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Inquisition (2)
Sich für andere Menschen einzusetzen, ist eine gute Sache. Das gilt grundsätzlich auch für Ines
Laufer und die von ihr vor zwei Jahren gegründete TaskForce für effektive Prävention von
Genitalverstümmelung (nachfolgend TF abgekürzt), die sich eigenen Angaben zufolge dem

Schutz aller in Deutschland lebenden Mädchen vor weiblicher


Genitalverstümmelung

widmet. Viel mehr Gutes gibt es über Frau Laufer und die TF allerdings nicht mehr zu sagen,
denn in ihren Bemühungen schießt die Dame nicht nur weit über das Ziel hinaus, als neutraler
Beobachter hat man zudem das Gefühl, dass Laufers Engagement nur der eigenen Profilierung
dient. Das gilt insbesondere für ihre hässliche Rolle, die sie im Fall der kleinen Dinah spielt, den
ich im ersten Teil dieses Artikels ausführlich dargestellt habe. Denn es ist Ines Laufer, die den
Stein am 24. Juli 2008 ins Rollen bringt, als sie beim Familiengericht Bad Säckingen beantragt,
Dinahs Eltern das Sorgerecht zu entziehen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben:

Die Wahrscheinlichkeit der Gefahr beträgt rein rechnerisch bis 90 Prozent. Die
TF hält es für ausgeschlossen, von Deutschland aus Anhaltspunkte in Bezug auf
die konkrete Familiensituation in Äthiopien dahingehend zu generieren, dass
diese konkrete Gefahr ausgeschlossen werden könnte.

Laufer hält es deshalb auch nicht für notwendig, im Interesse von Dinah wenigstens einen
entsprechenden Versuch zu unternehmen - zum Beispiel, indem sie mit den den Eltern des
Mädchens Kontakt aufnimmt. Einen solchen Versuch hat es auch im weiteren Verlauf des
Verfahrens nicht gegeben. In ihrem blinden Eifer geht Laufer sogar soweit, dass sie Dinah nicht
nur Reisen nach Äthiopien verbieten lassen will. Zitat:

Es wird empfohlen, […], der Kindesmutter, […] sowie dem Kindsvater zu


untersagen:

1. Die minderjährige Tochter außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik


Deutschland sowie der Schengener Vertragsstaaten zu bringen.

2. Die Grenzpolizeibehörden der Bundesrepublik Deutschland im Wege der

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Amtshilfe zu ersuchen, jede Ausreise des Mädchens aus der Bundesrepublik


Deutschland oder der Schengener Vertragsstaaten zu verhindern.

Mit anderen Worten: Dinah soll in Deutschland regelrecht eingesperrt werden - und das,
obwohl nicht ein einziges stichhaltiges Indiz dafür existiert, dass ihr tatsächlich eine
Genitalverstümmelung droht. Als sich abzeichnet, dass das Familiengericht in erster Instanz
ihrer von belastenden Fakten freien Sichtweise des Falles nicht folgen will, erhöht Laufer die
Schlagzahl noch. Am 28. Juli schreibt sie an das Gericht:

[…] Die TF weist noch einmal datauf hin, dass sich die drohende Gefährdung des
Mädchens und somit der Interventionsbedarf nicht aus einer etwaigen expliziten
Beabsichtigung der Verstümmelung ergeben, sondern aufgrund der
flächendeckenden Verbreitung der Verstümmelungspraxis in Äthiopien.

[…]

Die Informationen wurden der TF aus dem Umfeld der Familie zugetragen und
beinhalteten die Mitteilung der Reiseabsicht sowie der Herkunft der Kindsmutter
beziehungsweise des Kindsvaters.

Mit anderen Worten: Alle Äthiopier sind schlecht, wer seine Tochter in dieses Land schickt, der
will es auch verstümmeln lassen oder nimmt dieses Verbrechen am eigenen Kind zumindest
billigend in Kauf. Basta! Diese Perspektive ist nicht nur von einer erschreckenden Schlichtheit,
sie ist vor allem kulturrassistisch und menschenverachtend. Und dass Laufers Informationen aus
dem Umfeld der Familie stammen sollen, ist auch nichts anderes als eine - vorsichtig
ausgedrückt - sehr freie Interpretation einer inhaltlich an den Haaren herbei gezogenen
Denunzierung :

Yacob H. arbeitet als Betonbauer, seine Frau auf der Dialysestation eines
Krankenhauses. […]

Im Krankenhaus erzählt Anna […] den Kolleginnen von der Reise und darüber,
wie sehr sie sich für die Kinder freue. Eine Kollegin, so hat es Anna […] im
Nachhinein erfahren, hat über Wochen den anderen Schwestern erzählt, sie
glaube, die Tochter Dinah solle im Urlaub beschnitten werden, obwohl es
überhaupt keine Anzeichen dafür gab. Schließlich landete der Fall bei der ‘Task
Force für effektive Prävention von Genitalverstümmelung’, die das Jugendamt in
Lörrach einschaltete.

Laufer ist aber nicht nur Initiatorin und treibende Kraft hinter dem ganzen Verfahren, sie ist -
obwohl nicht direkt daran beteiligt - offensichtlich auch immer ganz hervorragend über dessen
Stand informiert. Anders lässt es sich jedenfalls nicht erklären, dass sie sich beispielsweise am 5.
Mai 2009 wegen der aus ihrer Sicht negativen Stellungnahme der Deutschen Botschaft in Addis
Abeba an das Auswärtige Amt (!) mit der Bitte um

[…] schnelle Klärung und Korrektur

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wendet. Es stellt sich also die Frage, wie und mit welchem Recht Laufer eigentlich in den Besitz
solch vertraulicher Details gelangt, die es ihr ermöglichen, das Verfahren so penetrant zu
beeinflussen, wie sie das von Anfang an tut. Allzu viele denkbare Szenarien drängen sich einem
in diesem Zusammenhang allerdings nicht auf. Wenigstens richtet Laufers Brief ans Auswärtige
Amt knapp sechs Wochen vor dem Beschluss des Oberlandesgerichtes Karlsruhe keinen
Schaden mehr an - was sicherlich auch daran liegt, dass sie sich dabei reichlich ungeschickt
(man könnte auch sagen: unverschämt) anstellt und dem Botschaftsmitarbeiter, der die
Stellungnahme auf der Grundlage eigener Ermittlungen vor Ort verfasst hat,

gefährliche Aussagen

und eine

unzureichende Sachkenntnis

attestiert. Laufer selbst war übrigens noch nie in Äthiopien. Woher sie trotzdem die Chuzpe
nimmt, völlig haltlose Anschuldigungen wie etwa

Die Verkennung des sozialen Realität der Verstümmelungspraxis durch den


Botschaftsmitarbeiter […] und seine nachweisliche Fehleinschätzung zieht in der
Konsequenzim konkreten Fall die fahrlässige Gefährdungeines minderjärhigen
Mächens nach sich.

vorzubringen, entzieht sich sicherlich nicht nur meinem Verständnis.

Nach dem Beschluss der Oberlandesgerichtes Karlruhe, den sie in erster Linie offenbar als ganz
persönliche Niederlage empfindet, versucht Laufer, das Verfahren durch eine bizarre Petition
quasi in letzter Minute noch zu kippen. Die 1137 nicht nur Zustimmung signalisierenden
Unterschriften ändern aber nichts mehr: Das Landratsamt Lörrach akzeptiert die Entscheidung
des Gerichts. Der Beschluss ist damit rechtskräftig. Da kann sich Laufer noch so sehr
echauffieren : Dinahs Eltern und der Rechtsstaat haben gewonnen, sie hat verloren. Und das ist
- um ein bekanntes Zitat von Klaus Wowereit zu verwenden - auch gut so.

Abschließend möchte ich noch einmal an den Spendenaufruf für Dinahs Eltern erinnern, die -
wie bereits erwähnt - ihre eigenen Anwaltskosten trotz des für sie postiven Verfahrensendes aus
eigener Tasche bezahlen müssen:

Verwendungszweck: Spendenkonto Dinah


Kontoinhaber: Claus Huber, Rechtsanwalt
Kontonummer: 70423715
Bankleitzahl: 68391500
Bank: VR-Bank eG, Schopfheim

Ein entsprechendes Spendenbanner befindet sich auch oben rechts im Navigationsbereich dieses
Blogs. Wer Anna und Yacob ebenfalls helfen will, darf das Banner gerne auf seiner Seite
veröffentlichen. Den Code zum Einbinden des Banners bitte nicht direkt im Browser öffnen,
sondern per Rechtsklick mit der Maus auf den Link und Ziel speichern unter als txt-Datei
downloaden.

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Dem Freundeskreis Dinah danke ich sehr herzlich für die Unterstützung bei der Recherche für diesen Artikel.

Geschrieben am Montag, 06. Juli 2009 und abgelegt unter Deutschland, Absurdes,
Fremdenfeindlichkeit, Juristisches, Diskriminierung. Verfolgen Sie die Diskussion zu diesem
Beitrag per RSS 2.0 Feed. Die Kommentarfunktion wurde deaktiviert. Auch das "Anpingen" des
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