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Zusammenfassung / Extract: Genitalverstümmelung - Äthiopien – Reiseverbot

Stand: 13.12.2008

• Das 10-jährige, äthiopischstämmige (in Deutschland geborene) Mädchen Dinah


durfte in den Sommerferien 2008 nicht zu seinen Großeltern nach Äthiopien
reisen. Ein Familiengericht in Süddeutschland entzog den Eltern hierzu unter
Mitwirkung des Kreisjugendamtes Teile der Elterlichen Sorge.
• Treibende Kraft hinter dieser Entscheidung war Ines Laufer aus Hamburg,
Gründerin und Aktivistin der Organisation "TaskForce für effektive Prävention von
Genitalverstümmelung" (Hamburg).
• Anlass des Vorgangs: die Behauptung von Frau Laufer, Mädchen seien in
Äthiopien grundsätzlich nicht gegen Gentitalverstümmelung ("Beschneidung",
FGM) zu schützen. Das Kind Dinah sei "rechnerisch bis 90%" der
Wahrscheinlichkeit der Verstümmelungsgefahr ausgesetzt, wenn es nach
Äthiopien reise. Die Ausreise von minderjährigen Mädchen in alle sogenannten
"Hochrisikoländer" sei durch staatliche Maßnahmen zu unterbinden, so Frau
Laufers Forderung in einem "Antrag zur Abwendung einer drohenden
Genitalverstümmelung" an das Familiengericht. Frau Laufer hat den teilweisen
Entzug der elterlichen Sorge beantragt.
• Die Eltern suchen Hilfe gegen den staatlichen Übergriff (Generalverdacht
aufgrund Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Beweislastumkehr) durch Jugendamt &
Familiengericht sowie gegen die Behauptungen und Diskriminierung seitens der
Frau Laufer. Der Anwalt der Familie hat Rechtsmittel eingelegt, Medien haben mit
Berichterstattung begonnen (SWR 4 – Radio 23.9.08, SW-Fernsehen 25.9.08,
Badische Zeitung 18.10.08, Internet-Links s. Anlage).
• Wegen der grundsätzlichen Bedeutung für Migrantinnen und Migranten aus
Äthiopien und deren Freunde & Familienangehörige erfolgt dieser Hilferuf mit der
Bitte um solidarische Unterstützung durch Spenden für die Verfahrenskosten.
• Adressaten dieses Emails sind bewußt auch Abgeordnete, Parteien und deren
Stiftungen sowie Organisationen, die sich gleichfalls gegen
Genitalverstümmelung einsetzen. Ziel ist, künftig unberechtigte Eingriffe ohne
Einzelfallprüfung in diese und andere, äthiopischstämmige Familien besser
abwehren zu können.
• Die Verfasser und Verfasserinnen dieses Emails kennen die betroffene Familie
persönlich, stammen selbst auch aus Äthiopien oder haben dort lange gelebt.
Unser Engagement in dieser Angelegenheit erfolgt daher auch aus eigener
Betroffenheit. Sämtliche hier genannten Fakten beruhen auf privaten Recherchen
der Verfasser sowie auf den Eltern vorliegenden Schriftsätzen des gerichtlichen
Verfahrens.
• Dieses Email bitte nicht wahllos weitersenden, sondern nur gezielt an persönlich
bekannte, interessierte und /oder betroffene Personen, Institutionen, Abgeordnete!
Dieser Rundbrief soll keines dieser im Internet kursierenden "Spam-Emails" bzw.
"Kettenbriefe" werden, sondern ist gezielt versandt worden. Die Absenderadresse wird
nach Beendigung des Verfahrens gelöscht werden.

15. November 2008


(geänderte Fassung v. 19.11.08, aktualisiert am 13.12.2008)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Auf Wunsch und in Absprache mit den Eltern wenden wir uns an Sie im Fall des Kindes Dinah.
Mit diesem Email wenden wir uns insbesondere an alle in Deutschland lebenden Menschen mit
äthiopischem Migrationshintergrund sowie deren Familien. Wir bitten im Namen der Eltern um
Ihre Solidarität und Unterstützung durch Spenden für die Verfahrenskosten (Konto s.u.).

Den Eltern wurde im September d.J. in einem familiengerichtlichen Verfahren (mit einer
Eilentscheidung wegen angeblicher Gefahr im Verzug) das Aufenthaltsbestimmungsrecht bzgl.

1
Auslandsreisen ohne erneute Anhörung entzogen, weil sie vorhatten, ihre Tochter in den
Schulferien zu den Großeltern nach Äthiopien reisen zu lassen. Dies, nachdem nur wenige
Tage zuvor noch das gleiche Gericht und das gleiche Jugendamt keinerlei
Eingriffserforderlichkeit gesehen haben und ohne dass neue Sacherkenntnisse
hinzugekommen wären. Anlass und Ablauf dieses Verfahrens wirken rechtsstaatlich und
ethisch ausgesprochen bizarr.

Mittlerweile wurde von der Familie des Kindes auch die Deutsche Botschaft in Addis Abeba
eingeschaltet und um Stellungnahme gebeten. Die Einschätzung der deutschen diplomatischen
Vertretungen in den kulturellen Herkunftsländern von MigrantenInnen spielen erfahrungsgemäß
eine zu Recht wichtige Rolle bei der Wahrheitsfindung deutscher Gerichte, wenn es um
Aspekte des kulturellen Herkunftslandes geht.

In Deutschland lebende Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund dürfen nicht aufgrund


generalisierter und nicht einzelfallbezogener Sachverhalte derart diskriminiert werden. Wir
stammen selbst aus Äthiopien oder haben viele Jahre dort gelebt. Wir sind mit den Eltern der
tiefsten Überzeugung, dass es sich bei Genitalverstümmelung um eine schreckliche
Misshandlung handelt und dass gegen diese "Bräuche" angegangen werden muss. Sowohl wir
selbst als auch die Eltern lehnen Genitalverstümmelung strikt ab.
Dass es in Äthiopien noch immer Genitalverstümmelung gibt, ist unstrittig. Es ist aber auch
unstrittig, dass die Zahl der neu Betroffenen in diesem Land stark rückläufig ist (s.u.). Solche -
und seien es noch so schreckliche - traditionell überlieferten Praktiken müssen durch
Aufklärung bekämpft werden, nicht durch Diskriminierung. (vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung )

Der äthiopische Staat hat dies verstanden - seit Jahren fördert er, mit Unterstützung durch
zahlreiche nationale Organisationen und der internationalen Entwicklungshilfe, Projekte gegen
Genitalverstümmelung. Seit 2004 stellt das äthiopische Strafrecht im Artikel 565ff
Genitalverstümmelung und andere "traditionelle schädliche Praktiken" unter Strafe (bis zu 5-10
Jahre Haft).

Laufer hingegen bezieht sich u.a. auf Zahlen von 1997. Die von ihr behauptete Zahl eines
angeblichen Beschneidungsrisikos in Höhe von 90% ist völlig aus der Luft gegriffen.
Gleichzeitig verschweigt Laufer Erkenntnisse der Deutschen Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit (GTZ), welche im November 2007 feststellte, dass die Unterstützung unter
äthiopischen Müttern von noch 52% im Jahr 2000 auf 38% im Jahr 2005 stark abgenommen
hat – sichtbarer Erfolg der jahrelangen Aufklärungsarbeit. Das sind immer noch 38% zu viel,
keine Frage. Aber aus diesen Zahlen den Generalverdacht der Frau Laufer gegen alle in
Deutschland lebenden äthiopischstämmigen Familien abzuleiten, ist absurd und
unprofessionell.

Frau Laufer zeigt hier u.E. missionarischen Eifer, der uns sehr an Robespierre und seinen
'Terror der Tugendhaften & Gutwilligen' erinnert, wodurch sie - leider - ein zutiefst berechtigtes
und wichtiges Anliegen (den Schutz von Mädchen und Frauen vor Genitalverstümmelung)
diskreditiert. (vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Robespierre#Die_Begr.C3.BCndung_des_Terrors_gem.C3.A4.C3.9
F_Rousseau)

Frau Laufer benutzt für ihr "Werk" Zahlen & Behauptungen, die falsch bzw. nicht aktuell sind
und die so die aktuelle Situation in Äthiopien verzerren und die bereits eingetretene
Veränderung der Einstellungen der äthiopischen Frauen nicht berücksichtigen.

Laufer betreibt ihr Anliegen u.a. mit folgenden Forderungen:


"Für alle minderjährigen Mädchen der Risikogruppe ist eine Reihenuntersuchung
durchzuführen. ……. Die Mädchen, deren Genitalien unversehrt sind, werden in eine
Liste B eingetragen. Neugeborene Töchter …….. werden automatisch in die Liste B

2
übernommen. …….. Die Eltern der Mädchen der Liste B werden alljährlich bis zur
Volljährigkeit der Mädchen aufgefordert, ihre Töchter einer obligatorischen
Untersuchung vorzustellen, die von den lokalen Amtsärztinnen durchzuführen ist. …….
Neue Zuwanderinnen aus den Risikoländern erhalten automatisch eine Vorladung. …….
Da es sich um einen obligatorischen Unversehrtheits-Check handelt, sind geeignete
Sanktionen einzuführen um sicherzustellen, dass diese Obligation tatsächlich erfüllt
wird".

Laufer bezieht in obige Forderungen wohlgemerkt auch Mädchen ein, "deren Eltern
mindestens zu einem Teil aus einem afrikanischen Land stammen, in dem
Mädchen/Frauen an ihren Genitalien verstümmelt werden". Laufer sieht "auch jene Mädchen
mit Migrationshintergrund bedroht, deren Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft
angenommen haben".
(Quelle aller Laufer-Zitate: http://www.taskforcefgm.de/forderungen.html )

Im aktuellen Fall des Mädchens Dinah hat sich das zuständige Jugendamt die Forderung
Laufers nach jährlicher gynäkologischer Untersuchung des Kindes bis zur Volljährigkeit zu
eigen gemacht. Dies ohne neue Erkenntnisse einer Gefährdung und nachdem es nur wenige
Tage zuvor der Familie noch Integrität bescheinigt und keine Gefährdung des Kindes
festgestellt hat. Die Weigerung der Familie, in obige Untersuchungen ihrer Tochter
einzuwilligen, wurde als 'fehlende Mitwirkung' gewertet.

Wir halten solche Ansinnen für schlicht verfassungswidrig


(vgl. hierzu auch http://www.wüstenberg-medienrecht.de/fgm.html ).

Im Übrigen halten wir Laufers Forderungen für rassistisch, diskriminierend und volksverhetzend
und fühlen uns durch den von ihr vorgebrachten Generalverdacht auch persönlich diffamiert.
(hierzu Zitat aus Wikipedia: "Rassismus behandelt Menschen als einer Gruppe zugehörig und
unterstellt ihnen auf Grundlage dieser angenommenen Zugehörigkeit unveränderliche
Merkmale und Charakterzüge. Anhand dieser Einteilung bewertet der Rassismus die
Menschen und hierarchisiert Gruppen von Menschen. Rassistische Theorien und
Argumentationsmuster dienen der Rechtfertigung von Diskriminierung und Feindseligkeiten,
der Kanalisierung negativer Emotionen und fördern das Überlegenheitsgefühl von Mitgliedern
einer Gruppe.") vgl. auch § 130 StGB Volksverhetzung: "Wer in einer Weise, die geeignet ist,
den öffentlichen Frieden zu stören,1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder
zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder 2. die Menschenwürde anderer
dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht
oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft."

Frau Laufers Anliegen, Mädchen vor Genitalverstümmelung zu schützen, ist ehrenwert und
richtig. Der geschilderte Fall der betroffenen Familie und hier insbesondere die Forderung von
Laufer, "ein generelles Ausreiseverbot für Mädchen der Risikogruppe in die Heimatländer der
Eltern bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres" zu verhängen (Homepage TaskForce), ist
aber eines demokratischen Rechtsstaates unwürdig und verstößt u.a. gegen die
Menschenrechte (EMRK, Artikel 14 Diskriminierungsverbot, sowie § 1 AGG). Laufer betreibt
ihr Anliegen unter Missachtung rechtsstaatlicher wie auch ethisch-moralischer Prinzipien,
indem sie die generelle Erfassung aller in Deutschland lebender weiblicher minderjähriger
Menschen mit Migrationshintergrund aus Ländern, in denen Genitalverstümmelung stattfindet,
fordert. Das kommt dem Versuch gleich, in Deutschland lebende Mitglieder ganzer ethnischer
Gruppen einheitlich unter den Generalverdacht der schweren Körperverletzung zu stellen,
ohne hier die rechtsstaatlich zwingend erforderliche Einzelfallbeurteilung vorzunehmen.

Die geforderte Erfassung aller weiblichen minderjährigen Angehörigen bestimmter Ethnien


stellt jedoch nicht nur den demokratischen Rechtsstaat in Frage, sondern würde bei
Durchführung den Weg in einen Polizeistaat öffnen. Der gut gemeinte Ansatz der Frau Laufer

3
zeigt hier in besonderer Weise, dass "gut gemeint" zumeist das Gegenteil von "gut gemacht"
ist.

Im aktuellen Fall des Kindes Dinah kommt hinzu, dass es seitens Familiengericht und
Jugendamt den Eltern überlassen wurde nachzuweisen, dass sie nicht vorhaben, ihrem Kind
Gewalt anzutun oder antun zu lassen – das Rechtsstaatsprinzip wird hier auf den Kopf gestellt,
eine Beweislastumkehr findet statt. Bedenklich erscheint uns in diesem Zusammenhang
insbesondere, dass Jugendamt und Familiengericht offensichtlich Angaben und Forderungen
von Laufer kritiklos und unhinterfragt übernommen haben, ohne die Seriösität der Angaben
wie auch der Person Laufers von Amts wegen zu überprüfen – es blieb dem Anwalt der
Familie überlassen, die Deutsche Botschaft in Addis Abeba zu kontaktieren, um von dort
entlastende Informationen sowohl zu den Länderangaben als auch zum Einzelfall der Familie
zu erhalten und dem Gericht zukommen zu lassen. Auch Recherchen über Laufer und ihre
"TaskForce" mussten von den Eltern und einem Kreis von Freunden geführt werden.

Wir finden es unerträglich, dass es einzelnen Personen wie o.g. Frau Laufer gelingt, mittels
vorgetragener Statistiken und selbstüberhöhender Darstellung eigener Bedeutsamkeit (Laufer
geriert sich als selbsternannte Expertin für Genitalverstümmelung und läßt sich als
'Sachverständige' bezeichnen) nicht nur die aktuell betroffene Familie massiv unter Druck zu
setzen.

Auch Jugendämter und Gerichte, die sich dem Anliegen der Frau Laufer entgegenstellen,
laufen in Verbindung mit PR-mäßig lancierter Pressearbeit Gefahr, unberechtigt öffentlich als
schutzverweigernd angeprangert und diffamiert zu werden (vgl.
http://www.taskforcefgm.de/pressemitteilungen.html , "Pressemitteilung" v. 6.2.08, hier wird
dem Jugendamt Hamburg unterstellt, es versage einem Mädchen den erforderlichen Schutz
vor Genitalverstümmelung). Frau Laufer behindert mit solchen Methoden die wichtige Arbeit
der Jugendämter und Familiengerichte.

Was können SIE tun?


1. Stammen Sie oder ein Mitglied Ihrer Familie aus Äthiopien? Bitte unterstützen Sie die
Eltern mit einem finanziellen Beitrag (Konto s.u.) – das, was dieser Familie gerade
geschieht, kann Ihnen schon morgen selbst auch zustoßen und es ist deshalb auch für
Sie selbst wichtig, dass dieser Prozess zur Not bis durch alle Instanzen geführt und
finanziert werden kann.
2. Bitte machen Sie diesen Fall in der "äthiopischen Gemeinde" in Deutschland bekannt.
Nehmen Sie Kontakt auf zu Ihnen bekannte Persönlichkeiten und Organisationen des
öffentlichen Lebens. Beziehen Sie Position gleichermaßen gegen
Genitalverstümmelung und gegen Grundrechtsverletzungen.
3. Sind Sie Abgeordnete(r)? Bitte nehmen Sie Einfluss darauf, dass die Versuche der Frau
Laufer, ihre absurden Forderungen in Gesetze gießen zu lassen, auch weiterhin vom
Gesetzgeber konsequent zurückgewiesen werden (vgl.
http://www.taskforcefgm.de/arbeitsauftrag.html bzw. Zusammenfassung Frau Laufer:
http://www.taskforcefgm.de/img/Stellungnahme%20der%20Bundesministerien.pdf
4. Sind Sie Mitglied einer Partei oder deren politischer Stiftungen? Bitte überprüfen Sie
Ihre Referenten-Liste! Insbesondere Friedrich-Ebert-Stiftung und Heinrich-Böll-Stiftung
müssen sich (wie auch der Deutsche Juristinnenbund e.V.) fragen lassen, ob
Referenten, die verfassungswidrige und rassistische Forderungen vertreten, geeignet
sind, in einer demokratischen politischen Organisation Vorträge halten zu dürfen. Auch
Internet-Plattformen wie "betterplace" (und deren Sponsoren bspw. Daimler, PayPal
oder Scout24) müssen sich fragen lassen, ob solche "Projekte" dort berechtigt in der
Rubrik "Menschenrechte & Gute Regierungsführung" für ihr Anliegen werben dürfen.
5. Gehören Sie einer Organisation an, die sich gegen Genitalverstümmelung einsetzt?
Bitte nehmen Sie Einfluss, dass der wichtige Kampf gegen Genitalverstümmelung nicht
durch Aktionen wie die der Frau Laufer diskreditiert wird. Distanzieren Sie sich von der
"TaskForce" und den Forderungen der Frau Laufer. Der Kampf gegen

4
Genitalverstümmelung findet in den Herzen und Köpfen der Betroffenen statt. Erreichen
wir diese nicht, wird Genitalverstümmelung noch lange praktiziert werden. Generelle
Angriffe gegen ganze Ethnien führen dazu, dass sich diese eher abschotten und
unerreichbarer werden. Anerkannte Expertinnen und Organisationen wie bspw.
http://www.faduma-korn.de (Fadumo Korn1) und www.target-human-rights.de (Rüdiger
Nehberg) handeln danach und schützen wirksam Mädchen, ohne rassistisch und
diskriminierend gegen Mitglieder ganzer Ethnien zu hetzen.

Über den Rechtsanwalt der Familie wurde mittlerweile ein separat geführtes Spendenkonto für
die Kosten des Verfahrens eingerichtet, da die Eltern keine Prozesskostenhilfe erhalten und
durch die Aktivität der Frau Laufer unverschuldet erhebliche Kosten auf sie zu kommen. Das
Konto lautet:
Verwendungszweck: Spendenkonto "Dinah"
Kontoinhaber: Claus Huber, RA
Konto-Nr.: 70423715
BLZ: 68391500
Bank: VR-Bank eG, Schopfheim
Eingehende Spenden, die über die angefallenen Kosten des Verfahrens hinausgehen,
werden einem Projekt in Äthiopien zur Verfügung gestellt werden, das sich gegen
Genitalverstümmelung in Äthiopien engagiert.

Mit freundlichen Grüßen


(für den Freundeskreis der Familie:)

Bedilu Bogale Frehiwot Bezabeh Helen Agonne


Manfred Elsner Mulugeta Woldeselasse Teklu Hailu

P.S.: Falls gewünscht, erhalten Sie weitere Hintergrundinformationen. Bei Interesse richten Sie
bitte Ihre Anfrage unter Angabe Ihres konkreten Anliegens an: der_fall_dinah@gmx.org.

Die meisten der bisher erschienenen Medien-Beiträge wurden von der Familie ins Internet eingestellt, wo
sie jederzeit abgerufen werden können:
http://www.youtube.com/user/josyyi
http://derfalldinah-yacob.blogspot.com/

Zusätzlich erhalten Sie hier Zugang zu einigen der bisher erschienenen Medienbeiträge:
http://www.badische-zeitung.de/das-darf-nicht-sein (Badische Zeitung v. 18.10.08)
http://www.badische-zeitung.de/gericht-will-kind-vor-beschneidung-schuetzen (Bad. Zeit. v. 18.10.08)
http://www.badische-zeitung.de/leserbriefe-xbwpu4gax (Leserbrief Badische Zeitung v. 29.10.08)
http://www.badische-zeitung.de/hintergrund-weibliche-genitalverstuemmelung (BZ v. 25.11.08)
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/ein-tiefer-einschnitt (BZ v. 25.11.08)
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1883667_0_2147_maedchen-darf-grosseltern-in-aethiopien-
nicht-besuchen.html (Stuttgarter Zeitung v. 26.11.08)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/649728?inPopup=true (ZDF Drehscheibe v. 10.12.08)
http://www.emma.de/fgm_report__2009_1.html (sehr differenzierter Artikel zu Hintergründen & zum Fall)

1
An dieser Stelle erwähnten wir zunächst auch das Projekt "(I)NTACT" von Christa Müller. Mit Email v.19.11.08
teilte uns Frau Müller mit, dass sie Ihre Organisation nicht im Zusammenhang mit der Unterstützung für Dinah zu
sehen wünsche. Frau Müller teilte weiter mit, dass "die TaskForce unseres Erachtens auf dem richtigen Weg"
sei. Insofern bedauern wir tatsächlich, auf "(I)NTACT" hingewiesen zu haben.
Die Nennung von "http://www.faduma-korn.de" erfolgt nach Rücksprache mit Frau Fadumo Korn. Frau Korn ist
Betroffene und Buchautorin (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499237989/ref=nosim/afrikainbayern/) sowie vom
Bundestag (http://www.bundestag.de/ausschuesse/a13/anhoerungen/anhoerung06/Sachverstaendige.pdf) anerkannte
Sachverständige zum Thema Genitalverstümmelung und unterstützt die betroffene Familie im Fall Dinah.

5
Weitere Hintergrundinformationen:

GTZ-Länder-Info, November 2007:


"Laut Demographic and Health Survey 2005 sind 74 % der weiblichen Bevölkerung in Äthiopien von
FGM betroffen. ..... Im Vergleich zum Jahr 2000 hat die Unterstützung abgenommen: 38 % der Mütter
von Mädchen haben mindestens eine Tochter beschneiden lassen, im Jahr 2000 noch 52 %. Frauen mit
höherem Bildungsgrad und aus einer städtischen Umgebung sind eher bereit, die Praktik aufzugeben".
(http://www.gtz.de/de/dokumente/de-fgm-laender-aethiopien.pdf, ca. 80 kB)

UNICEF-Studie 2005:
(insbesondere Texte auf Seiten 6-8, 19-21 und Tabellen auf Seiten 35-37, 42+43)
Kernaussagen der Studie in Bezug auf Äthiopien und im Kontext des familiengerichtlichen Verfahrens
bzgl. Dinah:
1. "general trend towards ending the practice" (S. 7)
2. "FGM/C is decreasing among all countries studied" (S. 8)
3. "women in the 15-29 age are less likely to support the continuation of the practice than women aged
30-49" (S. 19)
4. "support for the practice is expressed by 43 per cent of women with some education compared to 67
per cent of women with no formal education" (S. 20)
5. "the largest disparity is found in Ethiopia, where 31 per cent of urban women support cintinuation,
compared to 66 per cent of ruaral women" (S. 21)
http://www.unicef.org/publications/files/FGM-C_final_10_October.pdf, ca. 1,3 MB

UNICEF-Länder-Bericht Äthiopien 2005:


"The subject is gaining ground as a major public issue resulting from strong social mobilization
campaigns. ..........
Advocacy programs are being rolled out through the country to help victims and most importantly to
prevent the continuation of FGM/C. In May 2005 the Ethiopian Woman Lawyers’ Association, in
partnership with UNICEF, published a small booklet in five languages outlining essential legal rights for
women.
The booklet contains legal information on HTPs taken from the Criminal Code of the Federal Democratic
Republic of Ethiopia Proclamation No.414/2004. This Proclamation became law in 2005.
Government and other organizations now have increased power to deal with HTPs.
This information is available at Women Affairs’ Offices in Ethiopia, The National Committee on
Traditional Practices in Ethiopia as well as schools and colleges. Human Rights are now an essential
part of all Programming and Community Capacity Building projects in the country." (S. 2)
http://www.unicef.org/ethiopia/ET_fgm.pdf

US-Außenministerium (März 2008), Seite 15:


"The majority of girls and women in the country had undergone some form of FGM. Girls typically
experienced clitoridectomies seven days after birth (consisting of an excision of the clitoris, often with
partial labial excision, and faced infibulation (the most extreme and dangerous form of FGM) at the onset
of puberty. According to a Ministry of Health Demographic and Health survey released in 2005, the
practice of FGM among all women had decreased from 80 to 74 percent, while support for the practice
among women had dropped from 60 to 29 percent. The penal code criminalizes the circumcision of
any female by imprisonment of not less than three months or a fine of not less than $58 (500 birr).
Likewise, infibulation of the genitals is punishable with imprisonment of five to 10 years. However, no
criminal prosecutions have ever been brought for FGM. The government discouraged the practice of
FGM through education in public schools and broader mass media campaigns."
(http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2007/100481.htm, ca. 200 kB)

[Anmerkung: dies ist kein SPAM-Email. Wer künftig etwaige Rundschreiben nicht mehr erhalten möchte,
möge bitte einen kurzen Hinweis an den/die Absender dieses Emails senden, um sofort aus dem
Verteiler genommen zu werden. Wer dieses Email an mehrere Personen gleichzeitig weitersendet, möge
bitte darauf achten, dass alle Empfänger nur sogenannte "Blindkopien" BCC erhalten sollten, um die
unerwünschte Weiterverbreitung von Emailadressen zu verhinden. DANKE!]