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BÖSENDORFER

Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich Nr. 2 | April 2008

Im Interview: Kristin Okerlund

180 Jahre Bösendorfer – der Jubiläumsflügel

Das Resonanzkastenprinzip

P.B.B. | Postentgelt bar bezahlt | Verlagspostamt 1010 Wien


L. Bösendorfer Klavierfabrik GmbH, Bösendorferstraße 12, A-1010 Wien, mail@boesendorfer.com, www.boesendorfer.com | Falls unzustellbar bitte zurück an den Absender
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B Ö S E N D O R F E R – Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich

N A C H R U F

In Memoriam: Oscar Emmanuel Peterson


25. August 1925 – 23. Dezember 2007
Das Haus Bösendorfer trauert um einen Freund …

»V erdammt noch mal, Norman, wo kommt denn diese


Kiste her? Ich muss auch so eine haben!« Mit diesen
Worten des großen Jazzpianisten zu seinem Impresario, Nor-
große Festkonzert im Goldenen Saal des Wiener Musikverei-
nes anlässlich der 175-Jahr-Feierlichkeiten unseres Hauses.

man Granz, begann in den späten 70er-Jahren eine lange


Freundschaft. Die Kiste, die Oscar Peterson gemeint hat, war
nichts anderes als ein Bösendorfer Imperial und es war da-
P eterson, der am 15. August 1925 im kanadischen Montreal
geboren wurde, begann seine Karriere als Berufsmusiker
mit 17 Jahren. 1947 leitete er erstmals ein eigenes Trio. Der
mals ein besonderer Konzertabend in Wien mit vielen Drauf- große internationale Durchbruch gelang ihm, als Norman
gaben. »Ich drückte mich herum, bis das Publikum gegangen Granz (O. P.s Impresario und Freund) ihn im Rahmen der
war und sprintete dann förmlich zum Flügel zurück, um mich Konzertreihe »Jazz at the Philharmonic« in die Carnegie Hall
dann noch einmal an seiner unglaublichen Klangqualität zu nach New York einlud.
erfreuen. Norman war von meiner ersten Reaktion so über- Berühmt wurde der Tastenzauberer auch mit kleineren Be-
wältigt, dass er vergessen hatte, mir mitzuteilen, dass ein setzungen, wie Duos und Trios, sehr oft mit den Bassisten Ray
Vertreter der Firma Bösendorfer darauf wartete, zu erfahren, Brown und Niels-Henning Ørsted Pedersen sowie den Gitar-
ob ich mit dem Instrument, das sie bereitgestellt hatten, zu- risten Barney Kessel, Joe Pass oder Herb Ellis. Diese kammer-
frieden gewesen war. Kurz darauf nahmen sie Kontakt mit musikalisch orientierten Formationen kamen meistens ohne
mir auf und baten mich, mir ein Klavier nach meinem Ge- Schlagzeuger aus.
schmack auszusuchen, wenn ich das nächste Mal in Wien Peterson spielte mit den ganz Großen der Jazzgeschichte, u.a.
war – ein Angebot, das ich unmöglich ausschlagen konnte!« mit Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Count
(Aus dem Buch »Oscar Peterson – Meine Jazz Odyssee«, S. 294 f.) Basie, Nat King Cole und Duke Ellington, u. v. a.
Achtmal wurde er mit Grammys ausgezeichnet, darunter

E inen Tag vor dem Heiligen Abend, am Sonntag, 23. Dezem-


ber 2007, verstarb der legendäre kanadische Jazzpianist
und Jazzkomponist Oscar Peterson im Alter von 82 Jahren in
1997 für sein Lebenswerk. Mehr als ein Dutzend Universitä-
ten verliehen ihm Ehrendoktor-Würden. Im Jahr 2000 wurde
er zudem mit dem Musikpreis der UNESCO geehrt.
seinem Haus in einem Vorort von Toronto.
Oscar Peterson hatte 1993 einen Schlaganfall erlitten, von Oscar, wir danken dir, dass du mit unseren »Kisten« den Mu-
dem er sich jedoch wieder erholt hatte. Seine berühmte »Lin- sik- und Jazzfreunden in aller Welt so viel gegeben hast!
ke« jedoch blieb davon nachhaltig beeinträchtigt. In Öster-
reich trat Peterson zuletzt im November 2003 auf. Es war das Stefan Radschiner

Oscar Peterson im Goldenen Saal des Wiener Musikvereines im November 2003 anlässlich der 175-Jahr-Feierlichkeiten unseres
Hauses – sein letzter Auftritt in Österreich.

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E D I T O R I A L

Editorial
Liebe Leserinnen und Leser!

1828 ist mit der Gründung


von Bösendorfer ei-
nes der bedeutendsten Jahre in
neue Geschäftsführer Yoshichika Sakai, welchen wir Ihnen in
diesem Zusammenhang auch vorstellen dürfen (S. 11).

der Klavierbaugeschichte. Das Ziel


von Ignaz Bösendorfer, Klaviere
höchster Qualität mit einem ein-
D ass Tradition und Innovation einander bestens ergän-
zen, zeigen sowohl der Computerflügel CEUS als auch
die High End Bösendorfer Lautsprecher, welche ebenso wie
zigartigen Klang zu bauen, ist bis die Klaviere in unserer Wiener Neustädter Klaviermanufaktur
heute oberste Priorität der öster- gebaut werden.
reichischen Klaviermanufaktur.

E in Wissen, das von Generation


zu Generation weitergegeben wird und 180 Jahre Klavier-
H erzlich bedanken möchte ich mich für die zahlreichen
positiven Rückmeldungen zur ersten Ausgabe der neu-
en Bösendorfer Zeitschrift. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen
baukunst bilden das Fundament der einzigartigen Qualität bei der Lektüre dieser Jubiläumsausgabe viel Vergnügen und
und des außergewöhnlichen Klangfarbenreichtums der Bö- freue mich auch in diesem Jahr, viele Leser persönlich in un-
sendorfer Klaviere. In diesem Zusammenhang berichtet der serem Haus in der Graf Starhemberg-Gasse oder im soeben
technische Direktor Ferdinand Bräu im ersten Teil der Facto- renovierten Bösendorfer Stadtsalon im Musikvereinsgebäu-
ry-Reihe über das Resonanzkastenprinzip bzw. die konstrukti- de begrüßen zu dürfen.
ven und klanglichen Besonderheiten von Bösendorfer (S. 14).
Zum Auftakt dieser Serie über das Handwerk bei Bösendorfer
sehen Sie auf dem Cover Robert Wöhrer bei der anspruchs-
vollen Tätigkeit des Stegstechens.

Ü ber die Bedeutung des Wiener Klanges für die internati-


onale Musikwelt und weshalb Bösendorfer auch unter
Yamaha ein österreichisches Unternehmen bleibt, spricht der
Simon Oss
Sales Manager Asia

Inhaltsübersicht
In Memoriam: Oscar Emmanuel Peterson .................................. 2 Yoshichika Sakai – Liebhaber des Wiener Klanges
Editorial · Impressum ............................................................................ 3 wird neuer Bösendorfer CEO ............................................................ 11
Im Interview: Kristin Okerlund Der »180 Jahre Jubiläumsflügel« – limitierte Auflage .......... 12
Korrepetition – die Kunst der Vielfältigkeit ................................. 4 Kooperationskonzerte ......................................................................... 13
Ein Flügel als Filmstar ........................................................................... 6 Der Klang, der berührt – Teil 1
Der »Sturzflügel« – die Two Moors Story ..................................... 7 Das Resonanzkastenprinzip ............................................................. 14
Jancy Körössy und Ramona Horvath exklusiv Klang-Welt-Experten .......................................................................... 16
im Bösendorfer Factory Concert ...................................................... 8 CEUS – »Training on the Job« .......................................................... 18
UMworben – ERworben Bösendorfer Audio und Musik im Grand Hotel ....................... 19
Tobias Moretti erfüllt sich einen Traum ........................................ 9 HIGH END Messe München 2008 ................................................ 19
Mit Schubertschen Melodien eingeweiht – Kontakt .................................................................................................... 20
180 Jahre Bösendorfer ........................................................................ 10

Impressum · Herausgeber, Medieninhaber, Verleger: L. Bösendorfer Klavierfabrik GmbH, Graf Starhemberg-Gasse 14, A-1040 Wien, Tel. 01.504.66.51-0 · Gestaltung und Layout: FineStudios®,
Wien. Produziert und gedruckt in Österreich. Vertrieb: Eigenvertrieb an Bösendorfer Freunde und Musikinteressierte. Redaktionsanschrift: L. Bösendorfer Klavierfabrik GmbH, z.H. Simon
Oss, Graf Starhemberg-Gasse 14, A-1040 Wien. Chefredaktion: Agnes Domfeh, Simon Oss. Autoren: Mario Aiwasian, Dieter Autengruber, Ferdinand Bräu, Agnes Domfeh, Manfred Häfele, Dr.
Rupert Löschnauer, Dr. Michael Nießen, Simon Oss, Mag. Stefan Radschiner. Fotos: Mario Aiwasian, John Borge, David A. Czihak, Agnes Domfeh, Herbert Druml, FineStudios®, Monika Frank,
Grand Hotel Wien, Harri Mannsberger, David M. Peters, Mag. Stefan Radschiner, G. Ringhofer, Christian Schoppe. Lektorat: Mag. Gabriele Grinschgl. Grundlegende Richtung bzw. Offenlegung
laut Mediengesetz: Zeitschrift für Musikinteressierte und Freunde von Bösendorfer in Österreich. Druck- bzw. Satzfehler und Irrtümer, auch bei Preisangaben, vorbehalten. Für unverlangt
eingesandte Bilder und Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers gestattet. Alle Rechte vorbehalten. Namentlich
gekennzeichnete Beiträge stellen die Meinung des Autors, aber nicht immer die Meinung des Herausgebers dar. Bei Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

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I n t e r v i e w

Im Interview: Kristin Okerlund


Korrepetition – die Kunst der Vielfältigkeit
Kristin Okerlund studierte am St. Louis Conservatory of Music, University of Illinois und am Kon-
servatorium der Stadt Wien. Sie gibt international Konzerte als Solistin sowie als Begleiterin von
Bernd Weikl, Walter Berry, William Warfield, Johan Botha, Klaus Maria Brandauer, Nancy Gustafson,
Angelika Kirchschlager, Ildiko Raimondi, Heinz Zednik, Neil Shicoff, Giuseppe Sabbatini, Bo Skovhus,
Edita Gruberova, Heidi Brunner, Janina Baechle und vielen anderen.

S eit 1993 ist sie an der Wiener Staatsoper engagiert und

Foto: John Borge


arbeitete mit Dirigenten wie Sir Georg Solti, Zubin Mehta,
Giuseppe Sinopoli, Seiji Ozawa und Bertrand de Billy. Im In-
terview sprach Kristin Okerlund über ihre Tätigkeit als Kor-
repetitorin sowie den von ihr geleiteten Masterstudiengang
»Korrepetition Oper« an der Konservatorium Wien Privatuni-
versität.

Simon Oss: Frau Okerlund, wie ist eigentlich Ihr klassischer Ta-
gesablauf an der Oper?
Kristin Okerlund: Wir haben normalerweise von zehn bis eins
und von fünf bis acht Proben. Bei klassischen Korrepetitions-
stunden arbeite ich mit jeder Person eine Stunde, manchmal
zwei. Das hängt davon ab, wie lange die Rolle ist und wie lange
der Sänger braucht. Oft haben wir aber auch szenische Proben.
Orchesterproben gibt es nur bei Premieren oder Neuinszinie-
rungen, ansonsten sind alle Proben mit Klavier.

Simon Oss: Das Anforderungsprofil an einen Korrepetitor reicht,


wie Sie erkennen lassen, weit über das rein pianistische Können
hinaus. Worin sehen Sie die wesentlichen Aufgaben?
Kristin Okerlund: Korrepetition ist – wie der Name sagt – die
Arbeit mit dem Sänger, wobei man wiederholt, wiederholt und
wiederholt. Wir sind da, um den Sängern beizubringen, dass
sie die richtigen Töne singen, den richtigen Rhythmus haben
und die Sprache stimmt. Dann gehen wir weiter und arbeiten
musikalisch.

Simon Oss: Inwieweit nehmen Sie dann auch gesangliche Kor- Kristin Okerlund gibt international Konzerte als Solistin sowie
rekturen vor? als Begleiterin von namhaften Sängerinnen und Sängern. Sie
Kristin Okerlund: Es ist wahnsinnig wichtig, ein gutes Ohr zu lebt und arbeitet in Wien.
haben. Wenn ein Sänger zu hoch singt oder die Stimme zu
»halsig« klingt, dann weise ich den Sänger schon darauf hin,
aber technisch – finde ich – darf ein Korrepetitor nicht mit Simon Oss: Abgesehen von diesen didaktischen Fähigkeiten,
einem Sänger arbeiten. Das ist eine sehr heikle Sache. Wir welches Wissen und Können muss ein Korrepetitor Ihrer Mei-
können natürlich Tipps geben, aber wenn man nicht wirklich nung nach noch haben?
eine starke technische Basis hat, kann man einen Sänger sehr Kristin Okerlund: Was Sprachen betrifft, Deutsch und Italie-
schnell wohin drängen, wo der dann nichts mehr kann. Ich hab nisch müssen beherrscht werden, man muss korrigieren kön-
das oft erlebt. nen. Französisch ist auch wichtig, Englisch hauptsächlich für
die Kommunikation. Russisch, Tschechisch … das wäre natür-
Simon Oss: Hat eine derartige Arbeit dann nicht ein sehr hohes lich toll, aber man kann nicht alles können.
Konfliktpotenzial? Es ist auch wichtig, mit dem Sänger zu atmen, weil jeder einen
Kristin Okerlund: Das ist auch ein Teil von Korrepetition, die Tü- anderen Rhythmus hat. Man merkt auch bei den Dirigenten,
cken, das Psychologische zu sehen um dann mit jedem Sänger wenn sie wirklich mit den Sängern atmen, funktioniert es viel
anders umzugehen. Oft kommt aber auch ein Sänger rein und leichter, besser und natürlicher. Man schaut auch mit den Sän-
man hört die Lebensgeschichte, die Probleme und man spielt, gern, wo sie atmen sollen, wo es Sinn hat mit der Sprache und
wenn ich so sagen darf, manchmal auch den Psychiater. der musikalischen Phrase.

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Foto: Herbert Druml
Kristin Okerlund beim »Heiligenkreuzer Festival 2006« mit dem Klarinettisten Roger Salander.

Simon Oss: Einen ganz wesentlichen Teil der Aufgaben, die Noten hin und erwarten, dass man spielen kann. Und eigent-
man klassisch dem Dirigenten zuordnen würde, übernimmt lich muss das gehen. Manchmal muss man ohne Vorwarnung
also der Korrepetitor? transponieren können und manchmal sogar von einer Orches-
Kristin Okerlund: Genau. Und früher waren fast alle Dirigen- terpartitur spielen.
ten auch Korrepetitoren und haben so gelernt, mit Sängern Klanglich versuchen wir Korrepetitoren immer wie ein Orches-
umzugehen und zu atmen. Das ist heute vielleicht ein großes ter zu klingen. Wobei das Spiel mit sehr viel Freiheit verbunden
Manko. ist. Wenn man zwei verschiedene Klavierpartituren anschaut,
können sie völlig unterschiedlich sein. Denn irgendjemand
Simon Oss: Nachdem Sie derart intensiv mit Sängern arbeiten, hat die Orchesterpartitur genommen und sie so komprimiert,
singen Sie eigentlich auch selbst bzw. erwarten Sie dies von Ih- dass ein Pianist sie spielen kann. Und dieser hat rausgenom-
ren Studenten? men, was seiner Meinung nach wichtig ist, ein anderer findet
Kristin Okerlund: [lacht] Meine Studenten werden von mir etwas anderes wichtig. Deshalb sage ich auch zu meinen Stu-
zum Wahnsinn getrieben. Ich werde nie vergessen, meine ers- denten, wenn irgendetwas zu schwer zu spielen ist, kann man
te Stelle war an der Kammeroper. Werner Henzes »Englische das vereinfachen oder umgekehrt Oktaven dazugeben, wenn
Katze« habe ich korrepetiert. Und es war wahnsinnig schwer es mehr Unterstützung vom Orchester braucht.
zu spielen, ich habe monatelang geübt, damit ich es wirklich
gut spielen kann. Die erste Korrepetitionsstunde war mit Hel- Simon Oss: Passt man das Spiel also auch an den Sänger an?
mut Wildhaber. Und er kommt rein und ich hab angefangen Kristin Okerlund: Man muss schon ein bisschen unterstützen
zu spielen und es war eine Stelle, an der der Sopran singt. Ich oder aber weniger geben. Es hängt immer vom Sänger und
habe einfach weiter schön gespielt und mich konzentriert und vom Stück ab. Aber wenn jemand zu mir kommt und mit einer
er hat nicht eingesetzt. Und ich sage: »Ja, du musst singen!« kleinen Piepsstimme Wagner singen will, verweigere ich mich
und er »Wie soll ich hineinkommen, wenn ich den Sopran wie ein Vogel dazusitzen und leise zu spielen, denn das wird
nicht hör?« und ich sag »Ja, sie ist jetzt nicht da!« – »Nein, du nachher mit dem Orchester auch nicht passieren.
musst singen!« – »Warum, ich bin eine Pianistin, ich muss das
nicht machen!«. … Er hat mir eigentlich gezeigt, wie wichtig Simon Oss: Haben Sie als Korrepetitorin auch spezielle Anfor-
das ist, niemand hat mir das vorher gesagt. Und ich musste derungen an Ihr Klavier?
das sehr schnell nachholen. Und ich verlange jetzt von meinen Kristin Okerlund: Ich finde es wichtig, ein tolles Instrument
Studenten, dass sie immer singen. Die mögen’s nicht, aber es zu haben. Wenn die klanglichen Nuancen da sind, ergibt sich
muss einfach kommen. eine andere Qualität und eine andere Unterstützung für die
Heute hatte ich eine Probe, der Sänger hat ungefähr zehn Wor- Sänger. Sie können jeden Sänger fragen, ob er lieber mit den
te gehabt und ich musste alles andere singen, die Leonora-Arie, Wiener Philharmonikern oder irgendeinem mittelmäßigen
die Duette … aber es muss sein, es ist wahnsinnig wichtig. Orchester spielt. Und sie werden alle Wiener Philharmoniker
sagen, weil sie dann besser singen werden, wenn sie diese Un-
Simon Oss: Gibt es auch pianistisch besondere Anforderun- terstützung haben und diese Qualität. Und das ist mit dem
gen? Klavier nicht anders.
Kristin Okerlund: Man muss irgendwie »allround« ausge- Ich selbst bin ein Bösendorfer Fan. Im Diskant ist Bösendor-
bildet sein. Zuerst muss man Soloklavier studieren, um das fer jetzt sehr klar und hat trotzdem diesen runden Klang im
technische Niveau zu erlangen. Und wenn das Orchester zum Bass. Ich glaube, ich habe, bevor ich nach Wien gekommen bin,
Beispiel ein Klavier, eine Orgel oder eine Celesta benötigt, dann nur einmal in meinem Leben einen Bösendorfer gespielt. Bei
spielt das auch der Korrepetitor. einem Wettbewerb von Brahms die Händelvariationen. Und
Dann muss man vom Blatt lesen können. Und ich sehe das wissen Sie, das war’s! Es gibt Töne, die hat man nur auf einem
auch bei meinen Studenten, wenn man das nicht von Natur Bösendorfer. Es hat so viel Spaß gemacht. Das gilt für mich
aus kann, ist es wahnsinnig schwer. Die Sänger rufen mich an auch in der Oper, man kann den Orchesterklang nachmachen
und sagen, sie wollen arbeiten. Dann kommen sie, stellen die und mehr Unterstützung geben. Ich find’s toll!

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NEWS & TIPPS

Ein Flügel als Filmstar


Wie dank der Suche nach einer Requisite ein Flügel von Ignaz Bösendorfer zum Filmstar wurde.

A ls die MR Film als Produzent des Kinofilmes »La Bohème«


mit Anna Netrebko und Rolando Villazón im Jänner die-
ses Jahres einen Flügel für das Studio der beiden Künstler an-
fragte, wurde schon dezent angedeutet, dass eventuell auch
ein historischer Flügel (»braun furniert« … «gedrechselte Bei-
ne« …) als Requisite für die Dreharbeiten des Filmes benötigt
werden würde …
Zu Beginn der Dreharbeiten wurde zunächst ein klassisches
Bösendorfer Modell 170 in das Künstlerzimmer der Rosenhü-
gelstudios gebracht. Die Sänger, allen voran Rolando Villazón,
freuten sich besonders über das schöne Instrument. Eines Ta-
ges ereilte uns dann der Anruf des Requisiteurs, der sich nach
dem braunen Flügel für den Salon des »Lord« in der »Bohè-
me« erkundigte. Das Instrument würde dringend gebraucht
werden.

Ein freudiges Ereignis

E in letzter eiliger Rundgang des Requisiteurs mit unserem


Serviceleiter durch die Depots der alten Fabrik führte so-
dann zu einem freudigen Ereignis:
Agnes Domfeh freut sich gemeinsam mit Rolando Villazón
über den wieder aufgetauchten Ignaz Bösendorfer Flügel.

Unter einer schweren Decke befand sich der alte Ignaz Bö- Besonderes, ein Instrument des Biedermeier sein eigen nen-
sendorfer Flügel, welcher die gewünschten gedrechselten nen zu können (Salon des »Lord«).
Beine aufweisen konnte. Einen würdigeren und stimmigeren Auftritt für diese »alte
Die große Überraschung: Es handelt sich hierbei um einen Dame« aus dem Hause Bösendorfer hätte man wohl kaum
der höchst selten anzutreffenden Ignaz Bösendorfer Flügel finden können.
aus dem späten Biedermeier. Weltweit ist kein Dutzend die-
ses Flügelmodells mehr erhalten. Agnes Domfeh
Stilistisch passt das wunderbar erhaltene Klavier in die bei-
den für das Filmprojekt relevanten Epochen: Einerseits in das LA BOHÈME ist eine Kinofilmproduktion der MR Film in Ko-
Biedermeier als historische »Echtzeit« der Bohème, anderer- produktion mit Unitel (D), hergestellt mit Unterstützung von
seits in die Belle Epoque als filmische »Echtzeit« dieser Pro- ÖFI (Österreichisches Filminstitut), FFW (Filmfonds Wien), ORF
duktion (konkret: 1902), denn schon damals galt es als etwas Film-/Fernsehabkommen.

Empfehlung:
Die exquisite Besetzung der »Bohème« sowie Robert
Dornhelm als Regisseur und Walter Kindler hinter der
Kamera machen den Film zu einem echten Ereignis!
Anna Netrebko Mimi
Rolando Villazón Rodolfo
Nicole Cabell Musetta
George von Bergen Marcello
Adrian Eröd Schaunard
Vitalij Kowaljow Colline
u. a.

Links: Ein würdiges Comeback für den alten Ignaz Bösendorfer


Flügel als Hauptdarsteller im Bereich Tasteninstrumente in »La
Bohème«.

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TWO MOORS STORY

Der »Sturzflügel« – die Two Moors Story


Im Frühjahr 2007 ging eine tragische Klaviergeschichte um die halbe Welt. Das »TWO MOORS
FESTIVAL« im südenglischen Devon konnte nach zwei Jahren Fundraising endlich seinen Bö-
sendorfer »Imperial« kaufen. Bei der Anlieferung passierte das Unvorstellbare.

Z wei Jahre lang hatten die künstlerischen Leiter des »Two


Moors Festivals« (Dartmoor & Exmoor) Penny und John
Adie und die Ladies und Sirs des ehrenwerten Festival-Ko-
mitees Geld gesammelt, bis sie endlich einen neuen Flügel,
den sie an den verschiedenen Konzertplätzen in ganz Devon
einsetzen wollten, kaufen konnten. Im April sollte das neue
Klavier geliefert und eingeweiht werden. Doch dann passier-
te genau das, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen:
Kurz vor der Aufstellung an seinem neuen Hauptstandort lag
plötzlich der Bösendorfer Imperial wie ein Käfer hilflos auf
dem Rücken. Ein Albtraum.
Mr. Adies Verzweiflung ging durch die Medienwelt: »Bösen-
dorfers are like the Stradivarius of the piano world … They are
simply irreplaceable.«

U nser Haus ist mit den Veranstaltern in Kontakt getre-


ten und hat ein Ersatzinstrument angeboten, das dann
auch am 28. September 2007, direkt aus Wien, mit der Firma
Hengster, unserem langjährigen Speditionspartner, sicher
zugestellt werden konnte.
Das Festival startete wie vorgesehen mit einem tollen Instru-
ment am 12. Oktober 2007 und dauerte bis zum 20. Oktober.
Sogar Her Royal Highness, The Countess of Wessex (Gattin
von Prinz Edward) gab dem Festival die Ehre.
Im kommenden Jahr soll das Klavier den Schwerpunkt der
Konzerte bilden und in Zusammenarbeit mit dem öster-
reichischen Kulturforum und der Außenhandelsstelle Lon-
don ein Österreich-Konzert stattfinden.
Stefan Radschiner

Flügellieferung, die Zweite: Die Kooperationspartner »Two


Moors«, »Spedition Hengster« und »Bösendorfer« vollbrachten
behutsam und unter großem medialem Interesse beim zwei-
Bilder, die um die halbe Welt gingen: Der sagenhafte Sturz des ten Anlauf die Lieferung des lang ersehnten Bösendorfer Im-
Bösendorfer Imperial. perial Flügels.

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K O N Z E R T E

Jancy Körössy und Ramona Horvath


exklusiv im Bösendorfer Factory Concert
Während eines Jazz Konzertes im Wiener Radiokulturhaus im Oktober 2007 erzählte der Jazz-
veteran Jancy Körössy von seiner nun seit genau 50 Jahren bestehenden Liebe zu Bösendorfer
und zum Imperial im Besonderen.

E inige Wochen später absolvierten der Pianist und seine


künstlerische Partnerin, die Pianistin Ramona Horvath,
anlässlich des persönlichen Bösendorfer Jubiläumskonzer-
tes von Jancy im Bösendorfer Saal eine Führung durch unse-
re Manufaktur in Wiener Neustadt – und waren begeistert.
Begeistert von der Hingabe, der Präzision und der Gewis-
senhaftigkeit, mit der die MitarbeiterInnen der Fabrik ihre
Instrumente bauen. Die für die beiden Künstler so deutlich
spürbare Leidenschaft der Mitarbeiter für deren Arbeit sowie
der unnachahmliche Klang der dort erzeugten Instrumen-
te ließen Jancy Körössy gleich vor Ort folgenden spontanen
Vorschlag machen: »Ich möchte mich sehr gern bei all den
wunderbaren Menschen in der Manufaktur von Bösendorfer
mit einem exklusiven Konzert in der Fabrik bedanken.« Die Jancy Körössy begeisterte zusammen mit seiner künstlerischen
Idee wurde von der Werksleitung mit Freude aufgenommen Partnerin Ramona Horvath die MitarbeiterInnen der Bösen-
und so fand am 27. November 2007 das allererste, den Mitar- dorfer Manufaktur in Wiener Neustadt.
beitern/innen von Bösendorfer gewidmete Fabrikskonzert in
der Geschichte des Hauses statt. Der Jazzveteran Jancy Körössy und die junge Pianistin
Horvath und Körössy gaben gerührt und bestens gelaunt ihr Ramona Horvath, eine Brücke zwischen Generationen
schwungvolles Konzert für die Belegschaft. Technische Bril-
lanz, höchste Musikalität sowie das einfühlsam harmonische
Aufeinanderzuspielen und das darauf folgende Sich-Vertie-
J ancy Körössy (1926 in Cluj, Rumänien, geboren) wird
von der Musikkritik als einer der »Giganten des Jazz«
betrachtet, als einer der interessantesten Jazzmusiker
fen in die fast tänzerische Zwiesprache mit dem jeweils eige- der Welt. Er gehört zu den Pionieren, die in den späten
nen Flügel begeisterten die MitarbeiterInnen. 60ern die Form des rumänischen Jazz geprägt und den
Sprung ins 21. Jhdt. geschafft haben. 1970 lässt er sich in

K ommentare aus dem Kreis der MitarbeiterInnen spre-


chen für sich: »… ein musikalisches Feuerwerk der Extra-
klasse!«, »Die Harmonie und die Begabung der beiden Pianis-
den USA nieder, wo er seine rege Tätigkeit als Pädagoge
und Interpret mit zahlreichen Tourneen in den Staaten
und in Mexiko entwickelt. Im Jahr 2001 kehrt er nach Eu-
ten war auch für uns spürbar« oder »Es erfüllt uns mit Stolz ropa (Bukarest, Paris) zurück, wo er zahlreiche Konzerte
zu erleben, welch wichtigen Beitrag wir mit der Produktion gibt und jährlich Meisterkurse hält.
unserer Bösendorfer Flügel für die Musikwelt leisten.«

Agnes Domfeh R amona Horvath (1975 in Rumänien geboren) ist Ab-


solventin der Musikuniversität Bukarest. Ihre reiche
Tätigkeit als Solistin und Kammermusikerin begann
schon 1992 auf der Bühne des Rumänischen Athenäums
und setzt sich mit Auftritten in Rumänien, Deutschland
und den USA fort.

P IANO DUO: 2003 beginnt die enge Zusammenarbeit


zwischen Jancy Körössy und Ramona Horvath, bald
darauf erfolgt die Gründung des PIANO DUOs mit Jazz-
bearbeitungen aus der rumänischen Klassik und Folklore
sowie aus dem reichen Fundus und Welterbe der klassi-
schen Musik. Die Vorträge und die erfolgreichen Auftritte
der beiden bei internationalen Festivals sind nicht ohne
Einst und jetzt: Jancy Körössy mit Nachhall geblieben: Im Sommer 2005 beantragte die Ru-
seinem ersten Bösendorfer Flügel mänische Radiogesellschaft eine Reihe von Aufnahmen
1957 (links) und mit dem 280-er im Stadtsalon 2007 (rechts). für das Nationale Erbe in dieser Duo-Formel.

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© Lionel Flusin
K U N D E N

UMworben – ERworben
Tobias Moretti erfüllt sich einen Traum
Tobias Moretti wurden in seinem Leben bisher zahlreiche Auszeichnungen verliehen, wie bei-
spielsweise der Bayerische Filmpreis (1995), der Goldene Löwe (1996), die Silver Tulip (1997), der
italienische Telegatto, der Bayerische Fernsehpreis (1999, 2004), der Grimmepreis (2000, 2002),
mehrmals die Romy sowie der Eysoldt-Ring der Deutschen Akademie der Darstellenden Küns-
te. Nun hat er sich selbst etwas verliehen: (einen Bösendorfer) Flügel.

T obias Moretti ist Mitglied in der internationalen Bösen- dorfer heftig UMworben

Foto: Christian Schoppe


dorfer Familie. Moretti, der nach der Matura zunächst ein und ein paar Monate
Kompositionsstudium an der Universität für Musik und dar- später ERworben. Schon
stellende Kunst in Wien begann, wechselte an die Otto Fal- als Kompositionsstu-
ckenberg-Schauspielschule in München. Ende der 80er Jahre dent in Wien habe ich
feierte er seine ersten Fernseh- und Filmerfolge. Neben seiner von einem Bösendorfer
Filmtätigkeit spielt er weiterhin Theater an verschiedenen geträumt, wegen sei-
Bühnen. Und so kam Tobias Moretti zu seinem Bösendorfer nes einzigartigen Tons,
Flügel: »Der Flügel und ich begegneten uns am Theater an der weich und trotzdem bril-
Wien: Im Januar 2007 wurde uns das Instrument für ›Der See- lant; es ist für mich eine
len wunderliches Bergwerk‹, einen Abend über Romantik und große Freude, dass dieser Tobias Moretti – willkommen in der
Industrialisierung mit dem Kammerorchester moderntimes Traum nun in Erfüllung Bösendorfer Familie!
1800, zur Verfügung gestellt. Bei dieser Arbeit habe ich mich gegangen ist.«
auf Anhieb in das Instrument verliebt, es bei der Firma Bösen- Agnes Domfeh

Tobias Moretti begegnete »seinem« Bösendorfer Flügel am Theater an der Wien. Bei der Arbeit zu »Der Seelen wunderliches Berg-
werk« verliebte er sich »auf Anhieb« in das Instrument …

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J U B I L Ä U M

Mit Schubertschen Melodien eingeweiht –


180 Jahre Bösendorfer
Als Ignaz Bösendorfer 1828 seinen eigenen Klavierbaubetrieb aufnimmt, zertrümmert der jun-
ge Franz Liszt gerade mit seiner impulsiven Spieltechnik fast jedes Klavier, das ihm zur Verfü-
gung steht. Auf Anraten einiger Freunde versucht er es mit einem Bösendorfer Flügel – dieser
hält seinem Spiel stand! Mit einem Schlag wird der »Bösendorfer« als Konzertflügel berühmt
– und das in einer Zeit, in der es nicht an Klavierherstellern mangelt. Allein in Wien sind zur Zeit
der Bösendorfer Firmengründung mehr als 150 Klavierbauer aktiv …

A m 26. März 1828 – im Gründungsjahr Bösendorfers – hat-


te der österreichische Komponist Franz Schubert sein
erstes und einziges öffentliches Konzert im Konzertsaal der
Gesellschaft für Musikfreunde in Wien gegeben – am 19. No-
vember starb er im Alter von nur 31 Jahren. 1928 – genau 100
Jahre später – urteilte Wilhelm Backhaus: »Ich habe die Bö-
sendorfer Flügel geliebt seit dem ersten Tage, wo ich einen
berührte und habe immer gefunden, dass sie sich sozusagen
von selbst spielen, da sie ohne Widerstand allen klanglichen
und technischen Intentionen des Pianisten entgegenkom-
men. Eine Mittellage von duftiger taufrischer Klangschönheit
wird von einem mächtigen Bassregister und einem glitzern-
den funkelnden Diskant eingerahmt und allen Stimmungen, Im Rahmen einer Ausstellung in Wien 1892 spielt Ludwig Bö-
vom Pathos bis zur tändelnden Grazie, wird dieses Klavier sendorfer Kaiser Franz Joseph I. auf dem Konzertflügel vor.
gleicherweise gerecht. (...) Zweifellos wurden die ersten Bö-
sendorfer mit Schubertschen Melodien eingeweiht und sie in die Innere Stadt in das Palais Liechtenstein in der Herren-
stecken heute noch drin ... .« gasse verlegt. Da die Reitschule des Fürsten Liechtenstein
eine bemerkenswerte Akustik aufwies, überredete Ludwig
Die drei Haupteigenschaften eines Qualitätsklavieres Bösendorfer den Fürsten, aus dieser Reitschule einen Kon-

C arl Hutterstrasser – Bösendorfer Eigentümer ab 1913 –


skizzierte in der Broschüre anlässlich der 100-Jahr-Feier
1928 »… die drei Haupteigenschaften eines Qualitätsklavie-
zertsaal zu machen. 1872 wurden die Umbauarbeiten been-
det und Hans von Bülow weihte den Saal mit einem Konzert
ein. Für Jahrzehnte war der neue Bösendorfer Saal auf Grund
res: unerschöpfliche Tonfülle, elastische Spielart und unbe- seiner überragenden Akustik der am meisten frequentierte
grenzte Dauerhaftigkeit …« und meint, diese »… findet man Konzertsaal für Kammermusik in Wien. 1931/32 entstand an
bei den Bösendorfer Klavieren vereint und sie sind es auch, dieser Stelle übrigens Wiens erstes Hochhaus.
die unseren Instrumenten zum Erfolg in der ganzen Welt den
Weg geebnet haben.« Angesichts der eingangs erwähnten
Legendenbildung rund um die herausragende Qualität eines
»Bösendorfers« eine durchaus ernst zu nehmende Beschrei-
C arl Hutterstrassers Söhne Alexander und Wolfgang tra-
ten 1931 als Mitgesellschafter ins Unternehmen ein. 1966
wurde Arnold F. Habig, Präsident der Kimball International
bung. Franz Liszt schwärmte noch 1870, also Jahrzehnte nach Inc., USA, zum neuen Bösendorfer Eigentümer. Nach ihm
seinem Debüt auf Bösendorfer: »Die Vollkommenheit eines wurde das »Habig-Foyer« im Bösendorfer Firmensitz in Wien
Bösendorfer übertönt meine idealsten Erwartungen ... .« benannt. 2002 gelangte die Klaviermanufaktur in den Besitz
der Bankengruppe BAWAG P.S.K. Eine Übernahme dieser Ban-
Jahre der Expansion kengruppe durch den US-Fonds »Cerberus« hatte einen neu-

L udwig Bösendorfer hatte die Geschäfte seines Vaters in


dessen Todesjahr 1859 übernommen. Seinem Sohn hatte
dieser noch rechtzeitig die Geheimnisse der Flügelproduk-
erlichen Verkauf Bösendorfers zur Folge.

Weichen für die Zukunft


tion anvertraut. Ludwig, ein hoch talentierter Musiker mit
außerordentlich gutem Gehör, verbesserte die Instrumente
derart, dass der Name Bösendorfer mit den Begriffen Musik
V on über 100 Interessenten erhielt nach mehrmonatigen
Verhandlungen und genauer Analyse der Businesspläne
im Dezember 2007 Yamaha den Zuschlag für Bösendorfer.
und berührender Klang untrennbar verknüpft wurde. 1860 Wesentliche Gründe hierfür waren unter anderem die Ver-
übersiedelte der Betrieb in eine neue Fabrik in Neu-Wien triebserfahrung des japanischen Unternehmens (Yamaha
mit angeschlossenem Konzertsaal für 200 Personen. Rasch baut seit 1900 Pianos und seit 1902 Flügel) sowie die geleis-
wurde auch diese Fabrik zu klein und 1870 wurde wieder um- tete Standortgarantie und der tiefe Respekt vor der Wiener
gezogen, diesmal in das heutige Firmengebäude in Wien 4, Klangkultur.
Graf Starhemberg-Gasse 14. Büro und Verkaufslokal wurden Hans Czihak und Simon Oss

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I M P O R T R Ä T

Yoshichika Sakai – Liebhaber des Wiener


Klanges wird neuer Bösendorfer CEO
Jahrzehntelange Managementerfahrung, kosmopolitischer Lebensstil und tiefer Respekt vor
der Wiener Klangkultur charakterisieren den neuen Bösendorfer Geschäftsführer. Die Beleg-
schaft begrüßte er mit einem Klavierrecital im Bösendorfer Saal.

B ereits bei der ersten


Pressekonferenz am 21.
Dezember 2007 betonten
es. Aber dem ist nicht so. Es muss verschiedene Kulturen ge-
ben und man muss diese respektieren.«
Nach einem neuerlichen Japanaufenthalt übernahm
die Yamaha Manager Hiroo Yoshichika Sakai als Managing Director die Verantwortung
Okabe (Member of Board für Yamaha Musikinstrumente und HiFi-Produkte in den
of Directors and Managing skandinavischen und baltischen Ländern. Die dort gesam-
Executive Officer Musi- melte Managementerfahrung führte ihn 2006 neuerlich
cal Instruments Business nach England und schließlich zu Bösendorfer. Herr Sakai: »Als
Group) und Hitoshi Fuku- ich informiert wurde, dass ich Geschäftsführer von Bösen-
tome (General Manager dorfer werden soll, habe ich mich sehr gefreut. Es ist so ein
Piano Division), dass der ehrenwerter Name und für solch eine berühmte Marke und
Firmensitz und die Produk- so hochwertige Klaviere zu arbeiten ist ein Traum für jeman-
tion Bösendorfers in Öster- Yoshichika Sakai – seit Januar den, der in der Musikindustrie tätig ist.«
reich bleiben werden. Die 2008 CEO (Chief Executive Offi-
Erhaltung des einzigartigen cer) von Bösendorfer. Der menschliche Faktor
Klanges und eine Stärkung
des Vertriebes sind oberste Priorität des neuen Eigentümers.
Bereits einen Monat nach dem Signing kam Yoshichika Sa-
B esonders angetan war Yoshichika Sakai von seinem ers-
ten Besuch in der Wiener Neustädter Manufaktur: »Ich
war sehr überrascht, als ich die Produktion in der Manufaktur
kai (*1953) als neuer Geschäftsführer nach Wien. Statt vieler sah. Ich war so erstaunt, dass die Produktion so persönlich
Worte begrüßte er die Mitarbeiter mit einem Chopin-Walzer ist, hinter jedem einzelnen Teil gibt es ein Gesicht, steht ein
am Bösendorfer Konzertflügel Modell 225. Mensch.«

Die Anfänge

Y oshichika Sakai nahm als Siebenjähriger seinen ersten


Klavierunterricht, sein erstes akustisches Klavier bekam
er jedoch erst mit zehn Jahren. Dieses Geschenk seiner Eltern
motivierte ihn sehr stark und so setzte er auch während sei-
nes Rechtsstudiums sein Klavierspiel fort. In Yamaha sah er
schließlich die Möglichkeit, seine Liebe zur Musik mit dem
Beruf zu verbinden.

Erste Auslandserfahrung in den Vereinigten Staaten

Y oshichika Sakai ist bereits fünfzehnmal umgezogen. Sei-


nen ersten längeren Auslandsaufenthalt hatte er in den
Vereinigten Staaten, wo er sieben Jahre lang für digitale Die sehr persönliche Art und Weise, auf die die Bösendorfer Ins-
Instrumente zuständig war und in intensivem Kontakt mit trumente gefertigt werden, beeindruckte Yoshichika Sakai sehr.
Pop- und Jazzmusikern stand: »Ich traf zu diesem Zeitpunkt
viele Künstler, wie Toto, einige der Jacksons, Chick Corea, Tony Weichen für die Zukunft
Scott … aber gar keine klassischen.«

Kulturelle Bereicherung – Europa


D er Erhalt des einzigartigen Bösendorfer Klanges ist für
Yoshichika Sakai von höchster Bedeutung, weshalb Bö-
sendorfer auch in Zukunft in bewährter Art und Weise in der

N ach einem neuerlichen Japanaufenthalt erhielt


Yoshichika Sakai 1992 die Verantwortung für den Ver-
trieb von Keyboards und Digitalpianos in England. Die fünf
österreichischen Manufaktur gebaut werden: »Wiener Klang
und Bösendorfer sind eins! Daran wird sich auch nichts än-
dern und ich habe nicht die geringste Absicht, den einzigar-
Jahre, die er in dieser Funktion verbrachte, sieht er als äußerst tigen Bösendorfer Klang, welcher an die einzigartige Hand-
bedeutend an: »Nach Europa zu kommen war für mich sehr werkskunst der Manufaktur gebunden ist, zu ändern.« Seine
wichtig, da ich so viele verschiedene Kulturen, verschiedene Aufgabe sieht Yoshichika Sakai vor allem darin, die Marken-
Länder und verschiedene Leute entdeckte. Es war ein echter wahrnehmung zu stärken, das Kundenservice auszubauen
»eye opener«. Als ich in Kalifornien lebte, dachte ich, das ist und den berührenden Klang zu bewahren. Simon Oss

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B Ö S E N D O R F E R – Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich

JUBILÄUMSFLÜGEL

Der »180 Jahre Jubiläumsflügel«


Limitierte Auflage
1828 – die Welt im Zeitalter des Vormärz – als »Vormärz« bezeichnen wir die Zeit vom Ende
des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlich-liberalen Märzrevolution 1848. In
dieser Zeit war das Jahr 1828 ein besonderes Jahr für die Geschichte des Klavierbaues, denn am
25. Juli hatte Ignaz Bösendorfer die Erlaubnis bekommen, in Wien das Klaviermachergewerbe
auszuüben. Kurz zuvor, am 26. März, hatte der österreichische Komponist Franz Schubert sein
erstes und einziges öffentliches Konzert im Konzertsaal der Gesellschaft für Musikfreunde in
Wien gegeben – am 19. November starb er im Alter von nur 31 Jahren.

E s war auch das Jahr 1828, in dem Kaspar Hauser in Nürn-


berg auf der Straße aufgegriffen, in dem der Reclam-Ver-
lag in Leipzig gegründet wurde und in dem Andrew Jackson
die Wahl zum US-Präsidenten für sich entscheiden konnte.
Außerdem wurden in diesem Jahr der französische Schrift-
steller Jules Verne, der norwegische Schriftsteller Henrik Ib-
sen sowie der Schweizer Geschäftsmann und Initiator der
Rotkreuz-Bewegung Henry Dunant geboren.

2008 – 180 Jahre Bösendorfer: Feiern Sie mit uns!

I m Jahr 2008 wollen wir mit Ihnen unseren 180. Geburts-


tag feiern und haben dafür ein in begrenzter Auflage
erhältliches Sondermodell »180 Jahre Jubiläums-
flügel« entworfen und gebaut. Der Jubiläumsflü-
gel ist in allen Modellgrößen von 170 bis 290 cm
in einer limitierten und nummerierten Auflage von
50 Stück erhältlich.

Der »180 Jahre Jubiläumsflügel«


– eine Reminiszenz an Eleganz

D ie vielfältige Stilgeschichte
im Instrumentenbau ge-
währt uns natürlich ein großes
Spektrum an formalen Möglich-
keiten. Für den »180 Jahre Jubilä-
umsflügel« haben wir uns für eine
klassisch-elegante Linienführung entschieden. So umgibt
zum Beispiel den Korpus eine aufwändig von Hand gefräste
Zierrille und auch die Fußbacken wurden an die klassische Li-
nienführung angepasst.
Die Innenseite des Karnies und die Klaviaturbacken sind in
exklusivem Vavona Maser ausgeführt. Jedes Instrument ist
mit einer Kennzeichnung versehen, die es als Teil der auf 50
Stück beschränkten »Limited Edition« ausweist.
Das mit elegant eingefrästen Verzierungen versehene No-
tenpult lehnt sich in seiner Schlichtheit an die Epoche des
Jugendstiles an.
Feiern Sie mit uns und gönnen Sie sich einen ganz besonde-
ren Bösendorfer!

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte


an unseren Sales Manager Österreich Manfred Häfele: Die Innenseite des Karnies und die Klaviaturbacken sind in ex-
Tel +43 / (0)1 / 505 35 18-11, Fax DW-20 klusivem Vavona Maser ausgeführt. Jedes Instrument ist mit
manfred.haefele@boesendorfer.com einer Kennzeichnung versehen, die es als Teil der auf 50 Stück
beschränkten »Limited Edition« ausweist.

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TASTEN.LAUF

Kooperationskonzerte
Seit der vorigen Saison ist die Klaviermanufaktur Bösendorfer eine sehr erfolgreiche Koope-
ration mit der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und ihrem Generalintendanten Herrn
Dr. Thomas Angyan eingegangen.

T asten.Lauf nennt sich eine Konzertreihe im Metallenen


Saal – einem der vier neuen Säle des Musikvereinsgebäu-
des –, in der Bösendorfer in Zusammenarbeit mit dem Mu-
uns, sondern auch den Künstlern, die meist ja zum ersten
Mal im berühmten Haus am Karlsplatz auftreten, zur Sei-
te steht und für alle Anliegen ein offenes Ohr hat.
sikverein an vier Abenden, die sich über die laufende Saison
erstrecken, junge Pianistinnen und Pianisten aus aller Herren
Länder präsentiert.
Ziel dieser Kooperation ist es, aufstrebenden, teils in Wien
D iese Konzerte, die sowohl pianistisch als auch pro-
grammmäßig ein breites, interessantes Spektrum
abdecken, finden jeweils an Donnerstagen statt und sind
noch nicht bekannten Künstlern aus dem In-und Ausland auch als Abonnement erhältlich. Das Publikumsinteres-
ein Forum zu schaffen, wo sie einem an Klaviermusik inte- se ist so groß, dass die bisherigen Konzerte der Saison
ressierten Auditorium ihre pianistische Virtuosität und ihre 2007/2008 ausverkauft waren.
künstlerischen Vorstellungen darbieten können. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Karten gibt es an der Musik-
Bösendorfer stellt damit wieder ein Hauptanliegen seiner Ar- vereinskasse zum wirklich günstigen Preis von 10 Euro. Ge-
beit für und mit Künstlern unter Beweis, zukunftsorientiert naue Hinweise bezüglich der Abendprogrammgestaltung
junge Talente zu fördern, die einer solchen Förderung durch- sind in einem eigens erstellten Gesamtprogrammheft der
aus wert sind. vier neuen Säle des Musikvereines zu finden.
Wegen des großen Erfolges der laufenden Saison hat

S o spielten und spielen in der laufenden Saison der vier-


zehnjährige, also wirklich noch blutjunge österreichische
Pianist Valentin Fheodoroff (er sprang kurzfristig für den
sich Bösendorfer entschlossen, auch unter der neuen Ge-
schäftsführung in der Saison 2008/2009 diese Koopera-
tion fortzusetzen. Die neuen Konzertdaten und Künstler
erkrankten Norweger Klaus Jorgensen ein), der Bösendorfer werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Stipendiat Christoph Traxler, die kroatische, in Köln lebende
Pianistin Ana-Marija Markovina am 27. März 2008 und zum
Abschluss am 29. Mai 2008 der Gewinner des letzten Bösen-
dorfer Klavierwettbewerbes Andreas Donat im Metallenen
U nd nach den Konzerten gibt es für Freunde des Hau-
ses Bösendorfer die Gelegenheit, in den Räumen
unseres Stadtsalons im Musikvereinsgebäude bei einem
Saal. kleinen Buffet die Künstler persönlich kennen zu lernen
Hervorzuheben ist aber auch die Tatsache, dass wir in Frau und mit ihnen zu sprechen.
Dr. Andrea Wolowiec von der Gesellschaft der Musikfreunde
eine Partnerin gefunden haben, die mit Rat und Tat nicht nur Dr. Michael Nießen

Bösendorfer präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Musik- Nach den Konzerten haben Freunde des Hauses Bösendorfer
verein an vier Abenden, die sich über die laufende Saison erstre- Gelegenheit, in den Räumen unseres Stadtsalons im Musik-
cken, junge Pianistinnen und Pianisten aus aller Welt. vereinsgebäude die Künstler persönlich kennen zu lernen.

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B Ö S E N D O R F E R – Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich

F A C T O R Y

Der Klang, der berührt – Teil 1


Das Resonanzkastenprinzip
Der Klang des Bösendorfer Flügels – »der Klang, der berührt« – gilt als das Synonym schlecht-
hin für die Marke Bösendorfer. Die Identifikation des »Bösendorfers« ist überwiegend durch
den spezifischen Klang geprägt. Dieser unverwechselbare und einzigartige tonliche Charakter,
das typische farbenreiche Timbre steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Konstruk-
tion und Bauweise der Instrumente. Bösendorfer Flügel sind klassische Vertreter der Wiener
Klavierbauschule und Klavierbautradition.

Der verlängerte Arm des Resonanzbodens beeinflussen in hohem Maße die Qualität des fertigen Ins-

M öchte man die spezifischen Eigenheiten der Kons-


truktion, welche die Einzigartigkeit des typischen
Klangcharakters erst ermöglichen, in einem einzigen Be-
trumentes. Für die klangliche Qualität eines Instrumentes
sind diese günstigen Eigenschaften des Holzes besonders
wertvoll. Bösendorfer Instrumente haben einen wesentlich
griff zusammenfassen, kommt man auf die Bezeichnung höheren Anteil an Fichtenresonanzholz als sämtliche ande-
Resonanzkastenprinzip. Dieser Begriff beschreibt dieses Kla- ren Klavierhersteller am Weltmarkt.
vierbaukonzept in einem Wort am allerbesten. Beim Reso-
nanzkastenprinzip geht man von der Grundüberlegung aus, Vom Holzeinkauf
neben dem für die Klangverstärkung hauptverantwortlichen
Resonanzboden auch die Raste und die Zarge des Gehäuses
im Sinne eines gesamten Resonanzkörpers für die Tonbildung
D ie Bösendorfer Produktionsstätte in Wiener Neustadt
ist mit einem großzügigen Holzlagerplatz ausgestattet,
der sich auf einer Fläche von etwa 4500 m2 ausdehnt. Der
maßgeblich einzubinden. Rastenkonstruktion und Gehäuse Holzeinkauf erfolgt ausschließlich zu Jahresbeginn, denn es
werden somit quasi zum verlängerten Arm des Resonanzbo- wird ausnahmslos in den Monaten Dezember und Januar
dens. Der daraus resultierende Einfluss auf das Klangverhal- geschlägertes Holz für Bösendorfer Instrumente verarbeitet:
ten ist gravierend. Dieser konzeptionelle Ansatz wurde in der Das Holz der in der kalten Jahreszeit gefällten Bäume erfüllt
Wiener Klavierbautradition allgemein und bei Bösendorfer am besten die geforderten hohen qualitativen Voraussetzun-
seit bald 180 Jahren im Besonderen perfektioniert. gen für die klangrelevanten Bestandteile der Instrumente.
Der Baum steht zu dieser Jahreszeit nicht im Saft – das heißt,
er befindet sich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Wachstums-
phase und weist daher einen geringen Feuchtigkeitsanteil
auf. Für die Klaviere von Bösendorfer werden hauptsächlich
die Holzarten Fichte, Rotbuche, Ahorn, Weißbuche, Linde und
Erle verwendet.

Beim Resonanzkastenprinzip werden auch die Raste und die


Zarge des Gehäuses für die Tonbildung maßgeblich eingebun-
den.

Resonanzholz Fichte

E ine der Voraussetzungen zur erfolgreichen Umsetzung


dieses Konzeptes des Resonanzkastens ist die Auswahl
und Verarbeitung des Holzes. Signifikant ist hierbei der hohe
Anteil an Fichtenresonanzholz, der zum Einsatz kommt. Die Der Holzeinkauf erfolgt ausschließlich zu Jahresbeginn, denn
Sorgfalt bei der Auswahl, der Lagerung, der Trocknung, der es wird ausnahmslos in den Monaten Dezember und Januar
Selektion und schließlich die Weiterverarbeitung des Holzes geschlägertes Holz für Bösendorfer Instrumente verarbeitet.

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Besonders sorgfältige Trocknung des Holzes in zwei Phasen den- und Rippenholz sind: gleichmäßige und sehr dichte Jah-

D as Rohmaterial wird bei unseren Holzlieferanten, mit


denen wir seit Jahrzehnten eng zusammenarbeiten,
nach strengsten Kriterien ausgesucht. Qualitativ geeignete
resringstruktur, geradliniger Wuchs, völlige Astfreiheit und
so genannte »stehende Jahresringe«. Dies kann nur dadurch
erreicht werden, indem die Fichtenstämme zunächst im
Stämme werden von unseren Spezialisten vom Einkauf und Quartierschnitt geviertelt und erst danach in einzelne Bret-
der Holzbearbeitung vor Ort selektiert und gekennzeichnet. ter aufgespaltet werden. Mit dieser aufwändigen Methode
Während der ersten Monate des Jahres wird dann das Roh- wird erreicht, dass die Ausrichtung der Jahresringe nahezu
holz in Form von Schnittholz angeliefert. Bevor sie jedoch exakt vertikal verläuft. Fortsetzung folgt …
im Klavierbau eingesetzt werden können, lagern die Hölzer
zunächst einmal im Freien. Am Holzlagerplatz angekommen, Ferdinand Bräu
werden die Bohlen mit unterschiedlichen Stärken zwischen Technischer Direktor
20 und 80 mm mithilfe von entsprechenden Distanzleisten
so gestapelt, dass eine optimale Luftzirkulation zur schonen-
den und gleichmäßigen Konditionierung gegeben ist.

Trockenphase I – Freitrocknung

D ie exakte Dauer der Freitrocknung wird von verschiede-


nen Faktoren bestimmt: Vor allem die Stärke, aber auch
die Holzart ist dabei maßgebend – als grobe Faustregel gilt:
pro Zentimeter Stärke etwa ein Jahr Trocknungszeit. Woraus
sich eine Lagerungszeit am Holzplatz zwischen zwei und
fünf Jahren ergibt.
Für die optimale Schallleitfähigkeit sind enge, gleichmäßi-
ge Jahresringe eine wichtige Voraussetzung. Ausschließlich
Holz mit den bestmöglichen Eigenschaften eignet sich für
den Einsatz in einem Bösendorfer Flügel. Für Resonanzboden
und Rippenholz verwenden wir inländische Fichten, die in La-
gen von über 800 m Seehöhe langsam gewachsen sind.

Trockenphase II – Lagerung im klimatisierten Innenraum

D er fachmännischen Gewinnung des Holzes folgt, wie


erwähnt, die sorgfältige Lagerung. Abgesehen von bis
zu fünf Jahren am Holzplatz ist anschließend nochmals eine
Lagerungszeit von vier bis sechs Monaten im klimatisierten
Innenraum erforderlich, um auf möglichst schonende Weise
die für die Weiterverarbeitung geforderte Konditionierung
zu erreichen. Die Holzfeuchte sinkt bei entsprechend lang-
fristiger Lagerung im Freien auf etwa 12 %. Nach den ersten
Zuschneidearbeiten wird das Holz im Innenraum noch ein- Weil der Resonanzboden für die Klangverstärkung hauptver-
mal gestapelt, um die gewünschte Zielholzfeuchte von ca. 7 antwortlich ist, sind hier eine gleichmäßige und sehr dichte
bis 8 % zu erreichen. Der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes wird Jahresringstruktur, geradliniger Wuchs, völlige Astfreiheit und
während dieser 15- bis 24-wöchigen Lagerung bei gleichmä- so genannte »stehende Jahresringe« absolute Voraussetzung.
ßiger Temperatur von 27° C und einer relativen Luftfeuchtig-
keit von 35 % entsprechend langsam und schonend redu-
ziert. Auch hier werden Distanzleisten verwendet, um die
Luftzirkulation zu gewährleisten. Mit einer Messsonde kann
in regelmäßigen Abständen die Holzfeuchte kontrolliert und
überwacht werden. Bösendorfer ist der einzige Klavierher-
steller weltweit, der diese besonders sorgfältige Trocknung
des Holzes in zwei Phasen praktiziert und auf die Verwen-
dung von Trockenkammer im herkömmlichen Sinn zuguns-
ten der Qualität gänzlich verzichtet.

Strenge Qualitätskriterien

B esonderes Augenmerk verlangen naturgemäß die Reso-


nanzbodenbretter und Rippenstäbe. Aus diesem Grund
wird für diese Komponenten nur das beste Resonanzholz he-
Die Bösendorfer Produktionsstätte in Wiener Neustadt ist mit
einem großzügigen Holzlagerplatz ausgestattet, der sich auf
rangezogen. Die äußerst strengen Kriterien für Resonanzbo- einer Fläche von etwa 4500 m2 ausdehnt.

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B Ö S E N D O R F E R – Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich

S E R V I C E

Klang-Welt-Experten
Die Konzerttechniker des Hauses Bösendorfer – unsere Serviceabteilung

E ine der Voraussetzungen für das Gelingen präziser und


bester Serviceleistungen sind unsere Techniker mit ihrer
handwerklichen Geschicklichkeit, ihrem geschulten Gehör
D ie Leistungen unserer Techniker manifestieren sich be-
sonders am jeweiligen Einsatzort und bei der konkreten
Arbeit am Instrument. Technische Vielseitigkeit, große at-
und ihrem besonderen Verständnis für die Wünsche und An- mosphärische Flexibilität und Fingerspitzengefühl sind un-
sprüche von MusikerInnen. erlässliche Eigenschaften für Bösendorfer Techniker, um
Jedem Techniker unseres Hauses ist die Leidenschaft für • in Konzertsälen
die Marke Bösendorfer eine Selbstverständlichkeit. Daraus • im Orchestergraben
entwickelt sich die besondere Fähigkeit, aus den Klavieren • bei Musikern/innen zu Hause
sowohl die Feinheiten als auch die kraftvollen Attribute he- • an Universitäten und Konservatorien
rauszuarbeiten. • auf Open-Air-Bühnen
Das ausgereifte Spezialwissen unserer Techniker gibt unse- • in Studios, etc.
ren Kunden/innen die Sicherheit, ihr Instrument in zuverläs- höchste Professionalität beweisen zu können. Im Folgenden
sigen und kompetenten Händen zu wissen. einige interessante Arbeitsschritte:

Einstellung der Abnickschraube

E ine der elementaren Arbeiten ist die Einjustierung bzw. das Regulieren der Mechanik. Es fügen sich hier hunderte Einzeltei-
le einer Mechanik zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Es braucht viel Gefühl (Tastentiefgang) und ein gutes Auge
(Schwebung, Abfallen und Abnicken), um diese Teile in perfekter Weise aufeinander einzustellen. Schließlich ist die Mechanik
die Schnittstelle zwischen der Hand des Pianisten und der Tonerzeugung durch den Hammerkopf an der Saite. Wenn ein Pia-
nist also die Tasten berührt und drückt, fühlt er die gesamte ideale Kombination von Gravitation, Masse und innerer muskulä-
rer Spannkraft. Dies ist mit ein Grund, dem mechanischen Konzept und deren Regulation ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit
und Präzision zu widmen.

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Aufsetzen der Dämpfung

W ie der Winter dem Frühling weichen muss, so muss


der gerade angeschlagene Ton für den nächsten Platz
schaffen. Um diese natürlichen Vorgänge der harmonischen
Übergabe von einem Ton zum nächsten so unhörbar wie
möglich zu gestalten, ist jedes Instrument mit einer Dämp-
fung versehen. Diese Vorrichtung schafft es, die physika-
lisch sehr komplexen Klangstrukturen unterschiedlich stark
schwingender Saiten zu zügeln, also die gewünschte Tonfol-
ge und Tondauer zu ermöglichen. So wird dem Pianisten ein
wertvolles zusätzliches Gestaltungselement gegeben. Viele
Abhandlungen sind in der Pianistik schon über diese Dämp-
fungsmöglichkeiten geschrieben worden. Dementsprechend
wichtig ist die Exaktheit der Einstellung im Dämpfungsbe-
reich. Was die Dämpfung leistet, ist ein wunderbarer Kontra-
punkt zur gewünschten Klangentfaltung, denn das Schwei-
gen der Töne ist notwendig, um neue Klänge vorbereiten zu
können.

Intonierung der Hammerköpfe

D ie Intonierung ist die krönende Abschlussarbeit nach


allen Vorarbeiten. Durch diese Klanggestaltung an den
Hammerköpfen wird dem Instrument sein entscheidender
und charakteristischer Bösendorfer Klang gegeben. Diese Ar-
beit kann mit der Gestaltungsarbeit eines Bildhauers vergli-
chen werden. Durch die innere Vorstellung des Intoneurs – in
unserem Fall eine klangliche Vorstellung – wird Schritt für
Schritt der Klang gestaltet. Die Arbeit wird durch ständiges
Kontrollieren des Klanges von wenigen nebeneinander lie-
genden Tönen entwickelt. Solange, bis alle Töne genau zuein-
ander passen und exakt an die Saiten angeglichen sind. Eine
triumphale Einheit von klanglich aufeinander eingestellten
Tönen, die das harmonische Spiel mit seinen Facetten an
Klangfarben und den Differenzierungen der Bass-, Mittel-
und Diskantlage zur künstlerischen Basis werden lässt, ist
das Ziel jeder Intonation.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Ü ber 80 Prozent des Bösendorfers bestehen übrigens aus


qualitativ höchstwertigem Fichtenholz, das eine opti-
male Klangübertragung ermöglicht. Trotz sorgfältigster Se-
lektion und Trocknung bei mehrjähriger Lagerung im Freien Unsere Serviceleistungen:
bleibt das Holz ein lebendiger Werkstoff, der auf gravierende
Änderungen, insbesondere von Temperatur und Luftfeuch- • Stimmungen
tigkeit, sensibel reagiert. Es ist daher sehr wichtig, stabile • Reparaturen
Raumbedingungen zu schaffen und diese auch regelmäßig • Bewertungen
zu kontrollieren. Wo Sie sich wohl fühlen, fühlt sich auch Ihr • Vermietungen
Instrument wohl. Ideal sind eine gleich bleibende, konstante • Servicepakete
Temperatur von etwa 20° Celsius und eine relative Luftfeuch-
tigkeit von 50 bis 55 Prozent. Bitte beachten Sie, dass nicht Wir bieten Ihnen alle unsere Leistungen über einen
nur die unmittelbare Umgebung, sondern das gesamte Kli- detaillierten und informativen Kostenvoranschlag an.
ma des Raumes, in dem sich Ihr Flügel befindet, maßgeblich
ist; dann sind Servicetätigkeiten, wie Stimmen, Regulieren Kontakt Serviceabteilung
und Intonieren, auch in ihrem Erfolg dauerhaft. Kontaktieren Sie uns bitte unter:
Tel. +43 / (0)1 / 504 66 51-27 oder per E-Mail:
Manfred Häfele bettina.gruber@boesendorfer.com

17 |
B Ö S E N D O R F E R – Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich

C E U S

CEUS – »Training on the Job«


Im Zuge der CEUS »Training on the Job« Tests an den Musikuniversitäten konnten wir neben
der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien die Konservatorium Wien Privatuniver-
sität für einen umfangreichen Test gewinnen.

V orstand der Abteilung »Tasteninstrumente«, Prof. Franz


Zettl, übermittelte uns folgende Rückmeldung: »Die Kla-
vierfabrik Bösendorfer war im Herbst 2007 so großzügig, uns,
d. h. der Konservatorium Wien Privatuniversität, einen Com-
puterflügel CEUS für den Unterricht zur Verfügung zu stellen.
Ich muss gestehen, dass ich persönlich von diesem Instru-
ment in Verbindung mit dem Computer für den hochqualifi-
zierten Unterricht an einer Universität immer überzeugt war.
Als Vergleich möchte ich folgendes Beispiel bringen: Wenn
man einer Studentin oder einem Studenten haltungsmäßig
etwas verbessert hat, das sich auch immer auf die Tonge-
bung oder Technik ausgewirkt hat, habe ich versucht, diese
Stellen auf Video festzuhalten. Dies war bei heiklen Stellen
eine enorme Hilfe. Nicht, dass die oder der Studierende, wenn
ich es korrigiert habe, nicht geglaubt haben, was ich verbes-
sere, sondern der visuelle und natürlich auch auditive Beweis
ist um vieles wertvoller. Dies war die einzige Möglichkeit, vor
ca. 25 Jahren.

H eute ist es mit dem CEUS nicht nur einfacher, sondern es


geschieht jetzt 1:1. Es kann schon sein, dass bei manchen
Stellen die Studentin oder der Student Verwunderung zei-
gen, wenn man seine Interpretation kritisiert, aber bei vielen
Stellen hat sich die Verbesserung bestätigt. Genau das ist es,
was man auf höchstem Standard oder Level des Unterrich-
tes braucht. Dies gilt für jeden Studierenden, darum kann ich
jedem hochrangigen Ausbildungsinstitut dieses Instrument
nicht nur empfehlen, sondern vom kaufmännischen Stand- Prof. Franz Zettl, Vorstand der Abteilung »Tasteninstrumente«
punkt könnte es auch kein Problem sein, die Anschaffung zu an der Konservatorium Wien Privatuniversität, empfiehlt den
finanzieren. Bösendorfer CEUS »jedem hochrangigen Ausbildungsinstitut«.
Wir wissen, wie viele Flügel an einer Universität gekauft wer-
den. Hier gibt es ein Spitzeninstrument, das in dieser Form
nur einmal angeschafft werden muss, da man dieses, wenn
es benötigt wird, für alle Klassen verwendet und nur dann,
wenn man dem Studierenden die Stellen positiv oder negativ
zeigen will.«

N achdem der CEUS im vergangenen Jahr bereits in Ton-


studios, auf Bühnen und in Rundfunkanstalten einge-
setzt worden ist, war der Praxistest an führenden Universi-
täten für uns der logische Schritt für die Weiterentwicklung.
Über eine High Tech Lösung für den vernetzten Unterricht
zweier Universitäten berichten wir in unserer nächsten Aus-
gabe.

Mario Aiwasian
Produktmanager CEUS & CEUSmaster

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AUDIO-DIVISION

Bösendorfer Audio und Musik


im Grand Hotel
Die neue Veranstaltungsidee zur hohen Kunst modernster Musikwiedergabe.
Audio bei der Oper, der elegante Audio-Shop in den Ringstraßen Galerien, präsentierte am
Sonntag, dem 24. Februar gemeinsam mit Bösendorfer Audio im Grand Hotel Wien (Salon Ga-
lerie) neueste Tonaufnahmen und High-Definition-Musikfilme.

D er bekannte Musikpräsentator und Audio-Fachmann


Dr. Ludwig Flich (Klangbilder, Musik-Matineen) führte
wieder als Moderator durch diesen exklusiven musikalischen
Flügels (Beethoven Klavierkonzert 1, 3. Satz) wurde das Publi-
kum mit audiophilen Meilensteinen verwöhnt.
An diesem Sonntag Nachmittag stellte Ludwig Flich in einer
Nachmittag. Avant-Premiere den jungen Starpianisten Matthias Sou-
Die Verbindung modernster Elektronik mit traditionell aner- cek und seine neueste Beethoven-Sonaten-Einspielung vor.
kannter Handwerkskunst spiegelte sich auch bei »Musik im Ein besonderer Höhepunkt im abwechslungsreichen Pro-
Grand Hotel« wider. High-Definition-Musikfilme und neues- gramm!
te Audio-Aufnahmen wurden mit hochwertigen Weltmar-
ken, wie Bösendorfer Audio, Musical Fidelity, JJ electronic und
Sharp demonstriert.
Die zahlreichen Besucher konnten sich dabei vom einzigar-
tigen Klang der Bösendorfer Vienna Classic 2 Lautsprecher
überzeugen. Die unterschiedlichsten Musikbeispiele wurden
von Dr. Flich präsentiert, ob nun der Kontrabass bei Oscar
Peterson rechts in den Bösendorfer Lautsprechern für das
Publikum zu hören war oder die »Königin der Nacht«. Man
hatte das Gefühl, live im Konzertsaal dabei zu sein oder man
fühlte sich wie im Aufnahmestudio. Diese besondere At-
mosphäre schaffen Bösendorfer Lautsprecher, die auf Grund
des Akustisch-Aktiven-Prinzipes (nach dem österreichischen
Akustikforscher Hans Deutsch) einen neuen Maßstab für
Wiedergabetreue setzen. Es handelt sich dabei um das Zu- Das Grand Hotel Wien
sammenwirken modernster Technik in Aufnahme und Ver-
stärkerbau mit den Bösendorfer Lautsprechern, das zu realis- Dem audiophilen Anspruch, dass Hören wie Entdecken ist
tischen Klangerlebnissen führte. und wunderbare Musik einer entsprechenden Wiedergabe
bedarf, wurde nach Ansicht des Publikums an diesem Sonn-

V on Beethovens Streichquartett op. 18/4 zu Jazz at the


Pawnshop (Lady be good-propius/FIM 12/1976) zum ers-
ten Neujahrskonzert 1979 (Strauß Tik-Tak-Polka) über Hoppa-
tag Nachmittag im ehrwürdigen Grand Hotel in Wien voll
entsprochen.
Wenn Sie zur nächsten »Musik im Grand Hotel« Veranstal-
las auf CD-Aufnahmen (U-Bahnrumpeln bis ins Studio, etc.) tungsreihe von Audio bei der Oper und Bösendorfer Audio
zu Musik auf High-Definition-Video (Mozart-Zauberflöte eingeladen werden wollen, finden Sie alle Infos unter:
– BBC – Blu-ray, etc.) hin zum Klang des Wiener Bösendorfer www.audio-bei-der-oper.com Dieter Autengruber

HIGH END Messe München 2008


Bösendorfer Audio wird auch heuer wieder auf der HIGH END, Europas größter HiFi-Messe in
München (24. bis 27. April 2008), für beeindruckende Klangbilder sorgen.

I m Mittelpunkt dabei wird Vienna Classic 7 (VC7), das Top-


modell des High End Lautsprecherprogrammes von Bösen-
dorfer, stehen, das von Marco Kolks in der jüngsten Ausgabe
Wir würden uns freuen, auch Sie in München begrüßen zu
dürfen:

von »Hörerlebnis« (Nr. 62) eine absolute Spitzenbewertung M. O. C. MÜNCHEN (24. bis 27. April 2008)
auf der nach oben offenen Bliss-Skala erhalten hat. Lilienthalallee 40 · D-80939 München
Gemeinsam mit renommierten Partnern aus der Elektronik- Atrium 4 · 1. Stock · Zimmer F 109
welt werden wir wieder beweisen, dass »True-to-Life« Klang 10 bis 18 Uhr
möglich ist.

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B Ö S E N D O R F E R – Die Zeitschrift von Bösendorfer Österreich

K o n t a k t

Wir sind für Sie da – seit 180 Jahren


Finden Sie alle relevanten Informationen über die Geschichte des Hauses Bösendorfer, unse-
re Produkte, unsere Veranstaltungen, Services, … auf unserer Website www.boesendorfer.com.
Oder kontaktieren Sie uns direkt mit Ihren Anliegen – wir freuen uns auf Sie!

Geschäftsführung – Yoshichika Sakai Künstlerbetreuung – Dr. Michael Nießen


yoshichika.sakai@boesendorfer.com michael.niessen@boesendorfer.com
Tel. +43 / (0)1 / 504 66 51-31, Fax DW-39 Tel. +43 / (0)1 / 504 66 51-46, Fax DW-39

Bösendorfer Stadtsalon – Agnes Domfeh Service – Bettina Gruber


agnes.domfeh@boesendorfer.com bettina.gruber@boesendorfer.com
Tel. +43 / (0)1 / 505 35 18, Fax DW-20 Tel. +43 / (0)1 / 504 66 51-27, Fax +43 (0)1 / 505 29 48-127

Handelsvertretung Deutschland – Holger Huhn Bösendorfer Audio – Dr. Rupert Löschnauer


holger.huhn@t-online.de rupert.loeschnauer@boesendorfer.com
Am Sonnenhügel 8 · D-07607 Eisenberg Tel. +43 / (0)1 / 504 66 51-34, Fax +43 (0)1 / 505 29 48-134
Tel. +49 / (0)1 / 713 74 19 88, Fax +49 / (0)3 66 91 / 618 61
ABSENDER: L. Bösendorfer Klavierfabrik GmbH · Bösendorferstraße 12 · A-1010 Wien
Bösendorfer Switzerland – Leopold Kupfer Postentgelt bar bezahlt · Verlagspostamt 1010 Wien

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Bösendorfer Saal, Künstlerbetreuung –


Mag. Stefan Radschiner
stefan.radschiner@boesendorfer.com
Tel. +43 / (0)1 / 504 66 51-44, Fax DW-39
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