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Lösungen „Juristische Methodenlehre“ (Prof. Stadler) Stand: WS 2013

Laut Angaben gibt es 100 Fragen von denen zufällig 25 ausgewählt werden. Hier sind nur jene Fragen angeführt welche mir bei drei Testdurchläufen gestellt wurden. Einige sind daher auch doppelt angeführt. Fragen und Antworten sind am besten mit der Suchfunktion auffindbar. Viel Spaß!

Wie nennt man "Prozessvoraussetzungen" noch? Es sind dies Die richtige Antwort ist: Sachurteilsvoraussetzungen

(1 Wort)

Die Feststellung und Korrektur eines Wertungsmangels im Recht ist nach Ansicht von Zippelius kein formallogisches Geschäft. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Worin besteht der Grundgedanke des "typisierenden Fallvergleichs"? In der und in der Ungleichbehandlung wesenltlich ungleicher Fälle. (1 Wort) Die richtige Antwort ist: Gleichbehandlung

wesentlich

Gesetze sind in Worte gekleidete rechtliche Vorstellungen. Durch die Zeichenhaftigkeit des "

Wortes werden diese Vorstellungen für andere mitteilbar, sie werden dadurch " Die richtige Antwort ist: transsubjektiv

(1 Wort).

Oftmals - so Zippelius - gibt aber Konstellationen, in denen sowohl das geschriebene Gesetz, als auch die rechtsstaatlichen Verfahren, als auch die sonstigen Konkretisierungen der Rechtsethik wie Tradition und verfassungsmäßige Werthaltungen sowie auch das gewachsene Rechtsbewußtsein der Rechtsgemeinschaft ("common sense") keinen

Anhaltspunkt liefern, wie "gerecht" zu entscheiden sei. In solchen Fällen spricht Zippelius "

(3 Wörter). In solchen

Fällen bleibt dem - unter Entscheidungszwang stehenden - Rechtsanwender nur mehr, Entscheidungen in einem rechtsethischen Wagnis zu finden, also zur "gestalterischen" Dimension von Rechtsfindung, der rational argumentierten Rechtsgestaltung (nicht zu reiner Dezision !!!) überzugehen, da Rechtsfindung eben kein 100% reiner Erkenntnisprozess ist, sondern auch mit Gestaltung und der Lebendigkeit der Rechts und seiner "Schöpfung" zu tun hat (im doppelten Sinne des Wortes!).

Die richtige Antwort ist: Situationen rechtsethischer Ratlosigkeit

von "Grenzfällen" und beschreibt diese - fast schon poetisch - als "

Welchen berühmten Philosophen zitiert Zippelius mit folgenden Worten: Die "Schwierigkeit und die Gefahr zu fehlen liegt im Aufstellen der Prämissen: nicht im Ziehen der Konklusion daraus; dieses erfolgt notwendig und von selbst. Aber die Prämissen zu finden, das ist das Schwere: und da verlässt uns die Logik" - um damit vor der Vorstellung zu warnen, dass das methodische juristischen Arbeiten überwiegend bis ausschließlich aus formallogischen Operationen bestünde. Die richtige Antwort lautet: Schopenhauer

Die Bemühung, Gesetze verfassungskonform bzw. Verordnungen gesetzeskonform auszulegen, folgt dem klassischen Bemühen, was innerhalb einer Rechtsordnung zu vermeiden? (1 Wort, Mehrzahl). Die richtige Antwort ist: Widersprüche

Während sich - so Zippelius - zB die Biologie als Wissenschaft von der "Theorie" der deskriptiven Beschreibung natürlicher Kausalitäten widmet, hat es die Rechtswissenschaft als Wissenschaft von der "Praxis" mit der Beschreibung von Handlungsanordnungen, also mit Präskription zu tun. Eine auswählen:

Die richtige Antwort ist 'Wahr' Im Rahmen des Bedeutungsspielraumes, den der Gesetzeswortlaut lässt, ist die zutreffende Wortbedeutung soweit als möglich nach den "Regeln der Kunst" zu ermitteln - also in methodischen Erwägungen nach den anerkannten Auslegungsregeln, die, so

Zippelius, nichts anderes seien als "Regeln Die richtige Antwort ist: legitimer

Rechtsfindung". (1 Wort)

Zippelius diskutiert recht intensiv das Problem, wie man denn in einer offenen, pluralen

Gesellschaft zu rechtlichen Entscheidungen gelangen kann, die "für die Mehrheit konsensfähigen Gerechtigkeitsvorstellungen" entsprechen. Ein große Rolle spielt dabei die Einhaltung rechtsstaatlicher Spielregel und Verfahrensweisen, um solcherart einseitige Interessenorientierung hintanzuhalten. Letztlich liegt diesem demokratisch legitimierten Rechtsfindungsverfahren das - zumindest seit Kant bekannte - Prinzip der - kritischen - Öffentlichkeit zugrunde (nicht dagegen einer unreflektierten "Stimmungsöffentlichkeit"). Rechtliche Entscheidungen bedürfen wie schon im antiken Prozess so auch heute unter

demokratischen Vorzeichen jedenfalls der Annehmbarkeit - das sog "Erfordernis der Wort) Die richtige Antwort ist: Akzeptanz

". (1

Während im Rahmen der Problematik der Auslegung (bzw. Interpretation) überwiegend von klaren Methoden, System und Logik die Rede war im Hinblick auf die Ermittlung des Sinns eines mutmaßlich einschlägigen Normtextes, kann man bei dem Problem des Auffindens von besagtem Normtext ("Zugriff") nicht mehr primär methodisch-logisch vorgehen. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Wenn jemand, so Zippelius, berechtigt ist, so muss jemand anderer entsprechend verpflichtet sein. Es gibt keine Rechte ohne korrespondierende Pflichten. Wenn jemand nur einseitig "berechtigt" ist - ohne entsprechende Verpflichtung eines anderen -, so spricht man vom "Begünstigten" - nicht vom "Berechtigten". Die richtige Antwort ist 'Wahr'

In welcher Weise tritt in der offenen Gesellschaft das Gewissen der Einzelnen, dieses "Für-

richtig-halten" zutage? Dies geschieht im vernunftgeleiteten (!) Die richtige Antwort ist: Rechtsgefühl

(1 Wort)

Wenn sich in einer Normkonkurrenzsituation die beiden betroffenen Tatbestände nicht wie

engerer und weiterer Begriff zueinander verhalten (in diesem Fall kann man das Problem mittels der "Spezialität" lösen), sondern wie zwei sich überschneidende Kreise, so bleibt als

Lösung nur noch welche Art von Erwägung - eine Die richtige Antwort ist: teleologische

Erwägung (1 Wort).

Zippelius diskutiert u.a. die Struktur des "Dürfens" im Recht. Dies kann entweder ausdrücklich eine bloß klarstellende Feststellung sein, dass ein bestimmtes Handeln überhaupt nicht verboten ist- oder aber, es wird ein generelles Verhaltensverbot ausgesprochen, um sodann - im Sinne des Gesetzgebers - das Handeln in bestimmter Art und Weise "doch" zu erlauben, zB allgemeines Bauverbot mit der "Ausnahme", dass man - bei Erhalt einer Baugenehmigung - dann doch bauen darf. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Das Gesetz zu verstehen, bedeutet, dem Gesetzeswortlaut jene allgemeinen Vorstellungsinhalte zuzuordnen, die mit ihm bezeichnet werden sollen - so Zippelius. Nicht selten lassen sich aber mit dem Gesetzeswortlaut unterschiedliche Vorstellungsinhalte verbinden, zB ab wann genau man beginnt, "Mensch" zu sein (iS zB der Menschenwürde "

( 1 Wort) und es ist dies das

als Rechtsbegriff). In diesen Fällen ist das Gesetz somit "

Hauptfeld der Auslegung, die Gesetzesbedeutung in einem solchen Fall richtig

abzugrenzen. Die richtige Antwort ist: mehrdeutig

Bedient sich der Gesetzgeber sog. "unbestimmter Gesetzesbegriffe", so führt dies letztlich - "

lt Zippelius - zu Beurteilungsspielräumen, die man auch als " Die richtige Antwort ist: Tatbestandsermessen

(1 Wort) bezeichnen kann.

Zippelius weist abschließend darauf hin, dass die Rechtsanwendung nicht immer auf dem

Pfad

Reichsverfassung an, in deren Rahmen Rechtsbegriffe wie "Maßnahme" letztlich bis hin zu

gesetzesvertretenden Verordnungen und "öffentliche Sicherheit und Ordnung" bis hin zu sozialer Sicherheit und Funktionieren des Parlaments umgedeutet bzw. ausgeweitet wurden. Die richtige Antwort ist: hermeneutischer

Tugend (1 Wort) wandelt. Als Beispiel führt er Art 48 II 1 Weimarer

Welcher Typ von Verweisung liegt jeweils vor? Wenn zur Vervollständigung der verweisenden Norm die ergänzende Norm mit ihrem jeweiligen (aktuellen) Inhalt herangezogen werden soll, spricht man von einer Wenn zur Vervollständigung der verweisenden Norm die ergänzende Norm dauernd mit dem Inhalt dienen soll, den sie zu einem festgesetzten Zeitpunkt hatte (idR Zeitpunkt der Erlassung), spricht man von einer Die richtige Antwort ist: Wenn zur Vervollständigung der verweisenden Norm die

ergänzende Norm mit ihrem jeweiligen (aktuellen) Inhalt herangezogen werden soll, spricht

man von einer

verweisenden Norm die ergänzende Norm dauernd mit dem Inhalt dienen soll, den sie zu einem festgesetzten Zeitpunkt hatte (idR Zeitpunkt der Erlassung), spricht man von einer

Antwort

1

Antwort

2

dynamischen Verweisung, Wenn zur Vervollständigung der

statischen Verweisung

Obwohl in Kontinentaleuropa nicht das Case Law System herrscht, geht Zippelius dennoch davon aus, dass das Abweichen von Vorentscheidungen stets der Begründung bedarf, in deren Rahmen abzuwägende Aspekte wie Rechtssicherheit und Gleichbehandlung eine zentrale Rolle spielen. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Wenn der Wortlaut des Gesetzes bereits semantisch (also sprachlich) mehrere "

(1 Wort); zB kann man sich

Bedeutungen offen- bzw. zulässt, so spricht Zippelius vom "

fragen, ab dem wievielten Baum eine Baumgruppe zum "Wald" wird Die richtige Antwort ist: Bedeutungsspielraum

Wie nennt man das Auslegungsprinzip, demzufolgen für den Fall, dass mehrere Varianten denkbar sind, bei denen jeweils der Nutzen die Nachteile überwiegt, so ist jede Auslegung

zu wählen, bei der das jeweils geringste Ausmaß der Interessenbeieinträchtigung vorliegt? "

Dieses Prinzip heißt: "

ohne Interessenbeeinträchtigung auskommt, so ist letztlich dieser der Vorzug zu geben

(1 Wort). Für den Fall, dass eine Auslegungsvariante überhaupt

("Ausweichprinzip") Die richtige Antwort ist: Übermaßverbot

Zippelius ist - in gewissem Sinne (!) - ein Vertreter des "Interpretatio cessat in claris" - Prinzips, also des Prinzips, dass es keine ergänzende gerechtigkeitsintendierte Interpretationen geben kann bzw. darf durch die Rechtsanwender, wenn der Gesetzgeber unzweideutig verständliche Wertentscheidungen getroffen und diese in klaren Worten (mit den klassischen Mitteln der Auslegung problemlos erkennbar) formuliert hat. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Wenn zwischen verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten ein Widerspruch in der Lösung der Rechtsfrage herrscht, so gibt es lt Zippelius zwar keine rationale Rangordnung zwischen diesen, aber doch argumentative Möglichkeiten, die jeweils "stärkste" Position zu ermitteln. Letztlich gilt als Leitgedanke für jede Auslegung, dass ein - im Rahmen der methodisch "vertretbaren" Auslegungen - möglichst gerechtes Ergebnis gefunden werden sollte. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Wie nennt man es, wenn mehrere Normen ihrem Wortlaut nach auf den gleichen

Sachverhalt zutreffen? Das ist eine

Die richtige Antwort ist: Normenkonkurrenz

(1 Wort)

Für Zippelius ist der "normative Gehalt dinglicher Rechte" leicht einsehbar und daher nicht weiter problematisch. Die richtige Antwort ist 'Falsch'

Gesetze sind in Worte gekleidete rechtliche Vorstellungen. Durch die Zeichenhaftigkeit des "

Wortes werden diese Vorstellungen für andere mitteilbar, sie werden dadurch " Die richtige Antwort ist: transsubjektiv

(1 Wort).

In repräsentativen Demokratien gewaltenteilender Konzeption ist ein unmittelbarer Rückgriff auf den gleichsam "personalen" Willen des konkreten Gesetzgebers nicht möglich. Gesetze werden idR in Ministerien entworfen und dann erst im Parlament als dem eigentlichen Gesetzgebungsorgan behandelt und beschlossen. Des weiteren ist die Frage, inwieweit die Abgeordneten in der repräsentativen Demokratie ihren persönlichen Vorstellungen zu folgen haben bzw. folgen dürfen, oder inwieweit sie sich doch - legitimerweise - an für die Mehrheit des Volkes konsensfähigen Gerechtigkeitsvorstellungen orientieren. Zippelius "

sagt daher, dass damit auch der Rechtsanwender im Dienste letztlich " Die richtige Antwort ist: legitimer Repräsentation

steht. (2 Wörter)

Wie nennt man es, wenn verschiedene Rechtsnormen für bestimmte Sachverhalte gleiche oder miteinander verträgliche Rechtsfolgen anordnen, sodass diese häuftig nebeneinander

angewandt werden können - zB Straf- und Disziplinarrecht? Dies nennt man Die richtige Antwort ist: kumulative Normenkonkurrenz

(2 Worte).

Ob der für die Annahme einer Tatsache als "vorliegend" gegebene Überzeugungsgrad des

Richters ausreichend ist oder nicht beurteilt dieser in nicht an feste Beweisregeln gebunden. Die richtige Antwort ist: freier Beweiswürdigung

(2 Wörter), d.h. er ist grundsätzlich

Es ist für Zippelius fraglos klar und selbstverständlich, dass alle begrifflichen Erwägungen des juristischen Denkens - wie Gleichheitssatz, Verhältnismäßigkeit etc - letztlich nur einem Ziel dienen: einem gerechten Ergebnis. Dieses fungiert gleichsam als Richtschnur der juristischen Überlegungen, wobei er Kant zitiert, der vom für das Denken notwendigen "Leifaden vorläufiger Urteile" gesprochen hat in seiner Logik von 1800. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Für Zippelius müssen die - so noch recht abstrakten - "mehrheitlich konsensfähigen Gerechtigkeitsvorstellungen" jedenfalls für den Rechtsanwender greifbar, ja "operationabel" gemacht werden. Während man im germanischen Prozess noch auf die konkrete Zustimmung des Thing bauen konnte, ist im modernen Staat die Notwendigkeit gegeben, sich an andere Konkretisierungen der herrschenden Sozial-, insb Rechtsmoral zu halten. Eine solche Konkretisierung ist dabei im gewachsenen Recht, v.a. den Wertentscheidungen der Verfassung zu finden. [Beachten Sie, dass Zippelius für die deutsche Rechtslage schreibt, also das dt. Grundgesetz (GG) im Auge hat] Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Was bezeichnet Zippelius als die "Seele der juristischen Hermeneutik"? Den Grundsatz der (1 Wort). Die richtige Antwort ist: Gleichbehandlung

Das Recht hat nach Zippelius 3 Hauptaufgaben - in welcher (auch hierarchisch zu verstehenden) Reihenfolge nennt er diese? Die richtige Antwort lautet: Gerechtigkeit - Rechtssicherheit - Interessenbefriedigung

Für welchen bedeutenden Gelehrten erwies bzw. erweist sich im Lichte der Subsumtionsproblematik (konkreter Sachverhalt, allgemeiner Tatbestand) das konkret Besondere als ein "bestimmendes Moment für den Inhalt des Allgemeinen"? Wählen Sie eine Antwort:

Die richtige Antwort lautet: Gadamer

Zippelius ist - in gewissem Sinne (!) - ein Vertreter des "Interpretatio cessat in claris" - Prinzips, also des Prinzips, dass es keine ergänzende gerechtigkeitsintendierte Interpretationen geben kann bzw. darf durch die Rechtsanwender, wenn der Gesetzgeber unzweideutig verständliche Wertentscheidungen getroffen und diese in klaren Worten (mit den klassischen Mitteln der Auslegung problemlos erkennbar) formuliert hat. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Es kommt in der Auslegung häufig vor, dass man dem Recht selbst jene Kriterien

entnimmt, die man in der Folge seiner Auslegung zugrundelegt. Dies erstellt sich dar als ein "

gleichsam "

Die richtige Antwort ist: hermeneutischer Zirkel

(2 Worte).

Im Strafrecht liegt in der Regel (so Zippelius) ein unbedingtes Verbot vor (primäre Norm) verbunden mit dem Gebot der Strafverfolgung (sekundäre Norm). Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Im Rahmen des Bedeutungsspielraumes, den der Gesetzeswortlaut lässt, ist die

zutreffende Wortbedeutung soweit als möglich nach den "Regeln der Kunst" zu ermitteln - also in methodischen Erwägungen nach den anerkannten Auslegungsregeln, die, so

Zippelius, nichts anderes seien als "Regeln Die richtige Antwort ist: legitimer

Rechtsfindung". (1 Wort)

Wie fasst Zippelius den Auftrag des Rechts zusammen, für das gerecht geregelte Zusammenleben der Menschen in der Gemeinschaft zu sorgen, also Fragen der Verteilung von Gütern und Lasten, des Ausgleichs von widerstreitenden Interessen, der Bestrafung

strafwürdiger Handlungen etc.? Es geht beim Recht also um eine gerechte Die richtige Antwort ist: Sozialordnung

(1 Wort)

Worin besteht der Grundgedanke des "typisierenden Fallvergleichs"? In der und in der Ungleichbehandlung wesenltlich ungleicher Fälle. (1 Wort) Die richtige Antwort ist: Gleichbehandlung

wesentlich

Wenn zwischen verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten ein Widerspruch in der Lösung der Rechtsfrage herrscht, so gibt es lt Zippelius zwar keine rationale Rangordnung zwischen diesen, aber doch argumentative Möglichkeiten, die jeweils "stärkste" Position zu ermitteln. Letztlich gilt als Leitgedanke für jede Auslegung, dass ein - im Rahmen der methodisch "vertretbaren" Auslegungen - möglichst gerechtes Ergebnis gefunden werden sollte. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Zippelius ist trotz einger Zweifel letztlich doch der Ansicht, dass man prinzipiell der elektronischen Datenverarbeitung weite Bereiche der richterlichen Kernfunktionen überlassen kann, wenn das Recht nur genügend kalkulierbar und exakt strukturiert und formuliert sei. Die richtige Antwort ist 'Falsch'

Wenn der Wortlaut des Gesetzes bereits semantisch (also sprachlich) mehrere "

(1 Wort); zB kann man sich

fragen, ab dem wievielten Baum eine Baumgruppe zum "Wald" wird

Die richtige Antwort ist: Bedeutungsspielraum

Bedeutungen offen- bzw. zulässt, so spricht Zippelius vom "

Welchen berühmten Philosophen zitiert Zippelius mit folgenden Worten: Die "Schwierigkeit und die Gefahr zu fehlen liegt im Aufstellen der Prämissen: nicht im Ziehen der Konklusion daraus; dieses erfolgt notwendig und von selbst. Aber die Prämissen zu finden, das ist das Schwere: und da verlässt uns die Logik" - um damit vor der Vorstellung zu warnen, dass das methodische juristischen Arbeiten überwiegend bis ausschließlich aus formallogischen Operationen bestünde. Die richtige Antwort lautet: Schopenhauer

Wie nennt Zippelius jenen Typus von Gesetzeslücke, bei der zwar der Wortlaut als solcher schlüssig und verständlich ist und widerspruchsfrei anwendbar wäre, aber aus Gründen der "

Gerechtigkeit nach einer Korrektur verlangt? Das ist ein " Die richtige Antwort ist: Wertungsmangel

(1 Wort)

Welcher berühmter Rechtsgelehrter hat das Wort von der "Äquivalenz der Konstruktionen" geprägt, womit ausgedrückt werden soll, dass - ungeachtet der verwendeten oftmals unterschiedlichen Systematik und Begrifflichkeit - derselbe normative Gedanke zum Ausdruck gebracht werden könne. Auf dieses Phänomen weist auch die Rechtsvergleichung hin! Die richtige Antwort lautet: Heck

Die Bemühung, Gesetze verfassungskonform bzw. Verordnungen gesetzeskonform auszulegen, folgt dem klassischen Bemühen, was innerhalb einer Rechtsordnung zu vermeiden? (1 Wort, Mehrzahl). Die richtige Antwort ist: Widersprüche

Wenn man im Zuge der Auslegung darauf achtet, dass keine logischen Widersprüche zu gleichrangigen oder gar höherrangigen Normen auftreten bzw. dass die Einheitlichkeit der

Terminologie gewahrt bleibt, so bedient man sich der Die richtige Antwort ist: systematischen

Auslegung (1 Wort).

Lt Zippelius sind Methoden wie "typisierender Fallvergleich" oder "Leitfälle" nicht nur für die Sinnermittlung von Tatbeständen einsetzbar, sondern auch im Bereich der Interpretation von Rechtsfolgenbestimmungen. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Zippelius ist - in gewissem Sinne (!) - ein Vertreter des "Interpretatio cessat in claris" - Prinzips, also des Prinzips, dass es keine ergänzende gerechtigkeitsintendierte Interpretationen geben kann bzw. darf durch die Rechtsanwender, wenn der Gesetzgeber unzweideutig verständliche Wertentscheidungen getroffen und diese in klaren Worten (mit den klassischen Mitteln der Auslegung problemlos erkennbar) formuliert hat. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Ob der für die Annahme einer Tatsache als "vorliegend" gegebene Überzeugungsgrad des

Richters ausreichend ist oder nicht beurteilt dieser in nicht an feste Beweisregeln gebunden. Die richtige Antwort ist: freier Beweiswürdigung

(2 Wörter), d.h. er ist grundsätzlich

Für Zippelius liegt der Umstand, dass Gesetzeswortlaute mehrdeutig sein können, darin

begründet, dass Menschen einen jeweils unterschiedlichen

in dessen Lichte sie die nämlichen Gesetzesworte jeweils unterschiedlich verstehen. Die richtige Antwort ist: Vorstellungshorizont

(1 Wort, Einzahl) aufweisen,

Wenn der Wortlaut des Gesetzes bereits semantisch (also sprachlich) mehrere "

(1 Wort); zB kann man sich

fragen, ab dem wievielten Baum eine Baumgruppe zum "Wald" wird Die richtige Antwort ist: Bedeutungsspielraum Womit vergleicht Zippelius das engmaschige Regelungssystem der durch Pflichten abgesicherten Rechtsdurchsetzung, das "normative Gewährleistungssystem" der

Bedeutungen offen- bzw. zulässt, so spricht Zippelius vom "

Rechtsordnung mit ihren verhaltensgestaltenden "primären" und entsprechend durchsetzenden "sekundären" Normen? Die richtige Antwort lautet: Mit einem Strickwerk

Wenn man nachprüft, ob ein rechtlich gebotener Umstand tatsächlich vorgelegen ist, so untersucht man die Wenn man den Obersatz interpretiert, dh auf seinen möglichen Bedeutungsgehalt hin untersucht, reflektiert man über die Die richtige Antwort ist: Wenn man nachprüft, ob ein rechtlich gebotener Umstand

tatsächlich vorgelegen ist, so untersucht man die

interpretiert, dh auf seinen möglichen Bedeutungsgehalt hin untersucht, reflektiert man über

die

Tatfrage, Wenn man den Obersatz

Rechtsfrage

Sollen verhaltensregelnde Normen ihre beiden Hauptfunktionen erfüllen, so dürfen sie sich nicht widersprechen und müssen aufeinander abgestimmt sein. In welchen zwei Hauptfunktionen besteht das Recht? (2 Worte, durch einen Leerschritt voneinander getrennt, ohne Komma o.ä. Satzzeichen). Die richtige Antwort ist: Orientierungssicherheit Rechtsfrieden

Die Feststellung und Korrektur eines Wertungsmangels im Recht ist nach Ansicht von Zippelius kein formallogisches Geschäft. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Von welchem Rechtsgelehrten stammt der Ausdruck vom "Hin- und Herwandern des Blicks" im Zusammenhang mit der Abstimmung von möglichen Tatbeständen im Hinblick auf den zu beurteilenden Sachverhalt. Die richtige Antwort lautet: Engisch

Nach Zippelius hat das Recht die Funktion, "Rechtsprobleme gerecht zu lösen". Welche Auswirkungen hat das seiner Meinung nach für das "methodische Denken"? Die richtige Antwort lautet:

Für die Auslegung der Gesetze liefert diese Funktion des Rechts wichtige Argumente und Richtlinien., Für die Ergänzung der Gesetze liefert diese Funktion des Rechts wichtige Argumente., Für die Berichtigung der Gesetze liefert diese Funktion des Rechts wichtige Argumente und Richtlinien

Zippelius diskutiert recht intensiv das Problem, wie man denn in einer offenen, pluralen Gesellschaft zu rechtlichen Entscheidungen gelangen kann, die "für die Mehrheit konsensfähigen Gerechtigkeitsvorstellungen" entsprechen. Ein große Rolle spielt dabei die Einhaltung rechtsstaatlicher Spielregel und Verfahrensweisen, um solcherart einseitige Interessenorientierung hintanzuhalten. Letztlich liegt diesem demokratisch legitimierten Rechtsfindungsverfahren das - zumindest seit Kant bekannte - Prinzip der - kritischen - Öffentlichkeit zugrunde (nicht dagegen einer unreflektierten "Stimmungsöffentlichkeit"). Rechtliche Entscheidungen bedürfen wie schon im antiken Prozess so auch heute unter

demokratischen Vorzeichen jedenfalls der Annehmbarkeit - das sog "Erfordernis der Wort) Die richtige Antwort ist: Akzeptanz

". (1

Was ist eigentlich auszulegen, also auf seinen Sinn, seine Bedeutung, die eingentlich enthaltene rechtliche Vorstellung hin, zu befragen bei einer Rechtsnorm? Die richtige Antwort lautet: Sowohl der Tatbestand als auch die Rechtsfolge

Zippelius führt aus, dass Gesetzesbegriffe prinzipiell auslegungsbedürftig sind und oftmals die methodische Auslegung zu zwei oder mehr Sinnvarianten führt, die alle "vertretbar" sind

- und damit eine "Entscheidung" notwendig wird. Diese sei aber, so Zippelius, legitimerweise nicht völlig frei fällbar, sondern hat sich danach zu richten, welche "Lesart" des Gesetzesbegriffes zu einer "möglichst gerechten" Lösung des Rechtsproblems führt. Wie bezeichnet Zippelius diese Eigenschaft, diesen vielleicht sogar Wesenszug der

Gesetzesauslegung? Das ist die

Die richtige Antwort ist: Funktionsgebundenheit

der Gesetzesauslegung (1 Wort)

Neben rechtsethischen Wandlungen kann es auch lebenswirklich-faktische Veränderungen geben, die ältere Gesetzesbegriffe in der Gegenwart mit relativ neuen Inhalten füllen, man denke nur an den Telekommunikationsbereich ("Fernsprecher" - "Handy", "Chat"). Auch auf diese Weise könne, so Zippelius, geradezu eine "Rechtsentwicklung" ausgelöst werden. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Die Bemühung, Gesetze verfassungskonform bzw. Verordnungen gesetzeskonform auszulegen, folgt dem klassischen Bemühen, was innerhalb einer Rechtsordnung zu vermeiden? (1 Wort, Mehrzahl). Die richtige Antwort ist: Widersprüche

Wenn sich in einer Normkonkurrenzsituation die beiden betroffenen Tatbestände nicht wie engerer und weiterer Begriff zueinander verhalten (in diesem Fall kann man das Problem

mittels der "Spezialität" lösen), sondern wie zwei sich überschneidende Kreise, so bleibt als

Lösung nur noch welche Art von Erwägung - eine Die richtige Antwort ist: teleologische

Erwägung (1 Wort).

Welcher deutsche Dichter hat - das Wesen der (juristischen) Auslegung mit folgenden Worten zwar sehr zynisch, aber doch nicht unwahr beschrieben: "Im Auslegen seid frisch und munter. Legt ihr's nicht aus, so legt was unter." Damit wird eine paradoxale Konstellation beschrieben: regelmäßig wird versucht, interessenwahrende, gerechte und widerspruchsfreie Lösungen für Rechtsfälle zu finden und erst im Nachhinein erfolgt die methodische "Verknüpfung" der gefundenen - gerechten - Lösung mit dem - ebenfalls tendenziell gerechten - Gesetz Die richtige Antwort lautet: Goethe

Für Zippelius ist im Zusammenhang mit der staatlich organisierten Durchsetzungsmacht eine Durchsetzungschance des Rechts gegeben, die vor allem für die Frage der Rechtsfortbildung von Bedeutung ist. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Es kommt in der Auslegung häufig vor, dass man dem Recht selbst jene Kriterien

entnimmt, die man in der Folge seiner Auslegung zugrundelegt. Dies erstellt sich dar als ein "

gleichsam "

Die richtige Antwort ist: hermeneutischer Zirkel

(2 Worte).

Ebenso wenn nicht sogar noch mehr wie bei der eigentlichen Gesetzesauslegung spielt bei der Rechtsfortbildung die Legitimationsfrage eine entscheidende Rolle ("Legitimationsschwelle"): es muss einsichtig gemacht werden, warum die Gründe für eine richterliche Ergänzung oder Berichtigung des Gesetzes schwerer wiegen als die entgegenstehenden Gründe der Gewaltentrennung und Rechtssicherheit. Vor allem Aspekte der Güterabwägung und der logischen und teleologischen Stimmigkeit (= "Systemgerechtigkeit") spielen eine Rolle. Die richtige Antwort ist 'Wahr'

Wie nennt man es, wenn verschiedene Rechtsnormen für bestimmte Sachverhalte gleiche oder miteinander verträgliche Rechtsfolgen anordnen, sodass diese häuftig nebeneinander

angewandt werden können - zB Straf- und Disziplinarrecht? Dies nennt man Die richtige Antwort ist: kumulative Normenkonkurrenz

(2 Worte).

Welcher berühmte Philosoph hat gesagt, dass man Urteilskraft - also das Vermögen der Zuordnung einer Norm als einschlägig - nicht durch Belehrung, sondern nur durch Übung ausbilden und entwickeln kann. Die richtige Antwort lautet: Kant

Worin liegt nach Zippelius der eigentlich legitimierende Grund der Rechtsfortbildung?

Dieser liegt in der

Die richtige Antwort ist: Gerechtigkeitsfunktion

des Rechts (1 Wort)

Grund der Rechtsfortbildung? Dieser liegt in der Die richtige Antwort ist: Gerechtigkeitsfunktion des Rechts (1 Wort)