Sie sind auf Seite 1von 3

Akkreditierung (Wirtschaft)

Wechseln zu: Navigation, Suche


Der Begriff Akkreditierung (lat. accredere, Glauben schenken) wird in verschiedenen Bereichen
benutzt, um den Umstand zu beschreiben, dass eine allgemein anerkannte Instanz einer anderen das
Erfüllen einer besonderen (nützlichen) Eigenschaft bescheinigt. Unter Akkreditierung kann jedoch auch
lediglich das Verfahren verstanden werden, das sich eingehend mit einer bestimmten Materie
beschäftigt. Hierbei ist die Akkreditierung bereits die Aufnahme der Eigenschaftsuntersuchung und
eben nicht die Bescheinigung des Endergebnisses.

Definition [Bearbeiten]
Akkreditierung ist gemäß ISO/IEC 17011:2004 die Bestätigung durch eine dritte Stelle, die formal
darlegt, dass eine Konformitätsbewertungsstelle die Kompetenz besitzt, bestimmte
Konformitätsbewertungsaufgaben durchzuführen.

Rechtliches [Bearbeiten]
In Deutschland unterscheidet man zwischen dem gesetzlich geregelten und dem gesetzlich nicht
geregelten Bereich. Im gesetzlich geregelten Bereich spricht man dann von Benannten Stellen.

Konformitätsbewertungsstellen sind Organisationen, die folgende Dienstleistungen zur


Konformitätsbewertung bereitstellen: Prüfung, Inspektion, Zertifizierung von Managementsystemen,
Personen (im Sinne von Qualifikationsnachweis) und Produkten.

1.Eine Zertifizierungsstelle ist akkreditiert, wenn sie die in der z. B. Normenreihe EN 45011–45013
aufgeführten Voraussetzungen zur Durchführung von Bewertungen von Managementsystemen (zum
Beispiel Qualitätsmanagement oder Umweltmanagement), Produkten oder Personen nachweislich
gegenüber einer Akkreditierungsstelle erfüllt.
2.Ein Prüf- bzw. Kalibrierlaboratorium ist akkreditiert, wenn es die z. B. Anforderungen des ISO/IEC-
17025-Standards erfüllt, der den Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001:2000 einschließt und darüber
hinausgehende Anforderungen enthält. Hierzu wird das Labor durch eine Expertengruppe einer
unabhängigen Akkreditierungsstelle gemäß der Norm ISO/IEC 17011 begutachtet und durch meist
jährliche Begehungen überwacht.
3.Eine Konformitätsbewertungsstelle ist akkreditiert, wenn sie den Anforderungen z.B. der Norm
ISO/IEC 17021 (vormals ISO/IEC 45012) entspricht.
4.Eine Inspektionsstelle ist akkreditiert, wenn sie die Anforderungen der Norm z. B. ISO/IEC 17020
nachweislich erfüllt.
Im März 1992 wurde der DAR (Deutscher Akkreditierungsrat) gegründet als eine von der deutschen
Wirtschaft, dem Bund und den Ländern getragene Arbeitsgemeinschaft, die eigentlich die Aufgabe
gehabt hätte, ein transparentes, einheitliches und international anerkanntes Akkreditierungssystem in
Deutschland sowohl für den gesetzlich geregelten als auch den nicht geregelten Bereich aufzubauen.

Nicht alle Akkreditierungsstellen in Deutschland arbeiten unter dem Dach des DAR, es gibt auch davon
unabhängige, kartellfreie Akkreditierer.

Aufgrund einer Kartellbeschwerde spaltete sich der gesetzlich geregelte Bereich aus dem DAR ab und
benannte sich Kogb (Koordinierungsgruppe gesetzlich geregelter Bereich, siehe www.dar.bam.de), so
dass im DAR jetzt überwiegend Mitglieder des gesetzlich nicht geregelten Bereichs vertreten sind.

Übrigens ist die Betätigung als Akkreditierer im gesetzlich nicht geregelten Bereich jedermann
freigestellt:

1.LG Bonn, 15. Juli 1997, 11 O 184/96: Im ungeregelten Bereich hat jeder das Recht, eine
Akkreditierungsstelle zu gründen und zu akkreditieren. Dies bedeutet zugleich, daß die TGA in
Deutschland nicht die allein verantwortliche Stelle für Akkreditierung von Zertifizierungsstellen ist.
TGA/DAR haben keine Monopolstellung. Ein solches Monopol ohne gesetzliche Grundlage würde
zudem einen unzulässigen Eingriff in die Grundrechte (Art. 12+14 GG) bedeuten. Es gibt kein
festgeschriebenes System der Akkreditierung und Zertifizierung, an das sich jeder zu halten hätte.
2.OLG Köln 6 U 107/97: Die Tätigkeit der Trägergemeinschaft für Akkreditierungen beruht nicht auf
dem Auftrag einer hoheitlichen Stelle, der DAR ist keine hoheitliche Stelle.
3.BGH Urteil, 14. Mai 1998, VII ZR 184/97: Die DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern
private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. DIN hat keine Rechtsnormqualität.
4.Das Bundesverwaltungsgericht hat zu den Normenausschüssen festgestellt, in denen die Normen
"gemacht" werden ("Meersburg-Urteil", Bundesverwaltungsgericht Az 4 C 33 - 35183, 22. Mai 1987.
Fundstelle: Neue Juristische Wochenschrift 1987, H. 45, S. 2888): Daneben gehören ihnen aber auch
Vertreter bestimmter Branchen und Unternehmen an, die deren Interessenstandpunkte einbringen.
Andererseits darf aber nicht verkannt werden, daß es sich dabei zumindest auch um Vereinbarungen
interessierter Kreise handelt, die eine bestimmte Einflussnahme auf das Marktgeschehen bezwecken.
Den Anforderungen, die etwa an die Neutralität und Unvoreingenommenheit gerichtlicher
Sachverständiger zu stellen sind, genügen sie deswegen nicht.

Weblinks [Bearbeiten]
Wiktionary: Akkreditierung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und
Grammatik
Deutscher Akkreditierungsrat – ein Zusammenschluss der Akkreditierungsstellen in Deutschland
AACI - Association for Accrediting, Certification and Inspection (German Association for
Accreditation)
Deutsches Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH (German Association for Accreditation)
GAZ Gesellschaft für Akkreditierung und Zertifizierung mbH (Association for the accreditation and
certification GmbH)
Trägergemeinschaft Akkreditierung GmbH (German Association for Accreditation)
Deutsche Akkreditierungsstelle Chemie GmbH (German Association for Accreditation)
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Akkreditierung_(Wirtschaft)“
Kategorien: Normung | Qualitätssicherung