Sie sind auf Seite 1von 1

Idioterne

Der Film Idioterne von Lars von Trier folgt einer Gruppe von Menschen, die sich in der Gesellschaft idiotisch benehmen. In der Öffentlichkeit, sowie in der eigenen Gemeinschaft, brechen sie alle Regel des sozialen Handelns. Alles wird mit Absicht gemacht, als eine Art soziale Kritik oder eine Reflexion über den Codedes menschlichen Verhaltens. Obwohl die Leuten nur die Maske der Idioten tragen, übernehmen sie diese Rolle im eigenen Leben, fast ohne Abgrenzung zwischen Spiel und Realität und deswegen haben auch ihre Aktionen realen Konsequenzen.

Was man im Film sieht ist eigentlich ein Performance. Die Rollenfiguren könnten aus dem Film gefischtwerden und in einem realen Kontext gestellt werden, unter Menschen- genau so wie Lars von Trier das macht. Es gibt keine Handlung, sondern nur einen ständigen Irritierungsprozess, die die menschlichen Beziehungen in Frage stellt. Manchmal würden die Figuren mit den Zuschauer interagieren, manchmal würden sie vor ihnen spielen. Die Inszenierung würde wie der Film wirken: sehr unwohl. Alles kann in einem ganz normalenTheater stattfinden, auf einem ungewöhnlichen Veranstaltungsort oder sogar auf der Straβe. Der Stoffkönnte überall adaptiert werden. Obwohl es der Eindruck geben wird, dass die Aktionen und der Text improvisiert sind, werden sie nur teilweise so sein, viel weniger als gedacht. Weil die Figuren die Zuschauer provozieren, müssen sie ihnen nicht unbedingt anpassen, wenn sie sie miteinbeziehen. Dramaturgisch muss der Stück sehr gut koordiniert werden, damit alles nicht ins totalen Chaos fällt. Die Schauspieler sollen so unbekannt wie möglich sein, aber sehr begabt, denn das Spielen dieses Stückes wird schmerzhaft sein. Der Regisseur könnte ein Star wie Lars von Trier sein, oder nicht. Hauptsache ist, er muss radikal sein. Idioterne kann nicht anders als radikal, extrem sein.

Man braucht keine groβe Umwendung des Original-Stoffes, um die Inszenierung zu funktionieren, obwohl das auch möglich ist. Dadurch ist Idioterne perfekt, um aufgeführt zu werden. Die Fans von Lars von Trier würden sicher kommen, (und die sind nicht wenige), aber auch normale Theatergeher, die bereit sind, etwas neues zu erleben.

Cristiana Anghel