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Stabilität &

Atmung
Ein gelungener Gesang und gelungenes
Sprechen basiert auf der Gegenteil, die
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Schwingung wird
Fähigkeit, mit der Stimme gefühlvoll Inhalte eingeschränkt, weil gegen den Luftdruck
zu vermitteln. zusätzlich eine gesteigerte
Singen ist die Arbeit mit der lebendigen Oberflächenspannung der Stimmbänder
Stimme. Wenn der Zuhörer berührt werden gebildet werden muß. Nur eine ganz
kann ist die Stimme angekommen. bestimmte KLEINE Luftmenge ist
erfordelich und in jedem Falle ausreichend
Diese Möglichkeit mit der Stimme zu um die vollsten, lautesten,
arbeiten setzt allerdings eine ganz durchdringendsten Töne hervorzubringen,
bestimmte ORGANISCHE Konstellation ohne dass eine vor den Mund gehaltenen
voraus. Wo ich künstlerisch ganz frei bin in Kerze flackern würde. Denn nicht die Luft
meiner Interpretation, beim Singen bestimmt den Sound der Stimme, sondern
unterliege ich als Sänger immer einem die von der Schwingung der Stimmbänder
ganz bestimmten Klangerzeugungs- ausgehende RESONANZ im ganzen
Vorgang. Für jeden Sänger und jede Körper des Singenden. Diese Resonanz
Sängerin gilt die gleiche Gesetzmäßigkeit bestimmt den SOUND, also den KLANG
in der Erzeugung des organischen Tones. der Stimme, nicht die Luftmenge oder gar
Das gleiche gilt für das Sprechen auf der der Luftdruck mit dem gesungen wird. Das
Theaterbühne. ist immer wieder wichtig festzustellen. Ein
möglicherweise hoher Luftverbrauch beim
Wie entsteht der Ton überhaupt? Singen führt sehr oft dazu, dass
Die Schwingung der Stimmbänder im unwillkürlich mehr und tiefer eingeatmet
Kehlkopf ist der Anfang. Die feinen Ränder wird, sozusagen um Luftreserven
der Stimmlippen bringen jeweils einen aufzubauen. Das ist aber absolut unnötig.
feinen Ton hervor, hervorgegangen aus Der hohe Luftverbrauch findet statt, weil
der Eigenschwingung und aufrecht nicht genügend Resonanz im Körper
erhalten durch die beim Singen und aufgebaut wird. Indem ich auf den
Sprechen unwillkürlich an den Luftverbrauch achte und dieses Problem
Stimmbändern vorbei fließenden angehe durch ein Mehr an Luftreserven,
ATEMLUFT. Die Luft ist jetzt in soweit verliere ich die Kontrolle über den
hilfreich bei der Tonerzeugung, indem sie eigentlichen Kern der Stimme, über die
die Schwingung aufrecht erhält. Wie der Resonanz und den Sound, den ich
Geigen-Bogen über die Geigen-Saite eigentlich verliere und deshalb mehr Luft
streicht und die Schwingung der Saite verbrauche als notwendig. Die Luft fließt
aufrecht erhält, streicht die Luft an den ungenutzt an den Stimmbändern vorbei
Stimmbändern entlang und hält deren und erzeugt keine Schwingung. An der
Schwingung aufrecht. Was bis hierher Resonanz muß ich also arbeiten, wenn ich
entsteht ist immer noch ein eher feiner meine Stimme kräftigen will und nicht an
Ton - noch wenig kraftvoll. der Luft.
Wie wird der Ton kräftiger und tönend? Wozu also Atemtechnik?
Die Stärkung dieses Tones erfolgt jetzt Das Wort Atem-TECHNIK vermittelt einen
NICHT mit gesteigerter Luftzufuhr gegen falschen Eindruck von dem worum es
die Stimmbänder. Das wäre völlig beim Singen geht. Der natürliche Atem-
uneffektiv, denn anstatt mehr zu Vorgang findet nicht durch eine
schwingen geschieht genau das eigenständige Bewegung der Lungenflügel
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statt, die sich die Luft selbst einsaugen Wie sollen wir für gestützte Stimme
können. Die Lungen haben keine atmen?
Möglichkeit einer eigenständigen Wichtig dabei ist es, die Luft immer
Bewegung. UM die Lungen HERUM möglichst tief in den Unterbauch fallen zu
ziehen bei der Atmung Muskeln die lassen, also nicht zu hoch direkt in den
Oberfläche der Lungenflügel nach Bauch, bzw. in das Zwerchfell zu stützen.
AUSSEN. Diese Vergrößerung der Außen- Die Luft fällt nach unten in den Bauch und
Oberläche der Lungenflügel bewirkt es entsteht eine Spannung der
INNEN die Entstehung eine Unterdrucks Bauchdecke nach AUSSEN, nicht nach
und dieser saugt Luft in die Lungen. Es ist Innen. Das Zwerchfell muss frei bleiben
wie bei einer Luftpumpe. Wenn ich jetzt von Verspannung. Natürlich wird beim
gezielt in den Brustkorb einatme, fülle ich Singen die ganze Bauchdecke
damit nur den oberen Bereich der angespannt, aber es ist ein Unterschied
Lungenflügel und blähe meinen Brustkorb ob ich hinein stütze, nach innen in den
damit auf. Der untere Bereich der Bauch, oder ein Bauchgefühl nach
Lungenflügel bleibt ungenutzt. Außerdem AUSSEN aufbaue. Das ist sehr
kann ich mit dieser Verspannung des entscheidend für die richtige Entfaltung
Brustkorbs nicht gut sprechen, der Resonanz. Mit dem richtigen Stützen
geschweige denn singen. Viel wird das Zwerchfell durch die
unverspannter verläuft die Atmung, wenn Bauchmuskulatur nach unten gehalten.
ich dem natürlichen Weg der Atmung folge
und in den BAUCH atme. Die Bauchdecke Woher kommt ein angenehmes Vibrato?
zieht die Lungenflügel nach unten und die Gleichzeitig zum Stützen nach außen wird
einströmende Luft verteilt sich gleichmäßig ja beim Singen immer eine zwar sehr
in die Lungen. So gleichmäßig, dass ich geringe, aber trotzdem bestimmte
die Luft garnicht mehr in den Lungen Luftmenge benötigt. Das heißt, das
spüre, sondern tatsächlich den Eindruck Zwerchfell muß immer auch ein wenig
habe, in den Bauch zu atmen. Das nachgeben, damit Luft abgegeben werden
Zwerchfell spielt dabei die entscheidende kann. Es entsteht für das Zwerchfell also
Rolle, denn dieser Muskel-Lappen liegt eine Art "hin-und-her" Orientierung.
zwischen Lungen und Bauchraum und ist Einerseits nach Unten von der
das Bindeglied zwischen Bauchdecke und Bauchdecke gehalten, andererseits nach
Lungen. Die Bauchmuskulatur zieht das Oben immer ein wenig loslassend. Das
Zwerchfell und das Zwerchfell zieht die erzeugt ein Art SCHWEBUNG auf dem
Lungenflügel nach Unten. Das so Zwerchfell. Ein Flattern mit einer
entstehende BAUCHGEFÜHL ist der erste bestimmten Frequenz. Dieses Flattern
Schritt zum richtigen STÜTZEN der wird an die Luftsäule weiter gegeben und
Stimme. Nach und nach wird auch nach erzeugt für die anliegende Resonanz das
Hinten in den Rücken Stabilität in der sogenannte VIBRATO. Das richtige
Muskulatur spürbar. Zuerst nur leicht, Vibrato wird also im Bauch mit dem
dann mehr und mehr bis hinauf in die Zwerchfell gebildet, automatisch, mit nur
SCHULTERN, und bis in den Nacken. einer feststehenden Fequenz. Eine andere
Dort hinten im Nacken wirkt diese Form des Vibrato entsteht oft in der Kehle,
Aktivierung der Muskulatur bis an den wenn das AUFMACHEN nicht stabil genug
Kehlkopf, also bis an die Stimmbänder. bleibt. Die Schwebung heißt dann
Rund herum fühlt sich jetzt dieses TREMOLO und ist in der Frequenz
Körpergefühl stabilisierend an. Vom Bauch steuerbar und kontrollierbar. Dieses
gleichzeitig in den Rücken und bis hinten Tremolo wird in der Pop und Rock Musik
herauf in die Schultern. Diese umfassende sehr gezielt eingesetzt. Fest steht jedoch
Stabilität ergibt für den Singenden ein eines: Erst mit dem "echten" Vibrato hat
neues Körpergefühl mit dem er nicht nur die Stimme auch einen wirklich TIEFEN,
eine perfekte Grundeinstellung gefunden körperlichen Sound, mit viel Körper-
hat, sondern mit dessen Hilfe jetzt die Resonanz und sollte voll entwickelt
Stimme kontrollierbar wird. Wie ein werden. Mit dem Vibrato öffnet sich die
Instrumenten-Korpus ist jetzt der Sänger- Tiefe in der Stimme.
Korpus aufgebaut und bereit der Stimme
die nötige Resonanz zu geben.

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1. Lockerungsübungen 4. Strecke beide Arme nach oben. Stell
Dir vor, über Dir wäre ein Seil gespannt,
Es ist wichtig, dass man begreift, dass an das Du nur rankommst, wenn Du Dich
beim Sprechen ein großer Teil des auf die Zehenspitzen stellst und
Körpers das Sprechen beeinflusst. Der abwechselnd Deinen Oberkörper links
Körper darf weder zu sehr gespannt noch und rechts mehr nach oben streckst.
zu sehr entspannt sein, es muss eine Stelle Dir vor, auf diesem Seil wären die
gesunde Balance zwischen Spannung Laute p, t, k, f, s, sch, ch aufgehängt –
und Entspannung geben. Also versuche, sie zu „pflücken“ und beim
entspannen wir zuerst und bauen dann erreichen auszusprechen.
eine gute Spannung auf!

1. Lege Dich auf eine weiche Unterlage 2. Atemübungen


und entspanne. Lass den Gedanken
völlig freien Lauf, blockiere Dich nicht. Atemübungen sind das Wichtigste beim
Denke über den Tag nach, über die Sprechtraining. Man unterscheidet
Geschehnisse, über das positive und grundsätzlich 2 Atemarten:
negative. Lass alles nochmals vor
Deinem geistigen Auge ablaufen. 1. Lungenatmung

Dann beginne, Deinen Kopf bewusst zu 2. Flankenatmung


entspannen. Versuche ihn zu fühlen und
entspanne ihn, lass die Muskeln los, Die Lungenatmung ist die eigentlich
versuche nicht, Dich anzustrengen. Das „normale“ Atmung, die wir im Alltag
mache dann mit allen Körperteilen: meistens benutzen. Man kann es daran
Gesicht, Hals, Brust, Arme, Hände, erkennen, dass sich der Brustkorb beim
Bauch, Rücken, Schenkel, Beine und einatmen hebt und beim ausatmen
Füße. Versuche zu spüren, wie das Blut senkt. Weil das Volumen im Vergleich
darin fließt. Und lasse Dir Zeit bei dieser zur Flankenatmung relativ klein ist,
Übung. Dann versuche mal Deinen Kopf spricht man auch von der Kurzatmung.
anzuheben. Wenn Du das Gefühl hast, er Die Lungen- oder Kurzatmung ist fürs
wäre schwer wie ein Fels und Du bewusste Sprechen nicht geeignet, da
könntest ihn nicht anheben, dann bist Du sie die Stimmbänder stärker belastet, als
schon auf dem richtigen Weg! die...

Rolle Dich auf eine Seite und stehe Flankenatmung. Die Flankenatmung ist
langsam auf, nicht zu schnell, Du eine sehr tiefe Atmung (wird daher auch
könntest eventuelle Probleme mit Tiefenatmung genannt), die wir im Alltag
Deinem Kreislauf bekommen. Dann meistens kurz vor dem Einschlafen oder
kann’s eigentlich losgehen! wenn wir sehr ruhig sind, benutzen. Zum
bewussten Sprechen ist sie unabdingbar.
Ab hier wird’s wichtig! Man sieht die Flankenatmung dann,
wenn der Bauch (anstatt des Brustkorbs)
2. Schüttle Deine Arme und Beine kräftig beim einatmen nach außen wölbt und
aus, lockere sie. Dann stell Dich auf, die beim ausatmen in seine normale
Beine Schulterbreit auseinander und Stellung zurückgeht.
beuge Dich vornüber, so dass die Arme
„schlapp“ herabhängen, Richtung Füße. So gelangt man am einfachsten zur
Schüttle Deine Arme mittels Deinen Flankenatmung:
Schultern noch ein wenig. Richte Dich
„Wirbel für Wirbel“ auf und achte dabei 1.) Grundstellung (Körper entspannt,
auf Deinen Rücken, wie es sich anfühlt. Beine schulterbreit auseinander, Knie
leicht gekrümmt) einnehmen (wie
3. Stelle Dir vor, Du wärst eine übrigens bei allen folgenden Übungen)
Marionette, die an einer dünnen Schnur und alle Luft bewusst ausatmen und
über Deinem Kopf hängt. Ziehe Dich an darauf warten, bis der Körper von alleine
dieser Schnur hoch; gehe dabei auf die wieder Luft holt. Sich dann in die
Zehenspitzen und wieder zurück auf die „Flanken“, d. h. im Rücken, kurz
Füße. Mach diese Übung ein paar Mal.

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oberhalb der Hüfthöhe fassen und dies, bis der gesamte Atem entwichen
versuchen, bewusst dort „hin zu atmen“. ist.
Dann ausatmen und nicht Luft holen,
sondern warten, bis sich der Körper die 6.) Ziehe abwechselnd rechte und linke
Luft „von alleine“ holt. Diese Übung Schulter in Richtung Ohrläppchen, atme
mehrmals wiederholen, bis man sich der dabei ein. Lasse anschließend die
Flankenatmung bewusst ist und sie Schulter fallen und atme dabei aus.
immer wieder abrufen kann, ohne sich in Achte darauf, dass Du den Kopf nicht
die Flanken fassen zu müssen. entgegenneigst. Nach wenigen Übungen
kannst Du das Tempo beschleunigen und
2.) Recke die Arme beim Einatmen nach anschließend die Übung mit beiden
vorne und dann nach oben, halte kurz Schultern gleichzeitig ausführen.
die Spannung und nehme die Arme beim Spreche dabei die Laute p, t, k aus.
Ausatmen wieder nach unten, kurz:
Beim Einatmen die Arme hoch, beim 7.) Lasse Deine Schulter weichfließend
Ausatmen runter. kreisen, von vorne nach hinten, beim
aufwärts ziehen atme ein und bei der
3.) Strecke die Arme seitlich aus und rückwärtigen Drehung atme auf f, s,
recke sie beim Einatmen nach oben, sch, ch aus. Die Höhe der
halte die Spannung kurz. Dann senke die Schulterbewegung ist nicht so wichtig,
Arme beim Ausatmen wieder. vielmehr ist der gleichmäßige Rhythmus
wichtig.
Versuche, mit Deinen Armen die Flügel
eines Vogels zu imitieren, der ganz ruhig 8.) „Bogenschießen“: Stelle Dir vor, Du
seine Schwingen beim Fliegen bewegt. hättest Pfeil und Bogen in der Hand: Die
Die Bewegung der Arme sollte ganz linke Hand ist ausgestreckt (um den
harmonisch mit dem Atemrhythmus Bogen zu halten) und die rechte Hand
verbunden werden. spannt den Bogen (mit dem Pfeil). Beim
spannen tief in die Flanken atmen und
4.) Strecke beim Einatmen die Arme Spannung in beiden Armen halten. Dann
seitlich weit aus, so weit, bis der auf ptk kräftig ausatmen und alles
Brustkorb weit gedehnt ist. entspannen.

Schlage beim Ausatmen die Arme vorne Nun „spanne den Bogen“ nach oben,
über Kreuz, ganz so, als wolltest Du Dich unten und mit der gegenüberliegenden
selbst umarmen. Seite. Mache diese Übung anstatt mit ptk
zusätzlich noch mit p, ps, pst, psch,
5.) Um die Tiefenatmung zu verstärken, pscht, ks, kst, ksch, kscht, ft.
hilft das sogenannte „Atemschnüffeln“:
Sauge die Luft mit kräftigen aber kurzen 9.) Drehbeuge im Stehen: Verschränke
Stößen hörbar durch die Nase ein. Lege Deine Hände hinter dem Kopf,
zwischen jedem Stoß eine kurze Pause Ellenbogen zurückführen und den
ein, während dieser Pause darf aber die Oberkörper nach rechts drehen, dabei
Bauchmuskulatur nicht an Spannung gleichzeitig tief einatmen. Kurze
verlieren! Lege zur Kontrolle Deine Spannungspause, anschließend
Hände in die Flanken, die Ellenbogen Oberkörper nach vorne in die Tiefe fallen
zeigen dabei nach hinten und achte bei lassen und auf sch ausatmen. Dann
jedem Atemstoß, wie Dein Wirbel für Wirbel aufrichten (wie bei der
„Gürtelumfang“ größer wird! 2. Lockerungsübung) und Dich
entspannen. Dann das gleiche mit linker
Drehung wiederholen.
Lasse nach einer kürzeren Pause einen
kleineren Teil der eingeatmeten Luft
durch eine ganz kleine Lippenöffnung
entweichen. Halte den restlichen Atmen
und lasse nach einer kurzen Pause
wieder einen kleinen Teil entweichen, die
Lippen müssen dabei ganz locker sein
und in den Pausen geschlossen. Mache

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3. Resonanzübung Jeder beginnt zu summen auf „MMM“.
Die Tonhöhe variiert (Gleittöne). Jede/r
Resonanz-Stimmübungen haben spürt nach, ob er/sie bei sich selbst die
folgende Ziele: Resonanztöne in Form eines Kribbelns
- Finden deiner persönlichen wahrnehmen kann.
Sprechlage (Indifferenzlage)
- Resonanzfähigkeit des Körpers Hinweise: nicht zu laut, leichte
- Optimierung des Klanges Gähnstellung, ruhige Atmung
- Erweiterung deiner stimmlichen
Ausdrucksmöglichkeiten Die Schlange bewegt sich nun und
- Nutzung des Gruppenklanges als versucht, mit den Klangvibrationen die
Instrument Umgebung abzutasten. Behaltet Euch in
- Kontakt. Was hast Du gespürt?

Klingen lassen: MMMMMOOOOOAAA --------------------------------


--------------------------------
Stelle Dich in der Grundstellung hin,
nachdem Du gelockert bist. --------------------------------
Atme so natürlich wie möglich mit der --------------------------------
Flankenatmung: Atme erst aus und --------------------------------
warte, bis der Einatemimpuls kommt.
Stütze eine Hand in die Flanken, um die --------------------------------
Atemrichtung zu bestimmen, und lege --------------------------------
eine hand aufs Brustbein.
--------------------------------
Bringe Deine Mund in eine leichte
Gähnstellung bei geschlossenem Mund. Jetzt beginnt der Schlangenkopf mit
Öffne den Mund zum Einatmen; lasse „Hammmmm!“ der/die nächste schließt
den Atem in den Bauch und die Flanken an usw. bis der Ton einmal durch die
fallen. Schlange gewandert ist. Was hast Du
jetzt gespürt und gehört?
Schließe den Mund und beginne zu
tönen: Auf MMMMMMMMM. Warte, bis --------------------------------
die Lippen kribbeln und Du im ganzen
Sprechapparat und mindestens in der --------------------------------
Brust ein Kribbeln des Tones spürst. --------------------------------
Dann erst öffnet sich der Mund zum
OOOOOOOOOOO. Achte auf einen vollen
--------------------------------
Ton: Hals weit, Kribbeln. Wenn Du das --------------------------------
Spürst, öffne weiter zum AAAAAAAAA --------------------------------
und lasse den Ton ausklingen.
--------------------------------
Für einen neuen Ton atme Restluft aus
und warte auf den Einatemimpuls, sei Notiere hier, was resonanz ist und wie
ganz entspannt und überlasse Deinem Du am besten Resonanz erzeugst:
Körper das Tempo.
--------------------------------
Vibrierende Schlange
--------------------------------
--------------------------------
Ziel: Körperresonanz erleben und --------------------------------
ausbauen
--------------------------------
Die Gruppe stht im Kreis, jeder die --------------------------------
Hände auf die Schulterblätter (also an --------------------------------
den Rücken) des Vordermanns.

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Resonanz
& Sound
Die Resonanz der Stimme im Körper IST die
Stimme. Dabei bilden bestimmte Resonanz-
Erscheinungen ganz bestimmte Sounds der
Stimme ab.
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anliegende Spannung zu konzentrieren
und zur Mitte der Stimmbänder hin die

Spannung lockerer zu lassen, sodass eine


Jeder hat schon mal vom Unterschied ganz andersartige Schwingung entsteht,
zwischen Kopf- und Brust-Stimme gehört zwar noch auf dem gleichen Ton, aber mit
und die Vermutung liegt nahe, dass es bei einer anderen Klang-Farbe, der Kopf-
der Kopfstimme um reine Kopf- Stimme. Sie kling zunächst ein wenig
Resonanzen und bei der Brust-Strimme dünner, feiner und zerbrechlicher, aber
um reine Brust-Resonanzen handelt, die tendenziell in einer für die höheren Lagen
jeweils das entsprechende Stimm-Register einfacheren Form, am schönsten mit dem
hervorbringen. Das ist falsch. Sowohl Vokal i zu erhalten. Diese Kopf-Stimme
Kopf- als auch Brust-Stimme beinhalten im kann jetzt einen ganz bestimmten idealen
Idealfall gleichermaßen Brust- UND Kopf- Klang-Verlauf nehmen und damit zu einem
Resonanz. Das ist sogar sehr wichtig, einzigartigen Sound heranwachsen, der
nicht nur um einen ausgeglichenen Sound ganz besonders gesanglich ist. Dieser
entstehen zu lassen, sondern auch um der Resonanz-Verlauf der Kopf-Stimme im
exakten Intonation willen. Im klassischen klassischen Sinne, bzw. als Ergebnis der
Ideal steht die Kopf-Stimme der Klassischen Schule, nimmt einen
Sängerinnen im Vordergrund der bestimmten Weg. Nicht einfach von der
Entwicklung und die Brust-Stimme der Kehle durch den Hals nach oben in den
Sänger. In beiden Fällen geht es um die Kopf und von dort nach Aussen, sondern
Entwicklung eines ausgeglichenen Brust- in einer Art Welle ÜBER dem Kopf, über
und Kopf-Resonanz Verhaltens. dem Gaumen verlaufend (nicht am
Gaumen verlaufend), über dem Scheitel in
Zunächst hat der Übergang von Brust- zu einem Bogen nach Vorne. Sie erscheint
Kopf-Stimme mit der Tonhöhe zu tun. Ab dann als deutliche Resonanz auch im
einer bestimmten Tonhöhe entsteht auf Gesichtsfeld, um die Augen herum, in der
den Stimmbändern die Alternative Nähe der Stirn. Nicht auf direktem Weg,
zwischen zwei unterschiedlichen sondern sozusagen im Umweg durch/über
Schwingungs-Zuständen. Einmal können den Kopf nach Vorn.
sie wie ein durchweg kompaktes Band
eine gleichmäßige Oberflächen-Spannung Die Mundhaltung bleibt dabei möglichst
aufbauen und darauf einen Ton erzeugen, passiv, locker und unbeteiligt, die Lippen
das entspricht der Brust-Stimme. Dann wie O-förmig nach Aussen gebogen, der
wiederum ist es ab einer bestimmten Stimme wie ein Trichter den Weg nach
Tonhöhe möglich, mehr und mehr in eine Aussen weisend. Der Unterkiefer folgt
energetisch bessere Schwingung zu dieser nach Hinten-Oben sich
geraten, da es mehr und mehr schwieriger bewegenden Richtung der Stimme und
wird mit gesteigerter Dehnung der fällt nach Unten mit einer leichten Tendenz
höheren Töne über das ganze Stimmband nach Hinten. Jede Verspannung im Mund
eine kompakte Spannung zu halten. Jetzt oder am Kiefer ist dabei störend und
wird es tendenziell einfacher, eine an den hindert die Stimme an der freien
äußeren Rändern der Stimmbänder
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Entfaltung. Es ist nicht ganz leicht dieser breiter und auch nicht mehr so genau
Idealen Resonanz der Kopfstimme auf die Vokale als eigentlich mehr Vokal-Laute.
Schliche zu kommen. Vor allem, weil Ein A gibt es als Vokal garnicht im
dabei immer auch der Gegenpol nicht Amerikanischen, jedenfalls nicht
fehlen darf, die Körper-Resonanz. Auch gesprochen. Das würde dann etwa wie
die Kopfstimme kann ohne entsprechende "awe" geschrieben werden müssen um
Sound-Tiefe nicht richtig zur Entfaltung daraus ein gesprochenes A werden zu
und in eine optimale Sound-Balance lassen. A spricht sich dort wie das
kommen. Die Tiefe entwickelt sich am deutsche Wort "ey".
besten über die Brust-Stimme, also an der
Arbeit mit tieferen Tönen. O und A als Um diese amerikanischen Belting-Vokale
Vokal sind dabei von großer Hilfe. Es ist optimal aussprechen zu können und um
wichtig die Tiefe wirklich zu SPÜREN, sie damit auch besser singen zu können
nicht nur zu hören, denn sehr oft resoniert gibt es eine spezielle MUNDHALTUNG.
die Stimme nicht viel tiefer als im oberen Sie ist breit wie die breiten Vokal-Laute
Brustkorb. Bis in den Bauch muß sie und GEBISSEN. Dieser BISS hat dabei
reichen, wenn sich das Vibrato einstellen die Funktion eines Hebels, der den
soll. Dieses Vibrato ist dann auch bei der Unterkiefer hinten vom Oberkiefer löst und
Kopfstimme ein Indiz dafür auf dem somit im Rachenraum eine große Öffnung
richtigen Weg zu sein. Erst eine erzeugt. Diese AKTIVE Mundhaltung
Kopfstimme mit idealem Kopf-Resonanz- unterstützt den nach VORNE gerichteten
Verlauf UND einer gut spürbaren Körper- Ansatz der Belting-Vokale , was ihr den
Resonanz mit entsprechend charakteristischen "geschmetterten"
ausgeprägtem Vibrato erkling brilliant, weil Sound verleiht. WICHTIG: Die direkt nach
OFFEN. Vorne gesprochenen Belting-Vokale
erklingen automatisch mit dem
Für die Rock und PopMusik ist dieser geschmetterte Sound der Belting-Stimme.
klassisch ideale Sound aber nicht Es geht in keiner Weise um irgend einen
grundlegend brauchbar. Dieser extreme zusätzlichen Druck gegen die
Kopf-Sound transportiert nicht die gleiche Stimmbänder oder ein Pressen der
körperliche Wucht einer Brustimme. Der Stimme um diesen Sound zu erzeugen.
soulige, gospelige Charakter der Stimme, Allein die anderen Vokale, gesprochen in
bei der gerade die Frauenstimmen noch einer Kombination mit einer beißenden,
bis in die höchsten Lagen Bruststimme aktiven Mundhaltung, erzeugen den
singen ist ein ganz anderes Ideal unserer charakteristischen Sound der Belting-
Zeit. In diesem Sinne hat sich die Stimme.
sogenannte BELTING-Technik entwickelt.
Das Wort "to belt" bedeutet dabei nicht Bei der Erarbeitung dieses Belting-
etwa "schüren", wie das oft Ansatzes ist immer wieder problematisch,
fälschlicherweise übersetzt wird, sondern dass es verleitet zu pressen, und Anfangs
"SCHMETTERN". Die Belting-Stimme der Eindruck entsteht, dass die Stimme
klingt also "geschmettert". geschrien wird. Oft sind die ersten
Versuche überhaupt nicht gesanglich.
Jetzt ist es ganz wichtig zu klären, was Innerhalb der Übungen entsteht eigentlich
genau denn dieses Schmettern erzeugt, nie ein wirklich "gesanglicher" Charakter
und warum die Belting-Stimme nicht den der Stimme. Die Belting-Stimme ist
gleichen Klang hat wie die klassische. Der innerhalb der Übungen immer sehr
klassische Sound steht in direktem aufdringlich. Erst im Song, erst beim
Verhältnis zu den klassischen VOKALEN. Singen wird deutlich wie die Belting-
Diese sind der Italienischen Sprache Stimme die "richtige" Stimm-Farbe
entnommen, welche den Vokalen der hervorbringt. Belting ist ein Hilfsmittel. Am
deutschen Sprache entsprechen. Die Ende benutzt jeder Sänger und jede
kleinen, deutlich umkreisten Vokalen a e i Sängerin eine eigenen Mischung aus einer
o u bilden einen klaren, eng umrissenen klaren "ganz nach Vorne" angesetzten
und auch kopf-resonantigen Ton. Die Belting Stimme und einem Anteil an
Belting Vokale hingegen entstammen geführter Kopf-Resonanz wie sie aus dem
einer anderen Sprache, nämlich der klassischen Ansatz deutlich wird.
amerikanischen und sind entsprechend

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