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J. Elbe / M. Wilhelm

Der „

Universitätsanlage zu beschreiben. Erst recht, wenn Pläne für Neubauten und neue Lehrformen entworfen werden. Campus - das klingt international und „zukunftsfähig"

wie Bildungspolitiker gern sagen. Diese Studie der TU Darmstadt geht dem schicken Schlagwort Campus auf den Grund“. Frankfurter Rundschau

Campus. Auch in Deutschland wird dieser Begriff verwendet, um eine

entscheidenter als ein Campus ist, wie

viele Studenten auf einen Professor kommen. Stadtplaner und Universitäten müssen

stärker zusammenarbeiten “

„Die USA zu kopieren funktioniert nicht

Judith Elbe im Interview mit der ZEIT

Um den Begriff Campus für die deutsche Diskussion greifbar zu machen, definieren ihn die Autoren neu: „Der deutsche Campus ist ein Arbeitsort, der US-amerikanische

Campus ist ein

Die Ausschreibung für den Campus Westend in Frankfurt

zeigt, wie ein Modewort falsche Erwartungen wecken kann.“

Martin Wilhelm im Interview mit der Frankfurter Rundschau

Martin Wilhelm im Interview mit der Frankfurter Rundschau zit-publik 20/04 ISSN: 1618-8403 ISBN: 3-936294-05-4
Martin Wilhelm im Interview mit der Frankfurter Rundschau zit-publik 20/04 ISSN: 1618-8403 ISBN: 3-936294-05-4
Martin Wilhelm im Interview mit der Frankfurter Rundschau zit-publik 20/04 ISSN: 1618-8403 ISBN: 3-936294-05-4

zit-publik 20/04

ISSN: 1618-8403

ISBN: 3-936294-05-4

www.campusforschung.de

DER CAMPUS
DER
CAMPUS
Der Campus
Der
Campus

Judith Elbe Martin Wilhelm mit Julia Goldschmidt

Zur Zukunft deutscher Hochschulräume im internationalen Vergleich

zit-publik 20/04
zit-publik 20/04

Der

Campus

Judith Elbe Martin Wilhelm mit Julia Goldschmidt

Zur Zukunft deutscher Hochschulräume im internationalen Vergleich

ZIT Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung der TU Darmstadt

ZITpublik 20/04

Impressum

Campus als deutscher Hochschulraum der Zukunft?

 

4

Inhalt

Internationale Campusanlagen im Überblick

Harvard University

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Der Campus

Zur Zukunft deutscher Hochschulräume im internationalen Vergleich

Judith Elbe, Martin Wilhelm mit Julia Goldschmidt

University of California at Berkeley (UCB) . Princeton University Illinois Institute of Technology (IIT) University of Lancaster . Leeds University Trinity College Dublin (TCD) .

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Universidad Autonoma de Barcelona (UAB)

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ZIT - Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung der TU Darmstadt

Ciudad Universitaria Madrid . Helsinki University of Technology (HUT)

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www.campusforschung.de

Elemente der Campusanlagen im Vergleich

 

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Gesamtensemble Campus .

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Konzeption und Redaktion: ZIT/mwas Erstellung der Lagepläne: Caroline Harzer

Grafik-Design, Typographie und Produktion:

Peter P. Schmidt, www.schmidts-buero.de

Verlag:

Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung der

Campus-Identität .

Einbindung und Außenbeziehungen .

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Redaktionelle Mitarbeit: Linda Böttcher Alle Lagepläne sind genordet.

Maßstab – Dichte – Größe . Freiflächen . Verkehr . Institute Bibliotheken Wohnen Sport .

Wichtigste zentrale Einrichtungen .

Kritik des Campus als Universitätsanlage .

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TU Darmstadt [ ZITpublik 20/04 ] in Kooperation mit mwas - Martin Wilhelm Architektur und Städtebau. www.zit.tu-darmstadt.de, www.mwas.de

Studentische Erfahrungen zu Campusuniversitäten

 

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Zur Struktur der qualitativen Interviews

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Vertrieb: Verlag Toeche-Mittler, Darmstadt

Erfahrungen zu Leben und Arbeit auf dem Campus .

 

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1. Auflage: 750

Anknüpfungspunkte zur Übertragbarkeit . Campusstudium in Deutschland – Chancen und Grenzen

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ISSN: 1618-8403

Raum statt Ort: Eine Interpretation des Campusbegriffes für Deutschland

 

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ISBN: 3-936294-05-4

Entwicklung amerikanischer Campusanlagen .

 

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Bilder auf dem Umschlag:

Rückseite ganz links: Princeton University, Graduate College (mw), Mitte: MIT, Simmons Hall (mw), rechts: Siegerentwurf von Ferdinand Heide für den Campus Westend Frankfurt (www.phaseeins.de/

Entwicklung der Universitäten in Deutschland . Vergleich der räumlichen Situation Vergleich der Studienverläufe .

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. Aktuelle Tendenzen in Deutschland .

. Neu-Definition des deutschen Campus als „universitärer Raum“ . Zukunft des deutschen Campus .

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archive_campus-westend_ ergebnis.htm), übergrei- fend über beide Seiten: Princeton University,

Literatur / Quellen

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Scheide Caldwell House/Henry House (mw)

AutorInnen / Dank

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Campus als deutscher Hochschulraum der Zukunft?

Wie sollen deutsche Universitäten morgen aussehen?

Mit erstaunlicher Hartnäckigkeit wird die Qualität der Bildung und Ausbildung in Deutsch- land spätestens seit Erscheinen der sogenannten Pisa-Studie und der sogenannten OECD- Studie diskutiert. Deutschland scheint hier im internationalen Vergleich weit zurückgefallen zu sein, sowohl was die Qualität der Ausbildung, als auch was die öffentlichen Ausgaben für Bildung und Forschung betrifft. Hektisches Reformieren hat eingesetzt. Im Bereich der Hoch- schulen 1] werden Ausbildungsgänge und Abschlüsse grundlegend verändert, bis hin zur Ab- schaffung der Diplom- und Magisterstudiengänge. Die Einführung von einigen wenigen deutschen Eliteuniversitäten ist geplant. Damit sollen die Rahmenbedingungen nicht nur für die Ausbildung, sondern vor allem für die Forschung so drastisch verbessert werden, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um hochqualifiziertes Personal mithalten kann.

Die Frage nach den baulichen Strukturen von deutschen Hochschulen wird in der aktuellen Diskussion um Eliteuniversitäten dabei überraschend wenig thematisiert, obwohl gleichzeitig in der Praxis grundlegende Änderungen stattfinden, wie beispielsweise die Verlagerung der gesamten Goethe-Universität Frankfurt auf den neuen „Campus Westend“ zeigt. Die Reform des Hochschulwesens auf der einen sowie deren bauliche Entwicklung und ihr universitärer Alltag auf der anderen Seite müssen jedoch zusammen betrachtet werden. Im vorliegenden Buch steht deshalb die Entwicklung der baulichen Strukturen von Hochschulanlagen im Vor- dergrund ohne die Hochschulentwicklung als Ganzes außer Acht zu lassen.

Ist der Campus die Hochschulanlage der Zukunft? Inspiriert insbesondere durch die Vorbilder berühmter amerikanischer Universitäten wie Harvard, Princeton, MIT oder Berkeley erfreut sich der Campus als Entwicklungsidee für die räumliche Struktur von Universitäten, insbeson- dere Eliteinstitutionen, in Deutschland wachsender Beliebtheit. In Vorbildern wie Harvard und Berkeley schwingt immer das Bild des Campus als einer abgeschirmten Idealgemeinschaft höchstqualifizierter Lehrender und Lernender mit, durch die Höchstleistungen erst möglich

[1 Diese Untersuchung bezieht sich auf Einrichtun- gen des tertiären Bildungssektors insgesamt. In die- ser Studie werden daher, trotz der Unterschiede in der Zielsetzung der verschiedenen Bildungseinricht- ungen die Begriffe „Universität" und „Hochschule" synonym verwandt und bezeichnen, soweit im Text nicht explizit etwas anderes angesprochen wird, immer den gesamten tertiären Bildungssektor.

Abb. 1: Massachusetts Institute of Technology (MIT), Commencement (Abschlussfeier) auf der zentralen Commencement Lawn und mit einem der markanten «Domes» im Hintergrund. (mw)

und mit einem der markanten «Domes» im Hintergrund. (mw) werden. Dies steht in einem gewissen Widerspruch

werden. Dies steht in einem gewissen Widerspruch zum bundesrepublikanischen Bildungs- ansatz, der auf bestmöglicher Zugänglichkeit und auf in der Breite erreichbaren einheitlichen Qualitätskriterien beruht. Für die Diskussion um zukünftige bauliche Hochschulstrukturen ist besonders wichtig, dass deutsche Hochschulen traditionell in die sie umgebenden Städte integriert sind, bis hin zur Verteilung auf mehrere Standorte und zur häufig sogar fehlenden Ablesbarkeit der Universitätsanlage in der städtebaulichen Struktur. Neugründungen der Sechziger Jahre als Versuche, konzentrierte Einrichtungen zu schaffen, die mit dem bundes- deutschen Bildungsansatz und Studienalltag kompatibel sind, hinterließen, im städtebauli- chen Sinn, für Jahrzehnte einen eher schlechten Ruf der Organisationsform Campus in Deutschland, allen voran die Ruhr-Universität in Bochum.

Die vorliegende Studie untersucht den „Campus“ anhand von prägnanten internationalen Beispielen in seinen städtebaulichen und baulichen Ausprägungen und in seinen täglichen Abläufen. Ziel der Untersuchung ist, im aktuellen Umfeld Chancen und mögliche Fehlent- wicklungen dieser Bau- und Organisationsstruktur für den Standort Deutschland herauszu- arbeiten. Eine solche systematische Aufarbeitung fehlt bisher, obwohl sich mehrere deutsche Hochschulen bereits in das Abenteuer Campusuniversität gestürzt haben. Sie tun das mit Hoff- nungen, die von der oben genannten Elitebildung über Organisationsvereinfachungen bis hin zum Bild des belebten, quirligen Campus von Harvard gehen.

Die oben genannte Verlagerung der gesamten Goethe-Universität von ihrem innerstädti- schen Stammgelände auf den sogenannten „Campus Westend” ist bestimmt das derzeit spektakulärste Zeichen für eine Hinwendung zum von Amerika und England inspirierten und für ein Erfolgsmodell angesehenen Campusgedanken. So heißt es in der Auslobung zum städtebaulichen Wettbewerb: „Der Anspruch, im Wettbewerb mit führenden nationalen und internationalen Universitäten exzellente wissenschaftliche Leistungen zu erbringen und die

beruflichen Zukunftsaussichten der Studierenden zu fördern soll auf allen Ebenen der Weiter-

Der universitäre Betrieb -

entwicklung der Universität Frankfurt umgesetzt werden. (

Forschung und Lehre - soll zum einen durch die räumliche Nähe der einzelnen Fachbereiche

und Funktionen zueinander und zum anderen durch die Atmosphäre eines Campus im angel- sächsischen Sinne gestärkt werden.” 2]

)

Andere Beispiele für Neubau und Stärkung von Campusstandorten sind die Fachhochschule Lüneburg oder die Universität Saarbrücken. Saarbrücken ist insofern interessant, als hier im Jahr 2001 bei einem Wettbewerb nach Ideen gesucht wurde, das schon vorhandene Universitätsgelände aus den Fünfziger Jahren im Wald im Nordosten von Saarbrücken, ein ehemaliges Kasernengelände, als Campus zu stärken. Insbesondere sollten, in Anknüpfung an eine Debatte über die „Corporate Identity“ der Universität 3] „Vorschläge zur Korrektur der Mängel am Erscheinungsbild des Campus“ 4] erarbeitet werden. Der Campus wird dabei als ein eigener Stadtteil betrachtet, mit einem Zentrum mit Geschäften in der Mitte und klarer Kontur („Oval“) nach außen, allerdings nahezu vollständig ohne Wohnen. 5]

Der Campus Lüneburg nutzt, genau wie Saarbrücken und Frankfurt, eine ehemalige Kaser- ne und ist weitgehend fertiggestellt. Im Unterschied zur Vorstellung eines belebten ame- rikanischen Campus mutet das Gelände aber eher als konzentriertes Werksgelände an. Ihm fehlt das prägende Element des studentischen Lebens rund um die Uhr. Es fällt auf, dass auch

Lebens rund um die Uhr. Es fällt auf, dass auch Abb. 2: Ansicht von Süden auf

Abb. 2: Ansicht von Süden auf den „Campus“ der Ruhr-Universität Bochum, der in städtebaulicher Hinsicht umstrittensten bundesdeutschen Campus- Neugründungen. (mw)

umstrittensten bundesdeutschen Campus- Neugründungen. (mw) Abb. 3: In einem beschränkten Wettbewerb ausge- wähltes

Abb. 3: In einem beschränkten Wettbewerb ausge- wähltes Entwicklungskonzept für die Universität des Saarlandes Saarbrücken (www.uni-saarland.dever-

walt/presse/campus/2001/3/04-Campus-f.html)

[2 Land Hessen (2002) S. 3

[3 Sand (2001) ohne Seitenangabe

[4 Veauthier (2001) ohne Seitenangabe

[5 „Der künftige Standort der Universität des Saarlan- des wird als ausgelagerter Stadtteil mit spezifischem Nutzungsprofil begriffen. Mit den Schwerpunkten Lehre, Forschung und Entwicklung sowie Sport besitzt der Standort ein autonomes Profil, welches nicht mehr ausschließlich auf die Universität ausgerichtet ist.“ (www.machleidt.de: Städtebau Rahmenplanentwurf Campus Universität des Saarlandes)

Abb.4: TU Darmstadt, Campus Lichtwiese: Aus dem Innenstadtstandort ausgelagerte Institutsgebäude, wenig Wohnen, sowie

Abb.4: TU Darmstadt, Campus Lichtwiese: Aus dem Innenstadtstandort ausgelagerte Institutsgebäude, wenig Wohnen, sowie eine zentrale Mensa mit Mit- tagstisch. (TU Darmstadt)

[6 Vgl. Turner (1984), S. 9ff

[7 Die amerikanische Campusuniversität steht aller- dings, wie im Verlauf dieser Arbeit noch klar werden wird, in einem starken Gegensatz zur europäischen Universitätsentwicklung: In den USA waren die Anla- gen entscheidende Elemente der Besiedelung und Zivilisierung des Landes, häufig siedelten sich die Städte erst später in der Umgebung an. Die europäischen An- lagen hingegen haben ihre eher in der Stadt ver- streute Form dadurch erhalten, dass sie in vorhande- ne Städte hinein gegründet, und mit der sie beher- bergenden Stadt gewachsen und verwachsen sind.

[8 Am 19.6.1999 wurde von 29 europäischen Bil- dungsministern eine gemeinsame Erklärung „Der europäische Hochschulraum“ verabschiedet. Teilas- pekte der Erklärung sind: Verständliche und vergleich- bare Abschlüsse, Studiensystem in zwei Hauptzyklen (undergraduate / graduate), Leistungspunktesystem und Modularisierung, Förderung der Mobilität von Studierenden und Mitarbeitern, Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung und Förderung der europäi- schen Dimension. (vgl. KMK, HRK und BMBF (2002))

[9 Diese Entwicklung wird durch die Zielverein- barungen der TU Darmstadt mit dem Land Hessen untermauert. (vgl. Hessisches Ministerium für Wissen- schaft und Kunst et al. (2002) Kapitel 3.1 „Lehre“)

[10 vgl. Centrum für Hochschulentwicklg. (2003) S.3f

auf dem Campus in Lüneburg nur am Rand und in wenigen Gebäuden studentisches Woh- nen angesiedelt ist, erst aus studentischer Initiative war hier ein erstes Wohnhaus entstanden. Im Wohnen ist damit ein Schlüsselbegriff für die Qualitäten des Campus zu vermuten.

und es gilt selbstverständlich auch in den USA als Ideal. Über die Aufrechterhaltung dieses Prinzips an den Universitäten, aber auch der verschiedenen nationalen Traditionen besonde- rer Qualität im tertiären Bildungssektor insgesamt, scheint zumindest unter deutschen und französischen Hochschulvertretern Einigkeit zu bestehen. 11]

Die Außenstelle Garching der TU München oder der Standort Lichtwiese der TU Darmstadt sind nur zwei von vielen Beispielen für Teilauslagerungen von Instituten auf einen Entlastungsstandort, der dann, auch durch Anlagerung von externen Instituten oder Indus- trieunternehmen, größer werden kann als der Hauptstandort. Hier stellt sich die Frage nach dem Umgang mit der Zerrissenheit, durch die auch diese Studie angestoßen wurde, und nach dem Grad des Ausbaus und der Vollständigkeit der ausgelagerten Anlage. Der amerikanische Campus, oder besser das „collegiate system” 6] amerikanischer Hochschulen, das ja im Wort-

Der ideale Universitätsort scheint die Form eines Campus zu haben. Ist nun der Campus eine

Hochschulsystem

Wie die besonderen Qualitäten deutscher Studienformen zu bewerten sind, wird wenig dis- kutiert. Argumentiert wird statt dessen beispielsweise mit der hohen Qualität der Ausbildung an Universitäten wie Harvard. Neben den zahlreichen negativen Einschätzungen zur deut- schen Studiensituation finden sich durchaus auch Meinungen, die die Qualität des Studiums an Eliteuniversitäten in den USA mit der an deutschen Hochschulen vergleichen. Die meisten anderen amerikanischen Universitäten blieben eher dahinter zurück. 12]

sinne die Integration von Lehrenden und Lernenden zu relativ autarken, studierenden (Fach-) Gemeinschaften unterhalb der Schwelle zur europäisch verstandenen Gesamtuniversität be- deutet 7] , steht hier scheinbar automatisch als Erfolgsmodell und als räumliches Vorbild Pate:

speziell amerikanische Erfindung, Ausdruck ursprünglicher amerikanischer (Hochschul-) Kultur? Ließe diese Erkenntnis in Kombination mit den aktuellen Übertragungstendenzen in Deutschland den Umkehrschluss zu, dass die Verwendung des Begriffes hierzulande im ame- rikanischen Sinne auf eine fehlende oder uninteressanter zu bewertende europäische Hoch- schulkultur – zumindest im Sinne der Hochschule als Ort – hinweist? Möglicherweise deutet die Übernahme des räumlich-städtebaulich-organisatorischen Modells die Übernahme eines gesamten Systems von amerikanischen Idealen und Zielen an. Ist diese Übertragung des

Dem gegenüber stehen Aussagen, die der öffentlichen Meinung die Vermutung eines Nie- dergangs deutscher Universitäten zuschreiben: „In deutschen Universitäten träfen unzurei- chend vorbereitete und wenig motivierte Studierende auf Lehrende, die für die Lehre letzt- lich nicht qualifiziert seien und deren eigentliche Interessen mit der Erteilung qualifizierten Unterrichts relativ wenig zu tun hätten.” 13] Zwar ist die Lehre selbst in dieser Studie nicht Thema, die beschriebene Entwicklung soll aber den Verdacht einer relativ unreflektierten Übernahme eines anderen Studiensystems untermauern.

Campus als Ort

Campus als Modell auf Deutschland überhaupt sinnvoll?

Wesentlich für diese Studie ist die Frage, was hinter der Idee „Campus-Universität” eigent- lich steckt. Zunächst scheint klar zu sein, was darunter zu verstehen ist: Die gesamte Univer- sität befindet sich auf einem Gelände, an einem Ort, beieinander. Campus bedeutet in die-

Um 1900 entstand mit diversen Veröffentlichungen zum ersten Mal eine aussagekräftige Dis-

Im Bereich der Lehre finden derzeit Veränderungen statt, die an das Studiensystem im anglo- amerikanischen Raum erinnern. Mit dem sogenannten Bologna-Prozess 8] sind europäische Universitäten in eine Entwicklung eingetreten, die eine Harmonisierung der Hoch- schulsysteme in Europa fördern soll. Teilziele sind beispielsweise die höhere Mobilität der Studierenden und die Internationale Anerkennung von Hochschulabschlüssen, die durch Einführung von Kreditpunktsystemen und einheitlichen Bachelor- und Master-Abschlüssen erreicht werden sollen 9] . Unter den Schlagworten Internationalisierung und Mobilität wird offensichtlich eine Entwicklung in Richtung des anglo-amerikanischen Systems betrieben, die gleichzeitig die Trennung von Fachhochschul- und Universitätssystem in Deutschland und damit die Trennung zwischen praxisorientierten und wissenschaftsorientierten Studienaus-

sem Sinne also einfach, dass alle für Forschung und Studium nötigen Funktionen direkt bei- einander liegen und kurze Wege bestehen. Welche Funktionen gehören in diesem Fall aller- dings zur Vollständigkeit dazu? Wie ist es beispielsweise mit den Studierenden selbst? Müs- sen sie auf dem Campus wohnen, damit das Universitätsgelände zum Campus wird? Wie sieht es mit Versorgungsinfrastruktur aus? Muss das gesamte „Studentische Leben” auf dem Universitätsgelände stattfinden, damit von einem Campus die Rede sein kann?

kussion um das Thema Campus-Planung in den USA. Eine zentrale Aussage, die sich bei vie- len Architekten der Beaux-Arts-Schule wiederfindet, ist die, dass „the campus, or large open space, was an essential part of the American tradition” 14] . Der Collegeplaner arrangierte die

[11 Geäußerte Meinung praktisch aller an der Dis- kussion Beteiligte während des deutsch-französi- schen Kolloquiums „Idee und Aufgabe der Universi- tät heute“ vom 3.-5.4.2003 in Heidelberg.

richtungen aufhebt. Auch die international anerkannten wissenschaftsorientierten Magister- und Diplomabschlüsse der Universitäten werden zurückgedrängt. Trotz dieser durchaus er- schreckenden „Nebenwirkungen” warnt das Centrum für Hochschulentwicklung ausdrück-

Gebäude auf verschiedene Weisen um den zentralen Campus. Mit diesem Verständnis bezeichnet Campus nicht das gesamte Hochschulgelände, sondern lediglich einen – wenn auch städtebaulich wichtigen - Teil, nämlich eine zentrale Freifläche, die für Versammlungen,

[12 vgl. Hansen (2001). Klaus P. Hansen ist Professor für Amerikanistik an der Universität Passau.

lich vor den schwerwiegenden Folgen insbesondere für die Studierenden, wenn Studien- gänge nicht rasch und konsequent im Sinne des Bologna-Prozesses umgestellt werden 10] .

Feierlichkeiten oder einfach als zentrale Mitte und Identifikationsort dient.

[13 Martens (2000) S.235

Den berufsorientierten Bachelor-Studiengängen steht allerdings das Bekenntnis zum Hum-

Das heute gängige Verständnis von Campus umfasst allerdings das gesamte Universitätsge- lände inklusive der Wohn- und Versorgungseinrichtungen für die Studierenden. So ist der

[14 Turner (1984) S.188

boldtschen Verständnis von Universität entgegen, insbesondere in Bezug auf die Einheit von Forschung und Lehre. Dieses Prinzip brachte deutschen Universitäten internationales Ansehen

Campus der Ort einer Gemeinschaft, an dem sie zusammen lebt und arbeitet. Als solches wäre er dann das „academical village”, wie es Thomas Jefferson 15] formulierte, oder so etwas

[15 Turner (1984) S.3

wie eine kleine Idealstadt, wie Paul V. Turner 16] schreibt. Anders als eine Stadt ist der Cam- pus aber eine Einheit mit einem allen Mitgliedern der Gemeinschaft gemeinsamen Zweck. Die Besonderheit ist deshalb, dass der Campus nicht nur die Bedürfnisse der Institution in idealer Weise unterstützen bzw. befriedigen, sondern gleichzeitig auch die Ideale der Uni- versität oder des Colleges ausdrücken soll und darüber hinaus als Vorbild für jede Siedlungs- form einer menschlichen Gemeinschaft dient.

Als Raum des Zusammenlebens beinhaltet Campus studentisches Leben. Studierende in USA und in Europa und Deutschland sind hier nicht ohne weiteres zu vergleichen. So ist bei Witold Rybczynski zu lesen, das College sei für die US-amerikanischen Studierenden eine Art Zwi- schenspiel zwischen Jugend und Erwachsensein, eine eigene Welt für sich 17] . Deutsche Stu- dierende würden sich wohl eher als Erwachsene bezeichnen. Es ist vollkommen üblich, dass Studierende neben ihrem Studium andere Verpflichtungen haben, etwa zu arbeiten, oder sei es nur die Welt zu bereisen. Die beispielsweise in Hessen übliche Möglichkeit, sich als Teilzeit- student zu immatrikulieren 18] , wenn berufliche, familiäre oder andere Gründe ein Vollzeit- studium nicht zulassen, und dennoch einen vollwertigen Abschluss anzustreben, verdeut- licht, in welchem sozialen Kontext Studierende hier zu sehen sind. Wohnen auf dem Univer- sitätsgelände kommt vielen deutschen Studierenden nicht in den Sinn und ist als Merkmal eines deutschen Campus also kritisch zu hinterfragen.

[16 vgl. Turner (1984) S. 304

[17 vgl. Rybczynski(1997) S.8

[18 vgl. HHG, insbesondere §65

[19 vgl. beispielsweise Scheuermann (2000)

[20 2001 hat sich die TUD bei der Verleihung des best practice-Preises des Centrums für Hochschulentwick- lung (CHE) erfolgreich gegen 11 Mitbewerber durch- gesetzt. Die Auszeichnung wird vom CHE jährlich an jeweils eine Fachhochschule und eine Universität ver- geben, die auf besonders vorbildliche Weise einen umfassenden Reformprozess einleiten und dabei Reformmaßnahmen in allen Bereichen der Hoch- schule zu einem Gesamtkunstwerk verknüpfen. Die TUD beeindrucke durch die Fülle origineller Reform- ansätze und -projekte in allen Bereichen des univer- sitären Lebens, die sie vorantreibe und verwirkliche, ohne dabei den Blick auf das Ganze zu verlieren, so das Gutachten zur Begründung der Entscheidung.

(www.tu-darmstadt.de/tud/best_practice/de0208.tud)

[21 vgl. Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst et al. (2002) Kapitel 1.1. „Allgemeine Grund- sätze und Ziele“

Im Widerspruch zu diesen räumlichen Definitionen von Campus scheinen die aktuellen Dis- kussionen zum virtuellen Campus zu stehen. Die optimale Nutzung neuer Medien für den Lehrbetrieb an Hochschulen steht hier im Mittelpunkt der Überlegungen. 19] Thema ist bei- spielsweise die Vermischung von Präsenz- und Fernstudium mit Hilfe des Internets. Wenn in diesem Zusammenhang die Verwendung des Campus-Begriffs tatsächlich sinnvoll ist, was bedeutet dann Campus? Das Universitätsgelände kann es in diesem Sinne - zumindest aus- schließlich – nicht sein. Geht es also vielmehr darum, dass die universitäre Gemeinschaft un- ter sich ist, ob real oder virtuell? Ist der Campus ein Arbeitsplatz oder ein Lebensraum?

Die TU Darmstadt

Die Situation an der TU Darmstadt (TUD) diente als Anstoß für diese Studie. Die TUD ist ein recht typisches deutsches Referenzbeispiel. Sie muss ihre nötige inhaltliche und organisatori- sche Weiterentwicklung mit vielfach sanierungsbedürftigen Gebäuden, in der Zerrissenheit zwischen einem innerstädtischen und einem ausgelagerten Standort und gleichzeitig in ei- nem drastischen inhaltlichen und organisatorischen Umorganisationsprozess umsetzen.

Insgesamt ist die TUD mit Erfolg, wie die Auszeichnung zur best practice-Universität im Jahr 2001 zeigt 20] , dafür engagiert, eine innovative und zukunftsfähige Entwicklung zu betreiben. Sie arbeitet beispielsweise intensiv an der Umsetzung der Ziele des Bologna-Prozesses, bietet derzeit bereits in vielen Fachbereichen Bachelor- und Masterstudiengänge neben den tra- ditionellen Diplom- und Magisterstudiengängen an und hat ein Leistungspunktesystem, die sogenannten ECTS-Punkte (European Credit Transfer System) eingeführt. Die TU Darmstadt zählt hier bundesweit zu den führenden Hochschulen und weitet diese Angebote stetig auf weitere Studiengänge aus. 21]

diese Angebote stetig auf weitere Studiengänge aus. 21] Auch in räumlicher Hinsicht verändert sich die Hochschule

Auch in räumlicher Hinsicht verändert sich die Hochschule bis zu einem Punkt, an dem sie über ihre bauliche Identität nachdenken muss: Der Bau eines Kongresszentrums angrenzend an die Darmstädter Innenstadt auf dem Stammgelände der TUD wird verwirklicht; damit einher gehend wurde der Fachbereich Bauingenieurwesen und Geodäsie auf dem Außenstandort Lichtwiese zusammengefasst und es stellt sich zunehmend die Frage, wie die Standorte Innen- stadt und Lichtwiese ausgestattet sind und wie sie zueinander stehen. Ob es sinnvoll ist, die bauliche Struktur zu einem Campus nach amerikanischem Vorbild zu entwickeln, soll hier als Fallbeispiel für eine deutsche Hochschule insgesamt überdacht werden. Innerhalb der TUD gibt es jedenfalls Stimmen, die eine solche Entwicklung begrüßen würden.

Dreischritt Institution, universitäres Leben und Ort

Die folgenden Kapitel bilden einen Einstieg in die Diskussion der Fragen „Was ist ein Campus?” und „Ist der Campus für Deutsche Universitäten eine sinnvolle Form?”. Zwar steht dabei die bauliche und räumliche Struktur der Universität im Mittelpunkt der Überlegungen, gleichzeitig ist es notwendig, die Entwicklung der Universität als Ort zusammen mit den an diesem Ort beheimateten Strukturen und mit den Entwicklungsprozessen zu betrachten. Die aktuellen Ver- änderungsprozesse in der Hochschullandschaft Deutschlands stehen in einem internationalen Vergleichsrahmen. Diese besondere Entwicklungsdynamik erfordert eine Betrachtung sowohl der deutschen Hochschulentwicklung als auch der deutschen Hochschul-Orte in einem inter- nationalen Vergleich.

Wir gehen im Folgenden von einem Dreischritt bestehend aus der Universität als Institution, dem Leben und Arbeiten der Universitätsangehörigen an und mit der Universität und der baulichen Struktur, dem Ort, aus. Das bedeutet, dass alle drei Komponenten gleichberechtigt

Abb. 5 (links): Innenstadt und Südoststadt Darmstadt mit geschwärzten Institutsgebäuden sowie - umrandet - dem Standort des neuen Wissenschafts- und Kon- gresszentrums. In der Mitte oben das Hauptgelände der TUD mit Verwaltung und Audimax, rechts in der Mitte die biologischen Institute mit botanischem Garten, rechts unten der Auslagerungsstandort „Lichtwiese“ auf dem ehemaligen Flughafen der Stadt. Maßstab ca.1/35.000 (Kartengrundlage:

Vermessungsamt der Stadt Darmstadt, Zeichnung mwas / Marion Klipstein)

der Stadt Darmstadt, Zeichnung mwas / Marion Klipstein) Abb.6 : Haupteingang der TUD, Innenstadt. Die zunehmende

Abb.6 : Haupteingang der TUD, Innenstadt. Die zunehmende Verlagerung von Instituten auf den Standort Lichtwiese stellt die Frage nach der Identität der Hochschule. (je)

nebeneinander stehen und sich in ihrer Entwicklung wechselseitig beeinflussen. Gemeinsam bilden sie die Hochschulentwicklung als Ganzes.

Hochschule als Institution beinhaltet zunächst die Hochschulorganisation und -verwaltung und deren Aufbau. Im Idealfall basiert sie, wie an der TUD, auf einer Grundordnung, also einer rechtlichen Institutionalisierung. Zur Institution Hochschule gehört der gesamte Bereich von Forschung und Lehre, wie die gezielte Schwerpunktsetzung durch Berufungen und die Curricula. In ihr werden die Ansprüche der Gesellschaft an das tertiäre Bildungssystem, also die ihr zugedachten Aufgaben, implementiert. Zumindest die gesellschaftlichen Ansprüche und Anforderungen der Vergangenheit sind damit in der Institution Hochschule inhärent ent- halten. Als gesellschaftliche Akteurin nimmt die Institution Hochschule selbst am politischen Prozess der Aufgabendefinition für die tertiäre Bildung teil.

Der Bereich Leben und Arbeiten umfasst vor allem den Arbeitsalltag von Studierenden, Wissenschaftlern bzw. Lehrenden und dem sonstigen Personal an den Universitäten. Gemeint ist die in der Einleitung schon angedeutete universitäre Gemeinschaft, also die Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. In Frage zu stellen ist hier natürlich, ob diese Gemeinschaft tatsächlich existiert. Neben der Arbeits- und Lernsituation im Alltag ist auch das sonstige alltägliche Leben wie die Wohnsituation, die Versorgung, die Freizeitgestaltung, die möglicherweise ebenso wie die Arbeitswelt durch die Universität geprägt sind, von Bedeutung. Die nicht institutionalisierten, eher individuellen und kulturellen Ansprüche, Forderungen und Erwartungen von Studierenden und deren Eltern sowie der Forschenden und Lehrenden an die Hochschulen sind in dieser Komponente inhärent und beeinflussen die Hochschulentwicklung mit.

Die Hochschule als Ort beinhaltet die städtebauliche Struktur der Universitätsgelände, die ver- schiedenen Nutzungen dort und die räumlichen Bezüge zwischen diesen Nutzungen und mit der Umgebung, also die Einbindung in die Stadt. In diesen Strukturen manifestieren sich Ideale und praktische Ansprüche der Hochschulen aus der Vergangenheit und bilden sie ab. Sie sind nur mit großem Aufwand wieder zu verändern. Dadurch wirkt sich die räumliche Struktur nicht unerheblich auf Institution und universitäre Gemeinschaft aus. Diese drei Bereiche sind zwar analytisch zu trennen, beeinflussen sich aber wechselseitig stark, was in den Argumentationen der nachfolgenden Kapitel immer wieder deutlich wird.

Als Beispiel soll hier kurz eine Besonderheit an der TUD angeführt werden: Eines der großen Ziele der TUD ist das der Interdisziplinarität. So wurden einige neue Kombinationsstudien- gänge entwickelt und mit dem Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung besteht seit mehr als 15 Jahren eine eigene Einrichtung an der TUD, die die interdisziplinäre Zusammen- arbeit in Forschung und Lehre aktiv fördert. Die Interdisziplinarität ist also ein wichtiges Ele- ment der Institution TUD. Möglicherweise benötigt gerade die interdisziplinäre Arbeitsweise besondere räumliche Strukturen, die den ständigen Austausch zwischen Mitarbeitern und Studierenden der verschiedenen Disziplinen fördern, um so optimale Arbeitsergebnisse zu produzieren. Vielleicht behindert die Zweiteilung der TUD und die damit teilweise weiten Ent- fernungen zu Kollegen anderer Disziplinen den Kontakt zu diesen. Vielleicht ist eine klare Zu- ordnung der einzelnen Disziplinen in eigene Gebäude aber auch besonders förderlich, da durch das Verlassen des eigenen und das Betreten eines anderen Gebäudes das Überwinden

von Fachgrenzen deutlich wahrgenommen wird. Hier ist also die Frage nach dem Einfluss der räumlichen Struktur gestellt.

Inwieweit die Raumstruktur allerdings tatsächlich von Bedeutung ist und nicht doch die Gren- zen oder die Offenheit in den Köpfen der Forschenden und Studierenden, ist ebenfalls kri- tisch zu hinterfragen. Möglicherweise hat tatsächlich das individuelle alltägliche Verhalten den größten Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg des Zieles Interdisziplinarität. Ob der Alltag von disziplinären Zwängen bestimmt ist und das Engagement im interdisziplinären Bereich überhaupt zulässt, ist dann wieder eine Frage der institutionellen Strukturen. So schließt sich der Kreis.

Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich in zwei großen Blöcken mit der Hochschule als Ort und mit dem Alltagsleben der universitären Gemeinschaft. In den einzelnen Teilen wird immer wieder Bezug auf die institutionellen Komponente genommen, es wird deutlich, wie wichtig die Wechselwirkungen mit dieser Komponente sind. Sie konnte hier allerdings nicht in einem eigenen Kapitel behandelt werden, der Bedarf wird aber deutlich.

Für die Aufarbeitung der Universität als Ort werden im folgenden Kapitel die räumlichen Strukturen bestehender internationaler Campusanlagen zunächst grafisch aufgearbeitet und kurz beschrieben. Dies stellt die Grundlage einer umfangreichen städtebaulichen Analyse die- ser Anlagen in Kapitel „Elemente der Campusanlagen im Vergleich“ dar, um darauf aufbau- end den Vergleich der Anlagen untereinander und mit Deutschland vornehmen zu können.

Komplementär dazu wird die Frage nach dem studentischen Alltag mit Hilfe empirischer Me- thoden, in diesem Fall mit qualitativen Interviews, in Kapitel „Studentische Erfahrungen zu Campusuniversitäten“ angegangen. Um diesen sehr komplexen Bereich einzuschränken, fo- kussieren die Untersuchungen auf die Gruppe der Studierenden. Das bedeutet die Auswer- tung zum einen der Erfahrungen mit dem Studium an internationalen Campus-Universitäten im Vergleich zum Studium an deutschen Hochschulen, zum anderen der Unterschiede im stu- dentischen Leben.

Das abschließende Kapitel bringt die Ergebnisse beider Untersuchungen in einen Zusammen- hang. Dazu wird die Entwicklungsgeschichte deutscher und amerikanischer Universitäten zusammenfassend gegenübergestellt, sowie die wesentlichen Unterschiede verdeutlicht. Ziel konnte dabei nicht sein, die oben angeführten Fragen, insbesondere den Entwicklungspro- zess, abschließend zu diskutieren, sondern vielmehr eine Grundlage für den vertiefenden Einstieg in den Diskurs zu schaffen. Für die Komponente des universitären Ortes allerdings wird eine Definition formuliert und somit zur Diskussion gestellt. Dieses Ergebnis lässt eine Empfehlung für die Frage nach der Entwicklungsperspektive der baulichen Struktur des Re- ferenzbeispiels TU Darmstadt zu, die den Abschluss und Ausblick der Studie bildet.

Internationale Campusanlagen im Überblick

Ziel der Einzelanalysen internationaler Campusanlagen 22] sowie der nachfolgenden thema- tischen Auswertung ist es, typische Charakteristika des „Voll-Campus“ in städtebaulicher, funktionaler und organisatorischer Hinsicht zum einen, aber auch in Bezug auf Stimmung, Leben und Bild herauszuarbeiten. Der Unterschied zwischen beispielsweise Princeton und der TU Darmstadt erscheint offensichtlich. Ist der Campus von Princeton eine nahezu voll- ständige Idealstadt an sich, mit dem Ort Princeton als unterstützendes „Anhängsel“, so ist die TU Darmstadt eine auf Studienzwecke optimierte Einrichtung, eingebettet in die sie umgebende Stadt. Mit dem derzeit stattfindenden grundlegenden Umstrukturierungspro- zess der deutschen Hochschulen stellt sich zwingend die Aufgabe, auch die städtebaulichen und architektonischen Ausprägungen anpassen zu müssen.

Insbesondere die Orientierung an amerikanischen Beispielen stellt die Frage: Ist der Voll-Cam- pus die Universitätsform der Zukunft in Deutschland? Für eine erste Annäherung sind im Folgenden prägnante internationale Campusanlagen unter dem Blickwinkel auf ihre Über- tragbarkeit auf deutsche Hochschulen kurz beschrieben und anschließend zusammen- fassend thematisch analysiert. Die Zusammenstellung der internationalen Campusanlagen ist keine Auswahl besonderer einzelner Hochschulen, sondern umfasst ein möglichst brei- tes Spektrum. Einziges durchgängiges Auswahlkriterium war dabei der Voll-Campus, d.h. eine Anlage, die vielfältige Funktionen beinhaltet und nicht, wie die Darmstädter Lichtwie- se, lediglich eine Auslagerung einzelner Teile einer Universität darstellt. Der deutschland- typischen funktionalen Auslagerung soll hier das Modell des „richtigen“ Campus gegen- überstehen.

[22 Die Einzelanalysen von Campusanlagen basieren auf Material, das von Studierenden der TUD im Rah- men einer Übung in den Jahren 2001 und 2002 erar- beitet wurde. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden für die vorliegende Studie vereinheitlicht und ergänzt. Insbesondere wurden die Lagepläne im Maßstab 1:10.000 zur besseren Vergleichbarkeit einheitlich nachgezeichnet und die unterschiedlichen Nutzungen der Gebäude farblich gekennzeichnet. Die Detailangaben zu den Campusanlagen wurden aus Angaben zum einen des Büros Ayers Saint Gross Architects and Campus Planners (www.asg-architects. com/fs_comparing.html) und zum anderen der unter- suchten Universitäten zusammengestellt. Eine Über- sicht der Universitäts-Homepages befindet sich auf Seite 107.

[23 Unter dem Begriff Ivy-League (Efeu-Liga)-Anlagen werden die acht großen alten US-amerikanischen Hoch- schulen Brown, Columbia, Cornell, Dartmouth, Harvard, University of Pennsylvania, Princeton und Yale zusam- mengefasst.

12

Die untersuchten Anlagen sind in drei Obergruppen zusammengefasst:

-Amerikanische Campusanlagen: Die beiden Ivy-League-Schulen 23] Harvard und Princeton und drei jüngere Schulen (Berkeley, MIT und IIT). -Neugegründete Campusanlagen in Europa aus der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts:

Helsinki, Lancaster, Barcelona. - Ältere europäische Gründungen: Hier sind etwas vereinfachend Dublin von 1592 mit Leeds und Madrid von 1904 bzw. 1927 zusammengefasst. Zum einen liegen die Wurzeln z.B. von Madrid ebenfalls im 16. Jahrhundert, zum anderen stammen diese Anlagen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, also aus der Zeit vor der Ausbildung von Massenuniversitäten in den Sechziger Jahren, was diese Zusammenfassung zulässig macht.

Mit Hilfe dieser Obergruppen lassen sich Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen ameri- kanischen und europäischen Campusanlagen und deren Geschichte sowie insbesondere anhand der europäischen Neugründungen die unterschiedlichen Verständnisse davon, was Universität sein soll, herausarbeiten. In der Darstellung der einzelnen Anlagen, vor allem aber in der dann folgenden Auswertung zeigt sich eine starke Polarisierung. Es wurde vor allem deutlich, wie „anders“ der US-amerikanische Campus, den man heute als das Erfolgsmodell und als Exportschlager für Universität schlechthin betrachten muss, ist, auch und besonders im Vergleich zu den neugegründeten europäischen Anlagen. Folgerichtig spitzt sich die Fragestellung darauf zu, ob das übliche Verständnis und faszinierende Bild von Campus, bei dem automatisch an Harvard, Yale, Berkeley oder Princeton gedacht wird, überhaupt nach Europa übertragbar ist, unter hiesigen Bedingungen sinnvoll erscheint und sich nicht zuletzt auch in angemessener Art in die Entwicklung europäischer Städte integrieren lassen würde.

Entwicklung europäischer Städte integrieren lassen würde. Abb. 7 : Harvard University, Harvard Yard, Memorial Church:

Abb. 7: Harvard University, Harvard Yard, Memorial Church: Symbol, Treffpunkt, Identitätsmerkmal, Touristenmagnet und internationales Bild für den Begriff „Campus“. (mw)

13

Gegründet 1636 Campus-Bevölkerung: ca. 35.000, davon Undergraduate Students: 6.957, Graduate Students: 12.784, Studierende gesamt: 19.731 Lehrende: ca. 2.750, sonst. Angestellte: 12.190 Gesamter Landbesitz: 1.968 ha

sonst. Angestellte: 12.190 Gesamter Landbesitz: 1.968 ha Abb. 8 (oben): Harvard University, Massachusetts Hall:

Abb. 8 (oben): Harvard University, Massachusetts Hall:

Sorgfältig gepflegtes Erbe der Pilgerväter als Symbol für traditionelle, seriöse Bildung. (Harvard Office of News and Public Affairs)

Bildung. (Harvard Office of News and Public Affairs) Abb. 9 (oben): Luftbild: Gut zu erkennen die

Abb. 9 (oben): Luftbild: Gut zu erkennen die Ver- schränkung der Hochschule mit der Stadt, die Univer- sität als Zentrum. (MIT-MAVS Map Server)

Abb. 10, 11, 12 (rechts): Eindrücke von Harvard: In der Mitte der Blick auf die gebogene Front von Harvard Yard zu Harvard Square mit den Hauptzu- gängen. (Harvard Office News and Public Affairs)

Harvard Unversity

Cambridge, USA

Harvard ist die älteste und berühmteste Universität Amerikas. Sie wurde gleichzeitig mit der sie umgebenden Stadt Cambridge - Bostons Schwesterstadt auf der Nordseite des Charles River - gegründet. Heute dominiert der hier beschriebene Cambridge Campus (zweiter Haupt- teil von Harvard ist Longwood Campus südlich des Charles River in Boston, dort befinden sich die medizinischen Fakultäten) die Stadt in vielerlei Hinsicht. Insbesondere ist Harvard Square die Mitte von Cambridge - die Universität also als das Zentrum einer Stadt mit immerhin über 100.000 Einwohnern. Cambridge ist nicht nur dadurch eine prototypische Universitätsstadt:

Hier sitzt zudem mit dem MIT eine zweite Eliteuniversität der USA und der Name Cambridge wurde von den Gründervätern zu Ehren ihrer Studienstadt Cambridge in England gewählt.

Bietet Harvard Square einen der Universität gehörenden Verschränkungsraum mit dem öffentlichen Leben - hier befinden sich die Harvard Shopping Malls, Cafes, der Harvard Book- store, Harvard Coop, ein Kaufhaus und schließlich die U-Bahn-Station „Harvard Square“ - so ist das Bild der eigentlichen Universität geprägt vom zentralen „Harvard Yard“ mit der Memorial Church, der Widener Library, die mit 3,2 Millionen Bänden zu den bedeutendesten Bibliotheken der Welt zählt, mehreren Museen, die auch für den gesamten Metropolenraum Boston von Bedeutung sind, Corbusiers Carpenter Center for the Arts, dem Faculty Club, einigen wenigen Institutsgebäuden und überraschenderweise einer großen Anzahl von Wohnheimen. Dieses Yard-Prinzip findet sich in den Hauptteilen der Universität, selbst in Mies van der Rohes „Graduate Housing“ in Ansätzen wieder: Der Yard ist eine introvertierte Grünfläche, in und um die sich Institute, Bibliotheken und Wohnanlagen anordnen. Sie wir- ken wie Stadtteile innerhalb der Universität wie auch der Gesamtstadt. Etwa entsprechend dieser Quartiere sind die Universitätsinstitute zu Schulen zusammengefasst, z.B. der GSD Graduate School of Design oder der berühmten Kennedy School of Government.

Harvards Anlage wird durch eine Architektur mit klassischer Formensprache als Symbol für griechische Bildungsideale sowie mit viktorianischen Elementen, (rotem Backstein etc.) als Symbol für Gediegenheit und Überlegenheit zu einer zusammenhängenden gebauten Cor- porate Identity überhöht. Die neueren Teile der Universität resultieren aus dem Wachstum der Vor- und Nachkriegszeit, neben dem oben genannten Graduate Housing vor allem das Science Center mit zusammengefassten Labors, Instituten und Hörsälen, der Einkaufs- und Bürokomplex des Holyoke Centers an Harvard Square, sowie die Wohnanlagen für ver- heiratete Studierende am Charles River, alles bekannte Werke des ehemaligen Dekans der Architekturfakultät Jose Luis Sert, die neuesten stammen aus den Sechziger Jahren. Ganz an- ders als sein direkter Nachbar MIT schien Harvard mit diesen Gebäuden die Moderne abge- schlossen zu haben und kehrte zum traditionellen Erscheinungsbild zurück.

und kehrte zum traditionellen Erscheinungsbild zurück. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport
und kehrte zum traditionellen Erscheinungsbild zurück. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport
und kehrte zum traditionellen Erscheinungsbild zurück. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport
Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 13: Harvard
Institutsgebäude
Sondergebäude
Versorgung
Wohnen
Sport und Freizeit
Maßstab 1:10.000
600 m
Abb. 13: Harvard University, Campus (ohne Medizin-
fakultäten): Die Universität bildet und besetzt das
Zentrum der Mittelstadt Cambridge. Das Wohnen ist
zum einen den Schulen zugeordnet (die meist ganze
Stadtblocks besetzen), zum anderen entlang des
Charles River konzentriert. (Zeichnung mwas)

Gegründet 1861 in Boston, Umzug 1916 nach Cambridge Campus-Bevölkerung: 17.970, davon Under- graduates: 4.300, Graduates: 5.672, Lehrende:

931, Angestellte: 7.067 Wohnangebot: für Undergraduates: ca. 3.200, für Graduates / Verheiratete: ca. 2.500 BGF: ca. 911.000m 2 , Größe gesamte Universität:

62,3 ha, Parkplatzangebot: 4.814

gesamte Universität: 62,3 ha, Parkplatzangebot: 4.814 Abb. 14 (oben): Blick von Westen auf den Hauptein- gang

Abb. 14 (oben): Blick von Westen auf den Hauptein- gang des MIT: Klassische Bauformen sollen die Position in der Weltspitze und die Bildungsideale der Institution unterstreichen. (mw)

und die Bildungsideale der Institution unterstreichen. (mw) Abb. 15 (oben): Simmons Hall von Steven Holl: Beispiel

Abb. 15 (oben): Simmons Hall von Steven Holl:

Beispiel für aktuelle Weltstar-Architektur, die einen innovativen Ruf etablieren soll. (mw)

Abb. 16 (rechts): Luftbild: Boston Downtown und Back Bay sowie auf der Cambridge-Seite nördlich des Charles River MIT und Harvard. Gut erkennbar ist die Dominanz alleine dieser beiden Schulen im Stadtbild. (Luftbild MIT/MAVS GIS Server)

Massachusetts Institute of Technology (MIT) Cambridge, Massachusetts, USA

Die zweite große Universität in Cambridge, das MIT, gilt als weltweite Spitze im Bereich von Technologieforschung und –lehre. Das MIT bildet einen Campus mit einer präzisen Logik aus:

Das entlang des Charles River lang gezogene Gelände gliedert sich in zwei gleich große Teile, dem östlichen Teil (der ursprüngliche Campus), auf dem die Institutsgebäude dominieren, sowie dem erst seit den Dreißiger Jahren langsam zugekauften westlichen Teil, der dem Wohnen, den Sporteinrichtungen sowie Einrichtungen für Kultur, Kirche und Versorgung (Studentenzentrum) vorbehalten ist. Mittig durchschnitten wird das Gelände von Mas- sachusetts Avenue, der belebten Hauptverbindungsstraße zwischen Boston und Cambridge über den Charles River. Ein gigantischer Fußgängerüberweg verbindet die beiden Cam- pusteile. Der Überweg ist der Haupteingang in beide Teile des Campus. Vor allem auf seiner östlichen Seite prägt einer der fotogenen „Domes“ als Zugang zum „Infinite Corridor“ des Hauptgebäudes das Außenbild der Schule. Das im klassizistischen Stil errichtete Haupt- gebäude ist das Gründungsgebäude auf dem neuen Standort in Cambridge. Es ist eine zusammenhängende Großstruktur, die, nach dem Vorbild von Klöstern, einen großen Hof umschließt: Die „Commencement Lawn“ für Institutsfeiern. Zusammen mit den Treppen und Wiesen vor dem Studentenzentrum auf der Westseite sind dies die prägenden Außenräume der Anlage.

Der wichtige Kreuzungspunkt zwischen städtischer Hauptstraße und Hauptweg durch den Campus markiert das MIT als eine offene und an die Stadt angebundene Schule; andererseits expandiert der Campus massiv und nicht konfliktfrei in die umgebende Stadt mit Ein- kaufszentren, Büroparks und Studentenwohnheimen. Die Schule verdichtet gleichzeitig den Campus, zieht hier Nutzungen zusammen, und stellt nahezu provokativ ihre herausragende Stellung durch ein ausgeprägtes Bauprogramm („The Evolving MIT Campus“) mit spekta- kulären Gebäuden von Architektur-Weltstars zu Schau: Das Instituts- und Forschungszentrum Stata Center von Frank Gehry, das Wohnheim Simmons Hall von Steven Holl, die Erweiterung des nahezu legendären Media Lab von I.M. Pei durch einen Anbau von Fumihiko Maki, sowie unter anderem der Bau eines großen Sport- und Fitnesszentrums.

anderem der Bau eines großen Sport- und Fitnesszentrums. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und
anderem der Bau eines großen Sport- und Fitnesszentrums. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und

Institutsgebäudeanderem der Bau eines großen Sport- und Fitnesszentrums. Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab

Sondergebäudeeines großen Sport- und Fitnesszentrums. Institutsgebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m

VersorgungSport- und Fitnesszentrums. Institutsgebäude Sondergebäude Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17:

WohnenFitnesszentrums. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT

Sport und FreizeitInstitutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts

Maßstab 1:10.000

600 m

Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt

Abb. 17: MIT Campus: Massachusetts Avenue kreuzt den Campus von Nord nach Süd, bildet die Haupteingänge und verknüpft die Schule mit Cambridge und Boston; westlicher Campus für Wohnen, Versorgung, Sport, östlicher Teil haupt- sächlich für Institute. (Zeichnung mwas)

Gegründet 1868 Campus-Bevölkerung: 43.201, davon Under- graduate Students: 22.386, Graduate Students:

8.625, Studierende gesamt: 30.011 Lehrende: 1.309, Angestellte: 11.881 Wohnheimangebot insgesamt: 6.175, davon für Undergraduates: 5.049, für Graduates/Verheira- tete: 1.126 (wenige hundert auf dem Kern- campus). Kerncampus: 72 ha, gesamt: 498 ha. Parkplatzangebot Gesamtuniversität: 7.400

gesamt: 498 ha. Parkplatzangebot Gesamtuniversität: 7.400 Abb. 18: Campanile - Wahrzeichen, italienisierende

Abb. 18: Campanile - Wahrzeichen, italienisierende Architektur mit Symbolkraft für klassische Werte. (UCB Press and Media Services)

für klassische Werte. (UCB Press and Media Services) Abb. 19: Zeichnung vom Ursprungszustand der Hoch- schule:

Abb. 19: Zeichnung vom Ursprungszustand der Hoch- schule: Vorposten der Zivilisation. (Regents of the Uni- versity of California at Berkeley)

Abb. 20: Luftbild: Parkartiger Kern-Campus als eigene Welt, die sich stark von den umgebenden städtischen Strukturen absetzt. (UCB Press and Media Services)

University of California at Berkeley Berkeley, USA

Herausragendes Merkmal des Kern-Campus ist seine parkartige Gestaltung, die in einem starken Gegensatz zur umgebenden Stadtstruktur steht. Auf dem ursprünglich von Frederick Law Olmstead, einer Ikone der Landschaftsarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, geplanten und später unter diesem Einfluss weiterentwickelten, am Hang gelegenen, die San Francisco Bay überblickenden und von einem Bachlauf durchzogenen Gelände sind die ein- zelnen Gebäude in Kombination mit italienisierenden „Plazas“ locker gestreut. Wahrzeichen ist der ebenfalls italienisch anmutende Campanile, daneben fallen in der an sich unhierar- chisch gegliederten Anlage die palastartige Doe Library als Flaggschiff-Bibliothek und die großen repräsentativen Faculty Clubs auf.

Unüblich für eine US-amerikanische Anlage ist, dass der Kern-Campus sehr wenig Wohnraum anbietet. Lediglich ein Wohnheim findet sich am Ostrand des Campus am Hang, die größeren Wohnanlagen sind in der umgebenden Stadt sowie in außenliegenden Clustern verteilt. Durch das Fehlen von Wohnraum liegt die Zahl der Studierenden auf dem Campus im Vergleich zur Fläche für eine US-Universität sehr hoch.

Berkeley bietet ein vollständiges Studienangebot, der Kern-Campus wird dominiert von Insti- tutsgebäuden. Auf dem Campus fällt daneben die Ballung von Sportanlagen mit einem Groß- stadion in der südöstlichen Ecke auf. Einher mit den oben genannten geringen Wohnmöglich- keiten geht das völlige Fehlen von Versorgungseinrichtungen.

Obwohl sich der Campus und seine Umgebung in ihrer städtebaulichen Struktur sehr stark unterscheiden, drückt sich darin die enge Verzahnung des Campus insbesondere mit den südlich gelegenen Stadtvierteln aus, die viele private Versorgungsmöglichkeiten bieten. Inter- essanterweise gehören die Stadtblöcke um den Kern-Campus jedoch auch der Universität und sind in ihre langfristige Planung mit einbezogen. Insgesamt empfindet sich Berkeley als mit der umgebenden Welt verzahnte, urbane, soziale und liberale Hochschule. Auf ihrer Homepage bezeichnet sie „commitment to civil rights and liberties“ als ihre Tradition.

to civil rights and liberties“ als ihre Tradition. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und
to civil rights and liberties“ als ihre Tradition. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und

Institutsgebäudeto civil rights and liberties“ als ihre Tradition. Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab

Sondergebäudeand liberties“ als ihre Tradition. Institutsgebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m

Versorgungals ihre Tradition. Institutsgebäude Sondergebäude Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21:

Wohnenihre Tradition. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC

Sport und FreizeitInstitutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus:

Maßstab 1:10.000

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Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
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Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage

Abb. 21: UC Berkeley Campus: Parkartige Anlage als Insel in der Stadt, Campus von Institutsbauten domi- niert, damit eine Ausnahme unter den US-amerikani- schen Anlagen; die Universität dehnt sich mehr und mehr (mit Wohnnutzungen und Versorgung) in die umgebende Stadt aus. (Zeichnung mwas)

Gegründet: 1746, Campus-Bevölkerung: 18.175, davon Undergraduates: 4.600, Graduates: 1.751, Studierende gesamt: 6.351, Lehrende: 700, Angestellte: 11.124 Wohnen: für Undergraduates: 4.300, für Grad- uates / Verheiratete: 1.088, für Lehrende: 700 Bruttogeschossfläche: ca. 767.000m 2 Campusgröße: 202 ha, Parkplätze: 3.639

ca. 767.000m 2 Campusgröße: 202 ha, Parkplätze: 3.639 Abb. 22 (oben): Graduate College (Wohncollege): Burgartiges

Abb. 22 (oben): Graduate College (Wohncollege):

Burgartiges Ensemble, historisierende Architektur und traumhafte Lage als Markenzeichen. (mw)

Architektur und traumhafte Lage als Markenzeichen. (mw) Abb. 23 (oben): Nassau Hall mit davor liegendem Grün,

Abb. 23 (oben): Nassau Hall mit davor liegendem Grün, das als Mutter des Begriffs „Campus“ gilt (mw) Abb. 24 (rechts): Luftbild 2003: Nördlich der am oberen Bildrand quer verlaufenden Hauptstraße der schmale Streifen Städtchen, das vollkommen von der Universität dominiert wird. (Princeton GIS Center)

Princeton University Princeton, New Jersey, USA

Princeton ist der Prototyp eines Land-Campus. Die Anlage ist in landschaftlich reizvoller Situ- ation auf einem nach Süden geneigten Hang eines Flusstales angelegt. Sie dominiert das angrenzende gleichnamige Städtchen vollständig. Alles hat hier mit der Universität zu tun, der Ort wirkt als städtische Infrastruktur für den Campus. Entsprechend vollständig ist das Angebot. Neben den recht klar nach ihren Fachdisziplinen organisierten Institutsgebäuden ist die Universität vor allem durch die weiter unten beschriebenen Wohn-Colleges geprägt, ver- fügt über ein Kunstmuseum, einen eigenen Bahnhof (einer kleinen Stichstrecke der Linie

Die Hochschulgebäude kon-

Washington-New York), Princeton Press, einem Kaufhaus u.v.m

zentrieren sich auf den an den Ort angrenzenden nördlichen Bereich der Anlage, davor lie- gen Sportanlagen (mit dem obligaten Ruderclub am Fluss), ein Großstadion, ein Golfplatz und freie Landschaft, mit der Besonderheit des „Graduate College“, einem Wohnheim in Form einer gothisierenden Burganlage im Westen oberhalb des Golfplatzes.

Princeton ist heute Prototyp für eine nach dem Collegesystem aufgebaute Universität: Der Begriff College steht für Wohnheime von ca. 500 Studierenden, in denen Gemeinschaft, soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten und gleichzeitig akademische Betreuung gebo- ten werden, die damit besonders für die jungen Undergraduates zu Ersatz-Heimaten werden. Daher fällt auf dem Campus ein hoher Anteil an Wohnen auf, das sich als Typmerkmal jeweils um „teilprivate“ Innenhöfe zu gruppieren versucht. Jedes College verfügt über ein Gemein- schaftszentrum mit Restaurant, Sporträumen, Aufenthalts- und Seminarräumen. Dabei ist das so verstandene Collegesystem erst 30 Jahre alt und konnte erst nach langen Kämpfen realisiert werden. Relikte der unabhängigen „Dining Clubs“, den Vorläufern der Colleges, las- sen sich entlang einer Straße im Osten der Anlage noch erkennen.

Mit Nassau Hall und dem davor liegenden „Campus“ (von hier stammt der Begriff ursprüng- lich) verfügt Princeton über ein nationales Hochschul-Symbol. Zwar ist der heutige Campus nicht im städtebaulichen Sinn hierarchisch organisiert und verfügt über kein klar erkennbares Zentrum, er wird aber zusammengebunden durch eine Architektur des Gothic Revival, die bis heute nur sehr vorsichtig interpretiert wird (die Architekturfakultät als Extrem ist in gemäßigt modernem Stil entworfen), sich in allen Publikationen der Hochschule wiederfindet und einen Eindruck der Ehrwürde und Gediegenheit vermittelt.

einen Eindruck der Ehrwürde und Gediegenheit vermittelt. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und
einen Eindruck der Ehrwürde und Gediegenheit vermittelt. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und

Institutsgebäudeeinen Eindruck der Ehrwürde und Gediegenheit vermittelt. Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab

Sondergebäudeder Ehrwürde und Gediegenheit vermittelt. Institutsgebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m

VersorgungGediegenheit vermittelt. Institutsgebäude Sondergebäude Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25:

Wohnenvermittelt. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25:

Sport und FreizeitInstitutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University

Maßstab 1:10.000

600 m

Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem

Abb. 25: Pinceton University Campus: An einem nach Süden geneigten Hang gelegen ist der Campus geprägt von Wohn-Collegenutzung; links Golfplatz und Graduate College. (Zeichnung mwas)

Gegründet 1893 im Zentrum von Chicago, Umzug 1950-57 auf den hier dargestellten Campus. Campus-Bevölkerung: Undergraduates: 1.736 Graduates: 2.994, Studierende gesamt: 4.730 Lehrende: 280, Angestellte: 720. Gesamte Campus-Bevölkerung: 5.730 Wohnen auf dem Campus: für Undergraduates:

1.296, für Graduates/Verheiratete: 340, für Lehrende: 16; BGF Gebäude: ca. 235.000m 2 , Grundstück: 53 ha, Parkplätze: 2.000

ca. 235.000m 2 , Grundstück: 53 ha, Parkplätze: 2.000 Abb. 26 (ganz oben): Blick auf die
ca. 235.000m 2 , Grundstück: 53 ha, Parkplätze: 2.000 Abb. 26 (ganz oben): Blick auf die

Abb. 26 (ganz oben): Blick auf die neue Hochbahn- station über dem ebenfalls neuen Studentencenter, im Hintergrund Chicagos Innenstadt. (Richard Barnes / Illinois Institute of Technology). Abb. 27 (oben): Crown Hall von Mies van der Rohe:

Symbol für Hochschularchitektur der klassischen Mo- derne. (Bonta (1983) S.78 ) Abb. 28 (rechts): Masterplan IIT von Mies van der Rohe, 1940 (Modellcollage): Tabula Rasa der bestehenden Stadt zur Umsetzung radikal moderner Campusplan- ung. (Philip Johnson, Mies van der Rohe (1947) New York, S. 135, Nach Turner (1984) S. 248)

Illinois Institute of Technology (IIT) Chicago, Illinois, USA

Das IIT ist Ikone für einen Campus im Geist der klassischen Moderne. Von Superstar Ludwig Mies van der Rohe geplant ist die Anlage streng orthogonal organisiert. Sie ist strikt funkti- onsgetrennt in einen Instituts- und einen Wohn-, Versorgungs- und Freizeitteil mit 33rd Street als zentralem Rückgrat der Anlage. 33rd Street übernimmt gleichzeitig die damals als nach- haltig angesehene optimale Anbindung für den motorisierten Individualverkehr und an die westlich verlaufende Autobahn. Hier sind linear (und als Zentrum des Campus!) große Flächen für Parkplätze angeordnet. Fahrerschließung und Fußgängerverkehr sind strikt ge- trennt, mit ebenfalls in Nord-Süd verlaufenden Fußgängerachsen parallel zu 33rd Street. Die Baumassen sind skulptural auf das Gelände plaziert. Obwohl also das System der umgeben- den Stadt aufgenommen ist, entsteht kein Raumkantenstädtebau, sondern ein aufgelocker- tes aber geordnetes Muster. Die Gebäude selbst sind funktionalistische Boxen, in denen opti- miert und von einander getrennt die einzelnen Fachinstitute untergebracht sind und deren Erscheinungsbild nicht durch klassische Zitate, sondern durch die Verwendung eines Raster- systems sowie durch modulare Bauteile zusammengefasst wird. Der Ursprungscampus ist also von einem genialischen Mastermind auf einen Schlag geplant und realisiert und drückt den Zeitgeist von technologischem Aufbruch und neuer Gesellschaft emblematisch aus - der Campus sollte die erste moderne Campusanlage der USA werden. Gleichzeitig drückt sich in seiner linearen Anordnung Erweiterbarkeit in allen Richtungen klar aus.

In dem neuen Masterplan von 1996 wurde endgültig von einem Abriss der in die Jahre gekom- menen Anlage abgesehen und statt dessen eine Stärkung und Anpassung der Anlage an heu- tige Verhältnisse beschlossen. Im Rahmen einer „IIT Challenge Campaign“ sind heute bereits realisiert ein Wohnheim, das State Street Village von Helmut Jahn, sowie vor allem das McCormick Tribune Campus Center von Rem Koolhaas als neue, spektakuläre Mitte der Anlage, die dazu noch eine neue U-Bahn-Station über ihrem Dach integriert. Vielleicht am innovativsten ist jedoch das Vorhaben, das „HUB“, Hermann Union Building, nach dem Wegzug der Stu- dentenvereinigung in das neue Campuszentrum zu einem Gebäude für ein neues Curriculum, team- und projektbasiert sowie in Zusammenarbeit mit der Industrie, zu verwandeln.

Das IIT versucht mit innovativen Lehr- und Forschungsstrukturen sowie, ähnlich zum MIT, mit zeitgenössischer Stararchitektur die Tradition eines fortschrittlichen technologischen Instituts bildhaft weiterzuführen. So grüßt die Internetpräsenz der Schule (am 12.12.04) mit dem Slogan: „Students at IIT live and study in buildings designed by world famous architects“.

study in buildings designed by world famous architects“. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und
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Institutsgebäudestudy in buildings designed by world famous architects“. Sondergebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab

Sondergebäudedesigned by world famous architects“. Institutsgebäude Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m

Versorgungworld famous architects“. Institutsgebäude Sondergebäude Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 29:

Wohnenarchitects“. Institutsgebäude Sondergebäude Versorgung Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 29: Campus

Sport und FreizeitInstitutsgebäude Sondergebäude Versorgung Wohnen Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 29: Campus Illinois Institute

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Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 29: Campus Illinois Institute of Technology:
Versorgung Wohnen Sport und Freizeit Maßstab 1:10.000 600 m Abb. 29: Campus Illinois Institute of Technology: