Bindestriche,
passenden repräsen- die den mittleren,
tativen Wert aus- auf die nächste
zugehen. ganze Zahl gerun-
deten Gehalt der
Elemente angeben.

1
) 7.3.3 entspricht 7.3.3 in EN 10 027-1
2
) n= Ziffer, a= Buchstabe, an = Alphanumerisch
3
) Zwecks Unterscheidung von zwei Stahlsorten mit ähnlicher chemischer Zusammensetzung kann die Kennzahl für den Kohlen-
stoffgehalt um eine Ziffer erhöht werden.

Beispiele für Stahlbezeichnungen

Norm Kurzname 4) Kurzname nach EN 10 027 - 1 und IC 10

EU 88-1 X5CrNi18-10 X5CrNi18-10

4
) Die bisherigen Kurznamen entsprechen im allgemeinen dem Bezeichnungssystem in EU 27-74

Abb. 3.7: Bezeichnung hochlegierter Stähle


-14-

1 2
Tabelle 1.Stahlgruppennummern ) )

Unlegierte Stähle Legierte Stähle

Grundstähle Qualitätsstähle Edelstähle Qualitätsstähle Edelstähle


Werkzeug- Verschiedene Chem. best.
stähle Stähle Stähle

00 90 10 20 30 40 50 60 70 80
Stähle mit Cr Nicht- Mn, Si, Cu Cr-Ni Cr Cr-Si-Mo
besonderen rostende mit Cr-B Cr-Si-Mn-Mo
Grundstähle physikali- Stähle mit ≥ 2,0% Cr-Si-Mo-V
schen Eigen- < 2,5% Ni < 3% Cr Cr-Si-Mn-Mo-V
schaften ohne Mo,Nb
und Ti
01 91 11 21 31 41 51 61 71 81
Bau-, Cr-Si Nicht- Mn-Si Cr-Si Cr-Si-V
Allgemeine Baustähle mit Maschinen- Cr-Mn rostende Mn-Cr Cr-Mn Cr-Mn-V
2
Rm < 500 N/mm bau-, Behäl- Cr-Mn-Si Stähle Cr-Mn-B Cr-Si-Mn-V
terstähle mit mit < 2,5% Cr-Si-Mn
< 0,50% C Ni mit Mo
ohne Nb
und Ti

02 92 12 22 32 42 52 62 72 82
Maschinen- Cr-V Schnell- Mn-Cu Ni-Si Cr-Mo Cr-Mo-W
Sonstige, nicht für baustähle Cr-V-Si arbeits- Mn-V Ni-Mn mit Cr-Mo-W-V
eine Wärmebehandlung mit Cr-V-Mn stähle mit Si-V Ni-Cu < 0,35% Mo
bestimmte Baustähle
≥ 0,50% C Cr-V-Mn-Si Co Mn-Si-V Cr-Mo-B
mit Rm < 500 N/mm²

03 93 13 23 33 43 53 63 73 83
Bau-, Cr-Mo Schnell- Nicht- Mn-Ti Ni-Mo Cr-Mo
Stähle mit im Mittel Maschinen- Cr-Mo-V arbeits- rostende Si-Ti Ni-Mo-Mn mit
< 0,12% C bau- und Mo-V stähle ohne Stähle mit Ni-Mo-Cu ≥ 0,35% Mo
oder Rm < 400N/mm² Behälter- Co ≥2,5% Ni Ni-Mo-V
stähle mit ohne Mo,Nb Ni-Mn-V
besond. An- und Ti
forderungen

04 94 14 24 34 44 54 64 74 84
W Nicht- Mo Cr-Si-Ti
Stähle mit im Mittel Cr-W rostende Nb, Ti, V Cr-Mn-Ti
≥ 0,12% Stähle mit W Cr-Si-Mn-Ti
<0,25% C oder ≥ 2,5% Ni
oder Rm ≥ 400N/mm² mit Mo ohne
< 500N/mm² Nb und Ti
05 95 15 25 35 45 55 65 75 85
Werkzeug- W-V Wälzlager- Nicht- B Cr-Ni-Mo Cr-V Nitrierstähle
Stähle mit im Mittel stähle Cr-W-V stähle rostende Mn-B mit mit
≥ 0,25% <0,55% C oder Stähle mit < 1,65% Mn <0,4% Mo < 2,0% Cr
Rm ≥ 500N/mm² Sonder- + <2% Ni
< 700N/mm² zusätzen

06 96 16 26 36 46 56 66 76
Werkzeug- W Werkstoffe Chemisch Ni Cr-Ni-Mo Cr-V
Stähle mit im Mittel stähle außer mit beson- beständige mit mit
≥ 0,55% C oder Klassen 24, deren und hoch- <0,4% Mo >2,0% Cr
Rm ≥ 700N/mm² 25 und 27 magnetisch- warmfeste + ≥2,0
en Ni-Leg. <3,5% Ni
Eigenschaft-
en ohne Co
07 97 17 27 37 47 57 67 77 87

Nicht für eine Wärmebehandlung beim Verbraucher best. Stähle


Werkzeug- mit Ni Werkstoffe hitzebe- Cr-Ni Cr-Ni-Mo Cr-Mo-V
Stähle mit höherem stähle mit beson- ständige mit mit
P- oder S-Gehalt deren Stähle <1,0% Cr <0,4% Mo
magnetisch- mit + ≥3,5
en <2,5% Ni <5,0% Ni
Eigenschaft- oder
en mit Co ≥0,4% Mo

18 08 98 28 38 48 58 68 78 88
Werkzeug- Stähle mit be- Sonstige Werkstoffe hitzebe- Cr-Ni Cr-Ni-V
hochfeste schweißgeeignete Stähle

stähle sonderen mit beson- ständige mit Cr-Ni-W


physikalischen deren Stähle ≥1,0% Cr Cr-Ni-V-W
Eigenschaften physika- mit <1,5% Cr
lischen ≥2,5% Ni
Eigenschaft-
en ohne Ni

19 09 99 29 39 49 59 69 79 89
Stähle für Werkstoffe Hochwarm- Cr-Ni Cr-Ni Cr-Mn-Mo
verschiedene mit beson- feste mit außer Cr-Mn-Mo-V
Anwendungs- deren Werkstoffe ≥1,5% Cr Klassen
bereiche physika- <2% Cr 57 bis 68
lischen
Eigenschaft-
en mit Ni

Fußnote zu Tabelle 1:
1
) Die Einteilung der Stahlgruppen steht im Einklang mit der Einteilung der Stähle nach EN10 020
2
) In den Feldern der Tabelle sind folgende Angaben enthalten:
a) Die Stahlgruppennummern (jeweils oben links)
b) die kennzeichnenden Merkmale der unter betreffenden Nummer erfaßten Stahlgruppe
c) Rm = Zugfestigkeit
Die für die chemische Zusammensetzung und die Zugfestigkeit (Rm) angegebenen Grenzwerte gelten als Anhalt.

Abb. 3.8: Stahlgruppennummern


-15-

Position 1,
Position 2
obligatorisch, Position 3 wahlfrei Position 4 wahlfrei Position 5 obligatorisch, a) oder b) ist zu wählen Positon 6 wahlfrei
obligatorisch
außer 4.2.2
Vorsilbe Metallart Graphitstruktur Mikrostruktur oder a) mechanische Eigenschaften b) chemische Zusätzliche
Makrostruktur Zusammensetzung Anforderungen
Zeichen Zeichen Zeichen Zeichen Zeichen Zeichen
EN- Guss- GJ lamellar L Austenit A aa) Zugfestigkeit:3- z.B. 350 ba) X Rohrgussstück D
eisen oder 4stellige für den Buchstabensymbol,
Mindestwert in Newton das Bezeichnung
je Quadratmillimeter durch chemische
Zusammensetzung
anzeigt
kugelig S Ferrit F ab) Dehnung: z.B. -19 bb) Kohlenstoffgehalt z.B. 300 wärmebe- H
Bindestrich und 1- oder in Prozent x 100, handeltes
2stellige Zahl für den jedoch nur, wenn der Gussstück
Mindestwert in Prozent Kohlenstoffgehalt
signifikant ist

Temperkohle 1) M Perlit P ac) 1 Buchstabe für die bc) chemisches z.B. Cr Schweiß- W
Probenstück- Symbol der eignung für
herstellung: Legierungselemente Verbindungs-
schweißungen
vermikular V Martensit M - getrennt gegosssenes S bd) Prozentsatz der z.B. 9- zusätzliche Z
Stück Legierungselemente, 5-2 Anforderungen,
durch Bindestriche in der Bestellung
voneinander getrennt festgelegt

graphitfrei N Ledeburit L - angegossenes Stück U


(Hartguss)
lederburistisch
Sonderstruktur, Y abgeschreckt Q - einem Gussstück C
in der jeweiligen entnommenes
Werkstoffnorm Probestück
ausgewiesen
vergütet T
schwarz 2) B
weiß 2) W

Abb. 3.9: Gusswerkstoffe DIN EN 1560