Sie sind auf Seite 1von 4

Helaba Volkswirtschaft/Research

Wochenausblick 25. September 2009

Redaktion: Kurzfristig Enttäuschungspotenzial


Dr. Stefan Mitropoulos KW 40: 28.09. - 04.10.2009
Tel.: 0 69/91 32-46 19
research@helaba.de
• USA: Holprige Konjunkturerholung
• Renten: Kurzfristige Stabilisierung

Herausgeber:
Finanzmarktrückblick und -prognosen
Dr. Gertrud R. Traud
Chefvolkswirt/Leitung Research Veränderung seit... aktueller Prognose
30.12.2008 17.09.2009 Stand* Q4/2009 Q1/2010 Q2/2010
Landesbank Hessen-Thüringen (in %) (Index)
MAIN TOWER
DAX 16,5 -2,2 5605 6000 6200 6500
Neue Mainzer Straße 52-58
(in Bp) (in %)
60311 Frankfurt am Main
3M Euribor -219 -2 0,74 0,9 1,0 1,3
Telefon: 0 69/91 32-20 24
Telefax: 0 69/91 32-22 44 3M USD Libor -115 -1 0,28 0,7 0,8 1,1
10 jähr. Bundesanleihen 36 -6 3,31 3,7 4,1 4,0
10 jähr. Swapsatz -23 -4 3,52 3,8 4,2 4,2
10 jähr. US-Treasuries 133 0 3,38 3,9 4,2 4,1
(jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro)

US-Dollar -4,2 0,5 1,47 1,30 1,25 1,20


Japanischer Yen -5,1 0,3 134 135 138 142
Britisches Pfund 6,9 -1,8 0,91 0,83 0,80 0,78
Schweizer Franken -1,3 0,4 1,51 1,56 1,57 1,57
(in %)

Brentöl $/B 69,7 -8,6 64 75 80 77


Gold $/U 13,8 -1,9 994 980 950 930
*Schlusskurse vom 24.09.2009
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet

worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche


Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt
Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research
und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben

beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten,

für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität

wir aber keine Gewähr übernehmen können.

Sämtliche in dieser Publikation getroffenen

Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht

als Angebot oder Empfehlung für Anlageentschei-

dungen verstanden werden.


Wochenausblick KW 40: Kurzfristig Enttäuschungspotenzial

Christian Apelt, CFA USA: Holprige Konjunkturerholung

In der kommenden Woche stehen mit dem Arbeitsmarktbericht und dem Einkaufsmanagerin-
dex ISM jeweils für den September zwei konjunkturelle Schwergewichte auf der Agenda. Der
Beschäftigungsrückgang bleibt auf Vormonatsniveau, die Arbeitslosenquote erhöht sich
leicht. Der ISM-Index wird nahezu stagnieren. Des Weiteren werden zum Konsum das Ver-
brauchervertrauen vom Conference Board sowie die Ausgaben für August veröffentlicht.

Anhaltender Stellenabbau Das Schlimmste am US-Arbeitsmarkt ist vorüber, aber die Situation ist nach wie vor schwierig.
Die Beschäftigung bleibt rückläufig, die Arbeitslosenquote steigt im Trend weiter. Im August hatte
sich der Stellenabbau auf 216 Tausend verlangsamt. Auch der Bericht für September wird ein
ähnliches Bild zeichnen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung haben sich zwar im Sep-
tember verringert. Sie befinden sich aber noch auf einem hohen Niveau, das sogar auf einen deut-
licheren Beschäftigungsrückgang schließen lässt. In einer Phase, in der die Wirtschaft zu expan-
dieren beginnt, können allerdings die Erstanträge die Beschäftigungsentwicklung unterzeichnen.
Der Zahl der Stellen wird im September vermutlich um 210 Tausend zurückgehen. Die Arbeitslo-
senquote sprang im Vormonat auf 9,7 % und könnte im September noch einmal marginal anstei-
gen. Die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger verringert sich zwar, was aber teilweise durch das
Auslaufen von Ansprüchen verursacht ist. Die Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Nachfra-
ge bzw. der Gewinnentwicklung der Unternehmen wird im Trend dazu führen, dass sich auch am
Arbeitsmarkt die Situation entspannt. Den Gipfel wird die Arbeitslosigkeit wohl um die Jahres-
wende erreichen.

Beschäftigung verringert sich weiter Verschnaufpause des ISM


Tsd. gg. Vm. Tsd. invertiert Index

Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: EcoWin, Helaba Volkswirtschaft/Research

ISM stagniert Die Stimmung in der Industrie hat sich zuletzt deutlich verbessert, der ISM-Index hat für das Ver-
arbeitende Gewerbe mit 52,9 die Expansionsschwelle von 50 überschritten. Dieser Anstieg von 20
Indexpunkten seit dem Tief Ende 2008 ist nicht unüblich, wenn man die jüngste Entwicklung des
ISM mit historischen Erholungen vergleicht. Allerdings wird sich diese dynamische Aufholjagd
nicht im gleichen Tempo fortsetzen. Im September wird der ISM-Index wohl nur marginal zule-
gen. Schließlich haben sich regionale Stimmungsbarometer zuletzt nicht ganz so positiv entwi-
ckelt. So nahm beim Philadelphia-Fed-Index zwar die Wirtschaftsaktivität weiter zu, aber unter
Einbeziehung anderer Komponenten fiel der Index im September sogar. Der nationale ISM-Index
ist in Relation zu den meisten regionalen Befragungen stärker gestiegen, so dass eine Verschnauf-
pause im September nicht überraschen würde. Der grundlegende Aufwärtstrend und damit die
Konjunkturerholung stehen aber nicht in Frage. Indexniveaus von rund 55 dürften spätestens 2010
erreicht werden.

2 Helaba Volkswirtschaft/Research · 25. September 2009· © Helaba


Wochenausblick KW 40: Kurzfristig Enttäuschungspotenzial

Ulf Krauss Renten: Kurzfristige Stabilisierung

Die Aussichten auf eine Erholung in der kommenden Woche sind günstig. Die Konjunkturda-
ten beiderseits des Atlantiks dürften insgesamt unter den Konsenserwartungen liegen. Für
eine Entwarnung bei Renten ist es gleichwohl noch zu früh.

Notenbanken stützen Der Bund-Future fiel zeitweilig unter die Marke von 120 Punkten, ehe sich das Renten-Barometer
(noch) den Rentenmarkt im Zuge schwächerer Daten vom US-Wohnungsmarkt wieder stabilisieren konnte. Auch die US-
Notenbank trug zur Beruhigung bei, indem sie das Aufkaufprogramm von Hypothekenanleihen bis
Ende März 2010 verlängert hat. Die Notenbanken scheinen eine Diskussion über die Anpassung
der Geldpolitiken – zumindest in diesem Jahr – auf alle Fälle verhindern zu wollen. Ins Bild passt,
dass die EZB ihre Devisenabkommen mit den Notenbanken der USA, Großbritanniens und der
Schweiz bis Ende Januar 2010 verlängert hat. Dies erleichtert den Zugang der Banken zu Fremd-
währungen. Auch die Konjunkturbeurteilung der EZB ist bislang sehr zurückhaltend. Die Lage der
europäischen Wirtschaft wurde von EZB-Präsident Trichet zuletzt als unsicher charakterisiert.

Vertrauen kehrt zurück Dessen ungeachtet ist der GfK-Konsumindex in Deutschland auf den höchsten Stand seit 16 Mo-
naten gestiegen. Zuletzt sind auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher in positives Ter-
rain zurückgekehrt. Aber auch die Werte zu Einkommenserwartungen und Anschaffungsneigung
sind deutlich angestiegen. Nicht nur bei den Unternehmen, sondern auch bei den Verbrauchern
kehrt allmählich Vertrauen zurück, ohne das eine Überwindung der Krise kaum möglich ist. Aller-
dings könnten die in der kommenden Woche zur Veröffentlichung anstehenden deutschen Arbeits-
losenzahlen die positive Stimmung etwas dämpfen. Der Stellenabbau könnte mit über 40.000 stär-
ker ausfallen, als allgemein erwartet wird.

Verbraucher werden optimistischer Konjunkturerwartungen laufen voraus


GfK-Konsumindizes Saldo* Prozentpunkte*

80 80 15 If o-Erwartungsindex 1.5

60 Anschaffungs- 60 10 ? 1.0
neigung
40 40 5 0.5

20 20 0 0

0 0 -5 -0.5

-20 -20 -10 Rendite 10-jährige -1.0


Eink ommens- Bunds (rechte S kala)
-40 erwartungen -40 -15 -1.5
Konjunktur-
erwartungen
-60 -60 -20 -2.0
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research * Veränderung in den letzten 6 Monaten


Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research

Zyklisches Renditehoch In den USA besteht angesichts mittlerweile recht optimistischer Erwartungen ebenfalls Enttäu-
noch nicht ermittelt schungspotenzial beim ISM-Index sowie den Arbeitsmarktdaten. Dies wird vermutlich für Rü-
ckenwind sorgen und dazu beitragen, die technische Verfassung des Bund-Futures kurzfristig zu
stabilisieren. Insgesamt bleibt das Umfeld für Renten jedoch schwierig. Die Erfahrung spricht
dagegen, dass die Renditen nachhaltig sinken. Normalerweise erreicht die Dynamik des Anstiegs
der Konjunkturerwartungen einige Monate vor einem spürbaren Renditeanstieg seine stärkste
Ausprägung. Es ist daher unwahrscheinlich, dass das Juni-Renditeniveau von 3,7 % bei 10-
jährigen Bunds bereits das zyklische Hoch darstellt.

3 Helaba Volkswirtschaft/Research · 25. September 2009· © Helaba


Wochenausblick KW 40: Kurzfristig Enttäuschungspotenzial

USA: Indikatoren der KW 40


Patrick Franke
Tel.: 0 69/91 32-47 38 Helaba- Bloom berg
Zeit Land Periode Indikator Vorperiode
Prognose Consensus

Montag, 28.09.2009
Deutschland: Konsumentenpreise
Dr. Stefan Mütze n.a. DE Sep % m/m -0,1 -0,2 0,2
Tel.: 0 69/91 32-38 50 % y/y 0,0 -0,1 0,0
Dienstag, 29.09.2009
EU-Kommission; Indizes:
Euroland: 11:00 EZ Sep Industrievertrauen -24 -24 -26
Konsumentenvertrauen -21 -21 -22
Dr. Stefan Mütze
16:00 US Sep Verbrauchervertrauen (CB); Index 57 57 54,1
Tel.: 0 69/91 32-38 50
Mittw och, 30.09.2009
Ulf Krauss
09:55 DE Sep Arbeitslose s.b.; gg. Vm. in Tsd. 45 20 -1
Tel.: 0 69/9132-47 28
09:55 DE Sep Arbeitslosenquote; n.s.a./s.a., % 8,2 / 8,4 k.A. / 8,4 8,3 / 8,3
Konsumentenpreise
Frühschätzung
Großbritannien: 11:00 EZ Sep
% m/m 0,2 k.A. 0,3
Christian Apelt, CFA % y/y -0,2 -0,2 -0,2
Tel.: 0 69/91 32-47 26 14:30 US Q2 BIP (2. Revision), % q/q (JR) -1,2 -1,2 -1,0
15:45 US Sep Einkaufsmanagerindex Chicago 51,0 52,0 50,0
Donnerstag, 01.10.2009
Renten: Tankan-Indizes Großunternehmen
Claudia Windt 00:50 JP Q3 Lage Verarb. Gew erbe / -24 / -20 -26 / -22 -30 / -21
Tel.: 0 69/91 32-25 00 Dienstleister
Ulf Krauss 11:00 EZ Aug Arbeitslosenquote; % 9,6 9,6 9,5

Tel.: 0 69/91 32-47 28 14:30 US Aug Persönliche Einkommen, % m/m 0,1 0,1 0,0
14:30 US Aug Persönliche Ausgaben, % m/m 1,2 1,1 0,2
Deflator privater Konsum
14:30 US Aug % m/m 0,3 k.A. 0,0
Währungen: % y/y -0,6 -0,6 -0,8
Christian Apelt, CFA Kerndeflator privater Konsum
Tel.: 0 69/91 32-47 26 14:30 US Aug % m/m 0,0 0,1 0,1
% y/y 1,2 1,3 1,4
Erstanträge auf
14:30 US 26. Sep 540 531 530
Arbeitslosenunterstützung, Tsd
Aktien: 16:00 US Sep ISM-Index Industrie 53,0 54,0 52,9
Dr. Gertrud R. Traud US Sep PKW-Absatz; JR, Mio. k.A. 10,0 14,1
Tel.: 0 69/91 32-26 65 Freitag, 02.10.2009
Markus Reinwand, CFA Produzentenpreise
Tel.: 0 69/91 32-47 23 11:00 EZ Aug % m/m 0,6 0,4 -0,7
% y/y -7,4 -7,5 -8,4
Beschäftigung außerhalb d.
14:30 US Sep -210 -190 -216
Landw irtschaft; m/m Tsd.
Immobilien: 14:30 US Sep Arbeitslosenquote; % 9,8 9,8 9,7
Dr. Stefan Mitropoulos Durchschnittliche Stundenlöhne
14:30 US Sep % m/m 0,2 0,2 0,3
Tel.: 0 69/91 32-46 19
% y/y 2,6 2,6 2,6
16:00 US Aug Aufträge in der Industrie; % m/m 0,5 1,0 1,3
im Laufe der Woche
Rohstoffe: Einzelhandelsumsatz
Heinrich Peters 08:00 DE Aug % m/m, real s.a. -0,3 -0,1 0,7
Tel.: 0 69/91 32-47 33 % y/y, real s.a. -1,6 k.A. -0,8
Importpreise
08:00 DE Aug % m/m 0,7 0,7 -0,9
% y/y -11,4 -11,4 -12,6
Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research %

4 Helaba Volkswirtschaft/Research · 25. September 2009· © Helaba