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Wie der Name das Kind beeinflusst

(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)

Frage:

Mein Schwiegervater ging vor 6 Jahren von uns. Wir gaben unserem Sohn zur Erinnerung
an ihn den Namen Mohammad Ibrâhîm. Aufgrund dessen sagen die Leute: „Schimpf nicht
mit ihm“, „Rufe ihn (seinen Namen) nicht, wie jede Mutter ihren Sohn ruft, rufe ihn
respektvoll“. Aber ich möchte meinen Sohn wie jede andere Mutter rufen und nicht mit
Respekt. Nun kann ich ihn nicht einmal ausschimpfen. Beeinflusst der Name die
Persönlichkeit und das Schicksal des Kindes?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Erstens:

Es ist nichts Falsches daran, Ihren Sohn nach dem Vater Ihres Ehemannes zu benennen.
Dies ist ein Zeichen des Respekts und der Liebe des Sohnes seinem Vater gegenüber,
besonders, wenn sein Name die Namen von zwei Propheten beinhaltet.

Zweitens:

Die Tatsache, dass das Kind nach einem Propheten oder einem Sahâbi benannt wird –
ganz zu schweigen davon, nach Ihrem Schwiegervater! – bedeutet nicht, dass er nicht
ausgeschimpft oder getadelt werden kann. Sie haben das Recht, ihn zu rufen, wie jede
Mutter ihr Kind ruft, ohne Anreden der Hochachtung verwenden zu müssen.

Die Tatsache, dass ein Kind mit einem Namen benannt wird, der bei Allâh beliebt ist oder
mit dem Namen einer der Propheten, bedeutet nicht, dass er nicht bestraft oder getadelt
werden darf, wenn er etwas Unrechtes tut. Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien
auf ihm) befahl den Eltern und Vormündern, ihren Kindern das Gebet beizubringen, wenn
sie sieben Jahre alt sind und ihnen einen Klaps zu geben, wenn sie nicht beten, wenn sie
zehn Jahre alt sind. Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) machte
hinsichtlich dieses Urteils keine Ausnahme für irgendjemanden, dessen Name Muhammad
war oder bei irgendeinem anderen Namen.

Es wurde in vielen Fällen bewiesen, dass die Sahâba und Tâbi’în ihre Kinder tadelten,
ausschimpften und schlugen, und viele von ihnen wurden Muhammad, ‘Abd-Allâh und
‘Abd al-Rahmân genannt.

Drittens:

Es ist bekannt, dass der Name gewöhnlich eine Wirkung auf die Person hat, die ihn trägt.
Daher änderte der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) schlechte Namen in
gute Namen um.
Ibn al-Qayyim sagte:

Da Namen Bedeutungen haben, werden diese Bedeutungen zwangsläufig eine Wirkung


auf die Person haben, die den Namen trägt. Namen haben eine Wirkung auf die Dinge,
die benannt werden, und die Dinge, die benannt werden, haben eine Wirkung auf ihre
Namen, ob sie schön oder hässlich, leicht oder schwer, raffiniert oder simpel sind.

Zâd al-Ma’âd, 2/336

Viertens:

Sheikh ‘Abd al-‘Azîz ibn Bâz wurde nach der Gesundheit des Hadîths gefragt: „Wer auch
immer Muhammad genannt wird, darf nicht geschlagen oder beleidigt werden."

Er sagte: Dieser Hadîth ist erfunden und wurde fälschlicherweise dem Gesandten Allâhs
(Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) zugeschrieben und er hat keine Basis in der
reinen Sunnah. Dasselbe gilt für den Ausspruch: „Wer auch immer unter dem Schutz
Muhammads “Muhammad” genannt wird, dessen Name wird ihn dem Paradies näher
bringen.“ Dasselbe gilt für diejenigen, die sagen: „Wer auch immer Muhammad genannt
wird, dessen Haushalt wird dieses und jenes besitzen…“. All diese Berichte haben keine
gesunde Basis. Worauf es ankommt, ist, Muhammad (Frieden und Segen Allâhs seien auf
ihm) zu folgen, nicht nach seinem Namen benannt zu werden. Wie viele derjenigen, die
Muhammad genannt werden, sind schlecht, weil sie Muhammad nicht folgen oder seine
Sharî’ah umsetzen. Namen reinigen die Leute nicht; was sie reinigt, sind ihre
rechtschaffenen Taten und ihre Furcht vor Allâh. Wer also Ahmad oder Muhammad oder
Abu’l-Qâsim genannt wird und ein Kâfir oder Übeltäter ist, wird von seinem Namen nicht
profitieren. Vielmehr ist das, was jede Person tun muss, Allâh zu fürchten und danach zu
streben, Allâh zu gehorchen und an der Sharî’ah Allâhs festzuhalten, mit der Er Seinen
Propheten Muhammad sandte. Dies ist, was ihm nützen wird, und dies ist der Weg zur
Erlösung. In Bezug auf Namen, ohne in Übereinstimmung mit der Sharî’ah zu handeln,
diese haben nichts mit Erlösung oder Strafe zu tun.

Majmû’ Fatâwa al-Sheikh Ibn Bâz, 6/370

Und Allâh weiß es am besten.

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 21359)