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Nachtluft

"Manchmal schmeckt Nachtluft nach Himbeerzuckerwatte" Mein persnlicher Lieblingssatz brigens. Und deshalb musste ich ihn noch schnell loswerden, bevor ich mich in mein Bettchen lege, nach dem ich mich so voller Mdigkeit sehne. Ich war noch spazieren. Allein. Und ich mag es. Vor meiner Haustr steht eine alte Holzbank. Sie war mal blau lackiert und berall brckelt die Farbe schon ab. Die alte Bank htte bestimmt viel zu erzhlen. Wie viele Menschen schon auf ihr gesessen haben, groe, kleine, dicke, dnne, junge & alte. Ich wrde die ganze Nacht auf der Bank verbringen und sie wrde mir all die Geschichten erzhlen und ich wrde nur zuhren. Die Nachtigall singt. Ein Fuchs rennt an mir vorbei. Ich schau in den Sternenhimmel und sehe all die Sterne, die ber mich wachen. Sternenglanz. Sternenregen. Ich kann sie sehen. Allesamt und beim versuchen sie zu zhlen, werden es immer mehr. Ich wnsche mir eine Sternschnuppe. Aber Sternschnuppen kommen nicht, wenn man sie sich wnscht. Sie erscheinen einfach so am Himmelszelt, wenn man nicht damit rechnet. Pltzlich sind sie da und das Herz klopft, weil man es kaum glauben kann, das sie wirklich da sind und dann schaut man ihnen voller Sehnsucht hinterher und flstert leise seinen Wunsch in den Wind ... Ein Flugzeug blinkt dazwischen. Fernweh. So sehr. Ob die Menschen im Flugzeug schlafen? Ob sie wissen, das sie ber Berlin fliegen? Ich mchte winken und rufen: Hallo, hier bin ich! Der Himmel ist so tief und so weit. Man kann sich in ihm verlieren. Himmelssturm. Sommerbrise. Nachtluft. Ich zieh meine Jacke enger zusammen. Ein Mann torkelt an mir vorbei. Im Anzug. Haltung bewahren, flstere ich in mich rein. Der Mann ist nicht mehr zu sehen. Ich friere und bin mde. Ein Auto hlt und sucht einen Parkplatz. Er kommt. Mein Liebster. Mein Herz schlgt Purzelbume. Die Autotr schlgt zu. Er kommt auf mich zu, ksst mich sanft und flstert mir ins Ohr: Gehen wir nach oben Mademoiselle de nuit? Ja, flstere ich zurck. Und es duftet irgendwie nach Himbeerzuckerwatte. Gute Nacht, meine lieben Leser!