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FRITZ-ALBERT POPP

BIOPHOTONEN

DIE WISSENSCHAFT ENTDECKT DIE LEBENSENERGIE IN UNSEREN ZELLEN

Das Licht aus den Zellen

Biophotonen steuern elementare Lebensprozesse

Zellen strahlen Licht ab. Elektromagnetische Ströme können heilen. Moleküle verhalten sich nach Energiezufuhr plötzlich kooperativ. Diese drei Beobachtungen hat die Wissenschaft lange Zeit entweder ignoriert oder angezweifelt. Inzwischen gelten sie zwar als weitgehend belegt. Doch der Verdienst, einen Zusammenhang zwischen diesen Phänomen herstellen zu können, gebührt einer Forschungsrichtung, die noch weitgehend unbekannt ist: der Biophotonik. Deren Erkenntnisse haben für medizinische Diagnose und Therapie, Lebensmittelqualität und Schadstoffanalyse ganz erhebliche Konsequenzen.

Angefangen hat alles im Jahr 1923. Da entdeckte der russische Wissenschaftler Alexander Gurwitsch eine ultraschwache Lichtemission aus lebenden Organismen. Diese von ihm so genannte mitogenetische Strahlung geriet aber später mehr und mehr in Vergessenheit und wurde nur in Osteuropa gelegentlich zum Anlass für weitere Forschungen genommen. In der übrigen Welt war es vor allem Professor Fritz Albert Popp, der die Idee einer organischen Lichtstrahlung zu Beginn der siebziger Jahre wieder aufgriff und weiterentwickelte. Dem Gründer des Internationalen Instituts für Biophysik in Neuss gelang damals auch der erste zweifelsfreie Nachweis dieser Biophotonen, dank eines neuen, hochempfindlichen Messverfahrens. Diese Ergebnisse fanden auch international rasch Bestätigung.

Licht für die biologische Kommunikation

Welchen Zweck haben aber diese Biophotonen? Die meisten Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt hatten, waren zunächst der Meinung, es handele sich um eine eher zufällige biochemische Erscheinung. Doch inzwischen wird immer klarer, dass diese Zellstrahlung weit mehr ist: ein biologisches Kommunikationssystem, das höchst effizient mit Lichtgeschwindigkeit funktioniert.

Um das zu verstehen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Quantentheorie. Materie entsteht nämlich nicht aus dem vollkommenen Nichts. Sie ist aus Schwingung aufgebaut. Auch im Vakuum und am absoluten Temperaturnullpunkt gibt es nach der Quantentheorie nämlich eine gewisse Menge an Energie. Diese Schwingungsenergie lässt extrem kurzlebige Teilchen und Felder entstehen. Energiefelder, die sich so verdichten können, dass sich schließlich Materie entwickelt. Voraussetzung dafür ist, dass die chaotische Nullpunktenergie des Vakuums eine kohärente Ordnung erhält.

Auch für Prof. Popp ist die Vorstellung, dass Ordnung durch Felder entsteht, zentral. Nach seiner These ist es das Biophotonenfeld, das für diese Ordnung bei Menschen, Tieren und Pflanzen verantwortlich ist.

Dabei ist das Biophotonenfeld ganz offensichtlich für die entscheidenden Vorgänge in allen biologischen Systemen zuständig. Es wirkt bei Formbildung und Wachstum und ist in der Lage, biochemische Reaktionen zu hemmen oder zu beschleunigen. Wie hängen aber Biophotonenfeld, Zellen und biologische Steuerung zusammen?

Sonnenlicht schafft Ordnung

Am Anfang steht das Sonnenlicht. Nach dem österreichischen Physik- Nobelpreisträger und Mit-begründer der Quantentheorie Erwin Schrödinger ist es das Sonnenlicht, das Strukturen und Ordnung bildet. Erst danach wird es in Wärme umgewandelt. Das Licht verfügt selbst über eine gewisse Ordnung, die jedem Organismus über die Nahrung zugeführt wird und ihn am Leben erhält. Diesen

Vorgang bezeichnet Schrödinger als ein „fortwährendes Aufsaugen von Ordnung aus der Umwelt“. Dadurch ist das Sonnenlicht auch der Ursprung der Biophotonen, die schließlich von den Zellen - wie bei Antenne und Sender - aufgenommen und abgegeben werden.

An Lärchensporen wurde erstmals 1986 von einem polnischen Forscherpaar festgestellt, dass die Intensität der Biophotonen von den einzelnen Phasen der Zellteilung abhängt. Wenig später konnten das niederländische Zellbiologen an menschlichen Zellen bestätigen. Spätestens jetzt wurde klar, dass die DNS weit mehr als nur eine genetische Funktion hat. Zahlreiche Experimente haben gezeigt, dass die DNS einerseits als der zentrale Lichtspeicher im Organismus funktioniert, anderseits aber auch dieses Licht wieder abstrahlt. Genau diese Eigenschaft ist zentral für das Verständnis einer lichtgesteuerten Biochemie. Denn die von den Zellen abgestrahlten Biophotonen ergeben zusammen ein geordnetes Feld, das so genannte Biophotonenfeld. Dieses reguliert über eine gezielte Anregung von Molekülen biochemische Prozesse. Dafür wird ein Photon, also ein Lichtteilchen, als Motor für einen biochemischen Prozess benutzt und anschließend an die nächste Reaktion weitergegeben. Das macht eine extrem schnelle Steuerung möglich, mit der sich auch erklären lässt, warum chemische Vorgänge im Organismus millionenfach schneller ablaufen, als unter Idealbedingungen im Reagenzglas.

Steuerung mit Ordnung und Chaos

Doch nach welchen Maßgaben funktioniert so eine Steuerung? Im Weltbild der Biochemie hängt chemisches Verhalten vom Zufall ab, das heißt davon, ob sich ein Reaktionspartner findet oder nicht. Für das Verständnis von Steuerung in der Biophotonentheorie ist dagegen die Grenze zwischen kohärenter (geordneter) und chaotischer Phase, die so genannte Laserschwelle, entscheidend. Genau in diesem Bereich befindet sich das Biophotonenfeld. Dort reichen schon geringste Einflüsse aus, um ein Umschlagen von einem in den anderen Zustand auszulösen. Mit den daraus entstehenden unterschiedlichen Impulsen werden dann die molekularen Vorgänge in der Zelle gesteuert.

Offensichtlich gehorcht die Regulierung von Lebens-funktionen also nicht dem Zufall, sondern läuft in hohem Maße koordiniert und sinnvoll ab. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Mensch viel mehr ist als die Summe seiner Teile. Eine Einsicht, die in der Schulmedizin noch nicht mehrheitsfähig ist, da „deren Modelle allenfalls der unbelebten Materie gerecht werden, beim Verständnis lebender Organismen jedoch versagen,“ wie es der Wissenschaftsjournalist und Autor Marco Bischof formuliert.

Dabei könnte gerade die Medizin enorm von der Biophotonenforschung profitieren. Aufschlussreich ist beispielsweise ein Vergleich von gesunden und kranken Zellen. Beobachtungen haben nämlich ergeben, dass gesunde Zellen weniger Biophotonen abstrahlen als Tumorzellen, da die Photonen in ihnen besser zirkulieren können und nicht freigesetzt werden müssen. In Tumorzellen dagegen dauert die Weitergabe von Energie länger, was auf eine verminderte Ordnung des Zellwassers schließen lässt. Diese Ordnung hängt wiederum von einem kohärenten Biophotonenfeld ab. Zur Entwicklung einer früheren Krebsdiagnose könnte man die Biophotonenforschung also durchaus heranziehen. Aber auch eine grundsätzliche Neubestimmung des Begriffs Gesundheit scheint mit ihr möglich. Im Modell der biophotonischen Steuerung ist nämlich bereits ein Bezugssystem vorhanden, an dem sich Gesundheit orientiert: die Laserschwelle.

Gesundheit an der Laserschwelle

An dieser Grenze, bei der aus Chaos ein kohärenter Zustand wird, an dem mit anderen Worten Ordnung entsteht, ist flexibles Reagieren eines gesunden Organismus auf kleinste Einflüsse möglich. Gesundheit ist also die Fähigkeit auf

solche Herausforderungen regulierend zu antworten. Entsprechend kann man Gesundheit, wie der österreichische Philosoph Ivan Illich, als Intensität bestimmen, mit der sich ein Organismus mit seiner Umwelt auseinandersetzt.

Medizinisch ist das Biophotonenmodell ohne weiteres mit den wichtigsten alternativen Heilverfahren zu vereinbaren, deren Wirksamkeit vom Standpunkt der Schulmedizin grundsätzlich unerklärbar ist: Homöopathie und Akupunktur sind nur die bekanntesten unter ihnen. Der Hauptunterschied einer biophotonenbasierten Diagnostik zur Schulmedizin ist, dass nicht nur Krankheit bei einem Patienten festgestellt werden kann, sondern auch der Grad der Gesundheit. Ganz aktuell ist die Entwicklung einer Regulationsdiagnose, die bereits erfolgreich erprobt wurde. Damit „gelingt es erstmals, regulative - und damit essentielle - Abweichungen vom ideal gesunden Zustand schnell, zuverlässig und ohne Belastung des Patienten zu messen“, so der Biophysiker Prof. Popp. Untersucht wird unter anderem die elektrische Leitfähigkeit der Haut. Eine viel frühzeitigere und gezieltere Behandlung wird damit möglich.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit der Biophotonik ist die Lebensmittelqualitätsanalyse. Wie frisch Lebensmittel sind, ob Hühnereier aus Freilandhaltung oder Legebatterien stammen oder ob Gemüse konventionell oder biologisch gedüngt wurde, lässt sich mit Hilfe der Biophotonenstrahlung feststellen. In Japan ist das bereits ein verbreitetes Verfahren. Die Qualität der Lebensmittel hängt dabei mit der Fähigkeit zusammen, in welchem Maß sie Licht speichern kann. Auch die Schadstoffanalyse kann von den Ergebnissen der Biophotonenforschung profitieren. So lässt sich mit Messungen feststellen, bei welchen Schadstoff- konzentrationen irreversible organische Schäden auftreten.

Darin liegt auch der entscheidende Vorteil der Biophotonik gegenüber anderen Messverfahren. Sie ist weit empfindlicher und kann damit Belastungen sehr früh anzeigen. Mit Hilfe der Erkenntnisse über die regulierende Kraft der Biophotonenfelder lassen sich in der Medizin aber auch Lösungen aufzeigen, die sich in der Praxis schon sehr lange Zeit bewährt haben. Ein fundierter wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit alternativer Heilverfahren rückt damit endlich in greifbare Nähe.

Foto: Norbert Enker

Der Advokat

Gefürchtet, bekämpft,

bewundert:

Der deutsche

Lichtforscher

Fritz-Albert Popp

Foto: bl-vision

Foto: bl-vision NATUR des Lichts Ob Gurkenkeimling, Fledermaus oder Mensch – alle Lebe- wesen senden winzige

NATUR

des Lichts

Ob Gurkenkeimling, Fledermaus oder Mensch – alle Lebe- wesen senden winzige Lichtstrahlen aus, die von blossem Auge nicht wahrnehmbar sind. Der deutsche Physiker Fritz-Albert Popp erforscht dieses lebendige Licht, auch Biophotonen genannt, seit rund 30 Jahren. Er zieht daraus Erkenntnisse zugunsten einer naturnahen Lebensweise.

Text: Reinhard Eichelbeck

A ls die Professorin Dr. Mae-Wan

Ho in ihrem Labor den Monitor

des Mikroskops einschaltete,

stiessen die anwesenden Stu-

denten Laute des Erstaunens aus. Sie galten der bunten Vielfalt leuchtender Farben, die sich auf dem Bildschirm zeig- ten. Hier war aber keine Fernsehshow zu sehen, und die Darsteller waren keine kostümierten Filmstars – es waren ganz banale Mikroorganismen aus dem Was- ser: Daphnien, gewöhnlich etwas respekt- los «Wasserflöhe» genannt, von Aqua- rienfreunden gerne als Fischfutter ver- wendet. Was in dieser explosiven Farbigkeit leuchtete, waren ihre inneren Organe – in dieser Weise zum ersten Mal sichtbar gemacht durch eine spezielle Mikroskopvariante, die Professorin Ho zusammen mit ihren Studenten aus ei- nem handelsüblichen Polarisationsmi- kroskop entwickelt hatte. Solche Mikro- skope, die mit polarisiertem, d.h. gleich gerichtetem Licht arbeiten, werden nor- malerweise zur Untersuchung minera- lischer Kristalle verwendet. «Dieses Abbildungsverfahren ist des- halb etwas Besonderes, weil es lebendige, dynamische Ordnungszustände zeigt, die mit der Energiezufuhr in Zusammenhang stehen», sagt die zierliche Chinesin, die

an der Open University im englischen Milton Keynes Biochemie lehrt. «Wenn ein Organismus sehr lebendig und bei guter Gesundheit ist, leuchten seine Far- ben besonders stark. Wenn er in Ruhe ist, abgekühlt wird oder austrocknet, verliert er an Farbigkeit. Und wenn er stirbt, ver- blassen seine Farben natürlich auch.» Schaltet also die Seele sozusagen das Licht aus, wenn der Körper stirbt? An vielen Beispielen in der Natur sehen wir, dass Sterbendes seine Farbe verliert – bei den winterlich toten Blättern weicht die Farbe der Lebendigkeit einem düste- ren Braun und verwandelt sich, ebenso wie bei verfaulendem Obst, schliesslich in Schwarz – das nicht umsonst bei uns als Farbe des Todes gilt. In dem Märchen vom «Gevatter Tod» wird die Lebens- kraft eines Menschen durch eine Kerze symbolisiert. Wenn sie abgebrannt ist, stirbt der Mensch. In Anbetracht der Arbeit von Mae-Wan Ho kann man heute sagen, dass jenes «Lebenslicht», von dem das Märchen spricht, mehr ist als nur ein Gleichnis. Licht und Leben- digkeit gehören zusammen. «Leben, das ist: alle Farben des Regenbogens in einem Wurm», so sagt Dr. Ho. Die Biochemikerin ist seit vielen Jahren Mitglied des IIB, des «Internatio-

nalen Instituts für Biophysik», das der Physiker Professor Dr. Fritz-Albert Popp gegründet hat. Dr. Popp ist einer der bekanntesten und wichtigsten Erforscher der so genannten «Biophotonen» – ein Ausdruck, den er Mitte der 70er-Jahre prägte, um dieses spezielle, in Lebewesen erzeugte und von ihnen ausgestrahlte Licht von Licht aus anderen Quellen zu unterscheiden. Seine Forschungen auf diesem Gebiet nannte er «Biophotonik».

Foto: Norbert Enker

Macht das Unmessbare messbar:

Das Biophotonen-Messsystem erbrachte erstmals den Beweis, dass Lebewesen Licht ausstrahlen.

Eine revolutionäre Entdeckung

Alle Organismen – jedenfalls solange sie lebendig sind – nehmen Licht auf und geben es auch wieder ab. Sie kommunizie- ren dadurch miteinander, regulieren damit ihre inneren Prozesse oder geben damit Auskunft über ihre Befindlichkeit. Dieses Licht zu erforschen hat sich Dr. Popp zur Lebensaufgabe gemacht. Entdeckt hat er die «Biophotonen» allerdings nicht. Bereits 1922 stellte der russische Bio- loge Alexander Gurwitsch bei Experimen- ten mit Zwiebelwurzeln fest, dass er das Wachstum einer Wurzel steigern konnte, indem er ihr von der Seite die Spitze einer anderen Zwiebelwurzel näherte. Wenn er die Wurzeln durch Fensterglas trennte, verschwand der Effekt – wenn er statt dessen Quarzglas verwendete, blieb er erhalten. Da Quarzglas UV-Licht durch- lässt, Fensterglas hingegen nicht, kam Gurwitsch zu der Schlussfolgerung, dass es sich hier um eine Lichtwirkung im UV- Bereich handelte. Und da sie die Zell- teilung (Mitose) anregte, nannte er sie «mitogenetische Strahlung». Allerdings konnte man diese extrem schwache Strahlung damals nicht direkt messen, da die Geräte dafür zu unemp-

findlich waren. Und schliesslich gewan- nen jene Wissenschaftler die Oberhand, die das Ganze für einen «Schmutzeffekt» hielten, der durch unsauberes Arbeiten entstanden sei. Gurwitschs Experimente gerieten in Vergessenheit. Dass Fritz-Albert Popp Jahrzehnte später zum Pionier der «Biophotonik» wurde, ergab sich aus einer Reihe von Zufällen, die auf erstaunliche Weise ineinander griffen, wie die Räder eines Uhrwerks. Nach Studium und Promotion hatte er in Radiologie und Biophysik habilitiert und war 1973 Dozent an der Marburger Universität geworden. Dabei beschäftigte er sich auch mit der Bestrah- lung von Tumorpatienten an der Uni- versitätsklinik und begann sich für die Ursachen von Krebs zu interessieren. Zu- sammen mit seinen Studenten unter- suchte er verschiedene Krebs erregende Substanzen und stiess dabei auf das Benzo(a)pyren. Dieser Stoff, der in Teer, Tabakrauch und Abgasen von Verbren- nungsmotoren, Hochöfen und Fabriken vorkommt, gilt als höchst gefährlicher Krebsauslöser. Erstaunlich ist, dass ein eng verwandter Stoff, das Benzo(e)pyren, sich als völlig harmlos erwiesen hat. Die beiden sind auf atomarer Ebene iden-

tisch, sie unterscheiden sich lediglich in ihrer räumlichen Struktur. Um herauszufinden, wie diese so ganz unterschiedliche Wirkung zustande kommt, untersuchte Dr. Popp auch die physikalischen Eigenschaften der beiden Stoffe und stellte fest, dass Benzo(a)pyren Licht im oberen UV-Bereich absorbierte und in veränderter Frequenz, teilweise als Infrarot, wieder abgab. Das ungefähr- liche Benzo(e)pyren hingegen liess diese Lichtfrequenz unbehelligt durch. Popp war auch mit dem Phänomen der so genannten «Photoreparatur» ver- traut. Es besteht darin, dass eine Zelle, selbst wenn sie zu 99% geschädigt ist, sich selbst völlig regenerieren kann, so- fern man sie mit schwachem UV-Licht bestrahlt. Experimente hatten gezeigt, dass dies auch bei höheren Lebewesen, bis hin zum Menschen, der Fall ist. Die «Photoreparatur» funktioniert am besten bei einer Frequenz von etwa 380 Nano- metern – und gerade in diesem Bereich wird das Licht vom Benzo(a)pyren absor- biert und verfälscht. War es also möglich, dass die Wirkung der Krebsauslöser darin bestand, dass sie die Photoreparatur ent- arteter Zellen verhinderten? Aber woher sollte im Innern eines Organismus jenes

schwache UV-Licht kommen, das in der Lage war, den Reparaturprozess in Gang zu bringen? Nach der damals allgemein herrschenden Auffassung gab es in den Zellen kein Licht.

Ein Messgerät für das Unmessbare

Der zweite «Zufall» bestand darin, dass einer von Popps Diplomanden, der Physi- ker Peter Böhm, einen Artikel entdeckte mit dem Titel: «Photonen – Sprache der Zellen?» Es war ein ausführlicher Bericht über Experimente russischer Wissen- schaftler, die ergeben hatten, dass Zellen mit Hilfe von UV-Licht biologische Infor- mationen übertragen. In einem der Expe- rimente hatte man Zellkulturen in Behäl- ter eingeschlossen, die durch eine Quarz- glasscheibe getrennt waren. Wenn man nun eine der Kulturen mit Viren infi- zierte, zeigten sich nach einiger Zeit die Symptome der Krankheit auch bei den Zellen im anderen Behälter. Eine chemi- sche Übertragung war ausgeschlossen, und man fand bei der zweiten Kultur auch keine Spur von Viren. Wenn man die Zellkulturen durch normales Fenster- glas (das für UV-Licht undurchlässig ist) trennte, fand keine «Ansteckung» statt. Die Übertragung wurde also nicht durch

Krankheitserreger bewirkt, sondern of- fenbar durch eine Art «Krankheitsinfor- mation», die als Informationsträger schwaches Licht im UV-Bereich benutzte. Der dritte «Zufall», der schliesslich zum Durchbruch führte, ergab sich da- durch, dass kurze Zeit später Popp von einem seiner Studenten, dem jungen Physiker Bernhard Ruth, gefragt wurde, ob er bei ihm promovieren könne. Popp war einverstanden, sofern der junge Mann bereit wäre, den Nachweis zu führen, dass es in den Zellen von Lebe- wesen Licht gibt. Ruth erschrak zuerst über eine solche «Zumutung», denn die Mehrheit der Wissenschaftler war seiner- zeit vom genauen Gegenteil überzeugt. Als ihm aber Popp versicherte, dass er seinen Doktor auch dann bekäme, wenn er beweisen sollte, dass es in den Zellen kein Licht gibt, machte er sich an die Arbeit: ein Gerät zu bauen, das empfind- lich genug war, um – so Popp – «ein Glühwürmchen auf die Entfernung von 10 Kilometern wahrnehmen zu können». Das Hauptproblem bei diesem Unter- nehmen bestand darin, dass die Bio- photonenstrahlung, die gemessen werden sollte, nicht viel stärker war als das Grundrauschen, das durch Kriechströme im Gerät selbst entstand. Nach einiger Zeit fand Bernhard Ruth eine ebenso ein-

schwache UV-Licht kommen, das in der Lage war, den Reparaturprozess in Gang zu bringen? Nach der

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fache wie geniale Lösung: Zwischen der Probe und dem Photomultiplier, der die ausgestrahlten Photonen zählt, brachte er eine rotierende Scheibe an, deren eine Hälfte ausgestanzt war. Wenn die Ver- bindung zwischen Probe und Multiplier offen war, registrierte er die Strahlung der Probe und das Grundrauschen, wenn sie geschlossen war, nur das Rauschen allein. Die Differenz zwischen beiden Wer- ten, vom Computer leicht zu ermitteln, musste die Intensität der Biophotonen darstellen – sofern es sie überhaupt gab.

Versuche mit Gurken und Kartoffeln

Ein gutes Jahr später war das «Photonen- Messsystem» (PMS) – so nannte man das Gerät – fertig, und Bernhard Ruth konnte mit seinen Messungen beginnen. Sein erstes Versuchsobjekt waren Gurken- keime, denn – so sein Doktorvater Popp – «sie sind in ihrem Strahlungsverhalten relativ stabil und dennoch leicht beein- flussbar». Und vor allem: «Selbst Physi- ker können sie leicht züchten.» Als Bernhard Ruth seine Messungen auswertete, war er erst einmal erschüt- tert: Sein Apparat zeigte klar und ein- deutig an, dass die Gurkenkeime Licht ausstrahlten, in Frequenzen, die von

Geheimes Innenleben: Unter dem Biophotonen-Messgerät verwandeln sich die Alge Acetabularia acetabulum (links) und die Petersilie (rechts) in sanft leuchtende Wesen.

Fotos: Int. Institut für Biophysik, Neuss/D
Fotos: Int. Institut für Biophysik, Neuss/D
schwache UV-Licht kommen, das in der Lage war, den Reparaturprozess in Gang zu bringen? Nach der
schwache UV-Licht kommen, das in der Lage war, den Reparaturprozess in Gang zu bringen? Nach der
schwache UV-Licht kommen, das in der Lage war, den Reparaturprozess in Gang zu bringen? Nach der

Foto: Norbert Enker

Ultraviolett über Violett und Blau bis zu Gelbgrün und Rot reichten. Weil dieser Sachverhalt der allgemei- nen Ansicht so deutlich widersprach, schloss er eine weitere Versuchsreihe mit Kartoffelkeimen an. Sie enthalten kein Chlorophyll, und er vermutete, dass die Strahlung der Gurkenkeime auf ihren Chlorophyllgehalt zurückzuführen wäre. Aber auch aus den Kartoffelkeimen strahlte Licht – ebenso wie aus allen anderen pflanzlichen und tierischen Zel- len, die er danach untersuchte. Professor Popp stellte nun eine Ar- beitsgruppe zusammen und intensivierte die Biophotonenforschung. Es bildeten sich zwei hauptsächliche Messverfahren heraus: Zum einen wurde die direkte Eigenstrahlung der Proben gemessen, «Biophotonenemission» oder kurz BPE genannt. Zum anderen bestrahlte man die Probe für eine gewisse Zeit – Sekunden- bruchteile lang bis zu mehreren Minuten – mit weissem Licht (zum Beispiel aus einer Wolframlampe) und mass dann das Abklingen dieser Lichtanregung, DL oder «delayed luminescence» genannt – ver- zögerte Lichtabstrahlung. Den Begriff «verzögert» wählte man, weil sich dieser Prozess über einen längeren Zeitraum hinziehen kann, von Sekunden über Minuten bis zu etlichen Stunden. Der Grundwert der Biophotonen- emission zeigte einen klaren Zusammen-

hang mit Lebendigkeit und Wohlbefin- den der untersuchten Organismen – je besser ihr Zustand war, desto mehr Licht strahlten sie ab. Allerdings veränderte sich dieser Grundwert in Abhängigkeit von äusseren Einflüssen. Zugabe von Gift beispielsweise liess die Strahlung drastisch ansteigen, nach Verabreichung von Gegen- gift kehrte sie wieder auf den Normalwert zurück. Es konnten auch Veränderungen gemessen werden, die sich parallel zum Zellzyklus bewegten oder zu bestimmten Biorhythmen, periodischen Schwankun- gen in täglichen und monatlichen Abstän- den beispielsweise.

Die DNS, eine Quelle des Lichts

Bei seinen Kollegen stiessen Popps Ergeb- nisse zum Teil auf heftige Kritik. Einige Wissenschaftler meinten, dass die Bio- photonen eine unwichtige und chaoti- sche Strahlung darstellten, die sozusagen als «Abfallprodukt» bei chemischen Re- aktionen entstünde. Dann aber hätte sich die Strahlung in exponentieller Abhän- gigkeit von der Temperatur verändern müssen – Popp konnte zeigen, dass dies nicht der Fall war. Er konnte ausserdem zeigen, dass die verzögerte Lichtabstrah- lung (DL) der Organismen nach Licht- anregung sich in einer hyperbolischen Kurve abbildet und nicht in einer expo-

nentiellen wie bei toter Materie. Damit war bewiesen, dass es sich bei den Bio- photonen nicht um eine zufällig-chaoti- sche, sondern um eine geordnete, kohärente Strahlung handelt, die Infor- mationen übertragen kann. Weitere Experimente ergaben, dass die DNS, unser gentragendes Erbinfor- mationsmolekül, Photonen aufnehmen, sie speichern und dann wieder abgeben kann. Es ist anzunehmen, wenn auch noch nicht eindeutig bewiesen, dass sie damit die chemischen Reaktionen in der Zelle steuert. Mit zunehmender Anerkennung von Dr. Popps Arbeit wuchs auch der Wider- stand seiner Gegner, der 1980 dazu führte, dass er von der Universität Mar- burg entlassen wurde. Es bestehe kein Bedarf für Biophotonenforschung, hiess es. Popps Laufbahn in der Bundesrepu- blik liest sich in der Tat wie eine Ge- schichte aus der Inquisitionszeit. Immer wieder schafften es seine Gegner, ihn durch Diffamierung und Intrige aus seinen Stellungen zu drängen. Aber zum Glück wird man heute nur noch verbal verbrannt und literarisch gevierteilt. Und Popp fiel, wie eine Katze, immer wieder auf die Beine. Für die nächsten beiden Jahre stellte ihm eine Firma, die homöopathische Medikamente produziert, ein Labor zur Verfügung, wo er weiterarbeiten konnte.

Foto: gettyimages

60-Stunden-Woche: Fritz-Albert Popp mit 2 Mitarbeitern am Internationalen Institut für Biophysik.

Foto: gettyimages 60-Stunden-Woche: Fritz-Albert Popp mit 2 Mitarbeitern am Internationalen Institut für Biophysik. NATUR Dann bekam

NATUR

Dann bekam er 1982 auf Initiative des Genetikers Professor Walter Nagl von der Universität Kaiserslautern einen Lehr- auftrag für Biophysik. In diesem Jahr wurde auch das «International Institute of Biophysics» gegründet, als Zusammen- schluss von 11 Forschungslabors aus 8 Ländern. Inzwischen ist die Zahl der be- teiligten Institute auf 14 angewachsen. Trotz der erstaunlichen Ergebnisse und der aufregenden Perspektiven von Popps Arbeit – oder vielleicht gerade des- wegen – rotteten sich wieder die Gegner zusammen. Sie verschafften sich eine Mehrheit im Fachbereichsrat der Univer- sität und entzogen ihm 1985 die Lehr- erlaubnis. Seine Arbeit schade dem Ruf der Universität, sagten sie. Wieder einmal stand Popp draussen vor der Tür.

Öko-Nahrung ist lebendiger

Zum Glück hatte inzwischen ein welt- weites Interesse an den Biophotonen eingesetzt. In Japan hatte man beispiels- weise umgerechnet fast 200 Millionen Franken für ihre Erforschung zur Verfü- gung gestellt. Ein neu gegründetes «Tech- nologiezentrum» nahe Kaiserslautern stellte Popp Räume für Labors zur Ver- fügung, in die er mit seinen Mitarbei- tern einziehen konnte. Staatliche und private Unterstützung wurde zugesichert, aber man erwartete auch, dass Popp mit seiner Arbeit Geld verdient. Einige Exemplare des «Photonen-Messsystems» (PMS) wurden gebaut und verkauft, und jene Art von Untersuchungen intensi- viert, mit denen man die Qualität von Nahrungsmitteln überprüfen kann. Wenn man eine beliebige Substanz mit Licht bestrahlt, kann man an der Art und Weise, wie sie dieses Licht wieder von sich gibt, ihren inneren Ordnungs- zustand ablesen, der auch ein Mass für Lebendigkeit und Gesundheit ist. Man findet dabei nicht nur Unterschiede zwi- schen lebenden und toten, oder gesunden und kranken Organismen, sondern bei- spielsweise auch zwischen verschiedenen Sorten von Obst und Gemüse. Dr. Popp und sein Team fanden bei ihren Untersuchungen heraus, dass bio- logisch angebaute Äpfel ein höheres Mass an Ordnung aufwiesen als konven- tionell erzeugte. Treibhaustomaten hat- ten schlechtere Werte als Ökotomaten,

und Tomaten aus Hydrokultur hatten die schlechtesten Werte. Gewöhnlich achten wir nicht darauf – aber schon die formale Struktur von Obst und Gemüse zeigt oft eine deutliche har- monisch-symmetrische Ordnung. Quer- durchschnitte von Äpfeln und Birnen zeigen zum Beispiel eine Fünfeck-/Zehn- eck-Symmetrie. Bei Salatgurken und Toma- ten findet sich eine Dreieck-/Sechsecksym- metrie. Ebenso bei Paprika, wo sich aber auch eine Viereck-/Achtecksymmetrie zeigen kann. Diese Ordnungsmuster haben grosse Ähnlichkeit mit den Klangfiguren, die der Schweizer Arzt Dr. Hans Jenny erzeugte, indem er verschiedene Substan- zen – Sand, Wasser, Terpentin usw. – in Schwingung versetzte. Mit Hilfe der Biophotonenmessung kann man den Ordnungsgehalt und die Lebendigkeit von Nahrungsmitteln fest- stellen – und die sind bei ökologischem Obst und Gemüse messbar höher. Bedeu- tet das nun aber auch eine höhere Nah- rungsqualität? «Diese Ordnung überträgt sich auf den Verbraucher», meint Dr. Popp. «Erwin Schrödinger, der Nobelpreisträger in der Quantentheorie, der auch über Leben nachgedacht hat, sagte bereits in den 50er- Jahren, dass wir nicht nur Kalorien zu uns nehmen, sondern mit den Lebensmitteln letztlich deren Ordnung aufnehmen. Und diese Ordnung wird durch das Licht über- tragen, so wie wir das bei der Pflanze eben

vom Sonnenlicht her kennen. Wir nehmen mit den Lebensmitteln das gespeicherte Licht auf, das dann die vielfältigen Ord- nungsprozesse im Organismus steuert und durchführt.» Popps Arbeitsgruppe untersuchte nicht nur Obst und Gemüse. Man testete Öle und fand einen sehr klaren Unter- schied zwischen kaltgepressten und raffi- nierten Ölen. Ökologisch angebaute Salbeipflanzen zeigten fast doppelt so gute Werte wie konventionell gedüngte. Im Auftrag eines französischen Parfüm- herstellers verglich man natürliche und synthetische Aromaöle und fand deutli- che Unterschiede zugunsten der natürli- chen Substanzen.

Krebszellen strahlen anders

Ein wichtiger Aspekt war auch die Unter- suchung von Tumorgewebe. Mit Hilfe der Biophotonenmessung konnte man Krebs- zellen sehr gut von gesunden Zellen unterscheiden. Und nicht nur das: Man konnte auch die Wirkung von Medika- menten auf die Krebszellen testen und feststellen, ob sich eine Veränderung er- gab oder nicht. Im Falle einer Patientin, die von der Schulmedizin aufgegeben worden war, testete Popp die Wirkung eines homöopathischen Mistelpräparats und fand, dass die Krebszellen nach eini- ger Zeit die gleiche Art von Lichtabstrah- lung zeigten wie gesunde Zellen. Nach-

Die DNS-Spirale im Zellkern als Schaltzentrale des Lichts: Von hier aus werden die Lebensprozesse aller Zellen mit Lichtinformationen gesteuert.

Fotos: René Berner

Die Biophotonik beweist es:

Freilandeier besitzen eine höhere Lichtordnung als Batterieeier

dem die Frau nun etliche Monate lang dieses Mittel genommen hatte, kam es zu einer dramatischen Verbesserung ihres Zustands. Nach etwas mehr als einem Jahr waren ihre klinischen Werte wieder normal, und sie ist auch heute, nach über 15 Jahren, noch am Leben. Popp testetete eine ganze Reihe von homöopathischen Medikamenten und konnte dabei unter anderem zeigen, dass Pflanzen immerhin noch auf eine Potenz von D12 messbar reagieren. In einem Bericht an die deutsche Bundesregierung sprach er sich positiv über die Wirkung der Homöopathie aus, die er weniger auf der chemischen als auf der informa- tiven Ebene angesiedelt sieht. Fast 10 Jahre konnte Popp im «Tech- nologiezentrum» mehr oder weniger ungestört arbeiten, dann hatten seine Gegner und Intriganten, die auf einer politischen Ebene wirkten, seine Stellung wieder unterhöhlt. Förderungsmittel wurden gestrichen, die staatliche Unter- stützung eingestellt. Obwohl Popp gegen einige der Diffamierungen gerichtlich vorgehen konnte und auch Recht bekam, wurde die Förderung nicht wieder aufge- nommen, und er musste sein Labor im «Technologiezentrum» aufgeben. Aber wieder kam überraschend Hilfe. Die Stiftung «Insel Hombroich» hatte in der Nähe von Neuss bei Düsseldorf eine ehemalige Raketenstation der Amerika- ner gekauft, um auf diesem Gelände ein Kulturzentrum einzurichten, wo Künst- ler und Wissenschaftler gemeinsam ar- beiten und ihre Schöpfungen der Öffent- lichkeit vorstellen sollen. Popp bekam hier die Möglichkeit, in einer früheren Befehlsbaracke der Raketenstation seine Labors einzurichten. Ausserdem wurde

Fotos: René Berner Die Biophotonik beweist es: Freilandeier besitzen eine höhere Lichtordnung als Batterieeier dem die

Lieber natürlich statt raffiniert: Speiseöle verlieren beim Bleichen, Entsäuern und Erhitzen einen wesentlichen Teil ihrer Leuchtkraft. Das gleiche gilt für konventionell produzierte Nahrungsmittel, zum Beispiel Äpfel.

ihm ein grosser Neubau zur Verfügung gestellt, wo er Veranstaltungen, Tagungen und Seminare abhalten sowie die Biblio- thek des Instituts unterbringen konnte. Die Biophotonenforschung ging unbe- hindert weiter. Man fand Verfahren, um die biolo- gische Qualität von Wasser zu unter- suchen und festzustellen, ob es durch Schadstoffe verunreinigt ist. Auch der Befall einer Substanz mit Viren oder Bakterien konnte durch die Biophotonen- analyse nachgewiesen werden. Wie ge- habt testete man alle möglichen Arten von Lebensmitteln, unter anderem auch Eier. Dabei zeigte sich, dass die übliche Bewertung tatsächlich der Güte ent- spricht: Am Ende der Skala standen die Käfigeier, dann folgten die aus Bodenhal- tung, dann die Freilandhaltung und schliesslich die ökologische Freiland- haltung. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass die Eier um so besser waren, je artgerechter die Hühner gehalten wurden. Die «glücklichsten Hühner» leg- ten die besten Eier. Und man kann entspre- chend wohl annehmen, dass «glückliche Kühe» auch bessere Milch, und «glückli- che Schweine» besseres Fleisch liefern.

Der leuchtende Mensch

Mit zunehmender Erfahrung wagten sich Popp und sein Team an immer kom- plexere Organismen heran und schliess- lich auch an den Menschen. Schon in Kai- serslautern hatte man die Photonenaus- strahlung menschlicher Haut mit einem Restlichtverstärker gemessen. Interessant waren dabei insbesondere Versuche, bei denen man die Hände von Heilern testete, des Italieners Nicola Cutolo und der Amerikanerin Rosalyn Bruyere, wenn sie heilende Energien durch ihre Hände sendeten. Tatsächlich waren die Werte dann deutlich höher – zum Teil um das Zehnfache – als im Normalzustand.

Der Restlichtverstärker ist weniger empfindlich als das «Photonen-Mess- system» (PMS), und um präzisere Mes- sungen zu machen, wurde eine grosse, völlig lichtdichte Dunkelkammer gebaut. Darin konnte man nun die gesamte Licht- ausstrahlung des menschlichen Körpers, die so genannte «Aura», messen. Wie alles Lebendige nehmen wir Licht auf, und wir strahlen es auch wieder ab – solange wir lebendig sind. Und ebenso wie bei Obst und Gemüse kann man auch beim Menschen das Mass seiner inneren Ordnung an dieser Ausstrahlung ablesen. Bei gesunden Menschen ist sie anders als bei Kranken. Bei den Gesunden ist die Lichtmenge, die ausgestrahlt wird, auf beiden Körperseiten gleich gross. An der rechten Hand beispielsweise ebenso gross wie an der Linken. Oder am linken Ohr ebenso gross wie am rechten. «Andererseits ist uns aufgefallen», berichtet Dr. Popp, «dass kranke Men- schen – Tumorpatienten, Patienten mit Aids oder Multipler Sklerose – häufig Asymmetrien haben, und zwar erhebliche Asymmetrien. Dass also beispielsweise der Wert vom rechten Ohr 30 Einheiten beträgt und der vom linken Ohr 400 Ein- heiten. Solche Unterschiede treten auf. Und wir ziehen daraus den Schluss, dass normalerweise die rechte Hand weiss, was die linke tut und dass dann, wenn eine Desorganisation im Organismus auf- tritt, diese Regulationsprozesse blockiert werden, und dass man das dann eben auch an dieser Lichtemission erkennen kann.» Wenn genügend Erfahrungswerte zur Verfügung stehen, kann man hier eines Tages zu einer einfachen und effizienten Diagnosemöglichkeit kommen, mit der Krankheiten bereits im Anfangsstadium zu erkennen sind.

Foto: Norbert Enker

Foto: Norbert Enker NATUR Fällt immer wieder auf die Füsse: Fritz-Albert Popp hat in Neuss bei

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Fällt immer wieder auf die Füsse: Fritz-Albert Popp hat in Neuss bei Düsseldorf eine neue Bleibe für seine Biophotonenforschung gefunden.

Ein neues, altes Menschenbild

Ein interessanter Nebeneffekt dieser Messungen ist die grundsätzliche Be- stätigung dessen, was medial begabte Menschen schon immer gesagt haben:

dass sich die Gesundheit eines Men- schen in seiner «Aura» widerspiegelt. Dies heisst indessen nicht, dass das, was die Aurasichtigen wahrnehmen, identisch ist mit dem, was Dr. Popp messen kann. Die klassische «Aura» der alten philosophischen und esoterischen Überlieferung ist ein sehr vielschichtiges und komplexes Gebilde, dessen verschie- dene Strukturen (astrale Aura, ätherische Aura usw.) kaum in absehbarer Zeit, womöglich sogar nie, gemessen werden können. Der Gedanke, dass es sich bei den Biophotonen um die «tiefste» Stufe dieser Aura, eine Art Körperaura, han- deln kann, ist aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Die Auffassung, dass es eine solche «Aura» gibt – die von der materialistisch- mechanistischen Naturwissenschaft bis- lang weit gehend bestritten wurde – fin- det sich in nahezu allen alten Kulturen. Bildlich dargestellt wurde sie vor allem im religiösen Bereich, bei christlichen ebenso wie bei nicht christlichen Konfes- sionen – als den ganzen Körper um- schliessende «Aureole» und als kopf- umrahmenden «Nimbus» oder «Heili- genschein».

Seit Jahrtausenden gilt die «Aura» als Ausdruck einer besonderen «Lebensener- gie», das «Mana» der Polynesier, das «Qi» der Chinesen, das «Prana» der Inder, der «animalische Magnetismus» des 18. und das «Fluidum» des 19. Jahr- hunderts, Reichenbachs «Od» und Reichs «Orgon» – verschiedene Namen für die gleiche Sache. Mit dieser «Lebens- energie» verbunden war vielfach auch die Vorstellung von einem besonderen «Energiekörper», der die Form des physi- schen Körpers und seine Lebensprozesse lenkt und ordnet. Er wurde in Ägypten «Ka» genannt, in Indien «sukschma scharira», «Thymos» bei den Griechen und «Nephesch» bei den Juden, Paracel- sus sprach vom «archaeus» oder «Geist- leib», die Spiritisten vom «Fluidalleib». Der Wissenschaftshistoriker Marco Bischof, seit langem ebenfalls Mitglied des Internationalen Instituts für Bio- physik, hat in seinem neuen Buch «Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen – Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft» den historischen und aktuellen Aspekt dieser informativen und Ordnung schaffenden Felder aus- führlich behandelt. Er zeigt dabei an- schaulich, wie diese alten «esoterischen» Vorstellungen heute nach und nach in die Wissenschaft zurückfinden, als «mor- phogenetisches Feld» zum Beispiel. Und er beschreibt faszinierende Experimente und Apparate, die von der Schulwissen-

schaft entweder ignoriert oder aber heftig bekämpft wurden. Dr. Popp hält sich aus dieser Diskus- sion heraus, er befolgt das Motto Galileis:

das Messbare zu messen und das Nicht- messbare messbar zu machen. Inzwi- schen ist er 65 geworden – ein Alter, in dem man gewöhnlich in den Ruhestand geht. Er will nun in der Biophotonen- forschung mehr Verantwortung an seine Mitarbeiter delegieren, aber nicht um sich zur Ruhe zu setzen, sondern um einen alten Wunschtraum wahr zu ma- chen: die Gründung einer alternativen Universität, auf der eine ganzheitliche Wissenschaft gelehrt werden soll. Er hat schon einige Mitstreiter gefunden und auch einen Platz im Auge, ein Ort in der Schweiz, nicht weit vom Bodensee ent- fernt. Fehlt eigentlich nur noch ein Sponsor, der für finanzielle Unterstüt- zung sorgt. Ein Projekt, das viele für «phantastisch», einige sogar für «ver- rückt» oder zumindest «unrealisierbar» halten. Vielleicht haben sie Recht, viel- leicht nicht. Fritz-Albert Popp war schon immer für eine Überraschung gut.

Adresse:

International Institute of Biophysics Station Hombroich, Kapellenerstrasse D-41472 Neuss, Telefon 02182 825131 Fax 02182 825132, E-Mail iib@lifescientists.de

Internetkontakte:

www.biophotonen-online.de

www.biophotonen.com

www.biophotonik.de

www.biophotonik-international.de

www.lifescientist.de

Bücher zum Thema

Fritz-Albert Popp:

– «Biologie des Lichts» (Paul Parey Verlag)

– «Molekulare und biophysikalische Aspekte der Malignität» (Verlag Grundlagen und Praxis)

– «Die Botschaft der Nahrung» (Verlag 2001)

H.P. Dürr et al.:

– «Elemente des Lebens» (Die Graue Edition)

Mae-Wan Ho et al.:

– «Bioelectrodynamics Biocommunication» (World Scientific)

Marco Bischof:

– «Biophotonen – Das Licht in unseren Zellen» (Verlag 2001)

– «Tachyonen, Orgonenergie Skalarwellen – Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft» (AT Verlag)

Biophotonik beweist erstmals Meridianstruktur (Leitbahnen-Struktur der Akupunktur) auf der Körperoberfläche

Klaus-Peter Schlebusch 1) , Walburg Maric-Oehler 2) und Fritz-Albert Popp 3)

1) Dr.med.Klaus-Peter Schlebusch, ZDN, Gesellschaft zur Dokumentation für Naturheilverfahren mbH, Hufelandstraße 60, D-45147 Essen 2) Dr.med.Walburg Maric-Oehler, 1. Vorsitzende der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur /DÄGfA/, International Council of Medical Acupuncture (ICMART), Johannes Gutenberg –University Mainz, Louisenstraße 15-17, Löwengasse 1, D-61348 Bad Homburg v.d.H 3) Professor Dr.rer.nat.habil.Fritz-Albert Popp, International Institute of Biophysics, Landesstiftung Hombroich, Kapellener Straße o.N., D- 41472 Neuss

Einleitung

Seit Beginn der Akupunktur gibt es eine Vielfalt von Untersuchungen mit dem Ziel, die Akupunkturpunkte und Meridiane wissenschaftlich zu belegen. Es erübrigt sich hier, auf die umfangreiche Literatur (z.B. Li 1984) einzugehen, da bis heute kein Beweis allgemein akzeptiert wurde. Aus diesem Grunde muß ein Nachweis, der spontan, ohne Erkennung ernsthafter Einwände eindrucksvoll erbracht werden kann, als ein Durchbruch bezeichnet werden. Ein solcher Nachweis ist gelungen. Seine Konsequenzen sind noch nicht vollständig abzusehen. Die Bedeutung gebietet es aber, das Ergebnis schnellstmöglich zur Überprüfung und zur Weiterentwicklung nicht-invasiver Diagnose- und Therapieverfahren zur Verfügung zu stellen.

Methode

Mithilfe einer Infrarot-Kamera (FlIR-Systems, Therma CAM TM , PM290, erweitertes Modell), die im Bereich von 3.4 - 5 mm sensitiv ist und einen Temperaturbereich von -10 o C bis 450 o C erfaßt, wird die sogenannte "Wärmestrahlung" des Probanden on- line bei laufender Kamera registriert und analysiert. Die Methode gehört zu den Standardverfahren moderner Infrarot-Thermografie und kann unter www.flir.com in allen Details nachvollzogen werden.

(a) Abb. 1 (b) Von jedem Probanden erhält man auf diese Weise typische "Wärmeaufnahmen" mit teilweise

(a)

Abb. 1

(a) Abb. 1 (b) Von jedem Probanden erhält man auf diese Weise typische "Wärmeaufnahmen" mit teilweise

(b)

Von jedem Probanden erhält man auf diese Weise typische "Wärmeaufnahmen" mit teilweise gut bekannten Charakeristika, wie zum Beispiel Temperaturanzeigen zwischen 20 und 40 o C und auch individuell unterschiedlichen Auffälligkeiten in Inhomogenitäten der Temperaturen über der aufgenommenen Körperoberfläche. Gelegentlich beobachtet man auch Strukturen von Temperaturgradienten auf der Hautoberfläche, die jedoch diagnostisch bisher nicht eindeutig zu verwerten sind. Im vorliegenden Fall wird eine angezündete Moxibustions-Zigarre aus Beifuß in die Nähe einer Körperstelle gebracht, deren Meridianstruktur sichtbar gemacht werden soll Die Abbildungen 1a und 1b zeigen dies am Beispiel des Magen-bzw. Milzmeridians. In Abb.1a befindet sich die Wärmequelle in der Nähe des linken Beines des Probanden. In diesem Fall nimmt die Kamera die Struktur des linken Magen-Meridians und des rechten Milzmeridians auf. Werden die Seiten gewechselt (Abb.1b), drehen sich entsprechend auch die Verhältnisse um. Die Effekte sind intra- individuell reproduzierbar.

Ergebnisse und Diskussion

Die Abb. 2 bestätigt, daß der Magenmeridian in voller Länge erscheint und darstellbar ist. Die Abbildung 3 zeigt die Darstellung des Blasenmeridians an den Beinen nach Moxibustion im Rückenbereich. Die Untersuchungen, soweit sie mit der klinischen Symptomatik vereinbar waren, zeigen, daß die Methode alle Meridiane in erstaunlicher Übereinstimmung mit den bekannten Abbildungen der „traditionellen“ Meridiane erkennbar macht.

Abb. 2 Abb. 3

Abb. 2

Abb. 2 Abb. 3

Klar sichtbar sind Strukturen von Temperaturgradienten (um 5 Grad pro cm), die aufrecht erhalten bleiben solange die Wärmequelle vorhanden ist. Nach Beendigung der Moxibustion verschwinden sie innerhalb einer Sekunde. Die Ergebnisse belegen, daß die "Wärmestrahlung" des Menschen keine Wärmestrahlung im physikalischen Sinne, sondern als Fortsetzung der nicht- thermischen Biophotonen in den längerwelligen Spektralbereichen des elektromagnetischen Feldes aufzufassen ist. Die Größenordnung einer maximalen ausgebreiteten "Als-Ob"-Temperatur q(l) der Biophotonen wird nach Popp zu

q@hc/(kl)

abgeschätzt, wobei l die Wellenlänge, k die Boltzmann-Konstante, h das Planck´sche Wirkungsquantum und c die Lichtgeschwindigkeit bedeuten. Daraus folgt für die Biophotonenstrahlung bei 3-5 mm eine maximale "Farbtemperatur" in der Größenordnung von 300 Kelvin (also in der Größenordnung der Körpertemperatur), in grober Übereinstimmung zur sogenannten Wärmestrahlung. Das ist der eigentliche und einzige Grund, weshalb fälschlicherweise vermutet wird, daß die Infrarotabstrahlung des Menschen "Wärmestrahlung" sei. Daß es sich dabei aber um Biophotonen, und nicht um Wärmstrahlung handelt, erkennt man neben vielen anderen Indizien zum Beispiel bereits an den starken und sonst unverständlich stabilen Temperaturgradienten der Muster, die die Infrarot-Strahlung auf der Haut hinterläßt. Wärmestrahlung würde sich dort sofort ausgleichen und die Musterbildung verhindern. Weitere Beobachtungen zeigten überdies, daß die Infrarotabstrahlung der Haut zwischen 3-5 mm nicht exponentiell, sondern hyperbolisch abklingt, sobald die Haut z.B. mit einer Infrarot-Heizquelle erwärmt wird. Es wurde ferner beobachtet, daß die Infrarot- Strahlung der Haut eines lebenden Menschen durch menschliches Gewebe (wie zum Beispiel die sich nähernde Hand eines Behandlers) nahezu verlustlos hindurchdringen kann. Eine Theorie wurde bereits 1978 und später von Popp vorgeschlagen (siehe Literatur Popp). Danach existiert im lebenden Organismus ein Photonenfeld mit extrem hoher Kohärenz, das in seiner Fähigkeit zur destruktiven und konstruktiven Interferenz als eigentliches Regulationssytem für alle biologischen und physiologischen Funktionen anzusehen ist. Dieses Feld bildet auch Informationskanäle aus, die zum Beispiel die Symmetrie und die Steuerung der Stoffwechselprozesse von der Einzelzelle bis hin zum gesamten lebenden System übernehmen. Bricht die Kohärenz dieses Feldes zusammen, dann geht das Lebewesen in das thermische Gleichgewicht über, ein Vorgang, der mit dem Tod identisch ist. Die Meridiane sind danach Bahnen in der ohnehin optisch angeregten biologischen Materie. Sie bilden sich aus, sobald durch Energiezufuhr Kanäle entstehen, in denen die optische Anregung die "Laserschwelle" überschreitet. Für die Farbtemperatur bedeutet das einen lokalen Sprung von +nach -, entsprechend der Überbesetzung der Materie von f <1 nach f >1, wobei f = exp (- hc/(kql)). Aus molekularer Sicht ist die Größe l = (t g /t a m a -m g ) von entscheidender Bedeutung. Dabei sind t g /t a das Verhältnis der Entartungsfaktoren des Grundzustands zum Anregungszustand und m a und m g die Dichten der Moleküle im Anregungszustand bzw. Grundzustand. l ist ein Maß für die optische Dichte. l wechselt beim Übergang von f<1 nach f>1 das Vorzeichen von negativen zu

positiven Werten, was bedeutet, daß die Kanäle von der Abschwächung des fließenden Photonenstroms zur Verstärkung übergehen. l=0 bedeutet Transparenz. Aus diesen Gründen müssen diese Kanäle keineswegs morphologisch vorbestimmt sein. Die rein physikalischen Ursachen liefern auch eine Erklärung dafür, weshalb solche Bemühungen im substanziellen Nachweis der Meridiane scheitern mußten. Das Licht bahnt sich den Weg in gewisser Weise selbst, wobei natürlich jene Strecken bevorzugt werden, die die Überbesetzung am schnellsten und einfachsten zulassen. Ähnliche Beobachtungen am Menschen wurden bereits auch in China (Hu et.al. 1996) gemacht. Auch bei Pflanzen (Mandoli et. al. 1982, 1984) treten ähnliche Phänomene auf. Wir beobachteten auch, daß sich nicht nur Meridian-Strukturen, sondern eine Vielfalt weiterer Muster ausbilden können. Auch Kwan-Sup Soh von der Seoul-Universität geht schon längere Zeit der Hypothese nach, daß die Meridiane Lichtleiter sind.

Literatur:

(1) Dingzhong Li: The Jingluo Phenomenon, The People’s Medical Publishing House, Yukonsha Publishing Co.Ltd.,Printed in Japan, 1984 (2) X.Hu, P.Wang, B.Wu and J.Xu: Displaying of the meridian courses over human body surface with thermal imaging system. Revista Paulista de Acupunctura (Rev.Paul. Acupunt.), Vol 2 (1996), Nr.1, 7-12. (3) F.A.Popp: Dtsch.Zeitschr.Akup.2 (1978),40; ibid 5 (1979),118. (4) F.A.Popp: Photon Storage in Biological Systems. In: Electromagnetic Bio- Information (F.A.Popp, G.Becker, H.L.König and W.Peschka, eds.), Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore 1979, pp.123-149. (5) F.A.Popp and L.Beloussov (eds.): Integrative Biophysics: Biophotonics. Kluwer Academic Publishers, Dordrecht-Boston-London 2003. (6) D.Mandoli, F.Briggs and R.Windows: Optical Properties of etiolated plant tissues. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 79 (1982), 2902. (7) D.Mandoli and F.Briggs: Lichtleiter in Pflanzen. Spektrum der Wissenschaft, Oktober 1984, 120-129.

(8)

Kwan-Sup Soh: Seoul National University, Personal Communication.

ø

Realistische Modelle führen zu wichtigen Erkenntnissen.

3

Biophotonen

  • 3.1 Schrödingers Gretchenfrage

Erwin Schrödinger, einer der bedeutendsten Pioniere der Quantentheorie und No- belpreisträger 1933 in Physik, soll gesagt haben, dass ein Biologe die Biologie nur dann verstanden hat, wenn er eine einfache Frage zur Zellteilung beantworten kann, und dass er die Biologie eben nicht versteht, wenn er auf diese Frage keine Antwort weiß.

Die Frage ergibt sich aus der Abb. 3.1. Dargestellt ist ein Ausschnitt der sogenann- ten „mitotischen Figuren“. Das sind die Muster, die vorwiegend von den Chromo- somen, und dabei vor allem von röhrenförmigen Spindelfasern, den Mikrotubuli,

ø Realistische Modelle führen zu wichtigen Erkenntnissen. 3 Biophotonen 3.1 Schrödingers Gretchenfrage Erwin Schrödinger, einer der
ø Realistische Modelle führen zu wichtigen Erkenntnissen. 3 Biophotonen 3.1 Schrödingers Gretchenfrage Erwin Schrödinger, einer der

Abb.

3.1

Mitotische

Figur

der

Zelle

eines

Abb. 3.2 Elektrische Feldverteilung einer

Fisches

(Corregonus).

(Aus:

Darling ton

CD,

TM1-Resonatorwelle in einem Ellipsoid.

Lacour

IF:

The

Handling

of

Chromosomes.

Der Vergleich mit Abb. 3.1 bestätigt, dass

London: Allen and Unwin; 1960.)

 

die Ausmusterung der mitotischen Figuren exakt nach der Kraftverteilung der Hohl- raumresonatorwelle verläuft. Der dyna- mische Verlauf der mitotischen Teilung lässt sich als Überlagerung passender Hohlraumresonatorwellen (s. Tab. 3.1) ver- stehen (aus [39]) .

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

3.1 Schrödingers Gretchenfrage

ausgebildet werden. Die spektakulären supermolekularen Formen prägen sich immer dann aus, wenn sich der Zellkern teilt. Alle Chromosomen, die im Wesent- lichen aus DNA bestehen, verteilen sich als die Erbmerkmalträger auf die bei- den Tochterzellen so gleichhälftig, dass jede Zelle wieder eine eigenständige und gleichartige Lebenseinheit wie die Ausgangszelle bildet. Der Vorgang kann weni- ge Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Den eindrucksvollen Verdopplungs- vorgang bei wechselnder Verdichtung, Auflösung und Bewegung der im Mikroskop sichtbaren Molekülaggregate unterteilt der Biologe in fünf Phasen – Interphase (die DNA verdoppelt sich) – Prophase (Strukturen mustern sich aus) – Metaphase (die Teilungsspindel bildet sich voll aus) – Anaphase (die getrennten Chromosomen bewegen sich auf entgegengesetzte Zellpole hin) – und schließlich die Telopha- se. Die Teilungsspindel verschwindet in dieser letzten Phase wieder, die Chromo- somen entspiralisieren sich zu unsichtbaren Fäden, die erneut ihren eigentlichen Auf gaben nachzukommen beginnen. Auf die Kernteilung folgt gewöhnlich die Plasmateilung durch einfache Durchschnürung. Ziel ist es schließlich, das Erbma- terial in gleicher Weise exakt auf die beiden Tochterzellen zu verteilen.

Schrödingers Anliegen galt aber nicht der morphologischen Beschreibung. Die entscheidende Frage, die er stellte, lautet: Weshalb entsteht bei dieser eigenar- tigen, bis heute unverstandenen exakten Verdopplung der Zelle in zwei identische Tochterzellen kein einziger Fehler? Bei etwa zehn Milliarden Molekülen, die sich hier mit höchster Präzision auf zwei gleiche Hälften verteilen, müssten – rein statistisch gesehen – zirka 100.000 Moleküle in die falsche Richtung marschieren. Vergleichsweise hätte sich eine große Menge Erbsen, die etwa einen Güterwagen füllen könnte, so exakt in zwei gleiche Haufen zu teilen, dass keine der beiden Hälften auch nur eine einzige Erbse zu viel hätte. Woher wissen die Moleküle einer lebenden Zelle, wo und wann ihnen welche Aktivitäten zugedacht sind, wann sie sich aufteilen oder zusammenschließen müssen, in welche Richtung sie laufen sollen, wo sie sich anzusiedeln, welche molekularen Partner sie wann abzustoßen, zu verdichten oder unsichtbar zu machen haben, um dieses an Wunder grenzende einzigartige, fundamentale Überlebensprogramm aller Organismen zu gestalten?

Schrödinger selbst gab keine Antwort auf die Frage, und bei allen Vorträgen, die ich über dieses Ereignis hielt, hatte keiner der Zuhörer auf Anfrage jemals eine Antwort parat. Ein Experte auf dem Gebiet der mitotischen Figuren erklärte mir vor zwanzig Jahren, man müsse sich mathematisch von Molekül zu Molekül vor- tasten, um dieses Netzwerk als Resultat zufälliger Kollisionen zu entlarven. Er be- müht sich immer noch darum, denn meines Wissens hat er noch ein paar Jahre bis zur Pension. Ich schließe mich lieber der Auffassung Schrödingers an, dass die Antwort auf diese Frage der Dreh-und Angelpunkt zum Verständnis nicht nur der Biologie, sondern auch der Medizin und des Lebens überhaupt ist. Und ich glaube nicht, dass es sich um das Produkt zufälliger molekularer Anordnungen handelt.

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

3 Biophotonen

  • 3.2 Die Antwort

Deshalb sehe ich mich veranlasst, diese Antwort (die meine Mitarbeiter und ich vor knapp 30 Jahren an der Universität Marburg vorgeschlagen haben) erneut und immer wieder zu verkünden: Es sind Biophotonen, die dieses Geschehen organisieren. Stehende elektromagnetische Wellen in der Zelle, die sich in idealer Weise den Randbedingungen anpassen, die wir nur in Form der „Biophotonen“ messen können, sind des Rätsels Lösung.

Abb. 3.2 belegt das sofort beispielhaft. Es bedarf jedoch einiger Erläuterungen, dies weiter zu begründen und noch besser verständlich zu machen.

Das Muster auf der rechten Seite der Abb. 3.2 ist das Ergebnis einer für den Physiker relativ einfachen Rechnung. Man betrachtet die Zelle zunächst als ein lee- res Gehäuse und fragt, welche elektromagnetischen Felder sich in einem solchen Hohlraum über längere Zeit aufrechterhalten können. Die Frage gleicht etwa dem Problem, in eine vorgegebene Pfeife zu blasen und zu erfahren, welcher Ton herauskommt. Der Klang entspricht einer bestimmten Formbildung akus tischer Wellen, die sich im Innern der Pfeife als Verdichtungsmuster der Luftmoleküle ausbilden und stabilisieren. Das Klangmuster bleibt so lange erhalten, wie die Pfeife tönt. Die Figuren werden allein nur von den „Randbedingungen“, nämlich der Größe und der Form der Pfeife, sowie in geringem Maße auch von mechanischen Eigenschaften des Materials bestimmt. An den Innenrändern der Pfeife müssen die stabilen akustischen Wellen so reflektiert werden, dass die Überlagerung der Kräfte zu „stehenden“, das heißt zu ortsfesten Verdichtungen und Verdün- nungen der Luftmoleküle führt. Innerhalb des Luftraums der Pfeife dürfen sich die Oszillationen des Luftdrucks nicht ständig an jeder Stelle räumlich verschieben, oder, mit anderen Worten: An festen Punkten des Luftraums müssen Bäuche (Auflockerungen) Bäuche und Knoten (Verdichtungen) Knoten bleiben. Eben das zeichnet die Stabilität jener Muster aus.

Nicht anders verhält es sich mit elektromagnetischer Energie, wenn sie anstelle von Luftschwingungen in Hohlräume eingeleitet wird. So auch in lebenden Or- ganismen. Allein nur die Randbedingungen, nämlich Größe, Form und physika- lische Eigenschaften der Zellmembranen (wie Leitfähigkeit, Dielektrizitätskon- stante und Permeabilität) legen fest, welche elektromagnetischen Feldmuster sich im Hohlraum ausbilden und längere Zeit stabil sein können. Erneut müssen die Innenwände des Hohlraums die elektromagnetischen Wellen exakt so reflek- tieren, dass die Überlagerung der Feldkräfte zu stehenden Wellen führt. Dabei kann nicht nur ein einziges Muster entstehen, sondern je nach „Resonanzener- gie“ der gespeicherten elektromagnetischen Wellen eine Vielfalt von unterschied- lichen elektromagnetischen Feldmustern. Diese „Moden“ – wie man sie bezeich- net – errechnen sich aus den fundamentalen Gleichungen, die der englische Physiker James Clerk Maxwell in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestellt hatte, um alle elektromagnetischen Vorgänge in der Natur quantitativ zu beschreiben. Ich hatte mithilfe dieser Maxwell- Gleichungen einige Beispiele durchgerech-

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

3.2 Die Antwort

net und erkannt, dass es sich lohnte, die mitotischen Figuren mit diesen vielen möglichen Mustern elektromagnetischer Kräfte, die in die Zelle hineinpassen, zu ver gleichen. Tatsächlich erfüllt eine Vielzahl verschiedener Ausmusterungen exakt alle Rand bedingungen. Jede dieser Moden hat aber jeweils unterschiedliche Kräfteverteilung und verschiedene Resonanzfrequenz. So kann man ja auch bei gleicher Pfeife mit Obertönen unterschiedliche Klangmuster erzeugen. Ich bat meinen Diplomanden Martin Rattemeyer, diese Rechnungen an Hohlräumen, wie sie Zellen ausbilden, systematisch durchzuführen.

Tabelle 3.1 zeigt einen Teil seiner Ergebnisse. Zur Vereinfachung der Rechnungen und ohne beträchtliche Einschränkung der Allgemeingültigkeit wurden zylin- drische Hohlräume betrachtet. An leitenden Randflächen des Hohlraums müs- sen die Tangentialkomponenten des elektrischen und Vertikalkomponenten des magnetischen Feldes verschwinden, um zeitunabhängige „stehende“ Wellen, die eben nur unter diesen Randbedingungen existieren können, zu speichern. Der Physiker unterscheidet konsequenterweise grundsätzlich sogenannte TE-(Trans- versal elektrische) und TM-(Transversal magnetische) Moden, je nachdem, ob die Vertikalkomponente des Magnetfelds (TE) oder die Tangentialkomponente des elektrischen Feldes (TM) an den Randflächen des Zylinders verschwindet. Die Bezeichnungen m, n und p in der Tabelle 3.1 stehen für ganzzahlige Werte, die den verschiedenen möglichen Resonanzfrequenzen unter verschiedenen Symmetrie- bedingungen der Wellengleichungen zugeordnet werden. m, n, p bezeichnet man als Quantenzahlen, die die Zahl der Knoten in den Symmetrieflächen eines Kreis- zylinders in den radial-azimulaten Richtungen (m, n) und den dazu senkrechten Schnittebenen in der z-Richtung (p) angeben. Sie erfüllen die periodischen Randbe- dingungen und entsprechen mit wachsendem m, n und p den möglichen, ganzzah- lig ansteigenden Anregungszuständen der wellen förmigen elektro magnetischen Kraftmuster. Dass die Anregungsenergien dieser Wellen im optischen Bereich liegen, hängt wesentlich stärker von den extrem geringen Volumina der Zellen im Bereich von Nanokubikzentimetern ab als von den physikalischen Eigenschaften der Membranen, deren Leitfähigkeit gewöhnlich mit quasi dielektrischen Charak- teristika verbunden ist. Das gibt ihnen vorteilhaft die nötige Transparenz und da- mit auch die ideale Wechselwirkung zu Nach barzellen. Selten wird sich in einer Zelle eine reine Resonatorwelle ausbilden. Die Überlagerung vieler dieser Wellen reicht aber aus, um den physikalischen Zustand einer Zelle mit beliebiger Genau- igkeit zu beschreiben. Mit wachsenden m, n, p nehmen entsprechend auch die (diskreten) Quantenenergien der Moden zu. Für biologische Systeme lassen sie sich als kohärente Photonen, die aus den Zellen kommen, messen.

Die Lösungen für zylindrische Hohlräume sind in der Mathematik als sogenannte Besselfunktionen Jm(x mn ) bekannt. Nur für bestimmte Werte xmn erfüllen sie die erforderlichen Randbedingungen Jm(x mn ) = 0, die es zulassen, dass durch Überla- gerung solcher Wellen stabile Felder in diesen Hohlräumen ausgebildet werden. Aus diesen Lösungen lassen sich eindeutig alle möglichen Resonanzfrequenzen ! mnp = 2πc/" als Funktion von x mn /R und p/d errechnen, wobei c die Lichtge- schwindigkeit, R der Radius und d die Länge des Zylinders sind.

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3 Biophotonen

Tab. 3.1

Hohlraumresonatormoden, die in eine biologische Zelle passen. Wegen ihrer

Größe handelt es sich dabei um elektromagnetische Wellen im optischen Spektralbereich

(„Biophotonen“). Beschreibung s. Text.

TE mode mnp

TM mode mnp

Wavelength "/nm

111

690

 
  • 010 574

112

571

 
  • 011 546

 
  • 012 481

113

462

211

438

 
  • 013 410

212

402

114

379

 
  • 110 360

213

358

011

  • 111 353

 
  • 014 349

012

  • 112 333,5

311

323

115

318

So hat zum Beispiel das Kraftmuster der TM111-Welle, die mit der molekularen Anordnung der mitotischen Figur in Abb. 3.1 übereinstimmt, eine Wellenlänge um 350 nm. Das bedeutet: Ein Photodetektor würde Photonen mit einer Wellenlänge von ungefähr 350 nm messen, wenn eine Zelle dieser Größe eben diese Mode gespeichert hat und nun als elektromagnetische Welle nach außen abstrahlt. Entartete Zellkerne, die doppelte oder vierfache Chromosomensätze enthalten, können entsprechende Oberwellen dieser Grundkonfiguration enthalten. Sie emittieren Photonen höherer Frequenz, bzw. geringerer Wellenlänge. Ein Maß für die Intensität der Photonen liefert die Zahl der gespeicherten Photonen, die sich für jede Mode ebenfalls errechnen lässt.

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

3.3 Zellen sind Lichtspeicher

  • 3.3 Zellen sind Lichtspeicher

Dass Zellen eher ellipsoidförmig als zylinderförmig sind, ändert wenig an diesen grundsätzlichen Betrachtungen. Die Ergebnisse der Tabelle waren wegweisend für uns, um zu erkennen, dass Photonen das Lebenselixier schlechthin darstellen, für die Steuerung und Organisation der Zellen zuständig sind und das biologische System aufbauen, regulieren, entfalten und weiterreichen. Diese schwachen elek- tromagnetischen Emissionen, die von lebenden Zellen ständig abgegeben werden und die wir „Biophotonen“ nannten, mussten und müssen von Grund auf verstan- den werden, um die Biologie zu verstehen. Es erwies sich:

ø Die Wellenlängen dieser stehenden Wellen in Zellen liegen durchweg im optischen Bereich, also gerade da, wo wir „ultraschwache Photonenemission aus biologischen Systemen“ messbar gemacht hatten.

ø

Die gespeicherte Photonenzahl ist so gering, dass sie die extrem niedrige Inten- sität der gemessenen Photonen erklären kann.

ø

Auch

geringste

Photonenzahlen

in

Zellen

reichen

aus,

um

das

gesamte

Geschehen einschließlich der Regulation aller biochemischen Prozesse zu

übernehmen.

 

ø

Die Frage von Erwin Schrödinger konnte mit den Ergebnissen erstmals schlüssig beantwortet werden.

Und die Antwort konnte nur lauten: Es treten deshalb keine Fehler in der Zelle auf, weil die Moleküle von den elektromagnetischen Feldern dieser Hohlraum- resonatorwellen in der Zelle geführt, also organisiert werden. Die Ladungen der Moleküle folgen zwangsläufig den elektrischen Kräften, die durch die verschie- denen Moden der gespeicherten Photonen in der Zelle auf die Moleküle einwir- ken. Sobald ein Molekül an der richtigen Stelle, nämlich einem „Knotenpunkt“ des elektromagnetischen Feldmusters verharrt, wirkt keine Kraft mehr auf das Teilchen ein. Sobald es aber von dieser Position abweicht, führt die rücktrei- bende Kraft der elektromagnetischen stabilen Mode das fehlgeleitete Molekül in seine stabile Lage zurück. Zusammen mit meinem inzwischen verstorbenen Freund Walter Nagl, ehemals Harvard-Professor, konnten wir uns anhand von Filmmaterial überzeugen, dass alle sichtbaren molekularen Bewegungen in den verschiedenen Phasen der Kernteilung einschließlich der Einschnürung des Zyto- plasmas durch Überlagerung solcher Felder qualitativ und auch quantitativ erklärt werden können.

Das Phänomen ist im wahrsten Sinne des Wortes „ganzheitlich“: Sobald sich an den Randbedingungen eine Kleinigkeit ändert, hat das über das verbindende Feld Auswirkungen auf die Gesamtheit der Moleküle. Sobald ein Molekül an irgend- einer Stelle eine chemische oder physikalische Änderung erfährt, koppelt das Er- eignis über das Feld zurück auf alle anderen Materieteilchen – einschließlich der Membranen. Es handelt sich in der Biologie aber keineswegs um feste, starre For- men wie die einer kompakten Pfeife, sondern – wieder im Vergleich – um variable

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

3 Biophotonen

„Tonpfeifen“, in denen der Ton durch seine eigene Kraftwirkung auch auf die Be- grenzungen sogar die Ränder der Pfeife verändern kann und dadurch auch die variablen Begrenzungen selbst wiederum auf den Ton dynamisch zurückwirken. Die Biologie wird damit einzigartig: Weder Feld noch Materie allein sind in der Lage, die diffizile organisatorische Aufgabe der Lebensfunktionen zu übernehmen. Feld und Materie sind in gewisser Weise „verheiratet“. Sie stützten sich gegensei- tig ab, schaukeln sich auf, um in ihrer extrem sensiblen, essenziellen und funda- mentalen Rückkopplung das Lebewesen gegen äußere Störungen zu schützen und gleichzeitig äußere Einflüsse mit höchster Empfindlichkeit wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Es fällt nicht schwer, diesen ganzheitlichen Charakter auf das gesamte System eines Lebewesens auszudehnen. Nicht nur einzelne Zellen, son- dern auch Verbände von Zellen formen in gleicher Weise solche Hohlraumstruk- turen, die als Leitungsbahnen ( Wellenleiter) ausgelegt sein können. Vermittelt durch den elementaren Resonator im Zellkern, die DNA, etablieren sich in diesem Konzert stehender Wellen Strukturen aller Art, Kügelchen, Ellipsoide, Wellen leiter, tubenförmige Röhren, Gestalten aller nur denkbaren Formen und Größen, immer im Einklang mit den vorhandenen, von allen Teilen und insbesondere der DNA bestimmten „Randbedingungen“, die sich zudem auch stetig verändern können. Daraus entstehen die Formen, Gestalten und Größen von Lebewesen. Das Prinzip, das für die einzelne Zelle gilt, setzt sich über den gesamten Organismus bis zum ausgewachsenen Zustand fort, um als Antennen- und Resonatorsystem einzig- artige Einheiten zu bilden nach holographischen und fraktalen Prinzipien, teilweise raum-zeitlich ineinander verschachtelt, wie wir das zum Beispiel von Zwiebel- schalen oder „russischen Puppen“ kennen.

Uns wurde schon in Marburg klar, dass es sich hier um jene Biophotonen han- delt, die wir um 1976 wiederentdeckt hatten, nachdem Alexander Gurwitsch, der Entdecker der „mitogenetischen Strahlung“, die Grundlagen zur Erforschung und zum Verständnis dieser Strahlung bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gelegt hatte.

  • 3.4 Ein Satz zur Messbarkeit

Es gibt keine Möglichkeit, die Felder direkt zu messen. Kein technisches Mess - instrument könnte in eine Zelle passen. Die geläufigen Sonden zur Messung elekt romagnetischer Felder sind mit Volumina in der Größenordnung von Kubik- zentimetern milliardenmal größer als das Volumen einer Zelle. Die Biologie ist der Technik milliardenfach überlegen. Die Zelle selbst und ihre Bestandteile wird so zum perfekten Detektor, der gleichzeitig sendet und empfängt, dessen Sprache und dessen Handeln im Resonanz-Dialog mit allen aktiv anregbaren Strukturen weit über die Grenzen der eigenen Hüllen hinaus besteht. Der Wissenschaft- ler steht teilweise vor verschlossenen Türen. Selbst dann, wenn es durch tech- nische Fortschritte eines Tages möglich sein sollte, eine passende Sonde in die Zelle einzuführen, würde sie sofort das Feldmuster zerstören, das es zu messen

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

3.5 Geschichte der Biophotonen

gilt. Bei Berücksichtigung der Frequenzen oder Wellenlängen, die – wie Tabelle 3.1 zeigt – für eine einzige Zelle durchweg im optischen Bereich des Spektrums liegen, besteht die einzige Messmöglichkeit darin, Photonenmessgeräte vor die Zelle zu stellen und jene Lichtteilchen zu registrieren, die immer dann aus der Zelle heraustreten, wenn das gespeicherte Feld der Zelle seine Wellen nach außen abgibt, gezwungenermaßen, aber auch aus dem Bedürfnis der Kommunikation. Man denke an die Töne, die den akustischen Feldern einer Pfeife entstammen. Zweckgebundenheit, Freude oder Notwendigkeit schließen sich dabei nicht aus. Der messbare Biophotonenstrom muss im Einklang zur Hypothese stehen, so zum Beispiel Veränderungen beim Zellwachstum widerspiegeln. Wir stellten natürlich auch klare Übereinstimmungen zwischen der spektralen Zusammensetzung der Biophotonen und den Spektren der verschiedenen Moden fest.

Nun ist es Zeit, auf die Eigenschaften der Biophotonen einzugehen, soweit sie bis 1987 bekannt geworden sind. Im nächsten Kapitel setze ich die Berichterstattung bis zu den aufregenden Ergebnissen der Gegenwart weiter fort. Die historische und wissenschaftliche Entwicklung dieses Gebietes liefert nach meiner Meinung eine nahezu lückenlose Quelle zum Verständnis nicht nur biologischer Phäno- mene, sondern auch ihrer Bedeutung für eine moderne Medizin.

  • 3.5 Geschichte der Biophotonen

Eine ausführliche geschichtliche Darstellung der Biophotonen und der Zusammen- hänge zu einer Vielfalt philosophischer, biologischer und medizinischer Frage- stellungen unserer Zeit findet sich in dem populärwissenschaftlichen Bestseller des Schweizer Wissenschaftspublizisten Marco Bischof [5].

In den 1920er Jahren entdeckte A. G. Gurwitsch, dass die Spitze einer Zwiebel- wurzel die Zellen des Schafts einer benachbarten zweiten Wurzel zur Zellteilung anregt, wenn man sie längere Zeit in der Nähe dieser Zellen belässt. Eine Trenn- scheibe aus normalem Glas, das ultraviolettes (UV-)Licht absorbiert, hebt den zellteilungsauslösenden Effekt auf, nicht aber eine solche aus UV-durchlässigem Quarzglas. Abb. 3.3 zeigt den berühmten „Grundversuch“ Gurwitschs.

Gurwitsch postulierte deshalb mitoseauslösende („mitogenetische“) Zellstrahlung im UV-Bereich [15–19].

Die Gurwitsch-Versuche bestätigte unter anderen der spätere Nobelpreisträger in Physik, Entdecker des Prinzips der Holographie, D. Gabor, in seinem Labor in Berlin-Siemensstadt [49].

Doch es gab auch Kritik, insbesondere deshalb, weil sich diese schwache Strahlung mit den damaligen Detektormethoden physikalisch nicht signifikant nachweisen ließ. Die „Gurwitsch- Strahlung“ gelangte bald in den Ruf, ein „Dreckeffekt“ zu sein: ein Resultat nicht genügend sorgfältiger Experimente.

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

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BIOPHOTONEN - DIE WISSENSCHAFT ENTDECKT DEN LICHTKÖRPER DER ESOTERISCHEN TRADITIONEN WIEDER

Marco Bischof

copyright 1990 by Marco Bischof (Berlin)

EINLEITUNG

In allen alten Hochkulturen und auch heutigen "primitiven" Gesellschaften der Erde findet sich die Vorstellung, dass der Mensch neben dem physischen Körper noch einen aus Licht bestehen- den feinstofflichen Körper besitzt. Die moderne Biophysik ist heute im Begriffe, diese Auffassung zu bestätigen: sie zeigt, dass die Zellen aller Lebewesen Licht speichern und dass die Gesamtheit dieses Lichts die Lebensvorgänge steuert. Durch die Messung dieser "Biophoto- nen" mit modernsten Geräten lassen sich vielfältige Erkenntnisse gewinnen, die bereits auf einer Reihe von Gebieten Anwendung finden.

DER LICHTKÖRPER IN DER ESOTERISCHEN ÜBERLIEFERUNG

Die Vorstellung, dass der Mensch neben seinem greifbaren und sichtbaren materiellen Körper

Bischof:

Biophotonen1

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einen normalerweise unsichtbaren Energiekörper besitze, ist uralt. Sie stammt wahrscheinlich aus der visionären Erfahrung der Seher, Schamanen, Yogis und Heiler der Vorzeit, die in veränderten Bewusstseinszuständen um ihre Mitmenschen herum einen feinen leuchtenden "Nebel" gesehen haben, dessen Helligkeit, Farben und Strukturen offensichtlich zum körperlichen, seelischen und geistigen Zustand der betreffenden Person in Bezug standen. Der chinesische Taoismus spricht vom "Wesenslicht" des Menschen, das bei dunkler Färbung einen niedrigen, mit hellen Farben einen hohen geistigen Entwicklungszustand anzeige. Chinesische Seher haben auch jene zwölf "leuchtenden Ströme" im Menschen entdeckt, die wir aus der Akupunktur als "Meridiane" kennen. In der Bibel ist vom "hochzeitlichen Gewand" des Menschen die Rede, das bei verschiedenen Menschen eine unterschiedliche Leuchtkraft besitze. Die tibetische Überlieferung spricht von einem leuchtenden "Diamantleib", der im grobmateriellen Körper verborgen bleibe und nur bei vollkommen vergeistigten Menschen während der Meditationsekstase als leuchtender Heiligenschein sichtbar werde. Es handelt sich bei diesem Lichtleib nach uralter, weit verbreiteter Auffassung um den Zustand unseres Leibes, "wie er vor dem Sündenfall war" - wie er aber in jedem Menschen zumindest in potentieller Form jederzeit vorhanden ist und durch geeignete Massnahmen aktiviert werden kann. Die verschiedensten Traditionen sprechen nämlich davon, dass nicht nur die Körper der Götter und Engel aus Licht seien, sondern auch der Körper des Urmenschen vor jenem kosmischen Ereignis, das wir christlich "Sündenfall" nennen, vollständig aus Licht bestanden habe. Selbst unser eigener, alltäglicher Körper, den wir doch eher als dunkel, dumpf und der Schwerkraft unterworfen empfinden, ist nach diesen alten Lehren immer noch ein potentieller Lichtkörper, denn seine Materie ist nichts anderes als "geronnenes Licht" und kann (z.B. durch meditative Praktiken, Atemübungen etc.) wieder in seinen leuchtenden und leichten Zustand

Bischof:

Biophotonen1

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zurückgeführt werden. Krankheit, so will es diese Tradition, ist nichts anderes als der Zustand des "Gefallenseins", der Entfernung von diesem ursprünglichen Lichtzustand, dem jede echte Heilung uns wieder nahebringen müsste. Auch der europäischen Kultur sind solche Vorstellungen nicht fremd. Im Altertum sprach z.B. der berühmte griechische Arzt Hippokrates von der Insel Kos davon, dass eine von ihm "Physis" genannte Lebenskraft für die Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge und auch für Gesundheit, Krankheit und Heilung verantwortlich sei. Der Philosoph Aristoteles war der Ansicht, dass eine ähnliche Kraft, die "Entelechie", die Entwicklung der lebenden Organismen bis zu ihrer vollausgebildeten Form bewirke. Besonders interessant ist das Zeugnis des berühmten Arztes, Chemikers und Philosophen Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert. In seinen Schriften lesen wir, im Menschen gebe es eine Lebenskraft, die aber in ihm "nicht eingeschlossen" sei und "in ihm und um ihn herum wie eine leuchtende Sphäre" strahle. Ähnlich wie schon die indischen und tibetischen Tantristen unterschied er drei "Schichten" im Aufbau des Menschen, nämlich den äusseren physischen Menschen, den inneren astralen Menschen und das innerste Zentrum oder "Gott im Menschen". "Gewöhnliche Ärzte", so schreibt er, "wissen im besten Falle etwas über den äusseren Körper, nichts über den inneren Menschen, und weniger als nichts über Gott". Der "innere Mensch", den Paracelsus auch den "Schatten" des materiellen Körpers nennt, besteht nach ihm aus einem Lebensprinzip, das er "Archäus" nennt. Diese organische Lebenskraft oder "Essenz" ist "überall anwesend, aber unsichtbar, von ätherischer Natur, aber doch eine Substanz". Sie ist an den Körper gebunden, solange der innerste Mensch, sein göttlicher Geist, in diesem wohnt, und verlässt ihn zusammen mit dem innersten Menschen beim Tod. Solange sie sich im physischen Körper befindet, nimmt sie auch dessen Form an. Der Archäus, "der edelste Teil des physischen Menschen", reguliert nach Paracelsus

Bischof:

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Wachstum, Aufbau und Auflösung des materiellen Körpers, in dem er sich befindet. "Wenn die Aktivität dieses Lebensprinzips im Körper auf eine normale Art und Weise vor sich geht, ohne von irgendwelchen Hindernissen eingeschränkt zu werden, so wird ein solcher Zustand Gesundheit genannt. Wenn aber seine Aktivität aus irgendeinem Grund behindert wird und abnormal und unregelmässig tätig ist, so wird dieser Zustand Krankheit genannt". Ein Arzt, der diese Lebenskraft vernachlässigt, ist nach Paracelsus nicht mehr als ein Quacksalber.

DER

VITALISMUS:

LEBENSKRAFT

WISSENSCHAFTLICHEN ZEITALTER

UND

ENERGIEKÖRPER

IM

Auch in dem im 17. und 18. Jahrhundert beginnenden Zeitalter der Wissenschaft hielten sich die Vorstellungen von Lebenskraft und Energiekörper, wenn auch in jeweils "aktualisierter" Form. Von Anfang an wurde die in dieser Zeit neuentdeckte Elektrizität, genauso wie der Magnetismus, mit der Lebensenergie im Zusammenhang gebracht. Gleichzeitig wurde aber von anderen heftig bestritten, dass es eine solche eigenständige Lebenskraft gebe, ob in elektrischer oder anderer Form. Die Kontroverse zwischen Galvani und Volta im 18. Jahrhundert markiert den Beginn einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung um die Existenz und Bedeutung elektromagnetischer Ströme und Felder in der Biologie, die noch heute andauert. Galvanis berühmter Froschschenkel-Versuch von 1789 und seine Arbeiten über elektrische Fische führten ihn zur Überzeugung, dass es eine besondere "Tierische Elektrizität" gebe, die sich von der gewöhnlichen anorganischen Elektrizität unterscheide. Volta glaubte beweisen zu können, dass die beim Froschschenkelversuch entstehende Elektrizität nicht aus dem Organismus, sondern aus dem Spannungsgefälle zwischen den beteiligten Metallen (Haken und

Bischof:

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Metallzaun) stamme. Galvani liess sich aber dadurch nicht von seiner Überzeugung abbringen, dass tierische Organismen eine selbsterzeugte Elektrizität besitzen, die wie in einem Kreislauf von einem Körperteil zum anderen fliesse. Er war überzeugt, dass das Studium der elektrischen Erscheinungen an Lebewesen zu wichtigen Erkenntnissen über das Wesen des Lebens und über die Entstehung und Heilung von Krankheiten führen könne. Er und seine Schüler wurden damit zu den Begründern der Elektrobiologie, einer Wissenschaft, die von grosser Bedeutung für die Zukunft ist. Die Entstehung der Naturwissenschaften brachte dann eine Auseinanderentwicklung von "okkulter Tradition" und wissenschaftlichen Vorstellungen. Man darf aber nicht annehmen, diese beiden Strömungen hätten sich nun vollkommen getrennt entwickelt; sie gerieten im Laufe der Wissenschaftsgeschichte vielmehr immer wieder in Auseinandersetzung miteinander und beeinflussten einander wechselseitig. Innerhalb der Wissenschaft selbst vertrat der "Vita- lismus" die Idee der Lebensenergie, während die "Mechanisten" diese ablehnten. Auch die Anfänge der modernen Biologie und Medizin waren von der Auseinandersetzung um die Frage der Lebenskraft geprägt. Nachdem die Entwicklung dieser Wissenschaften im 16. und 17. Jahrhundert zunächst unter dem Eindruck der Entdeckungen in Mechanik und Chemie gestanden hatten, führte der deutsche Arzt Georg Ernst Stahl (1660-1734) die Seele wieder in die Medizin ein. Das Funktionieren von Lebewesen war für ihn niemals auf Mechanismen reduzierbar, wie sie das wissenschaftliche Denken damals beherrschten. Nach seiner Auffassung ist es die Seele, die den Körper erbaut und erhält, und Krankheiten führte er auf "Irrtümer der Seele" zurück. Der Stahlsche "Animismus" wurde dann im Laufe des 18. Jahrhunderts zum "Vitalismus" umgeformt, in dem statt der Seele wieder die alte "Lebenskraft" den zentralen Platz einnahm. Eine wichtige Rolle spielten dabei Ärzte und Gelehrte der "Schule von Montpellier", die sich

Bischof:

Biophotonen1

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auf Hippokrates beriefen. Wie Theophile de Bordeu und Paul Joseph Barthez, die Häupter dieser Schule, suchte auch der Heidelberger Arzt Gaul, der den deutschen Ausdruck "Lebens- kraft" geprägt hat, etwas Umfassenderes als die "Anima" (Seele) Stahls. Für ihn war die Lebenskraft eine "Kraft höherer Ordnung", in der die "Anima" Stahls mit Albrecht von Hallers "Irritabilität" der Muskulatur und "Sensibilität" der Nerven, den Hauptausrucksformen der der hippokratischen "Physis", zusammengefasst waren. Der Schweizer Universalgelehrte Haller sah vor allem das damals neuentdeckte Nervensystem als Träger der Lebenskräfte an. Einen grossen Einfluss auf die Medizin der Zeit hatte der Schotte John Brown, der die therapeutische Konsequenz aus Hallers Arbeit zog. Nach Brown hängen Gesundheit und Krankheit weitgehend von den Reiz- und Erregungsverhältnissen des Nervensystems ab. Die ständig von innen und aussen auf den Organismus einwirkenden Reize sind es, die nach seiner Auffassung eine sonst unvermeidliche Auflösung des Organismus verhindern. Browns Therapie bestand deshalb aus ausgleichenden Reizanwendungen, wobei der Zustand der "Irritabilität" nach zwei Seiten hin unausgeglichen sein konnte: auf die "sthenische" Seite hin mit einem Zuviel, auf die "asthenische" Seite hin mit einem Zuwenig an Lebensenergie. Auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war Vitalist. Mit den feinen Reizen seiner Verdünnungen und Verschüttelungen wollte er die "Verstimmung der Lebenskraft", die für ihn Ursache der Krankheiten und "Symptomkomplexe" ist, regulierend beseitigen. Vor der eigentlichen Entstehung der Medizin in ihrer heutigen Form gab es noch einmal einen letzten Abschnitt der Medizingeschichte, in dem die vitalistische Tradition weiterwirkte: Die romantische Medizin des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, aus der heraus sich die heute herrschende "wissenschaftliche Medizin" entwickelt hat, war ganz vitalistisch. Sie griff auf frühere Vertreter dieser Richtung wie Albrecht von Haller, John Brown und Samuel

Bischof:

Biophotonen1

1

Hahnemann zurück und betrachtete Krankheit als eine Reaktionsform des Organismus, als

Entwicklungskrise im Evolutionsprozess und als Impuls zur Selbstverwirklichung.

FORSCHUNG IN VITALISTISCHER TRADITION: DIE ENTDECKUNG DER

"MITOGENETISCHEN STRAHLUNG" 1

Ende des 19. Jahrhunderts begründete der deutsche Entwicklungsbiologe und Philosoph Hans

Driesch (1867-1941) den "Neo-Vitalismus". Drieschs Bedeutung liegt vor allem darin, dass er

in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in einer Reihe von epochenmachenden

Experimenten zeigen konnte, dass Seeigel-Embryonen sich auch bei drastischen Eingriffen wie

Wegnahme, Störung oder Vertauschung von Teilen schliesslich immer vollständig und ohne

jeglichen Defekt ausbilden. Dass sich dabei auch aus einem Teil immer wieder das Ganze

entwickelt, führte Driesch zu dem Schluss, dass alle Zellen des Embryos das vollständige

Entwicklungspotential besitzen und dass das Schicksal eines Teils des Embryos nur von seinem

geometrischen Ort in in diesem Ganzen bestimmt wird.

Dieses Ganze, das die Entwicklung des Embryos leitet und organisiert, definierte Driesch als

etwas Immaterielles, Metaphysisches, ausserhalb von Raum und Zeit Stehendes - ähnlich wie es

heute der englische Biologe Rupert Sheldrake in Bezug auf sein "morphogenetisches Feld" tut.

Driesch nannte es nach Aristoteles "Entelechie" ("etwas, das sein Ziel in sich selbst trägt") und

stellte sich damit in die Tradition des Vitalismus, der die hinter der Entwicklung und

Formbildung lebender Organismen stehende Kraft als etwas ausserhalb oder über den

1

Viele der Informationen über Gurwitsch und seine Schule verdanke ich der ausführlichen Darstellung des russisch- israelischen Virologen M. Lipkind (siehe Bibliografie).

Bischof:

Biophotonen1

1

mechanistischen, klassischen Naturgesetzen Stehendes begreift.

Die damals und noch heute die Embryologie beherrschende Schule der "Entwicklungsme-

chanik" sieht den Embryo im Gegensatz dazu als eine komplizierte mechanische Vorrichtung

an, bei der man nur die Entwicklungsursachen lokalisieren muss, um ihre "Mechanik" zu

verstehen.

Dadurch, dass Driesch die Entelechie zu etwas erklärte, das wissenschaftlicher Analyse

unzugänglich bleiben müsse, entmutigte er die Biologen allerdings zugleich, in dieser Richtung

weiterzuforschen und seine Hypothese experimentell nachzuprüfen. Das Verdienst, dem

Entelechie-Konzept wieder eine positive Bedeutung als nachprüfbare Arbeitshypothese gegeben

zu haben und damit einen im modernen Sinne wissenschaftlichen Vitalismus begründet zu

haben, kommt dem russischen Zellbiologen Alexander G. Gurwitsch (1874-1954) zu.

Gurwitsch, der sich ganz in der Nachfolge Drieschs sah, war bereits anfangs dieses

Jahrhunderts überzeugt, dass ein "biologisches Feld" für die Regulation der Vorgänge in Zelle

und Organismus verantwortlich sei. Dieses Feld zwingt nach seiner Auffassung der in ihm

befindlichen Materie bestimmte Bahnen auf und strukturiert sie - es ist also ein "morphogeneti-

sches (formbildendes) Feld", ein Begriff, der zum erstenmal vom russischen Forscher

verwendet worden ist. Es sei, so schreibt Gurwitsch, eine charakteristische Eigenschaft lebender

Systeme, dass die chemischen Prozesse in ihnen von ihrer räumlichen Anordnung bestimmt

werden. Dabei seien nicht irgendwelchen besonderen Moleküle oder Molekülkomplexe das

Wesentliche, sondern deren räumliche Anordnung, in die sich ständig wechselnde Moleküle

einfügen. Diese räumliche Struktur wird durch das biologische Feld bewirkt.

Im Rahmen der Erforschung dieses biologischen Feldes machte Gurwitsch im Jahre 1922 eine

Beobachtung, die als eigentliche Geburtsstunde der Biophotonenforschung betrachtet werden

muss. Er hatte bei Versuchen zur pflanzlichen Zellteilung beobachtet, dass die Wurzelzellen

Bischof:

Biophotonen1

1

einer jungen Zwiebel an einer bestimmten Stelle zu vermehrter Zellteilung angeregt wurden,

wenn die Spitze einer zweiten Zwiebelwurzel eine Zeitlang auf diese Stelle gerichtet war.

Denselben zellteilungsauslösenden Effekt konnte er in der Folge auch bei anderen pflanzlichen

Bildungsgeweben und entsprechenden tierischen Geweben mit starker Zellteilungsaktivität

beobachten.

Gurwitsch schloss aus diesen Versuchen, dass er die Wirkung einer bisher unbekannten

Strahlung entdeckt haben müsse, die er "mitogenetische Strahlung" (Mitosen, d.h. Zellteilungen

auslösende Strahlung) nannte. Um auszuschliessen, dass der Effekt auf chemische Übermittler-

substanzen zurückgehen konnte, die aus der Wurzel austreten, schirmte Gurwitsch die beiden

Zwiebelwurzeln durch Gläser voneinander ab. Wenn er dazu normales Fensterglas verwendete,

trat der Effekt tatsächlich nicht mehr auf. Bei der Verwendung von Quarzglas hingegen war die

vermehrte Zellteilung trotzdem festzustellen. Es musste sich also um eine Strahlung handeln,

und die Tatsache, dass Fensterglas ultraviolette Strahlung abschirmt, Quarzglas jedoch nicht,

legte für ihn den Schluss nahe, dass die "mitogenetische Strahlung" in diesem Frequenzbereich

liegen musste.

Zunächst hatte Gurwitsch allerdings geglaubt, eine rein biologische Strahlung entdeckt zu

haben, die nicht zum elektromagnetischen Spektrum gehöre. Erst viel später liess er sich davon

überzeugen, dass es sich um elektromagnetische Strahlung handeln müsse. Zu dieser

Überzeugung trug die Feststellung bei, dass auch künstlich erzeugtes, schwaches UV-Licht von

ähnlicher Intensität wie die mitogenetische Strahlung denselben mitoseauslösenden Effekt hatte.

Aber auch eine Begegnung mit Albert Einstein im Jahre 1927, der damals noch in Berlin tätig

war, mag dabei eine Rolle gespielt haben. Gurwitsch unterhielt sich mit dem Nobelpreisträger

über die Schwierigkeit, die Strahlenquelle zu finden, die für die Emission von Photonen aus

lebenden Systemen verantwortlich war. Einstein versicherte ihm, wie alle grossen Ent-

Bischof:

Biophotonen1

1

deckungen werde auch die Erforschung der mitogenetischen Strahlung früher oder später an den

Punkt kommen, wo sich durch rein physikalische Mittel eine solche Energiequelle nachweisen

lasse.

Eine grosse und wegweisende Entdeckung hatte Gurwitsch mit dem Nachweis der Strahlung

aus den Zellen in der Tat gemacht. Wenn manche Wissenschaftler ihn heute als einen der

vielleicht grössten Wissenschaftler dieses Jahrhunderts bezeichnen, so beziehen sie sich

allerdings nicht nur auf diese Leistung, die ja ohnehin im Rahmen von Gurwitschs Suche nach

dem biologischen Feld stattgefunden hatte. Der russische Zellbiologe war seiner Zeit in

mancher Hinsicht weit voraus. Er hat nicht nur das Wesen der Zellstrahlung gründlich erforscht;

seine Überzeugung, dass dieses Licht aus der Zelle Ausdruck eines regulierenden biologischen

Feldes sein müsse, durch das alle Zellen eines Organismus zusammenhängen, belegte er durch

jahrzehntelange systematische Experimente. Diese Strahlung löste nicht nur Zellteilungen aus,

sondern zeigte durch ihre Äusserungen ganz allgemein die verschiedenen Zustände an, in denen

sich eine Zelle befinden konnte. Das Aufleuchten der Zelle begleitete insbesondere Geburt und

Tod der Zelle. In den Hefekulturen, die Gurwitsch bald als Standard-Versuchsobjekte

verwendete, stellte er jeweils 20-30 Minuten vor der "Sprossung" (Zellteilung) ein

"prämitotisches Aufleuchten" fest. Weit intensiver sogar als vor der Mitose war das Leuchten,

wenn tierische oder pflanzliche Versuchsobjekte einer raschen Abkühlung, Narkose, Vergiftung

oder anderen störenden oder schädigenden Einflüssen ausgesetzt wurden. Diese

"Degradationsstrahlung" ist der Schmerz- oder Todesschrei der gequälten Zelle.

Gurwitschs Erkenntnisse über die Vorgänge in der Zelle nahmen teilweise die Konzepte des

russisch-belgische Nobelpreisträgers Ilya Prigogine voraus. Zu den räumlichen Veränderungen,

die das biologische Feld nach Gurwitsch bewirkt, gehört nämlich auch die Bildung von

Molekülgruppen aus Molekülen, die beim alleinigen Vorhandensein der klassischen chemischen

Bischof:

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1

Bindungskräfte keine Bindung eingehen könnten. Diese Gruppenbildung kommt dadurch

zustande, dass das biologische Feld die aus den unzähligen Stoffwechselprozessen in der Zelle

entstehende Energie für sie verfügbar macht. Diese Energie wird in den Molekülgruppen von

manchmal Tausenden von Molekülen in der Form ihres neuen Ordnungszustandes gespeichert

und wird beim Zerfall der Gruppen in Form der mitogenetischen Strahlung wieder frei. Auch

diesen Zerfall kann das Feld, wie den Aufbau der Gruppen, selbst auslösen, indem es aufhört,

der Molekülgruppe die nötige Energie zu ihrer Aufrechterhaltung zuzuführen. Diese

"unausgeglichenen Molekularkomplexe", wie Gurwitsch diese Bausteine des Protoplasmas

nennt, entsprechen weitgehend den "dissipativen Strukturen", für deren mathematische

Formulierung Prigogine 1977 den Chemie-Nobelpreis erhielt. Das Konzept des

thermodynamischen Nicht-Gleichgewichtszustandes, durch Prigogine in die Wissenschaft

eingeführt und heute für die Biophysik des Lebendigen grundlegend, geht - wahrscheinlich

durch Vermittlung des ungarischen Biologen Erwin S.Bauer - auf diese Entdeckung Gurwitschs

zurück.

Ebenso seiner Zeit voraus war Gurwitsch mit einer Reihe anderer Erkenntnisse über die

mitogenetische Strahlung und das Wesen des Lebendigen. Beispielsweise mit der Aussage, der

Kernpunkt der Lehre von der mitogenetischen Strahlung bestehe darin, die grundlegende

Bedeutung der sogenannten "seltenen Ereignisse" in der Biologie zu klären. Verglichen mit der

Zahl der Moleküle in einer Zelle ist nämlich die Zahl der Photonen der mitogenetischen

Strahlung äusserst gering; es handelt sich um einzelne bis höchstens einige tausend Photonen

(Lichtquanten) pro Sekunde und pro Quadratzentimeter. Entsprechend gering erscheint deshalb

die Wahrscheinlichkeit, daß diese Lichtquanten überhaupt von irgendwelchen Molekülen

aufgenommen werden und und Wirkungen auslösen können. Und doch, so stellte Gurwitsch in

seinen Experimenten immer wieder fest, kann bereits ein einzelnes Photon den Zustand

Bischof:

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unzähliger Moleküle und ganzer Zelle verändern. Durch die Auslösung von Kettenreaktionen

können solche Mikroprozesse Makroprozesse in Gang setzen; der Organismus funktioniert, wie

die Biophysik heute weiss (aber noch nicht vollständig erklären kann), als eine Art von

Verstärker, so daß allerfeinste Reize genügen, um weitgehende Wirkungen auszulösen.

Der hier zur Verfügung stehende Platz reicht nicht aus, auch nur einen Begriff von der

Vielzahl zukunftsträchtiger Forschungsresultate zu geben, die allein schon in den Werken

Gurwitschs zu finden sind, die in westlichen Sprachen vorliegen. Sie sind von der heutigen

westlichen Forschung noch bei weitem nicht ausgewertet. Nur wenige seiner Arbeiten sind

zudem übersetzt worden, und seine letzten Werke sind noch nicht einmal in Russisch gedruckt.

DAS SCHICKSAL EINES PIONIERS

Gurwitsch ist zum Begründer einer eigenen Schule der sowjetischen Biologie geworden, die in

mancher Hinsicht eine andere Entwicklung als die westliche genommen hat. Seine Lehre von

der Zellstrahlung und die Theorie des biologischen Feldes sind in der Sowjetunion in den

vergangenen Jahrzehnten immer wieder diskutiert worden und in wissenschaftlichen

Zeitschriften und Büchern veröffentlicht worden. In der Sowjetunion ist der Entdecker der

mitogenetischen Strahlung ein bekannter Mann.

Es gibt genügend Gründe, ihn für einen der grössten Wissenschaftler unseres Jahrhunderts und

seine Entdeckung des Lichtes aus den Zellen für eines der wichtigsten experimentellen

Ergebnisse der Biologie unseres Jahrhunderts zu halten. Es erstaunt deshalb, dass Gurwitsch

heute im Westen praktisch unbekannt ist und dass hier die Erforschung der mitogenetischen

Strahlung in den vierziger Jahren praktisch zum Stillstand gekommen ist. Was waren die

Bischof:

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Gründe dafür ?

Anfang der 30er Jahre arbeiteten in den Forschungslaboratorien der Sowjetunion und anderer

osteuropäischer Länder bereits eine grosse Zahl von Forschern am Problem der mitogenetischen

Strahlung, viele von ihnen mit positiven, einige mit negativen Ergebnissen. Die Erforschung der

Zellstrahlung hatte sich aber auch schon nach Deutschland, Frankreich und Holland

ausgebreitet. In Berlin konnte 1928 der spätere Nobelpreisträger Dennis Gabor (Entdecker der

Holographie) bei Siemens zusammen mit dem Arzt T.Reiter die Existenz der Strahlung

bestätigen. Positive Ergebnisse kamen auch von dem damals sehr bekannten deutschen

Strahlenbiophysiker B.Rajewsky (1931).

Nun begannen sich auch Wissenschaftler in Grossbritannien und den USA dafür zu

interessieren. Es erschien eine Anzahl Berichte über erfolglose Versuche, mit photoelektrischen

Zählern eine mitogenetische Strahlung nachzuweisen; einzig Otto Rahn konnte bestätigende

Resultate vorlegen. 1937 schliesslich wurde im renommierten Bulletin des Nationalen

Forschungsrates in Washington eine umfangreiche und gründliche Studie veröffentlicht, in der

die beiden Forscher Holländer und Claus über wiederholte Misserfolge berichteten, eine

mitogenetische Strahlung zu finden, und zwar sowohl mit dem photoelektrischen Zähler wie

auch mit biologischen Detektoren.

Obwohl wir heute wissen, daß sie die von Gurwitsch angegebenen Versuchsbedingungen

nicht einhielten und die empfohlenen Methoden und die deutlich beschriebenen

Vorsichtsmassnahmen missachteten -und trotz damals bereits mehr als 500 bestätigenden

wissenschaftlichen Arbeiten - , bedeutete die an so prominenter Stelle erschienene Studie der

beiden Amerikaner praktisch den Todesstoß für die Erforschung der mitogenetischen Strahlung

im Westen.

Der zweite Weltkrieg und der anschliessende "Kalte Krieg" halfen mit, das Thema praktisch

Bischof:

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1

vollständig aus dem wissenschaftlichen Bewusstsein der westlichen Welt verschwinden zu

lassen. Natürlich gab es auch eine Reihe von wissenschaftlichen Gründen dafür. In erster Linie

die Tatsache, daß Gurwitsch den Großteil seiner Resultate mit Hilfe von biologischen

Detektoren gewonnen hatte. Doch auch die vor dem Krieg zur Verfügung stehenden

physikalischen Lichtmeßgeräte hatten nicht ausgereicht, die sehr schwache Strahlung über jeden

Zweifel hinaus nachzuweisen. Die "Gurwitsch-Strahlung" geriet deshalb immer mehr in den

Ruf, ein bloßer "Dreck-Effekt" zu sein, wie die Physiker das Resultat nicht genügend

sorgfältiger Experimente nennen.

Die Skepsis rührte auch daher, daß das Phänomen der Zellstrahlung einfach nicht in den

Rahmen des Wissens jener Zeit eingeordnet werden konnte. Die Molekularbiologie nahm eine

andere Richtung; die physikalischen Grundlagen für das Verständnis biologischer Photonen

fehlten, da die Quantenphysik noch nicht hinreichend entwickelt war, um in der Biologie

angewendet zu werden. Das Prinzip des Lasers und die Kohärenz elektromagnetischer Strahlung

waren unbekannt. Die von Gurwitsch mit den Mitteln der mitogenetischen Analyse entdeckten

Eigenschaften einiger biologischer Vorgänge paßten nicht in das Lehrgebäude der klassischen

Biologie der damaligen Zeit, was das Misstrauen, das man Gurwitsch als einem Vertreter des

Vitalismus entgegenbrachte, noch verstärkte.

Dazu kam, daß die fruchtbarste Periode in Gurwitschs wissenschaftlicher Arbeit, von den 20er

bis zu den 50er Jahren, ausgerechnet in eine Zeit zunehmender Isolierung der sowjetischen

Wissenschaft gegenüber dem Westen fiel. In der Stalinzeit wurde die sowjetische Biologie von

dem berüchtigten Genetiker Lyssenko beherrscht und endgültig ins Abseits geführt. Mit

stalinistischen Terrormethoden wurden seine fantastischen Dogmen durchgesetzt, und

Gurwitschs Rücktritt von seinem Posten als Direktor des Instituts für Experimentelle Biologie

an der Akademie für Medizinische Wissenschaften in Moskau, mit dem er 1948 gegen den

Bischof:

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Lyssenkoismus protestierte, hätte den 74jährigen leicht das Leben kosten können. Er fiel jedoch

nur in Ungnade und konnte das Labor für Mitogenese faktisch von seiner Wohnung aus weiter

leiten. Das vorher viele Mitarbeiter umfassende Forschungsinstitut wurde aber immer mehr

zurückgeschnitten und schließlich 1953 ganz geschlossen.

SOWJETISCHE BIOPHOTONENFORSCHUNG NACH GURWITSCH

Nach Alexander Gurwitschs Tod im Jahre 1954 wurde das Institut bald unter der Leitung seiner

Tochter, der Biologin Anna A. Gurwitsch, wiedereröffnet, blieb aber - bis heute - auf zwei

kleine Räume und zwei, drei Mitarbeiter beschränkt. Doch eine Reihe von weiteren

Wissenschaftlern aus Gurwitschs "Schule", unter ihnen Leo V.Beloussow, L.Ya.Bljacher,

E.Ch.Puchalskaya, führten die Arbeit ebenfalls weiter.

Nach dem Krieg wurde die mitogenetische Forschung wieder intensiviert; in der Form des

"Photomultipliers" (Lichtvervielfachers) hatte man nun endlich ein Instrument in der Hand, um

die Existenz der mitogenetischen Strahlung zweifelsfrei nachzuweisen. Mit diesem Gerät

konnten nun zehn- bis hundertmal schwächere Photonenströme, ja selbst einzelne Photonen

erfasst werden. Doch über die vielen sowjetischen Forschungen zur "ultraschwachen

Zellstrahlung" erfuhr man im Westen erst durch Publikationen in der russischen, auch englisch

erscheinenden Zeitschrift "Biofizika". Die ab 1963 veröffentlichten Arbeiten - unter anderem

von Anna A. Gurwitsch -bestätigten die Existenz und viele der von Gurwitsch gefundenen

Eigenschaften der Zellstrahlung.

Neben der Gruppe um Anna Gurwitsch und Gurwitschs direkten Schülern, die seine

Forschungen entlang der von ihm selbst vorgegebenen Linien fortsetzten, kann man bei den

heute auf diesem Gebiet tätigen Forschern vor allem zwei Gruppen unterscheiden. Die eine ist,

Bischof:

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grob gesagt, mit den Anhängern der "Imperfektions"-Theorie von Zhurawlew identisch. Sie

erklären die Zellstrahlung mit den anerkannten physikalischen und chemischen Prinzipien der

konventionellen Lumineszenz (dem Leuchten eines Stoffes) biologischer Moleküle und führen

die Strahlung auf bestimmte chemische Reaktionen zurück. In ihren Augen ist sie ein bloßes

"Abfallprodukt" dieser chemischen Reaktionen ohne jegliche biologische Funktion.

Diese Auffassung ist ohne weiteres in Einklang zu bringen mit der herrschenden

Molekularbiologie. Es überrascht deshalb nicht, daß es vor allem die Arbeiten dieser Gruppe

sind, die in westlichen Publikationen abgedruckt und zitiert werden. Aber abgesehen davon, daß

sie die Existenz einer Zellstrahlung anerkennen, mögen sich die Vertreter dieser Richtung kaum

noch auf Gurwitschs Vorarbeit stützen. Das zeigt sich in einer Aussage von G.M.Barenboim im

Buch "Luminescence of Biopolymers and Cells", das 1969 in Englisch erschienen ist: "Unserer

Meinung nach ist die Lösung des gesamten Problems der mitogenetischen Strahlung noch in der

Anfangsphase. Die neuen Arbeiten haben die Existenz einer UV-Strahlung aus lebenden Zellen

bewiesen, aber sie haben wenig zum Verständnis ihrer Bedeutung beigetragen".

Eine zweite Richtung von Gurwitsch-Nachfolgern hingegen verleugnete sein Erbe nicht und

knüpfte auch an sein Konzept des biologischen Feldes an, das von der ersten Gruppe über Bord

geworfen wurde. Ein führender Vertreter dieser Gruppe ist der Biophysiker Viktor M. Inyushin

von der Kasachischen Kirow-Staatsuniversität in Alma-Ata. Inyushins Denken ist nach eigenem

Bekunden von Gurwitsch stark beeinflußt.

Mitte der 70er Jahre hatte Inyushin festgestellt, die intensivste mitogenetische Strahlung

stamme aus dem Zellkern, und diese sei sowohl kohärent (hochgeordnet) wie auch

monochromatisch (einfarbig) und polarisiert - mit anderen Worten: biologische Laserstrahlung.

Der junge Forscher - einer der Pioniere der Soft-Laser-Therapie - hatte bereits 1968 gezeigt, daß

Akupunkturpunkte eine stärkere Biophotonenstrahlung als beliebige Kontrollpunkte auf der

Bischof:

Biophotonen1

1

Haut aufweisen, wenn man das Innere des Mundes mit einem Gaslaser bestrahlt.

Inyushin ist überzeugt, daß mit der Bestrahlung durch schwaches Laserlicht bestimmter

Wellenlängen (wie durch viele andere geeignete Reize) die Selbstregulations- und

Selbstheilungsprozesse im Organismus gezielt angeregt werden können. Diese Reize wirken

nach seiner Auffassung nicht in erster Linie auf materielle Strukturen unseres Organismus.

Vielmehr beeinflussen sie das "Biofeld" des Menschen, das für die Steuerung und Regulation

der Lebensprozesse verantwortlich ist. Eine Komponente dieses Biofeldes ist nach Inyushin das

sogenannte "Bioplasma": ein dynamisch strukturiertes elektromagnetisches Feld, in dem auch

die Materieteilchen eine hohe Ordnung aufweisen und sich wie ein intelligentes Ganzes

verhalten.

Ebenfalls dieser Gruppe zuzuordnen ist Professor Vlail Kasnatschejew von der Akademie der

Medizinischen Wissenschaften in Nowosibirsk. Er wurde durch ein Experiment berühmt, das

die Übertragung von Krankheiten über Biophotonenstrahlung zu beweisen scheint.

Eine andere Entwicklung, die stark von Gurwitschs biologischem Feld inspiriert ist, ist die

sogenannte "Kirlianfotografie". Bereits Ende der 30er Jahre von dem sowjetischen Elektriker-

Ehepaar Semjon und Walentina Kirlian in Krasnodar entwickelt, konnte über dieses Verfahren

einer fotografischen Abbildung im Hochfrequenzfeld wegen Geheimhaltung erst 1961 eine

Veröffentlichung erscheinen. Die auf den Kirlian-Bildern erscheinende "Korona" um die

fotografierten Gegenstände herum reflektiert (neben einer ganzen Reihe von technischen

Umständen) physiologische und emotionale Zustände des Organismus und wird deshalb heute

weltweit auch zur medizinischen und psychologischen Diagnose benützt.

Die Arbeiten von Inyushin, Kasnatschejew, Kirlian und auch Gurwitsch sind einem breiteren

Publikum im Westen in erster Linie durch Bücher wie "PSI" von Ostrander und Schroeder

(1972) und "Lichtbilder der Seele" von Krippner und Rubin (1975) bekannt geworden. Wie so

Bischof:

Biophotonen1

1

viele vom Establishment abgelehnte wissenschaftliche Arbeiten tauchten diese Entwicklungen

hier in einem parapsychologischen Zusammenhang wieder auf, was natürlich wiederum nicht

unbedingt zu ihrer wissenschaftlichen Anerkennung beitrug.

NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG: DIE VORAUSSETZUNGEN ÄNDERN SICH

Die ersten westlichen Wissenschaftler, die nach dem Krieg die neuen Photomultiplier zur

Untersuchung der Zellstrahlung einsetzten, waren die italienischen Biophysiker Colli, Facchini

und Mitarbeiter. Sie zeigten 1954 zum erstenmal zweifelsfrei, daß verschiedene Pflanzenkeime

eine Strahlung aussenden. Die von ihnen untersuchten Keimlinge gaben allerdings kein UV-

Licht ab, wie es Gurwitsch gefunden hatte, sondern sichtbares Licht vom grünen bis zum roten

Bereich des Spektrums - 101 8 (Milliarden mal Milliarden) mal schwächer als das Tageslicht. Da

ihnen jedoch Kollegen aus der Biologie versicherten, dieses Licht habe mit Sicherheit absolut

keine biologische Bedeutung, setzten die Italiener ihre Versuche nicht fort.

Die Zeit war noch nicht reif für ein Verständnis der wahren Bedeutung des Lichtes aus den

Zellen, und sie sollte es bis mindestens zum Anfang der 70er Jahre auch weiterhin nicht sein.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Da war zunächst einmal die Tatsache, daß die

Wissenschaft vollkommen auf die biochemische Anschauung der Lebensvorgänge

eingeschworen war, die die davon ausgeht, daß das Leben restlos auf biochemischer Grundlage

verstanden werden kann. Diese Anschauung beinhaltet weiterhin, daß man mit Recht die

Ansicht über Bord geworfen habe, es gebe neben den chemischen irgendwelche anderen

Energien oder Kräfte von Bedeutung im Organismus, seien es nun elektromagnetische oder

nicht, und daß dies ein Sieg der wahren Wissenschaftlichkeit über verstaubte okkulte Konzepte

Bischof:

Biophotonen1

1

darstelle. Auf der anderen Seite drangen die Ergebnisse jenes Forschungsbereiches, der sich mit

den Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Lebewesen beschäftigte und in dem vor allem in

der Sowjetunion bereits seit den fünfziger Jahren intensiv geforscht wurde, nur langsam in den

Westen, stiessen dort auf Misstrauen und wurden lange in ihrer Bedeutung nicht erkannt. Sie

sind auch heute leider nur wenigen Spezialisten bekannt.

Die Tatsache, daß besondere, eng definierte Frequenz- und Intensitätsbereiche von

elektromagnetischen Feldern deutlich auf vielerlei Funktionsbereiche von tierischen und

menschlichen Organismen einwirkten, konnte nach der Ansicht dieser sowjetischen (und

unterdessen auch einiger weniger westlicher) Forscher nur darauf zurückzuführen sein, daß in

Pflanze, Tier und Mensch selbst entsprechende Felder existieren und eine biologische Funktion

besitzen, und daß so zwischen diesen und den von außen einwirkenden Feldern eine Resonanz-

Wechselbeziehung entstehen kann - ähnlich wie durch das Anschlagen einer Stimmgabel eine

zweite gleich gestimmte Stimmgabel ebenfalls in Schwingung versetzt wird, ohne daß sich die

beiden Stimmgabeln berühren.

Von Bedeutung für die Biophotonenforschung ist auch der von diesen Wissenschaftlern

entdeckte Umstand, daß selbst Felder niedrigster Intensität noch biologische Wirkungen

auslösen können - auch solche übrigens, die weit schwächer sind, als diejenigen, die von

Rundfunk- und Fernsehsendern, Radaranlagen, Hochspannungsleitungen und

Garagentoröffnern ausgestrahlt werden, um nur ein paar Quellen der bei uns überall

gegenwärtigen elektromagnetischen Umweltverschmutzung zu nennen.

Die bis heute andauernde wissenschaftliche Skepsis gegenüber der Biophotonentheorie hat

z.T. ähnliche Gründe wie diejenige westlicher Wissenschaftler in Bezug auf die biologische

Wirksamkeit elektromagnetischer Felder. Eine derart schwache Strahlung, wie die Zellstrahlung

sie darstellt, kann nach herrschender Auffassung niemals irgendeine biologische Bedeutung

Bischof:

Biophotonen1

1

haben. Man war bis vor kurzem nämlich der Meinung, daß nur solche Strahlung eine

biologische Wirkung ausüben könne, die so energiereich ist, daß sie die Bindung zwischen

Molekülen oder Atomen aufzubrechen oder Elektronen von Atomen abzuspalten (und diese

damit zu "ionisieren") vermag oder in der Lage ist, das Gewebe zu erwärmen. Nachdem jedoch

die Forschung gezeigt hatte, daß auch nicht-ionisierende Strahlung, also beispielsweise Licht

oder Mikrowellenstrahlung, wirksam war, konnte sie schliesslich auch beweisen, daß es

sogenannte "nicht-thermische" Wirkungen gab, das heißt solche, die nicht auf einer Erwärmung

des Gewebes beruhten.

Wie es scheint, wirken lebende Organismen als eine Art Verstärker, die solche sehr

schwachen Felder so weit verstärken, daß diese biochemische und andere Lebensprozesse

beeinflußen können. Organismen stellen sozusagen "Instrumente" von einer so extremen

Empfindlichkeit dar, daß kein von Menschenhand geschaffenes Meßinstrument auch nur

annähernd an sie heranreicht.

Diese Verstärkermechanismen, deren Existenz auch schon Gurwitsch und der

Quantenphysiker Pascual Jordan erkannt hatten, konnten aber erst wirklich verstanden werden,

als die Wissenschaft zwei weitere neue Forschungsgebiete entwickelt hatte: die Laserphysik, die

auf der Quantenphysik beruht, und die Theorie der "dissipativen Strukturen", die vom russisch-

belgischen Chemiker und Nobelpreisträger Ilya Prigogine aufgestellt wurden.

Es bedurfte der wissenschaftlichen Revolution, die heute in Form dieser drei (und weiterer)

Disziplinen im Gange ist, damit Mitte der 70er Jahre endlich die von Gurwitsch angebahnte

Entwicklung Früchte tragen konnte.

FRITZ

A.

POPP:

EIN

DEUTSCHER

FORSCHER

ENTDECKT

DIE

ZELLSTRAHLUNG WIEDER

Bischof:

Biophotonen1

1

Dies geschah in erster Linie durch die Arbeit des 52jährigen deutschen Biophysikers Fritz-

Albert Popp. Popp, der in den frühen 70er Jahren an der Universität Marburg als Radiologie-

Physiker und Krebsforscher tätig war, hatte schon damals die Idee entwickelt, die

krebserregenden Eigenschaften bestimmter Stoffe könnten, statt in deren chemischen

Merkmalen, in deren besonderen Art von Wechselwirkung mit Licht und Strahlung begründet

sein, die schon frühere Forscher festgestellt hatten.

Wenn das allerdings der Fall sein sollte, dann mußte es im Organismus selbst Licht geben,

und das war für den jungen Physiker zunächst einmal völlig undenkbar. Trotzdem beschäftigte

er sich mit dieser Möglichkeit und stellte die Überlegung an, daß bei der hohen Erneuerungsrate

der Zellen in Mensch und Tier - bei einer Maus erneuert sich das gesamte Körpergewebe alle

paar Monate, beim Menschen alle sieben Jahre - nur eine Signalübermittlung mit

Lichtgeschwindigkeit die Kommunikation zwischen allen Zellen optimal sicherstellen konnte.

Er ging mithin also davon aus, daß alle Zellen vom Tod jeder einzelnen Zelle erfahren müßten,

damit ein Organismus im Inneren wirklich kommunikativ wäre, nicht nur eine einzelne andere

Zelle, die sich als Ersatz teilen sollte.

So war Popp bereits mit Gedanken über die Konsequenzen eines Vorhandenseins von Licht

im Organismus beschäftigt, als er 1973 von den Experimenten des Russen Kasnatschejew

erfuhr. Dieser hatte gezeigt, daß lebende Zellen durch Photonen - also elektromagnetische

Wellen - im ultravioletten Bereich biologische Informationen austauschen. Der Student, der ihm

davon erzählte, wies ihn auch auf die Forschungsarbeiten von Gurwitsch hin, die für

Kasnatschajews Arbeit Pate gestanden hatten. Diese Nachricht löste bei Popp eine Art

"kreativen Schocks" aus, und er begann, Hypothesen darüber zu entwickeln, welche

Konsequenzen die Existenz von Licht in Organismen und und welche Ursache ein solches Licht

Bischof:

Biophotonen1

1

wohl haben könnte. In den beiden Jahren 1973 und 1974 entwickelten sich bei ihm gedanklich

bereits alle jene Elemente, die heute die vollausgebaute Biophotonentheorie ausmachen.

1975 konstruierte einer seiner Doktoranden, Bernhard Ruth, unter seiner Anleitung eine

Apparatur zur Messung "ultraschwacher Zellstrahlung" und fand eine solche Strahlung auch

tatsächlich in einer Vielzahl von pflanzlichen und tierischen Zellen. Dies trotz seiner

anfänglichen Überzeugung, sie könne nicht existieren. Während er im Gegensatz zu

Gurwitsch und den Italienern Colli und Facchini nicht allein im ultravioletten oder sichtbaren

Bereich Strahlung feststellte, sondern im gesamten optischen Bereich vom UV über das

sichtbare Licht bis zum Infrarot, bestätigten Ruths äußerst seriös durchgeführte Meßungen im

übrigen die von früheren Forschern gefundenen Eigenschaften der biologischen Strahlung, so

z.B. das drastische Ansteigen der Intensität bei Störung, Beschädigung oder beim Sterben der

Zellen, das auch schon Gurwitsch festgestellt hatte. In der Folge hinterfragte Popp mit seinen

Mitarbeitern systematisch die verschiedenen Elemente der Biophotonentheorie, die bereits seit

einigen Jahren, einer Vision gleich, vor seinem geistigen Auge gestanden hatten, und begann sie

mit Experimenten, theoretischen Überlegungen und Berechnungen zu untermauern.

Wie bereits angedeutet, war Popp schon früh davon überzeugt gewesen, daß im Inneren von

Lebewesen ein Kommunikation von derartiger Intensität vor sich gehen müße, wie sie bei rein

biochemischer Signalübermittlung nicht möglich wäre. Nach seiner Ansicht strahlten lebende

Zellen nicht bloß Licht ab, über das sie sich untereinander verständigten, sondern er war sich

sicher, daß dieses Licht sogar in der Hierarchie der biologischen Steuerungen ganz oben stehen

mußte. Nicht die Zelle oder die Moleküle waren, wie sich das aus der Sicht der Biochemie

darstellt, zuerst da, und strahlten dann Licht ab, sondern die Lichtemission der Zellen mußte als

eine "Störung" eines den ganzen Organismus umfassenden hochgeordneten und

zusammenhängenden Strahlungsfeldes betrachtet werden, wie ein Kräuseln auf einem Ozean.

Bischof:

Biophotonen1

1

Und dieses elektromagnetische Feld, in das unser physischer Körper eingebettet ist, war nicht

ein bloßes abfallähnliches, biologisch bedeutungsloses Leuchten von chemischen Prozessen, wie

das von vielen Forschern gesehen wurde, sondern es steuerte und regulierte im Gegenteil

sämtliche Lebensvorgänge im Organismus und bildete auch das "morphogenetische Feld", jene

Matrize, die alle Strukturen und Prozesse im Organismus anordnet und gestaltet. Weil das Licht

aus den Zellen für ihn eine solche zentrale und umfassende Funktion im Leben des Organismus

einnahm, ersetzte Popp die vielen von früheren Forschern verwendeten Begriffe für die

Zellstrahlung durch den programmatischen Ausdruck "Biophotonen" - Lebenslicht.

Das Biophotonenfeld, ein nicht faßbares Trägerfeld, auf dem die (allein meßbaren)

Biophotonensignale sich fortpflanzen, entspricht also weitgehend dem Lichtkörper oder

Ätherkörper der okkulten Traditionen und östlichen Geheimlehren, außer daß es natürlich nur

jene Dimension umfaßt, die in den Rahmen der modernen Physik hineinpaßt; es handelt sich

dabei um einen rein elektromagnetischen Energiekörper. Über daraus hinausgehende

Dimensionen unseres feinstofflichen Körpers macht die Biophotonentheorie keine Aussagen.

KOHÄRENZ: LEBEWESEN ALS BIOLOGISCHE LASER

Dieses Biophotonenfeld konnte aber, wie Popp vermutete, die von ihm skizzierten Aufgaben

nur dann erfüllen, wenn es ein kohärentes Feld war. Kohärente elektromagnetische Felder, wie

sie z.B. in einem Laserstrahl vorliegen, sind geordnete und koordinierte Wellen, deren

Wellen-"Täler" und Wellen-"Berge" miteinander koordiniert sind und sich deshalb auf

bestimmte Weise überlagern. Dabei löschen sie einander entweder aus (wenn Wellenberge sich

mit Wellentälern überlagern) oder verstärken einander (wenn Wellental zu Wellental oder

Wellenberg zu Wellenberg kommt, addieren sich ihre Kräfte).

Bischof:

Biophotonen1

1

Dadurch wirkt ein kohärentes Feld ordnend und strukturierend. So wie das Licht eines

Laserstrahls durch seine starke Bündelung auch weit von der Lichtquelle weg kaum gestreut

wird, so behalten die Wellen eines kohärenten Feldes selbst in größerer Distanz vom

Ausgangspunkt noch ihre Verbindung untereinander und mit ihrem Ursprung, so daß sie sehr

gut Informationen übermitteln können und eine Vielzahl von Teilchen, Zellen, Geweben und

Organen koordinieren und zu einem Ganzen verbinden können.

Nachdem er gezeigt hatte, daß die Biophotonenstrahlung existierte, war es für Popp deshalb

von zentraler Bedeutung, beweisen zu können, daß sie kohärent war; wenn sie es nämlich nicht

war, konnte sie keine nennenswerte biologische Bedeutung haben. Die ganze

Biophotonentheorie hing an der Klärung dieser Frage. Tatsächlich konnte er zusammen mit

seinen Mitarbeitern im Laufe der Jahre vielfältiges Beweismaterial dafür zusammentragen, das

auch von Forschern aus anderen Ländern bestätigt worden ist, so daß es heute als beweisen

gelten kann, daß die Biophotonen kohärent sind. Vieles spricht sogar dafür, daß sie eine so

außerordentlich hohe Kohärenz aufweisen, wie sie mit technischen Mitteln weder heute noch in

absehbarer Zukunft auch nur annähernd nicht herzustellen ist.

Die Analyse der gemessenen Biophotonenstrahlung aus pflanzlichen und tierischen Zellen, die

ihre hohe Kohärenz zeigte, ergab gleichzeitig, daß die strahlenden Organismen

thermodynamisch gesehen sogenannte "Nicht-Gleichgewichtssysteme" darstellen. Popp hat

damit als erster einen experimentellen Beweis für die Richtigkeit der Theorien von Ilya

Prigogine geliefert, der vorausgesagt hatte, daß sich "biologische Systeme", wie Physiker

Lebewesen nennen, "weit weg vom thermischen Gleichgewicht aufhalten". Das bedeutet, daß

sie durch die ständige Zufuhr von Energie, vor allem aus der Nahrung, eine innere Struktur und

Ordnung aufrechterhalten, die ohne diese Energiezufuhr sofort zusammenbrechen würde.

Lebewesen sind nach Prigogine in einem labilen Übergangszustand, einem sogenannten

Bischof:

Biophotonen1

1

"Phasenübergang", aus dem sie ganz plötzlich, durch nur geringste Einflüsse, ein einen anderen

Ordnungszustand umkippen können. Voraussetzung für diese hohe Empfindlichkeit, die sie zu

sensibelsten "Antennen" macht, ist allerdings die erwähnte ständige Energiezufuhr. Bis dahin

isoliert funktionierende Teilchen, Zellen oder Organe können dann plötzlich anfangen,

koordiniert, wie ein Ganzes zu funktionieren - sich mit anderen Worten "kohärent" zu verhalten.

LEBEWESEN ALS BIOLOGISCHE LASER

Diese hochbedeutsame physikalische Einsicht in das Funktionieren lebender Organismen, die

einen revolutionären Schritt für die Naturwissenschaften darstellt, besitzt jedoch einen

entscheidenden weiteren Aspekt, den nun Popp in seiner Biophotonentheorie ergänzt hat. Die

Kohärenz der Teilchen ist nämlich nicht denkbar ohne ein kohärentes elektromagnetisches Feld,

das erst die Teilchen zu ganzheitlichem Verhalten veranlaßt. Prigogines "dissipative

Strukturen", wie die erwähnten Phasenübergangszustände genannt werden, sind gleichzeitig

auch Laserprozesse, in denen durch ständige Energiezufuhr ein Verstärkungsmechanismus in

Gang gehalten und ein kohärentes Feld erzeugt wird. Und der Phasenübergang, an dem sich

dissipative Strukturen - wie Physiker zu sagen pflegen - "aufhalten", ist gleichzeitig die

sogenannte "Laserschwelle", an der sich nach Popp das Leben abspielt. Lebewesen sind also,

wie bereits Mitte der 70er Jahre etwa gleichzeitig Popp und der Russe Inyushin erkannt haben,

biologische Laser.

Das bedeutet, daß nicht nur die materiellen Teilchen in ihnen sich in diesem labilen

Übergangszustand zwischen einem unkoordinierten, nur schwach geordneten und einem

koordinierten, ganzheitlich funktionierenden Zustand der Ordnung befinden, sondern auch das

Biophotonenfeld selbst, in das die Teilchen eingebettet sind. Dieses kippt also ebenfalls bereits

Bischof:

Biophotonen1

1

durch geringste Einflüsse von einem "chaotischen" Zustand, in dem es nur lokal begrenzte

Wirkungen ausüben kann, in einen kohärenten Zustand, in dem es große Bereiche koordinieren

und zu einem Ganzen verbinden und Wirkungen sowie Informationen auf große Distanz

vermitteln kann.

DAS YIN UND YANG DER MODERNEN BIOPHYSIK

Diese beiden Zustände des Biophotonenfeldes beiderseits der Laserschwelle entsprechen nun,

wie Popp selbst sagt, im Grunde den Yin- und Yang-Zuständen, die die chinesische Medizin im

"Ch'i" walten sieht - in der Lebensenergie, die nach ihrer Vorstellung unseren Organismus

erfüllt und reguliert. Die Biophotonentheorie besagt ebenfalls, daß durch das Hin und Her

zwischen diesen beiden komplementären Zuständen sämtliche Prozesse im Organismus reguliert

und gesteuert werden, und daß auch die Bildung und Auflösung von materiellen Strukturen in

diesem auf ihr Zusammenspiel zurückgeht.

So müßen sich gemäss der Biophotonentheorie beispielsweise Zellen und Gewebe, um sich zu

teilen und zu wachsen, in einem "chaotischen" (also Yin-) Biophotonenfeld befinden, während

ein kohärentes (Yang) Biophotonenfeld das Wachstum bremst und durch die Koordination einer

größeren Zahl von Zellen bestimmten Zellen und Zellverbänden spezielle Aufgaben zuweist,

also ihre "Differenzierung" in beispielsweise Nerven-, Stütz- oder Muskelgewebe veranlasst.

In diesem Zusammenhang wird auch ein Verständnis der Krebserkrankung als Störung der

steuernden Kohärenz des Biophotonenfeldes möglich: Während im gesunden Zustand lokale

chaotische Felder gezielt eingesetzt werden, geraten diese Inkohärenzen bei einem

Krebskranken außer Kontrolle, und es setzt ein ungesteuertes Wachstum von Zellen ein.

Bischof:

Biophotonen1

1

GESUNDHEIT

UND

KRANKHEIT

BIOPHOTONENTHEORIE

IM

VERSTÄNDNIS

DER

Die Fähigkeit des Organismus, sein Biophotonenfeld nach Bedarf auf beide Seiten der

Laserschwelle pendeln zu lassen und ein Überschießen nach der einen Seite sofort mit einer

Bewegung nach der anderen Seite auszugleichen - mit anderen Worten seine

Selbstregulationsfähigkeit - ist eigentlich das, was wir mit Gesundheit bezeichnen. Im vitalen,

gesunden Zustand entfernt sich das Biophotonenfeld nie längere Zeit zu weit von der

Laserschwelle weg. Tut es das dennoch, ist mithin die Regulationsfähigkeit eingeschränkt, und

fährt es sich auf der einen oder anderen Seite fest, so bedeutet das nach Popp Krankheit.

Aus diesem Grunde kann man auch alle Krankheiten, wie das die ganzheitlich orientierten

Ärzte schon seit vielen Generationen immer wieder getan haben, in zwei Grundtypen einteilen:

diejenigen, die die eine allzu starke Abweichung nach der Yin-, und diejenigen, die eine solche

nach der Yang-Seite darstellen. Krebs gehört angesichts des überschiessenden Zellwachstums

auf die Seite von zuviel Yin oder Chaos, während entzündliche Krankheiten und beispielsweise

multiple Sklerose auf die Seite von zuviel Yang oder Ordnung gehören.

Krankheiten begreift die Biophotonentheorie aber auch, ganz wie das in der Vergangenheit

zum Beispiel beim romantischen Dichter Novalis der Fall war, als Krisen in der Evolution des

Individuums und der Menschheit. Denn jede Art von Störung, die den Organismus zu einer

regulierenden Reaktion veranlasst, wird von der Biophotonentheorie als Auslöser betrachtet, die

Skala der dem Organismus möglichen Reaktionen zu erweitern, also zu "lernen". Jede

Begegnung mit einem ihm bis dahin fremden Signal, zum Beispiel einem neuen Virus oder

einem elektromagnetischen Feld, verunsichert ihn und stellt ihn zunächst einmal in Frage, bringt

ihn aus dem Gleichgewicht. Dann aber versucht der Organismus, Antworten auf dieses neue

Bischof:

Biophotonen1

1

Signal zu finden, und in der Auseinandersetzung damit integriert er es in Form einer neuen

Frequenz in sein Biophotonenfeld. Wenn dieses sich also jeweils nach einer solchen Störung

wieder einpendelt, so tut es dies auf einer neuen Ebene - es hat sich durch die Begegnung

gewandelt. So entwickelt es sich durch die ständige Auseinandersetzung mit "Störungen"

weiter, ohne jedoch seine Identität zu verlieren.

INNERE VERWANDTSCHAFT ZUR HOMÖOPATHIE

Hinter diesem Vorgang verbirgt sich im Grunde das schon von Paracelsus formulierte Prinzip,

daß alles, was dem Menschen Gift ist, für ihn auch Heilmittel sein kann, daß allein die Dosis

den Unterschied ausmacht. Deutlich zeigt sich dies beim Kleinkind, das nach der Geburt erst

lernen muß, aus den für ihn zunächst giftigen Substanzen der Aussenwelt, des Nicht-Ich,

Nahrung zu machen. Durch die Einverleibung und Transformation dieser Stoffe lernt es die für

uns alle wichtige Fähigkeit, sich "Welt anzuverwandeln", und entwickelt sein Immunsystem und

seine physiologische Identität.

Damit wird aber auch verständlich, daß die Biophotonenforschung eine besondere innere

Verwandtschaft zur Homöopathie aufweist. Tatsächlich hat eine Untersuchung, die Popp im

Auftrag der deutschen Bundesregierung durchgeführt hat, ergeben, daß die

Biophotonenforschung in der Lage ist, den besonderen Prinzipien der Homöopathie

wissenschaftlich gerecht zu werden, die von der herkömmlichen biochemischen

Betrachtungsweise niemals verstanden werden können. Je stärker eine homöopathische Potenz

nämlich verdünnt ist und je weniger Atome der Wirksubstanz in ihr dadurch noch vorhanden

sind, umso mehr enthält das Lösungsmittel (ein Alkohol-Wasser-Gemisch), wie man annehmen

muß, eine Art "elektromagnetischen Abdruck" dieser Wirksubstanz in der Form von

Bischof:

Biophotonen1

1

kohärenten Schwingungen. Bei den Hochpotenzen wirken diese Schwingungen nun nicht mehr,

wie die niedrigen Potenzen und allopathischen Heilmittel, lokal begrenzt und kurzzeitig,

sondern auf einer viel grundlegenderen Ebene und langfristig. Sie nehmen vermutlich direkten

Einfluß auf das Biophotonenfeld des Patienten und wirken damit regulierend auf seinen ganzen

Organismus.

Im Prinzip ist es bei allen Substanzen (Medikamenten, chemischen Umweltverschmutzungen

etc.), aber auch bei Einflüßen wie Licht, Klang, Gerüchen und den Schwingungen eines anderen

Menschen der Fall, daß sie über ihre Eigenschwingungen direkt auf den Biophotonenkörper des

Menschen einwirken. Doch Methoden wie die klassische Homöopathie mit ihren individuellen

Einzelmitteln stellen nach den Erkenntnissen der Biophotonenforschung eine Art Modell für

eine neuartige Medizin der Zukunft dar, weil sie gezielt und individuell, mit geringstem

Aufwand und geringsten Nebenwirkungen, auf jene grundlegende Ebene des menschlichen

Organismus einwirken, auf der jede Störung beginnt und daher auch ursächlich wieder am

besten einreguliert werden kann.

DER BIOPHOTONENKÖRPER ALS PHYSIKALISCHE BRÜCKE ZUM GEISTIGEN

Genauso wie die Homöopathie mit ihren Hochpotenzen im Grunde kaum mehr materielle

Einflüße einsetzt, die dadurch umso wirksamer sind, so stellt auch das Biophotonenfeld selbst

durch seine Kohärenz eine Dimension des Organismus dar, die am äußersten Rande des

Materiellen angesiedelt ist. Eine Dimension, die kaum mehr materiell, ja nicht einmal mehr

Bischof:

Biophotonen1

1

energetisch (im Sinne der Physik, für die ja Energie nur eine Form der Materie darstellt),

sondern in erster Linie auf der Ebene von Information funktioniert.

Es ist die Eigenschaft der Kohärenz, durch deren bisher wenig erforschte Geistähnlichkeit

dieser elektromagnetische Energiekörper, so sehr er sich auf die "harte", meßbare physikalische

Realität beschränkt, tatsächlich doch auch eine Brücke zu jener seelisch-geistigen Wirklichkeit

des Menschen darstellt, die vielleicht für immer außerhalb des Meßbereichs physikalischer

Instrumente bleiben wird.

So schließt der Nachweis eines elektromagnetischen Lichtkörpers durch die

Biophotonenforschung durchaus nicht die Existenz jenes höheren Lichtleibes aus, von dem die

esoterischen Traditionen sprechen: Schon Newton, auf der Schwelle zwischen Alchemie und

moderner Naturwissenschaft, meinte, daß es zweierlei Licht gebe, das "phänomenale" Licht der

Erscheinungswelt, das den Photonen entsprechen würde, die die Biophotonenforschung als

Zellstrahlung messen kann, und ein "numenales" oder Wesenslicht, das wir mit dem innersten

göttlichen Lichtkern unseres Selbst-Bewusstseins in Verbindung bringen dürfen.

Auch Popp spricht von zwei verschiedenen Ebenen des Biophotonenfeldes im Organismus.

Da sind auf der einen Seite die Biophotonen, die vom Organismus abgestrahlt werden und mit

dem Photomultiplier gemessen werden können. Popp spricht hier von der "aktuellen

Information". Die besonderen Eigenschaften dieser Strahlung zeigen aber, daß es, einer Meßung

nicht zugänglich, im Inneren lebender Zellen gespeichertes Licht geben muß, zu dem sich die

meßbare Biophotonenemission wie das Symptom zur Krankheit verhält. Diese "potentielle

Information" muß man sich als ein hochkohärentes Feld stehender Trägerwellen vorstellen, auf

denen die gemessenen Signale reiten wie ein Schiff auf dem Meer.

Dieses Trägerfeld ist möglicherweise identisch oder steht in enger Verbindung mit der

"Vakuumenergie", der Energie des leeren Raums, die in der modernen Physik den Platz der

Bischof:

Biophotonen1

1

alten "Äther-Energie" einnimmt und vermutlich eng mit dem Bewusstsein verknüpft ist.

BIOPHOTONEN UND GEHIRNPROZESSE

So kann die Biophotonenforschung zwar über das Bewusstsein selbst nichts aussagen; sie

forscht aber in jenem energetisch-informativen Zwischenbereich zwischen Bewusstsein und

körperlicher Existenz, von dem aus sich sowohl über unser körperliches Sein wie auch über

seelische und geistige Bereiche Rückschlüsse ziehen lassen, und so darf man von ihr in der

Zukunft wohl auch Erkenntnisse über den Einfluss des menschlichen Geistes auf

Körperprozesse erwarten. Bereits heute kann man ahnen, wie eng Bewusstseinszustände und

emotionale Befindlichkeit über das Biophotonenfeld mit Abwehrfähigkeit und Immunsystem

verknüpft sein müssen, wenn man auch noch nichts Genaueres über diesen Zusammenhang

weiss.

Eine ganze Reihe von Forschern hat sich auch schon mit der Möglichkeit beschäftigt, daß

verschiedene geistige Prozesse inm uns auf der Ebene der Biophotonen ablaufen könnten. So

hat der berühmte amerikanische Gehirnforscher Karl Pribram bereits Anfang der 70er Jahre

davon gesprochen, daß die im Gehirn vorhandenen Informationen dort nicht lokal begrenzt in

bestimmten materiellen Strukturen gespeichert seien, wie die Gehirnforschung bis dahin

annahm, sondern über größere Bereiche ausgebreitet in der Form von kohärenten

Biophotonenfeldern. Fritz Popp ist darüber hinaus überzeugt, daß nicht nur die Felder im

Gehirnbereich, sondern diejenigen des ganzen Organismus Informationen speichern und somit

Gedächtnisfunktionen wahrnehmen.

Der amerikanische Psychologiedozent Keith Floyd hat die Hypothese entwickelt, die

Gehirnregion in der Mitte des Schädels um die dritte Gehirnkammer herum, in der Hypophyse,

Bischof:

Biophotonen1

1

Hypothalamus, Thalamus und Zirbeldrüse geometrisch bedeutsam angeordnet sind, könnte eine

Art dreidimensionalen "Bildschirm" darstellen. Auf diesem würden die von den Sinnesorganen

kommenden Signale zu "Wahrnehmungen" synthetisiert und die in den Biophotonenfeld

gespeicherten Erinnerungen rekonstruiert: eine Art Bühne also, auf der das ganze

"Bewusstseinstheater" aufgeführt wird.

HOLOGRAPHISCHE BIOPHOTONENFELDER

Diesen Vorstellungen ist gemeinsam, daß sie auf das Modell der Holografie zurückgreifen,

einem dreidimensionalen fotografischen Verfahren, das der Nobelpreisträger Dennis Gabor

erfunden hat. Wenn nach Pribram unsere Erinnerungen holografisch gespeichert werden, so

bedeutet das, daß ihre Informationen in einem kohärenten Feld von elektromagnetischen

Wellen-Interferenzen (überlagerungen) gespeichert sind. Auf einem Hologramm ist, im

Gegensatz zur normalen Fotografie, ein Bild für unser Auge nicht als solches erkennbar, weil

die Informationen darin in "holografischer", oder wie der bekannte Physiker und - zusammen

mit Pribram - Urheber der "Holografischen Theorie", David Bohm, sagt, in "impliziter" Form

enthalten sind. Von hier müssen die Informationen - beispielweise die Gedächtnisinhalte bei

ihrer Umwandlung in Nervenimpulse - erst durch ein "Fourier-Analyse" genanntes Verfahren in

Signale übersetzt und damit "greifbar" gemacht werden.

Diese holografischen Felder sind die kohärenten Trägerfelder - die "potentielle Information" -

der Biophotonentheorie, die nach Popp die Kommunikationsgrundlage im Organismus bilden

und auf denen sich die weniger kohärenten Signale in Form von Modulationen des Feldes über

den Organismus verbreiten können. Ihre holografische Form hat eine Reihe von Vorteilen: In

den stehenden Wellen eines Hologramms kann eine ungeheure Informationsmenge gespeichert

Bischof:

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1

werden, und außerdem ist in jedem der Punkte eines holografischen Feldes die gesamte in ihm

vorhandene Informationsmenge enthalten und zugänglich. Es sind diese holografischen

Eigenschaften des Biophotonenfeldes, die den auf vielfältige Weise sich manifestierenden

holografischen Eigenschaften des menschlichen Organismus zugrundeliegen, wie zum Beispiel

den verschiedenen Reflexzonen der Körperoberfläche: In den Reflexzonen bespielsweise einer

Hand, eines Fußes, eines Ohres, auf der Nase oder im ganzen Gesicht ist jeweils der ganze

Organismus repräsentiert; durch reflexartige Einwirkungen auf bestimmte Hautzonen oder

-punkte (mit Massage, Laserlicht, Wärme und Kälte, Wasser, Nadelung usw.) können die

Organe und Funktionssysteme des Körperinneren beeinflusst werden.

AKUPUNKTUR UND BIOPHOTONEN

Diese holografischen Eigenschaften sind auch für die Akupunktur wesentlich, mit deren

Grundlagen sich die Biophotonenforschung ebenfalls auf fruchtbare Weise beschäftigt hat. So

ist nach den statistischen Berechnungen, die Popp mit Meßwerten aus der Elektroakupunktur

angestellt hat, die Information des gesamten Netzes aller Akupunkturpunkte und damit des

gesamten Organismus im Prinzip in jedem einzelnen Akupunkturpunkt enthalten; ein solcher

reagiert nämlich auf eine elektrische Reizung niemals als isolierter Einzelpunkt, sondern wird

von allen anderen Punkten mitgetragen und steht in ständiger Verbindung mit diesen. Wie Popp

feststellen konnte, kann der Grad dieser Koppelung der Akupunkturpunkte sogar als Masstab

für Gesundheit und Krankheit genommen werden: Krankheit zeigt sich durch Entkopplung der

Punkte an.

So etwas kann aber eigentlich nur auf der Grundlage eines hochkohärenten Biophotonenfeldes

funktionieren. Deshalb ist Popp der Ansicht, die Meridiane müßten die Knotenlinien eines über

Bischof:

Biophotonen1

1

den ganzen Organismus ausgedehnten dreidimensionalen Feldes stehender Wellen sein, das als

Trägerfeld für darüberlaufende Signale dient. In diesem holografischen Wellenfeld seien die

Meridiane, so Popp, eine Art von "bevorzugten Wellenleitern", das heißt Bahnen, auf denen sich

Informationen am besten fortpflanzen können: rein elektromagnetische Kanäle, die keine

materiellen Wände haben (nach solchen hat man ja lange vergeblich gesucht), in denen aber

neben elektromagnetischen Signalen trotzdem auch materielle Substanzen transportiert werden

könnten.

GEWEBE- UND ORGANSPEZIFISCHE BIOPHOTONENFELDER

Nicht nur Gehirn und Nervensystem haben ihre eigenen Biophotonenfelder; nach Popp besitzen

sämtliche Gewebe in unserem Körper ihre eigene Art von Feldern, die sich vor allem durch

ihren Kohärenzgrad unterscheiden. In Gehirn und Nervensystem, in denen kaum noch

Zellteilungen und Stoffwechselaktivität stattfinden, sind diese Felder kohärenter als in den

stoffwechselaktiveren und sich schnell erneuernden Geweben wie zum Beispiel in der Leber, im

Darm oder in den Schleimhäuten, und das mag wohl auch der Grund sein, warum diese Gewebe

ihre Leitfunktion im Organismus erfüllen können.

Mit der Erforschung der Eigentümlichkeiten dieser gewebe- und auch der organspepezifischen

Biophotonenfelder und ihrer Wechselwirkungen untereinander hat die Biophotonenforschung

noch ein weites und interessantes Arbeitsgebiet vor sich. Dieses hängt, wenn wir zum Beispiel

an die Muskulatur denken, aufs engste mit den Forschungen über Wilhelm Reichs

"Orgonenergie" und ihre Rolle in der "Muskelpanzerung" (chronische Spannungszustände der

Muskulatur) zusammen, deren Struktur nach dem Psychoanalytiker Reich der materielle

Ausdruck unserer psychologischen Charakterstruktur ist.

Bischof:

Biophotonen1

1

Die Zusammenhänge zwischen der Beschaffenheit des Biophotonenfeldes in veränderten

Bewusstseinszuständen - beispielsweise in Entspannung, tiefen Meditationszuständen, in

Hypnose oder gar bei einem "erleuchteten" Menschen - und körperlichen Veränderungen wären

ein weiteres hochinteressantes Forschungsgebiet.

WOHER KOMMEN DIE BIOPHOTONEN ?

Doch die Biophotonenforschung ist noch weit davon entfernt, in solche Bereiche vorstoßen zu

können, wenn auch die nächsten zehn Jahre wahrscheinlich große und weltweite Aktivitäten auf

diesem Forschungsgebiet bringen werden.

Vorrang hatten zunächst die Grundelemente der Biophotonentheorie, zu denen nach der

Kohärenz als weiterer wichtiger Punkt die Frage gehörte, woher im Organismus denn die

Biophotonen eigentlich kommen, welches der hauptsächlichste Lichtspeicher in uns ist.

Keine Frage war es, daß natürlich die Photonen zunächst einmal dem Sonnenlicht

entstammten, das wir indirekt über unsere Nahrung, aber auch auf direktem Wege über Augen

und Haut in uns aufnehmen.

Das Verhalten der Biophotonenabstrahlung von lebenden Zellen und ganzen Organismen

zeigte, daß Lebewesen als Ganzes sehr gute Lichtspeicher sind. Man weiss heute sogar, daß ihre

Fähigkeit, Licht zu speichern, durchaus als Maß genommen werden darf für ihre Lebendigkeit,

Gesundheit und Vitalität. Je besser die Lichtspeicherfähigkeit von intakten Organismen ist,

umso weniger Biophotonenstrahlung lässt sich auch messen bei ihnen. Diese Eigenschaft hängt

mit der Kohärenz des Biophotonenfeldes zusammen.

Die Kohärenz im Inneren eines lebendigen Organismus ist viel höher als in seiner Umgebung.

Es muß also offensichtlich in ihm einen Mechanismus geben, der "Kohärenz anreichert",

Bischof:

Biophotonen1

1

Photonen kondensiert und speichert oder, wie der deutsche Quantenphysiker und

Nobelpreisträger Erwin Schrödinger in seinem Buch "Was ist Leben ?" bereits 1944

voraussagte, "Ordnung aus der Umwelt aufsaugt" und diese sogar zu noch höherer Ordnung

verdichtet. Woher kommt dieser Ordnungssog ?

LICHT AUS DER ERBSUBSTANZ

Popp hatte schon ganz zu Beginn seiner Beschäftigung mit dem Thema "Licht im Organismus"

um 1974 vermutet, die DNS (Desoxyribonukleinsäure-)- Moleküle der Erbsubstanz im Zellkern

könnten diese aktiven Lichtspeicher sein, von denen die gesamte Steuerung der Biophotonen-

Zirkulation und damit die Regelung sämtlicher Lebensvorgänge im Organismus ausgeht.

Tatsächlich hatte der sowjetische Biophysiker Viktor Inyushin bereits Mitte der 70er Jahre

festgestellt, die intensive mitogenetische Strahlung komme aus dem Zellkern, und Popp konnte

mit seinen Mitarbeitern 1981 in Experimenten, die seither von anderen Wissenschaftlern in

Polen und China bestätigt worden sind, zeigen, daß die durch eine Chemikalie bewirkte

Spiralisierung und Entspiralisierung des DNS-Moleküls mit einer entsprechenden Abnahme und

Zunahme der Photonenstrahlung einhergeht. Daß der überwiegende Teil der

Biophotonenstrahlung aus dem Zellkern und nicht etwa aus dem Rest der Zelle stammt, haben

vor kurzem holländische und Schweizer Forscher erneut zeigen können.

Das doppelt spiralige DNS-Molekül hat also tatsächlich die Fähigkeit, durch Veränderungen

seiner räumlichen Struktur Licht zu speichern und wieder abzugeben. Popp hatte 1974 bereits

den physikalischen Mechanismus skizziert, der es der DNS ermöglichen könnte, als eine solche

"Lichtpumpe" zu funktionieren; 1983 zeigte dann der chinesische Lasertheoretiker Professor

Ke-Hsueh Li in einem detaillierten, auf experimentellen Daten beruhenden mathematisch-

Bischof:

Biophotonen1

1

physikalischen Modell, dass die DNS die Fähigkeit besitzt, sogenannte "Exciplexe"

(elektronisch angeregte Molekülkomplexe) zu bilden und dadurch als biologischer Laser zu

wirken, der Licht speichern und gezielt wieder abgeben kann, indem er sich zusammenzieht und

wieder ausdehnt.

Man vermutet heute, daß die DNS in jedem Zellkern so in enger Zusammenarbeit mit anderen

- meist ebenfalls spiralförmigen - exciplexfähigen Molekülen wie Proteinen, Melaninen usw. als

Biophotonen-Schaltstationen den ganzen Organismus überziehen und sein Biophotonenfeld

regulieren.

ANWENDUNGSBEREICHE DER BIOPHOTONENMESSUNG

Obwohl die Bedeutung der Biophotonentheorie mindestens ebenso sehr darin liegt, daß sie

unser Verständnis der Lebensvorgänge revolutioniert und eine wissenschaftliche

Untermauerung für eine ganze Reihe von Naturheilverfahren und andere bisher zu Unrecht als

okkult und unwissenschaftlich verschrieene Anschauungen und Methoden liefert, sind auch die

praktischen Anwendungen beachtlich, die sich heute schon für die Biophotonenmessung und

-analyse abzeichnen.

Allerdings muß man gleich vorausschicken, daß zwar einige der im folgenden erwähnten

Anwendungen in den Labors von Popp und anderer Biophotonenforscher bereits funktionieren

und auch zum Teil erfolgreich aufgrund von Aufträgen durchgeführt werden. Aber nicht alle

diese Verfahren sind heute so weit entwickelt, daß sie außerhalb spezialisierter

Forschungslabors allgemein angewendet werden könnten. Einige von ihnen befinden sich erst

im Versuchsstadium oder werden überhaupt erst als Möglichkeit theoretisch erwogen.

Die moderne Biophotonenforschung war nämlich bis heute wweitgehend damit beschäftigt,

Bischof:

Biophotonen1

1

sich die Grundlagen dieses zukunftsträchtigen, aber gewißermaßen noch "brandneuen"

Forschungsgebietes zu erarbeiten. Sie hatte bis vor kurzem nur äußerst geringe Mittel zur

Verfügung, so daß manche an sich hochinteressante Entwicklungen, die jedoch viel Geld

erfordern und sehr zeitaufwendig sind, bisher kaum in Angriff genommen werden konnten.

Nun scheint aber eine Wende stattzufinden, so daß die nächsten zehn oder zwanzig Jahre

womöglich auf diesem Gebiet einen stürmischen Vorwärtstrend bringen werden.

Diese Anwendungen beruhen darauf, daß die Biophotonen-Abstrahlung lebender Zellen sehr

empfindlich auf alle Arten von Einflüßen reagiert, selbst solche, die mit konventionellen

Methoden nicht erfaßbar sind. Das macht tierische und pflanzliche Zellen zu "Biodetektoren " ,

deren Empfindlichkeit diejenige von physikalischen Messmethoden und chemischen Analysen

bei weitem übertrifft. Eine weitere Grundlage bildet die begründete Annahme, daß die

Lichtspeicherfähigkeit der Zellen, wie bereits erwähnt, als ein Maß für die Vitalität und

Gesundheit von Pflanzen, Tieren und Menschen genommen werden kann.

Darauf beruht zum Beispiel die von Popp entwickelte Methode der Lebensmittel-

Qualitätskontrolle, die heute bereits praxisreif ist und im Auftrag großer Lebensmittelverteiler

erprobt wird. An der Biophotonenemission von Körnern, Früchten und Gemüsen, Säften, Eiern

und Fleisch können verlässlich Qualitätsunterschiede abgelesen werden, die mit den

biochemisch ermittelten übereinstimmen. Nicht nur die verschiedenen Düngemethoden, sondern

auch Lagerbedingungen, Verunreinigungen mit Insektiziden und Schwermetallen, aber auch die

Intensität der Sonnenbestrahlung auf dem Feld schlagen sich ganzheitlich in der gemessenen

Strahlung nieder. Allerdings ist es mit der Biophotonenmessung nicht möglich, zu bestimmen,

welche dieser Faktoren vorliegen. Da man mit ihr sehr schnell und billig bestimmen kann, ob

eine Schädigung vorliegt oder wie gravierend sie ist, stellt sie aber eine vorzügliche Ergänzung

zu den biochemischen Analysemethoden dar, denen sie in Bezug auf ihre Empfindlichkeit

Bischof:

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überlegen ist. Mit dieser Methode kann man nun endlich auch "biologische" Nahrungsmittel von

gewöhnlichen unterscheiden - allerdings hat sich gezeigt, daß nicht immer die als biologisch

bezeichnete Ware die beste Kohärenz und damit den besten Nährwert aufweist, der nach Popp

in dem im Lebensmittel gespeicherten Licht besteht.

KREBSTEST DURCH LICHTMESSUNG

Auch Tumorgewebe läßt sich mittels Biophotonenmeßungen von gesundem Gewebe

unterscheiden, weil es kaum mehr in der Lage ist, Licht zu speichern. Der Tumortest, den Popp

entwickelt hat, umfaßt auch die Möglichkeit, eine individuell angepaßte Nachsorgetherapie

für Krebsoperierte zu bestimmen, indem den Zellen des herausoperierten Tumors

verschiedene (biologisch-zytostatische) Heilmittel beigegeben werden. Jenes Mittel, das eine

optimale "Normalisierung" der Biophotonenausstrahlung dieser Zellen bewirkt, ist dann für den

betreffenden Patienten zum gegebenen Zeitpunkt das beste Mittel.

Ganz in der Nähe dieses Verfahrens sind auch sind auch die Möglichkeiten von Blut- und

Urintests angesiedelt, die seit einigen Jahren von japanischen und brasilianischen Forschern

erprobt werden, sowie ein Test für die Feststellung der immunologischen Abwehrfähigkeit,

bei dem die Biophotonenstrahlung der Phagozyten, einer Sorte weißer Blutkörperchen,

gemessen wird. Dieser letzte Test wird bereits in einer Reihe von Kliniken routinemässig

angewendet.

Ein weitläufiges Anwendungsgebiet ist die Schadstoff-Analyse, die im Prinzip gleich

verfährt: hier wird die Reaktion der Biophotonenemission von Pflanzenzellen beispielsweise auf

schädigende Einflüße wie Gase (so z.B. Stickoxide oder Schwefeldioxid im Zusammenhang mit

dem Waldsterben), radioaktive Strahlung oder elektromagnetische Felder gemessen. Diese

Bischof:

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1

Methode hat gegenüber konventionellen Methoden eine Reihe von Vorteilen: Sie kostet viel

weniger, erspart Tierversuche und ist ganzheitlich. Wesentliche ist aber auch, daß man mit ihr

auch die gekoppelte synergetische Wirkung verschiedener Wirkfaktoren erfassen kann, die sich

ja nicht nur einfach summieren.

Nach demselben Prinzip sind auch schon Versuche zur Erfassung standortbedingter

Einflüße (Stichwort "Erdstrahlen") gemacht worden und könnten in der Baubiologie die

biologischen Einflüße von Baumaterialien, künstlicher Beleuchtung, Farben, Raumformen usw.

getestet werden.

FERNZIEL "AURADIAGNOSE"

Ein bedeutender Anwendungsbereich sind "last, but not least" die verschiedenen

bioelektrischen Diagnose- und Therapieverfahren wie Elektrotherapie, Elektroakupunktur,

MORA-Therapie, Farblicht- und Lasertherapie, Radionik oder Kirlianphotographie. Popps

Fernziel auf diesem Gebiet wäre, vielleicht bis in zwanzig Jahren ein Gerät zu entwickeln, das

die Biophotonenausstrahlung der gesamten Körperoberfläche eines Menschen in allen

Frequenzbereichen erfassen kann, nicht nur im optischen, sondern auch im Radio- und

Mikrowellenbereich. Der Kaiserslauterer Forscher stellt sich diese Vorrichtung als eine Art

Kabine vor, die per Computer die gemessene "Aura" auch gleich nach verschiedenen Kriterien

analysieren und heilsame und ausgleichende Reize abgeben könnte -das kann

verschiedenfarbiges Licht, können z.B.elektromagnetische Felder, Klänge und auch Düfte sein.

Ganzkörper-Biophotonenmessungen am Menschen sind jedoch bisher kaum gemacht

worden. Neben vereinzelten Versuchen anderer Forscher ist vor allem Professor Juri Guljajew

am Institut für Radiotechnik und Elektronik der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in

Bischof:

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1

Moskau seit einigen Jahren daran, die biologischen Felder lebender Organismen systematisch zu

untersuchen. Er wurde 1981 vom neuen Akademiepräsidenten Martschuk persönlich beauftragt,

ein Labor für diesen Zweck zu gründen. 1986 hatte Guljajews Team bereits eine Reihe neuer,

hochempfindlicher und computergesteuerter Meß- und Darstellungsgeräte für feinste

physikalische Felder entwickelt, wie sie von den Lebensprozessen der Lebewesen ausgehen.

Neben der Infrarotstrahlung werden von den sowjetischen Forschern fünf weitere Arten von

Feldern aufgezeichnet und ausgewertet: elektrische und magnetische Felder, Radiostrahlung,

"optische Chemilumineszenz" (Biophotonen) und akustische Signale. In den Experimenten

der Gruppe werden nicht nur Zusammenhänge zwischen den gemessenen Feldverteilungen und

verschiedensten medizinischen Problemen der Versuchspersonen untersucht, sondern auch

solche zu Bewusstseinsprozessen, wie sie z.B. unter Hypnose, im Schlaf und im Traum

auftreten.

Die russischen Forscher sind überzeugt, ihre Arbeit werde in Bälde zu einer vollkommen

neuen Methode der medizinischen Diagnostik führen, die Krankheiten lange vor ihrem

Ausbruch, in ihren zartesten Anfängen erfassen könne. Wie Professor Edward Godik, der

stellvertretende Leiter des Forschungsprojektes, in einem Bericht in der Zeitschrift

"Sowjetunion heute" meinte, informiert ja der Organismus durch seine Strahlung

ununterbrochen über seinen Zustand, man muss nur den Schlüssel zur "Sprache der Aura"

finden. Godik sieht auch die Möglichkeit in Reichweite, neuartige Geräte zu entwickeln, die mit

den schwachen, kaum wahrnehmbaren Dosen therapieren können, die der extremen Sensitivität

des menschlichen Organismus angemessen sind. Allerdings wüssten, so Godik, die Mediziner

und Physiologen des Landes die durch solche Methoden eröffneten Möglichkeiten noch nicht zu

schätzen. Sie hätten eben noch nicht gelernt, auf der Ebene solcher feinsten Einflüsse zu denken

und zu handeln.

Bischof:

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1

Obwohl immer mehr Ärzte und Heilpraktiker bei uns eine solche Frühdiagnostik auf

energetischer Ebene pflegen und mit der "sanften Kraft" von Pflanzen, Homöopathie und

Akupunktur, farbigem Licht und schwachen elektromagnetischen Feldern therapieren, um nur

ein paar Methoden herauszugreifen, so gilt doch Godiks Feststellung auch bei uns. Auch hier

bedürfen die Erkenntnisse von Forschern wie Gurwitsch und Popp, Inyushin und Guljajew noch

eine erheblich weitere Verbreitung, bis die revolutionäre Umwälzung der

Biophotonenforschung auch im Alltag durchgedrungen ist und jedermann von ihr profitieren

kann.

Erst eine breitere Unterstützung aus dem Publikum, durch offizielle Stellen und Aufträge

grösserer Firmen wird es der bisher oft mit bescheidensten Mitteln durchgeführte Forschung

ermöglichen, eine Reihe von wichtigen Aspekten und Möglichkeiten dieses Forschungsgebietes

an vorderster Front der "Zukunftswissenschaften" anzupacken, die bisher aus bloßem

Geldmangel zurückgestellt werden mußten.

BIBLIOGRAFIE:

Marco Bischof: Biophotonen - das Licht, das unsere Zellen steuert. Zweitausendeins, Frankfurt 1995. 11.Auflage

2001.

Michael Lipkind: Gurwitschs Theorie vom biologischen Feld. 1.Teil: Fusion (Wiesbaden), Jg.8, Heft 4 (1987),

S.30-49; 2.Teil: Fusion, Heft 5/6 (Dez. 1987), S.53-65.

Stanley Krippner; Daniel Rubin: Lichtbilder der Seele - Psi sichtbar gemacht. Alles über Kirlians Aurafotografie.

Bischof:

Biophotonen1

1

Scherz Verlag Bern und München 1975.

Sheila Ostrander; Lynn Schroeder: PSI - Die Geheimformel für die wissenschaftliche Erforschung und praktische

Nutzung übersinnlicher Kräfte des Geistes und der Seele. Scherz Verlag, Bern-München-Wien 1972.

Fritz-Albert Popp: Biologie des Lichts. Grundlagen der ultraschwachen Zellstrahlung. Paul Parey Verlag, Berlin

und Hamburg 1984.

Fritz-Albert Popp: Neue Horizonte in der Medizin. 2. erweiterte Auflage. Haug Verlag, Heidelberg 1987.

Popp/Warnke/König/Peschka: Electromagnetic Bio-Information. 2nd edition. Urban & Schwarzenberg, München-

Wien-Baltimore 1989.

Interview - Teil 1

Feinstoffliche und elektromagnetische Felder in der Forschung

Ein Interview mit Marco Bischof

Was sind Biophotonen? Worauf basiert die Quantentheorie? Stehen wir heute an einem Wendepunkt der wissenschaftlichen Sichtweise zur Existenz feinstofflicher Felder? Oliver Klatt sprach mit Marco Bischof, dem bekannten Wissenschafts- autor und Berater für Grenzgebiete zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.

Oliver Klatt: In Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ weisen Sie darauf hin, dass Phänomene, die früher „zu Vorstellungen über feinstoffliche Felder Anlass gaben“, auch heute noch Teil der menschlichen Erfahrungswelt sind. Daran ändere „ihre Verdrängung

durch die Wissenschaft nichts. Gerade diese ‚Anoma- lien’, das heißt durch die herrschende Wissenschaft einer bestimmten Zeit nicht erklärbare Phänomene, können jeweils zum Anlass für wissenschaftlichen Fort- schritt oder gar wissenschaftliche Revolutionen wer-

Interview - Teil 1 Feinstoffliche und elektromagnetische Felder in der Forschung Ein Interview mit Marco Bischof

Interview - Teil 1

den.“ Sehen sie uns derzeit an einem solchen Punkt, an einem markanten Wendepunkt der wissenschaftlichen Sichtweise bezüglich der Existenz derartiger feinstoffli- cher Felder?

Markanter Wendepunkt?

Marco Bischof: Es spricht vieles dafür, dass wir heute an dem Punkt sein könnten, wo in den westlichen Gesell- schaften immer mehr Menschen für die Dimension feinstofflicher Felder sensitiv werden bzw. sich diese Erfahrungsdimension bewusst machen, und deshalb auch mehr Wissenschaftler (von denen viele selbst auch diese Erfahrung durchmachen) es wagen, sich of- fen mit dem Thema zu befassen. Im Zuge der kulturel- len und medizinischen Globalisierung sind viele Prakti- ken und Vorstellungen aus anderen Kulturen wie z. B. Yoga, Meditation, Akupunktur, Qigong, Reiki, asiatische Kampfkünste oder Feng Shui, längst Bestandteil unse- res Alltags geworden, die Konzepte feinstofflicher Fel- der beinhalten, und weil man diese nun mit den Mitteln westlicher Wissenschaft untersuchen und verstehen will, muss man sich mit dem Konzept feinstofflicher Fel- der auseinandersetzen.

Bewusstsein inklusive

Es ist aber auch die Bereitschaft gestiegen, solche fremdkulturelle Konzepte aus sich selbst heraus zu ver- stehen, und nicht mehr zu versuchen, sie nur auf ein ver- trautes wissenschaftliches Konzept zu reduzieren. Die Wissenschaft ist insgesamt sehr viel stärker bereit ein- zugestehen, dass die Wirklichkeit vielleicht Aspekte hat, die sie bisher nicht in Betracht gezogen hat, dass an- dere Weisen über sie zu denken, wie sie z. B. in anderen Kulturen zu finden sind, vielleicht auch wertvolle Beiträ- ge zum menschlichen Wissen und Verstehen liefern könnten, und über den Materialismus hinauszugehen und z. B. das Bewusstsein in ihre Überlegungen und Un- tersuchungen einzubeziehen. Obwohl das natürlich nicht für jeden einzelnen Wissenschaftler gilt, und viele von ihnen weiterhin an ihrer ablehnenden Haltung ge- genüber diesen Dingen festhalten. Das ist ja auch zu verstehen, denn man darf nicht vergessen, dass die mo- derne Wissenschaft wissenschaftshistorisch gesehen ihre Identität eigentlich gerade im Kampf gegen und in der Abwehr von solchen „vitalistischen“ Lebensener- giekonzepten entwickelt hat. Der daraus resultierende, tief sitzende Abwehrreflex ist nur sehr mühsam zu über- winden.

Oliver Klatt: In Ihren Publikationen gehen sie u. a. de- tailliert auf die verschiedenen Konzepte von Lebens- energie in den alten Religionen und Kosmologien ein. Können Sie einen kurzen Überblick dazu geben, in welch verschiedener Weise das Konzept von Lebens- energie z. B. in den indischen Veden, in den chinesi-

schen Schriften, in der jüdischen Kabbalah und bei den Naturvölkern auftritt? Handelt es sich dabei Ihrer Mei- nung nach stets um „ein und dieselbe Sache“, oder ist es eher so, dass das jeweils Benannte im Prinzip recht unterschiedlicher Art ist, letztlich jedoch einen gemein- samen Kern oder Ursprung hat?

Konzepte von Lebensenergie

Marco Bischof: Im alten Indien kommt die Lebensener- gie unter dem Namen „Prana“ vor; das Wort bezeichnet gleichzeitig den „Weltenatem“ und den individuellen Le- bensatem oder Lebenskraft. Prana ist ein grundlegen- des Element in der indischen Kosmologie und Anthro- pologie und spielt eine zentrale Rolle in der traditionel- len indischen Medizin, dem Ayurveda sowie im Yoga. Man nahm an, dass es verschiedene Arten von Prana gibt und dass diese in einem Netzwerk von 72.000 Kanälen, den Nadis, zirkulieren, die sämtliche Organe des Körpers mit Lebenskraft versorgen. In den Upa- nischaden, wo erstmals die Lehre von den fünf fein- stofflichen Körpern erwähnt wird, heißt es, dieses Netz- werk bilde ein eigenes, den physischen Körper einhül- lendes und durchdringendes Kraftfeld, das „Prana- Maya-Kosha“. Zwei weitere Formen, in der die Fein- stofflichkeit im alten Indien vorkommt, ist das „Aka- scha“, der indische Äther, das fünfte und grundlegend- ste der fünf alten Elemente, sowie die Schlangenkraft „Schakti“, die göttliche Energie und Schaffenskraft, die als weibliche Seite Gottes dargestellt wird und vor allem im Tantrismus eine Rolle spielt. Im alten China finden wir das „Qi“, das aus der Traditionellen Chinesischen Me- dizin (TCM) und der Akupunktur bekannt ist. Es

Marco Bischof

Interview - Teil 1

© Copyright Dez. 2008 Marco Bischof (Berlin). Alle Rechte vorbehalten.

gleichsetzen darf. Es könnte aber auch sein, dass weite- re Untersuchungen ergeben, dass ihnen allen ein ge- meinsamer Kern eigen ist, dass es also eine Art univer- selles feinstoffliches Feld geben könnte, von dem sie al- le verschiedene Qualitäten oder Äußerungen sind.

Oliver Klatt: In neuerer Zeit haben die Forschungen von Prof. Fritz-Albert Popp die Existenz von Energiefeldern im Zusammenhang mit Lebewesen nahegelegt. Prof. Popp entdeckte und wies wissenschaftlich einwandfrei nach, dass die Zellen aller Lebewesen ein Licht ab- strahlen. Dieses Licht, das sich bei einer Schädigung der Zelle verstärkt und das in einer toten Zelle erlo- schen ist, nannte er Biophotonenstrahlung. Nach Mei- nung vieler Wissenschaftler kann dieses Licht als Aus- druck eines im Inneren jeder Zelle vorhandenen und den gesamten Organismus umfassenden Energiefeldes betrachtet werden. Wie sehen Sie die Forschungser- gebnisse von Prof. Popp? Können Sie die Zusammen- hänge der von ihm entdeckten Biophotonenstrahlung etwas näher erläutern?

steht für die Luft, die wir atmen, und den feinstofflichen Lebensatem, und kommt bereits im „Huangdi Neijing“ (Innerer Klassiker des Gelben Kaisers), der ältesten und klassischen Schriftensammlung der alten chinesischen Medizin aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. vor. Wie im al- ten Indien und im antiken Griechenland ist es auch mit einer Elementenlehre verbunden und muss im Rahmen der Yin-Yang-Lehre verstanden werden. Im 2000-jähri- gen „Ling Shu“ wird es erstmals mit den zwölf Meridia- nen und Akupunkturpunkten sowie mit den Kräften von Yin und Yang in Verbindung gebracht. Zwar ist das Qi nicht, wie der griechische Äther und das indische Akascha, in die Elementenlehre eingeordnet, doch stell- ten sich die Chinesen ebenfalls vor, dass die Elemente aus der feinstofflichen Kraft Qi hervorgehen.

Göttliche Präsenz

In der jüdischen Kabbala besitzt das Konzept der „Sche- china“ eine große Ähnlichkeit mit der indischen Schakti. Eine raumerfüllende Kraft, so wird sie von Gershom Scholem als „Gegenwart Gottes“ und als eine Art Urlicht oder Urstoff definiert, das wie die Schakti in zwei ge- gensätzlichen Erscheinungsformen vorkomme, einer po- sitiv und einer negativ wirkenden. Eine Art göttliche Prä- senz bezeichnet auch das Konzept des „Mana“, das aus der Südsee stammt und in der Völkerkunde für alle ähn- lichen Vorstellungen bei „primitiven“ Kulturen verwendet wird. Es ist eine außerordentliche, mysteriöse und akti- ve Wirkungskraft, die gewissen Menschen, Tieren, Orten Zeiten, Ereignissen und Gegenständen in unterschiedli- chem Maße eigen ist. Ich denke, man muss zunächst ein- mal davon ausgehen, dass alle diese verschiedenen Le- bensenergie-Konzepte unterschiedliche Formen fein- stofflicher Felder bezeichnen und man sie nicht einfach

Was sind Biophotonen?

Marco Bischof: In der Tat haben Prof. Popp und viele an- dere Wissenschaftler weltweit nachgewiesen, dass alle lebenden Organismen einschließlich des Menschen sehr schwache elektromagnetische Felder abstrahlen. Die sogenannten Biophotonen, elektromagnetische Wellen im Spektralbereich von 200-800 Nanometern, d. h. Infrarot-, sichtbares und Ultraviolett-Licht, sind je- doch nur ein Teil des menschlichen Strahlungsfeldes; Mikro- und Radiowellen wurden ebenso wie ELF-Wellen (extreme Langwellen) gemessen. Außerdem deutet ei- niges darauf hin, dass der Mensch nicht nur elektromag- netische Wellen, sondern noch weitere, heute noch nicht direkt messbare Felder aussendet. Die Biophoto- nenstrahlung, der wissenschaftlich bisher am besten belegte Teil der „physikalischen Aura“, ist zwar extrem schwach, besitzt jedoch die Eigenschaft der „Kohä- renz“: seine Wellen strahlen auf sehr ruhige und hoch- geordnete Weise, es handelt sich um biologisches La- serlicht.

Ganzheit und Integration

Diese Kohärenz des menschlichen Energiefeldes ist auch ein Ausdruck der Ganzheit und Integration des menschlichen Organismus, dessen materielle Teile mit dem elektromagnetischen Feld zusammen (und natür- lich mit der Seele oder dem Bewusstsein) ein nahtloses, untrennbares Ganzes bilden. Die Forschungsergebnisse von Prof. Popp und seinen Mitarbeitern und Kollegen vom Internationalen Institut für Biophysik in Neuss, ei- nem weltweiten Forschungs-Netzwerk für Biophotonen- forschung und ganzheitliche Biophysik, stellen einen wichtigen Beitrag in der Entstehung eines neuen wis-

Interview - Teil 1

senschaftlichen Verständnisses des Lebens und des Menschen dar, an der auch viele weitere Forscher welt- weit beteiligt sind. Ein wichtiges Kennzeichen dieses neuen Verständnisses ist, dass hier nicht nur die Feld- perspektive neu zur bisherigen Sicht der menschlichen Existenz hinzugefügt wird, sondern sie wird, zusammen mit der Einbeziehung des Bewusstseins, zur eigentli- chen Grundlage des Verstehens und verändert auch das Bild der materiellen Komponenten des Organismus auf grundlegende Weise. Wir sind schwingende Gebilde aus pulsierenden Feldern und vibrierender Materie, die eng- stens mit einer ebenfalls schwingenden Umwelt ver- bunden oder „verschränkt“ sind und eher als Prozesse denn als Objekte zu verstehen sind.

Grundlegende Verbundenheit

Oliver Klatt: Im Usui-System des Reiki gibt es eine Tech- nik, mit der eine Behandlung mit der universellen Le- bensenergie Reiki per Fernheilung gegeben werden kann. Im Englischen wird diese Form der Behandlung auch „Absent Healing“ genannt. Dieser Ausdruck lässt sich schwer ins Deutsche übersetzen, gemeint ist die Be- handlung einer anderen Person, die sich rein körperlich nicht an dem Ort befindet, wo der Behandler ist. Bei die- ser speziellen Form der Behandlung scheint es nach neuerer Erkenntnis eben nicht so zu sein, dass die Ener- gie dabei „über die Ferne“, also quasi „von A nach B“, gesendet wird (wie der Begriff Fernheilung es nahelegt), sondern es scheint sich vielmehr so zu verhalten, dass, da wir als Menschen offenbar auf irgendeiner Ebene al- le energetisch direkt miteinander verbunden sind, es letztlich für die Wirksamkeit unerheblich ist, ob die be- handelte Person tatsächlich auch körperlich am selben Ort anwesend ist wie der Behandler oder nicht (wie der Begriff „Absent Healing“ es nahelegt; auch wenn sich ei- ne Direktbehandlung anders anfühlen mag als ein „Ab- sent Healing“ und bei beiden Behandlungsformen viel- leicht sogar unterschiedliche Energiequalitäten wirken mögen). Das Phänomen von Fernwirkungen ist ja heut- zutage wissenschaftlich bereits recht häufig unter quali- tativ hochwertigen Begleitumständen erforscht worden, und sehr häufig deuten die Ergebnisse daraufhin, dass Fernwirkungen existieren. Können Sie dazu etwas sa- gen?

Energie oder Information?

anderer Mensch oder Gegenstand kann den Raum un- seres Körpers einnehmen; auf dieser Ebene sind wir deutlich von unserer Umgebung abgetrennt. Die mo- derne Quantentheorie lehrt jedoch, dass alles Existie- rende noch eine andere, nichtlokale und nicht-gegen- ständliche Dimension hat, eine Ebene also, auf der wir nicht lokalisiert und nicht separat von anderen Dingen und Lebewesen existieren und keine separaten Gegen- stände sind. Die Felddimension unseres Organismus hat also einen noch fundamentaleren Aspekt als bloß unseren Feldkörper: wir sind auf einer fundamentalen Ebene verbunden und verschränkt mit allem anderen im Universum. Dies haben die sogenannten „Quanten- verschränkungs“-Experimente der letzten zwei Jahr- zehnte ganz klar gezeigt. Auf dieser Ebene grundle- gender Verbundenheit ist es in der Tat möglich, auf ei- ne räumlich entfernte Person oder einen Gegenstand Einfluss auszuüben, mit augenblicklicher Wirkung und ohne dass ein physikalisches Signal gesendet werden muss, da dort alles mit allem bereits verbunden und oh- ne Zeitverzug übereinander informiert ist. Doch um ei- ne „energetische Verbindung“ handelt es sich dabei nicht; mit Energie hat das absolut gar nichts zu tun. In den letzten Jahren haben auch eine Reihe von Experi- menten gezeigt, dass solche Fernwirkungen tatsäch- lich existieren, von Fernheilungsversuchen bis zu den Experimenten zur „Distant Mental Influence on Living Systems“ (DMILS) von William Braud und Mitarbeitern und den Versuchen verschiedener Forscher, die eine Synchronisation der Gehirnwellen von zwei empathisch verbundenen Menschen zeigten, selbst wenn eine da- von sich in einem elektromagnetisch abgeschirmten Faraday-Käfig befand.

Lesen Sie die Fortsetzung in der kommenden Ausgabe!

Literaturhinweise:

  • M. Bischof: Energiemedizin - Heilkunst

der Zukunft. Esotera, Nr. 6 (August 2000),

  • S. 16-21 und Nr. 9 (September 2000),

  • S. 20-25.

  • M. Bischof: Tachyonen, Orgonenergie,

Skalarwellen - feinstoffliche Felder zwischen

Mythos und Wissenschaft. AT Verlag, Aarau 2002.

  • M. Bischof: Geleitwort. In: James L.

Oschman: Energiemedizin - Konzepte und

ihre wissenschaftliche Basis. Urban &

Fischer Verlag, München 2006, S. V-VIII.

  • M. Kubny: Qi - Lebenskraftkonzepte in China.

Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995.

Marco Bischof: Bei der Beantwortung dieser Frage kann ich an meine Ausführungen zu Ihrer letzten Frage anschließen. Das dort skizzierte neue Verständnis des Menschen muss durch die Feststellung ergänzt wer- den, dass unsere Existenz zwei komplementäre Aspek- te besitzt, einen lokalen oder lokalisierten und einen nichtlokalen. Der lokalisierte Aspekt unserer Existenz ist uns wohl vertraut, nämlich derjenige unseres Kör- pers, der an unserer Körperoberfläche zu Ende ist. Kein

Interview mit Marco Bischof

Energiemedizin, Hand- auflegen, Bewusstsein und feinstoffliche Wahrnehmung

Interview mit Marco Bischof - Teil 2

Was ist Energiemedizin? Kann Handauflegen als die „ärztliche Urgebärde“ be- trachtet werden? Was ergibt sich aus der direkten Einflussnahme des Bewusst- seins auf die materielle Welt? Oliver Klatt sprach mit Marco Bischof, dem be- kannten Wissenschaftsautor und Berater für Grenzgebiete zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.

*

siehe Bischof 2000, 2002

Interview mit Marco Bischof Energiemedizin, Hand- auflegen, Bewusstsein und feinstoffliche Wahrnehmung Interview mit Marco Bischof -

Marco Bischof

Oliver Klatt: In letzter Zeit ist immer häufiger von einem neuen Zweig der Medizin die Rede: von der Energie- medizin. 2005 erklärte das National Center for Com- plementary and Alternative Medicine in den USA die Energiemedizin zum 5. großen Bereich innerhalb der Komplementärmedizin. Mit dieser Maßnahme erfuhr der Bereich der Energiemedizin eine immense Aufwer- tung und wurde mit einem millionenschweren For- schungsbudget ausgestattet. In Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ haben Sie dem Gebiet der Energiemedizin einige Seiten gewidmet. Welche Me- thoden fasst dieser Begriff zusammen und welches sind die grundlegenden Aspekte dieser neuen medizini- schen Auffassung?

Marco Bischof: Unter Energiemedizin versteht man Ver- fahren in der Komplementär- und Alternativmedizin, die Energiefelder zur Diagnose und Therapie verwenden. * Zu ihnen gehören einerseits Methoden, die natürliche Felder verwenden, und zwar solche, die vom Behandler erzeugt werden, und solche, die im Organismus des Be- handelten existieren und durch die Behandlung beein- flusst werden, sowie andererseits Methoden, die künst- lich erzeugte Felder wie elektromagnetische Felder, Licht, Schall usw. verwenden. Beispiele aus der ersten

Gruppe von Verfahren sind Reiki, Geistheilung, Thera- peutic Touch, Atemtherapie, Akupunktur, Akupressur und Shiatsu, Ayurveda und Schamanismus, während zu der zweiten Gruppe Verfahren wie Elektrotherapie, Elektroakupunktur, Bioresonanz, Softlaser-Therapie, Farblicht-Therapie und Klangtherapie gehören.

Ganzheitlicher Ansatz

Der Begriff der Energiemedizin kam Mitte der 80er Jah- re in den USA auf, als man eine Bezeichnung suchte für die ganzheitlichen medizinischen Ansätze, die durch die Begegnung der westlichen Medizin mit nichtwestli- chen Medizinsystemen entstanden oder neu belebt worden waren. Als Resultat dieser Auseinandersetzung beginnt sich ein Ansatz abzuzeichnen, in dem nicht- westliche „Energie-“ oder Feldtheorien (wie etwa das QI- Konzept der Traditionellen Chinesischen Medizin oder Vorstellungen der indischen Yoga- und Tantra-Physiolo- gie oder der Ethnomedizin) mit westlichen biophysika- lischen Konzepten und Methoden zusammenfließen, aber auch Erkenntnisse und Vorstellungen aus Gebie- ten wie Psychosomatik, Biofeedback- und Selbstregu- lationsforschung, Meditationsforschung, transpersona- le Psychologie und Parapsychologie eine Rolle spielen.

Interview mit Marco Bischof

Auch in Deutschland gibt es bereits seit einigen Jahren entsprechende Fachgesellschaften wie z. B. die Deut- sche Gesellschaft für Energetische und Informations- medizin (DGEIM), erste akademische Ausbildungen für Energiemedizin werden angeboten und bald soll auch der erste Lehrstuhl für Energiemedizin an einer deut- schen Universität eingerichtet werden.

Oliver Klatt: Wenn ich Sie recht verstehe, stehen Sie dem Begriff Energiemedizin etwas kritisch gegenüber, zumindest was dessen Anwendung auf die Methoden betrifft, bei denen mit feinstofflichen Feldern (und nicht mit elektromagnetischen Feldern) gearbeitet wird, wie z. B. beim Usui-System des Reiki. Sie schreiben dazu:

„Während elektromagnetische Felder in der Tat ener- getische Wirkungen besitzen, das heißt Energie über- tragen, handelt es sich bei den feinstofflichen Feldern um völlig andersartige ‚Informationsfelder’, die ihre Wir- kungen nicht durch Energieübertragung, sondern durch informative Auslösung von Prozessen erzielen, wobei die zur Fortführung des betreffenden Vorgangs nötige Energie meist aus dem Prozess selbst (bei Or- ganismen aus dem Organismus selbst) bezogen wird.“

Energie oder Information?

Tatsächlich gibt es ja auch den Begriff Informationsme- dizin. Ein Beispiel für einen integrativen Umgang mit beiden Begriffen ist der Name einer Vereinigung, die Sie bereits genannt haben: die Deutsche Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin. Aus meiner rd. 15-jährigen Praxis des Usui-Systems des Reiki heraus, mit täglicher Selbstbehandlung und unzähligen Be- handlungen anderer Personen muss ich sagen, dass es nicht meine Wahrnehmung ist, dass dabei ausschließ- lich Information übertragen wird. Es ist eher meine Wahrnehmung, dass dabei zumindest auch Energie übertragen wird. Können Sie etwas dazu sagen, vor wel- chem Hintergrund Sie zu der Überzeugung gelangt sind, dass bei der Arbeit mit feinstofflichen Feldern die „in- formative Auslösung von Prozessen“ die Wirkungen er- zielt, und nicht eine Übertragung von Energie?

Marco Bischof: Man muss sich entscheiden, ob man den „esoterischen“ oder den wissenschaftlichen Be- griff von Energie verwenden will. Da wir in einer Zeit le- ben, in der die Wissenschaft eine zentrale gesell- schaftliche Rolle spielt und deren Begriffe maßgeblich sind, empfiehlt es sich, sich nach dem wissenschaftli- chen Sprachgebrauch zu richten. Die Verwendung des esoterischen Energiebegriffes erschwert oder verhin- dert eine Verständigung mit der Wissenschaft und führt zu Verwirrung; außerdem behindert sie das Verstehen des Phänomens, weil sie zum Glauben verleitet, man hätte es schon verstanden. Ich sage dies, obwohl es mir als Wissenschaftshistoriker wohl bewusst ist, dass der esoterische Sprachgebrauch von Energie sehr viel älter

ist. Der Mensch hat sicher seit Urzeiten Strömungs- empfindungen in seinem Körper erfahren, die teilweise auch Feldveränderungen verschiedenster Art in seiner Umgebung anzeigen, und diese Empfindungen sind es, die letztlich auch zur Entwicklung des wissenschaftli- chen Feld- und Energiebegriffes geführt haben. Doch seit dem 19. Jahrhundert ist Energie durch die Physik sehr viel enger definiert worden, nämlich als „die Fähig- keit, Arbeit zu leisten“. Es ist eigentlich ein rein mecha- nischer Begriff, der sich sehr schlecht eignet für die Be- schreibung der Prozesse in der Energiemedizin. Er steht für die Fähigkeit, mit Kraftaufwand einen materiellen Gegenstand zu bewegen.

Im Bewusstsein

Nun ist es natürlich so, dass bei energiemedizinischen Prozessen auch Energie im Spiel sein kann, aber nicht das Energetische ist das Wesentliche und Entschei- dende an diesen Vorgängen, sondern die Information. Oder, um es anders zu formulieren: das Bewusstsein. Die benötigte Energie wird meist vom Organismus des Behandelten selbst geliefert, und bei Heilbehandlun- gen findet auch nach meiner Auffassung keine „Ener- gieübertragung“ statt. Es ist eher so, dass der Heiler sich in einen bestimmten (ganzheitlichen und heilen- den) Zustand versetzt und diesen dann über eine Art „Ansteckung“ auf den Behandelten überträgt. Außer- dem betont der bekannte Sinologe und Spezialist für chinesische Lebenswissenschaften, Dr. Manfred Kubny, in seinem Standardwerk Qi - Lebenskraftkonzepte in China, dass das chinesische Qi (oder das japanische Ki) nicht als „Energie“ im westlichen wissenschaftlichen

Interview mit Marco Bischof

Literaturhinweise:

  • M. Bischof: Energiemedizin - Heilkunst

der Zukunft. Esotera, Nr. 6 (August 2000),

  • S. 16-21 und Nr. 9 (September 2000),

  • S. 20-25.

  • M. Bischof: Tachyonen, Orgonenergie,

Skalarwellen - feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft.

AT Verlag, Aarau 2002.

  • M. Bischof: Geleitwort. In: James L.

Sinne verstanden werden darf, und andere Fachleute

sind darin mit ihm einig. Das subjektive Erleben strö-

mungsähnlicher Empfindungen bei dem Vorgang darf

nicht als objektives Stattfinden einer substanziellen

Strömung verstanden werden; es ist eher das subjekti- ve Anzeichen einer Zustands- oder Feldveränderung in der Beziehung zwischen den beiden beteiligten Perso-

nen.

Oschman: Energiemedizin - Konzepte und

ihre wissenschaftliche Basis. Urban &

Fischer Verlag, München 2006, S. V-VIII.

Oliver Klatt: In Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ schreiben Sie auch ein paar Worte zu

  • M. Kubny: Qi - Lebenskraftkonzepte in

China. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg

Reiki, im Zusammenhang mit geistiger Heilung, Prana-

  • 1995. Heilung, Qi Gong und Handauflegen. Dabei weisen Sie u. a. darauf hin, dass (nach einer Publikation von Domi- nik Leupold) das Handauflegen als „ärztliche Urgebär- de“ gesehen werden kann, die „jahrhundertelang ein zentrales Element der ärztlichen Tätigkeit wie auch der Laienmedizin“ bildete und erst „mit dem Siegeszug der wissenschaftlichen Medizin seit dem späten 19. Jahr- hundert ins Abseits geriet, mit dem die direkte persön- liche Begegnung zwischen Arzt und Heilungssuchen- dem weitgehend durch sachliche, unpersönliche medi- zinische Prozeduren ersetzt wurde.“ Sehen Sie heute ei- ne Möglichkeit, dass das Handauflegen wieder in der Medizin Einzug hält, und sei es auch „nur“ als eine Form persönlicher, menschlicher Zuwendung, ohne das primäre Ziel, dabei Energie oder Information zu über- tragen? Marco Bischof: Es ist nicht nur das Handauflegen, das in der Medizin wiederaufleben sollte und vielleicht auch wiederaufleben wird, sondern ganz generell die menschliche Zuwendung und die existenzielle „Prä- senz“ in zwischenmenschlichem Kontakt. Handaufle- gen, Reiki oder andere Formen des Heilens sind nach meiner Auffassung nur dann wirksam, wenn die aktive Person es versteht, sich in einen Zustand der wahren Präsenz oder Gegenwärtigkeit zu versetzen; in der Atemtherapie sprechen wir vom „Mittenzustand“.

Innere Freiheit

Wir sind ja im normalen Alltagszustand alles andere als präsent, sondern in einem Zustand des Abwesendseins und Fremdbestimmtseins durch Gedanken und Vor- gänge der äußeren Welt, und dieser Zustand ist mit verantwortlich für unsere Krankheiten, mangelnde Leis- tungsfähigkeit und nicht optimales seelisches Befinden. Im Zustand der Präsenz hingegen ist man gleichzeitig ganz mit sich selbst eins und mit der „Mitte der Dinge“ eins, oder befindet sich „im Fluss des Dao“ oder ist syn- chronisiert mit dem Ganzen, und dadurch entsteht eine große innere Freiheit und innere Kraft und ein heilender, ermöglichender Zustand, der auch auf andere übertra- gen werden kann. Letztlich ist es dieser Zustand, den der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky als salutoge- netischen (d. h. Gesundheit bewirkenden oder erhal-

tenden) Zustand oder „Kohärenzsinn“ zu identifizieren suchte, als er den wichtigen Begriff der „Salutogenese“ prägte, der heute in den Gesundheitswissenschaften so zentral geworden ist - ob er nun vom Heiler im Be- handelten induziert wird oder ob wir ihn durch Methoden der „Selbstkultivation“ in uns selbst herstellen.

Persönliche Wandlung

Oliver Klatt: Ein Aspekt, der sich konsequenterweise aus der Existenz feinstofflicher Felder bzw. eines damit zu- sammenhängenden, direkten Einflusses des Bewusst- seins auf die physikalische Welt ergibt, ist die Tatsache, wie Sie sehr treffend in Ihrem Buch „Tachyonen, Orgon- energie, Skalarwellen“ darlegen, dass es dann „direkte physikalische Wirkungen von Gedanken, Vorstellungen und Gefühlen auf die materielle Welt“ gebe, was bedeu- ten würde, dass „meine Gedanken und Gefühle nicht mehr ausschließlich mir gehören, sondern untrennbar mit den Gedanken anderer Menschen verflochten“ sind - was wiederum „vielen Grundannahmen und Grundbe- findlichkeiten unserer europäischen Kultur und westli- chen Zivilisation“ zuwider laufe, nicht zuletzt der „hohen Wertschätzung von Individualität, Autonomie und Frei- heit, die sich seit Hunderten von Jahren bei uns heraus- gebildet hat“. Zumindest unbewusst, so führen Sie aus, sei uns allen klar, dass das „Zulassen dieser Ebene der Realität uns nicht unberührt lassen kann und die Wand- lung unserer eigenen Persönlichkeitsstruktur einfor- dert“. Wie können wir mit der Herausforderung am bes- ten umgehen, dass wir mit den feinstofflichen Feldern nicht einfach wie mit anderen technischen oder All- tagsdingen, nämlich rein sachlich und „objektiv“, um- gehen können, sondern dass es dazu einer konse- quenten Bereitschaft zur persönlichen Wandlung be- darf?

Marco Bischof: Das können wir am besten durch „Selbstkultivation“, durch innere Arbeit an uns selbst. Die Versuchung ist groß, die Wahrnehmungsfähigkeit für die feinstoffliche Felddimension nur zu dem Zweck zu kultivieren, um andere auf diesem Wege beeinflus- sen zu können und uns selbst vor einer solchen Beein- flussung durch andere zu schützen. Sie ist vor allem dann gegeben, wenn man die psychische und vor allem die emotionale Ebene dieser Dimension nicht zulässt, sondern das Feinstoffliche nur instrumentell als Mittel zum Erreichen bestimmter Zwecke pflegt. Wenn wir aber unsere ganzen unbewussten psychischen Prozes- se, unsere Körperwahrnehmung und unsere Gefühle dabei mit einbeziehen, d. h. als ganze Menschen beim Vorstoß in die feinstoffliche Dimension beteiligt sind, werden wir feststellen, dass eine Entwicklung des Um- gangs mit diesen Dimensionen nur durch eine ganz- heitliche persönliche Entwicklung unserer selbst, also durch Selbstkultivation möglich ist.

Interview mit Marco Bischof

Wir werden durch Empathie mit den anderen Menschen (oder Tieren, Pflanzen usw.) mitfühlen, mit denen wir dabei in Verbindung treten, und dadurch miterleben, was wir in ihnen durch diese Verbindung bewirken. Wir werden gewahr sein, dass durch die Tatsache der stän- digen Verbundenheit alle unsere eigenen inneren Zu- stände und Prozesse ständig die Zustände und Prozes- se anderer beeinflussen, und deshalb beginnen, für un- ser Innenleben Verantwortung zu übernehmen und ei- ne psychische, emotionale und Gedanken-Hygiene zu entwickeln. Wir werden uns bewusst werden, dass wir alles, was wir anderen antun, auch uns selbst antun, da wir ja mit dem Ganzen verbunden sind, und dass wir dann nichts mehr (vor uns selbst oder vor anderen) ver- bergen können, denn wenn uns alles offen steht, stehen auch wir allem offen. Wie der Psychologe Sydney W. Jourard gezeigt hat, ist ein ständiges Bemühen, authen- tisch zu sein und sich anderen zu offenbaren, einer der wichtigsten salutogenetischen Faktoren. Doch wie die- se Hinweise schon deutlich machen, sollte die Schwie- rigkeit einer solchen Wandlung in einer Gesellschaft, in der so vieles auf Verbergen, Vorgeben, Täuschung und Verstellung beruht, nicht unterschätzt werden.

Emotionales Miterleben

Oliver Klatt: Wenn eines Tages die Existenz feinstoffli- cher Felder durch die gesellschaftlich etablierte Wis- senschaft anerkannt wird: Wie können wir dann einer Vereinnahmung dieser feinstofflichen Felder durch eine ja prinzipiell auf die Beherrschung der materiellen, äußeren Welt ausgerichtete, „seelenlose“ Wissenschaft am besten begegnen? Es gibt ja Autoren, die Sie auch zitieren, die schon vor Jahrzehnten prophezeit haben, dass „sich die Wissenschaft, die sich bisher der Erobe- rung und Beherrschung des Materiellen gewidmet ha- be, nun auch noch den Bereich des Feinstofflichen er- schließen werde; sie werde bis in die letzten Grenzen des Daseins vorstoßen und nach der Materie nun auch noch das Feinstoffliche ohne Hemmungen nutzbar ma- chen“. Ich sehe hier eine besondere Rolle für jene ener- giemedizinischen Therapeuten und Anwender, die die feinstofflichen Felder in einer direkten, persönlichen Begegnung, von Mensch zu Mensch, zur Heilung nutzen - und eben nicht mittels energiemedizinischer Geräte oder Maschinen. Was denken Sie darüber?

Marco Bischof: Ich denke, in erster Linie wird es auf die Menschen ankommen, die beginnen oder schon vor ei- niger Zeit begonnen haben, feinstoffliche Felder an sich selbst, im zwischenmenschlichen Kontakt und in der Natur bewusst wahrzunehmen, unabhängig davon, ob sie nun Therapeuten sind oder nicht, ob sie es zur Hei- lung nutzen oder nicht. Bevor sich die feinstofflichen Felder gesellschaftlich etablieren können, muss diese Kultivierung der feinstofflichen Wahrnehmung weitere Kreise erreichen, muss weiter erweitert und differen-

ziert werden und zu einer alltäglichen Praxis nicht nur von Therapeuten werden und nicht nur von Wissen- schaftlern anerkannt werden. Eine größere Zahl von Menschen (und nicht nur eine Minderheit) muss wieder eine Art von natürlicher, selbstverständlicher Kompe- tenz im Umgang mit den vielen verschiedenen Äuße- rungsformen des Feinstofflichen in den verschieden- sten Lebenssituationen entwickeln. Diese Menschen müssen auch durch ihren verantwortlichen Umgang mit dieser Dimension den anderen Menschen demonstrie- ren, dass es sich um eine ungefährliche Sache handelt und dass ein verantwortlicher Umgang damit möglich und im Alltag praktizierbar ist. Und es muss nicht nur ein differenziertes Wahrnehmungs- und Unterscheidungs- vermögen für das Feinstoffliche entwickelt werden, son- dern auch eine Sprache, mit der diese Erfahrungen be- schrieben werden können, und zwar nicht nur gegen- über Insidern, die diese Erfahrung auch haben, sondern eine, die sich ebenso eignet, mit Menschen, die das Feinstoffliche selbst nicht oder kaum wahrnehmen, über diese Erfahrungen zu kommunizieren. Ich glaube, dass die Entwicklung einer Kultur des Umgangs mit der feinstofflichen Wahrnehmung das beste Gegenmittel gegen eine technische Vereinnahmung und einen un- ethischen Missbrauch auch der technischen, instru- mentellen Formen der Energiemedizin und anderen Technologien des Feinstofflichen ist. Am Umgang mit Geräten und technischen Anwendungen ist eine Ethik und ein verantwortungsvoller Umgang mit feinstoffli- chen Feldern schwieriger zu gewinnen, da diese leich- ter ohne eine Beteiligung des eigenen Fühlens und emo- tionalen Miterlebens verwendet werden können.

Oliver Klatt: Herr Bischof, vielen Dank für das Interview.

© Copyright Dezember 2008 Marco Bischof (Berlin). Alle Rechte vorbehalten.

ENERGIEMEDIZIN – EIN NEUES PARADIGMA IN DER MEDIZIN ?

Ma rc o Bis cho f

Verö ffen tl icht un ter d em T ite l „ Energi em edizin – Heilku nst S. 16-21, un d Nr .9 ( Sep te mber 2000) , S.20-25 .

der Z ukunf t“ in Eso tera, Nr .8 ( Augus t 2000) ,

© copyright by Marco Bischof 2000

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bürger der Zukunft. Zu Ihrer Wohnung gehört auch eine „Gesundheits zelle“, die Sie regelmässig aufsuchen, um sich über Ihren Gesundheitszustand auf dem laufenden zu halten. Wenn Sie die Zelle aktivieren, tasten in den Wänden verborgene Sensoren die verschiedenen von Ihrem Organismus ausgehenden Energiefelder ab und melden die Daten über das Internet an einen zentralen Computer. Nach wenigen Sekunden sagt Ihnen die Gesundheitszelle, daß nichts Organisches vorliegt, daß sie aber eine leichte energetische Störung festgestellt hat, und daß Sie gleich fünf Minuten lang mit den geeigneten Magnetfeld- und Lichtfrequenzen behandelt werden. Die freundliche Stimme erklärt Ihnen, daß Sie diese Behandlung nun an jedem der nächsten vier Tage erhalten werden; Sie sollen auch das mit bestimmten Informationen „imprägnierte“ Glas Wasser trinken, das der Apparat bereits in einer kleinen Nische für Sie füllt, und die nächsten Tage den kleinen Informationsträger aus speziellem Material am Leib tragen, der von der Zelle für Sie ausgeworfen wird. Wenn Sie außerdem zwei Wochen lang auf scharfe Gewürze verzichten und täglich eine Stunde Fernsehen durch einen Abendspaziergang ersetzen, dann könnte Sie das andernfalls entstehende Magenge schwür noch verhindern.

Etwa so stellen sich manche Vertreter der sogenannten „Energiemedizin“ die Zukunft dieser neuen medizinischen Richtung vor. Der aus den USA zu uns gekommene Begriff ist der gemeinsame Name für eine Gruppe von Verfahren, die Energiefelder zur Diagnose und Therapie verwenden. Die Felder können die bekannten physikalischen Felder wie elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder, Schallwellen, mechanische Vibrationen oder Lichtwellen sein; eine wichtige Rolle spielt in der Energiemedizin aber auch die Möglichkeit von Feldern, die der Physik noch unbekannt und bisher nicht messbar sind. Dazu gehört z.B. das chinesisch e „Chi“, das indische „Prana“ oder das „Orgon“ Wilhelm Reichs; solche Lebenskraftvorstellungen spielen eine zentrale Rolle in außereuropäischen Medizinsystemen wie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zu der die Akupunktur gehört, des Ayurveda und der Yogamedizin oder der Medizin der nordamerikanischen Indianer. Energiemedizinische Konzepte sind aber auch aus der medizinischen Vergangenheit unserer eigenen europäischen Kultur, bis zum Aufstieg der wissenschaftlichen Medizin Ende des 19.Jahrhunderts, nicht wegzudenken. Zur heutigen Energiemedizin zählt man sowohl Methoden, die natürliche Energiefelder verwenden – vom Handauflegen oder Geistheilen über die Yogatherapie bis zur Homöopathie, der Bachblütentherapie und dem Kristallheilen -, wie auch solche, die künstlich erzeugte Felder benützen, von farbigem Licht, Magnetfeldern oder heilenden Klängen bis zu Elektroakupunktur, Bioresonanztherapie, Radionik, „Orgonstrahlern“ und „Tachyonenfeldgeneratoren“.

Traditionelle Lebensenergiekonzepte in Ost und West

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Die moderne westliche Schulmedizin ist vermutlich die einzige medizinische Tradition in der menschlichen Geschichte, die (seit etwa 1850) ohne ein solches Lebensenergiekonzept auszukommen glaubt. Lebensenergiekonzepte gehen in die früheste menschliche Vorgeschichte zurück und beruhen wohl auf Wahrnehmungen, die der Mensch in seinen Körperempfindungen und in der „Athmosphäre“ um sich herum und zwischen sich und anderen gemacht hat. Wie der französische Völkerkundler Lucien Levy-Bruhl schreibt, war der archaische Mensch „weniger an der Unterscheidung von Gegenständen interessiert als an der Wahrnehmung einer hinter allen Erscheinungen stehenden Essenz oder eines Prinzips, dessen Intensitätsgrad und Wohlgesonnenheit oder Übelgesonnenheit er zu unterscheiden versuchte“. In diesem Prinzip ist aber, im Gegensatz zu den modernen physikalischen Feldern und Energien, noch Subjektives und Objektives, Materielles und Psychisch-Geistiges vereint. Ursprünglich wurde es wohl einfach als Gegenwart des Göttlichen, als Präsenz einer „Kraft“ oder „Macht“ erlebt. Namen dafür kennen wir erst aus geschichtlicher Zeit. Die Völkerkunde verwendet dafür gern den Begriff des „Mana“, der aus der Südsee stammt. In der Medizin der verschiedenen Kulturkreise spielen Lebensenergiekonzepte eine zentrale Rolle. Aus der chinesischen Medizin ist uns das „Chi“ bekannt, das in den zwölf Energiekanälen der Akupunkturmeridiane fliesst und die Tätigkeit der Organe und physiologischen Systeme regulieren soll. Yoga, ayurvedische Medizin und Tantrismus Indiens kennen das „Prana“ und die „Kundalini“-Energie als dynamische Grundlagen des Geschehen s im leibseelischen Organismus. Das Konzept der „Medizin“ der nordamerikanischen Indianer bezieht sich auf Anwesenheit und Wirken einer Kraft – bei den Irokesen „Orenda“, von den Algonkins „Manitu“, im Stammesverband der Sioux „Wakonda“ oder „Wakan“ genannt - , die bestimmten Gegenständen, Menschen oder Orten in in besonderem Masse eigen ist und durch Rituale, Schwitzbäder, Trancen, Musik, bestimmte Pflanzen oder andere Mittel hervorgerufen oder verstärkt werden kann.

Aus den hippokratischen Schriften des antiken Griechenland, Ursprung sowohl der wissen schaftlichen Medizin wie auch der Ganzheitsmedizin, geht klar hervor, daß auch die Urväter der westlichen Medizin das Wirken einer Lebenskraft als Grundlage der Medizin betrachteten. Krankheit und Gesundheit werden als Zustände des dynamischen Gleichgewichtssy stems von vier sogenannten „Säften“ im Organismus betrachtet. Wie Annie Berner-Hürbin in ihrem wichtigen Buch „Hippokrates und die Heilenergie“ gezeigt hat, sind diese aber eher als Wandlungsformen einer Lebensenergie denn als materielle Flüssigkeiten zu verstehen. Die Vorgänge in diesem Hauptregulationssystem des Organismus verstand der hippokratische Arzt als Ausdruck der Tätigkeit der „Physis“, der Natur, die als Lebens- und Selbstheilkraft zu verstehen ist und die wir heute vielleicht als Selbstorganisation oder Selbstregulationsfähigkeit des Organismus bezeichnen würden. Sie ist es, die bei Versagen des Organismus Störungen ausgleicht und und die verlorene Ganzheit und Harmonie ausgleicht. Der hippokratische Arzt versteht sich als Diener und Helfer dieser Kraft, der das natürliche Streben nach Wiederherstellung des Gleichgewichtes nur zu unterstützen braucht. Wesentlich für eine Heilung ist die aktive Mitwirkung des Patienten, die vor allem in der Gestaltung einer abgestimmten Lebensführung besteht, bei der es auf das rechte Mass in allem ankommt. Die Heilkunst hilft dem Mensche n, sich selbst, d.h. die eigene körperliche und seelisch-geistige „Konstitution“, kennenzulernen, mit sich selbst fertigzuwerden und den für jeden Lebensabschnitt optimalen Lebensstil zu entwickeln. Als therapeutische Interventionen werden neben Diät,Gymnastik und Musiktherapie vor allem Traumtherapie (Tempelschlaf) und psychische Katharsis, also die gezielte Erzeugung veränderter Bewußtsein szustände, verwendet.

Lebensenergiekonzepte finden sich in der europäischen Biologie- und Medizingeschichte bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts und werden meist mit dem Namen „Vitalismus“ bezeichnet.

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Wie schon bei den Begründern des Vitalismus, dem Deutschen Georg Ernst Stahl (Ende 17.Jhdt.) und den Franzosen Theophile de Bordeu und Paul Joseph Barthez (18.Jhdt.), entwickelte sich diese Richtung vor allem als Alternative zur aufsteigenden mechanistischen Auffassung des Lebens. Auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie (spätes 18.Jhdt.), war ein Vertreter dieser frühen Energiemedizin; er sah in der „Verstimmung der Lebenskraft“ die Ursache der Krankheiten. Zusammen mit der hippokratischen Tradition lebte der Vitalismus in der Biologie und Medizin der Romantik (frühes 19.Jhdt.) noch ein letztes Mal auf, bevor er mit dem Aufkommen der „wissenschaftlichen Medizin“ in Naturheilkunde und Volksmedizin abgedrängt wurde. Christoph Wilhelm Hufeland, berühmtester Vertreter der romantischen Medizin, betonte, daß jeder Mensch entsprechend seiner Lebenskraft anders auf krankmachende und therapeutische Reize reagiere; der Reaktionsfähigkeit des Organismus komme die zentrale Rolle in Erkrankung und Heilung zu. Als wichtiger Vorläufer der neuen Energiemedizin muß natürlich der Arzt Franz Anton Mesmer genannt werden, dessen Lehre vom „animalen Magnetismus“ nicht nur am Ursprung von Hypnoseforschung und Psychoanalyse stand, sondern auch der erste Versuch war, die Heilung mit Lebensenergie ins wissenschaftliche Zeitalter überzuführen.

Die Globalisierung der Medizin und die neue Energiemedizin

Der Begriff der „Energiemedizin“ selbst kam Mitte der 80er Jahre in den USA auf, als man eine Bezeichnung suchte für die durch die Begegnung der westlichen Medizin mit nichtwestlichen Medizinsy stemen reaktivierten ganzheitlichen Ansätze. Wie der „SPIEGEL“ vor kurzem schrieb, erleben wir zurzeit eine eigentliche „Globalisierung der Medizin“, durch die eine Art von „globalisierter postmoderner Medizin“ (Spiegel) zu entstehen beginnt, in der eklektisch Elemente aus allen Weltmedizinen, teils in High-Tech-Technologien umgesetzt, teils in der Form von einfachen, naturnahen Anwendungen, kombiniert mit westlicher Medizin eingesetzt werden. Diese Entwicklung begann 1972, als der Bericht des prominenten amerikanischen Journalisten James Re ston über seine notfallmässige Blinddarmoperation in China, mit nur ein paar Akupunkturnadeln gegen den Schmerz, ein großes Interesse der westlichen Wissen schaft für die chinesische Medi zin und entsprechende Grundlagenforschungen auslösten. Zur gleichen Zeit hatten auch Psychophysiologen damit begonnen, die außergewöhnlichen Fähigkeiten indischer Yogis zur physiologischen Selbstregulation wissenschaftlich zu dokumentieren und zu erforschen, was zur Entwicklung der Biofeedbackforschung führte. 1978 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der „Erklärung von Alma-Ata“ zur weltweiten Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung die Einbeziehung der traditionellen Medizinsysteme Damit wurde eine Wende eingeleitet: die traditionellen nichtwestlichen Medizinsysteme der Hochkulturen (wie China und Indien) und die Ethnomedizin „primitiver“ Völker sollten nicht mehr ignoriert und zugunsten der westlichen Medizin unterdrückt werden, sondern es sollte ihre Mitarbeit gesucht werden.

Die wissensch aftliche Auseinandersetzung mit den energiemedizinischen Konzepten fremder Kulturen verlieh nun auch beinahe vergessenen ganzheitsbiologischen und -medizinischen Ansätzen der ersten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts wieder neues Leben, in denen Biologen und Mediziner die alte hippokratische Tradition auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt hatten. Ein moderner energiemedizinischer Ansatz begann sich abzuzeichnen, in dem nicht nur Elemente westlicher biophysikalischer Konzepte und Methoden mit östlichen „Feldtheorien„ (wie etwa dem „Chi„-Konzept der chinesischen Medizin oder Vorstellungen der indischen Yoga- und Tantra-Physiologie) zusammenfloßen, sondern auch Erkenntnisse und Vorstellungen aus Gebieten wie Psychosomatik, Biofeedback- und

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