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Inhaltsverzeihnis

Einführung in die Lexikologie .................................................................................................................................... 3

Probleme der Lexikographie ...................................................................................................................................... 5

Klasifikation von Wörterbücher ................................................................................................................................ 6

Wortbildung................................................................................................................................................................. 6

Grundbegriffe: MORPH – MORPHEM – ALOMORPH ....................................................................................... 7

Morphem Klasifikation............................................................................................................................................... 7

Wortbildungs Typen ................................................................................................................................................... 9

Komposition ................................................................................................................................................................. 9

Expliziete Ableitung .................................................................................................................................................. 11

Impliziete Ableitung .................................................................................................................................................. 14

Konversion ................................................................................................................................................................. 15

Kurzwortbildung durch Ansparung ganzer Wortteile .......................................................................................... 16

Kurzwortbildung aus Buchstaben ........................................................................................................................... 16

Abkürzungswort ........................................................................................................................................................ 16

Initialwörter ............................................................................................................................................................... 16

Rückbildung............................................................................................................................................................... 17

Zur Wortbildung des Verbs...................................................................................................................................... 17

Über die Funktion des Elements .............................................................................................................................. 20

Komposita .................................................................................................................................................................. 21

Ableitungen ( Derivationen ) .................................................................................................................................... 24

Suffixbildung.............................................................................................................................................................. 25

Präfixbildung ............................................................................................................................................................. 26

Präfixoid ..................................................................................................................................................................... 28

Präfixal-Suffixale Bildung ........................................................................................................................................ 28

Die Bildung des Substantivs...................................................................................................................................... 29

Die Akzentuierung..................................................................................................................................................... 30

Zum Gebrauch des Fugenmorphems....................................................................................................................... 30

Einteilung der Komposita nach der Relation zwischen den UK ........................................................................... 32

Zusammenrückungen................................................................................................................................................ 34

Genus indiferente Wortbildungs Suffixe ................................................................................................................. 38

Zusammenbildungen................................................................................................................................................. 39
Bildung des Adjektivs................................................................................................................................................ 40

Adjektivische Komposita .......................................................................................................................................... 42

Adjektivische determinativ Komposita (ADK) ....................................................................................................... 42

Adjektivische Kopulativkomposita (AKK) ............................................................................................................. 43

Adjektivisiche Ableitungen (AA) ............................................................................................................................. 43

Explizite Ableitungen mit deutschen Suffixen ........................................................................................................ 44

Fremde Suffixe (FS) .................................................................................................................................................. 51

Suffixoid – Bildungen ................................................................................................................................................ 51

Adjektivische Zusammenbildungen (AZ)................................................................................................................ 52

Präffixal-suffixale adjektivische Ableitungen ......................................................................................................... 52

Implizite adjektivische Ableitungen......................................................................................................................... 52

Adjektivische Präfixbildungen ................................................................................................................................. 53

Präfixoide ................................................................................................................................................................... 53

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Einführung in die Lexikologie

Die Lexikologie als selbstständige wissenschaftliche Dysziplin beschäftigt sich mit dem Studium
des Wortschatzes einen bestimmten, in unseren Falle der deutschen, Sprache. Der Terminus der
Lexikologie stand aus zwei Teilen: lexi = sich auf das Wort bezeichend und logos = Lehre oder
Kunde und das wäre als Wortlehre oder Wortkunde ins dt. zu übersetzen. Den Gegenstand der
Lexikologie bilden also einerseits einzelne lexikalische Einheiten, Morpheme, Wörter und
Wortgruppen, sowie anderseits der gesamte Wortbestand einer Sprache und seine
Veränderungen. Die Lexikologie als eigenartige Wissenschaft ist noch relativ jung, jedoch
wurden bereits im 19Jhr. durch Linguisten wie Jacob Grimm, Hermann Paul und später anderen
wichtige Grundlagen geschaffen. Inzwischen haben sich innerhalb der Lexikologie verschiedene
Zweige entwickelt, die in der einzelnen Handbücher unterschiedlich dargestellt, aber insgesamt
als Teildysziplinen anerkannt sind, und zwar rechnen wir dazu: - Lexikographie
- Wortbildungslehre
- Wortbedeutungslehre
- Etimologie
- Phraseologie
- Onomastik oder Namenkunde
- Entlehnung

Die Lexikographie beschäftigt sich mit theoretischen und praktischen Problemen bei der
Erarbeitung von Wörterbücher oder Lexika.
Die Wortbildungslehre befasst sich mit der Bildung und Strukturierung der komplexen Wörter.
Sie untersucht die Wortbausteine und die Regeln ihrer Zusammenführung.
In der Wortbedeutungslehre ( zur Zeit auch Semantik gennant) werden zwei Richtungen und
zwar die Semasiologie und die Onomasologie unterschieden. Während die Semasiologie nach
dem Bedeutungen eines bestimmten Worten, geht die Onomasiologie oder Beziehungslehre von
Gegenständen oder Erscheinungen der Realität aus, auf welche Weise diese bennant würde.
z.B.
Glas  Material  Trinkgefäß  optisches Gerät

Semasiologie  welchen Bedeutung hat das Wort


Onomasiologie  wie kann man diese Gegenstand bezeichnen

Die Etimologie erforscht die ursprüngliche Bedeutung der Wörter. Meistens wird unter
Etimologie heute jedoch die Vervolgung der Wortgeschichte eines bestimmten Wortes von seiner
Entstehung bis an die Gegenwart verstanden.
Die Phraseologie ist eine der jüngster Disziplinen der Lexi die in deutschen noch wenig erforscht
ist. Hier werden feste Wortverbindungen oder phraseologische Einheiten unterschiedlicher Art
(Redewendungen, Sprichwöreter usw.) erfasst und systematisiert.
Die Onomastik beschäftigt sich einerseits mit Personennamen, also Vor- und Familiennamen,
andererseits mit Orts- und Ländernamen.
Die Entlehnung das heißt die Übernahme von Wörtern aus fremden Sprachen in die eigene
Sprache, kann die Beziehungen eines Volkes zu anderen Völkern und historische Bewegungen
unterschiedlicher Art erhellen. So sind von 8 bis 10 Jhr. viele Wörter des Steinhaus (Fenster,
Mauer) oder des Bauhaus und andere Sachgebiete aus dem Lateinischen übernommen worden,
weil die Germanen diese Techniken vorher nicht kannten. Alle Teildisziplinen der Lexikologie
außer der Etimologie wenden sowohl synhronischen als auch diahronischen Methoden an. Die
synhronische Wortbildung fragt nach Möglichkeiten in der Gegenwartssprache. Die diahronische
Wortbildung untersucht die Geschichte betimmter Bildungsweisen und Bildungsmodelle.
Die syhronische Wortbedeutungslehre untersucht die Bedeutung eines Wortes in die Gegenwart
und ermittelt für die Wörter Mann und Frau im wesentlichen verschiedene Bedeutungen:

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- für Mann : erwachsener mänlicher Mensch
Ehemann
Mensch überhaupt
Herr
- für Frau : erwachsener weiblicher Mensch
Ehefrau
Verheiratete weiblicher Person
Herrin

Die diahronische Wortbedeungslehre beschäftigt sich dagegen mit der Bedeutung dieser Wörter
im Laufe der Geschichte.
z.B. ahd. Fra , Herr
Frouwa, Herrin

Dem Aufkommen von ahd. Mann eigentlich Mensch, neben Frouwa der teilweisen Bedeutungs
ein Engung von Mann auf mänlicher Mensch und der Entwicklung eines neuen Wortes aus dem
ahd. Adjektiv mannischo zu Mann – Mensch.

Einige sprachwissenschaftliche Disziplinen wie Lexikologie und Phonetik stehen miteinander in


Verbindung: der bedeutungdiferenzierende Wert einiger Laute wird deutlich an Beispielen wie
Wert-Wirt-Wort (nur ortographisch unterscheidbar sind dagegen Wirth-wird); länge und kürze
von Vokalen (ortographisch bezeichnet oder nicht bezeichnet) dienen ebenfalls der
Bedeungunterscheidung : Staat-Stadt, Weg-weg; bestimmte phonetische Erscheinungen wie
Ablaut oder die Vokalasimilation (der Übergang von e zu i bzw. die Brechung von i zu e oder u
zu o) träten in der Wortbildung regelhaft hervor: binden-band-gebunden.

Der Umlaut dagegen ist nur eine sekundäre Folgeerscheinung mancher Bildungen.
z.B.
lang – länger ; Frau – Fräuline

Prinzipien der Ableitung stehen im engen Zusammenhang mit Problemen der Wortarten, denn
bestimmte Affixe – besonders Suffixe, sind an einzelne Wortarten gebunden. Zur Bildung von
Substantiven dienen z.B. -er, -heit, -keit, -schaft, -ung usw.; von Adjektiven dagegen z.B. -bar,
-ig, -lich usw.; von Verben -en, -eln, -ern usw.

Allerdings kann ein Morphem auch unterschiedliche Verwendungen haben:


er ist freies oder grund Morphem als Personalpronomen der dritten Person Singular maskulinum.
Suffix –er ist Gebundenes- oder Wortbildungsmorphem in maskulinen Substantiven wie z.B.
Leser, Staubsauger usw.

Suffix –er ist gebundenes, in diesem Falle aber Gramatischesmorphem mit verschiedenen
Funktionen in Wortformen wie z.B. größer, Wälder usw.

ge- ist Wortbildungsmorphem im Wörtern wie z.B. Gebierge, Gereden usw.


ge- ist Gramatischesmorphem im Wörtern wie z.B. gearbeitet (arbeiten), gelesen (lesen) usw.
Dieses ge- kann auch bei Verben lexikalische Funktion haben; zeigen Infinitive: gedenken,
gebieten usw. (Fleischer, 1980).

Zusammensetzungen sind historisch aus Wortgruppen im Satz erwachsen; aus der Muttersprache,
aus der Tageslicht usw.

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Auch mit der Stilistik hat die Lexikologie einiges gemeinsam:
 Lexikologie und Stilistik befassen sich mit der richtigen Wortauswahl, wobei die
Lexikologie besonders die feinsten Bedeutungsniancen zu unterscheiden hat:

1. absolut = komplett, total, vollkommen


z.B. Der Plan wurde absolut erfüllt.
2. absolut = schrankenlos, unbeschränkt, ohne Einschränkung
z.B. absoluter Herrscher
3. absolut = bedingungslos, unbedingt
z.B. absolutes Vertrauen zu jmdm. haben

 Lexikologie und Stilistik behandlen sprachliche Bilder oder Trouphen (metafore). Es gibt
nach einige Beziehungen zwischen Lexikologie und Sprachgeschichte:

1. viele Wörter sind nur aus der Sprachgeschichte zu erklären:


z.B. der Weise – Kluge aus dem ahd.
wissan – wissen
hiutu - heute
2. die Funktion bestimmter Affixe ist auch aus ihrer ursprünglichen Bedeutung zu
erschließen:
z.B. ver- = entstand aus drei germanischen Präffixe
a. aus dem Gothischen FAUR = für, vobei (vergehen)
b. aus dem Gothischen FRA = weg (verjagen)
c. aus dem Gothischen FAIR = er-, ent- (etw.versagen)

Es gibt auch einige Verteilungen der Lexikologie:


1. die kognitive Lexikologie – beschreibt die Speicherung und Verarbeitung der Wörter in
menschlicher Gehirn bzw. „Geist“. Sie beschäftigt sich damit welche Karakteristika das
mentale Lexikon hat und aus welchen Modulen es besteht.
2. die komputerlinguistische Lexikologie – beschäftigt sich mit der Entwicklung und
Verwendung von komputerlinguistischen Methoden zur Vormalisierung und
Implementierung von lexikalischen Rekularitäten und Ausnahmen (Stattische Methoden)
3. die allgemeine Lexikologie – sucht nach den Gemeinsamkeiten aller Wörter aller
Sprachen, fragt also nach den universalen und den theoretischen Grundlagen.
4. die spezielle Lexikologie – beschäftigt sich mit dem Spezifika der Einzelsprachen. Sie ist
in der Regel auch Synkron auf die Gegenwartssprache ausgerichtet und hat als Objekt den
Wortschatz.
5. die historische Lexikologie – die auch Etimologie genannt wird, betrachtet die historische
Dymension des Wortschatzes. Sie kann den Wortschatz zu einem bestimmten Zeitpunkt
in der Vergangenheit beschreiben oder die Entwicklung einzelner Wörter über einen
historischen Zeitraum.

Probleme der Lexikographie

Der leipziger DUDEN enthält eine Definition des Begriffes Lexikographie: „Lehre von der
Bearbeitung von Wörterbücher, Lexika und anderen Nachschlagwerken“. Die theoretische
Lexikographie untersucht die Grundsätze, die zur Bearbeitung und Darstellung des Materials im
Wörterbücher notwndig sind und die verschiedenen Typen von Wörterbücher bzw. Lexika.
Praktische Lexikographie beschäftigt sich mit Erarbeitung von Wörterbücher.

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Klasifikation von Wörterbücher

Arnold, 1987 versucht die Wörterbücher nach 4 Kriterien anzuteilen:


- nach dem erfassungs Grad des Wortschatzes
- nach der Beschreibungsperspektive
- nach der Zahl der vertretenen Sprachen
- nach der Anordnung bzw. Reinfolge der Stichwörter

Es gibt folgende Wörterbücher:


1. Sachwörterbücher – handelt es sich um Alphabetisch angelegte und zwar um allgemeine
Enziklopedien z.B. Maier, Brockhaus usw. oder um spezielle oder fachbezogene
Sachwörterbücher z.B Lexikon der Kunst, Sportwörterbüch usw.
2. Sprachwörterbücher
a. einsprachige (monolinguale) Wörterbücher
b. zwei- oder mehrsprachige (bi- oder multilinguale) Wörterbücher – sie dienen
anderen Zwecken als die einsprachigen; d.h. sie sind von einer Sprache ausgehend
alphabetisch als Übersetzungswörterbücher angeordnet. Jeder kennt schon aus der
Schule der Umgang mit solchen Lexika, so dass sie nicht weiter beschreiben
werden müssen. Die meisen Übersetzungswörterbücher sind zweisprachige
allgemeine Wörterbücher, daneben finden wir jedoch auch spezielle Wörterbücher
für bestimmte Fachgebiete.
3. Ortographischewörterbücher – z.B. für Ortographische- oder
Rehtschreibungwörterbücher nennen wir die DUDEN Ausgaben von Leipzig und
Mannheim
4. Ortoephischewörterbücher – oder Aussprachewörterbücher sind ebenfalls alphabetisch
aufgebaut. Angaben zu Aussprache finden sich aber auch in Ortographischen-,
Fremdwörterbücher und anderen.
5. Stillwörterbücher – aus der Bezeichnung es ergibt sich deren Aufgabe, nämlich das Wort
nach seiner Stillschicht und seiner Verwendung im Kontext zu karakterisieren.
6. Fremdwörterbücher – da jede Sprache mehr oder weniger fremdes Wortgut enthält, ist die
Erfassung dieser Wörter sehr wichtig, besonders wegen der Bedeutungsabweichungen,
scheinbarer Internationalismen.

Weitere Wörterbücher sind: Valenzwörterbücher, Synonimwörterbücher,


Abkürzungswörterbücher usw.

Wortbildung

Morphologie (griechisches Wort morphe = Gestalt) bedeutet Formenlehre. In der


Sprachwissenschaft ist damit die Lehre der Form und dem Aufbau von Wörtern gemeint. Die
Morphologie untersucht die Struktur von Wörtern, in dem sie deren Bestandteile ermittelt und
beschreibt. Die Morphologie umfasst zwei Hauptgebiete und zwar:
1. die Flexion (gramatička promjena)
2. Wortbildung

Bei Flexion geht es um die unterschiedlichen Formen eine Wortes.


z.B.
die Krawatte des Professors sitzt schief.
(in diesem Fall im Genitiv)

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Die Wortbildung beschäftigt sich mit der Bildung neuer Wörter und Struktur, untersucht die
Regeln, nach denen Wörter gebildet werden, und ordnet sie verschiedenen Wortbildungstypen
zu. Besonders im komplexen Wörtern konkreter Texte findet man sowohl Aspekte der
Wortbildung als auc der Flexion. Sie müssen strng voneinander getrennt behandelt werden,
dadurch die Flexion grammatische Varianten des selben Wortes ohne lexikalische
Bedeutungsänderung entstehen, während die Wortbildung eine Bedeutungsveränderung (oft mit
Wortart wechsel) hervorbringt.

Grundbegriffe: MORPH – MORPHEM – ALOMORPH

1. MORPHe sind Elemente die man durch die Segmentierung von Sätzen und Wörtern bzw.
Aussagen gewonnen hat, die aber noch nicht klasifiziert sind. Es handelt sich dabei um
konkrete Realisierungen eines Morphems. Morphe können also unzählige Male auftreten.
z.B. Schule
Die Kinder gehen in die Schule.
In der Schule lernen sie das Einmaleins.
In diesen Sätzen kommt das Wort Schule zweimal vor. Es handelt sich um zwei Morphe,
denn Schule lässt sich semantisch nicht weiter segmentieren. Beide Morphe gehören zum
Morphem Schule.

2. MORPHEMe sind die kleineste sprachliche Zeichen, also die kleinsten


bedeutungstragender Einheiten der Sprache. Sie lassen sich semantisch nicht weter
zerlegen.
z.B. auf, ge-, un- usw.

Diese unterschiedliche Beispiele werden wir später genauer klassifizieren.

3. ALOMORPHe – ein Morphem kann in einer äußerlich abgewandelten Form auftreten.


Dann handel es sich um ein Alomorph (griechisch - andere Gestalt). Alomorphe sind
Varianten eines Morphems, das heißt sie unterscheiden sich in dem äußeren Gestalt, nicht
aber in ihrer Bedeutung.
z.B. Wäld (kommt von Pl.Wälder) ist Alomorph zu Morphem Wald

Auch Fälle wie „kam“ als Präteritum zum Verbstamm komm- sind für uns Alomorphe. Dann die
Bedeutung Plural feminina wird z.B. durch verschiedene Morphe zum Ausdruck gebracht: -en (
Haustür, -en), Umlaut + -e ( Hand, Händ-e), Umlaut + Ø ( Mütter,-Ø).
In allen Fällen bleibt die Bedeutung gleich, nämlich Nominativ Plural Feminina. Die Morphe
können aber nicht gegenseitig austauscht werden.
Wenn Flexions Morpheme ohne äußere Kennzeichen vorliegen, sprechen wir von nulten
Alomorphe.

Morphem Klasifikation

Die Morpheme werden nach folgenden Kriterien in verschiedene Typen unterteilt. Zuerst im
freie und gebundene Morpheme – freie Morpheme: a. lexikalische Morpheme
b. grammatische Morpheme ( Wortbildung)
- gebundene Morpheme: a. basis Morpheme
b. grammatische Morpheme

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a.) Freie – Gebundene:
Man unterscheidet zunächst freie und gebundene Morpheme. Ein freies Morphem kann
als ein Wort auch freie vorkommen.
z.B.
Schule, schön, er usw.

Ein gebundenes Morphem kann nicht alleine stehen.


z.B.
komm- ( kommen)
Brom- (Brommbeere)
-lich, -heit, -keit, -ung usw.

Dagegen nennen wir Alomorphe wie Schül- (Schüler) oder Hemd- (Hemde), da eine
Klasifizierung erst einem Schritt später auf Morphemebene erfolgt. Erst auf dieser Ebene
treffen wir die Entscheidung für ein freies oder ein gebundenes Morphem.

b.) Leksikalisch – Grammatische:


Man unterscheidet außerdem leksikalische und grammatische Morpheme. Leksikalische
Morpheme tragen im Gegensatz zu den grammatischen Morpheme eine leksikalische
Bedeutung d.h. sie beziehen sich aug Gegenstände, Handlungen usw.
Es gibt freie und gebundene lexikalische Morpheme.
z.B. Schule ist ein freies lexikalisches Morphem
les- (lesen) ist ein gebundenes lexikalisches Morphem

Die lexikalische Morpheme werden als Grund- bzw. Basismorpheme bezeichnet. Ausch
grammatische Morpheme können frei oder gebunden sein. Zu den freien grammatischen
Morphemen zählen die Funktionswörter; sie stellen Bezihungen zwischen sprachlichen
Einheiten her, und haben keine selbstständige Bedeutung. Dazu gehören Konjunktionen,
Präpositionen, Artikeln.
z.B. und, aber, oder, dass, ein usw.

Gebundene grammatische Morpheme sind die flexions Morpheme, welche flexions Merkmale,
wie Person, Numerus usw. angeben.
z.B. die Pluralendung -er in Bilder
die Infinitivendung -en in gehen

Wir zählen auch die Wortbildungsmorpheme zu den grammatischen Morphemen. Sie tragen eine
wortbildende Bedeutung. Sie leisten sich durch den Prozess der Bildung eines neuen Wortes,
auch einen Beitrag dessen lexikalischer Bedeutung. Wortbildungsmorpheme sind Suffixe (z.B. –
ung in Kleidung), Präffixe (z.B. un- in unmöglich), Zirkunffixe (z.B. be...t in Behart) und
Affixoide (z.B. aufmachen). Diese Bezeichnung Präffix, Suffix, Zirkunffix bezieht sich zunächst
allgemein nur auf die Stellung eines Morphems. Demnach können auch Flexionsmorpheme als
Flexionssuffixe oder Flexionszirkunffixe bezeichnet werden.
z.B. ich lach-e
ge-lach-t

Deshalb können wir die Termini Präffix, Suffix und Zirkunffix nur für die
Wortbildungsmorpheme verwenden.

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Wortbildungs Typen
Komposition

Komposition nennt man dem Wortbildungsprozess, das Kompositum ( Zusammensetzung –


složenica) ist daraus entstandene Produkt. Das Kompositum ist eine Morphemverbindung, deren
durch bineres Segmentieren gewonnene Betandteile lexikalische (z.B. Kochtopf = koch + Topf)
bzw. freie grammatische (z.B Umland = um + Land) Morpheme oder Morphemverbindungen
(z.B. Schnellkochtopf = schnell + Kochtopf) sind. Die Bestandteile des Kompositums mit
Ausnahme des Fugenelements bezeichnet man als unmittelbare Konstituenten (UK). Im Hinblick
auf deren Wortarten gibt es grundsätzlich keine Ausränkungen.
z.B.
Milchtüte (= zwei Substantive)
hellgelb (= zwei Adjektive)
immerfort (= zwei Adverbien)
Kochtopf (= Verbstamm + Substantiv)
Gegenlicht (= Präposition + Substantiv)
Allheilmittel (=Pronomen + Substantiv)

a.) die Fuge – die Stelle, an der die beiden Konstituente zusammen treffen. Die Gestaltung
der Fuge wird von der Erstglied gesteuert; die in der Fuge auftretenden sprachlichen
Mittel heißen Fugenelemente. Es gibt zwei Typen von Fugenelemente:

- Fugenelemente die auch heute noch als Flexionsform (z.B. Genitiv Sg. oder Pl.) zu
erkennen sind. Sie werden deshalb von einigen Sprachwissenschaftlern auch
Fugenmorpheme genannt.

z.B. Herzenswärme, Länderspiel


die Paraphrasen lauten: Wärme des Herzens, Spiel der Länder

- Fugenelemente, denen durch die Paraphrase keine Bedeutung zugeweisen werden


kann, die also semantisch leer (bedeutungslos) und damit keine Morpheme sind.
z.B.
Sonnenschein, Sicherheitsschloß

In beiden Fällen handelt es sich nicht um eine flexions Form: weder Genitiv Sg. noch
eine Pl. Form von Sicherheits heißen *sicherheits oder bei *sonnen

Fugenelemente sind keine Morphe auch wenn sie wie Flexionsmorpheme aussehen:
z.B.
Landsmann, Landesfrau, Eierschale, Blumenbrett

Es gibt neben fremdsprachlichen (Thermoneter, Hendikäp) auch regional unterschiedliche


Elemente (schweinebraten, schweinsbraten).
Nach Adjektiven stehen in substantivischen Komposita nie Fugenelemente.
z.B.
Kleingeld, Billigflug

Bei substantivierten Adjektive muss ebenfalls von Nominativ Sg. ausgegangen werden, um das
Fugenelement richtig zu bestimmen. Der Sg. heißt der Kranke/Kranker, d.h. hier ist nur n das
Fugenelement aber nicht en.
z.B. Kranke - n - haus
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Fugenelemente kommen seltener auch im explizieten Ableitungen vor.
z.B.
erbarmungslos
lächerlich

b.) Detereminativ Kompositum (DK) – beim DK wird die zweite Konstituente durch die
erste mehr bestimmt. Es herrscht also ein hypotaktisches (untergeordnetes) Verhältnis
zwischen den beiden Bestandteilen. Das Erstglied heißt Bestimmungswort, das
Zweitglied heißt Grundwort, wobei die Bedeutung des Kompositums im Grundwort
bereits enzhalten ist. Man spricht von einen endozentrischen Bedeutungsverhältnis der
beiden Konstituenten.
z.B.
Wolljacke = eine Jacke aus Wolle
Gartentor = ein Tor zum Garten

Man kann sehen, dass das Bestimmungswort die Bedeutung des Grundworts spezifiziert,
dabei kann die semantische Beziehung zwischen den beiden Konstituenten ganz
unterschiedlich sein, bei uns Wolljacke ist Material und im Gartentor ist eine
Richtung/Ziel.

Außerdem bestimmt das Grundwort die Wortart der gesamten Konstruktion.


 Hochhaus (= Adjektiv + Substantiv) – das Kompositum ist ein Substantiv
 grasgrün (= Substantiv + Adjektiv) – das Kompositum ist ein Adjektiv

c.) Possessiv Kompositum (PK) – zwischen Bwstimmungswort und Grundwort herrscht


ebenfalls ein hypotaktisches Verhältnis. Der Unterschied zum DK ist, dass beim PK das
was Zusammensetzung bezeichnet, in der Zusammensetzung nicht expliziet genannt wird.
Dieses Bedeutungsverhältnis nennt man exozentrisch.

Possessiv bedeutet, dass ein Besitzverhältnis angezeit wird. Oft bezeichnen PK Personen,
die das im Wort genannte „besitzen“. So ist ein Schlaukopf, ein Mensch mit einem
schlauen Kopf (das Wort Mensch kommt in der Zusammenbildung nicht vor).
z.B.
großmaur, Rotkäpchen, blauhelln, glatzkopf usw.

PK sind außerdem Rotkelchen – Vögel, der eine rotes Kelchen hat, oder Achtzylinder –
Motor mit acht Zylindern, oder Zweirad – Fahrzeug mit zwei Rädern.

d.) Präpositionalrektions Kompositum (PRK) – wie beim PK liegt auch bem PRK eine
exozentrisches Bedeutungsverhältnis vor. Das mit dem Kompositum bezeichnete liegt
also außerhalb der Zusamensetzung. Der Unterschied ist, dass eine Präposition das
Erstglied ist.
z.B.
Vormittag = die Zeit vor der Mittag
Untertasse = etwas das unter der Tasse liegt

e.) Kopulativ Kompositum (KK) – Beim KK herrscht ein praktisches (nebengeordnetes)


Verhältnis zwischen den beiden Bestandteilen. Ihre Reinfolge ist theoretisch austauschbar
und beide Teile bezeichnen gleicher Maßen das Gemeinte.

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z.B.
Strichpunkt = Strich + Punkt
Strumpfhose = Strumpf + Hose
Hemdbluse = Hemd + Bluse
süßsauer = süß + sauer
Chlorwasserstoff = Chlor + Wasserstoff

Um KK handelt es sich bei zusammengesetzten Namen oder Familiennamen.


z.B.
Schmidt – Langer
Anna – Marie usw.

Expliziete Ableitung

Bei der expliziete Ableitung (auch expliziete Derivation genannt) wird durch Anfügungen von
Wortbildungsmorpheme an eine Basis ein neues Wort gebildet. Das Wort expliziet bedeutet
deutlich und kommt aus lateinischen. Es heißt der Wortbildungstyp, weil man im gegensatz zum
explizieten Ableitung und Konversion beim binneren segmentieren Wortbildungsmorpheme
erhält, die sichtbar für die neue Wortbildung verantwortlich sind. Der Teil, an den das
Wortbildungsmorphem angehängt wird, heißt Basis. Diese Basis für Ableitungen können fast alle
Vortarten sein:
 Substantive Un-sinn; Bäch-lein; Herbst-lich
 Verben Lehr-er; ab-räumen; find-ig
 Adjektive Frech-heit; Schwanger-schaft; krank-haft
 vereinzelt auch Adverbien Genüg-e
 oder Pronomen ander-s

Außerdem können Wörter, die selbst Wortbildungsprodukte sind, Basen für Ableitungen sein.
z.B.
Wissenschaftlich-keit
Verzauber-ung

Je nach beteiligtem Wortbildungsmorphem spricht man von:


1. Präffixbildung
2. Suffixbildung
3. Zirkunffixbildung

Kennzeichnend für die Affixe ist, dass sie reichenbildend sind, d.h. dass sie wiederholt in einer
Wortbildung nach dem selben Muster vorkommen.
z.B.
-ung = Substantive aus Verben
Buch-ung; Rechn-ung; Versuch-ung usw.

- sie können keine Basis für Wortbildungen sein


- meistens einsilbig sind

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1. Präffixbildung – das Wortbildungsmorphem wird vorne an eine Basis angeschlossen –
weißt die Besonderheit auf , dass sie keine Wortarten wächsel bewirkt, jedoch eine
Bedeutungsnuance und dieses Phänomen heißt Modifikation.
z.B.
Verbpräffixe:
bt- : bestimmen, betrinken, bezwingen
ent- : entkommen, entlassen, entladen
er- : errechnen, erhören
ver- : verändern, versammeln, versprechen
zer- : zerstören, zerbrechen, zersingen
miss- : missverstehen, missbiligen

Die Bedeutungen der Verbpräffixe sind oft schlecht faßbar.


z.B. suchen – versuchen – besuchen

Präffixe beim Substantiven:


ge- : Gestein, Gebälk, Geäst
erz- : Erzfeind
ur- : Urwald, Urgroßvater

Manche Präffixe können sowohl an substantivische als auch an adjektivische oder verbale
bzw. adverbiale Basen treten.
z.B.
un- : Unschuld (Substantiv)
ungern (Adverb)
unklug (Adjektiv)

miss- : Misserfolg (Substantiv)


missverstehen (Verb)

2. Suffixbildung – Wortbildungsmorpheme, die sich hinten an eine Basis ausschließen,


dabei kann sich die Wortart ändern. Dieses Phänomen nennt man Transposition.
Da es eine lange Liste an Suffixen gibt, werden wir hier nur die produktivsten aufführen.

 Suffixe zur Bildung von Substantiven


-e: Sprache, Süße
-er: Sänger, Trinker, Stecker
-ung: Überraschung, Versuchung
-heit/-keit: Freundlichkeit, Sicherheit

 Movierung oder Motion bezeichnet die Ableitung einer Personen- oder


Tierbezeichnung, die das geschlechtliche Gegenstück nennt. Meistens werden
weibliche Bezeichnungen von männlichen abgeleitet.
z.B.
Arzt – Ärztin
Proffessor – Proffessorin
Hund – Hündin

Seltener ist die Ableitung männlicher Bezeichnungen.


z.B.
Witwe – Witwer
Hexe – Hexer
Ente – Enterich
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 Deminutiv Bildung des Substantivs – für die deminutiv Bildung (Verkleinerung)
gibt es zwei verschiedene Suffixe: -chen und –lein. Die Mundarte können noch
welchen
-le, -la, -ke. Alle diese Suffixe bringen Neutra hervor, wobei ihre Distribution zu
einem gewissen Grad an die lautliche Umgebung der Basis gebunden ist. So tritt
an die Substantive auf –ch, -g und –ng in der Regel ein –lein:
z.B.
Dech-lein, Zwerk-lein, Ring-lein

Substantive auf –l werden mit –chen verkleinert:


z.B. Spiel-chen

 Suffixe zur Bildung von Adjektiven


-bar: essbar, lieferbar, haftbar
-ig: giftig, neugirig
-lich: glücklich, zertlich
-sam: bedeutsam, sparsam, wundersam
-isch: angeberisch

 Suffixe zur Bildung von Verben


-ig: reinigen, stenigen
-el: stückeln, herbsteln
-ir: fotografieren, rasieren

Es gibt auch einigen verbreitete Fremdsuffixe:


aus dem Lateinischen -ion: Generation, Resolution
aus dem Griechischen -ast: Gymnasiast
aus dem Französischen -age: Massage

3. Zirkunffixbildung – Zirkunffixe sind zwei Teile Wortbildungsmorpheme, die


gleichzeitig an eine Basis treten.

a.) ge....e = Sammelbezeichnung, Kolektivum


Gebirge, Gelände

oder als Wort mit negativer Bedeutung


Getue, Gerede

b.) be....t = mit der Bedeutung ist mit X versehen


bebrillt, beleibt, behart

c.) ge....t
geblümt, gestreift, gehörend

d.) Zusammenbildung ist Ableitung einer Wortgruppe


z.B.
Liebhaber = wird direkt aus der Wortgruppe jmdm lieb haben
geleitet
gleichzeitig, Staubsauger
zielstrebig, Tausendfüßler

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4. Affixoidbildung – hier geht es um Morpheme, die zunächst auch als freie Morpheme
vorkommen können.
z.B.
affe, arm, riese, spitze, supper, werk, zeug

Im bestimmten Wortverbindungen haben diese freie Morpheme die Funktion eines


Affixes, also einen Präffixes und Suffixes.
z.B.
Präffixoid: Affengeschwindigkeit, Affenhitze
In diesem Fall wird affe nicht mehr zur Bezeichnung eines Tieres verwendet, sondern
bedeutet eine Steigerung sehr.
Suffixoid: -werk
Bauwerk, Stahlwerk, Mauerwerk, Triebwerk usw.

Weitere Beispiele für Affixoide:

spitze- : Spitzengeschwindigkeit, Spitzenleitung, Spitzenwitz


riese- : Riesenüberraschung, riesengroß, riesenhunger
-zeug : Spielzeug, Schreibzeug, Putzzeug, Flugzeug, Fahrzeug
-arm : gefühlsarm, zuckerarm

Die Unterscheidung zwischen Affixen, Affixoiden und freie Morpheme ist in der
Forschung umstritten. So reihen etwa Fleischer/Barts, die meisten Affixoide in die
Komposition ein, aber –werk zählen zu den Suffixen, aber wir müssen auch die
unterschiedlichen hinweisen.

Impliziete Ableitung

Im Gegensatz zur expliziete Ableitung erfolgt die impliziete Ableitung ohne Affixe. Von der
Konversion unterscheidet sie sich durch eine Ablaut, d.h. durch die Änderung des Vokals im
Verbstamm. Dieser ist sprachgeschichtlich durch die Flexion von starken Verben erklärbar, was
heute nicht mehr im allen Fällen erkennbar ist.
z.B.
genießen – genuss
trinken – trank
beißen – biss
brechen – bruch
finden – fund usw.

Sie sind das Ergebnis der Überführung der Elemente anderer Wortklassen in die Klasse des
Substantivs. Als Basis dienen meistens Verben.
z.B.
Flug, Entschluss, Ausschnitt usw.

Der Stammvokal kann sich dabei verändern: werfen – Wurf, zwingen – Zwang, oder unverändert
bleiben: fallen – Fall, lügen – Lüge.

Imliziete Ableitungen sind immer der verbal, es liegt also ein Verb als Basis zu Grunde, an dem
der Wortbildungsprozess durchgeführt wird. Impliziete Ableitungen zeichnen sich durch Ablaut
nicht durch Umlaut. Zur impliziete Ableitungen rechnet man jedoch auch den heute nicht mehr
produktiven Wortbildungsprozess vom straken zu schwachen Verben.
z.B.
fallen – fellen, trinken – trenken, sitzen – setzen, liegen – legen usw.
14
Konversion

Die Konversion übertritt von Wörtern in eine andere Wortklasse, ohne Veränderung der Form.
Kennzeichen der Konversion ist es ein neues Wort zu bilden, indem ein Wortartwechsel ohne
äußere morphologiche Kennzeichen herbeigeführt wird.
z.B.
leben – das Leben hier erfolgte ein Übergang vom Verb zum Substantiv, d.h. es ist eine
deverbale Konversion.
Fexionsmorpheme, z.B. die Infinitivendung zählen nicht zum Bereich der Wortbildung und
wirken sich nicht auf die Zuordnung zu einem Wortbildungstyp aus. Jede Wortart ist Knversions
fähig.

 Verbstammkonversion
rufen – der Ruf
schlafen – der Schlaf

Die Flexionsendung –en fällt in diesem Fall beim Übergang zum Substantiv weg.

 Infinitivkonversion
entfernen – das Entfernen
essen – das Essen

Bei diesen Art der deverbalen Konversion wird eine Verbindung aus Verbsatamm
+ Infinitivendung substantiviert. Ergebniss ist also ein substantivierter Infinitiv.

 Substantiv  Verb
Film – filmen
Pflaster - pflastern

 Adjektiv  Substantiv
deut – das Deutsch
alt – die Alte

 Partizip  Substantiv
der lesende (Schüler) – der Lesende
die gefangene (Frau) – die Gefangene

 Pronomen  Substantiv
du – das Du

 Wortgruppe  Substantiv
(sich dem) Kopfzerbrechen – das Kopfzerbrechen

Übung 1

der Fahrender – Partizip zu Substantiv die Fünf – Numeraliakonversion


die Zehn – Numeraliakonversion der Lernende – Partizip zu Substantiv
das Nein – Partikelkonversion das Böse – Adjektiv zu Substantiv
das Ich – Pronomen zu Substantiv das Gehen – Infinitivkonversion
das Du – Pronomen zu Substantiv das Schöne – Adjektiv zu Substantiv
das Muss – Verbstammkonversion das Schreiben – Infinitivkonversion

15
Kurzwortbildung durch Ansparung ganzer Wortteile

Streng genommen gehört die Kurzwortbildung nicht zur Wortbildung, da lediglig der Ausdrück,
d.h. die Schreibung eines Wortes verändert wird, es dabei aber weder zu einem Wortartwechsel
noch zu einer inhaltliche Modifikation kommt. In der Forschung ist es aber üblich alle
Kurzwortbildungen in die Wortbildung an zu reichen. Man kann oft zweierlei Arten Kurzwörter
erhalten:

a.) Kopfform – Kurzwortbildung durch Ansparung ganzer Wortteile, wenn nur erster Teil
des Wortes verwendet wird, spricht man von einer Kopfform.
z.B.
Uni(versität) Kilo(gram) Prof(essor) Foto(aparat)

b.) Schwanzform – wenn dagegen nur der letzte Bestandteil eines Wortes erhalten bleibt,
liegt eine Schwanzform vor; sie findet sich aber beim Komposita.
z.B.
(Regen-)schirm (Fahr-)rad (Eisen-)bahn (Blumen-)strauß

c.) Klammerform – bei dreigliedrigen Komposita kann auch das Zweitglied der ersten
unmittelbare Konstituente entfallen. Das Resultat ist eine Kolammerform. Dieser
Abkürzungstyp ist allerdings seltener und manchmal scheint die Ergänzung des
Mittelglieders künstlich.
z.B.
Bier(glas)deckel Ozon(schicht)loch Kirsch(baum)garten Wärme(kraft)werk

Kurzwortbildung aus Buchstaben


Abkürzungswort

Bei dieser Art der Kurzwortbildung, die auch gerne bei Produktbezeichnungen und zur
Abkürzung komplexer Wortgruppen sehr oft bei nicht dt. Eigennamen verwendet wird.

z.B.

OB – ohne Binde
PERSIL – Perborat + Silikat

NATO (nicht dt.Eigenname)

Initialwörter

Diese Kurzwörter setzen sich aus den Anfangsbuchstaben der Wortteile zu sammeln und können
entweder mit Endbetonung buchstabiert (LKW – Lastkraftwagen oder USA – United States of
America) silbisch mit der im dt. üblichen Anfangsbetonung ausgesprochen werden.
z.B.
UFO – unbekanntes Flugobjekt
TÜV – technischer Überwachungsverein

16
Einige Kurzwörter gibt es nur in der Schreibung, sie werden aber als Vollwörter ausgesprochen
(z.B.=zum Beispiel). In seltener Fällen kann Uneinigkeit darüber bestehen, wie ein neues
Kurzwort auszusprechen ist. Als die Lungenkrankheit SARS ( Severe Acute Respiratori
Syndrome) aufkam, wurde die Abkürzung zunächst buchstabiert, später (wahrscheinlich aus der
Grunde der Ekonomie) silbisch ausgesprochen. Ein Sonderfall der Initialwörter werden bei den
Silbenwörter (normaler Weise) die ersten Silben der UK oder Teile von ihnen verwendet, die
dann auch silbisch ausgesprochen werden.
z.B.
Krippo – Kriminalpolizei
Hanuta – Haselnusstafel

Auch eine Mischung aus Initalwort und Silbenwort ist möglich


z.B.
Azubi – Auszubildender

Normaler Weise stehen das Kurzwort und seine voll Form gleichberechtigt neben einander und
werden je nach Situation verwendet.
Manchmal kann das Abkürzungswort aber das Vollwort aufverdrängen und die Herrleitung des
Wortes ist für viele Sprecher nicht mehr durchsichtig.

z.B.
TÜV, AIDS, DIN

Kurzwörter können selbst wieder Bestandteile von Wortbildungen sein


z.B.
Limdose – eine Dose Limonade
LKW-mant – Mant für LKWs

Rückbildung

Der Wortbildungstyp Rückbildung bezeichnet das Phänomen, das durch Tilgung eines
Wortbildungsmorphems ein neues Wort entsteht. So gab es:
z.B.
sanftmütig – Sanftmut

Aus synhroner Sicht kann man nicht mehr logisch entscheiden, welches das eigentliche
Ausgagngswort der Bildung darstellt. Deshalb ist dieser Wortbildungstyp nur Vollständigkeit
halber aufgeführt; ohne etimologisches Wörterbuch können wir nicht richtig erkennen oder
analysieren.

Zur Wortbildung des Verbs

In der neueren linguistischen Literatur überwiegt die Auffassung, dass es nur zwei Arten der
Wortbildungs des Verbs gibt:
- Komposition ( Zusammensetzung )
- Derivation ( Ableitung )

Bei der Komposition werden zwei lexikalische Morpheme, von denen das zweite immer ein Verb
ist, zu einer neuen lexikalischen Einheit verknöpft.
z.B.
kennen lernen, schwarz fahren, Kopf stehen usw.

17
Derivation als Prozess bezeichnet die Verknöpfung eines als Basis fungierenden lexilaschisen
Morphems mit einem Suffix oder Präfix bzw. Präfixoid.
z.B.
rein-ig(en), be-mus(en) usw.

In manchen Fällen wirkt eine Kombination von Präfix und Suffix.


z.B.
be-sicht-ig(en)

Je nach dem, welcher Gruppe das Wortbildungsgruppe angehört, spricht man vom Präfix-,
Suffix- oder Suffixal oder Präfixal die unter dem Begriff expliziete Ableitung betrachtet werden.
Im gegensatz zu explizieten Ableitung wird das Prozess der Bildung neuen Verben ohne
mitwirkung von Wortbildungsmorpheme impliziete Ableitung oder Stammbildung genannt. Es
handelt sich dabei in der Regel um Überführung von Elementen andere Wortklassen in die
Klasse Verb ohne Änderung der Form.
z.B.
Tag – tag(en) , gleich – gleich(en) usw.

 Bildungen mit substantivischer Basis

Das als Basis fungiernde Substantiv kann verschiedene bezeichnen: Personen, Tiere, Körperteile,
Gegenstände, Stoffe, Apstraktes....
z.B.
ochen, köpfen, löfeln, wassern usw.

In der BKS Entsprechungen ist meist eine Ableitung in vielen Fällen eine Wortgruppe, vereinzelt
eine Symplex.
z.B.
tagelönern, zückern, kräbsen usw.

Die Struktur der Wortgruppe entspricht der Struktur der Paraphrase des dt. Verbs.
z.B.
geigen = Geige spielen = svirati violinu
es regnet = der Regen fällt = pada kiša usw.

 Bildungen mit adjektivischer Basis

Die Ableitungen entstehen von Adjektiven. Meistens ist die Basis in Positiv.
z.B.
süβ – süβ(en)

seltener Komparativ
z.B.
besser – bessern

Der Stammvokal wird mit wenigen Auβnahmen mit Umlaut


z.B.
rot – röten
scharf – schärfen

18
Aber es gibt auch seltener Fälle wobei es existiert aber mit semantischen Unterschied
z.B.
kranken – kränken

Es gibt Verben mit adjektivischen Basis, die ein „-e“ verlieren


z.B.
trocken - trocknen

 Bildungen mit verbaler Basis

Impliziete deverbale verbal Abletung sind im dt. sehr selten. Das sind meistens Verben, die das
Einwirken des im Basisverb genannten Geschehens bringen.
z.B.
legen = zum liegen bringen
sitzen, stellen usw.

Dabei werden nicht nur die Form und Bedeutung sondern auch die Valenz verändert.
z.B.

liegen

Die Tasche liegt auf dem Boden.


˅ ˅ ˅
Substantiv zweivertiges wo?
Verb situativ Ergänzung

Er liegt das Buch in den Schrank.


˅ ˅ ˅
Subs. Akk.Obj. wohin?
direktiv Ergänzung

Manche Ableitungen unterscheiden sich semantisch und lautisch so sehr von den Basisverben,
dass man keinen Zusammenhang mehr erkennen kann.
z.B.
führen – fahren beugen – biegen
beizen – beissen reizen – reisen
schwemmen – schwimmen senken – sinken
sprengen – springen wenden – winden

Alle Abletungen sind schwach.

19
 Bildungen mit einer Interjektion als Basis

Impliziete Abletungen, deren Basis eine Interjektion ist – ONOMATOPETIKA – d.h. die
Realisierung des in der Basis genannten Geräusches oder Lautes.
z.B.
huschen, muhen usw.

Obwohl es um die gleichen Lauten in die Natur geht, unterscheiden sich die dt. Schalverben und
ihre Entsprechung.
z.B.
iahen (njakati)
summen (zujati)
usw.

Über die Funktion des Elements

Fleischer betrachtet es Beispielsweise sowohl als Wortbildungsmorphem als auch als


Flexionsmorphem, während Zifonun, Olsen es ausschlieβlich als Flexionsmorphem auffassen.
Für die letztere Auffassung spricht die Tatsache, dass dieses Element – falls im eine
wortbildende Funktion zugeschrieben würde – dass einzige Formationsmorphem des dt. wäre,
dass nicht als Bestandteil des Flexionstamms der neuen sprachlichen Einheit fungieren würde.
z.B.
Endung - er : Lehrer = lehr(en) : des Lehrers, den Lehrern
Suffix - bar : lesbar = ein lesbares Buch (von lesen)

Im Unterschied dazu fällt das noch Fleischer als Wortbildungsmorphem fungierenden Suffix en-
des Singulars in allen Personen, so wie in der 2.Person Pl. weg.
z.B.
er geigt dre Stunden täglich. (nicht: er geigend)

Das Problem des sog. Verbalisierungmorphem ist auch in der BKS Sprache vorhandeln. So endet
in der BKS den Infinitiv auf –ti, dass im Unterschied zu dt. relativ häufig unmittelbar an die
Basis anknöpfenden –en stehts an der Basis hinzugefügtes Formationsmorphem angeknöpft wird.
z.B.
dt. : filtern schulen gasti-er-en
BKS: filtr-ira-ti ško-lova-ti gost-ova-ti

Die sich mit dem Wortbildung des Verbs in der BKS Sprache befassenden Linguisten sind sich
ebenfalls nicht einig über den Status des Elements –ti. Nach Babić ist das Bestandteil zahlreichen
verbaler Wortbildungsmorpheme –ati, -iti, -kati (insgesammt 58, produktiv 13), während Maretić
dieses Element als Flexionsmorphem, d.h. als Infinitivendung betrachtet. Verbale Suffixbildung
des dt. werden abgeleitet von substantivischen, seltener von adjektivischen, vereinzelt von
verbalen oder andersartigen Basen durch anknöpfung folgender Suffixe: -el, -er, -ific/-is, -ir, -ig,
-s, -sch, -tsch, -z.
z.B.
Stein = steinigen → stein-ig(en)
klug = klügeln → klüg-el(n)
stolz = stolzieren → stolz-ier(en)
du = duzen → du-z(en)

20
Als verbal Präfixe fungieren die gebundene Morpheme: be-, de-, ent-, er-, ge-, mis-, fer-, zer-,in-,
von denen de-, in- und re- fremd Präfixe sind. Problematisch sind die Verben mit ab-, an-, auf-,
aus-bei-, durch-, ein-, nach-, über-, um-, unter-, vor-, wieder-, zu-, sie werden bald als
Präfixbildung bald als Zusammensetzungen betrachtet.

Eine Übersicht über die Wortbildungsarten des Verbs in der dt. Gegenwartssprache lieβe sich
etwa wie folgt darstellen:

Komposita

Aufgrund der Relationen zwischen den UK lasse sich die Verbalkomposita im kopulativ und
determinativ Komposita einteilen.
Kopulativ Komposita – Nomen nur vereinzelt und zwar als okasionelle Bildungen vor. Ihre UK
stehen im Koordination zueinander und lassen sich in aus jeweils zwei mit unverbundenen
Verben bestehnde Konstrukte transformieren.
z.B.
schwarzlachen = schwarzen und lachen zugleich

Determinativ Komposita werden durch subordinierenden der ersten UK gekennzeichnet.


Elemente der folgenden Wortklassen nehmen die erste Position ein.

Substantiv: Lobpreisen Adverb: fortfahren


Adjektiv: fertigkochen festbacken
Verb: spazierengehen, gefangennehmen

21
 Komposita mit einem Zahladjektiv als Erstglied kommen vereinzelt vor. Sie lassen sich
im Präpositionalphrase + Verb transformieren
z.B.
vierteilen = in vier Teile teilen

 Komposita mit substantivischen Erstglied – zusammengesetze Verben mit subst.Erstglied


sind in der dt. Gegenwartssprache schwachverwendet
z.B.
trennbare Komposita: achtgeben, haushalten, irreführen, teilnehmen
trennabre Verben nur im Infinitiv + zu und Partizip II: hotlanden, staubsaugen
trennbaren Verben im Partizip II: lobpreisen, lobsingen
untrennbaren Verben: brandschatzen, handheben, ratschlagen

 Komposita mit adjektivischen Erstglied – Verbalkomponente mit adjektivischen Erstglied


führen auf freie syntaktische Wortgruppen zurück.
z.B.
brachliegen
Hier existiert beides – Wortgruppe und Komposita, stellt das Kompositum einen
neuen
Lexikalisches Begriff dar, der durch semantische Verlichtung gekennzeichnet ist.

Ich habe diese Prüfung leicht gemacht.


(Es war für mich leicht diese Prüfung zu bestehen.)

Ich habe es mir mit dieser Prüfung leichtgemacht.


(Ich habe mich wenig bemüht, mich auf diese Prüfung vorzubereiten.)

Auf die Satz ist die erste UK Objekt- oder Subjektbezogen.


a.) Objektbezogene erste UK nennt:
- einen Zustand in den etwas oder jemand gebracht wird
z.B.
Der Student hat sein Seminararbeit fertiggemacht.
(Nun ist die Seminararbeit fertig.)

- einen Zustand in dem etwas oder jemand gehalten wird


z.B.
Du musst den Teller gerade holen.

b.) Subjektbezogene erste UK bezeichnet:


- einen Zustand in dem sich etwas oder jemand befindet
z.B.
Seine besten Kräfte liegen brach.

- einen Zustand in dem etwas oder jemand aus einem anderen Zustand übergeht
z.B.
Du hast lange genug noch genauen Analysen gearbeitet, nun musst du dich
freischwimmen.
(unabhängig machen)

Nur vereinzelt bildet das adjektivische Erstglied mit dem Grundverb eine in jeder Verbform
untrennbare Einheit, dass der Fall ist frohlochen.
z.B.
Heinrich frohlochte er über dem Miβerfolg seines Kollegen.
22
Dazu gehören auch die Verben: liebegeben, liebkussen, vollenden, vollbringen sowohl getrennt
als auch zusammen geschrieben wird, das Verb wahrsagen in allen finiten Verbformen.
z.B.
Er sagte mir aus der Handlinien wahr.
Er wahrsagte mir aus den Handlinien.

 Komposita mit verbalen Erstglied – eine geringe Zahl der Verbalkomposita die Struktur
Verb+Verb. Die erste UK ist meist ein Infinitiv
z.B.
kennenlernen, sitzenbleiben

Als zweite UK fungieren überwiegen die Verben bleiben und lassen. Die Komposita sind
durch die Zusammenrückung von Elementen der entsprechenden Wortgruppe entstanden.
Im Unterschied zu der Wortgruppe stellen sie neue lexikalische Begriffe dar.
z.B.
sitzenbleiben
Der Mann ist im Park sitzengeblieben.
(Er ist sitzend geblieben.)

Die erste UK wird in den finiten Verbformen von der zweiten UK getrennt und nimmt in
HS sowie im HS vereinigen NS die Endposition ein.
z.B.
Auf dieser Party lernte er seine küftige Frau kennen.

Im Partizip II und Infinitiv+zu kommt Präfix ge- bzw. Partikel zu zwischen die UK.
z.B.
Wir haben nun im Urlaub kennengelernt.
Es freut mich sie kennenzulernen.

 Komposita mit einem Adverb als Erstglied – problematisch sind die Verben, deren erste
UK ein Adverb ist. Diese überaus starkvertretene Verbgruppe betrachtet Fleischer als
Komposita, während Engel strukturelle Wortgruppen darin sieht, die nur aufgrund
ortographischer Konventionen zusammen geschrieben werden. Damit wird er nicht
bestritten, dass ein Teil der zusammen geschriebene Verben wegen semantischer
Selbstständigkeit des Erstgliedes auch getrennt geschrieben werden könnte.
z.B.
Die Konstruktion „den Berghinaufgehen“ wo hinauf als Kern der Adverbialphrase
„den Berg hinauf“ aufzufassen wäre.
Wohin gehst du? Den Berghinauf.
Ich sah ihn Berghinaufgehen.
- wo die adverbiale Partikel hinauf mit dem Verb zusammengeschrieben wird und
bezeichnet Bevorgungsverben (hinaufreiten).

Eine andere Gruppe bilden Komposita mit einem Richtungsverb als Bestimmungs- und
Modalverb als Grundwort.
1. Lokal: Kann ich meine Schuhe hier lassen, bis ich zurück komme.
Er hat keine Nachricht da gelassen.
2. Direktive Bezeichnung: Pass auf, dass du die Treppe hinunterfällst.
3. Modal: Die haben lange zusammengelebt.
Die Drehte der Leitung sind auseinanderzubiegen.
4. Temporal: Das schlechte Wetter dauert fort.

23
Ableitungen ( Derivationen )

Es gibt implizite und explizite Ableitungen. Die explizite Ableitungen werden je nach dem
charakteristischen Wortbildungsgruppen in Suffix-, Präfix-/Präfixoid- und Präfixal-
Suffixalebildungen eingeteilt. Implizite Ableitungen – bei dem vollzieht sich die Überführung
von Elementen anderer Wortklassen in die Klasse Verbohne eine besondere
Wortbildungmorphems. Die Infinitivendung, die sonst kein Wortbildungsmorphem ist,tritt so an
die unveränderte Basis.
z.B.
süß – süßen

In manchen Fällen wird der Stammvokal der Basis umgelautet.


z.B.
schwarz - schwärzen

Als Basis kommen vor:


 Substantive: Tag – tagen Haut – häuten
 Verben: legen – liegen fällen – fallen
 Adjektive: grün – grünen krank – kranken
 Interjektionen: quaqen – krachen

 Bildungen mit substantivischer Basis – kann verschiedene bezeichnen: Personen, Tiere,


Körperteile, Gegenstände, Stoffe, etwas Abstraktes usw.
z.B.
Ochsen(en) Köpfen(en) Löffeln(en) Fürehten(en)

Als Basis fungieren Bezeichnungen von Witterungserscheinungen, Festtagen, Tages- und


Jahreszeiten.
z.B.
es schneit – der Schnee fällt
es blitzt – ein Blitz leuchtet auf

Die BKS Entsprechung ist meist eine Ableitung in vielen Fällen eine Wortgruppe, vereinzelt ein
Symplex.
z.B.
Tage löhnern – nadničavati
zuckern – zašećeriti
krebsen – loviti rakove

Die Struktur der Wortgruppe entspricht der Struktur der Paraphrase des dt. Verbs
z.B.
geigen – Geigen spielen – svirati violinu
es regnet – der Regen fällt – pada kiša

 Bildungen mit adjektivischer Basis – bei dieser Gruppe der implizite Verbableitungen
weißt die adjektivische Basis meist die Form des Positiv auf.
z.B.
leer – leeren süß – süßen

Die Form des Komparativs als Basis kommen selten vor.


z.B.
bessern(n) nähren (sich nähern)

24
Der Stammvokal wird mit weinigen Außnahmen umgelautet: rot – röten, dunkel –
dünkeln, wo beides existiert. Manchmal erscheint ein semantischer Unterschied: kranken
– kränken. Manche Adjektive auf –en verlieren –e bei der Überführung in die Wortklasse
Verb: trocken-trocknen.

Der adjektivische Verbableitung bezeichnen:


1. Den Übergang in einen anderen Zustand (inkotive Verben)
z.B. sich klättern, glatt werden
2. Die Überführung in einen anderen Zustand (saktitive Verben)
z.B. schwächen - oslabiti
3. Zustand in den sich etwas oder jemand befindet
z.B. langen – Angst haben – in Sorge sein

Manche Verben sind zweideutig z.B. härten: 1. hart werden; 2. hart machen (hart oder reifen
werden = reifen).
z.B.
Die Armee wird ihn härten. (očeličiti)
Das Brot härtet mit der Zeit.
Die Tomaten reifen an der Sonne. (zrije na suncu)

Die Funktion des abgeleiteten Verbs ist Phrase:


a.) Subjekbezogene adjektival Ergänzung
z.B.
der Baum grün. Der Baum ist grün.

b.) Objektbezogene adjektival Ergänzung


z.B.
Sie kürzt dem Kind das Haar.
Sie macht dem Kind das Haar kürzer.

Die BKS Entsprechung ist entweder ein Einzelwort oder eine Wortgruppe:
a.) Affixalbildung mit adjektivischer Basis:
z.B.
faulen – truliti derren – suiti leeren – isprazniti
glätten – izravnati saubern – počistiti kürzen – skratiti

b.) Affixalbildung mit adjektivischer Basis:


z.B.
ändern – promijeniti öffnen – otvoriti
bäugen – strahovati heilen – liječiti

c.) Affixalbildung mit verbaler Basis:


z.B.
schnellen – juriti töten – ubiti

Suffixbildung

- durch einfügen von Suffixen


- Suffixale Verbbildungen enthalten UK folgende Wortbildungsmorpheme: -el, -er, -ig, -ifiz, -is,
-ieren.

25
-el: tritt mit Substantiven, Adjektiven, Verben und Interjektionen in Verbindung
z.B.
husten – hüsteln lächeln, rascheln

-er: diese Suffix ist sehr schwach vertreten. Diese Verben haben ein Substantiv, Adjektiv oder
eine
Interjektion als Basis.
z.B.
rindern, altern, gackern, mäckern, geistern

- ig: ist sehr unproduktiv und dieses kommt häufiger in kombinatorischen Ableitungen
z.B.
besicht-ig-en, erkund-ig-en

Sicht + Zirkunfix [ be...ig-en ] = besichtigen


˅
kombinatorisches
Morphem

Die Basis der Suffixbildung ist entweder ein Substantiv oder ein Adjektiv.

Nacht ... ig-en → nächtigen (noćivati)

Das Suffixzieren ist fremden Ursprung vor allem lateinischer voller Pharseme Herkunft –
legalisieren, gastieren usw.

Präfixbildung

Verbale Präfixbildungen haben ein Präfix als ersten UK, die zweite UK ist ein Verb, Substantiv
oder ein Adjektiv, vereinzelt, eine Partikel.
z.B.
er-lernen ver-weisen ver-nein-en
˅ ˅ ˅
Verb Substantiv Partikel

Die meisten Präfixe modifizieren die Bedeutung des als Basis auftretenden Wortes.
z.B.
ent-führen oder ver-führen
recht - un-recht

Es gibt auch Präfix Verdoppelung: an-er-kennen , ab-ver-langen

be-: lässt sich mit Verben, Substantiven und Adjektiven verbinden.


z.B.
be-mahlen be-freien be-mengeln be-sprechen be-folgen usw.

26
ent-: verbindet sich mit Verben, Substantiven und Adjektiven.
z.B.
ent-kommen ent-kräften ent-fernen

Manchmal tritt dieses Präfix als kombinatorisches Morphem und mit einen Suffix auf.
Dieses Präfix signalisiert:
a. eine entfernen im algemeinen → entgehen, entfallen
b. ein verzichten auf etwas → entsagen, enthalten
c. den Beginn eines Geschehens → entflammen, entfalten
d. die Überführung in den Basisadjektiv → entleeren

Die BKS Entsprechung weist die Form eines Einzelwortes oder eine Wortgruppe auf
z.B.
entheiligen – oskrnaviti entflammen – zapaliti
entlasten – rasteretiti entflecken – očistiti od mrlja

er-: mit diesem Präfix verbinden sich Verben und Adjektive.


z.B.
ergreifen , ergänzen

Dieses Präfix übt mehrere funktionen aus:


a. es transiviert intransitive Verben ( nicht in allen Fällen) : arbeiten – erarbeiten
b.es bezeichnet den Beginn des im Basis Verb genannten Geschehens : erklingen
c. den Übergang in den im Basis Wortgemachten Zustand : erstarren, erblinden

mis-: es gibt nur 15 mis- Verben


z.B.
misachten, misbrauchen, misdeuten, missfallen, mishandeln, misverstehen usw.

ver-: das sehr produktive Präfix verbindet sich mit Verben, Substantiven und Adjektiven und
sehr selten mit ein anderer Wortklasse. Dieser ver- Verben bezeichnen:
 Übergang in einen anderen Zustand – verschlechten, verschulden
 Intensivierung der in Basis gemachte Tätigkeit – versalzen, verkleben
 Das Ende eines Zustands – verblühen, verhungern

zer-: verbindet sich meist mit Verben und seltener mit Substantiven. Diese Verben signalisieren
das etwas durch das im Basis genannte Geschehen vernichtet oder stolz beschädigt wird
oder dass es seine ursprüngliche Form verliert.
z.B.
zertreten , zerkauen , zerkochen usw.

- den Übergang in einen anderen Zustand : zergehen, zerfließen


- eine Intesivierung des im Basis genannten Geschehens : zerplatzen, zermalen

BKS Entsprechung ist raz-


z.B.
zerbersten – rapući, popucati
zerbrechen – razbiti
zerbeissen – izgristi

27
Präfixoid

Bei dem obenen Verben ist das Basiswort meist ein Verb. Dieses ist entweder ein
eine Präfixalbildung und seletener Substantiv- oder Adjektivbildung.

UM-: bei dem UM-Verben fungiert meist ein Verb als Basis, dieses ist ein Simplex oder eine
Präfixbildung aber seltener der substantivischer oder adjektivische Stammbildung.
Dieses Präfix signalisiert:
 eine Veränderung : umformulieren, umarbeiten, umbauen, umdecken
 ein Verändern des Ortes oder der Bewegungsrichtung: umbuchen, umspringen,
umpflanzen, umbinden, umgeben usw.

UNTER-: bei dem UNTER-Verben ist die Basis meist verbal.


 eine lokale Bedeutung : unterbreiten, unterliegen, unterstehen
 das Unterstreichen eines bestimmten Maßes: unterschätzen, unterbieten

WIEDER-: mit diesem Präfixoid gibt es nur 15 Verben und zwar 9 Verben mit Unbetonung
z.B.
wiederfahren, wiederstehen, wiedersprechen usw.

Für Verben mit betonten Präfixen: wiedersehallen, wiederstrecken, wiederklingen


Nur zwei der betont und trennbar sind: wiederhollen, wiederspiegeln
Diese Präfixoid bezeichnet meistens ein Dagegensein und manchmal eine Intensivierung
des Basisverb Geschehens.

Präfixal-Suffixale Bildung

Bei denen fungiert als Derivationsmorphem eine Kombination als Präfix und Suffix, als ein
kombinatorisches Komplexes Wortbildungsmorphem – Zirkunfix.
z.B.
be-sicht-ig-en
durch – loch – ern

28
Die Bildung des Substantivs

Wie entstehen neue Wörter, neue Beziehungen, die wir im alltag benutzen?
Die Sprache lebt und verändert sich. Neue Wörter werden gebildet, indem ein bekanntes Wort
mit einem anderen kombiniert wird. Die Hauptarten der Substantivbildung in der dt.
Gegenwartssprache sind:
 Zusammensetzung oder Komposition
 Ableitung oder Derivation

Bei der Zusammensetzung als Wortbildungsprozess werden meistens zwei zu einer neuen
Worteinheit miteinander verbunden.
z.B.
Interkontinental + Rakette = Interkontinentalrakette

Das so gebildete neue Wort wird Zusammensetzung genannt. Außer dem Begriff
Zusammensetzung wird in der selben Bedeutung der Begriff Komposition verwendet, während
Kompositum nur das Ergebnis dieses Wortbildungsprozess, also das Wort selbst bezeichnet.
Zusammensetzungen werden auf Grund der Relation zwischen ihren UK in determinativ und
kopulativ Komposita eingeteilt.
z.B.
der Hochzeitstag – Tag an der Hochzeit stattfindet
˅
determinativ
Kompositum

die Strumpfhose = der Strumpf + die Hose


˅
kopulativ
Kompositum

Eine Sondergruppe der Zusammensetzungen bilden Zusammenrückungen = aus Wortgruppen /


setzen ohne Wortbildungsmorpheme und ohne Änderung der syntaktischen Relationen zwischen
den Elementen der Wortgruppe / des Satzes gebildete Substantive.
z.B.
der Nimmelsatt – jemand der niemals satt ist
der Tunnichtgut – ich tue nicht gut

Die Ableitung bezeichnet:


a. dem Prozess, der Verknöpfung eines Wortes mit einem Affix – explizite Ableitung
z.B.
Kind+heit = Kindheit (Suffixbildung)
un+Glück = Unglück ( Präfixbildung)
ge+tu(n)+e = getue ( präfixal-suffixale Ableitung / kombinatorische Abletung)

b. den Prozess, der Überführung der Elemente einer bestimmten Wortart in eine andere
Wortart (hier in die Wortklasse Substantiv) ohne Wortbildungsmorpheme – implizite
Ableitung
z.B.
trinken – Trank
werfen – Wurf

c. den Prozess, der Bildung neue Wörter aus Wortgruppen mit Hilfe des Suffixen –
Zusammenbildung
z.B. Macht haben → Machthab-ung
29
Außer den zwei Hauptarten der Substantivbildung unterscheidet die Wortbildungslehre:
a. die Wortkürzung
z.B.
PKW = Personenkraftwagen AKKU = Akkumulator
MOTEL = Motorhotel U-Bahn = Untergrundbahn

b. die Republikation
z.B.
wauwau = der Hund
töf töf = Motorrad

c. die Kontamination
z.B.
Demokratie+Diktatur = Demokratur

Die Akzentuierung

Die Akzentuierung der substantivische Komposita wird von der Struktur und Funktionen, sowie
vom komunikativen Wert, deren UK beeinflussen. Im allgemeinen liegt der Hauptakzent auf dem
Bestimmungswort. Meist ist das die erste UK. Im einzelnen ergeben sich folgende Hinweise die
neutrale Akzentuierung substantivischer Komposita:

a. der Akzent liegt in der Regel auf der erste UK = dem Bestimmungswort wenn:

1. beide UK Simplizia (Grundwort) / Ableitungen sind


z.B.
Naturschutz, Meinungsverschiedenheiten

2. die erste UK ein Kompositum, die zweite ein Simplex/Ableitung ist


z.B.
Lebensmittelladen, Schalplatenabteilung

3. die erste UK eine Wortgruppe ist


z.B.
Dreizimmerwohnung

b. der Hauptakzent liegt auf die zweiten UK wenn die erste UK eine Simplex/Ableitung ist,
die zweite eine Kompositum
z.B.
Weltfriedensbewegung

Zum Gebrauch des Fugenmorphems

Die UK des Kompositums sind in vielen Fällen durch ein Verbindungselement mit einander
verbunden. Die Stelle, an der die UK aneinander gefügt werden, wird Fuge oder
Kompositionsfuge genannt; das Verbindungselement ist dann ein Fugenelement oder ein
Fugenmorphem. Das Fugenmorphem hat folgende Fugenalomorphe(izmjenjene morfeme): Ø-
Nultimorphem, -(e)s-, -(e)n-, -(e)r-, -e-, -ens-, -o-, -i-. Als Bestandteil der ersten UK bezeichnet

30
das Fugenalomorph in vielen Fällen entweder der Genitiv Sg.( Kindesentführung) / Pl. der ersten
UK (Kindererziehung).
Es lassen sich keine festen Regeln für den Gebrauch der Fugenalomorphe aufstellen.
Ein und das selbe Fugenalomorph kann in unterschiedlichen Umgebungen auftreten, wobei sein
Erscheinen nicht konsequent ist.

Ø-Nulti : vielen Komposita erhalten kein Fugenalomorph wenn die erste UK auf eines der
folgende
Suffixe endet:
-chen : Mädchenfußball
-enz : Inteligenztest
-er/-ler/-ner : Schulersprache, Sportlerherz
-ie : Chemiestudent

-(e)s- : wird entweder als Gen.Suffix oder analog zu vorhandenden Wortverbindung verwendet.
Es kommt meisten vor.
a. Komposita deren erste UK auf eines der folgende Suffixe endet:
-heit, -keit, -schaft, -ung, -ion, -ität, -ling, -tum
z.B.
Sicherheitsmaßnahme, Dankbarkeitsgefühl, Vaterschaftsanerkennung,
Entspannungspolitik, Organisationsfallen, Flüchtlingslager usw.

b. wenn die erste UK ein Kompositum ist


z.B.
Sommernachtskühle, Handwerksmeister usw.

-(e)n- : steht obligatorisch in Komposita deren erste UK auf eines der folgende Suffixe endet:
-ie, -and, -ent, -ant, -e, -est
z.B.
Kastanienalee, Juristenstreit, Dirigentenschtap

Bei Substantiven, deren erste UK auf –a, -al, -e, -ma, -or endet, gibt es keine Regel für
Gebrauch des –(e)n-.
z.B.
Themenauswahl, Klimaanlage, Fragenkreis, Aufnahmeprüfung

-(e)r- : hat sich aus dem Pl.Suffix entwickelt. Es tritt neben (e)s und Ø in Komposita auf deren
erste UK den Pl. mit Hilfe -er- bildet.
z.B.
Bücherschrank

Aufgabe 1
Übersetzen Sie:

Knjige za djecu - Kinderbücher


Regal za knjige – Bücherregal / Bucherschrank
Pod od dasaka - Schiffboden
Muški posao - Männerarbeit
Lisnato tijesto - Bletterteig
Umni rad - Geistesarbeit
Šumska biljka - Waldpflanze

31
-e-: kann in Komposita auftreten, deren erste UK auf folgende Buchstaben endet: -be, -de, -ge,
-en, -eng, -es, -t.
z.B.
Klebeband, Leibwache, Händedrück, Tagesgeld, Tagesordnung, Halstuch usw.

Aufgabe 2
Übersetzen Sie:

Noćna smjena - Nachtschicht


Konjsko meso - Pferdefleisch
Kozije mlijeko - Ziegemilch
Kuhinjski nož - Küchenmesser
Stisak ruke - Händedrück
Kongres liječnika - Ärztekongress
Dnevnik - Tagebuch
Dnevnica - Tagesgeld
Rukavica - Handschuh

-ens-: dieses Verbindungselement kann in Komposita vorkommen, deren erste UK eines der
Folgende Substantive ist: Herz, Schmerz, Frau, Mensch usw.

Einteilung der Komposita nach der Relation zwischen den UK

Auf Grund der Relation zwischen den UK der Komposita gibt es determinativ und kopulativ
Komposita.
 Determinativ Komposita besteht aus Gliedern, zwischen denen Subordination
herrscht, d.h. dass ein Glied ist unter- das andere übergeordnet, meist ist das erste
Kompositionsglied untergeordnet. Es fungiert als determinierendes Element zum
übergeordnete Kompositionsglied und wird Bestimmungswort genannt. Das
determinierte Glied ist das Grundwort.
z.B.
Postchek, Estradenprogramm, Sclagerfestival, Haarsprei, Kontaktlensen, Virusinfektion
usw.

 Zur Funktion des Bestimmungwortes in form eines Substantivs

Das Bestimmungswort in Form eines Substantiv fungiert in einem Komposita als:


1. Subjekt : Kindergeschrei (Kinder schreien)
2. Objekt : Buchbinder (jemand der Bücher bindet)
3. Prädikat : Geburtsort (Ort in dem jemand geboren ist)
4. Adverbialbestimmung : Maiblumen ( Blumen die Mai blumen)
5. Attribut : Glücksumstand ( glücklicher Umstand)

 Determinativ Komposita mit einem Pronomen

Determinativ Komposita mit einem Pronomen ist schwach vertreten.


1. ein Personalpronomen – Ichform
2. ein Demonstrativpronomen – Selbstkritik
3. ein Indefinitpronomen - Alltag

32
 Kopulativ Komposita werden durch Koordination zwischen ihren UK
gekennzeichnet. Beide UK treten in der Funktion des Grundwortes auf.
z.B.
Strumpf hose
˅ ˅
Grundwörter

Kopulativ Komposita lassen sich in Wortgruppen auflösen, die jeweils aus zwei
mit „und“ verbundenen Substantiven bestehen.
z.B.
Krawattenschal = etwas was zugleich eine Krawatte und ein Schal ist

Die hierher gehörenden Zusammensetzen bezeichnen Sachen vorwiegend Kleidungsstücke,


Personen und Nominaabstrakta.
z.B.
Hosenrock, Dichter-Komponist, Sozialismus usw.

Eine Sondergruppe bilden Eigennamen. Sie kommen vor als:


a.) Rufnamen : Hans, Peter
b.) Familiennamen : Heinemann-Knoch
c.) Ortsnamen : Garmisch-Partenkirchen
d.) Ländernamen : Nordrhein-Westfalen

Aufgabe 3
Bilden Sie kopulativ Kompositum

Aufgabe 4
Übersetzen Sie

Jugoistok - Südosten
Sjeverozapad - Nordwesten
Glumacrežiser - Schauspielerregiseur
Inžinjerfilolog - Ingeneurphilologe
Generalmajor – Generalmajor

33
Zusammenrückungen

Es handelt sich um Konstrukte, die aus Wortgruppen oder Sätzen entstanden sind, uzw. ohne
Änderung der syntaktischen Beziehungen zwischen ihren Gliedern. Dabei ist das letzte Glied
nicht im Stande, die Wortart (in vielen Fällen) sowie das Genus der neuen Worteinheit zu
bestimmen. Meist handelt sich um Okasionellebildungen.
Zusammenrückungen können in anfangs Position folgende Elemente haben:
a. eine Partikel : der Gernergroß
b. ein Substantiv : die Zeitlang
c. ein Verb : der Saufaus
d. eine Wortgruppe : Dreikäsehoch

 Ableitungen

 Implizite Ableitung

Implizite substantivische Ableitungen sind Ergebnisse der Überführung (Transposition) der


Elemente anderer Wortklasse in die Klasse des Substantivs ohne ein erkennbares
Wortbildungsmorphem. Als Basis fungiert in der Regel ein Verb. Der Stammvokal des Verbs
kann Wortart wächseln.
a. verändert werden
z.B.
finden = Fund brechen = Bruch

b. unverändert werden
z.B.
fallen = Fall

Implizite substantivische Ableitungen mit verbaler Basis sind Maskulina, Neutra und Feminina
begegnen nur vereinzelt.
z.B.
das Grab das Schloss das Los das Band
die Qual die Schau usw.

Aufgabe 1
Wie lautet das entsprechende Substantiv?

ärgern – der Ärger fangen – der Fang fliegen – Fliege / der Flug
laufen – der Lauf tratschen – der Tratsch brechen – der Bruch

 Die Konversion

Unter dem Begriff Konversion versteht man den Übertritt von Wörtern in eine andere Wortklasse
ohne irgendwelche Änderungen der Form. Im Berieich des Substantivs zählen:
a.) der substantivierte Infinitiv : das Lernen
b.) das substantivierte Adjektiv : das Gut, der Alte
c.) die substantivierte finite Verbform : das Muss, das Soll
d.) das substantivierte Pronomen : das Ich
e.) die substantivierte Partikel : das Ja
f.) das substantivierte Numerale : die Eins
g.) das substantivierte Partizip : der Angekommene, der Lesende
34
 Explizite Ableitung
 Suffix Bildungen 

Suffix Bildungen bestehen aus einem lexikalischen Morphem und einem Suffix. Suffixe können
dt. oder fremder Ursprung sein. Ein Teil der Suffixe ist nicht mehr produktiv. Produktive Suffixe
sind: -hen, -e, -ei/-elei/-erei, -el, -er, -ler, -ner, -heit, -keit, -schaft, -ung, -in, -ling, -tum.
Unproduktive Suffixe sind: -de, -icht.

Aufgabe 2
Kompositum oder Suffixoid Bildung

das Elektrizitätswerk K das Esszeug K


das Werkzeug S das Arbeitsmaterial K
das Gedankenmaterial S das Schreibmaterial K
das Schülermaterial K

Sprachliche Elemente, die bald als freie Morpheme, bald als Wortbildungssuffixe vorkommen,
werden Suffixoide genannt.

 Suffixe zur Bildung der Feminina 

sind:
a.) dt. : -ei, -elei, -erei, -heit, -keit, -igkeit, -in, -schaft, -ung
b.) fremde: -ade, -age, -aus, -ens, -ie, -ik, -ion/-ation, -tät, -ität, -ur/-tur

-heit, -keit, -igkeit: diese Formen sind als kombinatorisches Varianten des Suffixes –eit
aufzufassen. Dieses Suffix –heit bezeichnet Eigenschaft oder Zustand.

Aufgabe 3
Verwenden Sie Elemente –heit, -keit zur Bildung des Substantivs mit folgenden Basen:

sicher = Sicherheit frei = Freiheit


übel = Übelheit viel = Vielheit
locker = Lockerheit mehr = Mehrheit
genau = Genauigkeit gesammt = Gesammtheit
hilflos = Hilflosigkeit billig = Biligkeit
leer = Leerheit finster = Finsterheit
dumm = Dummheit streit = Streitigkeit

Aufgabe 4
Wie heißt es auf Deutsch?

prošlost = Vergangenheit navika = Gewohnheit


manjina = Minderheit pokvarenost = Verdorbenheit
većina = Mehrheit odsutnost = Abwesendheit
otvorenost = Öffentlichkeit sigurnost = Sicherheit
jednakost = Gleichheit drskost = Frechheit
krutost = Steifheit novina = Neuigkeit
mudrost = Weisheit ograničenost = Begränztheit

35
-schaft: verbindet sich mit –
a.) Substantive
b.) Adjektive : Schwangerschaft
c.) Verbstämmen: Erbschaft
d.) Partizip II : Gefangenschaft
e.) Infinitiven : Liegenschaft

Aufgabe 5
Wie heißt es auf Deutsch?

zarobljeništvo = Gefangenschaft potomstvo = Erbschaft


radništvo = Arbeitschaft srodstvo = Verwandschaft
zajedništvo = Gemeinschaft zaostavština = Hinterlassenschaft
vladavina = Herrschaft strast = Leidenschaft

-ung: ist eines der produktivsten Suffixen der dt. Gegenwartssprache. Es verbindet sich mit
Verben, nur vereinzelt mit Substantiven, relativ selten mit Wortgruppen.

Aufgabe 6
Wie heißt es auf Deutsch?

osnivanje = Gründung pokriće = Deckung


kamenovanje = Steinigung identificiranje = Identifizierung
zastrašivanje = Beängstigung izrabljivanje = Ausbeutung
ušće = Mündung vježba = Übung
prehlada = Erkältung dejstvo = Wirkung

-ling: verbindet sich mit Verben, Adjektiven, Substantiven und Numeralien. Dieses Suffix
kennzeichnet:
1. Nomina Agentis – Flüchtling
2. Nomina Patiens – Impfling, Streifling
3. Personenbezeichnungen nach deren Eigenschaft – Naivling
4. Bezeichnungen von Kleidungsstücken – Fäustling

Aufgabe 7
Wie heißt es auf Deutsch?

drznik = Frechling mračnjak = Finsterling


kažnjenik = Sträfling bjegunac = Flüchtling
pridošlica = Einkömmling mekušac = Schwächling / Weichling
perverzni = Pervärsling ljepotan = Schönling

36
 Die Movierung

Unter dem Begriff Movierung versteht man die Überführung der Maskulina in Feminina und
umgekehrt durch Movierungsmorpheme. Die Überführung Maskulina in Feminina erfolgt durch
Suffixe –ine, -ens, -ize, -sche, -in; und der Feminina in Maskulina durch –er und –erich.

Aufgabe 8
Wie lautet das Feminina?

Gatte = Gattin Landsmann = Landsmännin


Namensfällter = Namensfälterin Koch = Köchin
Filmer = Filmerin Eheheberater = Eheberaterin
Schulschwänzer = Schulschwänzerin Löwe = Löwin
Tiger = Tigerin Fucks = Fücksin
Adler = Adlerin Hase = Häsin
Wolf = Wölfin Dacks = Däcksin

Aufgabe 9
Wie lautet das Maskulinum?

Zeitungsfrau = Zeitungsmann
Milchfrau = Milchmann
Kreuterfrau = Kreutermann
Vogelweibchen = Vogelmänchen
Adlerweibchen = Adlermänchen

 Suffixe zur Bildung der Neutra 

Zur Bildung der Neutra dienen die Suffixe –chen und –lein. Beide Elemente kennzeichnen
Verkleinerungen. Ableitungen auf –chen und –lein drücken häufig auch Emotionen aus. Ob zur
Bildung eines Deminutivs das eine oder das andere Suffix verwendet wird, hängt vom Auslaut
der Basis ab. Substantive auf –ch erhalten das Suffix –lein. Bei den –lein Ableitungen ist der
Stammvokal der Basis oft ungelautet, bei den –chen Bildungen bleibt er in manchen Fällen
unverändert. Auf den Gebrauch von –chen und –lein wirken auch Geographische Faktoren ein.
So ist –lein im oberdeutschen Sprachraum beliebt. In der Schriftsprache überwiegt das Suffix
–chen.

Aufgabe 10
Nennen Sie Deminutive!

Mantel = Mäntelchen Spiegel = Spieglein


Decke = Deckchen Deckel = Deckelchen
Kiste = Kistlein Katze = Kätzlein
Bach = Bächlein Auge = Äuglein
Haus = Häuschen Junge = Jungchen
Vogel = Vögelchen Onkel = Onkelchen
Tante = Tantchen Schwester = Schwesterlein
Bruder = Brüderchen Hand = Händchen
Karl = Karlchen Grethe = Gretchen
Ute = Utchen Dora = Dorchen
37
Genus indiferente Wortbildungs Suffixe

Folgende Suffixe sind nicht im Stande, das Genus des Substantivs zu beeinflüssen: -e, -nis, -sal,
-säl, -tum.

-e: dient zur Bildung von Feminina und Maskulina (aber Ausnahme ist –das Erbe). Feminina
Ableitungen auf –e enthalten einen Verbstamm oder Adjektiv als Basis.

Aufgabe 1
Wie heißt es auf Deutsch?

kiselina = Säure jačina = Stärke


visina = Höhe oštrina = Schärfe
ležaljka = Liege kočnica = Bremse
straža = Wache kolijevka = Wiege

Maskulina auf –e haben nur vereinzelt einen Verbstamm als Basis: Bürge, Züge aber stärker
vertreten sind der substantivische Herkunftsbezeichnungen wie Rumene, Bulgare, Slovene usw.

-nis: ist Bestandteil vom Feminina und Neutra. Feminina auf –nis sind der verbal. und adjekt.
Ableitungen. Sie kennzeichen Eigenschaften und Zustände und lassen sich paraphrasieren.

Aufagbe 2
Übersetzen Sie!

dobro poznavanje engleskog jezika = gute Kenntnise der englischen Sprache


s vašom dozvolom = mit ihrer Erlaubnis
bezrazložna zabrinutost = unbegründete Besorgnis
ograničena dopuštenja = begränzte Befugnise
minimalne ušteđevine = minimale Ersparnise

Neutra auf –nis : Substantive sächlichen Geschlechts auf –nis sind meist der verbale
Ableitungen. Sie kennzeichen meistens Nomina Aktiones oder Nomina
Akti.
z.B.
das Erzeugnis, das Begräbnis

-sal: ist nicht mehr produktiv. Einige von diesen Substantiven sind oft Genusschwankend.
z.B.
das/die Wirsal, die Trübsal

-tum: nur zwei Maskulina ( der Irrtum, der Reichtum) alle andere sind Neutra.
z.B.
Sektirertum, Heldentum, Banditentum

38
Zusammenbildungen

Eine Gruppe stellen der Zusammenbildungen dar. Es handelt sich um Konstrukte, deren erste UK
eine Wortgruppe, die zweite eine Suffix ist.
z.B.
Inbetriebsetzung = in Betrieb setzen

 Präfixbildungen

Präfixbildungen bestehen aus einen Präfix oder Präfixoid und einem Wort oder Wortstamm als
Basis. Die Basis ist meist ein Substantiv, selten ein Verb.
z.B.
das Geklingel, die Anhöche, der Blitkerl

 Bildungen mit Präfixen

Als erste UK dieser Gruppe fungieren: ge- , miss-, un-, erz-, ur-; Fremdpräfixe: an-, in-, ir-.

ge-: ein Substantiv oder Infinitivstamm als Basis. Der subst.Ableitungen sind Kolektiva: das
Gestühl. Bei manchen Bildungen mit verb. Basis wird ge- mit dem Suffix –e kombiniert.
Solche Konstruktionen sind als Präfixal-Suffixale Bildungen (kombinatorische Ableitungen)
zu betrachten.
z.B.
das Geklaue = klauen

Aufgabe 1
Nennen Sie die Präfixbildung!

die Wolke = Gewölk der Ast = Geäste


der Darm = Gedärm der Berg = Gebirge
der Balken = Gebalken die Kluft = Geklüfte
der Stein = Gestein lachen = Gelache
bellen = das Gebell

miss-: bezeichnet das im Grundwort genannte als schlecht / falsch / verfählt. Fungiert als
Negationspräfix.
z.B.
der Missklang = falscher Klang
Misserfolg = kein Erfolg

un-: kennzeichnet: a.) Negation : die Unmoral


b.) etw. nicht schönes, schlechtes: die Unsitte
c.) als Augmentativpräfix – etw. höhes : Unsumme

39
erz-: bezeichnet: a.) Intensivierung der Bedeutung des substantivischer Basis
z.B.
der Erzdemokrat, Erzfeind

b.) einen hohen Rang


z.B.
Erzbischof

ur-: kennzeichnet: a.) anfängliche / ursprungliche : Urmensch


b.) hohen Grad bzw. Echtheit : der Urkraft
c.) im Basis genannte vorhergehende Generation: Urgroßmutter

 Präfixoide

Präfixoide sind Elemente, die sowohl als Präfixe als auch als freie Morpheme auftreten.

1. Augmentative Präfixoide : Affen-, Blitz-, Bomben-, Reisen-, Supper-, Spitzen-.


Beschreiben einen hohen Maß an etwas.
z.B.
Affengeschwindigkeit – prevelika brzina

Wenn sie die Bedeutung realisieren, die sie auch als freies Morphem haben, dann
betrachtet man sie als Komposita.
z.B.
Affenkäfig – käfig für Affe

2. Präfixoide alt- und ex- kennzeichnen einen ehemaligen Status


z.B.
Altbürgermeister, Exminister

3. Präfixoide aber- und after- kennzeichnen das im Basiswort genannte falsch oder schlecht
ist. Sie sind nicht mehr produktiv und gelten als veraltet.
z.B.
Aberglaubige, Afterlogik – falscher Logik

Bildung des Adjektivs

Nach der Wortbildungsart unterscheidet man zwei Hauptgruppen der Adjektive:

1. Zusammensetzungen / Komposita (slozenice)


z. B.
blassblau, dunkelblau

2. Ableitungen / Derivationen (izvedenice)


z.B.
lesbar, blauäugig, unbequem, beliebt

40
Komposita kommen als Determinativ- und Kopulativkomposita vor:
Determinativ: es herrscht Subordination unter den Einzelteilen
z.B.
lebenswürdig

Kopulativ: es herrscht Koordination unter den Gliedern


z.B.
nasskalt

Ableitungen können implizit und explizit sein. Explizite Ableitungen lassen sich in suffixale,
präffixale und präffixal – suffixale Bildungen einteilen.

Suffixale Bildungen bestehen aus einem Wort oder einer Wortgruppe als Basis und einem Suffix.
z. B.
Glück - lich, silber – n.

Ableitungen mit einer Wortgruppe als Basis werden Zusammenbildungen genannt. Bei den
adjektivischen Präffixbildungen ist die Basis ein Adjektiv, dessen Bedeutung durch ein Präffix
modifiziert oder negiert wurde.
z. B.
Ur – alt (sehr alt) un – erfahren (nicht erfahren)

Eine Sondergruppe der expliziten Ableitungen bilden präffixal – suffixale oder kombinatorische
Ableitungen. Sie sind von unterschiedlichen, meist substantivischen Basen, mit Hilfe eines
diskontinuierlichen Wortbildungmorphems abgeleitet. Dazu gehören Bildungen wie:

Be – brill – t = eine Brille tragend; mit einer Brille versehen

Adjektive, deren eine unmittelbare Konstituent gruppenbildend eine andere Bedeutung realisiert,
als wenn sie allein steht, sind entweder

- Suffixoidbildungen:
z.B.
hautfreundliches Waschpulver = Industrie, die der Umwelt nicht schadet

- Präffixoidbildungen:
z.B.
hochintelligent = sehr intelligent hochaktuell = sehr aktuell
hochinteressant = sehr interessant.

Implizite adjektivische Ableitungen sind Ergebnisse der Überführung der Elemente andere
Wortklassen in die Klasse der Adjektive ohne Beteiligung der Wortbildungsmorpheme.
z.B.
Reizend (abgeleitet vom Partizip I des Verbs reisen)
Interessiert (abgeleitet vom Partizip II des Verbs sich interessieren)

Ein reizendes Mädchen, ein interessierter jünger Mann.

41
Adjektivische Komposita

Zwischen den unmittelbaren Konstituenten herrscht entweder Subordination oder Koordination.


Bei Subordination handelt es sich um determinativ Komposita, deren erste UK (das
Bestimmungswort) der zweiten UK (dem Grundwort) untergeordnet ist. So ist beim Adjektiv
dunkelgrau von dunklen Grau – das Element „dunkel“ dem Element „grau“ untergeordnet.

Bei den kopulativen Komposita stehen die UK in Koordination zu einander, d.h. keines der
Kopositionsglieder ist weder unter noch übergeordnet, beide sind gleichrangig.

Adjektivische determinativ Komposita (ADK)

Als Bestimmung ADK können Elemente folgender Wortlassen fungieren:

a) Substantiv → Arbeitsunfähig → unfähig zur Arbeit


b) Adjektiv → hellgrün → von hellen Grün
c) Pronomen → selbstsicher → selbst sicher sein
d) Verb → schreibfaul → zu faul zum Schreiben

Wenn die erste UK ein Substantiv tritt zwischen ihr und der zweiten UK eines der folgende
Fugenallomorphe auf: (e)n, ens, Ø, s, e, er.

Ø kommt vor:
- in Konstrukten , deren erste UK ein Fremdwort ist (in der Regel)
z.B.
hotdogähnlich, kompromissbereit
- wenn die erste UK ein einsilbiges deutschsprachiges Element ist (in sehr vielen
Fällen)
z.B
armdick, handwarm, faustgroß, todkrank

s kommt vor:
- wenn erste UK ein Femininum auf –ung, -ion, -schaft, -heit, -ität ist (obligatorisch),
z.B
erwartungsvoll, kommunikationsorientiert, herrschaftsbegierig usw.
- wenn die erste UK auf –t endet (häufig)
z.B.
arbeitsfähig, andachtsvoll
- wenn die erste UK ein zwei – oder mehrsilbiges _____________ Substantiv ist
z. B. lebensnotwendig
- das Element –es kommt selten vor
z.B.
todesbereit
–er kommt bei Adjektiven, deren erste UK die Pluralform mit - er bildet
z.B.
liedervoll, kindersicher

(e)n verbindet mit der zweiten UK:


- Feminina auf –e : katzengleich, glockenähnlich usw.
- Maskulina, die in der Regel die Endung –en im Genitiv Sg. haben: menschenleer

42
–ens kommt nur vereinzelt vor
z.B.
herzensgut

Adjektivische Kopulativkomposita (AKK)

Die UK der AKK stehen in Koordination zueinander. Man unterscheidet 2 Gruppen der KK: die
eine wird ohne Bindestrich , die andere mit Bindestrich geschrieben.

KK ohne Bindestrich lassen sich mit „und“ verbundene adjektivische Gruppen auflösen
z.B. taubstumm → taub und stumm; während Konstrukte, deren UK durch Bindestrich
gekloppelt sind in Präpositionalphrasen transformiert werden können
z.B.
die spanisch – französische Grenze → die Grenze zwischen Spanien und Frankreich.

Aufgabe 1
Nennen sie die deutsche Entsprechung!

Interesi cijelog drustva : Gesamtgesellschaftinteressen


Malo povijen nos: bisschengebogene Nase / eine leichtgebogene Nase
Ljudi koji vole red: ordnungsliebende Menschen
Zavjese od zelene svile: grünseidene Vorhänge
Galtko obrijano lice : ein Glattrasierendes Gesicht
Kratko osisana kosa: kurzgeschnittene Haare

Adjektivisiche Ableitungen (AA)

Die AA werden in zwei Gruppen eingeteilt: explizite ind implizite Ableitungen.

EXPLIZITE IMPLIZITE

Sind an einem der adjektivischen Die Bildung erfolgt durch Überführung der
Ableitungssuffixe zu erkennen, mit deren Elemente anderer Wortklassen in die
Hilfeelemente anderer Wortklassen in die Wortklasse Adjektivs ohne Mitwirkung des
Wortklasse des Adjektivs überführt werden. Ableitungssuffixes.

Als Ableitungsmorpheme fungieren


folgende:

a) deutsche Suffixe: -bar, -ern, -(e)n, -


haft, -ig, -isch, -lich, -sam

b) fremde Suffixe: -abel/-ibel, -al, -ant/-


ent, -ar/-är, -ell, -esk, -iv/-ativ, os/-ös.

43
Explizite Ableitungen mit deutschen Suffixen
–bar : Bei den Bildungen auf – bar fungiert meist ein Verb als Basis. Bei etwa 30 Adjektive ist
die Basis ein Substantiv, Adjektive hingegen kommen vereinzelt vor. Die Basis der deverbalen
AA auf –bar kann sein:

 ein einfaches Verb: essen – essbar


 eine Präfixbildung: entzünden – entzündbar
 ein Kompositum: zusammenklppen – zusammenklappbar
z.B.
ehrbare Leute – die Leute die Ehre haben.

Aufgabe 2
Sagen sie anders

1. Schwierigkeiten, denen man nicht ausweichen kann: unausweichbare /-liche


Schwierigkeiten
2. Worte, an die man sich nicht erinnern kann: unerinnbare Worte
3. Blick, dr den Dank erkennen lässt: dankbarer Blick
4. Handschrift, die man kaum lesen kann: kaumlesbare Handschrift
5. Pilze, die gegessen werden können: essbare Pilze

Aufgabe 3
Übersetzen sie

Sramno ponasanje → schandbares (schämbares) Benehmen


Oporeziv dohodak → einsteuerbares Einkommen
Vidljiv napredak → sichtbarer (sehnbarer) Fortschrit
Plovna rijeka → schiffbarer (flussbarer) Fluss
Ocit nesporazum → offenbares Missverständniss
Cudan dozivljaj → sonderbares Erlebnis
Strasna nesreca → fruchtbares Unglück
Rodno drvo → fruchtbarer Baum
Roba koja podlijeze carinjenju → zollbare Wahre
Pitko vino → trinkbarer Wein
Neispunjena zelja → unerfüllbare Wünsche
Jedva cujni koraci → kaumhörbare Schritte
Svadljiv mladic → streitbarer Junge
Osjetno poboljsanje → fühlbare Verbesserung
Vjestine koje se mogu lako nauciti → erlernbare Fähigkeiten
Zapaljiv materijal → entzündbares Material
Namjestaj koji se moze rastaviti → zerlegbare Einrichtung

–er/-ern : Adjektive auf –er/-ern haben vorwiegend eine Stoff- oder Pflanzenbezeichnung als
Basis (samt – samten, Ton – tönern). Endet die Basis auf – e oder –er, so wird nur
-n als Suffix verwendet (Seide – seiden; Kupfer – kupfern).
Das Element –ern gilt als Variante von –en (Hölzern).

44
Aufgabe 4
Drücken sie den Inhalt der Wortgruppe anders aus:

1. ein Pullover aus Wolle – wollener Pullover


2. eine Bluse aus Seide – seidene Bluse
3. ein Anzug aus Samt – samtener Anzug
4. ein Teller aus Kupfer – kupferner Teller
5. ein Ring aus Gold – goldener Ring
6. ein Bächer aus Silber – ein silberner Bächer
7. eine Jacke aus Leder – lederne Jacke

Aufgabe 5
Bilden sie Wortgruppen und Substantivische Komposita

1. Stein, Brücke – eine steinerne Brücke; Steinbrücke


2. glas, Figur – eine gläserne Figur, Glasfigur
3. holz, Kochlöffel – ein hölzerner Kochlöffel, Holzkochlöffel
4. stahl, Träger – eine stählerner Träger, Stahlträger
5. elfenbein, Klaviertasten – elfenbeinerne Klaviertasten; Elfenbeineklaviertasten
6. brett, Zaun – ein bretterner Zaun, Bretterzaun

Aufgabe 6
Ist die deutsche Entsprechung eine Wortgruppe oder ein Kompositum?

a) psenicni hljeb – Weizenbrot – Kompositum


b) kartonska kutija – Kartonbox
c) betonski Stub – Betonpfeiler
d) plasticna kesa – Plasitktüte
e) zeljezna lady – eiserne Lady
f) celicno zdravlje – eiserne Gesundheit
g) kameno srce – steinernes Herz
h) poculansko posudje – Porzellangeschir
i) bros od jantara – bernstein Brosche
j) papirnata vrecica – Papiertüte
k) lanena haljina – Leinenkleid

Aufgabe 7
Was passt zusammen?

45
–er: Bei dieser Gruppe der AA fungiert entweder eine Ortbezeichnung oder ein
Grundzahlwort als Basis.
z.B.
Pariser Nachtleben in den 20-Jahren unseres Jahrhunderts.

Aufgabe 8
Übersetzen sie:

1. lajpciski sajam – leipziger Messe


2. kölnska katedrala – kölner Dom
3. moskovski metro – moskauer U-Bahn
4. potsdamska deklaracija – potsdamer Deklaration
5. londonski dvospratni autobusi – londoner Doppeldecker
6. praska skola – prager Schule
7. varsavski pakt – warschauer Pakt
8. becka opera – wiener Oper
9. 50-ih godina 19-og stoljeca – fünfziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts

–haft: Bei den Adjektiven auf –haft fungiert meist ein Substantiv als Basis. Bindungen mit
verbaler Basis kommen selten vor und deadjektivische Ableitungen sind sehr schwach
vertreten:
z.B.
wahrhaft

Das als Basis fungierende Substantiv ist in den meisten Fällen eine Personenbezeichnung z.B.
mädchenhaft. Grebräuchlich sind auch Tierbezeichnungen und Abstrakta abgeleitete –haft-
Adjektive z. B. bärenhaft. Ein Teil der –haft-Ableitungen ist lexikalisiert
z.B.
ein flatterhafter junger Mann = ein unbeständiger oberflächlicher junger Mann
ein fabelhaftes Theater = ein wunderschönes großartiges Theater

Zu einem Teil der –haft – Adjektive existieren Konkurenzformen, die auf folgende Suffixe
enden:
-artig (panikhaft – panikartig)
-ig (bullenhaft – bullig)
-mäßig (narrenhaft – narrenmäßig)
-voll (grauenhaft – grauenvoll)

Dann oft in Kombination mit Suffix – be herzhaft - beherzt

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Aufgabe 9
Welche Erleuterung passt:

herzhaft a. Reizend, lieb, leibeswert


b. veraltend, mutig, unerschrocken, erschlossen
herzig c. sehr freundlich
d. tüchtig, kräftig, fest
herzlich e. aufrichtig, ehrlich gemeint, vom Herzen kommend
f. sehr, recht, ziemlich, überaus
g. narrhaft, gehlaltvoll, von kraäftigem, würzigen Geschmack

Lösung: herzhaft: b. veraltend, mutig, unerschrocken, erschlossen


d. tüchtig, kräftig, fest
g. narrhaft, gehalltvoll, von kräftigem, würzigen Geschmack

herzig: a. Reizend, lieb, leibeswert

herzlich: c. sehr freundlich


e. aufrichtig, ehrlich gemeint, vom Herzen kommend
f. sehr, recht, ziemlich, überaus

Augabe 10
Welche BOS– Entsprechung passt:

Nahmhaft a. Narocito, osobito nahmhaft: znatan, znamenit


b. znatan
Namentlich c. Znamenit namentlich: narocito, osobito poimenicno
d. taj isti
Nämlich e. naime nämlich: taj isti, naime
f. poimenicno

–ig: Adjektive mit dem Suffix –ig, einem der produktivsten adjektivische Suffixe der deutschen
Sprache enthalten als Basis:

1. ein Substantiv
Ein bärtiger Bursche = ein Bursche mit Bart
2. ein Verb
Kläbrige Bons = klebende Bonbons
3. ein Adjektiv (nur ganz vereinzelt)
Eine völlige Mondfinsternis = eine totale Mondfinsternis
4. eine Partikel
Ein nichtiger Grund = ein unwichtiger Grund
5. eine Wortgruppe
Ein hochlehniger Sessel = ein Sessel mit hochen Lehne

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Aufgabe 11
Nennen sie die deutsche Entsprechungen:

oblacno nebo – wolkiger Himmel


sapunjave ruke – seifige Hände
snjezni krovovi – schneiige Dächer
zurni pokreti – heistige Bewegungen
krsan momak – stämmiger Bursche
vrtoglava visina – schwindlige Höhe
sumnjivo ponasanje – verdächtiges Benehmen
groznicav polusan – fiebriger Halbschlaf
staklast pogled – gläsiger Blick
otrovne gljive – giftige Pilze
socno voce – saftiges Obst
nekadasnji ministar – ehemaliger Minister
prema prethodnom dogovoru – nach vorheriger Vereinbarung
nistavan razlog – nichtiger Grund
sadasnji prekid diplomatskih odnosa – jetztiger Abbruch der diplomatischen Beziehung.

Aufgabe 12
Übersetzten sie ins Deutsche

1. Polozaj nam nije bas ruzicast


Unsere Lage ist ncht so rosig.
2. Stigla nam je jedna radosna vijest.
Wir bekamen eine freudige Nachricht.
3. Koza mu je stara i sva izborana.
Seine Haut ist alt und ganz fältig.
4. Lice mu je bilo prekriveno oziljcima.
Sein Gesicht war narbig.
5. Nekadasnje crte lica su se jedva mogle raspoznati.
Damalige Gesichtszüge waren kaum wieder zu erkennen.
6. Ostale stvari sam joj poslao postom.
Die übrigen Sachen schickte ih ihr per Post.

Aufgabe 13
Nennen sie die dt. Entsprechungen:

Dvolicna politika – eine doppelgesichtige Politik


Plecat momak – breitschultiger Junge
Krupno brasno – grobkorniges Mehl
Dugorocan Ugovor – langfristiger Vertrag
Dugogodisnja iskustva – jahrelange Erfahrungen
Trecerazredan hotel – drittklassiges Hotel
Svojerucan potpis – eigenhändige Unterschrift
Obostrana upala pluca – beidseitige Lungenentzündung
Polusatna setnja – halbstündiger Spaziergang.
Bradati bosanac – langbärtiger Bosnier
Kosulja kratkih rukava – kurzärmeliges Hemd

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–artig, -förmig, -haltig: sind auf Dreierleiweise zu interpretieren:
1. als mit Hilfe von –ig von Wortgruppen abgeleitete Zusammenbildungen
z.B.
Von böser Art – bösartig blei enthaltend - bleihaltig
2. als –ig-Ableitungen mit einem Kompositum als Basis
z.B.
Eigenart – eigenartig Kugelform – kugelförmig
3. als –artig, -förmig, -haltig-Ableitungen mit substantivischer Basis
z.B.
gurckenförmig sackförmig
gurckenartig sackartig

–isch: Mit Hilfe des Suffix –isch und seine erweiterte Formen -alisch (theatralisch). –arisch
(dokumentarisch), -atisch (problematisch), -erisch (eregnerisch), -istisch (inflationistisch),
-nisch (heidnisch) werden meist desubstantivischen Adjektiven gebildet. Das als Basis
fungierende Substantiv kann ein Simplex, eine Ableitung oder ein Kompositum sein.
z.B.
kindisch (=Kind) künstlerisch (=Kunstler) mitteleuropäisch (=Mitteleuropa)

Der Umlaut des Stammvokals der Basis geschieht unregelmäßig.

Schwaben – Schwäbisch Bauer - bäuerisch


Europa – europäisch Bayern - bayerisch
Hund – hündisch Wolf - wölfisch

Unter den –isch – Bildungen sind besonders stark vertreten, die von Länder, -Landschaft
und Ortnamen sowie von Bewohnerbezeichnungen abgeleitete Adjektive:
z.B.

Japan – japanisch Berlin – berlinisch


Holland – holländisch Sarajevo – sarajevoisch
Frankreich – französich Zenica – zenicanisch
Dänemark – dänisch

–lich: Ist eines der produktivsten Morpheme der dt. Sprache. Die Basis kann sein:
1. ein Substantiv
2. ein Verb
3. ein Adjektiv
z. B.
vorbildlich, erfreulich

Adjektive mit substantivischer Basis werden von Simplizia (Tag = täglich),


Ableitungen (Wissenschaft = wissenschaftlich), Präffixbildungen (Urzeit = urzeitlich),
und Komposita (Buchstabe = buchstäblich) abgeleitet. Dabei wird der Stammvokal der
Basis in vielen Fällen umgelautet (Haus = häuslich; Natur = natürlich; Tod = tödlich
aber von Beruf = beruflich).

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Basen, die auf –e enden , verlieren es in den meisten Fällen in Verbindung mit Suffix –lich
z.B.
Sache – sachlich – sächlich
Ehre – ehrlich
Seite - seitlich

Aufgabe 14
wie heißt das auf DE?

pokretna i nepokretna imovina – bewegliches und unbewegliches Eigentum


podmitljiv sluzbenik – ein bestechlicher Beamter
neopisiva bijeda – unbeschreibliches Elend
podnosljivi bolovi – verträgliche Schmerzen
razumljiva formulacija – verständliche Formulierung
zamisljeno lice – nachdenkliches Gesicht
neoprostiva zabuna – unverzeihlicher Irrtum
lomljiva roba – zerbrechliche Ware
mladenacke cari – jugendliche Reize
nerazdvojni prijatelji – unzertrennliche Freunde
prijateljski odnosi – freundschaftliche Beziehungen
kucna njega – häusliche Pflege
primjetna razlika – merklicher Unterschied
ponocna tisina – mitternächtliche Stille
vjerovatni pocinitelji – wahrscheinliche Täter

–sam: Adjektive auf –sam sind älteren Datums. Sie sind teilsweise schon veraltet und meist
durch Adjektive auf –bar versetzt worden. Das Suffix –sam ist daher nur von begränzter
Bedeutung. Die Basis ist meist verbal. Die substantivische Bildungen sind schwach vertreten, der
Adjektiv nur vereinzelt zu belegen. Bei den deverbalen Bildungen fungiert in den meisten Fällen
ein reflexives Verb als Basis, z.B.

sich biegen = biegsam – gibak, savitljiv


sich enthalten = enthaltsam – suzdrzljiv

Aufgabe15
Beantworten sie die Fragen mit einem –sam Adjektiv: Wie ist ein Mensch?

a) der sich bemüht, sein Fortkommen im Beruf mit Fleiß und Ziel Strebigkeit zu fördern
→ strebsam
b) der nicht gespächig ist → schweigsam
c) der eifrig ist und viel arebeitet → arbeitsam
d) der leicht in Furcht geriet → fürchtsam
e) der mit wachen Sinnen etwas verfolgt → wachsam

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Aufgabe16
Wie heißt es auf DE?

strpljivi rodtelji – geduldsame Eltern


brizljivo ophodjenje sa strancima – sorgsamer Umgang mit Ausländern
miroljubiv narod – friedsames Volk
radna atmosfera – arbeitsame Atmosphäre
djelotvorna mjera – wirksame Maßnahme
frizura koja nekom dobro stoji uz odjecu – kleidsame Frisör
prirucnik koji se preporucuje – ratsames Handbuch

Fremde Suffixe (FS)

Von dem FS werden im Deutschen folgende verwendet: -al (formal, genial, zentral),
-ell (matriell, opositionell), -os / -ös ( religiös, misteriös, nervös).

Suffixoid – Bildungen

Suffixoide können in gleicher Form allein stehen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen und
deshalb ist manchmal schwer zu unterscheiden, ob solche Konstrukte Komposita oder
Ableitungen sind. Kriterien sind:

- Wenn die zweite UK stark gruppenbildend geworden ist


z.B.
freundlich (Suffixoid)

Familienfreundlich umweltfreundlich hautfreundlich


Kinderfreundlich körperfreundlich wirtschftsfreundlich

- Nur wenn das Morphem alle Kriterien erfüllt, kann als Suffixoid betrachtet werden. Wenn nicht
dann sind die Gränzfälle zwischen Kompositum und Ableitung. Wenn es in übertragene
Bedeutung verwender wird, dann ist es ein Kompositum
z.B.
Nikotinarm, umweltfreundlich, lachfreudig, rasiergerecht, lohnintensive, kinderlos,
faltenreich, fußballselig, erziehungstechnisch, nobelpreisverdächtig, sinnvoll

Die Adjektive auf –arm, -reich, -voll kennzeichnen in welchem Maße etwas vorhanden ist.
Adjektive auf –frei, -leer, -los bezeichnen, dass das nenannte fehlt.
Bildungen mit –frei und –leer sind Komposita → halbleer, arbeitsfrei
Aber mit –los sind immer Suffixbildungen

Alkoholfrei, menschenleer, tagelos – Suffixbildung

Adjektive auf –gerecht und –mäßig bezeichnen immer eine Beziehung


z.B.
Zweckgerechte Kleidung = Kleidung, die dem Zweck entspricht
Formgerechtes Verhalten = Verhalten in richtiger Form
Familiengerechte Wohnung = Wohnung, die für eine Familie gut ist.
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Adjektivische Zusammenbildungen (AZ)

Bei diesem Typ der expliziten Ableitungen fungiert eine Wortgruppe als Basis. Das frequenteste
Suffix ist –ig ( achtteilig = aus acht Teile bestehend).
Bei einer kleineren Gruppe sehr häufig vorkommender Adjektive wird das Suffix –lich als zweite
UK verwendet
z.B.
zweistündlich = jede zweite Stunde.

Präffixal-suffixale adjektivische Ableitungen

Neben den reinen Ableitungen und Präffixbildungen begegnet man in der deutschen Sprache der
Gegenwart auch Adjektive von substantivischen Basen mit Hilfe von präffixalen und suffixalen
Wortbildungsmorphemen abgeleitet sind. Sie lassen sich in zwei Untergruppen einteilen:
1. adjektivische Ableitungen nach dem Model des Partzip II
2. sonstige präffixal – suffixale adjektivische Ableitungen

Bei der Ableitungen dem Model des Partzip II ähnelt die Struktur der Ableitung des Partzip II,
die Basis ist aber nicht ein Verb , sondern in der Regel ein Substantiv. Dass die Basis
substantivisch und verbal ist, lässt sich durch die Tatsache beweisen, dass es zu dieser Struktur
keine infinitive Verbform gibt. So existiert z.B. im Deutschen das Adjektiv
Bebrillt = mit einer Brille versehen.

Als Präffixe fungieren be- und ge-. Das Suffix ist das Element -(e)t.
z.B.
Benachbart = nahe gelegen, angrenzend, daneben, in der Nähe befindlich
Gestiefelt = mit Stiefeln versehend, Stiefel tragend

In einzelnen Fällen steht vor dem Präffix ge- ein weiteres Präffix
Angejahrt = leicht gealtet
Eingefleischt = überzeugt, unverbesserlich

Die Bildungen: bebildert, bewaldet, bemost sind als implizite Ableitungen von Partzip II der
Verben: bebeildern, bewalden, bemosen.

Implizite adjektivische Ableitungen

Im Unterschied zur zahlreichen deverbalen substantivischen Ableitungen, sind die implizite


adjektivalische Ableitungen mit verbaler Basis nur als Einzelfälle zu belegen.
z.B.
Wirr – wirren Spitz – spitzen

Als Einzelfälle kommen auch durch Knversion abgeleitete desubstantivische Ableitungen vor.
z.B.
feind = Feind, Angst = Angst

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Adjektivische Präfixbildungen

Bei den Präffixbildungen ist die erste UK entweder ein gebundenes Element z.B. un- (unbekannt)
oder auch alleinvorkommendes Wortbildungsmittel: hoch – (hochinteressant = sehr interessant)
Die häufigsten Präffixe im DE sind: erz-, ge-, mis-, un-, ur-.
Die Fremdpräffixe sind: au-, dis-, in-, il-, im-, ir-.

Erz- → bedeutet sehr, überaus, durch und durch, vom Grund aus. Es ist hauptsächlich ein
Wortbildungsmittel der politischen Sprache. Manchmal kennzeichnet es eine
negative geistige oder moralische Eigenschaft.

Ge- → ist heute nicht mehr produktiv. Desubstantivische Adjektive sind idiomatisiert und
zeigen eine Intensivierung.

Mis- → wird auch heute selten verwendet; es negiert, das in der Basis genannte.

Un- → ist ein Negationspräffix. Seine prmäre Funktion besteht in der Bildung von Antonymen,
wo es entsprechende Simplizia als Gegenwörter fehlen (unwichtig, zuwichtig),
nicht ABER unklein, zuklein, weil zum Adjektiv klein das Adjektiv groß als
Adjektiv existiert.

Ur- → bedeutet eine Verstärkung (urgemütlich, Ursprung, urdeutsche)


Fremdpräffixe sygnalisieren eine Negation:

Asozial = unsozial Iregulär = unregelmäßig


Imobil = unbeweglich Disloyal = untreu

Präfixoide

Sind in vier Gruppen eingeteilt:

1. Präffixoide mit homonimen freien Substantiv:


Blitzdumm bonbonensicher brandneu saugut Stockfinster totelend
Inhalt des Basis intensiv.

2. Präffixoide mit hominimen freien Adjektiven:


Alt- bitter- hoch- schwer- tief-

Als präffixale Funktionsträger (Präffixoide) intensivieren den Inhalt der Basis.


z.B.
Altbekannt – seit langem bekakannt schwerreich – sehr reich
Bitterernst – sehr ernst tieftraurig – sehr traurig
Hochbegabt – sehr begabt

Wenn die Bedeutung des freien Morphems beibehlatend wird, dann handelt es sich an
Komposita:
Hochgelegen = liegt hoch über den Meeresspiegel

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Komposita sind auch Bildungen des freien mit fremdsprachigen Elemente
Hetero- homo- iso- neo –
z.B.
heteropolar, homozentrisch, isorhytmisch, neoafrikanisch (aus dem Neuafrika)

3. Präffixoide mit homonimen freien Verben:


Stink- (stinkfall) knall- (knallscharf)
Nur für Intensivierung!!!

4. Präffixoide mit homonimen freien Partikeln:


Bildungen, zu deren erste Konstituent als freie Partikeln existieren, sind im DE schwach
vertreten. Eine Ausnahme bildet Adjektiv mit dem „über“. Zu den präffixalen Funktionsträger
dieser Gruppe gehören:
Ab- (abhold) auf- (aufrecht) über- unter- (sehr vereinzelt)

Adjektive mit fremdsprechen Elementen können Komposita oder Präffixoidbildungen sein, je


nach dem ob die erste UK in der Bedeutung des in der Herkunftssprache auch allein
vorkommenden gleichlautenden Morphems gebraucht wird oder eine Bedeutungsvariante
angenommen hat. So sind die Sfjektive mit
Prä- pro- post- trans- quasi-
Als Komposita interpretierbar, während die Bildung mit
Anti-inter- para- supra-
Bald Komposita bald Präffixbildung sind. Adjektive mit
hyper- und ultra-
hingegen sind immer als Präffixbildungen aufzufassen.

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