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Normen-Download-Beuth-H. Stoll GmbH & Co. KG-KdNr.82422-LfNr.5572423001-2011-12-13 10:00

DEUTSCHE NORM

Juni 2008

DIN EN 10277-1

D

Normenausschuss Eisen und Stahl (FES) im DIN

ICS 77.140.60

Ersatz für DIN EN 10277-1:1999-10

Blankstahlerzeugnisse – Technische Lieferbedingungen – Teil 1: Allgemeines; Deutsche Fassung EN 10277-1:2008

Bright steel products – Technical delivery conditions – Part 1: General; German version EN 10277-1:2008

Produits en acier transformés à froid – Conditions techniques de livraison – Partie 1: Généralités; Version allemande EN 10277-1:2008

Gesamtumfang 20 Seiten

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.

Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin

Preisgruppe 11

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Normen-Download-Beuth-H. Stoll GmbH & Co. KG-KdNr.82422-LfNr.5572423001-2011-12-13 10:00

DIN EN 10277-1:2008-06

Nationales Vorwort

Dieses Dokument (EN 10277-1:2008) wurde vom Technischen Komitee (TC) 23 „Für eine Wärmebehandlung bestimmte Stähle, legierte Stähle und Automatenstähle — Gütenormen“ (Sekretariat: DIN, Deutschland) des Europäischen Komitees für die Eisen- und Stahlnormung (ECISS) ausgearbeitet.

Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Unterausschuss 05/1 „Unlegierte und legierte Maschinenbaustähle“ des Normenausschusses Eisen und Stahl (FES).

Während der Vorbereitung der ersten Ausgabe dieser Europäischen Norm standen nur unzureichende statistische Zahlen bezüglich der mechanischen Eigenschaften der Blankstahlerzeugnisse zur Verfügung. Mittlerweile hat man erkannt, dass die Werte für die Dehngrenze im kaltgezogenen Zustand zu hoch angesetzt wurden. Außerdem können die beim Richten auftretenden Spannungen die Dehngrenze erniedrigen (Bauschinger Effekt), was in der ersten Ausgabe der Norm nicht berücksichtigt wurde. In dieser zweiten Ausgabe wurden die Dehnwerte für die unlegierten und legierten Stahlsorten im Zustand +QT+C in den Teilen 3 und 5 gegenüber der ersten Ausgabe nach unten korrigiert.

Änderungen

Gegenüber DIN EN 10277-1:1999-10 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) falls ein Nachweis der Feinkörnigkeit verlangt wird, kann, wenn der Besteller nicht einen Nachweis nach EN ISO 643 fordert, der Hersteller diesen durch die Angabe eines Mindestanteils an Aluminium im Stahl führen;

b) Überarbeitung des Abschnittes zur Oberflächenbeschaffenheit;

c) Abschnitt zu makroskopischen Einschlüssen wurde ergänzt (siehe 7.5.2);

d) redaktionelle Überarbeitung.

Frühere Ausgaben

DIN 1652: 1944x-08, 1963-05 DIN 1652-1: 1990-11 DIN EN 10277-1: 1999-10

2

EUROPÄISCHE NORM EUROPEAN STANDARD NORME EUROPÉENNE

EN 10277-1

März 2008

Normen-Download-Beuth-H. Stoll GmbH & Co. KG-KdNr.82422-LfNr.5572423001-2011-12-13 10:00

ICS 77.140.60

Ersatz für EN 10277-1:1999

Deutsche Fassung

Blankstahlerzeugnisse - Technische Lieferbedingungen - Teil 1: Allgemeines

Bright steel products - Technical delivery conditions - Part 1: General

Produits en acier transformés à froid - Conditions techniques de livraison - Partie 1: Généralités

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 4. Februar 2008 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management- Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern. EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36

B-1050 Brüssel

© 2008 CEN

Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.

Ref. Nr. EN 10277-1:2008 D

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort

3

1

Anwendungsbereich

4

2

Normative Verweisungen

4

3

Begriffe

5

4

Einteilung und Bezeichnung

6

4.1

Einteilung

6

4.2

Bezeichnung

6

5

Bestellangaben

6

5.1

Verbindliche Angaben

6

5.2

Optionen

7

6

Herstellverfahren

8

6.1

Stahlherstellungsverfahren

8

6.2

Herstellung des Erzeugnisses

8

6.3

Lieferzustände

8

7

Anforderungen

8

7.1

Chemische Zusammensetzung

8

7.2

Mechanische Eigenschaften

8

7.3

Härtbarkeit

9

7.4

Korngröße

9

7.5

Nichtmetallische Einschlüsse

9

7.5.1

Mikroskopische Einschlüsse

9

7.5.2

Makroskopische Einschlüsse

9

7.6

Entkohlung

9

7.7

Oberflächenbeschaffenheit

9

7.8

Innere Beschaffenheit

10

7.9

Maße, Form, Grenzabmaße und Formtoleranzen 10

8

Prüfung

10

8.1

Art und Inhalt von Prüfbescheinigungen

10

8.2

Spezifische Prüfung

11

9

Kennzeichnung

11

Anhang A (normativ) Maßgeblicher Wärmebehandlungsquerschnitt für die mechanischen Eigenschaften

13

Anhang B (normativ) Optionen

16

Literaturhinweise

18

2

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Vorwort

Dieses Dokument (EN 10277-1:2008) wurde vom Technischen Komitee ECISS/TC 23 „Für eine Wärmebehandlung bestimmte Stähle, legierte Stähle und Automatenstähle - Gütenormen“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis September 2008, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis September 2008 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können. CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu identifizieren.

Dieses Dokument ersetzt EN 10277-1:1999.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Die Europäische Norm EN 10277 „Blankstahlerzeugnisse — Technische Lieferbedingungen“ ist wie folgt unterteilt:

Teil 1: Allgemeines

Teil 2: Stähle für allgemeine technische Verwendung

Teil 3: Automatenstähle

Teil 4: Einsatzstähle

Teil 5: Vergütungsstähle

Während der Vorbereitung der ersten Ausgabe dieser Europäischen Norm standen nur unzureichende statistische Zahlen bezüglich der mechanischen Eigenschaften der Blankstahlerzeugnisse zur Verfügung. Mittlerweile hat man erkannt, dass die Werte für die Dehngrenze im kaltgezogenen Zustand zu hoch angesetzt wurden. Außerdem können die beim Richten auftretenden Spannungen die Dehngrenze erniedrigen (Bauschinger Effekt), was in der ersten Ausgabe der Norm nicht berücksichtigt wurde. In dieser zweiten Ausgabe wurden die Dehnwerte für die unlegierten und legierten Stahlsorten im Zustand +QT+C in den Teilen 3 und 5 gegenüber der ersten Ausgabe nach unten korrigiert.

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

1 Anwendungsbereich

Dieser Teil der EN 10277 legt die allgemeinen technischen Lieferbedingungen für gerichteten und abge- längten Blankstahl fest, im gezogenen, geschälten oder geschliffenen Zustand, aus den folgenden Stahlsorten:

a) Stähle für allgemeine technische Verwendung nach EN 10277-2;

b) Automatenstähle nach EN 10277-3;

c) Einsatzstähle nach EN 10277-4;

d) Vergütungsstähle nach EN 10277-5.

Diese Norm gilt nicht für kaltgewalzte Erzeugnisse und für aus Band und Blech geschnittene Stäbe.

In Sonderfällen können bei der Anfrage und Bestellung Abweichungen von oder Zusätze zu diesen technischen Lieferbedingungen vereinbart werden (siehe Anhang B).

Zusätzlich zu den Angaben dieser Europäischen Norm gelten, soweit im Folgenden nichts anderes festgelegt ist, die allgemeinen technischen Lieferbedingungen nach EN 10021.

2 Normative Verweisungen

Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 606, Strichcodierung — Etiketten für Transport und Handhabung von Stahlprodukten

EN 10002-1, Metallische Werkstoffe — Zugversuch — Teil 1: Prüfverfahren bei Raumtemperatur

EN 10020:2000, Begriffsbestimmungen für die Einteilung der Stähle

EN 10021, Allgemeine technische Lieferbedingungen für Stahlerzeugnisse

EN 10027-1, Bezeichnungssysteme für Stähle — Teil 1: Kurznamen

EN 10027-2, Bezeichnungssysteme für Stähle — Teil 2: Nummernsystem

EN 10052, Begriffe der Wärmebehandlung von Eisenwerkstoffen

EN 10079:2007, Begriffsbestimmungen für Stahlerzeugnisse

EN 10083-2, Vergütungsstähle — Teil 2: Technische Lieferbedingungen für unlegierte Stähle

EN 10083-3, Vergütungsstähle — Teil 3: Technische Lieferbedingungen für legierte Stähle

EN 10084, Einsatzstähle — Technische Lieferbedingungen

EN 10204, Metallische Erzeugnisse — Arten von Prüfbescheinigungen

prCEN/TR 10261, Eisen und Stahl — Überblick über verfügbare chemische Analyseverfahren

EN 10277-2, Blankstahlerzeugnisse — Technische Lieferbedingungen — Teil 2: Stähle für allgemeine tech- nische Verwendung

4

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

EN 10277-3, Blankstahlerzeugnisse — Technische Lieferbedingungen — Teil 3: Automatenstähle

EN 10277-4, Blankstahlerzeugnisse — Technische Lieferbedingungen — Teil 4: Einsatzstähle

EN 10277-5, Blankstahlerzeugnisse — Technische Lieferbedingungen — Teil 5: Vergütungsstähle

EN 10278, Maße und Grenzabmaße von Blankstahlerzeugnissen

EN ISO 377, Stahl und Stahlerzeugnisse — Lage und Vorbereitung von Probenabschnitten und Proben für mechanische Prüfungen (ISO 377:1997)

EN ISO 643, Stahl — Mikrophotographische Bestimmung der scheinbaren Korngröße (ISO 643:2003)

EN ISO 3887, Stahl — Bestimmung der Entkohlungstiefe (ISO 3887:2003)

EN ISO 6506-1, Metallische Werkstoffe — Härteprüfung nach Brinell — Teil 1: Prüfverfahren (ISO 6506-1:2005)

EN ISO 14284, Stahl und Eisen — Entnahme und Vorbereitung von Proben für die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung (ISO 14284:1996)

3

Begriffe

Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN 10021, EN ISO 377, EN ISO 14284 und die folgenden Begriffe.

3.1

unlegierter und legierter Stahl Qualitäts- und Edelstahl siehe die Definitionen in EN 10020

3.2

Stahlerzeugnisse Stahlerzeugnisse sind nach Form und Maßen in EN 10079 definiert; die folgenden Definitionen werden hier wiedergegeben

3.2.1

gezogene Erzeugnisse (3.4.5.1, EN 10079) Stahlerzeugnisse verschiedener Querschnittsformen, die aus warmgewalztem Stabstahl oder Walzdraht nach Entzunderung durch Ziehen auf einer Ziehbank (spanlose Kaltumformung) hergestellt werden

ANMERKUNG Dieser Arbeitsgang führt zu besonderen Merkmalen hinsichtlich der Form, der Maßgenauigkeit und der Oberflächenausführung des Erzeugnisses. Außerdem führt der Arbeitsvorgang zu einer Kaltverfestigung, die durch nachträgliche Wärmebehandlung rückgängig gemacht werden kann. Die Stäbe werden unabhängig von ihren Abmes- sungen stets gerichtet geliefert.

3.2.2

geschälte Erzeugnisse (3.4.5.2, EN 10079) Rundstahl, der durch Schälen auf Schälmaschinen hergestellt und anschließend gerichtet und druckpoliert wird

ANMERKUNG 1 Dieser Arbeitsgang führt zu Stäben mit besonderen Eigenschaften hinsichtlich der Form, der Maßgenauigkeit und der Oberflächenausführung. Die Spanabnahme beim Schälen zur Erzielung von Blankstahl ist so bemessen, dass die Oberfläche nahezu frei von Walzfehlern und Randentkohlung ist.

ANMERKUNG 2 Aus fertigungstechnischen Gründen wird mitunter Rundstahl, der nicht als Blankstahl, sondern als Walzstahl bestellt wurde, geschält geliefert. Derartiger Rundstahl zählt nichtsdestoweniger zu den gewalzten Erzeug- nissen und nicht zum Blankstahl.

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

3.2.3

geschliffene Erzeugnisse (3.4.5.3, EN 10079) gezogener oder geschälter Rundstahl, der durch Schleifen oder Schleifen und Polieren eine noch bessere Beschaffenheit der Oberfläche und eine noch höhere Maßgenauigkeit erhält

3.3

Wärmebehandlungsbegriffe die für die Wärmebehandlung von Stahl verwendeten Begriffe sind in EN 10052 definiert

3.4

maßgeblicher Wärmebehandlungsquerschnitt Querschnitt eines Erzeugnisses, für den die mechanischen Eigenschaften festgelegt sind (siehe Anhang A)

Unabhängig von der tatsächlichen Form und den Maßen des Erzeugnisses wird das Maß für den maßgeblichen Wärmebehandlungsquerschnitt stets durch einen Durchmesser ausgedrückt. Dieser Durch- messer entspricht dem Durchmesser eines „gleichwertigen Rundstahles“, der an der für die Entnahme der zur mechanischen Prüfung vorgesehenen Proben festgelegten Querschnittsstelle bei Abkühlung von der Austenitisierungstemperatur die gleiche Abkühlungsgeschwindigkeit aufweist wie der vorliegende maßgeb- liche Querschnitt des betreffenden Erzeugnisses an seiner zur Probenahme vorgesehenen Stelle

ANMERKUNG Der Begriff „maßgeblicher Querschnitt“ sollte nicht mit dem in EN 10052 definierten Begriff „gleichwer- tiger Durchmesser“ verwechselt werden.

4

Einteilung und Bezeichnung

4.1

Einteilung

Die Einteilung der jeweiligen Stahlsorten nach EN 10020 ist in EN 10277-2 bis EN 10277-5 angegeben.

4.2 Bezeichnung

4.2.1 Kurznamen

Für die in dieser Europäischen Norm enthaltenen Stahlsorten wurden die in den betreffenden Tabellen der EN 10277-2 bis EN 10277-5 angegebenen Kurznamen nach EN 10027-1 gebildet.

4.2.2 Werkstoffnummern

Für die in dieser Europäischen Norm enthaltenen Stahlsorten wurden die in den betreffenden Tabellen der EN 10277-2 bis EN 10277-5 angegebenen Werkstoffnummern in Übereinstimmung mit EN 10027-2 zugeteilt.

5

Bestellangaben

5.1

Verbindliche Angaben

Der Besteller muss bei der Anfrage und Bestellung folgende Angaben machen:

a) die zu liefernde Menge (Masse, Anzahl der Stäbe);

b) die Form des Erzeugnisses (z. B. Rund, Sechskant, Vierkant, Flach);

c) die Nummer der Maßnorm (EN 10278);

d) die Maße und Grenzabmaße;

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

e) Verweis auf diese Europäische Norm, einschließlich Nummer des Teiles (z. B. EN 10277-3);

f) Kurzname oder Werkstoffnummer (siehe 4.2);

g) Lieferzustand (siehe 6.3);

h) Oberflächengüteklasse (siehe 7.7 und Tabelle 1);

5.2

Optionen

Der Besteller kann die folgenden zusätzlichen Angaben machen und mit dem Hersteller vereinbaren:

a) Prüfung an Referenzproben für im vergüteten Zustand verwendete Erzeugnisse (siehe B.1);

b) Anforderung an das Feinkorn und Überprüfung des Feinkorns (siehe 7.4 und B.2);

c) etwaige Anforderung an die Überprüfung der nichtmetallischen Einschlüsse (siehe 7.5 und B.3);

d) Entkohlungstiefe (siehe 7.6 und B.4);

e) weitere Anforderungen an die Formtoleranzen nach EN 10278;

f) zeitlich begrenzter Korrosionsschutz (siehe B.5);

g) zerstörungsfreie Prüfung (siehe 7.8 und B.6);

h) Stückanalyse (siehe 7.1.2 und B.7);

i) besondere Kennzeichnung (siehe Abschnitt 9 und B.8);

j) Härtbarkeitsanforderungen für Sorten nach EN 10277-4 und EN 10277-5 (siehe 7.1.1.2 und 7.3 von EN 10277-4 und EN 10277-5);

k) die Art der Prüfbescheinigung nach EN 10204 (siehe 8.1).

BEISPIEL

2 t Rundstäbe mit einem Nenndurchmesser von 20 mm, Toleranzfeld h9, Lagerlänge 6 000 mm nach EN 10278 aus

einem Stahl der Sorte 38SMn28 (1.0760) gemäß EN 10277-3 im Lieferzustand +C, Oberflächengüteklasse 3 und einem

Werkszeugnis 2.2 gemäß EN 10204.

2 t Rundstäbe EN 10278 – 20 h9 × Lagerlänge 6000 EN 10277-3-38SMn28+C – Oberflächengüteklasse 3 EN 10204 – 2.2

oder

2 t Rundstäbe EN 10278 – 20 h9 × Lagerlänge 6000 EN 10277-3-1.0760+C – Oberflächengüteklasse 3 EN 10204 – 2.2

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

6

Herstellverfahren

6.1

Stahlherstellungsverfahren

Das Verfahren zur Herstellung des Stahles bleibt dem Hersteller überlassen.

6.2 Herstellung des Erzeugnisses

Das Verfahren zur Herstellung des Stahlerzeugnisses bleibt dem Hersteller überlassen.

6.3 Lieferzustände

6.3.1 Fertigzustand

Das Stahlerzeugnis ist in einem oder einer Kombination der folgenden Fertigzustände mit oder ohne Wärme- behandlung zu liefern:

a) gezogen, Kurzzeichen +C;

b) geschält, Kurzzeichen +SH;

c) geschliffen, Kurzzeichen +SL.

6.3.2 Schmelzentrennung

Die Erzeugnisse sind nach Schmelzen getrennt zu liefern.

7

Anforderungen

7.1

Chemische Zusammensetzung

7.1.1

Schmelzenanalyse

7.1.1.1

Die chemische Zusammensetzung nach der Schmelzenanalyse muss den Festlegungen von

Tabelle 1 in EN 10277-2 bis EN 10277-5 entsprechen.

7.1.1.2 Wenn Einsatzstähle (siehe EN 10277-4) oder Vergütungsstähle (siehe EN 10277-5) mit Anforde-

rungen an die Härtbarkeit bestellt werden, sind die Härtbarkeitsanforderungen als maßgebliches Annahme- merkmal zu betrachten.

In solchen Fällen ist eine Abweichung der Schmelzenanalyse von den in Tabelle 1 der EN 10277-4 und EN 10277-5 angegebenen Werten unter Berücksichtigung von Fußnote b dieser Tabellen zulässig.

7.1.2 Stückanalyse

Die Grenzabweichungen der Stückanalyse von den für die Schmelzenanalyse festgelegten Grenzwerten (siehe 7.1.1) sind in Tabelle 2 von EN 10277-2 bis EN 10277-5 festgelegt.

Der Besteller kann bei der Anfrage und Bestellung den Nachweis der chemischen Zusammensetzung am Stück verlangen. In diesem Falle sollte auf B.7 verwiesen werden.

7.2 Mechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften von Erzeugnissen nach dieser Europäischen Norm müssen den Festlegungen von 7.2 in EN 10277-2 bis EN 10277-5 entsprechen.

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7.3 Härtbarkeit

Siehe 7.3 von EN 10277-4 und EN 10277-5.

7.4 Korngröße

DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Falls vom Besteller bei der Anfrage und Bestellung nicht anders festgelegt, bleibt die Korngröße des Stahles, mit Ausnahme der Einsatzstähle nach EN 10277-4 und der legierten Vergütungsstähle nach EN 10277-5, dem Hersteller überlassen. Falls bei der Anfrage und Bestellung nicht anders festgelegt, sind Einsatzstähle nach EN 10277-4 und legierte Vergütungsstähle nach EN 10277-5 mit Feinkorn zu liefern.

Wenn vom Besteller bei der Anfrage und Bestellung verlangt, muss die Überprüfung des Feinkorns nach B.2 erfolgen.

7.5 Nichtmetallische Einschlüsse

7.5.1 Mikroskopische Einschlüsse

Falls vom Besteller bei der Anfrage und Bestellung festgelegt, müssen die nichtmetallischen Einschlüsse bei Einsatz- und Vergütungsstählen nach EN 10277-4 und EN 10277-5, B.3.1 überprüft werden.

7.5.2 Makroskopische Einschlüsse

Freiheit von makroskopischen Einschlüssen kann in Stahl nicht garantiert werden. Falls bei der Anfrage und Bestellung vereinbart, müssen Einsatzstähle und Vergütungsstähle auf makroskopische Einschlüsse nach B.3.2 überprüft werden (siehe EN 10277-4 und EN 10277-5).

7.6 Entkohlung

Falls vom Besteller bei der Anfrage und Bestellung festgelegt, müssen bei Vergütungsstählen nach EN 10277-5, die zulässige Entkohlungstiefe und das Verfahren zur Bestimmung der Entkohlungstiefe B.4 entsprechen.

7.7 Oberflächenbeschaffenheit

Gezogene Erzeugnisse müssen eine glatte, zunderfreie Oberfläche haben. Erzeugnisse im abschließend wärmebehandelten Zustand müssen frei von losem Oberflächenzunder sein; ihre Oberfläche darf verfärbt oder verdunkelt sein. Bei Sechskant-, Vierkant- und Flachstahl und Profilen mit besonderen Querschnitts- formen ist — aus herstellungstechnischen Gründen — nicht die gleiche Güte der Oberflächenausführung wie bei Rundstahl zu erzielen.

Da sich Oberflächenungänzen (Risse, Überlappungen, Zunder, isolierte Poren, Narben, Riefen usw.) bei der Herstellung (Warm- und Kaltumformen, Wärmebehandlung, Handhabung und Lagerung) nicht ganz vermeiden lassen, und diese beim Ziehen erhalten bleiben, sind hinsichtlich Oberflächenbeschaffenheit Vereinbarungen zu treffen. Die Oberflächenbeschaffenheit der Erzeugnisse muss einer der Klassen nach Tabelle 1 entsprechen. Kaltgezogene Erzeugnisse werden üblicherweise in Oberflächengüteklasse 1 geliefert, während geschälte und geschliffene Stäbe in der Klasse 3 geliefert werden. Andere Oberflächengüteklassen können bei der Anfrage und Bestellung vereinbart werden.

Bei Flach- und Vierkantstahl in Abmessungen größer als 20 mm und Sechskantstahl in Abmessungen größer als 50 mm muss die zulässige Tiefe von Oberflächenfehlern bei der Anfrage und Bestellung vereinbart werden.

ANMERKUNG

Bei Anwendung automatischer Oberflächenprüfung bleiben bis zu 50 mm an jedem Ende des Stabes

ungeprüft.

Oberflächenfehler können nicht ohne Werkstoffbeseitigung entfernt werden. Erzeugnisse im Zustand „herstelltechnisch rissfrei“ sind nur im geschälten und/oder geschliffenen Zustand verfügbar.

9

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Tabelle 1 — Oberflächengüteklassen

Zustand

 

Klasse

 

1

2

3

4

 

max. 0,3 mm für d 15 mm; max. 0,02 d für 15 < d 100 mm

max. 0,3 mm für d 15 mm; max. 0,02 d für 15 < d 75 mm; max. 1,5 mm für d > 75 mm

max. 0,2 mm für d 20 mm; max. 0,01 d für 20 < d 75 mm; max. 0,75 mm für d > 75 mm

herstelltechnisch

Zulässige Tiefe der Ungänzen

rissfrei e

Maximaler Prozentsatz der Liefermasse an Ungänzen oberhalb der festgelegten Grenze

4 %

1 %

1 %

0,2 %

Erzeugnisform a

Rund

+

+

+

+

Vierkant

+

+ (für d 20 mm) c

Sechskant

+

+ (für d 50 mm) c

Flach

+

b

Sonderprofile

+

d

ANMERKUNG

d = Nenndurchmesser des Stabes oder Abstand zwischen parallelen Flächen bei Vierkant- und

Sechskantstäben.

a + bedeutet, dass in diesen Klassen verfügbar, – bedeutet, dass in diesen Klassen nicht verfügbar.

 

b Die maximale Tiefe der Ungänzen bezieht sich auf den jeweiligen Querschnitt (Breite oder Dicke).

c Rissauffinden mit Wirbelstromprüfung wie angegeben nicht möglich für d > 20 mm oder d > 50 mm.

d Bezugsmaße sind zum Zeitpunkt der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren.

 

e Die Oberflächengüteklasse muss besser sein als Klasse 3. Die Anforderungen und die Verfahren zur Überprüfung sind zum Zeitpunkt der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren.

7.8 Innere Beschaffenheit

Bei der Anfrage und Bestellung können, z. B. auf der Grundlage zerstörungsfreier Prüfungen, Anforderungen an die innere Beschaffenheit vereinbart werden (siehe B.6).

7.9 Maße, Form, Grenzabmaße und Formtoleranzen

Maße, Grenzabmaße und Formtoleranzen müssen vom Besteller bei Anfrage und Bestellung getroffenen Festlegungen entsprechen und in Übereinstimmung mit EN 10278 sein.

8

Prüfung

8.1 Art und Inhalt von Prüfbescheinigungen

8.1.1 Falls vom Besteller ausdrücklich gewünscht, wird eine Prüfbescheinigung nach EN 10204 ausgestellt.

Der Besteller muss die Art der gewünschten Prüfbescheinigung angeben.

8.1.2 Falls entsprechend den Vereinbarungen bei der Anfrage und Bestellung ein Werkszeugnis 2.2

auszustellen ist, muss dieses folgende Angaben enthalten:

a) die Bestätigung, dass die Lieferung den Bestellvereinbarungen entspricht;

b) die Ergebnisse der Schmelzenanalyse für alle für die betreffende Stahlsorte aufgeführten Elemente.

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8.1.3 Falls entsprechend den Vereinbarungen bei der Anfrage und Bestellung ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1

oder 3.2 auszustellen ist, müssen die in 8.2 beschriebenen spezifischen Prüfungen durchgeführt und ihre Ergebnisse im Abnahmeprüfzeugnis bestätigt werden.

Außerdem muss das Abnahmeprüfzeugnis folgende Angaben enthalten:

a) die vom Hersteller mitgeteilten Ergebnisse der Schmelzenanalyse für alle für die betreffende Stahlsorte aufgeführten Elemente;

b) die Ergebnisse der durch Zusatzanforderungen (siehe Anhang B) bestellten Prüfungen;

c) Kennbuchstaben oder -zahlen, die eine gegenseitige Zuordnung von Prüfbescheinigungen, Proben und Erzeugnissen zulassen.

8.2 Spezifische Prüfung

8.2.1 Wenn bei der Anfrage und Bestellung festgelegt, ist die Konformität der Erzeugnisse durch spezi-

fische Prüfung nachzuweisen.

8.2.2

Probenahme, Prüfumfang und Prüfverfahren müssen den Festlegungen von Tabelle 2 entsprechen.

8.2.3

Eine ausreichende Zahl von Erzeugnissen ist auf Übereinstimmung mit den Maßanforderungen zu

prüfen.

8.2.4

Soweit erforderlich, sind Wiederholungsprüfungen nach EN 10021 durchzuführen.

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Kennzeichnung

Das Stahlerzeugnis oder die Verpackung ist so zu kennzeichnen, dass die Rückverfolgbarkeit zu Hersteller, Stahlsorte und Schmelze sichergestellt ist.

Wenn vom Besteller bei der Anfrage und Bestellung festgelegt, muss die besondere Kennzeichnung des Stahlerzeugnisses B.8 entsprechen.

ANMERKUNG

Es wird empfohlen, bei nachfolgenden Prozessen die Rückverfolgbarkeit beizubehalten.

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Tabelle 2 — Prüfbedingungen für den Nachweis der in Spalte 2 angegebenen Anforderungen

     

Prüfumfang

   

Prüfeinheit a

Zahl der

Probenahme

Anzuwendendes

Nr.

Anforderungen

   

und Probe-

Prüfverfahren

Prüfungen je

vorbereitung

Probenabschnitte

je Prüfeinheit

Proben-

abschnitt

 
 

Chemische

 

Die Schmelzenanalyse wird vom

   

1

Zusammensetzung

C

Hersteller mitgeteilt, bezüglich der Stückanalyse siehe B.7

EN ISO 14284

prCEN/TR 10261 b

2

Mechanische

     

EN ISO 377

Zugversuch c

Eigenschaften

EN 10002-1

2.1

Gewalzt und

C+D

1 1

2.2

geschält

C+D

1 1

2.3

Kaltgezogen

C+D+T

1 1

Vergütet, entweder vor oder nach Kaltumformung

3

Härte

     

EN ISO 6506-1

Brinell-Härteprüfung EN ISO 6506-1 d

3.1

Gewalzt und

C+D

1 1

3.2

geschält

C+D+T

1 1

Wärmebehandelt

3.3

und geschält

C+D+T

1 1

Wärmebehandelt

und kaltgezogen

a Die Prüfungen sind getrennt auszuführen, für jede Schmelze angedeutet durch „C“; für jede Abmessung angedeutet durch „D“, und für jedes Wärmebehandlungslos angedeutet durch „T“ .

Erzeugnisse mit unterschiedlichen Dicken können zusammengefasst werden, falls die Dickenunterschiede die Eigenschaften nicht beeinflussen.

b Für Routineprüfungen sind auch andere Verfahren verfügbar (z. B. Spektroskopie).

 

c In Schiedsfällen muss der Zugversuch an proportionalen Proben mit der Anfangsmesslänge L 0 = 5,65 S 0 , mit S 0 = Anfangs- querschnitt, durchgeführt werden.

d In Schiedsfällen sind die Härteprüfungen im Querschnitt an der Stelle durchzuführen, die der Mittellinie der Zugprobe (Entnahmeposition aus dem Stab) entspricht.

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Anhang A

(normativ)

DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Maßgeblicher Wärmebehandlungsquerschnitt für die mechanischen Eigenschaften

A.1

Definition

Siehe 3.2.

A.2

Ermittlung des Durchmessers des maßgeblichen Wärmebehandlungs- querschnitts

A.2.1 Falls die Proben von Erzeugnissen mit einfachen Querschnittsformen und von Stellen mit quasi zweidimensionalem Wärmefluss zu entnehmen sind, gelten die Festlegungen nach A.2.1.1 bis A.2.1.3.

A.2.1.1 Bei Rundstahl ist der Nenndurchmesser des Erzeugnisses (ohne Berücksichtigung der Bearbeitungszugabe) dem Durchmesser des maßgeblichen Wärmebehandlungsquerschnitts gleichzusetzen.

A.2.1.2 Bei Sechskantstahl ist der Nennabstand zwischen zwei gegenüberliegenden Seiten dem Durchmesser des maßgeblichen Wärmebehandlungsquerschnitts gleichzusetzen.

A.2.1.3 Bei Vierkant- und Flachstahl ist der Durchmesser des maßgeblichen Wärmebehandlungsquer- schnitts entsprechend dem Beispiel in Bild A.1 zu bestimmen.

A.2.2

Bestellung zu vereinbaren.

Für andere Erzeugnisformen ist der maßgebliche Wärmebehandlungsquerschnitt bei der Anfrage und

ANMERKUNG

Das nachstehende Verfahren kann in solchen Fällen als Leitlinie dienen.

Das Erzeugnis wird entsprechend der üblichen Praxis gehärtet. Dann wird es so durchgetrennt, dass die Härte und das Gefüge an der für die Probenahme vorgesehenen Stelle des maßgeblichen Querschnittes ermittelt werden können. Von einem weiteren gleichartigen Erzeugnis aus derselben Schmelze wird von der beschriebenen Stelle eine Jominy-Probe entnommen und in der üblichen Weise geprüft. Dann wird der Abstand ermittelt, in dem die Jominy-Probe die gleiche Härte und das gleiche Gefüge aufweist wie der maßgebliche Querschnitt an der für die Probenahme vorgesehenen Stelle.

Von diesem Abstand ausgehend, kann dann mithilfe von Bild A.2 und A.3 der Durchmesser des maßgeb- lichen Querschnittes abgeschätzt werden.

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

10:00 DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D) Legende X Breite in mm Y Dicke in mm

Legende

X Breite in mm

Y Dicke in mm

1 Durchmesser des maßgeblichen Wärmebehandlungsquerschnitts in mm

BEISPIEL Für einen Flachstahl mit dem Querschnitt 40 mm × 60 mm ist der Durchmesser des maßgeblichen Wärmebehandlungsquerschnitts 50 mm.

Bild A.1 — Durchmesser des maßgeblicher Wärmebehandlungsquerschnitts für quadratische und rechteckige Querschnitte für Härten in Öl oder Wasser

und rechteckige Querschnitte für Härten in Öl oder Wasser Legende X Abstand von der abgeschreckten Stirnfläche

Legende

X Abstand von der abgeschreckten Stirnfläche in mm

Y Stabdurchmesser in mm

1 Oberfläche

2 ¾-Radius

3 Mitte

Bild A.2 — Beziehung zwischen Abkühlungsgeschwindigkeit in Stirnabschreckproben (Jominy-Proben) und gehärteten Rundstäben in mäßigt bewegtem Wasser (Quelle: SAE J406c)

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

10:00 DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D) Legende X Abstand von der abgeschreckten Stirnfläche in mm

Legende

X Abstand von der abgeschreckten Stirnfläche in mm

Y Stabdurchmesser in mm

1 Oberfläche

2 3/4-Radius

3 Mitte

Bild A.3 — Beziehung zwischen Abkühlungsgeschwindigkeit in Stirnabschreckproben (Jominy-Proben) und gehärteten Rundstäben in mäßigt bewegtem Öl (Quelle: SAE J406c)

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DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Anhang B

(normativ)

Optionen

ANMERKUNG Bei der Anfrage und Bestellung kann die Einhaltung von einer oder mehreren dieser nachstehenden Optionen vereinbart werden (siehe 5.2). Soweit erforderlich, können die Einzelheiten dieser Anforderungen zwischen Hersteller und Besteller bei der Anfrage und Bestellung vereinbart werden.

B.1

Mechanische Eigenschaften von Bezugsproben im vergüteten Zustand

Für in einem anderen als dem vergüteten Zustand gelieferte Erzeugnisse sind die Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften im vergüteten Zustand an einer Bezugsprobe nachzuweisen.

Bei Stäben muss der vergütete Probenabschnitt denselben Querschnitt aufweisen wie das betreffende Erzeugnis. Für andere Erzeugnisse sind die Maße und die Herstellung des Probenabschnittes bei der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren, soweit angebracht, unter Berücksichtigung der in Anhang A enthaltenen Angaben zur Ermittlung des Durchmessers des maßgeblichen Wärmebehandlungsquerschnitts.

Die Probenabschnitte sind entsprechend den bei der Anfrage und Bestellung getroffenen Vereinbarungen zu vergüten. Die Einzelheiten der Wärmebehandlung sind in der Prüfbescheinigung anzugeben (siehe 8.1).

Probenabschnitte für die Herstellung von Proben sind dem Erzeugnis in Übereinstimmung mit EN ISO 377 zu entnehmen.

B.2

Feinkornstähle

B.2.1 Feinkornstahl muss eine Austenitkorngröße von 5 oder feiner besitzen. Falls eine spezifische Prüfung verlangt wird (siehe 7.4), muss die Anforderung an die Korngröße durch die Bestimmung des Aluminiumanteils oder metallographisch überprüft werden. Falls die Korngröße metallographisch überprüft wird, erfolgt die Probenahme und Probenvorbereitung nach EN ISO 643, wobei eine Probe je Schmelze zu überprüfen ist.

B.2.2 Für Automatenstähle, die nach einem der Verfahren nach EN ISO 643 überprüft werden, ist die Korngröße als zufrieden stellend anzusehen, falls 70 % der Fläche innerhalb der festgelegten Grenzen liegt.

Für Einsatzstähle wird die Feinkornstruktur normalerweise erreicht, falls der gesamte Aluminiumanteil 0,018 % ist. In diesem Fall ist die metallographische Bestimmung nicht erforderlich. Der Aluminiumanteil ist in der Prüfbescheinigung anzugeben. Anderenfalls ist der Stahl entsprechend dem Mc-Quaid-Ehn-Verfahren, beschrieben in EN ISO 643, zu überprüfen und die Korngröße wird als zufrieden stellend angesehen, falls 70 % der Fläche innerhalb der festgelegten Grenzen liegt, zu weiteren Einzelheiten, siehe EN 10084.

Vergütungsstähle werden entweder durch Bestimmung des Aluminiumanteils oder metallographisch überprüft. Im ersten Fall ist der Aluminiumanteil zu vereinbaren. Im zweiten Fall sind die Stähle nach einem der in EN ISO 643 beschriebenen Verfahren zu überprüfen, zu Einzelheiten, siehe EN 10083-2, A.3 für unlegierte Vergütungsstähle und EN 10083-3, A.2 für legierte Vergütungsstähle.

B.3

B.3.1

Nichtmetallische Einschlüsse

Mikroskopische Einschlüsse

Diese Anforderung ist anwendbar für die Überprüfung des Anteils an nichtmetallischen Einschlüssen in Edelstählen nach EN 10277-4 und EN 10277-5. Nichtmetallische Einschlüsse und ihre zulässigen Anteile sind bei der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren. Für die nichtmetallischen Einschlüsse bei Einsatzstählen, siehe EN 10084, A.1 und bei Vergütungsstählen, siehe EN 10083-2, A.4 und EN 10083-3, A.3.

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B.3.2

Makroskopische Einschlüsse

DIN EN 10277-1:2008-06 EN 10277-1:2008 (D)

Diese Anforderung ist anwendbar für die Überprüfung auf makroskopische Einschlüsse in Edelstählen nach EN 10277-4 und EN 10277-5. Falls eine Überprüfung verlangt wird, sind die Methode und die Grenzwerte bei der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren.

B.4

Entkohlungstiefe

Für Stähle nach EN 10277-5 ist die maximale Entkohlungstiefe bei der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren. Die maximale Entkohlungstiefe ist nach dem mikrographischen Verfahren gemäß EN ISO 3887 zu bestimmen.

B.5

Korrosionsschutz

Vom Hersteller ist ein Schutzmittel zu verwenden, das einen zeitlich begrenzten, angemessenen Schutz während Transport und Lagerung ergibt. Wenn ein bestimmtes Schutzmittel gewünscht wird, ist dieses bei der Anfrage und Bestellung zu vereinbaren.

B.6

Zerstörungsfreie Prüfung

Die Erzeugnisse sind nach einem bei der Anfrage und Bestellung vereinbarten Verfahren und nach ebenfalls bei der Anfrage und Bestellung vereinbarten Bewertungskriterien zerstörungsfrei zu prüfen.

B.7

Stückanalyse

Eine Stückanalyse ist für jede Schmelze zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung des Erzeugnisses durchzuführen, wobei die Schmelzenanalyse in den Tabellen 1 von EN 10277-2 bis EN 10277-5 festgelegt ist.

Die Probenvorbereitung muss in Übereinstimmung mit ISO 14284 sein. In Schiedsfällen ist das Verfahren für die chemische Analyse aus prCEN/TR 10261 auszuwählen.

B.8

Besondere Kennzeichnung

Das Erzeugnis muss bei der Anfrage und Bestellung vereinbarte besondere Kennzeichnungen haben, z. B. Strichcode-Etikettierung nach EN 606.

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Literaturhinweise

[1]

SAE J406c, Verfahren zur Bestimmung der Härtbarkeit von Stahl

[2]

ISO 286-1, ISO-System für Toleranzen und Passungen — Teil 1: Grundlagen für Toleranzen, Abmaße und Passungen

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