Wer oder was fehlt ler?

m Feh bei eine Fehlerbearbeitung
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Leitfaden zur

Sehr geehrte Damen und Herren, „Tu was, dann tut sich was.“ ist Österreichs erstes Sozialfestival. Der Festivalgedanke ist ganz einfach: Überall gibt es helle Köpfe und beherzte Menschen mit Ideen für ein besseres Zusammenleben. „Tu was“ sucht nach Initiativen für ein besseres Zusammenleben über Generationen-, Milieu- und ethnische Grenzen hinweg und möchte zur Vernetzung und Weiterentwicklung beitragen. workshop, und diese daraus entstandene Broschüre, will helfen, Ressourcen zu sparen, die Entwicklung der einzelnen Initiativen zu fördern und gleichzeitig die Fehlerkultur in unserer Gesellschaft zu hinterfragen und zu relativieren, die meint, nur von „den Besten“ und ihrer „best practice“ lernen zu können. Wir laden Sie herzlich ein beim Durchlesen der Broschüre mögliche Fehlerquellen auf Ihrem persönlichen Weg zum Erfolg zu identifizieren – damit sie weniger, kleiner oder gelöst werden können!

Wir ermutigen mit dieser Broschüre Bürger-, Sozial- und Kulturinitiativen Fehler genauer anzusehen – auch wenn es unangenehm sein kann. Aus Fehlern können wir lernen, und zwar nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere Herzlichst, und für unsere Gesellschaft. Wenn Prof. DDDr. Clemens Sedmak verschiedene Initiativen gemeinsam über Gelungenes nachdenken und am Missglückten arbeiten, kann eine Art „kollektives Fehlerwissen“ entstehen und zugänglich werden. Der Weiterentwicklungsgefördert von in kooperation mit

fängnis werden, das handlungsunFelerlos! fähig macht. Dann gilt das Motto: Ideen zum Umgang mit Fehlern Imageprobleme wie Microsoft Fehler haben ein echtes Imageproblem wie sonst nur Bill Gates: sie leisten so viel Wertvolles, bleiben aber völlig unbedankt und haben einen schlechten Ruf. Mehr noch, werden Fehler regelrecht gefürchtet. Die große Mehrheit der Menschen hat Angst davor, Fehler zu machen. Doch Fehler haben zu grandiosen Entdeckungen geführt. Beispielsweise zu der von Amerika, Penicillin, den Post-it-notes, Teflon (und Viagra, aber das ist eine andere Geschichte). Lediglich unter Improvisatoren sind Fehler gut angeschrieben: „Fehler sind Geschenke Gottes“, heißt es im Impro-Theater. Die Urangst vor dem Fehler Vermutlich behindert nur wenig die Entwicklung von Menschen wie auch von Ideen und Projekten so sehr wie die Angst vor dem Fehlermachen. Je nachdem, wie groß diese Angst ist, kann sie zum Ge-

lieber gar nichts tun als einen Fehler zu riskieren. Diese tief verwurzelte Angst vor Fehlern ist den Meisten gründlich antrainiert worden: vielleicht schon in der Familie und im Kindergarten, fast immer in der Schule. Wer Fehler gemacht hat, ist im schlimmsten Fall von sadistisch veranlagten oder einfach auch nur dummen Lehrern vor allen anderen bloßgestellt und dem allgemeinen Gelächter preisgegeben worden. Gezwungen zu werden, im Stimmbruch vor versammelter Klasse „In die Berg bin i gern“ zu singen, kann die Freude am Singen und das musikalische Selbstbewusstsein unter Umständen für ein ganzes Leben zerstören. Die Fehlerlektion aus der Schule Im klassischen Schulunterricht alter Prägung hat der Fehler besonderen, aber leider negativen Stellenwert. Fehler werden genüsslich hervorgehoben, rot angezeichnet, unterstrichen. Damit

ist die Botschaft verbunden: Ah, da haben wir es ja – du kannst es nicht, hast es dir nicht gemerkt, du bist zu dumm, zu ungeschickt, du bist nicht gut genug. Dementsprechend bringt Fehlervermeidung Prüfungserfolg. Mag der dabei geschriebene Aufsatz auch keinen einzigen originellen Gedanken beinhalten oder die heruntergeleierte Antwort lediglich auswendig Gelerntes wiedergeben (ohne dass man den Inhalt wirklich verstanden, geschweige denn verinnerlicht hätte): dabei keine Rechtschreib-, Grammatik- oder andere Formfehler gemacht zu haben zählt in der Schule mehr. Das begünstigt nicht nur das unauffällige Mittelmaß, sondern schafft wirksam und nachhaltig unsere Angst vorm Fehlermachen. Diese Angst, von einer Autorität für Fehler gerügt zu werden oder sich vor anderen (oder sich selbst) durch eine Fehlleistung lächerlich zu machen, ist ausgesprochen behindernd.

Der verheerende Lohn der Angst Der Jongleur Michael Gelb schreibt in „Körperdynamik“, dazu seiner lesenswerten Einführung in die Alexander-Technik – die als Methode der Selbstregulierung durch Aufspüren und Auflösen stereotyper Verhaltensmuster übrigens ein faszinierendes Konzept für den Umgang mit Fehlern ist –: „Angst wurde seit je als ‚Lehrmittel‘ beim Militär und im Leistungssport eingesetzt. Sie bringt Ergebnisse; ihre Auswirkungen sind auf längere Sicht aber verheerend.“ Die Angst kann der Motor endloser Runden in einem Teufelskreis sein. So ein Teufelskreis schließt sich, wenn nur man selbst (aber sonst noch niemand) merkt, dass man etwas falsch macht oder etwas falsch läuft, den Fehler aber nicht korrigiert. Denn diese Korrektur wäre ja das Eingeständnis eines Fehlers, für den man ausgelacht oder getadelt würde. Daher hält man oft genug krampfhaft am Falschen fest, bis es zu spät für eine Veränderung zum Besseren oder eine Katastrophe eingetreten

ist. So funktioniert beispielsweise die Bürokratie in China, in der Fehlermachen mit Gesichtsverlust einhergeht. Die Angst, das alte Lernhindernis Es ist das Gleiche wie aus Angst vor Schmerzen so lange nicht zum Zahnarzt zu gehen, bis ein Zahn wirklich kariös zerstört ist und schmerzhaft aufgebohrt, wurzelbehandelt oder gerissen werden muss. Sich diese Ängste bewusst zu machen ist in den Worten von Michael Gelb der erste Schritt, „sie zu verstehen und aufzulösen und ihnen damit die Macht zu nehmen, die meine Lernfähigkeit zu ersticken.“ Gerade stark hierarchisch beschaffene Systeme und Organisationen wie etwa das Militär tun sich schwer, aus Fehlern zu lernen. Aus Angst werden Fehler lieber vertuscht oder bestraft, statt offen angesprochen und mit einem ehrlichen Interesse daran untersucht, wie es denn besser gehen könnte. Wie Michael Gelb schreibt, ist

„Angst (…) das größte Hindernis für integrales Lernen. Sie stört sowohl in körperlicher als auch in seelischer Hinsicht die Fähigkeit eines Individuums, frei und ungezwungen auf Situationen einzugehen und natürlich zu funktionieren.“ Lernen verlangt eine Alternative Aus Fehlern lernen kann nur, wer auch eine Alternative etwa in Gestalt eines anderen Verhaltensmusters oder einer anderen Idee hat. Moshe Feldenkrais, der die Alexander-Technik verfeinert und weiterentwickelt hat, hat dazu sehr schön gesagt: „Solange wir uns verändern können, brauchen wir das Leben nicht zu fürchten.“ Der Frage, wie Menschen sich dieser Behinderungen entledigen und durch – wie er es nannte – zweckmäßiges Verhalten das unerschöpfliche Potenzial menschlicher Möglichkeiten erschließen können, hat den deutschen Musiker und Pädagogen Heinrich Jacoby Zeit seines Lebens beschäftigt. 1945 sagte er in einem seiner Kurse: „Ich wünsche oft, dass über

dem Eingang zu unseren Schulen stünde: ‚Hier sollt ihr Spaß am Falschmachen haben!‘ Eine der größte Ängste ist die Angst vor dem Falschmachen, vor den Fehlern und ihren Folgen. Dabei vollzieht sich in der Geschichte der Menschheit das Zustandekommen von Erkenntnissen, Einsichten und Entdeckungen weitgehend durch Erarbeiten, durch das Merken, dass etwas nicht stimmt, und durch das Ausprobieren, wie es weniger falsch und schließlich brauchbar werden kann. Erst wenn man gezwungen wird, sich zu fragen, warum da etwas nicht funktioniert, kann bewusst werden, was das störungsfreie Funktionieren sicherstellt und unter welchen Umständen es gesichert ist.“ Handeln ist unweigerlich mit Fehlermachen verbunden. Wie könnte es auch anders sein? „Es irrt der Mensch solang er strebt“, lässt Goethe den Doktor Faust behaupten. Kompetenz erwirbt man jedenfalls nur durch Versuch und Irrtum. Nicht einmal Jesus fiel als Meister vom Himmel. Auch er

musste gehen, sprechen und alles mögliche andere lernen. Erfolgssucher versus Misserfolgsverhinderer Apropos Menschheit: Wie ein Kulturwissenschafter namens Fröhlich vorschlug, lässt sich die Menschheit in zwei Gattungen einteilen, nämlich in die Erfolgssucher und in die Misserfolgsverhinderer. Was davon zu sein erstrebenswerter ist, ist ebenso klar wie wer von beiden wohl – leider! – die Mehrheit stellt. Der größte Unterschied zwischen den beiden liegt in der Haltung dem Fehlermachen gegenüber. Mit den Erfolgssuchern und den Misserfolgsverhinderern ist es wie mit Schifahrern im freien Gelände, die auf eine schwierige Passage wie zum Beispiel eine enge und steile Rinne zwischen zwei Felsrücken zusteuern: Wer sich darauf konzentriert, wo er hin will und diesen Punkt ins Auge fasst, erreicht ihn. Wer hingegen gebannt dorthin schaut, wo er nach einem etwaigen Fahrfehler schmerzhaft

aufprallen und sich möglicherweise verletzen wird, hat gute Chancen, tatsächlich im Krankenhaus zu landen. Wie so oft im Leben stellt sich die Frage, worauf und wohin man schaut und welche Haltung man dabei einnimmt. Fehler, was willst du mir zeigen? Wer Fehlern gegenüber eine produktive Haltung einnimmt, nutzt auch die Produktivität von Fehlern. Eine produktive Haltung dem Fehler gegenüber einzunehmen, heißt nichts weiter als zu fragen: Fehler, was willst du mir zeigen und was darf ich von dir lernen? Dann verwandelt sich der Fehler aus einem Anschlag auf das Selbstwertgefühl in einen Lieferanten wertvoller Informationen. Eine produktive Haltung einzunehmen heißt auch, auf sich selbst zu schauen – und nicht ständig auf die anderen. Wer sich nicht ununterbrochen ängstlich um sein Ansehen und seinen Status sorgt und sich von der Zustimmung der Mitmenschen abhängig macht, ist im Denken und Handeln

freier und dadurch offener dafür, sprichwörtlich „aus Fehlern zu lernen“. Was ist ein Fehler? Fehler sind faszinierend. Wo es verbindliche Regeln gibt, bestehen sie in einer Abweichung von der Norm. In der Technik, im Sprachgebrauch, in der Mathematik, in der nach Noten gespielten Musik etc. ist es einfach, Fehler festzustellen. Unbestreitbar können Fehler auch sehr, sehr ernst sein. Ein Cardiotechniker oder Chirurg, dem bei der Operation ein Fehler unterläuft, kann schlimmstenfalls für den Tod des Patienten verantwortlich werden. (Nur: Wer von uns wollte sich in die Hände eines aus Angst Fehlern erstarrten und handlungsunfähigen Chirurgen begeben wollen?) Aber auch, wer sich in ein Auto setzt und losfährt, nimmt wissentlich oder unwissentlich das Risiko auf sich, durch einen Fahr- oder Wahrnehmungsfehler einen Mitmenschen zu verletzen oder gar zu töten.

Im weniger normierten Bereich des menschlichen Miteinander ist es schon schwieriger, Fehler zu identifizieren. Da ist es oft eine Frage von Werten und Prägungen, ob man das Verhalten eines anderen als fehlerhaft empfindet. Ebenso schwierig ist es in der Projektarbeit. Denn nicht alles, was den Erfolg behindert, ist gleich ein Fehler. Wenn es bei der von langer Hand geplanten Freiluftveranstaltung regnet, wer hat dann einen Fehler gemacht? Was hat man falsch gemacht, wenn die erhoffte Förderzusage ausbleibt, weil man dem zuständigen Beamten oder Politiker nicht zum Gesicht steht?

eine Annahme oder eben ein Bild wie eine Landkarte. Oft weisen uns Fehler darauf hin, dass unsere Annahmen falsch gewesen sind oder anders gesprochen unsere Landkarte im Kopf die Realität nur unzureichend abgebildet hat. Da kann es Maßstabsfehler geben, weiße Flecken, fehlende Objekte. Fehler erlauben Korrekturen unserer Weltannahmen und führen zu immer detaillierteren Landkarten.

Das richtige Richtig Mit dem Fehler stellt sich immer die Frage nach „richtig“ und „falsch“. Dazu gibt es ein großartiges Wort von Frederick Matthias Alexander, dem Entdecker der Landkarten im Kopf Alexander-Technik: „Jeder will es Die persönliche Wirklichkeit richtig machen; aber niemand hält oder die einer Organisation gleicht inne, um zu überlegen, ob seine einer Landkarte der Wirklichkeit Vorstellung von ‚richtig‘ die richtiaußerhalb, also der „objektiven“ ge ist.“ Wirklichkeit und der vielen, vielen Richtig oder falsch ist eine FraWirklichkeiten der anderen. Denn ge des Ziels, des gewünschten Eres gibt so viele Wirklichkeiten wie gebnisses. Im Projektmanagement es Menschen gibt. „Wirklich ist, gibt es dazu die Devise: „Plane und was wirkt“, sagen die Systemiker. du wirst sehen, dass du irrst. PlaWas man für wirklich hält, ist ne nicht, und du wirst nicht einmal

das erkennen.“ Sprich: Einen Fehler kann nur machen, wer etwas Bestimmtes erreichen oder versuchen wollte. Wer sich nichts Bestimmtes vorgenommen hat, wird zwar allem Anschein nach keinen Fehler machen und keine Abweichungen produzieren. Aber er wird eben auch nichts erreichen.

Defizit“. Wer viel mit der Österreichischen Bundesbahn reist, ist beispielsweise des öfteren mit den Folgen von Triebfahrzeugschäden konfrontiert. Dabei ließe sich die Frage stellen, ob das augenscheinliche technische Gebrechen nicht eigentlich die Folge eines institutionellen Defizits ist – nämlich des verspäteten Austauschs veralteter Loks. Bei Minusgraden und WarteEine kleine Fehlersystematik Fehler erzeugen einen Wider- zeiten von 20 und mehr Minuten spruch, nämlich den zwischen am Bahnsteig ist diese Frage aller„Sein“ und „Sollen“. Sie sind ein dings reichlich akademisch. ungewolltes Resultat. Lag es daran, dass das Ziel – also das, was Menschliches Versagen … sein oder erreicht werden sollte Unter den menschlichen Fehlern – unrealistisch war? Oder lag es wiederum gibt es etwa den Denkdaran, dass versucht wurde, dieses fehler, den Wahrnehmunsgfehler, Ziel mit untauglichen Mitteln zu den Flüchtigkeitsfehler und den erreichen? In beiden Fällen ist das sogenannten „redlichen Fehler“, Resultat das Unvermögen, dorthin der auf Englisch recht hübsch „hozu kommen, wohin man wollte. nest mistake“ heißt. Ein solcher In unserer auf Systematisierung liegt vor, wenn keine Fahrlässigund Ordnung bedachten Kultur, ist keit im Spiel war, sondern bloß es kein Wunder, dass auch Fehler das ganz normale „Lebensrisiko“ kategorisiert werden. zugeschlagen hat. Wir würden Neben dem menschlichen Feh- salopp sagen: Wo gehobelt wird, ler gibt es da das technische Ge- fallen eben Späne. Außerdem gibt brechen und das „institutionelle es noch die vermeidbaren und die

Können, Wissen und anderen Ressourcen einerseits, und das Modell der Regelverletzung. In diesem Fall entsteht der Fehler durch das Ignorieren vorgeschriebener Normen, Standardverfahren etc. Damit kann durchaus Absicht Fehler im System Im Zusammenhang mit Orga- verbunden sein, wie es die Korrupnisationen, Ehrenamt und Ver- tion beispielhaft zeigt. Philosophisch geschulte oder einsarbeit hilft es vielleicht auch, zwischen „einfachen“ und „syste- veranlagte Menschen können gematischen“ Fehlern zu unterschei- rade in letztgenanntem Zusamden. In England wie von Kontinen- menhang sinnieren, ob es sich taleuropa her gewohnt auf der dabei um einen moralisch bedeutrechten Straßenseite zu fahren, samen oder aus moralischer Persstellt einen „einfachen“ Fehler dar pektie vernachlässigbaren Fehler (auch wenn er tödlich sein kann). handelt. „Systematische Fehler“ liegen, wie die Bezeichnung schon nahelegt, Gut gemeint und gut Systeme wie unsere Gesellschaft am „System“, an Widersprüchen zwischen verschiedenen Regeln neigen dazu, Fehler durch immer oder Abteilungen. Weiters lässt detaillierter verfasste Regelwerke sich die Frage stellen, ob der Ur- und Vorschriftenkataloge untersprung des Fehlers in der Planung binden zu wollen. Die logische Folge: je feiner das Vorschriftennetz, oder in der Ausführung liegt. desto häufiger die Verstöße dagegen. So führt ja eine PersonalaufMangel versus Regelverletzung In der Philosophie kursieren gro- stockung der Polizei zum Zweck ße Modelle zur Erklärung von Feh- der Kriminalitätsbekämpfung stets lern: Das Modell des Mangels an zu mehr Kriminalität in der Staunvermeidbaren sowie die reversiblen und die irreversiblen Fehler (je nachdem, ob der angerichtete Schaden wieder gut gemacht werden kann oder nicht).

tistik. Mehr Polizisten entdecken eben mehr Regelwidrigkeiten und erstatteten entsprechend mehr Anzeigen. Hier verkehrt sich eine gute Absicht in ihr Gegenteil, und wieder einmal sind „gut gemeint“ und „gut“ nicht dasselbe. Fehler „an sich“ gibt es nicht, wie es ohne Menschen auch keine Naturktastrophen gibt. Fehler schaffen Beziehungen. Zum Beispiel zwischen ihrem Verursacher und dem Opfer des Fehlers oder zwischen Ursache und Wirkung, zwischen dem Inhalt des Fehlers und seinen Konsequenzen.

braucht es 2.) eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte und 3.) den aufrichtigen Ausdruck von Bedauern oder Scham. 4.) muss erklärt werden, durch welche Maßnahmen künftig die Wiederholung eines derartigen Fehlers ausgeschlossen werden soll und 5.) braucht es eine Wiedergutmachtung.

Fehler aus der Praxis
Im Anschließenden Mind Map bilden wir jene Fehler ab, die von Sozial-, Kultur- und Bürgerinitiativen in einem gemeinsamen Workshop erarbeitet und als geteilte Stolpersteine identifiziert werden konnten. Gemeinsam beschäftigten wir uns mit der Frage: „Welche Fehler haben wir gemacht, oder wären uns fast passiert?“ (siehe Abb.1.)

Keine Conclusio Was lässt sich aus all dem schließen? Am ehesten, dass das Leben leichter ist und Vieles besser gelingt, wenn Fehler als unvermeidliche Begleiter menschlichen HanFehler und Verantwortung delns und entsprechend lernbereit Ist durch einen Fehler jemand akzeptiert werden, statt alle Enerzu Schaden gekommen – wenn es gie in den letztlich aussichtslosen also ein Opfer gibt –, verlangt ein Kampf gegen „den“ Fehler zu steangemessener Umgang mit Feh- cken. lern, dass jemand auch die VerGut möglich, dass auch in diesem antwortung dafür übernimmt. Die Text der eine und der andere FehEthikerin Nancy Berlinger hat fünf ler die Rechtschreibprüfung und Schritte auf dem Weg zur Entschul- das Lektorat überlebt haben. Dazu digung für folgenreiche Fehler ein Vorschlag: „Wer einen Fehler beschrieben: 1.) muss der Fehler findet, darf ihn behalten.“ eingestanden und Verantwortung dafür übernommen werden, dann

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Abb 1. Zehn Stolpersteine und Lösungen auf dem Weg zum Erfolg.

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Matrix zur produktiven Bearbeitung von Fehlern:

Die zwei Fehler „fehlende Reflexion und Feedback“ sowie „mangelnde Konfliktfähigkeit“ aus den zehn identifizierten Stolpersteinen wurden herausgegriffen und weiter angesehen. Das Problem wurde im Detail beleuchtet, das Wunschbild wurde dem Fehler gegenübergestellt, die Hindernisse nochmals konkret identifiziert und realistische Umsetzungsschritte erarbeitet. Übung: Sie können analog der folgenden zwei Beispiele bei jedem Fehler weiter in die Tiefe gehen. Wenden Sie einfach folgende Matrix auf den Fehler an: Fehler, Gefahr, Problem im Detail I Wunsch, Idealbild, perfektes Resultat I Ursachen, Fehlerquellen, Hindernisse I Realistische Umsetzungsschritte, Versuche, konkrete Ansätze.

Thema:
Fehler, Gefahr, Problem im Detail Ursachen, Fehlerquellen, Hindernisse

Wunsch, Idealbild, perfektes Resultat

Realistische Umsetzungsschritte, Versuche, konkrete Ansätze

Thema: Reflexion, Feedback
aktiv einholen, reflektieren, relativieren, Defizite, Kraftquelle, Bestätigung
Wunschbild | Idealbild | perfektes Resultat Ursachen | Fehlerquellen | Hindernisse
• interner fokus • Fehlende begleitung • nicht in struktur eingeplant • erfolgsmessung von relexion/feedback • zusätzlicher zeit-aufwand • selektive reflexionsquellen • permanente reflexion als projektbegleiter • anerkennender erfahrungsaustausch • respektvoller dialog >> inhalte für weiterentwicklung • Wunsch im team nach reflexion • Ausgeglichenheit, selbstvertrauen

realistische Umsetzungsschritte | Versuche | konkrete Ansätze
• relativierung > ausgewogegenheit • mut und risikobereitschaft für den prozess • bereitschaft für veränderung • vorselektion und vielfalt von reflexionspartnern • bewusste einplanung im projektphasen und schaffung des richtigen settings • aktive suche nach vertrauungswürdigen aussenperspektiven (ev. einbeziehung von geschulten personal) • unterstützungswille

Fehler | Gefahr | Probleme im Detail
• • • • • woher? von wem? bedeutung & gewichtung verzicht auf konsequenzen fehlende planung der re- flexion • entmutigung • Fehlende lernbereitschaft • totlaufen von projekten

Thema: Konfliktfähigkeit
Harmonie, Partner, intern ...
Ursachen | Fehlerquellen | Hindernisse
• feel well haltung • mangelnde trennung funktion / person • komfortzone bequemlichkeit • unterschiedliche schmerzgrenzen • hierarchien, abhängigkeiten, ängste • diplomatische freundlichkeit • diffuse verantwortung • mitleid

Wunschbild | Idealbild | perfektes Resultat
• Balance: respekt / klarheit • konflikte zulassen • kommunikationsregeln festlegen • mehr ressourcen

realistische Umsetzungsschritte | Versuche | konkrete Ansätze Fehler | Gefahr | Probleme im Detail
• kommunikation stirbt ab • unterschwellige brodelnde konflikte werden nicht angesprochen • konflikte hemmen und lähmen die produktion • kritik nur mit alternativen lösungen • common ground finden • konflikte bennenen und begründen • regelmässige treffen (in kontakt bleiben), vier augen gespräche • raum schaffen (mediation) • lernen konflikte auszuhalten