Sie sind auf Seite 1von 1

Literatur der Bundesrepublik Deutschland

K riegsende und Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 b ed eu teten fr alle Lebensbereiche einen tiefen Einschnitt.

Situation nach der Kapitulation 1945

Die deutsche Literatur erhielt wieder neue, lang unterdrckte Wir kungsmglichkeiten. Whrend der nationalsozialistischen Herrschaft waren viele bekannte deutsche Autoren emigriert (s. S. 218), einige Autoren waren in Deutschland geblieben und zhlten zur inneren Emigration (s. S. 226), viele verstummten, wurden von den National sozialisten ermordet oder nahmen sich aus Verzweiflung selbst das Leben. Das deutsche Publikum war 1933-1945 vllig isoliert von der literari schen Entwicklung anderer Lnder. Auch die Werke der Exilautoren waren im Ausland erschienen und in Deutschland nicht bekannt. Das Werk der Expressionisten und der Schriftsteller der Zwanziger Jahre war kaum rezipiert worden, da auch diese Literatur von den National sozialisten zum groen Teil unterdrckt, verboten oder verbrannt (s .S .218) worden war. Dennoch gab es keinen Nullpunkt fr die deutsche Literatur; viel Kein Nullpunkt mehr kann man von einem auerordentlich groen Nachholbedarf in der Literatur sprechen. Die Rezeption der im 20. Jh. bereits entstandenen Literatur mute nun nachgeholt werden; daneben waren die Erfahrungen und Probleme des gerade zu Ende gegangenen Krieges literarisch zu bewl tigen. Trotz zerstrter Stdte und damit auch zerstrter Theater, trotz Papierknappheit und zahlreicher Beschrnkungen im tglichen Leben begann sich schnell ein neues kulturelles Leben zu entwickeln. Die Literatur, die unmittelbar nach Kriegsende erschien, war zutiefst beeinflut vom Erlebnis des Krieges, von dem Versuch, das Grauen in Sprache zu fassen. Auch die Frage nach der Schuld und Verantwortung des deutschen Volkes wurde bald gestellt und ist bis heute nicht aus der deutschen Literatur wegzudenken. Die drei Linien der Nachkriegslite- Drei Linien der ratur - Literatur der zurckkehrenden Emigranten, die Literatur Nachkriegsliteratur derer, die in der inneren Emigration gelebt hatten und die Literatur der jungen Generation - bestimmten noch bis in die 50er Jahre das