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S. Buckel/R. Christensen/A. Fischer-Lescano (Hrsg.

), Neue Theorien des Rechts,


2006, S. 323 (334 ff.):

Ein Unternehmen produziert in einer Anlage und bläst dabei Ruß in die
Luft. Es erzielt daraus einen Gewinn von 75.000 €. Um die Anlage
herum wohnen 100 Anwohner. Diesen Anwohnern entsteht durch das
Trocknen ihrer Wäsche in der verschmutzten Luft jährlich ein Schaden
von je 500 €. Der Einbau eines Luftfilters in die Fabrik würde 30.000 €
kosten; die Anschaffung von 100 Wäschetrocknern (je 350 €) 35.000 €.

Der Gesetzgeber hat zwei Möglichkeiten, er kann den Bürgern ein


Recht auf rußfreie Umwelt zugestehen. Dies geschieht, indem er das
Unternehmen verpflichtet entweder die Anwohner zu entschädigen
oder einen Luftfilter einzubauen. Statt der Entschädigung in Geld
könnte das Unternehmen auch allen Anwohnern einen Wäschetrockner
kaufen. Der Gesetzgeber könnte auch entscheiden, dass die Anwohner
den Ruß entschädigungslos hinnehmen müssen. Denen bliebe jedoch
die Möglichkeit sich jeweils Wäschetrockner anzuschaffen oder
zusammenzulegen und dem Unternehmen einen Luftfilter zu kaufen.
Tritt das Unternehmen aber in Kontakt mit den 100 Anwohnern, dann
entstehen sogenannte Transaktionskosten (Bindung von
Personalkapazitäten, Kommunikationskosten) in Höhe von 10.000 €,
dasselbe gilt, wenn sich die Anwohner zusammentun um gemeinsam
zu handeln.

Was sind die gesamtwirtschaftlichen Kosten der beiden Optionen des


Gesetzgebers unter Berücksichtigung der Optionen der von der
Gesetzgebung Betroffenen?

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