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Geld - der unverstandene Faktor

Geld - der unverstandene Faktor

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Ein Referat von Falko Kraft.

Geld - der unverstandene Faktor von Falko Kraft steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.
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Published by: jensmander75 on Sep 22, 2009
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Eine, wie ich finde, doch bedenkenswerte Kritik an der Inflationsmessung mittels
Warenkorb, bringt Helmut Creutz, Wirtschaftsanalytiker und Dozent an der Universität
Kassel, hervor. So sind seiner Ansicht nach die Ergebnisse der derzeitigen Inflationsmessung
äußerst fragwürdig, da hier stets Einzelpreise gemessen werden, die jedoch nichts mit
Veränderungen des Gesamtpreisniveaus zu tun hätten. Beispielhaft führt er dafür den
Kartoffelpreis an. Steigt dieser, so kann der Kunde entweder entscheiden, weniger Kartoffeln
zu kaufen, um so mit der gleichen Geldmenge wie vorher auszukommen, oder er kauft
stattdessen von einem anderen Produkt seines Warenkorbs eine kleinere Menge. Auch hier
kommt er mit der gleichen Geldmenge aus. Da bei einem der Produkte des Warenkorbs auf
diese Weise zwangsläufig die Nachfrage sinken muss, sinkt nach den Marktgesetzen auch
der Preis des jeweiligen Produktes. Ein Preisanstieg auf der einen Seite würde also durch
eine Preissenkung auf der anderen Seite kompensiert, was somit keine Auswirkung auf das
Preisniveau hätte. Hier geht Creutz jedoch davon aus, dass vom Verbraucher immer mit der
gesamten ihm zur Verfügung stehenden Geldmenge nachgefragt wird, sodass
Mehrausgaben bei einer Preiserhöhung insgesamt nicht möglich sind. Eine Mehrnachfrage
wäre hier faktisch nur mit einer Ausweitung der Geldmenge und somit einer Schwächung
der Geldkaufkraft möglich. Umgekehrt scheint man bei der Warenkorb-Maßmethode davon
auszugehen, dass für den Verbraucher stets noch finanzieller Spielraum zur Verfügung steht,
der ihm die Mehrnachfrage bei einem Preisanstieg erlaubt, denn im Warenkorb wird immer
mit der gleichen Gütermenge gemessen.

Eine Erhöhung aber beispielsweise des Ölpreises, wie sie sich derzeit ereignet, hat Einfluss
auf die Preise in vielen Bereichen, kommt also einer Erhöhung des Gesamtpreisniveaus
gleich, da heute nahezu in jedem Wirtschaftsbereich Erdöl unverzichtbar ist.

4.2 Ursachen von Inflation

Grund für die Inflation ist immer ein Ungleichgewicht zwischen nachfragender Geldmenge
und sein Gegenwert in Gütern der Volkswirtschaft. Bei Null Prozent Inflation wäre also genau
so viel Geld in Umlauf, wie die Güter in dieser Volkswirtschaft wert sind. Wird die
Geldmenge erhöht oder sinkt die Wirtschaftsleistung, so fragt mehr Geld nach als Güter
vorhanden sind, folglich sinkt die Kaufkraft des Geldes, der Preis steigt. Um die Geldkaufkraft
also bewahren zu können, darf die Menge des umlaufenden Geldes nur im Gleichschritt mit
dem Wirtschaftswachstum angehoben werden (siehe Kapitel 3.2).

In der Volkswirtschaftslehre gibt es einige Theorien, welche die Ursache von Inflation in
Schwankungen von (Güter-) Angebot und Nachfrage sehen. Vor allem die Theorie der sog.
Nachfragesoginflation ist jedoch fragwürdig.

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Bei der Nachfragesoginflation steigt die Nachfrage so rasant, dass die Angebotsseite, sprich
die Wirtschaft, nicht schnell genug mit einem erhöhten Angebot reagieren kann und deshalb
die Preise erhöht, obwohl keinerlei Wertsteigerung der angebotenen Ware stattgefunden

hat. Das Angebot ist lediglich im Verhältnis zur Nachfrage knapper als vorher. Noch tritt
allerdings keine Inflation auf, Grundvoraussetzung dafür ist eine monetäre Alimentierung,
eine Anhebung der Geldmenge.

Praktisch gesehen ist eine so erhöhte Nachfrage jedoch nur über einen sehr kurzen Zeitraum
möglich. Beispielsweise können alle Einkommen zu Beginn eines Monats nachfragewirksam
eingesetzt, also ausgegeben, werden. Nun kann es zu einer vorrübergehenden
Preissteigerung kommen, wenn die Wirtschaft auf die plötzlich erhöhte Nachfrage nicht
vorbereitet ist. Den Rest des Monats ist jedoch kein nachfragewirksames Kapital mehr
vorhanden, sodass sich das Gleichgewicht wieder einpendelt. Eine indirekt durch die
Nachfrager ausgelöste Inflation ist jedoch möglich, wenn Geld über längere Zeit dem
Wirtschaftskreislauf entzogen wird. Hierdurch entsteht eine Nachfragelücke, der Markt wird
also nicht mehr vollständig geräumt. Bringt nun die Zentralbank (denn nur sie ist dazu
befähigt!) zusätzliches Geld in Umlauf, um die Nachfrage zu beleben, kann es zur Inflation
kommen. Dann nämlich, wenn die zurückgehaltenen Geldmengen wieder in Umlauf
gebracht werden. Wann und ob das geschieht, liegt außerhalb des Einflussbereiches der
Zentralbank.

Angebotsseitig tritt die sog. Angebotsdruckinflation (Kosteninflation) auf. Ursache für diese
ist in erster Linie eine Steigerung der Produktionskosten, also z. B erhöhte Lohnnebenkosten,
Energiepreise oder Zinsen, die sich auf den Preis der, von der Wirtschaft angebotenen,
Waren auswirken. Voraussetzung für die Angebotsdruckinflation ist, dass die angebotene
Ware auch gekauft wird, da es sonst keinen erhöhten Geldbedarf gibt. Ist dies jedoch
gegeben und wird eine Ausweitung der Geldmenge veranlasst, kommt es zur Inflation.
Hierbei ist noch zu unterscheiden zwischen der sog. „Cost-Push“- Inflation und der „Profit-
Push“- Inflation. Letztere wird primär durch die Gewinninteressen einzelner Unternehmen
verursacht, während die „Cost-Push“- Inflation auf z. B. erhöhte Rohstoffpreise
zurückzuführen ist.

Grundvoraussetzung für beide Inflationsarten ist jedoch eine Ausweitung der Geldmenge,
die letztendlich nur durch die Zentralbank veranlasst werden kann (siehe Kapitel 3.2).

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