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Bewertungsrichtlinie
Richtlinie zur Erfassung und Bewertung des Sachvermögens der Stadt Heilbronn
Stand: Juni 2009

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Bewertungsrichtlinie

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort 1. 2. 3. 3.1 3.1.1 3.1.1.1 Geltungsbereich ........................................................................................................... Rechtliche Grundlagen ................................................................................................ Allgemeines zur Eröffnungsbilanz................................................................................ Grundsätzliche Bewertungskriterien nach § 62 E-GemHVO ....................................... Grundsatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten ............................................... Anschaffungskosten .................................................................................................... Unentgeltlicher Erwerb ................................................................................................ 3.1.1.2 Herstellungskosten ...................................................................................................... 3.1.2 Ansatz von Erfahrungswerten in der Eröffnungsbilanz ................................................ 3.1.3 AHK bei Werten zum Stichtag der Eröffnungsbilanz und 6 Jahre zurück .................... 3.1.4 Altvermögen vor dem 31.12.1974 ................................................................................ 3.1.5 Anschaffungs- und Herstellungszeitpunkt ................................................................... 3.2 Laufende Bilanzierung ................................................................................................. 3.3 Bewertungsvereinfachungsmethoden ......................................................................... 3.3.1 Festwertverfahren ........................................................................................................ 3.3.2 Gruppenbewertung ...................................................................................................... 4. Bewertung der einzelnen Positionen des Sachvermögens ......................................... 4.1 Immaterielle Vermögensgegenstände ......................................................................... 4.2 Sachvermögen ............................................................................................................. 4.2.1 Unbebaute Grundstücke .............................................................................................. 4.2.1.1 Grünflächen ................................................................................................................. 4.2.1.2 Ackerland ..................................................................................................................... 4.2.1.3 Wald und Forsten ........................................................................................................ 4.2.1.4 Sonstige unbebaute Grundstücke ............................................................................... 4.2.2 Bebaute Grundstücke .................................................................................................. 4.2.2.1 Grund und Boden ........................................................................................................ 4.2.2.2 Gebäude, Aufbauten, Betriebsvorrichtungen und Außenanlagen ............................... 4.2.2.2.1 Gebäude, Aufbauten .................................................................................................... 4.2.2.2.2 Betriebsvorrichtungen .................................................................................................. 4.2.2.2.3 Außenanlagen ............................................................................................................. 4.2.3 Infrastrukturvermögen .................................................................................................. 4.2.3.1 Grund und Boden des Infrastrukturvermögens ........................................................... 4.2.3.2 Straßen, Wege, Plätze, Verkehrslenkungsanlagen .................................................... 4.2.3.3 Bauwerke .................................................................................................................... 5. Bewertung der Aktiven Abgrenzungsposten ............................................................... 5.1 Aktive Rechnungsabgrenzung (RAP) ......................................................................... 5.2 Sonderposten für geleistete Investitionszuschüsse .................................................... 6. Bewertung der Sonderposten und Rechnungsabgrenzungsposten (Passivseite) ..... 6.1.1 Erhaltene Investitionszuschüsse ................................................................................ 6.1.2 Bewertung von Schenkungen, Spenden und Erbschaften ......................................... 6.2 Passive Rechnungsabgrenzung ................................................................................. Anlagen 3 5 6 7 7 8 8 9 11 11 12 12 12 13 13 13 15 16 16 18 18 20 22 22 23 24 25 25 26 27 27 29 29 30 33 34 34 34 35 35 36 36

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Bewertungsrichtlinie

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Vorwort
Aufgrund der Regelungen für das „Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen“ (NKHR) in der Gemeindeordnung (GemO) auf der Basis des Gesetzes zur Reform des Gemeindehaushaltsrechts vom 04.05.2009 und dem Anhörungsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung (EGemHVO) des Innenministeriums Baden-Württemberg vom 22.04.2009 haben die Gemeinden ihre Bücher in Form der doppelten Buchführung darzustellen (§ 77 Abs. 3 GemO). Aus § 95 Abs. 2 GemO wird ersichtlich, dass der Jahresabschluss aus einer Ergebnis-, Finanz- und aus einer Vermögensrechnung (Bilanz) besteht. Aufgrund dieser drei Bestandteile, die im NKHR abgebildet werden, spricht man auch von einer Drei- Komponentenrechnung.
= Produkthaushalt

Die Vermögensrechnung (Bilanz) beinhaltet die Gegenüberstellung von Vermögen und Finanzierungsmitteln. Sie ist mit der Bilanz des kaufmännischen Rechnungswesens vergleichbar, berücksichtigt allerdings kommunale Besonderheiten. Sie ist in Kontenform aufzustellen. Die Stadt hat zu Beginn des ersten Haushaltsjahres, in dem das neue Recht angewendet wird, eine Eröffnungsbilanz aufzustellen. Sie ist nach den für die Vermögensrechnung geltenden Regeln für den Jahresabschluss aufzustellen, wobei für die Eröffnungsbilanz in § 62 E-GemHVO Erleichterungen vorgesehen sind. Das Vermögen ist in einer Vermögensübersicht nach § 55 Abs. 1 E-GemHVO aufzulisten, in der der Stand des Vermögens zu Beginn und zum Ende des Haushaltsjahres, die Zu- und Abgänge sowie die Zuschreibungen und Abschreibungen darzustellen sind. Die Daten müssen erhoben werden (Inventur) und nach den Regelungen der E-GemHVO bewertet werden. Ziel ist, den Erfassungsprozess und das anschließende Bewertungsverfahren systematisch, zügig, nachprüfbar und zugleich wirtschaftlich zu gestalten. Bei der Erfassung (Inventur) geht es zunächst darum, alle Vermögensgegenstände vollständig aufzunehmen. Dabei werden alle Informationen, die bei der Wertermittlung von Bedeutung sind, mit erfasst (z.B. das Anschaffungs- oder Herstellungsjahr). Welche Daten aufgenommen werden und in welcher Form dies geschieht, wird in einer gesonderten Inventurrichtlinie dargestellt.

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Bewertungsrichtlinie

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Die Bewertung stellt den zweiten Schritt dar. Hierbei sind grundsätzlich die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Vermögensgegenstandes abzüglich der Abschreibungen anzusetzen. Gleichzeitig stellt die E-GemHVO Wahlrechte zur Verfügung, die die Berücksichtigung von Erfahrungswerten ermöglichen. Ziel der vorliegenden Richtlinie ist es, die neuen Gesetzesgrundlagen zu erläutern und ein einheitliches Vorgehen bei der Erfassung und Bewertung des städtischen Vermögens zu gewährleisten. Da das Anlagevermögen bei der Stadt Heilbronn nicht homogen ist, können nur Grundlagen geregelt werden. Einzelheiten sind mit der Stadtkämmerei zu klären.

Fragen zu den rechtlichen Grundlagen beantwortet: Frau Wingert (App. 2731) bei unbebauten Grundstücken Herr Bach (App. 3374) bei bebauten Grundstücken Herr Sommer (App. 2735) bei Infrastrukturvermögen Fragen zu FI-AA beantwortet: Herr Rückert (App. 3098), Frau Aman-Puscas (App. 2733) Systemfragen zu FI-AA beantwortet das SAP-Team: Herr Kolmar (App. 3698), Herr Hallmann (App. 3798), Frau Link (App. 4089) Fragen zu den Kostenstellen beantwortet: Herr Munz (App. 3634), Frau Montevago (App. 3432)

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1. Geltungsbereich
Die Richtlinie gilt für alle Ämter, Stabsstellen und Institute der Stadt Heilbronn. Für die Führung der Anlagenbuchhaltung setzt die Stadt Heilbronn das SAP-Modul FI-AA ein. Es ist grundsätzlich das gesamte städtische Vermögen nach Maßgabe dieser Richtlinie zu erfassen und zu bewerten. (Vollständigkeitsgrundsatz). Das Anlagevermögen umfasst alle Gegenstände (sog. Vermögensgegenstände), die dazu bestimmt sind, längerfristig bzw. dauernd dem Geschäftsbetrieb der Stadt Heilbronn zu dienen. Die Gegenstände müssen im Eigentum der Stadt Heilbronn stehen. Vorräte sind gem. § 52 Abs. 3 E-GemHVO in der Eröffnungsbilanz beim Sachvermögen aufzuführen. Da die Vorräte jedoch nicht dazu bestimmt sind, der Stadt Heilbronn längerfristig zu dienen, sondern dem Verbrauch unterliegen, sind Vorräte kein Teil der Anlagenbuchhaltung. Aus Wesentlichkeitsgesichtserwägungen verzichtet die Stadt Heilbronn vereinfachend auf die Erfassung und Bewertung vorhandener Vorräte für die Eröffnungsbilanz. Vorräte gelten als verbraucht. Die Vermögensgegenstände sind grundsätzlich einzeln zu erfassen und zu bewerten (Einzelbewertungsgrundsatz). Für die Ersterfassung lässt die E-GemHVO Wahlrechte zu. Die Erfassung der Vermögensgegenstände erfolgt in Exceltabellen, die in SAP eingespielt werden können. Für bewegliche Vermögensgegenstände gelten zusätzliche Vereinfachungsregelungen. Danach sind diese nur dann zu bewerten, sofern sie sechs Jahre (nach 31.12.2004) vor Erstellung der Eröffnungsbilanz angeschafft worden sind. Unbeschadet dessen sind diese, wie bisher, zu inventarisieren. Die Erleichterung bezieht sich somit auf die Bewertung.

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2. Rechtliche Grundlagen
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Grundlagen der Bewertungsrichtlinie sind die Gemeindeordnung auf Basis des Gesetzes zur Reform des Gemeindehaushaltsrechts vom 04.05.2009 und der Anhörungsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung (E-GemHVO) für Baden-Württemberg, Stand 22.04.2009. Eine weitere Grundlage dieser Richtlinie ist der von der AG Bilanzierung entwickelte und verabschiedete Leitfaden zur Bilanzierung vom 19.05.2009. Für die Suche nach weitergehenden Regelungen, die über den Umfang dieser Richtlinie hinausgehen, wird generell auf diesen Leitfaden zur Bilanzierung verwiesen. Auf ihn kann über das städtische Intranet (Ämter Amt 20 NKHR NKHR im Überblick Rechtliche Grundlagen) zugegriffen werden. Möglicherweise auftretende Abweichungen zu dieser Richtlinie sind mit der Stadtkämmerei abzustimmen. Auszüge aus den Rechtsgrundlagen sind als Anlage 1 beigefügt.

Nutzungsdauern von Vermögensgegenständen =
Bei Vermögensgegenstände des immateriellen Vermögens und des Sachvermögens – ohne Vorräte -, deren Nutzung begrenzt ist, sind die Anschaffungs- und Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Maßgeblich ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Es wird grundsätzlich in gleichen Jahresraten über die Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes abgeschrieben (lineare Abschreibung). Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung wird die Abschreibung anteilig (ein zwölftel für jeden vollen Monat) berechnet. Die Stadt Heilbronn wendet ab 01.01.2009 die vom Innenministerium herausgegebene Abschreibungstabelle an (Anlage 2). Sofern die Tabelle eine Spanne in der Nutzungsdauer vorsieht erfolgt eine Abstimmung mit der Stadtkämmerei. Ist ein zu bilanzierender Gegenstand nicht in der Abschreibungstabelle aufgeführt, ist ein gleichartiger Gegenstand heranzuziehen oder eine Abstimmung mit der Stadtkämmerei vorzunehmen. Aus einer abgelaufenen Nutzungsdauer kann kein Anspruch auf Neubeschaffung des Vermögensgegenstandes abgeleitet werden. In begründeten Fällen kann von der Nutzungsdauer abgewichen werden. Die Abweichung ist zu dokumentieren.

Kalkulatorische Verzinsung
Das Anlagekapital ist angemessen zu verzinsen. Dabei bleibt der aus Beiträgen und ähnlichen Entgelten sowie aus Beiträgen und Zuschüssen aufgebrachte Kapitalanteil außer Betracht, da dieser als Ertrag jährlich aufgelöst wird. Der Zinssatz wird jährlich festgesetzt und bekannt gegeben. Der kalkulatorische Zins wird von den Restbuchwerten (Anschaffungs- und Herstellungskosten vermindert um die lineare Abschreibung) zum 01.01. eines Jahres berechnet. (Dies gilt nicht für Anlagen im Bau).

Geringwertige Wirtschaftsgüter =
§ 46 Abs. 2 Satz 2 E-GemHVO Anschaffungs- oder Herstellungskosten für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens, die nach § 38 Abs. 4 nicht erfasst werden, sind im Jahr der Anschaffung als ordentlicher Aufwand auszuweisen. Bei der Stadt Heilbronn werden bewegliche, selbständig nutzbare Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten 410 EUR ohne Umsatzsteuer nicht überschreiten, als ordentlicher Aufwand behandelt. Der Hinweis „ohne Umsatzsteuer“ bezieht sich ausschließlich auf die Ermittlung der Wertgrenzen.=

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3. Allgemeines zur Eröffnungsbilanz
Die Eröffnungsbilanz ist die erstmalige vollständige Darstellung des Vermögens und der Schulden der Kommunen auf der Basis des Neuen Kommunalen Haushaltsrechts. Diese Werte stellen die Ausgangsgröße für die zukünftige Bilanzierung dar (Vermögensstatus). Für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz ist das gesamte Vermögen zu erfassen und zu bewerten. Hierzu enthält die E-GemHVO generelle und spezielle Regelungen. Insbesondere in § 62 E-GemHVO sind die Regelungen für die „Erstmalige Bewertung“ des Vermögens (Eröffnungsbilanz) enthalten. Ebenso gelten die Vorschriften aus dem 8. Abschnitt E-GemHVO (Ansatz und Bewertung des Vermögens und der Schulden) für die Bewertung des Vermögens und für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz. Unter Vermögen sind alle Vermögensgegenstände zu verstehen, die der Stadt Heilbronn längerfristig dienen und die im Eigentum der Stadt sind. Dabei ist das zivilrechtliche (Übergang des Besitzes aufgrund eines vertraglich festgelegten Datums) und ergänzend das wirtschaftliche Eigentum entscheidend. Für die Bilanzierungsfähigkeit eines Vermögensgegenstandes kommt es darauf an, dass dieser dem Vermögen der Kommune zuzurechnen ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Kommune wirtschaftliches Eigentum hat. Die Kommune ist wirtschaftlicher Eigentümer, wenn sie die tatsächliche Sachherrschaft über einen Vermögensgegenstand in einer Weise ausübt, dass dadurch der nach bürgerlichem Recht Berechtigte wirtschaftlich auf die gesamte Nutzungsdauer von der Einwirkung ausgeschlossen ist. Die tatsächliche Sachherrschaft über den Vermögensgegenstand hat i.d.R. derjenige, bei dem Besitz, Gefahr, Nutzen und Lasten der Sache liegen. Beispiele für bilanzierungspflichtiges wirtschaftliches, aber nicht juristisches Eigentum: Gebäude der Kommune auf fremden Grund und Boden, Erwerb von Vermögensgegenständen unter Eigentumsvorbehalt, geleaste Vermögensgegenstände unter bestimmten Voraussetzungen i.R. des Finanzierungsleasings. Beispiel für nicht zu bilanzierendes juristisches, aber nicht wirtschaftliches Eigentum: Fremde Gebäude auf eigenem Grund und Boden. Sonderfall: Leasingverträge Unter Leasing versteht man einen miet- oder pachtähnlichen Vertrag (mit besonderen Ausgestaltungsmerkmalen) zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer über die Nutzung beweglicher und unbeweglicher Anlagegüter. Die Zuordnung der Vermögensgegenstände richtet nach dem Kriterium „wirtschaftliches Eigentum“. Dies beurteilt sich nach dem steuerrechtlichen Leasingerlass. Die Zuordnung zum Eigentum der Gemeinde stellt hierbei die seltene Ausnahme dar.

3.1 Grundsätzliche Bewertungskriterien nach § 62 EGemHVO
Der § 62 E-GemHVO trifft Regelungen für die „Erstmalige Bewertung“ und geht vor allem auf die Besonderheiten der Bewertung bei der Eröffnungsbilanz ein. Die einzelnen Aussagen und Regelungen werden in diesem Kapitel aufgezeigt und erörtert.

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3.1.1 Grundsatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten
§ 62 Abs. 1 Satz 1 und 2 E-GemHVO In der Eröffnungsbilanz nach Art. 13 Abs. 5 des Gesetzes zur Reform des Gemeindehaushaltsrechts sind die zum Stichtag der Aufstellung vorhandenen Vermögensgegenstände mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen nach § 46 E-GemHVO, anzusetzen. Die Vermögensgegenstände dürfen auch mit Werten angesetzt werden, die vor dem Stichtag für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz in Anlagenachweisen nach § 38 der Gemeindehaushaltsverordnung vom 7. Februar 1973 (GBI. S. 33) in der zuletzt geltenden Fassung oder in einer Vermögensrechnung nach der Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums zur Vermögensrechnung vom 31. Oktober 2001 (GABI. S. 1108) nachgewiesen sind. Grundsätzlich sind die Vermögensgegenstände in der Eröffnungsbilanz mit den Anschaffungsund Herstellungskosten (AHK) zu bewerten. Zeitwerte sind nicht zulässig.

Kostenrechnende Einrichtungen
Gemäß § 62 Abs. 1, Satz 2 werden aus Vereinfachungsgründen die für kostenrechnende Einrichtungen bereits bestehenden Anlagennachweise zum Stichtag der Eröffnungsbilanz übernommen. In der laufenden Bilanzierung sind die Regelungen dieser Richtlinie anzuwenden. Für Betriebe gewerblicher Art sind gegebenenfalls wie bisher separate Steuerbilanzen zu erstellen. Bei Übernahme von Daten aus Anlagenachweisen ist zu gewährleisten, dass Vermögensgegenstände nicht doppelt erfasst sind bzw. die Anlagenachweise vollständig geführt sind. Je nachdem, ob die Herstellung oder die Anschaffung eines Vermögensgegenstands anzunehmen ist, handelt es sich bei den entsprechenden Aufwendungen um „Herstellungskosten“ bzw. „Anschaffungskosten“. Eine Unterscheidung zwischen Herstellung und Anschaffung eines Vermögensgegenstandes ist deshalb notwendig, weil die Höhe der Anschaffungskosten und der Herstellungskosten durchaus unterschiedlich sein kann.

3.1.1.1 Anschaffungskosten
§ 44 Abs. 1 E-GemHVO Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Minderungen des Anschaffungspreises sind abzusetzen.

Nach § 44 Abs. 1 E-GemHVO (analog § 255 Abs. 1 HGB) gehören zu den Anschaffungskosten alle Aufwendungen für die Anschaffung eines Vermögensgegenstandes, insbesondere der Kaufpreis und die aufgewendeten Nebenkosten, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können (z.B. Kosten für den Abtransport (Fracht, Transportversicherung, Zölle), Kosten für die Montage und Verpackungskosten). Zu den Anschaffungskosten gehören auch solche Zahlungen des Käufers an den Verkäufer, die von den Vertragsparteien nicht als Kaufpreis bezeichnet werden, gleichwohl aber dem Erwerb des Vermögensgegenstands dienen (Provisionen). Anschaffungskosten können vor und nach dem Zeitpunkt der Anschaffung entstehen (z.B. Maklergebühren, Notargebühren, Grundbuchgebühren, Vermessungskosten und Montagekosten). Bei nachträglichen Anschaffungskosten muss ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Anschaffungsvorgang gegeben sein, ein zeitlicher Zusammenhang ist grundsätzlich nicht erforderlich. Nach § 44 Abs.1 Satz 3 E-GemHVO (analog § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB) sind die Anschaffungskosten um Preisnachlässe zu vermindern. Hierzu zählen z.B. Rabatte, Skonti und Boni.

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Nicht zu den Anschaffungskosten gehören die Gemeinkosten, die Finanzierungs- oder Geldbeschaffungskosten, wie z.B. Kreditkosten.

Unentgeltlicher Erwerb =
Begriffsbestimmung Unentgeltlicher Erwerb = alle Geschäftsvorfälle/Vorgänge, bei denen die Kommune Vermögensgegenstände ohne finanzielle oder sonstige materielle Gegenleistung (z.B. Tausch) erhält. Grundsätze < Vollständiger Vermögensausweis Alle Vermögensgegenstände im Eigentum der Kommune sind in der Bilanz auszuweisen (unter Berücksichtigung der Vereinfachungsregeln für die Eröffnungsbilanz), auch wenn keine eigenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten entstanden sind.

< Wertermittlung Es gilt das Prinzip der wirklichkeitsgetreuen Bewertung. Die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgt analog der Ausführungen in dieser Richtlinie. Dabei können insbesondere auch die Vereinfachungsregelungen für die Eröffnungsbilanz analog sowie die beschriebenen Verfahren zur Ermittlung von Erfahrungswerten herangezogen werden. Der Stichtag für die Wertermittlung ist gleich dem Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums auf die Kommune. <
Bruttoprinzip mittels Bildung eines passiven Sonderpostens Die Bilanzierung des Vermögensgegenstandes erfolgt beim jeweiligen Bestandskonto nach dem Bruttoprinzip ergebnisneutral bei Zugang gegen einen sonstigen Sonderposten auf der Passivseite in Höhe des Wertzuwachses, also i.d.R. in gleicher Höhe.

< Abschreibung der Vermögensgegenstände und Auflösung der Sonderposten Alle abnutzbaren Vermögensgegenstände, also auch unentgeltlich erworbene, werden gemäß der E-GemHVO abgeschrieben. Die passiven Sonderposten werden analog über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des korrespondierenden Vermögensgegensstandes aufgelöst.
Anwendungsfälle Auf Basis der o.g. Grundsätze werden im Folgenden lediglich Ausnahmen, Ergänzungen oder Besonderheiten der jeweiligen Beispiele dargestellt.

< Sachschenkungen Die AHK können aus der Spendenbescheinigung entnommen werden. < Geldspenden Geldspenden mit einem investiven Verwendungszweck führen zu einer Bilanzverlängerung: Aktivseite: Erhöhung der liquiden Mittel Passivseite: Behandlung wie bei erhaltenen Investitionszuschüssen. In Folge der Zweckbindung muss in einem weiteren Schritt ein Sachvermögenszugang erfolgen (bilanziell: Aktivtausch). Geldspenden mit einem konsumtiven Verwendungszweck werden ebenfalls in der Ergebnisrechnung verbucht (ordentlicher Ertrag). Geldspenden ohne Verwendungszweck werden in der Ergebnisrechnung verbucht (außerordentlicher Ertrag). < Erbschaften Es gelten die o.g. dargestellten Grundsätze sowie die Ausführungen zu Geldspenden analog. < Umlegungen Vorbemerkung: Zu beachten sind die beiden Rollen der Kommune im Umlegungsverfahren.

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1. Kommune als Umlegungsstelle Alle Geschäftsvorfälle, die die Kommune als Umlegungsstelle abwickelt, sind ausschließlich ergebniswirksam. Mehrzuteilungen, für die die Umlegungsstelle von Dritten einen Geldausgleich erhält, stellen außerordentlichen Ertrag der Ergebnisrechnung dar. Minderzuteilungen, für die die Umlegungsstelle einen Geldausgleich an Dritte zu zahlen hat, stellen außerordentlichen Aufwand in der Ergebnisrechnung dar. Der auszugleichende Umlegungsvorteil stellt einen ordentlichen Ertrag in der Ergebnisrechnung dar. Auszugleichende Umlegungsnachteile sind als ordentlicher Aufwand zu behandeln. Der sich daraus ergebende Saldo ist der netto abgeschöpfte Umlegungsvorteil der Kommune, der im Jahr des Bescheiddatums ergebniswirksam wird. 2. Kommune als Umlegungsbeteiligte Einwurfsgrundstücke der Kommune: Alle alten/bisherigen Vermögensgegenstände (Einwurfsflurstücke) werden zum Zeitpunkt der Zuteilung der neuen Flurstücke/Vermögensgegenstände in Abgang genommenen. Abwicklungsvarianten: Abwicklung über die Ergebnisrechnung (Verlängerung) im außerordentlichen Ergebnis Umbuchung, reiner Aktivtausch Zuteilungsgrundstücke der Kommune: Bei den zugeteilten Flurstücken der Kommune handelt es sich um neue Vermögensgegenstände, die zum Zeitpunkt der Zuteilung aktiviert werden.

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Wertermittlung der neuen Vermögensgegenstände: < Baugrundstücke und alle sonstigen Flurstücke, für die ein Zuteilungswert festgesetzt wird, z.B. überörtliche Verkehrs- und Grünflächen. < Zuteilungswert = AHK = Bilanzwert < Es wird ein passiver Sonderposten in Höhe des Wertes der neuen VGG abzgl. Restbuchwert aller alten Vermögensgegenstände bzw. Summe Anlageabgänge gebildet. < Abzugsbetrag der Sonderposten: Da keine Beziehung zwischen alten und neuen Flurstücken bestehen, werden die Restbuchwerte der alten Vermögensgegenstände summiert und durch die Quadratmeter der neuen Vermögensgegenstände geteilt. Um diesen Durchschnittsbetrag wird der Sonderposten je Quadratmeter reduziert. Örtliche Verkehrs- und Grünflächen (für Straßen, Ausgleichsmaßnahmen, Spielplätze,…): Bodenrichtwert landwirtschaftlich genutzter Flächen zum Zeitpunkt des Zugangs = AHK = Bilanzwert. Es wird ein passiver Sonderposten in Höhe des vollen Wertes (100 %) der neuen Verkehrsund Grünflächen gebildet. Grund: die örtlichen Verkehrs- und Grünflächen gehen der Kommune immer ohne materielle Gegenleistung zu. Erschließungsmaßnahmen Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungswerte der Vermögensgegenstände: 1. Tatsächliche AHK´s, zu liefern vom Erschließungsträger oder alternativ 2. Erfahrungswerte Auf der Passivseite wird ein Sonderposten in gleicher Höhe gebildet und entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer der korrespondierenden Vermögensgegenstände aufgelöst. Weitere Beispiele für unentgeltlichen Erwerb: < Übertragungen von Geld- und/oder Sachmitteln mit der Maßgabe, dieses (Stiftungs-) Vermögen auf Dauer zu erhalten. < Flurneuordnungen < Bau von Gehwegen durch Land oder Bund und anschließende Übereignung an die Kommune mit gleichzeitigem Übergang der Unterhaltungslast

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Herabstufung von Landes- oder Bundesstraßen zu Gemeindestraßen, damit Übereignung an die Kommune mit gleichzeitigem Übergang der Unterhaltungslast Durch die Übertragung von Aufgaben im Rahmen der Verwaltungsreform auf die Kommunen erhaltenen Vermögensgegenstände

3.1.1.2 Herstellungskosten
§ 44 Abs. 2 E-GemHVO Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch die Verwaltungskosten einschließlich Gemeinkosten, angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Vermögens, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind, eingerechnet werden. § 44 Abs. 3 E-GemHVO Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstands verwendet wird, dürfen als Herstellungskosten angesetzt werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

Herstellung ist grundsätzlich die Schaffung eines bisher noch nicht vorhandenen Vermögensgegenstandes. Zu den Herstellungskosten gehören alle Aufwendungen zur Fertigstellung eines Vermögensgegenstands. Die Herstellungskosten setzen sich zusammen aus: < den Materialkosten einschließlich der notwendigen Materialgemeinkosten (z.B. Kosten für Transport, Lagerung Material), < den Fertigungskosten einschließlich der notwendigen Fertigungsgemeinkosten (z.B. Gehälter, Löhne für Techniker, Konstrukteure, Ingenieure, Energiekosten, Versicherungskosten, Fernmeldegebühren,… die nicht einzeln zugeordnet werden können), < den Sonderkosten der Fertigung (z.B. Entwurfskosten, Spezialwerkzeuge) < und dem Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit er durch die Herstellung des Vermögensgegenstandes veranlasst ist. Nicht zu den Herstellungskosten gehören grundsätzlich < Finanzierungs- (Geldbeschaffungs-) kosten nach § 44 Abs. 3 E-GemHVO (analog § 255 Abs. 3 HGB) sowie < Zinsen für Fremdkapital, < kalkulatorische Zinsen für Eigenkapital < und Vertriebskosten. Bauzeitzinsen werden für den Altbestand nicht aktiviert. Eine Definition zur Abgrenzung von Anschaffungs- /Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen findet sich im Bewertungslexikon, Anlage 3.

3.1.2 Ansatz von Erfahrungswerten in der Eröffnungsbilanz
Abweichend vom Grundsatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten in § 62 Abs. 1 E-GemHVO dürfen Erfahrungswerte angesetzt werden, allerdings nur unter den gesetzlich vorgegebenen Bedingungen:

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Bewertungsrichtlinie

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§ 62 Abs. 2 Satz 1 E-GemHVO Wenn die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht oder nicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand ermittelt werden können, sind abweichend von Abs. 1 den Preisverhältnissen zum Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt entsprechende Erfahrungswerte anzusetzen, vermindert um Abschreibungen nach § 46.

Hierbei geht es vor allem um die Frage, wann ein unverhältnismäßig hoher Aufwand vorliegt. Dies wird durch das neue Kommunale Haushaltsrecht nicht definiert. Entscheidend für einen unverhältnismäßigen Aufwand ist

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ob Daten quantitativ und qualitativ zur Verfügung stehen und ob der Aufwand der Datenermittlung im Verhältnis zum Nutzen steht.

In dieser Richtlinie werden hierbei pro Bilanzposition Hinweise gegeben.

3.1.3 AHK bei Werten zum Stichtag der Eröffnungsbilanz und 6 Jahre zurück =
§ 62 Abs. 2 Satz 2 E-GemHVO Für den vor dem Stichtag der Aufstellung der Eröffnungsbilanz liegenden Zeitraum von sechs Jahren wird vermutet, dass die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ermittelt werden können.

Es wird davon ausgegangen, dass die AHK der Vermögensgegenstände die innerhalb der 6 Jahre vor dem Bilanzstichtag (ab 01.01.2005) angeschafft wurden, bekannt sind.

3.1.4 Altvermögen vor dem 31.12.1974
§ 62 Abs. 3 E-GemHVO Für Vermögensgegenstände, die vor dem 31. Dezember 1974 angeschafft oder hergestellt worden sind, können abweichend von Abs. 1 und 2 den Preisverhältnissen zum 1. Januar 1974 entsprechende Erfahrungswerte angesetzt werden, vermindert um Abschreibungen nach § 46.

Die Stadt Heilbronn hat sich entschieden, von diesem Wahlrecht uneingeschränkt Gebrauch zu machen, es sei denn, in dieser Richtlinie wird unter den jeweiligen Anlageklassen etwas anderes angegeben. Das Wahlrecht soll die Wertermittlung vereinfachen. Die Nutzungsdauern beziehen sich gleichwohl grundsätzlich auf den (nach objektivierbaren Kriterien) festgestellten Anschaffungszeitpunkt. Bei durchgeführten umfassenden Sanierungsmaßnahmen sind die Restnutzungsdauern entsprechend zu verlängern.

3.1.5 Anschaffungs- und Herstellungszeitpunkt
Sofern für Vermögensgegenstände, die vor dem 31.12.2004 angeschafft oder hergestellt wurden, der Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu ermitteln ist, wird auf Basis der Restnutzungsdauer ein errechneter Anschaffungsoder Herstellungszeitpunkt ermittelt. Ab diesem errechneten Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt wird die Abschreibung über die Gesamtnutzungsdauer aktiviert.

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3.2 Laufende Bilanzierung
Unter die laufende Bilanzierung fallen alle Geschäftsvorfälle, die unterjährig stattfinden und zu bilanzieren sind. Ansatz dem Grunde nach Anzusetzen sind alle Vermögensgegenstände nach Maßgabe dieser Richtlinie ab Ziffer 4.

Zugangsbewertung
Für die Zugangsbewertung gilt § 44 Abs. 1, 2 E-GemHVO i.V.m. den Erläuterungen unter Ziffer 3.1.1 dieser Richtlinie. Hierbei sind die Nutzungsdauern entsprechend der Anlage sowie den Erläuterungen ab Ziffer 4 dieser Richtlinie anzusetzen. Bei bezuschussten Vermögensgegenständen sind die Regelungen zu den Sonderposten in dieser Richtlinie anzuwenden.

Folgebewertung
Im Rahmen der Erstellung der zukünftigen Jahresabschlüsse sind die Vermögensgegenstände in der Vermögensrechnung auf folgende Gesichtspunkte hin zu prüfen:

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Existenz des zu bilanzierenden Vermögensgegenstands. Überprüfung der hinterlegten Nutzungsdauer auf ihre weitere Gültigkeit. Hierbei sind neue Erkenntnisse zu berücksichtigen. Überprüfung eines ggfs. vorhandenen außerplanmäßigen Abschreibungsbedarfs.

3.3 Bewertungsvereinfachungsmethoden
3.3.1 Festwertverfahren
§ 37 Abs. 2 E-GemHVO Vermögensgegenstände des Sachvermögens können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für die Gemeinde von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel alle fünf Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

Beim Festwert handelt es sich um einen gleich bleibenden Wertansatz in der Bilanz für eine in etwa in gleicher Bestandsgröße und Zusammensetzung benötigte Menge von Vermögensgegenständen bestimmter Art. Der Festwert kann bis zu vier Folgejahre unverändert angesetzt werden, wodurch die Inventur und Abschlussarbeiten erleichtert und vereinfacht werden können. Der Festwertbewertung liegt die Fiktion zu Grunde, dass die jährlichen Zugänge und der jährliche Verbrauch bzw. die Abgänge oder Abschreibungen sich in etwa ausgleichen, so dass die jährlichen Ersatzbeschaffungen sofort in voller Höhe als Aufwand behandelt und außerdem die gesamten Bewertungsarbeiten (Bestandsaufnahme, Abschreibungen, Abgrenzung zwischen Erhaltungs- und Herstellungsaufwand) eingespart werden können. Beim Festwertansatz handelt es sich um ein Wahlrecht. Beispiele Bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens: - Verkehrslenkungsanlagen - Spielzeug in Kindergärten - Medienbestand in Bibliotheken

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Bewertungsrichtlinie

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Voraussetzungen für das Festwertverfahren < < < < < <
Nur zulässig für Vermögensgegenstände des Sachvermögens Für die erstmalige Bildung des Festwertes ist eine körperliche Inventur notwendig (keine Schätzwerte) Vermögensgegenstände müssen regelmäßig ersetzt werden Der Verbrauch, alle Abgänge und die Abschreibungen müssen bis zum Bilanzstichtag durch entsprechende Zugänge regelmäßig ersetzt werden. Gesamtwert muss für die Gemeinde von nachrangiger Bedeutung sein Der Gesamtwert aller Festwerte der Gemeinde ist dann grundsätzlich von nachrangiger Bedeutung, wenn er an den dem Bilanzstichtag vorangegangenen fünf Bilanzstichtagen im Durchschnitt 10 v. H. der Bilanzsumme nicht überstiegen hat. Dabei sind beim Anhaltewert ordentliche Abschreibungen aber keine außerplanmäßigen Abschreibungen zu berücksichtigen. Bei der Eröffnungsbilanz ist die Bilanzsumme als Berechnungsgröße der 10 % heranzuziehen. In den darauf folgenden Jahren ist jeweils der Durchschnitt der vorhandenen vorjährigen Bilanzsummen heranzuziehen. Geringe Veränderungen des Bestandes hinsichtlich Größe, Wert und Zusammensetzung Diese Voraussetzung muss insgesamt beurteilt werden. Unter Größe ist die mit dem einzelnen Festwert erfasste Menge zu verstehen. Die Zusammensetzung verlangt keine Gleichartigkeit, jedoch dürfen nur solche Gegenstände zu einem Festwert zusammengefasst werden, die keine unterschiedlichen, sondern wirtschaftlich und technisch vergleichbare Funktionen (Funktionsgleichheit) zu erfüllen haben.

< <

Die Gegenstände müssen < gleichartig und zusammen nicht wesensfremd sein, < die gleichen technischen und wirtschaftlichen Zweckbestimmungen sowie < betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern haben und < annähernd gleich hohe Anschaffungs- und Herstellungskosten erfordern. < Auch sind Gegenstände ausgeschlossen, die regelmäßig erheblichen Preisschwankungen unterliegen. Alle fünf Jahre ist eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

=
Übersteigt der neu ermittelte Wert den bisherigen Festwert um mehr als 10 v.H., so ist der ermittelte Wert als Festwert anzusetzen. Der bisherige Festwert ist solange um die Anschaffungs- und Herstellungskosten der im Festwert erfassten und im letzten Geschäftsjahr zugegangenen Vermögensgegenstände aufzustocken, bis der korrekte Wertansatz erreicht ist. Übersteigt der neu ermittelte Wert den bisherigen Wert um nicht mehr als 10 v.H., so kann der bisherige Festwert beibehalten werden. Ist der neu ermittelte Wert dauerhaft, d.h. spätestens nach einem Zeitraum von Jahren, mehr als 10 v.H. niedriger als der bisherige Festwert, so muss beim Sachvermögen der neuen Wert als Festwert angesetzt werden.

Ermittlung des Festwertes <
Ermittlung für Gegenstände des (abnutzbaren) Sachvermögens Der Festwert entspricht den AHK, abzüglich der i.d.R. hälftigen kumulierten ordentlichen Abschreibungen (Anhaltewert).

< Erstmalige Bildung des Festwertes Unter den oben genannten Voraussetzungen werden die Vermögensgegenstände sofort mit dem Festwert bewertet und mit diesem Wert in die Eröffnungsbilanz aufgenommen. <
Behandlung der Ersatzbeschaffungen und Veräußerungen von Gegenständen aus einem Festwert Solange der Festwert betragsmäßig nicht erhöht werden muss, sind sämtliche Ersatzbeschaffungen von Gegenständen, für die ein Festwert besteht, im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in vollem Umfang Aufwand.

=

14

= Stand: Juni 2009 =
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=

Bewertungsrichtlinie

=

Werden aus dem Festwertbestand einzelne Gegenstände veräußert oder entnommen, so liegt in Höhe des Erlöses bzw. Entnahmewertes ein Ertrag vor.

Übergang vom Festwert zur Einzelbewertung

Der Übergang vom Festwert zur Einzelbewertung ist jederzeit im Rahmen der
Bewertungsstetigkeit zulässig.

3.3.2 Gruppenbewertung
Bei der Gruppenbewertung handelt es sich um eine Vereinfachungsregel, die sich auf die Bewertung bezieht. Mehrere Vermögensgegenstände können zu einer Gruppe zusammengefasst und mit einem gewogenen Durchschnittswert bewertet werden. § 37 Abs. 3 E-GemHVO Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände können jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden. Gruppenbewertung kann mit Festbewertung verbunden werden. Bsp. bei der Stadt Heilbronn: Einrichtungsgegenstände für Schulklassen, Kindergärten, Schul- und Mehrzweckhallen. Voraussetzungen für das Verfahren sind: Es handelt sich um bewegliches Vermögen (Vorräte siehe S. 6). Zugehörigkeit zur gleichen Warengattung. Gleichheit in der Verwendbarkeit oder Funktion der Vermögensgegenstände. Die Preise der in der Gruppenbewertung zusammengefassten Vermögensgegenstände dürfen nicht wesentlich voneinander abweichen (max. Spielraum von 20% zwischen höchstem und niedrigstem Preis). Die Preise der Vermögensgegenstände müssen auf den gleichen Zeitpunkt bezogen sein. Es dürfen keine wesentlichen Qualitätsunterschiede der Vermögensgegenstände vorhanden sein. Alle Vermögensgegenstände werden nach der gleichen Methode abgeschrieben. Besonders wertvolle Vermögensgegenstände sind regelmäßig einzeln zu bewerten.

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= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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4. Bewertung der einzelnen Positionen des Sachvermögens
Allgemein Das Sachvermögen in der Vermögensrechnung untergliedert sich in unbebaute und bebaute Grundstücke, Infrastrukturvermögen, Bauten auf fremden Grundstücken, Kunstgegenstände, Kulturdenkmäler, Maschinen und technische Anlagen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Vorräte, Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau. Die einzelnen Vermögensgegenstände sind in der Anlagenbuchhaltung einer Anlageklasse zuzuordnen, damit die Zuordnung in der Bilanz korrekt erfolgt. Die Anlagenübernummer wird verwendet, um einen systemseitigen Bezug zwischen zwei einzelnen Anlagen herzustellen (z.B. eine Baumaßnahme und der dazu erhaltene Zuschuss) Jeder Anlage ist eine Kostenstelle zuzuordnen, auf die die Verbuchung der Abschreibungen erfolgt. Diese ist wiederum einem Teilhaushalt zugeordnet und stellt so die Verknüpfung zum Haushalt dar.

4.1 Immaterielle Vermögensgegenstände
Allgemein § 40 Abs. 3 E-GemHVO Für immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht entgeltlich erworben wurden, darf ein Aktivposten nicht angesetzt werden. Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens dürfen als Aktivposten nur angesetzt werden, wenn sie entgeltlich erworben wurden. Wurden sie selbst geschaffen – häufig EDVProgramme – besteht ein Aktivierungsverbot. Unter „immaterielle Vermögensgegenstände“ sind alle werthaltigen, abgrenzbaren und unkörperlichen Vermögensgegenstände zu verstehen, die nicht Sachen i.S.v. § 90 BGB sind. Sie müssen einzeln existent sein und selbstständig bewertet werden können. Allen immateriellen Vermögensgegenständen ist gemeinsam, dass sie physisch nicht existent sind, ggf. jedoch durch einen körperlichen Träger (z.B. CDs) vermittelt werden. Beispiele: < Lizenzen, Software < Sonstige Nutzungsrechte Immaterielle Vermögensgegenstände sind vor allem erworbene Softwarelizenzen und entgeltlich erworbene Individualsoftware. Als Software werden Rechnerprogramme, Programmbeschreibungen und Begleitmaterial zu System- und Anwendungssoftware bezeichnet. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen Software als selbständiger Vermögensgegenstand gilt und in welcher Höhe Ausgaben, die im Zusammenhang mit Software anfallen, zu aktivieren bzw. sofort als Aufwand zu erfassen sind. Nähere Erläuterungen zu Klassifizierung und Bewertung von Software finden sich im Bewertungslexikon. Geleistete Investitionszuschüsse sind nicht als immaterieller Vermögensgegenstand, sondern als Sonderposten zu erfassen (siehe Ziffer 6.).

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= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 0500 Konzessionen 0510 Lizenzen 0520 DV-Software 0530 Ähnliche Rechte 0560 Sonstiges immaterielles Vermögen

Bewertungsgrundsatz
Die Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt nach den allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in § 62 Abs. 1 bis 3 sowie § 40 Abs. 3 E-GemHVO, d.h. die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind grundsätzlich mit Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen, zu bewerten. Sofern die immateriellen Vermögensgegenstände einem laufenden Werteverzehr unterliegen, werden die Abschreibungen wie folgt vorgenommen:

< < <

Software entsprechend Nutzungsdauer Lizenzen entsprechend Geltungsdauer sonstiges immaterielles Vermögen i.d.R. maximal 10 Jahre

Geleistete Anzahlungen auf den Erwerb eines immateriellen Vermögensgegenstandes sind im Zeitpunkt ihrer Leistung in Ansatz zu bringen. Beim Eigentumsübergang beginnt die Nutzungsdauer und diesem Zusammenhang eine Umbuchung in die jeweiligen Anlagenklasse. Ein eigenständiges Konto für geleistete Anzahlungen auf immaterielles Vermögen ist grundsätzlich erforderlich. Hierbei sind unter den Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände die von der Kommune an Dritte bereits geleisteten Vorauszahlungen für den Erwerb immaterieller Anlagen zu erfassen.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Aufgrund der kurzen Nutzungsdauern (Software i.d.R. 3-8 Jahre, sonstige max. 10 Jahre) sind die Anschaffungskosten zu ermitteln. Grundsatz: Anschaffungskosten, da die Vermögensgegenstände i.d.R. aufgrund ihrer begrenzten Nutzungsdauern von über 6 Jahren bereits abgeschrieben sind. Selbst geschaffene Vermögensgegenstände dürfen gemäß § 40 Abs. 3 E-GemHVO nicht angesetzt werden.

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Grundsätze unter Ziffer 3.2.

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= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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4.2 Sachvermögen
4.2.1 Unbebaute Grundstücke
Allgemein Als Vorarbeit für die eigentliche Bewertung wurden bereits sämtliche Grundstücke innerhalb der Gemarkung Heilbronn in einer Liste mit insbesondere folgenden Basisdaten erfasst:

< < < < <

Gemarkung Flurstücksnummer Flurstücksgröße Nutzungsart Anschaffungsjahr

Grundlage für diese Listen war eine Auswertung aus dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) ergänzt um die Werte der Gebäudebrandversicherung. Diese Liste wird den Ämtern als Grundlage für die Erfassung und die Bewertung zur Verfügung gestellt. Soweit Anschaffungsjahre ab 01.01.1975 ermittelbar sind, werden diese zu Grunde gelegt. Für alle Anschaffungsjahre vor dem 31.12.1974 gilt vereinfachend generell der 01.01.1974 als Anschaffungsjahr. Es ist zu beachten, dass Grundvermögen auch außerhalb der Gemarkung Heilbronn zu erfassen und zu bewerten ist.

Datenquellen für die Erfassung und Bewertung Die erforderlichen Basisdaten für die Erfassung und die spätere Bewertung sind zunächst der zur Verfügung gestellten Liste zu entnehmen. Zusätzliche Informationen können folgenden Quellen entnommen werden:

< < < < < <

Automatisiertes Liegenschaftsbuch (ALB) Geo-Informationssystem (GIS) Kaufverträge des Amts für Liegenschaften und Stadterneuerung Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses der Stadt Heilbronn Kaufpreissammlungen Grundbücher, Grundakten

Für die Bewertung der Grundstücke sowie der Zuteilung der Grundstücke zu den Anlageklassen ist zunächst die Nutzungsart der Grundstücke von Bedeutung. Die Nutzungsarten können aus dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) und dem städtischen Geo-Informationssystem (GIS) entnommen werden. Die Nutzungsart ergibt sich aus dem ALB. Zu den unbebauten Grundstücken zählen mit Blick auf die Nutzungsarten < Grünflächen < Ackerland < Wald und Forstflächen < sonstige unbebaute Grundstücksflächen

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= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Grundstücke mit mehreren Nutzungsarten: < Untergeordnete Nutzungsarten gehen in der Hauptnutzungsart unter (z.B. eine Bushaltestelle auf einem Grundstück einer Schule) < Wesentliche unterschiedliche Nutzungsarten sind über mehrere „fiktive Teilgrundstücke“ abzubilden. Dabei ist sicherzustellen, dass die Summe der Flächen der fiktiven Teilgrundstücke der Fläche des Originalgrundstücks entspricht. Es muss erkennbar und nachvollziehbar sein, welche fiktiven Teilgrundstücke zu einem Originalgrundstück gehören

Die der Stadt Heilbronn gewährten Erbbaurechte sind nicht zu bilanzieren. Der Erbbauzins stellt laufenden Aufwand dar. Umgekehrt ist ein von der Stadt eingeräumtes Erbbaurecht weiterhin als Grundstück in der Bilanz anzusetzen. Die unbebauten Grundstücke sind in mindestens 2 Anlagestammsätze aufzuteilen. Ein Anlagestammsatz für den Grund und Boden (Flurstück) und ein Anlagenstammsatz für den oberirdischen Teil (z.B. Aufwuchs, Aufbauten etc.). Ausgenommen hiervon ist Ackerland, für dass lediglich ein Anlagestammsatz angelegt wird.

Bewertungsgrundsatz
Es gelten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Wertansatz. Auf die Erläuterungen unter Ziffer 3.1 wird verwiesen. Bei Grundstücken erfolgt generell keine Abschreibung, da sie keinem Werteverzehr durch Abnutzung unterliegen.

Die Behandlung der Vermögensgegenstände bei rechtlich unselbständigen Stiftungen sowie Schenkungen / Erbschaften erfolgen analog dieser Richtlinie.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Die gesetzlichen Regelungen bezogen auf die Bewertung der Grundstücke bedeuten, dass als Erfahrungswerte generell die Bodenrichtwerte herangezogen werden können. Bei den Bodenrichtwerten besteht allerdings die Problematik, dass es sich bei den Werten um Preisspannen handelt. Hier kann überwiegend auf den Durchschnitts-/Mittelwert zurückgegriffen werden. Bei den „Sahnestückchen“ der Kommune könnte allerdings ein höherer Wert oder eventuell auch prozentuale Zuschläge für die Lage, etc. berücksichtigt werden. Grundsatz: Anschaffungskosten vor 31.12.1974 Bodenrichtwerte zum 01.01.1974; 01.01.1975 bis 31.12.2004 01.01.1975 bis 31.12.1997 Bodenrichtwerte zum jeweiligen Anschaffungszeitpunkt des Grundstückes; 01.01.1998 bis 31.12.2004 Einzelerfassung nach Anschaffungskosten aus der Kaufpreissammlung; ab 01.01.2005 Anschaffungskosten;

Vereinfachung

Für Flurstücke, die vom 01.01.1998 bis zum 31.12.2004 erworben wurden, werden die Anschaffungskosten vom Amt für Liegenschaften und Stadterneuerung ermittelt. Dazu bildet die automatisierte Kaufpreissammlung von 1998 bis 2004 der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses des Vermessungs- und Katasteramtes die Grundlage. Ihr werden die Kaufpreise für die entsprechenden Flurstücke entnommen. Für Flurstücke, die zwischen dem 01.01.1975 und dem 31.12.1997 erworben wurden, werden die jeweiligen Anschaffungszeitpunkte aus dem Kaufregister beim Amt für Liegenschaften und Stadt-

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19

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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erneuerung ermittelt. Die Bewertung erfolgt sodann mit den für die jeweiligen Jahre geltenden Bodenrichtwerten. Da nicht durchgehend für alle Stadtteile und Jahre entsprechende Bodenrichtwerte vorliegen, werden entsprechende Referenzwerte aus Kaufverträgen o.Ä. entnommen und extrapoliert. Für die in der Zeit vor dem 01.01.1975 erworbenen Grundstücke gibt es keine hinreichende Datengrundlage, insbesondere im Hinblick auf die Erwerbszeitpunkte. Entsprechend wird vom Wahlrecht gem. § 62 Abs. 3 E-GemHVO Gebrauch gemacht und die Bodenrichtwerte zum Stichtag 01.01.1974 in Ansatz gebracht. Dies betrifft die überwiegende Zahl der Grundstücke. Ganz oder teilweise in anderen Flurstücken untergegangene Flurstücke werden mit den Anschaffungskosten zum Bewertungszeitpunkt bewertet. Zur Thematik von Investitionszuweisungen vergleiche Ziffer 6. Für gewährte Investitionszuschüsse für Grundstücke, die ab dem 01.01.2005 von der Stadt erworben wurden, sind Sonderposten entsprechend der Ziffer 6 zu bilden.

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2. In den folgenden Kapiteln werden die unterschiedlichen Arten der unbebauten Grundstücke aufgeführt und näher auf die Besonderheiten bei der Erfassung und Bewertung eingegangen. Dabei wird zwischen Grund und Boden sowie dem Aufwuchs etc. unterschieden.

4.2.1.1 Grünflächen
Allgemein Unter Grünflächen versteht man den in kommunalem Besitz befindlichen Grund und Boden, der als Parkanlage oder sonstige Erholungsfläche genutzt wird, einschließlich der zugehörigen Oberflächengewässer, des Aufwuchses, der Aufbauten und der Ausstattung. Die Nutzung ist nicht gewerblich. Da Grünflächen rechtlich klar vom Waldvermögen getrennt sind, ist ein waldartiger Bestand in Grünflächen immer diesen zuzurechnen und nicht dem Waldvermögen. Spielplätze in Grünanlagen gelten als unselbständige Spielplätze. Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

Anlageklassen in SAP Anlageklasse. Bezeichnung 1000 Grund und Boden bei Grünflächen Aufwuchs und Ausstattung von Grünflächen 1010 Nutzungsarten: Grünanlage, Gartenland (unbebaut), Parkanlage, unselbständige Spielplätze, Gemeinflächen-Erholung. Hierbei ist eine Abgrenzung zur Gartenanlage ( gilt als bebautes Grundstück) erforderlich. Aufbauten: Wege und andere Einbauten, wie z.B. Bänke, Papierkörbe, Beeteinfassungen, Palisaden, Beleuchtung u. Ä.; Ausstattung: z.B. Spielgeräte, Gebäude/Bauten wie z.B. Pavillons, Wengerthäuser, Ruinen und Unterstände

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20

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Aus Vereinfachungsgründen werden beim Altbestand Aufbauten und Ausstattungen wertmäßig im Wege eines Erfahrungswert berücksichtigt und nicht einzeln bewertet.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
a) Grund und Boden bei Grünflächen Grundsätzlich soll der Grund und Boden der Grünflächen den jeweiligen Flurstücksnummern der Liegenschaftsverzeichnisse angeglichen sein. Die Bewertung erfolgt auf der Datengrundlage des Gutachterausschusses. Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.1. b) Aufwuchs, Aufbauten und Ausstattung bei Grünflächen Grundsatz: Anschaffungs- und Herstellungskosten vor 31.12.1974 Preisverhältnisse zum 31.12.1974; 01.01.1975 bis 31.12.2004 ab 01.01.2005 Wenn die tatsächlichen Anschaf- Anschaffungs- und Herstelfungs- und Herstellungskosten lungskosten; nicht oder nicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand ermittelt werden können, dann Erfahrungswerte zum jeweiligen Anschaffungs-/Herstellungsjahr;

Vereinfachung

Für die Erfahrungswerte sind die Preisverhältnisse zum Anschaffungs- bzw. Herstellungsjahr für eine Neubepflanzung festzulegen. Hier kann beispielsweise ein qm-Durchschnittspreis kalkuliert werden, in welchem sämtliche Kosten für eine Neugestaltung einer Grünanlage enthalten sind. Der Aufwuchs kann so über die Fläche der Grünanlage ermittelt werden. Der Durchschnittspreis wird auf das Anschaffungs-/Herstellungsjahr rückindiziert. Dieser Erfahrungswert beinhaltet:

< < <

Aufwuchs (Rasenfläche und Bewuchs) Aufbauten (Wege und andere Einbauten) Ausstattung (Spielgeräte, Gebäude / Bauten in Grünanlagen)

Baulichkeiten von untergeordnetem Wert (z.B. Pavillons, Wengerthäuser, Ruinen und Unterstände) bleiben bei der Erstbilanzierung unberücksichtigt.

Laufende Bilanzierung
Erneuerungen Erneuerungen (in Abgrenzung zur Instandhaltung) stellen grundsätzlich AHK dar und fließen deshalb in die Bewertung ein. Allerdings sind Grunderneuerungen und Teilerneuerungen verschieden zu behandeln. Bei Grunderneuerungen wird eine komplette Grünanlage neu gestaltet (Einebnung, u.U. neue Geländemodellierung, Erneuerung der Wege und der Ausstattung), lediglich der Baumbestand bleibt im Regelfall erhalten. Hier werden sämtliche Kosten als Herstellungskosten behandelt und erfasst (es entsteht ein neues Anlagegut). Der bisherige Anlagenwert (das alte Anlagegut) wird in Abgang genommen. Werden nur Teile der Grünanlage erneuert (Teilerneuerung), so ist die Investition dem bestehenden Anlagegut werterhöhend zuzubuchen. Der abgehende Teil ist ggfs. zu schätzen und in Abgang zu nehmen. Im Übrigen gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

=

21

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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4.2.1.2 Ackerland
Allgemein Ackerland ist Grund und Boden, der landwirtschaftlich oder gartenbaulich kommerziell oder für eigene Zwecke genutzt wird. Aufgrund der Tatsache, dass die durchschnittlichen Anschaffungskosten für Ackerland zum 01.01.1974 höher waren als zum Eröffnungsbilanzstichtag 01.01.2011, wird der Erfahrungswert (Bodenrichtwert) zum Eröffnungsbilanzstichtag angesetzt (niedrigerer beizulegender Wert). Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

Anlageklassen in SAP Anlagekl. Bezeichnung 1020 Ackerland

Nutzungsarten: Ackerland, Grünland (z.B. Streuobstwiesen, Naturschutzflächen, Biotope)

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Im Grundsatz gelten die Anschaffungs- und Herstellkosten. Zur Vereinfachung kann als Erfahrungswert nach § 62 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 E-GemHVO der Bodenrichtwert landwirtschaftlich genutzter Flächen angesetzt werden. Der Aufwuchs z.B. bei Streuobstwiesen ist im Wert von Grund und Boden enthalten. Es erfolgt keine separate Bewertung.

Bewertung in der Folgebilanz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

4.2.1.3 Wald und Forsten
Allgemein Unter Wald versteht man den Grund und Boden, der forstwirtschaftlich kommerziell oder für eigene Zwecke genutzt wird, sowie den Aufwuchs. Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1

Datenermittlung für die Bewertung Die unter Ziffer 4.2.1 angeführten Basisdaten sind teilweise zu ergänzen:

< < < < <

Gemarkung (gemeindeeigene und gemeindefremde Gemarkungen) Flurstücksnummer Flurstücksgröße Nutzungsart Gehölzfläche

Anlageklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 1040 Grund u. Boden bei Wald, Forst 1050 Aufwuchs bei Wald, Forst

Nutzungsarten:

Laubwald, Nadelwald, Mischwald, Gehölz

=

22

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

=

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
§ 62 Abs. 4 E-GemHVO Bei Waldflächen sind die Absätze 1 bis 3 mit der Maßgabe anzuwenden, dass 1. für den Aufwuchs zwischen 7.200 und 8.200 Euro je Hektar und 2. für die Grundstücksfläche 2.600 Euro je Hektar angesetzt werden können.

a) Grund und Boden bei Wald, Forst Grundsatz: Anschaffungskosten vor 31.12.1974 2.600 EUR je Hektar; entspricht 0,26 EUR je m² (1 ha = 10.000 m²); 01.01.1975 bis 31.12.2004 2.600 EUR je Hektar; entspricht 0,26 EUR je m² (1 ha = 10.000 m²); ab 01.01.2005 Anschaffungskosten;

Vereinfachung

b) Aufwuchs bei Wald, Forst Grundsatz: Anschaffungs- oder Herstellungskosten vor 31.12.1974 7.200 EUR bis 8.200 EUR je Hektar; entspricht 0,72 EUR bis 0,82 EUR je m² (1 ha = 10.000 m²); 01.01.1975 bis 31.12.2004 7.200 EUR bis 8.200 EUR je Hektar; entspricht 0,72 EUR bis 0,82 EUR je m² (1 ha = 10.000 m²); ab 01.01.2005 Anschaffungs- und Herstellungskosten; Anm. M.E. macht hier auch Durchschnitt Sinn

Vereinfachung

Grundsätzlich ist die gesamte, als Wald gekennzeichnete, Fläche mit dem Wert des Aufwuchses anzusetzen. Auf Grund von örtlichen Besonderheiten können Teilflächen unberücksichtigt bleiben, z.B. Fahrwege, Holzlagerplätze, Heide, Wacholderheide. Der Wert des Aufwuchses bleibt als Festwert erhalten. Er unterliegt keiner Abschreibung.

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

4.2.1.4 Sonstige unbebaute Grundstücke
Allgemein Sonstige unbebaute Grundstücke sind anderweitig nicht genannter Grund und Boden. Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 1060 Sonstige unbebaute Grundstücke

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23

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Nutzungsarten: Unland, Bauplätze, Betriebsflächen Lagerplatz/Halde, Gemeinflächen-Wohnen (GF-Wohnen) (unbebaut), GF-Handel und Wirtschaft (unbebaut), Flugplätze, Gräben, Bahngelände, GF-öffentliche Zwecke, GF-Gewerbe und Industrie (unbebaut), Gemeinschaftsweiden, nicht landwirtschaftlich genutzte Wiesen, Grund und Boden, der Wohnbauten umgibt, soweit er nicht den Gebäuden zugeordnet ist, sowie die zugehörigen Oberflächengewässer, soweit sie keine wasserbaulichen Anlagen umfassen, Ausgleichsflächen, Biotope, Naturschutzflächen

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.1.

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

Besonderheiten bei Naturschutzflächen und Biotopen Biotope und Naturschutzflächen im Altbestand werden generell mit dem Erinnerungswert von 0 EUR bewertet. In der laufenden Bilanzierung gehen Biotope mit den Anschaffungskosten zu und werden sofort auf den niedrigeren beizulegenden Wert von 0 EUR wertberichtigt. Besonderheiten bei Umlegungsverfahren Hinsichtlich der Bewertung von Grundstücken aus Umlegungsverfahren wird auf den allgemeinen Teil dieser Richtlinie verwiesen. Bewertung der Gewässer Bei Gewässern, wird nur das Grundstück bewertet. Der Wasserlauf wird als natürlich vorhandenes Naturgut angesehen und nicht bewertet. Eine Abschreibung erfolgt ebenfalls nicht. Zum Gewässer gehören:

< < <

Fließgewässer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Baggerseen, die keiner Bewirtschaftung unterliegen künstlich angelegte Gewässer einschließlich deren Uferstreifen und Bauwerke.

4.2.2 Bebaute Grundstücke
Allgemein Bebaute Grundstücke sind Grundstücke, auf denen sich benutzbare Gebäude befinden. Wird ein Gebäude in Bauabschnitten errichtet, so ist der fertig gestellte und bezugsfertige Teil als benutzbares Gebäude anzusehen. Zu den bebauten Grundstücken zählen entsprechend der Nutzungsart:

< < < < <

Grundstücke mit Wohnbauten, Grundstücke mit sozialen Einrichtungen, Grundstücke mit Schulen, Grundstücke mit Kultur-, Sport-, Freizeit-, und Gartenanlagen, Grundstücke mit sonst. Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgebäuden.

Die bebauten Grundstücke sind in 4 Anlagestammsätze aufzuteilen. Ein Stammsatz für den Grund und Boden (Flurstück), ein Stammsatz für Gebäude und Aufbauten, ein Stammsatz für Betriebsvorrichtungen und ein Stammsatz für Außenanlagen. Eine entsprechende Anlagenübernummer wird von der Stadtkämmerei vergeben. Sofern im Bereich des Grund und Bodens keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

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24

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 1200 Grundstücke mit Wohnbauten 1300 Grundstücke mit sozialen Einrichtungen 1400 Grundstücke mit Schulen 1500 Grundstücke mit Kultur-, Sport- und Gartenanlagen 1600 Grundstücke mit sonst. Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgeb.

Die Behandlung der Vermögensgegenstände bei rechtlich unselbständigen Stiftungen sowie Schenkungen/Erbschaften erfolgen analog dieser Richtlinie.

4.2.2.1 Grund und Boden
Bewertungsgrundsatz
Es gelten die Ausführungen unter Ziffer 4.2.1.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Es gelten die Ausführungen unter Ziffer 4.2.1. Grundstücke, die Gemeinbedarfsflächen darstellen (insbesondere Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten), sind mit den Wertverhältnissen der umliegenden Grundstücke abzüglich eines 30prozentigen Abschlags zu bewerten. Bei Miteigentumsanteilen an Flurstücken wird der städtische Anteil erfasst, bewertet und gemäß Teilungserklärung in die Anlagenbuchhaltung aufgenommen (prozentuale Übernahme).

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

Spezielle Regelungen für < Grundstücke von Sportanlagen < Grundstücke von selbständigen Spielplätzen < für Grundstücke von Kleingartenanlagen finden sich in Anlage 6

4.2.2.2 Gebäude, Aufbauten, Betriebsvorrichtungen und Außenanlagen
Allgemein Die Betriebsvorrichtungen und die Außenanlagen gelten aus Vereinfachungsgründen grundsätzlich bei der Erfassung des Altbestands als in den Gebäuden enthalten. Ab dem 01.01.2005 müssen die Betriebsvorrichtungen und Außenanlagen separat erfasst werden, da diese im eigentlichen Sinne keine Gebäudebestandteile sind. Die Nutzungsdauer für Außenanlagen beträgt pauschal 15 Jahre. Im Übrigen gelten die Ausführungen unter Ziffer 4.2.2.2.2. und Ziffer 4.2.2.2.3. Kunst am Bau wird nicht separat berücksichtigt, sondern als Teil des Gebäudes behandelt und mit derselben Nutzungsdauer abgeschrieben.

=

25

= Stand: Juni 2009 =
=

=

Bewertungsrichtlinie

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Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 1250 Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei Wohnbauten 1350 Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei sozialen Einrichtungen 1450 Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei Schulen 1550 Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei Kultur-, Sport- und Gartenanlagen 1650 Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei sonst. Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgebäuden

4.2.2.2.1 Gebäude, Aufbauten
Datenquellen zur Erfassung und Bewertung

< < < <

Kaufverträge Kostenfeststellungen Verwendungsnachweise bestehende Anlagennachweise

Bewertungsgrundsatz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2. Grundsatz: Anschaffungs- und Herstellungskosten vor 31.12.1974 Rückindizierte Gebäudebrandversicherungswerte, per Baukostenindex umgerechnet auf den Stand 01.01.1974; 01.01.1975 bis 31.12.2004 ab 01.01.2005 Anschaffungsund Herstel- Anschaffungs- und Herstellungskosten; sofern keine AHK lungskosten; ohne unverhältnismäßigen Aufwand ermittelbar, rückindizierte Gebäudebrandversicherungswerte, per Baukostenindex (Anlage 4) umgerechnet auf das Baujahr

Vereinfachung

Bewertungsverfahren < Grundlage der Bewertung ist der Gebäudebrandversicherungswert 1914.

<

Dieser Gebäudebrandversicherungswert wird mit Hilfe eines Baukostenindex auf 1974 (863,9 v.H.) bzw. das Erwerbsjahr in Deutsche Mark und anschließend in Euro (Teiler 1,95583) umgerechnet. Anschließend sind die Abschreibung und der Restbuchwert des Gebäudes zu ermitteln. Dabei beträgt die Nutzungsdauer entsprechend dem Gebäudetyp: Gebäudetyp Nutzungsdauer in Jahren Gebäude aus Holz, Blechkonstruktionen, Glas33 konstruktionen, Leichtbauweise Gebäude, massiv 50 – 80 Gebäude, sonstige Bauweise (z.B. Garagen, 20 – 40 Nebengebäude, Schuppen, Weinberghäuschen, Toilettenhäuschen, Gewächshaus, Pavillon) Gebäude, teilmassiv 34 – 50

<

=

26

= Stand: Juni 2009 =
=

=

Bewertungsrichtlinie

=

Sind die Zeitpunkte von wesentlichen, umfassenden Modernisierungsmaßnahmen, die zu einer Verlängerung der Nutzungsdauer geführt haben, bekannt, sind diese bei der Neueinschätzung der sich hieraus verlängerten Nutzungsdauer entsprechend zu berücksichtigen. Bei selbständigen Anund Erweiterungsbauten sind deren Herstellungszeitpunkt zu ermitteln. Sie sind nach den für Gebäude geltenden Regeln gesondert zu bewerten. Die Behandlung der Vermögensgegenstände bei rechtlich unselbständigen Stiftungen sowie Schenkungen/Erbschaften erfolgen analog dieser Richtlinie.

4.2.2.2.2 Betriebsvorrichtungen
Bis zum Jahr 2004 gelten aus Vereinfachungsgründen Betriebsvorrichtungen im Gebäudewert bereits enthalten (s. auch Ziffer 4.2.2.2). Die neue E-GemHVO spricht keine Regelung für die Betriebsvorrichtung aus, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Regelungen des Steuerrechts Anwendung finden: Betriebsvorrichtungen bestehen aus technischen Anlagen, wenn sie zur Erstellung von Betriebsleistungen dienen bzw. in so enger Beziehung zum Betrieb stehen, dass dieser unmittelbar damit betrieben wird. Betriebsvorrichtungen dienen nicht der Nutzung des Gebäudes, sondern der Nutzung des Betriebes. Daher zählen auch fest mit Gebäuden verbundene bewegliche und unbewegliche Gegenstände zu dieser Vermögensgruppe (z.B. Hebebühnen, Lastenaufzüge, Autoaufzüge in Parkhäusern, spezieller Bodenbelag in Turnhallen, Klimaanlagen für Serverräume, Verkaufsautomaten, Schauvitrinen, Tresoranlagen). Betriebsvorrichtungen sind aufgrund der Regelungen des Steuerrechts immer separat mit eigener Nutzungsdauer zu erfassen. Im Übrigen wird bzgl. der Abgrenzung von Betriebsvorrichtungen auf das Steuerrecht verwiesen. Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 3450 Technische Anlagen 3500 Betriebsvorrichtungen

Bewertungsgrundsatz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

4.2.2.2.3 Außenanlagen
Bis zum Jahr 2004 sind aus Vereinfachungsgründen die Außenanlagen im Gebäudewert bereits enthalten. Neuanlagen werden über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben (s. auch Ziffer 4.2.2.2.). Zu den Außenanlagen zählen insb. Höfe, Wege und Einfriedungen, Parkplätze, nichtöffentliche Spielplätze usw., Beleuchtung, Gartenanlagen und Pflanzungen, die nicht zu den besonderen Betriebseinrichtungen gehören, nicht mit einem Gebäude verbundene Freitreppen, Stützmauern, fest eingebauten Flaggenmaste usw. sowie sonstige Außenanlagen, z.B. Luftschutzaußenanlagen. Kosten für Teilabbrüche außerhalb der Gebäude, soweit sie nicht zu den Kosten für das Herrichten des Baugrundstücks gehören, werden ebenfalls unter dieser Kategorie erfasst. Im übrigen wird auf die DIN 276 verwiesen.

Bewertungsgrundsatz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

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27

= Stand: Juni 2009 =
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=

Bewertungsrichtlinie

=

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2. Bei der Neuanlage selbständiger Spielplätze sind alle Kosten der Geländeformung und Bepflanzung (wie der Aufwuchs bei Grünanlagen) dem Aufwuchs zuzuordnen und ohne Abschreibungen zu erfassen. Besondere Einbauten wie Palisaden, Beeteinfassungen u.a. sind den Aufbauten zuzuordnen und damit abzuschreiben.

=

28

= Stand: Juni 2009 =
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=

Bewertungsrichtlinie

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4.2.3 Infrastrukturvermögen
Allgemein Zum Infrastrukturvermögen gehören insbes. Straßen, Wege, Plätze, Brücken, Tunnel, Schienenstrecken, Kabelnetze, Energieübertragungsleitungen, Fernrohrleitungen, Wasserleitungen, Wasserstraßen, Häfen, Dämme und sonstige Wasserbauten. Beim Infrastrukturvermögen ist der Grund und Boden und die zuzurechnenden Aufbauten, Betriebseinrichtungen, Bauwerke, etc. separat zu bewerten. Es werden demnach regelmäßig mindestens zwei Anlagenstammsätze angelegt. Nicht zu berücksichtigen ist das Infrastrukturvermögen, das bereits in die Ver- und Entsorgungsbetriebe ausgegliedert ist. Im übrigen gelten die Ausführungen in Ziffer 4.2.1 Allgemein. In den folgenden Kapiteln werden die unterschiedlichen Arten des Infrastrukturvermögens aufgeführt und näher auf die Besonderheiten bei der Erfassung und Bewertung eingegangen. Dabei wird unter den einzelnen Arten immer zuerst der Anlagestammsatz für den Grund und Boden des Infrastrukturvermögens angelegt.

4.2.3.1 Grund und Boden des Infrastrukturvermögens
Flurstücke und Grundstücke bei Straßen Flurstücke und Straßen werden als Gesamtheit geführt, d.h. die Grundstücksfläche entspricht der Straßenfläche. Zu beachten ist, dass sich eine Straße aus mehreren Flurstücken zusammensetzen kann. Die einzelnen Flurstücke sind getrennt als einzelne Vermögensgegenstände in der Anlagenbuchhaltung zu führen. Mehrere Flurstücke einer Straße sind unter einer gemeinsamen Anlageübernummer zu führen (siehe Ziffer 4). In den Fällen einer gemischten Nutzung des Flurstücks ist eine Aufteilung (z.B. nach qm) nur dann vorzunehmen, wenn es sich um völlig losgelöste Nutzungen handelt, z.B. Straßenkreuzung mit einem größeren Platz mit Brunnen. Eine Hauptnutzung des Flurstücks ist festzulegen. Die Aufteilung nach qm ist in dem Feld „Bemerkungen“ in der Anlagenkarte zu vermerken. Diese Regelung ist auf ein Minimum zu beschränken. Zu beachten ist, dass Geo-Informationssysteme und Anlagenbuchhaltungen in der Regel eine Zuordnung über Flurstücksnummern vornehmen und diese in den Systemen gleich sein muss.

Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 2000 Grund und Boden des Infrastrukturvermögens

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Es gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1 Allgemein. Als anzusetzender Erfahrungswert wird generell der landwirtschaftliche Bodenrichtwert zu Grunde gelegt.

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

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29

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

=

4.2.3.2 Straßen, Wege, Plätze, Verkehrslenkungsanlagen
Allgemein Die Straße besteht aus folgenden Elementen:

< <

Straßenkörper Straßenzubehör

Für jeden dieser Bestandteile ist ein eigener Anlagenstammsatz anzulegen. Zum Straßenkörper gehören gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 1 Straßengesetz Baden-Württemberg (StrG BW) Straßenuntergrund, -unterbau, -decke, Dämme, Gräben, Entwässerungsanlagen, Böschungen, Stützmauern, Durchlässe, Fahrbahnen, Haltestellenbuchten, Geh- und Radwege, Parkplätze, Trenn-, Seiten-, Rand- und Sicherheitsstreifen (mit Markierungen), Materialbuchten und Lärmschutzanlagen. Dem Straßenkörper wird das Straßenbegleitgrün zugeordnet. Unter das Straßenzubehör gemäß § 2 Abs. 3 Straßengesetz Baden-Württemberg (StrG BW) fallen Verkehrszeichen, Parkleitsysteme, Schilderbrücken, Verkehrsanlagen aller Art. Ebenso gehören Beleuchtung, Signalanlagen, Wegweisungen, zentrale Verkehrsrechner dazu. Bei der Bewertung des Straßenkörpers wird keine Unterteilung der einzelnen Straßenschichten (Unterbau und Deckschicht) vorgenommen. Der Straßenkörper ist als ein Vermögensgegenstand anzusehen und einheitlich abzuschreiben. Hierfür spricht vor allem, dass einige Kostenanteile (z.B. Planungsleistungen, Vermessungsarbeiten, Abrechnungen) nur pauschal oder prozentual verteilt werden können. Kostenanteile, die dann aufgeteilt werden müssen, verursachen einen hohen Zusatzaufwand bei der Abschreibung, bei dem Aufmaß und der Abrechnung. Außerdem wird durch zu viele einzelne Vermögensgegenstände eine korrekte Führung der Anlagebuchhaltung erschwert. Zu den Herstellungskosten beim Straßenbau gehören die Ausgaben für Erneuerungs-, Um-, Ausund Neubauvorhaben. Erneuerungsbauvorhaben dienen vorwiegend dem Deckenbau und verändern die bestehende Linienführung der Straße im Grund- und Aufriss nicht oder nur unwesentlich, so dass eine Ausführung ohne ausführliche Entwurfsunterlagen möglich ist. Die Arbeiten müssen deutlich über das Ausmaß einer Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeit hinausgehen.

Um-, Aus- und Neubauvorhaben setzen die Bearbeitung ausführlicher Bauentwürfe bezüglich Grund- und Aufrissgestaltung oder konstruktive Durchbildung voraus. Beispiele und Einzelheiten der Abgrenzung des Herstellungs- vom Erhaltungsaufwand beim Straßenbau sind in dem „Ausgabenblatt für Erneuerungsbauvorhaben" der vorläufigen Buchungsanweisung für Bundesfernstraßen vom 2. Januar 1976 (VkBl. S. 136) enthalten. Darüber hinaus gelten auch die Ausführungen der RStO 01. Eingeschlossen sind ferner Kosten für Kanalisation und die Erschließung, soweit diese nicht den Wohn- und Nichtwohngebäuden zuzurechnen sind.

Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 2180 Straßen, Wege, Plätze, Verkehrslenkungsanlagen

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2 in Verbindung mit Ziffer 4.2.1 analog.

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30

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

=

Möglichkeiten für die Ermittlung der Herstellungsjahre Sofern das Anschaffungs- bzw. Herstellungsjahr einer Straße nicht ermittelbar ist, kann auf folgende Vereinfachungen zurückgegriffen werden:

<

Widmungsjahr Mit Inkrafttreten des Straßengesetzes am 01.04.1964 war eine Widmung der Straße erforderlich. Das Widmungsjahr kann als fiktives Herstellungsjahr herangezogen werden. Baujahre der Kabel- und Entwässerungskanäle Die Baujahre der Kabel- und Entwässerungskanäle können ebenfalls als errechnetes Herstellungsjahr herangezogen werden. Aus verschiedenen Straßenakten und über Straßenverzeichnisse können durch die Fachämter und Unterhaltungsstellen Baujahre für die Kanäle ermittelt werden. Erschließungsbeitragsabrechnungen Aus Erschließungsbeitragsakten sind ebenfalls die Herstellungsjahre und Anschaffungs- und Herstellungskosten zu entnehmen. Straßenverzeichnisse / Straßenkarten Aus verschiedenen Straßenakten und über Straßenverzeichnisse können durch die Fachämter und Unterhaltungsstellen Baujahre ermittelt werden. Verwendungsnachweise Aus den Verwendungsnachweisen bewilligter Zuweisungen aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz

<

<

<

<

(A) Bewertung des Straßenkörpers Für die Bewertung des Straßenkörpers wird in 2 Schritten vorgegangen: Schritt 1: Einteilung der Straßen in Straßenarten und Festlegung der jeweiligen Nutzungsdauer Die Straßen sind, entsprechend ihres Ausbaustandards bzw. ihrer Verkehrsbeanspruchung, in verschiedene Straßenarten zu unterteilen. Hier wird an Anlehnung an die Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO 01) in die nachfolgend aufgeführten 5 Kategorien unterteilt.

Straßenart I II III IV V

Beschreibung Schnellverkehrsstraße, Industriesammelstraße Hauptverkehrsstraße, Industriestraße, Straße im Gewerbegebiet Wohnsammelstraße, Fußgängerzone mit Ladeverkehr Anliegerstraße befahrbarer Wohnweg, Fußgängerzone, Radwege nicht asphaltierte / betonierte Wege

Nutzungsdauer

25 - 30 Jahre
30 - 40 Jahre 40 - 50 Jahre 50 Jahre 15 - 20 Jahre

Um spezifische Gegebenheiten (z.B. historischer Stadtkern) Rechnung zu tragen, können diese vorgegebenen Straßenarten bei Bedarf erweitert werden.

Schritt 2: Bewertung der Straßen Die Bewertung der Straßen erfolgt nach § 62 E-GemHVO, d.h. grundsätzlich zu den Anschaffungsund Herstellungskosten. Wenn die Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht ermittelt werden können, müssen Erfahrungswerte herangezogen werden.

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31

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Bewertungsgrundsatz: Anschaffungs- und Herstellkosten vor 31.12.1974 Vereinfachung Preisverhältnisse zum 01.01.1974; 01.01.2005 bis 31.12.2010 Wenn die tatsächlichen AHK Anschaffungs- und Hernicht oder nicht ohne unverhält- stellungskosten; nismäßigen Aufwand ermittelt werden können, dann Preisverhältnisse zum jeweiligen Anschaffungs-/Herstellungsjahr als Erfahrungswerte; 01.01.1975 bis 31.12.2004

Als Erfahrungswert gilt ein aktueller pauschalierter qm-Durchschnittspreis, in welchem vereinfachend die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Straße, der Böschungen und sonstigen Teileinrichtungen (z.B. Aufwuchs, Leitpfosten, Beschilderung, Gehweg, Gehwegeinfassung, Verkehrsinseln, Signalanlagen etc.) einzurechnen sind. Der Erfahrungswert ist für jede Straßenart vom Amt für Straßenwesen festzulegen. Da davon ausgegangen wird, dass die Herstellungsjahre der Straßen ermittelbar sind (siehe Vereinfachungen für die Ermittlung der Herstellungsjahre), muss dieser vorab ermittelte aktuelle Erfahrungswert anhand des Baupreiskostenindex auf das jeweilige Herstellungsjahr rückindiziert werden. Der jeweilige Baupreiskostenindex befindet sich in Anlage 5 (B) Bewertung des Straßenzubehörs Das Straßenzubehör wird zur Bewertung in einfaches und hochwertiges Zubehör unterschieden. Bis zum Stichtag der Eröffnungsbilanz wird der Wert des einfachen Straßenzubehörs in den Wert des Straßenkörpers mit eingerechnet (bei Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie beim m²Durchschnittswert). Als hochwertigem Zubehör gilt: < Parkleitsysteme < Schilderbrücken < zentrale Verkehrsrechner Das hochwertige Zubehör ist einzeln, getrennt zu erfassen und zu bewerten.

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2. Nach dem Eröffnungsbilanzstichtag kann einfaches Zubehör auch weiterhin dem Straßenkörper zugerechnet werden, da eine getrennte Erfassung in der Praxis oft nicht möglich ist. Hochwertiges Zubehör muss getrennt erfasst werden. Es werden folgende Nutzungsdauern für hochwertiges Zubehör empfohlen: Vermögensgegenstand Nutzungsdauer Parkleitsysteme 15 Jahre Schilderbrücken 15 - 20 Jahre Zentrale Verkehrsrechner 12 Jahre Bei einer Grunderneuerung der gesamten Straße (oder des gesamten Bauwerks) wird die bisherige in Abgang genommen. Die Investitionen stellen die neuen Anschaffungs- und Herstellungskosten dar.

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32

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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4.2.3.3 Bauwerke
Zu den Bauwerken gehören u.a. Brücken, Tunnel (mit Brücken), Lärmschutzwände, Stützbauwerke, Trockenmauern, Unterführungen. Die ingenieurtechnischen Bauwerke sind separat zu bewerten. Brücken und Unterführungen Die für die Bewertung notwendigen Herstellungskosten und Baujahre der städtischen Brücken und Unterführungen werden aus den Bauwerksakten (Brückenbüchern) entnommen und um die bereits aufgelaufenen Abschreibungen vermindert in der Eröffnungsbilanz angesetzt. Sonstige Bauwerke Soweit für die sonstigen Bauwerke keine Herstellungskosten ermittelbar sind, sind Erfahrungswerte aus der Herstellung vergleichbarer Bauwerke unter Beachtung eines Anpassungsbedarfs an die Besonderheiten der zu bewertenden ingenieurtechnischen Bauwerke anzusetzen. Falls keine anderweitigen Erfahrungswerte vorliegen, können hilfsweise Pauschalsätze angewandt werden. Die nachfolgenden Werte beziehen sich auf das Jahr 1996 und sind auf das Anschaffungs-/Herstellungsjahr zu indizieren (Anlage 5).

< < <

Trogbauwerke mit 1.000 EUR/qm Lärmschutzbauwerke mit 400 EUR/qm Stützbauwerke Trockenmauer mit 250,00 EUR/qm Winkelstützmauer: - Höhe von 0,80 m mit 150 EUR/lfdm - Höhe von 1,25 m mit 200 EUR/lfdm - Höhe von 2,00 m mit 380 EUR/lfdm - Höhe von 2,50 m mit 560 EUR/lfdm Ortbeton, d = 0,25 m - Höhe von 1,00 m mit 230 EUR/lfdm - Höhe von 2,00 m mit 370 EUR/lfdm Stahlbetonplatten zwischen IP-Träger: - Höhe von 2,00 m mit 560 EUR/lfdm

Sonderposten Für Beiträge Dritter sind Sonderposten zu bilden. Siehe Ziffer 6. Für konstruktive Bauwerke gelten aufgrund ihrer Besonderheit spezielle Nutzungsdauern: Bauwerk Nutzungsdauer Brücken und Unterführungen 80 - 100 Jahre Brücken in überwiegender Holzbauweise 30 - 40 Jahre Stützmauer 70 - 100 Jahre Lärmschutzwände 30 - 50 Jahre Lärmschutzwälle Keine AfA, da keine Abnutzung

Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 2020 Brücken und Tunnel und andere konstruktive Bauwerke 2360 Friedhöfe und Bestattungseinrichtungen 2380 Sonstige Bauten des Infrastrukturvermögens

Laufende Bilanzierung
Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

=

33

= Stand: Juni 2009 =
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=

Bewertungsrichtlinie

=

5. Bewertung der Aktiven Abgrenzungsposten
5.1 Aktive Rechnungsabgrenzung (RAP)
Allgemein Mithilfe der aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die im alten Geschäftsjahr im Voraus gezahlten Aufwendungen und vereinnahmten Erträge über die Schlussbilanz in die Erfolgsrechnung des neuen Geschäftsjahres übertragen. Im Unterschied hierzu werden auf den Konten „Sonstige Verbindlichkeiten“ und „Sonstige Forderungen“ Aufwendungen und Erträge des alten Geschäftsjahres erfasst, die erst im neuen Geschäftsjahr zu Ausgaben und Einnahmen werden. Sie stellen echte Verbindlichkeiten bzw. Forderungen dar, die durch Zahlung im neuen Geschäftsjahr beglichen werden.

Aktive Rechnungsabgrenzung § 48 Abs. 1 E-GemHVO Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite vor dem Abschlussstichtag geleistete Auszahlungen auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Ferner darf ausgewiesen werden die als Aufwand berücksichtigte Umsatzsteuer auf am Abschlussstichtag auszuweisende oder von den Vorräten offen abgesetzte Anzahlungen. Hierunter fallen Auszahlungen (z.B. Vorauszahlungen für Versicherungen, Mieten, Zinsen), die bereits im abzuschließenden Geschäftsjahr bezahlt und gebucht wurden, aber entweder nur zum Teil oder ganz dem neuen Geschäftsjahr wirtschaftlich (Aufwand) zuzurechnen sind. Zum Bilanzstichtag sind die betreffenden Aufwandskonten durch eine „Aktive Rechnungsabgrenzung“ zu berichtigen. Sie stellt eine Leistungsforderung dar. So begründen z.B. Mietvorauszahlungen einen Anspruch auf Nutzung der gemieteten Räume im neuen Haushaltsjahr. Bei der Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist der Wesentlichkeitsgrundsatz zu beachten. Einzelheiten legt die Stadtkämmerei zu gegebener Zeit fest. Zu beachten ist der in § 48 Abs. 1 Satz 2 E-GemHVO enthaltene Hinweis zur Umsatzsteuer.

5.2 Sonderposten für geleistete Investitionszuschüsse
Hier handelt es sich um von der Stadt gewährte Investitionszuschüsse an Dritte.

Auf dem Ansatz der bis 01.01.2011 gewährten Investitionszuwendungen und –zuschüsse in der Eröffnungsbilanz wird verzichtet (§ 62 Abs. 7 E-GemHVO)

Anlagenklasse in SAP Anlageklasse Bezeichnung 9200 Sonstige Sonderposten

Laufende Bilanzierung
Regelung wird noch getroffen

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34

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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6. Bewertung der Sonderposten und Rechnungsabgrenzungsposten (Passivseite) =

Allgemein Erhaltene Investitionszuweisungen und Beiträge sind zu erfassen und mit dem bezuschussten Vermögensgegenstand durch eine gemeinsame Anlageübernummer zu verknüpfen. Hierdurch wird gewährleistet, dass die Auflösung der Zuweisungen entsprechend der Nutzungsdauer des bezuschussten Vermögensgegenstandes erfolgt.

6.1.1 Erhaltene Investitionszuschüsse
Unter die erhaltenen Investitionszuschüsse (Abzugskapital) fallen Ertragszuschüsse. Hierunter versteht man Beiträge, Zuweisungen und Zuschüsse Dritter. Inhaltlich gehören zum Abzugskapital auch alle Arten öffentlich-rechtlicher Baukostenbeiträge nach Baugesetzbuch (BauGB) und Kommunalabgabengesetz (KAG), Folgekostenbeiträge und Spenden für Investitionen. Erhaltene Investitionszuschüsse werden als Sonderposten ausgewiesen. Der Vermögensgegenstand wird in voller Höhe der Anschaffungskosten (ohne Abzug des Zuschusses) aktiviert. Korrespondierend wird auf der Passivseite in Höhe des Zuschusses ein Sonderposten gebildet. Der Sonderposten wird entsprechend dem Abschreibungszeitraum und dem Abschreibungssatz des zugeordneten Vermögensgegenstandes sukzessive aufgelöst. Insofern teilt der Sonderposten das Schicksal des bezuschussten Vermögensgegenstandes. Die durch die Auflösung des Sonderpostens entstehende Erträge werden in der Ergebnisrechnung aufgeführt, sie stehen den Aufwendungen aus Abschreibungen gegenüber.

Beispiel: Baukosten für eine Schule in Höhe von 1.000.000 Euro Erhaltener Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro Nutzungsdauer: 50 Jahre

< < < <

Erfassung des Vermögensgegenstandes (nach Fertigstellung) in Höhe von 1Mio. Euro in der Anlagenbuchhaltung. Erfassung der Zuweisung als separaten Vermögensgegenstand in der Anlagenbuchhaltung in Höhe von 300.000 Euro mit Verknüpfung zum Anlagengut über die Anlagenübernummer. jährliche Verbuchung der Abschreibung als Aufwand in Höhe von 20.000,00 Euro. jährliche Verbuchung der Auflösung des Zuschusses als Ertrag in Höhe von 6.000,00 Euro.

Die Aktivierung des Vermögensgegenstandes erfolgt bei Inbetriebnahme. Korrespondierend beginnt die Auflösung des Investitionszuschusses. Zeitpunkt und Verwendung können aufgrund des Verwendungsnachweises ermittelt werden. Trifft der Zuschuss erst viel später bei der Kommune ein, muss die Auflösung des Zuschusses auf die restliche Nutzungsdauer des Anlagengutes erfolgen. Zuweisungen, Zuschüsse, Beiträge usw., die für eine Anlage im Bau gedacht sind (die also noch nicht in Betrieb gegangen ist), werden gesondert unter AiB Sonderposten gebucht. Zuweisungen und Zuschüsse, welche die Stadt ab dem 01.01.2005 erhalten hat, müssen zwingend mit dem Zuschussbetrag erfasst werden.

Hinsichtlich Sachverhalte im Rahmen von Erschließungsmaßnahmen wird auf den allgemeinen Teil der Richtlinie verwiesen.

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35

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Anlagenklassen in SAP Anlageklasse Bezeichnung 9010 Sonderposten aus Zuwendungen Bund 9020 Sonderposten aus Zuwendungen Land 9030 Sonderposten aus Zuwendungen Gemeinden 9040 Sonderposten aus Zuwendungen Zweckverband 9050 Sonderposten aus Zuwendungen sonst. öff. B. 9060 Sonderposten aus Zuwendungen verb. Unternehmen 9070 Sonderposten aus Zuwendungen sonst. öff. S. 9080 Sonderposten aus Zuwendungen priv. Unternehmen 9090 Sonderposten aus Zuwendungen übriger Bereich

Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Für nachfolgende Bereiche kann das Abzugskapital vor dem 01.01.2005 – bezogen auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten – nach folgenden Pauschalsätzen (Erfahrungswerte im Sinne von § 62 Abs. 7 E-GemHVO) ermittelt werden:

Bezeichnung Berufliche Schulen Feuerwehr Grund-, Haupt-, Realschulen Gymnasien und Sonderschulen Naturschutzgrundstücke Turn- und Sporthallen Sportplätze Straßen, Wege, Plätze Theater

Pauschalsatz in % 35 30 30 40 70 20 15 75 40

Für alle anderen Bereiche sind die tatsächlich bewilligten Zuweisungen anzusetzen.

6.1.2 Bewertung von Schenkungen, Spenden und Erbschaften
Auf die Ausführungen im allgemeinen Teil dieser Richtlinie (Ziffer 3) wird verwiesen.

6.2 Passive Rechnungsabgrenzung
§ 48 Abs. 2 E-GemHVO Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten vor dem Abschlussstichtag erhaltene Einzahlungen auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Darunter fallen hauptsächlich die Grabnutzungsgebühren auf den Friedhöfen, die für die gesamte Nutzungszeit des jeweiligen Grabes am Anfang in voller Höhe bezahlt werden und in den einzelnen Haushaltsjahren der Nutzungszeit anteilige Erträge darstellen.

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36

= Stand: Juni 2009 =
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Bewertungsrichtlinie

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Bewertung in der Eröffnungsbilanz
Datenquellen: < Gebührenkalkulation < Datenbank (WinFried) Für die Eröffnungsbilanz besteht kein Wahlrecht. Entsprechend ist der Bestand in der Eröffnungsbilanz zu ermitteln und zu dokumentieren. Hierbei ist vereinfachend wie folgt vorzugehen:

< < <

Ermittlung der jeweilig eingenommenen Gebühren für Grabnutzungsrechte Ermittlung eines Durchschnittswertes für in Heilbronn anzusetzende Nutzungsdauern Ermittlung des Restbestandes in Folgejahren auf Basis der ermittelten durchschnittlichen Nutzungsdauer

Laufende Bilanzierung
Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind entsprechend § 48 Abs. 2 E-GemHVO zu bilden.

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37

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Anlagen zur Bewertungsrichtlinie
Anlage 1: Auszüge aus den Gesetzestexten Anlage 2: Abschreibungstabelle Stand Febr. 2009 Anlage 3: Bewertungslexikon Anlage 4: Indextabelle Gebäudeversicherung Anlage 5: Baupreisindex Straßenbau Anlage 6: Besonderheiten bei Sportanlagen, Spielplätzen, ...

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten

Inhaltsverzeichnis
I. Gesetz zur Reform des Gemeindehaushaltsrecht vom 04.05.2009 (GemO)
§ 91 Erwerb und Verwaltung von Vermögen, Wertansätze § 92 Veräußerung von Vermögen 2 2

II.

Arbeitsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung vom 21.12.2007 (E-GemHVO)
§ 2 Ergebnishaushalt § 34 Buchführung § 37 Inventar, Inventur § 38 Inventurvereinfachungsverfahren § 40 Vollständigkeit der Ansätze, Verrechnungs- und Bilanzierungsverbote, Vermögen § 43 Allgemeine Bewertungsgrundsätze § 44 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden § 46 Abschreibungen § 52 Vermögensrechnung (Bilanz) § 55 Vermögensübersicht, Verbindlichkeitenübersicht § 62 Erstmalige Bewertung (Eröffnungsbilanz) 3 4 4 5 5 5 5 6 7 8 8

III.

Handelsgesetzbuch (HGB)
§ 238 Buchführungspflicht § 239 Führung der Handelsbücher § 240 Inventar § 241 Inventurvereinfachungsverfahren § 242 Pflicht zur Aufstellung § 243 Aufstellungsgrundsatz § 247 Inhalt der Bilanz § 248 Bilanzierungsverbote § 249 Rückstellungen § 250 Rechnungsabgrenzungsposten § 253 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden § 254 Steuerrechtliche Abschreibungen § 255 Anschaffungs- und Herstellungskosten § 256 Bewertungsvereinfachungsverfahren § 257 Aufbewahrung von Unterlagen. Aufbewahrungsfristen 10 10 10 11 11 11 12 12 12 12 13 13 13 14 14

IV.

Bewertungsgesetz
§ 71 Begriff unbebaute Grundstücke § 74 Begriff bebaute Grundstücke 16 16

V.

Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Wertermittlungsverordnung – WertV)
§ 16 Ermittlung des Ertragswerts der baulichen Anlagen § 19 Berücksichtigung sonstiger wertbeeinflussender Umstände § 23 Wertminderung wegen Alters § 24 Wertminderung wegen Baumängeln und Bauschäden 17 17 17 18

=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

I.

Gesetz zur Reform des Gemeindehaushaltsrecht vom 04.05.2009 (GemO)

§ 91 Erwerb und Verwaltung von Vermögen, Wertansätze (1) Die Gemeinde soll Vermögensgegenstände nur erwerben, wenn dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist. (2) Die Vermögensgegenstände sind pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten und ordnungsgemäß nachzuweisen. Bei Geldanlagen ist auf eine ausreichende Sicherheit zu achten; sie sollen einen angemessenen Ertrag bringen . (3) Besondere Rechtsvorschriften für die Bewirtschaftung des Gemeindewalds bleiben unberührt. (4) Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen, anzusetzen. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag und Rückstellungen nur in Höhe des Betrags anzusetzen, der nach vernünftiger Beurteilung notwendig ist.

§ 92 Veräußerung von Vermögen (1) Die Gemeinde darf Vermögensgegenstände, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht braucht, veräußern. Vermögensgegenstände dürfen in der Regel nur zu ihrem vollen Wert veräußert werden. (2) Für die Überlassung der Nutzung eines Vermögensgegenstands gilt Abs. 1 entsprechend. (3) Will die Gemeinde einen Vermögensgegenstand unter seinem vollen Wert veräußern, hat sie den Beschluss der Rechtsaufsichtsbehörde vorzulegen. Das Innenministerium kann von der Vorlagepflicht allgemein freistellen, wenn die Rechtsgeschäfte zur Erfüllung bestimmter Aufgaben dienen oder ihrer Natur nach regelmäßig wiederkehren oder wenn bestimmte Wertgrenzen oder Grundstücksgrößen nicht überschritten werden.

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2 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

II. Anhörungsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung vom 22.04.2009 (E-GemHVO)
§ 2 Ergebnishaushalt (1) Der Ergebnishaushalt enthält als ordentliche Erträge 1. Steuern und ähnliche Abgaben, 2. Zuweisungen und Zuwendungen, Umlagen und aufgelöste Investitionszuwendungen und -beiträge, 3. sonstige Transfererträge, 4. öffentlich-rechtliche Entgelte, 5. privatrechtliche Leistungsentgelte, 6. Kostenerstattungen und Kostenumlagen, 7. Zinsen und ähnliche Erträge, 8. aktivierte Eigenleistungen und Bestandsveränderungen und 9. sonstige ordentliche Erträge; 10. Summe der ordentlichen Erträge (Summe Nummer 1 bis 9); 11. Personalaufwendungen, 12. Versorgungsaufwendungen, 13. Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen, 14. planmäßige Abschreibungen, 15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 16. Transferaufwendungen und 17. sonstige ordentliche Aufwendungen; 18. Summe der ordentlichen Aufwendungen (Summe aus Nummern 11 bis 17); 19. ordentliches Ergebnis (Saldo aus Nummern 10 und 18); 20. Fehlbetragsabdeckung aus Vorjahren; 21. veranschlagtes ordentliches Ergebnis (Saldo aus Nummern 19 und 20); 22. außerordentliche Erträge; 23. außerordentliche Aufwendungen; 24. veranschlagtes Sonderergebnis (Saldo aus Nummern 22 und 23); 25. veranschlagtes Gesamtergebnis (Überschuss oder Fehlbetrag; Summe aus Nr. 21 und 24); 26. die Zuführung zur Rücklage aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses, 27. die Zuführung zur Rücklagen aus Überschüssen des Sonderergebnisses, 28. die Entnahme aus Rücklagen aus Überschüssen des ordentliche Ergebnisses nach §24 Abs. 1 Satz 1, 29. die Verwendung des Überschusses des Sonderergebnisses (Nr. 24) sowie Entnahme aus der Rücklage aus Überschüssen des Sonderergebnisses nach § 24 Abs. 2, 30. den Fehlbetragsvortrag auf das ordentliche Ergebnis folgender Haushaltsjahre nach § 24 Abs. 3 Satz 1 31. die Minderung des Basiskapitals nach § 25 Abs. 3 (Fehlbetragsabdeckung aus Vorjahren, soweit nicht nach Nummer 20 abgedeckt); 32. die Entnahme aus der Rücklage aus Überschüssen des Sonderergebnisses nach § 25 Abs. 4 Satz 1 33. die Minderung des Basiskapitals nach § 25 Abs. 4 Satz 2. (2) Unter den Posten „außerordentliche Erträge“ und „außerordentliche Aufwendungen“ sind die außerhalb der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit anfallenden Erträge und Aufwendungen, insbes. Gewinne und Verluste aus Vermögensveräußerung, auszuweisen, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Von untergeordneter Bedeutung sind Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von geringwertigen beweglichen Vermögensgegenständen des Sachvermögens, die nach § 38 Abs. 4 nicht erfasst werden.

3 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

§ 34 Buchführung (1) Die Buchführung dient 1. der Bereitstellung von Informationen für den Haushaltsvollzug und für die Haushaltsplanung, 2. der Aufstellung des Jahresabschlusses und der Durchführung des Planvergleichs und 3. der Überprüfung des Umgangs mit öffentlichen Mitteln im Hinblick auf Rechtmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit (2) Zur Erfüllung der in Abs. 1 genannten Zwecke sind Bücher in Form der doppelten Buchführung zu führen, in denen 1. alle Vorgänge, die zu einer Änderung der Höhe oder der Zusammensetzung des Vermögens und der Schulden führen, insbesondere Aufwendungen und Erträge sowie Auszahlungen und Einzahlungen 2. die Lage des Vermögens und 3. die sonstigen, nicht das Vermögen der Gemeinde berührenden wirtschaftlichen Vorgänge, insbes. durchlaufende Finanzmittel, = nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung aufgezeichnet werden. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Verwaltungsvorfälle und über die wirtschaftliche Lage der Gemeinde vermitteln kann. Die Verwaltungsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung nachvollziehen lassen.

§ 37 Inventar, Inventur (1) Die Gemeinde hat zu Beginn des ersten Haushaltsjahres mit einer Rechungsführung nach den Regeln der doppelten Buchführung und danach für den Schluss eines jeden Haushaltsjahres ihre Grundstücke, ihre Forderungen, Schulden und Rückstellungen, den Betrag ihres baren Geldes sowie ihre sonstigen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben (Inventar). Körperliche Vermögensgegenstände sind durch eine körperliche Bestandsaufnahme zu erfassen, soweit in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist. Das Inventar ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen . (2) Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für die Gemeinde von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel alle fünf Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen. (3) Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände können jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden.

4 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

§ 38 Inventurvereinfachungsverfahren (1) Bei der Aufstellung des Inventars darf der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Methoden auf Grund von Stichproben ermittelt werden. Das Verfahren muss den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Der Aussagewert des auf diese Weise aufgestellten Inventars muss dem Aussagewert eines auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme aufgestellten Inventars gleichkommen . (2) Bei der Aufstellung des Inventars für den Schluss eines Haushaltsjahrs bedarf es einer körperlichen Bestandsaufnahme der Vermögensgegenstände für diesen Zeitpunkt nicht, soweit durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden anderen Verfahrens gesichert ist, dass der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch ohne die körperliche Bestandsaufnahme für diesen Zeitpunkt festgestellt werden kann . (3) In dem Inventar für den Schluss eines Haushaltsjahrs brauchen Vermögensgegenstände nicht verzeichnet zu werden, wenn 1. die Gemeinde ihren Bestand auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme oder auf Grund eines nach Abs. 2 zulässigen anderen Verfahrens nach Art, Menge und Wert in einem besonderen Inventar verzeichnet hat, das für einen Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten beiden Monate nach dem Schluss des Haushaltsjahrs aufgestellt ist, und 2. auf Grund des besonderen Inventars durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden Fortschreibungs- oder Rückrechnungsverfahrens gesichert ist, dass der am Schluss des Haushaltsjahrs vorhandene Bestand der Vermögensgegenstände für diesen Zeitpunkt ordnungsgemäß bewertet werden kann. = (4) Der Bürgermeister kann für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens bis zu einem Wert von 410 Euro ohne Umsatzsteuer Befreiungen von § 37 Abs.1 Sätze 1 und 3 vorsehen.

§ 40 Vollständigkeit der Ansätze, Verrechnungs- und Bilanzierungsverbote, Vermögen (1) In der Vermögensrechnung sind die immateriellen Vermögensgegenstände, das Sachvermögen und das Finanzvermögen unbeschadet § 92 Abs. 1 Satz 1 GemO, die Kapitalposition, die Rückstellungen, die Verbindlichkeiten sowie die Rechnungsabgrenzungsposten vollständig auszuweisen und hinreichend aufzugliedern. (2) Posten der Aktivseite dürfen nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen, Einzahlungen nicht mit Auszahlungen, Grundstücksrechte nicht mit Grundstückslasten verrechnet werden, soweit in dieser Verordnung nicht anderes bestimmt ist. (3) Für immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht entgeltlich erworben wurden, darf ein Aktivposten nicht angesetzt werden. (4) Von der Gemeinde geleistete Investitionszuschüsse sollen als Sonderposten in der Vermögensrechnung ausgewiesen und entsprechend dem Zuwendungsverhältnis aufgelöst werden. Empfangene Investitionszuweisungen und Investitionsbeiträge können als Sonderposten in der Vermögensrechnung ausgewiesen und entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer aufgelöst werden.

§ 43 Allgemeine Bewertungsgrundsätze (1) Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden gilt Folgendes: 1. Die Wertansätze in der Vermögensrechnung des Haushaltsjahres (Eröffnungsbilanz) müssen mit denen der Vermögensrechnung des Vorjahres (Schlussbilanz) übereinstimmen.

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

2. Die Vermögensgegenstände, Rückstellungen und Schulden sind, soweit nichts anderes bestimmt ist, zum Abschlussstichtag einzeln zu bewerten. 3. Es ist wirklichkeitsgetreu zu bewerten. Vorhersehbare Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, sind zu berücksichtigen, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind; Risiken und Verluste, für deren - Verwirklichung im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse der öffentlichen Haushaltswirtschaft nur eine geringe Wahrscheinlichkeit spricht, bleiben außer Betracht. Gewinne sind nur zu berücksichtigen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. 4. Aufwendungen und Erträge des Haushaltsjahrs sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen. 5. Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden. (2) Von den Grundsätzen des Absatzes 1 darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.

§ 44 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden (1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Minderungen des Anschaffungspreises sind abzusetzen. (2) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch die Verwaltungskosten einschließlich Gemeinkosten, angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Vermögens, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind, eingerechnet werden. (3) Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstands verwendet wird, dürfen als Herstellungskosten angesetzt werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

§ 46 Abschreibungen (1) Bei Vermögensgegenständen des immateriellen Vermögens und des Sachvermögens ohne Vorräte, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Die planmäßige Abschreibung erfolgt grundsätzlich in gleichen Jahresraten über die Dauer, in der der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann (lineare Abschreibung). Ausnahmsweise ist eine Abschreibung mit fallenden Beträgen (degressive Abschreibung) oder nach Maßgabe der Leistungsabgabe (Leistungsabschreibung) zulässig, wenn dies dem Nutzungsverlauf wesentlich besser entspricht. Maßgeblich ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die auf der Grundlage von Erfahrungswerten und unter Berücksichtigung von Beschaffenheit und Nutzung des Vermögensgegenstands zu bestimmen ist. (2) Für Vermögensgegenstände nach Abs. 1 ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der für dieses Jahr anfallende Abschreibungsbetrag um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat zu vermindern, der dem Monat der Anschaffung oder Herstellung vorangeht. Anschaffungs- und Herstellungskosten für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens, die nach § 38 Abs. 4 nicht erfasst werden, sind im Jahr der Anschaffung als ordentlicher Aufwand auszuweisen.

6 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

(3) Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind bei Vermögensgegenständen im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen, um die Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Stellt sich in einem späteren Jahr heraus, dass die Gründe für die Abschreibung nicht mehr bestehen, ist der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zuzuschreiben.

§ 52 Vermögensrechnung (Bilanz) (1) Die Vermögensrechnung (Bilanz) ist in Kontoform aufzustellen. (2) In der Bilanz sind mindestens die in den Absätzen 3 und 4 bezeichneten Posten in der angegebenen Reihenfolge gesondert auszuweisen. (3) Aktivseite 1. Vermögen 1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände; 1.2 Sachvermögen 1.2.1 Unbebaute Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte, 1.2.2 Bebaute Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte, 1.2.3 Infrastrukturvermögen, 1.2.4 Bauten auf fremden Grundstücken, 1.2.5 Kunstgegenstände, Kulturdenkmäler, 1.2.6 Maschinen und technische Anlagen, Fahrzeuge, 1.2.7 Betriebs- und Geschäftsausstattung, 1.2.8 Vorräte, 1.2.9 Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau; 1.3 Finanzvermögen 1.3.1 Anteile an verbundenen Unternehmen, 1.3.2 Sonstige Beteiligungen an Kapitaleinlagen in Zweckverbänden oder anderen kommunalen Zusammenschlüsse, 1.3.3 Sondervermögen, 1.3.4 Ausleihungen, 1.3.5 Wertpapiere, 1.3.6 Öffentlich-rechtliche Forderungen, 1.3.7 Forderungen aus Transferleistungen, 1.3.8 Privatrechtliche Forderungen, 1.3.9 Liquide Mittel. 2. Abgrenzungsposten 2.1 Aktive Rechnungsabgrenzung, 2.2 Sonderposten für geleistete Investitionszuschüsse. 3. Nettoposition (nicht gedeckter Fehlbetrag) (4) Passivseite: 1. Kapitalposition 1.1 Basiskapital; 1.2 Rücklagen 1.2.1 Rücklagen aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses, 1.2.2 Rücklagen aus Überschüssen des Sonderergebnisses, 1.2.3 Zweckgebundene Rücklagen; 1.3 Fehlbeträge des ordentlichen Ergebnisses 1.3.1 Fehlbeträge aus Vorjahren, 1.3.2 Jahresfehlbetrag, soweit eine Deckung im Jahresabschluss durch Entnahme aus den Ergebnisrücklagen nicht möglich ist; 1.4 Sonderposten 1.4.1 für Investitionszuweisungen, 1.4.2 für Investitionsbeiträge, 1.4.3 für Sonstiges.

7 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

2. Rückstellungen (§ 41 Abs. 1 und 2) 2.1 Lohn- und Gehaltsrückstellungen, 2.2 Unterhaltsvorschussrückstellungen, 2.3 Instandhaltungsrückstellungen, 2.4 Stilllegungs- und Nachsorgerückstellungen für Abfalldeponien, 2.5 Gebührenüberschussrückstellungen, 2.6 Altlastensanierungsrückstellungen, 2.7 Rückstellungen für drohende Verpflichtungen aus Bürgschaften, Gewährleistungen, Beteiligungen und anhängigen Gerichtsverfahren. 2.8 Rückstellungen im Rahmen des Finanzausgleichs, 2.9 Rückstellungen für Gewerbesteuererstattungen, 2.10 Sonstige Rückstellungen bei Eigenbetrieben und Betrieben gewerblicher ArtK== 3. Verbindlichkeiten 3.1 Anleihen, 3.2 Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen, 3.3 Verbindlichkeiten, die Kreditaufnahmen wirtschaftlich gleichkommen, 3.4 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, 3.5 Verbindlichkeiten aus Transferleistungen, 3.6 Sonstige Verbindlichkeiten. 4. Passive Rechnungsabgrenzung

§ 55 Vermögensübersicht, Verbindlichkeitenübersicht (1) In der Vermögensübersicht und der Forderungsübersicht sind der Stand des Vermögens und der Forderungen zu Beginn und zum Ende des Haushaltsjahres, die Zu- und Abgänge sowie die Zuschreibungen und Abschreibungen darzustellen. Die Gliederung dieser Übersichten richtet sich nach den Aktivposten 1 und 2 der Vermögensrechnung (§ 52 Abs.3). (2) In der Schuldenübersicht sind die Schulden der Gemeinde nachzuweisen. Anzugeben sind der Gesamtbetrag zu Beginn und Ende des Haushaltsjahres, die Restlaufzeit unterteilt in Laufzeiten bis zu einem Jahr, von einem bis fünf Jahren und von mehr als fünf Jahren. Die Schuldenübersicht ist wie der Passivposten 3 der Vermögensrechnung (§ 52 Abs. 4) zu gliedern.

§ 62 Erstmalige Bewertung (Eröffnungsbilanz) (1) In der Eröffnungsbilanz nach Artikel 13 Abs. 5 des Gesetzes zur Reform des Gemeindehaushaltsrechts sind die zum Stichtag der Aufstellung vorhandenen Vermögensgegenstände mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen nach § 46, anzusetzen. Die Vermögensgegenstände dürfen auch mit Werten angesetzt werden, die vor dem Stichtag für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz in Anlagenachweisen nach § 38 der Gemeindehaushaltsverordnung vom 7. Februar 1973 (GBl. S. 33) in der zuletzt geltenden Fassung oder in einer Vermögensrechnung nach der Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums zur Vermögensrechnung vom 31. Oktober 2001 (GABl. S. 1108) nachgewiesen sind. Bei beweglichen Vermögensgegenständen, deren Anschaffung oder Herstellung länger als sechs Jahre vor dem Stichtag für die Eröffnungsbilanz zurückliegt, kann von einer Inventarisierung und Aufnahme in die Vermögensrechnung abgesehen werden. (2) Wenn die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht oder nicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand ermittelt werden können, sind abweichend von Abs. 1 den Preisverhältnissen zum Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt entsprechende Erfahrungswerte anzusetzen, vermindert um Abschreibungen nach § 46. Für den vor dem Stichtag der Aufstellung der Eröffnungsbilanz liegenden Zeitraum von sechs Jahren wird vermutet, dass die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ermittelt werden können. (3) Für Vermögensgegenstände, die vor dem 31. Dezember 1974 angeschafft oder hergestellt worden sind, können abweichend von Abs. 1 und 2 den Preisverhältnissen zum 1. Januar 1974 entsprechende Erfahrungswerte angesetzt werden, vermindert um Abschreibungen nach § 46.

8 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

(4) Bei Waldflächen sind die Absätze 1 bis 3 mit der Maßgabe anzuwenden, dass 1. für den Aufwuchs zwischen 7.200 und 8.200 Euro je Hektar und 2. für die Grundstücksfläche 2.600 Euro je Hektar angesetzt werden können. (5) Als Wert von Beteiligungen und Sondervermögen ist, wenn die Ermittlung der tatsächlichen Anschaffungs-kosten einen unverhältnismäßigen Aufwand verursachen würde, das anteilige Eigenkapital anzusetzen. (6) Für Sonderposten für erhaltene Investitionszuweisungen und -beiträge nach § 52 Abs. 4 Nr.1.4 gelten die Absätze 1 bis 3 entsprechend. Auf den Ansatz geleisteter Investitionszuschüsse in der Eröffnungsbilanz kann verzichtet werden; soweit ein Ansatz erfolgt, gelten die Absätze 1 bis 3 entsprechend. (7) Die in der Eröffnungsbilanz nach den Absätzen 2 bis 6 angesetzten Werte für die Vermögensgegenstände gelten für die künftigen Haushaltsjahre als Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

9 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

III.

Handelsgesetzbuch (HGB)

= § 238 Buchführungspflicht (1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. (2) Der Kaufmann ist verpflichtet, eine mit der Urschrift übereinstimmende Wiedergabe der abgesandten Handelsbriefe (Kopie, Abdruck, Abschrift oder sonstige Wiedergabe des Wortlauts auf einem Schrift-, Bild- oder anderen Datenträger) zurückzubehalten.

§ 239 Führung der Handelsbücher (1) Bei der Führung der Handelsbücher und bei den sonst erforderlichen Aufzeichnungen hat sich der Kaufmann einer lebenden Sprache zu bedienen. Werden Abkürzungen, Ziffern, Buchstaben oder Symbole verwendet, muss im Einzelfall deren Bedeutung eindeutig festliegen. (2) Die Eintragungen in Büchern und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen müssen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden. (3) Eine Eintragung oder eine Aufzeichnung darf nicht in einer Weise verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Auch solche Veränderungen dürfen nicht vorgenommen werden, deren Beschaffenheit es ungewiss lässt, ob sie ursprünglich oder erst später gemacht worden sind. (4) Die Handelsbücher und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen können auch in der geordneten Ablage von Belegen bestehen oder auf Datenträgern geführt werden, soweit diese Formen der Buchführung einschließlich des dabei angewandten Verfahrens den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Bei der Führung der Handelsbücher und der sonst erforderlichen Aufzeichnungen auf Datenträgern muss insbesondere sichergestellt sein, dass die Daten während der Dauer der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gemacht werden können. Absätze 1 bis 3 gelten sinngemäß.

§ 240 Inventar (1) Jeder Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes seine Grundstücke, seine Forderungen und Schulden, den Betrag seines baren Geldes sowie seine sonstigen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben. (2) Er hat demnächst für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs ein solches Inventar aufzustellen. Die Dauer des Geschäftsjahrs darf zwölf Monate nicht überschreiten. Die Aufstellung des Inventars ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit zu bewirken. (3) Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel alle drei Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 0

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

(4) Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände und Schulden können jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden.

§ 241 Inventurvereinfachungsverfahren (1) Bei der Aufstellung des Inventars darf der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Methoden auf Grund von Stichproben ermittelt werden. Das Verfahren muss den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Der Aussagewert des auf diese Weise aufgestellten Inventars muss dem Aussagewert eines auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme aufgestellten Inventars gleichkommen. (2) Bei der Aufstellung des Inventars für den Schluss eines Geschäftsjahrs bedarf es einer körperlichen Bestandsaufnahme der Vermögensgegenstände für diesen Zeitpunkt nicht, soweit durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden anderen Verfahrens gesichert ist, dass der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch ohne die körperliche Bestandsaufnahme für diesen Zeitpunkt festgestellt werden kann. (3) In dem Inventar für den Schluss eines Geschäftsjahrs brauchen Vermögensgegenstände nicht verzeichnet zu werden, wenn 1. der Kaufmann ihren Bestand auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme oder auf Grund eines nach Abs. 2 zulässigen anderen Verfahrens nach Art, Menge und Wert in einem besonderen Inventar verzeichnet hat, das für einen Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten beiden Monate nach dem Schluss des Geschäftsjahrs aufgestellt ist, und 2. auf Grund des besonderen Inventars durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden Fortschreibungs- oder Rückrechnungsverfahrens gesichert ist, dass der am Schluss des Geschäftsjahrs vorhandene Bestand der Vermögensgegenstände für diesen Zeitpunkt ordnungsgemäß bewertet werden kann.

§ 242 Pflicht zur Aufstellung (1) Der Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss (Eröffnungsbilanz, Bilanz) aufzustellen. Auf die Eröffnungsbilanz sind die für den Jahresabschluss geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit sie sich auf die Bilanz beziehen. (2) Er hat für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs (Gewinn- und Verlustrechnung) aufzustellen. (3) Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bilden den Jahresabschluss.

§ 243 Aufstellungsgrundsatz (1) Der Jahresabschluss ist nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung aufzustellen. (2) Er muss klar und übersichtlich sein. (3) Der Jahresabschluss ist entsprechenden Zeit aufzustellen. innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 1

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

§ 247 Inhalt der Bilanz (1) In der Bilanz sind das Anlage- und das Umlaufvermögen, das Eigenkapital, die Schulden sowie die Rechnungsabgrenzungsposten gesondert auszuweisen und hinreichend aufzugliedern. (2) Beim Anlagevermögen sind nur die Gegenstände auszuweisen, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen. (3) Passivposten, die für Zwecke der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zulässig sind, dürfen in der Bilanz gebildet werden. Sie sind als Sonderposten mit Rücklageanteil auszuweisen und nach Maßgabe des Steuerrechts aufzulösen. Einer Rückstellung bedarf es insoweit nicht.

§ 248 Bilanzierungsverbote (1) Aufwendungen für die Gründung des Unternehmens und für die Beschaffung des Eigenkapitals dürfen in die Bilanz nicht als Aktivposten aufgenommen werden. (2) Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nicht entgeltlich erworben wurden, darf ein Aktivposten nicht angesetzt werden. (3) Aufwendungen für den Abschluss von Versicherungsverträgen dürfen nicht aktiviert werden.

§ 249 Rückstellungen (1) Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Ferner sind Rückstellungen zu bilden für 1. im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten, oder für Abraumbeseitigung, die im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt werden, 2. Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden. Rückstellungen dürfen für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung auch gebildet werden, wenn die Instandhaltung nach Ablauf der Frist nach Satz 2 Nr. 1 innerhalb des Geschäftsjahrs nachgeholt wird. (2) Rückstellungen dürfen außerdem für ihrer Eigenart nach genau umschriebene, dem Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnende Aufwendungen gebildet werden, die am Abschlussstichtag wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder des Zeitpunkts ihres Eintritts unbestimmt sind. (3) Für andere als die in den Absätzen 1 und 2 bezeichneten Zwecke dürfen Rückstellungen nicht gebildet werden. Rückstellungen dürfen nur aufgelöst werden, soweit der Grund hierfür entfallen ist.

§ 250 Rechnungsabgrenzungsposten (1) Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Ferner dürfen ausgewiesen werden 1. als Aufwand berücksichtigte Zölle und Verbrauchsteuern, soweit sie auf am Abschlussstichtag auszuweisende Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens entfallen, 2. als Aufwand berücksichtigte Umsatzsteuer auf am Abschlussstichtag auszuweisende oder von den Vorräten offen abgesetzte Anzahlungen. (2) Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

(3) Ist der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so darf der Unterschiedsbetrag in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite aufgenommen werden. Der Unterschiedsbetrag ist durch planmäßige jährliche Abschreibungen zu tilgen, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt werden können.

§ 253 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden (1) Vermögensgegenstände sind höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen nach den Absätzen 2 und 3 anzusetzen. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag, Rentenverpflichtungen, für die eine Gegenleistung nicht mehr zu erwarten ist, zu ihrem Barwert und Rückstellungen nur in Höhe des Betrags anzusetzen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; Rückstellungen dürfen nur abgezinst werden, soweit die ihnen zugrundeliegenden Verbindlichkeiten einen Zinsanteil enthalten. (2) Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Der Plan muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann. Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, können bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen werden, um die Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist; sie sind vorzunehmen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung. (3) Bei Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens sind Abschreibungen vorzunehmen, um diese mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der sich aus einem Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag ergibt. Ist ein Börsen- oder Marktpreis nicht festzustellen und übersteigen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Wert, der den Vermögensgegenständen am Abschlussstichtag beizulegen ist, so ist auf diesen Wert abzuschreiben. Außerdem dürfen Abschreibungen vorgenommen werden, soweit diese nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind, um zu verhindern, dass in der nächsten Zukunft der Wertansatz dieser Vermögensgegenstände auf Grund von Wertschwankungen geändert werden muss. (4) Abschreibungen sind außerdem im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zulässig. (5) Ein niedrigerer Wertansatz nach Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 oder 4 darf beibehalten werden, auch wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen.

§ 254 Steuerrechtliche Abschreibungen Abschreibungen können auch vorgenommen werden, um Vermögensgegenstände des Anlageoder Umlaufvermögens mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der auf einer nur steuerrechtlich zulässigen Abschreibung beruht. § 253 Abs. 5 ist entsprechend anzuwenden.

§ 255 Anschaffungs- und Herstellungskosten (1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen. (2) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 3

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, eingerechnet werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung brauchen nicht eingerechnet zu werden. Aufwendungen im Sinne der Sätze 3 und 4 dürfen nur insoweit berücksichtigt werden, als sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Vertriebskosten dürfen nicht in die Herstellungskosten einbezogen werden. (3) Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstandes verwendet wird, dürfen angesetzt werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen; in diesem Falle gelten sie als Herstellungskosten des Vermögensgegenstands. (4) Als Geschäfts- oder Firmenwert darf der Unterschiedsbetrag angesetzt werden, um den die für die Übernahme eines Unternehmens bewirkte Gegenleistung den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens abzüglich der Schulden im Zeitpunkt der Übernahme übersteigt. Der Betrag ist in jedem folgenden Geschäftsjahr zu mindestens einem Viertel durch Abschreibungen zu tilgen. Die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts kann aber auch planmäßig auf die Geschäftsjahre verteilt werden, in denen er voraussichtlich genutzt wird.

§ 256 Bewertungsvereinfachungsverfahren Soweit es den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht, kann für den Wertansatz gleichartiger Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens unterstellt werden, dass die zuerst oder dass die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst oder in einer sonstigen bestimmten Folge verbraucht oder veräußert worden sind. § 240 Abs. 3 und 4 ist auch auf den Jahresabschluss anwendbar.

§ 257 Aufbewahrung von Unterlagen. Aufbewahrungsfristen (1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, die folgenden Unterlagen geordnet aufzubewahren: 1. Handelsbücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Einzelabschlüsse nach § 325 Abs. 2 a, Lageberichte, Konzernabschlüsse, Konzernlageberichte sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen, 2. die empfangenen Handelsbriefe, 3. Wiedergaben der abgesandten Handelsbriefe, 4. Belege für Buchungen in den von ihm nach § 238 Abs. 1 zu führenden Büchern (Buchungsbelege). (2) Handelsbriefe sind nur Schriftstücke, die ein Handelsgeschäft betreffen. (3) Mit Ausnahme der Eröffnungsbilanzen und Abschlüsse können die in Abs. 1 aufgeführten Unterlagen auch als Wiedergabe auf einem Bildträger oder auf anderen Datenträgern aufbewahrt werden, wenn dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht und sichergestellt ist, dass die Wiedergabe oder die Daten 1. mit den empfangenen Handelsbriefen und den Buchungsbelegen bildlich und mit den anderen Unterlagen inhaltlich übereinstimmen, wenn sie lesbar gemacht werden, 2. während der Dauer der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gemacht werden können. Sind Unterlagen auf Grund des § 239 Abs. 4 Satz 1 auf Datenträgern hergestellt worden, können statt des Datenträgers die Daten auch ausgedruckt aufbewahrt werden; die ausgedruckten Unterlagen können auch nach Satz 1 aufbewahrt werden. (4) Die in Abs. 1 Nr. 1 und 4 aufgeführten Unterlagen sind zehn Jahre, die sonstigen in Abs. 1 aufgeführten Unterlagen sechs Jahre aufzubewahren.

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 4

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

(5) Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahrs, in dem die letzte Eintragung in das Handelsbuch gemacht, das Inventar aufgestellt, die Eröffnungsbilanz oder der Jahresabschluss festgestellt, der Einzelabschluss nach § 325 Abs. 2 a oder der Konzernabschluss aufgestellt, der Handelsbrief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist.

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 5

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

IV.

Bewertungsgesetz

Unbebaute Grundstücke § 72 Begriff (1) Unbebaute Grundstücke sind Grundstücke, auf denen sich keine benutzbaren Gebäude befinden. Die Benutzbarkeit beginnt im Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit. Gebäude sind als bezugsfertig anzusehen, wenn den zukünftigen Bewohnern oder sonstigen Benutzern zugemutet werden kann, sie zu benutzen; die Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde ist nicht entscheidend. (2) Befinden sich auf einem Grundstück Gebäude, deren Zweckbestimmung und Wert gegenüber der Zweckbestimmung und dem Wert des Grund und Bodens von untergeordneter Bedeutung sind, so gilt das Grundstück als unbebaut. (3) Als unbebautes Grundstück gilt auch ein Grundstück, auf dem infolge der Zerstörung oder des Verfalls der Gebäude auf die Dauer benutzbarer Raum nicht mehr vorhanden ist.

Bebaute Grundstücke § 74 Begriff Bebaute Grundstücke sind Grundstücke, auf denen sich benutzbare Gebäude befinden, mit Ausnahme der in § 72 Abs. 2 und 3 bezeichneten Grundstücke. Wird ein Gebäude in Bauabschnitten errichtet, so ist der fertiggestellte und bezugsfertige Teil als benutzbares Gebäude anzusehen.

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 6

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

VI.

Wertermittlungsverordnung

§ 16 Ermittlung des Ertragswerts der baulichen Anlagen (1) Bei der Ermittlung des Ertragswerts der baulichen Anlagen ist von dem nachhaltig erzielbaren jährlichen Reinertrag des Grundstücks auszugehen. Der Reinertrag ergibt sich aus dem Rohertrag (§ 17) abzüglich der Bewirtschaftungskosten (§ 18). (2) Der Reinertrag ist um den Betrag zu vermindern, der sich durch angemessene Verzinsung des Bodenwerts ergibt. Der Verzinsung ist in der Regel der für die Kapitalisierung nach Abs. 3 maßgebende Liegenschaftszinssatz (§ 11) zugrunde zu legen. Ist das Grundstück wesentlich größer, als es einer den baulichen Anlagen angemessenen Nutzung entspricht und ist eine zusätzliche Nutzung oder Verwertung einer Teilfläche zulässig und möglich, ist bei der Berechnung des Verzinsungsbetrags der Bodenwert dieser Teilfläche nicht anzusetzen. (3) Der um den Verzinsungsbetrag des Bodenwerts verminderte Reinertrag ist mit dem sich aus der Anlage zu dieser Verordnung ergebenden Vervielfältiger zu kapitalisieren. Maßgebend ist derjenige Vervielfältiger, der sich nach dem Liegenschaftszinssatz und der Restnutzungsdauer der baulichen Anlagen ergibt. (4) Als Restnutzungsdauer ist die Anzahl der Jahre anzusehen, in denen die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Unterhaltung und Bewirtschaftung voraussichtlich noch wirtschaftlich genutzt werden können; durchgeführte Instandsetzungen oder Modernisierungen oder unterlassene Instandhaltung oder andere Gegebenheiten können die Restnutzungsdauer verlängern oder verkürzen. Entsprechen die baulichen Anlagen nicht den allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse oder an die Sicherheit der auf dem betroffenen Grundstück wohnenden oder arbeitenden Menschen, ist dies bei der Ermittlung der Restnutzungsdauer besonders zu berücksichtigen.

§ 19 Berücksichtigung sonstiger wertbeeinflussender Umstände Sonstige den Verkehrswert beeinflussende Umstände, die bei der Ermittlung nach den §§ 16 bis 18 noch nicht erfasst sind, sind durch Zu- oder Abschläge oder in anderer geeigneter Weise zu berücksichtigen. Insbesondere sind die Nutzung des Grundstücks für Werbezwecke oder wohnungs- und mietrechtliche Bindungen sowie Abweichungen vom normalen baulichen Zustand zu beachten, soweit sie nicht bereits durch den Ansatz des Ertrags oder durch eine entsprechend geänderte Restnutzungsdauer berücksichtigt sind.

§ 23 Wertminderung wegen Alters (1) Die Wertminderung wegen Alters bestimmt sich nach dem Verhältnis der Restnutzungsdauer zur Gesamtnutzungsdauer der baulichen Anlagen; sie ist in einem Vomhundertsatz des Herstellungswerts auszudrücken. Bei der Bestimmung der Wertminderung kann je nach Art und Nutzung der baulichen Anlagen von einer gleichmäßigen oder von einer mit zunehmendem Alter sich verändernden Wertminderung ausgegangen werden. (2) Ist die bei ordnungsgemäßem Gebrauch übliche Gesamtnutzungsdauer der baulichen Anlagen durch Instandsetzungen oder Modernisierungen verlängert worden oder haben unterlassene Instandhaltung oder andere Gegebenheiten zu einer Verkürzung der Restnutzungsdauer geführt, soll der Bestimmung der Wertminderung wegen Alters die geänderte Restnutzungsdauer und die für die baulichen Anlagen übliche Gesamtnutzungsdauer zugrunde gelegt werden.

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 7

=

Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten=

§ 24 Wertminderung wegen Baumängeln und Bauschäden Die Wertminderung wegen Baumängeln und Bauschäden ist nach Erfahrungssätzen oder auf der Grundlage der für ihre Beseitigung am Wertermittlungsstichtag erforderlichen Kosten zu bestimmen, soweit sie nicht nach den §§ 22 und 23 bereits berücksichtigt wurde.]

1 = ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009= 8

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren

Vermögensgegenstand

Aufgabenbereich

Abfallbehälter, -körbe, -container Abrollcontainer Absaugpumpen Abscheideanlagen Abw.-Reinig..-Anl., biolog.Stufe, masch.Teil d. BelebungsAnl. mit Druckbelüftung Abw.-Reinig..-Anl., biolog.Stufe, masch.Teil d. BelebungsAnl. mit Oberflächenbelüfter Abwasserhebeanlagen, baulicher Teil: Abwasserhebeanlagen, maschineller Teil, sonstige Pumpen Abwasserhebeanlagen, maschineller Teil: Schneckenpumpen Abwasserkanäle Nachklärbeckens Tropfkörperanlage Abwasserreinigungsanlagen, biologische Stufe, baulicher Teil: Abwasserreinigungsanlagen, mech. Stufe, masch. Teil der Rechenanlage Abwasserreinigungsanlagen, mech. Stufe, masch. Teil des Sandfanges Abwasserreinigungsanlagen, mech.Stufe, masch. Teil des Absetzbeckens Abwasserreinigungsanlagen, mechanische Stufe, baulicher Teil: Abwasserreinigungsanlagen, Schaltwerte, elektrischer Teil: Adressiermaschinen Akkumulatoren - Batterien Aktenvernichter Alarmanlagen, Überwachungsanlagen, Videoanlagen Anhänger (PKW / LKW) Anrufbeantworter Anzeigetafel (elektronisch) Astzerkleinerer Atemschutzgerät, Beatmungsgerät Atmungsgeräte, Beatmungsgerät Audiovisuelle Geräte (Fernseher, Audio, Video usw.) Aufsitzrasenmäher Aufwuchs in Grünanlagen/Spielplätze, etc. Ausfahrtvorrichtungen (elekt. Einfahrtstore) Außenbeleuchtung Außenbord-Bootsmotor Autohebebühne Autosampler Autotelefone Badeanstalten, künstl. angelegte Badebecken Bagger, Baggerlader Bahrwagen Bänke aus Holz Bänke aus Metall oder Kunststoff Bänke aus Stein, Mauerwerk Barrieren (Sportplätze) Baubuden Baucontainer Baudenkmal (sofern nicht beim Gebäude) Baustellensicherungsgeräte Baustellensicherungshänger Baustellenwagen Be- und Entlüftungsgerät, mobil Be- und Verarbeitungsmaschinen Beamer

Abfallwirtschaft Abfallwirtschaft Rettungsdienst

12 10 9 6 12 10 35 11 15 50 12 22 35 12 10 16 35 17 8 10 8 11 11 5 15 8 9 6 7 9 50-100 15 19 9 10 9 5 35 9 12 9 25 35 17 8 10 50 4 7 12 10 12 6

Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Stadtentwässerung Poststelle Werkstätten Allgemein Allgemein Allgemein Allgemein Sport Grünflächen Brandschutz Rettungsdienst Schule Grünflächen Allgemein Allgemein Brandschutz Werkstätten Lebensmittelüberw. Allgemein Sport Grünflächen Bestattung./Friedhöfe Grünflächen Grünflächen Grünflächen Sport

Verkehrsflächen Verkehrsflächen Verkehrsflächen Allgemein Werkstätten

1

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren 22 17 8 10 9 20 12 8 80 11 40 17 13 12 7 8 16 20 9 25 30-40 80-100 50 12 10-20 17 10 9 9 4 17 9 9 17 10 6 9 6 12 33 13 17 9 4 12 12 30-50 10-15 7 19 22 12 9 17 6 13

Vermögensgegenstand Beckeneinstiegsleitern Beleuchtungsanlagen, sofern nicht beim Gebäude Benzinabscheiderwagen Bepflanzungen in Gebäuden Beregnungsanlage, mobil Beregnungsanlage, stationär Beschallungsanlage Betonmischer Betonschutzanlagen/Bunker Betriebsfunk-, Sprechanlagen Betriebsgebäude mit starker Beanspruchung z.B. durch Erschütterungen/Maschineneinwirkung Betten Biegemaschinen Bodenbelüfter Bohrhämmer Bohrmachinen (mobil) Bohrmaschinen (stationär) Bolzplätze (rote Erde) Bootsanhänger Brennstofftank Brücken in überwiegender Holzbauweise Brücken und Unterführungen Brunnen, Zierbrunnen u. dgl. Brutschränke Bühnenausstattung, -beleuchtungs-Stellwerk, -podium (versenkbar), zubehör, Drehbühne Büroausstattung / Büromöbel Bürocontainer Büromaschinen Cardiotokographen Chirurgisches Besteck Chlorgas-Dosiergerät CO 2- Füllanlage Computertomographen Dampfversorgungsleitungen Datenkabelnetz Defibrillatoren Dialysegeräte Digitalisiertische Diktiergeräte Dosierpumpe (Druckerhöhungsgerät) Drainage aus Beton oder Mauerwerk Drainagen aus Ton oder Kunststoff Drehbänke Dreiseitenkipper Drucker (Nadel-, Matrix-, Tintenstrahl- und Laserdrucker) Druckereimaschinen Druckluftanlagen Druckrohrleitungen für Abwässer Durchlauferhitzer DV-Anlagen (Großrechneranlagen) Dynamomaschinen und Elektromotoren Einäscherungsöfen Einbauspinde Einfriedungen, Umzäunung, aus Holz Einfriedungen, Umzäunung, sonstige Einsatzkleidung Einsatzleitwagen 2

Aufgabenbereich Sport Allgemein Stadtentwässerung Grünflächen Grünflächen Allgemein Verkehrsflächen Allgemein

Gesundheitswesen Werkstätten Grünflächen Verkehrsflächen Werkstätten Werkstätten Sport Brandschutz Verkehrsflächen Grünflächen Lebensmittelüberw. Theater Allgemein Allgemein Allgemein Gesundheitswesen Rettungsdienst Sport Brandschutz Gesundheitswesen Allgemein TUI Rettungsdienst Gesundheitswesen TUI Allgemein Allgemein Grünflächen Grünflächen Werkstätten Verkehrsflächen TUI Druckerei Stadtentwässerung Allgemein TUI Allgemein Bestattung./Friedhöfe Brandschutz Allgemein Allgemein Brandschutz Brandschutz

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren 50 11 35 11 12 12 9 8 Gesundheitswesen 9 Abfallwirtschaft 17 Grünflächen 7 Grünflächen 6 Grünflächen 11 Rettungsdienst 12 10 Allgemein 12 Allgemein 17 Stadtentwässerung 9 Allgemein 6 Allgemein 6 Allgemein 10 Allgemein 10 20 Brandschutz 10 Brandschutz 7 Brandschutz 7 Brandschutz 8 14 Brandschutz 12 Straßenverkehr 11 Brandschutz 12 Sport 22 Poststelle 8 8 Werkstätten 15 Grünflächen 8 Verkehrsflächen 7 Brandschutz 5 Allgemein 7 Allgemein 7 Allgemein 7 Allgemein 5 Abfallwirtschaft 9 Theater 12 Lebensmittelüberw. 12 Aufgabenbereich Theater Sport Sport Gesundheitswesen Grünflächen Grünflächen Gesundheitswesen 33 50-80 20-40 34-50 11 keine 12 9 27 5 12

Vermögensgegenstand Eiserner Vorhang inkl. Mechanischer Teil der Vorhänge Eiserzeuger, -bearbeitungsmaschinen (Eislaufhalle) Eislaufhallen EKG-Gerät Elektrofahrzeuge Elektrokarren Elektrotherapiegeräte Emmissionsmessgeräte (Ozonmeßstation, Umweltmeßstation) Endoskpiegeräte Entwässerungssystem Kompostwerk Erdbohrer Erdfräse Erdspeicher Erste Hilfe-Schränke Fahnenmasen, Wetterstationen Fahrradständer, offen Fahrradständer, überdacht Fäkalienwagen Faxgeräte Fernschreiber Fernsprechnebenstellenanlage Fernsprechzentralen mit Anschlüssen Feuchtsalztankanlage einschl. Zapfanlage, Zubehör Feuerlöschgeräte Feuerlöschgeräte ( Handdrucklöschpistole) Feuerlöschgeräte ( Handfeuerlöschgerät) Feuermeldeanlagen, sofern nicht Gebäudebestandteil Feuerwehrfahrzug Feuerwehrschränke Filmentwicklungsmaschinen Flüssigkeitssauger Flutlichtanlage Frankiermaschinen Fräsmaschinen, mobil Fräsmaschinen, stationär Freischneider Fugenschneidegerät Funkalarmempfänger Funkanlagen, mobil Funkgerät Funksprechgerät/Handfunksprechgerät Funktelefon Gabelstapler Garderobenausstattung (Theater) Gaschromatograph Gebäude aus Holz, Blechkonstruktionen, Glaskonstruktionene, Leichtbauweise Gebäude, massiv Schuppen, Weinberghäuschen, Toilettenhäuschen, Gewächshaus, Pavillion) Gebäude, teilmassiv Gefriergerät Gemälde, Kunstwerke (anerkannter Künstler) Gerätewagen Geschirrspülmaschinen Gleiseinrichtungen Grafik, sonstige (Druck-) Großcontainer

Allgemein Allgemein Veterinärwesen Allgemein Allgemein Allgemein Abfallwirtschaft

3

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren 9 50 12 8 8 7 6 5 7 25 20 4 9 16 8 9 10 80 12 12 11 9 7 6 9 6 9 12 9 33-50 30 9 9 6 50 8 10 9 12 9 6 8 20 10 10 9 10 11 7 13 20 12 7 7 7 21 14 6

Vermögensgegenstand Großflächenmäher Grundstücksanschlußkanäle Gummiradwalze Häcksler Hand- und Kreissägemaschinen Handscheinwerfer Hartplatzpflegegerät Heckenschere Heckenschneidmaschine Heizkanäle (begehbar) Heizungsanlagen (Warmwasser, Warmluft, Niederdruckdampf-), sofern nicht Gebäudebestandteil Hitzeüberwurf Hobelmaschinen, mobil Hobelmaschinen, stationär Hochdruckreinigungsgerät Hochdruckspülwagen Hochleistungslüfter Hochwasserdamm Holzspaltgerät Hubkorb Hubsteiger Hubwagen Hydraulikhammer Hydraulische Rettungsgeräte Industriestaubsauger Infusionsgeräte Inhalationsgeräte Instrumentenschränke, -tisch, -waage Ionenchromatograph Kabelleitungen (erdverlegt) Kälterzeugungsanlagen Kamera Kanalleuchte mit Anschluß Kanalrohrfräse Kapellenausstattung Kartenleser (EC-, Kreditkarten) Kastenwagen Kehrmaschinen Kehrrichtkarren Kernspintomographen Kettensäge Kettenschleifgerät Kläranlage Kompostwerk Kleinbus Kleineinsatzfahrzeug Kleintraktor Kleintransporter Klimaanlage,- gerät, mobil Kolonnenfahrzeug Kommandowagen Kompostplätze Kompressor Kopierdrucker Kopiergerät Krafträder Krananlagen (ortsfest oder auf Schienen) Krananlagen (sonstige) Krankentragen mit Fahrgestell 4

Aufgabenbereich Grünflächen Stadtentwässerung Grünflächen Grünflächen Grünflächen Brandschutz Sport Grünflächen Grünflächen Allgemein Allgemein Brandschutz Werkstätten Werkstätten Allgemein Stadtentwässerung Brandschutz Grünflächen Grünflächen Grünflächen Allgemein Grünflächen Brandschutz Allgemein Rettungsdienst Rettungsdienst Gesundheitswesen Lebensmittelüberw. Stadtentwässerung Allgemein

Stadtentwässerung Stadtentwässerung Bestattung./Friedhöfe Brandschutz Verkehrsflächen Abfallwirtschaft Gesundheitswesen Grünflächen Grünflächen Abfallwirtschaft Grünflächen Grünflächen Grünflächen Grünflächen Allgemein Allgemein Brandschutz Grünflächen Grünflächen Druckerei Allgemein Allgemein Grünflächen Rettungsdienst

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren 6 9 9 8 17 12 12 50 Poststelle 10 Allgemein 17 Allgemein 13 Lebensmittelüberw. 12 Lebensmittelüberw. 10 Allgemein 11 Werkstätten 10 Werkstätten 12 Allgemein 25 keine 30-50 Allgemein 17 Allgemein 10 Grünflächen 7 Allgemein 9 Schule 4 Bestattung./Friedhöfe 12 Rettungsdienst 17 Straßenverkehr 9 Schule 12 Werkstätten 12 Verkehrsflächen 15 Abfallwirtschaft 20 Brandschutz 10-25 20 Werkstätten 13 Aufgabenbereich Rettungsdienst Allgemein Grünflächen Grünflächen Allgemein Allgemein Allgemein Grünflächen Brandschutz Straßenverkehr Allgemein Brandschutz Stadtentwässerung Stadtentwässerung Abfallwirtschaft Brandschutz Allgemein Rettungsdienst Stadtentwässerung Stadtentwässerung Grünflächen TUI Lebensmittelüberw. Allgemein Veterinärwesen Allgemein Allgemein Grünflächen Rettungsdienst Allgemein 9 10 22 12 9 17 10 12 11 9 6-8 10 12 8 9 13 13 13 25 12 9 9 17

Vermögensgegenstand Krankentransportwagen Kranwagen Kreiselstreuer Kreissäge Kücheneinrichtung Küchengeräte Kühleinrichtungen, -vitrinen, -zellen Kunst am Bau Kuvertiermaschinen Laboreinrichtungen Laborgeräte (bswp. Labormühle, Präzisionswaagen) Laborwaagen (Analysewaagen) Laborzentrifugen Laderampe, fahrbar Ladestationen Lagereinrichtungen Landungsbrücken u. -stege Lärmschutzwall einzuschätzen) Lastenaufzug Lastkraftwagen Laubblasgeräte Lautsprecheranlagen Lehr- und Lernmaterial Leichenwagen Leitern, fahrbare, Drehleiter, Kraftdrehleiter, Schiebeleiter, Steckleiter Leitpfostenwaschgerät Lesepult Lichtmaschinenprüfstände Lichtsignalanlagen LKW-Waage Löschfahrzeuge Löschwasserteich Lötgeräte Mähgeräte (Rasen-, Sichel-, Spindel-, Balken-, Kreisel-, Frontauslegemäher usw.) Mannschaftstransportfahrzeuge Markierungsmaschine Markisen (außen) Martinshornanlage Maschinelle Einrichtungen d. komm. Entwässerung, Dauer- u. Schneckenpumpen Maschinelle Einrichtungen d. komm. Entwässerung, sonstige Pumpen Maschinentechnik Kompostwerk Maskendichtprüfgerät Medientürme Megacode-Trainer Meß- und Regeleinrichtungen, allgemein Meßgeräte, mobil Metallkreissäge Mikrofilmlesegeräte Mikroskope (Binokularmikroskope) Mikroskope allgemein Mikroskope mit Beleuchtungseinrichtung Möbel (Einbaumöbel) Möbel (Polstermöbel) Montagewerkzeugschrank Motorboote Motoren, Diesel-, Drehstrom-, Elektro5

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren 7 7 8 7 12 9 15 15 Abfallwirtschaft 7 Abfallwirtschaft 12 Abfallwirtschaft 17 Abfallwirtschaft 11 Abfallwirtschaft 9 Musikschule 12 Musikschule 12 Musikschule 10 Musikschule 17 Musikschule 12 Schule 9 Rettungsdienst 6 Grünflächen 8 Stadtentwässerung 8 TUI 5 Grünflächen 8 Rettungsdienst 6 Rettungsdienst 4 Brandschutz 9 Allgemein 19 Stadtentwässerung 20 Allgemein 8 Allgemein 11 Verkehrsflächen 15 9 19 Verkehrsflächen 10 Verkehrsflächen 17 TUI 4 Brandschutz 9 Allgemein 10 20 Verkehrsflächen 9 Grünflächen 9 Sport 8 TUI 4 Verkehrsflächen 9 Brandschutz 7 Brandschutz 9 Verkehrsflächen 7 Brandschutz 7 Allgemein 10 Allgemein 8 Rettungsdienst 6 Brandschutz 9 Abfallwirtschaft 17 Verkehrsflächen 9 Grünflächen 7 9 25-50 40-80 Aufgabenbereich Grünflächen Allgemein Grünflächen Grünflächen Grünflächen Grünflächen

Vermögensgegenstand Motorpumpe Motorrad Motorsägen Motorsense Mulde (Großraummulde) Muldenkipper Müllbehälterwaschanlage, Mülltonnenwaschgerät Müllcontainer, Mülltonnenschränke, Müllboxen Müllentsorgungsfahrzeug Mülltonnen Mülltonneninstandhaltungsgerät Mülltonnentransportkarren Müllverdichter/Radlader Musikinstrumente (Blasinstrumente) Musikinstrumente (Schlaginstrumente) Musikinstrumente (Streichinstrumente) Musikinstrumente (Tasteninstrumente) Musikinstrumente allgemein Nähmaschinen, SchulNarkosegerät Naßschneidetischsäge Nebelprüfgerät Netzwerkverteiler Nivelliergerät Notarzteinsatzwagen Notfallkoffer Notrufanlage Leitstelle Notstromaggregat Offene Gräben (soweit Bestandteil der kommunalen Entwässerung) Overheadprojektoren Paginiermaschinen Parkleitsystem Parkplatz, Hoffläche, mit Kies, Schotter, Schlacke Parkplatz, Hoffläche, mit Packlage Parkscheinautomat Parkuhren Monitor Permanentsauger Personenkraftwagen Photovoltaikanlagen Planierraupen Plattenschneider Plexiverglasung Eislaufhalle Plotter Poller (Straßenverkehr) Preßluftatmer Preßluftflasche Preßlufthämmer Preßlufttauchgerät Pritschenwagen Projektionswände (mobil), Leinwände Pulsometer Pulversaugmaschine Pumpwerk für Sickerwasserbehandlungsanlage (Deponie) Radlader Rasenkantenpflug Raumheizgeräte (mobil) Regenrückhaltebecken Regenrückhaltebecken: als Erd- oder Betonbauwerke 6

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer Aufgabenbereich in Jahren Allgemein 9 Gebäudewirtschaft 10 Allgemein 11 Theater 9 Rettungsdienst 11 Rettungsdienst 6 Brandschutz 10 Sport 20 Gesundheitswesen 10 Rettungsdienst 12 Allgemein 10 Allgemein 7 Allgemein 8 Allgemein 14 Bestattung./Friedhöfe 45 Bestattung./Friedhöfe 15 Allgemein 5 Forstwirtschaft 9 Brandschutz 12 Brandschutz 10 TUI 4 Abfallwirtschaft 9 Stadtentwässerung 21 Allgemein 15 Rettungsdienst 9 Allgemein 9 15-20 Verkehrsflächen 7 Stadtentwässerung 35 Stadtentwässerung 16 Stadtentwässerung 41 Stadtentwässerung 15 Stadtentwässerung 22 Stadtentwässerung 21 Stadtentwässerung 12 Stadtentwässerung 35 Stadtentwässerung 9 Rettungsdienst 5 Brandschutz 9 Brandschutz 12 Werkstätten 9 Werkstätten 15 Grünflächen 12 Allgemein 20-80 Allgemein 9 8 Druckerei 13 Brandschutz 9 Allgemein 25 Allgemein 9 Schule 12 Brandschutz 4 Werkstätten 13 Sport 35 Gesundheitswesen 13 Gesundheitswesen 9 Grünflächen 11 Druckerei 17 Allgemein 15

Vermögensgegenstand Registrierkassen Reinigungsgeräte (bspw. Bohnermaschine) Reißwolf Requisiten Rettungsboot Rettungstransportwagen Rettungsweste Rollschuhbahnen Röntgen-Geräte Ruderboot Rufanlagen Rundfunkgeräte Sägen aller Art, mobil Sägen aller Art, stationär Sargversenk- und Hebeanlagen, stationär Sargversenk- und Hebeanlagen, transportabel SAT-Anlage Sattelschlepper Sauerstoff-Schutzgerät Saugschläuche Scanner Schadstoffmobil (LKW) Schaltanlagen für Licht und Kraft Schaltanlagen, elektrisch Schaufeltragen Scheinwerfer Schilderbrücken, Verkehrszeichenbrücken Schlaghammer Schlammbehandlung, Eindicker, baulicher Teil Schlammbehandlung, Eindicker, maschineller Teil Schlammbehandlung, Faulräume, baulicher Teil Schlammbehandlung, Faulräume, maschineller Teil Gasmaschinenanlagen Schlammbehandlung, Gasspeicherung u.- verwertung, Gasbehälter Schlammbehandlung, Maschinelle Schlammentwässerung Schlammbehandlung, Natürliche Schlammentwässerung Schlammsaugewagen Schlauchboot Schlauchhaspel Schlauchwaschstraße Schleifmaschinen, mobil Schleifmaschinen, stationär Schlepper Schleusen Schneeketten Schneidemaschine mobil Schneidemaschine stationär Schneidgerät (Brandschutz) Schrankenanlage Schreibmaschinen Schuleinrichtungen / Einrichtungen von Kindertagesstätten Schutzanzug (Chemie, Gas-Säure-Kontamination, Hitze) Schweißgeräte Schwimmbecken mit Sprungturm (massiv) Sehtestgerät (Nykometer) Sehtestgerät (Schnelltester) Sicherheitslaufroste Siebdruckanlage Signalanlagen 7

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer in Jahren 33 25 17 Straßenreinigung 10 Stadtentwässerung 8 TUI 7 TUI 4 TUI 4 Allgemein 15 Allgemein 8 Aufgabenbereich Allgemein Allgemein Stadtentwässerung Stadtentwässerung Grünflächen Sport Sport Sport Sport Allgemein Allgemein Rettungsdienst Verkehrsflächen Sport Sport Stadtentwässerung Sport Allgemein Grünflächen Sport Gesundheitswesen 30 8 10 11 45 15 20 10 25 6 6 11 17 6 25 22 11 10 9 10

Vermögensgegenstand Silobauten, aus Mauerwerk und Beton Silobauten, aus Stahl Silobauten, aus Kunststoff Silostreugerät Sinkkästenreinigungswagen Software (Anwendungen Spezial) Software (Anwendungen Standard) Software (Betriebssysteme u. Netzwerk) Solaranlage Sonderfahrzeuge Sonstige masch. Einrichtungen d. komm. Entwässerung, z.B. Schieber, Regel Sonstige Spezialfahrzeuge Spielgeräte (Wippe, Rutsche, Schaukel, Klettergeräte usw.) Sportgeräte (Fitnessgeräte usw.) Sporthafen Sportplätze (Kunstrasenplatz) Sportplätze (Rasen- und Tennenplätze) Sprechfunkanlagen Sprinkleranlagen Spritzenpumpen Spritzmaschine für Haftkleber Sprungbrett (Schwimmbad) Sprungeinrichtungen in Frei- u. Hallenbädern Spülschlauch Stadiontribüne Stahlschränke Stampf- und Rüttelgeräte, Rüttelplatte Stanz- und Bindemaschine, elektronisch Stereoanlage, mobil Sterilisatoren (Heißluft und Gas) Straßenarten gemäß Leitfaden zur Bilanzierung im NKHR, veröffentlicht unter www.nkhr-bw.de: Straßen, Straßenart I Straßen, Straßenart II Straßen, Straßenart III Straßen, Straßenart IV Straßen, Straßenart V Straßenablaufreinigungswagen Straßenbeleuchtung Straßenfräse Streufahrzeuge Streugutkästen Stromgenerator Stützmauer Tafeln Tank- und Waschplatz Tank- und Zapfanlagen inkl. Zubehör Taucheranzug, -schutzhelm, -gerät Tauchertelefon Tauchpumpe Teerkocher, -spritze Telekommunikationseinrichtungen, mobil Teppiche (ab 511,29 €/m²) Teppiche (normal) Tiere (Nutztiere, Zootiere) Trafostation für Sickerwasserbehandlungsanlage (Deponie) Tragestühle 8

Stadtentwässerung Verkehrsflächen Verkehrsflächen Straßenreinigung Straßenreinigung Allgemein Schule Abfallwirtschaft Allgemein Brandschutz Rettungsdienst Brandschutz Verkehrsflächen Allgemein Allgemein Abfallwirtschaft Rettungsdienst

25-30 30-40 40-50 50 15-20 8 20 6 9 17 19 70-100 17 17 17 9 6 6 12 5 15 9 1,33-10 17 6

Anlage 2_Abschreibungstabelle

Abschreibungstabelle (Stand: Februar 2009)
Nutzungsdauer Aufgabenbereich in Jahren Brandschutz 12 Grünflächen 12 Allgemein 20 Bestattung./Friedhöfe 12 Grünflächen 9 Allgemein 40-80 Allgemein 25 Allgemein 25 Lebensmittelüberw. 12 Verkehrsflächen 80-100 20 17 9 10 9 4 7 7 12 8 12 17 9 11 12 4 4 8 12 10 12 9 9 10 80-100 11 7 13 25 35 15-20 40-80 14 14 10 11 15 10 10 12 10

Vermögensgegenstand Tragkraftspritze Traktoren Transformatoren Transportwagen (Bestattungswesen) Trennschleifer Treppe außerhalb von Gebäuden, sonstige Treppen außerhalb von Gebäuden, Holzkonstrukt Tresore, Panzerschränke Trockenschränke Tunnel, baulicher Teil Tunnel, technischer Teil (Beleuchtung, Lüftung, Elektro- und Fernmeldetechnik) Uhrenanlagen Ultraschallgeräte (medizinisch) Ultraschallgeräte (nicht medizinisch) Unimog Unkrautbürste Unkrautspritze Vakuummatratzen Verkaufstheken Vermessungsgeräte, elektronisch Vermessungsgeräte, mechanisch Versorgungsleitungen Sickerwasserbehandlungsanlage Verticutierer Vielkanalgerät Vitrinen/Schaukästen Vollschutzanzug Vollsichtmasken Vorhang Waagen Wagenwaschanlagen Walzenanhänger Wärmetherapiegeräte Wäschetrockner Waschmaschinen Wasserbecken, künstlich angelegt Wasserfässer Wasserpumpe Wassersauger Wasserschöpfbecken/Wasserschöpfstellen Wassertretbecken, massiv Wegweisungen, Schilder (Verkehrs- u. sonstige Hinweisschild) Wehre, Schließen u.ä. Werkstatteinrichtung Werkstattmaschinen und -geräte Werkzeuge Winde mobil Winde stationär Winterdienstgeräte (bspw. Salz-, Sandstreuer , Schneepflug, Schneeräumschild) Zeiterfassungsgeräte Zentrale Verkehrsrechner (Verkehrsleitsystem) Zentrifugen

Allgemein Gesundheitswesen Grünflächen Grünflächen Grünflächen Rettungsdienst Allgemein Allgemein Allgemein Abfallwirtschaft Grünflächen Brandschutz Allgemein Brandschutz Brandschutz Allgemein Allgemein Allgemein Grünflächen Gesundheitswesen Allgemein Allgemein Grünflächen Verkehrsflächen Brandschutz Bestattung./Friedhöfe Grünflächen Verkehrsflächen Allgemein Allgemein Werkstätten

Straßenreinigung TUI Verkehrsflächen Gesundheitswesen

9

=

== Anlage 3_Bewertungslexikon

Bewertungslexikon
Abschreibungen
Abschreibungen stellen die Abnutzung (Ressourcenverbrauch) von Vermögens-gegenständen dar und reduzieren den Wert des Gegenstandes im Zeitablauf. Es gibt planmäßige Abschreibungen (vorhersehbare Wertminderungen) und außerplanmäßige Abschreibungen (nicht vorhersehbare Wertminderungen, z.B. Totalschaden an einem Fahrzeug). Abschreibungen stellen einen Aufwand dar und fließen in die Ergebnisrechnung. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben, sie müssen aber unter bestimmten Voraussetzungen außerplanmäßig abgeschrieben werden. Abschreibungsausgangswert Der Abschreibungsausgangswert entspricht in der Regel den Brutto-Anschaffungskosten-/Herstellungskosten (AHK), soweit es sich nicht um Betriebe gewerblicher Art handelt. Bei den Betrieben gewerblicher Art werden die AHK mit ihrem Nettobetrag (ohne Umsatzsteuer) berücksichtigt. Sind nachträgliche AHK zu aktivieren, sind diese zusammen mit den fortgeführten AHK auf die Restnutzungsdauer zu verteilen (neuer Abschreibungsausgangswert). Aus Vereinfachungsgründen, dürfen sie so behandelt werden, als wären sie zu Anfang des Jahres angefallen. Die AHK sind ausnahmsweise zu korrigieren, wenn nach Ende der Nutzungsdauer noch ein erheblicher Restwert zu erwarten ist. Der Restwert muss sich hinreichend sicher beziffern lassen oder von Bedeutung sein. Abschreibungsbeginn Vermögensgegenstände werden nur auf volle Monate abgeschrieben, d.h. der Monat der Anschaffung bzw. Beendigung der Herstellung ist für den Zeitpunkt der Berechnung der Abschreibungen des Vermögensgegenstandes ausschlaggebend. Der Monat der Anschaffung und Herstellung wird bei der Berechnung der Abschreibungen voll mitgerechnet. Auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme kommt es nicht an. Für die Altdaten reicht die Abschreibung auf volle Jahre aus. Abschreibungsende Die Abschreibung endet grundsätzlich mit Ablauf der festgelegten Nutzungsdauer bzw. im Folgemonat (analog zum Abschreibungsbeginn). Ebenso endet die Abschreibung, wenn der Vermögensgegenstand aus dem Anlagevermögen ausscheidet. Ausscheidungs-gründe sind z.B. Verkauf, Verschrottung oder Zerstörung. Abschreibungsmethode Die Abschreibungsmethode bestimmt, wie der Aufwand auf die Nutzungsdauer verteilt wird. Grundsätzlich ist der Aufwand linear auf die Haushaltsjahre zu verteilen. Eine andere Abschreibungsmethode ist ausnahmsweise zulässig, wenn der Ressourcen-verbrauch dadurch besser abgebildet wird. Anschaffung oder Veräußerung während des Haushaltsjahres Bei Anschaffung oder Veräußerung von Vermögensgegenständen während des Haushaltsjahres ist der Beginn oder das Ende der Abschreibung nach Monatsraten auf den Monat der Anschaffung oder Veräußerung zu beziehen.

Aktiva
siehe Bilanz

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 1

=

== Anlage 3_Bewertungslexikon

Anlage im Bau
Bei Anlagen im Bau handelt es sich um die bis zum Bilanzstichtag getätigten Investitionen der Kommune für Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens, welche am Bilanzstichtag noch nicht endgültig fertig gestellt sind. Sie werden auf ein spezielles Bilanzkonto „Anlagen im Bau“ gebucht und erscheinen in der Bilanz, auch wenn der Vermögensgegenstand noch nicht betriebsbereit ist. Anlagen im Bau werden nicht abgeschrieben. Erst zum Zeitpunkt der Fertigstellung werden die Vermögensgegenstände auf die einzelnen Posten des Anlagevermögens, zu denen sie gehören, umgebucht (z.B. auf bebaute Grundstücke und technische Ausstattungen). Die Fertigstellung ist nicht mit dem Beginn der Nutzung gleich zu setzen. Indizien für die Fertigstellung des Vermögensgegenstandes können die Abnahme bzw. das Versetzen in einen betriebs-bereiten Zustand sein. Der Zeitpunkt der Fertigstellung und Betriebsbereitschaft ist für den Abschreibungsbeginn maßgeblich. Beispiel Eine Kommune lässt in einem ihrer Ortsteile eine neue Kindertagesstätte bauen. Die Bauzeit beträgt 18 Monate. Zum Bilanzstichtag des Jahres 01 sind nachfolgende Aufwendungen nach der Rechnungsstellung zu buchen: Bauplan, Bauhauptarbeiten; Putz 150.000,- EUR Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten 40.000,- EUR Einbau von Fenstern und Fenster-Türen 20.000,- EUR Innenputz, Estrich, Fliesenarbeiten 30.000,- EUR ----------------------------------------------------------------------------------------------= gesamte Aufwendungen zum Bilanzstichtag 240.000,- EUR = Wertansatz für Anlage im Bau In der neuen Haushaltsperiode 02 sind weitere Rechnungen sowie die Aufwendungen für die Anschaffung weiterer Ausstattungsgegenstände unter dieser Position zu verbuchen. Nach Fertigstellung und ab dem Zeitpunkt der Nutzungsfähigkeit erfolgt eine Umbuchung der bis dahin angesammelten Aufwendungen in der Position „Anlage im Bau“ in die entsprechende Position des Sachanlagevermögens z.B. Gebäude und Außenanlage.

Anlagenbuchhaltung
In der Anlagenbuchhaltung sind alle Vermögensgegenstände mit ihren Anschaffungs- und Herstellungskosten, den bisherigen Abschreibungen und dem verbleibenden (Restbuch-) Wert erfasst. Die Anlagebuchhaltung ist eine Nebenbuchhaltung der Finanzbuchhaltung, über welche die Erfassung, Bewertung, Abschreibung und ggf. Verzinsung des Anlagevermögens durchgeführt wird.

Anschaffungskosten
Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten (z.B. Kosten für den Transport, die Montage und Verpackungskosten) sowie die nachträglichen Anschaffungskosten (§ 44 Abs. 1 E-GemHVO). Minderungen des Anschaffungspreises (z.B. Rabatte, Skonti und Boni) sind abzusetzen. Anschaffungskosten können vor und nach dem Zeitpunkt der Anschaffung entstehen (z.B. Makler- und Notargebühren bzw. Grundbuchgebühren). Nicht zu den Anschaffungskosten gehören die Gemeinkosten, die Finanzierungs- oder Geldbeschaffungskosten, wie z.B. Kreditkosten.

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 2

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Berechnung der Anschaffungskosten
Anschaffungspreis (lt. Eingangsrechnung) - Anschaffungspreisminderungen (Rabatte, Skonti, Boni) + direkt zurechenbare Anschaffungsnebenkosten (Transportkosten) + nachträgliche Anschaffungskosten ---------------------------------------------------------------------------------------------= Anschaffungskosten Im hoheitlichen (nicht vorsteuerabzugsberechtigtem) Anschaffungskosten hinzu zu rechnen. Bereich ist die Umsatzsteuer den

Außenanlagen
Neben dem Grundstück und dem Gebäude müssen u.a. auch die dazugehörigen Außenanlagen bewertet werden. Hierzu gehören beispielsweise: • Entwässerungs- und Versorgungsanlagen vom Hausanschluss ab bis an das öffentliche Netz oder an nichtöffentliche Anlagen, die Daueranlagen sind, außerdem alle anderen Entwässerungs- und Versorgungsanlagen außerhalb der Gebäude, Kleinkläranlagen, Sammelgruben, Brunnen, Zapfstellen usw., • Höfen, Wegen und Einfriedungen, nichtöffentlichen Spielplätzen usw., • Gartenanlagen und Pflanzungen, die nicht zu den besonderen Betriebsein-richtungen gehören, der nicht mit einem Gebäude verbundenen Freitreppen, Stützmauern, fest eingebauten Flaggenmaste, Teppichklopfstangen, Wäsche-pfähle usw., • sonstige Außenanlagen, z.B. Luftschutzaußenanlagen, Teilabbrüche außerhalb der Gebäude, soweit sie nicht zu den Kosten für das Herrichten des Baugrund-stücks gehören.

Baumaßnahmen
Siehe Erhaltungsaufwand/Herstellungsaufwand

Betriebsvorrichtungen/Gebäudebestandteile
Betriebsvorrichtungen sind Maschinen und sonstige Vorrichtungen, die zu einer Betriebs-anlage gehören und mit denen das Gewerbe unmittelbar betrieben wird. Betriebsvorrichtungen dienen nicht der Nutzung des Gebäudes, sonder der Nutzung des Betriebes. U.a. zählen auch fest mit den Gebäuden verbundene bewegliche und un-bewegliche Gegenstände zu dieser Vermögensgruppe (z.B. Hebebühne). Betriebs-vorrichtung sind immer separat mit eigener Nutzungsdauer zu erfassen und werden nicht dem Gebäude zugeordnet. Beispiel: Lastenaufzug, spezieller Bodenbelag in Turnhallen, Autoaufzüge in Parkhäusern) Im Gegensatz zu Betriebsvorrichtungen sind Gebäudebestandteile alle Dinge, die im Gebäude der Bequemlichkeit von Personen dienen. Gebäudebestandteile, die keine Betriebvorrichtung sind (wie z.B. Heizung, Personenaufzug), gehören zum Gebäude und werden somit nach der Nutzungsdauer des Gebäudes abgeschrieben. Beispiel: Ein Personenaufzug dient den Menschen, die sich im Gebäude aufhalten und ist daher Gebäudebestandteil und wird zusammen mit dem Gebäude abgeschrieben. Ein Lastenaufzug ist nicht für Wohnzwecke eingerichtet, sondern um die Lasten des Betriebs zu transportieren. Er ist somit Betriebsvorrichtung und hat eine eigene Nutzungsdauer.

Bewertung
Mit Hilfe der Bewertung wird der Wert eines Vermögensgegenstandes ermittelt. Ausgangspunkt sind die Anschaffungs- und Herstellungskosten vermindert um bereits entstandene Abschreibungen. Eine Bewertung ist relevant für die Bilanz, welche die Summe aller Vermögensgegenstände abbildet.

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 3

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Bilanz (Vermögensrechnung)
In der Bilanz werden die Vermögenswerte dem Kapital zu einem bestimmten Stichtag (i.d.R. 31.12.) gegenübergestellt. Traditionell wird die Bilanz in einer zweispaltigen Tabelle (Kontenform) dargestellt. Auf der linken Seite („Aktiva") werden die Vermögensgegenstände und in der rechten Spalte („Passiva") das Eigen- und Fremdkapital der Kommune aufgeführt. Beide Seiten weisen den selben Betrag aus. Die Bilanz muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögensgegenstände und Schulden vermitteln. Die zum 31.12. erstellte Bilanz wird als Schlussbilanz des Haushaltsjahres bezeichnet und stellt gleichzeitig die Werte der sog. Anfangsbilanz zum Stichtag 01.01. des Folgejahres dar. Die erstmals aufgestellte Bilanz ist die Eröffnungsbilanz. Im Neuen Kommunalen Haushaltsrecht wird die Bilanz auch Vermögensrechnung genannt.

Bodenrichtwert / BRW
Bodenrichtwerte werden im Rahmen der Wertermittlung von Immobilien herangezogen, um den Bodenwert zu ermitteln. Grundlage hierfür sind die amtlichen Kaufpreissammlungen, die der Gutachterausschuss zu führen hat. Da der Bodenrichtwert nur ein Durchschnittswert aus einer Vielzahl von Transaktionen ist, muss der Wert anhand der Besonderheiten des Bewertungsobjektes geschätzt werden.

Doppelte Buchführung (Doppik)
Doppik (= Abkürzung für doppelte Buchführung in Konten) ist die Form der Buchführung, bei der jeder Geschäftsvorfall auf mind. 2 Konten verbucht wird. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass z.B. jeder Abgang an Geldmitteln (z.B. Konto Kasse) gleichzeitig an anderer Stelle einen Zugang verursacht (z.B. Konto Betriebs- und Geschäftsausstattung).

Erfahrungswerte
Erfahrungswerte dürfen unter den gesetzlich vorgegebenen Bedingungen (§ 62 Abs. 2 Satz 1 E-GemHVO) als Alternative zu den tatsächlichen Anschaffungskosten herangezogen werden und sind aufgrund einer mehrjähriger Sammlung von Werten entstanden.

Erhaltungsaufwand/Herstellungsaufwand (Abgrenzung)
Aufwendungen für die Unterhaltung (Erhaltungsaufwand) dienen unabhängig von ihrer Größenordnung dazu, den Vermögensgegenstand in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten (Substanzerhaltung). Dazu zählt auch der Austausch vorhandener Teile. Beispiele: • Austausch von Fenstern • Eine Kohlezentralheizung wird durch eine Gaszentralheizung ersetzt • Modernisierung vorhandener Erschließungseinrichtungen Ein Herstellungsaufwand liegt dagegen vor, wenn eine Substanzmehrung gegeben ist, also etwas bisher nicht Vorhandenes hinzugefügt wird. Auch eine über den ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung führt zu Herstellungsaufwand. Von Herstellungsaufwand ist auszugehen, wenn mindestens drei der zentralen Ausstattungsmerkmale Heizungs-, Sanitär-, Elektroinstallationen, Fenster, Dach und Fassadendämmung innerhalb 5 Jahren grundlegend saniert wurden.

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 4

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Beispiele für die Abgrenzung von nachträglichen Herstellungs- und aufwendungen: = Nachträgliche Herstellungsaufwendungen, die nicht zum Entstehen eines anderen Wirtschaftsgutes führen, sind gegeben, wenn • •

Erhaltungs-

die nutzbare Fläche vergrößert wird (z.B. Ausbau Dachgeschoss oder Aufstockung um ein weiteres Geschoss eine Vermehrung der Bausubstanz durch den nachträglichen Einbau von (unselbständigen Gebäude-) Bestandteilen (die bisher nicht vorhanden waren) wie beispielsweise Einbau einer Fahrstuhlanlage, Alarmanlage oder von Markisen erfolgt. Von einer Vermehrung der Substanz ist nicht auszugehen, wenn der Gebäudeteil oder die neue Anlage die Funktion des bisherigen Gebäudebestandteils für das Gebäude in vergleichbarer Weise erfüllt und lediglich entsprechend dem technischen Fortschritt modernisiert ist (z.B. Anbringen einer zusätzlichen Fassadenverkleidung zu Wärme- und Schallschutzzwecken, das Versetzten von Wänden) das Gebäude über seinen bisherigen Zustand hinaus wesentliche verbessert wird. Dieses ist dann gegeben, wenn die Maßnahmen in ihrer Gesamtheit über die zeitgemäße substanzerhaltende Bestandserneuerung hinaus den Gebrauchswert des Gebäudes im Ganzen deutlich erhöht, z.B. durch die Verwendung von außerordentlich hochwertigen Materialien (Marmor in der Schultoilette), oder eine besondere bauliche Gestaltung Die Generalüberholung eines Gebäudes stellt jedoch noch keine wesentliche Substanzverbesserung dar. die Gesamtnutzungsdauer deutlich verlängert wird. Diese Voraussetzung erfüllen i.d.R. nur Maßnahmen, die die Lebensdauer bestimmende Substanz des Gebäudes verändern (tragende Wände, Decken, Fundamente)

Eröffnungsbilanz
siehe Bilanz

Festwertverfahren
= Das Festwertverfahren dient der Vereinfachung der Erfassung und Bewertung von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens. Abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung ist eine Festwertbildung unter folgenden Voraussetzungen zulässig: Regelmäßiger Ersatz der Vermögensgegenstände; Nachrangige Bedeutung des Gesamtwertes für die Stadt; Geringe Veränderungen in der Zusammensetzung; Regelmäßige Durchführung von Bestandaufnahmen (alle 5 Jahre). = Ständige Veränderungen im Wert und in der Zusammensetzung des Bestandes schließen den Festwert aus. Beim Festwertverfahren wird unterstellt, dass jährlich im gleichen Umfang Ersatzbeschaffungen vorgenommen werden, in dem sich der vorhandene Bestand um die Alterswertminderungen (Abschreibungen) verringert. Beispiele bewegl. Vermögensgegenstände - Verkehrslenkungsanlagen - Spielzeug in Kindergärten - Medienbestand in Bibliotheken

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 5

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Gebäude
Ein Bauwerk ist als Gebäude anzusehen, wenn es Menschen oder Sachen durch räumliche Umschließung Schutz gegen Witterungseinflüsse gewährt, den Aufenthalt von Menschen gestattet, fest mit dem Grund und Boden verbunden, von einiger Beständigkeit und ausreichend standfest ist. Der Begriff des Gebäudes setzt nicht voraus, dass das Bauwerk über die Erdoberfläche hinausragt. Auch unter der Erd- oder Wasseroberfläche befindliche Bauwerke können Gebäude im Sinne des Bewertungsgesetzes sein.

Gebäudeabbruch
= Erwerb mit Abbruchabsichten

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Erwerb ohne Abbruchabsichten Bei einem Erwerb eines bebauten Grundstücks ohne Abbruchabsichten sind die Abbruchkosten und der Restbuchwert des abgebrochenen Gebäudes als sofort abzugsfähige Betriebsausgabe zu behandeln. Abbruch eines selbst errichteten Gebäudes Wird ein Gebäude, welches von der Kommune selbst errichtet wurde oder schon längere Zeit im Eigentum der Kommune steht, abgerissen, so sind im Jahr des Abbruchs die Abbruchkosten und der Restwert des Gebäudes sofort abzugsfähige Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Dies gilt unabhängig davon, ob das Gebäude technisch oder wirtschaftlich verbraucht war und ob ein neues Gebäude oder sonstiges Wirtschaftsgut errichtet wird.

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 6

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Gebäudebestandteile
siehe Betriebsvorrichtung

Gebäudebrandversicherungswerte (rückindizierte)?
Der Wert 1914 kann aus den Gebäudeversicherungsbescheiden entnommen werden. Dieser wird von Reichsmark in Deutsche Mark und anschließend in Euro (mit dem Teiler 1,95583) umgerechnet.

Geringwertige Vermögensgegenstände
Geringwertige Vermögensgegenstände sind selbstständig nutzbare, abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 410,- EUR netto nicht überschreiten. Sie werden als ordentlicher Aufwand behandelt.

Grund und Boden
Im Eigentum befindliche bebaute und unbebaute Bodenflächen einschließlich zugehöriger Oberflächengewässer. Dazu gehören Bodenverbesserungen, die physisch nicht von dem Grund und Boden getrennt werden können. Nicht dazu gehören auf dem Boden befindliche Gebäude und andere Bauwerke bzw. Anbaukulturen, Baum und Viehbestände, die zu den produzierten Vermögensgütern gehören. Auch Bodenschätze, nichtkultivierte biologische Ressourcen sowie unterirdische Wasservorkommen zählen nicht dazu. Der Grund und Boden umfasst Bauland, landund forstwirtschaftliche Nutzflächen, Erholungsflächen und sonstige Flächen. Bei der Bewertung von Grund und Boden sind ggf. neben vorhandenen Abschlägen für Gemeinbedarf zusätzlich vorhandene Nutzungs-, Verfügungs- oder Verwertungs-beschränkungen (z.B. Geh-, Leitungs-, Wegerechte u.ä.m.) wertmindernd zu berück-sichtigen.

Gruppenbewertung
Bei dieser Vereinfachungsregel, können mehrere Vermögensgegenstände zu einer Gruppe zusammengefasst und mit einem gewogenen Durchschnittswert bewertet werden. Voraussetzungen sind: • es handelt sich um bewegliches Vermögen • Zugehörigkeit zur gleichen Warengattung • Gleichheit in der Verwendbarkeit oder Funktion der Vermögensgegenstände • Die Preise der in der Gruppenbewertung zusammengefassten Vermögens-gegenstände dürfen nicht wesentlich voneinander abweichen (max. Spielraum von 20% zwischen höchstem und niedrigstem Preis) • Die Preise der Vermögensgegenstände müssen auf den gleichen Zeitpunkt bezogen sein • Es dürfen keine wesentlichen Qualitätsunterschiede der Vermögensgegenstände vorhanden sein • Alle Vermögensgegenstände werden nach der gleichen Methode abgeschrieben Beispiel: Einrichtungsgegenstände für Schulklassen (Schulklassensätze) oder Einrichtungsgegenstände für Sport- und Mehrzweckhallen

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 7

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Herstellung
Herstellung ist die Schaffung eines bisher noch nicht vorhandenen Vermögensgegenstandes. Eine Herstellung liegt immer vor, wenn der Betreffende den Vermögensgegenstand auf eigene Rechnung und Gefahr herstellt oder herstellen lässt. Ende der Herstellung Die Herstellung ist mit der Fertigstellung und vollständigen Betriebsbereitschaft des Anlagenguts abgeschlossen. Dieser Zeitpunkt ist maßgeblich für den Beginn der Abschreibungen. Zum Beispiel bei einem Gebäude, wenn die wesentlichen Bauarbeiten abgeschlossen sind und der Bau bereits für den Betrieb genutzt werden kann. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch die Kosten der noch ausstehenden endgültigen Fertigstellung (z.B. Anbringung der Außenputzes) noch zu den Herstellungskosten des Gebäudes zu rechnen. Gleiches gilt für auftretende behobene Baumängel nach Fertigstellung.

Herstellungsaufwand/Erhaltungsaufwand
siehe Erhaltungsaufwand

Herstellungskosten
Herstellungskosten sind die Ausgaben, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstand, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentlich Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, eingerechnet werden. Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Herstellungskosten bei Hochbauten Ausgaben für Investitionen (Herstellungsaufwand) liegen vor, wenn durch eine Baumaßnahme neues Sachvermögen geschaffen oder vorhandenes vermehrt wird. Nach der Fertigstellung eines Gebäudes ist der Herstellungsaufwand anzunehmen, wenn etwas Neues, bisher nicht Vorhandenes geschaffen wird. Das ist zum Beispiel der Fall bei Aufwendungen für einen Anbau, für den Einbau einer Fahrstuhlanlage, für den Ausbau des Dachgeschosses und für die Aufteilung von Großwohnungen in Kleinwohnungen. Aufwendungen für die Erneuerung von bereits in den Herstellungskosten eines Gebäudes enthaltenen Teilen, Einrichtungen oder Anlagen sind nur dann als Herstellungskosten des Gebäudes zu behandeln, wenn sie so artverschieden sind, dass die Baumaßnahme nach der Verkehrsanschauung nicht mehr in erster Linie dazu dient, das Gebäude in seiner bestimmungsmäßigen Nutzungsmöglichkeit zu erhalten, sondern etwas Neues, bisher nicht Vorhandenes zu schaffen. Herstellungsaufwand liegt in diesen Fällen nur vor, wenn das Gebäude durch die Baumaßnahme wesentlich in seiner Substanz vermehrt, in seinem Wesen erheblich verändert oder über seinen bisherigen Zustand hinaus deutlich verbessert wird. Eine deutliche Verbesserung ist nicht schon deswegen anzunehmen, weil mit notwendigen Erhaltungsmaßnahmen eine dem technischen Fortschritt entsprechende übliche Modernisierung verbunden ist (z. B. Einbau einer Zentralheizung anstelle von Kohleöfen). Fallen in engem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit Herstellungsaufwand Ausgaben an, die sonst als Erhaltungsaufwand angesehen werden, so können diese, wenn sie unerheblich sind, wegen des wirtschaftlich einheitlichen Vorgangs dem Herstellungsaufwand zugerechnet werden.

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 8

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Herstellungskosten beim Straßenbau Zu den Herstellungskosten beim Straßenbau gehören die Ausgaben für Erneuerungs-, Um-, Ausund Neubauvorhaben. Erneuerungsvorhaben dienen vorwiegend dem Deckenbau und verändern die bestehende Linienführung der Straße im Grund- und Aufriss nicht oder nur unwesentlich, so dass eine Ausführung ohne ausführliche Entwurfsunterlagen möglich ist. Die Arbeiten müssen deutlich über das Ausmaß einer Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeit hinausgehen. Um-, Aus- und Neubauvorhaben setzen die Bearbeitung ausführlicher Bauentwürfe bezüglich Grund- und Aufrissgestaltung oder konstruktive Durchbildung voraus. Abgrenzung Herstellungs- und Instandhaltungsaufwand siehe Erhaltungsaufwand

Immaterielle Vermögensgegenstände
Zum Vermögen einer Kommune gehören neben dem Sachvermögen (z.B. Grundstücke, Gebäude, Möbel, Maschinen, Kunstwerke) und dem Finanzvermögen (z.B. Anteile an Unternehmen, Wertpapiere, Geldanlagen) auch Immaterielle Vermögensgegenstände. Es handelt sich dabei um entgeltlich erworbene Vermögensgegenstände, welche nicht körperlich erfassbar sind. Dazu gehören z.B. Konzessionen, Dingliche Rechte (z.B. Erbbaurecht), Patente, Nutzungsrechte und EDV-Software. Bei selbst geschaffenen (programmierten) EDV-Programmen besteht ein Aktivierungsverbot.

Investition
Eine Investition ist die Verwendung von finanziellen Mitteln zur Anschaffung oder Herstellung von Vermögensgegenständen des Sach- oder Finanzvermögens (z.B. Kauf eines Fahrzeugs, Bau eines Gebäudes).

Inventar
Das Inventar ist ein nach Art, Menge und Wert gegliedertes Bestandsverzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden. Es wird mit Hilfe der Inventur ermittelt und dient als Grundlage zur Bewertung der Eröffnungsbilanz bzw. der jährlichen Schlussbilanzen.

Inventur
Die Inventur ist die mengen- und wertmäßige Bestandaufnahme (durch Zählen, Messen, Wiegen und Schätzen) von sämtliche Vermögensgegenstände sowie der Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Inventur wird grundsätzlich am Jahresende durchgeführt. Die Ergebnisse der Inventur werden im Inventar zusammengefasst. Die Stadt Heilbronn regelt nähere Einzelheiten in einer Inventurrichtlinie.

Kaufpreisminderungen (Skonti, Rabatte, Boni)
Bei den Rabatten, Boni und Skontierungen handelt es sich nicht um Erträge bzw. Einzahlungen, vielmehr liegen Kaufpreisminderungen vor. Da § 10 E-GemHVO nur die Trennung von Erträgen und Aufwendungen sowie von Einzahlungen und Auszahlungen vorsieht, sind gewährte Rabatte, Boni und Skontobeträge von der Aufwendung abzusetzen. Die Preisnachlässe führen zu einer Berichtigungsbuchung auf dem entsprechenden Aufwandskonto.

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 9

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Kulturdenkmal
Ein Kulturdenkmal ist ein Zeugnis menschlicher Geschichte und Entwicklung, an dessen Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht (z.B. jüdischer Friedhof). Es handelt sich um ein historisches Objekt.

Leasing
Unter Leasing versteht man einen miet- oder pachtähnlichen Vertrag (mit besonderen Ausgestaltungsmerkmalen) zwischen Leasinggebern und Leasingnehmer über die Nutzung beweglicher und unbeweglicher Anlagegüter. Bei Leasingverträgen stellt sich die Frage, ob der Leasinggeber oder der Leasingnehmer die Vermögensgegenstände bilanziert. Dies ist abhängig von der Art des Leasingvertrags. Ist im Vertrag vereinbart, dass das Eigentum an die Stadt übergeht, so sind die Anlagegüter bei der Stadt zu aktivieren, ansonsten stellen die Leasingraten lediglich Aufwand dar.

Nachträgliche Anschaffungs- und Herstellungskosten
Aufgrund von Besonderheiten bei den Investitionsprozessen der öffentlichen Hand können regelmäßig Abrechnungen in wesentlichem Umfang nach Abschluss eines Anschaffungs- oder Herstellungsvorgangs erfolgen. Zum Beispiel die nach Fertigstellung eines Vermögensgegenstandes (eines Gebäudes, einer Straße, etc.) eingehenden Schlussrechnungen von Lieferanten oder Bauunternehmern. Die nachträglichen AHK sind ausschließlich aus folgenden Fallgruppen: 1. nach dem Zeitpunkt der endgültigen Fertigstellung anfallende Abrechnungen für die Erstherstellung 2. Wiederherstellung eines voll verschlissenen Vermögensgegenstandes (sog. Zweitherstellung) 3. Erweiterung eines Vermögensgegenstandes (z.B. Anbau) oder wesentliche Verbesserung über den ursprünglichen Zustand hinaus. In allen anderen Fällen liegt nicht aktivierbarer Erhaltungsaufwand vor. Vgl. auch Abgrenzung Erhaltungs- und Herstellungsaufwand.

Niederstwertprinzip
Bei den Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens (z.B. Forderungen, Vorratsvermögen) ist zum Abschlussstichtag immer zu prüfen, ob ein niedrigerer Börsen- oder marktwert vorliegt. Ist dies der Fall, muss der bilanzielle Wertansatz mittels Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben werden.

Nutzungsdauer
Die Nutzungsdauer gibt i.d.R. die übliche Zeitdauer an, in der ein Vermögensgegenstand genutzt werden kann. Verlängert sich die Nutzungsdauer, z.B. durch Generalinstandsetzung, oder wird sie verkürzt, z.B. infolge einer voraussichtlich dauernden Wertminderung, ist die Restnutzungsdauer neu zu bestimmen

Passiva
siehe Bilanz

= ===========================================================================================================================Stand: Juni 2009 1
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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Restbuchwert
Der Restbuchwert einer Anlage gibt zum Ende eines Haushaltsjahres (Abrechnungs-periode) an, mit welchem Wert der Vermögensgegenstand - unter Berücksichtigung bisher aufgelaufenen Abschreibungen - in die Bilanz aufgenommen wird.

Schenkung/Erbschaften
Schenkungen und Erbschaften sind mit einem vorsichtig geschätzten Zeitwert zu aktivieren. Gleichzeitig ist ein Sonderposten in gleicher Höhe auf der Passivseite zu bilden. Sollte der Zeitwert des betreffenden Vermögensgegenstandes nicht ermittelt werden können, kann auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt entsprechend den Abschreibungen des Vermögensgegenstandes.

Schulden
Unter dem Begriff Schulden subsumiert man sämtliche rechtlichen Verpflichtungen, die eine wirtschaftliche Belastung für die Kommune darstellen und quantifizierbar sind. Es sind dabei sowohl die sicheren Schulden (Verbindlichkeiten) als auch die mit einer gewissen Unsicherheit abschätzbaren wahrscheinlichen Schuld (Rückstellungen) aufzunehmen.]

Selbstständige Nutzung
Ein Vermögensgegenstand ist nicht selbstständig nutzbar, wenn es nach seiner betrieblichen Zweckbestimmung nur zusammen mit anderen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens genutzt werden kann und die in den Nutzungszusammenhang eingefügten Vermögensgegenstände technisch aufeinander abgestimmt sind. Dies gilt auch, wenn der Vermögensgegenstand aus dem betrieblichen Nutzungszusammenhang gelöst und in einen anderen betrieblichen Nutzungszusammenhang eingefügt werden kann. Vermögensgegenstände, die nicht technisch aufeinander abgestimmt sind, sind dagegen selbstständig nutzungsfähig und daher selbstständige Vermögensgegenstände. Beispiele für selbständige Nutzung: - Ausstellungsgegenstände - Bücher einer Bücherei - Werkszeuge - Einrichtungsgegenstände eines Büros Beispiele für keine selbständige Nutzung: - Ersatzteile von Maschinen - Computerbestandteile und –zubehör (Drucker, Bildschirm, Tastatur, Maus,...) - Motor einer Maschine - Regalteile, die technisch aufeinander abgestimmt sind

Software
Ansatz als materieller oder immaterieller Vermögensgegenstand Firmware ist grundsätzlich als unselbständiger Teil der Hardware zusammen mit dieser als Gegenstand des Sachanlagevermögens zu aktivieren. System- und auch Anwendersoftware sind selbständig verwertbar und daher grundsätzlich losgelöst von der Hardware zu bilanzieren. Dies gilt auch, wenn die Software zusammen mit der Hardware angeschafft wurde und ohne diese nicht nutzbar wären. Die Software verliert nicht ihre Eigenschaft als selbständiger Vermögensgegenstand, da sie jederzeit modifiziert oder ausgetauscht werden kann.

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Individualsoftware Für selbst erstellte Individualsoftware, wenn der Anwender diese unter Einsatz seiner eigenen materiellen und personellen Ressourcen erstellt (Eigenherstellung), besteht ein Aktivierungsverbot. Erfolgt die Herstellung durch einen Softwareanbieter im Rahmen eines Dienstvertrages, gilt dies ebenfalls als Eigenherstellung. Liegt hingegen ein Werkvertrag vor, so besteht ein Anschaffungsvorgang, wenn der Softwarehersteller das Herstellungsrisiko im Sinne der Tauglichkeit der Software trägt. Dies gilt auch, wenn Mitarbeiter des Anwenders bei der Programmerstellung mitwirken. Die entsprechenden Aufwendungen sind dann Bestandteil der Anschaffungskosten. Standardsoftware Der Kauf einer Standardsoftware begründet grundsätzlich eine Aktivierungspflicht. Das gilt auch, wenn Anpassungen an die betrieblichen Erfordernisse vorgenommen werden mussten. Ausnahmen können entstehen, wenn der Anwender eine Standardsoftware erwirbt und diese bei der Anpassung so umfangreich modifiziert, dass von einer Wesensänderung auszugehen ist. Dann handelt es sich insgesamt um einen neuen Vermögensgegenstand, da die wesensverändernde Anpassung zu einem neuen Vermögensgegenstand „Individualsoftware“ wird und der ursprüngliche Gegenstand „Standardsoftware“ untergeht. Objektives Kriterium für eine Zuordnung ist die Art der vor und nach der Anpassung vorhandenen Funktionen. Ist von einer so gravierenden Wesensveränderung auszugehen, so ist für die Aktivierung entscheidend, wer das Herstellungsrisiko trägt. Maßnahmen zur Erweiterung oder Verbesserung von Software Von einer Wesensänderung sind Maßnahmen zur Erweiterung oder zur wesentlichen Verbesserung der Software zu unterscheiden. Diese sind losgelöst von den ursprünglichen Aufwendungen für Anschaffung oder Herstellung zu beurteilen. Sofern das wirtschaftliche Risiko einer erfolgreichen Realisierung beim Softwareanwender liegt, handelt es sich um (nicht aktivierbare) nachträgliche Herstellungskosten. Trägt ein Dritter das Herstellungsrisiko, liegen (aktivierbare) nachträgliche Anschaffungskosten vor. Customizing Maßnahmen, die der Einbettung einer Softwarelösung in das konkrete betriebliche Umfeld einer Kommunalverwaltung dienen, wie z.B.: • Beratungshonorare im Zusammenhang mit der Einführung • Programm- und Systemtests • Modifizierung und Zusammenführung einzelner Programme • Programmierung und Einrichtung von Schnittstellen • Installation der Software an den Arbeitsplätzen sind unter dem Begriff des „Customizing“ zusammen gefasst. Entstehen diese Aufwendungen, um die Software in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, so handelt es sich um (aktivierbare) nachträgliche Anschaffungskosten. Die Aufwendungen für das Customizing sind aufzuteilen in Aufwendungen für die Herstellung der Betriebsbereitschaft und Aufwendungen für sonstige Maßnahmen, die nur insoweit zu aktivieren sind, als es sich um Maßnahmen zur Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung handelt, für die ein Dritter das Herstellungsrisiko trägt. Sind die Aufwendungen des Customizing im Verhältnis zu den Anschaffungskosten der Softwarelizenz nur gering, so ist davon auszugehen, dass diese der Versetzung in einen betriebsbedingten Zustand dienen. Updates und Release-Wechsel Ausgaben für Updates (verbilligte Überlassung der jeweils neuesten Programmversion für Anwender der Vorgängerversion) sowie für Release-Wechsel sind als laufender Erhaltungsaufwand zu erfassen, sofern es sich nicht um eine tief greifende Überarbeitung im Sinne eines Generationenwechsels handelt.

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Sonderposten (erhaltene Investitionszuschüsse)
Bei den auf der Passivseite der Bilanz auszuweisenden Sonderposten handelt es sich um erhaltene Investitionszuschüsse. Diese sind in der Vermögensrechnung vollständig mit ihrem Nominalwert auszuweisen und entsprechend der Abnutzung des bezuschussten Vermögensgegenstandes aufzulösen Kapitalzuschüsse Als Sonderposten dürfen keine "Kapitalzuschüsse" ausgewiesen werden, da diese der reinen Finanzierung eines Vermögensgegenstandes dienen. Ertragszuschüsse Hierunter versteht man Beiträge, Zuweisungen und Zuschüsse Dritter. Die Ertragszuschüsse werden als Sonderposten aktiviert und analog über die Nutzungsdauer des zuwendungsfinanzierten Gegenstandes ertragswirksam aufgelöst. Die jährlichen Belastungen ergeben sich demnach durch die Abschreibungen abzüglich des aufzulösenden Betrages aus dem Sonderposten. Der Abschreibungsbetrag des Anlagegutes geht als Aufwand und der jährlich aufzulösende Betrag aus dem Sonderposten als Ertrag in die Ergebnisrechnung ein. Trifft der Zuschuss erst viel später bei der Kommune ein, kann eine Auflösung des Zuschusses auf die restliche Nutzungsdauer des Anlagegutes stattfinden.

Straßen
Der Straßenaufbau unterteilt sich in Straßenkörper, Straßenzubehör und Bauwerke.

Straßenkörper gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 1 Straßengesetz Baden-Württemberg (StrG Bw) Zum Straßenkörper gehören Straßenuntergrund, -unterbau, - decke, Dämme Gräben, Entwässerungsanlagen, Böschungen, Stützmauern, Durchlässe, Fahrbahnen, Haltestellenbuchten, Geh- und Radwege, Parkplätze, Trenn-, Seiten-, Rand- und Sicherheitsstreifen, Materialbuchten und Lärmschutzanlagen einschl. Straßenbegleitgrün. Straßenzubehör gemäß § 2 Abs. 3 Straßengesetz Baden-Württemberg (StrG BW) Unter Zubehör fallen Verkehrszeichen, Parkleitsysteme, Schilderbrücken, Verkehrsanlagen, Beleuchtung aller Art und Bepflanzungen auf dem Straßenkörper.

Vermögen
Vermögen ist die Summe aller geldwerten Rechte einer natürlichen und juristischen Person. Dazu gehören Anlagekapital, das Umlaufvermögen sowie alle sonstigen Rechte, die einen in Geld ausdrückbahren Wert haben.

Vermögensgegenstände
Hierzu zählen alle selbständig verwertbaren und bewertbaren Güter, die sich im wirtschaftlichen Eigentum einer Kommune befinden.

Vermögensrechnung
siehe Bilanz

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== Anlage 3_Bewertungslexikon

Wirtschaftliches Eigentum
Die Gemeinde darf bzw. muss Vermögensgegenstände in ihrer Bilanz (nur) ausweisen, wenn bzw. soweit sie ihr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zuzurechnen sind. In aller Regel sind Wirtschaftsgüter dem bürgerlich-rechtlichen Eigentümer zuzurechnen. Steht die tatsächliche Sachherrschaft und Nutzungsmöglichkeit dagegen bei wirtschaftlicher Betrachtung einem anderen als dem bürgerlich-rechtlichen Eigentümer zu, so wird dieser andere als wirtschaftlicher Eigentümer bezeichnet und ist diesem das Wirtschaftsgut zuzurechnen. § 39 Abs. 2 Nr. 1 S. 1 AO enthält insoweit eine allgemeine Definition des wirtschaftlichen Eigentums: „Übt ein anderer als der Eigentümer die tatsächliche Herrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Weise aus, dass er den Eigentümer im Regelfall für die gewöhnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung auf das Wirtschaftsgut wirtschaftlich ausschließen kann, so ist ihm das Wirtschaftsgut zuzurechnen.“ Im Regelfall stimmen rechtliches und wirtschaftliches Eigentum überein. Soweit dies jedoch nicht zutrifft, hat das wirtschaftliche Eigentum für die Frage der Zuordnung und Bilanzierung Vorrang. Beispielsweise hat die Gemeinde ein von ihr erworbenes Grundstück bereits vor der Grundbucheintragung zu bilanzieren, wenn zu ihren Gunsten eine Auflassungs-vormerkung im Grundbuch eingetragen worden ist und nach dem Kaufvertrag mit der Übergabe Besitz, Nutzungen und Lasten auf sie übergegangen sind. Ab dem wirtschaftlichen Anschaffungszeitpunkt liegt wirtschaftliches Eigentum bei der Gemeinde vor. Auch bei bestimmten Leasing-Gestaltungen kann die Gemeinde als Leasing-Nehmerin wirtschaftliche Eigentümerin des Leasing-Gegenstands sein.

Zivilrechtliches Eigentum
Übergang des Besitzes aufgrund eines vertraglich festgelegten Datums.

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Anlage 4_Indextabelle für Gebäudeversicherungsumrechnung

Indextabelle für Gebäudeversicherungsumrechnung (100 Reichsmark in DM) Die mit Hilfe dieser Tabelle ermittelten Werte müssen noch in EUR (Teiler: 1,95583) umgerechnet werden.

Jahr Index 1915 112,1 1916 123,6 1917 153,5 1918 212,7 1919 349,7 1920 1.000,0 1921 1.688,0 1924 129,3 1925 159,2 1926 154,8 1927 156,7 1928 163,7 1929 166,2 1930 159,2 1931 145,9 1932 123,6 1933 117,2 1934 122,9 1935 122,9 1936 122,9 1937 125,5 1938 126,8 1939 128,7 1940 130,6 1941 136,9

Jahr 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966

Index 148,4 151,6 154,8 159,9 170,7 199,4 263,1 245,9 234,4 271,3 289,2 279,6 280,9 296,2 303,8 314,6 324,8 342,0 367,5 395,5 428,0 450,3 471,3 491,1 507,0

Jahr 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991

Index 496,2 517,2 546,8 636,9 702,7 750,2 805,3 863,9 884,4 915,0 959,3 1.018,6 1.108,0 1.226,3 1.298,1 1.335,5 1.363,7 1.397,4 1.403,3 1.422,6 1.449,6 1.480,5 1.534,5 1.633,4 1.746,9

Jahr 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005

Index 1.858,7 1.950,4 1.997,1 2.044,0 2.040,5 2.025,2 2.018,0 2.010,8 2.017,4 2.015,9 2.014,9 2.015,9 2.042,2 2.060,8

=

Anlage 5_Baupreiskostenindex Straßenbau

Baupreiskostenindex Straßenbau (2005 = 100) = Jahr 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998 1997 1996 1995 1994 1993 1992 1991 1990 1989 1988 1987 1986 1985 1984 1983 1982 1981 = Straßenbau … 116,0 110,6 104,4 100,0 99,2 99,5 101,2 102,1 100,7 97,7 97,1 98,1 100,2 102,0 101,9 103,7 103,7 100,1 94,5 90,2 89,1 88,1 86,5 84,9 84,2 83,6 85,4 89,6 Jahr 1980 1979 1978 1977 1976 1975 1974 1973 1972 1971 1970 1969 1968 1967 1966 1965 1964 1963 1962 1961 Straßenbau 89,7 79,4 72,7 68,6 66,8 66,4 67,4 62,8 61,2 60,5 56,8 49,0 46,6 46,6 46,6 46,6 46,6 46,6 46,6 46,6

Stand: Juni 2009

=Anlage 6_Besonderheiten bei Sportanlagen, Spielplätzen, Kleingartenanlagen= Grundstücke
Spezielle Regelungen für Grundstücke von Sportanlagen Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bei Sportplätzen zusätzliche Aufzeichnungen als Datenquellen zur Erfassung vorliegen. Über die üblichen Datenquellen hinaus liegt in der Regel eine Liste der in der Kommune vorhandenen Sportanlagen und –hallen vor. Diese Liste kann als Grundlage herangezogen und um die notwendigen Daten (wie z.B. Baujahre, Flurstücksnummern, Eigentumsverhältnisse) anhand vorliegender Akten ergänzt werden. Zudem können die getätigten Investitionen und Zuschüsse anhand von den Rechnungsergebnissen ab 1975 bis zum Bilanzstichtag ermittelt werden (auch anhand von Auszügen aus den Rechenschaftsberichten: Kosten/Zuschüsse mit Kurzbeschreibung der Maßnahmen). Grundsätzlich sind die Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten als Wert in der Bilanz anzusetzen. Liegen die Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht vor, sind gemäß den Vorgaben unter Ziffer 4.2.1. der Bewertungsrichtlinie Erfahrungswerte heranzuziehen. Hat die Kommune Sportanlagen von Vereinen oder anderen Personen erworben, sind diese Kosten als Anschaffungskosten heranzuziehen. Für die Ermittlung der Erfahrungswerte gibt es folgende zwei Möglichkeiten:

< <

Es werden die örtlichen Verkehrswerte zum Anschaffungs- bzw. Herstellungszeitpunkt als Wert herangezogen. Zudem kann auf die Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses zurückgegriffen werden.

Spezielle Regelungen für Grundstücke von selbständigen Spielplätzen Grundstücke von selbständigen oder ständigen Spielplätze erfordern eine eigenständige Erfassung und Bewertung. Als selbständige bzw. ständige Spielplätze werden diejenigen Spielplätze bezeichnet, die nicht unselbständige Bestandteile von Grünanlagen sind. Es gelten Anschaffungsund Herstellungskosten. Ist dies nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich, können Erfahrungswerte angesetzt werden. Hierbei gelten landwirtschaftliche Bodenrichtwerte, im bebauten Bereich die Bodenrichtwerte der Umgebungsbebauung abzüglich des Abschlags für Gemeinbedarf. Sofern sich Spielplätze auf Schulgelände befinden, sind diese bereits in der Bewertung des Schulgrundstücks berücksichtigt.

Spezielle Regelungen für Grundstücke von Kleingartenanlagen Kleingartenanlagen sind gesondert zu erfassen und eigenständig zu bewerten. Für die Bewertung gelten Ackerlandpreise als Erfahrungswert.

= Aufbauten =
Spezielle Regelungen für Aufbauten bei Sportanlagen (Gebäude, Sportgeräte, Aufbauten) Für die Aufbauten sind grundsätzlich auch die Anschaffungs- und Herstellungskosten anzusetzen. Liegen die AHK nicht vor, sind aktuelle Kosten zu ermitteln und diese auf das Herstellungsjahr rückzuindizieren. Auch für die Bewertung von Gebäuden auf Sportplätzen sind grundsätzlich die Anschaffungs- und Herstellungskosten anzusetzen. Die Anschaffungskosten der Sportgeräte liegen separat vor. Sie werden wie bewegliche Vermögensgegenstände behandelt. Sofern die Sportanlagen mit den darauf befindlichen Gebäuden durch die Stadt von den Vereinen durch Ausgleichszahlungen oder unentgeltlich übernommen wurde und kurze Zeit nach der Übernahme eine komplette Grunderneuerung der Anlagen notwenig ist, werden die Kosten für Grunderneuerung als erstmalige Anschaffungs- und Herstellungskosten herangezogen und

=

1

Stand: Juni 2009

=Anlage 6_Besonderheiten bei Sportanlagen, Spielplätzen, Kleingartenanlagen=
abgeschrieben, wenn die Grunderneuerung mit dem Neubau gleich zu setzen ist. Die Ausgleichszahlung für den Erwerb wird in der Eröffnungsbilanz nicht angesetzt. Diese Regelung gilt nur für Gebäude, nicht für den Grund und Boden. Für Stellplätze gelten die Regelungen analog den Außenanlagen. Bei der Herstellung der Sportanlage kann das Problem auftauchen, dass keine Kostenuntereilung in reine Sportanlage und der auf dem Flurstück befindlichen Aufbauten wie z.B. Umkleidegebäude, Sanitärräume, Gerätehäuser, Parkplätze vorliegt. Da die Kostenaufteilung gegebenenfalls nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist, kann eine durchschnittliche Abschreibungsdauer angenommen werden. Beispiel: Die an die Sportanlagen angrenzenden Sporthallen wurden nach 1974 erstellt. Die Baukosten und erhaltenen Zuschüsse liegen in allen Fällen vor. Eine Kostenaufteilung in eigentliche Halle (reiner Baukörper) und darin befindliche Einrichtungen wie Sanitär, Umkleiden, Geräteräume, Tribünen etc. liegt nicht vor. Da die Kostenaufteilung nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist, kann eine durchschnittliche Abschreibungsdauer angesetzt werden. Bezuschusste Sportplätze und Schenkungen von Sportplätzen sind entsprechend den allgemeinen Regelungen für Investitionen zu behandeln siehe Ziffer 6.2. der Bewertungsrichtlinie

Spezielle Regelungen für Aufbauten auf Spielplätzen Aufbauten auf selbständigen und unselbständigen Spielplätzen unterliegen grundsätzlich einem Werteverzehr und sind deshalb abzuschreiben. Der Altbestand ist für Zwecke der Eröffnungsbilanz innerhalb des Zeitraums 2000 – 2010 zu bewerten, da die Nutzungsdauer für diese Vermögensgegenstände 10 Jahre beträgt. Für Spielplätze empfiehlt sich eine Festbewertung in Höhe des Anhaltewertes vorzunehmen.

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=

2

Stand: Juni 2009

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