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SMV

Schweizerischer Mieterinnen- und Mieterverband

ASLOCA Association Suisse des Locataires

ASI

Associazione Svizzera Inquilini

Offener Brief an die Immobilienvertreter

Bern, 25. Oktober 2013

Geben Sie klare Begründungen für die Ablehnung einer Mietreduktion an, und verhindern

Sie damit unnötige Gerichtsverfahren

Sehr geehrte Damen und Herren

Angesichts des historisch tiefen Referenzzinssatzes von nur zwei Prozent profitieren die

Hausbesitzer derzeit von sehr tiefen Kapitalkosten. Die Bedingungen für günstige Kredite waren

seit Jahrzehnten nicht besser.

Von der tiefen Zinslage müssen jetzt auch die Mieterinnen und Mieter profitieren können. Seit der

letzten Senkung des Referenzzinssatzes vom vergangenen September stellten viele ein Gesuch

beim Vermieter für eine Mietreduktion. Wie wir aus unserer Beratungstätigkeit wissen, verweigern

Vermieter die Weitergabe der Reduktion jedoch häufig mit pauschalisierten Begründungen. So

schreiben sie zum Beispiel, der Mietzins sei unter den orts- und quartierüblichen Mieten oder es

werde keine genügende Rendite erzielt.

Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband bittet Ihre Organisation darum, dass Sie Ihre

Mitglieder an ihre Verantwortung und Pflichten erinnern. Fakten und Zahlen für die Ablehnung

eines Gesuchs um eine Mietreduktion müssen sauber und transparent begründet werden. Was die

Orts- und Quartierüblichkeit betrifft, fordert die Gerichtspraxis, dass der Vermieter vergleichbare

Mietobjekte in der unmittelbaren Nachbarschaft als Beweis nennen kann.

Ohne klare Beweise sind die Angaben in einem Ablehnungsschreiben nicht überprüfbar und

zwingen die Mieterinnen und Mieter dazu, bei den Schlichtungsstellen eine Senkungsklage

einzureichen. In den letzten Jahren versuchten die Immobilienvertreter, die Rechte der Mieterinnen

und Mieter durch die Abschaffung kostenloser Mietverfahren vor Gericht (Kanton Waadt) zu

beschneiden, oder sie lehnten deren Einführung von Beginn weg ab (Kantone Basel-Stadt, Zürich).

Sie begründeten dies mit dem Argument, es gebe so mehr Prozesse. Ihren Willen zur Vermeidung

unnötiger Prozesse können die Vermieterinnen und Vermieter jetzt unter Beweis stellen, indem sie

Mieterinnen und Mieter für die Nichtweitergabe einer Senkung saubere Begründungen liefern.

Postfach 3000 Bern 23

Telefon 031 301 90 50 generalsekretariat@smv-asloca-asi.ch

Wir danken Ihnen, dass Sie Ihre Mitglieder offensiv informieren, dass Ablehnungen von Senkungsbegehren klar und umfassend begründet werden müssen.

Freundliche Grüsse

Schweizerischer Mieterinnen- und Mieterverband SMV

Grüsse Schweizerischer Mieterinnen- und Mieterverband SMV Marina Carobbio Balthasar Glättli Carlo Sommaruga
Grüsse Schweizerischer Mieterinnen- und Mieterverband SMV Marina Carobbio Balthasar Glättli Carlo Sommaruga
Grüsse Schweizerischer Mieterinnen- und Mieterverband SMV Marina Carobbio Balthasar Glättli Carlo Sommaruga

Marina Carobbio

Balthasar Glättli

Carlo Sommaruga

Präsidentin

Vizepräsident

Vizepräsident

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