FRITZ-ALBERT POPP

BIOPHOTONEN
DIE WISSENSCHAFT ENTDECKT DIE LEBENSENERGIE IN UNSEREN ZELLEN

Das Licht aus den Zellen
Biophotonen steuern elementare Lebensprozesse
Zellen strahlen Licht ab. Elektromagnetische Ströme können heilen. Moleküle verhalten sich nach Energiezufuhr plötzlich kooperativ. Diese drei Beobachtungen hat die Wissenschaft lange Zeit entweder ignoriert oder angezweifelt. Inzwischen gelten sie zwar als weitgehend belegt. Doch der Verdienst, einen Zusammenhang zwischen diesen Phänomen herstellen zu können, gebührt einer Forschungsrichtung, die noch weitgehend unbekannt ist: der Biophotonik. Deren Erkenntnisse haben für medizinische Diagnose und Therapie, Lebensmittelqualität und Schadstoffanalyse ganz erhebliche Konsequenzen. Angefangen hat alles im Jahr 1923. Da entdeckte der russische Wissenschaftler Alexander Gurwitsch eine ultraschwache Lichtemission aus lebenden Organismen. Diese von ihm so genannte mitogenetische Strahlung geriet aber später mehr und mehr in Vergessenheit und wurde nur in Osteuropa gelegentlich zum Anlass für weitere Forschungen genommen. In der übrigen Welt war es vor allem Professor Fritz Albert Popp, der die Idee einer organischen Lichtstrahlung zu Beginn der siebziger Jahre wieder aufgriff und weiterentwickelte. Dem Gründer des Internationalen Instituts für Biophysik in Neuss gelang damals auch der erste zweifelsfreie Nachweis dieser Biophotonen, dank eines neuen, hochempfindlichen Messverfahrens. Diese Ergebnisse fanden auch international rasch Bestätigung. Licht für die biologische Kommunikation Welchen Zweck haben aber diese Biophotonen? Die meisten Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt hatten, waren zunächst der Meinung, es handele sich um eine eher zufällige biochemische Erscheinung. Doch inzwischen wird immer klarer, dass diese Zellstrahlung weit mehr ist: ein biologisches Kommunikationssystem, das höchst effizient mit Lichtgeschwindigkeit funktioniert. Um das zu verstehen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Quantentheorie. Materie entsteht nämlich nicht aus dem vollkommenen Nichts. Sie ist aus Schwingung aufgebaut. Auch im Vakuum und am absoluten Temperaturnullpunkt gibt es nach der Quantentheorie nämlich eine gewisse Menge an Energie. Diese Schwingungsenergie lässt extrem kurzlebige Teilchen und Felder entstehen. Energiefelder, die sich so verdichten können, dass sich schließlich Materie entwickelt. Voraussetzung dafür ist, dass die chaotische Nullpunktenergie des Vakuums eine kohärente Ordnung erhält. Auch für Prof. Popp ist die Vorstellung, dass Ordnung durch Felder entsteht, zentral. Nach seiner These ist es das Biophotonenfeld, das für diese Ordnung bei Menschen, Tieren und Pflanzen verantwortlich ist. Dabei ist das Biophotonenfeld ganz offensichtlich für die entscheidenden Vorgänge in allen biologischen Systemen zuständig. Es wirkt bei Formbildung und Wachstum und ist in der Lage, biochemische Reaktionen zu hemmen oder zu beschleunigen. Wie hängen aber Biophotonenfeld, Zellen und biologische Steuerung zusammen? Sonnenlicht schafft Ordnung Am Anfang steht das Sonnenlicht. Nach dem österreichischen PhysikNobelpreisträger und Mit-begründer der Quantentheorie Erwin Schrödinger ist es das Sonnenlicht, das Strukturen und Ordnung bildet. Erst danach wird es in Wärme umgewandelt. Das Licht verfügt selbst über eine gewisse Ordnung, die jedem Organismus über die Nahrung zugeführt wird und ihn am Leben erhält. Diesen

Vorgang bezeichnet Schrödinger als ein „fortwährendes Aufsaugen von Ordnung aus der Umwelt“. Dadurch ist das Sonnenlicht auch der Ursprung der Biophotonen, die schließlich von den Zellen - wie bei Antenne und Sender - aufgenommen und abgegeben werden. An Lärchensporen wurde erstmals 1986 von einem polnischen Forscherpaar festgestellt, dass die Intensität der Biophotonen von den einzelnen Phasen der Zellteilung abhängt. Wenig später konnten das niederländische Zellbiologen an menschlichen Zellen bestätigen. Spätestens jetzt wurde klar, dass die DNS weit mehr als nur eine genetische Funktion hat. Zahlreiche Experimente haben gezeigt, dass die DNS einerseits als der zentrale Lichtspeicher im Organismus funktioniert, anderseits aber auch dieses Licht wieder abstrahlt. Genau diese Eigenschaft ist zentral für das Verständnis einer lichtgesteuerten Biochemie. Denn die von den Zellen abgestrahlten Biophotonen ergeben zusammen ein geordnetes Feld, das so genannte Biophotonenfeld. Dieses reguliert über eine gezielte Anregung von Molekülen biochemische Prozesse. Dafür wird ein Photon, also ein Lichtteilchen, als Motor für einen biochemischen Prozess benutzt und anschließend an die nächste Reaktion weitergegeben. Das macht eine extrem schnelle Steuerung möglich, mit der sich auch erklären lässt, warum chemische Vorgänge im Organismus millionenfach schneller ablaufen, als unter Idealbedingungen im Reagenzglas. Steuerung mit Ordnung und Chaos Doch nach welchen Maßgaben funktioniert so eine Steuerung? Im Weltbild der Biochemie hängt chemisches Verhalten vom Zufall ab, das heißt davon, ob sich ein Reaktionspartner findet oder nicht. Für das Verständnis von Steuerung in der Biophotonentheorie ist dagegen die Grenze zwischen kohärenter (geordneter) und chaotischer Phase, die so genannte Laserschwelle, entscheidend. Genau in diesem Bereich befindet sich das Biophotonenfeld. Dort reichen schon geringste Einflüsse aus, um ein Umschlagen von einem in den anderen Zustand auszulösen. Mit den daraus entstehenden unterschiedlichen Impulsen werden dann die molekularen Vorgänge in der Zelle gesteuert. Offensichtlich gehorcht die Regulierung von Lebens-funktionen also nicht dem Zufall, sondern läuft in hohem Maße koordiniert und sinnvoll ab. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Mensch viel mehr ist als die Summe seiner Teile. Eine Einsicht, die in der Schulmedizin noch nicht mehrheitsfähig ist, da „deren Modelle allenfalls der unbelebten Materie gerecht werden, beim Verständnis lebender Organismen jedoch versagen,“ wie es der Wissenschaftsjournalist und Autor Marco Bischof formuliert. Dabei könnte gerade die Medizin enorm von der Biophotonenforschung profitieren. Aufschlussreich ist beispielsweise ein Vergleich von gesunden und kranken Zellen. Beobachtungen haben nämlich ergeben, dass gesunde Zellen weniger Biophotonen abstrahlen als Tumorzellen, da die Photonen in ihnen besser zirkulieren können und nicht freigesetzt werden müssen. In Tumorzellen dagegen dauert die Weitergabe von Energie länger, was auf eine verminderte Ordnung des Zellwassers schließen lässt. Diese Ordnung hängt wiederum von einem kohärenten Biophotonenfeld ab. Zur Entwicklung einer früheren Krebsdiagnose könnte man die Biophotonenforschung also durchaus heranziehen. Aber auch eine grundsätzliche Neubestimmung des Begriffs Gesundheit scheint mit ihr möglich. Im Modell der biophotonischen Steuerung ist nämlich bereits ein Bezugssystem vorhanden, an dem sich Gesundheit orientiert: die Laserschwelle. Gesundheit an der Laserschwelle An dieser Grenze, bei der aus Chaos ein kohärenter Zustand wird, an dem mit anderen Worten Ordnung entsteht, ist flexibles Reagieren eines gesunden Organismus auf kleinste Einflüsse möglich. Gesundheit ist also die Fähigkeit auf

solche Herausforderungen regulierend zu antworten. Entsprechend kann man Gesundheit, wie der österreichische Philosoph Ivan Illich, als Intensität bestimmen, mit der sich ein Organismus mit seiner Umwelt auseinandersetzt. Medizinisch ist das Biophotonenmodell ohne weiteres mit den wichtigsten alternativen Heilverfahren zu vereinbaren, deren Wirksamkeit vom Standpunkt der Schulmedizin grundsätzlich unerklärbar ist: Homöopathie und Akupunktur sind nur die bekanntesten unter ihnen. Der Hauptunterschied einer biophotonenbasierten Diagnostik zur Schulmedizin ist, dass nicht nur Krankheit bei einem Patienten festgestellt werden kann, sondern auch der Grad der Gesundheit. Ganz aktuell ist die Entwicklung einer Regulationsdiagnose, die bereits erfolgreich erprobt wurde. Damit „gelingt es erstmals, regulative - und damit essentielle - Abweichungen vom ideal gesunden Zustand schnell, zuverlässig und ohne Belastung des Patienten zu messen“, so der Biophysiker Prof. Popp. Untersucht wird unter anderem die elektrische Leitfähigkeit der Haut. Eine viel frühzeitigere und gezieltere Behandlung wird damit möglich. Eine weitere Einsatzmöglichkeit der Biophotonik ist die Lebensmittelqualitätsanalyse. Wie frisch Lebensmittel sind, ob Hühnereier aus Freilandhaltung oder Legebatterien stammen oder ob Gemüse konventionell oder biologisch gedüngt wurde, lässt sich mit Hilfe der Biophotonenstrahlung feststellen. In Japan ist das bereits ein verbreitetes Verfahren. Die Qualität der Lebensmittel hängt dabei mit der Fähigkeit zusammen, in welchem Maß sie Licht speichern kann. Auch die Schadstoffanalyse kann von den Ergebnissen der Biophotonenforschung profitieren. So lässt sich mit Messungen feststellen, bei welchen Schadstoffkonzentrationen irreversible organische Schäden auftreten. Darin liegt auch der entscheidende Vorteil der Biophotonik gegenüber anderen Messverfahren. Sie ist weit empfindlicher und kann damit Belastungen sehr früh anzeigen. Mit Hilfe der Erkenntnisse über die regulierende Kraft der Biophotonenfelder lassen sich in der Medizin aber auch Lösungen aufzeigen, die sich in der Praxis schon sehr lange Zeit bewährt haben. Ein fundierter wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit alternativer Heilverfahren rückt damit endlich in greifbare Nähe.

Der Advokat

Gefürchtet, bekämpft, bewundert: Der deutsche Lichtforscher Fritz-Albert Popp

Foto: Norbert Enker

Biophotonen NATUR

des Lichts
Ob Gurkenkeimling, Fledermaus oder Mensch – alle Lebewesen senden winzige Lichtstrahlen aus, die von blossem Auge nicht wahrnehmbar sind. Der deutsche Physiker Fritz-Albert Popp erforscht dieses lebendige Licht, auch Biophotonen genannt, seit rund 30 Jahren. Er zieht daraus Erkenntnisse zugunsten einer naturnahen Lebensweise.
Text: Reinhard Eichelbeck

A

ls die Professorin Dr. Mae-Wan Ho in ihrem Labor den Monitor des Mikroskops einschaltete, stiessen die anwesenden Studenten Laute des Erstaunens aus. Sie galten der bunten Vielfalt leuchtender Farben, die sich auf dem Bildschirm zeigten. Hier war aber keine Fernsehshow zu sehen, und die Darsteller waren keine kostümierten Filmstars – es waren ganz banale Mikroorganismen aus dem Wasser: Daphnien, gewöhnlich etwas respektlos «Wasserflöhe» genannt, von Aquarienfreunden gerne als Fischfutter verwendet. Was in dieser explosiven Farbigkeit leuchtete, waren ihre inneren Organe – in dieser Weise zum ersten Mal sichtbar gemacht durch eine spezielle Mikroskopvariante, die Professorin Ho zusammen mit ihren Studenten aus einem handelsüblichen Polarisationsmikroskop entwickelt hatte. Solche Mikroskope, die mit polarisiertem, d. h. gleich gerichtetem Licht arbeiten, werden normalerweise zur Untersuchung mineralischer Kristalle verwendet. «Dieses Abbildungsverfahren ist deshalb etwas Besonderes, weil es lebendige, dynamische Ordnungszustände zeigt, die mit der Energiezufuhr in Zusammenhang stehen», sagt die zierliche Chinesin, die

an der Open University im englischen Milton Keynes Biochemie lehrt. «Wenn ein Organismus sehr lebendig und bei guter Gesundheit ist, leuchten seine Farben besonders stark. Wenn er in Ruhe ist, abgekühlt wird oder austrocknet, verliert er an Farbigkeit. Und wenn er stirbt, verblassen seine Farben natürlich auch.» Schaltet also die Seele sozusagen das Licht aus, wenn der Körper stirbt? An vielen Beispielen in der Natur sehen wir, dass Sterbendes seine Farbe verliert – bei den winterlich toten Blättern weicht die Farbe der Lebendigkeit einem düsteren Braun und verwandelt sich, ebenso wie bei verfaulendem Obst, schliesslich in Schwarz – das nicht umsonst bei uns als Farbe des Todes gilt. In dem Märchen vom «Gevatter Tod» wird die Lebenskraft eines Menschen durch eine Kerze symbolisiert. Wenn sie abgebrannt ist, stirbt der Mensch. In Anbetracht der Arbeit von Mae-Wan Ho kann man heute sagen, dass jenes «Lebenslicht», von dem das Märchen spricht, mehr ist als nur ein Gleichnis. Licht und Lebendigkeit gehören zusammen. «Leben, das ist: alle Farben des Regenbogens in einem Wurm», so sagt Dr. Ho. Die Biochemikerin ist seit vielen Jahren Mitglied des IIB, des «Internatio-

nalen Instituts für Biophysik», das der Physiker Professor Dr. Fritz-Albert Popp gegründet hat. Dr. Popp ist einer der bekanntesten und wichtigsten Erforscher der so genannten «Biophotonen» – ein Ausdruck, den er Mitte der 70er-Jahre prägte, um dieses spezielle, in Lebewesen erzeugte und von ihnen ausgestrahlte Licht von Licht aus anderen Quellen zu unterscheiden. Seine Forschungen auf diesem Gebiet nannte er «Biophotonik».

Foto: bl-vision

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Macht das Unmessbare messbar: Das Biophotonen-Messsystem erbrachte erstmals den Beweis, dass Lebewesen Licht ausstrahlen.

Eine revolutionäre Entdeckung
Alle Organismen – jedenfalls solange sie lebendig sind – nehmen Licht auf und geben es auch wieder ab. Sie kommunizieren dadurch miteinander, regulieren damit ihre inneren Prozesse oder geben damit Auskunft über ihre Befindlichkeit. Dieses Licht zu erforschen hat sich Dr. Popp zur Lebensaufgabe gemacht. Entdeckt hat er die «Biophotonen» allerdings nicht. Bereits 1922 stellte der russische Biologe Alexander Gurwitsch bei Experimenten mit Zwiebelwurzeln fest, dass er das Wachstum einer Wurzel steigern konnte, indem er ihr von der Seite die Spitze einer anderen Zwiebelwurzel näherte. Wenn er die Wurzeln durch Fensterglas trennte, verschwand der Effekt – wenn er statt dessen Quarzglas verwendete, blieb er erhalten. Da Quarzglas UV-Licht durchlässt, Fensterglas hingegen nicht, kam Gurwitsch zu der Schlussfolgerung, dass es sich hier um eine Lichtwirkung im UVBereich handelte. Und da sie die Zellteilung (Mitose) anregte, nannte er sie «mitogenetische Strahlung». Allerdings konnte man diese extrem schwache Strahlung damals nicht direkt messen, da die Geräte dafür zu unemp8 Natürlich | 12-2003

findlich waren. Und schliesslich gewannen jene Wissenschaftler die Oberhand, die das Ganze für einen «Schmutzeffekt» hielten, der durch unsauberes Arbeiten entstanden sei. Gurwitschs Experimente gerieten in Vergessenheit. Dass Fritz-Albert Popp Jahrzehnte später zum Pionier der «Biophotonik» wurde, ergab sich aus einer Reihe von Zufällen, die auf erstaunliche Weise ineinander griffen, wie die Räder eines Uhrwerks. Nach Studium und Promotion hatte er in Radiologie und Biophysik habilitiert und war 1973 Dozent an der Marburger Universität geworden. Dabei beschäftigte er sich auch mit der Bestrahlung von Tumorpatienten an der Universitätsklinik und begann sich für die Ursachen von Krebs zu interessieren. Zusammen mit seinen Studenten untersuchte er verschiedene Krebs erregende Substanzen und stiess dabei auf das Benzo(a)pyren. Dieser Stoff, der in Teer, Tabakrauch und Abgasen von Verbrennungsmotoren, Hochöfen und Fabriken vorkommt, gilt als höchst gefährlicher Krebsauslöser. Erstaunlich ist, dass ein eng verwandter Stoff, das Benzo(e)pyren, sich als völlig harmlos erwiesen hat. Die beiden sind auf atomarer Ebene iden-

tisch, sie unterscheiden sich lediglich in ihrer räumlichen Struktur. Um herauszufinden, wie diese so ganz unterschiedliche Wirkung zustande kommt, untersuchte Dr. Popp auch die physikalischen Eigenschaften der beiden Stoffe und stellte fest, dass Benzo(a)pyren Licht im oberen UV-Bereich absorbierte und in veränderter Frequenz, teilweise als Infrarot, wieder abgab. Das ungefährliche Benzo(e)pyren hingegen liess diese Lichtfrequenz unbehelligt durch. Popp war auch mit dem Phänomen der so genannten «Photoreparatur» vertraut. Es besteht darin, dass eine Zelle, selbst wenn sie zu 99% geschädigt ist, sich selbst völlig regenerieren kann, sofern man sie mit schwachem UV-Licht bestrahlt. Experimente hatten gezeigt, dass dies auch bei höheren Lebewesen, bis hin zum Menschen, der Fall ist. Die «Photoreparatur» funktioniert am besten bei einer Frequenz von etwa 380 Nanometern – und gerade in diesem Bereich wird das Licht vom Benzo(a)pyren absorbiert und verfälscht. War es also möglich, dass die Wirkung der Krebsauslöser darin bestand, dass sie die Photoreparatur entarteter Zellen verhinderten? Aber woher sollte im Innern eines Organismus jenes

Foto: Norbert Enker

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schwache UV-Licht kommen, das in der Lage war, den Reparaturprozess in Gang zu bringen? Nach der damals allgemein herrschenden Auffassung gab es in den Zellen kein Licht.

Ein Messgerät für das Unmessbare
Der zweite «Zufall» bestand darin, dass einer von Popps Diplomanden, der Physiker Peter Böhm, einen Artikel entdeckte mit dem Titel: «Photonen – Sprache der Zellen?» Es war ein ausführlicher Bericht über Experimente russischer Wissenschaftler, die ergeben hatten, dass Zellen mit Hilfe von UV-Licht biologische Informationen übertragen. In einem der Experimente hatte man Zellkulturen in Behälter eingeschlossen, die durch eine Quarzglasscheibe getrennt waren. Wenn man nun eine der Kulturen mit Viren infizierte, zeigten sich nach einiger Zeit die Symptome der Krankheit auch bei den Zellen im anderen Behälter. Eine chemische Übertragung war ausgeschlossen, und man fand bei der zweiten Kultur auch keine Spur von Viren. Wenn man die Zellkulturen durch normales Fensterglas (das für UV-Licht undurchlässig ist) trennte, fand keine «Ansteckung» statt. Die Übertragung wurde also nicht durch

Krankheitserreger bewirkt, sondern offenbar durch eine Art «Krankheitsinformation», die als Informationsträger schwaches Licht im UV-Bereich benutzte. Der dritte «Zufall», der schliesslich zum Durchbruch führte, ergab sich dadurch, dass kurze Zeit später Popp von einem seiner Studenten, dem jungen Physiker Bernhard Ruth, gefragt wurde, ob er bei ihm promovieren könne. Popp war einverstanden, sofern der junge Mann bereit wäre, den Nachweis zu führen, dass es in den Zellen von Lebewesen Licht gibt. Ruth erschrak zuerst über eine solche «Zumutung», denn die Mehrheit der Wissenschaftler war seinerzeit vom genauen Gegenteil überzeugt. Als ihm aber Popp versicherte, dass er seinen Doktor auch dann bekäme, wenn er beweisen sollte, dass es in den Zellen kein Licht gibt, machte er sich an die Arbeit: ein Gerät zu bauen, das empfindlich genug war, um – so Popp – «ein Glühwürmchen auf die Entfernung von 10 Kilometern wahrnehmen zu können». Das Hauptproblem bei diesem Unternehmen bestand darin, dass die Biophotonenstrahlung, die gemessen werden sollte, nicht viel stärker war als das Grundrauschen, das durch Kriechströme im Gerät selbst entstand. Nach einiger Zeit fand Bernhard Ruth eine ebenso ein-

fache wie geniale Lösung: Zwischen der Probe und dem Photomultiplier, der die ausgestrahlten Photonen zählt, brachte er eine rotierende Scheibe an, deren eine Hälfte ausgestanzt war. Wenn die Verbindung zwischen Probe und Multiplier offen war, registrierte er die Strahlung der Probe und das Grundrauschen, wenn sie geschlossen war, nur das Rauschen allein. Die Differenz zwischen beiden Werten, vom Computer leicht zu ermitteln, musste die Intensität der Biophotonen darstellen – sofern es sie überhaupt gab.

Versuche mit Gurken und Kartoffeln
Ein gutes Jahr später war das «PhotonenMesssystem» (PMS) – so nannte man das Gerät – fertig, und Bernhard Ruth konnte mit seinen Messungen beginnen. Sein erstes Versuchsobjekt waren Gurkenkeime, denn – so sein Doktorvater Popp – «sie sind in ihrem Strahlungsverhalten relativ stabil und dennoch leicht beeinflussbar». Und vor allem: «Selbst Physiker können sie leicht züchten.» Als Bernhard Ruth seine Messungen auswertete, war er erst einmal erschüttert: Sein Apparat zeigte klar und eindeutig an, dass die Gurkenkeime Licht ausstrahlten, in Frequenzen, die von

Geheimes Innenleben: Unter dem Biophotonen-Messgerät verwandeln sich die Alge Acetabularia acetabulum (links) und die Petersilie (rechts) in sanft leuchtende Wesen.

Fotos: Int. Institut für Biophysik, Neuss/D

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Ultraviolett über Violett und Blau bis zu Gelbgrün und Rot reichten. Weil dieser Sachverhalt der allgemeinen Ansicht so deutlich widersprach, schloss er eine weitere Versuchsreihe mit Kartoffelkeimen an. Sie enthalten kein Chlorophyll, und er vermutete, dass die Strahlung der Gurkenkeime auf ihren Chlorophyllgehalt zurückzuführen wäre. Aber auch aus den Kartoffelkeimen strahlte Licht – ebenso wie aus allen anderen pflanzlichen und tierischen Zellen, die er danach untersuchte. Professor Popp stellte nun eine Arbeitsgruppe zusammen und intensivierte die Biophotonenforschung. Es bildeten sich zwei hauptsächliche Messverfahren heraus: Zum einen wurde die direkte Eigenstrahlung der Proben gemessen, «Biophotonenemission» oder kurz BPE genannt. Zum anderen bestrahlte man die Probe für eine gewisse Zeit – Sekundenbruchteile lang bis zu mehreren Minuten – mit weissem Licht (zum Beispiel aus einer Wolframlampe) und mass dann das Abklingen dieser Lichtanregung, DL oder «delayed luminescence» genannt – verzögerte Lichtabstrahlung. Den Begriff «verzögert» wählte man, weil sich dieser Prozess über einen längeren Zeitraum hinziehen kann, von Sekunden über Minuten bis zu etlichen Stunden. Der Grundwert der Biophotonenemission zeigte einen klaren Zusammen10 Natürlich | 12-2003

hang mit Lebendigkeit und Wohlbefinden der untersuchten Organismen – je besser ihr Zustand war, desto mehr Licht strahlten sie ab. Allerdings veränderte sich dieser Grundwert in Abhängigkeit von äusseren Einflüssen. Zugabe von Gift beispielsweise liess die Strahlung drastisch ansteigen, nach Verabreichung von Gegengift kehrte sie wieder auf den Normalwert zurück. Es konnten auch Veränderungen gemessen werden, die sich parallel zum Zellzyklus bewegten oder zu bestimmten Biorhythmen, periodischen Schwankungen in täglichen und monatlichen Abständen beispielsweise.

Die DNS, eine Quelle des Lichts
Bei seinen Kollegen stiessen Popps Ergebnisse zum Teil auf heftige Kritik. Einige Wissenschaftler meinten, dass die Biophotonen eine unwichtige und chaotische Strahlung darstellten, die sozusagen als «Abfallprodukt» bei chemischen Reaktionen entstünde. Dann aber hätte sich die Strahlung in exponentieller Abhängigkeit von der Temperatur verändern müssen – Popp konnte zeigen, dass dies nicht der Fall war. Er konnte ausserdem zeigen, dass die verzögerte Lichtabstrahlung (DL) der Organismen nach Lichtanregung sich in einer hyperbolischen Kurve abbildet und nicht in einer expo-

nentiellen wie bei toter Materie. Damit war bewiesen, dass es sich bei den Biophotonen nicht um eine zufällig-chaotische, sondern um eine geordnete, kohärente Strahlung handelt, die Informationen übertragen kann. Weitere Experimente ergaben, dass die DNS, unser gentragendes Erbinformationsmolekül, Photonen aufnehmen, sie speichern und dann wieder abgeben kann. Es ist anzunehmen, wenn auch noch nicht eindeutig bewiesen, dass sie damit die chemischen Reaktionen in der Zelle steuert. Mit zunehmender Anerkennung von Dr. Popps Arbeit wuchs auch der Widerstand seiner Gegner, der 1980 dazu führte, dass er von der Universität Marburg entlassen wurde. Es bestehe kein Bedarf für Biophotonenforschung, hiess es. Popps Laufbahn in der Bundesrepublik liest sich in der Tat wie eine Geschichte aus der Inquisitionszeit. Immer wieder schafften es seine Gegner, ihn durch Diffamierung und Intrige aus seinen Stellungen zu drängen. Aber zum Glück wird man heute nur noch verbal verbrannt und literarisch gevierteilt. Und Popp fiel, wie eine Katze, immer wieder auf die Beine. Für die nächsten beiden Jahre stellte ihm eine Firma, die homöopathische Medikamente produziert, ein Labor zur Verfügung, wo er weiterarbeiten konnte.

Foto: Norbert Enker

60-Stunden-Woche: Fritz-Albert Popp mit 2 Mitarbeitern am Internationalen Institut für Biophysik.

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Dann bekam er 1982 auf Initiative des Genetikers Professor Walter Nagl von der Universität Kaiserslautern einen Lehrauftrag für Biophysik. In diesem Jahr wurde auch das «International Institute of Biophysics» gegründet, als Zusammenschluss von 11 Forschungslabors aus 8 Ländern. Inzwischen ist die Zahl der beteiligten Institute auf 14 angewachsen. Trotz der erstaunlichen Ergebnisse und der aufregenden Perspektiven von Popps Arbeit – oder vielleicht gerade deswegen – rotteten sich wieder die Gegner zusammen. Sie verschafften sich eine Mehrheit im Fachbereichsrat der Universität und entzogen ihm 1985 die Lehrerlaubnis. Seine Arbeit schade dem Ruf der Universität, sagten sie. Wieder einmal stand Popp draussen vor der Tür.

Öko-Nahrung ist lebendiger
Zum Glück hatte inzwischen ein weltweites Interesse an den Biophotonen eingesetzt. In Japan hatte man beispielsweise umgerechnet fast 200 Millionen Franken für ihre Erforschung zur Verfügung gestellt. Ein neu gegründetes «Technologiezentrum» nahe Kaiserslautern stellte Popp Räume für Labors zur Verfügung, in die er mit seinen Mitarbeitern einziehen konnte. Staatliche und private Unterstützung wurde zugesichert, aber man erwartete auch, dass Popp mit seiner Arbeit Geld verdient. Einige Exemplare des «Photonen-Messsystems» (PMS) wurden gebaut und verkauft, und jene Art von Untersuchungen intensiviert, mit denen man die Qualität von Nahrungsmitteln überprüfen kann. Wenn man eine beliebige Substanz mit Licht bestrahlt, kann man an der Art und Weise, wie sie dieses Licht wieder von sich gibt, ihren inneren Ordnungszustand ablesen, der auch ein Mass für Lebendigkeit und Gesundheit ist. Man findet dabei nicht nur Unterschiede zwischen lebenden und toten, oder gesunden und kranken Organismen, sondern beispielsweise auch zwischen verschiedenen Sorten von Obst und Gemüse. Dr. Popp und sein Team fanden bei ihren Untersuchungen heraus, dass biologisch angebaute Äpfel ein höheres Mass an Ordnung aufwiesen als konventionell erzeugte. Treibhaustomaten hatten schlechtere Werte als Ökotomaten,

und Tomaten aus Hydrokultur hatten die schlechtesten Werte. Gewöhnlich achten wir nicht darauf – aber schon die formale Struktur von Obst und Gemüse zeigt oft eine deutliche harmonisch-symmetrische Ordnung. Querdurchschnitte von Äpfeln und Birnen zeigen zum Beispiel eine Fünfeck-/Zehneck-Symmetrie. Bei Salatgurken und Tomaten findet sich eine Dreieck-/Sechsecksymmetrie. Ebenso bei Paprika, wo sich aber auch eine Viereck-/Achtecksymmetrie zeigen kann. Diese Ordnungsmuster haben grosse Ähnlichkeit mit den Klangfiguren, die der Schweizer Arzt Dr. Hans Jenny erzeugte, indem er verschiedene Substanzen – Sand, Wasser, Terpentin usw. – in Schwingung versetzte. Mit Hilfe der Biophotonenmessung kann man den Ordnungsgehalt und die Lebendigkeit von Nahrungsmitteln feststellen – und die sind bei ökologischem Obst und Gemüse messbar höher. Bedeutet das nun aber auch eine höhere Nahrungsqualität? «Diese Ordnung überträgt sich auf den Verbraucher», meint Dr. Popp. «Erwin Schrödinger, der Nobelpreisträger in der Quantentheorie, der auch über Leben nachgedacht hat, sagte bereits in den 50erJahren, dass wir nicht nur Kalorien zu uns nehmen, sondern mit den Lebensmitteln letztlich deren Ordnung aufnehmen. Und diese Ordnung wird durch das Licht übertragen, so wie wir das bei der Pflanze eben

vom Sonnenlicht her kennen. Wir nehmen mit den Lebensmitteln das gespeicherte Licht auf, das dann die vielfältigen Ordnungsprozesse im Organismus steuert und durchführt.» Popps Arbeitsgruppe untersuchte nicht nur Obst und Gemüse. Man testete Öle und fand einen sehr klaren Unterschied zwischen kaltgepressten und raffinierten Ölen. Ökologisch angebaute Salbeipflanzen zeigten fast doppelt so gute Werte wie konventionell gedüngte. Im Auftrag eines französischen Parfümherstellers verglich man natürliche und synthetische Aromaöle und fand deutliche Unterschiede zugunsten der natürlichen Substanzen.

Krebszellen strahlen anders
Ein wichtiger Aspekt war auch die Untersuchung von Tumorgewebe. Mit Hilfe der Biophotonenmessung konnte man Krebszellen sehr gut von gesunden Zellen unterscheiden. Und nicht nur das: Man konnte auch die Wirkung von Medikamenten auf die Krebszellen testen und feststellen, ob sich eine Veränderung ergab oder nicht. Im Falle einer Patientin, die von der Schulmedizin aufgegeben worden war, testete Popp die Wirkung eines homöopathischen Mistelpräparats und fand, dass die Krebszellen nach einiger Zeit die gleiche Art von Lichtabstrahlung zeigten wie gesunde Zellen. Nach-

Die DNS-Spirale im Zellkern als Schaltzentrale des Lichts: Von hier aus werden die Lebensprozesse aller Zellen mit Lichtinformationen gesteuert.

Foto: gettyimages

Die Biophotonik beweist es: Freilandeier besitzen eine höhere Lichtordnung als Batterieeier

Lieber natürlich statt raffiniert: Speiseöle verlieren beim Bleichen, Entsäuern und Erhitzen einen wesentlichen Teil ihrer Leuchtkraft. Das gleiche gilt für konventionell produzierte Nahrungsmittel, zum Beispiel Äpfel.

Fotos: René Berner

dem die Frau nun etliche Monate lang dieses Mittel genommen hatte, kam es zu einer dramatischen Verbesserung ihres Zustands. Nach etwas mehr als einem Jahr waren ihre klinischen Werte wieder normal, und sie ist auch heute, nach über 15 Jahren, noch am Leben. Popp testetete eine ganze Reihe von homöopathischen Medikamenten und konnte dabei unter anderem zeigen, dass Pflanzen immerhin noch auf eine Potenz von D 12 messbar reagieren. In einem Bericht an die deutsche Bundesregierung sprach er sich positiv über die Wirkung der Homöopathie aus, die er weniger auf der chemischen als auf der informativen Ebene angesiedelt sieht. Fast 10 Jahre konnte Popp im «Technologiezentrum» mehr oder weniger ungestört arbeiten, dann hatten seine Gegner und Intriganten, die auf einer politischen Ebene wirkten, seine Stellung wieder unterhöhlt. Förderungsmittel wurden gestrichen, die staatliche Unterstützung eingestellt. Obwohl Popp gegen einige der Diffamierungen gerichtlich vorgehen konnte und auch Recht bekam, wurde die Förderung nicht wieder aufgenommen, und er musste sein Labor im «Technologiezentrum» aufgeben. Aber wieder kam überraschend Hilfe. Die Stiftung «Insel Hombroich» hatte in der Nähe von Neuss bei Düsseldorf eine ehemalige Raketenstation der Amerikaner gekauft, um auf diesem Gelände ein Kulturzentrum einzurichten, wo Künstler und Wissenschaftler gemeinsam arbeiten und ihre Schöpfungen der Öffentlichkeit vorstellen sollen. Popp bekam hier die Möglichkeit, in einer früheren Befehlsbaracke der Raketenstation seine Labors einzurichten. Ausserdem wurde
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ihm ein grosser Neubau zur Verfügung gestellt, wo er Veranstaltungen, Tagungen und Seminare abhalten sowie die Bibliothek des Instituts unterbringen konnte. Die Biophotonenforschung ging unbehindert weiter. Man fand Verfahren, um die biologische Qualität von Wasser zu untersuchen und festzustellen, ob es durch Schadstoffe verunreinigt ist. Auch der Befall einer Substanz mit Viren oder Bakterien konnte durch die Biophotonenanalyse nachgewiesen werden. Wie gehabt testete man alle möglichen Arten von Lebensmitteln, unter anderem auch Eier. Dabei zeigte sich, dass die übliche Bewertung tatsächlich der Güte entspricht: Am Ende der Skala standen die Käfigeier, dann folgten die aus Bodenhaltung, dann die Freilandhaltung und schliesslich die ökologische Freilandhaltung. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass die Eier um so besser waren, je artgerechter die Hühner gehalten wurden. Die «glücklichsten Hühner» legten die besten Eier. Und man kann entsprechend wohl annehmen, dass «glückliche Kühe» auch bessere Milch, und «glückliche Schweine» besseres Fleisch liefern.

Der leuchtende Mensch
Mit zunehmender Erfahrung wagten sich Popp und sein Team an immer komplexere Organismen heran und schliesslich auch an den Menschen. Schon in Kaiserslautern hatte man die Photonenausstrahlung menschlicher Haut mit einem Restlichtverstärker gemessen. Interessant waren dabei insbesondere Versuche, bei denen man die Hände von Heilern testete, des Italieners Nicola Cutolo und der Amerikanerin Rosalyn Bruyere, wenn sie heilende Energien durch ihre Hände sendeten. Tatsächlich waren die Werte dann deutlich höher – zum Teil um das Zehnfache – als im Normalzustand.

Der Restlichtverstärker ist weniger empfindlich als das «Photonen-Messsystem» (PMS), und um präzisere Messungen zu machen, wurde eine grosse, völlig lichtdichte Dunkelkammer gebaut. Darin konnte man nun die gesamte Lichtausstrahlung des menschlichen Körpers, die so genannte «Aura», messen. Wie alles Lebendige nehmen wir Licht auf, und wir strahlen es auch wieder ab – solange wir lebendig sind. Und ebenso wie bei Obst und Gemüse kann man auch beim Menschen das Mass seiner inneren Ordnung an dieser Ausstrahlung ablesen. Bei gesunden Menschen ist sie anders als bei Kranken. Bei den Gesunden ist die Lichtmenge, die ausgestrahlt wird, auf beiden Körperseiten gleich gross. An der rechten Hand beispielsweise ebenso gross wie an der Linken. Oder am linken Ohr ebenso gross wie am rechten. «Andererseits ist uns aufgefallen», berichtet Dr. Popp, «dass kranke Menschen – Tumorpatienten, Patienten mit Aids oder Multipler Sklerose – häufig Asymmetrien haben, und zwar erhebliche Asymmetrien. Dass also beispielsweise der Wert vom rechten Ohr 30 Einheiten beträgt und der vom linken Ohr 400 Einheiten. Solche Unterschiede treten auf. Und wir ziehen daraus den Schluss, dass normalerweise die rechte Hand weiss, was die linke tut und dass dann, wenn eine Desorganisation im Organismus auftritt, diese Regulationsprozesse blockiert werden, und dass man das dann eben auch an dieser Lichtemission erkennen kann.» Wenn genügend Erfahrungswerte zur Verfügung stehen, kann man hier eines Tages zu einer einfachen und effizienten Diagnosemöglichkeit kommen, mit der Krankheiten bereits im Anfangsstadium zu erkennen sind.

Biophotonen NATUR

Fällt immer wieder auf die Füsse: Fritz-Albert Popp hat in Neuss bei Düsseldorf eine neue Bleibe für seine Biophotonenforschung gefunden.

Ein neues, altes Menschenbild
Ein interessanter Nebeneffekt dieser Messungen ist die grundsätzliche Bestätigung dessen, was medial begabte Menschen schon immer gesagt haben: dass sich die Gesundheit eines Menschen in seiner «Aura» widerspiegelt. Dies heisst indessen nicht, dass das, was die Aurasichtigen wahrnehmen, identisch ist mit dem, was Dr. Popp messen kann. Die klassische «Aura» der alten philosophischen und esoterischen Überlieferung ist ein sehr vielschichtiges und komplexes Gebilde, dessen verschiedene Strukturen (astrale Aura, ätherische Aura usw.) kaum in absehbarer Zeit, womöglich sogar nie, gemessen werden können. Der Gedanke, dass es sich bei den Biophotonen um die «tiefste» Stufe dieser Aura, eine Art Körperaura, handeln kann, ist aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Die Auffassung, dass es eine solche «Aura» gibt – die von der materialistischmechanistischen Naturwissenschaft bislang weit gehend bestritten wurde – findet sich in nahezu allen alten Kulturen. Bildlich dargestellt wurde sie vor allem im religiösen Bereich, bei christlichen ebenso wie bei nicht christlichen Konfessionen – als den ganzen Körper umschliessende «Aureole» und als kopfumrahmenden «Nimbus» oder «Heiligenschein».

Seit Jahrtausenden gilt die «Aura» als Ausdruck einer besonderen «Lebensenergie», das «Mana» der Polynesier, das «Qi» der Chinesen, das «Prana» der Inder, der «animalische Magnetismus» des 18. und das «Fluidum» des 19. Jahrhunderts, Reichenbachs «Od» und Reichs «Orgon» – verschiedene Namen für die gleiche Sache. Mit dieser «Lebensenergie» verbunden war vielfach auch die Vorstellung von einem besonderen «Energiekörper», der die Form des physischen Körpers und seine Lebensprozesse lenkt und ordnet. Er wurde in Ägypten «Ka» genannt, in Indien «sukschma scharira», «Thymos» bei den Griechen und «Nephesch» bei den Juden, Paracelsus sprach vom «archaeus» oder «Geistleib», die Spiritisten vom «Fluidalleib». Der Wissenschaftshistoriker Marco Bischof, seit langem ebenfalls Mitglied des Internationalen Instituts für Biophysik, hat in seinem neuen Buch «Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen – Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft» den historischen und aktuellen Aspekt dieser informativen und Ordnung schaffenden Felder ausführlich behandelt. Er zeigt dabei anschaulich, wie diese alten «esoterischen» Vorstellungen heute nach und nach in die Wissenschaft zurückfinden, als «morphogenetisches Feld» zum Beispiel. Und er beschreibt faszinierende Experimente und Apparate, die von der Schulwissen-

schaft entweder ignoriert oder aber heftig bekämpft wurden. Dr. Popp hält sich aus dieser Diskussion heraus, er befolgt das Motto Galileis: das Messbare zu messen und das Nichtmessbare messbar zu machen. Inzwischen ist er 65 geworden – ein Alter, in dem man gewöhnlich in den Ruhestand geht. Er will nun in der Biophotonenforschung mehr Verantwortung an seine Mitarbeiter delegieren, aber nicht um sich zur Ruhe zu setzen, sondern um einen alten Wunschtraum wahr zu machen: die Gründung einer alternativen Universität, auf der eine ganzheitliche Wissenschaft gelehrt werden soll. Er hat schon einige Mitstreiter gefunden und auch einen Platz im Auge, ein Ort in der Schweiz, nicht weit vom Bodensee entfernt. Fehlt eigentlich nur noch ein Sponsor, der für finanzielle Unterstützung sorgt. Ein Projekt, das viele für «phantastisch», einige sogar für «verrückt» oder zumindest «unrealisierbar» halten. Vielleicht haben sie Recht, vielleicht nicht. Fritz-Albert Popp war schon immer für eine Überraschung gut. ■
Adresse: International Institute of Biophysics Station Hombroich, Kapellenerstrasse D-41472 Neuss, Telefon 02182 825131 Fax 02182 825132, E-Mail iib@lifescientists.de Internetkontakte: www.biophotonen-online.de www.biophotonen.com www.biophotonik.de www.biophotonik-international.de www.lifescientist.de Bücher zum Thema Fritz-Albert Popp: – «Biologie des Lichts» (Paul Parey Verlag) – «Molekulare und biophysikalische Aspekte der Malignität» (Verlag Grundlagen und Praxis) – «Die Botschaft der Nahrung» (Verlag 2001) H. P. Dürr et al.: – «Elemente des Lebens» (Die Graue Edition) Mae-Wan Ho et al.: – «Bioelectrodynamics Biocommunication» (World Scientific) Marco Bischof: – «Biophotonen – Das Licht in unseren Zellen» (Verlag 2001) – «Tachyonen, Orgonenergie Skalarwellen – Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft» (AT Verlag)

Foto: Norbert Enker

Natürlich | 12-2003 13

Biophotonik beweist erstmals Meridianstruktur (Leitbahnen-Struktur der Akupunktur) auf der Körperoberfläche Klaus-Peter Schlebusch1), Walburg Maric-Oehler2) und Fritz-Albert Popp3) 1) Dr.med.Klaus-Peter Schlebusch, ZDN, Gesellschaft zur Dokumentation für Naturheilverfahren mbH, Hufelandstraße 60, D-45147 Essen 2) Dr.med.Walburg Maric-Oehler, 1. Vorsitzende der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur /DÄGfA/, International Council of Medical Acupuncture (ICMART), Johannes Gutenberg –University Mainz, Louisenstraße 15-17, Löwengasse 1, D-61348 Bad Homburg v.d.H 3) Professor Dr.rer.nat.habil.Fritz-Albert Popp, International Institute of Biophysics, Landesstiftung Hombroich, Kapellener Straße o.N., D- 41472 Neuss

Einleitung Seit Beginn der Akupunktur gibt es eine Vielfalt von Untersuchungen mit dem Ziel, die Akupunkturpunkte und Meridiane wissenschaftlich zu belegen. Es erübrigt sich hier, auf die umfangreiche Literatur (z.B. Li 1984) einzugehen, da bis heute kein Beweis allgemein akzeptiert wurde. Aus diesem Grunde muß ein Nachweis, der spontan, ohne Erkennung ernsthafter Einwände eindrucksvoll erbracht werden kann, als ein Durchbruch bezeichnet werden. Ein solcher Nachweis ist gelungen. Seine Konsequenzen sind noch nicht vollständig abzusehen. Die Bedeutung gebietet es aber, das Ergebnis schnellstmöglich zur Überprüfung und zur Weiterentwicklung nicht-invasiver Diagnose- und Therapieverfahren zur Verfügung zu stellen.

Methode Mithilfe einer Infrarot-Kamera (FlIR-Systems, Therma CAMTM, PM290, erweitertes Modell), die im Bereich von 3.4 - 5 µm sensitiv ist und einen Temperaturbereich von -10oC bis 450oC erfaßt, wird die sogenannte "Wärmestrahlung" des Probanden online bei laufender Kamera registriert und analysiert. Die Methode gehört zu den Standardverfahren moderner Infrarot-Thermografie und kann unter www.flir.com in allen Details nachvollzogen werden.

(a) Abb. 1

(b)

Von jedem Probanden erhält man auf diese Weise typische "Wärmeaufnahmen" mit teilweise gut bekannten Charakeristika, wie zum Beispiel Temperaturanzeigen zwischen 20 und 40oC und auch individuell unterschiedlichen Auffälligkeiten in Inhomogenitäten der Temperaturen über der aufgenommenen Körperoberfläche. Gelegentlich beobachtet man auch Strukturen von Temperaturgradienten auf der Hautoberfläche, die jedoch diagnostisch bisher nicht eindeutig zu verwerten sind. Im vorliegenden Fall wird eine angezündete Moxibustions-Zigarre aus Beifuß in die Nähe einer Körperstelle gebracht, deren Meridianstruktur sichtbar gemacht werden soll Die Abbildungen 1a und 1b zeigen dies am Beispiel des Magen-bzw. Milzmeridians. In Abb.1a befindet sich die Wärmequelle in der Nähe des linken Beines des Probanden. In diesem Fall nimmt die Kamera die Struktur des linken Magen-Meridians und des rechten Milzmeridians auf. Werden die Seiten gewechselt (Abb.1b), drehen sich entsprechend auch die Verhältnisse um. Die Effekte sind intraindividuell reproduzierbar.

Ergebnisse und Diskussion

Die Abb. 2 bestätigt, daß der Magenmeridian in voller Länge erscheint und darstellbar ist. Die Abbildung 3 zeigt die Darstellung des Blasenmeridians an den Beinen nach Moxibustion im Rückenbereich. Die Untersuchungen, soweit sie mit der klinischen Symptomatik vereinbar waren, zeigen, daß die Methode alle Meridiane in erstaunlicher Übereinstimmung mit den bekannten Abbildungen der „traditionellen“ Meridiane erkennbar macht.

Abb. 2

Abb. 3

Klar sichtbar sind Strukturen von Temperaturgradienten (um 5 Grad pro cm), die aufrecht erhalten bleiben solange die Wärmequelle vorhanden ist. Nach Beendigung der Moxibustion verschwinden sie innerhalb einer Sekunde. Die Ergebnisse belegen, daß die "Wärmestrahlung" des Menschen keine Wärmestrahlung im physikalischen Sinne, sondern als Fortsetzung der nichtthermischen Biophotonen in den längerwelligen Spektralbereichen des elektromagnetischen Feldes aufzufassen ist. Die Größenordnung einer maximalen ausgebreiteten "Als-Ob"-Temperatur θ(λ) der Biophotonen wird nach Popp zu θ≅hc/(kλ) abgeschätzt, wobei λ die Wellenlänge, k die Boltzmann-Konstante, h das Planck´sche Wirkungsquantum und c die Lichtgeschwindigkeit bedeuten. Daraus folgt für die Biophotonenstrahlung bei 3-5 µm eine maximale "Farbtemperatur" in der Größenordnung von 300 Kelvin (also in der Größenordnung der Körpertemperatur), in grober Übereinstimmung zur sogenannten Wärmestrahlung. Das ist der eigentliche und einzige Grund, weshalb fälschlicherweise vermutet wird, daß die Infrarotabstrahlung des Menschen "Wärmestrahlung" sei. Daß es sich dabei aber um Biophotonen, und nicht um Wärmstrahlung handelt, erkennt man neben vielen anderen Indizien zum Beispiel bereits an den starken und sonst unverständlich stabilen Temperaturgradienten der Muster, die die Infrarot-Strahlung auf der Haut hinterläßt. Wärmestrahlung würde sich dort sofort ausgleichen und die Musterbildung verhindern. Weitere Beobachtungen zeigten überdies, daß die Infrarotabstrahlung der Haut zwischen 3-5 µm nicht exponentiell, sondern hyperbolisch abklingt, sobald die Haut z.B. mit einer Infrarot-Heizquelle erwärmt wird. Es wurde ferner beobachtet, daß die InfrarotStrahlung der Haut eines lebenden Menschen durch menschliches Gewebe (wie zum Beispiel die sich nähernde Hand eines Behandlers) nahezu verlustlos hindurchdringen kann. Eine Theorie wurde bereits 1978 und später von Popp vorgeschlagen (siehe Literatur Popp). Danach existiert im lebenden Organismus ein Photonenfeld mit extrem hoher Kohärenz, das in seiner Fähigkeit zur destruktiven und konstruktiven Interferenz als eigentliches Regulationssytem für alle biologischen und physiologischen Funktionen anzusehen ist. Dieses Feld bildet auch Informationskanäle aus, die zum Beispiel die Symmetrie und die Steuerung der Stoffwechselprozesse von der Einzelzelle bis hin zum gesamten lebenden System übernehmen. Bricht die Kohärenz dieses Feldes zusammen, dann geht das Lebewesen in das thermische Gleichgewicht über, ein Vorgang, der mit dem Tod identisch ist. Die Meridiane sind danach Bahnen in der ohnehin optisch angeregten biologischen Materie. Sie bilden sich aus, sobald durch Energiezufuhr Kanäle entstehen, in denen die optische Anregung die "Laserschwelle" überschreitet. Für die Farbtemperatur bedeutet das einen lokalen Sprung von +∞ nach -∞, entsprechend der Überbesetzung der Materie von f <1 nach f >1, wobei f = exp (hc/(kθλ)). Aus molekularer Sicht ist die Größe l = (tg/tama-mg) von entscheidender Bedeutung. Dabei sind tg/ta das Verhältnis der Entartungsfaktoren des Grundzustands zum Anregungszustand und ma und mg die Dichten der Moleküle im Anregungszustand bzw. Grundzustand. l ist ein Maß für die optische Dichte. l wechselt beim Übergang von f<1 nach f>1 das Vorzeichen von negativen zu

positiven Werten, was bedeutet, daß die Kanäle von der Abschwächung des fließenden Photonenstroms zur Verstärkung übergehen. l=0 bedeutet Transparenz. Aus diesen Gründen müssen diese Kanäle keineswegs morphologisch vorbestimmt sein. Die rein physikalischen Ursachen liefern auch eine Erklärung dafür, weshalb solche Bemühungen im substanziellen Nachweis der Meridiane scheitern mußten. Das Licht bahnt sich den Weg in gewisser Weise selbst, wobei natürlich jene Strecken bevorzugt werden, die die Überbesetzung am schnellsten und einfachsten zulassen. Ähnliche Beobachtungen am Menschen wurden bereits auch in China (Hu et.al. 1996) gemacht. Auch bei Pflanzen (Mandoli et. al. 1982, 1984) treten ähnliche Phänomene auf. Wir beobachteten auch, daß sich nicht nur Meridian-Strukturen, sondern eine Vielfalt weiterer Muster ausbilden können. Auch Kwan-Sup Soh von der Seoul-Universität geht schon längere Zeit der Hypothese nach, daß die Meridiane Lichtleiter sind. Literatur: (1) Dingzhong Li: The Jingluo Phenomenon, The People’s Medical Publishing House, Yukonsha Publishing Co.Ltd.,Printed in Japan, 1984 (2) X.Hu, P.Wang, B.Wu and J.Xu: Displaying of the meridian courses over human body surface with thermal imaging system. Revista Paulista de Acupunctura (Rev.Paul. Acupunt.), Vol 2 (1996), Nr.1, 7-12. (3) F.A.Popp: Dtsch.Zeitschr.Akup.2 (1978),40; ibid 5 (1979),118. (4) F.A.Popp: Photon Storage in Biological Systems. In: Electromagnetic BioInformation (F.A.Popp, G.Becker, H.L.König and W.Peschka, eds.), Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore 1979, pp.123-149. (5) F.A.Popp and L.Beloussov (eds.): Integrative Biophysics: Biophotonics. Kluwer Academic Publishers, Dordrecht-Boston-London 2003. (6) D.Mandoli, F.Briggs and R.Windows: Optical Properties of etiolated plant tissues. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 79 (1982), 2902. (7) D.Mandoli and F.Briggs: Lichtleiter in Pflanzen. Spektrum der Wissenschaft, Oktober 1984, 120-129. (8) Kwan-Sup Soh: Seoul National University, Personal Communication.

ø Realistische Modelle führen zu wichtigen Erkenntnissen.

3

Biophotonen

3.1 Schrödingers Gretchenfrage
Erwin Schrödinger, einer der bedeutendsten Pioniere der Quantentheorie und Nobelpreisträger 1933 in Physik, soll gesagt haben, dass ein Biologe die Biologie nur dann verstanden hat, wenn er eine einfache Frage zur Zellteilung beantworten kann, und dass er die Biologie eben nicht versteht, wenn er auf diese Frage keine Antwort weiß. Die Frage ergibt sich aus der Abb. 3.1. Dargestellt ist ein Ausschnitt der sogenannten „mitotischen Figuren“. Das sind die Muster, die vorwiegend von den Chromosomen, und dabei vor allem von röhrenförmigen Spindelfasern, den Mikrotubuli,

Abb. 3.1 Mitotische Figur der Zelle eines Fisches (Corregonus). (Aus: Darlington CD, Lacour IF: The Handling of Chromosomes. London: Allen and Unwin; 1960.)

Abb. 3.2 Elektrische Feldverteilung einer TM1-Resonatorwelle in einem Ellipsoid. Der Vergleich mit Abb. 3.1 bestätigt, dass die Ausmusterung der mitotischen Figuren exakt nach der Kraftverteilung der Hohlraumresonatorwelle verläuft. Der dynamische Verlauf der mitotischen Teilung lässt sich als Überlagerung passender Hohlraumresonatorwellen (s. Tab. 3.1) verstehen (aus [39]) .

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3.1 Schrödingers Gretchenfrage

ausgebildet werden. Die spektakulären supermolekularen Formen prägen sich immer dann aus, wenn sich der Zellkern teilt. Alle Chromosomen, die im Wesentlichen aus DNA bestehen, verteilen sich als die Erbmerkmalträger auf die beiden Tochterzellen so gleichhälftig, dass jede Zelle wieder eine eigenständige und gleichartige Lebenseinheit wie die Ausgangszelle bildet. Der Vorgang kann wenige Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Den eindrucksvollen Verdopplungsvorgang bei wechselnder Verdichtung, Auflösung und Bewegung der im Mikroskop sichtbaren Molekülaggregate unterteilt der Biologe in fünf Phasen – Interphase (die DNA verdoppelt sich) – Prophase (Strukturen mustern sich aus) – Metaphase (die Teilungsspindel bildet sich voll aus) – Anaphase (die getrennten Chromosomen bewegen sich auf entgegengesetzte Zellpole hin) – und schließlich die Telophase. Die Teilungsspindel verschwindet in dieser letzten Phase wieder, die Chromosomen entspiralisieren sich zu unsichtbaren Fäden, die erneut ihren eigentlichen Aufgaben nachzukommen beginnen. Auf die Kernteilung folgt gewöhnlich die Plasmateilung durch einfache Durchschnürung. Ziel ist es schließlich, das Erbmaterial in gleicher Weise exakt auf die beiden Tochterzellen zu verteilen. Schrödingers Anliegen galt aber nicht der morphologischen Beschreibung. Die entscheidende Frage, die er stellte, lautet: Weshalb entsteht bei dieser eigenartigen, bis heute unverstandenen exakten Verdopplung der Zelle in zwei identische Tochterzellen kein einziger Fehler? Bei etwa zehn Milliarden Molekülen, die sich hier mit höchster Präzision auf zwei gleiche Hälften verteilen, müssten – rein statistisch gesehen – zirka 100.000 Moleküle in die falsche Richtung marschieren. Vergleichsweise hätte sich eine große Menge Erbsen, die etwa einen Güterwagen füllen könnte, so exakt in zwei gleiche Haufen zu teilen, dass keine der beiden Hälften auch nur eine einzige Erbse zu viel hätte. Woher wissen die Moleküle einer lebenden Zelle, wo und wann ihnen welche Aktivitäten zugedacht sind, wann sie sich aufteilen oder zusammenschließen müssen, in welche Richtung sie laufen sollen, wo sie sich anzusiedeln, welche molekularen Partner sie wann abzustoßen, zu verdichten oder unsichtbar zu machen haben, um dieses an Wunder grenzende einzigartige, fundamentale Überlebensprogramm aller Organismen zu gestalten? Schrödinger selbst gab keine Antwort auf die Frage, und bei allen Vorträgen, die ich über dieses Ereignis hielt, hatte keiner der Zuhörer auf Anfrage jemals eine Antwort parat. Ein Experte auf dem Gebiet der mitotischen Figuren erklärte mir vor zwanzig Jahren, man müsse sich mathematisch von Molekül zu Molekül vortasten, um dieses Netzwerk als Resultat zufälliger Kollisionen zu entlarven. Er bemüht sich immer noch darum, denn meines Wissens hat er noch ein paar Jahre bis zur Pension. Ich schließe mich lieber der Auffassung Schrödingers an, dass die Antwort auf diese Frage der Dreh-und Angelpunkt zum Verständnis nicht nur der Biologie, sondern auch der Medizin und des Lebens überhaupt ist. Und ich glaube nicht, dass es sich um das Produkt zufälliger molekularer Anordnungen handelt.

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3 Biophotonen

3.2 Die Antwort
Deshalb sehe ich mich veranlasst, diese Antwort (die meine Mitarbeiter und ich vor knapp 30 Jahren an der Universität Marburg vorgeschlagen haben) erneut und immer wieder zu verkünden: Es sind Biophotonen, die dieses Geschehen organisieren. Stehende elektromagnetische Wellen in der Zelle, die sich in idealer Weise den Randbedingungen anpassen, die wir nur in Form der „Biophotonen“ messen können, sind des Rätsels Lösung. Abb. 3.2 belegt das sofort beispielhaft. Es bedarf jedoch einiger Erläuterungen, dies weiter zu begründen und noch besser verständlich zu machen. Das Muster auf der rechten Seite der Abb. 3.2 ist das Ergebnis einer für den Physiker relativ einfachen Rechnung. Man betrachtet die Zelle zunächst als ein leeres Gehäuse und fragt, welche elektromagnetischen Felder sich in einem solchen Hohlraum über längere Zeit aufrechterhalten können. Die Frage gleicht etwa dem Problem, in eine vorgegebene Pfeife zu blasen und zu erfahren, welcher Ton herauskommt. Der Klang entspricht einer bestimmten Formbildung akustischer Wellen, die sich im Innern der Pfeife als Verdichtungsmuster der Luftmoleküle ausbilden und stabilisieren. Das Klangmuster bleibt so lange erhalten, wie die Pfeife tönt. Die Figuren werden allein nur von den „Randbedingungen“, nämlich der Größe und der Form der Pfeife, sowie in geringem Maße auch von mechanischen Eigenschaften des Materials bestimmt. An den Innenrändern der Pfeife müssen die stabilen akustischen Wellen so reflektiert werden, dass die Überlagerung der Kräfte zu „stehenden“, das heißt zu ortsfesten Verdichtungen und Verdünnungen der Luftmoleküle führt. Innerhalb des Luftraums der Pfeife dürfen sich die Oszillationen des Luftdrucks nicht ständig an jeder Stelle räumlich verschieben, oder, mit anderen Worten: An festen Punkten des Luftraums müssen Bäuche (Auflockerungen) Bäuche und Knoten (Verdichtungen) Knoten bleiben. Eben das zeichnet die Stabilität jener Muster aus. Nicht anders verhält es sich mit elektromagnetischer Energie, wenn sie anstelle von Luftschwingungen in Hohlräume eingeleitet wird. So auch in lebenden Organismen. Allein nur die Randbedingungen, nämlich Größe, Form und physikalische Eigenschaften der Zellmembranen (wie Leitfähigkeit, Dielektrizitätskonstante und Permeabilität) legen fest, welche elektromagnetischen Feldmuster sich im Hohlraum ausbilden und längere Zeit stabil sein können. Erneut müssen die Innenwände des Hohlraums die elektromagnetischen Wellen exakt so reflektieren, dass die Überlagerung der Feldkräfte zu stehenden Wellen führt. Dabei kann nicht nur ein einziges Muster entstehen, sondern je nach „Resonanzenergie“ der gespeicherten elektromagnetischen Wellen eine Vielfalt von unterschiedlichen elektromagnetischen Feldmustern. Diese „Moden“ – wie man sie bezeichnet – errechnen sich aus den fundamentalen Gleichungen, die der englische Physiker James Clerk Maxwell in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestellt hatte, um alle elektromagnetischen Vorgänge in der Natur quantitativ zu beschreiben. Ich hatte mithilfe dieser Maxwell-Gleichungen einige Beispiele durchgerech-

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3.2 Die Antwort

net und erkannt, dass es sich lohnte, die mitotischen Figuren mit diesen vielen möglichen Mustern elektromagnetischer Kräfte, die in die Zelle hineinpassen, zu vergleichen. Tatsächlich erfüllt eine Vielzahl verschiedener Ausmusterungen exakt alle Randbedingungen. Jede dieser Moden hat aber jeweils unterschiedliche Kräfteverteilung und verschiedene Resonanzfrequenz. So kann man ja auch bei gleicher Pfeife mit Obertönen unterschiedliche Klangmuster erzeugen. Ich bat meinen Diplomanden Martin Rattemeyer, diese Rechnungen an Hohlräumen, wie sie Zellen ausbilden, systematisch durchzuführen. Tabelle 3.1 zeigt einen Teil seiner Ergebnisse. Zur Vereinfachung der Rechnungen und ohne beträchtliche Einschränkung der Allgemeingültigkeit wurden zylindrische Hohlräume betrachtet. An leitenden Randflächen des Hohlraums müssen die Tangentialkomponenten des elektrischen und Vertikalkomponenten des magnetischen Feldes verschwinden, um zeitunabhängige „stehende“ Wellen, die eben nur unter diesen Randbedingungen existieren können, zu speichern. Der Physiker unterscheidet konsequenterweise grundsätzlich sogenannte TE-(Transversal elektrische) und TM-(Transversal magnetische) Moden, je nachdem, ob die Vertikalkomponente des Magnetfelds (TE) oder die Tangentialkomponente des elektrischen Feldes (TM) an den Randflächen des Zylinders verschwindet. Die Bezeichnungen m, n und p in der Tabelle 3.1 stehen für ganzzahlige Werte, die den verschiedenen möglichen Resonanzfrequenzen unter verschiedenen Symmetriebedingungen der Wellengleichungen zugeordnet werden. m, n, p bezeichnet man als Quantenzahlen, die die Zahl der Knoten in den Symmetrieflächen eines Kreiszylinders in den radial-azimulaten Richtungen (m, n) und den dazu senkrechten Schnittebenen in der z-Richtung (p) angeben. Sie erfüllen die periodischen Randbedingungen und entsprechen mit wachsendem m, n und p den möglichen, ganzzahlig ansteigenden Anregungszuständen der wellenförmigen elektromagnetischen Kraftmuster. Dass die Anregungsenergien dieser Wellen im optischen Bereich liegen, hängt wesentlich stärker von den extrem geringen Volumina der Zellen im Bereich von Nanokubikzentimetern ab als von den physikalischen Eigenschaften der Membranen, deren Leitfähigkeit gewöhnlich mit quasi dielektrischen Charakteristika verbunden ist. Das gibt ihnen vorteilhaft die nötige Transparenz und damit auch die ideale Wechselwirkung zu Nachbarzellen. Selten wird sich in einer Zelle eine reine Resonatorwelle ausbilden. Die Überlagerung vieler dieser Wellen reicht aber aus, um den physikalischen Zustand einer Zelle mit beliebiger Genauigkeit zu beschreiben. Mit wachsenden m, n, p nehmen entsprechend auch die (diskreten) Quantenenergien der Moden zu. Für biologische Systeme lassen sie sich als kohärente Photonen, die aus den Zellen kommen, messen. Die Lösungen für zylindrische Hohlräume sind in der Mathematik als sogenannte Besselfunktionen Jm(xmn) bekannt. Nur für bestimmte Werte xmn erfüllen sie die erforderlichen Randbedingungen Jm(xmn) = 0, die es zulassen, dass durch Überlagerung solcher Wellen stabile Felder in diesen Hohlräumen ausgebildet werden. Aus diesen Lösungen lassen sich eindeutig alle möglichen Resonanzfrequenzen !mnp = 2πc/" als Funktion von xmn/R und p/d errechnen, wobei c die Lichtgeschwindigkeit, R der Radius und d die Länge des Zylinders sind.

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3 Biophotonen

Tab. 3.1 Hohlraumresonatormoden, die in eine biologische Zelle passen. Wegen ihrer Größe handelt es sich dabei um elektromagnetische Wellen im optischen Spektralbereich („Biophotonen“). Beschreibung s. Text.
TE mode mnp 111 010 112 011 012 113 211 013 212 114 110 213 011 111 014 012 311 115 112 TM mode mnp Wavelength "/nm 690 574 571 546 481 462 438 410 402 379 360 358 353 349 333,5 323 318

So hat zum Beispiel das Kraftmuster der TM111-Welle, die mit der molekularen Anordnung der mitotischen Figur in Abb. 3.1 übereinstimmt, eine Wellenlänge um 350 nm. Das bedeutet: Ein Photodetektor würde Photonen mit einer Wellenlänge von ungefähr 350 nm messen, wenn eine Zelle dieser Größe eben diese Mode gespeichert hat und nun als elektromagnetische Welle nach außen abstrahlt. Entartete Zellkerne, die doppelte oder vierfache Chromosomensätze enthalten, können entsprechende Oberwellen dieser Grundkonfiguration enthalten. Sie emittieren Photonen höherer Frequenz, bzw. geringerer Wellenlänge. Ein Maß für die Intensität der Photonen liefert die Zahl der gespeicherten Photonen, die sich für jede Mode ebenfalls errechnen lässt.

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3.3 Zellen sind Lichtspeicher

3.3 Zellen sind Lichtspeicher
Dass Zellen eher ellipsoidförmig als zylinderförmig sind, ändert wenig an diesen grundsätzlichen Betrachtungen. Die Ergebnisse der Tabelle waren wegweisend für uns, um zu erkennen, dass Photonen das Lebenselixier schlechthin darstellen, für die Steuerung und Organisation der Zellen zuständig sind und das biologische System aufbauen, regulieren, entfalten und weiterreichen. Diese schwachen elektromagnetischen Emissionen, die von lebenden Zellen ständig abgegeben werden und die wir „Biophotonen“ nannten, mussten und müssen von Grund auf verstanden werden, um die Biologie zu verstehen. Es erwies sich:
ø

Die Wellenlängen dieser stehenden Wellen in Zellen liegen durchweg im optischen Bereich, also gerade da, wo wir „ultraschwache Photonenemission aus biologischen Systemen“ messbar gemacht hatten. Die gespeicherte Photonenzahl ist so gering, dass sie die extrem niedrige Intensität der gemessenen Photonen erklären kann. Auch geringste Photonenzahlen in Zellen reichen aus, um das gesamte Geschehen einschließlich der Regulation aller biochemischen Prozesse zu übernehmen. Die Frage von Erwin Schrödinger konnte mit den Ergebnissen erstmals schlüssig beantwortet werden.

ø

ø

ø

Und die Antwort konnte nur lauten: Es treten deshalb keine Fehler in der Zelle auf, weil die Moleküle von den elektromagnetischen Feldern dieser Hohlraumresonatorwellen in der Zelle geführt, also organisiert werden. Die Ladungen der Moleküle folgen zwangsläufig den elektrischen Kräften, die durch die verschiedenen Moden der gespeicherten Photonen in der Zelle auf die Moleküle einwirken. Sobald ein Molekül an der richtigen Stelle, nämlich einem „Knotenpunkt“ des elektromagnetischen Feldmusters verharrt, wirkt keine Kraft mehr auf das Teilchen ein. Sobald es aber von dieser Position abweicht, führt die rücktreibende Kraft der elektromagnetischen stabilen Mode das fehlgeleitete Molekül in seine stabile Lage zurück. Zusammen mit meinem inzwischen verstorbenen Freund Walter Nagl, ehemals Harvard-Professor, konnten wir uns anhand von Filmmaterial überzeugen, dass alle sichtbaren molekularen Bewegungen in den verschiedenen Phasen der Kernteilung einschließlich der Einschnürung des Zytoplasmas durch Überlagerung solcher Felder qualitativ und auch quantitativ erklärt werden können. Das Phänomen ist im wahrsten Sinne des Wortes „ganzheitlich“: Sobald sich an den Randbedingungen eine Kleinigkeit ändert, hat das über das verbindende Feld Auswirkungen auf die Gesamtheit der Moleküle. Sobald ein Molekül an irgendeiner Stelle eine chemische oder physikalische Änderung erfährt, koppelt das Ereignis über das Feld zurück auf alle anderen Materieteilchen – einschließlich der Membranen. Es handelt sich in der Biologie aber keineswegs um feste, starre Formen wie die einer kompakten Pfeife, sondern – wieder im Vergleich – um variable

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3 Biophotonen

„Tonpfeifen“, in denen der Ton durch seine eigene Kraftwirkung auch auf die Begrenzungen sogar die Ränder der Pfeife verändern kann und dadurch auch die variablen Begrenzungen selbst wiederum auf den Ton dynamisch zurückwirken. Die Biologie wird damit einzigartig: Weder Feld noch Materie allein sind in der Lage, die diffizile organisatorische Aufgabe der Lebensfunktionen zu übernehmen. Feld und Materie sind in gewisser Weise „verheiratet“. Sie stützten sich gegenseitig ab, schaukeln sich auf, um in ihrer extrem sensiblen, essenziellen und fundamentalen Rückkopplung das Lebewesen gegen äußere Störungen zu schützen und gleichzeitig äußere Einflüsse mit höchster Empfindlichkeit wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Es fällt nicht schwer, diesen ganzheitlichen Charakter auf das gesamte System eines Lebewesens auszudehnen. Nicht nur einzelne Zellen, sondern auch Verbände von Zellen formen in gleicher Weise solche Hohlraumstrukturen, die als Leitungsbahnen (Wellenleiter) ausgelegt sein können. Vermittelt durch den elementaren Resonator im Zellkern, die DNA, etablieren sich in diesem Konzert stehender Wellen Strukturen aller Art, Kügelchen, Ellipsoide, Wellenleiter, tubenförmige Röhren, Gestalten aller nur denkbaren Formen und Größen, immer im Einklang mit den vorhandenen, von allen Teilen und insbesondere der DNA bestimmten „Randbedingungen“, die sich zudem auch stetig verändern können. Daraus entstehen die Formen, Gestalten und Größen von Lebewesen. Das Prinzip, das für die einzelne Zelle gilt, setzt sich über den gesamten Organismus bis zum ausgewachsenen Zustand fort, um als Antennen- und Resonatorsystem einzigartige Einheiten zu bilden nach holographischen und fraktalen Prinzipien, teilweise raum-zeitlich ineinander verschachtelt, wie wir das zum Beispiel von Zwiebelschalen oder „russischen Puppen“ kennen. Uns wurde schon in Marburg klar, dass es sich hier um jene Biophotonen handelt, die wir um 1976 wiederentdeckt hatten, nachdem Alexander Gurwitsch, der Entdecker der „mitogenetischen Strahlung“, die Grundlagen zur Erforschung und zum Verständnis dieser Strahlung bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gelegt hatte.

3.4 Ein Satz zur Messbarkeit
Es gibt keine Möglichkeit, die Felder direkt zu messen. Kein technisches Messinstrument könnte in eine Zelle passen. Die geläufigen Sonden zur Messung elektromagnetischer Felder sind mit Volumina in der Größenordnung von Kubikzentimetern milliardenmal größer als das Volumen einer Zelle. Die Biologie ist der Technik milliardenfach überlegen. Die Zelle selbst und ihre Bestandteile wird so zum perfekten Detektor, der gleichzeitig sendet und empfängt, dessen Sprache und dessen Handeln im Resonanz-Dialog mit allen aktiv anregbaren Strukturen weit über die Grenzen der eigenen Hüllen hinaus besteht. Der Wissenschaftler steht teilweise vor verschlossenen Türen. Selbst dann, wenn es durch technische Fortschritte eines Tages möglich sein sollte, eine passende Sonde in die Zelle einzuführen, würde sie sofort das Feldmuster zerstören, das es zu messen

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3.5 Geschichte der Biophotonen

gilt. Bei Berücksichtigung der Frequenzen oder Wellenlängen, die – wie Tabelle 3.1 zeigt – für eine einzige Zelle durchweg im optischen Bereich des Spektrums liegen, besteht die einzige Messmöglichkeit darin, Photonenmessgeräte vor die Zelle zu stellen und jene Lichtteilchen zu registrieren, die immer dann aus der Zelle heraustreten, wenn das gespeicherte Feld der Zelle seine Wellen nach außen abgibt, gezwungenermaßen, aber auch aus dem Bedürfnis der Kommunikation. Man denke an die Töne, die den akustischen Feldern einer Pfeife entstammen. Zweckgebundenheit, Freude oder Notwendigkeit schließen sich dabei nicht aus. Der messbare Biophotonenstrom muss im Einklang zur Hypothese stehen, so zum Beispiel Veränderungen beim Zellwachstum widerspiegeln. Wir stellten natürlich auch klare Übereinstimmungen zwischen der spektralen Zusammensetzung der Biophotonen und den Spektren der verschiedenen Moden fest. Nun ist es Zeit, auf die Eigenschaften der Biophotonen einzugehen, soweit sie bis 1987 bekannt geworden sind. Im nächsten Kapitel setze ich die Berichterstattung bis zu den aufregenden Ergebnissen der Gegenwart weiter fort. Die historische und wissenschaftliche Entwicklung dieses Gebietes liefert nach meiner Meinung eine nahezu lückenlose Quelle zum Verständnis nicht nur biologischer Phänomene, sondern auch ihrer Bedeutung für eine moderne Medizin.

3.5 Geschichte der Biophotonen
Eine ausführliche geschichtliche Darstellung der Biophotonen und der Zusammenhänge zu einer Vielfalt philosophischer, biologischer und medizinischer Fragestellungen unserer Zeit findet sich in dem populärwissenschaftlichen Bestseller des Schweizer Wissenschaftspublizisten Marco Bischof [5]. In den 1920er Jahren entdeckte A. G. Gurwitsch, dass die Spitze einer Zwiebelwurzel die Zellen des Schafts einer benachbarten zweiten Wurzel zur Zellteilung anregt, wenn man sie längere Zeit in der Nähe dieser Zellen belässt. Eine Trennscheibe aus normalem Glas, das ultraviolettes (UV-)Licht absorbiert, hebt den zellteilungsauslösenden Effekt auf, nicht aber eine solche aus UV-durchlässigem Quarzglas. Abb. 3.3 zeigt den berühmten „Grundversuch“ Gurwitschs. Gurwitsch postulierte deshalb mitoseauslösende („mitogenetische“) Zellstrahlung im UV-Bereich [15–19]. Die Gurwitsch-Versuche bestätigte unter anderen der spätere Nobelpreisträger in Physik, Entdecker des Prinzips der Holographie, D. Gabor, in seinem Labor in Berlin-Siemensstadt [49]. Doch es gab auch Kritik, insbesondere deshalb, weil sich diese schwache Strahlung mit den damaligen Detektormethoden physikalisch nicht signifikant nachweisen ließ. Die „Gurwitsch-Strahlung“ gelangte bald in den Ruf, ein „Dreckeffekt“ zu sein: ein Resultat nicht genügend sorgfältiger Experimente.

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aus: Popp, Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin (ISBN 3830472676) © 2006 Karl F. Haug Verlag

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BIOPHOTONEN - DIE WISSENSCHAFT ENTDECKT DEN LICHTKÖRPER WIEDER DER ESOTERISCHEN TRADITIONEN

Marco Bischof

©copyright 1990 by Marco Bischof (Berlin)

EINLEITUNG

In allen alten Hochkulturen und auch heutigen "primitiven" Gesellschaften der Erde findet sich die Vorstellung, dass der Mensch neben dem physischen Körper noch einen aus Licht bestehenden feinstofflichen Körper besitzt. Die moderne Biophysik ist heute im Begriffe, diese Auffassung zu bestätigen: sie zeigt, dass die Zellen aller Lebewesen Licht speichern und dass die Gesamtheit dieses Lichts die Lebensvorgänge steuert. Durch die Messung dieser "Biophotonen" mit modernsten Geräten lassen sich vielfältige Erkenntnisse gewinnen, die bereits auf einer Reihe von Gebieten Anwendung finden.

DER LICHTKÖRPER IN DER ESOTERISCHEN ÜBERLIEFERUNG

Die Vorstellung, dass der Mensch neben seinem greifbaren und sichtbaren materiellen Körper

Bischof: 1

Biophotonen 1

einen normalerweise unsichtbaren Energiekörper besitze, ist uralt. Sie stammt wahrscheinlich aus der visionären Erfahrung der Seher, Schamanen, Yogis und Heiler der Vorzeit, die in veränderten Bewusstseinszuständen um ihre Mitmenschen herum einen feinen leuchtenden "Nebel" gesehen haben, dessen Helligkeit, Farben und Strukturen offensichtlich zum körperlichen, seelischen und geistigen Zustand der betreffenden Person in Bezug standen. Der chinesische Taoismus spricht vom "Wesenslicht" des Menschen, das bei dunkler Färbung einen niedrigen, mit hellen Farben einen hohen geistigen Entwicklungszustand anzeige. Chinesische Seher haben auch jene zwölf "leuchtenden Ströme" im Menschen entdeckt, die wir aus der Akupunktur als "Meridiane" kennen. In der Bibel ist vom "hochzeitlichen Gewand" des Menschen die Rede, das bei verschiedenen Menschen eine unterschiedliche Leuchtkraft besitze. Die tibetische Überlieferung spricht von einem leuchtenden "Diamantleib", der im grobmateriellen Körper verborgen bleibe und nur bei vollkommen vergeistigten Menschen während der Meditationsekstase als leuchtender Heiligenschein sichtbar werde. Es handelt sich bei diesem Lichtleib nach uralter, weit verbreiteter Auffassung um den Zustand unseres Leibes, "wie er vor dem Sündenfall war" - wie er aber in jedem Menschen zumindest in potentieller Form jederzeit vorhanden ist und durch geeignete Massnahmen aktiviert werden kann. Die verschiedensten Traditionen sprechen nämlich davon, dass nicht nur die Körper der Götter und Engel aus Licht seien, sondern auch der Körper des Urmenschen vor jenem kosmischen Ereignis, das wir christlich "Sündenfall" nennen, vollständig aus Licht bestanden habe. Selbst unser eigener, alltäglicher Körper, den wir doch eher als dunkel, dumpf und der Schwerkraft unterworfen empfinden, ist nach diesen alten Lehren immer noch ein potentieller Lichtkörper, denn seine Materie ist nichts anderes als "geronnenes Licht" und kann (z.B. durch meditative Praktiken, Atemübungen etc.) wieder in seinen leuchtenden und leichten Zustand

Bischof: 1 zurückgeführt werden.

Biophotonen 1

Krankheit, so will es diese Tradition, ist nichts anderes als der Zustand

des "Gefallenseins", der Entfernung von diesem ursprünglichen Lichtzustand, dem jede echte Heilung uns wieder nahebringen müsste. Auch der europäischen Kultur sind solche Vorstellungen nicht fremd. Im Altertum sprach z.B. der berühmte griechische Arzt Hippokrates von der Insel Kos davon, dass eine von ihm "Physis" genannte Lebenskraft für die Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge und auch für Gesundheit, Krankheit und Heilung verantwortlich sei. Der Philosoph Aristoteles war der Ansicht, dass eine ähnliche Kraft, die "Entelechie", die Entwicklung der lebenden Organismen bis zu ihrer vollausgebildeten Form bewirke. Besonders interessant ist das Zeugnis des berühmten Arztes, Chemikers und Philosophen Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert. In seinen Schriften lesen wir, im Menschen gebe es eine Lebenskraft, die aber in ihm "nicht eingeschlossen" sei und "in ihm und um ihn herum wie eine leuchtende Sphäre" strahle. Ähnlich wie schon die indischen und tibetischen Tantristen unterschied er drei "Schichten" im Aufbau des Menschen, nämlich den äusseren physischen Menschen, den inneren astralen Menschen und das innerste Zentrum oder "Gott im Menschen". "Gewöhnliche Ärzte", so schreibt er, "wissen im besten Falle etwas über den äusseren Körper, nichts über den inneren Menschen, und weniger als nichts über Gott". Der "innere Mensch", den Paracelsus auch den "Schatten" des materiellen Körpers nennt, besteht nach ihm aus einem Lebensprinzip, das er "Archäus" nennt. Diese organische Lebenskraft oder "Essenz" ist "überall anwesend, aber unsichtbar, von ätherischer Natur, aber doch eine Substanz". Sie ist an den Körper gebunden, solange der innerste Mensch, sein göttlicher Geist, in diesem wohnt, und verlässt ihn zusammen mit dem innersten Menschen beim Tod. Solange sie sich im physischen Körper befindet, nimmt sie auch dessen Form an. Der Archäus, "der edelste Teil des physischen Menschen", reguliert nach Paracelsus

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Biophotonen 1

Wachstum, Aufbau und Auflösung des materiellen Körpers, in dem er sich befindet. "Wenn die Aktivität dieses Lebensprinzips im Körper auf eine normale Art und Weise vor sich geht, ohne von irgendwelchen Hindernissen eingeschränkt zu werden, so wird ein solcher Zustand Gesundheit genannt. Wenn aber seine Aktivität aus irgendeinem Grund behindert wird und abnormal und unregelmässig tätig ist, so wird dieser Zustand Krankheit genannt". Ein Arzt, der diese Lebenskraft vernachlässigt, ist nach Paracelsus nicht mehr als ein Quacksalber.

DER

VITALISMUS:

LEBENSKRAFT

UND

ENERGIEKÖRPER

IM

WISSENSCHAFTLICHEN ZEITALTER

Auch in dem im 17. und 18. Jahrhundert beginnenden Zeitalter der Wissenschaft hielten sich die Vorstellungen von Lebenskraft und Energiekörper, wenn auch in jeweils "aktualisierter" Form. Von Anfang an wurde die in dieser Zeit neuentdeckte Elektrizität, genauso wie der Magnetismus, mit der Lebensenergie im Zusammenhang gebracht. Gleichzeitig wurde aber von anderen heftig bestritten, dass es eine solche eigenständige Lebenskraft gebe, ob in elektrischer oder anderer Form. Die Kontroverse zwischen Galvani und Volta im 18. Jahrhundert markiert den Beginn einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung um die Existenz und Bedeutung elektromagnetischer Ströme und Felder in der Biologie, die noch heute andauert. Galvanis berühmter Froschschenkel-Versuch von 1789 und seine Arbeiten über elektrische Fische führten ihn zur Überzeugung, dass es eine besondere "Tierische Elektrizität" gebe, die sich von der gewöhnlichen anorganischen Elektrizität unterscheide. Volta glaubte beweisen zu können, dass die beim Froschschenkelversuch entstehende Elektrizität nicht aus dem Organismus, sondern aus dem Spannungsgefälle zwischen den beteiligten Metallen (Haken und

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Biophotonen 1

Metallzaun) stamme. Galvani liess sich aber dadurch nicht von seiner Überzeugung abbringen, dass tierische Organismen eine selbsterzeugte Elektrizität besitzen, die wie in einem Kreislauf von einem Körperteil zum anderen fliesse. Er war überzeugt, dass das Studium der elektrischen Erscheinungen an Lebewesen zu wichtigen Erkenntnissen über das Wesen des Lebens und über die Entstehung und Heilung von Krankheiten führen könne. Er und seine Schüler wurden damit zu den Begründern der Elektrobiologie, einer Wissenschaft, die von grosser Bedeutung für die Zukunft ist. Die Entstehung der Naturwissenschaften brachte dann eine Auseinanderentwicklung von "okkulter Tradition" und wissenschaftlichen Vorstellungen. Man darf aber nicht annehmen, diese beiden Strömungen hätten sich nun vollkommen getrennt entwickelt; sie gerieten im Laufe der Wissenschaftsgeschichte vielmehr immer wieder in Auseinandersetzung miteinander und beeinflussten einander wechselseitig. Innerhalb der Wissenschaft selbst vertrat der "Vitalismus" die Idee der Lebensenergie, während die "Mechanisten" diese ablehnten. Auch die Anfänge der modernen Biologie und Medizin waren von der Auseinandersetzung um die Frage der Lebenskraft geprägt. Nachdem die Entwicklung dieser Wissenschaften im 16. und 17. Jahrhundert zunächst unter dem Eindruck der Entdeckungen in Mechanik und Chemie gestanden hatten, führte der deutsche Arzt Georg Ernst Stahl (1660-1734) die Seele wieder in die Medizin ein. Das Funktionieren von Lebewesen war für ihn niemals auf Mechanismen reduzierbar, wie sie das wissenschaftliche Denken damals beherrschten. Nach seiner Auffassung ist es die Seele, die den Körper erbaut und erhält, und Krankheiten führte er auf "Irrtümer der Seele" zurück. Der Stahlsche "Animismus" wurde dann im Laufe des 18. Jahrhunderts zum "Vitalismus" umgeformt, in dem statt der Seele wieder die alte "Lebenskraft" den zentralen Platz einnahm. Eine wichtige Rolle spielten dabei Ärzte und Gelehrte der "Schule von Montpellier", die sich

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auf Hippokrates beriefen. Wie Theophile de Bordeu und Paul Joseph Barthez, die Häupter dieser Schule, suchte auch der Heidelberger Arzt Gaul, der den deutschen Ausdruck "Lebenskraft" geprägt hat, etwas Umfassenderes als die "Anima" (Seele) Stahls. Für ihn war die Lebenskraft eine "Kraft höherer Ordnung", in der die "Anima" Stahls mit Albrecht von Hallers "Irritabilität" der Muskulatur und "Sensibilität" der Nerven, den Hauptausrucksformen der der hippokratischen "Physis", zusammengefasst waren. Der Schweizer Universalgelehrte Haller sah vor allem das damals neuentdeckte Nervensystem als Träger der Lebenskräfte an. Einen grossen Einfluss auf die Medizin der Zeit hatte der Schotte John Brown, der die therapeutische Konsequenz aus Hallers Arbeit zog. Nach Brown hängen Gesundheit und Krankheit weitgehend von den Reiz- und Erregungsverhältnissen des Nervensystems ab. Die ständig von innen und aussen auf den Organismus einwirkenden Reize sind es, die nach seiner Auffassung eine sonst unvermeidliche Auflösung des Organismus verhindern. Browns Therapie bestand deshalb aus ausgleichenden Reizanwendungen, wobei der Zustand der "Irritabilität" nach zwei Seiten hin unausgeglichen sein konnte: auf die "sthenische" Seite hin mit einem Zuviel, auf die "asthenische" Seite hin mit einem Zuwenig an Lebensenergie. Auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war Vitalist. Mit den feinen Reizen seiner Verdünnungen und Verschüttelungen wollte er die "Verstimmung der Lebenskraft", die für ihn Ursache der Krankheiten und "Symptomkomplexe" ist, regulierend beseitigen. Vor der eigentlichen Entstehung der Medizin in ihrer heutigen Form gab es noch einmal einen letzten Abschnitt der Medizingeschichte, in dem die vitalistische Tradition weiterwirkte: Die romantische Medizin des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, aus der heraus sich die heute herrschende "wissenschaftliche Medizin" entwickelt hat, war ganz vitalistisch. Sie griff auf frühere Vertreter dieser Richtung wie Albrecht von Haller, John Brown und Samuel

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Biophotonen 1

Hahnemann zurück und betrachtete Krankheit als eine Reaktionsform des Organismus, als Entwicklungskrise im Evolutionsprozess und als Impuls zur Selbstverwirklichung.

FORSCHUNG IN VITALISTISCHER TRADITION: DIE ENTDECKUNG DER "MITOGENETISCHEN STRAHLUNG"1

Ende des 19. Jahrhunderts begründete der deutsche Entwicklungsbiologe und Philosoph Hans Driesch (1867-1941) den "Neo-Vitalismus". Drieschs Bedeutung liegt vor allem darin, dass er in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in einer Reihe von epochenmachenden Experimenten zeigen konnte, dass Seeigel-Embryonen sich auch bei drastischen Eingriffen wie Wegnahme, Störung oder Vertauschung von Teilen schliesslich immer vollständig und ohne jeglichen Defekt ausbilden. Dass sich dabei auch aus einem Teil immer wieder das Ganze entwickelt, führte Driesch zu dem Schluss, dass alle Zellen des Embryos das vollständige Entwicklungspotential besitzen und dass das Schicksal eines Teils des Embryos nur von seinem geometrischen Ort in in diesem Ganzen bestimmt wird. Dieses Ganze, das die Entwicklung des Embryos leitet und organisiert, definierte Driesch als etwas Immaterielles, Metaphysisches, ausserhalb von Raum und Zeit Stehendes - ähnlich wie es heute der englische Biologe Rupert Sheldrake in Bezug auf sein "morphogenetisches Feld" tut. Driesch nannte es nach Aristoteles "Entelechie" ("etwas, das sein Ziel in sich selbst trägt") und stellte sich damit in die Tradition des Vitalismus, der die hinter der Entwicklung und Formbildung lebender Organismen stehende Kraft als etwas ausserhalb oder über den
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Viele der Informationen über Gurwitsch und seine Schule verdanke ich der ausführlichen Darstellung des russischisraelischen Virologen M. Lipkind (siehe Bibliografie).

Bischof: 1 mechanistischen, klassischen Naturgesetzen Stehendes begreift.

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Die damals und noch heute die Embryologie beherrschende Schule der "Entwicklungsmechanik" sieht den Embryo im Gegensatz dazu als eine komplizierte mechanische Vorrichtung an, bei der man nur die Entwicklungsursachen lokalisieren muss, um ihre "Mechanik" zu verstehen. Dadurch, dass Driesch die Entelechie zu etwas erklärte, das wissenschaftlicher Analyse unzugänglich bleiben müsse, entmutigte er die Biologen allerdings zugleich, in dieser Richtung weiterzuforschen und seine Hypothese experimentell nachzuprüfen. Das Verdienst, dem Entelechie-Konzept wieder eine positive Bedeutung als nachprüfbare Arbeitshypothese gegeben zu haben und damit einen im modernen Sinne wissenschaftlichen Vitalismus begründet zu haben, kommt dem russischen Zellbiologen Alexander G. Gurwitsch (1874-1954) zu. Gurwitsch, der sich ganz in der Nachfolge Drieschs sah, war bereits anfangs dieses Jahrhunderts überzeugt, dass ein "biologisches Feld" für die Regulation der Vorgänge in Zelle und Organismus verantwortlich sei. Dieses Feld zwingt nach seiner Auffassung der in ihm befindlichen Materie bestimmte Bahnen auf und strukturiert sie - es ist also ein "morphogenetisches (formbildendes) Feld", ein Begriff, der zum erstenmal vom russischen Forscher verwendet worden ist. Es sei, so schreibt Gurwitsch, eine charakteristische Eigenschaft lebender Systeme, dass die chemischen Prozesse in ihnen von ihrer räumlichen Anordnung bestimmt werden. Dabei seien nicht irgendwelchen besonderen Moleküle oder Molekülkomplexe das Wesentliche, sondern deren räumliche Anordnung, in die sich ständig wechselnde Moleküle einfügen. Diese räumliche Struktur wird durch das biologische Feld bewirkt. Im Rahmen der Erforschung dieses biologischen Feldes machte Gurwitsch im Jahre 1922 eine Beobachtung, die als eigentliche Geburtsstunde der Biophotonenforschung betrachtet werden muss. Er hatte bei Versuchen zur pflanzlichen Zellteilung beobachtet, dass die Wurzelzellen

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einer jungen Zwiebel an einer bestimmten Stelle zu vermehrter Zellteilung angeregt wurden, wenn die Spitze einer zweiten Zwiebelwurzel eine Zeitlang auf diese Stelle gerichtet war. Denselben zellteilungsauslösenden Effekt konnte er in der Folge auch bei anderen pflanzlichen Bildungsgeweben und entsprechenden tierischen Geweben mit starker Zellteilungsaktivität beobachten. Gurwitsch schloss aus diesen Versuchen, dass er die Wirkung einer bisher unbekannten Strahlung entdeckt haben müsse, die er "mitogenetische Strahlung" (Mitosen, d.h. Zellteilungen auslösende Strahlung) nannte. Um auszuschliessen, dass der Effekt auf chemische Übermittlersubstanzen zurückgehen konnte, die aus der Wurzel austreten, schirmte Gurwitsch die beiden Zwiebelwurzeln durch Gläser voneinander ab. Wenn er dazu normales Fensterglas verwendete, trat der Effekt tatsächlich nicht mehr auf. Bei der Verwendung von Quarzglas hingegen war die vermehrte Zellteilung trotzdem festzustellen. Es musste sich also um eine Strahlung handeln, und die Tatsache, dass Fensterglas ultraviolette Strahlung abschirmt, Quarzglas jedoch nicht, legte für ihn den Schluss nahe, dass die "mitogenetische Strahlung" in diesem Frequenzbereich liegen musste. Zunächst hatte Gurwitsch allerdings geglaubt, eine rein biologische Strahlung entdeckt zu haben, die nicht zum elektromagnetischen Spektrum gehöre. Erst viel später liess er sich davon überzeugen, dass es sich um elektromagnetische Strahlung handeln müsse. Zu dieser Überzeugung trug die Feststellung bei, dass auch künstlich erzeugtes, schwaches UV-Licht von ähnlicher Intensität wie die mitogenetische Strahlung denselben mitoseauslösenden Effekt hatte. Aber auch eine Begegnung mit Albert Einstein im Jahre 1927, der damals noch in Berlin tätig war, mag dabei eine Rolle gespielt haben. Gurwitsch unterhielt sich mit dem Nobelpreisträger über die Schwierigkeit, die Strahlenquelle zu finden, die für die Emission von Photonen aus lebenden Systemen verantwortlich war. Einstein versicherte ihm, wie alle grossen Ent-

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deckungen werde auch die Erforschung der mitogenetischen Strahlung früher oder später an den Punkt kommen, wo sich durch rein physikalische Mittel eine solche Energiequelle nachweisen lasse. Eine grosse und wegweisende Entdeckung hatte Gurwitsch mit dem Nachweis der Strahlung aus den Zellen in der Tat gemacht. Wenn manche Wissenschaftler ihn heute als einen der vielleicht grössten Wissenschaftler dieses Jahrhunderts bezeichnen, so beziehen sie sich allerdings nicht nur auf diese Leistung, die ja ohnehin im Rahmen von Gurwitschs Suche nach dem biologischen Feld stattgefunden hatte. Der russische Zellbiologe war seiner Zeit in mancher Hinsicht weit voraus. Er hat nicht nur das Wesen der Zellstrahlung gründlich erforscht; seine Überzeugung, dass dieses Licht aus der Zelle Ausdruck eines regulierenden biologischen Feldes sein müsse, durch das alle Zellen eines Organismus zusammenhängen, belegte er durch jahrzehntelange systematische Experimente. Diese Strahlung löste nicht nur Zellteilungen aus, sondern zeigte durch ihre Äusserungen ganz allgemein die verschiedenen Zustände an, in denen sich eine Zelle befinden konnte. Das Aufleuchten der Zelle begleitete insbesondere Geburt und Tod der Zelle. In den Hefekulturen, die Gurwitsch bald als Standard-Versuchsobjekte verwendete, stellte er jeweils 20-30 Minuten vor der "Sprossung" (Zellteilung) ein "prämitotisches Aufleuchten" fest. Weit intensiver sogar als vor der Mitose war das Leuchten, wenn tierische oder pflanzliche Versuchsobjekte einer raschen Abkühlung, Narkose, Vergiftung oder anderen störenden oder schädigenden Einflüssen ausgesetzt wurden. Diese

"Degradationsstrahlung" ist der Schmerz- oder Todesschrei der gequälten Zelle. Gurwitschs Erkenntnisse über die Vorgänge in der Zelle nahmen teilweise die Konzepte des russisch-belgische Nobelpreisträgers Ilya Prigogine voraus. Zu den räumlichen Veränderungen, die das biologische Feld nach Gurwitsch bewirkt, gehört nämlich auch die Bildung von Molekülgruppen aus Molekülen, die beim alleinigen Vorhandensein der klassischen chemischen

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Bindungskräfte keine Bindung eingehen könnten. Diese Gruppenbildung kommt dadurch zustande, dass das biologische Feld die aus den unzähligen Stoffwechselprozessen in der Zelle entstehende Energie für sie verfügbar macht. Diese Energie wird in den Molekülgruppen von manchmal Tausenden von Molekülen in der Form ihres neuen Ordnungszustandes gespeichert und wird beim Zerfall der Gruppen in Form der mitogenetischen Strahlung wieder frei. Auch diesen Zerfall kann das Feld, wie den Aufbau der Gruppen, selbst auslösen, indem es aufhört, der Molekülgruppe die nötige Energie zu ihrer Aufrechterhaltung zuzuführen. Diese "unausgeglichenen Molekularkomplexe", wie Gurwitsch diese Bausteine des Protoplasmas nennt, entsprechen weitgehend den "dissipativen Strukturen", für deren mathematische Formulierung Prigogine 1977 den Chemie-Nobelpreis erhielt. Das Konzept des

thermodynamischen Nicht-Gleichgewichtszustandes, durch Prigogine in die Wissenschaft eingeführt und heute für die Biophysik des Lebendigen grundlegend, geht - wahrscheinlich durch Vermittlung des ungarischen Biologen Erwin S.Bauer - auf diese Entdeckung Gurwitschs zurück. Ebenso seiner Zeit voraus war Gurwitsch mit einer Reihe anderer Erkenntnisse über die mitogenetische Strahlung und das Wesen des Lebendigen. Beispielsweise mit der Aussage, der Kernpunkt der Lehre von der mitogenetischen Strahlung bestehe darin, die grundlegende Bedeutung der sogenannten "seltenen Ereignisse" in der Biologie zu klären. Verglichen mit der Zahl der Moleküle in einer Zelle ist nämlich die Zahl der Photonen der mitogenetischen Strahlung äusserst gering; es handelt sich um einzelne bis höchstens einige tausend Photonen (Lichtquanten) pro Sekunde und pro Quadratzentimeter. Entsprechend gering erscheint deshalb die Wahrscheinlichkeit, daß diese Lichtquanten überhaupt von irgendwelchen Molekülen aufgenommen werden und und Wirkungen auslösen können. Und doch, so stellte Gurwitsch in seinen Experimenten immer wieder fest, kann bereits ein einzelnes Photon den Zustand

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unzähliger Moleküle und ganzer Zelle verändern. Durch die Auslösung von Kettenreaktionen können solche Mikroprozesse Makroprozesse in Gang setzen; der Organismus funktioniert, wie die Biophysik heute weiss (aber noch nicht vollständig erklären kann), als eine Art von Verstärker, so daß allerfeinste Reize genügen, um weitgehende Wirkungen auszulösen. Der hier zur Verfügung stehende Platz reicht nicht aus, auch nur einen Begriff von der Vielzahl zukunftsträchtiger Forschungsresultate zu geben, die allein schon in den Werken Gurwitschs zu finden sind, die in westlichen Sprachen vorliegen. Sie sind von der heutigen westlichen Forschung noch bei weitem nicht ausgewertet. Nur wenige seiner Arbeiten sind zudem übersetzt worden, und seine letzten Werke sind noch nicht einmal in Russisch gedruckt.

DAS SCHICKSAL EINES PIONIERS

Gurwitsch ist zum Begründer einer eigenen Schule der sowjetischen Biologie geworden, die in mancher Hinsicht eine andere Entwicklung als die westliche genommen hat. Seine Lehre von der Zellstrahlung und die Theorie des biologischen Feldes sind in der Sowjetunion in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder diskutiert worden und in wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern veröffentlicht worden. In der Sowjetunion ist der Entdecker der mitogenetischen Strahlung ein bekannter Mann. Es gibt genügend Gründe, ihn für einen der grössten Wissenschaftler unseres Jahrhunderts und seine Entdeckung des Lichtes aus den Zellen für eines der wichtigsten experimentellen Ergebnisse der Biologie unseres Jahrhunderts zu halten. Es erstaunt deshalb, dass Gurwitsch heute im Westen praktisch unbekannt ist und dass hier die Erforschung der mitogenetischen Strahlung in den vierziger Jahren praktisch zum Stillstand gekommen ist. Was waren die

Bischof: 1 Gründe dafür ?

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Anfang der 30er Jahre arbeiteten in den Forschungslaboratorien der Sowjetunion und anderer osteuropäischer Länder bereits eine grosse Zahl von Forschern am Problem der mitogenetischen Strahlung, viele von ihnen mit positiven, einige mit negativen Ergebnissen. Die Erforschung der Zellstrahlung hatte sich aber auch schon nach Deutschland, Frankreich und Holland ausgebreitet. In Berlin konnte 1928 der spätere Nobelpreisträger Dennis Gabor (Entdecker der Holographie) bei Siemens zusammen mit dem Arzt T.Reiter die Existenz der Strahlung bestätigen. Positive Ergebnisse kamen auch von dem damals sehr bekannten deutschen Strahlenbiophysiker B.Rajewsky (1931). Nun begannen sich auch Wissenschaftler in Grossbritannien und den USA dafür zu interessieren. Es erschien eine Anzahl Berichte über erfolglose Versuche, mit photoelektrischen Zählern eine mitogenetische Strahlung nachzuweisen; einzig Otto Rahn konnte bestätigende Resultate vorlegen. 1937 schliesslich wurde im renommierten Bulletin des Nationalen Forschungsrates in Washington eine umfangreiche und gründliche Studie veröffentlicht, in der die beiden Forscher Holländer und Claus über wiederholte Misserfolge berichteten, eine mitogenetische Strahlung zu finden, und zwar sowohl mit dem photoelektrischen Zähler wie auch mit biologischen Detektoren. Obwohl wir heute wissen, daß sie die von Gurwitsch angegebenen Versuchsbedingungen nicht einhielten und die empfohlenen Methoden und die deutlich beschriebenen Vorsichtsmassnahmen missachteten -und trotz damals bereits mehr als 500 bestätigenden wissenschaftlichen Arbeiten - , bedeutete die an so prominenter Stelle erschienene Studie der beiden Amerikaner praktisch den Todesstoß für die Erforschung der mitogenetischen Strahlung im Westen. Der zweite Weltkrieg und der anschliessende "Kalte Krieg" halfen mit, das Thema praktisch

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vollständig aus dem wissenschaftlichen Bewusstsein der westlichen Welt verschwinden zu lassen. Natürlich gab es auch eine Reihe von wissenschaftlichen Gründen dafür. In erster Linie die Tatsache, daß Gurwitsch den Großteil seiner Resultate mit Hilfe von biologischen Detektoren gewonnen hatte. Doch auch die vor dem Krieg zur Verfügung stehenden physikalischen Lichtmeßgeräte hatten nicht ausgereicht, die sehr schwache Strahlung über jeden Zweifel hinaus nachzuweisen. Die "Gurwitsch-Strahlung" geriet deshalb immer mehr in den Ruf, ein bloßer "Dreck-Effekt" zu sein, wie die Physiker das Resultat nicht genügend sorgfältiger Experimente nennen. Die Skepsis rührte auch daher, daß das Phänomen der Zellstrahlung einfach nicht in den Rahmen des Wissens jener Zeit eingeordnet werden konnte. Die Molekularbiologie nahm eine andere Richtung; die physikalischen Grundlagen für das Verständnis biologischer Photonen fehlten, da die Quantenphysik noch nicht hinreichend entwickelt war, um in der Biologie angewendet zu werden. Das Prinzip des Lasers und die Kohärenz elektromagnetischer Strahlung waren unbekannt. Die von Gurwitsch mit den Mitteln der mitogenetischen Analyse entdeckten Eigenschaften einiger biologischer Vorgänge paßten nicht in das Lehrgebäude der klassischen Biologie der damaligen Zeit, was das Misstrauen, das man Gurwitsch als einem Vertreter des Vitalismus entgegenbrachte, noch verstärkte. Dazu kam, daß die fruchtbarste Periode in Gurwitschs wissenschaftlicher Arbeit, von den 20er bis zu den 50er Jahren, ausgerechnet in eine Zeit zunehmender Isolierung der sowjetischen Wissenschaft gegenüber dem Westen fiel. In der Stalinzeit wurde die sowjetische Biologie von dem berüchtigten Genetiker Lyssenko beherrscht und endgültig ins Abseits geführt. Mit stalinistischen Terrormethoden wurden seine fantastischen Dogmen durchgesetzt, und Gurwitschs Rücktritt von seinem Posten als Direktor des Instituts für Experimentelle Biologie an der Akademie für Medizinische Wissenschaften in Moskau, mit dem er 1948 gegen den

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Lyssenkoismus protestierte, hätte den 74jährigen leicht das Leben kosten können. Er fiel jedoch nur in Ungnade und konnte das Labor für Mitogenese faktisch von seiner Wohnung aus weiter leiten. Das vorher viele Mitarbeiter umfassende Forschungsinstitut wurde aber immer mehr zurückgeschnitten und schließlich 1953 ganz geschlossen.

SOWJETISCHE BIOPHOTONENFORSCHUNG NACH GURWITSCH

Nach Alexander Gurwitschs Tod im Jahre 1954 wurde das Institut bald unter der Leitung seiner Tochter, der Biologin Anna A. Gurwitsch, wiedereröffnet, blieb aber - bis heute - auf zwei kleine Räume und zwei, drei Mitarbeiter beschränkt. Doch eine Reihe von weiteren Wissenschaftlern aus Gurwitschs "Schule", unter ihnen Leo V.Beloussow, L.Ya.Bljacher, E.Ch.Puchalskaya, führten die Arbeit ebenfalls weiter. Nach dem Krieg wurde die mitogenetische Forschung wieder intensiviert; in der Form des "Photomultipliers" (Lichtvervielfachers) hatte man nun endlich ein Instrument in der Hand, um die Existenz der mitogenetischen Strahlung zweifelsfrei nachzuweisen. Mit diesem Gerät konnten nun zehn- bis hundertmal schwächere Photonenströme, ja selbst einzelne Photonen erfasst werden. Doch über die vielen sowjetischen Forschungen zur "ultraschwachen

Zellstrahlung" erfuhr man im Westen erst durch Publikationen in der russischen, auch englisch erscheinenden Zeitschrift "Biofizika". Die ab 1963 veröffentlichten Arbeiten - unter anderem von Anna A. Gurwitsch -bestätigten die Existenz und viele der von Gurwitsch gefundenen Eigenschaften der Zellstrahlung. Neben der Gruppe um Anna Gurwitsch und Gurwitschs direkten Schülern, die seine Forschungen entlang der von ihm selbst vorgegebenen Linien fortsetzten, kann man bei den heute auf diesem Gebiet tätigen Forschern vor allem zwei Gruppen unterscheiden. Die eine ist,

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grob gesagt, mit den Anhängern der "Imperfektions"-Theorie von Zhurawlew identisch. Sie erklären die Zellstrahlung mit den anerkannten physikalischen und chemischen Prinzipien der konventionellen Lumineszenz (dem Leuchten eines Stoffes) biologischer Moleküle und führen die Strahlung auf bestimmte chemische Reaktionen zurück. In ihren Augen ist sie ein bloßes "Abfallprodukt" dieser chemischen Reaktionen ohne jegliche biologische Funktion. Diese Auffassung ist ohne weiteres in Einklang zu bringen mit der herrschenden Molekularbiologie. Es überrascht deshalb nicht, daß es vor allem die Arbeiten dieser Gruppe sind, die in westlichen Publikationen abgedruckt und zitiert werden. Aber abgesehen davon, daß sie die Existenz einer Zellstrahlung anerkennen, mögen sich die Vertreter dieser Richtung kaum noch auf Gurwitschs Vorarbeit stützen. Das zeigt sich in einer Aussage von G.M.Barenboim im Buch "Luminescence of Biopolymers and Cells", das 1969 in Englisch erschienen ist: "Unserer Meinung nach ist die Lösung des gesamten Problems der mitogenetischen Strahlung noch in der Anfangsphase. Die neuen Arbeiten haben die Existenz einer UV-Strahlung aus lebenden Zellen bewiesen, aber sie haben wenig zum Verständnis ihrer Bedeutung beigetragen". Eine zweite Richtung von Gurwitsch-Nachfolgern hingegen verleugnete sein Erbe nicht und knüpfte auch an sein Konzept des biologischen Feldes an, das von der ersten Gruppe über Bord geworfen wurde. Ein führender Vertreter dieser Gruppe ist der Biophysiker Viktor M. Inyushin von der Kasachischen Kirow-Staatsuniversität in Alma-Ata. Inyushins Denken ist nach eigenem Bekunden von Gurwitsch stark beeinflußt. Mitte der 70er Jahre hatte Inyushin festgestellt, die intensivste mitogenetische Strahlung stamme aus dem Zellkern, und diese sei sowohl kohärent (hochgeordnet) wie auch monochromatisch (einfarbig) und polarisiert - mit anderen Worten: biologische Laserstrahlung. Der junge Forscher - einer der Pioniere der Soft-Laser-Therapie - hatte bereits 1968 gezeigt, daß Akupunkturpunkte eine stärkere Biophotonenstrahlung als beliebige Kontrollpunkte auf der

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Haut aufweisen, wenn man das Innere des Mundes mit einem Gaslaser bestrahlt. Inyushin ist überzeugt, daß mit der Bestrahlung durch schwaches Laserlicht bestimmter Wellenlängen (wie durch viele andere geeignete Reize) die Selbstregulations- und Selbstheilungsprozesse im Organismus gezielt angeregt werden können. Diese Reize wirken nach seiner Auffassung nicht in erster Linie auf materielle Strukturen unseres Organismus. Vielmehr beeinflussen sie das "Biofeld" des Menschen, das für die Steuerung und Regulation der Lebensprozesse verantwortlich ist. Eine Komponente dieses Biofeldes ist nach Inyushin das sogenannte "Bioplasma": ein dynamisch strukturiertes elektromagnetisches Feld, in dem auch die Materieteilchen eine hohe Ordnung aufweisen und sich wie ein intelligentes Ganzes verhalten. Ebenfalls dieser Gruppe zuzuordnen ist Professor Vlail Kasnatschejew von der Akademie der Medizinischen Wissenschaften in Nowosibirsk. Er wurde durch ein Experiment berühmt, das die Übertragung von Krankheiten über Biophotonenstrahlung zu beweisen scheint. Eine andere Entwicklung, die stark von Gurwitschs biologischem Feld inspiriert ist, ist die sogenannte "Kirlianfotografie". Bereits Ende der 30er Jahre von dem sowjetischen ElektrikerEhepaar Semjon und Walentina Kirlian in Krasnodar entwickelt, konnte über dieses Verfahren einer fotografischen Abbildung im Hochfrequenzfeld wegen Geheimhaltung erst 1961 eine Veröffentlichung erscheinen. Die auf den Kirlian-Bildern erscheinende "Korona" um die fotografierten Gegenstände herum reflektiert (neben einer ganzen Reihe von technischen Umständen) physiologische und emotionale Zustände des Organismus und wird deshalb heute weltweit auch zur medizinischen und psychologischen Diagnose benützt. Die Arbeiten von Inyushin, Kasnatschejew, Kirlian und auch Gurwitsch sind einem breiteren Publikum im Westen in erster Linie durch Bücher wie "PSI" von Ostrander und Schroeder (1972) und "Lichtbilder der Seele" von Krippner und Rubin (1975) bekannt geworden. Wie so

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viele vom Establishment abgelehnte wissenschaftliche Arbeiten tauchten diese Entwicklungen hier in einem parapsychologischen Zusammenhang wieder auf, was natürlich wiederum nicht unbedingt zu ihrer wissenschaftlichen Anerkennung beitrug.

NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG: DIE VORAUSSETZUNGEN ÄNDERN SICH

Die ersten westlichen Wissenschaftler, die nach dem Krieg die neuen Photomultiplier zur Untersuchung der Zellstrahlung einsetzten, waren die italienischen Biophysiker Colli, Facchini und Mitarbeiter. Sie zeigten 1954 zum erstenmal zweifelsfrei, daß verschiedene Pflanzenkeime eine Strahlung aussenden. Die von ihnen untersuchten Keimlinge gaben allerdings kein UVLicht ab, wie es Gurwitsch gefunden hatte, sondern sichtbares Licht vom grünen bis zum roten Bereich des Spektrums - 1018 (Milliarden mal Milliarden) mal schwächer als das Tageslicht. Da ihnen jedoch Kollegen aus der Biologie versicherten, dieses Licht habe mit Sicherheit absolut keine biologische Bedeutung, setzten die Italiener ihre Versuche nicht fort. Die Zeit war noch nicht reif für ein Verständnis der wahren Bedeutung des Lichtes aus den Zellen, und sie sollte es bis mindestens zum Anfang der 70er Jahre auch weiterhin nicht sein. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Da war zunächst einmal die Tatsache, daß die Wissenschaft vollkommen auf die biochemische Anschauung der Lebensvorgänge

eingeschworen war, die die davon ausgeht, daß das Leben restlos auf biochemischer Grundlage verstanden werden kann. Diese Anschauung beinhaltet weiterhin, daß man mit Recht die Ansicht über Bord geworfen habe, es gebe neben den chemischen irgendwelche anderen Energien oder Kräfte von Bedeutung im Organismus, seien es nun elektromagnetische oder nicht, und daß dies ein Sieg der wahren Wissenschaftlichkeit über verstaubte okkulte Konzepte

Bischof: 1

Biophotonen 1

darstelle. Auf der anderen Seite drangen die Ergebnisse jenes Forschungsbereiches, der sich mit den Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Lebewesen beschäftigte und in dem vor allem in der Sowjetunion bereits seit den fünfziger Jahren intensiv geforscht wurde, nur langsam in den Westen, stiessen dort auf Misstrauen und wurden lange in ihrer Bedeutung nicht erkannt. Sie sind auch heute leider nur wenigen Spezialisten bekannt. Die Tatsache, daß besondere, eng definierte Frequenz- und Intensitätsbereiche von elektromagnetischen Feldern deutlich auf vielerlei Funktionsbereiche von tierischen und menschlichen Organismen einwirkten, konnte nach der Ansicht dieser sowjetischen (und unterdessen auch einiger weniger westlicher) Forscher nur darauf zurückzuführen sein, daß in Pflanze, Tier und Mensch selbst entsprechende Felder existieren und eine biologische Funktion besitzen, und daß so zwischen diesen und den von außen einwirkenden Feldern eine ResonanzWechselbeziehung entstehen kann - ähnlich wie durch das Anschlagen einer Stimmgabel eine zweite gleich gestimmte Stimmgabel ebenfalls in Schwingung versetzt wird, ohne daß sich die beiden Stimmgabeln berühren. Von Bedeutung für die Biophotonenforschung ist auch der von diesen Wissenschaftlern entdeckte Umstand, daß selbst Felder niedrigster Intensität noch biologische Wirkungen auslösen können - auch solche übrigens, die weit schwächer sind, als diejenigen, die von Rundfunkund Fernsehsendern, Radaranlagen, Hochspannungsleitungen und

Garagentoröffnern ausgestrahlt werden, um nur ein paar Quellen der bei uns überall gegenwärtigen elektromagnetischen Umweltverschmutzung zu nennen. Die bis heute andauernde wissenschaftliche Skepsis gegenüber der Biophotonentheorie hat z.T. ähnliche Gründe wie diejenige westlicher Wissenschaftler in Bezug auf die biologische Wirksamkeit elektromagnetischer Felder. Eine derart schwache Strahlung, wie die Zellstrahlung sie darstellt, kann nach herrschender Auffassung niemals irgendeine biologische Bedeutung

Bischof: 1

Biophotonen 1

haben. Man war bis vor kurzem nämlich der Meinung, daß nur solche Strahlung eine biologische Wirkung ausüben könne, die so energiereich ist, daß sie die Bindung zwischen Molekülen oder Atomen aufzubrechen oder Elektronen von Atomen abzuspalten (und diese damit zu "ionisieren") vermag oder in der Lage ist, das Gewebe zu erwärmen. Nachdem jedoch die Forschung gezeigt hatte, daß auch nicht-ionisierende Strahlung, also beispielsweise Licht oder Mikrowellenstrahlung, wirksam war, konnte sie schliesslich auch beweisen, daß es sogenannte "nicht-thermische" Wirkungen gab, das heißt solche, die nicht auf einer Erwärmung des Gewebes beruhten. Wie es scheint, wirken lebende Organismen als eine Art Verstärker, die solche sehr schwachen Felder so weit verstärken, daß diese biochemische und andere Lebensprozesse beeinflußen können. Organismen stellen sozusagen "Instrumente" von einer so extremen Empfindlichkeit dar, daß kein von Menschenhand geschaffenes Meßinstrument auch nur annähernd an sie heranreicht. Diese Verstärkermechanismen, deren Existenz auch schon Gurwitsch und der Quantenphysiker Pascual Jordan erkannt hatten, konnten aber erst wirklich verstanden werden, als die Wissenschaft zwei weitere neue Forschungsgebiete entwickelt hatte: die Laserphysik, die auf der Quantenphysik beruht, und die Theorie der "dissipativen Strukturen", die vom russischbelgischen Chemiker und Nobelpreisträger Ilya Prigogine aufgestellt wurden. Es bedurfte der wissenschaftlichen Revolution, die heute in Form dieser drei (und weiterer) Disziplinen im Gange ist, damit Mitte der 70er Jahre endlich die von Gurwitsch angebahnte Entwicklung Früchte tragen konnte.

FRITZ

A.

POPP:

EIN

DEUTSCHER

FORSCHER

ENTDECKT

DIE

ZELLSTRAHLUNG WIEDER

Bischof: 1

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Dies geschah in erster Linie durch die Arbeit des 52jährigen deutschen Biophysikers FritzAlbert Popp. Popp, der in den frühen 70er Jahren an der Universität Marburg als RadiologiePhysiker und Krebsforscher tätig war, hatte schon damals die Idee entwickelt, die krebserregenden Eigenschaften bestimmter Stoffe könnten, statt in deren chemischen Merkmalen, in deren besonderen Art von Wechselwirkung mit Licht und Strahlung begründet sein, die schon frühere Forscher festgestellt hatten. Wenn das allerdings der Fall sein sollte, dann mußte es im Organismus selbst Licht geben, und das war für den jungen Physiker zunächst einmal völlig undenkbar. Trotzdem beschäftigte er sich mit dieser Möglichkeit und stellte die Überlegung an, daß bei der hohen Erneuerungsrate der Zellen in Mensch und Tier - bei einer Maus erneuert sich das gesamte Körpergewebe alle paar Monate, beim Menschen alle sieben Jahre - nur eine Signalübermittlung mit Lichtgeschwindigkeit die Kommunikation zwischen allen Zellen optimal sicherstellen konnte. Er ging mithin also davon aus, daß alle Zellen vom Tod jeder einzelnen Zelle erfahren müßten, damit ein Organismus im Inneren wirklich kommunikativ wäre, nicht nur eine einzelne andere Zelle, die sich als Ersatz teilen sollte. So war Popp bereits mit Gedanken über die Konsequenzen eines Vorhandenseins von Licht im Organismus beschäftigt, als er 1973 von den Experimenten des Russen Kasnatschejew erfuhr. Dieser hatte gezeigt, daß lebende Zellen durch Photonen - also elektromagnetische Wellen - im ultravioletten Bereich biologische Informationen austauschen. Der Student, der ihm davon erzählte, wies ihn auch auf die Forschungsarbeiten von Gurwitsch hin, die für Kasnatschajews Arbeit Pate gestanden hatten. Diese Nachricht löste bei Popp eine Art "kreativen Schocks" aus, und er begann, Hypothesen darüber zu entwickeln, welche Konsequenzen die Existenz von Licht in Organismen und und welche Ursache ein solches Licht

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Biophotonen 1

wohl haben könnte. In den beiden Jahren 1973 und 1974 entwickelten sich bei ihm gedanklich bereits alle jene Elemente, die heute die vollausgebaute Biophotonentheorie ausmachen. 1975 konstruierte einer seiner Doktoranden, Bernhard Ruth, unter seiner Anleitung eine Apparatur zur Messung "ultraschwacher Zellstrahlung" und fand eine solche Strahlung auch tatsächlich in einer Vielzahl von pflanzlichen und tierischen Zellen. Dies trotz seiner anfänglichen Überzeugung, sie könne nicht existieren. Während er im Gegensatz zu

Gurwitsch und den Italienern Colli und Facchini nicht allein im ultravioletten oder sichtbaren Bereich Strahlung feststellte, sondern im gesamten optischen Bereich vom UV über das sichtbare Licht bis zum Infrarot, bestätigten Ruths äußerst seriös durchgeführte Meßungen im übrigen die von früheren Forschern gefundenen Eigenschaften der biologischen Strahlung, so z.B. das drastische Ansteigen der Intensität bei Störung, Beschädigung oder beim Sterben der Zellen, das auch schon Gurwitsch festgestellt hatte. In der Folge hinterfragte Popp mit seinen Mitarbeitern systematisch die verschiedenen Elemente der Biophotonentheorie, die bereits seit einigen Jahren, einer Vision gleich, vor seinem geistigen Auge gestanden hatten, und begann sie mit Experimenten, theoretischen Überlegungen und Berechnungen zu untermauern. Wie bereits angedeutet, war Popp schon früh davon überzeugt gewesen, daß im Inneren von Lebewesen ein Kommunikation von derartiger Intensität vor sich gehen müße, wie sie bei rein biochemischer Signalübermittlung nicht möglich wäre. Nach seiner Ansicht strahlten lebende Zellen nicht bloß Licht ab, über das sie sich untereinander verständigten, sondern er war sich sicher, daß dieses Licht sogar in der Hierarchie der biologischen Steuerungen ganz oben stehen mußte. Nicht die Zelle oder die Moleküle waren, wie sich das aus der Sicht der Biochemie darstellt, zuerst da, und strahlten dann Licht ab, sondern die Lichtemission der Zellen mußte als eine "Störung" eines den ganzen Organismus umfassenden hochgeordneten und

zusammenhängenden Strahlungsfeldes betrachtet werden, wie ein Kräuseln auf einem Ozean.

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Und dieses elektromagnetische Feld, in das unser physischer Körper eingebettet ist, war nicht ein bloßes abfallähnliches, biologisch bedeutungsloses Leuchten von chemischen Prozessen, wie das von vielen Forschern gesehen wurde, sondern es steuerte und regulierte im Gegenteil sämtliche Lebensvorgänge im Organismus und bildete auch das "morphogenetische Feld", jene Matrize, die alle Strukturen und Prozesse im Organismus anordnet und gestaltet. Weil das Licht aus den Zellen für ihn eine solche zentrale und umfassende Funktion im Leben des Organismus einnahm, ersetzte Popp die vielen von früheren Forschern verwendeten Begriffe für die Zellstrahlung durch den programmatischen Ausdruck "Biophotonen" - Lebenslicht. Das Biophotonenfeld, ein nicht faßbares Trägerfeld, auf dem die (allein meßbaren) Biophotonensignale sich fortpflanzen, entspricht also weitgehend dem Lichtkörper oder Ätherkörper der okkulten Traditionen und östlichen Geheimlehren, außer daß es natürlich nur jene Dimension umfaßt, die in den Rahmen der modernen Physik hineinpaßt; es handelt sich dabei um einen rein elektromagnetischen Energiekörper. Über daraus hinausgehende Dimensionen unseres feinstofflichen Körpers macht die Biophotonentheorie keine Aussagen.

KOHÄRENZ: LEBEWESEN ALS BIOLOGISCHE LASER

Dieses Biophotonenfeld konnte aber, wie Popp vermutete, die von ihm skizzierten Aufgaben nur dann erfüllen, wenn es ein kohärentes Feld war. Kohärente elektromagnetische Felder, wie sie z.B. in einem Laserstrahl vorliegen, sind geordnete und koordinierte Wellen, deren Wellen-"Täler" und Wellen-"Berge" miteinander koordiniert sind und sich deshalb auf bestimmte Weise überlagern. Dabei löschen sie einander entweder aus (wenn Wellenberge sich mit Wellentälern überlagern) oder verstärken einander (wenn Wellental zu Wellental oder Wellenberg zu Wellenberg kommt, addieren sich ihre Kräfte).

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Dadurch wirkt ein kohärentes Feld ordnend und strukturierend. So wie das Licht eines Laserstrahls durch seine starke Bündelung auch weit von der Lichtquelle weg kaum gestreut wird, so behalten die Wellen eines kohärenten Feldes selbst in größerer Distanz vom Ausgangspunkt noch ihre Verbindung untereinander und mit ihrem Ursprung, so daß sie sehr gut Informationen übermitteln können und eine Vielzahl von Teilchen, Zellen, Geweben und Organen koordinieren und zu einem Ganzen verbinden können. Nachdem er gezeigt hatte, daß die Biophotonenstrahlung existierte, war es für Popp deshalb von zentraler Bedeutung, beweisen zu können, daß sie kohärent war; wenn sie es nämlich nicht war, konnte sie keine nennenswerte biologische Bedeutung haben. Die ganze

Biophotonentheorie hing an der Klärung dieser Frage. Tatsächlich konnte er zusammen mit seinen Mitarbeitern im Laufe der Jahre vielfältiges Beweismaterial dafür zusammentragen, das auch von Forschern aus anderen Ländern bestätigt worden ist, so daß es heute als beweisen gelten kann, daß die Biophotonen kohärent sind. Vieles spricht sogar dafür, daß sie eine so außerordentlich hohe Kohärenz aufweisen, wie sie mit technischen Mitteln weder heute noch in absehbarer Zukunft auch nur annähernd nicht herzustellen ist. Die Analyse der gemessenen Biophotonenstrahlung aus pflanzlichen und tierischen Zellen, die ihre hohe Kohärenz zeigte, ergab gleichzeitig, daß die strahlenden Organismen

thermodynamisch gesehen sogenannte "Nicht-Gleichgewichtssysteme" darstellen. Popp hat damit als erster einen experimentellen Beweis für die Richtigkeit der Theorien von Ilya Prigogine geliefert, der vorausgesagt hatte, daß sich "biologische Systeme", wie Physiker Lebewesen nennen, "weit weg vom thermischen Gleichgewicht aufhalten". Das bedeutet, daß sie durch die ständige Zufuhr von Energie, vor allem aus der Nahrung, eine innere Struktur und Ordnung aufrechterhalten, die ohne diese Energiezufuhr sofort zusammenbrechen würde. Lebewesen sind nach Prigogine in einem labilen Übergangszustand, einem sogenannten

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"Phasenübergang", aus dem sie ganz plötzlich, durch nur geringste Einflüsse, ein einen anderen Ordnungszustand umkippen können. Voraussetzung für diese hohe Empfindlichkeit, die sie zu sensibelsten "Antennen" macht, ist allerdings die erwähnte ständige Energiezufuhr. Bis dahin isoliert funktionierende Teilchen, Zellen oder Organe können dann plötzlich anfangen, koordiniert, wie ein Ganzes zu funktionieren - sich mit anderen Worten "kohärent" zu verhalten.

LEBEWESEN ALS BIOLOGISCHE LASER

Diese hochbedeutsame physikalische Einsicht in das Funktionieren lebender Organismen, die einen revolutionären Schritt für die Naturwissenschaften darstellt, besitzt jedoch einen entscheidenden weiteren Aspekt, den nun Popp in seiner Biophotonentheorie ergänzt hat. Die Kohärenz der Teilchen ist nämlich nicht denkbar ohne ein kohärentes elektromagnetisches Feld, das erst die Teilchen zu ganzheitlichem Verhalten veranlaßt. Prigogines "dissipative Strukturen", wie die erwähnten Phasenübergangszustände genannt werden, sind gleichzeitig auch Laserprozesse, in denen durch ständige Energiezufuhr ein Verstärkungsmechanismus in Gang gehalten und ein kohärentes Feld erzeugt wird. Und der Phasenübergang, an dem sich dissipative Strukturen - wie Physiker zu sagen pflegen - "aufhalten", ist gleichzeitig die sogenannte "Laserschwelle", an der sich nach Popp das Leben abspielt. Lebewesen sind also, wie bereits Mitte der 70er Jahre etwa gleichzeitig Popp und der Russe Inyushin erkannt haben, biologische Laser. Das bedeutet, daß nicht nur die materiellen Teilchen in ihnen sich in diesem labilen Übergangszustand zwischen einem unkoordinierten, nur schwach geordneten und einem koordinierten, ganzheitlich funktionierenden Zustand der Ordnung befinden, sondern auch das Biophotonenfeld selbst, in das die Teilchen eingebettet sind. Dieses kippt also ebenfalls bereits

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durch geringste Einflüsse von einem "chaotischen" Zustand, in dem es nur lokal begrenzte Wirkungen ausüben kann, in einen kohärenten Zustand, in dem es große Bereiche koordinieren und zu einem Ganzen verbinden und Wirkungen sowie Informationen auf große Distanz vermitteln kann.

DAS YIN UND YANG DER MODERNEN BIOPHYSIK

Diese beiden Zustände des Biophotonenfeldes beiderseits der Laserschwelle entsprechen nun, wie Popp selbst sagt, im Grunde den Yin- und Yang-Zuständen, die die chinesische Medizin im "Ch'i" walten sieht - in der Lebensenergie, die nach ihrer Vorstellung unseren Organismus erfüllt und reguliert. Die Biophotonentheorie besagt ebenfalls, daß durch das Hin und Her zwischen diesen beiden komplementären Zuständen sämtliche Prozesse im Organismus reguliert und gesteuert werden, und daß auch die Bildung und Auflösung von materiellen Strukturen in diesem auf ihr Zusammenspiel zurückgeht. So müßen sich gemäss der Biophotonentheorie beispielsweise Zellen und Gewebe, um sich zu teilen und zu wachsen, in einem "chaotischen" (also Yin-) Biophotonenfeld befinden, während ein kohärentes (Yang) Biophotonenfeld das Wachstum bremst und durch die Koordination einer größeren Zahl von Zellen bestimmten Zellen und Zellverbänden spezielle Aufgaben zuweist, also ihre "Differenzierung" in beispielsweise Nerven-, Stütz- oder Muskelgewebe veranlasst. In diesem Zusammenhang wird auch ein Verständnis der Krebserkrankung als Störung der steuernden Kohärenz des Biophotonenfeldes möglich: Während im gesunden Zustand lokale chaotische Felder gezielt eingesetzt werden, geraten diese Inkohärenzen bei einem Krebskranken außer Kontrolle, und es setzt ein ungesteuertes Wachstum von Zellen ein.

Bischof: 1 GESUNDHEIT UND KRANKHEIT IM

Biophotonen 1

VERSTÄNDNIS

DER

BIOPHOTONENTHEORIE

Die Fähigkeit des Organismus, sein Biophotonenfeld nach Bedarf auf beide Seiten der Laserschwelle pendeln zu lassen und ein Überschießen nach der einen Seite sofort mit einer Bewegung nach der anderen Seite auszugleichen mit anderen Worten seine

Selbstregulationsfähigkeit - ist eigentlich das, was wir mit Gesundheit bezeichnen. Im vitalen, gesunden Zustand entfernt sich das Biophotonenfeld nie längere Zeit zu weit von der Laserschwelle weg. Tut es das dennoch, ist mithin die Regulationsfähigkeit eingeschränkt, und fährt es sich auf der einen oder anderen Seite fest, so bedeutet das nach Popp Krankheit. Aus diesem Grunde kann man auch alle Krankheiten, wie das die ganzheitlich orientierten Ärzte schon seit vielen Generationen immer wieder getan haben, in zwei Grundtypen einteilen: diejenigen, die die eine allzu starke Abweichung nach der Yin-, und diejenigen, die eine solche nach der Yang-Seite darstellen. Krebs gehört angesichts des überschiessenden Zellwachstums auf die Seite von zuviel Yin oder Chaos, während entzündliche Krankheiten und beispielsweise multiple Sklerose auf die Seite von zuviel Yang oder Ordnung gehören. Krankheiten begreift die Biophotonentheorie aber auch, ganz wie das in der Vergangenheit zum Beispiel beim romantischen Dichter Novalis der Fall war, als Krisen in der Evolution des Individuums und der Menschheit. Denn jede Art von Störung, die den Organismus zu einer regulierenden Reaktion veranlasst, wird von der Biophotonentheorie als Auslöser betrachtet, die Skala der dem Organismus möglichen Reaktionen zu erweitern, also zu "lernen". Jede Begegnung mit einem ihm bis dahin fremden Signal, zum Beispiel einem neuen Virus oder einem elektromagnetischen Feld, verunsichert ihn und stellt ihn zunächst einmal in Frage, bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Dann aber versucht der Organismus, Antworten auf dieses neue

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Signal zu finden, und in der Auseinandersetzung damit integriert er es in Form einer neuen Frequenz in sein Biophotonenfeld. Wenn dieses sich also jeweils nach einer solchen Störung wieder einpendelt, so tut es dies auf einer neuen Ebene - es hat sich durch die Begegnung gewandelt. So entwickelt es sich durch die ständige Auseinandersetzung mit "Störungen" weiter, ohne jedoch seine Identität zu verlieren.

INNERE VERWANDTSCHAFT ZUR HOMÖOPATHIE

Hinter diesem Vorgang verbirgt sich im Grunde das schon von Paracelsus formulierte Prinzip, daß alles, was dem Menschen Gift ist, für ihn auch Heilmittel sein kann, daß allein die Dosis den Unterschied ausmacht. Deutlich zeigt sich dies beim Kleinkind, das nach der Geburt erst lernen muß, aus den für ihn zunächst giftigen Substanzen der Aussenwelt, des Nicht-Ich, Nahrung zu machen. Durch die Einverleibung und Transformation dieser Stoffe lernt es die für uns alle wichtige Fähigkeit, sich "Welt anzuverwandeln", und entwickelt sein Immunsystem und seine physiologische Identität. Damit wird aber auch verständlich, daß die Biophotonenforschung eine besondere innere Verwandtschaft zur Homöopathie aufweist. Tatsächlich hat eine Untersuchung, die Popp im Auftrag der deutschen Bundesregierung durchgeführt hat, ergeben, daß die

Biophotonenforschung in der Lage ist, den besonderen Prinzipien der Homöopathie wissenschaftlich gerecht zu werden, die von der herkömmlichen biochemischen

Betrachtungsweise niemals verstanden werden können. Je stärker eine homöopathische Potenz nämlich verdünnt ist und je weniger Atome der Wirksubstanz in ihr dadurch noch vorhanden sind, umso mehr enthält das Lösungsmittel (ein Alkohol-Wasser-Gemisch), wie man annehmen muß, eine Art "elektromagnetischen Abdruck" dieser Wirksubstanz in der Form von

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kohärenten Schwingungen. Bei den Hochpotenzen wirken diese Schwingungen nun nicht mehr, wie die niedrigen Potenzen und allopathischen Heilmittel, lokal begrenzt und kurzzeitig, sondern auf einer viel grundlegenderen Ebene und langfristig. Sie nehmen vermutlich direkten Einfluß auf das Biophotonenfeld des Patienten und wirken damit regulierend auf seinen ganzen Organismus. Im Prinzip ist es bei allen Substanzen (Medikamenten, chemischen Umweltverschmutzungen etc.), aber auch bei Einflüßen wie Licht, Klang, Gerüchen und den Schwingungen eines anderen Menschen der Fall, daß sie über ihre Eigenschwingungen direkt auf den Biophotonenkörper des Menschen einwirken. Doch Methoden wie die klassische Homöopathie mit ihren individuellen Einzelmitteln stellen nach den Erkenntnissen der Biophotonenforschung eine Art Modell für eine neuartige Medizin der Zukunft dar, weil sie gezielt und individuell, mit geringstem Aufwand und geringsten Nebenwirkungen, auf jene grundlegende Ebene des menschlichen Organismus einwirken, auf der jede Störung beginnt und daher auch ursächlich wieder am besten einreguliert werden kann.

DER BIOPHOTONENKÖRPER ALS PHYSIKALISCHE BRÜCKE ZUM GEISTIGEN

Genauso wie die Homöopathie mit ihren Hochpotenzen im Grunde kaum mehr materielle Einflüße einsetzt, die dadurch umso wirksamer sind, so stellt auch das Biophotonenfeld selbst durch seine Kohärenz eine Dimension des Organismus dar, die am äußersten Rande des Materiellen angesiedelt ist. Eine Dimension, die kaum mehr materiell, ja nicht einmal mehr

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energetisch (im Sinne der Physik, für die ja Energie nur eine Form der Materie darstellt), sondern in erster Linie auf der Ebene von Information funktioniert. Es ist die Eigenschaft der Kohärenz, durch deren bisher wenig erforschte Geistähnlichkeit dieser elektromagnetische Energiekörper, so sehr er sich auf die "harte", meßbare physikalische Realität beschränkt, tatsächlich doch auch eine Brücke zu jener seelisch-geistigen Wirklichkeit des Menschen darstellt, die vielleicht für immer außerhalb des Meßbereichs physikalischer Instrumente bleiben wird. So schließt der Nachweis eines elektromagnetischen Lichtkörpers durch die Biophotonenforschung durchaus nicht die Existenz jenes höheren Lichtleibes aus, von dem die esoterischen Traditionen sprechen: Schon Newton, auf der Schwelle zwischen Alchemie und moderner Naturwissenschaft, meinte, daß es zweierlei Licht gebe, das "phänomenale" Licht der Erscheinungswelt, das den Photonen entsprechen würde, die die Biophotonenforschung als Zellstrahlung messen kann, und ein "numenales" oder Wesenslicht, das wir mit dem innersten göttlichen Lichtkern unseres Selbst-Bewusstseins in Verbindung bringen dürfen. Auch Popp spricht von zwei verschiedenen Ebenen des Biophotonenfeldes im Organismus. Da sind auf der einen Seite die Biophotonen, die vom Organismus abgestrahlt werden und mit dem Photomultiplier gemessen werden können. Popp spricht hier von der "aktuellen Information". Die besonderen Eigenschaften dieser Strahlung zeigen aber, daß es, einer Meßung nicht zugänglich, im Inneren lebender Zellen gespeichertes Licht geben muß, zu dem sich die meßbare Biophotonenemission wie das Symptom zur Krankheit verhält. Diese "potentielle Information" muß man sich als ein hochkohärentes Feld stehender Trägerwellen vorstellen, auf denen die gemessenen Signale reiten wie ein Schiff auf dem Meer. Dieses Trägerfeld ist möglicherweise identisch oder steht in enger Verbindung mit der "Vakuumenergie", der Energie des leeren Raums, die in der modernen Physik den Platz der

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alten "Äther-Energie" einnimmt und vermutlich eng mit dem Bewusstsein verknüpft ist.

BIOPHOTONEN UND GEHIRNPROZESSE

So kann die Biophotonenforschung zwar über das Bewusstsein selbst nichts aussagen; sie forscht aber in jenem energetisch-informativen Zwischenbereich zwischen Bewusstsein und körperlicher Existenz, von dem aus sich sowohl über unser körperliches Sein wie auch über seelische und geistige Bereiche Rückschlüsse ziehen lassen, und so darf man von ihr in der Zukunft wohl auch Erkenntnisse über den Einfluss des menschlichen Geistes auf Körperprozesse erwarten. Bereits heute kann man ahnen, wie eng Bewusstseinszustände und emotionale Befindlichkeit über das Biophotonenfeld mit Abwehrfähigkeit und Immunsystem verknüpft sein müssen, wenn man auch noch nichts Genaueres über diesen Zusammenhang weiss. Eine ganze Reihe von Forschern hat sich auch schon mit der Möglichkeit beschäftigt, daß verschiedene geistige Prozesse inm uns auf der Ebene der Biophotonen ablaufen könnten. So hat der berühmte amerikanische Gehirnforscher Karl Pribram bereits Anfang der 70er Jahre davon gesprochen, daß die im Gehirn vorhandenen Informationen dort nicht lokal begrenzt in bestimmten materiellen Strukturen gespeichert seien, wie die Gehirnforschung bis dahin annahm, sondern über größere Bereiche ausgebreitet in der Form von kohärenten Biophotonenfeldern. Fritz Popp ist darüber hinaus überzeugt, daß nicht nur die Felder im Gehirnbereich, sondern diejenigen des ganzen Organismus Informationen speichern und somit Gedächtnisfunktionen wahrnehmen. Der amerikanische Psychologiedozent Keith Floyd hat die Hypothese entwickelt, die Gehirnregion in der Mitte des Schädels um die dritte Gehirnkammer herum, in der Hypophyse,

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Hypothalamus, Thalamus und Zirbeldrüse geometrisch bedeutsam angeordnet sind, könnte eine Art dreidimensionalen "Bildschirm" darstellen. Auf diesem würden die von den Sinnesorganen kommenden Signale zu "Wahrnehmungen" synthetisiert und die in den Biophotonenfeld gespeicherten Erinnerungen rekonstruiert: eine Art Bühne also, auf der das ganze "Bewusstseinstheater" aufgeführt wird.

HOLOGRAPHISCHE BIOPHOTONENFELDER

Diesen Vorstellungen ist gemeinsam, daß sie auf das Modell der Holografie zurückgreifen, einem dreidimensionalen fotografischen Verfahren, das der Nobelpreisträger Dennis Gabor erfunden hat. Wenn nach Pribram unsere Erinnerungen holografisch gespeichert werden, so bedeutet das, daß ihre Informationen in einem kohärenten Feld von elektromagnetischen Wellen-Interferenzen (überlagerungen) gespeichert sind. Auf einem Hologramm ist, im Gegensatz zur normalen Fotografie, ein Bild für unser Auge nicht als solches erkennbar, weil die Informationen darin in "holografischer", oder wie der bekannte Physiker und - zusammen mit Pribram - Urheber der "Holografischen Theorie", David Bohm, sagt, in "impliziter" Form enthalten sind. Von hier müssen die Informationen - beispielweise die Gedächtnisinhalte bei ihrer Umwandlung in Nervenimpulse - erst durch ein "Fourier-Analyse" genanntes Verfahren in Signale übersetzt und damit "greifbar" gemacht werden. Diese holografischen Felder sind die kohärenten Trägerfelder - die "potentielle Information" der Biophotonentheorie, die nach Popp die Kommunikationsgrundlage im Organismus bilden und auf denen sich die weniger kohärenten Signale in Form von Modulationen des Feldes über den Organismus verbreiten können. Ihre holografische Form hat eine Reihe von Vorteilen: In

den stehenden Wellen eines Hologramms kann eine ungeheure Informationsmenge gespeichert

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werden, und außerdem ist in jedem der Punkte eines holografischen Feldes die gesamte in ihm vorhandene Informationsmenge enthalten und zugänglich. Es sind diese holografischen Eigenschaften des Biophotonenfeldes, die den auf vielfältige Weise sich manifestierenden holografischen Eigenschaften des menschlichen Organismus zugrundeliegen, wie zum Beispiel den verschiedenen Reflexzonen der Körperoberfläche: In den Reflexzonen bespielsweise einer Hand, eines Fußes, eines Ohres, auf der Nase oder im ganzen Gesicht ist jeweils der ganze Organismus repräsentiert; durch reflexartige Einwirkungen auf bestimmte Hautzonen oder -punkte (mit Massage, Laserlicht, Wärme und Kälte, Wasser, Nadelung usw.) können die Organe und Funktionssysteme des Körperinneren beeinflusst werden.

AKUPUNKTUR UND BIOPHOTONEN

Diese holografischen Eigenschaften sind auch für die Akupunktur wesentlich, mit deren Grundlagen sich die Biophotonenforschung ebenfalls auf fruchtbare Weise beschäftigt hat. So ist nach den statistischen Berechnungen, die Popp mit Meßwerten aus der Elektroakupunktur angestellt hat, die Information des gesamten Netzes aller Akupunkturpunkte und damit des gesamten Organismus im Prinzip in jedem einzelnen Akupunkturpunkt enthalten; ein solcher reagiert nämlich auf eine elektrische Reizung niemals als isolierter Einzelpunkt, sondern wird von allen anderen Punkten mitgetragen und steht in ständiger Verbindung mit diesen. Wie Popp feststellen konnte, kann der Grad dieser Koppelung der Akupunkturpunkte sogar als Masstab für Gesundheit und Krankheit genommen werden: Krankheit zeigt sich durch Entkopplung der Punkte an. So etwas kann aber eigentlich nur auf der Grundlage eines hochkohärenten Biophotonenfeldes funktionieren. Deshalb ist Popp der Ansicht, die Meridiane müßten die Knotenlinien eines über

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den ganzen Organismus ausgedehnten dreidimensionalen Feldes stehender Wellen sein, das als Trägerfeld für darüberlaufende Signale dient. In diesem holografischen Wellenfeld seien die Meridiane, so Popp, eine Art von "bevorzugten Wellenleitern", das heißt Bahnen, auf denen sich Informationen am besten fortpflanzen können: rein elektromagnetische Kanäle, die keine materiellen Wände haben (nach solchen hat man ja lange vergeblich gesucht), in denen aber neben elektromagnetischen Signalen trotzdem auch materielle Substanzen transportiert werden könnten.

GEWEBE- UND ORGANSPEZIFISCHE BIOPHOTONENFELDER

Nicht nur Gehirn und Nervensystem haben ihre eigenen Biophotonenfelder; nach Popp besitzen sämtliche Gewebe in unserem Körper ihre eigene Art von Feldern, die sich vor allem durch ihren Kohärenzgrad unterscheiden. In Gehirn und Nervensystem, in denen kaum noch Zellteilungen und Stoffwechselaktivität stattfinden, sind diese Felder kohärenter als in den stoffwechselaktiveren und sich schnell erneuernden Geweben wie zum Beispiel in der Leber, im Darm oder in den Schleimhäuten, und das mag wohl auch der Grund sein, warum diese Gewebe ihre Leitfunktion im Organismus erfüllen können. Mit der Erforschung der Eigentümlichkeiten dieser gewebe- und auch der organspepezifischen Biophotonenfelder und ihrer Wechselwirkungen untereinander hat die Biophotonenforschung noch ein weites und interessantes Arbeitsgebiet vor sich. Dieses hängt, wenn wir zum Beispiel an die Muskulatur denken, aufs engste mit den Forschungen über Wilhelm Reichs "Orgonenergie" und ihre Rolle in der "Muskelpanzerung" (chronische Spannungszustände der Muskulatur) zusammen, deren Struktur nach dem Psychoanalytiker Reich der materielle Ausdruck unserer psychologischen Charakterstruktur ist.

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Die Zusammenhänge zwischen der Beschaffenheit des Biophotonenfeldes in veränderten Bewusstseinszuständen - beispielsweise in Entspannung, tiefen Meditationszuständen, in Hypnose oder gar bei einem "erleuchteten" Menschen - und körperlichen Veränderungen wären ein weiteres hochinteressantes Forschungsgebiet.

WOHER KOMMEN DIE BIOPHOTONEN ?

Doch die Biophotonenforschung ist noch weit davon entfernt, in solche Bereiche vorstoßen zu können, wenn auch die nächsten zehn Jahre wahrscheinlich große und weltweite Aktivitäten auf diesem Forschungsgebiet bringen werden. Vorrang hatten zunächst die Grundelemente der Biophotonentheorie, zu denen nach der Kohärenz als weiterer wichtiger Punkt die Frage gehörte, woher im Organismus denn die Biophotonen eigentlich kommen, welches der hauptsächlichste Lichtspeicher in uns ist. Keine Frage war es, daß natürlich die Photonen zunächst einmal dem Sonnenlicht entstammten, das wir indirekt über unsere Nahrung, aber auch auf direktem Wege über Augen und Haut in uns aufnehmen. Das Verhalten der Biophotonenabstrahlung von lebenden Zellen und ganzen Organismen zeigte, daß Lebewesen als Ganzes sehr gute Lichtspeicher sind. Man weiss heute sogar, daß ihre Fähigkeit, Licht zu speichern, durchaus als Maß genommen werden darf für ihre Lebendigkeit, Gesundheit und Vitalität. Je besser die Lichtspeicherfähigkeit von intakten Organismen ist, umso weniger Biophotonenstrahlung lässt sich auch messen bei ihnen. Diese Eigenschaft hängt mit der Kohärenz des Biophotonenfeldes zusammen. Die Kohärenz im Inneren eines lebendigen Organismus ist viel höher als in seiner Umgebung. Es muß also offensichtlich in ihm einen Mechanismus geben, der "Kohärenz anreichert",

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Photonen kondensiert und speichert oder, wie der deutsche Quantenphysiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger in seinem Buch "Was ist Leben ?" bereits 1944 voraussagte, "Ordnung aus der Umwelt aufsaugt" und diese sogar zu noch höherer Ordnung verdichtet. Woher kommt dieser Ordnungssog ?

LICHT AUS DER ERBSUBSTANZ

Popp hatte schon ganz zu Beginn seiner Beschäftigung mit dem Thema "Licht im Organismus" um 1974 vermutet, die DNS (Desoxyribonukleinsäure-)- Moleküle der Erbsubstanz im Zellkern könnten diese aktiven Lichtspeicher sein, von denen die gesamte Steuerung der BiophotonenZirkulation und damit die Regelung sämtlicher Lebensvorgänge im Organismus ausgeht. Tatsächlich hatte der sowjetische Biophysiker Viktor Inyushin bereits Mitte der 70er Jahre festgestellt, die intensive mitogenetische Strahlung komme aus dem Zellkern, und Popp konnte mit seinen Mitarbeitern 1981 in Experimenten, die seither von anderen Wissenschaftlern in Polen und China bestätigt worden sind, zeigen, daß die durch eine Chemikalie bewirkte Spiralisierung und Entspiralisierung des DNS-Moleküls mit einer entsprechenden Abnahme und Zunahme der Photonenstrahlung einhergeht. Daß der überwiegende Teil der

Biophotonenstrahlung aus dem Zellkern und nicht etwa aus dem Rest der Zelle stammt, haben vor kurzem holländische und Schweizer Forscher erneut zeigen können. Das doppelt spiralige DNS-Molekül hat also tatsächlich die Fähigkeit, durch Veränderungen seiner räumlichen Struktur Licht zu speichern und wieder abzugeben. Popp hatte 1974 bereits den physikalischen Mechanismus skizziert, der es der DNS ermöglichen könnte, als eine solche "Lichtpumpe" zu funktionieren; 1983 zeigte dann der chinesische Lasertheoretiker Professor Ke-Hsueh Li in einem detaillierten, auf experimentellen Daten beruhenden mathematisch-

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physikalischen Modell, dass die DNS die Fähigkeit besitzt, sogenannte "Exciplexe" (elektronisch angeregte Molekülkomplexe) zu bilden und dadurch als biologischer Laser zu wirken, der Licht speichern und gezielt wieder abgeben kann, indem er sich zusammenzieht und wieder ausdehnt. Man vermutet heute, daß die DNS in jedem Zellkern so in enger Zusammenarbeit mit anderen - meist ebenfalls spiralförmigen - exciplexfähigen Molekülen wie Proteinen, Melaninen usw. als Biophotonen-Schaltstationen den ganzen Organismus überziehen und sein Biophotonenfeld regulieren.

ANWENDUNGSBEREICHE DER BIOPHOTONENMESSUNG

Obwohl die Bedeutung der Biophotonentheorie mindestens ebenso sehr darin liegt, daß sie unser Verständnis der Lebensvorgänge revolutioniert und eine wissenschaftliche

Untermauerung für eine ganze Reihe von Naturheilverfahren und andere bisher zu Unrecht als okkult und unwissenschaftlich verschrieene Anschauungen und Methoden liefert, sind auch die praktischen Anwendungen beachtlich, die sich heute schon für die Biophotonenmessung und -analyse abzeichnen. Allerdings muß man gleich vorausschicken, daß zwar einige der im folgenden erwähnten Anwendungen in den Labors von Popp und anderer Biophotonenforscher bereits funktionieren und auch zum Teil erfolgreich aufgrund von Aufträgen durchgeführt werden. Aber nicht alle diese Verfahren sind heute so weit entwickelt, daß sie außerhalb spezialisierter Forschungslabors allgemein angewendet werden könnten. Einige von ihnen befinden sich erst im Versuchsstadium oder werden überhaupt erst als Möglichkeit theoretisch erwogen. Die moderne Biophotonenforschung war nämlich bis heute wweitgehend damit beschäftigt,

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sich die Grundlagen dieses zukunftsträchtigen, aber gewißermaßen noch "brandneuen" Forschungsgebietes zu erarbeiten. Sie hatte bis vor kurzem nur äußerst geringe Mittel zur Verfügung, so daß manche an sich hochinteressante Entwicklungen, die jedoch viel Geld erfordern und sehr zeitaufwendig sind, bisher kaum in Angriff genommen werden konnten. Nun scheint aber eine Wende stattzufinden, so daß die nächsten zehn oder zwanzig Jahre womöglich auf diesem Gebiet einen stürmischen Vorwärtstrend bringen werden. Diese Anwendungen beruhen darauf, daß die Biophotonen-Abstrahlung lebender Zellen sehr empfindlich auf alle Arten von Einflüßen reagiert, selbst solche, die mit konventionellen Methoden nicht erfaßbar sind. Das macht tierische und pflanzliche Zellen zu "Biodetektoren", deren Empfindlichkeit diejenige von physikalischen Messmethoden und chemischen Analysen bei weitem übertrifft. Eine weitere Grundlage bildet die begründete Annahme, daß die Lichtspeicherfähigkeit der Zellen, wie bereits erwähnt, als ein Maß für die Vitalität und Gesundheit von Pflanzen, Tieren und Menschen genommen werden kann. Darauf beruht zum Beispiel die von Popp entwickelte Methode der LebensmittelQualitätskontrolle, die heute bereits praxisreif ist und im Auftrag großer Lebensmittelverteiler erprobt wird. An der Biophotonenemission von Körnern, Früchten und Gemüsen, Säften, Eiern und Fleisch können verlässlich Qualitätsunterschiede abgelesen werden, die mit den biochemisch ermittelten übereinstimmen. Nicht nur die verschiedenen Düngemethoden, sondern auch Lagerbedingungen, Verunreinigungen mit Insektiziden und Schwermetallen, aber auch die Intensität der Sonnenbestrahlung auf dem Feld schlagen sich ganzheitlich in der gemessenen Strahlung nieder. Allerdings ist es mit der Biophotonenmessung nicht möglich, zu bestimmen, welche dieser Faktoren vorliegen. Da man mit ihr sehr schnell und billig bestimmen kann, ob eine Schädigung vorliegt oder wie gravierend sie ist, stellt sie aber eine vorzügliche Ergänzung zu den biochemischen Analysemethoden dar, denen sie in Bezug auf ihre Empfindlichkeit

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überlegen ist. Mit dieser Methode kann man nun endlich auch "biologische" Nahrungsmittel von gewöhnlichen unterscheiden - allerdings hat sich gezeigt, daß nicht immer die als biologisch bezeichnete Ware die beste Kohärenz und damit den besten Nährwert aufweist, der nach Popp in dem im Lebensmittel gespeicherten Licht besteht.

KREBSTEST DURCH LICHTMESSUNG

Auch Tumorgewebe läßt sich mittels Biophotonenmeßungen von gesundem Gewebe unterscheiden, weil es kaum mehr in der Lage ist, Licht zu speichern. Der Tumortest, den Popp entwickelt hat, umfaßt auch die Möglichkeit, eine individuell angepaßte Nachsorgetherapie für Krebsoperierte zu bestimmen, indem den Zellen des herausoperierten Tumors verschiedene (biologisch-zytostatische) Heilmittel beigegeben werden. Jenes Mittel, das eine optimale "Normalisierung" der Biophotonenausstrahlung dieser Zellen bewirkt, ist dann für den betreffenden Patienten zum gegebenen Zeitpunkt das beste Mittel. Ganz in der Nähe dieses Verfahrens sind auch sind auch die Möglichkeiten von Blut- und Urintests angesiedelt, die seit einigen Jahren von japanischen und brasilianischen Forschern erprobt werden, sowie ein Test für die Feststellung der immunologischen Abwehrfähigkeit , bei dem die Biophotonenstrahlung der Phagozyten, einer Sorte weißer Blutkörperchen, gemessen wird. Dieser letzte Test wird bereits in einer Reihe von Kliniken routinemässig angewendet. Ein weitläufiges Anwendungsgebiet ist die Schadstoff-Analyse, die im Prinzip gleich verfährt: hier wird die Reaktion der Biophotonenemission von Pflanzenzellen beispielsweise auf schädigende Einflüße wie Gase (so z.B. Stickoxide oder Schwefeldioxid im Zusammenhang mit dem Waldsterben), radioaktive Strahlung oder elektromagnetische Felder gemessen. Diese

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Methode hat gegenüber konventionellen Methoden eine Reihe von Vorteilen: Sie kostet viel weniger, erspart Tierversuche und ist ganzheitlich. Wesentliche ist aber auch, daß man mit ihr auch die gekoppelte synergetische Wirkung verschiedener Wirkfaktoren erfassen kann, die sich ja nicht nur einfach summieren. Nach demselben Prinzip sind auch schon Versuche zur Erfassung standortbedingter Einflüße (Stichwort "Erdstrahlen") gemacht worden und könnten in der Baubiologie die biologischen Einflüße von Baumaterialien, künstlicher Beleuchtung, Farben, Raumformen usw. getestet werden.

FERNZIEL "AURADIAGNOSE"

Ein bedeutender Anwendungsbereich sind "last, but not least" die verschiedenen bioelektrischen Diagnose- und Therapieverfahren wie Elektrotherapie, Elektroakupunktur, MORA-Therapie, Farblicht- und Lasertherapie, Radionik oder Kirlianphotographie. Popps Fernziel auf diesem Gebiet wäre, vielleicht bis in zwanzig Jahren ein Gerät zu entwickeln, das die Biophotonenausstrahlung der gesamten Körperoberfläche eines Menschen in allen Frequenzbereichen erfassen kann, nicht nur im optischen, sondern auch im Radio- und

Mikrowellenbereich. Der Kaiserslauterer Forscher stellt sich diese Vorrichtung als eine Art Kabine vor, die per Computer die gemessene "Aura" auch gleich nach verschiedenen Kriterien analysieren und heilsame und ausgleichende Reize abgeben könnte -das kann

verschiedenfarbiges Licht, können z.B.elektromagnetische Felder, Klänge und auch Düfte sein. Ganzkörper-Biophotonenmessungen am Menschen sind jedoch bisher kaum gemacht worden. Neben vereinzelten Versuchen anderer Forscher ist vor allem Professor Juri Guljajew am Institut für Radiotechnik und Elektronik der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in

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Moskau seit einigen Jahren daran, die biologischen Felder lebender Organismen systematisch zu untersuchen. Er wurde 1981 vom neuen Akademiepräsidenten Martschuk persönlich beauftragt, ein Labor für diesen Zweck zu gründen. 1986 hatte Guljajews Team bereits eine Reihe neuer, hochempfindlicher und computergesteuerter Meß- und Darstellungsgeräte für feinste physikalische Felder entwickelt, wie sie von den Lebensprozessen der Lebewesen ausgehen. Neben der Infrarotstrahlung werden von den sowjetischen Forschern fünf weitere Arten von Feldern aufgezeichnet und ausgewertet: elektrische und magnetische Felder, Radiostrahlung, "optische Chemilumineszenz" (Biophotonen) und akustische Signale. In den Experimenten

der Gruppe werden nicht nur Zusammenhänge zwischen den gemessenen Feldverteilungen und verschiedensten medizinischen Problemen der Versuchspersonen untersucht, sondern auch solche zu Bewusstseinsprozessen, wie sie z.B. unter Hypnose, im Schlaf und im Traum auftreten. Die russischen Forscher sind überzeugt, ihre Arbeit werde in Bälde zu einer vollkommen neuen Methode der medizinischen Diagnostik führen, die Krankheiten lange vor ihrem Ausbruch, in ihren zartesten Anfängen erfassen könne. Wie Professor Edward Godik, der stellvertretende Leiter des Forschungsprojektes, in einem Bericht in der Zeitschrift "Sowjetunion heute" meinte, informiert ja der Organismus durch seine Strahlung ununterbrochen über seinen Zustand, man muss nur den Schlüssel zur "Sprache der Aura" finden. Godik sieht auch die Möglichkeit in Reichweite, neuartige Geräte zu entwickeln, die mit den schwachen, kaum wahrnehmbaren Dosen therapieren können, die der extremen Sensitivität des menschlichen Organismus angemessen sind. Allerdings wüssten, so Godik, die Mediziner und Physiologen des Landes die durch solche Methoden eröffneten Möglichkeiten noch nicht zu schätzen. Sie hätten eben noch nicht gelernt, auf der Ebene solcher feinsten Einflüsse zu denken und zu handeln.

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Obwohl immer mehr Ärzte und Heilpraktiker bei uns eine solche Frühdiagnostik auf energetischer Ebene pflegen und mit der "sanften Kraft" von Pflanzen, Homöopathie und Akupunktur, farbigem Licht und schwachen elektromagnetischen Feldern therapieren, um nur ein paar Methoden herauszugreifen, so gilt doch Godiks Feststellung auch bei uns. Auch hier bedürfen die Erkenntnisse von Forschern wie Gurwitsch und Popp, Inyushin und Guljajew noch eine erheblich weitere Verbreitung, bis die revolutionäre Umwälzung der

Biophotonenforschung auch im Alltag durchgedrungen ist und jedermann von ihr profitieren kann. Erst eine breitere Unterstützung aus dem Publikum, durch offizielle Stellen und Aufträge grösserer Firmen wird es der bisher oft mit bescheidensten Mitteln durchgeführte Forschung ermöglichen, eine Reihe von wichtigen Aspekten und Möglichkeiten dieses Forschungsgebietes an vorderster Front der "Zukunftswissenschaften" anzupacken, die bisher aus bloßem Geldmangel zurückgestellt werden mußten.

BIBLIOGRAFIE:

Marco Bischof: Biophotonen - das Licht, das unsere Zellen steuert. Zweitausendeins, Frankfurt 1995. 11.Auflage 2001.

Michael Lipkind: Gurwitschs Theorie vom biologischen Feld. 1.Teil: Fusion (Wiesbaden), Jg.8, Heft 4 (1987), S.30-49; 2.Teil: Fusion, Heft 5/6 (Dez. 1987), S.53-65.

Stanley Krippner; Daniel Rubin: Lichtbilder der Seele - Psi sichtbar gemacht. Alles über Kirlians Aurafotografie.

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Scherz Verlag Bern und München 1975.

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Sheila Ostrander; Lynn Schroeder: PSI - Die Geheimformel für die wissenschaftliche Erforschung und praktische Nutzung übersinnlicher Kräfte des Geistes und der Seele. Scherz Verlag, Bern-München-Wien 1972.

Fritz-Albert Popp: Biologie des Lichts. Grundlagen der ultraschwachen Zellstrahlung. Paul Parey Verlag, Berlin und Hamburg 1984.

Fritz-Albert Popp: Neue Horizonte in der Medizin. 2. erweiterte Auflage. Haug Verlag, Heidelberg 1987.

Popp/Warnke/König/Peschka: Electromagnetic Bio-Information. 2nd edition. Urban & Schwarzenberg, MünchenWien-Baltimore 1989.

Interview - Teil 1

Feinstoffliche und elektromagnetische Felder in der Forschung
Ein Interview mit Marco Bischof
Was sind Biophotonen? Worauf basiert die Quantentheorie? Stehen wir heute an einem Wendepunkt der wissenschaftlichen Sichtweise zur Existenz feinstofflicher Felder? Oliver Klatt sprach mit Marco Bischof, dem bekannten Wissenschaftsautor und Berater für Grenzgebiete zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.

Oliver Klatt: In Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ weisen Sie darauf hin, dass Phänomene, die früher „zu Vorstellungen über feinstoffliche Felder Anlass gaben“, auch heute noch Teil der menschlichen Erfahrungswelt sind. Daran ändere „ihre Verdrängung

durch die Wissenschaft nichts. Gerade diese ‚Anomalien’, das heißt durch die herrschende Wissenschaft einer bestimmten Zeit nicht erklärbare Phänomene, können jeweils zum Anlass für wissenschaftlichen Fortschritt oder gar wissenschaftliche Revolutionen wer-

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Interview - Teil 1

den.“ Sehen sie uns derzeit an einem solchen Punkt, an einem markanten Wendepunkt der wissenschaftlichen Sichtweise bezüglich der Existenz derartiger feinstofflicher Felder?

Markanter Wendepunkt?
Marco Bischof: Es spricht vieles dafür, dass wir heute an dem Punkt sein könnten, wo in den westlichen Gesellschaften immer mehr Menschen für die Dimension feinstofflicher Felder sensitiv werden bzw. sich diese Erfahrungsdimension bewusst machen, und deshalb auch mehr Wissenschaftler (von denen viele selbst auch diese Erfahrung durchmachen) es wagen, sich offen mit dem Thema zu befassen. Im Zuge der kulturellen und medizinischen Globalisierung sind viele Praktiken und Vorstellungen aus anderen Kulturen wie z. B. Yoga, Meditation, Akupunktur, Qigong, Reiki, asiatische Kampfkünste oder Feng Shui, längst Bestandteil unseres Alltags geworden, die Konzepte feinstofflicher Felder beinhalten, und weil man diese nun mit den Mitteln westlicher Wissenschaft untersuchen und verstehen will, muss man sich mit dem Konzept feinstofflicher Felder auseinandersetzen.

Bewusstsein inklusive
Es ist aber auch die Bereitschaft gestiegen, solche fremdkulturelle Konzepte aus sich selbst heraus zu verstehen, und nicht mehr zu versuchen, sie nur auf ein vertrautes wissenschaftliches Konzept zu reduzieren. Die Wissenschaft ist insgesamt sehr viel stärker bereit einzugestehen, dass die Wirklichkeit vielleicht Aspekte hat, die sie bisher nicht in Betracht gezogen hat, dass andere Weisen über sie zu denken, wie sie z. B. in anderen Kulturen zu finden sind, vielleicht auch wertvolle Beiträge zum menschlichen Wissen und Verstehen liefern könnten, und über den Materialismus hinauszugehen und z. B. das Bewusstsein in ihre Überlegungen und Untersuchungen einzubeziehen. Obwohl das natürlich nicht für jeden einzelnen Wissenschaftler gilt, und viele von ihnen weiterhin an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber diesen Dingen festhalten. Das ist ja auch zu verstehen, denn man darf nicht vergessen, dass die moderne Wissenschaft wissenschaftshistorisch gesehen ihre Identität eigentlich gerade im Kampf gegen und in der Abwehr von solchen „vitalistischen“ Lebensenergiekonzepten entwickelt hat. Der daraus resultierende, tief sitzende Abwehrreflex ist nur sehr mühsam zu überwinden. Oliver Klatt: In Ihren Publikationen gehen sie u. a. detailliert auf die verschiedenen Konzepte von Lebensenergie in den alten Religionen und Kosmologien ein. Können Sie einen kurzen Überblick dazu geben, in welch verschiedener Weise das Konzept von Lebensenergie z. B. in den indischen Veden, in den chinesi-

schen Schriften, in der jüdischen Kabbalah und bei den Naturvölkern auftritt? Handelt es sich dabei Ihrer Meinung nach stets um „ein und dieselbe Sache“, oder ist es eher so, dass das jeweils Benannte im Prinzip recht unterschiedlicher Art ist, letztlich jedoch einen gemeinsamen Kern oder Ursprung hat?

Marco Bischof

Konzepte von Lebensenergie
Marco Bischof: Im alten Indien kommt die Lebensenergie unter dem Namen „Prana“ vor; das Wort bezeichnet gleichzeitig den „Weltenatem“ und den individuellen Lebensatem oder Lebenskraft. Prana ist ein grundlegendes Element in der indischen Kosmologie und Anthropologie und spielt eine zentrale Rolle in der traditionellen indischen Medizin, dem Ayurveda sowie im Yoga. Man nahm an, dass es verschiedene Arten von Prana gibt und dass diese in einem Netzwerk von 72.000 Kanälen, den Nadis, zirkulieren, die sämtliche Organe des Körpers mit Lebenskraft versorgen. In den Upanischaden, wo erstmals die Lehre von den fünf feinstofflichen Körpern erwähnt wird, heißt es, dieses Netzwerk bilde ein eigenes, den physischen Körper einhüllendes und durchdringendes Kraftfeld, das „PranaMaya-Kosha“. Zwei weitere Formen, in der die Feinstofflichkeit im alten Indien vorkommt, ist das „Akascha“, der indische Äther, das fünfte und grundlegendste der fünf alten Elemente, sowie die Schlangenkraft „Schakti“, die göttliche Energie und Schaffenskraft, die als weibliche Seite Gottes dargestellt wird und vor allem im Tantrismus eine Rolle spielt. Im alten China finden wir das „Qi“, das aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Akupunktur bekannt ist. Es
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gleichsetzen darf. Es könnte aber auch sein, dass weitere Untersuchungen ergeben, dass ihnen allen ein gemeinsamer Kern eigen ist, dass es also eine Art universelles feinstoffliches Feld geben könnte, von dem sie alle verschiedene Qualitäten oder Äußerungen sind. Oliver Klatt: In neuerer Zeit haben die Forschungen von Prof. Fritz-Albert Popp die Existenz von Energiefeldern im Zusammenhang mit Lebewesen nahegelegt. Prof. Popp entdeckte und wies wissenschaftlich einwandfrei nach, dass die Zellen aller Lebewesen ein Licht abstrahlen. Dieses Licht, das sich bei einer Schädigung der Zelle verstärkt und das in einer toten Zelle erloschen ist, nannte er Biophotonenstrahlung. Nach Meinung vieler Wissenschaftler kann dieses Licht als Ausdruck eines im Inneren jeder Zelle vorhandenen und den gesamten Organismus umfassenden Energiefeldes betrachtet werden. Wie sehen Sie die Forschungsergebnisse von Prof. Popp? Können Sie die Zusammenhänge der von ihm entdeckten Biophotonenstrahlung etwas näher erläutern? steht für die Luft, die wir atmen, und den feinstofflichen Lebensatem, und kommt bereits im „Huangdi Neijing“ (Innerer Klassiker des Gelben Kaisers), der ältesten und klassischen Schriftensammlung der alten chinesischen Medizin aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. vor. Wie im alten Indien und im antiken Griechenland ist es auch mit einer Elementenlehre verbunden und muss im Rahmen der Yin-Yang-Lehre verstanden werden. Im 2000-jährigen „Ling Shu“ wird es erstmals mit den zwölf Meridianen und Akupunkturpunkten sowie mit den Kräften von Yin und Yang in Verbindung gebracht. Zwar ist das Qi nicht, wie der griechische Äther und das indische Akascha, in die Elementenlehre eingeordnet, doch stellten sich die Chinesen ebenfalls vor, dass die Elemente aus der feinstofflichen Kraft Qi hervorgehen.

Was sind Biophotonen?
Marco Bischof: In der Tat haben Prof. Popp und viele andere Wissenschaftler weltweit nachgewiesen, dass alle lebenden Organismen einschließlich des Menschen sehr schwache elektromagnetische Felder abstrahlen. Die sogenannten Biophotonen, elektromagnetische Wellen im Spektralbereich von 200-800 Nanometern, d. h. Infrarot-, sichtbares und Ultraviolett-Licht, sind jedoch nur ein Teil des menschlichen Strahlungsfeldes; Mikro- und Radiowellen wurden ebenso wie ELF-Wellen (extreme Langwellen) gemessen. Außerdem deutet einiges darauf hin, dass der Mensch nicht nur elektromagnetische Wellen, sondern noch weitere, heute noch nicht direkt messbare Felder aussendet. Die Biophotonenstrahlung, der wissenschaftlich bisher am besten belegte Teil der „physikalischen Aura“, ist zwar extrem schwach, besitzt jedoch die Eigenschaft der „Kohärenz“: seine Wellen strahlen auf sehr ruhige und hochgeordnete Weise, es handelt sich um biologisches Laserlicht.

Göttliche Präsenz
In der jüdischen Kabbala besitzt das Konzept der „Schechina“ eine große Ähnlichkeit mit der indischen Schakti. Eine raumerfüllende Kraft, so wird sie von Gershom Scholem als „Gegenwart Gottes“ und als eine Art Urlicht oder Urstoff definiert, das wie die Schakti in zwei gegensätzlichen Erscheinungsformen vorkomme, einer positiv und einer negativ wirkenden. Eine Art göttliche Präsenz bezeichnet auch das Konzept des „Mana“, das aus der Südsee stammt und in der Völkerkunde für alle ähnlichen Vorstellungen bei „primitiven“ Kulturen verwendet wird. Es ist eine außerordentliche, mysteriöse und aktive Wirkungskraft, die gewissen Menschen, Tieren, Orten Zeiten, Ereignissen und Gegenständen in unterschiedlichem Maße eigen ist. Ich denke, man muss zunächst einmal davon ausgehen, dass alle diese verschiedenen Lebensenergie-Konzepte unterschiedliche Formen feinstofflicher Felder bezeichnen und man sie nicht einfach

Ganzheit und Integration
Diese Kohärenz des menschlichen Energiefeldes ist auch ein Ausdruck der Ganzheit und Integration des menschlichen Organismus, dessen materielle Teile mit dem elektromagnetischen Feld zusammen (und natürlich mit der Seele oder dem Bewusstsein) ein nahtloses, untrennbares Ganzes bilden. Die Forschungsergebnisse von Prof. Popp und seinen Mitarbeitern und Kollegen vom Internationalen Institut für Biophysik in Neuss, einem weltweiten Forschungs-Netzwerk für Biophotonenforschung und ganzheitliche Biophysik, stellen einen wichtigen Beitrag in der Entstehung eines neuen wis-

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Interview - Teil 1

senschaftlichen Verständnisses des Lebens und des Menschen dar, an der auch viele weitere Forscher weltweit beteiligt sind. Ein wichtiges Kennzeichen dieses neuen Verständnisses ist, dass hier nicht nur die Feldperspektive neu zur bisherigen Sicht der menschlichen Existenz hinzugefügt wird, sondern sie wird, zusammen mit der Einbeziehung des Bewusstseins, zur eigentlichen Grundlage des Verstehens und verändert auch das Bild der materiellen Komponenten des Organismus auf grundlegende Weise. Wir sind schwingende Gebilde aus pulsierenden Feldern und vibrierender Materie, die engstens mit einer ebenfalls schwingenden Umwelt verbunden oder „verschränkt“ sind und eher als Prozesse denn als Objekte zu verstehen sind.

Grundlegende Verbundenheit
Oliver Klatt: Im Usui-System des Reiki gibt es eine Technik, mit der eine Behandlung mit der universellen Lebensenergie Reiki per Fernheilung gegeben werden kann. Im Englischen wird diese Form der Behandlung auch „Absent Healing“ genannt. Dieser Ausdruck lässt sich schwer ins Deutsche übersetzen, gemeint ist die Behandlung einer anderen Person, die sich rein körperlich nicht an dem Ort befindet, wo der Behandler ist. Bei dieser speziellen Form der Behandlung scheint es nach neuerer Erkenntnis eben nicht so zu sein, dass die Energie dabei „über die Ferne“, also quasi „von A nach B“, gesendet wird (wie der Begriff Fernheilung es nahelegt), sondern es scheint sich vielmehr so zu verhalten, dass, da wir als Menschen offenbar auf irgendeiner Ebene alle energetisch direkt miteinander verbunden sind, es letztlich für die Wirksamkeit unerheblich ist, ob die behandelte Person tatsächlich auch körperlich am selben Ort anwesend ist wie der Behandler oder nicht (wie der Begriff „Absent Healing“ es nahelegt; auch wenn sich eine Direktbehandlung anders anfühlen mag als ein „Absent Healing“ und bei beiden Behandlungsformen vielleicht sogar unterschiedliche Energiequalitäten wirken mögen). Das Phänomen von Fernwirkungen ist ja heutzutage wissenschaftlich bereits recht häufig unter qualitativ hochwertigen Begleitumständen erforscht worden, und sehr häufig deuten die Ergebnisse daraufhin, dass Fernwirkungen existieren. Können Sie dazu etwas sagen?

anderer Mensch oder Gegenstand kann den Raum unseres Körpers einnehmen; auf dieser Ebene sind wir deutlich von unserer Umgebung abgetrennt. Die moderne Quantentheorie lehrt jedoch, dass alles Existierende noch eine andere, nichtlokale und nicht-gegenständliche Dimension hat, eine Ebene also, auf der wir nicht lokalisiert und nicht separat von anderen Dingen und Lebewesen existieren und keine separaten Gegenstände sind. Die Felddimension unseres Organismus hat also einen noch fundamentaleren Aspekt als bloß unseren Feldkörper: wir sind auf einer fundamentalen Ebene verbunden und verschränkt mit allem anderen im Universum. Dies haben die sogenannten „Quantenverschränkungs“-Experimente der letzten zwei Jahrzehnte ganz klar gezeigt. Auf dieser Ebene grundlegender Verbundenheit ist es in der Tat möglich, auf eine räumlich entfernte Person oder einen Gegenstand Einfluss auszuüben, mit augenblicklicher Wirkung und ohne dass ein physikalisches Signal gesendet werden muss, da dort alles mit allem bereits verbunden und ohne Zeitverzug übereinander informiert ist. Doch um eine „energetische Verbindung“ handelt es sich dabei nicht; mit Energie hat das absolut gar nichts zu tun. In den letzten Jahren haben auch eine Reihe von Experimenten gezeigt, dass solche Fernwirkungen tatsächlich existieren, von Fernheilungsversuchen bis zu den Experimenten zur „Distant Mental Influence on Living Systems“ (DMILS) von William Braud und Mitarbeitern und den Versuchen verschiedener Forscher, die eine Synchronisation der Gehirnwellen von zwei empathisch verbundenen Menschen zeigten, selbst wenn eine davon sich in einem elektromagnetisch abgeschirmten s Faraday-Käfig befand. Lesen Sie die Fortsetzung in der kommenden Ausgabe!

Literaturhinweise: M. Bischof: Energiemedizin - Heilkunst der Zukunft. Esotera, Nr. 6 (August 2000), S. 16-21 und Nr. 9 (September 2000), S. 20-25. M. Bischof: Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen - feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft. AT Verlag, Aarau 2002. M. Bischof: Geleitwort. In: James L. Oschman: Energiemedizin - Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis. Urban & Fischer Verlag, München 2006, S. V-VIII. M. Kubny: Qi - Lebenskraftkonzepte in China. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995.

Energie oder Information?
Marco Bischof: Bei der Beantwortung dieser Frage kann ich an meine Ausführungen zu Ihrer letzten Frage anschließen. Das dort skizzierte neue Verständnis des Menschen muss durch die Feststellung ergänzt werden, dass unsere Existenz zwei komplementäre Aspekte besitzt, einen lokalen oder lokalisierten und einen nichtlokalen. Der lokalisierte Aspekt unserer Existenz ist uns wohl vertraut, nämlich derjenige unseres Körpers, der an unserer Körperoberfläche zu Ende ist. Kein

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Interview mit Marco Bischof

Energiemedizin, Handauflegen, Bewusstsein und feinstoffliche Wahrnehmung
Interview mit Marco Bischof - Teil 2
Was ist Energiemedizin? Kann Handauflegen als die „ärztliche Urgebärde“ betrachtet werden? Was ergibt sich aus der direkten Einflussnahme des Bewusstseins auf die materielle Welt? Oliver Klatt sprach mit Marco Bischof, dem bekannten Wissenschaftsautor und Berater für Grenzgebiete zwischen Geistesund Naturwissenschaften.

* siehe Bischof 2000, 2002

Oliver Klatt: In letzter Zeit ist immer häufiger von einem neuen Zweig der Medizin die Rede: von der Energiemedizin. 2005 erklärte das National Center for Complementary and Alternative Medicine in den USA die Energiemedizin zum 5. großen Bereich innerhalb der Komplementärmedizin. Mit dieser Maßnahme erfuhr der Bereich der Energiemedizin eine immense Aufwertung und wurde mit einem millionenschweren Forschungsbudget ausgestattet. In Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ haben Sie dem Gebiet der Energiemedizin einige Seiten gewidmet. Welche Methoden fasst dieser Begriff zusammen und welches sind die grundlegenden Aspekte dieser neuen medizinischen Auffassung? Marco Bischof: Unter Energiemedizin versteht man Verfahren in der Komplementär- und Alternativmedizin, die Energiefelder zur Diagnose und Therapie verwenden.* Zu ihnen gehören einerseits Methoden, die natürliche Felder verwenden, und zwar solche, die vom Behandler erzeugt werden, und solche, die im Organismus des Behandelten existieren und durch die Behandlung beeinflusst werden, sowie andererseits Methoden, die künstlich erzeugte Felder wie elektromagnetische Felder, Licht, Schall usw. verwenden. Beispiele aus der ersten

Gruppe von Verfahren sind Reiki, Geistheilung, Therapeutic Touch, Atemtherapie, Akupunktur, Akupressur und Shiatsu, Ayurveda und Schamanismus, während zu der zweiten Gruppe Verfahren wie Elektrotherapie, Elektroakupunktur, Bioresonanz, Softlaser-Therapie, Farblicht-Therapie und Klangtherapie gehören.

Ganzheitlicher Ansatz
Der Begriff der Energiemedizin kam Mitte der 80er Jahre in den USA auf, als man eine Bezeichnung suchte für die ganzheitlichen medizinischen Ansätze, die durch die Begegnung der westlichen Medizin mit nichtwestlichen Medizinsystemen entstanden oder neu belebt worden waren. Als Resultat dieser Auseinandersetzung beginnt sich ein Ansatz abzuzeichnen, in dem nichtwestliche „Energie-“ oder Feldtheorien (wie etwa das QIKonzept der Traditionellen Chinesischen Medizin oder Vorstellungen der indischen Yoga- und Tantra-Physiologie oder der Ethnomedizin) mit westlichen biophysikalischen Konzepten und Methoden zusammenfließen, aber auch Erkenntnisse und Vorstellungen aus Gebieten wie Psychosomatik, Biofeedback- und Selbstregulationsforschung, Meditationsforschung, transpersonale Psychologie und Parapsychologie eine Rolle spielen.

Marco Bischof

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Interview mit Marco Bischof

Auch in Deutschland gibt es bereits seit einigen Jahren entsprechende Fachgesellschaften wie z. B. die Deutsche Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin (DGEIM), erste akademische Ausbildungen für Energiemedizin werden angeboten und bald soll auch der erste Lehrstuhl für Energiemedizin an einer deutschen Universität eingerichtet werden. Oliver Klatt: Wenn ich Sie recht verstehe, stehen Sie dem Begriff Energiemedizin etwas kritisch gegenüber, zumindest was dessen Anwendung auf die Methoden betrifft, bei denen mit feinstofflichen Feldern (und nicht mit elektromagnetischen Feldern) gearbeitet wird, wie z. B. beim Usui-System des Reiki. Sie schreiben dazu: „Während elektromagnetische Felder in der Tat energetische Wirkungen besitzen, das heißt Energie übertragen, handelt es sich bei den feinstofflichen Feldern um völlig andersartige ‚Informationsfelder’, die ihre Wirkungen nicht durch Energieübertragung, sondern durch informative Auslösung von Prozessen erzielen, wobei die zur Fortführung des betreffenden Vorgangs nötige Energie meist aus dem Prozess selbst (bei Organismen aus dem Organismus selbst) bezogen wird.“

Energie oder Information?
Tatsächlich gibt es ja auch den Begriff Informationsmedizin. Ein Beispiel für einen integrativen Umgang mit beiden Begriffen ist der Name einer Vereinigung, die Sie bereits genannt haben: die Deutsche Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin. Aus meiner rd. 15-jährigen Praxis des Usui-Systems des Reiki heraus, mit täglicher Selbstbehandlung und unzähligen Behandlungen anderer Personen muss ich sagen, dass es nicht meine Wahrnehmung ist, dass dabei ausschließlich Information übertragen wird. Es ist eher meine Wahrnehmung, dass dabei zumindest auch Energie übertragen wird. Können Sie etwas dazu sagen, vor welchem Hintergrund Sie zu der Überzeugung gelangt sind, dass bei der Arbeit mit feinstofflichen Feldern die „informative Auslösung von Prozessen“ die Wirkungen erzielt, und nicht eine Übertragung von Energie? Marco Bischof: Man muss sich entscheiden, ob man den „esoterischen“ oder den wissenschaftlichen Begriff von Energie verwenden will. Da wir in einer Zeit leben, in der die Wissenschaft eine zentrale gesellschaftliche Rolle spielt und deren Begriffe maßgeblich sind, empfiehlt es sich, sich nach dem wissenschaftlichen Sprachgebrauch zu richten. Die Verwendung des esoterischen Energiebegriffes erschwert oder verhindert eine Verständigung mit der Wissenschaft und führt zu Verwirrung; außerdem behindert sie das Verstehen des Phänomens, weil sie zum Glauben verleitet, man hätte es schon verstanden. Ich sage dies, obwohl es mir als Wissenschaftshistoriker wohl bewusst ist, dass der esoterische Sprachgebrauch von Energie sehr viel älter

ist. Der Mensch hat sicher seit Urzeiten Strömungsempfindungen in seinem Körper erfahren, die teilweise auch Feldveränderungen verschiedenster Art in seiner Umgebung anzeigen, und diese Empfindungen sind es, die letztlich auch zur Entwicklung des wissenschaftlichen Feld- und Energiebegriffes geführt haben. Doch seit dem 19. Jahrhundert ist Energie durch die Physik sehr viel enger definiert worden, nämlich als „die Fähigkeit, Arbeit zu leisten“. Es ist eigentlich ein rein mechanischer Begriff, der sich sehr schlecht eignet für die Beschreibung der Prozesse in der Energiemedizin. Er steht für die Fähigkeit, mit Kraftaufwand einen materiellen Gegenstand zu bewegen.

Im Bewusstsein
Nun ist es natürlich so, dass bei energiemedizinischen Prozessen auch Energie im Spiel sein kann, aber nicht das Energetische ist das Wesentliche und Entscheidende an diesen Vorgängen, sondern die Information. Oder, um es anders zu formulieren: das Bewusstsein. Die benötigte Energie wird meist vom Organismus des Behandelten selbst geliefert, und bei Heilbehandlungen findet auch nach meiner Auffassung keine „Energieübertragung“ statt. Es ist eher so, dass der Heiler sich in einen bestimmten (ganzheitlichen und heilenden) Zustand versetzt und diesen dann über eine Art „Ansteckung“ auf den Behandelten überträgt. Außerdem betont der bekannte Sinologe und Spezialist für chinesische Lebenswissenschaften, Dr. Manfred Kubny, in seinem Standardwerk Qi - Lebenskraftkonzepte in China, dass das chinesische Qi (oder das japanische Ki) nicht als „Energie“ im westlichen wissenschaftlichen

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Interview mit Marco Bischof

Literaturhinweise: M. Bischof: Energiemedizin - Heilkunst der Zukunft. Esotera, Nr. 6 (August 2000), S. 16-21 und Nr. 9 (September 2000), S. 20-25. M. Bischof: Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen - feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft. AT Verlag, Aarau 2002. M. Bischof: Geleitwort. In: James L. Oschman: Energiemedizin - Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis. Urban & Fischer Verlag, München 2006, S. V-VIII. M. Kubny: Qi - Lebenskraftkonzepte in China. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995.

Sinne verstanden werden darf, und andere Fachleute sind darin mit ihm einig. Das subjektive Erleben strömungsähnlicher Empfindungen bei dem Vorgang darf nicht als objektives Stattfinden einer substanziellen Strömung verstanden werden; es ist eher das subjektive Anzeichen einer Zustands- oder Feldveränderung in der Beziehung zwischen den beiden beteiligten Personen. Oliver Klatt: In Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ schreiben Sie auch ein paar Worte zu Reiki, im Zusammenhang mit geistiger Heilung, PranaHeilung, Qi Gong und Handauflegen. Dabei weisen Sie u. a. darauf hin, dass (nach einer Publikation von Dominik Leupold) das Handauflegen als „ärztliche Urgebärde“ gesehen werden kann, die „jahrhundertelang ein zentrales Element der ärztlichen Tätigkeit wie auch der Laienmedizin“ bildete und erst „mit dem Siegeszug der wissenschaftlichen Medizin seit dem späten 19. Jahrhundert ins Abseits geriet, mit dem die direkte persönliche Begegnung zwischen Arzt und Heilungssuchendem weitgehend durch sachliche, unpersönliche medizinische Prozeduren ersetzt wurde.“ Sehen Sie heute eine Möglichkeit, dass das Handauflegen wieder in der Medizin Einzug hält, und sei es auch „nur“ als eine Form persönlicher, menschlicher Zuwendung, ohne das primäre Ziel, dabei Energie oder Information zu übertragen? Marco Bischof: Es ist nicht nur das Handauflegen, das in der Medizin wiederaufleben sollte und vielleicht auch wiederaufleben wird, sondern ganz generell die menschliche Zuwendung und die existenzielle „Präsenz“ in zwischenmenschlichem Kontakt. Handauflegen, Reiki oder andere Formen des Heilens sind nach meiner Auffassung nur dann wirksam, wenn die aktive Person es versteht, sich in einen Zustand der wahren Präsenz oder Gegenwärtigkeit zu versetzen; in der Atemtherapie sprechen wir vom „Mittenzustand“.

tenden) Zustand oder „Kohärenzsinn“ zu identifizieren suchte, als er den wichtigen Begriff der „Salutogenese“ prägte, der heute in den Gesundheitswissenschaften so zentral geworden ist - ob er nun vom Heiler im Behandelten induziert wird oder ob wir ihn durch Methoden der „Selbstkultivation“ in uns selbst herstellen.

Persönliche Wandlung
Oliver Klatt: Ein Aspekt, der sich konsequenterweise aus der Existenz feinstofflicher Felder bzw. eines damit zusammenhängenden, direkten Einflusses des Bewusstseins auf die physikalische Welt ergibt, ist die Tatsache, wie Sie sehr treffend in Ihrem Buch „Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen“ darlegen, dass es dann „direkte physikalische Wirkungen von Gedanken, Vorstellungen und Gefühlen auf die materielle Welt“ gebe, was bedeuten würde, dass „meine Gedanken und Gefühle nicht mehr ausschließlich mir gehören, sondern untrennbar mit den Gedanken anderer Menschen verflochten“ sind - was wiederum „vielen Grundannahmen und Grundbefindlichkeiten unserer europäischen Kultur und westlichen Zivilisation“ zuwider laufe, nicht zuletzt der „hohen Wertschätzung von Individualität, Autonomie und Freiheit, die sich seit Hunderten von Jahren bei uns herausgebildet hat“. Zumindest unbewusst, so führen Sie aus, sei uns allen klar, dass das „Zulassen dieser Ebene der Realität uns nicht unberührt lassen kann und die Wandlung unserer eigenen Persönlichkeitsstruktur einfordert“. Wie können wir mit der Herausforderung am besten umgehen, dass wir mit den feinstofflichen Feldern nicht einfach wie mit anderen technischen oder Alltagsdingen, nämlich rein sachlich und „objektiv“, umgehen können, sondern dass es dazu einer konsequenten Bereitschaft zur persönlichen Wandlung bedarf? Marco Bischof: Das können wir am besten durch „Selbstkultivation“, durch innere Arbeit an uns selbst. Die Versuchung ist groß, die Wahrnehmungsfähigkeit für die feinstoffliche Felddimension nur zu dem Zweck zu kultivieren, um andere auf diesem Wege beeinflussen zu können und uns selbst vor einer solchen Beeinflussung durch andere zu schützen. Sie ist vor allem dann gegeben, wenn man die psychische und vor allem die emotionale Ebene dieser Dimension nicht zulässt, sondern das Feinstoffliche nur instrumentell als Mittel zum Erreichen bestimmter Zwecke pflegt. Wenn wir aber unsere ganzen unbewussten psychischen Prozesse, unsere Körperwahrnehmung und unsere Gefühle dabei mit einbeziehen, d. h. als ganze Menschen beim Vorstoß in die feinstoffliche Dimension beteiligt sind, werden wir feststellen, dass eine Entwicklung des Umgangs mit diesen Dimensionen nur durch eine ganzheitliche persönliche Entwicklung unserer selbst, also durch Selbstkultivation möglich ist.

Innere Freiheit
Wir sind ja im normalen Alltagszustand alles andere als präsent, sondern in einem Zustand des Abwesendseins und Fremdbestimmtseins durch Gedanken und Vorgänge der äußeren Welt, und dieser Zustand ist mit verantwortlich für unsere Krankheiten, mangelnde Leistungsfähigkeit und nicht optimales seelisches Befinden. Im Zustand der Präsenz hingegen ist man gleichzeitig ganz mit sich selbst eins und mit der „Mitte der Dinge“ eins, oder befindet sich „im Fluss des Dao“ oder ist synchronisiert mit dem Ganzen, und dadurch entsteht eine große innere Freiheit und innere Kraft und ein heilender, ermöglichender Zustand, der auch auf andere übertragen werden kann. Letztlich ist es dieser Zustand, den der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky als salutogenetischen (d. h. Gesundheit bewirkenden oder erhal-

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Interview mit Marco Bischof

Wir werden durch Empathie mit den anderen Menschen (oder Tieren, Pflanzen usw.) mitfühlen, mit denen wir dabei in Verbindung treten, und dadurch miterleben, was wir in ihnen durch diese Verbindung bewirken. Wir werden gewahr sein, dass durch die Tatsache der ständigen Verbundenheit alle unsere eigenen inneren Zustände und Prozesse ständig die Zustände und Prozesse anderer beeinflussen, und deshalb beginnen, für unser Innenleben Verantwortung zu übernehmen und eine psychische, emotionale und Gedanken-Hygiene zu entwickeln. Wir werden uns bewusst werden, dass wir alles, was wir anderen antun, auch uns selbst antun, da wir ja mit dem Ganzen verbunden sind, und dass wir dann nichts mehr (vor uns selbst oder vor anderen) verbergen können, denn wenn uns alles offen steht, stehen auch wir allem offen. Wie der Psychologe Sydney W. Jourard gezeigt hat, ist ein ständiges Bemühen, authentisch zu sein und sich anderen zu offenbaren, einer der wichtigsten salutogenetischen Faktoren. Doch wie diese Hinweise schon deutlich machen, sollte die Schwierigkeit einer solchen Wandlung in einer Gesellschaft, in der so vieles auf Verbergen, Vorgeben, Täuschung und Verstellung beruht, nicht unterschätzt werden.

Emotionales Miterleben
Oliver Klatt: Wenn eines Tages die Existenz feinstofflicher Felder durch die gesellschaftlich etablierte Wissenschaft anerkannt wird: Wie können wir dann einer Vereinnahmung dieser feinstofflichen Felder durch eine ja prinzipiell auf die Beherrschung der materiellen, äußeren Welt ausgerichtete, „seelenlose“ Wissenschaft am besten begegnen? Es gibt ja Autoren, die Sie auch zitieren, die schon vor Jahrzehnten prophezeit haben, dass „sich die Wissenschaft, die sich bisher der Eroberung und Beherrschung des Materiellen gewidmet habe, nun auch noch den Bereich des Feinstofflichen erschließen werde; sie werde bis in die letzten Grenzen des Daseins vorstoßen und nach der Materie nun auch noch das Feinstoffliche ohne Hemmungen nutzbar machen“. Ich sehe hier eine besondere Rolle für jene energiemedizinischen Therapeuten und Anwender, die die feinstofflichen Felder in einer direkten, persönlichen Begegnung, von Mensch zu Mensch, zur Heilung nutzen - und eben nicht mittels energiemedizinischer Geräte oder Maschinen. Was denken Sie darüber? Marco Bischof: Ich denke, in erster Linie wird es auf die Menschen ankommen, die beginnen oder schon vor einiger Zeit begonnen haben, feinstoffliche Felder an sich selbst, im zwischenmenschlichen Kontakt und in der Natur bewusst wahrzunehmen, unabhängig davon, ob sie nun Therapeuten sind oder nicht, ob sie es zur Heilung nutzen oder nicht. Bevor sich die feinstofflichen Felder gesellschaftlich etablieren können, muss diese Kultivierung der feinstofflichen Wahrnehmung weitere Kreise erreichen, muss weiter erweitert und differen-

ziert werden und zu einer alltäglichen Praxis nicht nur von Therapeuten werden und nicht nur von Wissenschaftlern anerkannt werden. Eine größere Zahl von Menschen (und nicht nur eine Minderheit) muss wieder eine Art von natürlicher, selbstverständlicher Kompetenz im Umgang mit den vielen verschiedenen Äußerungsformen des Feinstofflichen in den verschiedensten Lebenssituationen entwickeln. Diese Menschen müssen auch durch ihren verantwortlichen Umgang mit dieser Dimension den anderen Menschen demonstrieren, dass es sich um eine ungefährliche Sache handelt und dass ein verantwortlicher Umgang damit möglich und im Alltag praktizierbar ist. Und es muss nicht nur ein differenziertes Wahrnehmungs- und Unterscheidungsvermögen für das Feinstoffliche entwickelt werden, sondern auch eine Sprache, mit der diese Erfahrungen beschrieben werden können, und zwar nicht nur gegenüber Insidern, die diese Erfahrung auch haben, sondern eine, die sich ebenso eignet, mit Menschen, die das Feinstoffliche selbst nicht oder kaum wahrnehmen, über diese Erfahrungen zu kommunizieren. Ich glaube, dass die Entwicklung einer Kultur des Umgangs mit der feinstofflichen Wahrnehmung das beste Gegenmittel gegen eine technische Vereinnahmung und einen unethischen Missbrauch auch der technischen, instrumentellen Formen der Energiemedizin und anderen Technologien des Feinstofflichen ist. Am Umgang mit Geräten und technischen Anwendungen ist eine Ethik und ein verantwortungsvoller Umgang mit feinstofflichen Feldern schwieriger zu gewinnen, da diese leichter ohne eine Beteiligung des eigenen Fühlens und emotionalen Miterlebens verwendet werden können.
© Copyright Dezember 2008 Marco Bischof

Oliver Klatt: Herr Bischof, vielen Dank für das Interview.

(Berlin). Alle Rechte vorbehalten.

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ENERGIEMEDIZIN – EIN NEUES PARADIGMA IN DER MEDIZIN ?
Marco Bischof
Veröffentlicht unter dem Titel „Energiemedizin – Heilkunst der Zukunft“ in Esotera, Nr.8 (August 2000), S.16-21, und Nr.9 (September 2000), S.20-25. © copyright by Marco Bischof 2000

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bürger der Zukunft. Zu Ihrer Wohnung gehört auch eine „Gesundheitszelle“, die Sie regelmässig aufsuchen, um sich über Ihren Gesundheitszustand auf dem laufenden zu halten. Wenn Sie die Zelle aktivieren, tasten in den Wänden verborgene Sensoren die verschiedenen von Ihrem Organismus ausgehenden Energiefelder ab und melden die Daten über das Internet an einen zentralen Computer. Nach wenigen Sekunden sagt Ihnen die Gesundheitszelle, daß nichts Organisches vorliegt, daß sie aber eine leichte energetische Störung festgestellt hat, und daß Sie gleich fünf Minuten lang mit den geeigneten Magnetfeld- und Lichtfrequenzen behandelt werden. Die freundliche Stimme erklärt Ihnen, daß Sie diese Behandlung nun an jedem der nächsten vier Tage erhalten werden; Sie sollen auch das mit bestimmten Informationen „imprägnierte“ Glas Wasser trinken, das der Apparat bereits in einer kleinen Nische für Sie füllt, und die nächsten Tage den kleinen Informationsträger aus speziellem Material am Leib tragen, der von der Zelle für Sie ausgeworfen wird. Wenn Sie außerdem zwei Wochen lang auf scharfe Gewürze verzichten und täglich eine Stunde Fernsehen durch einen Abendspaziergang ersetzen, dann könnte Sie das andernfalls entstehende Magengeschwür noch verhindern. Etwa so stellen sich manche Vertreter der sogenannten „Energiemedizin“ die Zukunft dieser neuen medizinischen Richtung vor. Der aus den USA zu uns gekommene Begriff ist der gemeinsame Name für eine Gruppe von Verfahren, die Energiefelder zur Diagnose und Therapie verwenden. Die Felder können die bekannten physikalischen Felder wie elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder, Schallwellen, mechanische Vibrationen oder Lichtwellen sein; eine wichtige Rolle spielt in der Energiemedizin aber auch die Möglichkeit von Feldern, die der Physik noch unbekannt und bisher nicht messbar sind. Dazu gehört z.B. das chinesische „Chi“, das indische „Prana“ oder das „Orgon“ Wilhelm Reichs; solche Lebenskraftvorstellungen spielen eine zentrale Rolle in außereuropäischen Medizinsystemen wie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), zu der die Akupunktur gehört, des Ayurveda und der Yogamedizin oder der Medizin der nordamerikanischen Indianer. Energiemedizinische Konzepte sind aber auch aus der medizinischen Vergangenheit unserer eigenen europäischen Kultur, bis zum Aufstieg der wissenschaftlichen Medizin Ende des 19.Jahrhunderts, nicht wegzudenken. Zur heutigen Energiemedizin zählt man sowohl Methoden, die natürliche Energiefelder verwenden – vom Handauflegen oder Geistheilen über die Yogatherapie bis zur Homöopathie, der Bachblütentherapie und dem Kristallheilen -, wie auch solche, die künstlich erzeugte Felder benützen, von farbigem Licht, Magnetfeldern oder heilenden Klängen bis zu Elektroakupunktur, Bioresonanztherapie, Radionik, „Orgonstrahlern“ und „Tachyonenfeldgeneratoren“. Traditionelle Lebensenergiekonzepte in Ost und West

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Die moderne westliche Schulmedizin ist vermutlich die einzige medizinische Tradition in der menschlichen Geschichte, die (seit etwa 1850) ohne ein solches Lebensenergiekonzept auszukommen glaubt. Lebensenergiekonzepte gehen in die früheste menschliche Vorgeschichte zurück und beruhen wohl auf Wahrnehmungen, die der Mensch in seinen Körperempfindungen und in der „Athmosphäre“ um sich herum und zwischen sich und anderen gemacht hat. Wie der französische Völkerkundler Lucien Levy-Bruhl schreibt, war der archaische Mensch „weniger an der Unterscheidung von Gegenständen interessiert als an der Wahrnehmung einer hinter allen Erscheinungen stehenden Essenz oder eines Prinzips, dessen Intensitätsgrad und Wohlgesonnenheit oder Übelgesonnenheit er zu unterscheiden versuchte“. In diesem Prinzip ist aber, im Gegensatz zu den modernen physikalischen Feldern und Energien, noch Subjektives und Objektives, Materielles und Psychisch-Geistiges vereint. Ursprünglich wurde es wohl einfach als Gegenwart des Göttlichen, als Präsenz einer „Kraft“ oder „Macht“ erlebt. Namen dafür kennen wir erst aus geschichtlicher Zeit. Die Völkerkunde verwendet dafür gern den Begriff des „Mana“, der aus der Südsee stammt. In der Medizin der verschiedenen Kulturkreise spielen Lebensenergiekonzepte eine zentrale Rolle. Aus der chinesischen Medizin ist uns das „Chi“ bekannt, das in den zwölf Energiekanälen der Akupunkturmeridiane fliesst und die Tätigkeit der Organe und physiologischen Systeme regulieren soll. Yoga, ayurvedische Medizin und Tantrismus Indiens kennen das „Prana“ und die „Kundalini“-Energie als dynamische Grundlagen des Geschehens im leibseelischen Organismus. Das Konzept der „Medizin“ der nordamerikanischen Indianer bezieht sich auf Anwesenheit und Wirken einer Kraft – bei den Irokesen „Orenda“, von den Algonkins „Manitu“, im Stammesverband der Sioux „Wakonda“ oder „Wakan“ genannt - , die bestimmten Gegenständen, Menschen oder Orten in in besonderem Masse eigen ist und durch Rituale, Schwitzbäder, Trancen, Musik, bestimmte Pflanzen oder andere Mittel hervorgerufen oder verstärkt werden kann. Aus den hippokratischen Schriften des antiken Griechenland, Ursprung sowohl der wissenschaftlichen Medizin wie auch der Ganzheitsmedizin, geht klar hervor, daß auch die Urväter der westlichen Medizin das Wirken einer Lebenskraft als Grundlage der Medizin betrachteten. Krankheit und Gesundheit werden als Zustände des dynamischen Gleichgewichtssystems von vier sogenannten „Säften“ im Organismus betrachtet. Wie Annie Berner-Hürbin in ihrem wichtigen Buch „Hippokrates und die Heilenergie“ gezeigt hat, sind diese aber eher als Wandlungsformen einer Lebensenergie denn als materielle Flüssigkeiten zu verstehen. Die Vorgänge in diesem Hauptregulationssystem des Organismus verstand der hippokratische Arzt als Ausdruck der Tätigkeit der „Physis“, der Natur, die als Lebens- und Selbstheilkraft zu verstehen ist und die wir heute vielleicht als Selbstorganisation oder Selbstregulationsfähigkeit des Organismus bezeichnen würden. Sie ist es, die bei Versagen des Organismus Störungen ausgleicht und und die verlorene Ganzheit und Harmonie ausgleicht. Der hippokratische Arzt versteht sich als Diener und Helfer dieser Kraft, der das natürliche Streben nach Wiederherstellung des Gleichgewichtes nur zu unterstützen braucht. Wesentlich für eine Heilung ist die aktive Mitwirkung des Patienten, die vor allem in der Gestaltung einer abgestimmten Lebensführung besteht, bei der es auf das rechte Mass in allem ankommt. Die Heilkunst hilft dem Menschen, sich selbst, d.h. die eigene körperliche und seelisch-geistige „Konstitution“, kennenzulernen, mit sich selbst fertigzuwerden und den für jeden Lebensabschnitt optimalen Lebensstil zu entwickeln. Als therapeutische Interventionen werden neben Diät,Gymnastik und Musiktherapie vor allem Traumtherapie (Tempelschlaf) und psychische Katharsis, also die gezielte Erzeugung veränderter Bewußtseinszustände, verwendet. Lebensenergiekonzepte finden sich in der europäischen Biologie- und Medizingeschichte bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts und werden meist mit dem Namen „Vitalismus“ bezeichnet.

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Wie schon bei den Begründern des Vitalismus, dem Deutschen Georg Ernst Stahl (Ende 17.Jhdt.) und den Franzosen Theophile de Bordeu und Paul Joseph Barthez (18.Jhdt.), entwickelte sich diese Richtung vor allem als Alternative zur aufsteigenden mechanistischen Auffassung des Lebens. Auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie (spätes 18.Jhdt.), war ein Vertreter dieser frühen Energiemedizin; er sah in der „Verstimmung der Lebenskraft“ die Ursache der Krankheiten. Zusammen mit der hippokratischen Tradition lebte der Vitalismus in der Biologie und Medizin der Romantik (frühes 19.Jhdt.) noch ein letztes Mal auf, bevor er mit dem Aufkommen der „wissenschaftlichen Medizin“ in Naturheilkunde und Volksmedizin abgedrängt wurde. Christoph Wilhelm Hufeland, berühmtester Vertreter der romantischen Medizin, betonte, daß jeder Mensch entsprechend seiner Lebenskraft anders auf krankmachende und therapeutische Reize reagiere; der Reaktionsfähigkeit des Organismus komme die zentrale Rolle in Erkrankung und Heilung zu. Als wichtiger Vorläufer der neuen Energiemedizin muß natürlich der Arzt Franz Anton Mesmer genannt werden, dessen Lehre vom „animalen Magnetismus“ nicht nur am Ursprung von Hypnoseforschung und Psychoanalyse stand, sondern auch der erste Versuch war, die Heilung mit Lebensenergie ins wissenschaftliche Zeitalter überzuführen. Die Globalisierung der Medizin und die neue Energiemedizin Der Begriff der „Energiemedizin“ selbst kam Mitte der 80er Jahre in den USA auf, als man eine Bezeichnung suchte für die durch die Begegnung der westlichen Medizin mit nichtwestlichen Medizinsystemen reaktivierten ganzheitlichen Ansätze. Wie der „SPIEGEL“ vor kurzem schrieb, erleben wir zurzeit eine eigentliche „Globalisierung der Medizin“, durch die eine Art von „globalisierter postmoderner Medizin“ (Spiegel) zu entstehen beginnt, in der eklektisch Elemente aus allen Weltmedizinen, teils in High-Tech-Technologien umgesetzt, teils in der Form von einfachen, naturnahen Anwendungen, kombiniert mit westlicher Medizin eingesetzt werden. Diese Entwicklung begann 1972, als der Bericht des prominenten amerikanischen Journalisten James Reston über seine notfallmässige Blinddarmoperation in China, mit nur ein paar Akupunkturnadeln gegen den Schmerz, ein großes Interesse der westlichen Wissenschaft für die chinesische Medizin und entsprechende Grundlagenforschungen auslösten. Zur gleichen Zeit hatten auch Psychophysiologen damit begonnen, die außergewöhnlichen Fähigkeiten indischer Yogis zur physiologischen Selbstregulation wissenschaftlich zu dokumentieren und zu erforschen, was zur Entwicklung der Biofeedbackforschung führte. 1978 empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der „Erklärung von Alma-Ata“ zur weltweiten Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung die Einbeziehung der traditionellen Medizinsysteme Damit wurde eine Wende eingeleitet: die traditionellen nichtwestlichen Medizinsysteme der Hochkulturen (wie China und Indien) und die Ethnomedizin „primitiver“ Völker sollten nicht mehr ignoriert und zugunsten der westlichen Medizin unterdrückt werden, sondern es sollte ihre Mitarbeit gesucht werden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den energiemedizinischen Konzepten fremder Kulturen verlieh nun auch beinahe vergessenen ganzheitsbiologischen und -medizinischen Ansätzen der ersten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts wieder neues Leben, in denen Biologen und Mediziner die alte hippokratische Tradition auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt hatten. Ein moderner energiemedizinischer Ansatz begann sich abzuzeichnen, in dem nicht nur Elemente westlicher biophysikalischer Konzepte und Methoden mit östlichen „Feldtheorien„ (wie etwa dem „Chi„-Konzept der chinesischen Medizin oder Vorstellungen der indischen Yoga- und Tantra-Physiologie) zusammenfloßen, sondern auch Erkenntnisse und Vorstellungen aus Gebieten wie Psychosomatik, Biofeedback- und

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Selbstregulationsforschung, Meditationsforschung, transpersonaler Psychologie, Parapsychologie und Ethnomedizin. Grundelemente dieses neuen medizinischen Konzepts sind ein psychobiologischer Ansatz, Einbeziehung transpersonaler und spiritueller Aspekte, ein regulationstherapeutisches Konzept mit Bevorzugung elektromagnetischer oder anderer nichtsubstantieller Einwirkungen statt chemischer oder chirurgischer Maßnahmen, die Betonung der Rolle körpereigener Energiefelder und die Betrachtung des Organismus als feldartiges Element innerhalb der umfassenderen Felder seiner Umwelt. Eine wichtige Rolle spielt auch die Annahme einer kausalen Rolle des Bewußtseins – Geist und Körper stehen nicht nur isoliert nebeneinander, sondern der Geist ist ebenso in der Lage, das Körpergeschehen direkt zu beeinflussen, wie körperliche Prozesse auf den Geist einwirken. In Russland, wo dafür der Begriff „bioenergetische Medizin“ geprägt wurde, hat ein ähnlicher Ansatz bereits eine längere Tradition. In den USA kam der Begriff der „Energiemedizin“ in den 80er Jahren auf, und wurde erstmals anlässlich einer wissenschaftlichen Konferenz sichtbar, die vom 27.Februar bis 1.März 1987 in Madras (Indien) abgehalten wurde und an der mehr als 60 Vorträge und Posterpräsentationen von Ärzten und Forschern aus den USA und Kanada, Russland, Indien, Japan und England stattfanden. Sie wurde von der bekannten John E.Fetzer-Stiftung (Kalamazoo, Michigan) gesponsert, der viele alternativmedizinische Initiativen und Forschungsprojekte ihre finanzielle Unterstützung verdanken. Seit 1989 gibt es auch eine internationale Fachgesellschaft, die „International Society for the Study of Subtle Energies and Energy Medicine“ (ISSSEEM) in Arvada, Colorado, gegründet vom Psychophysiologen und Pionier der Biofeedbackforschung Elmer Green, der klinischen Psychologin Carol J.Schneider, dem biomedizinischen Ingenieur T.M.Srinivasan, dem Anthropologen Stephen Schwartz und der Organisationsfachfrau C.Penny Hiernu. In ihr sind mehrere tausend Ärzte, Psychologen, Wissenschaftler und nichtärztliche Therapeuten hauptsächlich aus den USA, aber auch vielen anderen Ländern zusammengeschlossen; sie veranstaltet jedes Jahr eine grosse Konferenz und gibt die vielbeachtete Fachzeitschrift „Subtle Energies and Energy Medicine“ heraus. Seit kurzem gibt es auch in Deutschland solche Fachgesellschaften und Institute, wie z.B. das Wilhelm-Reich-Institut in Berlin, die „Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin“ in Stuttgart, das Institut für Resonanztherapie in Lünen/Westfalen und das Berliner Institut für Energiemedizinische Systeme. Die Tauglichkeit des „Energie“-Begriffs, der ähnlich wie in der hiesigen Esoterik-Szene ursprünglich als „Schlachtruf“ auf die Notwendigkeit einer Ergänzung der soliden Aspekte des Organismus durch den feldartigen Aspekt und auf die Existenz nichtsubstantieller Wechselwirkungen hinweisen sollte, ist jedoch in den letzten Jahren zunehmend in Frage gestellt worden. In der ISSSEEM beschränkt man heute den Begriff der Energiemedizin auf den Bereich bekannter physikalischer Felder, also in erster Linie elektromagnetische Felder, während für einen zusätzlich angenommenen Bereich noch nicht meßbarer Felder nach einem Vorschlag von Albert Einstein der Begriff „subtle energies“ verwendet wird. Statt den Begriff „Energie“ zu gebrauchen, wäre es wohl besser, vom Feldaspekt des Organismus zu sprechen. Dieser besteht vermutlich außer aus den elektromagnetischen Feldern (einschließlich Biophotonen) aus einem oder mehreren Feld(ern) bisher unbekannter Natur, möglicherweise sogar fundamentaler als das elektromagnetische Feld. Ausserdem sprechen die beobachtbaren Wirkungen dieser unbekannten, nicht messbaren, aber teilweise indirekt nachweisbaren Felder oft weniger für eine Energieübertragung, sondern eher für eine Auslösung (Triggerung) von Prozessen durch Informationsübertragung. Aus diesem Grund sprechen die Russen heute teilweise von einer „Bioenergoinformatik" und wird im Westen der Begriff der „Informationsmedizin“ verwendet.

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Von ihrer Geschichte her und aus ihrem Wesen heraus ist die Energiemedizin vor allem eine diagnostische und therapeutische Anwendung natürlicher, vor allem vom Menschen selbst ausgehender Energiefelder. In diesem Sinne gehören zu ihr Gebiete wie Geistheilung, Handauflegen, schamanistisches Heilen, Reiki, Yogamedizin, Tai Chi, taoistische Energiemedizin, die Reichsche Orgonmedizin und der bewusste Umgang mit zwischenmenschlichen Feldern und Energien, wie ihn einzelne Psychotherapeuten praktizieren. Da die moderne westliche Energiemedizin aber das Resultat des Versuchs ist, die traditionellen Energiekonzepte mit westlichen wissenschaftlichen Methoden und Konzepten zu begründen und zu erklären, wird unter dem Begriff der Energiemedizin auch (und oft ausschliesslich) die Anwendung elektromagnetischer Felder und Ströme wie die Magnetfeldtherapie oder die Elektroakupunktur nach Voll mit ihren vielen Tochtermethoden, vor allem aber die Anwendung von Geräten verstanden, die wie die MORA-Methode, die Bioresonanztherapie, die Radionik oder die unzähligen „Orgonstrahler“, „Tachyonenfeldgeneratoren“ und wie sie alle heißen, angeblich oder tatsächlich der Physik bisher nicht bekannte und nicht messbare Felder erzeugen oder sie vom Menschen aufnehmen und umgewandelt wieder abgeben. Für elektromagnetische Felder und elektrische Ströme ist die Physik zuständig, wenn es sich um die Einwirkung solcher Felder auf Lebewesen oder die Existenz von Feldern handelt, die von Organismen abgegeben werden, ist die Biophysik angesprochen, und auch auf die Frage nach der Existenz neuartiger Felder müsste erst mal die Physik befragt werden. Wie weit kann sich die Energiemedizin auf naturwissenschaftliche Grundlagen berufen ? Entstehung von Quantenbiologie und Quantenmedizin Tatsächlich bildet sich in den letzten Jahren eine neue, ganzheitlich orientierte Biophysik heraus, die auf einem Feldmodell des Lebens aufbaut, zum erstenmal in der Geschichte der Biophysik auch die Erkenntnisse der Quantenrevolution berücksichtigt und auf dieser Grundlage auch hofft, das Bewußtsein als wesentliches Element der menschlichen Existenz einbeziehen zu können. In der Entwicklungsbiologie der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts haben prominente Forscher wie Hans Driesch, Hans Spemann, Joseph Needham, Ross Harrison, Paul A.Weiss und Alexander Gurwitsch mit dem Konzept „biologischer Felder“ oder „morphologischer Felder“ gearbeitet, um die Formbildungsprozesse im Laufe der Entwicklung vom befruchteten Ei zum ausgewachsenen Organismus zu verstehen. Während diese Biologen sich nicht festlegen mochten, ob es sich dabei um reale physikalische, z.B. elektromagnetische Felder handle oder um eine bloße Hilfsvorstellung, gab es bereits in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts Biologen und Mediziner, wie Rudolf Keller, George W.Crile, Elmer J.Lund, Georges Lakhovsky und Harold S.Burr, die die Existenz elektromagnetische Biofelder annahmen. Die Grundlage für die modernen Vorstellungen legte dann in den 60er Jahren der Russe Alexander Presman auf der Basis der erfolgreichen sowjetischen Bioelektromagnetik-Forschung der 50er und 60er Jahre. Nach Presman ist der Organismus als komplexes Resonanzgefüge von dynamischen Feldern zu verstehen, die an die feste Materie gekoppelt sind. Die verschiedenen Felder innerhalb des Organismus sind ihrerseits Teil eines den gesamten Organismus umfassenden Feldes, das wiederum durch Resonanzen in die Felder von Umwelt und Kosmos eingefügt ist. Diese Hierarchie von Feldern innerhalb von anderen Feldern vermittelt, wie Presman annahm, sowohl den Zusammenhalt, die Koordination wie auch die Kommunikation zwischen den

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Teilchen (und Teilen) des Organismus, wobei in allen diesen biologischen Funktionen der elektromagnetischen Felder neben den energetischen Wirkungen auch informative Wirkungen eine Rolle, wenn nicht gar die Haupt-Rolle spielen. Daß solche sehr schwachen, aber dennoch bedeutsamen körpereigenen elektromagnetischen Felder existieren, sowohl im optischen Bereich – die „Biophotonen“ im engeren Sinn im Frequenzbereich von UV- und Infrarotstrahlung sowie des sichtbaren Lichts - wie auch die Biophotonen im weiteren Sinn im langwelligeren Bereich von Radio- und Mikrowellen, ist heute anerkanntes Wissen. Zur Herausbildung einer eigentlichen Quantenbiologie bzw. Quantenmedizin, deren erste Konturen heute sichtbar werden, waren jedoch noch weitere Grundlagen notwendig. Am Ursprung dieser Entwicklung stand die Tradition nicht-reduktionistischer Physiologie, in der etwa das Konzept der Homöostase (Selbstregulation) eine zentrale Rolle spielt und aus der sich auch Kybernetik und Systemtheorie entwickelten. Zu den Wurzeln einer solchen ganzheitlichen Biophysik gehört aber auch die ganzheitliche Tradition in der Medizin. In dem Moment, wo sie sich anschickt, die Folgerungen der Quantenrevolution zu verarbeiten und ein „Quantenbild“ des Lebens zu entwickeln, wird klar, daß das Bild des Lebens, das der ganzheitlichen biologischen Medizin aus hippokratischer Tradition zugrundeliegt, weit besser den Prinzipien der nachklassischen Physik entspricht. Zu diesen Grundlagen der neuen Quantenbiologie gehören neben der Quantentheorie unter anderem auch die durch die Arbeit von Nobelpreisträger Ilya Prigogine bekannte gewordene Nichtgleichgewichtsthermodynamik offener Systeme, die Relativitätstheorie und die Physik des Vakuums. Bereits seit den zwanziger Jahren hat sich das Konzept des lebenden Organismus als eines „offenen Systems“ „fern vom thermodynamischen Gleichgewicht“ entwickelt, das auch die Möglichkeit nicht-mechanischer Ordnungsprinzipien durch Prigogines „dissipativen Strukturen" und der Selbstorganisation durch Energiezufuhr beinhaltet. Der spätere Nobelpreisträger Erwin Schrödinger verknüpfte dann diese Erkenntnis mit der Quantentheorie und legte damit eine der wichtigsten Grundlagen für die Quantenbiologie. Er zeigte, daß lebende Organismen eine ähnliche makroskopische Ordnung besitzen wie unbelebte Systeme nahe am absoluten Temperatur-Nullpunkt. Damit wurde klar, daß die bisherige Annahme falsch ist, daß quantenmechanische Gesetze nur in der unsichtbaren Mikrowelt anwendbar seien, während der makroskopische Bereich unserer Erfahrung von den Gesetzen der klassischen Physik beherrscht werde. Es gibt auch makroskopische Quantenphänomene; eine Erkenntnis, die gerade für die Biophysik grundlegend ist. In der modernen Physik der Superfluidität und Supraleitung wurde dann vollends die Möglichkeit sogenannter „kollektiver Zustände“ erkannt, in denen eine große Zahl von Teilchen sich wie ein Ganzes verhalten und dabei gleichzeitig quantenhaftes und klassisches Verhalten zeigen. Ende der 60er Jahre wies Herbert Fröhlich darauf hin, daß das von Prigogine festgestellte kohärente Verhalten von Teilchen auf elektromagnetischen Feldern beruht, die die Teilchen erst zu einem ganzheitlichen Verhalten verbinden, und daß eine solche „Kohärenz“ charakteristisch für lebende Organismen ist. Wichtig für das neue Bild des Lebens ist auch die Erkenntnis der Nichtlinearität vieler Wirkungszusammenhänge in komplexen Systemen, was die mechanistischen linearen Kausalitätsvorstellungen über den Haufen wirft und, unter anderem, begründet, warum im biologischen Geschehen kleine und kleinste Ursachen große

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Wirkungen haben können und warum biologische Systeme über eine so große Sensitivität für schwache Reize verfügen. Der grundlegendste Beitrag der Quantentheorie zur neuen Biophysik oder Quantenbiologie wurde jedoch erst in den letzten Jahren sichtbar, weil erst jetzt die philosophischen Konsequenzen aus dem Weltbild der Quantenmechanik gezogen werden, die vorher den meisten Physikern nur als Rechenmethode zur Berechnung von Molekülen und ihren Wechselwirkungen diente. Es ist die Erkenntnis der grundlegenden Ganzheitlichkeit der Realität, die aus der Quantenmechanik hervorgeht, und die sich in den Eigenschaften der quantenmechanischen Nichtlokalität, Untrennbarkeit und fundamentalen Verbundenheit äußert. Wie der bekannte Schweizer Quantenchemiker Hans Primas schreibt, geht zwingend aus der Quantentheorie hervor, daß die Realität ein unteilbares Ganzes bildet, das keine Teile besitzt. Vor allem seit diese hiolitischen Eigenschaften der Realität in den sogenannten ‚Einstein-PodolskyRosen-Korrelationen‘ mathematisch präzise formuliert worden sind, muß die Quantenmechanik als erste und bisher einzige exakte holistische Theorie in der Physik angesprochen werden. In den letzten Jahren sind die eigenartigen ganzheitlichen Eigenschaften der Wirklichkeit, die man theoretisch noch nicht vollständig versteht, in unzähligen Experimenten mit Teilchen bestätigt worden, die räumlich getrennt sind, nicht miteinander wechselwirken und trotzdem auf rätselhafte Art miteinander verbunden sind. Man muß daraus schliessen, wie das der Einstein-Schüler David Bohm getan hat, daß es neben der uns vertrauten Ebene der Realität, die aus räumlich getrennten Gegenständen oder Objekten besteht, noch eine fundamentalere Ebene (oder Aspekt der Wirklichkeit) gibt, in der alles mit allem anderen verwoben und verbunden ist und eine unteilbare Ganzheit bildet. Die erste Ebene, die Bohm die ‚explizite Ordnung‘ nennt (von lateinisch ‚explicare‘, entfalten), ist die Objektwelt, die wir mit den Sinnen wahrnehmen und mit den Instrumenten der Physik messen; die zweite Ebene, von Bohm ‚implizite Ordnung‘ genannt, ist eine Dimension außerhalb von Raum und Zeit, in der alles in ‚eingefalteter‘, potentieller Form existiert. Es ist eine Dimension reiner Schwingung, eine Welt der Möglichkeiten, aus der die Tatsächlichkeiten der expliziten Ordnung durch ‚Entfaltung‘ entstehen. Sie hat holographische Eigenschaften, d.h. jeder Punkt in ihr enthalt das Ganze, und was in der expliziten Ordnung ein lokalisiertes Objekt ist, ist hier über das Ganze verteilt. Die implizite Ordnung bildet somit eine unserer erlebten Wirklichkeit zugrundeliegende tiefere Dimension der Realität, die überall vorhanden ist und eine fundamentale Ebene der Verbundenheit aller Dinge darstellt, aus der die Objekte und Körper hervorgehen wie Wellen aus einem Ozean, und in der sie auch verwurzelt bleiben. Alle Objekte, also auch der materielle und individuelle Aspekt des Menschen, sind wie Eisberge, die über der Wasserlinie (in der Objektwelt) getrennt zu sein scheinen, darunter (in der expliziten Ordnung) aber eine Einheit bilden. Dieser Urgrund der Wirklichkeit ist nun nach Bohm nicht nur der Ursprung der Materie, sondern auch das Bewußtsein geht aus ihm hervor, sodaß er eine Realitätsebene darstellt, auf der das Subjekt des Wahrnehmenden und das Objekt des Wahrgenommenen noch eins sind.

Neue Aspekte des Elektromagnetismus und die Physik des Vakuums

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Diese fundamentale Ebene der Ganzheit wird von der neuen Biophysik als Grundlage für ein ganzheitliches Verständnis des Organismus betrachtet. Bohms Konzept der impliziten Ordnung ist aber nur eine Variante des sogenannten ‚Vakuums‘. Dieser Begriff bezeichnet in der modernen Physik jedoch längst nicht mehr den ‚leeren Raum‘, sondern einen Zustand des Raums, den quantenmechanischen Zustand niedrigster Energie und größter Stabilität, der den ‚Grundzustand‘ jedes physikalischen Systems bildet. Die Quantenfeldtheorie behandelt alle physikalischen Systeme als Feldsysteme, in denen die verschiedenen Felder und Teilchen als verschiedene Anregungszustände des Vakuumzustandes betrachtet werden. Die modernen physikalischen Einheitstheorien haben gezeigt, daß allen bekannten Feldtypen, vom Elektromagnetismus über die Materiefelder bis zur Gravitation, ein „vereinheitlichtes Feld“ zugrundeliegt. Dessen Grundzustand nenne ich, etwas unkonventionell, das „fundamentale Vakuumfeld“. Es ist ein nichtmaterielles Medium, das den gesamten Raum durchdringt bzw. noch fundamentaler als Raum und Zeit ist. Erst mit der Einführung des Vakuums als einem Bereich reiner Potentialität, der aktiv-kreativ die Prozeße der Erscheinungswelt aus sich heraus manifestiert, können wir die Eigenart des Lebens verstehen. Makroskopische Quantenzustände, zentral für ein quantenbiologisches Verständnis des Lebens, sind nämlich eine Wiederspiegelung von Eigenschaften und Strukturen des Vakuums; sie vereinigen quantenhafte Unbestimmtheit, Offenheit, ‚Flüssigkeit‘ und Kreativität mit dem klassischen Charakter der Formbeständigkeit und Objekthaftigkeit, und eignen sich somit hervorragend für die physikalische Beschreibung von Organismen. Erst die Theorie der makroskopischen Quantenzustände kann beschreiben, wie sich aus einem Bereich reiner Potentialität konkrete, eindeutige, objekthafte makroskopische Zustände manifestieren und wie diese dank ihrer fortdauerenden Verwurzelung in diesem ‚Urgrund‘ lebendig, kreativ und entwicklungsfähig bleiben - darauf kommt es in der Biologie und Medizin an. Damit wird die hohe Bedeutung des Vakuums für die Quantenbiologie klar, und die neue Disziplin einer ‚Vakuum-Biophysik‘ könnte bald zum Herzstück des neuen biophysikalischen Lebensbildes werden. Für Bohm und eine ganze Reihe weiterer Vordenker in der Wissenschaft bildet das Vakuum eine Art Umsetzungsbereich zwischen einer noch grundlegenderen Ebene eines kosmischen Bewußtseins und dem physischen Körper, und zeigt deshalb selbst transpersonale, bewußtseinshafte Aspekte. Zwischen dem Vakuum und dem physischen Körper wiederum, zu dem ich jetzt auch die mit diesem eng verbundenen bioelektromagnetischen Felder zähle, vermutet man heute einen weiteren Zwischenbereich. Ihm gehören vermutlich jene nichtelektromagnetischen Felder oder „subtle energies“ an, die im Konzept der Energiemedizin eine zentrale Rolle spielen. Unter Begriffen wie ‚Potentialfelder‘, ‚Quantenfelder‘ oder ‚Skalarwellen‘ tauchen diese Felder in letzter Zeit vermehrt in der Diskussion auf, allerdings meist als reine Schlagworte ohne wissenschaftliche Grundlage. In der gegenwärtig stattfindenden Diskussion über eine Erweiterung der elektromagnetischen Theorie spielen die Potentiale eine Schlüsselrolle. Seit der Entdeckung des sogenannten ‚Aharonov-Bohm-Effektes‘ weiß man, daß elektromagnetische Potentiale, die keine Kraftfelder wie die elektromagnetischen Felder, sondern eher eine Art von Informationsfeldern sind, eine physikalische Realität darstellen und meßbare physikalische Wirkungen

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besitzen. Sie sind fundamentaler als die elektromagnetischen Kräfte, die aus ihnen entstehen, und die eigentlich nur praktische Begriffe für die beobachteten Energieund Impuls-Übertragungsraten in der elektromagnetischen Wechselwirkung darstellen. Nach William Tiller haben die Potentiale eine wichtige vermittelnde Funktion zwischen den „subtle energy“-Feldern des fundamentalen Vakuums des vereinheitlichten Feldes einerseits und den elektromagnetischen Feldern sowie der festen Materie auf der anderen Seite; durch ihre Vermittlung steuern die Impulse aus diesem Informationsfeld die Struktur von materiellen und elektromagnetischen Prozessen. Obwohl sie bisher nicht bestätigt werden konnten, scheinen eine Reihe von Experimenten, die der amerikanischen Neurobiologe Glen Rein seit 1987 durchgeführt hat, zu zeigen, daß Potentialfelder auch biologische Wirkungen besitzen. Es erwies sich, daß die Aufnahme von Neurotransmittern durch Nervenzellen und das Wachstum von menschlichen Lymphozyten durch die Potentialfelder beeinflußt werden kann. Die Wirkung der Potentiale war jeweils 20% bis 250% stärker als diejenige der entsprechenden elektromagnetischen Felder. Quantenfelder sind im Gegensatz zu den Feldern der klassischen Physik nichtlokale, nichtkausale Felder, die Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse beeinflussen, nicht aber konkrete, lokalisierte Ereignisse kausal bestimmen – es sind also Informationsfelder. Der Begriff „Skalarwellen“ wurde durch die Arbeiten des amerikanischen Physikers Thomas E. Bearden bekannt, und ist eine eigenwillige, aber interessante Umdeutung des Begriffs der Skalarpotentiale. Bearden hat eine ‚Theorie der Skalaren Elektromagnetik‘ aufgestellt, in der die Potentiale ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Skalarwellen sind in seiner Interpretation sich wellenhaft fortpflanzende Verdichtungen und Verdünnungen im skalaren Potential des Vakuums, die er mit wellenhaften Veränderungen der Raumkrümmung, also mit Gravitationswellen gleichsetzt. Bearden hat aus seiner Theorie auch interessante Folgerungen für Biologie und Medizin gezogen und eine eigene Vorstellung von Energiemedizin entworfen. Skalarwellen spielen auch eine zentrale Rolle in den Psi-Feld-Modell, das Ervin Laszlo in seinem Buch „Das fünfte Feld“ als Grundlage für ein neues wissenschaftliches Paradigma vorschlägt. Im Gegensatz zu den außen an den untersuchten Organismen gemessenen Biophotonen ist vermutlich auch das unmessbare hochkohärente Biophotonenfeld im Inneren der Zelle, das den gesamten Körper durchdringt und aus dem die gemessenen Biophotonen abgegeben werden, kein elektromagnetisches Feld im üblichen Sinne, sondern ein Vakuumfeld. Diese Vermutung wurde von FritzAlbert Popp, der es als den Bereich der ‚potentiellen Information‘ im Organismus bezeichnete, bereits 1985 geäussert, aber auch von Bearden und anderen Forschern. Bernd Zeiger hat in seinem Modell des ‚superflüßigen Vakuums‘, das er in die Biophotonenforschung eingeführt hat, die Existenz zweier verschiedener Grundzustände vorgeschlagen. Ein ‚absoluter‘, kollektiv-kohärenter Grundzustand (Vakuumzustand), gebildet von dem an die Materie gekoppelten, superflüssigen, kondensierten Strahlungsfeld der im Organismus gespeicherten Photonen, verleiht dem Organismus ein ruhiges Hintergrundfeld, das alle Komponenten des Organismus durch langreichweitige Phasenbeziehungen untereinander und mit der Umgebung verbindet und Popps ‚potentieller Information‘entspricht. Während dieses Vakuum in sich ruht und nicht auf äußere Reize eingeht, ist zweite, ‚relative‘ Grundzustand ein interaktives Vakuum, das aus den Anregungszustände ersten besteht und für die Flexibilität des Organismus sorgt.

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Die sogenannte ‚Energielücke‘ zwischen beiden Vakuumzuständen schützt den absoluten Grundzustand vor Störungen und liefert dem Biophotonenforscher ein wesentliches Mass für den Zustand des Organismus, an dem sich z.B. seine Gesundheit oder die Keimfähigkeit und Vitalität bei Samen ablesen läßt. Solche und ähnliche physikalische Vorstellungen werden zu Hilfe gerufen, um die zahlreichen Phänomene von feldartigen Zuständen zu erklären, die in der Energiemedizin und auf anderen Gebieten seit langem bekannt sind und bisher nicht erklärt werden konnten. Dazu gehört zum Beispiel die wohlbekannte Erscheinung der „emotionalen Ansteckung“ und anderer „Übertragungserscheinungen“ in Psychiatrie, psychotherapeutischen Situationen und auch im Alltag. Wer hat nicht schon das fast greifbare psychische Feld erfahren, das unter besonderen Umständen zwischen Menschen, vor allem in Gruppen, bewußt wird und dessen Wahrnehmung wir gerne unterdrücken, weil uns der drohende Verlust unserer Ich-Grenzen Angst macht ? Momente telepathischer Übermittlung auf weite Distanz zwischen Menschen, die sich nahe stehen, sind ebenfalls vielen von uns vertraut. Solche Feldphänomene sind teilweise, zumindest indirekt, auch durch Messungen nachweisbar, wie Jacobo GrinbergZylberbaum, William Braud und andere Wissenschaftler gezeigt haben. Ein weiteres Gebiet, wo in der Wissenschaft mit der Hypothese nichtelektromagnetischer Felder und von Vakuumfeldern gearbeitet wird, ist die Gehirnforschung. In der Bewußtseinsforschung setzt sich zunehmend die Auffassung durch, daß das Bewußtsein nicht eine Sammlung von Gedanken, sondern ein dynamisches Feld ist, wie schon von William James und den Gestaltpsychologen angenommen worden war. Es wird auch immer öfter die Möglichkeit erwogen, daß das Bewußtsein nicht nur ein individuelles, privates Geschehen ist, das sich räumlich auf den Bereich beschränkt, den das Individuum mit seinem physischen Körper einnimmt, sondern etwas sein könnte, was räumlich unbegrenzt und allen Menschen kollektiv eigen ist, ähnlich dem kollektiven Unbewußten C.G.Jungs. Mit anderen Worten, Bewußtseinsprozesse wie Denken, Fühlen, Vorstellen, Erinnern usw. würden sich in einem das ganze Universum,, oder zumindest den Raum der Erde, erfüllenden Feld abspielen, mit dem der einzelne Mensch verbunden ist wie ein Radioempfänger mit dem Wellenfeld eines Senders. Aus diesem greift er sich durch Einstellung auf bestimmte „Sendefrequenzen“ bestimmte Teilinformationen des Gesamtfeldes ab, die dann in seinem individuellen Feld manifestiert werden. Prominenter Verfechter dieser Auffassung ist der amerikanische Arzt und bekannte Autor Larry Dossey, der auch das Konzept einer neuen Stufe der Medizin vertritt, die auf der Basis dieses „nichtlokalen Bewußtseins“ heilt. Obwohl die meisten Wissenschaftler davon ausgehen, daß dass das Bewußtsein selbst nicht elektromagnetischer Natur ist, nimmt man an, daß sowohl elektromagnetische Felder als auch Potentiale in der Vermittlung zwischen Bewußtsein und Gehirnzellen eine Rolle spielen. Eine ganze neue Richtung der Neuropsychologie geht heute von solchen Annahmen aus. Bereits in den frühen 70er Jahren hatte Karl Pribram vorgeschlagen, daß ein kohärentes Biophotonenfeld zwischen Bewußtseinsprozessen und neurologischen Vorgängen vermittelt. Der kürzlich verstorbene Nobelpreisträger Sir John Eccles postulierte 1977, das Bewußtsein besitze eine vom Gehirn unabhängige Existenz und unser Selbst benütze nur das Gehirn, um auf den Körper und die materielle Welt einzuwirken. 1984 schlug der amerikanische Physiker Henry Margenau vor, das Bewußtsein könnte eine besondere Art von nichtmateriellem Feld sein, ähnlich den Wahrscheinlichkeitsfeldern der Quantenphysik. 1986 griff Eccles diesen Vorschlag auf und fügte hinzu, dieses Feld könnte die Wahrscheinlichkeit einer Abgabe von Neurotransmittern an den Synapsen beeinflußen. Vor einigen Jahren begründete Pribram dann zusammen mit weiteren bekannten Wissenschaftlern wie Roger Penrose und Stuart Hameroff die neue Forschungsrichtung der Quanten-Neurodynamik, die der Möglichkeit nachgeht, daß die Prozesse im Gehirn auf der Grundlage von sogenannten Quantenpotentialen und

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kohärenten Biophotonen zu verstehen seien. Hier wird das Langzeitgedächtnis als strukturierter Komplex von Vakuumzuständen verstanden und die Erinnerung als Emission kohärenter Biophotonensignale aus dem Vakuumzustand erklärt. Auf der Grundlage aller dieser Vorstellungen ist eine Art „allgemeiner Feldtheorie“ denkbar, die sowohl physikalische und biologische Phänomene, wie auch psychische und geistige Zustände und soziale Interaktionen in Begriffen unterschiedlicher lokaler Feldzustände eines fundamentalen Feldes versteht, das die physikalisch nicht messbaren „subtle energies“ der mentalen, psychischen und Lebensenergien, aber auch die messbaren Potentiale, elektromagnetischen Felder und Materiefelder als Sekundärerscheinungen hätte. Ein solches Konzept scheint sich in der Tat zur Zeit herauszubilden und könnte zur wissenschaftlichen Grundlage von Quantenbiologie und Energiemedizin werden. Das energiemedizinische Modell des menschlichen Organismus, das sich aus diesen Vorstellungen ergibt, umfasst eine mehrstufige Hierarchie von Regulationsebenen oder Ebenen biologischer Funktion. Zwischen den festen Körper auf der einen Seite und das Bewußtsein auf der anderen Seite treten die Zwischenstufen der physiologisch-biochemischen Regulation (Säure-Basen-Gleichgewicht, Redoxpotentiale, bioelektronische Regulation usw.) und der ganzheitlichen Regulationssysteme des Organismus (Nervensystem, hormonelle Regulation, Immunsystem, Grundregulation des Bindegewebesystems usw.), dann die Regulationsebene der elektromagnetischen Felder (Biophotonen), die man die ‚bioenergetische Ebene‘ nennen könnte, dann die „Bioinformations“-Ebene der „subtle energies“ (Potentiale, Skalarwellen usw.) und schließlich die transpersonale Ebene der „impliziten Ordnung“ und des „vereinigten Feldes“ der modernen Physik. Die beiden letzten Ebenen bilden die Domäne des Vakuumbereiches. Das Modell geht davon aus, daß eine kausale Hierarchie vom Bewußtsein aus hin zum physischen Körper besteht, d.h. die jeweils „höhere“ Ebene reguliert die „darunter“ stehende Ebene. Veränderungen und Störungen, also auch Krankheitsprozesse, haben ihren Ausgangspunkt oft in dem, was die östlichen Lehren die „Kausalebene“ nennen, d.h. im höheren Bewußtsein oder Selbst des Individuums. Auf dieser Ebene entstehen ungesunde geistige Haltungen und seelische Blockierungen, die später zu Krankheiten führen können. Werden diese geistig-seelischen Ungleichgewichte nicht korrigiert, können sie zu Ungleichgewichten im „energetischen“ Bereich des Organismus führen, der die physiologischen Prozesse steuert. Wird die Störung auf dieser Ebene nicht behoben, resultieren Störungen auf der physiologisch-biochemischen Ebene, wo sie zum erstenmal materiell fassbar werden. Erfolgt hier keine Korrektur, führt dies zu Veränderungen an den Geweben und Organen des festen Körpers, erst noch zu umkehrbaren, dann aber zu unumkehrbaren. Da die Energiemedizin auf die energetisch-informativen bis geistigen Ebenen einwirkt, wo sich die Vorstufen des materiellen Krankheitsgeschehens abspielen, kann sie im Prinzip präventiv-krankheitsverhindernd wirken. Idee und Realität der Energiemedizin Wir können somit feststellen, daß tatsächlich im Bereich neuer wissenschaftlicher Ansätze, von der Theorie her und auch unterstützt durch experimentelle Grundlagenforschung, so etwas wie eine Quantenbiologie im Entstehen ist, deren Anwendung im medizinischen Bereich man dann Quantenmedizin nennen könnte. Daß die Prinzipien der Quantenbiologie in jedem Verfahren, das sich quantenbiologisch oder energiemedizinisch nennt, auch verwirklicht sind, dürfen wir aber nicht annehmen. Es muß betont werden, daß sich dieses Gebiet noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung befindet, in dem die

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Grundlagenforschung im Vordergrund steht und selbst bei den Grundlagen und Theorien noch vieles spekulativ ist. Von einer Quantenmedizin kann man bisher höchstens in dem Sinne sprechen, daß sich nun langsam einige Grundvorstellungen zu einer möglichen Quantenmedizin herausschälen. Wer vorgibt, es sei dies ein entwickeltes, oder gar bewährtes Gebiet, kann nicht als seriös betrachtet werden. Dies gilt insbesondere auch deshalb, weil viele den Begriff im Munde führen, die nichts mit der geschilderten Entwicklung innerhalb der Wissenschaft zu tun haben, ja sie nicht einmal wirklich kennen, sondern sich den gerade „in der Luft" liegenden Begriff als einen wissenschaftlichen Anstrich verleihendes Mäntelchen überhängen. Vor allem gegenüber dem Gebiet der „instrumentellen“ Energiemedizin scheint mir Vorsicht angebracht, wo durch Apparate künstlich erzeugte Felder angewendet werden. Was die Anwendung elektromagnetischer Felder anbetrifft, so ist unser Wissen über die exakten Eigenschaften der hochkomplexen körpereigenen Felder, z.B. der Biophotonen, noch viel zu gering, um die natürlichen Felder wirklich effizient und angemessen künstlich nachbilden zu können. Im Vergleich zu ihnen sind die heute existierenden Verfahren noch plump und undifferenziert, viel zu sehr auch auf energetische statt auf informative Wirkungen ausgerichtet. Noch größere Zurückhaltung ist gegenüber der apparativen Anwendung von „subtle energies“ zu empfehlen. Hierher gehören einige schon länger existierende Verfahren der unkonventionellen Medizin, wie z.B. Elektroakupunktur, Bioresonanztherapie oder Radionik, aber auch eine große Zahl von erst seit wenigen Jahren auf den Markt gebrachte Technologien. Viele der Geräte, die von den Herstellern unter Berufung auf Skalarwellen-, Tachyonenoder ähnliche Konzepte angeboten werden, sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit größter Skepsis zu betrachten. Viele der Erklärungen zu ihren Funktionsprinzipien sind reine Phantasie ohne ausreichende Verbindung zu den möglichen realen Grundlagen einer Quantenmedizin, anderen ist oft eine gewisse theoretische Plausiblität nicht abzusprechen. In der Regel aber gibt es in beiden Fällen keinerlei Beweise dafür, daß das Gerät auch tatsächlich nach den angegebenen Prinzipien funktioniert - und oft auch nicht dafür, daß es überhaupt irgendwelche Wirkungen besitzt oder die beobachteten Wirkungen tatsächlich auf das Gerät, und nicht auf eine Placebowirkung zurückgehen. Was manche dieser Hersteller in Wirklichkeit verkaufen, sind Ideen; ihre „Quantenmedizin“ ist oft nicht mehr als ein vages Gerücht, dessen Funktion sich in der Werbewirkung erschöpft. Im übrigen ist nach meiner Auffassung im Fall, daß ein solches Gerät tatsächlich, wie behauptet, auf einer subtilen Ebene Einflüße ausübt, erst recht Vorsicht am Platze, denn da diese Ebenen noch fundamentaler sind als die elektromagnetische oder chemische, sind auch entsprechend schwerwiegendere Folgen einer falschen Anwendung zu erwarten, und Nebenwirkungen können auch bei richtiger Anwendung nicht automatisch ausgeschlossen werden. Die weitverbreitete Auffassung, „sanfte“, alernativmedizinische oder „subtile“ Therapien müßten automatisch unschädlich und nebenwirkungsfrei sein, ist ein Irrglaube. Sofern es wirkt, besteht die Gefahr, auf die Goethe in seinem Zauberlehrling-Gedicht hingewiesen hat, nämlich daß die Anwendung auf ein verantwortungsloses Herumbasteln mit potentiell sehr „explosiven„ Technologien hinausläuft. Dies gilt natürlich auch für die Methoden der „natürlichen“ Energiemedizin: weil wir in unserer Kultur diese subtilen Ebenen der Wirklichkeit nicht anerkennen, wissen wir viel zuwenig über ihre Natur und den verantwortlichen Umgang damit und die Gefahr unverantwortlicher Verwendung ist groß. Sie ist aber bei der „instrumentellen“ Energiemedizin besonders groß, weil die technologische

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Form besonders dazu verleitet, die verwendeten „Energien“ als etwas zu betrachten, was von der menschlichen Reife und dem inneren Zustand des Anwenders unabhängig ist. Vieles spricht übrigens dafür, daß dies in der Tat bei Methoden wie der Elektroakupunktur, der Bioresonanz oder der Radionik nicht der Fall ist, sondern der Zustand des Anwenders das Resultat beinflußt.

Literatur
• • • • Annie Berner-Hürbin: Hippokrates und die Heilenergie. Schwabe, Basel 1997. Marco Bischof: Biophotonen – das Licht in unseren Zellen. 11.Aufl. Zweitausendeins, Frankfurt 2000. Marco Bischof: Skalarwellen und Quantenfelder als mögliche Grundlage biologischer Information. Erfahrungsheilkunde, Bd.47, Heft 5, Mai 1998, S.295-300. Deepak Chopra: Die heilende Kraft. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1990. Heiko Lassek: Orgon-Therapie. Heilen mit der reinen Lebensenergie. Ein Handbuch der Energiemedizin. Scherz Verlag, München 1997. Ervin Laszlo: Das fünfte Feld. Materie, Geist und Leben – Vision der neuen Wissenschaften. BasteiLübbe, Bergisch-Gladbach 2000. Hans Primas: Biologie ist mehr als Molekularbiologie. In: E.P.Fischer und K.Mainzer (Hrsg.): Die Frage nach dem Leben . Piper, München 1990. Beverly Rubik: Energy medicine and the unifying concept of information. Alternative Therapies in Health and Medicine, Vol.1, No.1 (March 1995), S.34-39. T.M.Srinivasan (Hrsg.): Energy Medicine Around the World. Gabriel Press, Phoenix, Arizona 1988. Stux, Gabriel: Was ist Energie-Medizin ? Therapeutikon, Jg.6, No.4 (April 1992), S.171-172. William Tiller: Toward a future medicine based on controlled energy fields. Phoenix, Vol.1, No.1 (1977). William Tiller: What are subtle energies ? Journal for Scientific Exploration, Vol.7, No.3 (1993) 293304. Waltraud Wagner: Gibt es unbekannte Energieformen ? Wetter-Boden-Mensch, Nr.9 (1981). Ulrich Warnke,: Gehirn-Magie. Popular Academic Verlags-Gesellschaft, Saarbrücken 1997. C.L.Zhang: Dichter Körper und elektromagnetischer Körper – die Zukunft der Biologie und Medizin. Tattva Viveka , 6 (1997) 18-22. Das Heil aus dem Nichts ? Forscher auf der Suche nach neuen, nichtpharmakologischen Grundlagen für die Gesundheitswissenschaften. Psychologie Heute, Jg.26, Heft 8 (1999).

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s Fachwissen

Lebensmittelqualitätsanalysen mithilfe der Biophotonik
Fritz-Albert Popp

Schon die ersten wissenschaftlichen Arbeiten und Zeitschriften wie «Society of Public Analysts» (1774) oder «The Analyst» (1778) dienten dem Zweck, den Geschäftemachern und Panschern des 18. Jahrhunderts auf die Spur zu kommen, die Lebensmittel mit minderwertigen Beigaben «streckten». Inzwischen sind aus den Detektiven von damals die Lebensmittelingenieure von heute geworden. Die Überwindung des Nahrungsmittelmangels in Europa ist offensichtlich gelungen, vor allem durch intensivierte Landwirtschaft, künstliche Düngung und perfekte Konservierungstechnik. Lebensmittelqualität lässt sich jedoch juristisch und wissenschaftlich auch heute noch nur sehr schwer definieren. Der Definition einer verbraucherfreundlichen Lebensmittelsmittelqualität ist man im Zuge dieser Entwicklung jedenfalls nicht näher gekommen. Im Gegenteil: Die Qualität wurde in viele, oft gegensätzliche Merkmale zerlegt. So gibt es Eignungswerte, die vorwiegend dem Interesse des Produzenten, Verarbeiters oder Händlers dienen, wie Ertragsmenge, Handelsklasse, Transport-, Lager- und Konservierungsfähigkeit, Verarbeitungseignung und Ergiebigkeit. Vorzugsweise dem Interesse des Verbrauchers dienen noch der Genusswert, Frische, Aussehen, Geruch, Geschmack, Gesundheitswert, Nährstoff- und Energiegehalt, möglicherweise auch der Gehalt an positiv bewerteten Inhaltsstoffen. Diese Zersplitterung hat zu einer breiten Verunsicherung und Meinungsvielfalt über die Lebensmittelqualität geführt. Während eine «wissenschaftliche» Richtung im Wesentlichen auf ihre extrem gut entwickelte Inhaltsstoffanalytik setzt und dem Dogma folgt, dass alle Stoffe, die nützlich sind, auch die Qualität der Lebensmittel nur erhöhen können, wenn man sie dort anreichert, werben weltanschauliche Meinungs8

führer mit «ganzheitlichen» Aspekten, die im Wesentlichen mit Überlieferungen, Ideologien oder Erfahrungen begründet werden. Wenngleich so immerhin eine Vielzahl ernährungsbedingter Erkrankungen ausgemerzt werden konnte, sind neue unerwartete «Zivilisationserkrankungen» wie chronische Fehlernährungen, Allergien, Rheuma, Bluthochdruck, Psychosen und Skandale wie BSE, gehäuftes Auftreten von Tierseuchen, Lebensmittelvergiftungen und Verunreinigungen des Tierfutters dazu gekommen. Zwar verfolgen die beiden recht gegensätzlichen Denkrichtungen in legitimer Weise vorwiegend wirtschaftliche Ziele – so kommt es vor, dass die eine Richtung ein Lebensmittel für hochwertiger hält, weil eben solche Zusatzstoffe beigemengt werden, die die andere Seite aber mit dem gleichen Argument bewusst heraus lässt. Die Opponenten bedenken aber nicht oder nur unzureichend die Einbettung der Lebensmittelqualität in elementare Probleme gesellschaftlicher und umweltpolitischer Relevanz. Sie übersehen die synergetischen Effekte der Einzelkomponenten des Lebensmittels, aber auch die zwischen Lebensmitteln und Verbraucher. Subjektive, individuelle, von vielen Umständen abhängige Wechselwirkung zwischen Nahrung und Verbraucher verbieten eigentlich die Standardisierung der Qualität bis auf Grenzbetrachtungen, und es ist falsch, zu glauben, dass die Inhaltsstoffanalytik ein vollständiges Bild der Qualität zu liefern vermag, ebenso wie es falsch ist, die natürliche Vielfalt der Lebensmittel einzuschränken, sei es, aus weltanschaulichen oder Sicherheitsgründen. In jedem Fall werden evolutive Möglichkeiten aufs Spiel gesetzt. Der Wissenschaftler, der schon vor einem halben Jahrhundert diese Probleme im Prinzip gelöst hatte und gefährliche Entwicklungen in unserer Gesellschaft verhindert hätte, wenn man ihm gefolgt wäre, ist Erwin Schrödinger, der als Pionier der Quantentheorie den Nobelpreis für Physik erhielt.

Die Ordnung der Nahrung Der Physiker aus Wien, Entdecker der berühmten «Schrödinger-Gleichung», schrieb 1945 in seinem Buch «What is Life» die folgenden entscheidenden Sätze zum Verständnis der Lebensmittelqualität: «Der Kunstgriff, mittels dessen ein Organismus sich stationär auf einer ziemlich hohen Ordnungsstufe (einer ziemlich tiefen Entropiestufe) hält, besteht in Wirklichkeit aus einem fortwährenden Aufsaugen von Ordnung aus seiner Umwelt. Dieser Satz ist gar nicht so paradox, wie er auf den ersten Blick aussieht. Man könnte ihm eher vorwerfen, er sei eine Plattheit. In der Tat, im Fall der höheren Tiere kennen wir die Art der Ordnung, von welcher sie sich ernähren, recht gut; es ist der äusserst wohlgeordnete Zustand der Materie in den mehr oder minder komplizierten organischen Verbindungen, welche ihnen als Futter dienen. Nach der Benutzung geben sie es in sehr stark abgebauter Form wieder von sich - jedoch nicht vollständig abgebaut, da Pflanzen noch immer dafür Verwendung haben (diese besitzen ihren stärksten Vorrat an negativer Entropie selbstverständlich im Sonnenlicht).» Daraus ergibt sich sofort ein konkretes und brauchbares Mass für die Qualität der Nahrung: Die Lebensmittelqualität ist umso höher zu bewerten, je mehr negative Entropie (Negentropie) der Verbraucher dem Lebensmittel pro Masseneinheit entziehen kann. Das unterscheidet Schrödingers Definition dramatisch von den herkömmlichen Betrachtungen, die anstelle der Negentropie die Energie oder/und bestimmte Inhaltsstoffe setzen. Das muss im Übrigen nicht immer zu Widersprüchen führen. Aber es weist auf ein übergeordnetes Prinzip hin, das alle Irrtümer und Unvollkommenheiten der bisherigen Betrachtungen zu korrigieren vermag. Unter Negentropie hat man hier die Entropie des Verbrauchers vor und nach dem Verzehr der Nahrung zu betrachten. Die Nahrungsaufnahme sollte nach Schrödinger zu einer Entropieminderung des VerLebensmittel-Technologie 7-8/03 · 36. Jahrgang

brauchers führen, die – nach dem zweiten Hauptsatz der Wärmelehre – nur zu einer Entropieerhöhung der Ausscheidungsprodukte führen kann. Die Differenz der Entropie von Ausscheidungsprodukt und ursprünglicher Nahrung muss dabei grösser (oder höchstens gleich) der Entropiedifferenz des Verbrauchers vor und nach Aufnahme der Nahrung sein. Im einfachsten Bild wird der Verbraucher deshalb als «Ordnungsräuber» bezeichnet. Die Aufgabe der Nahrung ist es demnach, die extrem hohe Ordnung des Verbrauchers – wie das korrekte «timing» des Metabolismus, der Organfunktionen, des Wachstums und der Differenzierung bis hin zur geordneten Bewusstseinsentfaltung – aufzubauen und zu stabilisieren. Schrödingers Konzept hat im Gegensatz zur üblichen («klassischen») Betrachtungsweise den Vorteil, dass es (1) subjektive Komponenten des Verbrauchers berücksichtigt, (2) die rein inhaltsstoffliche Betrachtung durch eine weit bessere und gründlichere, quantitative und widerspruchsfreie Analyse zu ersetzen vermag, (3) im Prinzip in jedem Einzelfall ein quantifizierbares, wissenschaftliches Mass für die Lebensmittelqualität definiert. So erklärt diese Definition zum Beispiel die besondere Bedeutung des Appetits. Das Verlangen nach dem passenden Lebensmittel ermöglicht erst die optimale Nutzung der Nahrung, zum Beispiel durch die Bereitstellung der passenden Verdauungsenzyme, bevor der eigentliche Verdauungsvorgang der stofflichen Anteile überhaupt begonnen hat. Es ist gut vorstellbar, dass die durch den Appetit ausgelöste Bereitstellung optimal wirksamer Enzyme eine notwendige Bedingung für die maximale Entropiedifferenz zwischen ursprünglichem Lebensmittel und seinen Verdauungsprodukten ist. Insofern hängt die Qualität der Nahrung auch von der passenden Auswahl durch den Verbraucher ab. Die Definition Schrödingers erklärt auch zum Beispiel die Bedeutung der Ballaststoffe, die die herkömmliche Lebensmittelanalytik nicht verstehen kann. Schrödinger belegt, dass ein Lebensmittel mehr ist als die Summe seiner Komponenten. Schrödingers Definition liefert den richtigen Ansatz für das Verständnis der synergetischen Wechselwirkungen aller stofflichen Komponenten. Sie zeichnet Lebensmittel
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nicht vorwiegend als Energieträger aus, sondern als Botschaft, als Information. Sie gibt die wissenschaftliche Begründung für die evolutive Bedeutung der Nahrung, für die Risiken, die wir mit den «Aufbesserungen» der Lebensmittel und den Umweltbelastungen in Kauf nehmen, und für die Notwendigkeit, unsere Nahrung vor Desinformation zu schützen und ihre Diversität zu erhalten. Sie begründet langfristige Schäden bei falscher Ernährung, die sich in keinem wissenschaftlichen Experiment nachweisen lassen, obwohl sie sich über Jahrzehnte zu Katastrophen in der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Nationen auftürmen können. Schrödinger beeinflusste Strömungen wie die des Schweizer Arztes Bircher-Benner und des deutschen Arztes W. Kollath. Wenngleich diese Pioniere wesentliche Ideen seiner Botschaft übernahmen, verstanden sie die physikalischen Konsequenzen offenbar nur partiell. Ihr «Kampf» für den richtigen Weg war aber entscheidend für die Entwicklung dieser Richtung. So wurde die Offenheit der Gesellschaft für dieses Gedankengut bewahrt. Biophotonik Nach russischen Biophysikern und zusammen mit russischen, polnischen, italienischen, australischen und japanischen Wissenschaftlern entdeckten wir um 1975 an der

Universität Marburg eine extrem schwache Lichtemission aus allen lebenden Organismen. Wir nannten sie «Biophotonen» und etablierten gemeinsam mit weiteren wissenschaftlichen Instituten aus Asien, USA und Europa das international anerkannte Gebiet «Biophotonik» und ein gemeinsames Institut. Es dient dem Ziel, biologische Systeme über Biophotonen und die Wechselwirkung mit elektromagnetischen Wellen zu ergründen sowie Anwendungsgebiete zu erschliessen. Einer der Bereiche war die Lebensmittelanalytik und das Verständnis der Lebensmittelqualität über die Nutzung der Biophotonik. Die Erkenntnisse stützen sich heute auf tausende von Experimenten mit weit über 200 verschiedenen Lebensmitteln, deren Biophotonenemission bzw. deren «verzögerte Lumineszenz» in Abhängigkeit von allen möglichen Qualitätsparametern untersucht wurde. Ich möchte mich auf drei grundlegende Experimente stützen, bevor ich die Theorie und insbesondere den Zusammenhang zu Schrödingers Qualitätsbegriff vertiefe und einige Erläuterungen zur Technik und Anwendungsvielfalt gebe. In einer ersten Versuchsserie setzten wir jeweils Gurkenkeimlinge gleicher Masse, aber verschiedener Qualität (Frische, Alter, Düngevarianten) passenden Verdauungsenzymen aus und registrierten die während des enzymatischen Abbaus emittierten Biophotonen. Es war eine klare Korrelation zwischen Biophotonenemission und der einschätzbaren Qualität der Keimlinge zu

Photonenemission von Tomaten
180 160 140 120 100 80 60 40 Zählrate 20 0 frisch Frischezustand 5 Tage 22 °C 5 Tage 4 °C 8 Tage tiefgefroren
Messunsicherheit

Abb.1: Mit abnehmendem Frischezustand (abnehmender Qualität) nimmt die Lichtspeicherfähigkeit der Nahrung ab 9

Eier aus Boden- und Freilaufhaltung
100 Freilaufhaltung 80 0.06 60 0.04 40 0.02 20 CHIHYP counts/s Bodenhaltung 0.08 Freilaufhaltung Bodenhaltung

0

-21T

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1T

4T

7T

14T

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Tage im Auslauf

Tage im Auslauf

Abb.2: Batterieeier (hellgraue Balken) liefern über das Jahr hinweg bis auf natürliche Schwankungen sowohl konstante Lichtspeicherwerte als auch konstante Ordnungsgrade. Freilandeier (dunkelgraue Balken) dagegen zeigen selbst dann – wie hier – wenn keine stofflichen Unterschiede nachweisbar sind, mit zunehmendem Freilauf (hier auf Sand) höhere Lichtspeicherwerte (obere Kurve) und mit verbessertem natürlichem Sonneneinfluss bessere Ordnungsgrade (untere Kurve). Die Balken sind so normiert, dass die Lichtspeicherfähigkeit mit wachsender Höhe zunimmt und der Ordnungsgrad umso höher, je niedriger der Balken ist. Die Fehler der Messungen betragen nur 5 Prozent

beobachten. Das bestärkte unsere Hypothese, dass die Negentropie, von der Schrödinger sprach, durch Biophotonen übermittelt wird. Erinnert man sich an seine oben genannte, in Klammern zugefügte Bemerkung, dass Pflanzen ihren stärksten Vorrat in negativer Entropie selbstverständlich im Sonnenlicht haben, dann kann dieses Ergebnis nicht verwundern. Die Hypothese, die daraus abzuleiten ist, lautet: Der Biophotonengehalt (Entropie und Energiegehalt des Strahlungsfeldes) bestimmt die Qualität der Nahrung. Bestätigt wurde diese Vermutung durch einen weiteren Versuch, der sich daran anschloss. Die Keimlinge, deren Qualitätsreihenfolge durch den ersten Versuch bekannt war, wurden der Technik der «verzögerten Lumineszenz» unterzogen. Darunter versteht man die Messung der reemittierten Biophotonen nach Anregung der Keimlinge mit weissem oder monochromatischem Licht. Man kann auf diese Weise die Lichtspeicherfähigkeit der Keimlinge austesten. Die Ergebnisse zeigten, dass eine ebenso klare Korrelation zwischen Qualität der Keimlinge und ihrer Lichtspeicherfähigkeit bestand, wie sie zwischen Qualität und Biophotonen-Inhalt festgestellt worden war. Daraus resultierte die zweite Hypothese: Um die Qualität der Lebensmittel zu testen, ist es nicht nötig, den Biophotonen-Inhalt während der langwieri10

gen enzymatischen Verdauung zu messen. Wesentlich einfacher ist es, die Methode der verzögerten Lumineszenz einzusetzen. Weitere Bestätigungen folgten nicht nur aus der praktische Nutzung dieser Methode und der vielfachen Übereinstimmung zwischen den Messergebnissen und jenen bekannten Eigenschaften, aus denen die Qualität gefolgert werden konnte, sondern insbesondere aus einem Doppelblind-Versuch mit Batterie und Freiland-Eiern von Hühnern, die bis auf den Unterschied im Auslauf sonst völlig gleichen Bedingungen unterworfen waren, also gleiche Abstammung, gleiches Alter, gleiche Vorgeschichte aufwiesen und gleiches Futter bekamen. Irgendwelche stofflichen Unterschiede in den Eiern konnten nicht nachgewiesen werden. Zur Überraschung aller Beteiligten liessen sich die Freilandeier von den Batterieeiern bereits acht Tage nach Trennung der Hühner in die beiden Gruppen signifikant in der Biophotonenemission unterscheiden. Die Freiland-Eier wiesen die wesentlich höhere Lichtspeicherfähigkeit und die wesentlich niedrigere Entropie der Biophotonen im «verzögerte Lumineszenz»-Test aus. Dieses Ergebnis bewies, dass nicht Energieinhalt oder Inhaltsstoffe für die Qualität massgebend sind, sondern – wie Schrödinger als erster richtig erkannte und formulierte – in übergeordnetem Sinne das Potential der Negentropie,

die dem Verbraucher zugeführt werden kann. Das Resultat zeigte, dass die Biophotonik in der Lage ist, dieses Potenzial zu messen und damit die Lebensmittelqualität zu bestimmen. Der «Eiertest» wurde zwischenzeitlich sowohl an der Gesamthochschule Kassel als auch an der Universität Bonn erfolgreich wiederholt. Die neuesten Ergebnisse sind grob in Abbildung 2 dargestellt. Technische Grundlagen und Anwendungsbereiche Die Biophotonik stellt Messgeräte bereit, die einzelne Lichtquanten im optischen Spektralbereich zwischen 200 und 800 nm registrieren können. Die Technik beruht auf dem Einsatz von Photomultipliern, deren Empfindlichkeit und deren Signal-RauschVerhältnis den Biophotonenströmen der Objekte optimal angepasst wird. Standardgeräte, die wir in den letzten Jahren entwickelten, erreichen eine Sensitivität von zirka 10–17 W bei einem Signal-Rausch-Verhältnis, das im Allgemeinen die Grössenordnung 10 übertrifft. Die Langzeitstabilität der Geräte liegt über Jahre bei zirka 95 Prozent des Ausgangswertes. Japaner, die in der Technik lange Zeit führend waren, bestellen inzwischen Präzisionsgeräte bei uns. Gemessen werden im Allgemeinen die folgenden Werte: 1. Eigenleuchten der Proben nach definierter Adaption an die Dunkelheit des Messraums in Counts/Sekunde: DAWert. Die Zeiteinheit, in der die Photonen gezählt werden, kann bis auf 10–7 s reduziert werden. 2. Relaxationsleuchten der Proben nach definierter Anregung. Die Probe wird dabei
Lebensmittel-Technologie 7-8/03 · 36. Jahrgang

im Allgemeinen mit einer Lichtquelle (Weisslicht oder monochromatisches Licht) in bestimmter Weise belichtet. Nach dem Abschalten des Anregungslichts klingt die emittierte Photonenemission langsam auf einen bestimmten Endwert ab. Diese «verzögerte Lumineszenz», die in Abhängigkeit vom Probenmaterial von Bruchteilen einer Sekunde bis zu Stunden andauern kann, wird in Abhängigkeit von der Messzeit registriert und als zeitabhängige Funktion NB (t) mit t als Messzeit elektronisch gespeichert. Der Unterschied zur gewöhnlichen Fluoreszenz oder Phosphoreszenz besteht darin, dass die Intensität bei der verzögerten Lumineszenz bis zu zwanzig Grössenordnungen niedriger ist, und die Abklingzeit der reemittierten Photonenemission bis zu 15 Grössenordnungen länger. Während aus der Wellenlängenabhängigkeit der Fluoreszenz oder Phosphoreszenz Rückschlüsse auf die Inhaltsstoffe gezogen werden können, erlaubt die Analyse der spektralen Abklingfunktionen der verzögerten Lumineszenz wertvolle Aussagen über die Negentropie der betrachteten Proben. In der Regel kann man auf die Ausschöpfung der gesamten verfügbaren Messinformation verzichten, da bereits einzelne Messgrössen bei vergleichbaren Proben unterschiedliche Werte aufweisen, die nach Auswertung bereits hinreichend informieren. So lässt sich das Verfahren zum Beispiel zur Identitätskontrolle einsetzen. Wann im-

mer keine signifikanten Unterschiede zwischen zwei Proben auftreten, kann man mit guter Berechtigung annehmen, dass die Proben gleiche Qualität haben. Umgekehrt lassen sich aus signifikanten Unterschieden auch verlässliche Qualitätsunterschiede ableiten. Abbildung 1 zeigt die Abhängigkeit der Qualität vom Frischezustand bei Tomaten. In diesem Fall ist nur ein einziger Parameter notwendig. Die Messung kann in wenigen Minuten abgeschlossen werden. Die vollständigen biophotonischen Visitenkarten einer Probe lassen sich in der kurzer Zeit von zirka 10 bis maximal 30 Minuten registrieren und der Auswertung nach Unterschieden zu Vergleichsproben, Lichtspeicherfähigkeit, Mass für die Negentropie und vielen anderen Qualitätsparametern auswerten. Besonders bewährt hat sich die Faktorenanalyse, die für vergleichbare Proben angibt, in wie viel unabhängigen Dimensionen sich die betrachteten Lebensmittel unterscheiden – so können zum Beispiel Rosen gut aussehen und gut riechen, sodass zwei unabhängige Dimensionen zur Beschreibung ihrer Qualität notwendig sind. Die Faktorenanalyse erlaubt dann die Angabe einer quantitativen Qualität in der Reihenfolge sinkender Qualität für die verschiedenen Dimensionen (so z.B. Eier nach Abbildung 2). Tabelle 1 fasst die verschiedenen Anwendungsbereiche übersichtlich zusammen. Die Biophotonik nutzt letztlich die Zusammenhänge zwischen visuellen Eigenschaften und der Qualität von Lebensmitteln, die jede Hausfrau aus Erfahrung ebenso zu

verwerten vermag wie sie zur Täuschung des Verbrauchers von einigen Händlern gerne auch missbraucht werden. Der Unterschied zur Hausfrau besteht in der Objektivierbarkeit und quantitativen Umsetzung der Zusammenhänge und der Tatsache, dass Täuschungsversuche im Fall der Biophotonik misslingen. Mithilfe der Biophotonik können Probleme gelöst werden, die von der konventionellen Lebensmittelanalytik nicht zu überwinden sind, so neben genannten Beispielen die Bestimmung der Keimfähigkeit von Getreide oder die Ermittlung des Frischezustands von Waren. Andrerseits eignet sich die Biophotonik nicht als Ersatz für die Inhaltsstoffanalytik. Sie kann aber ebenso auch standardisiert werden. Ihre Werte in einer Datenbank liefern zu jedem Zeitpunkt Auskunft über die aktuelle Qualität einer Ware im Vergleich zu den Qualitäten vergangener Lieferungen. Sie dienen so neben der schnellen Überprüfung einer objektiven Festlegung von Preis/Leistungs-Verhältnissen der Aufklärung des Kunden, der Werbung und der Lebensmittelsicherheit.
International Institute of Biophysics Fritz-Albert Popp Kapellener Strasse o.N. DE-41472 Neuss Telephone +49 (0)21 8282 51 31 Telefax +49 (0)21 8282 51 32 www.biophotonen-online.de iib@lifesciences.de

Literatur: [1] F.-A. Popp: Die Botschaft der Nahrung. 4. Auflage. Zweitausendeins. Frankfurt 2003.

Tabelle 1: Einsatzmöglichkeiten der Biophotonik Anwendungsgebiet – Mustererkennung – Identitätsprüfung – Optimierung der Produktion – Lagerung – Verarbeitung Beispiele – Warenkontrolle – – – – – – – – – – Günstigste Sortenwahl Bester Standort Optimale Haltung, Reifegrad OptimaleKonservierung Packungsmaterial Gehalt an Inhaltsstoffen Belastungen Keimfähigkeit von Getreide Backfähigkeit des Mehls Frischezustand Begründung – Optische Visitenkarte hat hohes Auflösungsvermögen – Ware lässt sich nicht invasiv und schnell über lange Zeit testen und beurteilen

[2] E. Schrödinger: What is Life? Cambridge Universität Press, London 1945; dt.: Was ist Leben? Piper, München 1999. [3] W. Kollath: Die Ordnung unserer Nahrung. 6. Auflage. K.F. Haug Verlag, Heidelberg 1977. [4] J. Mehlhase: Biopress 34 (2003), 69–71. [5] F.-A. Popp: Biophotonik – Eine nichtinvasive Methode zur Analyse der Lebensmittelqualität. In: Zerstörungsfreie Qualitätsanalyse. DGQ-TU München. XXXIV. Vortragstagung 1999. Freising, S.237–248. [6] M. Bischof: Biophotonen. Das Licht in unseren Zellen. 12. Auflage. Zweitausendeins, Frankfurt 2003. [7] F.-A. Popp and L. Beloussov: Biophotonics. Kluwer Academic Publishers. [8] E. Kapfelsberger und U. Pollmer: Iss und stirb. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1983. [9] H.-U. Grimm: Die Suppe lügt. Klett-Cotta, Stuttgart 1997. [10] H.P. Dürr, F.-A. Popp and W. Schommers: What is Life? World Scientific. New Jersey-London 2002. [11] Patent DE 901225862

– Erkennung innerer Faktoren

– Nach Standardisierung sind geringste Änderungen nachzuweisen

– Erkennung externer Faktoren

– Einfluss von Boden, Klima, Düngung, Schadstoffen, Zusätzen, physikalischen Behandlungen, Kontamination – Faktorenanalyse bei vergleichbaren Proben – Sensorik, Frische – Dimensionalität der Ware – Verträglichkeit – Qualitätsabstufung

– Alle Faktoren schlagen sich empfindlich in Biophotonenemission nieder – Biophotonik erlaubt übergeordnete Analysen im Sinne E.Schrödingers

– Ganzheitliche, objektivierbare Qualitätsanalyse – Mass für Negentropie

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Biophotonen in Aloe vera-Getränken von FLP
von Dr. Alex Ohlenschläger Der Physiker Prof Popp hat schon 1975 nachgewiesen, dass lebende Zellen Licht speichern können und ihre Funktionen mit Lichtenergie und Lichtgeschwindigkeit steuern. Die Lichtintensität ist dabei sehr gering, lässt sich aber mit hoch-empfindlichen Messgeräten eindeutig nachweisen. Prof. Popp hat für diese ultraschwache Lichtabstrahlung lebender Zellen den inzwischen wissenschaftlich anerkannten Begriff „Biophotonen“ eingeführt Die neue Wissenschaft der Biophotonik als Teilgebiet der Biophysik wird seit einigen Jahren weltweit betrieben, um ihre Forschungsergebnisse in Medizin, Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung praktisch umzusetzen! In seinem „Institut für Biophotonik“ führt Prof.Popp routinemässig Biophotonen-Messungen durch und kann damit u.a. eine Aussage über die biologische Qualität von Lebensmitteln treffen! Pflanzen , deren Stoffwechsel wesentlich auf Sonnenlicht (Fotosynthese) beruht, sind in besonderer Weise Lichtspeicher und können als Nahrungsmittel die gespeicherten Biophotonen an den menschlichen Körper wieder abgeben. Die Zufuhr solcher Biophotonen ist für gesunde Körperfunktionen ebenso notwendig, wie Nährstoffe und Vitalstoffe! Aber nur Produkte biologischer Herkunft enthalten solche Biophotonen und sind damit allen chemisch hergestellten Vitalstoffpräparaten überlegen!

Je mehr Biophotonen ein Nahrungsmittel oder Vitalstoffpräparat enthält, desto hochwertiger ist es in seinem biologischen und bioenergetischen Wert einzustufen!
Neben der Intensität der Sonneneinstrahlung sind ökologischer Anbau und schonende Verarbeitung die Grundlagen für einen hohen Biophotonengehalt. FLP achtet seit seiner Gründung vor 26 Jahren bei der Herstellung seiner Aloe vera-Produkte in besonderer Weise auf die Einhaltung optimaler Bedingungen bei Anbau und Verarbeitung als Grundlage einer hochwertigen Qualität! Dadurch können nicht nur alle Inhaltsstoffe sondern auch der bioenergetisch wichtige Gehalt an Biophotonen vollständig erhalten werden! Die schon seit Jahrtausenden legendäre Aloe vera, die nur in sonnenreichen, äquatornahen Regionen ideale Wachstumsbedingungen findet, ist erst nach 2-3 Jahren erntereif, trägt also die Lichtenergie von 600-800 Sonnentagen in sich! Sie ist daher eine ideale „Lichtspeicherpflanze!“ Dies ist neben den zahlreichen im Blattmark enthaltenen Vitalstoffen ein wesentlicher Grund für ihre legendäre Wirksamkeit !

Durch ihren hohen Biophotonengehalt ist Aloe vera den meisten anderen Pflanzen, die als Nahrungsmittel, Pflegeprodukte oder Heilmittel benutzt werden, überlegen!
Für die Beurteilung der biologischen Qualität von Aloe vera-Produkten sind vor allem zwei Grundgrössen entscheidend: Die Biophotonenabstrahlung und die Biophotonenspeicherungskapazität!

Die Biophotonenabstrahlung gibt an, wie viel Biophotonen abgestrahlt, bzw. bei Einnahme an den Organismus abgegeben werden können. Wichtig ist aber auch die Speicherkapazität, also die Fähigkeit, möglichst viel Licht aufzunehmen und zu speichern. Nur eine lückenlos optimale Kette zwischen Anbau, Verarbeitung und Endprodukt können ein hochwertiges Produkt mit idealen Lichtspeicherungs- und Lichtabgabeeigenschaften garantieren! Denn natürlich kann nur bei einer sorgfältigen und schonenden Verarbeitung der Zustand des frischen, vitalen Blattmarks erhalten und damit eine hohe Speicher-fähigkeit und auch eine entsprechende hohe Biophotonenabstrahlung gewährleistet werden. Zur vergleichenden Beurteilung des Biophotonengehaltes von drei Aloe vera Getränken verschiedener Hersteller wurde das Aloe vera pur-Getränk von FLP im Vergleich zu zwei Konkurrenzprodukten untersucht. Bei einem der Konkurrenzprodukte* (=Probe 2, ohne IASC-Zertifikat) handelt es sich um eine in der Schweiz sehr bekannte Marke. Das zweite Produkt* (=Probe 3, mit IASC-Zertifikat) ist in einer deutschen Supermarktkette erhältlich!
* aus werberechtlichen Gründen werden die Produkte nicht namentlich aufgeführt.

FLP Aloe übertrifft die Konkurrenzprodukte sowohl in der Biophotonenabstrahlung als auch in der Lichtspeicher-fähigkeit bei weitem! Weil durch das weltweit patentierte Stabilisierungs-verfahren der Zustand des frischen Blattmarks und damit auch alle Wirkstoffe erhalten werden können, sind auch alle anderen biologischen Eigenschaften hervorragend!

Damit ist Aloe vera von FLP als biologisch und bioenergetisch besonders hochwertiges Produkt einzustufen!
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die oft erstaunlichen Wirkungen die zahlreiche Anwender von FLP-Aloe-vera Produkten auf Allgemeinbefinden und bei verschiedenen Beschwerdebildern berichten, neben der weitgehenden Erhaltung aller Wirkstoffe des frischen Blattmarks auf dem bioenergetisch wichtigen hohen Biophotonengehalt beruhen!

Die Ergebnisse (jeweils Daten aus je 100 Messwerten) sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Die DA-Werte, die ein Mass für die Eigenemission sind, wurden in Abb. 1 aufgetragen. Die NB1-Werte, die ein grobes Mass für das Lichtspeichervermögen sind, wurden in der Abb. 2 aufgetragen. Mit den Parametern der Tabelle 1 wurde eine Faktorenanalyse durchgeführt. Die zwei extrahierten Faktoren, Faktor 1 (72%) und Faktor 2 (28%) wurden in Abbildung 3 dargestellt. Faktor 1 beschreibt die Vitalität, Faktor 2 den Ordnungsgrad. Die Qualitätsreihenfolge im Faktor 1 ist Probe 1 (1.05), Probe 2 (-0.11), Probe 3 (-0.94). Die Qualitätsreihenfolge im Faktor 2 ist Probe 3 (0.67), Probe 1 (0.48), Probe 2 (-1.15). Abb. 1
Biophotonemission von Aloe Vera, DA-Werte
16 14 12 counts/100ms 10 8 6 4 2 0 Probe 1 (FLP) Probe 2 Probe 3

Abb. 2

Biophotonemission von Aloe Vera, NB1-Werte
600 500 400 300 200 100 0 Probe 1 (FLP) Probe 2 Probe 3

counts/100ms

Aloe Vera, normalisierte Faktorenwerte Abb. 3
Faktor 1 (72%)
1.5 1 0.5 0 Probe 1 (FLP) -0.5 -1 -1.5 Probe 2 Probe 3

Abb. 4

Faktor 2 (28%)
1

0.5

0 Probe 1 (FLP) -0.5 Probe 2 Probe 3

-1

-1.5

Thema
Marlene E. Kunold

Und es ist doch möglich!
Die Eliminierung intrazellulärer Erreger wie Borellia burgdorferi ohne Antibiotika

Die chronische Borreliose begegnet uns in der Praxis inzwischen recht häufig. Mal maskiert, mal mehr oder weniger deutlich. Wenn beispielsweise unzählige Therapiemaßnahmen ins Leere laufen, wenn diffuse Symptomatiken uns in die Irre führen wollen, und wenn nichts mehr so richtig ist, wie es sein soll, dann haben wir es häufiger als man gemeinhin vermutet mit einer chronischen Borreliose zu tun. Nahezu unbemerkt hat sich da ein vielgesichtiges Ungeheuer während der letzten drei Jahrzehnte in unser globales System eingeschlichen. Dabei bedient sich Borrelia sämtlicher Komorbiditäten, die ein angeschlagener Organismus zu bieten hat. Gleichzeitig erklärt dies die Vielfältigkeit der Symptome, die eine Borreliose-Erkrankung im Gepäck haben kann.
Quelle: © T. Hoffmann / www.pixelio.de

doch die Frage: Ist es denn wirklich sicher, dass das Verfahren funktioniert? Wird ein LTT immer negativ nach dem Behandlungsprotokoll? Wieviel muss „mindestens“ in der Behandlung passieren?

Eine Anwendungsbeobachtung
So durfte ich mit der Unterstützung von der Firma Viathen (Rostock) und dem Institut für medizinische Diagnostik (IMD Berlin unter der ärztlichen Leitung von Dr. V. von Baehr) eine kleine Anwendungsbeobachtung durchführen bzw. mich an eine Studie „dranhängen“. Obwohl sich sehr viele Interessenten gemeldet hatten, schreckten doch einige zurück vor den Kosten, die trotz großzügiger Unterstützung entstanden. Einige Teilnehmer hatten im Vorfeld keinen positiven LTT, andere scheiterten an den zeitlichen Rahmenbedingungen. So blieben für dieses Experiment vier Teilnehmer. Sicher keine wirklich repräsentative Anzahl, und trotzdem lassen die Ergebnisse aufhorchen, zumal sie sich mit den Erfahrungen in der Praxisarbeit decken. Alle vier Teilnehmer waren über 50 Jahre alt, seit vielen Jahren chronisch an Borreliose erkrankt mit multiplen Symptomen und mit positiv getesteten Reaktionen im LTT auf Borrelienantigene.

Abb. 1: Sobald die Zecke zubeißt, ist sie gezwungen, ihre Trinkquelle „flüssig“ zu halten, und somit ist der weit verbreitete Irrtum, eine Infektion mit Borrelien fände erst nach mehreren Stunden Saugtätigkeit statt, widerlegt.

Die Rahmenbedingungen – Teil 1
Acht Sitzungen, zweimal pro Woche Photonentherapie mit der Wellenlänge 880 nm, einer Frequenz von 9,88 Hz. Zeitdauer pro behandeltem Punkt: 350 Sekunden. Behandelte Punkte: Handgelenksinnenflächen, Ohren, Nacken, Oberkopf, Stirn, Brustbein und Solarplexus. Äußerliche (am Solarplexus angebrachte) und (ab der zweiten Sitzung) orale Anwendung von Borrelia-burgdorferi-Nosoden in der Korsakow-Potenz K1000.

Borreliose kann zu Multisystemerkrankungen führen oder sich zu einer dazugesellen. Eine chronische Infektion mit Borrelien kann jeden Heilungsansatz ad absurdum führen, denn der Dreh- und Angelpunkt bleibt die Befreiung vom Erreger. (Selbstverständlich in der praktischen Behandlung einhergehend mit Milieusanierung im weitesten Sinne.) Was bislang vielleicht als schwierigstes Unterfangen betrachtet wurde, nämlich genau diesen Erregern die Tür zu weisen, erscheint mir mit den gemachten Erfahrungen der letzten Jahre inzwischen als die einfachste Übung. Viel schwieriger ist es, das Immunsystem, den Stoffwechsel, die Mitochondrien, die Hormone, die Neurotransmitter, die Darmbe-

schaffenheit, die systemischen Entzündungen, etc. wieder auf Gesundheitskurs zu bringen. Vor einigen Jahren begegnete mir auf der Suche nach Auswegen aus chronischer Borreliose ein Therapieprotokoll des Pforzheimer Arztes Dr. I. Woitzel. Kernpunkt war die Anwendung von Photonen am Körper. In meiner Praxis kombinierte ich dieses Verfahren mit dem von mir erdachten Therapieprotokoll. Und siehe da: es funktioniert. In mindestens 90% aller behandelten Borreliosen konnte ein negativer Nachweis im Lymphozytentransformationstest (LTT) erbracht werden.1 Nach ein paar Jahren erfolgreicher Behandlungen von Borreliose stellte sich nun aber

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Die Therapiekontrolle der Borrelienbelastung wird mittels Lymphozytentransformationstest durchgeführt.

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Thema
Tab. 1: Laborergebnisse vor und nach der Anwendungsbeobachtung
Teilnehmer [n = 4] H, Ingrid, 67 Jahre Vorher Borrelia afzelli Borrelia sensu strictu Borrelia garinii Borrelia OspC Befund NK-Zellen [%] NK-Zellen [gesamt] CD57+ NK-Zellen TNF alpha i. S. IL-10 i. S. IFN gamma i. S. 8,4 8,8 7,5 8,8 Positiv 9,0 132 50,7 6,5 < 5,0 0,5 Nachher 1,7 1,9 1,8 1,0 Negativ 12,5 132 44,0 12,5 < 5,0 0,1 B, Ingrid, 78 Jahre Vorher 6,5 6,4 6,7 3,1 Positiv 7,4 148 69,8 7,6 < 5,0 0,6 Nachher 1,6 1,6 1,6 1,3 Negativ 11,7 133 78,2 11,6 < 5,0 < 0,1 R, Uta, 67 Jahre Vorher 5,8 7,6 4,9 6,3 Positiv 7,5 59 21,3 9,0 < 5,0 0,5 Nachher 1,5 1,4 1,5 1,0 Negativ 8,5 57 14,8 n. erh. < 5,0 < 0,1 R, Uwe, 69 Jahre Vorher 2,6 2,9 3,7 2,6 Positiv 12,2 198 83,4 18,2 < 5,0 0,5 Nachher 1,8 1,3 1,8 1,5 Negativ 14,2 206 63,5 19,1 < 5,0 < 0,1

Die Rahmenbedingungen – Teil 2
• Verabreichung eines Immunmodulans zur Balancierung von TH1- und TH2-Reaktionen, • einer entzündungshemmenden Rezeptur mit Curcumin, um überschießende Entzündungsreaktionen einzudämmen • und eines entgiftenden und NF-kappaBsenkenden Mittels, das dafür ausgelegt ist, mittels enthaltenem Zeolithgesteinspulver eine milde Entgiftung zu bewirken und mit Hilfe anderer enthaltener Substanzen Nitrostressreaktionen, also die exzessive Bildung von Stickoxid und Peroxynitrit, zu drosseln. Einnahme über drei Monate, einsetzend mit dem Beginn der Photonentherapie.

im LTT nach ca. drei Monaten kein Hinweis mehr auf eine aktive Borreliose festgestellt werden.
Bei Interferon gamma (IFNχ) war in allen vier Fällen zu beobachten, dass sich erhöhte Werte normalisiert hatten, was im Zusammenhang mit der Behandlung intrazellulärer Erreger auch wünschenswert ist. TNF alpha ging in drei gemessenen Fällen eher hoch, was zum einen ebenfalls wünschenswert ist, da der Körper beispielsweise die Entzündung als physiologische Reaktion nutzt, um eine Infektion zu bewältigen, andererseits könnte man dies auch als so genannte „Herxheimer-Reaktion“ betrachten. In der Praxis ist es immer ratsam, darauf zu achten, dass TNF alpha nicht unkontrolliert hochschießt. CD57+ NK-Zellen, die als diagnostischer Hinweis herangezogen werden, wenn man sich auf die Suche nach einer chronischen Borreliose macht, werden in ihrer Aussagefähigkeit etwas überschätzt. Nicht nur unterliegen sie einem zirkadianen Rhythmus mit Schwankungen bis zu 30 %, sie sind auch keineswegs, wie manchmal behauptet wird, absolut „borrelienspezifisch“. Im Zusammenhang mit anderen Hinweisen mögen sie eine Diagnose untermauern. Weniger geeignet sind sie als Therapiekontrolle. Trotzdem kann man in der vorliegenden Beobachtung vermutlich davon ausgehen, dass die „Herrschaften CD57+“ aushäusig sind, um nämlich am Ort des Geschehens (im Gewebe) ihre Arbeit zu verrichten. Findet man auffallend wenig CD57+ im Blut, sind sie vermutlich ausgeschwärmt (sie sind natürlich gewebegängig), um Bösewichte dingfest zu machen. Ähnliches gilt für die gemessene Zahl der NKZellen. Schlussendlich ist die Quantität für ihre Funktion nicht Ausschlag gebend. Angebrachter ist ein NK-Zellfunktionstest, der Aufschluss über die Lysekapazität der NK-Zellen gibt.

Insgesamt kann gesagt werden, dass die Immuntätigkeit mit dieser Art der Behandlung kräftig angekurbelt wird, und vor allem darf behauptet werden, dass die Borrelienaktivität unterbunden wird. Nun gibt es hierfür natürlich noch kein Langzeit-Monitoring, aber in meinem ureigensten persönlichen Falle darf ich verkünden, dass „mein“ Borrelien-LTT nun im dritten Jahr negativ ist – nach ähnlicher Behandlung ...

Was geschieht bei der Photonentherapie?
Photonen sind Lichtquanten, also massenlose, nicht weiter teilbare Elementarteilchen. Pflanzen, Tiere, Menschen, alle brauchen diese Photonen zum Leben. Pflanzen inkorporieren sozusagen das Sonnenlicht in ihrem Chlorophyll. Lebende Zellen können Photonen aufnehmen, speichern und emittieren. Ist eine Zelle krank, wird es dunkel. Photonen können weniger gut gespeichert werden, und die Zelle haucht ihr restliches Licht langsam aus. Unter normalen Umständen herrscht reger Photonenverkehr im menschlichen Körper. Entlang der „Photonenautobahnen“ (man vermu-

Die Rahmenbedingungen – Teil 3
Labortests vor und nach der Anwendungsbeobachtung (vgl. Tab. 1).

Beobachtungen
In allen vier Fällen konnte – und das erscheint primär die erfreulichste Nachricht zu sein –

Abb. 2: So sehen die Spirochäten aus, wenn sie sich als Neuankömmlinge durch den Körper „schrauben“. Bald verschwinden sie im Inneren der Zellen.

Abb. 3: Der Photonenstrahler wird direkt auf die Haut appliziert, so dass die Photonen über die Haut in den Körper gelangen können.

2

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Thema
gehen müsste, dass sämtliche bakteriellen Endobionten, namentlich auch die Mitochondrien, ebenso eliminiert sein müssten. Operation gelungen – Patient tot? Auf der biochemischen Ebene gibt es unter den gegebenen Umständen einer chronischen Borreliose noch die eine oder andere zusätzliche Anforderung. Nährstoffdefizite oder Immundysbalancen müssen ausgeglichen, Toxinbelastungen abgetragen und Entzündungen beruhigt werden. Und darum wählten wir in der Anwendungsbeobachtung eine möglichst breitenwirksame Ergänzung zur reinen Photonentherapie: Regulierung der Immunantwort und der Entzündungsreaktion, milde Detoxifikation. • Das Immunmodulans setzt sich zusammen aus: mikronisiertem Braunalgenpulver und Alginsäure, Sesamöl, Kakao und Humulon. Es moduliert eine dominante TH2-Reaktion zu Gunsten der TH1-Reaktion. • Die Inhaltsstoffe der entzündungshemmenden Rezeptur sind: Vitamin E, Olivenöl Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Niacin, Curcumin, Antioxidanzien, allesamt mikronisiert. • Das dritte Mittel, das die Entgiftung unterstützt und die Entstehung toxischer Nitroverbindungen unterbindet, besteht aus: Magnesiumtrisilikat, Siliziumdioxid (als kolloidale Kieselsäure), Natriumalginat, Senfmehl, Zimtpulver, Asa foetida (Ferulasäure), Braunalgenmehl, Hopfenbitterstoff, Kakaopulver, Extrakt aus Curcuma longa. Sämtliche Inhaltsstoffe sind mikronisiert. In der Behandlung der chronischen Borreliose sind multiple Systemstörungen zu adressieren. Ziel der hier vorgestellten Anwendungsbeobachtung war auch, mit möglichst wenig Einsatz einen möglichst breitenwirksamen Effekt zu erzielen.

Abb. 4: In sämtlichen beobachteten Fällen konnte die Borrelienaktivität innerhalb von drei Monaten gestoppt werden.

tet, das sind die Meridiane) sausen die Lichtteilchen, mit vielerlei Informationen bestückt, zu ihren Zielorten. Xenobiotika, vor allem Schwermetalle, Strahlung, potenziell pathogene Erreger, aber auch anhaltender Dysstress stören den lichtvollen Frieden. Mehr denn je sehen wir uns in unserer Umwelt allerdings diesen Störenfrieden ausgesetzt. Im Falle der Borreliose sind die mit der Nosodeninformation „scharf gemachten“ Photonen sozusagen das Zünglein an der Waage.

Die Wellenlänge 880 nm ist eine besondere, denn…
Im Komplex IV der Atmungskette (mitochondriale, sauerstoffabhängige Energiegewinnung) werden ca. 90 % des eingeatmeten Sauerstoffs verarbeitet. Die Wellenlänge dieser Absorption liegt zwischen 600 und 900 nm. Bei der beschriebenen Photonentherapie werden Photonen im Bereich 880 nm emittiert und dem Körper über Hautkontakt zugeführt. Chronische Erkrankungen gehen u. a. einher mit einer zellulären Dysfunktion in Komplex IV der Atmungskette, weil durch die Hämoxygenase forciert Cytochrom C abgebaut wird. Dadurch kommt es zum Stau des Elektronentransportes in der gesamten Atmungskette und u. a. somit zur Mitochondropathie. (1) Da über die Photonentherapie bei 880 nm genau in dem Wellenbereich Photonen emittiert werden, wo in Komplex IV der Atmungskette Photonen absorbiert werden, ist hierin vermutlich eine der Hauptwirkungen zu sehen. So kann der Stau in Komplex IV der Atmungskette überbrückt werden. Gibt man zusätzlich noch Curcuminxtrakt, das nämlich Photonen im gleichen Wellenlängenbereich wie das Cytochrom C absorbiert, verstärkt sich hierdurch der therapeutische Effekt. (1)

Vielfältige Faktoren der chronischen Borreliose
Grundsätzlich gibt es zwei große Richtungen (im Individualfall sicher noch mit unzähligen Abstufungen und Alterationen): 1. die entzündliche mit all ihren Facetten und „Rattenschwänzen“, die ihr folgen 2. die allergische, ebenfalls mit absehbaren Risiken

Eine chronische Borreliose ist immer systemisch, multifaktoriell und multikausal.
Man weiß heute, dass die chronisch persistierende Borreliose in erster Linie eine immunologische Erkrankung darstellt. Borreliose zählt zu den Mitauslösern von zahlreichen Multisystemerkrankungen wie Chronisch inflammatorisches Erschöpfungssyndrom (CFS), MCS (multiple chemische Sensibilität), Fibromyalgie, aber auch Autoimmunerkrankungen wie Parkinson-Syndrom, Multiple Sklerose, ALS (amyotrophe Lateralsklerose) und sogar auch Alzheimer-Demenz, Schizophrenie oder unipolare Depressionen.

Nosoden dienen als „Wegweiser“
Die verwendeten Nosoden belasten den Patienten mit der negativen Information eines Erregers. Der Körper und das Immunsystem reagieren darauf. Um aber zielgerichtet und kraftvoll ans Werk zu gehen, benötigt der Körper Unterstützung. Die Photonen, zufällig „auf einer Wellenlänge“ mit dem Vorhaben, bieten genau diese Unterstützung. So wird der Körper befähigt, aus den eigenen Ressourcen des Immunsystems, z. B. den NK-Zellen, den Erreger zu eliminieren. Dies mag als Hinweis dienen, dass die Erregerbelastung gründlich bereinigt wird. Will man den Erreger mit antibiotischer Fremdeinwirkung loswerden, sieht die Sache anders aus. Da Borrelien gerne intrazellulär existieren, ist es für ein Antibiotikum recht schwierig, alle intrazellulären Erregerreservoirs abzutöten, da man sonst meiner Meinung nach davon aus-

Marlene E. Kunold
ist Heilpraktikerin, Dozentin und Autorin für ganzheitliche Medizin. Ihr aktueller Tätigkeitsschwerpunkt gilt neuen Therapien für die unterschiedlichen Formen der Borreliose. Marlene.kunold@hanse.net

Kontakt:

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Thema
Chronische Multisystemerkrankungen entstehen, wenn verschiedene Faktoren zusammen kommen. Je nach erblicher Diathese, Genpolymorphismen, Schadstoffbelastung, bakterieller oder viraler bzw. generell intrazellulärer Belastung, traumatischen Erlebnissen, Stressausprägung, Konstitution etc. bildet sich lokal Nitrostress und verursacht – ebenso lokal – zum Teil stark ausgeprägte und irreversible Mitochondropathien, d. h. Schäden in den Mitochondrien. Eine ausgeprägte Fatigue auf Grund von ATP-Mangel geht damit einher. • Impfbelastung (oft über Polioimpfung) • Organbelastungen (Leber, Nieren, Pankreas, Herz etc.) • Die oben erwähnte chronisch silente Inflammation mit Erhöhung von TNF alpha, IL1ß, IL 6 • Nitrostressbelastung (mitochondrientoxische Stickstoffverbindungen NO / ONOO) • Störfelder (z. B. Wurzelfüllungen in Zähnen, chronische Sinusitiden) • Energetisch betrachtet: Fremdenergien im System (oft spirituell „offene“ Menschen)

Mögliche Begleitumstände
• Schwermetall- oder andere Neurotoxinbelastungen (Lösemittel, Holzschutzmittel, PCB …) • Virale Grundbelastungen (z. B. Epstein-BarrVirus, Zytomegalie-Virus, Varizella-ZosterVirus und andere Erreger der Herpesfamilie) • Bakterielle Grundbelastungen (z. B. Chlamydia trachomatis oder C. pneumoniae, Yersinien, Ehrlichien, Streptokokken etc.) • Parasitäre Belastungen • Stoffwechselazidose und -störungen • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Darmdysbiose, Leaky Gut • Gravierende Nährstoffdefizite (z. B. Zink, Selen, Vitamin B12 oder Vitamin D, Magnesium)

Fazit
Wie jeder Therapeut im Endeffekt die „Umgebung“ der chronischen Borreliose behandelt, spielt vielleicht eine sekundäre Rolle. Es wäre allerdings erfreulich, wenn die oben erwähnte Methode Einzug finden könnte in eine größer angelegte Studie, um die hier gemachten Beobachtungen zu bestätigen.

Literaturhinweise
1) Dr. Heinrich Kremer: Die stille und heimliche Revolution in der Krebs- und AIDS-Medizin. Ehlers Verlag, 2006

Diagnostik
Diagnostisch relevant sind meiner Meinung nach folgende Parameter (variierend im Einzelfall): 1. LTT Borrelien (da eine serologische Untersuchung höchst unsichere Werte liefert und mindestens ein Drittel aller chronischen Borreliosen seronegativ ausfallen.) 2. LTT anderer opportunistischer oder Co-Infektionen 3. Immunzytokine TNFalpha, Interferon gamma, IL 10 4. Homocystein 5. 25-OH-Vitamin D 6. großes BB, Zink, Selen, Ferritin, Serumeisen 7. TSH, fT3, fT4 8. Neuroendokrines Stressprofil 9. Stuhlflora 10. NK-Zellfunktionstest 11. Testung toxischer Belastungen 12. Nitrostresstest

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