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Jahresbericht 2008

Luzerner Kantonsspital LUKS, Jahresbericht 2008

Spitalstrasse
6000 Luzern 16
Telefon 041 205 11 11
info@ksl.ch
www.ksl.ch 950007
Die LUKS-Organisation seit 1. Januar 2008

Spitalrat

Stab Medizin Stab Direktion


Arbeitsmedizin, Hygiene, Medizin-/ Direktor Kommunikation, Multiprojektmanagement,
Pflegeinformatik, Medizinalcontrolling, Recht
Qualitäts-/Riskmanagement

Geschäftsleitung
Geschäftsleitungsausschuss

Departement Departement Departement Departement Departement Departement Departement Departement Departement


Wolhusen Sursee Chirurgie Medizin Spezialkliniken Kinderspital Institute Pflege, BW &
Soziales Infrastruktur
D-BW D-BW D-BW D-BW D-BW D-BW D-BW

Anästhesie Anästhesie Chirurgische Privatabteilung Hals-Nasen- Pädiatrie Radiologie Pflege- Finanzen


Klinik Innere Ohren-Klinik entwicklung/
Medizin -qualität

Innere Innere Herz-/ Innere Augenklinik Kinderchirurgie Radio-Onkologie Fachberatung Personaldienst


Medizin Medizin Thorax-/ Medizin,
Gefässchirurgie med. IPS

Chirurgie & Chirurgie & Orthopädie Spezialmedizin 1 Frauenklinik Pathologie Ausbildung Informatik
Orthopädie Orthopädie

Gynäkologie/ Gynäkologie/ Urologie Spezialmedizin 2 Höhenklinik Apotheke Weiterbildung Ökonomie


Geburtshilfe Geburtshilfe Montana

Kieferchirurgie Spezialmedizin 3 Labormedizin Sozialdienst Technik, Bau &


Sicherheit

Operationssäle Rehabilitation Anästhesie/ Seelsorge


chir. Intensivmed
/Rettungsmed./
Schmerztherapie
1

Inhalt
Editorial Spitalratspräsident 2
Bericht Direktion/Geschäftsleitung 4
Revue 2008 8

Departementsberichte
Departement Medizin 13
Departement Chirurgie 23
Departement Spezialkliniken 35
Departement Kinderspital 45
Departement Institute 53
Departement Pflege, Soziales 63
Departement Betriebswirtschaft und Infrastruktur 71
Departement Sursee 81
Departement Wolhusen 91

Kennzahlen 2008
Jahresrechnung 102
Kennzahlen 108

Medizinische Statistiken
Chirurgie 108
Medizin 109
Spezialkliniken 111
Institute 113

Publikationen 114

Impressum
Herausgeber: Luzerner Kantonsspital
Koordination: Kommunikation und Marketing
Redaktion: Hans Beat Stadler, Ebikon
Fotos: Emanuel Ammon, Luzern Für die bessere Lesbarkeit wird in der Regel
Konzept/Gestaltung: hellermeier, Emmenbrücke nur die männliche Form eines Begriffs verwendet.
Druck: beagdruck, Emmenbrücke Gemeint sind immer beide Geschlechter.
2 LUKS-Jahresbericht 2008 Editorial

Unser erstes Jahr


in der Selbstständigkeit
Still und leise fusioniert und in die Selbstständigkeit entlassen. Und fast niemand hat
es bemerkt! – Seit dem 1. Januar 2008 sind die Spitäler in Luzern, Sursee, Wolhusen und
die Höhenklinik Montana zu einem zentral geführten, selbstständigen Unternehmen
zusammengefasst. Juristisch ist das neue Luzerner Kantonsspital, das LUKS, eine selbst-
ständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit. Allein auf
die Tatsache, dass dieses epochale Ereignis ohne grosses Aufsehen erfolgreich vom
Stapel gelaufen ist, dürfen wir stolz sein. Haben wir uns doch zum Ziel gesetzt, dass
diese grosse Veränderung den operativen Spitalbetrieb in keiner Weise stören und
negativ beeinträchtigen darf. Hierfür gilt meine grosse Anerkennung unserem Direktor/
CEO, der Geschäftsleitung und dem gesamten Kader des LUKS. Sie haben den «Tritt in
ein neues Zeitalter» loyal und zielstrebig abgenommen. Im Namen des Spitalrates dan-
ke ich dafür allen herzlich.

Hans Amrein Was früher Aufgabe des Gesundheits- und Sozialdepartementes des Kantons Luzern
Präsident des Spitalrates (GSD) war, liegt nun in der Verantwortung des Spitalrates. Mit dem Leistungsauftrag ent-
scheidet der Regierungsrat als Vertreter der Eignerschaft des Spitalunternehmens, was
zu tun ist. Der Spitalrat plant und bestimmt, wie es zu tun ist. Das heisst mit welcher
Organisation, mit welchen Strategien und mit welchen Ressourcen. Es gilt, dem Ziel der
Verselbstständigung, nämlich der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bei hohem
Patientennutzen Schritt für Schritt näherzukommen. Ich danke dem Regierungsrat und
den Kadermitarbeitenden des GSD für das «Loslassen», das an den Spitalrat übertrage-
ne Vertrauen sowie die stets offene, sehr gute und angenehme Zusammenarbeit. Ohne
die positive gegenseitige Akzeptanz der neuen Rollen könnte der Spitalrat die ihm im
Spitalgesetz zugedachte, anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung nicht wahrneh-
men.

Wettbewerbsfähiger sein setzt die Chance voraus, sich im Wettbewerb behaupten zu


können. Fähig zu sein, sich für die Interessen des Unternehmens zu wehren. Wettbe-
werbsnachteile für öffentliche Anbieter gilt es möglichst zu eliminieren. Als öffentlich-
rechtliche Unternehmung hat das LUKS ebenfalls politisch regulierte Vorgaben und Auf-
gaben zu übernehmen. Diese wichtigen Leistungen müssen in Zukunft einen Markt und
damit einen Preis haben. Öffentliche Spitäler sind nicht nur der «Ausputzer» für jene
Gesundheitsleistungen, für die sich kein anderer Mitbewerber ernsthaft interessiert.
Wettbewerb macht auch nur Sinn, wenn damit die Qualität und die Wirtschaftlichkeit
verbessert werden. Der Markt im Gesundheitswesen funktioniert somit erst dann, wenn
ausreichend Transparenz herrscht und wenn hohe Qualität bei kostengünstigerer Ver-
sorgungsleistung auch tatsächlich belohnt wird. Funktioniert das im schweizerischen
Gesundheitswesen heute wirklich so?
Mit der bevorstehenden Einführung von DRGs und der Einführung der freien Spitalwahl
sollen künftig für alle Marktteilnehmer gleich lange Spiesse gelten. Das heisst, sofern
es keiner Lobby gelingt, für bestimmte Mitbewerber nicht doch etwas «gleichere» Kon-
ditionen (z.B. Tarife) auszuhandeln. Hier stellt sich auch die Frage, welche Lobby sich
künftig für die «selbstständigen Kantonsspitäler» einsetzt, nachdem die Kantone im ver-
änderten Marktumfeld als Leistungseinkäufer agieren, in erster Linie für die Gewähr-
leistung der medizinischen Versorgung verantwortlich sind und für die Förderung ihrer
eigenen Spitäler zunehmend in einen Interessenkonflikt geraten.
LUKS-Jahresbericht 2008 Editorial 3

Es bleiben noch gut zwei Jahre, um unser LUKS auf den neuen Markt optimal vorzube-
reiten. Nicht alle erforderlichen Voraussetzungen (Bauten, Infrastrukturen und Prozes-
se) können in dieser kurzen Zeit geschaffen bzw. angepasst werden. Trotzdem bin ich
zuversichtlich. Unser LUKS ist sehr gut geführt. Es verfügt über überdurchschnittlich
qualifizierte Ärzte, sehr leistungsbereite, kompetente Pflegefachpersonen sowie gut
ausgewiesene Fachkräfte in den übrigen medizinischen, infrastrukturellen und betriebs-
wirtschaftlichen Bereichen. Das Ganze wird getragen von einer echt positiven, fami-
liären und aufbauenden Unternehmenskultur. Man ist Jemand am LUKS – auf allen
Stufen!

Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflege, der Ärzteschaft, der wei-
teren Fachbereiche sowie dem Kader herzlich für das sehr grosse, nicht selbstverständ-
liche Engagement im Dienste unserer Patientinnen und Patienten. Ein Dank geht auch
an meine Kolleginnen und Kollegen des Spitalrates für die stets partnerschaftliche, ziel-
gerichtete Zusammenarbeit.

Ich freue mich, den anspruchsvollen Weg weiterhin gemeinsam mit den Mitarbeiterin-
nen und den Mitarbeitern sowie dem Spitalrat gehen zu dürfen.

Hans Amrein
Präsident Spitalrat LUKS

Die Mitglieder des Spitalrats sind


Hans Amrein, Präsident, Sursee
Prof. Dr. med. Oskar Schmucki, Vize-Präsident, Luzern
Dr. rer. pol. Kurt Aeberhard, Schüpfen
Frida Alder, Gerzensee
Dr. med. Premy Hub, Sursee
Dr. med. Christiane Roth, Gockhausen
Peter Schilliger, Udligenswil
Prof. Dr. med. Thomas Schnider, Speicher
Pius Zängerle, Adligenswil

Peter Schwegler, Vertreter des GSD (mit beratender Stimme)


Jürg Aebi, Sekretär Spitalrat
4 LUKS-Jahresbericht 2008 Spitalleitung

Bericht Direktion/
Geschäftsleitung
Liebe Leserinnen und Leser
Ein Blick zurück auf eine erfolgreiche Vergangenheit und einer voraus in eine viel ver-
sprechende Zukunft – das ist der Wunschtraum von uns als Privatpersonen und von
unseren Unternehmen, vor allem in wirtschaftlich stürmischen Zeiten. Die Basis dazu
legt unsere Arbeit in der Gegenwart, im Idealfall zum guten Nutzen des Unternehmens,
seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Partner und – für eine Gesundheitsinsti-
tution im Zentrum – zum Wohl der Patientinnen und Patienten.
Die langjährige Geschichte der drei kantonalen Spitäler in Luzern, Sursee und Wolhu-
sen ist der Pfeiler, auf den das Luzerner Kantonsspital (LUKS) bauen kann. Tradition
macht aber nur Sinn, wenn sie Hand in Hand geht mit Fortschritt: Das LUKS hat im 2008
in vielen Bereichen weitere Weichen gestellt für eine vielversprechende Zukunft als
führende Institution im Gesundheitswesen der Zentralschweiz.
Das Gesundheitswesen der Schweiz befindet sich weiterhin in einer Phase starker Ver-
Benno Fuchs änderungen. Neue Finanzierungssysteme – die Einführung der fallpauschalisierten Ent-
Direktor (CEO) schädigung nach DRG spätestens 2012 – und die anstehende freie Spitalwahl erhöhen
den Preis-, Kosten- und Qualitätsdruck auf die Leistungserbringer. Die öffentliche Hand
muss sparen und zieht sich zunehmend aus der Finanzierung des Gesundheitswesens
zurück. Die Mittel für die Gesundheitsversorger werden dadurch knapper. Gleichzeitig
steigen auf der anderen Seite die Anforderungen und Erwartungen seitens der Bevöl-
kerung: Qualitätsmedizin wird vorausgesetzt, gesellschaftlich akzeptierte Hightech-
medizin muss angeboten werden, Diagnostik und Therapie sollen umfassend, schnell
und evidenzbasiert erfolgen.
«Das LUKS stellt im Rahmen des Leistungsauftrages und der Leistungsvereinbarung für
die Kantonseinwohnerinnen und -einwohner die Spitalversorgung wirksam, zweckmäs-
sig und wirtschaftlich nach wissenschaftlichen Kriterien sicher.» So lautet der gesetz-
liche und politische Grundauftrag des LUKS. Seine Erfüllung verlangt im komplexer,
dynamischer und globaler werdenden Gesundheitsmarkt von allen immer grössere
Leistungen, besonders aber von der Ärzteschaft und Pflege.

«Wer kein Ziel hat, kommt nirgendwo an.» (Abraham Lincoln)

Schwierige Verhältnisse stellen hohe Anforderungen an die Navigation. Wer vorwärts-


kommen will, braucht ein klares Ziel und muss wissen, wie er es erreichen kann. Der
Spitalrat und die Geschäftsleitung haben im vergangenen Jahr gemeinsam die Gesamt-
unternehmensstrategie für das LUKS erarbeitet. Sie gibt den Kurs für die kommenden
Jahre vor.
Weiter hat das LUKS die neue Leitungs- und Organisationsstruktur umgesetzt.
Die gesetzlich vorgeschriebenen Reglemente (Spital-, Finanz-, Tarif-, Personal- und
Patientenreglement) sind in der Unternehmung implementiert und veröffentlicht.
Das Luzerner Kantonsspital ist auch in Zukunft das Gesundheitsnetz für alle – nah, um-
fassend, führend. Dabei erbringt es Grundversorgungs- und spezialisierte Zentrums-
leistungen im Netzwerk der Spitalstandorte für alle Einwohner des Kantons Luzern und
für die gesamte Zentralschweiz. Um diesem hohen Anspruch weiterhin gerecht zu wer-
den, sichern und erweitern wir unsere Qualität sowie unser Leistungsvermögen auf
medizinischer, wissenschaftlicher und personeller, technischer und betriebswirtschaft-
licher Ebene und bauen sie weiter aus. Dazu haben wir im vergangenen Jahr grosse
Vorhaben erfolgreich umgesetzt oder in Angriff genommen:
LUKS-Jahresbericht 2008 Spitalleitung 5

Notfallversorgung auf hohem Niveau rund um die Uhr


Neu betreibt das LUKS in Luzern und Wolhusen in Kooperation mit der Ärztegesellschaft
des Kantons beziehungsweise den frei praktizierenden Ärzten eine gemeinsame Not-
fallpraxis. Hier werden Patientinnen und Patienten mit weniger schwerwiegenden
Krankheiten oder Verletzungen behandelt. Die Notfallversorgung des LUKS Luzern
unter dem neuen Label «24 Notfall» umfasst neben der Notfallpraxis ebenfalls die Spe-
zialisten-Notfälle Chirurgie, Medizin, Neue Frauenklinik und Kinderspital.
Zur Notfallbehandlung gehört weiter die neue Stroke Unit des LUKS. Diese zentralisier-
te Spezialabteilung des LUKS Luzern bietet der Zentralschweizer Bevölkerung die best-
mögliche Versorgung bei einem Schlaganfall.
Und schliesslich wird die Notfallversorgung des LUKS ergänzt durch den Rettungsdienst
mit Notarztsystem und neuem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF).

Zusammenarbeit mit Partnern ausgebaut


Das LUKS hat seine Zusammenarbeit mit seinen Partnern im letzten Jahr weiter ausge-
baut:
Die RALULA AG, ein Gemeinschaftsunternehmen des LUKS und des Schweizerischen
Paraplegiker Zentrums (SPZ) in Nottwil, betreibt einen Magnetresonanztomographen
(MRT) der neusten Generation im LUKS Sursee. Sie stellt damit die radiologische Versor-
gung der Bevölkerung im Grossraum Sursee auf hohem Niveau sicher.
Anfang November 2008 wurde das Schweizer Wirbelsäulen- und Rückenmarkzent-
rum (SWRZ) eröffnet. Auch dieses ausgewiesene Kompetenzzentrum ist eine Koope-
ration des LUKS und des SPZ. Das SWRZ diagnostiziert, behandelt und rehabilitiert
Leiden und Verletzungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Wo immer möglich,
setzt das SWRZ auf konservative, nichtoperative Behandlungsverfahren.
Die Partnerschaft zwischen dem SPZ und dem LUKS bedeutet zum einen eine qualitativ
noch bessere Versorgung der Bevölkerung. Zum anderen wird sie auch den Vorgaben
des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) punkto Wirtschaftlichkeit und Zweckmässig-
keit gerecht.
Wie kaum in einem anderen Unternehmen ist in einem Spital das Personal das «Kapi-
tal» des Unternehmens. Um die Zusammenarbeit mit dem Personal und seinen Vertre-
tungen weiter zu verbessern, wurde im LUKS die neue Personalkommission (PEKO) ins
Leben gerufen. Gleichzeitig wurden mit den Personalorganisationen der verschiedenen
Berufsgruppen Zusammenarbeitsvereinbarungen geschlossen.

Sursee und Wolhusen: Neue Angebote und ausgezeichnete Qualität


Im Oktober 2008 wurde im LUKS Sursee eine ambulante Dialysestation eröffnet.
Sie dient zur Entlastung des LUKS Luzern, denn die Zahl der Patienten mit Niereninsuf-
fizienz nimmt stetig zu.
Im Rahmen der externen Rezertifizierung sanaCERT im April 2008 erzielten das LUKS
Sursee und Wolhusen hervorragende Resultate. In sieben von acht Standards wurde
die Maximalnote D erreicht.
6 LUKS-Jahresbericht 2008 Spitalleitung

Hightech in modernen Operationssälen


Der Operationsbereich des LUKS Luzern wird bis 2010 modernisiert und erweitert. Zu
den elf bestehenden Operationssälen kommt ein weiterer dazu. Das Projekt wurde
2007 in Angriff genommen, 2008 wurde eine erste Etappe abgeschlossen.
Seit Juli 2008 steht in der urologischen Klinik des LUKS ein Da Vinci-Operationsroboter
im Einsatz. Die roboterassistierte minimalinvasive Chirurgie mit dem Da-Vinci-System
wird vor allem für eine nervenschonende Prostataentfernung bei organbeschränktem
Prostatakrebs eingesetzt und bedeutet einen entscheidenden Fortschritt in der urolo-
gischen Chirurgie.
Im medizinischen Bereich wurde zusätzlich zum bestehenden Herzkatheterlabor am
LUKS Luzern im vergangenen Jahr ein zweites in Betrieb genommen. Über 2000 Ein-
griffe pro Jahr machten eine Ergänzung der Kapazität notwendig.

Mit APPOLUS auf neuem IT-Höhenflug


Der 1. November bedeutete einen Meilenstein in der Geschichte der Informatik
des LUKS. Die Haupt-Informatikapplikationen wurden im Rahmen des Grossprojekts
APPOLUS über alle Spitalstandorte erfolgreich zusammen- bzw. eingeführt:

– die Applikationen Patienten- und Finanzmanagement,


– die Bewirtschaftungsprogramme für Material und Medikamente,
– die Leistungserfassungs- und Tarifsysteme
– und die Anlagebuchhaltung.

Ebenfalls auf den Stichtag 1. November wurde im LUKS ein neues Klinikinformations-
system (KIS) installiert. MedFolio ist in Luzern, Sursee und Wolhusen in den wichtigs-
ten Anwendungsbereichen eingeführt.
Bei APPOLUS handelte es sich wohl um das grösste IT-Vorhaben des Kantons. Die Um-
setzung darf trotz «Kinderkrankheiten» als sehr erfolgreich gewertet werden.

Über 800 Millionen Franken für eine umfassende «Verjüngungskur»


Das LUKS wird in den nächsten 15 bis 20 Jahren einer umfassenden «Verjüngungskur»
unterzogen. Die Grundlage dazu liefert der Planungsbericht Spitalbauten, der vom
Luzerner Kantonsparlament im März 2008 positiv zur Kenntnis genommen wurde. Ins-
gesamt sollen über 800 Millionen Franken ins LUKS investiert werden. Prioritär sind die
Sanierung des Hauptgebäudes in Wolhusen, die Sanierung des Kinderspitals und der
Augenklinik Luzern sowie die Sanierung und Erweiterung des Spitalzentrums in Luzern.
Erste Projektarbeiten wurden 2008 aufgenommen.

Finanzielle Zielsetzung übertroffen


Das LUKS hat sein erstes Geschäftsjahr als verselbstständigtes Unternehmen auch in
finanzieller Hinsicht erfolgreich abgeschlossen. Der Jahresgewinn von über 5.1 Millio-
nen Franken wird den gesetzlichen und freien Reserven zugewiesen.
LUKS-Jahresbericht 2008 Spitalleitung 7

Die ersten Weichen für die Zukunft sind gestellt, weitere müssen folgen
Sich ändernde Umfeldbedingungen wie die neue Abgeltungssystematik, freie Spital-
wahl, steigende Qualitätsanforderungen, Personalknappheit und knappe finanzielle
Mittel werden den Wettbewerb im Gesundheitswesen weiter verstärken. Das LUKS
muss sich weiter auf die massiven Veränderungen und die damit verbundenen Auswir-
kungen vorbereiten. Unter anderem gilt es, neue Strukturen und Prozesse zu etablie-
ren. Dazu gehören zum Beispiel eine interdisziplinäre Notfallaufnahme, ein ambulantes
Operationszentrum und eine Prämedikationsambulanz. Neue interne Strukturen spie-
geln sich in baulichen Veränderungen wider und tragen positiv zur zukünftigen Entwick-
lung bei.
– Am LUKS ermöglicht eine moderne IT-Plattform nicht nur effiziente Abläufe, sondern
auch zunehmend die überregionale Vernetzung über die Standorte hinaus zu den Zu-
weisern und Partnerinstitutionen. Durch klinische angewandte Forschung und unsere
Beteiligung an der Lehre wollen wir die Zukunft der Medizin in der Zentralschweiz
weiter aktiv mitgestalten.
– Durch gezieltes Case-Management verbessern wir die Betreuung und Behandlung
von Patienten und verlieren gleichzeitig unsere Verpflichtung für einen sorgfältigen
Umgang mit den Ressourcen der Steuer- und Prämienzahler nicht aus den Augen. Wir
stellen Qualität und Patientennutzen über den Profit. Qualität ist der Massstab, an
dem wir uns messen lassen, sei es bei der ärztlichen Behandlung und Nachsorge, bei
der Pflege, aber auch in unserer Lehrtätigkeit.
– Kooperationen schaffen Synergien und Mehrwert. Sie vereinen Kompetenzen, Wissen
und Know-how. Unter diesen Voraussetzungen pflegen wir eingegangene Partner-
schaften, wie beispielsweise mit der Rega oder dem SPZ Nottwil, und wir suchen wei-
tere Kooperationen
Patientinnen und Patienten vertrauen sich dem LUKS an. Sie kommen zu uns wegen
unserer Reputation als kompetentes Versorgungsnetzwerk. Unsere Reputation fusst auf
jeder einzelnen Mitarbeiterin und auf jedem einzelnen Mitarbeiter. Alle müssen auch in
Zukunft dazu aktiv beitragen.

Arbeiten mit Kopf und Herz – unsere Mitarbeitenden machen es aus


Alle medizinischen und technischen Errungenschaften nützen den Patienten und dem
LUKS nichts ohne motivierte, leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind
es, die rund um die Uhr an 365 Tagen unsere Patienten und ihre Angehörigen fachlich
und menschlich bestens betreuen. Sie bringen Herz und Kopf ein. Von ihnen wird bei
knappen personellen Ressourcen immer mehr Leistung verlangt. Die über 5000 Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter tragen das LUKS und ihnen gehört dafür sehr herzlicher
Dank. Dank geht auch an den Spitalratspräsidenten und den Spitalrat für die sehr gute,
partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Benno Fuchs
Direktor (CEO)
8 LUKS-Jahresbericht 2008 Revue

Revue 2008

Januar Januar Februar


Seit dem 1. Januar 2008 haben die Die Stammzelltherapie am LUKS gibt zu Die beiden Kantonsspitäler von Luzern
Spitäler des Kantons Luzern eine neue Hoffnung Anlass, denn sie eröffnet neue und Obwalden vertiefen ihre Zusam-
Trägerschaft. Das Luzerner Volk hat Möglichkeiten in der Behandlung ver- menarbeit. In einem ersten Umset-
der Verselbstständigung zugestimmt. schiedener Krankheiten wie Leukämien zungsschritt übernimmt die Radiologie
Gleichzeitig ist das neue Unternehmen sowie gewisser Krebs-, Autoimmun- am LUKS die Leitung der Radiologie in
Luzerner Kantonsspital (LUKS) gestartet, und Herzkrankheiten. Diese neue Thera- Sarnen. Das bestehende MTRA-Team
in dem die drei Standorte Sursee, pieform bedingt den Aufbau der ent- (medizinisch-technische Röntgenassis-
Wolhusen und Luzern (inkl. Montana) sprechenden Technik und die Ausbil- tentinnen) am Kantonsspital Obwalden
zusammengefasst sind. Das Gesund- dung der Mitarbeitenden. Ein Qualitäts- wird durch einen Facharzt der Radio-
heitsnetz für alle – nah, umfassend, sicherungssystem stellt die Überein- logie aus Luzern an jeweils fünf Halbta-
führend – bietet Medizin auf höchstem stimmung mit internationalen Standards gen in der Woche unterstützt.
Niveau. sicher.

April Mai Mai


Das LUKS und das SPZ Nottwil verwirk- Das Luzerner Kantonsspital setzt das Pilotstudie am LUKS Luzern: Wie werden
lichen ein neues Gemeinschaftsprojekt: Konzept «Dekontamination» um und die Qualitätsanstrengungen und Bemü-
die Radiologie Luzern Land (RALULA). schafft die notwendigen Infrastrukturen, hungen zur Patientensicherheit aus
Damit wird die Versorgung der Bevöl- um Patienten, Besucher und Spitalper- Sicht des Patienten wahrgenommen?
kerung in der Luzerner Landschaft sonal im Fall einer Gefährdung durch Dieser Frage geht die Stiftung für Pati-
im Bereich der Radiologie und Diagnos- gefährliche Stoffe zu schützen. Neben entensicherheit im Auftrag des BAG mit
tik weiter verbessert. Sie erfolgt bei der Information des gesamten Spitalper- einer Umfrage auf den Grund. Die Aus-
gleichbleibend hoher Qualität schneller sonals steht vor allem die Instruktion wahl der Standorte und Kliniken gibt
und günstiger. Am LUKS Sursee ist der mit speziellen Aufgaben betrauten die Stiftung vor. 1000 stationäre Patien-
ein Magnetresonanztomograph (MRT) Mitarbeitenden im Zentrum. ten erhalten nach ihrem Austritt einen
der neusten Generation im Einsatz. anonymen Fragebogen zugeschickt.
LUKS-Jahresbericht 2008 Revue 9

Februar März April


Diverse Publikumsveranstaltungen Die Operationssäle des Luzerner An der Rezertifizierung sanaCERT vom
im Eingangsbereich des LUKS Luzern Kantonsspitals werden auf den neusten 22./23. April 2008 erzielen das LUKS
und ein öffentlicher Vortrag zum Thema Stand gebracht. Zu den Neuerungen Sursee und das LUKS Wolhusen hervor-
«Schaufensterkrankheit und Raucher- gehören unter anderem Bildüber- ragende Resultate. In sieben von acht
bein: die grosse Gefahr für unsere tragungs- und Visualisierungssysteme. Standards erreichen sie die Maximal-
Gesundheit» machen die Angiowoche Bei der sogenannten Schlüsselloch- note D.
zu einem Erfolg. Viele Besucherinnen chirurgie wird eine winzige Kamera in
und Besucher nutzen die Gelegenheit, den Körper des Patienten eingeführt.
mit Fachpersonen direkt ins Gespräch Anhand der Bilder, die sie liefert, führt
zu kommen. der Chirurg die Operation durch.

Mai Juni Juni


Zusätzlich zum bestehenden Herzkathe- Komplexe Magen-Darm-Erkrankungen Im Gebäude der alten Frauenklinik
terlabor wird am LUKS Luzern ein zwei- erfordern die Zusammenarbeit von entsteht die von privaten Initianten ins
tes in Betrieb genommen. Über 2000 Spezialisten verschiedener Fachrichtun- Leben gerufene Akademie für Medizini-
Eingriffe pro Jahr haben diese Erweite- gen. Deshalb arbeiten am LUKS Luzern sches Training und Simulation (AMTS) –
rung der Kapazität notwendig gemacht. Spezialisten aus Medizin und Chirurgie eine unabhängige, praxisrelevante und
Das neue Herzkatheterlabor ermöglicht im neuen Magen-Darm-Zentrum (MDZ) innovative Plattform für prozessorien-
die Abklärung und Behandlung von eng zusammen. Interdisziplinarität rund tiertes und zertifiziertes medizinisches
zwei Notfällen gleichzeitig. Ausserdem um die Uhr und eine enge Kooperation Training und Simulation. Die AMTS wird
können jetzt die meisten wahlweise mit den zuweisenden Ärztinnen und ab 2009 für Ärzte, Zahnärzte, Pflegen-
durchgeführten Abklärungen während Ärzten sind dabei zentral. Diese Part- de, Unternehmen und medizinische
der Tageszeit erfolgen. nerschaft bringt besonders den Patien- Fachgesellschaften Trainingskurse an-
ten Vorteile. bieten.
10 LUKS-Jahresbericht 2008 Revue

Revue 2008

Juli Juli Juli


Seit Juli 2008 ist in der Klinik für Urolo- Das LUKS Sursee hat die Bedeutung Die Aortenklappenstenose ist die häu-
gie im LUKS Luzern ein Da-Vinci-Operati- einer Rauchstopp-Beratung hospitali- figste Herzklappenerkrankung. Eine
onsroboter im Einsatz ist. Die roboter- sierter Raucherinnen und Raucher Einengung der Lebensqualität oder eine
assistierte Chirurgie bedeutet einen früh erkannt und sich aktiv engagiert. verkürzte Lebenserwartung können
entscheidenden Fortschritt in der Urolo- Für seine Verdienste erhält es vom die Folgen sein. Bisher operierte man
gie. Obwohl noch relativ neu, hat sich Bundesamt für Gesundheit einen Aner- am offenen Herzen. Das stellte für die
diese Technik weltweit bereits etabliert. kennungs- und Unterstützungsbeitrag Patienten eine enorme Belastung dar.
Sie bringt entscheidende Vorteile für zur weiteren Förderung seiner Pro- Neu steht für Patienten mit sehr hohem
die Patienten: deutlich reduzierter gramme. Ein Rauchstopp-Programm Operationsrisiko der perkutane Aorten-
Blutverlust, kürzere Operationszeiten, wird auch am Standort Luzern ange- klappenersatz zur Verfügung, d.h. der
weniger Schmerzen und schnellere boten. Ersatz über eine Arterie wie bei einer
Genesung mit verkürzter Liegedauer. Herzkatheteruntersuchung.

September Oktober November


Mit der Installation des dritten Linear- Das LUKS Sursee eröffnet eine ambu- Die neue Abteilung «Intermediate Care»
beschleunigers der neusten Generation lante Dialysestation. Die Spezialisten (IMC) der Neuen Frauenklinik ist darauf
mit OBI (On-Board-Imager) am LUKS des LUKS beraten und betreuen die ausgerichtet, Babys, die mit gesund-
Luzern können den Patienten in der Patientinnen und Patienten in enger heitlichen Problemen kämpfen, best-
Zentralschweiz alle technischen Zusammenarbeit mit dem Hausarzt. möglich zu unterstützen. Zu dieser
Möglichkeiten einer modernen Radio- Die kürzer gewordenen Wege bedeuten Patientengruppe zählen zum Beispiel
Onkologie angeboten werden. für die Patienten einen Gewinn an die Frühgeborenen. Dem speziell ausge-
Lebensqualität. bildeten IMC-Team stehen modernste
Geräte zur Verfügung. In der Intermedia-
te Care Station werden Mutter und
Kind am gleichen Ort betreut.
LUKS-Jahresbericht 2008 Revue 11

Juli August August


Das Luzerner Kantonsspital ist Medical Unter dem gemeinsamen Dach der Das Augenlaserzentrum Zentralschweiz
Partner von Spitzenleichtathletik Luzern neuen Marke «24 Notfall» verfügt das (AZZ) wendet C-Ten an, die jüngste,
und sorgt für die optimale medizini- LUKS Luzern seit Anfang August 2008 weltweit schnellste und sicherste Laser-
sche Betreuung der Athletinnen und über ein erweitertes Angebot in der behandlung. Sie kann nur mit Laser-
Athleten. Das Luzerner Meeting hat sich Notfallversorgung, einer Kernaufgabe geräten der neusten Generation durch-
neben Zürich und Lausanne einen des LUKS. Je nach Art des Notfalls geführt werden. Das einzige Gerät
festen Platz im Leichtathletik-Kalender betreuen die Hausärzte der Notfall- der Schweiz steht in der Augenklinik am
gesichert. praxis oder Spezialisten aus Chirurgie LUKS. Der Excimer-Laser trägt das
und Medizin die Patientinnen und Hornhautgewebe computergesteuert
Patienten. auf den Tausendstelmillimeter genau ab,
ohne das angrenzende Gewebe zu
schädigen.

November Dezember Dezember


Die Verselbstständigung und der Zu- Alles für den Rücken: Das neue Schwei- Bei einem Schlaganfall zählt jede Minu-
sammenschluss zum Luzerner Kantons- zer Wirbelsäulen- und Rückenmark- te. Um die Zentralschweizer Bevölke-
spital stellen an die Informatik hohe zentrum (SWRZ) in Luzern und Nottwil rung optimal zu versorgen, den Verlauf
Anforderungen. Bei der Zusammenfüh- diagnostiziert, behandelt und reha- eines Schlaganfalls und die Frühreha-
rung von Fachapplikationen besteht bilitiert Leiden und Verletzungen der bilitation der Patienten zu verbessern,
die Vorgabe, dass pro Anwendungsbe- Wirbelsäule und des Rückenmarks. eröffnet das LUKS eine Stroke Unit.
reich mittelfristig nur noch eine Anwen- Nach der Zuweisung eines Patienten Und schliesslich wird die Notfallversor-
dung mit gemeinsamer Datenbasis koordiniert es die Untersuchungen und gung des LUKS ergänzt durch den
zum Einsatz gelangt. Am 1. November Behandlungen an den Standorten Rettungsdienst mit Notarztsystem und
2008 wird ein erster Meilenstein auf in Luzern und Nottwil. Das Kompetenz- einem neuen Notarzteinsatzfahrzeug
diesem Weg erreicht. zentrum ist eine Gründung von LUKS (NEF).
und SPZ.
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13

Departement Medizin
14 Departement Medizin

Bereichsleitungen Leitendes Personal


Privatabteilung Innere Medizin Allergologie
Prof. Dr. Verena Briner, Dr. Gerhard Müllner, Konsiliarzt
Chefärztin Innere Medizin (PiP) Angiologie
Lilian Jäger, Leiterin Pflegedienst Dr. Martin Banyai, Leitender Arzt
Irene Blumer Balzer, Dermatologie
Departementsleiterin Leiterin Pflegedienst PD Dr. Christoph Brand, Chefarzt
Prof. Dr. Verena Briner Allgemeine Innere Medizin Endokrinologie/Diabetologie
PD Dr. Christoph Henzen, PD Dr. Christoph Henzen, Chefarzt
Chefarzt Allg. Innere Medizin (PiP) Gastroenterologie
«Fachkompetenz, Verläss- Lilian Jäger, Leiterin Pflegedienst Dr. Dominique Criblez, Chefarzt
Irene Blumer Balzer, Dr. Claudia Hirschi, Leitende Ärztin
lichkeit sowie ein hohes
Leiterin Pflegedienst Hämatologie
Mass an Motivation und Spezialmedizin 1 Prof. Dr. Dr. Walter Wuillemin,
Menschlichkeit zeichnen Dr. Dominique Criblez, Leitender Arzt
Chefarzt Gastroenterologie (PiP) Kardiologie
die Mitarbeiterinnen Irene Blumer Balzer, Prof. Dr. Paul Erne, Chefarzt
und Mitarbeiter des Depar- Leiterin Pflegedienst PD Dr. Peiman Jamshidi
tements Medizin aus. Spezialmedizin 2 Medizinische Intensivstation
Prof. Dr. Paul Erne, Dr. Serge Elsasser, Leitender Arzt
Wir setzen uns ein für Chefarzt Kardiologie (PiP) Rainer Pöpken, Leiter Pflegedienst
eine moderne, patienten- Lilian Jäger, Leiterin Pflegedienst Nephrologie und Dialysestation
Spezialmedizin 3 Dr. Andreas Fischer, Leitender Arzt
gerechte Betreuung
Prof. Dr. Rudolf Joss, Neurologie
aller Kranken.» Chefarzt Onkologie (PiP) Prof. Dr. Martin Müller, Leitender Arzt
Prof. Dr. Verena Briner, Lilian Jäger, Leiterin Pflegedienst Onkologie
Departementsleiterin Rehabilitation Prof. Dr. Rudolf Joss, Chefarzt
Dr. Hanspeter Rentsch, Dr. Ralph Winterhalder, Leitender Arzt
Chefarzt Rehabilitation (PiP) Pneumologie
Ueli Wenger, Leiter Pflegedienst Dr. Bernhard Schwizer, Leitender Arzt
Rehabilitation
Dr. Hanspeter Rentsch, Chefarzt
Rheumatologie
Dr. Lukas Schmid, Leitender Arzt

(PiP = Primus inter Pares)


Departement Medizin 15

Departement Medizin
Trends und Fortschritte
Steigende Patientenzahlen, sinkende Aufenthaltsdauer, mehr
ambulant durchgeführte Eingriffe sowie massgeschneiderte In-
dividualmedizin und patientenzentrierte Pflege – das sind Trends,
die sich weiter verstärken.

Massgeschneiderte Individualmedizin
Immer mehr Bestrebungen gehen dahin, die Massenmedizin –
«one size fits all» – durch eine massgeschneiderte Individualme-
dizin zu ersetzen. Molekulargenetische Analysen von entnom-
menen Geweben sind beispielsweise für die Medikamentenwahl
und deren Dosierung bei Krebserkrankungen schon lange Routi-
ne. Behandlungskonzepte werden an interdisziplinären Boards
für Tumorleiden, Schlafkrankheiten, Inkontinenz und so weiter
sowie für Spezialsprechstunden zwischen Fachexperten unter-
schiedlichster Disziplinen diskutiert, um den Schwerkranken die
für sie bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Ein wich-
tiges Glied in jeder Behandlungskette stellt dabei die patienten-
zentrierte Pflege dar. Der Kranke und seine Angehörigen erfahren
eine an ihnen orientierte pflegerische Betreuung.

Der Notfall wird zum Normalfall


Während der vergangenen Jahre nahm in allen Fachdisziplinen
die Zahl der zu betreuenden Patienten stetig zu. In der Notfall-
station waren es unverhältnismässig mehr Patienten ohne ärzt-
liche Überweisung. Sie werden «Walk-in-Patienten» genannt. Un-
gefähr ein Drittel von ihnen hat keinen Hausarzt. Andere sind
wegen Medienberichten verunsichert und wollen aus Angst, an
einer schweren Krankheit zu leiden, sofort eine Beurteilung. Wie-
derum andere kennen die Zuständigkeit in Notfallsituationen
nicht. Alle diese Patienten blockierten zunehmend die Notfall-
stationen, welche für die Schwerkranken konzipiert sind.

Entflechtung der Patientenwege –


Notfallpraxis ist die Lösung
Diese Situation führte zu Verzögerungen sowohl für stationär
aufzunehmende wie auch für ambulant bleibende Patienten.
Deshalb wurde eine Entflechtung der Patientenwege vorgenom-
men. Seit August 2008 wird am LUKS Luzern eine Notfallpraxis
in Zusammenarbeit mit den Hausärzten der Stadt Luzern und
Agglomeration betrieben. Tagsüber sind Spitalärzte, abends und
an Wochenenden praktizierende Hausärzte im Einsatz. Sie be-
handeln Patienten, die eine notfallmässige ambulante Betreuung
benötigen. Die schwerer Kranken werden nach wie vor in den
regulären Notfallstationen LUKS betreut.
16 Departement Medizin

Blickpunkte

Endokrinologie/Diabetologie Hämatologie Neurologie


Bald «künstliche» 1000. Patient in Blutverdünnung Neurologisches Kompetenz-
Bauchspeicheldrüse geschult zentrum
Obwohl neue Medikamente in Tabletten- Eine lebenslange Blutverdünnung – bei- Bei Patienten mit neurologischen Krank-
form zur Behandlung des Diabetes melli- spielsweise infolge einer künstlichen heiten – Schlaganfall, epileptische Anfälle,
tus auf den Markt kommen, müssen alle Herzklappe – verändert die gewohnten Le- akute und chronische Entzündungen des
Menschen mit Typ-1-Diabetes und viele bensumstände der Betroffenen beträcht- Nervensystems und neurodegenerative
Typ-2-Diabetiker mit Insulin behandelt lich. Für viele Patienten, die keine anderen Erkrankungen wie Parkinson und Demenz
werden. Um die korrekte Insulindosis zu gesundheitlichen Probleme haben, be- – sind heute stark differenzierte Fach-
injizieren, muss vorausgehend der Blutzu- deutet es eine grosse Erleichterung, die kenntnisse in Diagnostik und Therapie
cker bestimmt werden. Das Ziel ist, eine Blutverdünnung (den Quick) selber kont- notwendig. Da es sich um Erkrankungen
Insulinpumpe zu erfinden, die gleichzeitig rollieren und die Medikamentendosis sel- handelt, die auch mit zunehmendem Le-
den Blutzucker misst und das nötige Insu- ber festlegen zu können. Dies erfordert bensalter häufiger werden, ist ein Anstieg
lin spritzt, ein sogenanntes geschlossenes Selbstverantwortung und bringt Lebens- dieser Leiden unausweichlich. 2008 wurde
System («closed loop»). Die Insulinpum- qualität. Seit Jahren werden unter der Lei- die neurologische Patientenversorgung
pen werden schon seit Jahren zuverlässig tung der Luzerner Hämatologen schweiz- am LUKS Luzern weiter optimiert. Die neu
eingesetzt. Neu kann nun auch der Blutzu- weit Schulungen für Patienten mit geschaffene Stroke Unit verbessert den
cker mit speziellen Sonden ständig ge- lebenslang notwendiger Blutverdünnung Verlauf eines Schlaganfalls. Gleichzeitig
messen werden, sodass es keine Blutent- angeboten (www.coagulationcare.ch). Die- wurde die Frührehabilitation dieser Pati-
nahme vom Finger mehr braucht. Dieses ses Jahr wurde der 1000. Patient geschult, enten durch den Ausbau der Rehabilitati-
neue System, die «Real-Time»-Blutzucker- ein junger Mann mit einer künstlichen onsmöglichkeiten verbessert. Mit der Ein-
messung, kann mit der Insulinpumpe kom- Herzklappe. Er ist glücklich, dass er die richtung eines Untersuchungsplatzes mit
biniert werden und ist ein Schritt zur Blutverdünnung nun selber durchführen 24-Stunden-EEGs wurde eine diagnosti-
«künstlichen» Bauchspeicheldrüse. Dieses kann. So ist er in der Lage, seine berufli- sche Lücke geschlossen. Die Betreuung
System wird am LUKS angeboten. Da die che Unabhängigkeit zu erhalten und seine der an Epilepsie leidenden Patienten wird
Sonden ziemlich teuer sind und von den Hobbys weiter auszuüben. durch die neuen diagnostischen Möglich-
Krankenkassen noch nicht für den alltäg- keiten individualisiert, was den Patienten
lichen Gebrauch bezahlt werden, kommen eine bessere Lebensqualität bringt.
sie am LUKS vorderhand für diagnostische
Zwecke zum Einsatz: Sie werden zwei bis
drei Tage zur kontinuierlichen Blutzucker-
messung eingesetzt, um die Insulindosis
besser bestimmen zu können.
Departement Medizin 17

Aufenthaltsdauer im Spital sinkt stetig sie machen, permanent beobachten kann. Je nach Programmie-
Viele Eingriffe werden dank weniger traumatisierender Metho- rung wird ein Alarm ausgelöst, wenn komplexe Rhythmusstörun-
den und neuer diagnostischer und therapeutischer Konzepte im- gen, ein sehr langsamer oder sehr schneller Puls registriert wer-
mer weniger belastend für die Patienten, deshalb sinkt die Auf- den. Die Patienten müssen nicht im Bett bleiben, sondern können
enthaltsdauer stetig. Neue Instrumente ermöglichen es zudem, sich uneingeschränkt auf den betreffenden Stationen im Betten-
viele Eingriffe ambulant durchzuführen, die früher nur stationär hochhaus bewegen. Einflüsse von körperlicher Aktivität oder Me-
und teilweise unter Narkose erfolgten – beispielsweise Schritt- dikamentenänderungen lassen sich so auch über mehrere Tage
macherimplantationen, Dilatationen von Blutgefässverengungen in einem «normalen Setting» besser erkennen. Eine plötzliche
an grossen Arterien (PTA), Gallenwegserweiterungen (ERCP) usw. Abweichung des Herzschlags durch eine potenziell gefährliche
Die Patientenzahlen steigen kontinuierlich an. Um den Arbeits- Rhythmusstörung löst sofort einen Alarm bei der Pflege in der
prozess der Stationen mit den Routineabläufen durch reguläre Intensivstation aus, wo die Registrierung erfolgt und die notwen-
und Notfallaufnahmen nicht dauernd zu stören, werden die Pa- digen Massnahmen sofort ergriffen werden.
tienten nun grossmehrheitlich über die – den heutigen Bedürf-
nissen angepasste – Notfallstation Medizin aufgenommen.
Spezialmedizin
Prozessoptimierung bei Notfällen
Die angeschlossene Notfallbettenstation ermöglicht kurze Über- Verbesserungen und
wachungen, beispielsweise nach einer allergischen Reaktion, bei
einer Vergiftung oder zum Ausschluss eines Herzinfarkts. Sie ent- Grenzen
lastet sowohl die eigentliche Notfallstation als auch die regulären In verschiedenen Gebieten der Spezialmedizin eröffnen sich
Bettenstationen, indem Patienten in einer ruhigeren Zone wei- neue Behandlungsmöglichkeiten. So steht älteren Patienten mit
terbehandelt werden und zahlreiche Massnahmen wie Blutent- hohem Operationsrisiko seit Kurzem der perkutane Aortenklap-
nahme oder komplexe Medikamentengaben sofort, das heisst penersatz zur Verfügung. Der Ersatz erfolgt wie bei einer Herz-
vor der Verlegung, erfolgen können. Diese Prozessoptimierung katheteruntersuchung über eine Arterie.
ist sowohl für die Kranken wie auch für das Spital von Vorteil.
Selbstverständlich sind weiterhin direkte Notfallzuweisungen für Kardiologie: Klappenkrankheiten im Alter
Interventionen in den zahlreichen Spezialitäten der Medizin mög- Hochwertige Nahrung und Getränke, deren keimfreie Zuberei-
lich – zum Beispiel in der Gastroenterologie für eine Magen- tung, die Hygiene und Fortschritte in der gesamten Medizin sind
Darm-Spiegelung bei einer Darmblutung oder in der Kardiologie Gründe, weshalb sich die Lebenserwartung der Bevölkerung in
für eine Koronarangiographie bei drohendem Herzinfarkt. gut 100 Jahren beinahe verdoppelt hat. Diese Entwicklung bringt
eine Zunahme von degenerativen Krankheiten mit sich, die mit
Überwachung «an der langen Leine» steigendem Alter häufiger werden. Im Bereich des Herzens sind
Zwei reguläre Abteilungen sind mit einer EKG-Überwachungsan- dies Krankheiten der Herzfunktion wie die Herzinsuffizienz,
lage ausgerüstet worden, die Patienten unabhängig davon, was Durchblutungsstörungen des Herzens, genannt koronare Herz-
18 Departement Medizin

krankheit, sowie die degenerativen Veränderungen der Herzklap-


pen. Diese Klappenventile sind selbst schlecht mit Blut ver-
sorgt.

Medikamentös kaum behandelbar


Während die Symptome beinahe aller Klappenkrankheiten mit
Medikamenten beeinflusst werden können, ist dies für die Aor-
tenklappe, welche die linke Herzkammer von der grossen Kör-
perschlagader trennt, nicht möglich. Ist diese Klappe entweder
eingeengt und belastet die linke Herzkammer mit Druck, oder ist
sie nicht mehr dicht und belastet die Herzkammer mit Volumen,
kann man das beengende Druckgefühl in der Brust, die Atemnot,
den Schwindel und die daraus resultierende Sturzgefahr kaum
medikamentös beeinflussen. Ein Klappenersatz wird notwendig.
Gerade im fortgeschrittenen Alter und bei gleichzeitigem Auftre-
ten verschiedenster Krankheiten müssen die Risiken eines Klap-
penersatzes an der Herzlungenmaschine für Narkose, Herzchi-
rurgie und Intensivmedizin mitberücksichtigt werden.

Katheterbasierter perkutaner Aortenklappenersatz


Die Aortenklappenstenose ist heute die häufigste Herzklappener-
krankung. Sie tritt insbesondere bei über 60-jährigen Menschen
auf und nimmt mit dem Alter an Häufigkeit und Schwere zu. So-
bald die Aortenklappe hochgradig verengt ist, entwickelt der Pa-
tient Beschwerden, was zu einer eingeschränkten Lebensqualität
und einer verkürzten Lebenserwartung führt. Standardtherapie
ist der operative Klappenersatz am offenen Herzen, der insbe-
sondere für ältere Patienten mit zusätzlichen Krankheiten eine
enorme Belastung darstellt. Für Patienten mit sehr hohem Ope-
rationsrisiko und in fortgeschrittenem Alter steht seit Kurzem der
perkutane Aortenklappenersatz, das heisst der Ersatz über eine
Arterie wie bei einer Herzkatheteruntersuchung, zur Verfügung.
Kürzlich hat die Abteilung Kardiologie des LUKS nach entspre-
chenden Vorbereitungen bei den ersten Patienten diesen kathe-
terbasierten Ersatz erfolgreich durchgeführt.

Vorgehen und Methodik


Nachdem mechanisch die reine Erweiterung der Klappe bei
schwerer Aortenstenose – ein Verfahren, das vor 10 bis 15 Jah-
ren nicht selten zur Linderung der Symptome der Klappeneinen-
gung angewendet wurde – keine anhaltenden Ergebnisse brach-
te, gelang die Miniaturisierung der Instrumente derart gut, dass
der Ersatz der Aortenklappe mittels reiner Kathetertechnik mög-
lich wurde. Dabei wird die eigene Herzklappe belassen und so
aufgedehnt, dass Platz für eine Klappe aus biologischem Mate-
rial entsteht. Diese Klappe besteht bei dem Modell, das aus-
schliesslich mittels Kathetertechnik verwendet wird, aus immu-
nologisch inaktivem Herzbeutelgewebe des Schweins, das in
Departement Medizin 19

einem Metallgeflecht aus Nitinol befestigt wird. Der klappentra-


gende Katheter wird an der Leiste in eine Beinarterie eingeführt
und über die Aorta bis zum Herzen vorgeschoben. Mit Hilfe die-
ses Katheters wird die klappentragende Metallstütze an entspre-
chender Stelle platziert und entfaltet. Heute wird dieser Eingriff
ausschliesslich bei Patienten durchgeführt, die stark leiden und
bei denen das Risiko eines herzchirurgischen Klappenersatzes
zu hoch wäre. Es geht also um Eingriffe bei hochbetagten, risiko-
reichen Menschen. Wenn sich diese Behandlung weiter etabliert,
ist es absehbar, dass sie auch Patienten mit weniger Risiken zu-
gutekommen wird.

Nicht in jedem Fall geeignet


Nicht jeder Patient ist für den perkutanen Aortenklappenersatz nären Patientenströme, was den Komfort und das Ambiente für
geeignet, da momentan nur bestimmte Grössen der implantier- die Patientinnen und Patienten wesentlich verbessert. Gleichzei-
baren Klappen zur Verfügung stehen. Im Weiteren können extre- tig werden die organisatorischen Abläufe für Ärzte und Pflege
me Verkalkungen, Windungen und Verengungen der Gefässe das optimiert. Mit der neuen Infrastruktur werden auch die heutigen
Einbringen der aortalen Klappenprothese verunmöglichen. Des- hygienischen Auflagen erfüllt.
halb müssen in der Regel Vorabklärungen durchgeführt werden.
Bei einer positiven Beurteilung dieser Untersuchungen kann die Im Kampf gegen eine «stille Epidemie»
Durchführung des Eingriffs im Katheterlabor geplant werden. Diagnostik und Therapie der Lebererkrankungen haben in den
vergangenen Jahren rasante Fortschritte gemacht. Ständig kom-
Berechtigte Hoffnung auf weitere Fortschritte men neue Erkenntnisse hinzu. Im Zentrum des Interesses stehen
Es ist unwahrscheinlich, dass die Behandlung der Herzklappen die chronischen Virushepatitiden, allen voran die Hepatitis C. Das
an diesem Punkt stehen bleiben wird, im Gegenteil. Die Entwick- Hepatitis-C-Virus wurde erst 1989 entdeckt. Seither werden in
lungsarbeiten für die Rekonstruktion des Rings der Mitralklappe, der Schweiz jährlich 1500 bis 2500 Neudiagnosen gestellt. Es
die den linken Vorhof von der linken Hauptkammer trennt, und wird geschätzt, dass 35 000 bis 70 000 Personen in der Schweiz
der Teilersatz dieser Klappe sind weit vorangeschritten und kön- unter einer chronischen Hepatitis C leiden. Bei gegen 20 Prozent
nen wahrscheinlich in wenigen Jahren in ersten Studien durch- der Betroffenen kommt es über die Jahre zu einer Leberzirrhose,
geführt werden. Gleichzeitig entwickeln sich Techniken wie die mit einem hohen Risiko für Leberkrebs. Das Ausmass dieser «stil-
Stammzelltherapie, wo Stammzellen in ihrer Entwicklung mit le Epidemie» ist erst allmählich erkannt worden.
Hilfe von Fluss- und Druckmodellen so weit beeinflusst werden,
dass sie damit Klappen zu formen beginnen. Damit ist heute am Hepatologische Sprechstunde: Starke Nachfrage
Tier bereits der Ersatz der Klappe mit eigenem Material möglich, Heute sind sowohl die Hepatitis C als auch B im Fokus intensiver
und es bleibt zu hoffen, dass diese Techniken in einigen Jahren Forschung. Die Hepatitis C kann mit einer Kombinationsbehand-
Kleinkindern mit Klappenkrankheiten zur Verfügung stehen wer- lung (Injektionen mit pegyliertem Interferon plus Ribavirin in Ta-
den. blettenform) je nach Virustyp und individuellem Profil in 55 bis 90
Prozent der Fälle geheilt werden. Die Behandlung dauert 6 bis 12
Gastroenterologie/Hepatologie: Grosser Umbau Monate, ist sehr aufwendig und für die Betroffenen belastend.
Im vierten Quartal 2008 wurden die Räumlichkeiten der Abteilung Die Therapieschemata werden laufend den neuesten Erkenntnis-
Gastroenterologie/Hepatologie im Breitfuss des Hauptgebäudes sen angepasst. Eine engmaschige Betreuung in einer speziali-
einer umfassenden Erneuerung und Erweiterung unterzogen. sierten Sprechstunde ist für den Erfolg entscheidend. Die hepa-
Dieser Umbau war aufgrund der Entwicklung der vergangenen tologische Sprechstunde am LUKS Luzern ist nach wie vor im
zehn Jahre dringend nötig geworden. Die Zunahme der ambulan- Wachsen begriffen. Sie wird schwergewichtig von der Leitenden
ten Sprechstunden, neuerdings am markantesten auf dem Ge- Ärztin Dr. Claudia Hirschi betreut, die sich auf diesem Gebiet
biet der Hepatologie, hat einen Bedarf an Sprechstundenräumen spezialisiert hat.
geschaffen, der nun optimal abgedeckt wird. Die neue räumliche
Gliederung gestattet eine Trennung der ambulanten und statio-
20 Departement Medizin

Endoskopie-Zentrum: Synergien Endoskopischer Ultraschall (EUS)


Im gleichen Zug wie der Umbau der Abteilung Gastroenterologie/ Die obere Endosonographie ist eine Kombination aus Magenspie-
Hepatologie wurde die gastroenterologische und die pneumolo- gelung und innerer Ultraschalluntersuchung. Hierfür ist auf einem
gische Endoskopie räumlich und apparativ zu einem Endoskopie- speziellen Endoskop eine Ultraschallsonde angebracht. Zusätzlich
Zentrum zusammengeführt. In dieser Einheit werden jährlich gut zum endoskopischen Bild liefert der EUS eine hochauflösende Ul-
3500 diagnostische und therapeutisch-interventionelle Endosko- traschalldarstellung des Wandaufbaus des Magen-Darm-Trakts
pien abgewickelt. Durch die Zusammenführung können Synergi- sowie von unmittelbar benachbarten Organen wie Lymphknoten
en bei der Bewirtschaftung der Apparaturen und Räumlichkeiten oder Bauchspeicheldrüse. Dies ermöglicht eine gezielte Diagnos-
freigesetzt werden. Die apparative Infrastruktur wurde komplett tik von submukösen und intramuralen Raumforderungen sowie
erneuert, sodass nun durchwegs Geräte der neuesten Generati- eine genaue Stadienbestimmung von bestimmten Tumorerkran-
on zur Verfügung stehen. In der Gastroenterologie wird seit Jah- kungen, insbesondere von Speiseröhren- und Magenkrebs, was
ren das ganze Spektrum der diagnostischen und interventionel- für die Behandlung richtungsweisend ist. Mit der EUS-Punktion
len Endoskopie angeboten. Für die wichtigste therapeutische können Gewebeproben entnommen werden, um zwischen gut-
Modalität, die endoskopische retrograde Cholangiopankreatiko- und bösartigen Prozessen zu unterscheiden. Ein weiteres wichti-
graphie (ERCP), wird ein lückenloser Bereitschaftsdienst gewähr- ges Einsatzgebiet ist der Nachweis oder Ausschluss von Gallen-
leistet, der von allen öffentlichen Spitälern der Zentralschweiz gangssteinen in klinisch zweifelhaften Situationen. Die EUS ist
rege genutzt wird. eine zeitaufwendige, hoch spezialisierte Zentrumsleistung und
erfordert eine spezielle Expertise. Oberarzt Dr. Matthias Engel-
Bösartige Tumoren im Vorstadium erkennen mann hat sich eingehend auf diesem Gebiet spezialisiert.
Einen wichtigen technologischen Fortschritt der neuen Geräte-
generation stellt das Narrow-Band-Imaging dar, mit dem Vorsta- Magen-Darm-Zentrum verknüpft Spezialdisziplinen
dien von bösartigen Tumoren (Dysplasien) besser erkannt wer- Zusammen mit der Viszeralchirurgie bildet die Gastroenterolo-
den. Diese Methode löst die bis vor Kurzem gebräuchlichen gie/Hepatologie eine der tragenden Einheiten des Magen-Darm-
zeitraubenden und weniger zuverlässigen Färbemethoden (Chro- Zentrums Luzern (MDZ). Ohne eine netzwerkartige Verknüpfung
moendoskopie) ab. Rechtzeitig erkannt, können solche präma- der verschiedenen Spezialdisziplinen ist eine adäquate Abklä-
lignen Läsionen noch im Stadium der hochgradigen Dysplasie rung und Behandlung von Magen-Darm- und Lebererkrankungen
entfernt werden, bevorzugt mit einer endoskopischen Mukosa- heute nicht mehr denkbar. Das MDZ schafft für eine solche Ko-
resektion (EMR). Als weitere typische Zentrumsmodalität steht operation die optimalen Voraussetzungen. Davon profitieren in
der endoskopische Ultraschall (EUS) zur Verfügung. Die Einfüh- erster Linie die Patientinnen und Patienten, aber auch die Zuwei-
rung der endosonographischen Punktion (ultraschallgezielte Ent- ser. Ihnen stehen Dienstleistungen wie das vereinfachte Anmel-
nahme von Gewebeproben durch das Endoskop) steht unmittel- deverfahren auf der MDZ-Website (www.magendarm-zentrum.
bar bevor. ch) zur Verfügung.
Departement Medizin 21

Onkologie und Hämatologie: Erweiterte Behand-


lungsmöglichkeiten und neue Medikamente
Dank den Entwicklungen in der Molekularbiologie gelingt es im-
mer besser, in den Zellstoffwechsel von Tumorzellen einzugreifen
und deren Wachstum zu stören: mTOR-Inhibitoren beim Nieren-
zellkarzinom, Tyrosinkinaseinhibitoren bei verschiedenen Neo-
plasien, monoklonale Antikörper gegen Rezeptoren an der Zell-
oberfläche, die beim Brust- und Dickdarmkrebs sehr erfolgreich
eingesetzt werden (Herceptin und Erbitux) und schliesslich der
monoklonale Antikörper Avastin, der einen Botenstoff für die Ge-
fässneubildung von Tumoren neutralisiert – ein Medikament, das
bei verschiedensten Tumoren (Lungen-, Dickdarm-, Brust- und
Nierenkrebs) heute erfolgreich eingesetzt wird. In den nächsten
Jahren sind weitere neue Medikamente mit gezielten Wirkungen
im Tumorzellstoffwechsel zu erwarten, welche die Behandlungs- Palliativmedizin: Vielfältige Herausforderung
möglichkeiten erweitern werden. Zu den Meldungen über Fort- Im Verlauf einer Tumorbehandlung wird oftmals ein Punkt er-
schritte in der Hämatologie gehören insbesondere auch Berichte reicht, an dem weitere aktive, gegen den Tumor gerichtete Be-
über die Entwicklung neuer Medikamente für die Behandlung handlungen nicht mehr sinnvoll sind und die Betroffenen wün-
von Blutkrankheiten, speziell Blutkrebs. Lange Zeit war beispiels- schen, ihre letzte Zeit würdevoll zusammen mit ihrer Familie zu
weise Leukämie für den älteren Patienten eine Diagnose, die mit verbringen – es geht dabei primär um Lebensqualität. Die Schaf-
der Erkenntnis des baldigen Sterbens verbunden war. Leukämie fung eines palliativmedizinischen Konsiliardienstes am LUKS und
ist auch heute noch oft eine ernsthafte und schwere Erkrankung. die verschiedenen Fortbildungsangebote entsprechen den Be-
Allerdings stehen mittlerweile eine Anzahl wirksamer Medika- dürfnissen und zeigen, dass die Begleitung in der letzten Lebens-
mente zur Verfügung. Im vergangenen Jahr konnten viele Patien- phase ein zentrales Anliegen nicht nur von Angehörigen ist, son-
ten am LUKS davon profitieren. dern ebenso von vielen Pflegenden, Ärzten, Sozialarbeitern,
Seelsorgern und Freiwilligen. So ist der von der medizinischen
Verein «Krebsforschung Zentralschweiz» Onkologie organisierte interdisziplinäre Kurs unter dem Titel «Pal-
Bevor diese neuen Medikamente auf den Markt kommen, sind liativmedizin – eine multidisziplinäre Herausforderung» auf gros-
sie schwierig zu erhalten. Aus diesem Grund wurde von den Hä- ses Interesse gestossen.
matologen und Onkologen am LUKS der Verein «Krebsforschung
Zentralschweiz» gegründet. Dieser Verein hat Kontakt mit natio-
nalen und internationalen Forschungsorganisationen und er-
möglicht dadurch die Beschaffung wirksamer neuer Medikamen-
te für die Patienten am LUKS. Zudem stellt der Verein sicher, dass
Patienten mit Blutkrebs und anderen Krebserkrankungen gemäss
national und international akzeptierten Therapiestandards be-
treut und behandelt werden. Dies gewährleistet, dass die Patien-
ten von der modernen Forschung rasch profitieren können und
sie gemäss sorgfältig ausgearbeiteten Diagnose- und Therapie-
richtlinien behandelt werden. Krebserkrankungen sind nach wie
vor eine Herausforderung, bei der es meist mehrere Spezialisten
braucht. Der Verein «Krebsforschung Zentralschweiz» wird des-
halb auch durch Spezialisten anderer Fachgebiete wie Chirurgie,
Gynäkologie, Pädiatrie, Radiologie, Radio-Onkologie und Patholo-
gie unterstützt. Weitere Kollegen aus der Zentralschweiz, die sich
um Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen kümmern, kön-
nen auch Mitglied des Vereins werden.
22
23

Departement Chirurgie
24 Departement Chirurgie

Klinikleitungen Leitendes Personal


Chirurgische Klinik Chirurgische Klinik
Prof. Dr. Reto Babst, Chefarzt (PiP) Viszeralchirurgie
Susi Valdepeñas, PD Dr. Jürg Metzger, Chefarzt
Leiterin Pflegedienst Dr. Andreas Scheiwiller
Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie Neurochirurgie
Departementsleiter Prof. Dr. Peter Stulz, Chefarzt (PiP) Dr. Karl Kothbauer
Prof. Dr. Reto Babst (bis 31. 12. 2008) Wirbelsäulenchirurgie
Prof. Dr. Xavier Mueller, Chefarzt Dr. med. Martin Baur
Susi Valdepeñas, Plastische und
«Alle Kliniken und Abtei- Leiterin Pflegedienst Wiederherstellungschirurgie
Orthopädie Dr. Elmar Fritsche
lungen des Departements
Dr. Alex Staubli, Chefarzt (PiP) Handchirurgie
Chirurgie haben im letzten (bis 01. 08. 2008) Dr. Urs von Wartburg
Jahr trotz erheblicher Dr. Martin Beck, Chefarzt Unfallchirurgie
(ab 01. 08. 2008) und Tageschirurgie
Ressourcenknappheit er- Beat Sommerhalder, Dr. Jörg Winkler
neut noch mehr Leistungen Leiter Pflegedienst Leiterin Pfl egedienst
erbracht. Der Erhalt dieser Urologie Operationssäle
Prof. Dr. Hansjörg Danuser, Esther Rölli
hohen Leistungsbereit- Chefarzt (PiP) Herz- und Thoraxchirurgie
schaft erfordert in naher Beat Sommerhalder, Dr. Reinhard Schläpfer, Co-Chefarzt
Leiter Pflegedienst Gefässchirurgie
Zukunft bedeutende Inves-
Kieferchirurgie Dr. Dölf Brunner
titionen in innovative Dr. Dr. Johannes Kuttenberger, Dr. Robert Seelos
Organisations- und IT-Mo- Chefarzt (PiP) Orthopädie
Beat Sommerhalder, Dr. Urs Müller, Co-Chefarzt
delle, die mehr Arbeitszeit Leiter Pflegedienst Urologie
am und für den Patienten Dr. Agostino Mattei, Co-Chefarzt
Dr. Patrick Stucki
zulassen und den Doku-
mentationszwang auf ein
notwendiges Minimum
reduzieren.»
Prof. Dr. Reto Babst,
Departementsleiter
Departement Chirurgie 25

Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie
Erstmals über
400 Operationen
Die Nachfrage nach neurochirurgischen Leistungen hat stark zu-
genommen. Mit der Rückenmarkchirurgie mit intraoperativem
Neuromonitoring besteht ein spezialisiertes Angebot auf inter-
nationalem Niveau.

Grosse Vielfalt der Eingriffe


Die Neurochirurgische Abteilung hatte mit einer stark gestiege-
nen Nachfrage nach ihren Leistungen umzugehen. Trotz extrem
knapper OP-Kapazität wurden 2008 erstmals mehr als 400 Ope-
rationen durchgeführt. Nicht nur die absolute Zahl, sondern auch
die Vielfalt der Eingriffe hat zugenommen. Vor allem die sehr er-
folgreiche Entwicklung der Wirbelsäulenchirurgie hat dazu bei-
getragen. «Unser Leistungsangebot nach aussen wurde durch
Konsiliarverträge mit dem Kantonsspital Aarau – für Pädiatrische
Neurochirurgie und Endoskopische Neurochirurgie – anerkannt»,
stellt Dr. Karl F. Kothbauer, Leiter der Neurochirurgie am LUKS,
fest. «Zusätzlich gehören wir seit 2008 einer Pilotgruppe von
Schweizer Neurochirurgischen Kliniken in der Qualitätserfassung
(AQN) an.»

Komplexe Wirbelsäulenchirurgie tere Lähmungen und neurologische Ausfälle zu vermeiden. Das


Unter der Leitung von Dr. Martin Baur hat sich die komplexe Wir- Monitoring wird vom Institut für Anästhesie als spezialisierte
belsäulenchirurgie am LUKS einen festen Platz erarbeitet. 2008 Leistung, unter der Bereichsleitung von Dr. Beate Poblete, er-
wurde die interdisziplinär in der Neurochirurgie, der Orthopädie bracht.
und der Unfallchirurgie verankerte Wirbelsäulenversorgung Wirk-
lichkeit. Im Herbst wurde zudem das Schweizer Wirbelsäulen- Neuromonitoring von entscheidender Bedeutung
und Rückenmarkzentrum (SWRZ) als gemeinsames Expertenzen- Ein Beispiel: Im Fall einer massiven Schwellung des Rückenmarks
trum von LUKS und SPZ Nottwil der Öffentlichkeit vorgestellt. durch blutgefässreiche Rückenmarkstumoren können diese nur
Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen und -verletzungen aller unter Neuromonitoring-Kontrolle und mit speziellen mikrochirur-
Art werden nun von einem integrierten Team in beiden Instituti- gischen Techniken erfolgreich und ohne langfristige motorische
onen gemeinsam betreut und versorgt. Störungen entfernt werden. Zweites Beispiel: Bei der Entfernung
eines gutartigen und ausgedehnten Nervenscheidentumors mit
Auf internationalem Niveau weitgehender Zerstörung der tragenden Teile des dritten Len-
Die wirbelsäulenchirurgische Expertise von Dr. Martin Baur und denwirbels ist eine Stützung und Rekonstruktion des zerstörten
die von Dr. Karl F. Kothbauer in Luzern eingeführte Rückenmark- Wirbels durch Implantate erforderlich. Auch hier hilft das Neuro-
chirurgie mit intraoperativem Neuromonitoring erlauben an- monitoring wesentlich, die Funktion des direkt hinter dem auf-
spruchsvolle Tumoroperationen am Rückenmark und an den Wir- gelösten Wirbel liegenden Rückenmarks zu sichern.
beln auf einem internationalen Standard. Das Monitoring
ermöglicht in kritischen Phasen einer Operation, wie bei direkter Starke Einzelleistungen, eingespielte Teams
Tumorentfernung am Rückenmark oder bei einer Wirbelaufrich- Nach schweren traumatischen Verletzungen der Wirbelsäule, un-
tung und Rekonstruktion nach Trauma oder Tumor, eine Früher- ter im Einzelfall auch Mitbeteiligung des Rückenmarks, besteht
kennung potenziell schädlicher OP-Manöver und hilft somit, wei- im Rahmen einer Stabilisation und Rekonstruktion eines tragfä-
26 Departement Chirurgie

Blickpunkte

Mangelernährung teraler, enteraler oder oraler Nahrung aus Urologie


Systematische Erfassung der Apotheke hat in den letzten Jahren Stosswellenlithotripsie
Bis zu 50 Prozent mangelernährt: Viele deutlich zugenommen. Dies führt zu einer Im Dezember 2008 konnte das neue Gerät
Patienten leiden an Mangelernährung. Je besseren Ernährung und zu einer Senkung für extrakorporelle Stosswellenlithotripsie
nach Studie sind dies bis zu 50 Prozent des Operationsrisikos. von Nieren/-Harnleitersteinen in Betrieb
der Patienten an Schweizer Spitälern. Es genommen werden. Damit kann an fünf
gibt jedoch grosse Unterschiede zwischen Neurochirurgie von sieben Wochentagen die extrakorpo-
den verschiedenen Abteilungen. Bei Pati- Pilotprojekt «CaseManagement» relle Stosswellenlithotripsie angeboten
enten mit Mangelernährung liegt ein deut- 2008 wurde das Pilotprojekt «CaseMa- werden. Dies ermöglicht es, bei akuten
lich höheres Operationsrisiko vor. Insbe- nagement» verwirklicht. Mit der kommen- Nierensteinereignissen rasch neben kon-
sondere die Infektionsrate ist erhöht. Die den Einführung von Fallpauschalen ist ein servativen oder endoskopischen Behand-
Patienten treten nicht nur mangelernährt enormer zusätzlicher Spardruck verbun- lungen auch mit dieser Therapieoption re-
ein, auch der Aufenthalt im Spital birgt den. Mehr Patienten müssen in noch kür- agieren zu können.
diesbezügliche Risiken. Dafür gibt es ver- zerer Zeit behandelt werden. Die Ärzte
schiedene Gründe: fehlendes Bewusst- müssen noch mehr um Zeit ringen, vor al- Hand- und Plastische Chirurgie
sein, ungewohnte Mahlzeiten, abweichen- lem für die Patientenbetreuung. Als Vorbe- Konstanz
de Essenszeiten oder eine Nahrungs- reitung auf die neue «DRG-Welt» wurde an Wie schon in den vergangenen Jahren
karenz zu diagnostischen oder thera- der Neurochirurgischen Abteilung das US- sind alle Zahlen, mit geringen Abweichun-
peutischen Zwecken. Aus diesem Grund amerikanische Modell des «Nurse Practi- gen, auf sehr hohem Niveau konstant ge-
wird auf der Chirurgie nach einem Pilot- tioner» unter der Bezeichnung «CaseMa- blieben. Das wäre ohne hervorragende Ar-
projekt im Jahr 2005 seit 2007 beim Eintritt nagement» an die hiesigen Verhältnisse beit auf allen Ebenen nicht möglich
der Ernährungsstatus erfasst. angepasst. Die seit Mitte 2008 in der Neu- gewesen. Ausserdem gelang es, zwei wis-
rochirurgie tätige Case Managerin hat die- senschaftliche Arbeiten zu publizieren
Gestiegenes Bewusstsein ses Konzept bereits erfolgreich umge- und Engagements in mehreren schweize-
Nach der Auswertung von zwei unter- setzt. Eine individuelle «halb-ambulante» rischen Gremien wahrzunehmen.
schiedlichen Zeiträumen betrug die Rate Betreuung von Patienten vor und nach der
der mangelernährten Patienten auf der Operation mit einem «fast-track»-Spi-
Chirurgie 11 beziehungsweise 16 Prozent. taleintrittsprogramm (ambulant-stationä-
Dies hat Konsequenzen. So wird in Zusam- rer Spitaleintritt, also am Morgen des Ope-
menarbeit von Pflege, Ernährungsbera- rationstags) wurde für eine erste Gruppe
tung und Ärzten ein Therapieplan aufge- von 40 neurochirurgischen Patienten ver-
stellt. Geplante Operationen werden in wirklicht. Die Patienten müssen so weni-
schweren Fällen verschoben. Wenn dies ger Zeit im Spital verbringen und sind
nicht möglich ist, werden die Patienten trotzdem gut betreut, informiert und be-
zügig nach der Operation ernährt. Das Be- gleitet. Dieses Pilotprojekt wird als Modell
wusstsein für dieses Thema hat sich über für andere Abteilungen und Kliniken die-
die Jahre deutlich gewandelt. Die Ernäh- nen, damit das Spital auch mit der Fall-
rung spielt bei allen Visiten eine wichtige- pauschalverrechnung alle Patienten gut
re Rolle. Die mangelernährten Patienten und sicher behandeln kann.
werden nun konsequenter behandelt und
Patienten, die vor dem Spitaleintritt nor-
mal ernährt waren, verlassen das Spital
nicht mangelernährt. Der Bedarf an paren-
Departement Chirurgie 27

higen Wirbels die Notwendigkeit einer operativen Manipulation


in enger direkter Nachbarschaft zu den zentralnervösen Struktu-
ren. Um eine reguläre Wirbelkörperhöhe und ein harmonisches
Seitprofil wieder herzustellen, bedarf es phasenweise einer vor-
sichtigen Aufrichtung unter Längszug, was unter Neuromonito-
ring-Ableitung ebenfalls wesentlich sicherer erfolgt. Solche Ein-
griffe können nicht von einem Chirurgen allein gemeistert
werden, sondern nur von einem Team, dem viele motivierte und
hochqualifizierte Spezialisten angehören. Starke Einzelleistungen
und eingespielte Teamarbeit gewährleisten am LUKS die erfor-
derliche hohe Qualität.

Klinik für Herz-, Thorax- und schnitte in den Vorhofwänden die Reizleitung vom Sinusknoten
Gefässchirurgie zur Herzkammer koordiniert werden. Seit einigen Monaten ge-
hört dieses neue Verfahren zum Angebot der Herzchirurgie am
Neuartige LUKS. Bereits wurden zwölf Patienten damit behandelt.

Herzrhythmus-Chirurgie
Klinik für Urologie
MAZE-Operation – so heisst ein neues Verfahren gegen das Vor-
hofflimmern. Am LUKS wurden bereits zwölf Patienten damit be- Da Vinci hilft
handelt.
beim Operieren
Häufige Herzrhythmusstörungen
Vorhofflimmern ist eine Form von Herzrhythmusstörung. Etwa Mit dem Da-Vinci-Operationssystem wurde die roboterunter-
0,4 bis 2 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. In westlichen stützte Chirurgie am Luzerner Kantonsspital erfolgreich einge-
Ländern leiden 5 bis 10 Prozent aller Menschen über 65 Jahre an führt.
dieser Herzrhythmusstörung. Das Vorhofflimmern geht mit einer
signifikanten Morbidität und Mortalität einher. Das erhöhte Neue Epoche der Schlüssellochchirurgie
Thrombembolierisiko erfordert eine dauerhafte Antikoagulation, Mit der Beschaffung eines Da-Vinci-Robotersystems hat am LUKS
die fehlende Vorhofkontraktion verschlechtert die hämodynami- eine neue Ära der Schlüssellochchirurgie begonnen. Die Da-Vin-
sche Situation. Das Vorhofflimmern steht meist im Zusammen- ci-Technologie stellt eine wesentliche Weiterentwicklung der la-
hang mit einer vorbestehenden Herzklappenerkrankung, Herzin- paroskopischen Operationstechnik dar. Der Arbeitsplatz des
suffizienz oder einem hohen Blutdruck. Operateurs befindet sich nicht mehr direkt am Patienten, son-

Mit MAZE gegen das Vorhofflimmern


Herzmedikamente und gerinnungshemmende Substanzen allein
helfen nicht immer. Deswegen wurde die sogenannte MAZE-
Operation entwickelt. Übersetzt heisst das englische Wort
«Maze» Labyrinth. Die grafische Darstellung der MAZE-Methode
erinnert tatsächlich an einen Irrgarten und zeigt das Prinzip,
unkoordinierte Erregungsabläufe am Herzen in bestimmte Bah-
nen zu leiten und so wieder einen koordinierten Ablauf zu errei-
chen. MAZE wird bei herzchirurgischen Eingriffen wie Bypass-
oder Herzklappenoperationen direkt gegen das Vorhofflimmern
eingesetzt. Mittels einer Hochfrequenzsonde können wirkungs-
volle Ablationslinien im Vorhof gelegt und durch gezielte Ein-
28 Departement Chirurgie

dern an einer Konsole im nicht sterilen Bereich, über die der Chi-
rurg alle Funktionen des Roboters steuern kann, von der Kame-
raführung über die Bildvergrösserung bis zur Bewegung der
Operationsinstrumente. Die Da-Vinci-Optik arbeitet mit zwei Ka-
meras, die dank versetzten Winkeln das Operationsfeld aus-
leuchten und ein dreidimensionales Bild liefern können. Die Be-
wegungen des operierenden Chirurgen werden auf die
Roboterarme beziehungsweise auf deren Instrumente ins Kör-
perinnere des Patienten übertragen. Allfällige menschliche Zit-
terbewegungen werden bei der Übertragung automatisch weg-
gefiltert.

Grosse Beweglichkeit der Operationsinstrumente


Die Operationsinstrumente, zum Beispiel Scheren, Pinzetten und
Nadelhalter, unterscheiden sich von den herkömmlichen starren
Schlüssellochinstrumenten im Wesentlichen darin, dass sie mit
dem Schaft über Kugelgelenke verbunden sind. Dadurch ist eine
grosse Beweglichkeit in allen Richtungen möglich. Mit diesem
System kann die Bewegung des menschlichen Handgelenks in
das Körperinnere übertragen werden, wodurch der Operateur
gegenüber der konventionellen Schlüssellochchirurgie einen Teil
der Geschicklichkeit zurückgewinnt, die er von konventionellen
offenen Operationen gewohnt ist. Dank der hohen Beweglichkeit
ist eine genaue Dissektion und eine optimale rekonstruktive Chi-
rurgie möglich.

Bessere Sicht durch das «Schlüsselloch»


Für die Durchführung der Operationen mit dem Da-Vinci-System
wurde am LUKS ein festes Team zusammengestellt. Dieses be-
steht aus Chirurgen, die eine breite Erfahrung in der offenen und
in der Schlüssellochchirurgie erreicht haben, sowie einer techni-
schen Operationsassistenz, die im Ausland weitergebildet wurde.
Dank den besseren Sichtverhältnissen, dem verbesserten Hand-
ling sowie einem ergonomisch optimierten Arbeitsplatz vermag
der Da Vinci in vielen Bereichen die Vorteile der Schlüsselloch-
chirurgie (minimale Invasivität) mit denjenigen der offenen Ope-
rationstechnik (dreidimensionale Sicht, intuitive Bewegungsab-
läufe, Beweglichkeit des menschlichen Handgelenks in sämtlichen
Dimensionen) zu kombinieren.

Viele Vorteile für die Patienten


2008 wurden mit dem Da-Vinci-System routinemässig neben der
radikalen Entfernung der Prostata, bei organbeschränktem Pro-
statakrebs mit Nervenschonung, auch die klassische Rekonstruk-
tion von Nierenabgangmissbildungen sowie die schonende Ent-
fernung von kleinen Nierentumoren durchgeführt. Unübersehbar
sind bereits jetzt perioperative Vorteile: deutlich reduzierter Blut-
verlust, schnellere Rekonvaleszenz, verkürzter Spitalaufenthalt
Departement Chirurgie 29

und kürzere Operationszeit gegenüber der konventionellen La-


paroskopie. Ebenfalls ist im Rahmen der Prostataentfernung bei
Prostatakrebs eine sehr schnelle Selbstkontrolle über die Blase
festzustellen (Kontinenz).

Leichteres Arbeiten in engen Körperräumen


«Viszeralchirurgisch sind die Vorteile weniger offensichtlich»,
sagt Dr. Andreas Scheiwiller, Leitender Arzt Viszeralchirurgie und
Leiter laparoskopische Chirurgie.
«Unsere Erfahrungen beim Arbeiten mit dem Da Vinci zeigen das
Potenzial des Systems insbesondere beim Arbeiten in engen
Räumen, wo der Bewegungsumfang der starren laparoskopi-
schen Instrumente zusätzlich eingeschränkt ist.» Dr. Agostino
Mattei, Co-Chefarzt und Leiter der roboterassistierten Chirurgie,
ergänzt: «Wir planen deshalb in näherer Zukunft die minimalin-
vasive Chirurgie des tiefen Rektums, des Oesophagus und der
Gallenwege roboterassistiert vorzunehmen.»

Klinik für Mund-, Kiefer- und


Gesichtschirurgie

Sanierung trägt Früchte


Die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie erlebte ein er-
folgreiches Jahr und die weitere Stärkung wichtiger fachlicher
Schwerpunkte.

Neue Infrastruktur mit modernster Technik


Nach Abschluss der baulichen Sanierung im Jahr 2007 blickt die
Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie auf ein überaus
erfolgreiches Jahr 2008 zurück. Dank der nun optimal an die Pro-
zessabläufe angepassten Infrastruktur mit modernster Technik
ist die bestmögliche Versorgung der ambulanten und stationären
Patienten in allen Gebieten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschi-
rurgie gewährleistet.

Fachliche Schwerpunkte in Kernbereichen


In wichtigen Kernbereichen der kieferchirurgischen Tätigkeit
wurde die fachliche Schwerpunktbildung im vergangenen Jahr
weiter ausgebaut. Chefarzt Dr. Dr. Johannes Kuttenberger leitet
weiterhin das in der Zentralschweiz etablierte interdisziplinäre
Spaltteam, das eine ganzheitliche Behandlung der Patienten mit
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Gesichtsfehlbildungen sicher-
stellt. Dr. Dr. Michael Merwald, Leitender Arzt, koordiniert und
leitet die verantwortungsvolle Behandlung der Patienten mit Tu-
morerkrankungen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich. Durch In-
tensivierung der Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden und mo-
30 Departement Chirurgie

dernste computerunterstützte Behandlungsplanung konnte die pen unterschieden. Beim sogenannten Nockenwellen-Impinge-
Dysgnathiechirurgie (operative Korrektur von Kieferanomalien) ment (cam) ist der Übergang vom Hüftkopf zum Schenkelhals
im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut werden. Die fachliche nicht schön tailliert, sondern es liegt eine Abflachung oder Hö-
Leitung dieses Bereichs liegt in den Händen von Dr. Dr. Oliver Lie- ckerbildung am Übergang vom Hüftkopf zum Schenkelhals vor.
ger, Oberarzt. Zusammen mit Dr. Dr. Cornelia Helbling-Sieder, Beim Beugen der Hüfte wird diese Abflachung in die Gelenks-
Fachärztin für MKG-Chirurgie, betreut er auch von kieferchirurgi- pfanne hineingequetscht und führt dort schrittweise zur Zerstö-
scher Seite eine zunehmende Zahl von Patienten mit rung des Gelenkknorpels. Das Nockenwellen-Impingement tritt
Schlafapnoe. häufiger bei Männern auf und ist durch frühe und oft schon weit
fortgeschrittene Knorpelschäden gekennzeichnet.
Computerunterstützte Behandlungsverfahren
Im ambulanten Bereich liegt neben der oralchirurgischen Tätig- Aus Hüftimpingement entsteht Hüftarthrose
keit ein wesentlicher Schwerpunkt der Klinik in der dentalen Re- Der zweite Typ tritt gehäuft bei Frauen auf und wird als Beisszan-
habilitation mit Zahnimplantaten. Der routinemässige Einsatz gen-Impingement (pincer) bezeichnet. Hier liegt eine Fehlform
computerbasierter Planungs- und Behandlungsverfahren ermög- der Pfanne vor, die zu tief ist und den Hüftkopf zu stark umfasst.
licht eine optimale Versorgung der Patienten auch bei schwie- Der Übergang vom Hüftkopf zum Schenkelhals ist normal. Bei
rigsten Kieferverhältnissen. Dr. Armin Zürcher, Oberarzt, betreut Endstellungen der Hüftbeweglichkeit kommt es zu einem Kon-
seit vielen Jahren dieses wichtige Teilgebiet. In den kommenden takt zwischen dem Schenkelhals und dem Rand der Gelenks-
Jahren wird in vielen Bereichen der Mund-, Kiefer- und Gesichts- pfanne. Dabei wird die Gelenklippe, welche die Pfanne umfasst,
chirurgie die computerunterstützte Behandlungsplanung an Be- eingeklemmt und abgenützt, was zu den typischen Leisten-
deutung gewinnen. Die an der Klinik nun etablierte Schwerpunkt- schmerzen führt. Das Auftreten reiner Impingementformen ist
bildung trägt dieser Entwicklung Rechnung und gewährleistet so eher selten, meistens liegt eine Kombination vor. Es gilt heute als
eine erfolgreiche Behandlung der Patienten. gesichert, dass das Hüftimpingement eine Präarthrose ist, das
heisst, dass im Laufe der Zeit daraus eine Hüftarthrose entsteht,
die dann mit einem künstlichen Gelenk behandelt werden muss.
Klinik für Orthopädie Über den zeitlichen Ablauf ist noch wenig bekannt.

Gelenkerhaltende Wer ist davon betroffen?


Am häufigsten sind Männer zwischen 25 und 35 und Frauen zwi-
Hüftchirurgie schen 30 und 40 Jahren betroffen. Die Patienten klagen in der
Regel über Leistenschmerzen, die während oder nach Belastun-
Moderne Hüftchirurgie am LUKS Luzern: Der neue Chefarzt der gen auftreten oder auch nach längerem Sitzen in einer tiefen Po-
Orthopädie ist an der Entwicklung eines neuen Behandlungskon- sition wie beispielsweise in einem Sofa, Auto oder Kino. Der Leis-
zepts beteiligt. tenschmerz kann stechend, einschiessend oder dumpf sein und
gegen das Knie ausstrahlen. Durch Beugen in der Hüfte und zu-
Neues Konzept, moderne Hüftchirurgie sätzliche Einwärtsdrehung kann der typische Leistenschmerz
In den letzten Jahren wurden in der Therapie abnutzungsbeding- ausgelöst werden. Oft ist die Einwärtsdrehung der gebeugten
ter Schäden (Arthrose) des Hüftgelenks deutliche Fortschritte er- Hüfte eingeschränkt. Besonders bei Sportlern werden diese Sym-
zielt. Insbesondere die Entdeckung des Hüftimpingements als ptome oft lange erfolglos als «Sportlerleiste» oder «Adduktoren-
Hauptursache der Arthrose-Entwicklung brachte neue Erkennt- zerrung» interpretiert und behandelt.
nisse und Möglichkeiten, das Fortschreiten der Arthrose zu ver-
langsamen. Mit der Wahl des neuen Chefarztes der Orthopädie, Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten
PD Dr. Martin Beck, der an der Entwicklung des Impingementkon- Die Behandlung hat primär zum Ziel, die Abnützung des Hüftge-
zepts massgeblich beteiligt ist, wird die moderne Hüftchirurgie lenks zu verzögern, sodass die Implantation eines künstlichen
nun auch in Luzern angeboten. Gelenks hinausgezögert oder vermieden werden kann. Bei mil-
den Formen kann versucht werden, durch das Anpassen der Ak-
Was ist das Hüftimpingement? tivitäten die impingementverursachenden Bewegungen zu ver-
Das Hüftimpingement tritt bei typischen Formveränderungen des meiden. Oft ist aber eine operative Korrektur notwendig. Dabei
Hüftkopfs und der Hüftgelenkspfanne auf. Dabei werden zwei Ty- wird, je nach Bedarf, der Höcker oder die Abflachung des Schen-
Departement Chirurgie 31

kelhalses entfernt und gleichzeitig die Pfanne korrigiert. Bei einer


zu tiefen Pfanne wird der Pfannenrand weggemeisselt und im
Anschluss daran die Gelenklippe wieder angenäht. Der Erhalt der
Gelenklippe ist für die Funktion des Hüftgelenks wichtig. Je nach
Lokalisation der Deformität kann diese Korrektur offen über eine
sogenannte Hüftluxation oder mit einer Hüftarthroskopie durch-
geführt werden. Die Stärke der offenen Korrektur liegt darin, dass
diese äusserst präzis durchgeführt werden kann und alle Im-
pingementformen behandelt werden können. Der Vorteil der Ar-
throskopie liegt in der geringeren Morbidität – allerdings können
nicht alle Impingementformen arthroskopisch behandelt werden.
Je nach Ausprägung und Form kommt die eine oder die andere
Technik zum Zug. Beide Therapieoptionen werden am LUKS Lu-
zern angeboten.

Sportmedizinisches Zentrum
Sportmedizin geht alle an
Das neue Sportmedizinische Zentrum am LUKS engagiert sich für
eine medizinisch kontrollierte Gesundheitsförderung durch Be-
wegung und Sport. Es dient der ganzen Bevölkerung, Hobby- und
Leistungssportlern.

Nachhaltige Gesundheitsförderung Intraoperative Sicht auf einen Hüftkopf mit einem cam-Impingement.
Im Jahr 2008 wurde die Lancierung des Sportmedizinischen Zen- Die Entrundung wird mit einer Schablone gemessen (Abb. oben)
und anschliessend die Taillierung des Schenkelhalses mit einem Meissel
trums am LUKS Luzern vorbereitet, das 2009 eröffnet wird. Es wiederhergestellt (Abb. unten).
handelt sich um ein umfassendes interdisziplinäres Dienstleis-
tungs- und Therapieangebot. Davon profitieren nicht nur Hobby-
und Leistungssportler, sondern die ganze Bevölkerung – sei es
mit Prävention oder, nach einer Krankheit oder Verletzung, mit
Rehabilitation. Das Ziel ist eine nachhaltige, medizinisch kontrol-
lierte Gesundheitsförderung durch Bewegung und Sport. Das
Sportmedizinische Zentrum des LUKS betreut regional und nati-
onal aktive Spitzensportler und Mannschaften. Ausserdem arbei-
tet es mit der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ)
sowie mit verschiedenen Sporttalentschulen zusammen.

Lebensqualität bis ins hohe Alter


Das Aufrechterhalten oder das Wiedererlangen der persönlichen
Fitness ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Le-
bensqualität bis ins hohe Alter. Die Sportmedizin, deren Bedeu-
tung in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, misst mit
speziellen Untersuchungsmethoden die individuelle Leistungsfä-
higkeit eines Sportlers oder eines Patienten. So können der Ge-
sundheitszustand des Bewegungsapparates beurteilt und Krank-
heiten ermittelt werden. Die Sportmedizin gibt Auskunft darüber,
32 Departement Chirurgie

sind Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte oder


Osteoporose. Andererseits führen gerade neue Trendsportarten
und die damit einhergehende hohe Risikobereitschaft zu einer
Zunahme von Verletzungen und körperlichen Abnutzungser-
scheinungen. Viele Freizeitsportler verfügen nicht über die Kraft
und Fitness, die eigentlich für die von ihnen ausgeübte Sportart
notwendig wäre. Die Sportmedizin bietet hier eine wertvolle Prä-
vention und hilft mit, unnötige Verletzungen und damit verbun-
dene Kosten (Therapien, Lohnausfall, Renten) zu vermeiden.

Interdisziplinäre sportmedizinische Sprechstunde


Das interdisziplinäre Dienstleistungs- und Therapieangebot wird
den verschiedenen individuellen Bedürfnissen von Sportlern und
wie gut ein Körper mit sportlichen Belastungen umgeht und wie Patienten aller Altersgruppen gerecht. Neben ausgebildeten
seine Leistungsfähigkeit optimiert werden kann. Sportmedizinern stehen orthopädische Chirurgen, Traumatolo-
gen, Spezialisten der Inneren Medizin, Physiotherapeuten und
Sportmedizin ist für alle da! Ernährungsberater zur Verfügung. In der sportmedizinischen,
Die Sportmediziner setzen ihre Erfahrungen aus dem Bereich -orthopädischen und -traumatologischen Sprechstunde werden
des Leistungssports zum Nutzen jedes Sportlers und Patienten Sportverletzungen und Überlastungsprobleme des Bewegungs-
ein. Dr. Urs W. Müller, Co-Chefarzt der Klinik für Orthopädie am apparates aus orthopädischer und sportmedizinischer Sicht ana-
LUKS Luzern und Leiter des Sportmedizinischen Zentrums, er- lysiert, diagnostiziert und konventionell oder operativ behandelt.
klärt: «Wir Sportmediziner gehen nicht nur auf die Bedürfnisse Zudem werden hier auch die sportmedizinischen Vorsorgeunter-
der Sporttreibenden ein, sondern beteiligen uns an der Bewe- suchungen durchgeführt. Die Leistungsdiagnostik umfasst ver-
gungsförderung der ganzen Bevölkerung. Unsere sportmedizini- schiedene Ausdauer- und Krafttests, um Herz und Lunge (EKG
sche Unterstützung ist allen zugänglich, die sportlich aktiv etwas und Lungenfunktionsmessung) zu prüfen sowie die Körperkom-
für ihre Gesundheit tun möchten!» Insbesondere sind auch die- position (Körperfettmessung/Anthropometrie) zu messen.
jenigen Patienten angesprochen, die sich eine sportliche Aktivi-
tät aus verschiedenen Gründen ohne medizinische Abklärung
nicht zutrauen. Unfallchirurgie
Dreimal 20 Minuten Mehr Präzision,
Der nicht aktive Bevölkerungsteil hat in den letzten Jahren leider
deutlich zugenommen, ein Drittel ist ungenügend sportlich aktiv. weniger Strahlen
Unter sportlicher Aktivität versteht man eine leicht schweisstrei-
bende und leicht ausser Atem bringende körperliche Betätigung Die Schlüssellochchirurgie am Becken ist jetzt noch genauer und
während 20 Minuten mindestens dreimal pro Woche. Die ge- mit weniger Röntgenstrahlen möglich.
sundheitsfördernde Aktivität sollte Ausdauer-, Kraft-, Koordina-
tions-, Schnelligkeits- und Flexibilitätstraining beinhalten. Ähnlich Gut navigiert zum Ziel
dem Pareto-Prinzip – 20 Prozent aller möglichen Ursachen tra- Im letzten Jahr wurde die Navigation in der Unfallchirurgie einge-
gen zu 80 Prozent der gesamten Wirkung bei – sind 80 Prozent führt. Durch spezielle Software, integriert im Navigationsgerät,
der persönlichen Topfitness mit 20 Prozent Trainingsaufwand zu das bislang in der Neurochirurgie eingesetzt wurde, ist es nun
erreichen. Die restlichen 20 Prozent zum Erreichen der Topfit- möglich, gewisse Fixationen in der Beckenchirurgie navigiert
ness in einer Sportart verlangen dann meistens eine Zunahme durchzuführen. Die Navigation wird speziell in Bereichen einge-
der Gesamttrainingsleistung um 80 Prozent. setzt, in denen Schrauben in enger Nachbarschaft zu wichtigen
Rückenmarksnerven und grossen Gefässen liegen. Diese Bedin-
Oft zu wenig, manchmal zu viel gungen sind vor allem bei Beckenringbrüchen mit Beteiligung
Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor für das Herz-Kreislauf- des Kreuzbeins erfüllt.
und das Atmungssystem sowie für den Stoffwechsel. Die Folgen
Departement Chirurgie 33

Hohe Platzierungssicherheit
Neben der erhöhten Päzision mit entsprechender Platzierungs-
sicherheit werden signifikant weniger Röntgenstrahlen benötigt,
was sowohl für den Patienten als auch für das Behandlungsteam
von Vorteil ist. Die Navigation hat zudem ein grosses Einsatzpo-
tenzial bei minimalinvasiven Osteosyntheseverfahren. Hier ist
nicht nur die Repositionskontrolle, sondern auch die nachfolgen-
de Fixation mit deutlich weniger Röntgenstrahlen möglich.

Bessere klinische Resultate


Kombiniert mit der Möglichkeit, 3-D-Bilder mit Hilfe eines ent-
sprechenden Bildverstärkers der neuesten Generation darzustel-
len, verfügt die Unfallchirurgie am LUKS Luzern heute über
modernste Hilfsmittel. Sie ermöglichen bereits während der Ope- gelegt worden. Die stetig wachsende Nachfrage hat den Ausbau
ration Bildkontrollen und damit die Beurteilung der Präzision von auf zwei Sprechstundentage notwendig gemacht, doch die Zu-
Rekonstruktionen, beispielsweise von komplexen Gelenkfraktu- nahme der Patientenzahl um 54 Prozent innerhalb eines Jahres
ren. Gelenkstufen oder Schraubenfehllagen lassen sich dadurch (2007/2008) führt erneut an die Kapazitätsgrenzen.
noch während des gleichen Eingriffs korrigieren. Diese neuen
Optionen wirken sich auf das klinische Resultat positiv aus. Professionelle und effiziente Versorgung
Die Behandlung komplexer Wunden ist sehr zeitaufwendig und
verlangt immer mehr fachspezifisches Wissen. Die Konzentration
Wundsprechstunde der Patienten an einem dafür speziell eingerichteten Ort und die
Behandlung durch ein ausgebildetes Spezialistenteam führen zu
Modernes einer effizienten und professionellen Versorgung. Diese Dienst-
leistung spart durch die Reduktion der Aufenthaltsdauer Kosten
Versorgungskonzept im stationären Bereich, was im Hinblick auf neue Tarifstrukturen
(DRG) von Bedeutung ist. Die ambulante chirurgische Versorgung
Die chirurgische Wundsprechstunde erweist sich als effiziente entlastet die knappen Operationsraumressourcen und schafft
Dienstleistung. Was früher einen stationären Aufenthalt erforder- dringend notwendige Kapazitäten für andere operative Dienst-
te, ist heute ambulant möglich. leistungen.

Fortschritte in der ambulanten Behandlung


Die chirurgische Wundsprechstunde wurde 2006 als Behand-
lungssprechstunde eingeführt. Stand am Anfang die ambulante
Versorgung der eigenen chirurgischen Patienten im Vordergrund,
so begannen sich auch andere chirurgische und internistische
Disziplinen dafür zu interessieren. Komplexe Wunden, die früher
einen langwierigen stationären Aufenthalt erforderten, können
nun mehrheitlich ambulant behandelt werden. Die Entwicklung
neuer therapeutischer Methoden und die Ausbildung qualifizier-
ter Mitarbeiter ermöglichen diese Fortschritte.

54 Prozent mehr Patienten innert Jahresfrist


Die demographische Entwicklung zu einer immer älter werden-
den Gesellschaft sowie die medizinischen Möglichkeiten, auch
multimorbide Patienten erfolgreich zu operieren, verlangen eine
qualifizierte Nachbehandlung. Mit dem Aufbau einer Wund-
sprechstunde sind die Grundsteine für eine solche Behandlung
34
35

Departement Spezialkliniken
36 Departement Spezialkliniken

Klinikleitungen Leitendes Personal


Augenklinik Augenklinik
PD Dr. Dr. Michael Thiel, Chefarzt Dr. Peter Senn, Co-Chefarzt
Brigitte Bendiner, Dr. Oliver Job
Leiterin Pflegedienst (PiP) Dr. Martin Schmid
HNO HNO
Departementsleiter Prof. Dr. Thomas Linder, Dr. Werner Müller, Co-Chefarzt
Prof. Dr. Bernhard Schüssler Chefarzt (PiP) Dr. Christoph Schlegel-Wagner,
Kathleen Schwarz, Co-Chefarzt
Leiterin Pflegedienst Dr. Dipl. phys. Peter Oppermann
«Wenn die Qualität stimmt, Neue Frauenklinik Dr. Gunther Pabst
Prof. Dr. Bernhard Schüssler, Neue Frauenklinik
wird die Servicequalität
Chefarzt (PiP) Dr. Markus Bleichenbacher, Co-Chefarzt
zum Matchwinner.» Corinne Spillmann, Dr. Markus Hodel
Leiterin Pflegedienst Dr. Susanne Bucher
Departement Spezialkliniken 37

Departement Spezialkliniken Neue Frauenklinik


Qualität und Service- Das Beste für Mutter
Exzellenz und Kind
Die Optimierung von Prozessen, Technologien und Serviceleis- Das Jahr 2008 stand im Zeichen von neuen Infrastrukturen, von
tungen ist für erfolgreiche Kliniken zentral. Zertifizierungen er- Service-Exzellenz und zertifizierter Qualität. Ein Highlight war die
bringen den Nachweis der erreichten Qualität. Eröffnung der Intermediate-Care-Abteilung.

Wer stillsteht, fällt zurück Qualitätssteigerungen auf allen Ebenen


Die ständige Qualitätsverbesserung und die Service-Exzellenz Zwei wichtige Umbaumassnahmen konnten 2008 fertiggestellt
sind zwei untrennbare Erfolgsfaktoren, sie bewegen sich in einer werden: die Intermediate-Care-Abteilung für die Frühgeborenen
sich stetig drehenden Spirale nach oben. Wer meint, das Ziel de- auf der Neugeborenenstation und der Andrologiebereich im Kin-
finitiv erreicht zu haben, begibt sich jedoch auf den Abstieg und derwunschzentrum. Weiterhin im Fokus blieb die Qualitätszerti-
damit in eine Abwärtsspirale. Aus diesem Grund sind die perma- fizierung, während ein innovatives Konzept für die Professiona-
nenten Verbesserungen der Augenklinik, der Klinik für Hals-, Na- lisierung der Patientenbetreuung neu etabliert wurde. Unter der
sen-, Ohren- und Gesichts-Chirurgie (HNO) und der Neuen Frau- Federführung von Irene Kupper, Betriebswirtschafterin Departe-
enklinik sowie der Luzerner Höhenklinik Montana unabdingbar. ment Spezialkliniken, wurde mit externer Unterstützung ein Kon-
zept flächendeckender Service-Exzellenz erarbeitet, das 2009 als
Erfolgreiche Zertifizierungen Projekt an der Neuen Frauenklinik umgesetzt wird. Sämtliche
Während die HNO und die Augenklinik auf Prozessoptimierung Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen sind integriert. Das Ganze ist
und Technologieverbesserung setzen, hat die Neue Frauenklinik als Pilotprojekt für das LUKS vorgesehen.
in zwei weiteren wichtigen Bereichen den Nachweis zertifizierter
Qualität erbracht. Im Kinderwunschzentrum war die ISO-Zertifi- Geburtshilfe mit integrierter Intermediate Care
zierung erfolgreich. Zudem wurde das Beckenbodenzentrum 2008 stabilisierte sich die Gesamtgeburtszahl auf sehr hohem
durch die Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie der Deutschen Niveau bei 1709, wobei insgesamt 1761 Kinder das Licht der Welt
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe als Zentrum der erblickten. Prozentual bedeutet dies eine Zunahme von 0,3 Pro-
Maximalversorgung zertifiziert. Gleichzeitig laufen in sämtlichen zent. Zu betreuen waren deutlich mehr Risikoschwangerschaften
vier Kliniken des Departements erhebliche Anstrengungen, die – vor allem mit Mehrlingen, darunter zweimal Drillinge. Unter den
Serviceleistungen auf allen Ebenen und durch alle Mitarbeiterin- Risikoschwangeren waren auch häufig solche mit internistischen
nen und Mitarbeiter zu verbessern. Grunderkrankungen (Diabetes, Gerinnungsstörungen, rheumato-
logische Probleme), die ein interdisziplinäres Vorgehen am Zen-
trumsspital notwendig machten.
38 Departement Spezialkliniken

Blickpunkte

Neue Frauenklinik Zeichen der Solidarität Augenklinik


Einmal etwas anderes Der Monat Oktober steht jeweils im Zei- Internationale Auszeichnungen
Der Freundinnen-Tag an der Neuen Frau- chen der Solidarität mit den an Brustkrebs Das innovative Team der Augenklinik prä-
enklinik im April 2008 fand grossen An- erkrankten Frauen. Aus diesem Anlass sentierte allein am Jahreskongress der
klang. Zum attraktiven Angebot gehörten liessen Mitarbeiterinnen der Neuen Frau- Schweizer Augenärzte 15 grössere Beiträ-
ein Glas Champagner, eine Modeschau enklinik auf dem Theaterplatz in Luzern ge. Viele Arbeiten wurden auch inter-
der renommierten Designerin Claudia 350 rosarote Luftballons in den Himmel national wahrgenommen. So erhielt Dr.
Krebser, eine Schminksitzung bei einer steigen. Sie überreichten allen Passantin- Martin K. Schmid, Leitender Arzt für Netz-
Globus-Visagistin, Lifestyle-Informationen, nen eine rosarote Rose und verteilten In- hauterkrankungen, für die von ihm entwi-
aber auch Vorträge – unter anderem über formationsmaterial über Brustkrebs. Die ckelte Operationstechnik zum Anfärben
plastische Mammachirurgie und die The- Aktion kam sehr gut an, insbesondere Be- unsichtbarer Netzhautstrukturen den
rapie des Brustkrebses. Die Besucherin- troffene schätzten dieses Zeichen. Preis der Europäischen Vitreoretinalen
nen wussten diese Fortbildung der etwas Gesellschaft für den besten Beitrag 2008.
anderen Art sehr zu schätzen. Jubiläum mit Qualitätszertifikat PD Dr. Dr. Michael Thiel, Chefarzt und Lei-
Alle reden darüber, die Neue Frauenklinik ter Hornhauterkrankungen, erhielt von der
hat es bereits seit zehn Jahren: ein inter- University of Sydney die Clafferty-Medaille
disziplinäres Beckenbodenzentrum zu- 2008.
sammen mit Colorectal-Chirurgen, Gast-
roenterologen und Physiotherapeutinnen.
Diese Institution funktioniert auf einem
hohen Niveau. Die Qualität der Maximal-
versorgung wurde extern zertifiziert.
Departement Spezialkliniken 39

Bettenauslastung über 93 Prozent für Senologie und der Deutschen Krebsgesellschaft. Das Wieder-
Als Highlight darf die Eröffnung der Intermediate-Care-Abteilung holungsaudit wurde mit grossem Erfolg durchgeführt. Diese Ent-
auf der Neugeborenenabteilung im 2. Stock der Neuen Frauen- wicklung und auch die spürbar verbesserte Interdisziplinarität
klinik angesehen werden. Die IMC (intermediate care) richtet sich zeigen auf, wie wichtig die Analyse von Strukturen und Pro-
an Frühgeborene ab der 32. Schwangerschaftswoche. Sie ist ein zessabläufen sowie die Implementierung eines Qualitätsma-
Paradebeispiel für eine gelungene, unbürokratische Lösung einer nagements sind. Ein weiterer Hinweis ist die an elf grossen
schwierigen Ausgangssituation. Seit Jahren leidet das Kinderspi- Schweizer Kliniken durchgeführte Mecon-Umfrage, welche die
tal unter Platzproblemen. Immer wieder mussten Risikoschwan- Zufriedenheit der Patientinnen aus verschiedenen Bereichen er-
gere abgewiesen werden, weil die Neonatologie keine Kapazitä- fasste. Das Brustzentrum an der Neuen Frauenklinik erzielte in
ten hatte. Die Perinatologie Luzern mit all ihren Mitarbeiterinnen sämtlichen Bereichen deutlich überdurchschnittliche Resultate!
und Mitarbeitern, die sich über Jahre einen guten Ruf in der
Schweiz erarbeitet hatten, sahen ihre langfristige Arbeit in Ge- Auf international hohem Niveau
fahr. Jetzt können an der Neuen Frauenklinik Frühgeborene ab Dank der Einführung des onkologischen Tumordokumentations-
der 32. Schwangerschaftswoche betreut werden. Die Bettenaus- systems (ODSeasy) im Jahr 2006 kann mittlerweile auf eine statt-
lastung betrug in den ersten fünf Monaten über 93 Prozent. Die- liche Anzahl primärerkrankter Mammakarzinome zurückgegrif-
se Erfolgsstory ist noch lange nicht zu Ende. Die Bindung der fen werden. Um die Qualität der Datenpflege zu steigern, konnte
Mütter zu ihren Kindern wurde klar verbessert. Die Zusammen- 2008 eine professionelle Datenmanagerin angestellt werden. Die
arbeit mit der Neonatologie hat sich aus geburtshilflicher Sicht kontinuierliche Betrachtung der eigenen Resultate und der Ver-
nochmals intensiviert. gleich mit publizierten Ergebnissen ermöglichen es, die Qualität
auf einem hohen Niveau zu halten und stetig zu verbessern. Der
Kinderwunschzentrum mit Maximalnote Benchmark mit über 220 deutschen Brustzentren zeigt, dass die
2008 konnte das Kinderwunschzentrum als Ganzes erfolgreich Neue Frauenklinik im internationalen Vergleich gut dasteht.
nach ISO zertifiziert werden, und zwar mit der Maximalnote bei
null Fehlern. Die Anzahl Zyklen, sowohl Frischzyklen wie auch
Auftauzyklen, konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert
und die Schwangerschaftsrate auf hohem Niveau gehalten wer-
den. Selbstverständlich sind weitere Anstrengungen nötig, um
insbesondere die apparative Ausstattung auf ein technologi-
sches Spitzenniveau zu bringen. Grosse Nachfrage erfuhren die
neu eingeführten Informationsabende für interessierte Kinder-
wunschpaare, die alle zwei Monate an einem Donnerstagabend
durchgeführt wurden.

Einzigartiges Angebot für Männer


Das neue Andrologielabor mit angegliedertem «Männerzimmer»
konnte erfolgreich bezogen werden. Mit äusserst geringem bau-
lichem Aufwand ist es gelungen, einen funktionellen Bereich für
die andrologischen Laboruntersuchungen zu schaffen, ohne
dass hohe Kosten entstanden wären. Die andrologische Sprech-
stunde zur Abklärung der Männer konnte unter der Leitung von
PD Dr. Sigrid von Eckardstein gut etabliert werden. Es ist dies ein
in der Schweiz fast einzigartiges Angebot einer spezialisierten
Sprechstunde für die Abklärung und konservative Behandlung
der männlichen Subfertilität.

Brustzentrum mit sehr zufriedenen Patientinnen


Das Brustzentrum unterzog sich im Mai 2008 der erneuten Prü-
fung nach internationalen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft
40 Departement Spezialkliniken

nach kurzer Zeit verschiedene innovative Projekte erfolgreich


angestossen werden.

OCT: Das Unsichtbare sichtbar machen


Die Optical Coherence Tomography (OCT) ist ein nicht invasives
bildgebendes Verfahren zur Untersuchung der Netzhaut. Ähnlich
wie bei der Ultraschalltechnik werden zweidimensionale Schnitt-
bilder der Netzhaut berechnet. Mit diesem Verfahren lassen sich
innerhalb der Netzhaut unterschiedliche Strukturen unterschei-
den sowie die Dicke der Netzhaut messen. Die exakten und wie-
derholbaren Messungen im Mikromillimeterbereich sind äus-
serst wertvoll bei der Diagnostik und Behandlung von
Maculaerkrankungen sowie bei der Glaukomdiagnostik. Die Un-
tersuchung mit dem OCT hat an der Augenklinik Luzern eine lan-
Augenklinik ge Tradition. Noch bevor die Geräte für den routinemässigen Pra-
xiseinsatz konzipiert waren, verwendete die Augenklinik das OCT
Am Puls des Fortschritts in der täglichen klinischen Diagnostik – als eine der ersten Au-
genkliniken in der Schweiz.
Kreative Spezialisten, innovative Behandlungsmethoden und mo-
dernste Geräte zeichnen die Augenklinik aus. Die führende Posi- Kurze und belastungsarme Untersuchung
tion wird durch grosszügige Spenden gefestigt. Inzwischen hat sich die Spectral Domain Optical Coherence To-
mography (SOCT) durchgesetzt. Mit dem Copernicus-OCT wurde
Verbesserungen zugunsten der Patienten diese Technologie in den letzten drei Jahren eingesetzt. Die Vor-
Der stete medizinische Fortschritt in der Augenheilkunde erlaubt teile gegenüber der alten Technologie liegen auf der Hand: Mit
es, das Sehen auch bei Patienten zu erhalten, für deren Krankheit einer etwa 100-mal grösseren Aufnahmegeschwindigkeit geht
es bis vor wenigen Jahren noch keine Behandlung gab. In ande- auch eine verbesserte Auflösung einher. Die Untersuchung ist für
ren Fällen können bessere Operationstechniken die Rekonvales- den Patienten kurz, ohne Blendung und ohne Belastung der
zenzzeit massiv beschleunigen. Operationen, die früher mit sta- Netzhaut. Die hohe Auflösung und Bildqualität ermöglicht es dem
tionären Aufenthalten verbunden waren, können heute ambulant befundenden Augenarzt, die Diagnose gerade in schwierigen Fäl-
oder kurzstationär durchgeführt werden. Mit neuen Diagnose- len noch genauer zu stellen.
verfahren und Medikamenten kann die ambulante Betreuung oft
gezielter, rascher und weniger belastend für die Patienten erfol- Modernste Behandlung der Maculaerkrankungen
gen. Dies trägt entscheidend zur Lebensqualität und Sicherheit Im Dezember 2008 konnte die Augenklinik ein Spectralis-OCT der
der Patienten bei. jüngsten Generation zusammen mit einem neuen lasergestütz-
ten Angiographiegerät in Betrieb nehmen. Erstmals wurden die
Pionierrolle – auch dank grosszügiger Spenden beiden Geräte für den kombinierten Einsatz durch ein Hochleis-
«Wir sind stolz darauf, dass die Augenklinik am Luzerner Kan- tungs-Computernetzwerk verbunden. Dadurch können bei der
tonsspital bei der Einführung vieler medizinischer Innovationen Angiographie lokalisierte krankhafte Netzhautbereiche bei der
immer wieder die Vorreiterrolle in unserem Land übernehmen anschliessenden OCT-Untersuchung präzise wieder gefunden
konnte», sagt Chefarzt PD Dr. Dr. Michael Thiel. «Die rasche Ein- und dargestellt werden. Die Geräte sind räumlich getrennt und
führung dieser Innovationen zugunsten unserer Patienten war lassen sich deshalb viel flexibler einsetzen. Damit ist die Augen-
oft nur deshalb möglich, weil die Anfangsinvestitionen bereits in klinik im Bereich der Maculaerkrankungen auch apparativ auf
einer frühen Phase durch Spenden ermöglicht wurden.» Um die dem modernsten Stand.
Unterstützung der Augenklinik durch Patienten, Gönner und die
Industrie auf ein festes Fundament zu stellen, wurde 2008 die
Stiftung zur Förderung des Fortschritts an der Augenklinik des
LUKS gegründet. Dank grosszügiger Spenden konnten bereits
Departement Spezialkliniken 41

Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren- und


Gesichts-Chirurgie (HNO)

Qualität vor Quantität


Innovative Methoden der HNO-Klinik stossen auf internationale
Beachtung. Die Servicequalität und die Behandlungsabläufe wur-
den weiter optimiert.

Service-Exzellenz an vier Standorten


Die HNO-Klinik verbesserte auf mehreren Ebenen die Service-
qualität für die Patienten und Zuweiser. Die Präsenz an vier
Standorten – Luzern, Sursee, Wolhusen und Nottwil – ermöglicht
die fachliche Beurteilung durch Kaderärzte vor Ort und befriedigt
die Nachfrage aus diesen Regionen. In Sursee konnte dank dem
Leitenden Arzt, Dr. Gunther Pabst, die operative Tätigkeit deutlich
ausgebaut werden, während an den anderen Standorten die bis-
herige rege Aktivität beibehalten wurde.

Mehr Kontinuität in der Patientenbetreuung


Am Standort Luzern wurden neu zwei Ärzteteams für die statio-
nären Patienten geschaffen: Patienten mit vorwiegend Ohr- und
Nasenleiden werden vom einen Team betreut, Patienten mit Tu-
morleiden vom anderen. Damit soll einerseits die Kontinuität in
der Patientenbetreuung verbessert, andererseits auch die Aus-
bildung der Fachanwärter konzentriert werden. Die Umfragen
unter den stationären Patienten werden sorgfältig ausgewertet, rückgegeben und die Operations- und Austrittsberichte rechtzei-
Anregungen und Kritiken ernst genommen sowie die Abläufe tig zugestellt.
fortwährend optimiert. Nach längerer Planung konnte schliess-
lich auch die klinikeigene Informationsbroschüre erstellt werden. Überdurchschnittliches Resultat bei FMH-Umfrage
Dieses attraktive Heft im Taschenformat wird allen stationären Anhand der Kaderworkshops werden jeweils die Jahresziele und
Patienten beim Eintritt zur Information abgegeben. die langfristige Strategie festgelegt. Nach einem arbeitsinten-
siven 2007 galt es für 2008 die Abläufe zu konsolidieren. Insbe-
Drei Operationssäle auf neustem Stand sondere bei den Sekretariaten (Berichtswesen) erfolgten perso-
«Als primär operatives Fach testen wir regelmässig neue Ent- nelle Wechsel und eine Aufstockung. Gleichzeitig wurde Ende
wicklungen und beurteilen deren Stellenwert für eine Optimie- Jahr die elektronische Krankengeschichte (MedFolio) eingeführt.
rung des Behandlungsablaufs», sagt Chefarzt Prof. Dr. Thomas Die Gesamtzahl der stationären HNO-Patienten in Luzern war
Linder. In der Ohrchirurgie wurde neben den bisherigen Laser- zwar leicht rückläufig, dies vor allem deshalb, weil einige Patien-
systemen ein Diodenlaser (KTP) angeschafft. In der Schilddrüsen- ten nun direkt in Sursee operiert werden. Die gezielte Förderung
chirurgie verkürzt das auf Ultraschall-Vibrationstechnologie ba- der Ausbildung der Assistenten zeigte sich auch beim positiven
sierte «Harmonic Knife» (Ultraschall-Skalpell) die Operationszeit. Ausgang der FMH-Umfrage, bei der die HNO-Klinik insgesamt
Es erlaubt die rasche Koagulation kleiner Gefässe und damit eine über dem Benchmark abgeschnitten hat.
erhöhte Übersicht gerade bei grossen Strumen. Der Umbau der
drei Operationssäle während sechs Monaten lief zügig voran, so- Luzerner HNO-Kursangebot stark nachgefragt
dass sich die Mitarbeitenden aus HNO, Kieferchirurgie und Anäs- Die internationalen Operationskurse (in Zusammenarbeit mit der
thesie auf eine freundlich gestaltete und technisch optimal aus- Fisch International Microsurgery Foundation und dem Anatomi-
gerüstete Operationsabteilung freuen dürfen. Für die Nachsorge schen Institut der Universität Zürich) waren wiederum weit im
werden die Patienten so rasch wie möglich an die Zuweiser zu- Voraus ausgebucht. Auch die Kurse über Cochleaimplantate ver-
42 Departement Spezialkliniken

liefen erfolgreich. Erneut besuchten Gastärzte aus dem In- und Luzerner Höhenklinik Montana
Ausland die Klinik, zum Teil während einer Woche, zum Teil wäh-
rend drei Monaten. Die Nachfrage nach diesen «Visiting Fellow- Investitionen und
ships» ist weiterhin sehr hoch. Für 2010 besteht bereits eine
Warteliste. Innovationen
Auszeichnung und Innovation Eine Belegung von 90 Prozent und eine Patientenzufriedenheit
Anlässlich der Frühjahrsversammlung der Schweizerischen ORL- von 92 Prozent beweisen ein erfolgreiches Jahr. Die Bedeutung
Gesellschaft erhielten Dr. Ba Tung Nguyen und Dr. Werner Müller der Rehabilitation wird in den nächsten Jahren weiter zuneh-
eine Auszeichnung für den Vortrag über implantierbare Phreni- men.
kusstimulatoren als sinnvolle Alternative zur Dauerbeatmung. Im
Teamwork mit den Thoraxchirurgen werden dafür neue Zugangs- Höhere Effizienz dank Labormanagementsystem
wege (thorakoskopisch gegenüber cervikal) geprüft. In Zusam- Die Luzerner Höhenklinik Montana (LHM) wurde vor zehn Jahren
menarbeit mit dem Hersteller wurde der Einsatz des «Harmonic umfassend erneuert und grösstenteils neu gebaut. Im Jahr 2008
Knife» bei den jährlich über 220 Schild- und Nebenschilddrüsen- war bei den Investitionen eher Zurückhaltung angesagt. Trotz-
operationen getestet und minimalinvasive Zugangswege geför- dem konnten einige grössere Projekte realisiert werden. Im La-
dert. bor wurde ein Labormanagementsystem eingeführt, das die au-
tomatische Erfassung der Aufträge und die elektronische
International führende Rolle Übermittlung der Analysewerte ermöglicht. Dadurch wird die
In der Otologie ist die Luzerner HNO-Klinik eines der weltweit Qualität der Laborwerte weiter verbessert. Die administrativen
ersten Implantatzentren, die bei mehrfach voroperierten Patien- Arbeiten im Labor konnten gezielt vermindert werden.
ten den sicheren Verschluss des Mittelohrs mit der Implantation
eines aktiven Mittelohrimplantats kombinierten. Die Resultate Papierlose Krankengeschichte
der Luzerner Patienten wurden an internationalen Kongressen Ein Pionierprojekt, das die LHM seit den 90er-Jahren verfolgt, die
mit Interesse verfolgt, die entsprechende Publikation erscheint papierlose Krankengeschichte, konnte zumindest im medizini-
im Januar 2009. Auch bei Patienten mit Ohratresie (angeboren schen Bereich verwirklicht werden. In der Klinik wurde dazu ein
fehlendem Gehörgang) wurde erstmals ein aktives Mittelohrim- kabelloses Netzwerk (WLAN) auf den Pflegestationen eingerich-
plantat direkt mit dem Steigbügel verbunden. Gegenüber dem tet. Das Ziel ist, bei den Arztvisiten die Patientenakten elektro-
vollimplantierbaren Hörgerät bestehen jedoch noch berechtigte nisch verfügbar zu haben und auch direkt elektronische Verord-
Einwände, sodass an der HNO-Klinik bisher von der Implantation nungen durchführen zu können. Ausserdem wurde im Speisesaal,
(noch) abgeraten wurde. wo die Patientinnen und Patienten sämtliche Mahlzeiten einneh-
men, der bisherige, stark abgenutzte Parkettboden durch einen
Bestmögliche medizinische Betreuung neuen, robusteren ersetzt.
2009 stehen der Umbau der Audiologie-Abteilung sowie die Neu-
gestaltung der Bibliothek und Videothek an. Trotz hoher Arbeits- Abgeschlossene und bevorstehende Projekte
belastung kommt Qualität weiterhin vor Quantität. Die Sicherheit Die Zusammenarbeit mit den anderen drei Kliniken von Montana
und Zufriedenheit der Patienten und die bestmögliche medizini- wurde intensiviert. Das Programm für psychosomatische Reha-
sche Betreuung in einer persönlichen Atmosphäre sind zentrale bilitation konnte durch die Anstellung von Dr. Helena Shang Mei-
Anliegen. Es gehört zu den Kernkompetenzen der HNO-Klinik, die er wesentlich ausgebaut werden. Es wird zusammen mit der Ber-
neusten Erkenntnisse und Entwicklungen in der HNO-Heilkunde ner Klinik Montana geführt. Die Zusammenarbeit mit der Walliser
zugunsten der Patientinnen und Patienten sinnvoll umzuset- Klinik im Bereich der Herzrehabilitation wurde weitergeführt.
zen. Noch zu realisierende Projekte sind unter anderem die Digitali-
sierung der Röntgenanlage sowie die Behebung des Platzman-
gels in der Physiotherapie und bei den Büroräumlichkeiten. Die
Physiotherapie ist eine der zentralen Aufgaben in der Rehabilita-
tion. Sie hat in den letzten zehn Jahren stark an Bedeutung ge-
wonnen, einerseits durch die Intensivierung der Behandlung, an-
derseits durch das Einführen neuer Methoden.
Departement Spezialkliniken 43

Patientenzufriedenheit von 92 Prozent


Die Luzernerinnen und Luzerner kommen nach wie vor gerne
nach Montana. Dies belegen die zahlreichen Rückmeldungen der
Patientinnen und Patienten auf eindrückliche Weise. Die Zufrie-
denheitsquote beim internen Fragebogen konnte gegenüber
dem Vorjahr von 89 Prozent auf 92 Prozent gesteigert werden.
Die LHM nimmt Kritiken oder Anregungen der Patientinnen und
Patienten sehr ernst und passt ihre Dienstleistungen laufend an
die aktuellen Bedürfnisse an. Schliesslich soll der Aufenthalt in
der LHM für alle Beteiligten ein Erfolg sein – von A wie «Anmel-
dung» bis Z wie «Zuhause ankommen». Die Klinik ist seit nun-
mehr fünf Jahren ISO-9001-zertifiziert und hat in einem durch ei-
nen externen Berater durchgeführten Audit das Zertifikat für ein
weiteres Jahr problemlos bestätigt. Im laufenden Jahr gilt es die
neuen Richtlinien der ISO-9001-Norm umzusetzen und den ge-
samten Betrieb auf die fällige Rezertifizierung vom nächsten Jahr
vorzubereiten.

Jahresbelegung von 90 Prozent


Die Pflegetage widerspiegeln ein Jahr mit einigen Hochs und
Tiefs. In den ersten fünf Monaten von 2008 war die Klinik mit ei-
ner Belegung von 92 Prozent ausserordentlich gut ausgelastet.
Die erzielten Pflegetage liessen auf eine markante Steigerung
zum Vorjahr schliessen. Trotz der Schliessung einer Pflegestation
während rund vier Wochen war im Sommer (Juni bis September)
mit einer Belegung von 84 Prozent ein unerwarteter Rückgang
zu verzeichnen. Dank einem ausgezeichneten Jahresabschluss
(Oktober bis Dezember) mit einer Belegung von wiederum 92
Prozent konnte die durchschnittliche Jahresbelegung doch noch
auf die angestrebten 90 Prozent gebracht werden. Die 20 188
Pflegetage lagen schliesslich nur 1 Prozent unter dem Budget.
Weiterhin stammen rund 85 Prozent der Patientinnen und Pati-
enten aus dem Kanton Luzern und etwa 10 Prozent aus den um-
liegenden Zentralschweizer Kantonen.

Stellenwert der Rehabilitation immer höher


Alle Prognosen deuten darauf hin, dass die Rehabilitation in den
nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Einerseits ist die
demographische Entwicklung daran beteiligt, anderseits aber
auch die kürzere Aufenthaltsdauer in den Akutspitälern. Mit der
Einführung von Swiss DRG wird die Aufenthaltsdauer im Akutspi-
tal nochmals verkürzt und der Bedarf an Rehabilitationsbetten
wird nochmals steigen. Die LHM ist darauf bestens vorbereitet,
obwohl heute noch etwa 50 Prozent aller Patienten direkt von
den Hausärzten zugewiesen werden. Die Einweisungen der Akut-
spitäler steigen aber tendenziell an.
44
45

Departement Kinderspital
46 Departement Kinderspital

Leitung Kinderspital Leitende Ärzte


Pädiatrie Pädiatrie
Prof. Dr. Thomas J. Neuhaus, Chefarzt Dr. Ueli Caflisch
Kinderchirurgie Dr. Patrick Imahorn
PD Dr. Marcus-Georg Schwöbel, Chefarzt Dr. Hans Peter Kuen
Neo/IPS Dr. Johannes Spalinger
Departementsleiter PD Dr. Thomas Berger, Dr. Thomas Schmitt-Mechelke
Prof. Dr. Gregor Schubiger Chefarzt ad personam
Kinderchirurgie Gemeinsame Dienste
Dr. Hermann Winiker, Leitender Arzt Dr. Simone Krähenbühl-Blanchard,
«Kinder und Jugendliche ambulante Bereiche Leitende Ärztin KJPD
Beat Epp, Leiter Pflegedienst
haben als Patienten
stationäre Bereiche
besondere Bedürfnisse. Michael Döring, Leiter Pflegedienst
Die hohe Versorgungs-
qualität unsererseits und
das Vertrauen der Angehö-
rigen in unsere Betreuung
andererseits führen zur
Zufriedenheit aller, die ein
Kind durch eine Krankheit
begleiten dürfen oder müs-
sen. Diesen Ansprüchen
gerecht zu werden, bleibt
unsere Hauptaufgabe!»
Prof. Dr. Gregor Schubiger
Departementsleiter
Departement Kinderspital 47

Kinderspital me von Müttern oder Vätern, die teuren Parkplätze und die Ver-
pflegung. Aber auch in Bezug auf die Aufklärung über die
Erfreuliche Behandlung, die Nebenwirkungen von Medikamenten und das
Eingehen der behandelnden Personen auf die Ängste des Kindes
Behandlungserfolge besteht Handlungsbedarf.
Mit seiner Beförderung zum Chefarzt der interdisziplinären In-
Eine Umfrage unter Patienteneltern ergab einen Zufriedenheits- tensivstation wurde PD Dr. Thomas M. Berger zum Qualitätsbe-
grad von über 95 Prozent im medizinischen Bereich. Der geplan- auftragten im Kinderspital ernannt.
te Um- und Erweiterungsbau wird die infrastrukturell dringend
notwendigen Verbesserungen bringen. Führungsaufgaben
Auf Departementsebene nehmen organisatorische, ökonomi-
Qualitätssicherung sche und logistische Fragen immer mehr Raum ein.
Die Betreuung kranker Kinder wird einerseits zunehmend in den • Die Kinderspitalleitung, das Führungsorgan, soll die interpro-
ambulanten Bereich verlagert, andererseits werden im stationä- fessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit abbilden. In
ren Bereich immer komplexere schwerstkranke Kinder behan- der neuen Zusammensetzung sind die beiden Kliniken, Pädia-
delt. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten und gleichzeitig trie und Kinderchirurgie, sowie die Neonatologieabteilung/In-
eine hohe Qualität zu garantieren, sind am Kinderspital Luzern in tensivstation vertreten. Die Aufgaben der beiden Pflegedienst-
den letzten Jahren verschiedene Massnahmen zur Patientensi- leitungen sind fächerübergreifend aufgeteilt. In 20 Sitzungen
cherheit und Qualitätssicherung eingeführt worden. Für häufige wurden die operativen Geschäfte behandelt.
Standardsituationen wurden verbindliche Richtlinien erarbeitet. • Die Entwicklung in der Notfallversorgung und die Nachfrage
Die Anknüpfung an nationale und internationale Datenbanken in nach Spezialsprechstunden haben dazu geführt, dass die Ka-
der Neonatologie (Minimal Neonatal Data Set und European Neo-
natal Network) und der Intensivmedizin (Minimal Data Set der
Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin) ermöglicht
den Quervergleich mit anderen Zentren im In- und Ausland. Stu-
dienprotokolle in der Onkologie garantieren Behandlungen nach
modernsten Richtlinien. Regelmässige interdisziplinäre M&M-
Konferenzen (Morbidität und Mortalität) und halbjährliche Veran-
staltungen zur Rückmeldung von Massnahmen aus dem CIRS
(Critical Incident Reporting System) tragen dazu bei, dass alle
Mitarbeitenden einen Beitrag zu einer offenen Sicherheitskultur
leisten können. Um eine sichere Verordnung und Verabreichung
von Medikamenten zu unterstützen, wurden eigene Computer-
programme (DoseCalc) für Taschencomputer entwickelt und lau-
fend angepasst.

Patientenzufriedenheit
Nachdem bereits im Jahr 2005 eine Umfrage bei den Patienten-
eltern vier Wochen nach Spitalaustritt durchgeführt worden ist,
wurde diese vom Picker-Institut geleitete und ausgewertete Um-
frage im Berichtsjahr wiederholt. Da alle grossen schweizeri-
schen Kinderspitäler (A-Kliniken) mitgemacht haben, war erst-
mals der Vergleich mit anderen Kliniken möglich. Es ist erfreulich,
dass die Zufriedenheit der Eltern mit dem Behandlungserfolg und
mit der Freundlichkeit und Kompetenz des Personals über 95
Prozent betrug. Weniger gut hat das Kinderspital im Bereich der
Infrastruktur abgeschnitten. Kritikpunkte waren die ungenügen-
den räumlichen und sanitären Möglichkeiten bei der Mitaufnah-
48 Departement Kinderspital

Blickpunkte

Kinderspital Kinderchirurgie Pädiatrie


Fit durch den Winter Neue Therapie von Forschung bei Neugeborenen
Wöchentlich wird das Kinderspital mit Hämangiomen Infektionen können sich bei Neugebore-
schweren Kinderunfällen und ihren Folgen Hämangiome sind Blutgeschwülste, die nen rasch ausbreiten und fatale Auswir-
konfrontiert. Teilweise sind die Verletzun- beim Neugeborenen oft sehr klein sind, im kungen haben. Das klinische Bild ist zu
gen so gravierend, dass aufwendige Ope- Lauf des ersten Lebensjahrs rasch wach- Beginn unspezifisch, die Differenzialdiag-
rationen und Krankenhausaufenthalte nö- sen können und in der Regel ab dem zwei- nosen sind zahlreich. Schon bei gerings-
tig sind. Selbst das beste und modernste ten Lebensjahr abblassen. Wird die Thera- tem Verdacht muss deshalb mit Antibioti-
Operationsverfahren ist immer schlechter pie verpasst, können groteske, kosmetisch ka behandelt werden. Im Verlauf erweisen
als die Vermeidung eines Unfalls – die Prä- und funktionell störende Läsionen eine sich jedoch viele antibiotische Behandlun-
vention. Um diesen Präventionsgedanken dauernde Behinderung darstellen. Die gen als unnötig. Ein neuer Labortest mit
zu fördern, veranstaltete das Kinderspital Therapie bestand bisher aus einer Sklero- Procalcitonin kann möglicherweise hel-
Luzern in Zusammenarbeit mit der Bera- sierung der Blutgeschwulst mit dem Laser. fen, die Behandlungsdauer zu verkürzen.
tungsstelle für Unfallverhütung (bfu) und Neu ist die Erkenntnis, dass sich Häman- In den Jahren 2005 bis 2006 konnte im
der sechsfachen Ski-Alpin-Weltmeisterin giome unter der Therapie mit Betablo- Rahmen einer Studie in der Neonatologie-
Erika Hess am Samstag, 15. November ckern zurückbilden können. Die Kinderchi- abteilung gezeigt werden, dass durch eine
2008 eine Informationsveranstaltung zur rurgie Luzern hat sich einer nationalen Procalcitonin-gesteuerte Therapie die
Prävention von Kinderunfällen im Winter- und internationalen Studie angeschlos- Dauer der antibiotischen Therapie bei
sport. 400 Besucher, Kinder und Erwach- sen, in der Behandlungsresultate mit Be- rund einem Drittel der Neugeborenen sig-
sene, konnten sich zu Wintersportthemen tablockern und mit Laser verglichen wer- nifikant verkürzt werden kann. Zur Bestä-
wie Ausrüstung, FIS-Regeln und Verhalten den. Die Ergebnisse der medikamentösen tigung dieser Resultate wird die Studie un-
auf gefrorenen Seen, Weihern und Bioto- Therapie sind vielversprechend. ter der Führung des Kinderspitals Luzern
pen beraten lassen und aktiv an Warm-up- (Dr. Martin Stocker) multizentrisch in vier
Lektionen teilnehmen. Medizinische Er- Kinderspitälern in Holland und drei Kinder-
fahrungsberichte aus der Sicht eines spitälern in der Schweiz weitergeführt.
Kinderchirurgen vermittelte Dr. Hans Wal- Damit wird ein wichtiger Beitrag mit dem
ter Hacker, Oberarzt Kinderchirurgie. Der Ziel der Reduktion von unnötigen Antibio-
Aktionstag war ein Erfolg und motiviert, in tikatherapien bei Neugeborenen geleis-
Zukunft wieder ein neues Präventionsthe- tet.
ma aufzugreifen.
Departement Kinderspital 49

pazitäten der Notfallstation und der Tagesklinik kaum mehr Interdisziplinäre Behandlung und Betreuung
ausreichen. Unkonventionelle Ideen für die Prozessabläufe Zahlreiche Patienten des Kinderspitals leiden an chronischen
und den Personaleinsatz sind gefragt. Krankheiten. Oft sind mehrere Organsysteme betroffen, die sich
• Kinderkliniken müssen sich speziell für die neuen Formen der auf die körperliche, geistige und soziale Entwicklung auswirken.
Leistungserfassung und die DRG-konforme Codierung von Erst eine interdisziplinäre Behandlung durch Ärzte, Pflegefach-
Diagnosen wappnen. Der regelmässige Informationsaustausch frauen und weitere medizinische Fachpersonen sowie eine enge
mit der Betriebswirtschafterin und dem Codierbüro liefern die Zusammenarbeit mit der Kinderchirurgie ermöglichen eine opti-
nötigen Grundlagen in Bereichen, die bisher noch nicht zum male Behandlung und Betreuung der kranken Kinder. Eine gute
Kerngeschäft gehört haben. Kommunikation innerhalb des Teams unter der Leitung eines
• Die Realisierung des Um- und Erweiterungsbaus ist einen gros- «Bezugsarztes» ist für das Wohlbefinden des Patienten und sei-
sen Schritt weitergekommen. Der Planungskredit wurde bewil- ner Familie entscheidend.
ligt. Auf der Basis der Strategie und des Leistungsmodells 2015
(Masterplan) wurden die Grundlagen für den Architektenwett- Intermediate Care für Neugeborene
bewerb bereitgestellt, der im Frühling 2009 durchgeführt Am 8. August 2008 wurde in der Neuen Frauenklinik eine Dépen-
wird. dance für kranke Neugeborene eröffnet. Diese Intermediate-
Care-Abteilung (IMC) nimmt kleine Patienten auf, die nicht auf
Engagement und Leistungsbereitschaft der Wochenbettabteilung betreut werden können, aber auch
Der gemeinsame Auftrag für die kranken Kinder und Jugendli- nicht die Infrastruktur einer Intensivstation benötigen. Die Ein-
chen sowie deren Umfeld kann nur dank dem persönlichen En- führung der IMC hat zu einer spürbaren Entlastung der neonato-
gagement und der Leistungsbereitschaft aller Mitarbeitenden er- logischen Abteilung im Kinderspital geführt. Gleichzeitig erhöht
füllt werden. Im Berichtsjahr wurde die Belastungsgrenze sich die Attraktivität der Mutter-Kind-Abteilung der Neuen Frau-
mehrmals erreicht oder überschritten. Ein herzlicher Dank geht enklinik, weil die kleinen Patienten jetzt in der Nähe ihrer Mütter
an alle, die ihren Beitrag geleistet haben. betreut werden können.

Pädiatrische Besonderheiten im Jahr 2008


Pädiatrische Klinik Masern. Die Masernepidemie in der Schweiz mit Zentrum Zent-
ralschweiz war im Kinderspital Luzern eindrücklich zu spüren.
Wechsel und Kontinuität Zahlreiche Kinder wurden mit schwerer Masernpneumonie hos-
pitalisiert. Zum Glück konnten alle erkrankten Kinder wieder ge-
Das Jahr 2008 stand im Zeichen der Übergabe der Chefarztfunk- sund nach Hause entlassen werden; insbesondere trat bei kei-
tion von Prof. Dr. Gregor Schubiger an Prof. Dr. Thomas J. Neu- nem Kind die gefürchtete Masernenzephalitis auf. Trotz
haus. Ausserdem machte sich die Masernepidemie im Klinikall- regelmässiger Information der Öffentlichkeit und der Eltern über
tag deutlich bemerkbar. den grossen Nutzen und die geringen Nebenwirkungen der Ma-
sernimpfung (und der anderen empfohlenen Impfungen) ent-
50 Departement Kinderspital

neuen Chefarztes sehr erfolgreich; dank seines Spezialgebiets ist


nun auch die pädiatrische Nephrologie am Kinderspital Luzern
vertreten. Auf den 1. Mai 2008 wurde PD Dr. Thomas Berger zum
Chefarzt ad personam der Neonatologie und Pädiatrischen In-
tensivstation ernannt.

Vertretung in nationalen Gremien


Folgende Kaderärzte haben in nationalen Gremien Einsitz: Prof.
Dr. Thomas Neuhaus ist Mitglied des Schweizerischen Akkredi-
tierungsrats, zuständig für die Akkreditierung aller medizinischen
Studiengänge an den schweizerischen Universitäten. PD Dr. Tho-
mas Berger ist Mitglied des Senats der Schweizerischen Akade-
mie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und Präsident
scheiden sich weiterhin viele Eltern gegen eine Impfung ihrer Kin- der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie. Dr. Johannes
der. Hier besteht ein wichtiger Dauerauftrag für alle Ärzte. Spalinger war bis Frühling 2008 Präsident der Schweizerischen
Harnwegsinfektionen. Einige gute klinische Studien, davon zwei Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie; zudem ist er
aus der Schweiz, haben gezeigt, dass die Diagnostik und Thera- Mitglied der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesell-
pie bei Kindern mit Harnwegsinfektionen vereinfacht werden schaft für Pädiatrie und im Vorstand der «Swiss working group
können. Die evidenzbasierte Standardbehandlung erlaubt bei for Cystic fibrosis».
den meisten Kindern über sechs Monaten eine ambulante und
orale antibiotische Therapie. Ebenso können die Nachfolge-Un-
tersuchungen (zum Beispiel Röntgen) deutlich reduziert werden. Kinderchirurgische Klinik
Diese Fortschritte sind im Einklang mit den WZW-Vorgaben (Wirk-
sam, Zweckmässig, Wirtschaftlich) des Krankenversicherungsge- Erfüllung grosser
setzes (KVG).
Lachgasnarkose. Für kleinere schmerzhafte Eingriffe, wie bei- Erwartungen
spielsweise die Gelenkspunktion in der Rheumatologie-Sprech-
stunde, kann seit 2008 auch ausserhalb des Operationssaals mit Die Zahl der stationären und der ambulanten Patienten steigt
Lachgas eine einfache und sichere Kurznarkose durchgeführt weiterhin. Eine wissenschaftliche Kontrolle bestätigte die hohe
werden. Behandlungsqualität an der Kinderchirurgischen Klinik.

Gute Note für die Weiterbildung Über 3000 Eingriffe in Narkose


Die jährliche Beurteilung der Weiterbildungsstätte Pädiatrie Lu- Die Zahl der stationär behandelten Patienten nahm gegenüber
zern durch die Assistenzärztinnen und -ärzte ergab erneut ein dem Vorjahr etwas zu, die Pflegetage blieben unverändert. Die
sehr gutes Resultat (Note 5,6). Seit Einführung dieses Systems Zahl der ambulant betreuten und operierten Patienten ist weiter
1997 stand Luzern innerhalb der Schweizer Kinderkliniken immer gestiegen, sodass in den Operationssälen des Kinderspitals über
auf einem «Podestplatz». Es ist das Bestreben aller Kaderärzte, 3000 Eingriffe in Narkose durchgeführt worden sind. Obwohl es
die hohe Qualität der Weiterbildung zu erhalten und weiterzuent- sich bei der Steigerung der ambulanten Patientenzahlen jedes
wickeln. Jahr nur um wenige Prozente handelt, machen sich diese im Lauf
der Jahre doch deutlich bemerkbar. Es stellt sich deswegen die
Reibungsloser Chefarztwechsel Frage, ob nicht neben den von den Kaderärzten geführten Spe-
Am 1. Mai 2008 fand der Stabwechsel von Prof. Dr. Gregor Schu- zialsprechstunden ein allgemeines Ambulatorium geschaffen
biger an Prof. Dr. Thomas J. Neuhaus statt. Der zurückgetretene werden sollte, in dem kinderchirurgische Patienten auf Zuwei-
Chefarzt hat die Pädiatrische Klinik seit 1991 mit grossem Elan sung abgeklärt und behandelt werden könnten. Ein als Spitalarzt
und Schwung geführt. Prof. Dr. Gregor Schubiger bleibt weiterhin angestellter Facharzt würde rasch und kompetent Untersuchun-
Departementsleiter des Kinderspitals und hat neue Funktionen gen anordnen, Diagnosen stellen und Therapien vorschlagen.
in der Geschäftsleitung des LUKS übernommen. Dank der Mithil-
fe aller Mitarbeitenden des Kinderspitals verlief der Einstieg des
Departement Kinderspital 51

Orthopädische Sprechstunde
Die kinderorthopädische Sprechstunde weist nach wie vor gros-
se Zuwachszahlen auf. Dr. Roberto Sossai, der zurzeit eine Wei-
terbildungsstelle in der Kinderorthopädischen Klinik in Basel in-
nehat und einen Tag pro Woche in Luzern arbeitet, betreut
zusammen mit Dr. Christoph Aufdenblatten die orthopädische
Sprechstunde. Konsiliarisch stehen die Professoren Hefti und
Brunner aus Basel mindestens einmal pro Monat zur Verfü-
gung.

Steigende Ansprüche an die Kinderorthopädie


Das Spektrum der Kinderorthopädie wird immer breiter, da einer-
seits vermehrt behinderte Patienten aus der neurologischen
Sprechstunde und aus Heimen vorgestellt, abgeklärt und ope- Oberarzt mbF, Kliniken in Denver, Hannover und Hongkong be-
riert werden und andererseits der Anspruch von praktizierenden sucht und das Gelernte in die tägliche Arbeit einfliessen lassen.
Ärzten und Eltern grösser wird, auch bei kleinen Unregelmässig- Die minimalinvasive viszerale Chirurgie wird in Zukunft einen
keiten rasch eine Abklärung vorzunehmen. Dazu kommt, dass jährlich wachsenden Anteil an den Operationen einnehmen.
nach Unfällen rasch Schmerzfreiheit erwartet wird und deswe- Trotzdem wird die klassische offene Kinderchirurgie nicht ver-
gen die Zuweisungen zur posttraumatischen Abklärung deutlich schwinden, da die kleineren Schnitte nach wie vor durch erheb-
zunehmen. Nach grossen orthopädischen Eingriffen liegen die lich längere Eingriffszeiten erkauft werden.
Patienten oft lange im Spital, weil für die Heime, welche die Pa-
tienten vorher betreut hatten, der Pflegeaufwand zu gross ist. Da Dank für Schenkungen
diese Patienten in der Regel adoleszent oder sogar erwachsen Die Patientenzimmer sind eng und vor allem dann, wenn Eltern
sind, stellen sie eine körperliche, aber auch psychische Heraus- zusätzlich bei den Kindern in den Zimmern übernachten, findet
forderung für die Pflegenden auf der Abteilung dar, die mit den der oft gewünschte Fernsehapparat keinen Platz mehr. Die Mit-
anders gearteten Bedürfnissen von erwachsenen behinderten glieder des Golfclubs Sempachersee haben bei einem Charity-
Menschen konfrontiert werden. Turnier Geld gesammelt und im 1 West die Installation von Flach-
bildschirmen fi nanziert. Diese hängen nun an der Decke,
Vergleich zeigt hohe Behandlungsqualität brauchen so keinen Platz und erlauben nicht nur, das tägliche
Um nicht nur auf subjektive Indikatoren angewiesen zu sein, Fernsehprogramm zu verfolgen, sondern geben mit Spielkonso-
wurde der Behandlungserfolg bei zwei klassischen kinderchirur- len den Patienten die Möglichkeit, aktiv Wettkämpfe allein oder
gischen Eingriffen wissenschaftlich kontrolliert. Zum einen wur- gegeneinander auszuführen. Oft war ein Patient traurig, dass er
den die wegen einer Trichterbrust operierten Patienten zusam- das Kinderspital verlassen musste und keine Autorennen mehr
mengestellt und mit den Ergebnissen ausländischer Studien fahren konnte. Ausserdem hat die Firma STEG-Computer der Pa-
verglichen. Dabei zeigte sich, dass in Bezug auf Komplikationen tientenschule fünf Laptops geschenkt, um das Arbeiten sowohl
und Behandlungserfolg die Kinderchirurgie Luzern sehr gut da- im Schulzimmer als auch in den Patientenzimmern zu ermögli-
steht. Als zweites Qualitätsmerkmal wurde ein urologisches The- chen. Die Spitalstiftung Fischbacher-Labhardt unterstützte auch
ma, die Varikozele, gewählt. Auch hier bestätigte sich, dass die im Berichtsjahr grosszügig spezielle Anliegen im Interesse der
Behandlungsqualität in der Kinderchirurgie Luzern im Vergleich Patienten.
mit anderen Kliniken sehr hoch ist.

Minimalinvasive Chirurgie im Vormarsch


Auch wenn in der viszeralen Kinderchirurgie im Gegensatz zur
Chirurgie bei Erwachsenen die Vorteile der minimalinvasiven Ein-
griffe gegenüber den klassischen Operationen noch nicht so
deutlich zutage treten, kommt auch die Kinderchirurgie um die
minimalinvasiven Operationen nicht herum. Um die neuesten
Techniken in führenden Kliniken zu lernen, hat Dr. Peter Esslinger,
52
53

Departement Institute
54 Departement Institute

Institutsleitungen Labor Departement Sursee (LDS)


Anästhesie, chirurg. Intensiv- Dr. Hans Peter Köchli, Chefarzt
station, Rettungsmedizin, Schmerz- Prof. Dr. Adrian Schmassmann, Chefarzt
therapie Jolanda Pelloli, Leit. BMA
Prof. Dr. Christoph Konrad, Chefarzt (PiP) Labor Departement Wolhusen
Paul Meier, Leiter Pflegedienst (LDW)
Departementsleiterin Radiologie Dr. Hans Peter Köchli, Chefarzt
Prof. Dr. Gabriela Pfyffer Prof. Dr. Bernhard Allgayer, Chefarzt Dr. Martin Peter, Chefarzt
von Altishofen lic. oec. Arnold Lorez, Jolanda Pelloli, Leit. BMA
admin. Geschäftsführer
«Die heutige Zeit ist ge- Josef Rüwe, Leit. MTRA Leitendes Personal
Radio-Onkologie Anästhesie, chirurg. Intensiv-
prägt von bahnbrechenden
Dr. Peter Thum, Chefarzt (PiP) station, Rettungsmedizin, Schmerz-
naturwissenschaftlichen Ulrike Dechantsreiter, Leit. MTRA therapie
Erkenntnissen und, damit Pathologie Dr. Peter Christen, Co-Chefarzt
Prof. Dr. Joachim Diebold, Chefarzt (PiP) PD Dr. Christoph Haberthür
verbunden, sich immer Dr. Walter Arnold, Leitender Arzt Dr. Martin Jöhr, Co-Chefarzt
schneller entwickelnden Apotheke Dr. Sibylle Ruesch
technischen Voraussetzun- Dr. Xaver Schorno, Chefapotheker (PiP) PhD Dr. Guido Schüpfer, Co-Chefarzt
Gundy Kähny, Stv. Chefapothekerin Radiologie
gen für eine gute Medizin. Zentrum für LaborMedizin (ZLM) Dr. Christian Blumer, Co-Chefarzt
Mit Innovationsbewusst- Dr. Hans Peter Köchli, Chefarzt (PiP) Dr. Jürg Caduff
Prof. Dr. Gabriela Pfyffer von Altishofen, Dr. Daniel Dreier
sein, hoher Leistungsbe-
Chefmikrobiologin Dr. Bernhard Hofer
reitschaft und umfassender Chemisches Zentrallabor (CZL) Dr. Thomas Treumann
Fachkompetenz stellt sich Dr. Hans Peter Köchli, Chefarzt Radio-Onkologie
Stefania Porcaro, Leit. BMA Dr. Dagmar Dohr
das Departement Institute Institut für Medizinische Dr. Beat Leemann, Leitender Physiker
dieser grossen Herausfor- Mikrobiologie (IMM) Pathologie
Prof. Dr. Gabriela Pfyffer von Altishofen, Dr. Walter Arnold
derung. Das Wohl der
Chefmikrobiologin Dr. Béatrice Wagner
Patientinnen und Patienten Sacha Thiermann, Leit. BMA Dr. Hans-Ruedi Zenklusen
ist uns tägliche Motivation, Hämatologisches Zentrallabor (HZL) Dr. Christian Bussmann
Prof. Dr. Dr. Walter Wuillemin, Apotheke
hervorragende Service- Leitender Arzt Dr. Katharina Bracher
leistungen zu erbringen.» Markus Tschopp, Leit. BMA Michael Kaiser
Prof. Dr. Gabriela Pfyffer von Altishofen Labor Kinderspital (LKI)
Departementsleiterin Dr. Hans Peter Köchli, Chefarzt
Prof. Dr. Gregor Schubiger,
Departementsleiter Kinderspital
Susanne Rieser, Leit. BMA
Departement Institute 55

Radiologie
Frühe und präzise
Diagnosen
Am LUKS Luzern wird in Kürze ein PET-CT-Gerät zur Verfügung
stehen. Viele Kliniken werden die neue Technologie nutzen. Ent-
sprechend gross ist die Anzahl der Patienten, die von dieser An-
schaffung profitieren können.

Radiologie Luzern auf dem neusten Stand


Die PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie in Kombination
mit der Computertomographie) ist eine bildgebende Methode
der Nuklearmedizin. Sie erlaubt es, Schnittbilder von lebenden
Organen zu erzeugen, indem die Verteilung von schwach radio-
aktiv markierten Substanzen im Organismus sichtbar gemacht
wird. Mit der PET-CT wird die hohe räumliche Auflösung der Com-
putertomographie mit der funktionellen Darstellung der PET
kombiniert. Der Spitalrat hat entschieden, die Radiologie Luzern
mit einem PET-CT-Gerät auszustatten. Damit wird die Radiologie
am LUKS Luzern über einen Ausrüstungsgrad verfügen wie die
anderen Zentrumsspitäler der Schweiz.

Steuerung massgeschneiderter Therapien


Die PET-CT wird überwiegend für onkologische Fragestellungen
eingesetzt, zur Abklärung von Tumorpatienten und onkologi-
schen Behandlungen sowie für Verlaufskontrollen nach Opera- chen Haus ist auf absehbare Zeit undenkbar. Auch die Teilnahme
tionen, Chemo- und Strahlentherapien. Der Onkologe kann mit an Studien erfordert immer häufiger die Verfügbarkeit eines PET-
der PET-CT das Tumorstadium besser abschätzen und die Thera- CT-Geräts.
pie effektiver steuern. Besonders bei der Behandlung von Lym-
phompatienten nimmt der Stellenwert der PET zu. Durch die spe- PET-CT für viele Fachbereiche entscheidend
ditive Befundung im Haus und die Anbindung der PET-CT an das Die diagnostische PET-CT-Untersuchung findet neben der Onko-
PACS sind die Befunde schneller verfügbar und damit die Thera- logie vor allem in den folgenden Bereichen Anwendung:
pieentscheide rascher möglich. • Kardiologie: Abklärung der Vitalität des Herzmuskels,
insbesondere vor Bypass-Operationen
Onkologie ohne PET-CT bald undenkbar • Neurologie und Neurochirurgie: Quantitative und qualitative
Die Entwicklung der Onkologie ist vor allem durch die Einführung Abklärungen nach Hirnblutung oder Hirnschlag sowie
neuer gezielter Therapien gekennzeichnet. Für den Therapieent- von Hirntumoren, Demenz und Parkinson
scheid ist die präzise Diagnostik zur Festlegung des Tumorsta- Zudem profitieren viele andere Fachbereiche und Kliniken mit
diums erforderlich. Die PET-CT-Untersuchung kann Tumormeta- spezialisierter Versorgung von der PET-CT, so beispielsweise die
stasen früher als andere Methoden – bereits ab einer Grösse von Pneumologie und Thoraxchirurgie. PET-CT ist heute Standard zur
etwa fünf Millimetern – erkennen und kontrastreich innerhalb Abklärung von Lungenkrebs und die beste Methode, um das Tu-
des Körpers darstellen. Eine Verbesserung der Diagnostik ist im morstadium festzulegen und den richtigen Therapieentscheid zu
Hinblick auf die Weichenstellung zwischen einem kurativen (hei- treffen. Zu den Nutzniessern der PET-CT gehören ausserdem die
lenden) und einem palliativen (schmerzlindernden) Therapiean- Viszeralchirurgie (beispielsweise bei Kolo-Rektalkarzinomen,
satz wichtig. Durch die richtige Entscheidung können die Thera- Bauchspeicheldrüsen- und Oesophaguskrebs), die Gynäkologie
piekosten positiv beeinflusst und unnötig grosse Operationen (Brustkrebs), die Dermatologie, die plastische Chirurgie und die
vermieden werden. Eine grosse Onkologie ohne PET-CT im glei- Radio-Onkologie (Bestrahlungsplanung).
56 Departement Institute

Blickpunkte

Institut für Anästhesie, chirurgische Innovative Technik, Pathologie


Intensivmedizin, Rettungsmedizin und angenehmes Tageslicht Exzellente Qualität
Schmerztherapie Die nun abgeschlossene Sanierung im OP- Das konstant grosse Volumen der zu un-
Hochmoderne Operationssäle Trakt Erdgeschoss führt zu einer deutli- tersuchenden Zell- und Gewebeproben
Nach dem Abschluss der 2008 begonne- chen Verbesserung der Arbeitssituation. wurde von den Mitarbeiterinnen und Mit-
nen Renovationen wird das LUKS Luzern Die Säle sind auf dem neusten techni- arbeitern des Pathologischen Instituts mit
über eine sehr moderne, leistungsfähige schen Stand, auch den wachsenden Be- grossem Engagement und hohem Arbeits-
OP-Infrastruktur verfügen. dürfnissen der Informatik wurde Rech- einsatz bewältigt. Die diagnostische Auf-
nung getragen. Darüber hinaus verfügt arbeitung der Fälle wird dabei immer kom-
Anästhesiearbeitsplätze auf der Operationstrakt jetzt über Tageslicht. plexer und anspruchsvoller. So wurden
neustem Stand Dies hat die Arbeitsplatz- und Lebensqua- zum Beispiel im molekularpathologischen
Das Jahr 2008 stand im Zeichen der Reno- lität für die Mitarbeitenden spürbar er- Labor neue Tests für die genauere Klassi-
vation des OP-Bereichs und damit der Er- höht. fikation von Hirntumoren, Hautkrebs und
neuerung des zentralen anästhesiologi- bösartigen Tumoren des Lymphknotens
schen Arbeitsplatzes. Mittlerweile stehen Erfahrungen für zweite eingeführt. Die regelmässige externe Prü-
fünf renovierte OP-Säle auf einem Stock- Renovationsphase genutzt fung der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisie-
werk zur Verfügung. Alle Anästhesie- Die in der ersten Phase gemachten Erfah- rung und der Immunhistologie durch die
arbeitsplätze sind mit modernsten rungen haben dazu beigetragen, die Re- britische Organisation UK-NEQAS bestä-
Beatmungsgeräten und Überwachungs- novierungen im Bereich der Operationssä- tigte die exzellente Qualität der Patho-
monitoren ausgestattet. Diese sind ver- le, in denen HNO-Operationen durchgeführt logie.
netzt und damit zukunftsweisend auf neue werden, sowie im ersten Stock des zent-
Anwendungen ausgerichtet. ralen Operationstrakts anzugehen. Nach
dem Abschluss aller Renovationen im
Umbausituation gut gemeistert Operationsbereich wird das LUKS Luzern
Während der Umbauphase kam es zu über äusserst moderne und leistungsfähi-
nicht unerheblichen Eingriffen in den Kli- ge OP-Einheiten in allen Arbeitsbereichen
nikalltag und auch in die Klinikabläufe. So- verfügen.
wohl die Patienten als auch die Mitarbei-
tenden waren davon betroffen. Sie alle
zeigten jedoch grosses Verständnis, so-
dass die Situation bestens gemeistert
werden konnte. Der Einsatz von mobilen
Operationssälen bewährte sich dabei be-
sonders.
Departement Institute 57

Zahlreiche Vorteile für die Patienten


Die Anschaffung des PET-CT-Geräts am Luzerner Kantonsspital
kommt den Patienten in vielerlei Hinsicht zugute. Sowohl die
Wartezeiten als auch die Anfahrtswege werden sich verkürzen.
Die PET-CT-Untersuchung kann mit anderen Terminen am LUKS
kombiniert werden, was für den Patienten angenehm ist. Der Pa-
tient profitiert von einer besseren Diagnostik des Tumorstadiums.
Dies ermöglicht eine effektivere und zielgerichtete Therapie. Un-
nötig gewordene belastende Operationen können verhindert und
die Radiotherapie schonender geplant werden. Die PET-CT wird
auch zunehmend zur Therapiekontrolle eingesetzt. So können
wirkungslose Therapien schneller abgebrochen und gewechselt
werden.
zusätzlich mittels kV-Technik erfolgen, wobei vor allem Knochen-
Spitalübergreifende Kooperationen strukturen hier genauer abgebildet werden als bei der bisher
Schon jetzt arbeiten das LUKS und ausserkantonale Spitäler ra- üblicherweise angewandten MV-Technik mit dem Therapiestrahl.
diologisch und nuklearmedizinisch eng zusammen. Im Rahmen In Einzelfällen kann auch mit der kV-Einheit des Beschleunigers
des Radiologieverbundes werden alle diese Spitäler als Koope- ein Computertomogramm in Radiotherapieposition erstellt
rationspartner von der PET-CT profitieren. Das Luzerner Kantons- werden, um einzelne Organe voneinander abgrenzen zu können
spital wird sich mit der PET-CT verstärkt als modernes Zentrums- (Cone-Beam-CT) respektive die Regredienz des Tumors zu verifi-
spital profilieren und zudem die Möglichkeit erhalten, wichtige zieren. Die tägliche Kontrolle wird mit dieser zusätzlichen
wissenschaftliche Studien durchzuführen. Röntgeneinheit optimiert.

Schonende Rapid-Arc-Bestrahlungstechnik
Radio-Onkologie Im Gegensatz zur routinemässig durchgeführten IMRT-Technik
(Intensity-Modulated Radiotherapy), bei der einzelne Felder mit
Neuste Technik an Bord wechselnden Blenden hintereinander abgestrahlt werden (Sum-
mation von einzelnen modulierten Stehfeldern), erfolgt bei der
Das Institut für Radio-Onkologie verfügt über einen neuen Rapid-Arc-Technik die Bestrahlung fliessend, indem der Bestrah-
Linearbeschleuniger mit OBI (On-Board-Imager) sowie über die lerkopf um den Patienten rotiert, gleichzeitig sich die Blenden
innovative Rapid-Arc-Bestrahlungstechnik. öffnen und schliessen und auch die Dosisleistung sowie die Ro-
tationsgeschwindigkeit sich ändern. Bei ähnlicher Dosisvertei-
Gerätepark auf Top-Niveau lung im Zielvolumen kann mit dieser neuen Bestrahlungstechnik
Mit der Inbetriebnahme des dritten und neusten Beschleunigers oft gesundes, sensibles Gewebe besser geschont werden. Als
im November 2008 besitzt das Institut für Radio-Onkologie einen zusätzlicher Gewinn ist die tägliche Bestrahlungszeit deutlich
technischen Gerätepark, der den Vergleich mit den umliegenden kürzer, die Patienten müssen also weniger lang ruhig liegen res-
Kliniken nicht zu scheuen braucht – im Gegenteil. Alle Linearbe- pektive sie bleiben weniger lang unter einer Positionierungsmas-
schleuniger sind mit MLC (Multileaf-Kollimatoren) und EPID (Elec- ke fixiert. Die Rapid-Arc-Technik am Linearbeschleuniger erlaubt
tronic Portal Image Device, Gerät zur visuellen Therapiefeld- es dem Institut für Radio-Onkologie, auf die Anschaffung eines
kontrolle) ausgerüstet. Die drei Beschleuniger besitzen ein – in der französischen Schweiz in Mode gekommenen – deutlich
einheitliches Energieset von Photonen, sodass die Patienten pro- teureren Tomotherapie-Geräts zu verzichten.
blemlos bei Revisionen oder seltenen Gerätedefekten an den
Schwestermaschinen behandelt werden können. Folgende Neu-
erungen stehen zusätzlich zur Verfügung:

Höhere Präzision mit On-Board-Imager (OBI)


Die regelmässige, oft tägliche Kontrolle der Positionierung des
Patienten bei den einzelnen Radiotherapiesitzungen kann nun
58 Departement Institute

Apotheke
Aus drei mach eins
Im Rahmen der Neustrukturierung des Luzerner Kantonsspitals
haben sich die Apotheken der drei Standortspitäler zur Spital-
apotheke LUKS zusammengeschlossen.

Zentrale Leitung
Unter einer zentralen Leitung wurden verschiedene Tätigkeiten,
die bis anhin an mehreren Standorten stattgefunden haben, zu-
sammengelegt. Dies betrifft vor allem den ganzen Einkauf, die
Eigenproduktion, die IT und die damit gekoppelte Lagerbewirt-
schaftung. Alle drei Standortapotheken verfügen weiterhin über
ein eigenes Medikamentenlager, wobei die Spitalapotheke in
Luzern das Hauptlager mit den notwendigen Sicherheitsvorräten
führt. Die Standortapotheken in Sursee und Wolhusen werden
von Luzern aus täglich mit verschiedensten Arzneimitteln, ins-
besondere auch mit Produkten aus der Eigenherstellung, be-
liefert.

Höhere Qualität, mehr Sicherheit


Voraussetzung für die effiziente Zentralisierung im Apotheken-
bereich ist die Vereinheitlichung der unterschiedlichen Arznei-
mittelsortimente, der sogenannten Spitallisten, die bis anhin von
verschiedenen Arzneimittelkommissionen der jeweiligen Spitäler
festgelegt wurden. Anfang 2008 hat die neu gegründete Arznei-
mittelkommission (AMK) LUKS unter dem Vorsitz von Prof.
Dr. Verena Briner die Arbeit aufgenommen und im Laufe des Jah-
res eine gemeinsame, für alle Standorte verbindliche Arzneimit-
telliste definiert. Mit dieser Harmonisierung des Arzneimittel-
sortiments wird zusätzlich auch eine Vereinheitlichung der
medikamentösen Therapien angestrebt, was im klinischen Alltag
zu Vereinfachungen führt und damit zu höherer Qualität und
Sicherheit beiträgt.

Vernetzung der IT-Systeme


Dass heute nichts mehr ohne IT-Systeme funktioniert, ist eine
Binsenwahrheit. Mit dem Zusammengehen der drei kantonalen
Spitäler musste auch die Informatik aufgerüstet, harmonisiert,
angepasst und mit den einzelnen Subsystemen vernetzt werden.
Auch die Spitalapotheke war während weit mehr als einem Jahr
von den aufwendigen Arbeiten zur Einführung des neuen Mate-
rialbewirtschaftungssystems betroffen. Seit dem 1. November
2008 sind die neuen Systeme (Materialbewirtschaftung, Finan-
zen, Patientenadministration, Klinikinformation) erfolgreich in
Betrieb.
Departement Institute 59

Einfachere Lagerbewirtschaftung
Seit diesem Zeitpunkt können die Arzneimittel von allen Statio-
nen online in der Apotheke bestellt werden. Da neu nun auch die
ganzen Lagerbestände über alle drei Standortapotheken jeder-
zeit einsehbar sind, wird das Bewirtschaften sehr erleichtert. In
weiteren Schritten sollen künftig auch die einzelnen Stations-
lager ins System integriert werden und durch die Vernetzung mit
der elektronischen Verordnung (MedFolio) direkt zur entspre-
chenden Leistungserfassung und Lagerverbuchung führen. So-
mit wird dann der ganze Medikamentenfluss, von der Bestellung
beim Hersteller oder Lieferanten bis zur konkreten Verabrei-
chung an den einzelnen Patienten, im Detail dokumentiert.

Zentrum für LaborMedizin (ZLM)

Gegen Kahlschlag
Das ZLM hat sich zusammen mit allen Fachgesellschaften ener-
gisch gegen den Entwurf einer neuen Analysenliste des Eidge-
nössischen Departements des Inneren zur Wehr gesetzt. Dieser
sieht eine Reduktion der Taxpunkte für Laboranalysen vor, die ei-
nem Kahlschlag des Labors nahekommt. Erfreulich weiterentwi-
ckelt hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem ZLM und dem
Institut für Pathologie im Bereich molekulare Diagnostik.

Hämatologisches Zentrallabor (HZL)

Angebot für ganze


Zentralschweiz
Dem HZL ist es gelungen, die Techniken zur Bestimmung der ver-
schiedenen Blutzellen in den Körperflüssigkeiten sowie die Ana-
lytik zur Messung spezieller Blutverdünnungsmedikamente zu
verbessern.

Blutzellen gibt es nicht nur im Blut


Verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise Entzündungen,
Infektionen oder Krebskrankheiten führen dazu, dass es in ver-
schiedenen Körperhöhlen zu einer Flüssigkeitsansammlung
kommt. In dieser Flüssigkeit hat es je nach der zugrunde liegen-
den Krankheit verschiedene Blutzellen. Beispiele dafür sind die
Hirnhautentzündung, die zur Veränderung der Gehirnflüssigkeit
führt, oder Entzündungen der Gelenke mit Ansammlung von
Flüssigkeit und Blutzellen im Gelenk. Es ist für die behandelnden
Ärzte zur Diagnosestellung wichtig zu wissen, welche Blutzellen
60 Departement Institute

Institut für Medizinische


Mikrobiologie (IMM)

Ausbau der molekularen


Diagnostik
Das IMM hat sein molekulares Analysenspektrum weiter ausge-
baut und ein Forschungsprojekt zur Prävalenz der Methicillin-
resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in Angriff genom-
men.

Analysenspektrum erweitert
in den diversen Körperflüssigkeiten vorhanden sind. Das HZL Neu im Angebot sind Real-Time-PCR-Verfahren für den quantita-
konnte im vergangenen Jahr die Techniken zur Bestimmung der tiven Nachweis von Hepatitis-B-Viren DNA und von Hepatitis-C-
verschiedenen Blutzellen in den Körperflüssigkeiten verfeinern Viren RNA. Die Auswahl einer konservierten Region des HCV-Ge-
und automatisieren. Dies ermöglicht eine rasche Diagnostik und noms ermöglicht die Detektion der HCV-Genotypen 1-6. Ferner
Behandlung der Patienten. wurde der PCR-Nachweis von Neisseria gonorrhoeae und Chla-
mydia trachomatis durch einen neuen Real-Time-PCR-Assay ab-
Neue Medikamente: Herausforderung für das Labor gelöst – dies weil die bislang in Nordeuropa aufgetretenen Vari-
Die Medien berichten häufig von Fortschritten in der Medizin. anten von C. trachomatis durch die bisherigen PCR-Tests verpasst
Dazu gehört auch die Entwicklung von neuen Medikamenten, werden.
zum Beispiel für die Blutverdünnung. In den letzten Jahren gab
es diesbezüglich beträchtliche Fortschritte. Einige neue Medika- Forschungsprojekt «Prävalenz der MRSA»
mente zur Blutverdünnung stehen zur besseren Behandlung von Gegen Ende des Jahres wurde vom IMM in Zusammenarbeit mit
Patienten mit thromboembolischen Erkrankungen zur Verfügung. der Infektiologie/Spitalhygiene des LUKS ein Forschungsprojekt
Es gibt allerdings immer wieder Situationen, in denen es unklar zur Prävalenz der MRSA in Angriff genommen, das durch die
ist, welches die richtige Dosis dieser Medikamente für einen be- Bonizzi-Theler Stiftung finanziert wird. Weltweit wird eine Zunah-
stimmten Patienten ist. In dieser Situation muss das Labor Me- me von MRSA-Infektionen beobachtet. Diese Keime sind schwie-
thoden zur Verfügung stellen, um aus dem Blut des Patienten das rig zu therapieren und stellen ein grosses spitalhygienisches Pro-
Medikament messen zu können. So wird festgelegt, ob der Pati- blem dar. Das Projekt strebt nicht nur die Erfassung von neuen
ent mehr oder weniger von diesem Medikament benötigt. Im Indexpatienten, sondern auch von asymptomatischen MRSA-
letzten Jahr konnte im HZL die Analytik zur Messung spezieller Trägern und sämtlichen Kontaktpersonen an. Die Identifizierung
Blutverdünnungsmedikamente ausgebaut, verbessert und auto- dieser Bakterienstämme und die Dekolonisierung von MRSA-
matisiert werden. Diese Dienstleistung steht nicht nur Patienten Trägern soll sich positiv auf die MRSA-Prävalenz am LUKS aus-
des Luzerner Kantonsspitals zur Verfügung, sondern auch Pati- wirken. Darüber hinaus wird die mikrobiologische und moleku-
enten in anderen Spitälern und von niedergelassenen Ärzten in largenetische Charakterisierung der MRSA-Isolate wichtige
der Zentralschweiz. epidemiologische Daten zur Übertragung von MRSA unter Pati-
enten sowie zwischen Patienten und Medizinalpersonen liefern.

Personelles
2008 übernahm Sacha Thiermann die Verantwortung als Leiten-
der Biomedizinischer Analytiker des IMM, nachdem Trudy Rutz in
den Ruhestand getreten war – nach über 25 Jahren erfolgreicher
Tätigkeit als Leitende Biomedizinische Analytikerin unter drei
verschiedenen Chefärzten. Erwähnenswert ist ferner der Neu-
eintritt von Dr. Frantiska Palicova, welche die stellvertretende In-
stitutsleitung übernommen hat.
Departement Institute 61

Chemisches Zentrallabor (CZL)


Konsolidierung
Die Konsolidierung der Routinediagnostik hat mit dem «cobas
6000»-System einen ersten grossen Schritt getan. Das CZL hat
die Messung der beiden Spurenelemente Kupfer und Zink erfolg-
reich auf dem Atomabsorptionspektrometer realisiert. Mit der
Einführung der elektronischen Versandkartei für extern durchge-
führte Analysen wird es möglich, die Kosten zu monitorisieren
und entsprechende kostensenkende Massnahmen einzuleiten.
Obwohl der Umbau des PCR-Labors verschoben wurde, konnte
die Bestimmung des HLB B-27 etabliert werden.

Labor Kinderspital (LKI)


Neues Ambulatorium
Als besonderes Highlight ist der gut gelungene Umbau im Labor
des Kinderspitals zu erwähnen. Mit relativ geringem baulichem
und finanziellem Aufwand konnte ein vom Labor abgetrennter
Raum für Blutentnahmen und Funktionsdiagnostiken gewonnen
werden. Dies bedingte aber auch geringfügige bauliche Anpas-
sungen innerhalb des Laborbereichs. Die Bauphase dauerte von
Mitte September bis Ende Oktober und konnte ohne jegliche Ein-
schränkungen im Tätigkeitsfeld des Labors durchgeführt werden.
Die Funktionsdiagnostiken konnten vorübergehend im Gipszim- Labor Departement Wolhusen (LDW)
mer des Kinderspitals durchgeführt werden. Mit diesem Umbau
erfüllt das LKI nun auch die von der SAS (Schweizerische Akkre- Hämatologieanalyzer
ditierungsstelle) anlässlich der letzten Überwachung ausgespro-
chene Auflage. Das LDW konnte einen Hämatologieanalyzer der neusten Gene-
ration in Betrieb nehmen. Dieser differenziert die Zellen mittels
Fluoreszenz-Durchflusszytometrie und ist zudem in der Lage,
Labor Departement Sursee (LDS) den Anteil unreifer Granulozyten zu ermitteln. Ausserdem wurde
der Immunologieanalyzer für die Bestimmung des Troponin T ge-
Immunologieanalyzer gen ein neues Gerät ausgetauscht.

Im LDS konnte sowohl die quantitative Bestimmung von Procal-


citonin als auch die Bestimmung von S100 erfolgreich auf dem
Immunologieanalyzer adaptiert werden. S100, ein Protein, das in
den Glia- und Schwannzellen produziert wird, dient dazu, die
Wahrscheinlichkeit intrakranieller Läsionen bei Patienten mit
leichtem Schädel-Hirn-Trauma zu erfassen.
62
63

Departement Pflege, Soziales


64 Departement Pflege, Soziales

Leitendes Personal
Ausbildung Pfl egeberufe
Ingrid Oehen,
Bereichsleiterin
Berufsvorpraktika und IDEM
Martina Ziegler,
Departementsleiterin Leiterin
Margrit Fries Bildung – Beratung – Entwicklung
Ursula Limacher,
Bereichsleiterin
«In unserer patienten- und Fachberatung
Martin Wingeier,
familienzentrierten Pflege-
Leiter
praxis wenden wir die Pfl egeentwicklung und -qualität
neuesten Erkenntnisse aus Sven Lorenz,
Leiter
Forschung und Wissen- Seelsorge
schaft an. Gesundheit, Brigitte Amrein,
Lebensqualität und Wohl- Leiterin
Sozialdienst
befinden stehen im Zent- Esther Graf,
rum. Wir orientieren uns Leiterin

an der Persönlichkeit und


an den Bedürfnissen des
Patienten sowie an den
Anliegen seiner Angehöri-
gen. Was den Betroffenen
wichtig ist, ist auch uns
wichtig!»
Margrit Fries, Departementsleiterin
Departement Pflege, Soziales 65

Ausbildung
Mehr diplomierte
Pflegefachleute
Die Nachfrage nach Diplomausbildungen in den Pflegeberufen
wächst. Die Zahl der Diplomabschlüsse nimmt jedes Jahr zu.

Zusätzlicher Aufwand
Die Ablösung des SRK (Schweizerisches Rotes Kreuz) durch das
BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) fordert die
Berufsgruppe Ausbildung Pflegeberufe Luzern-Sursee-Wolhusen
weiterhin heraus. Pro Lehrgang gibt es bis zu drei verschiedene
Qualifikationen und Betreuungssysteme. Dies bedeutet einen
Mehraufwand, vor allem für die Berufsbildnerinnen und -bildner
sowie für die Lehrpersonen in der Pflegepraxis.

169 Abschlüsse
Auf der Tertiärstufe waren insgesamt 105 Berufsabschlüsse mit
Diplom für folgende Berufe zu verbuchen: DN II Schwerpunkt Er-
wachsene und Kind, Dipl. Pflegefachfrau HF und Dipl. Hebamme.
Auf der Sekundarstufe II konnten 64 Jugendliche das eidgenös-
sische Fähigkeitszeugnis als FAGE (Fachangestellte Gesundheit)
in Empfang nehmen. Es ist wichtig, die vorhandenen Ausbil-
dungsplätze besetzen zu können. Aus diesem Grund nimmt das
Aufnahmeverfahren einen immer grösseren Raum in der Jahres- sonen für eine Festanstellung ab 2009 rekrutiert. Zu den beste-
organisation ein. henden Unterrichtsräumen wurde per 15. Dezember 2008 der
renovierte Schulungsraum im Gebäude der Kinder- und Jugend-
Mehr Studierende, weniger Abbrüche psychiatrie (KJPD) der Luzerner Psychiatrie Luzern (LUPS) hinzu-
Im Jahr 2008 erlebte der LTT (Lernbereich Training und Transfer) gemietet und den Unterrichtsbedürfnissen entsprechend ange-
eine Zunahme der Studierenden zur Pflegefachfrau respektive passt.
zum Pflegefachmann. Diese Entwicklung bedeutete für die LTT-
Praxisverantwortlichen sowohl in räumlicher als auch in unter-
richtsorganisatorischer Hinsicht eine grosse Herausforderung. 3. Philosophische Woche
Die Anzahl der Studierenden entwickelte sich von 26 Personen
im Jahr 2005 über 108 (im 2006) auf 194 (im 2007). Im Jahr 2008 wa- Die Philosophische Woche am LUKS ist für viele eine Perle in den
ren es bereits 278 Studentinnen und Studenten. Die Ausbildungs- Weiterbildungsprogrammen. Sie ermöglicht Begegnungen und
abbrüche schwankten zwischen 11 (im 2005) und 25 (im 2006). Im fördert die Gesprächs- und Zusammenarbeitskultur.
Jahr 2008 waren lediglich 15 Ausbildungsabbrüche zu vermelden,
was mit Abstand dem prozentual tiefsten Stand entspricht. «Das Spital ist ein Gespräch»
Vom 20. bis 24. Oktober 2008 fand am LUKS bereits zum dritten
Personelle und räumliche Erweiterung Mal die Philosophische Woche statt. Rund 800 Personen besuch-
Die Zunahme der Studierenden machte zusätzliche Stellenpro- ten knapp 30 Veranstaltungen. Darunter waren bisherige Gäste,
zente bei den LTT-Verantwortlichen (bisher 100 Prozent, neu 350 aber auch viele neue Interessierte. Die Mitarbeitenden der inter-
Prozent) und im LTT-Sekretariat (bisher 40 Prozent, neu 100 Pro- disziplinär zusammengesetzten Vorbereitungsgruppe gaben der
zent) notwendig. Zudem wurden vermehrt interne und externe Philosophischen Woche 2008 den Titel «Der Mensch ist ein Ge-
Lehrpersonen im Stundenlohn integriert. Neu werden Lehrper- spräch – das Spital ist ein Gespräch».
66 Departement Pflege, Soziales

Das Gegenüber verstehen Spitalseelsorge


Gespräche zu führen und miteinander im Gespräch zu sein, hat
gerade an einem Spital eine besondere Bedeutung, wo oft Seelsorge und
schwierige Situationen thematisiert werden müssen, mit Men-
schen in ganz verschiedenen Funktionen, mit Patienten und An- Care-Aufgaben
gehörigen. Die wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen ei-
nes Gesprächs sind die ernsthafte Absicht, das Gegenüber Die Leistungen der Spitalseelsorge wurden 2008 verstärkt nach-
verstehen zu wollen, das Zuhören und die Fähigkeit, das Gesag- gefragt. Das Team stösst zeitweise an die Grenzen seiner Res-
te zu analysieren. In den zahlreichen «Café Philo» konnten unter- sourcen.
schiedliche Berufsgruppen und Teams zusammen mit Philoso-
phinnen und Philosophen diese Erfahrung machen. Jubiläum der Gottesdiensthelferinnen und -helfer
In diesem Jahr feierten die Gottesdiensthelferinnen und -helfer
Spannende Referate (24 Personen) ihr 25-Jahr-Jubiläum. Unter der Leitung von Spital-
In fünf öffentlichen Abendreferaten wurde die Thematik aus ver- schwester Claire Luthiger sind sie neben den Sitzwachen und
schiedenen Blickwinkeln betrachtet. Spezialisten wie Prof. Dr. der IDEM die dritte Gruppe von Freiwilligen, die am Luzerner Kan-
Wolf Langewitz, Prof. Dr. Annemarie Piper, Dr. Julius Kurmann und tonsspital tätig sind. Jeden Sonntag findet im Hörsaal der Spital-
DRS-2-Programmleiter Marco Meier brachten dem Publikum die gottesdienst statt, der über das Spitalradio auch in die Kranken-
Facetten des Themas in spannenden Vorträgen näher. Den zimmer übertragen wird. Die Gottesdiensthelferinnen und -helfer
Abschluss der 3. Philosophischen Woche machte der Philosoph erfüllen folgende Aufgaben:
Roland Neyerlin am Freitagabend mit dem Referat «Ich rede fürs • den Hörsaal in einen Gottesdienstraum umgestalten:
Leben gern». den Altar, das Kreuz und die Orgel im Saal einrichten,
das Altarbild aufhängen, Gesangbücher verteilen, Kabel
Den Weg zueinander verkürzen und Steckdosen für Infusiomaten bereitstellen
Die Philosophische Woche am LUKS bildet in den Weiterbildungs- • Patientinnen und Patienten von der Station in den Hörsaal
programmen der Schweizer Spitallandschaft ein einzigartiges begleiten und nach dem Gottesdienst zurückbringen
Angebot. Einerseits wird während einer Woche die Möglichkeit • sich jener Patienten annehmen, die während des Gottes-
einer vertieften Auseinandersetzung mit einem bestimmten The- dienstes gesundheitliche Probleme bekommen
ma geschaffen. Andererseits sind während der Philosophischen • für den Palmsonntag jeweils rund 800 Palmsträusschen
Woche Begegnungen unter Mitarbeitenden möglich, die sonst mit Buchszweigen und Blumen binden und die Sträusschen
nicht zustande kämen. Jedes gelungene Gespräch verkürzt den auf den Stationen verteilen
Weg zueinander und fördert die Zusammenarbeitskultur. Die Die Gottesdiensthelferinnen und -helfer leisten einen wertvollen
Beteiligten erleben dies als Bereicherung. Dienst, denn ohne sie könnten die meisten Patienten den Sonn-
tagsgottesdienst nicht besuchen.

144 Nachteinsätze
Seit 2002 werden die Nachteinsätze statistisch erfasst. Der
Durchschnittswert lag in den vergangenen Jahren bei 120. Im
Jahr 2008 erhöhte sich diese Zahl um 24 auf insgesamt 144
Nachteinsätze. Sowohl Seelsorge als auch Begleitung im Sinn ei-
ner Care-Aufgabe wurden gewünscht. Gerade bei schweren Un-
fällen oder wenn der Tod bei einem Menschen unverhofft eintritt,
befinden sich die Angehörigen in einem Schockzustand und be-
nötigen viel Zuwendung.

Nachtpikettdienst entlastet Pflegefachpersonal


Das Pflegefachpersonal ist in der Regel in der Nacht stark enga-
giert und gerät schnell an die Grenzen seiner Kapazität. Die
Nachtpikettdienstleistenden entlasten durch ihre Präsenz das
Departement Pflege, Soziales 67

Pflegefachpersonal wesentlich. Sämtliche Seelsorgerinnen und


Seelsorger verfügen über eine Ausbildung in Notfallseelsorge,
was vor allem bei komplexen Einsätzen hilfreich ist. Da die Mit-
arbeitenden auch nach einem Nachteinsatz am nächsten Tag
wieder im Spital anwesend sind, muss bei einer weiteren Zunah-
me der Einsätze nach neuen Wegen gesucht werden, um diese
Aufgabe in Zukunft weiterhin bewältigen zu können.

Abschied von verstorbenen Menschen


Am LUKS sterben im Jahr 600 Menschen. Dem Abschied mit den
Angehörigen im Krankenzimmer wie auch im Aufbahrungsraum
im Untergeschoss 2 kommt eine besondere Bedeutung zu. «Wir
begleiten Angehörige zu jeder Tages- und Nachtzeit in den Auf-
bahrungsraum», sagt Brigitte Amrein, die Leiterin der Spitalseel-
sorge, und ergänzt: «Diese Aufgabe liegt uns sehr am Herzen, sie
erfordert Sorgfalt, Feingefühl und Zeit. Wir stellen fest, dass vor
allem Notfall- und Intensivstationen zunehmend unter Arbeits-
druck stehen. Manchmal finden Pflegefachleute beim besten Wil-
len keinen Freiraum, um Angehörige in den Aufbahrungsraum zu
begleiten.» Die Verstorbenen müssen vor der Abschiedsfeier von
einem stark gekühlten Raum in den Aufbahrungsraum verlegt
und hin und wieder neu zurecht gemacht werden.

Hohe Belastung, gute Zusammenarbeit


Im Jahr 2008 ist die Spitalseelsorge mehrmals an die Grenzen ih-
rer Ressourcen gestossen. Dies geschieht vor allem dann, wenn
eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger allein für das ganze Spital
zuständig ist: an Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen.
Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Pflegefachperso-
nal, den Ärztinnen und Ärzten sowie mit der Pathologie gelang
es, viele komplexe Aufgaben gemeinsam zu bewältigen.

IDEM

Wertvolle
Freiwilligenarbeit
Seit 1982 besteht am LUKS Luzern unter der Bezeichnung IDEM
– «im Dienste eines Mitmenschen» – eine Gruppe von freiwilligen
Helferinnen und Helfern, die einen Teil ihrer Freizeit in den Dienst
kranker Menschen stellen. Das Team umfasst heute 58 Frauen
und 3 Männer. Sie engagieren sich beim Empfang und in der Be-
gleitung von Patienten beim Spitaleintritt oder von stationären
Patienten zu Therapien und Untersuchungen. Andere besuchen
auf Wunsch die Patienten auf der Station und stehen ihnen für
Gespräche, kurze Spaziergänge im Spitalareal oder die Beglei-
68 Departement Pflege, Soziales

tung in die Cafeteria zur Verfügung. Wieder andere sind für den
Bücherverleih mit der fahrbaren Bibliothek zuständig. Die IDEM-
Mitarbeitenden übernehmen keine pflegerischen Tätigkeiten. Sie
leisteten im Jahr 2008 5220 Einsatzstunden, umgerechnet 621
Arbeitstage. Die IDEM-Gruppe spielt am LUKS ein wichtige Rolle
und ist nicht mehr wegzudenken.

Sitzwache

Unverzichtbares
Engagement
Die ehrenamtlich tätigen Sitzwachen am LUKS begleiten Men-
schen in ihrer letzten Lebensphase. Der wertvolle Dienst entlas-
tet Angehörige und das Pflegefachpersonal.

In guten Händen
«Erleichtert und beruhigt konnte ich nach Hause gehen. Ich hat-
te Gewissheit: Mein Mann ist in guten Händen.» Dies waren die
Worte einer Frau, deren Mann während der letzten Nächte sei-
nes Lebens von den Sitzwachen mitbetreut wurde. Die Würde
von kranken und sterbenden Menschen ist unantastbar. Am LUKS
werden Kranke und Sterbende in ihrer letzten Lebensphase sorg-
fältig begleitet.

460 Einsätze
In Zusammenarbeit mit den Pflegefachleuten übernehmen die
Sitzwachen Nachtwachen am Bett von schwer kranken, sterben-
den oder ängstlichen Patientinnen und Patienten. Dem ehren-
amtlichen Dienst gehören 45 Frauen und Männer an. Im Jahr
2008 leisteten sie rund 460 Einsätze. Als Weggefährten der Kran-
ken entlasten sie vor allem die Angehörigen, aber auch die Pfle-
genden. Durch ihr Dasein schaffen sie eine vertrauensvolle At-
mosphäre, in der sich Kranke geborgen und verstanden fühlen.
Ihre innere Haltung ist geprägt von Respekt, wertschätzender
Anteilnahme und einfühlendem Verstehen.

Einführungskurse und Gruppentreffen


Im Juli 2008 fand ein Einführungskurs für interessierte Frauen
und Männer statt. Dieser Kurs wird vom LUKS alle zwei Jahre an-
geboten und dauert eine Woche. In Zusammenarbeit mit dem
Pflegedienst und der Seelsorge konnten 13 Personen für diese
anspruchsvolle Aufgabe gewonnen werden. Während ihres Ein-
satzes sammeln die Sitzwachen wertvolle Erfahrungen, die in re-
gelmässigen Gesprächsrunden reflektiert werden. Die drei Grup-
pen sind begleitet von Fachpersonen aus Pflege und Seelsorge.
Departement Pflege, Soziales 69

Diese Treffen dienen einerseits der Qualitätssicherung und an-


derseits der stetigen Weiterbildung.

Basiskurs Palliativmedizin
An der Philosophischen Woche des LUKS wurden im «Café Philo»
unter der Leitung des Philosophen Roland Neyerlin «Schwel-
lenängste und Hemmschwellen» thematisiert. Sitzwachen haben
sich während ihrer Tätigkeit – vielleicht auch auf ihrem eigenen
Lebensweg – mit solchen Hürden auseinanderzusetzen. Die Sitz-
wachen und ihre Aufgaben sind auch ein wichtiger Teil des Pal-
liativkonzepts. Deshalb konnten sie am Basiskurs der Palliativme-
dizin im September 2008 teilnehmen. Besonders die Module
Kommunikation, Leben und Sterben, Kultur und Spiritualität fan-
den Anklang.

Begleitung demenzkranker Menschen


Der Anteil demenzkranker Menschen steigt. Sitzwachen werden
zunehmend für die Begleitung verwirrter Patientinnen und Pati-
enten aufgeboten. Im November war deshalb der jährliche Wei-
terbildungstag diesem Thema gewidmet. Das Referat hielt Maria
Koch-Schildknecht, Leiterin des «Roten Fadens» und Fachfrau für
den Umgang mit demenzkranken Menschen. In ihren Ausführun-
gen wurde sichtbar, welche Auswirkungen die Demenzerkran-
kung auf das Erleben der Betroffenen hat. Die Referentin zeigte
Möglichkeiten zur Gestaltung der Begleitung auf.

30-Jahr-Jubiläum
Im Jahr 2009 feiern die Sitzwachen des LUKS ihr 30-Jahr-Jubilä-
um. Die «Sterbebegleitgruppe», wie die Sitzwachen früher hies-
sen, wurde von der Spitalschwester Ruth Birrer sowie von den
Spitalseelsorgern Rudolf Albisser und Pater Willibald Pfister
gegründet. Die solidarisch mitmenschlichen und würdevollen
Dienste der Sitzwachen sind seit 1979 ein wichtiger Teil des LUKS.
Durch ihr Engagement leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag
zur Enttabuisierung des Leidens und des Sterbens in unserer Ge-
sellschaft.
70
71

Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur


72 Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur

Leitendes Personal
Informatik
Dr. med. Peter Steinmann
Leiter
Finanzen
Kurt Heinzer
Departementsleiter Leiter
Roger Müller Personaldienst
Hans Ruedi Meier
Leiter
«Der Aufbau der neuen Ökonomie
Beat Furrer
Organisationsstruktur und
Leiter
die Zusammenführung Technik, Bau und Sicherheit
der zentralen Informatik- Bruno Sager
Leiter
systeme stand 2008 im
Mittelpunkt. Mit dem Wis-
sen und Können der Mitar-
beitenden und der Kons-
tanz in der Führungsarbeit
ist dieses Ziel termin-
gerecht erreicht worden.
Damit haben wir in der
Fusion des LUKS eine
weitere Etappe erfolgreich
abgeschlossen.»
Roger Müller, Departementsleiter
Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur 73

Departement Betriebswirtschaft
und Infrastruktur

Anspruchsvolles
Prozessmanagement
Die neue Organisationsform des LUKS erfordert Anpassungen
auf allen Stufen und in allen Bereichen.

Grosse organisatorische Herausforderung


Das Departement Betriebswirtschaft und Infrastruktur hat die or-
ganisatorische Zusammenführung der an den drei Standorten
Sursee, Wolhusen und Luzern im Einsatz stehenden Abteilungen
Personal, Finanzen, Technik/Bau und Sicherheit, Ökonomie und
Informatik aufgenommen und ist dabei, den Fusionsprozess sys-
tematisch weiterzuführen. Die technische Umsetzung und die
Integration der wichtigsten Informatikmittel konnte per 1. No-
vember 2008 erfolgreich vollzogen werden. Der Change-Manage-
ment-Prozess bestimmt weiterhin den praktischen Arbeitsalltag.
Die Führungsverantwortlichen sind sich bewusst, dass dieser
Veränderungsprozess anspruchsvoll ist und durch Menschen
und nicht durch Maschinen und Systeme bestimmt wird. Sie
alleine entscheiden über Erfolg oder Misserfolg und stellen die
Weichen.

Konsolidierung und Abstimmung der Systeme


Eine immer wichtigere Rolle kommt der Informatik zu. Dank ihr Denken und Handeln in Prozessen
sind wir vernetzt und können noch rascher miteinander kommu- Ein Projekt bezeichnet einen einmaligen Prozess, der aus abge-
nizieren. Doch auch hier gilt: Der Mensch hat das Wissen und stimmten und gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endtermin
Können. besteht. Das Denken und Handeln in Prozessen ist dagegen ein
Der Zusammenschluss zum Luzerner Kantonsspital LUKS ist or- iterativer Vorgang, eine wiederkehrende Tätigkeit mit Optimie-
ganisatorisch per 1. Januar 2008 und technisch zu einem grossen rungspotenzial (Plan, Do, Check, Act). In diesem Sinne sollen die
Teil per 1. November 2008 vollzogen worden. Mit der techni- mit der Fusion zum LUKS aufgenommenen Prozesse weiterent-
schen Zusammenführung wurden die verschiedenen Informatik- wickelt und auf die zentralen Kernprozesse abgestimmt wer-
systeme standortübergreifend vernetzt und die Applikationen den.
auf einen einheitlichen Standard angehoben. Das Projekt AP- Im Mittelpunkt stehen die Kostenträgerrechnung (Prozess des Re-
POLUS (Applikationsportfolio Luzerner Spitäler) nahm darin eine portings), die Anlagebuchhaltung (Prozess der Durchlässigkeit und
zentrale Rolle ein: Transparenz) und die Vorbereitung des Swiss-DRG-Fallpauschalen-
• im Neuaufbau des Patientenabrechnungs-, Dokumentations- systems zur Abgeltung der stationären Leistungen der Spitäler
und Leistungserfassungssystems (HOSPIS und MedFolio), (Prozess der Finanzierungs- und Abgeltungssteuerung).
• in der Parametrisierung des zentralen Schnittstellensystems Mit der Zusammenführung der heute an den verschiedenen
e*Gate, Standorten unterschiedlich im Einsatz stehenden Software visu-
• in der Zusammenführung und Vereinheitlichung des al FM (Facility-Management) werden ideale Voraussetzungen für
Materialbewirtschaftungssystems, eine zentrale IT-basierte Anlagenbuchhaltung geschaffen. Es gilt,
• in der Abstimmung der PC-Systeme (Sursee-Wolhusen) auf die Anforderungen der einzelnen Nutzer und Anspruchsgruppen
das einheitliche Benutzerkonzept (Luzern), aufeinander abzustimmen, die Prozesse zu definieren und das
• und in der Konsolidierung der Server- und Speicherumgebung. Prozessdenken weiter zu etablieren.
74 Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur

Blickpunkte

Technik, Bau und Sicherheit (TBS) Optimale Nutzung der Umfassendes Facility-
Schlüsselrolle der IT Ressource Raum Management
Die Informatik nimmt in den Führungs- 9000 Räume auf einer Gesamtgeschoss- Die Abteilung erbrachte 2008 mit 80 Per-
und Supportprozessen der Abteilung TBS fläche von rund 225 000 m2 sind beachtli- sonen und einem Betriebs- und Unter-
eine zentrale Rolle ein. Die Facility-Ma- che Dimensionen. Bei der Vielzahl von haltsbudget von knapp 19 Millionen Fran-
nagement-Software visual FM unterstützt Aufgaben, die das LUKS zu bewältigen hat, ken unter anderem die folgenden
alle wesentlichen Geschäftsprozesse und ist der Platzbedarf entsprechend gross Dienstleistungen:
ist in Luzern bereits in vollem Funktions- und der sorgsame Umgang mit der Res- • Versorgung und Instandhaltung von
umfang in Betrieb. Sie wird durch die Zu- source Raum entscheidend. Die Abteilung 49 Gebäuden mit rund 9000 Räumen
sammenführung mit den Systemen von Technik, Bau und Sicherheit nimmt darin • zirka 25 000 Reparaturen und
Sursee und Wolhusen eine Schlüsselfunk- eine zentrale Aufgabe war und ist die di- Dienstleistungsaufträge
tion für die zentrale Führung der Abteilung rekte Anlaufstelle für Fragen rund um die • Betreuung von etwa 9000 medizin-
einnehmen. Bereitstellung und optimale Nutzung der technischen Anlagen und Einrichtun-
räumlichen Infrastruktur. gen
Ausserdem wurden eigene technische
und bauliche Projekte im Umfang von 13
Millionen Franken geleitet sowie die Koor-
dination und Begleitung von Projekten der
Dienststelle Immobilien mit einem Volu-
men von 35 Millionen Franken sicherge-
stellt.
Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur 75

Teamentwicklung als nachhaltig wirkender Prozess


Die Teamentwicklung als permanente Aufgabe ist Bestandteil der
Fusionsarbeit. Das Departement Betriebswirtschaft und Infra-
struktur nimmt die dazu erforderliche Flexibilität als tägliche He-
rausforderung an mit dem Grundgedanken der konsequenten
Weiterentwicklung aller Unternehmensbereiche.
Um diesem Anspruch genügen zu können, sind solide Grundla-
gen notwendig. Dazu gehören das Wahrnehmen der Führungs-
verantwortung, ethisches Verhalten, gegenseitiges Vertrauen,
Beständigkeit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter können nur bei einer gut funktionierenden
Zusammenarbeit ihr Potenzial nutzen und im Team unternehme-
rische Verantwortung übernehmen.

Finanzen
Projekt APPOLUS prägt
den Alltag!
«Die Zusammenführung der Spitäler Sursee-Wolhusen und
Luzern zur Unternehmung LUKS und die gleichzeitige Verselbst-
ständigung waren einmalig und für das Jahr 2008 bestimmend.»

Betroffene werden zu Beteiligten


Die Zusammenführung der Spitäler Sursee-Wolhusen und Luzern
forderte im Bereich der finanziellen Betriebsführung (Patienten-
administration, Finanz- und Betriebsbuchhaltung, Leistungser-
fassung und -verrechnung) grundlegende organisatorische Mass-
nahmen. Wichtige Prozesse (Administrativer Eintritts- und
Austrittsprozess, Buchungs- und Fakturierungsprozess, Leis-
tungserfassungsprozess, Budgetierungsprozess) mussten auf
das gemeinsame System HOSPIS abgestimmt werden, ohne die
lokalen Gegebenheiten und Stärken zu verlieren.
Im Projekt APPOLUS waren diejenigen Spezialisten vereint,
die das Tagesgeschäft führen und ihre Lösungen und die Ge-
schichte dazu bestens kennen. Betroffene zu Beteiligten zu ma-
chen, war der Schlüssel zum Erfolg, damit das zentrale IT-System
des Rechnungswesens und der Patientenadministration termin-
gerecht auf den 1. November 2008 in Betrieb genommen werden
konnte.

Kostenträgerrechnung als Basis


Der Wunsch nach Vorgaben, Leitlinien und Standards wächst,
wenn sich Organisationen mit unterschiedlichen Kulturen treffen
und sich für ein gemeinsames Ziel neu ausrichten wollen.
Gleichzeitig mit der technischen Zusammenführung der Informa-
76 Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur

tiksysteme wurde auch das Einheitliche Leistungserfassungs-


modell (ELM) in Betrieb genommen.
Mit dem Projekt wurde:
• die gemäss KVG Art. 49 Abs 6 vorgeschriebene Kostenrech-
nung und Leistungserfassung an die national gültigen REKOLE®-
Vorgaben (Revision der Kostenrechnung und Leistungserfas-
sung) angepasst,
• die Methode der medizinischen Leistungserfassung für die
Spitäler Sursee, Wolhusen und Luzern neu bestimmt und die
bisher verschiedenen Leistungsbewertungssysteme auf den
Standard von TARMED konfiguriert,
• die Grundlage für eine Kostenträgerrechnung geschaffen, hin-
sichtlich der bevorstehenden Umstellung auf eine neues Fi-
nanzierungssystem (AP-DRG/Swiss-DRG usw.).
Damit sind der medizinische und administrative Leistungserfas-
sungsprozess endgültig miteinander vernetzt und schaffen
ideale Voraussetzungen, die finanzielle Betriebsführung bzw.
einzelne Aufgaben daraus neu ab allen Standorten in gleicher
Qualität sicherzustellen.

Ökonomie
Zentral führen,
lokal profitieren
Es wächst zusammen, was zusammengehört – allerdings nicht
von selbst. Die neue Struktur bewährt sich und ist dabei, sich zu
etablieren.

Positives Fazit nach einem Jahr


Die neue Organisation der Ökonomie und die darin neu definier-
ten Verantwortlichkeiten an den Standorten Sursee und Wolhu-
sen haben sich bewährt. Die zentrale Führung der Fachbereiche
und die gleichzeitige Stärkung der operativen Verantwortung
ermöglichen die Konzentration und gemeinsame Nutzung der
Kompetenzen.

Neues Materialbewirtschaftungssystem
Neben der organisatorischen Fusion waren die Zusammen-
führung und Vereinheitlichung des Materialbewirtschaftungs-
systems (MaWi) ein weiteres Ziel der Ökonomie. Dazu mussten
die Materialstammdaten des ehemaligen KSSW mit jenen des
KSL zusammengeführt und Dubletten eliminiert werden. Das
neue Materialbewirtschaftungssystem bietet eine grössere Funk-
tionalität und ist besser in die bestehende Systemlandschaft
integriert.
Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur 77

Optimiertes Qualitätsmanagement «Jeder Benutzer kann sich unabhängig vom


Die Führungsaufgaben über drei Standorte sind anspruchsvoll Standort überall anmelden und hat identischen
und fordern einen grösseren Abstimmungsaufwand. Um in der Zugriff auf die eigenen Ressourcen
neuen Struktur nachhaltig optimale und kundenfreundliche (Programme, Daten).»
Dienstleistungen erbringen zu können, plant die Ökonomie, ein
Qualitätssystem auf der Basis von EFQM einzuführen. Technisch erforderte dies einen anspruchsvollen Aus- und Um-
Die Prozesse im Bereich der Gastronomie am Standort Luzern bau der zentralen Server- und Speichersysteme sowie den Aus-
wurden in den letzten Jahren nach ISO-Norm systematisiert (auf bau der Netzwerkverbindungen zwischen den bezeichneten
die EFQM-Grundsätze ausgerichtet), das Projekt 2008 erfolgreich Standorten. Die dezentralen Komponenten (PC-Arbeitsplätze)
abgeschlossen und an den produktiven Betrieb übergeben. mussten dazu vereinheitlicht und standardisiert werden. Dies
hatte zur Folge, dass in einem Quartal rund 500 PC neu aufge-
Projektziele, Lösungen, Umsetzungen setzt wurden.
• Entwicklung von Verpflegungsstandards in Zusammenarbeit
mit den Bettenstationen Anwendungslandschaft ohne Doppelspurigkeiten
• Durchführung von internen Schulungen Für die optimale Unterstützung der Support- und Behandlungs-
• Überprüfung der Verbesserungsmassnahmen im Bereich prozesse sind die im Einsatz stehenden Fachanwendungen und
von EFQM-Kriterien (Assessments) deren Integration ins Gesamtsystem entscheidend. Durch die
Vielzahl der unterschiedlichen Programme und die individuelle
Applikationslandschaft im KSSW und dem KSL stiess man an
Informatik Grenzen.
Schliesslich wurde entschieden, pro Fachbereich eine eigene
Die neue Applikation aufzubauen und für alle Standorte zentral zu betrei-
ben.
«Informatik LUKS»
Wichtigste Kernanwendungen zusammengeführt
Mit dem Zusammenschluss zum LUKS wurden auch die IT-Abtei- Nach umfangreichen Projektarbeiten und einer sehr engen Zu-
lungen der einzelnen Spitäler zur zentralen «Informatik LUKS» sammenarbeit mit den Fachabteilungen (Finanzen, Ökonomie/
zusammengelegt. Apotheke, Medizinische Informatik, Arztdienst und Pflege usw.)
wurden am 1. November 2008 die wichtigsten Kernanwendun-
Systemtechnik, Benutzersupport, Anwendungen gen zusammengeführt und ins Gesamtsystem integriert:
Mit der organisatorischen Zusammenführung der Informatikab- • HOSPIS: Patienten-, Finanz- und Material-/Medikamenten-
teilungen der Spitäler Luzern und Sursee-Wolhusen zur neuen management
Informatik LUKS wurden die Spezialisten zusammengeführt, die • IBIcare: System zur Leistungserfassung
auch das Projekt APPOLUS (Applikationsportfolio Luzerner Spitä- (inkl. Methode, Kostenträgerrechnung)
ler) termingerecht per 1. November 2008 erfolgreich zu Ende ge- • MedFolio: Klinisches Informationssystem
führt haben. • RadCentre: Radiologie-Informationssystem
Obwohl die Spitäler Sursee-Wolhusen und Luzern in informati-
onstechnologischen Belangen bereits eng zusammenarbeiteten, Damit ist ein wichtiger Schritt in der technischen Zusammenfüh-
hat die Zusammenführung der Unternehmungen eine neue Di- rung des LUKS gemacht worden. Die Lösungen garantieren:
mension angenommen. • Unterstützung und Einheitlichkeit in den Kernprozessen
Für die technologische Zusammenführung war ein umfassender • Verfügbarkeit der Informationen an allen LUKS-Standorten
Stab von Fachpersonen aus den Bereichen Systemtechnik, • Datensicherheit und -konsistenz
Benutzersupport und Anwendungen erforderlich. Damit ist der
Informatikabteilung des Luzerner Kantonsspitals eine Glanzleis-
tung gelungen, die bis dato einmalig ist und sowohl in der Zent-
ralschweiz wie auch im gesamten schweizerischen Gesundheits-
markt zu grosser Anerkennung geführt hat.
78 Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur

neuer Grosskunde mit einem Jahresumsatz zwischen 350 000


und 400 000 Franken dazugekommen. Ein ähnlicher Umsatz wird
mit rund 330 000 Franken mit der Sterilog erzielt. Mit der Akade-
mie für Medizinisches Training und Simulation (AMTS) nimmt im
Herbst 2009 eine weitere interessante Institution ihren Betrieb
auf dem LUKS-Areal auf. Damit ergibt sich eine neue Chance,
welche die Abteilung Technik, Bau und Sicherheit mit Engage-
ment annehmen wird.

Immobilien: Neuer Rahmenmietvertrag


Durch die Verselbstständigung des Luzerner Kantonsspitals er-
gab sich die Notwendigkeit, die Miete der Gebäude mit einem
neuen Rahmenmietvertrag gegenüber dem Kanton zu regeln.
Von zentraler Bedeutung ist das gewählte Betreibermodell, das
Technik, Bau und Sicherheit (TBS) zwischen dem Eigentümer Kanton, den LUKS-Nutzern (Kliniken
und Institute) und dem Betreiber der Liegenschaften, der Abtei-
Interne und externe lung Technik, Bau und Sicherheit, unterscheidet. Um die Aufga-
ben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zwischen den Part-
Kunden nern IMMO und Technik, Bau und Sicherheit klar festzulegen,
wurde eine Zusammenarbeitsvereinbarung erarbeitet.
Der Bereich Technik, Bau und Sicherheit ist ein Unternehmen im
Unternehmen. Die eigenen Leistungen überzeugen und werden
zunehmend durch Dritte in Anspruch genommen. Personalabteilung
Zentrale und dezentrale Prozesse Offene Stellen effizient
Das Konzept der Abteilung TBS sieht vor, im Rahmen der Fusion
– nebst der unternehmensweiten Facility-Management-Strategie besetzt
und der zentralen Führung des Geschäftsbereiches – die Prozes-
se nur dort zu zentralisieren, wo auch ein entsprechender Nut- Das LUKS engagiert sich stark für die Aus- und Weiterbildung und
zen ausgewiesen werden kann. Unterstützt wird der Entscheid setzt sich ein für die Förderung von gut qualifizierten Mitarbei-
durch das gemeinsam erarbeitete Prozessmodell. tenden. Im Rahmen der Neuorganisation wurde erstmals eine
Personalkommission gewählt.
Standortübergreifende Führungsinstrumente
Für die Führung einer komplexen standortübergreifenden Orga- Aus- und Weiterbildung zahlen sich aus
nisation ist es entscheidend, dass die richtige Information zum Im Berichtsjahr war eine erhebliche Veränderung auf dem Ar-
richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Dabei spielen IT-Tools beitsmarkt festzustellen: Vor allem im Bereich der qualifizierten
eine entscheidende Rolle. Als zentrales Führungs- und Informa- Arbeitskräfte war eine deutliche Verknappung wahrnehmbar.
tionssystem im Bereich Bauten und Projekte wurde 2008 die bis- Trotzdem gelang es in den meisten Fachbereichen, durch eine
herige Projektdatenbank des Standorts Luzern auf die bevor- schnelle Wiederbesetzung den Stand an offenen Stellen auf ei-
stehende Fusion mit standortübergreifender Anforderung nem relativ niedrigen Niveau zu halten. Dies glückte nicht zuletzt
weiterentwickelt. Damit ist eine vollständige Transparenz über deshalb, weil das LUKS dem Aufbau und der Erhaltung des eige-
sämtliche Bauanträge, laufende Abklärungen und Projekte si- nen Berufsnachwuchses in Form von zahlreichen Lehr- und Prak-
chergestellt. tikumsstellen eine grosse Bedeutung beimisst. So hält die Spital-
charta fest: «Um das Wissen in unserem Spital zu erhalten und
Grosse Umsätze mit Leistungen für Dritte zu erweitern, unterstützen wir die persönliche Aus- und Weiter-
In den letzten Jahren hat der Bereich Technik, Bau und Sicherheit bildung und pflegen aktive Nachwuchsförderung.» Das Luzerner
seine Leistungen für Dritte systematisch erweitert. Im Jahr 2008 Kantonsspital ist ein bedeutender Ausbildungsbetrieb für die ge-
ist mit der Luzerner Psychiatrie (LUPS) am Standort Luzern ein samte Zentralschweiz. Auf Sekundarstufe II und Tertiärstufe
Departement Betriebswirtschaft, Infrastruktur 79

(ohne Unterassistenzärztinnen und -ärzte sowie Vorpraktika)


wurden 2008 insgesamt 784 Lernende und Studierende ausge-
bildet.

Interne und externe Bildungsangebote


Das interne Bildungsangebot wurde in den vergangenen fünf
Jahren wesentlich erweitert und 2008 mit einigen neuen attrak-
tiven Angeboten ausgebaut, insbesondere in den Bereichen
«Führung & Management», «Kommunikation» sowie «Pflege &
Therapie». Das Programm umfasste rund 70 verschiedene Semi-
nare, mit zum Teil mehrmaligen Wiederholungen. 2008 wurden
insgesamt 94 Seminare mit 1347 Teilnehmenden organisiert. Je
nach Bedarf wurden auch massgeschneiderte Bildungsprogram-
me angeboten. Zudem wird je nach Funktion, Aufgabe und Aus-
bildung der Besuch von externen Bildungsangeboten unter-
stützt.

Erstmals eine Personalkommission


Im Zusammenhang mit der Verselbstständigung wurde im Be-
richtsjahr zum ersten Mal eine Personalkommission gewählt. Sie
besteht aus elf Mitgliedern, die alle Departemente des Luzerner
Kantonsspitals vertreten. Die Rechte und Pflichten sind in einer
Mitwirkungsvereinbarung geregelt, die festhält, dass ein Recht
auf Information durch den Arbeitgeber bei Vorhaben besteht, die
einen wesentlichen Einfluss auf die Organisation des LUKS ha-
ben. Dies beinhaltet auch regelmässige Informationen über den
Geschäftsgang. Ein Recht auf Mitwirkung besteht unter anderem
bei Änderungen des Personalreglements, bei der jährlichen
Lohnrunde, bei Fragen der Personalversicherung und bei gene-
rellen Regelungen der Arbeitszeit. Die Personalkommission ist
ein wichtiges Bindeglied zwischen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern
und Arbeitgeber, deren Mitverantwortung für ein gutes Betriebs-
klima und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens gefördert
werden sollte.
80
81

Departement Sursee
82 Departement Sursee

Klinik-/Bereichsleitungen Leitendes Personal


Chirurgie & Orthopädie Chirurgie & Orthopädie
Dr. Alessandro Wildisen, Dr. Alessandro Wildisen,
Chefarzt Chefarzt
Gynäkologie/Geburtshilfe Dr. Stephanie Scherz,
Dr. Eduard Infanger, Leitende Ärztin
Departementsleiter Chefarzt Dr. Markus Els,
Dr. med. Markus Wietlisbach Medizin Leitender Arzt Orthopädie
Prof. Dr. Adrian Schmassmann, Gynäkologie/Geburtshilfe
Chefarzt Dr. Eduard Infanger,
«Das LUKS Sursee ist in Anästhesie Chefarzt
Dr. Markus Wietlisbach, Dr. Maysoon Iraki,
der Region stark verankert.
Chefarzt Co-Chefärztin
Die intensive Partnerschaft Betriebswirtschaft Dr. Joachim Manstein,
mit zuweisenden Ärztinnen Dr. Hansjörg Schmid, Leitender Arzt
Leiter Medizin
und Ärzten ist von Ver- Pfl egedienst Prof. Dr. Adrian Schmassmann,
trauen und gegenseitigem Dora Bremgartner, Chefarzt
Respekt geprägt. Durch Leiterin Dr. Hans-Rudolf Frey,
Co-Chefarzt
eine verstärkte Zusammen- Dr. Se-Il Yoon,
arbeit mit Belegärztinnen Leitender Arzt Kardiologie
Dr. Jörg Nossen,
und Belegärzten gelang
Leitender Arzt Kardiologie, Notfall
es, verschiedene Lücken & Intensivstation
zu schliessen, sodass Dr. Roland Sperb,
Leitender Arzt Onkologie
heute ein breites Angebot Anästhesie
auf hohem Niveau zur Dr. Markus Wietlisbach,
Chefarzt
Verfügung steht.»
Dr. Rico Grimm,
Dr. med. Markus Wietlisbach, Co-Chefarzt
Departementsleiter Radiologie
Dr. Christian Blumer,
Co-Chefarzt
Departement Sursee 83

Spital Sursee
LUKS Sursee gut
gestartet
Konzentration der Verwaltung am Standort Luzern, Komplettie-
rung des medizinischen Angebots und bauliche Erneuerungen
am Standort Sursee: Das erste Jahr in der neuen Organisations-
form war ein gelungener Neubeginn.

Neue Organisation
Anstelle des KSSW mit seinen beiden Standorten und einer Di-
rektion ist das Spital Sursee seit Anfang 2008 ein Departement
des Luzerner Kantonsspitals, geleitet durch den Departements- und praktischen Aufwand. Nur dank engagierten Pflegefachper-
leiter, der Mitglied der Geschäftsleitung des LUKS ist. Das erste sonen konnte eine adäquate Lernendenbetreuung gewährleistet
Betriebsjahr des LUKS Sursee hat vor allem im Verwaltungsbe- werden. Die Investition in gut ausgebildete Pflegefachpersonen
reich zu verschiedenen Anpassungen geführt. So wurden am kommt schliesslich den Patienten zugute.
Standort Luzern die Finanzabteilungen zusammengeführt sowie
die Ökonomie und IT neu organisiert. Nur Dienstleistungen, die
primär vor Ort erbracht werden, befinden sich noch am Standort Medizin
Sursee.
Im ersten Jahr viel bewegt
Umbauten bei Vollbetrieb
Neben den organisatorischen Veränderungen konnten verschie- Das LUKS Sursee hat das medizinische Angebot erweitert, eine
dene bauliche Massnahmen abgeschlossen werden: neue Dialysestation eröffnet sowie interne und externe Koope-
• Einbau eines Magnetresonanztomographen (MRT) rationen verstärkt.
• bauliche Erneuerung von Intensivstation und Aufwachraum
• Einbau einer Dialysestation Mehr medizinische Leistungen in Sursee
• Eröffnung eines ökumenischen Gebetshauses, realisiert Das Leistungsspektrum der Inneren Medizin am Standort Sursee
durch die Stiftung Kapelle Spital und Pflegeheim Seeblick wurde durch Konsiliarärzte deutlich erweitert. Nun zählen die
Die medizinischen baulichen Massnahmen wurden bei vollem Fachgebiete Rheumatologie, Dermatologie, Nephrologie, Angio-
Spitalbetrieb umgesetzt. Das war insbesondere möglich, weil das logie und Neurologie ebenfalls zum Angebot, das von den
Operationssaalprovisorium von der OP-Sanierung des Vorjahrs Patienten und Hausärzten der Region geschätzt wird. Zudem
noch zur Verfügung stand. In diesem Provisorium konnten die wurde im 1. Stock eine Dialysestation eröffnet, die seit Septem-
Intensivstation und der Aufwachraum während der Umbau- ber 2008 in Betrieb ist.
phase untergebracht werden. Der Raum dient jetzt auch für die
medizinische Diagnostik, deren Sanierung im November 2008 Interne und externe Kooperationen
startete. Der Zusammenschluss zum LUKS fördert die interne Kooperation
zwischen den Standorten und führt zu wichtigen Synergieeffek-
Gute Ausbildung, zufriedene Patienten ten. Beispiele sind gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen,
Eine hohe Herausforderung für den Pflegedienst sind die Betreu- die Zusammenlegung diverser Kommissionen, beispielsweise im
ung und die praktische Ausbildung der Lernenden mit den bis zu Bereich Arzneimittelevaluation und Ernährung, aber auch Syner-
fünf verschiedenen Ausbildungen auf den Abteilungen. Hinzu gien bei Findungskommissionen sowie die gemeinsame Durch-
kommt, dass die Integration der Fachfrau/-mann Gesundheit mit führung der Facharztprüfungen Innere Medizin. Auch die Zusam-
eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (FAGE EFZ) im Pflegebereich menarbeit zwischen dem Schweizer ParaplegikerZentrum Nottwil
nach wie vor optimiert werden muss. Die neue Ausbildungsre- (SPZ) und dem LUKS wurde in letzter Zeit intensiviert. Per 1. Juni
form forderte von den Pflegefachpersonen grosse Flexibilität und 2008 nahm der gastroenterologische Konsiliardienst am SPZ sei-
verursachte einen nicht zu unterschätzenden administrativen ne Arbeit auf.
84 Departement Sursee

Blickpunkte

RALULA AG Dialysezentrum Sursee einer freundlichen Umgebung ist sehr


Kooperation mit SPZ: Patientennahe Versorgung wichtig, gerade auch, wenn eine Nieren-
Gemeinsamer MRT-Betrieb Die Medizin macht grosse Fortschritte und transplantation geplant ist und manchmal
Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) und die Lebenserwartung der Menschen steigt. mehrere Jahre überbrückt werden müs-
das Schweizer ParaplegikerZentrum (SPZ) Dank einer Dialysetherapie können auch sen, bis ein passendes Organ zur Verfü-
Nottwil haben ein neues Gemein- immer mehr nierenkranke Menschen län- gung steht.
schaftsprojekt verwirklicht. Die von bei- ger leben. Diese weltweite Entwicklung
den Spitälern gemeinsam gegründete Fir- findet auch in der Zentralschweiz statt. Kurze Wege sind entscheidend
ma Radiologie Luzern Land AG (RALULA Bisher konnten Patienten aus dem Kanton Die kürzer gewordenen Wege bedeuten
AG) will die Versorgung der Bevölkerung in Luzern und aus einigen Nachbarkantonen für die Patienten einen Gewinn an Lebens-
der Luzerner Landschaft im Bereich der nur in der Stadt Luzern eine Hämodialy- qualität – und mehr als das. Ein Beispiel:
Radiologie und der Diagnostik verbessern. setherapie durchführen lassen. Die drei- Ein gut 70-jähriger Mann betreut seine
Dabei kommen keine zusätzlichen Mag- mal pro Woche durchgeführte mehrstün- pflegebedürftige Ehefrau. Kürzlich ist er
netresonanztomographen (MRT) zum Ein- dige Therapie wurde für viele Patienten dialysebedürftig geworden. Die Durchfüh-
satz, da in Nottwil zwei Geräte zu ersetzen wegen der langen Anreise noch aufwendi- rung der Dialysetherapie im nahe gelege-
waren. Der MRT der RALULA AG wurde in ger. nen LUKS Sursee ermöglicht es dem sonst
Sursee und das andere Ersatzgerät am al- noch rüstigen Mann, seine Ehefrau wei-
ten Standort in Nottwil durch das SPZ ins- Höhere Kapazität möglich terhin zu versorgen.
talliert. Der Aufbau der beiden Geräte wur- Vor diesem Hintergrund wurde am LUKS
de eng koordiniert. Der MRT in Sursee ging Sursee eine Dialysestation geplant und
Ende April 2008 in Betrieb, derjenige 2008 innert kurzer Zeit realisiert. Seit Ok-
in Nottwil im September 2008. Die Zuwei- tober 2008 werden pro Woche unter der
sungen werden gegenseitig optimiert. So Leitung der Abteilung für Nephrologie des
können die Wartezeiten verkürzt und Pa- LUKS Luzern 12 dialysebedürftige Patien-
tientenwünsche bezüglich des Untersu- ten im Dialysezentrum Sursee behandelt.
chungszeitraums besser berücksichtigt In Zukunft ist bei Bedarf eine Erhöhung
werden. der Kapazität auf bis zu 30 Patienten mög-
lich. Eine qualitativ gute Dialysetherapie in
Departement Sursee 85

Qualitative und quantitative Steigerung


Insgesamt konnten die medizinischen Leistungen sowohl quali-
tativ als auch quantitativ kontinuierlich gesteigert werden. Neue
innovative Techniken wie beispielsweise die Impedanz-pH-Met-
rie und Impedanz-Manometrie des Oesophagus wurden einge-
führt. Im Jahr 2008 konnte die interdisziplinäre Intensivstation
umgebaut und neu eröffnet werden. Seit Oktober 2008 befindet
sich das Endoskopiezentrum «Medizinische Diagnostik» im Um-
bau und ist in einem Provisorium (Container) untergebracht. Dies
erfordert von allen Beteiligten viel Engagement und zusätzliche
Leistungen. Ausserdem wurde der Grundstein für die Sportme-
dizin gelegt. Dr. Stefan Mühlebach (FMH Rheumatologie) und Dr.
Se-Il Yoon (FMH Kardiologie) bauen in Zusammenarbeit mit dem
SPZ eine Sportmedizin am Standort Sursee auf.

Chirurgie und Orthopädie


Die Qualität an erster
Stelle
Prozesse, die der Sicherheit der Patienten dienen, stehen in der
Klinik für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Orthopädie im Zentrum
der Behandlung.

Von der Qualitätssicherung zur Patientensicherheit


Seit sechs Jahren wird eine strukturierte interdisziplinäre Morbi-
ditäts- und Mortalitätskonferenz durchgeführt. Zusammen mit
der Pflege werden sämtliche stationären und ambulanten Fälle
vorgestellt, aufgrund der evidenzbasierten Literatur diskutiert,
protokolliert und somit allen Beteiligten transparent gemacht.
Das LUKS Sursee hat das CIRS (critical incident reporting system)
eingeführt, notabene als erstes Spital im Kanton. Dank diesem
inzwischen seit mehr als zwei Jahren etablierten Instrument
konnte die Chirurgische Klinik potenzielle «Beinahefehler» erfas-
sen, breit und offen kommunizieren und wichtige Lehren daraus
ziehen. Diverse Prozesse in der Chirurgie konnten dadurch kor-
rigiert und optimiert werden.

«Unité de doctrine» vereinfacht Abläufe


Die Chirurgischen Guidelines im Blaubuch Chirurgie und Ortho-
pädie wurden in (zeit)intensiver Arbeit – unter anderem mit den
Kollegen am Standort Wolhusen – restrukturiert und permanent
aktualisiert. Die dort enthaltenen Leitlinien erleichtern als «unité
de doctrine» den jungen Ärzten in Ausbildung die Arbeit und er-
lauben schlankere, kostengünstigere Abläufe bei Eintritt, Opera-
tion und stationärer Betreuung der Patienten. In Anlehnung an
86 Departement Sursee

kologen müssen regelmässig im In- und Ausland Kurse besu-


chen. Zur Optimierung und Festigung der Fingerfertigkeit wurde
mit grosszügiger Unterstützung der Industrie ein laparoskopi-
scher Trainingsraum aufgebaut.

Kürzere Wartezeiten für die Patienten


Neu wird das ärztliche Notfallteam durch je einen Oberarzt Chi-
rurgie und Medizin permanent verstärkt. Dank dem erweiterten,
praktisch neuen Röntgeninstitut konnten die Abläufe im Notfall
optimiert werden. Die monatliche Auswertung bestätigt die er-
hoffte Verkürzung der Wartezeiten. Sicher gab es Ausnahmen
anlässlich des strengen Winters mit teilweise massivem Patien-
tenanfall und Überbelegung der Stationen. Durch die beinahe
1:1-Betreuung der jungen Notfallärzte durch die dortigen Ober-
ärzte werden Arbeitsprozesse einfacher und schlanker. Unnötige
und daher teure Diagnostik oder Therapien wie auch Doppelspu-
rigkeiten können so am besten vermieden werden.

Interdisziplinäre Partner statt Einzelkämpfer


Auch aus Gründen der instrumentellen, personellen und räum-
lichen Ressourcenoptimierung wurden neben den bestehenden
Spezialsprechstunden (Viszeral, Adipositas, Endokrin, Trauma)
weitere Sprechstunden neu organisiert.
Die komplett neu eingerichtete Koloproktologiesprechstunde mit
zunehmenden Patientenzahlen wird in komplexen Fällen inter-
disziplinär mit den Kollegen der Gastroenterologie betrieben.
die WHO und die Empfehlungen der Stiftung für Patientensicher- Dies erspart den Patienten mit primär unklaren Leiden die aufei-
heit werden neu in Zusammenarbeit mit Pflege, Anästhesisten nanderfolgende Vorstellung an verschiedenen Kliniken. Diese
und Operationspersonal konsequent in allen chirurgischen Dis- Zusammenarbeit wurde konsequenterweise auch auf das SPZ
ziplinen zur Sicherung der Abläufe perioperative Patientenchecks Nottwil ausgeweitet, wo an der ebenfalls neu aufgebauten Gas-
durchgeführt, unter anderem Massnahmen zur Verhinderung troeinheit (IVM, interventionelle Medizin) viszeralchirurgische
von Seitenverwechslungen im Operationssaal. und gastroenterologische Patienten Hand in Hand beurteilt und
behandelt werden. Minimalinvasive proktologische Verfahren
Note 6 für die Chirurgische Klinik (dopplergesteuerte Hämorrhoidenligaturen HAL, transanale Raf-
Dieses grundsätzlich revolutionierte Qualitätsmanagement in der fungsnähte RAR, Longorepair oder STARR-Eingriffe) sind gerade
Chirurgie wurde in einer schweizweiten anonymen Umfrage für plegische Patienten ideale, schonende Operationsverfahren.
sämtlicher Kliniken durch die FMH von den auszubildenden Ärz-
ten hoch bewertet, nämlich mit einer Sechs! Die Gesamtauswer- Interdisziplinäre Wundsprechstunde
tung der Umfrage im Benchmark mit anderen Kliniken fiel auch Auf Interdisziplinarität beruht auch die Wundsprechstunde, wo
dieses Jahr dank grossem Einsatz des gesamten Kaders erfreu- Patienten mit komplexen, chronischen, aber auch mit akuten,
licherweise überdurchschnittlich aus. beispielsweise posttraumatischen Wunden durch Dr. med. Ste-
phanie Scherz, Leitende Ärztin Allgemeinchirurgie und Trauma-
Chirurgische Ausbildung im Wandel tologie, Dr. med. Barbla Brand, FMH Dermatologie sowie Heidi
Die minimalinvasive Chirurgie ist in Sursee seit Jahren etabliert Odermatt, Wundexpertin, beurteilt werden. Die Varizensprech-
und wird praktisch auf dem ganzen Gebiet der Viszeral- und Tho- stunde steht in diesem Zusammenhang ebenfalls unter der Lei-
raxchirurgie, aber auch in der Gynäkologie angeboten. Umso tung von Dr. med. Stephanie Scherz. Seit einem Jahr wird dank
wichtiger ist bei diesem Angebot auch eine strukturierte Ausbil- einem Lasergerät der neuesten Generation die minimalinvasive
dung. Alle bestandenen und angehenden Chirurgen und Gynä- endovaskuläre Chirurgie der Varizen angeboten.
Departement Sursee 87

Verstärkung für die Orthopädie Anästhesie und Schmerzmedizin


Das grosse Einzugsgebiet des LUKS Sursee rechtfertigt die
personelle Verstärkung des Orthopädieteams. Dr. med. Roger Intensivmedizin, teure
Sprecher entlastet den Leiter Orthopädie, Dr. med. Markus Els.
Dr. med. Sprecher betreibt die Spezialsprechstunde «Fussortho- Medizin
pädie». Aufgrund zunehmender Patientenzahlen und langer
Wartezeiten wurde das Team Orthopädie im Jahr 2008 durch den Die Intensivstation des LUKS Sursee erfüllt die Richtlinien der
Belegarzt Dr. med. Paul Lauber erweitert. Ein zweiter Belegarzt, Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin. Dies ist ent-
Dr. med. Peter Wild, beginnt seine Tätigkeit im Jahr 2009. scheidend für die nachhaltige Entwicklung des Spitals.

Sechs Intensivbetten
Gynäkologie und Geburtshilfe In der Schweiz kommen derzeit auf 100 000 Einwohner etwa 10
Intensivbetten. Im internationalen Vergleich ist das eher wenig.
Starke Nachfrage In Frankreich sind es zum Beispiel 38, in den USA 30, in Deutsch-
land 28 und in England 9 Betten. Das Einzugsgebiet von Sursee
Die Klinik präsentierte sich einer breiten Öffentlichkeit und umfasst rund 70 000 Einwohner. Das LUKS Sursee betreibt 125
sprach angehende Eltern mit speziellen Informationsabenden an. stationäre Betten. Die Richtlinien der Schweizerischen Gesell-
Die Anzahl betreuter Geburten nahm deutlich auf über 800 zu. schaft für Intensivmedizin (SGI) empfehlen, dass davon 3 bis 6
Prozent Intensivbetten sein sollten. In Sursee werden 6 Intensiv-
Zahlreiche Neuerungen betten betrieben, was dem oben erwähnten Schweizer Durch-
Die Installation eines Tumorboards über Videokonferenz ermög- schnitt knapp entspricht. Gleichzeitig genügt dies der Minimal-
licht klinikintern eine tiefere Zusammenarbeit mit der Pathologie
und der Radiotherapie am LUKS Luzern. Der ebenfalls neu ge-
schaffene Röntgenrapport zusammen mit den Radiologen hat
viel zur besseren Integration und zum Verständnis der Röntgen-
befunde im klinischen Alltag beigetragen. Zusätzlich wurde die
Hebammensprechstunde eingeführt. Das Angebot im Bereich
der alternativen Medizin wurde mit dem Akupunkturangebot er-
weitert. Die 3-D-Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft
ist ebenfalls lanciert.

Zunahme der Geburten um 13 Prozent


Mit einem eigenen Stand an der Gewerbeausstellung SURWA im
Oktober 2008 präsentierte die Klinik ihr Angebot einer breiteren
Öffentlichkeit. Die regelmässigen Informationsabende «Rund um
die Geburt» entsprachen dem Bedürfnis angehender Eltern. Die-
se Massnahmen mögen dazu beigetragen haben, dass 2008 die
Anzahl der betreuten Geburten um 13 Prozent auf insgesamt 808
Geburten zunahm. Auch die Zahl der ambulant betreuten Patien-
tinnen hat sich wiederum erhöht. Im Bereich der Fortbildung
fand erneut der Ultraschallkurs mit Dr. Rainer Bald, zertifizierter
Ultraschallspezialist (Degum III), statt. Aus der Universität Zürich
wurden die Donnerstagnachmittags-Fortbildungen übertragen.
Dazu kamen einmal wöchentlich am Montag die internen Fort-
bildungsvorträge.
88 Departement Sursee

Erfüllung hoher Qualitätsansprüche


Damit die SGI-Richtlinien wirklich in der Praxis umgesetzt wer-
den, erfolgen periodische Visitationen durch die Kommission für
Anerkennung in Intensivmedizin (KAI). Die letzte Visitation und
Anerkennung der Intensivstation Sursee erfolgte 2002. Damals
wurde beanstandet, dass einige Patientenzimmer nicht direkt
von der zentralen Überwachungsstation einsehbar waren. Im
Weiteren gab es damals keine räumliche Trennung zum Auf-
wachraum, wie sie von der SGI gefordert wird. Dies ist nicht nur
aus hygienischen Gründen notwendig, sondern auch um die für
Patienten und Personal wichtige Ruhe auf der Intensivstation zu
gewährleisten. Mit dem Umbau der Intensivstation in diesem
Jahr hat das LUKS Sursee den Richtlinien der SGI vollständig
Rechnung getragen. 2008 wurde auf Schweizer Intensivstationen
der sogenannte «minimale Datensatz» eingeführt. Dabei werden
gemeinsam mit anonymisierten persönlichen Patientendaten
auch die Aufenthaltsdauer und der Pflegeaufwand zentral
gespeichert und analysiert. Dadurch soll in Zukunft ein Bench-
marking möglich sein, mit dem Ziel einer weiteren Qualitätsstei-
gerung.

Anerkennung entscheidend für Konkurrenzfähigkeit


Intensivmedizin ist teure Medizin, denn die Erfüllung der oben
erwähnten Qualitätskriterien zieht erhebliche Kosten nach sich.
Der Betrieb einer Intensivstation benötigt bis zu 20 Prozent des
Gesamtbudgets eines Spitals. So sind für den Betrieb der 6 Inten-
forderung der SGI. Insgesamt stehen auf der Intensivstation sivbetten im LUKS Sursee gemäss SGI mindestens 15 Vollzeitstel-
Sursee 4 Beatmungsplätze zur Verfügung. Mit der Eröffnung len allein für Pflegekräfte vorzusehen. Den Qualitätsansprüchen
einer Dialysestation im LUKS Sursee sollten zur angemessenen der SGI zu genügen, ist nicht nur im Interesse der Patienten. Für
spezialärztlichen Betreuung dieser Patienten auch entsprechen- die Konkurrenzfähigkeit eines Spitals ist entscheidend, dass
de Nierenersatzverfahren (Hämofiltration) auf der Intensivstation sämtliche erbrachten Leistungen abgegolten werden.
zur Verfügung stehen. Entsprechende Vorbereitungen zur Einfüh-
rung dieses Verfahrens laufen derzeit. Neue Abrechnungsmöglichkeit
Mit der Einführung der sogenannten Diagnosis Related Groups
Interdisziplinäre Intensivstation (DRGs) wird die Behandlung eines Patienten mit einem bestimm-
Universitätsspitäler und grosse Kantonsspitäler verfügen zumeist ten Krankheitsbild einheitlich mit einer Pauschale abgegolten.
über mehrere Intensivstationen, um die verschiedenen medizi- Die Pauschale errechnet sich als Mittelwert aller im Durchschnitt
nischen Spezialgebiete bedienen zu können. In Spitälern von der erbrachten Leistungen zur Behandlung eines bestimmten Krank-
Grösse des LUKS Sursee ist in der Regel nur eine Intensivstation heitsbilds. Dieser Fixbetrag ist unabhängig von der Hospitalisa-
vorhanden. Hier spricht man deshalb von einer sogenannten in- tionsdauer, womit das Kostenrisiko für den Leistungserbringer im
terdisziplinären Intensivstation. Interdisziplinär bedeutet, dass Fall schwer kranker und damit zumeist lang hospitalisierter Pa-
Patienten sämtlicher Disziplinen (Medizin, Chirurgie und Gynäko- tienten deutlich ansteigt. Ob es mit der Einführung der DRGs zu-
logie) auf dieser Station betreut werden. Auf der Intensivstation künftig auch zu einer Verknüpfung der offiziellen Anerkennung
Sursee werden im Durchschnitt zwei Drittel der Patienten wegen der Intensivstation mit der Abrechnungsmöglichkeit intensivme-
eines medizinischen Leidens behandelt, ein Drittel nach opera- dizinischer Leistungen kommen wird, ist derzeit noch nicht fest-
tiven Eingriffen oder nach einem Unfall. gelegt, aber zweifellos ein mögliches Szenario.
Departement Sursee 89

Pflege Nahtlose Unterstützung


Eine detaillierte Erhebung der Ist-Situation beim Spitaleintritt, in
Optimiertes Austritts- Form der Pflegeanamnese, sorgt dafür, dass nach dem Austritt
eine nahtlose Unterstützung gewährleistet ist. Zu diesem Zweck
management wurde die Dokumentationsgrundlage (Kardex) überarbeitet. Die
Orientierung und Beratung, aber auch die Anleitung und Schu-
Eine vorausschauende Organisation und eine frühzeitige Infor- lung von Patienten und Angehörigen sind für den Austritt grund-
mation sind die Eckpfeiler des verbesserten Entlassungsma- legend. Je nach Situation werden die Patienten von verschiede-
nagements am LUKS Sursee. nen Disziplinen hinsichtlich Medikation, Bewegung und
Prophylaxe informiert. Bei bestimmten Pflegesituationen wird die
Neuorganisation der Entlassungen Austrittsmedikation via Spitalapotheke dem Patienten mitgege-
Die Neuorganisation des Entlassungsmanagements wurde aus ben.
verschiedenen Gründen notwendig. Aufgrund der demografi-
schen Entwicklung gibt es mehr chronisch kranke und multimor- Erfolgreiche Umsetzung
bide Patienten mit einem höheren Pflege- und Betreuungsauf- Die Umsetzung des neuen Austrittsmanagements wurde bereits
wand. Zudem stehen neue Behandlungsmethoden zur Verfügung, überprüft. Fazit: Das Personal leitet die Austritte in Zusammen-
die in der Regel eine kürzere stationäre Behandlung erfordern. arbeit mit Ärzten und Sozialdienst vorausschauend ein. Die An-
Der gesellschaftliche Wandel der Lebensformen und die wirt- schlussversorgungen klappen ohne Zeitverlust. Die Austrittsda-
schaftlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen können die ten sind den Patienten und Familienangehörigen frühzeitig
Anschlussversorgung zu Hause gefährden. Re-Hospitalisationen, bekannt. Insgesamt sind die Austritte jetzt besser planbar. Die
die primär auf pflegerische Versorgungsdefizite zurückzuführen Dokumentation ist gut strukturiert und übersichtlich. Wo notwen-
sind, sollen vermieden werden. Alle diese Aspekte sind im neuen dig, wird das Entlassungsmanagement weiter verbessert.
Entlassungsmanagement berücksichtigt. Als Grundsatz gilt: Die
Entlassung beginnt bereits beim Eintritt.

Verbesserte Bettenauslastung
Das Entlassungsmanagement wurde interdisziplinär ausgearbei-
tet und umgesetzt. Verschiedene Bereiche sind eingebunden:
Pflegebereich, Ärzte, Sozialdienst, Patientendisposition. Das Vor-
gehen ist in einem Leitfaden festgehalten. Die Ein- und Austritts-
zeiten wurden neu definiert und die regulären Eintrittszeiten spä-
ter angesetzt, um so die Betten der austretenden Patienten für
die neu eintretenden nutzen zu können.

Information der Patienten


Die Patienten werden bereits beim Eintritt über die voraussicht-
liche Aufenthaltsdauer beziehungsweise den voraussichtlichen
Entlassungstermin informiert. Dabei wird bei Bedarf, vor allem
bei Patienten mit orthopädischen Eingriffen, die Möglichkeit ei-
ner sich unmittelbar an den Spitalaufenthalt anschliessenden Re-
habilitation oder Kur besprochen. Das voraussichtliche Austritts-
datum ist ein Richtwert für die Behandlungsdauer und so ein
wichtiger Parameter – für den Patienten, um aktiv am Behand-
lungsprozess mitzuwirken, für die Fachpersonen, um die An-
schlussbehandlung bedarfsgerecht, systematisch und rechtzeitig
zu organisieren.
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91

Departement Wolhusen
92 Departement Wolhusen

Bereichsleitungen Leitendes Personal


Chirurgie & Orthopädie Chirurgie & Orthopädie
Dr. Urs Diener, Dr. Urs Diener,
Chefarzt Chirurgie Chefarzt Chirurgie
Dr. Richard F. Herzog, Dr. Peter Gerber,
Chefarzt, Orthopädie Spitalfacharzt Chirurgie
Departementsleiter Gynäkologie/Geburtshilfe Dr. Richard F. Herzog,
Dr. Richard F. Herzog Dr. Edith Vogel, Chefarzt, Orthopädie
Chefärztin Dr. Pascal Schai,
Medizin Leitender Arzt Orthopädie
«Innovation ist keine Frage Dr. Martin Peter, Gynäkologie/Geburtshilfe
Chefarzt Dr. Edith Vogel,
der Grösse, sondern des
Anästhesie Chefärztin
Glaubens an die Zukunft Dr. Stefan Zbinden, Dr. Hans Schori,
und der Überzeugung, dass Chefarzt Leitender Arzt
Betriebswirtschaft Medizin
man auch Gutes noch bes- Josef Odermatt, Dr. Martin Peter,
ser machen kann. So hat- Leiter Chefarzt
ten schon in der Vergan- Pfl egedienst Dr. Tobias Ehmann,
Judith Schwander, Co-Chefarzt
genheit viele kreative Ideen Leiterin Anästhesie
ihren Ursprung in Wol- Dr. Stefan Zbinden,
Chefarzt
husen. Auch in der neuen
Dr. Roger Schmid,
Konstellation des LUKS Co-Chefarzt
hat dieser Standort seinen Dr. Benedikt Binswanger,
Spitalfacharzt
Pioniergeist nicht verloren. Dr. Christoph Kuert,
Das Personal ist mit Opti- Spitalfacharzt
Dr. Sabine Walther,
mismus auf die Fusion
Spitalfachärztin
zugegangen und hat die Radiologie
mannigfachen Veränderun- Dr. Mike Fitze,
Leitender Arzt
gen ohne Leistungsabbau
mitgetragen.»
Dr. Richard F. Herzog,
Departementsleiter
Departement Wolhusen 93

Spital Wolhusen Sichtbare Veränderungen


Im Frühjahr 2008 wurde die Parkanlage Süd saniert und vollstän-
Mit Schwung dig neu gestaltet. Im Zentrum befindet sich ein Flachwasserbe-
cken, das nachts beleuchtet wird. Zwei Pergolen und gemütliche
in die Zukunft Sitzmöglichkeiten vervollständigen das kleine Idyll. Im Therapie-
und Funktionsbereich des Erdgeschosses wurden die Sekretari-
Das erste Jahr als LUKS Wolhusen gestaltete sich so anspruchs- ate/Anmeldungen der verschiedenen Fachbereiche neu gestal-
voll wie erfolgreich. In vielen Bereichen waren Neuerungen und tet und modernisiert. Ausserdem stehen neue funktionelle
Veränderungen zu verzeichnen. Zahlreiche Angebote wurden op- Untersuchungszimmer zur Verfügung. Mit wenig Mitteln wurden
timiert. die Fachbereiche Medizin, Chirurgie und Orthopädie um separa-
te Anmeldungen konzentriert. Auch die Sanierung der Röntgen-
Zusammenarbeit als Herausforderung und Chance abteilung nahm ihren Anfang. So wurde zum Beispiel die Mam-
Die Zusammenführung der drei kantonalen Spitäler zum Luzer- mographie vom Skelett-Röntgenraum entkoppelt und in einem
ner Kantonsspital (LUKS) führte am Standort Wolhusen zu einer eigenen neuen Untersuchungszimmer untergebracht. Dadurch
Änderung der Organisationsstruktur und vor allem zu einer Zen- ist die Intimsphäre der Patientinnen geschützt.
tralisierung der Administration. Damit war die Notwendigkeit ver-
bunden, zahlreiche Aufgaben neu zu verteilen. Dies stellte eine Technische Neuerungen
grosse Herausforderung dar, die jedoch konstruktiv und erfolg- Einen der Schwerpunkte bildete der Ersatz des Computertomo-
reich bewältigt wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Stand- graphen (CT). Die neue 64-Zeilen-Spiral-CT erfüllt sämtliche An-
orten wurde einerseits durch die Bildung von Fachboards, ande- sprüche einer topmodernen CT-Bildgebung und hat die diagnos-
rerseits durch eine vermehrte Konsiliartätigkeit vertieft. So tischen Möglichkeiten erweitert. Mit Dr. Mike Fitze wurde erstmals
konnte die konsiliarärztliche Tätigkeit der Angiologie aufgebaut
und diejenige der Rheumatologie und Onkologie erweitert wer-
den. Zusätzlich findet zweimal wöchentlich eine Kinderarztvisite
durch einen Oberarzt vom Kinderspital Luzern statt. Nach wie vor
liegt die konsiliarärztliche Tätigkeit der Hals-Nasen-Ohrenklinik
sowie der Urologie auf hohem Niveau. Eine gute Zusammenar-
beit besteht nicht nur mit dem Zentrum Luzern, sondern auch
mit dem Standort Sursee und den Hausärzten des Einzugsge-
biets, mit denen ein reger Kontakt gepflegt wird. Dies zeigt sich
gerade im Bereich der Wundsprechstunde. Hier ist die Vernet-
zung mit der Spitex hervorzuheben. Auch intern ist die Zusam-
menarbeit unter den Disziplinen effizient und offen.

Neue Geburten- und Privatabteilung


Die Geburtenabteilung wurde nach Feng Shui neu gestaltet und
verbreitet eine warme Atmosphäre, die bei den Eltern auf durch-
wegs positives Echo stösst. Im 3. Obergeschoss wurde eine in-
terdisziplinäre Privatabteilung eröffnet. Dort werden Patient-
innen und Patienten der medizinischen, chirurgischen,
orthopädischen und gynäkologischen Disziplin betreut. Nach ei-
ner vor allem für das Pflegefachpersonal intensiven Vorberei-
tungszeit konnte die Umsetzung ohne grössere Probleme durch-
gezogen werden. Mit der Renovation der Zimmer und dem
Einbau von Nasszellen im Frühling 2008 wurde das Angebot für
die Privatpatienten optimiert. Zusätzlich erfolgte die Anschaffung
von neuen Betten und einer neuen Möblierung, die auch höhere
Ansprüche erfüllt.
94 Departement Wolhusen

Blickpunkte

Pflegedienst Sturzprävention
Präventive Projekte Das Präventionskonzept ist seit 2004 ein-
Dekubitusprävention geführt und 2008 überarbeitet worden.
Das Ziel ist die Verhütung des Wundlie- Quartalsweise werden die Stürze ausge-
gens. Eine Prävalenzerhebung wurde wertet, wobei nicht nur die Anzahl der
2004, 2006 und 2008 durchgeführt. Nach Stürze, sondern auch der Verletzungsgrad
der Messung 2004 wurde das Präventi- der Patientinnen und Patienten im Zent-
onskonzept auf allen Abteilungen einge- rum steht. Neu werden die Stürze mit dem
führt und 2008 angepasst. Es ist eine ste- Klinikinformationssystem MedFolio erho-
tige Herausforderung, die Richtlinien im ben und ausgewertet.
Alltag wirksam umzusetzen.
Departement Wolhusen 95

für den Standort Wolhusen ein Leitender Arzt für die Radiologie
angestellt. Er hat die Einführung von RIS und PACS optimal um-
gesetzt. Dadurch wurde die Etablierung der voll digitalen Ein-
griffsplanung arthroplastischer Operationen ermöglicht. Der
Röntgenrapport hat durch die Präsentations- und Auflösungs-
möglichkeiten eine neue Dimension erlangt. Die Operationssäle
wurden mit hochauflösenden grossen Monitoren ausgerüstet.

Funktionelle Gewinne
Sämtliche baulichen Massnahmen führten zu den anvisierten
funktionellen Gewinnen. Der Park wurde für eine sinnvolle Nut-
zung durch die Patientinnen und Patienten ausgelegt – mit diver-
sen Treppen, unterschiedlichen Bodenbelägen, Steigungen, Sitz-
gelegenheiten auf verschiedenen Ebenen sowie mit einem
Physiotherapie-Parcours. Die baulichen Anpassungen im Erdge-
schoss machten es möglich, die historisch bedingte dezentrale
Lage von Sekretariaten, Büroräumlichkeiten und Sprechzimmern
in eine medizinische, chirurgische, radiologische und orthopädi-
sche Einheit zu zentrieren, was dem Patienten eine leichtere Ori-
entierung und kürzere Wege erlaubt.

Bestnoten und weitere qualitative Verbesserungen


Die Rezertifizierung SanaCert brachte den Standorten Sursee
und Wolhusen Bestnoten ein, besonders in den Bereichen Qua-
litätsmanagement, Spitalhygiene, Patientenurteile, Schmerzbe-
kämpfung, Frauenklinik, Chirurgie und Pflege. Im Standard Pflege
flossen die Pflegeanamnese, die Stillförderung, die Sturzpräven- Hüftarthroskopie, wo zunehmend komplexere Eingriffe erfolgten.
tion, die Dekubitusprävention sowie die patienten- und familien- Durch mehrere laufende Studien wird der innovative Charakter
zentrierte Pflege in die Beurteilung ein. Die Dekubitus- und dieser Chirurgie unterstrichen. Mit jährlich gegen 100 Eingriffen
Sturzraten galten als Qualitätsindikatoren. Ein wichtiges quali- gehört das LUKS Wolhusen im Bereich der Hüftarthroskopie zu
tätssicherndes Instrument ist das Critical Incident Reporting Sys- den führenden Kliniken in der Schweiz!
tem (CIRS), das am LUKS Wolhusen weiter gefördert wurde.
Mehr als 600 Patienten in der Wundsprechstunde
Erstmals über 4000 Eingriffe Die Wundsprechstunde blickt auf ein erfolgreiches zweites Jahr
Zum ersten Mal wurde in Wolhusen die magische Grenze von zurück. Mehr als 600 Patienten wurden behandelt, wobei es sich
4000 Eingriffen in einem Jahr überschritten – trotz einer baube- vor allem um Patienten mit chronischen Wunden handelte, die
dingten vorübergehenden Reduktion des Operationsbetriebs. grösstenteils von den Hausärzten zur Wundanalyse und Thera-
Diese Leistungssteigerung war nur dank dem optimalen Einsatz pieplanung zugewiesen wurden. Die Zusammenarbeit mit der
aller Beteiligten möglich. Auffallend ist ein zunehmender Trend Spitex und anderen Institutionen wurde intensiviert. Die Wund-
zur minimalinvasiven endoskopischen Chirurgie. Neben Appen- sprechstunde, deren Name bewusst so gewählt wurde, um sich
dix, Gallenblase und Sigma werden vermehrt Inguinal-, Femoral-, von nicht ärztlich geführten Wundambulatorien zu unterschei-
Umbilical- und Narbenhernien mit dieser Technik saniert. Damit den, wird von Dr. Kerstin Ott sowie von den Pflegefachfrauen Ber-
steht auch die laparoskopische Chirurgie am Puls der Entwick- nadette Lindegger und Hanny Mehr geführt. Im Vordergrund
lung zu immer kleineren und wenigeren Zugängen. Orthopädisch steht auch hier die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Diagnos-
ist vor allem die steigende Anzahl von Oberflächenersatzarthro- tik und Therapie, insbesondere mit der Orthopädie, Endokrinolo-
plastiken des Hüftgelenks zu verzeichnen, wobei hier auf einen gie, Anästhesie und Angiologie.
durchblutungsschonenden und lagerungsfreundlichen neuen Zu-
gang gewechselt wurde. Einen weiteren Aufschwung erlebte die
96 Departement Wolhusen

Neuer Co-Chefarzt Anästhesie


Dr. Christian Schönholzer, Leitender Arzt Anästhesiologie, wurde
zum Chefarzt Anästhesiologie am Spital Muri gewählt. Als Nach-
folger konnte Dr. Roger Schmid gewonnen werden, wobei die
Stelle zu einer Co-Chefarztstelle aufgewertet wurde. Dr. Schmid
übernahm gleichzeitig die Leitung der interdisziplinären Intensiv-
station.

Patientensicherheit I
Prävention von
Verwechslungen
Zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen werden vielfältige
Anstrengungen unternommen. Das LUKS Wolhusen spielt in der
Prävention eine Vorreiterrolle.

Verwechslungsrisiken bei operativen Eingriffen


Die Meldung, dass in Zürich ein blutgruppeninkompatibles Herz
transplantiert worden war, wirkte als Katalysator für die vertiefte
Auseinandersetzung mit den Verwechslungsrisiken bei operati-
ven Eingriffen (wrong site surgery). In Zürich hatte nicht der Chi-
rurg versagt, sondern das ganze OP-Team. Am LUKS Wolhusen
wurden die von der Stiftung für Patientensicherheit (www.pati-
entensicherheit.ch) im Jahr 2008 herausgegebenen «Empfehlun-
gen zur Prävention von Eingriffsverwechslungen» mit grossem
Interesse gelesen und diskutiert. Diese Empfehlungen beinhalten
vier konkrete Massnahmen, nämlich die Identifikation des Pati-
enten, die Markierung des Eingriffsorts, die Zuweisung zum rich-
tigen OP-Saal und ein Team-Time-out vor dem Schnitt.

Verbindliche Standards in Wolhusen bereits 2001


Die Amputation des falschen Beins bei einem schwer kranken
Patienten – ein Fall, der sich 2001 im Tessin ereignet hatte – sorg-
te in der ganzen Schweiz für Aufsehen. Im gleichen Jahr wurden
in Wolhusen verbindliche Standards für die Patientenidentifikati-
on vor dem Einschleusen in den Operationssaal festgelegt. Sei-
tens der Chirurgie wurde die Markierung des Eingriffsorts bei
stationären Patientinnen und Patienten etabliert. Eine Analyse
der Empfehlungen der Stiftung für Patientensicherheit zeigte
weiteren Handlungsbedarf auf: erstens bei der Markierung des
Operationsorts bei den ambulanten Patienten und bei den Not-
fallpatienten, zweitens bei der Einführung des Team-Time-outs.

Checkliste hilft Fehler zu vermeiden


Das Team-Time-out ist eine kurze Auszeit, ein letztes Innehalten
Departement Wolhusen 97

des verantwortlichen Operationsteams unmittelbar vor dem


Schnitt. Anhand einer Checkliste kontrolliert das OP-Team: Ist der
Patient eindeutig identifiziert? Sind die geplante Operation und
der Eingriffsort korrekt? Zudem werden die Röntgenbilder auf die
Übereinstimmung mit dem beabsichtigten Eingriff überprüft. Die
Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit der Instrumente, Geräte
und Implantate wird nachgefragt. Dabei ist der Teamgedanke
zentral: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Operationssaal
sind gleichberechtigt und tragen gemeinsam die Verantwortung.
Sie haben das Recht und die Pflicht, sich bei Unstimmigkeiten zu
melden.

Das «X» schafft Klarheit


Die Departementsleitung hatte entschieden, auf Mitte 2008 an
allen operativ tätigen Kliniken am Standort Wolhusen die Markie-
rung des Eingriffsorts und das Team-Time-out einzuführen. Ge-
mäss den Leitlinien der Stiftung für Patientensicherheit ist die
Markierung des Eingriffsorts Sache des Operateurs. Allerdings
stellte sich rasch heraus, dass diese Forderung bei den zahlrei-
chen ambulanten Patienten im klinischen Routinebetrieb nicht
durchführbar war. So wurde diese Aufgabe in Absprache mit der
Leitung Pflegedienst vom Pflegefachpersonal übernommen. Die
Erfahrung zeigt, dass das Pflegefachpersonal diese verantwor-
tungsvolle Aufgabe seriös und gründlich wahrnimmt. An allen
Kliniken wird gemäss Weisung der Eingriffsort einheitlich mit ei-
nem «X» markiert, angebracht mit einem wasserfesten Stift.
(near misses) mit Eingriffsverwechslungen aufgedeckt worden.
Einverständniserklärung und Aufklärungspflicht Das heisst nicht, dass diese Massnahmen überflüssig sind. Im
Die Pflichten und Verantwortlichkeiten beim Team-Time-out Gegenteil: Das Ausbleiben von Zwischenfällen ist der Beweis da-
mussten mit den verschiedenen Berufsgruppen im OP abgespro- für, dass durch die erhöhte Aufmerksamkeit und die Qualität der
chen werden. Nach anfänglicher Zurückhaltung ist die Initiierung vorgelagerten Prozesse potenziell gravierende Fehler vermieden
des Team-Time-outs durch den Operateur zu einer Selbstver- werden konnten. In einem Fall wurde die Operationsindikation
ständlichkeit geworden. Die Anästhesie führt und visiert die aufgrund des Team-Time-outs erweitert. Bei der geplanten Knie-
Checkliste. Die Checkliste selbst wird in die Patienten-Kranken- arthroskopie links wurde nämlich festgestellt, dass die konven-
geschichte abgelegt. Als Zusatzleistung wird im Rahmen des tionellen Röntgenaufnahmen vom linken Knie stammten, die
Team-Time-outs auch das Vorhandensein der unterschriebenen vom Hausarzt veranlassten MRI-Bilder jedoch das rechte Knie
chirurgischen Einverständniserklärung in den Akten geprüft. An- darstellten. Beide Aufnahmen zeigten pathologische Verände-
fang 2008 hatte eine Kontrolle abgeschlossener Krankenge- rungen, sodass nach Absprache mit dem wachen Patienten die
schichten ergeben, dass die Einverständniserklärung bei einem Kniearthroskopie beidseits vorgenommen wurde.
erheblichen Teil der Krankengeschichten fehlte. Nach der Einfüh-
rung des Team-Time-outs besteht die Gewähr, dass die Einver- Definitive Einführung 2009
ständniserklärung zum Zeitpunkt der Operation in allen Fällen Eine erste Überprüfung der neu eingeführten Massnahmen Ende
vorliegt. Damit kann die erfolgte Aufklärungspflicht in jedem Fall 2008 bestätigte die überwiegende Akzeptanz. 92 Prozent der be-
bestätigt werden. fragten Personen aus allen Berufsgruppen im OP fanden die
Massnahmen sinnvoll in Bezug auf die Erhöhung der Patienten-
Massnahmen bewähren sich sicherheit. Der Mehraufwand wurde als vertretbar beurteilt. 2009
Seit der Einführung der Markierung des Eingriffsorts und des wird der Massnahmenkatalog der Stiftung für Patientensicher-
Team-Time-outs im Juni 2008 sind keine Beinahezwischenfälle heit in Wolhusen definitiv eingeführt.
98 Departement Wolhusen

Patientensicherheit II die zeitgerechte Bearbeitung der Fälle, für die Formulierung von
Verbesserungsvorschlägen und für die Feedbacks an die betrof-
Meldesystem für fenen Teams. Einsatz und Eigeninitiative der CIRS-Verantwortli-
chen sind entscheidend für den langfristigen Erfolg des Melde-
Beinahefehler systems. Der Erfolg kann an der Anzahl der gemeldeten
CIRS-Fälle gemessen werden, die über einen längeren Zeithori-
Mit dem CIRS (critical incident reporting system) werden Bei- zont konstant bleiben sollten.
nahefehler erfasst und ausgewertet. In Wolhusen ist es seit 2006
im Einsatz. Pro Jahr 60 Meldungen leichter Fälle
Am Standort Wolhusen wurden im 2. Halbjahr 2006 23 Meldun-
Wirksames Instrument gegen Fehlerquellen gen abgesetzt. 2007, im ersten Jahr mit Vollbetrieb, waren 62
Fehler sind menschlich und ereignen sich überall, wo gearbeitet und im Jahr 2008 60 CIRS-Meldungen eingegangen. In Überein-
wird. In der Medizin können die Folgen von Fehlern für die be- stimmung mit der Literatur waren Medikamentenverwechs-
troffenen Patienten tragische Auswirkungen haben und ihre Le- lungen, falsche Dosierungen, fehlerhafte Verordnungen von
bensqualität beeinträchtigen. Deshalb wird alles unternommen, Medikamenten und Patientenverwechslung bei der Medikamen-
um Fehlerquellen zu eliminieren. Allerdings übersteigt die Häu- tengabe die häufigsten Gründe für das Absetzen einer CIRS-Mel-
figkeit von Beinahefehlern diejenige von effektiv passierten Er- dung. Alle Fälle wurden von den Beteiligten als «leicht» beurteilt,
eignissen um ein Vielfaches. Diese Beinahefehler sollen erfasst keinem Patienten ist ein Nachteil entstanden.
und ausgewertet, geeignete Massnahmen zur Verhinderung ähn-
licher Fehler im Team diskutiert und beschlossen werden. Ein Aus Fehlern lernen
wirksames Instrument ist das Meldesystem CIRS (critical incident Ein instruktiver Fall veranschaulicht, wie Missverständnisse ent-
reporting system). stehen und wie sie vermieden werden können: Das Röntgenper-
sonal wollte vor einer invasiven Untersuchung bei einem Patien-
CIRS-Konzept 2006 eingeführt ten die Werte für Quick und Thrombozyten (Tc) bestimmt haben.
Im Jahr 2003 wurde am damaligen KSSW im Rahmen des Quali- Dies wurde telefonisch angefordert («Quick und Tc»). Die Pflege-
täts- und Riskmanagements beschlossen, die Patientensicher- fachfrau der Abteilung verstand aber «Quick und PC». Auf Nach-
heit mit der systematischen Bearbeitung von gemeldeten kriti- frage wurde nochmals «Quick und Tc» bestätigt. Der Patient be-
schen Zwischenfällen zu verbessern. 2006 genehmigte die kam daraufhin unnötigerweise einen Practocliss (PC), also einen
Spitalleitung das CIRS-Konzept und führte es an allen Kliniken Einlauf vor der Untersuchung. Anstelle von «Tc» wurde «PC» ver-
ein. Das CIRS-Meldeportal im Lotus-Notes ist für Mitarbeiterin- standen. Die Bekanntmachung dieses Falls im halbjährlich er-
nen und Mitarbeiter mit Patientenkontakt zugänglich. Die Mel- scheinenden hausinternen CIRS-Newsletter sensibilisierte die
dungen können anonym und mit minimalem administrativem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Abkürzungen
Aufwand in einem der vier Meldekreise abgesetzt werden: und zeigte ihnen, dass am Telefon besser auf Abkürzungen ver-
• Meldekreis Anästhesie: Ärztlicher Dienst, Pflegedienst zichtet wird und dass bei Unklarheiten gezielt nachgefragt wer-
Anästhesie, AWR, IPS, Sekretariat den muss.
• Meldekreis Chirurgie/Orthopädie/Urologie/HNO: Ärztlicher
Dienst, Pflegedienst Stationen und OP, Notfall, Physiothera- CIRS bleibt eine Herausforderung
pie, Sekretariat Das CIRS hat auch Kritiker. Aus der Literatur ist bekannt, dass das
• Meldekreis Gynäkologie/Geburtshilfe: Ärztlicher Dienst, CIRS nach wie vor Schwächen hat. So werden nicht alle relevan-
Pflegedienst Mutter und Kind, Geburtenabteilung, Sekretariat ten Fälle erfasst oder immer wieder ähnliche banale Vorkomm-
• Meldekreis Medizin: Ärztlicher Dienst, Pflegedienst Stationen nisse eingegeben. Insbesondere der ärztliche Dienst benützt das
und Diagnostik, Diabetes- und Ernährungsberatung, System nur wenig. Dieses Abseitsstehen stammt daher, dass das
Sekretariat CIRS-System offenbar als Instrument des Pflegediensts wahrge-
nommen wird. Ein weiterer Grund mag die Annahme sein, dass
Mit Engagement zum Erfolg der Aufwand für das Ausfüllen der Meldung nicht mit dem mög-
Eine zentrale Stellung im CIRS-Konzept nehmen die CIRS-Verant- lichen Gewinn übereinstimmt. Somit bleibt das CIRS für die Ver-
wortlichen ein. Pro Meldekreis sind zwei Personen, je eine aus antwortlichen am LUKS Wolhusen auch nach drei Betriebsjahren
dem ärztlichen Dienst und dem Pflegedienst, verantwortlich für eine dauerhafte Herausforderung.
Departement Wolhusen 99

Pflegedienst
FAGE steht für
Fachkompetenz
Unterschiedliche Ausgangssituationen, gleiches Ziel: Die Fach-
frau, der Fachmann Gesundheit engagiert sich mit der Arbeit für
das Wohl der Patientinnen und Patienten.

Mehr ausgebildetes Fachpersonal Gesundheit


Am 31. Dezember 2008 waren am LUKS Wolhusen insgesamt elf
Fachpersonen Gesundheit mit eidgenössischem Fähigkeitszeug-
nis (FAGE EFZ) angestellt. Dies ist eine positiv zu vermerkende
Steigerung seit 2006, als noch eine einzige FAGE im Einsatz war.
Die elf Mitarbeitenden sind auf allen Pflegeabteilungen, auf der
Mutter-und-Kind-Abteilung sowie auf der Intensivstation tätig.

Schulung und Erfahrungsaustausch


Einige von diesen Mitarbeitenden haben ihr eidgenössisches Fä-
higkeitszeugnis in der Nachholbildung erworben. Andere haben
nach ihrer Ausbildung in der Langzeitpflege im Akutspital einen
neuen Einsatzort gefunden. Das heisst, dass unterschiedliche
Ausgangssituationen bestehen, bevor die FAGE in den Ar-
beitsalltag integriert werden. Ein Knackpunkt für den erfolgrei-
chen Einsatz ist die Delegation. Zu dieser Thematik fanden auf
den Abteilungen Schulungen statt. Auch konnten die einzelnen
Abteilungen voneinander profitieren, indem sie ihre Erfahrungen
untereinander austauschten.

Gegenseitiges Vertrauen erleichtert Einstieg


Als weiteres Hilfsmittel steht eine Tätigkeitsliste zur Verfügung,
die den Einstieg der FAGE auf der Abteilung erleichtert. Um eine
effiziente und professionelle Zusammenarbeit zugunsten der Pa-
tientinnen und Patienten zu erreichen, braucht es in der Einfüh-
rungszeit die Möglichkeit, Schwierigkeiten zu thematisieren. Auf
diese Weise wird bei beiden Berufsgruppen Vertrauen geschaf-
fen, sowohl beim diplomierten Pflegefachpersonal als auch bei
den FAGE EFZ. Zudem ist die Bereitschaft aller Mitarbeitenden
notwendig, sich auf den neuen Arbeitskollegen, die neue Arbeits-
kollegin einzulassen sowie seine respektive ihre Fähigkeiten zu
erkennen.
100 LUKS-Jahresbericht 2008 Stabsstellen

Stabsstellen
Stab Medizin
Leiter
Dr. Guido Schüpfer, MBA HSG, PhD
Leiterin Arbeitsmedizin
Dr. Edith Betschart
Leiter Klinische Systeme (CLS)
Dr. Stefan Hunziker
Leiter Medizinalcontrolling
Dr. Karl-Friedrich Hanselmann
Leiter Infektiologie und Spitalhygiene
Dr. Marco Rossi
Leiter Qualitäts- und Riskmanagement
Dr. Thomas Kaufmann
Dr. Guido Schüpfer
Leiter Stab Medizin
Stab Direktion
Leiter
Jürg Aebi
Leiter Kommunikation und Marketing
Othmar Bertolosi-Lehr
Leiterin Multiprojektmanagement
Prisca Birrer-Heimo
Rechtsdienst
Viktor Lang

Jürg Aebi
Leiter Stab Direktion
Kennzahlen 2008
102 Jahresrechnung

Bilanz per 31. Dezember 2008

Aktiven in TCHF 31. 12. 2008 % 31. 12. 2007 %

Umlaufvermögen
Flüssige Mittel 15 131 7.4 12 794 11.2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. angefangene Arbeiten) 107 981 52.9 81 728 71.5
Vorräte 17 111 8.4 18 350 16.1
Transitorische Aktiven 913 0.4 1 363 1.2
Umlaufvermögen 141 138 69.2 114 235 100.0

Anlagevermögen
Anlagen und Maschinen 62 574 30.7 0 0.0
Finanzanlagen 250 0.1 1 0.0

Anlagevermögen 62 824 30.8 1 0.0

Aktiven 203 962 100.0 114 236 100.0

Passiven in TCHF

Fremdkapital
Kurzfristige Verbindlichkeiten 35 813 17.6 23 345 20.4
Transitorische Passiven 831 0.4 3 966 3.5
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 21 334 10.5 21 038 18.4
Kontokorrent Kanton 13 715 6.7 61 161 53.5
Fremdkapital 71 692 35.1 109 510 95.9

Eigenkapital
Dotationskapital 123 457 60.5 0 0.0
Jahresgewinn 5 120 2.5 0 0.0
Zweckgebundene Fonds 3 693 1.8 4 726 4.1

Eigenkapital 132 270 64.9 4 726 4.1

Passiven 203 962 100.0 114 236 100.0


Jahresrechnung 103

Erfolgsrechnung

Personalaufwand in TCHF 1. 1. – 31. 12. 2008 1. 1. – 31. 12. 2007

Personalaufwand 372 647 356 528

Sachaufwand

Medizinischer Bedarf 125 589 109 963


Übriger Sachaufwand 56 517 54 890
Aufwand für Anlagennnutzung 60 306 52 606
Sachaufwand 242 412 217 459

Betriebsertrag in TCHF

Erträge aus Leistungen für Patienten 173 952 168 511


Übrige Erträge 262 725 234 905
Abgeltung Leistungsauftrag Kanton 183 265 163 118
Betriebsertrag 619 942 566 534

Ausserordentlicher Aufwand und Ertrag 236 7 453

Jahresgewinn 5 120 0
104 Jahresrechnung

Mittelflussrechnung 2008
Geldflussrechnung

Geldfluss aus Betriebstätigkeit in TCHF

Jahresgewinn 5 120
+ Abschreibungen 16 671
+ Zu- / Abnahme von Rückstellungen – 141
+ Ab- / Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. angef. Arbeiten) – 26 253
+ Ab- / Zunahme der Vorräte 1 239
+ Ab- / Zunahme der aktiven Rechnungsabgrenzungen 450
+ Zu- / Abnahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten 12 468
+ Zu- / Abnahme der passiven Rechnungsabgrenzungen – 3 135

= Geldzufluss aus Betriebstätigkeit (operativer Cash flow) 6 419

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

– Auszahlungen für Investitionen (Kauf) von Anlagen und Maschinen – 79 245


– Auszahlungen für Investitionen (Kauf) von Finanzanlagen – 250

= Geldabfluss aus Investitionstätigkeit – 79 495

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

+ Erhöhung Dotationskapital 123 457


+ Aufnahme / Rückzahlung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten – 47 009
– Abnahme zweckgebundene Fonds – 1 033

= Geldzufluss aus Finanzierungstätigkeit 75 415

Total Geldfluss / Veränderung Flüssige Mittel (Fonds) 2 339


Jahresrechnung 105

Zusätzliche Informationen zum Abschluss 2008

Rechnungslegungsgrundsätze Anlagen und Maschinen


Bis zum Abschluss der Umstellung der Rechnungslegung auf die Anschaffungen über 3 000 Franken werden aktiviert und linear über
Standards nach Swiss GAAP FER im Jahr 2011 erfolgt die Darstellung die Nutzungsdauer gemäss Richtlinien von REKOLE® (*) vom An-
der Jahresrechnung inklusive Mittelflussrechnung und Anhang in schaffungswert abgeschrieben.
einer einfachen Form.
Bei der Erstellung der Jahresrechnung werden folgende Grundsätze Anlagekategorie Nutzungsdauer in Jahren
beachtet: Installationen 20
– Vollständigkeit Mobiliar und Einrichtungen 10
– Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going Concern Principle) Büromaschinen und Kommunikationssysteme 5
– Unzulässigkeit der Verrechnung von Aktiven und Passiven sowie Fahrzeuge 5
von Aufwand und Ertrag (Bruttoprinzip) Wertzeuge und Geräte 5
– Zeitliche Abgrenzung (Accrual Principle) Medizintechnische Apparate, Geräte und Instrumente 8
Software-Upgrades 3
Bewertungsgrundsätze Informatik-Hardware 4
Allgemein Informatik-Software 4
Die Bewertung erfolgt grundsätzlich zu Nominal- oder Anschaffungs-
werten abzüglich notwendiger Wertberichtigungen. Finanzanlagen
Beteiligungen sind zum Nominalwert bewertet.
Flüssige Mittel
Die Flüssigen Mittel werden zum Nominalwert in die Bilanz einge- Verbindlichkeiten
stellt. Verbindlichkeiten sind zum Nominalwert bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Rückstellungen


Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Die Höhe der einzelnen Rückstellungen wird nachvollziehbar be-
Nominalwert abzüglich pauschaler Wertberichtigungen bewertet. rechnet oder zuverlässig geschätzt.

(*) Revision Kostenrechnung und Leistungserfassung (REKOLE®). Es handelt sich um eine


Angefangene Arbeiten
national einheitliche Empfehlung vom Verband «H+ Spitäler der Schweiz» zum betrieblichen
Die Angefangenen Arbeiten sind zu verrechenbaren Preisen bewer- Rechnungswesen.
tet.

Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum gleitenden Durchschnitts-
preis (Anschaffungs- oder Herstellungskosten).
106 Jahresrechnung

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung

An den Regierungsrat des Kantons Luzern

Als Revisionsstelle haben wir die beiliegende Jahresrechnung des Prüfungsurteil


Luzerner Kantonsspitals, bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung, Nach unserer Beurteilung entspricht die Jahresrechnung für das am
Mittelflussrechnung und Anhang für das am 31. Dezember 2008 31. Dezember 2008 abgeschlossene Geschäftsjahr den gesetzlichen
abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Vorschriften, den Verordnungen und den Reglementen.

Verantwortung des Spitalrates Berichterstattung aufgrund weiterer Vorschriften


Der Spitalrat ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Überein- Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die
stimmung mit den gesetzlichen Vorschriften, den Verordnungen und Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhän-
den Reglementen verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet gigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit
die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines nicht vereinbare Sachverhalte vorliegen.
internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahres- Ferner bestätigen wir, dass der Antrag über die Verwendung des
rechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Bilanzgewinnes dem Leistungsauftrag und der Leistungsverein-
Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Spitalrat für barung entspricht. Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung
die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungs- zu genehmigen.
methoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verant-
wortlich.

Verantwortung der Revisionsstelle Luzern, 17. April 2009


Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prü-
fungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere
Prüfung in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und FINANZKONTROLLE DES KANTONS LUZERN
den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Stan-
dards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass
wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei
von wesentlichen falschen Angaben ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen
zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrech- Beat Haefliger Daniel Steffen
nung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl Leiter Finanzkontrolle Leitender Revisor
der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Revisionsexperte Revisionsexperte
Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher
falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen
oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt
der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung
der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen ent-
sprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein
Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems
abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der An-
gemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der
Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdi- Beilagen:
gung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auf- – Jahresrechnung 2008 (Bilanz, Erfolgsrechnung, Mittelflussrech-
fassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine aus- nung und Anhang)
reichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil – Antrag auf Genehmigung der Jahresrechnung und der Gewinn-
bilden. verteilung
Kennzahlen 107

Personalkennzahlen

Personalstatistik LUKS 2008 Ø 2008


Nach Berufsklassen Total Personen Total
(ohne Ausbildungsstellen) Vollzeitstellen
Ärzte und andere Akademiker in medizinischen Fachbereichen 660.00 502.13
Personal im Pflegebereich 1 920.00 1 372.18
Personal in medizinischen Fachbereichen 906.00 643.86
Verwaltungspersonal 241.00 185.08
Ökonomie, Haus- und Transportdienst 435.00 375.75
Personal der technischen Betriebe 76.00 75.32
Spitalbetrieb 4 238.00 3 154.32
Nebenbetriebe 46.00 43.65
Total 4 284.00 3 197.97

Personal nach Pensen


0 –19 7.21 %
20 – 39 7.05 %
40 – 59 14.05 %
60 – 79 8.73 %
80 –100 62.96 %

Personal nach Nationalitäten


Schweiz 77.12 %
Deutschland 10.95 %
Serbien-Montenegro 3.10 %
Portugal 1.84 %
Spanien 1.10 %
Italien 0.86 %
Kroatien 0.82 % CH 77.12 %
Bosnien-Herzegowina 0.68 %
Österreich 0.58 %
Niederlande 0.47 %
Sri Lanka 0.44 %
Übrige 2.03 %
108 Kennzahlen

Chirurgie Luzern Sursee Wolhusen (offen / endoskopisch)


Subacromiale Dekompression als alleinige 130
Allgemein- / Viszeral- / Unfallchirurgie / Orthopädie / OP inkl. AC-Resektion (offen / endoskopisch)
Urologie / Herz- / Gefäss- / Thoraxchirurgie / Hand- / Arthroskopische Eingriffe inkl. Bicepstenodese 217
Plastische Chirurgie / Neurochirurgie / Wirbelsäulen- (Débridement / Arthrolyse) 2
chirurgie / Mund- / Gesichts- und Kieferchirurgie Schulterstabilisation inkl. Labrum, SLAP (offen / endoskopisch) 78
Hals Operationen nicht näher bezeichnet 138
Tracheotomie 17 Osteosynthese Clavicula / Glenoid / Scapula 84
Schilddrüse 62 Stabilisation AC-Luxation 6
Nebenschilddrüse 9 Osteosynthese prox. Humerus / Humerusschaft 114
Thorax, Mamma OSME 115
Thorakoskopische und offene Lungeneingriffe 181 Ellbogengelenk
Pleuradrainagen 145 Teil- / Totalprothese inkl. Radiusköpfchenprothese 3
Mammaeingriffe 25 Arthroskopie / Arthrotomie Ellbogen (diagnost. / therapeut.) 14
Gefässe OP bei Epicondylitis 9
Varizen 495 Operationen nicht näher bezeichnet 69
Arterien 543 Osteosynthese dist. Humerus / Olecranon / Radiusköpfchen 90
Pacemaker 36 OSME 25
Port-à-Cath 193 Unterarm / Hand
Oesophagus, Magen, Milz Dekompression Nerven 371
Gastrektomie 80 Morbus Dupuytren 37
Magenbypass 61 Ringbandspaltung 100
Milz 23 Handgelenksganglion 60
Zwerchfell / Fundoplicatio 20 Sehnennaht / Bandrekonstruktion 347
Gallenwege, Leber, Pankreas Operationen nicht näher bezeichnet 575
Leber 40 Osteosynthese Vorderarmschaft / dist. Radius und Ulna 460
Gallenwege 16 Osteosynthese Handwurzel / Mittelhand / Finger 217
Cholezystektomie 454 OSME 118
Pankreas 25 Replantationen 11
Dünndarm, Appendix, Colon, Rektum Beckengürtel / Oberschenkel
Dünndarm 198 Femurkopfprothese 133
Appendektomie 457 Hüft-TP inkl. Oberflächenersatzprothese 480
Colon 294 Hüftprothesenwechsel + Revision Hüft-TP 63
Rektum 95 Arthroskopische Hüfteingriffe inkl. Impingementchirurgie 117
Proktologie Operationen nicht näher bezeichnet 260
Rektoskopien 1 165 Osteosynthese Becken, prox. Femur und Femurschaft 313
Hämorrhoiden / Fistel / Abszesse 396 OSME 87
Hernien Kniegelenk / Unterschenkel
Leisten-, Femoral- und Nabelhernien 791 Knie-TP / Hemiprothese Knie inkl. Revision TP mit Patellaersatz 286
Bauchdecken / Narbenhernien 134 Knie-TP-Wechsel 15
Diverse Abdominaleingriffe Arthroskopische Eingriffe (Meniscus / Débridement) + 941
Diagnostische und therapeutische Laparoskopien, Arthrotomien
Adhäsiolysen 386 VKB- / HKB-Plastik (offen und arthroskopisch) 159
Trauma, Innere Hernien 45 Operationen an Bändern und Sehnen Kniebereich 88
Nebennieren laparoskopisch 9 Umstellungs-Osteotomie dist. Femur / prox. Tibia / 101
Gynäkologische Eingriffe 9 Unterschenkel-Schaft
Weichteile allg., Radikale Lymphknotenausräumung Operationen nicht näher bezeichnet 210
Wundversorgung 2 133 Osteosynthese dist. Femur 21
Ultraschall Abdomen / Weichteile, Transrektaler US 609 Osteosynthese Patella 31
Wirbelsäule Osteosynthese prox. Tibia und Fibula 66
Infiltrationen 6 Osteosynthese Tibia- und Fibulaschaft 167
Frakturstabilisation 22 OSME 374
OSME 13 Sprunggelenke / Fuss
Schultergürtel / Oberarm Arthroskopie / Arthrotomie OSG / USG 38
Schulterprothese (Teil- / Totalprothesen / Prothesenwechsel) 63 Arthrodese / OSG / USG / Mittelfuss / Zehen 79
Rotatorenmanschettennaht / -rekonstruktion + Acromioplastik 192 Bandnaht / Bandplastik 48
Hallux-Operation 133
Kennzahlen 109

Operation an Metatarsale und Zehen II-V 52 TUR-B + Lithotrypsie 176


Operationen nicht näher bezeichnet 178 Andere Blaseneingriffe 14
Achillessehnenrekonstruktion 64 Prostata + Harnröhre
Osteosynthese dist. Unterschenkel / OSG 278 Prostatektomie bei benigner Hyperplasie 263
Osteosynthese Rückfuss / Mittelfuss / Zehen 97 Radikale Prostatektomie, Brachytherapie 73
OSME 120 Urethraeingriffe 43
Weichteil-OP (Hämatome / Infektionen / VW / Wund- Andere Eingriffe an Prostata oder Harnröhre 14
versorgung (Fremdkörper usw.) 527 Scrotum und Penis
Knochentransplantationen 66 Retroperitoneale Lymphadenektomie bei Hodenkarzinom 6
sonstige Knocheneingriffe 31 Eingriffe am Scrotum 198
Hauttransplantationen 24 Eingriffe am Penis 115
Reposition von Luxationen 48 Diagnostische Eingriffe / Untersuchungen
Bühlaudrainagen 24 Cystoskopien 1 610
Amputationen Pyelographien retro- und anterograd 197
untere Extremität 129 Cystographien / Urethrographien 150
Hand- und plastische Chirurgie (exkl. Trauma) Blaseninstillationen 119
CTS 179 Cystostomien / Cystostomiewechsel 1 317
Dupuytren 35 Nephrostomiewechsel 180
Plastische Eingriffe Mamma, Bauchdecke 150 Prostatabiopsien 352
lokale Hautlappen 67 Prostata Goldmarker 50
gestielte musculo-cutane Lappen 21 Urodynamische Untersuchungen + Uroflow 2 066
freie mikrochirurgische Lappenplastik 22 Sonographien 5 001
lokal vaskulär gestielte Lappen 34 Stoma
Neurochirurgie 192 Beratung stationär 1 086
Zentrales Nervensystem 225 Beratung ambulant 545
Wirbelsäule 251 Neuanlagen 120
Herzchirurgie
Patienten mit 1 Herzeingriff 185
Patienten mit mehreren Herzeingriffen 80 Medizin Luzern Sursee Wolhusen
Pacemaker, ICD Eingriffe 280
MGK Med. IPS 11.W
Traumatologie 1 202 Infektiologische Erkrankungen 41
Korrektive Chirurgie 168 Pneumonologische Erkrankungen 48
Tumorchirurgie 258 Herz- und Kreislaufstörungen 292
Rekonstruktive Chirurgie 223 Gastroenterologische Erkrankungen 51
Kiefergelenk-Chirurgie 276 Stoffwechselkrankheiten 15
Implantat-Chirurgie – präprothetische Chirurgie 392 Nephrologische Erkrankungen 28
Septische Chirurgie 128 Neurologische Erkrankungen 113
Kieferhöhlen-NNH-Chirurgie 115 Intoxikationen 31
Oralchirurgie 2 620 Delirium tremens 2
Speicheldrüsen-Chirurgie 9 Kardiochirurgische Überwachung 57
Plastische Chirurgie – Gesicht 34 Total 678
Nerv-Chirurgie 5 Davon maschinell beatmet 226
Chirurgische Prothetik 385
Urologie Gastroenterologie
Niere / Nebenniere Obere gastrointestinale Endoskopien (exkl. ERCP) 2 998
Nephrektomie / Nierenteilresektion 53 Oesophagoskopien 53
PNL 7 Oesophagogastroduodenoskopien 1 798
perk. Nephrostomien 55 davon therapeutisch
Andere Nieren- / Nebenniere- / Harnleitereingriffe 37 Sklerotherapie / Varizenligatur 86
Nierenbecken- / Ureter Bougierung / Ballon-Dilatation 353
Nierenbeckenplastiken (lap. + endosk) 19 Oesophagus-Endoprothese 17
URS 100 Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) 154
Harnleiterstenteinlagen + -entnahmen 231 Fremdkörper- / PEG-Entfernung 70
ESWL 234 Polypektomie 10
Blase Endoskopische Sondeneinlagen 86
Radikale Zystektomie + Urinableitung 15 Laserbehandlung 22
110 Kennzahlen

Obere Endosonographie Hämatologie


Endoskopisch-retrograde Cholangio- Diagnosestatistik
Pankreatikographie (ERCP) 339 Akute Leukämien 25
davon therapeutisch Myeloproliferative Syndrome 46
Papillotomie / Steinextraktion 231 Myelodysplastische Syndrome 11
Endoprothese 44 Anämien und andere Zytopenien, AA 87
Nasobiliäre Drainage 27 Paraproteinämien 25
Ballon-Dilatation 31 Thrombophilieabklärungen 214
Anorektoskopie (starr) 1 503 Hämostaseabklärungen 96
davon therapeutisch Immunhämatologische Probleme 31
Hämorrhoiden-Infrarotkoagulation / elast. Ligatur 24
andere (Fissurbehandlungen usw.) 15 Angiologie
Rektale Endosonographie 15 Funktionsuntersuchungen 10 194
Koloskopie 2 097 Kathetertechnische Eingriffe 266
Partielle Koloskopie 393 Anzahl Konsultationen / Konsilien total 4 300
Totale Koloskopie / Ileo-Koloskopie 718 Laufbandteste 6
davon therapeutisch Behandlung von Aneurysmata spuria 14
Polypektomie 118 Thromboinjektion 14
Endoskopische Blutstillung 59 Wundversorgung 600
Ballon-Dilatation 29
Laserbehandlung 91 Kardiologie
Stent-Einlage 3 Invasive Kardiologie
Gastrographin-Oesophaguspassage 10 Linksherzkatheterismus 2 254
Oesophagus-24-Std.-pH-Metrie 32 Rechtsherzkatheterismus 466
Oesophagus-Perfusionsmanometrie 25 Periphere Angiographie 1 070
Analmanometrie 17 Elektrophysiologische Diagnostik 239
Kolon-Transitzeitbestimmung 10 Biopsie 60
13-C-Atemtest 4 Percutane koronare Intervention 1 236
Kapselendoskopie 11 Percutane Ablation 145
Diverse (Sekretrin-Provokation, GEK, Laktosetoleranz) 5 PFO / ASD / Valvuoplastie / percutaner Klappenersatz 17
Perkutane Biopsien und Punktionen Nicht-invasive Kardiologie
Menghini-Leberbiopsie 64 Ruhe-EKG 15 465
Ultraschallgezielte Aszites-, Pleurapunktionen 45 Belastungs-EKG 2 095
Abdomen-Sonographie 3 256 Holter-EKG 2 218
Klinische Konsilien 24-Std.-BD-Messung 235
stationäre Patienten 143 TT-Echokardiographie 6 207
ambulante Patienten 1 760 TE-Echokardiographie 265
Stress-Echo 314
Rehabilitation Duplex Sonographie 1 065
Tagesrehabilitation Herzschrittmacher
Cerebrovaskulärer Insult 26 PM-Implantation 211
Subarachnoidalblutung 8 ICD-Implantation 115
Schädel-Hirn-Trauma 11 PM-Kontrollen 1 077
Multiple Sklerose 5 ICD-Kontrollen 158
Hypoxische Hirnschädigung 4 Ambulante Rehabilitation 142
Entzündliche Hirnerkrankungen 3 Raucherentwöhnung 54
Polyradikulitis 2 kardiale 128er-CT-Untersuchung 282
Stationäre Patienten
Cerebrovaskulärer Insult 99 Nephrologie
Subarachnoidalblutung 14 Hämodialysen 8 205
Schädel-Hirn-Trauma 24 Akute Dialysen 128
Hirn-Schädeltumoren 9 Hämofiltration 847
Entzündliche Hirnerkrankungen 7 Peritonealdialysen 347
M. Parkinson 7 Transplantation (davon Lebendspender) 18
Multiple Sklerose 5
Polyradikulitis 14
Amputationen der Extremitäten 5
Anoxische Hirnschädigung 7
Kennzahlen 111

Neurologie Ultraschall Schilddrüse 620


EEG 832 Endokrinologische Funktionstests 67
EMG (Elektromyographie und -neurographie) 890
Duplex Sonographie 400 Dermatologie
Lumbalpunktion 80 Physikalische Schädigungen
MS Selbstinstruktion 43 Mechanisch bedingte Ulcera / Dekubitus 31
Konsilien 3 316 Artefakt 50
Epizoonosen / Infektionen / Venerologie
Medizinische Onkologie Skabies / Tierflöhe 56
Hämoblastosen 13 Mykose / Pityriasis versicolor 141
Maligne Lymphome 39 Pyodermie / Erysipel / Impetigo contagiosa 92
Mammakarzinome 175 Erythrasma / Trichomykosis palmellina 7
Gynäkologische Tumoren 42 Herpes zoster / Herpes simplex 92
HNO-Tumoren 34 Virus-Warzen / Mollusca contagiosa 243
Lungenkarzinome 89 Gonorrhöe / Lues 5
Gastrointestinale Karzinome 179 Allergie / Autoimmun- / Blasen-Erkrankungen
Urogenital-Tumoren 45 Urtikaria / Arzneimittelexanthem / Photodermatose 130
Sarkome 9 Kontaktekzem, toxisches Ekzem 138
Hauttumore 21 Atopisches Ekzem / Neurodermitis / weitere Ekzeme 711
Unbekannter Primärtumor 19 Erythema exsudativum multiforme / Sweet-Syndrom 40
Hirn 17 Vaskulitis / Erythema nodosum 34
«Lupus erythematodes (systemisch / cutis), Sklerodermie,
Pneumologie Dermatomyositis» 35
Lungenfunktionen / Plethysmographien / Spiroergometrien 2 442 Schleimhautpemphigoid, bullöses Pemphigoid,
«Spezialsprechstunden: Schlafkrankheiten, Pemphigus vulgaris 30
Cystische Fibrose, Polysomnographie» 834 Entzündliche / degenerative Dermatosen
Unspezifische Bronchoprovokationsteste 200 unterschiedlicher Genese / Genodermatosen
Bronchoskopien 420 Psoriasis / Pustulosen / Pruritus / Prurigo 317
Pleuradrainagen 23 Pityriasis rosea Gibert, Pityriasis varioliformis
Diagnostische Schlafuntersuchungen 346 MUCHA-HABERMANN 32
CPAP und Heimventilationseinstellungen 133 Akne vulgaris 174
Nageldystrophie 62
Rheumatologie Alopezia (alle Formen) 51
Ambulant untersuchte PatientInnen 3 066 Mundschleimhaut- und Zungenveränderungen 33
Konsilien bei stationären PatientInnen 442 Haut-Tumoren
Erstbehandlungen 1 059 Gutartige Tumoren 740
Therapie in der Tagesklinik 388 Präkanzerosen 318
Spezialbehandlungen Basaliom / Spinaliom 312
Sonographien am Bewegungsapparat 380 Malignes Melanom 51
DXA-Befundungen (gemeinsam mit Endokrinologie) 1 131 Phlebologie, Angiologie
Bewegungstherapie total 40 306 CVI (Ulcera cruris, Komplikationen) 110
stationär 27 464
ambulant allgemein 11 137
ambulant aufwendig 1 705 Spezialkliniken
Gruppentherapie 7 289
stationär (Wassergruppe für Rückenpat., Übungs- Augenklinik
gruppe usw.) 675 Lider, Tränenapparat, Orbita
ambulant (Gruppe für Bechterew, RA, Rückenschule, Grosse Lidoperationen 221
Osteoporose usw.) 6 614 Kleine Lidoperationen 185
Enukleation / Evisceration / Orbitaeingriffe 13
Endokrinologie Wundversorgung der Lider 12
Konsilien 2 930 Tränenwegseingriffe 39
Konsilien ambulant (Neuzuweisungen) 455 Kleine Eingriffe, DCR auf HNO 13
Diabetische Fusssprechstunde 211 Bindehaut
Diabetes-Beratungen gesamt 2 761 Kleine Operationen inkl. Pterygium 104
Ernährungsberatungen gesamt 6 339 Muskeln
Feinnadelpunktion Schilddrüse 32 Schieloperation am geraden Muskel 70
Schieloperation am schrägen Muskel 10
112 Kennzahlen

Hornhaut und Sklera Hals-, Nasen-, Ohren-, Gesichts-Chirurgie


Perforierende Keratoplastik 12 Operationen und diagnostische Eingriffe
Perforierende Keratoplastik mit Kat Op 0 Nase, Nasennebenhöhlen 1 568
Lamelläre Keratoplastik 15 Speicheldrüsen, Rachen und Mundhöhle 777
DSEK Endotheltransplantation 54 Gesicht und Hals 1 000
Astigmatismus Keratotomie 12 Endoskopische Eingriffe 642
Hornhaut- und Skleranaht 11 Ohrmuschel, Mittelohr, Schädelbasis 1 601
Sonstige Operationen an der Hornhaut, z.B CCL, Div. kleinere Behandlungen 1 225
Tätowage 104 Total (Luzern, Wolhusen, Sursee, SPZ*) 6 813
Linsen * inkl. Anteil konsiliarischer operativer Tätigkeit am Paraplegikerzentrum Nottwil (SPZ)

Katarakt Op mit IOL 2 683 Audiologie


Katarakt Op ohne IOL 6 Ton- / Sprachaudiometrien, Hörgeräteexpertisen 6 197
Kombinierte Katarakt und Glaukom Op 67 Objektive Audiometrieverfahren (OAE, BRA, Tymp) 4 558
Sekundärimplantation, IOL Wechsel u. Reposition, Neurootologie
Artisan 67 Vollständige Vestibularisprüfungen
Phake IOL, ICL usw. 15 (inkl. Videonystagmographie) 412
Nachstar, vordere Vitrektomie 3 Isolierte Lagerungsprüfung / Repositionen 396
Netzhaut / Glaskörper Hyperbare Sauerstofftherapien (Anzahl Fahrten) 165
PPV 282 Phoniatrie und Kinderaudiologie
Kombinierte PPV mit Phako und IOL 270 Erstuntersuchungen mit fachlicher Beurteilung 593
Silikonölentfernung 24 Behandlung und regelmässige Kontrollen 1 256
Intravitreale Injektion und GK Punktion 2 347
Eingriffe mit dem Endoskop 8 Gynäkologie / Geburtshilfe Luzern Sursee Wolhusen
Plomben- und Cerclagenoperation 19 Operationen 6 455
Plomben- und Cerclagenentfernung 16 Geborene Kinder 3 049
Netzhautkryo allein 10 Frühgeborene 319
Glaukom US-Untersuchungen 9 017
Trabekulektomie 76
Kombinierte Katarakt und Glaukom Op (siehe Linsen) Kinderspital
Revision Glaukom Op 47 Zusammenfassung stationärer Bereich
Cyklodialyse 5 Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Tagen 7.1
Cyklophotokoagulation 46 Durchschnittliche Bettenbelegung in Prozent 86.4
Cyclokryokoagulation 0 Interdisziplinäre Neonatologie und Intensivmedizin
Iridektomie 0 Total 376
Drainage Implantation (Ahmed, Baerveldt, Molteno usw.) 26 Neonatologische / pädiatrisch-kinderchirurgische
Drainagenentfernung und Drainagenrevison 6 Intensivstation 632
Verschiedenes Pflegetage 7 928
Narkoseuntersuchung 66 Kat. Ia 51
Bulbusperforationen 12 Kat. Ib 956
Kleine Eingriffe, z.B. Temporalis Biopsie 36 Kat. II 1 505
Kleine Eingriffe in der Vorderkammer 56 Kat. III 5 416
Irisnaht / Irisrekonstruktion allein 4 <28. SSW 31
Laser 28. bis 31. 6 / 7 SSW 41
YAG Iridotomie 33 32. bis 36. 6 / 7 SSW 155
YAG Kapsulotomie 182 37. bis 41. 6 / 7 SSW 148
ALK und TTT 769 >42. SSW 1
PDT 8 Total 376
Excimereingriffe Augenklinik KSL externe Transporte 150
PTK 56 FKL-Transporte 168
OF-Ablation 343 Konsiliardienst Neue Frauenklinik / Wolhusen
Enhancement 64 Vorsorge-Untersuchung gesunder Neugeborener 2 248
Lasik 0 Ambulanter Bereich (Konsultationen) Notfallstation
Gesamteingriffe Augenklinik LUKS Pädiatrie 4 554
Excimereingriffe Sursee davon stationäre Aufnahmen 1192
OF-Ablation 162 Kinderchirurgie (inkl. Spezialsprechstunden) 6 443
Enhancement 34 davon stationäre Aufnahmen 1066
Summe aller Eingriffe 8 723 Total Notfallstation 10 997
Kennzahlen 113

Tagesklinik Institute Luzern Sursee Wolhusen


Pädiatrie 3 718
Kinderchirurgie 1 486 Anästhesie
Spezialsprechstunden Pädiatrie (Konsultationen) Anästhesie
Allgemeine Pädiatrie (inkl. Hämatologie und Infektiologie) 506 Allgemeinanästhesie 15 605
Endokrinologie 413 Regionalanästhesie 7 397
Funktionstests 66 Kombinationsanästhese 2 427
Gastroenterologie inklusive Cystische Fibrose 1 166 Stand by; Monitored Anesthesia Care (MAC) 5 193
Endoskopien GI-Trakt 115 Anästhesien gesamt 30 622
Kardiologie 1 128 Rettungsdienst
Farbdoppler-Echokardiographien 1 478 D1 878
Nephrologie 464 D2 4 456
Neuropädiatrie 2 257 D3 5 763
EEG 1 327 Gesamteinsätze 11 097
Onkologie 597
Neuerkrankungen total (Patienten) 17 Radio-Onkologie
Pneumologie / Allergologie 966 Tumorstatistik
Lungenfunktionstests 530 Haut 57
Bronchoskopien 18 Kopf / Hals 87
Allergietests 457 Gehirn 30
Rheumatologie 440 Thorax / Lunge 65
Gelenkspunktionen 32 Verdauungstrakt 102
Operative Tärigkeit Kinderchirurgie Urol. / männliches Genitale 82
Neurochirurgie 53 weibliches Genitale 45
Kiefer- / Gesichts-Ohrchirurgie 231 Mamma (männlich / weiblich) 295
Eingriffe am Hals und Thorax 92 Knochen / Weichteile 15
Viszerale Chirurgie 442 maligne Lymphome / Hämoblastosen 45
Minimal-invasive viszerale Eingriffe 40 Metastasen / Rezidive 225
Urologie 545 Auge 2
Herz- und Gefässchirurgie 74 Kinder 2
Traumatologie / Orthopädie 674 unbekannter Primärtumor 6
Eingriffe an Haut und Weichteilen 698 Lymphknoten-Rezidiv 4
Diagnostische Eingriffe 184 Total 1 062
Total Eingriffe (im OP-Bereich) 3 033
Konsiliar- und Liaisonpsychiatrischer Apotheke (Einkaufspreis in CHF)
Dienst (Patienten) Medikamentenverbrauch
Pädiatrie 182 Nervensystem 4 535 563
Kinderchirurgie 61 Herz und Kreislauf 846 650
Total 243 Lunge und Atmung 264 181
Ergotherapie Gastroenterologika 187 088
Stationäre Behandlungen 889 Niere und Wasserhaushalt 2 102 601
Ambulante Behandlungen 1 563 Blut 4 393 807
Physiotherapie Stoffwechsel 18 199 567
Stationäre Behandlungen 4 626 Onkologika 12 391 377
Ambulante Behandlungen 2 580 Antiinfektiosa 3 641 603
Sozialdienst Gynäkologika 393 464
Beratungen 569 Dermatologika 679 658
Patientenschule Ophthalmologika 5 070 613
Anzahl Patienten 465 Oto-Rhino-Laryngologika 173 155
Kinderschutz Diagnostika 2 633 753
Anzahl Patienten 80 Antidota 35 814
Total alle Präparate 44 210 343
114 Publikationen

Medizin Jamshidi P, Toggweiler S, Erne P. In-stent restenosis and thrombosis


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Thum P, Dohr D, Kothbauer K, Schmitt-Mechelke T. Glioblastoma mul-
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Dohr D, Engenhart-Cabillic R, Greiner RH. Strahlentherapie des Ova-
rialkarzinoms. Onkologe 2008; 14: 1151–1156

Stab Medizin
Qualitäts- und Riskmanagement
Publikationen
Kaufmann T, Smits T, Schuepfer G, Konrad C. Safety culture assess-
ment: A tool to support the culture transforming process to impro-
vepatient safety. European Journal of Anesthesiology, 1AP3-5, Vol 25,
Supplement 44, 2008; 12–13
Kaufmann T, Smits T, Schuepfer G, Konrad C. Objective and subjective
workload in the OR. A survey of different occupational groups versus
an objective measure of workload. European Journal of Anesthesio-
logy, 12AP8-6, Vol 25, Supplement 44, 2008; 184–185
Rentsch HP, Kaufmann T. Klar definierte Zielsetzungsprozesse bei
Eintritt führen zu massgeblicher Verkürzung der Aufenthaltsdauer in
der stationären Rehabilitation des zerebrovaskulären Insults, Neuro
Rehabil 2008; 14 (5): 254–264
Die LUKS-Organisation seit 1. Januar 2008

Spitalrat

Stab Medizin Stab Direktion


Arbeitsmedizin, Hygiene, Medizin-/ Direktor Kommunikation, Multiprojektmanagement,
Pflegeinformatik, Medizinalcontrolling, Recht
Qualitäts-/Riskmanagement

Geschäftsleitung
Geschäftsleitungsausschuss

Departement Departement Departement Departement Departement Departement Departement Departement Departement


Wolhusen Sursee Chirurgie Medizin Spezialkliniken Kinderspital Institute Pflege, BW &
Soziales Infrastruktur
D-BW D-BW D-BW D-BW D-BW D-BW D-BW

Anästhesie Anästhesie Chirurgische Privatabteilung Hals-Nasen- Pädiatrie Radiologie Pflege- Finanzen


Klinik Innere Ohren-Klinik entwicklung/
Medizin -qualität

Innere Innere Herz-/ Innere Augenklinik Kinderchirurgie Radio-Onkologie Fachberatung Personaldienst


Medizin Medizin Thorax-/ Medizin,
Gefässchirurgie med. IPS

Chirurgie & Chirurgie & Orthopädie Spezialmedizin 1 Frauenklinik Pathologie Ausbildung Informatik
Orthopädie Orthopädie

Gynäkologie/ Gynäkologie/ Urologie Spezialmedizin 2 Höhenklinik Apotheke Weiterbildung Ökonomie


Geburtshilfe Geburtshilfe Montana

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Sicherheit

Operationssäle Rehabilitation Anästhesie/ Seelsorge


chir. Intensivmed
/Rettungsmed./
Schmerztherapie
Jahresbericht 2008

Luzerner Kantonsspital LUKS, Jahresbericht 2008

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