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JUDY WINTER MARLENE 11.11. – 16.11.20 0 9, jeweils um 19.30 Uhr, am 15.11. auch

JUDY WINTER

MARLENE

11.11. – 16.11.20 0 9, jeweils um 19.30 Uhr, am 15.11. auch um 15.00 Uhr

T 040. 22 70 14 20 I tickets@ernst-deutsch-theater.de

16.11.20 0 9, jeweils um 19.30 Uhr, am 15.11. auch um 15.00 Uhr T 040. 22
Liebe Leser, ein Samstagabend im 6er-Bus: Auf der Rückbank sitzen fünf junge Tür- kinnen, alle

Liebe Leser,

ein Samstagabend im 6er-Bus: Auf der Rückbank sitzen fünf junge Tür- kinnen, alle knapp unter 20. Sie kichern, albern rum, haben Spaß. Ein schwules Paar steigt zu, das Tuscheln und Kichern wird lauter. Als der Bus schließlich über die Lange Reihe fährt, platzt es aus einer der jun- gen Frauen heraus: „Guckt mal da, Schwule!“ Und die anderen antwor- ten im Chor: „Iiieeehhh!“ Ist das jetzt schon homophob oder einfach nur pubertär? Wäre es mit fünf jungen Männern bereits eine bedrohliche Situation? Hätten die beiden Schwulen auf die Frauen reagieren sollen? Oder die anderen Fahrgäs- te? Würde man überhaupt darüber reden, wenn sich fünf deutsche Jugendliche so verhalten hät- ten? Oder ist das alles eine Alltäglichkeit, die wahrscheinlich jeder schon einmal so oder ähnlich erlebt hat – und die schnell wieder vergessen ist? Wie viel Homophobie kann und muss man ertragen? Wie viel Angst ist angebracht? Deutschland hat ein massives Integrationsproblem. Es betrifft übrigens nicht nur Ausländer, son- dern auch den Teil der deutschen Bevölkerung, der sozial abdriftet und so gerne als Unterschicht bezeichnet wird. Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig sagt: „Teile der Kriminalitätsproblematik, speziell auch bei Jugendlichen, und die Integrationsproblematik sind auf jeden Fall miteinander ver- zahnt.“ Eine Gettoisierung findet nicht nur bei jungen Arabern oder Türken statt, sondern auch bei deutschen Jugendlichen mit Perspektivmangel. Wenn sich hier der geballte Frust mit übersteiger- tem Männlichkeitsgebaren mischt, kann daraus schnell eine gefährliche, weil gewalttätige Gefahr wer- den. Dafür gibt es in Hamburg, aber auch bundesweit zahlreiche Beispiele, sogar mit tödlichem Ausgang. Der brutale Überfall auf einen US-amerikanischen Gaststudenten Ende September am Hansaplatz gehört in diese Reihe. Inwieweit er tatsächlich schwulenfeindlich motiviert war, ist nicht abschließend geklärt. Das ist auch nicht die alles entscheidende Frage. Schwule müssen sich nicht als besondere Opfergruppe stilisieren, denn Gewalt kann jeden treffen. Daran muss gearbeitet werden, doch bis- lang sind die politischen Reaktionen eher hilflos: Mit Waffenverbotszonen oder endlosen Diskussio- nen, wieviel Videoüberwachung zumutbar sei, wird lediglich Aktionismus demonstriert – die Ursa- chen bleiben.

Viel Spaß beim Lesen!

Stefan Mielchen

Chefredakteur

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Titel

Ratgeber, Lebensbeichten, Pornos:

Über Sex wird viel geschrieben. Auch uns geht es immer nur um das Eine.

1188
1188

Hamburg

Der DFB zeigt beim Länderspiel in Hamburg Flagge gegen Homophobie – nur die Nationalspieler kneifen.

3300
3300

Kultur

Er singt über Analverkehr und gilt auch sonst als Schlampe: Joel Gibb von den Hidden Cameras im Interview.

editorial

Leserbriefe/Impressum

4

Stadtgeschichten

6

Titel

8

Hamburg

18

Mahlzeit

28

Kultur

30

Beautiful People

36

Szene

38

Programm

44

City Guide

58

Kleinanzeigen

68

Portfolio

70

Sex

72

Reise

74

Fernsehen

78

Verlosung

80

Lange Reihe

82

7744
7744

Reise

Beirut gilt als Paris des Osten. Es gibt schwules Leben. doch dem Touristen bleibt so manches davon fremd.

leserbriefe

HamburgsHamburgs schwulesschwules StadtmagazinStadtmagazin 10/0910/09
HamburgsHamburgs schwulesschwules StadtmagazinStadtmagazin
10/0910/09

Zu „Muss das sein?“, hinnerk 09/09

Wie im Artikel erwähnt, kam große Empörung bei den Schwulen und Les-

ben über den Auftritt der „Pferde und Hunde“ aus der SM-Szene beim dies-

Das soll einer ver-

stehen, da Homosexuelle in der heuti- gen Zeiten selber noch genug um Aner- kennung und Gleichberechtigung kämpfen müssen und es unterstützen sollten, wenn sich jemand traut, „so“ rumzulaufen. Die Szene verlangt doch nach immer neuen und schillernden

Gestalten. Doch alles, was nicht gezupft, gebräunt, gegelt, gepudert, gestählt und in einen H&M-Fummel gequetscht ist, entspricht halt nicht dem „schwu- len Standard“. Wie war noch das Motto eines der vergangenen CSDs: „Akzep- tanz statt Toleranz“? Was ist daraus ge-

worden?

FLORIAN

jährigen CSD auf

Was SM mit Schwulsein zu tun hat? Es ist ebenso eine Variante von Sexualität, die vom Hetero-Blümchensex-Schema abweicht und deshalb diskriminiert wird. Und als solche sollten SM und die, die ihn praktizieren, Solidarität auch und gerade zum CSD erhalten. Wer meint, ihm sei das peinlich, der kann ja seinen Lebenspartner und seinen Da- ckel nehmen, sich mit beiden in sein Reihenhäuschen zurückziehen und hat

Zu „Von Beust macht Ernst“ auf hinnerk.de

Die Erweiterung von Artikel 3 Grundgesetz ist längst überfällig. In der Hamburger FDP werde ich mich nach besten Kräften dafür einsetzen, dass die beiden Ham- burger FDP-Bundestagsabgeordneten für die Änderung des Artikels die Rückendeckung bekommen, die sie

benötigen. Wer macht mit?

CHRISTIAN HÜTTER

dann „daheim hoffentlich ein Bett“, in dem er, brav, angepasst und in Zim- merlautstärke, seine Sexualität ausle- ben kann – und wo er hoffentlich kein schlechtes Gewissen hat. Denn was er da macht, ist heutzutage erlaubt. Was daran liegt, dass im Stonewall Inn mal Leute dafür aufgestanden sind, Schwul- sein zu enttabuisieren. Ob die wohl da- mals den „Homophilen“ und anderen brav-biederen Klemmschwestern pein- lich waren? HENNING DITTMAR

Zu „Kahrs war’s!“, hinnerk 09/09

Nun hat er seinen Denkzettel endlich bekommen, der Kahrs! 15 Prozent we- niger, das haut rein. Es kann auch nicht über seine Niederlage hinwegtäuschen, nur weil er trotzdem das Direktmandat im Wahlkreis Hamburg-Mitte gewonnen hat. Glücklicherweise wurde der Kandi- dat Ilkhanipour abgestraft, aber Kahrs hätte mindestens das gleiche Schick- sal verdient gehabt. Nein, ich mag die- sen Typen nicht. Und ob schwul oder nicht, eine kritischere Auseinanderset- zung im Wahlkampf hätte ich mir im hinnerk-Duell schon gewünscht.

HANS MEINS

Zu „Schwuler Zirkus“, hinnerk 10/09

Mit Entsetzen und Unverständnis ha- ben wir erfahren, dass die Aidshilfe

Hamburg mit dem Zirkus Knie koope- riert, der die Gay Circus Night veran- staltet. Ja, Zirkus, das ist Glitzer, Gla- mour, Musik und Nervenkitzel. Aber nur für uns Menschen. Für die Tiere, die dort präsentiert werden, bedeutet der Zirkus ein Leben in einem winzigen Kä- fig, Gewalt, Schmerzen und Erniedri- gung. Gerade von einer großen, eta- blierten Einrichtung wie der Aidshilfe erwartet man, dass die unterstützten Projekte und Veranstaltungen ethi- schen Prinzipien folgen. Wenn ihr mal wieder eine Kooperation mit einem Zir- kus eingehen wollt, gibt es übrigens ge- nug Zirkusse, die ohne Tiere arbeiten.

DER VORSTAND VON INTERVENTION E.V.

Zu „St. Georg: Brutaler Überfall“ auf hinnerk.de

Gewalt von Muslimen gegen „Anders- gläubige“ (dazu gehören Amerikaner und auch Schwule) hat in St. Georg Tra- dition. Ich lebe seit 1980 in St. Georg, von Integration und Annäherung keine oder kaum eine Spur. Also finde ich den Ausdruck Multikulti in St. Georg vorerst nicht angebracht. Fragen Sie mal einen muslimischen Mann, was ihn zum guten Vater und Führer seiner Familie macht. Wer eine klare und ehrliche Antwort bekommt, weiß, dass dieser „Lifestyle“ niemals zu unserem demokratischen

redaktion@hinnerk.de

Wertgefüge passt. Naja, wir haben vor gut zweihundert Jahren da angefan- gen, wo der Islam steht, wie ich ihn jetzt wahrnehme. Seien wir milde und ge- ben den „Andersgläubigen“ eine Chan- ce sich zu ändern.

PEER MEIER

Menschlichen Respekt haben diese vier (Täter) von Hause aus nie erlernt – dies ist ebenso verachtungswürdig, wie von vier Prügeljungs (ausgehend) irgend- welche nationalistischen Klänge anzu- stimmen. Ich habe in meinem kurzen Leben auf dieser Welt überall Arsch- löcher gesehen, ob in Afrika, in der Tür- kei, in Amerika, unter Schwulen und – ja auch – unter demokratischen Deut- schen. Aber es gibt auch eine Menge ehrlicher, respektvoller und netter Men- schen. Eines ist mir hier aber zu kurz gekommen, denn ich möchte diese Ge- walttat nicht ausschließlich nutzen, um meine Anschauung anderen aufzu- schwätzen. Ich möchte Joshua und sei- nem Kollegen auf diesem Wege alles Gute und gute Besserung wünschen.

DER AUSLÄNDISCHE SCHWULE (27)

impressum

hinnerk Verlag Steindamm 11, 20099 Hamburg (040) 284115-0 Fax (040) 284115-80 redaktion@hinnerk.de anzeigen@hinnerk.de ISDN (040)284115-55 Herausgeber Peter Goebel (pege/-0) Chefredakteur Stefan Mielchen, V.i.S.d.P. (sm/-22) Redaktion (040) 284115- Philip Eicker (pe/-21) Axel Schock (as) Mitarbeiter dieser Ausgabe Torsten Bless, Michael Gaschler, Marc Grenz, Elmar Kraushaar, Ricardo M., Ulf Meyer, Volker Surmann, Tobias Völker, Eckhard We- ber, Sven-Karl Mai (Foto), Stephan Pflug

(Foto), Claudia Schmidt (Foto), Martin Stiewe (Foto)

Grafik und Layout (040) 284115- Linda Lorenzen (-51)

Anzeigenleitung Christian Kranz (-31) verantwortlich für Anzeigen Anzeigenberatung (040) 284115- Oliver Kahler (-33) Christopher Schnoor (Azubi) (-34) Dennis Döhler (-52)

Kleinanzeigen Nick Schmidt (Azubi) (040) 284115-0

Buchhaltung (Di + Do 14-18 Uhr) (040) 284115- Andrea Bremer (-42) Belichtung und Druck Media Print, Westerrönfeld Vertrieb Cartel X (040) 39 90 27 71, Eigenvertrieb. hinnerk wird an ca. 250 Stellen in Hamburg und Norddeutschland kostenlos verteilt. Bankverbindung Hamburger Sparkasse, Konto 1251 124671, BLZ 20050550 Für hinnerk gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 01.01.2009. Veranstaltungshinweise sind kostenlos. Alle Programmangaben sind ohne Gewähr. Für unverlangt eingesandtes Bild- und Text- material wird keine Haftung übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion

wieder. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck nur mit Genehmigung des Verlages. Gerichtsstand ist Hamburg.

Redaktionsschluss 12/09: 16.11.2009 Anzeigenschluss 12/09: 16.11.2009

ist Hamburg. Redaktionsschluss 12/09: 16.11.2009 Anzeigenschluss 12/09: 16.11.2009 Auflage IVW-geprüft 4 hinnerk 11/09
ist Hamburg. Redaktionsschluss 12/09: 16.11.2009 Anzeigenschluss 12/09: 16.11.2009 Auflage IVW-geprüft 4 hinnerk 11/09

Auflage IVW-geprüft

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Foto: Stephan Pflug

stadtgeschichten

Rosettengold

Mit „Kommissar Dobranski“ pflegen Konrad Halver (65) und Monty Arnold (42) die seltene Kunst des Live-Hörspiels

Konrad, im Hörspiel bist du derund Monty Arnold (42) die seltene Kunst des Live-Hörspiels knallharte „Kommissar Dobranski“, Monty ist dein

knallharte „Kommissar Dobranski“, Monty ist dein schwuler Sohn Theo. Steht Dobranski heimlich nicht auch auf Männer?

Halver: Nein, das kann ich beim besten Willen nicht in den Dobranski reinbringen. Schwule können ja männlich sein. Aber

wenn sich Lieschen Müller einen harten Bullen vorstellt, dann ist der nicht schwul. Es sei denn, er wäre von Tom of Finland gezeichnet

Arnold:

lösen, sondern sich nur gegenseitig be- glücken. Oder wie Nick Nolte in einem un- angenehmen Film sagt: die Rosette ver- golden. Aber das tut Dobranski nicht. Des- halb bringe ich den güldenen Rosetten- glanz auf Umwegen ins Hörspiel

die müssen ja keine Fälle

aber

Ihr führt ein Hörspiel auf derauf Umwegen ins Hörspiel die müssen ja keine Fälle aber Bühne auf. Ist das nicht widersinnig?

Bühne auf. Ist das nicht widersinnig?

Arnold: Krimis sieht man eigentlich im Fernsehen, weil sie von Action und Bewe- gung leben. Diese Dinge wirken im Thea- ter schnell affig. Die Hörspiel-Effekte er- lauben es nun, diese Dinge auch auf einer Bühne zu tun: Man verfolgt sich rasend, es wird geballert – und trotzdem ist man im Theater. Und siehe da: Zusammen wird das rund! Und diese Kombination ist auch für diejenigen lustig, die nicht Teil der großen Hörspielgemeinde sind. Halver: Am ulkigsten ist Dobranski auf der Bühne, wenn ich – ein Ritual in unserer Se- rie – am Anfang und am Ende bei Heinz, dem Lottomann, einkehre. Dann merken die Leute erst, dass ich den auch spreche – nur mit einer ganz anderen, hohen Ham- burger Stimme. Manchmal werde ich so- gar als Stimmenchamäleon bezeichnet.

Ist Dobranski witzig gemeint?Manchmal werde ich so- gar als Stimmenchamäleon bezeichnet. Halver: Er ist eine Kriminalkomödie, ob- wohl es

Halver: Er ist eine Kriminalkomödie, ob- wohl es auch sehr brutale Momente gibt. Wenn ich ihn nicht mit meinem Humor fül- len könnte, wäre er ein relativ langweiliger Kriminaler. Ich muss ihn schon mit all mei- ner Schlampigkeit, mit meinem Versof- fensein füllen können. Arnold: Witz lebt von Wiederholung. Und in Krimis werden ständig Sätze wieder- holt. Zum Beispiel: Wo waren Sie gestern abend um 20.30 Uhr? Kennen Sie diesen Mann? Bei einem Kölner „Tatort“ kann ich mich auch heute noch richtig beömmeln, ohne dass der Krimi dadurch kaputt geht. Es interessiert mich ja trotzdem noch, wer der Mörder ist. Und solange Sebastian am Geräuschpult sitzt, wird es auch an Bru- talitäten scheußlichster Art nicht mangeln.

Konrad, eine gewisse Schwierig-auch an Bru- talitäten scheußlichster Art nicht mangeln. keit für dich dürfte es sein, als Dobranski

keit für dich dürfte es sein, als Dobranski deine natürliche Tuntigkeit abzulegen.

Halver: Wir Schauspieler müssen uns so verstellen können, dass man uns alles glaubt. Bei meinem ersten Mal als Do- branski vor dem Mikrofon habe ich mir ge- dacht: Jetzt mache ich mal Arnold Mar- quis nach – eine Berliner Synchron-Le- gende der 50er. Er hat John Wayne ge-

sprochen, mit einer ganz tiefen, super- männlichen Stimme, ein Männlichkeits- Nonplusultra. Ich wollte sehen, wie tief ich

runterkomme.

INTERVIEW: PHILIP EICKER

13.11., 22.50 Uhr, Imperial Theater, www.dobranski.de

„Kommissar Dobranski“ erscheint bei Lübbe Audio, www.luebbe-audio.de

titel

titel 88 hinnerk 11/09

Sex findet im Kopf statt. Deshalb wird soviel über ihn geschrieben: Callboys erzählen aus ihrem Leben. Eine heterosexuelle Porno- Autorin berich-

tet von ihren schwulen Fanta- sien. Ein Kaba- rettist testet die

einschlägige Rat- geberliteratur. Und ein Buch versammelt peinliche Pannen beim Liebesspiel. Dazu ei- ne Umfrage und eine Bestseller-Liste. Viele Worte, aber es geht immer nur um das Eine.

SEX

titel

EIN GANZER KERL

Seit seinem 17. Lebensjahr arbeitet Cem Yildiz als Callboy und macht seinen Kunden den dominanten „Türkenstecher“. In seinem Buch „Fucking Germany“ zieht der 31-Jährige Bilanz

Cem, wie war das für dich, beim SchreibenBuch „Fucking Germany“ zieht der 31-Jährige Bilanz deine Erfahrungen Revue passieren zu lassen? So in einem

deine Erfahrungen Revue passieren zu lassen?

So in einem Stück hatte ich meinen Job noch nie reflek- tiert. Das kam dann schon bombastisch. Ich dachte:

„Wow! Wie krass, was hast du da alles mitgemacht?“ Aber es gibt nichts, was ich nun im Nachhinein bereuen würde. Ich habe mich auf alles immer ganz bewusst und überlegt eingelassen.

mich auf alles immer ganz bewusst und überlegt eingelassen. Warum machst du nun Schluss mit dem

Warum machst du nunSchluss mit dem Escort- Geschäft? Ist der Sex langweilig geworden? Im Job schon, im Privatleben:

Schluss mit dem Escort- Geschäft? Ist der Sex langweilig geworden?

Im Job schon, im Privatleben:

nein. Es gab Zeiten, da hab ich drei-, viermal am Tag gearbei- tet, auch mal zwei Tage durch- gemacht und nebenbei auch noch meinen privaten Sex ge- habt. Frag nicht, wie ich das hingekriegt habe. Aber wenn man geil ist, ist man geil. (lacht) Und notfalls gibt‘s Via- gra.

Wie unterscheidest duist, ist man geil. ( lacht ) Und notfalls gibt‘s Via- gra. für dich privaten und

für dich privaten und be- ruflichen Sex?

Im Job bin ich klar dominant und aktiv. Privat bin ich zwar nicht das genaue Gegenteil, aber ich bin nicht so rücksichtslos, sondern auch ein- fühlsam und verständnisvoll, aber doch noch ganz Kerl.

Im Buch unterscheidest du zwischen Schwu-fühlsam und verständnisvoll, aber doch noch ganz Kerl. len und Männern, die Sex mit Männern haben.

len und Männern, die Sex mit Männern haben.

Fandest du das diskriminierend?

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Ich fand das etwas klischeebeladen. Schwul

= CSD-Parade, Parfüm und Weichei.

So habe ich das nicht gemeint. Ich bin ja auch schwul, oder genauer bi. Aber man kann ja schwul sein und doch seine Männlichkeit behalten. Ich hab auch nichts gegen Männerparfüm, aber ich hatte oft genug Kunden, die ihre Weiblichkeit herausgestellt haben und dann auch so ge- rochen haben. Dieses affektierte Reden und Noch-weibli-

cher-sein-wollen-als-jede-Frau – das ist für mich schwuch- telig, das mag ich nicht. Und wenn wir ehrlich sind: Sol- che Typen gehen den meisten Leuten auf den Kranz. Wenn sich ein Mann in den Arsch ficken lässt, ist der für mich noch lange keine Frau.

Inwieweit hat dich der Job verändert?ficken lässt, ist der für mich noch lange keine Frau. Ich habe sexuell schon eine dominante

Ich habe sexuell schon eine dominante Art. Durch den Job möchte ich das im privaten Bereich inzwischen nicht

mehr ausleben. Wenn ich jemanden mag oder liebe, dann habe ich keine Lust, dem ins Gesicht zu schlagen. Weil ich das aber auch mal ganz gut finde, hatte ich mit dem Job einen guten Ausgleich.

Also Kuscheln zu Hause und Schlagen aufganz gut finde, hatte ich mit dem Job einen guten Ausgleich. der Arbeit. Das trifft‘s voll

der Arbeit.

Das trifft‘s voll auf den Nagel.

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Wie kamst du darauf, als Escort speziell die

Getto-Türken-Nummer zu liefern?

Das hat sich erst nach und nach so entwickelt. Natürlich hatte ich auch Kunden, mit denen ich kuschelnd im Bett lag, und die haben mir dann ganz lieb einen geblasen. Aber das bin nicht ich. So bin ich dann auf dieser harten Schiene gelandet.

Warum suchen sich diese Kunden für ihre

SM-Spiele ausgerechnet osteuropäische oder türkische Callboys?

Vielleicht assoziieren sie damit etwas Barbarisches, Tieri- sches, vielleicht auch was Primitives. Sie wollen sich etwas Außergewöhnliches gönnen. Und da ich viele Stamm- kunden hatte, gehe ich davon aus, dass ich es gut gemacht habe.

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Es wird schwer werden, einen Job mit ähn-

lich gutem Stundenlohn zu finden.

Da muss ich eben durch. (lacht) Ich bin erst 31, da kann man noch viel ausprobieren. Vielleicht mache ich erstmal das Abi nach und studiere. INTERVIEW: AXEL SCHOCK

Cem Yildiz: „Fucking Germany“, Westend Verlag, 224 Seiten, 16,95 Euro

E scort zu sein heißt immer, sich auf andere ein- zustellen, die kleinen Unterschiede zu

E scort zu sein heißt immer, sich auf andere ein- zustellen, die kleinen Unterschiede zu bemer- ken. Wer bekommt schon gerne ein Wasser

ohne Kohlensäure, wenn er eins mit bestellt hat?“ Le- bensweisheiten wie diese sprudeln aus Hartwig Schröder nur so heraus. Kein Wunder: Der Mann hat viel erlebt, nichts Menschliches scheint ihm fremd. Der 44-Jährige lebt heute als Software-Entwickler in Karlsruhe. Mitte der 80er jedoch begann er in Hamburg gemeinsam mit seinem damaligen Freund als Callboy zu arbeiten. Nicht aus finanzieller Not, sondern aus reiner Neugier und gehörigem Exhibitionismus – Spitzname: Hafennutte. Das klingt nach romantischer Verklärung, nach Stri- cherlatein. Allerdings werden die Einblicke ins Milieu, der Sex-Rausch, schräge Kunden oder tragische Schicksale seiner Wegbegleiter mit Floskeln und einer seltsamen

HAFENNUTTE

Callboy: Hartwig Schröders Lebensbeichte

Emotionslosigkeit endlos aufgezählt. Das wirkt schnell beliebig, ja langweilig. Bei vielen Themen wie etwa der Angst vor Aids, Drogen, Sex-Sucht oder Beziehungs- problemen vermisst man die notwendige Tiefe. Die Paral- lelwelt des schwulen Sex-Business wäre eine spannende

Erzählung wert, aber vielleicht trifft die Belanglosigkeit des Buches auch nur die Banalität des Gewerbes, das seinen vermeintlichen Glamour vor allem in den Köpfen derer versprüht, die sich in eine Callboy-Karriere hin- einfantasieren. Schröder verlor in dem Job am Ende die Kontrolle über sein Leben – es folgten Burn-out, Therapie und der Ausstieg. Er kehrte Hamburg den Rücken und zog nach Karlsruhe. Sein Heimweh hält sich in Grenzen, die Angst vor Suff und erneutem Abrutschen ist zu groß. Und doch bleibt ein Rest: „Es gibt Tage, da zerreißt es mich bei- nahe. Da habe ich richtig Sehnsucht nach dem Ham- burger Leben. Dann sehe ich mich, wie ich nackt vor ei- nem Kunden stehe, und es läuft mir kalt den Rücken

runter.“

SM

Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”:

Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten
SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten
SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

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SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

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SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten

SM Hartwig Schröder: „Mein Prinz, der Callboy”: Eichborn Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro Änderungen vorbehalten
Änderungen vorbehalten
Änderungen vorbehalten

titel

DIE LUST AM MANN

Cliff Morten ist einer der bekanntesten deutschen Pornoautoren. Und im wahren Leben alles andere als ein Mann. Ein Hausbesuch von Elmar Kraushaar

I hre Helden heißen Viggo Mortensen und Sean Bean. Den beiden Stars aus den „Herr der Ringe”-Filmen gilt Lenas ganze Aufmerksamkeit. In ihrer Fantasie. Ihrer sexuellen

Fantasie. Und Lena ist wahrlich kein Teenager mehr. Eine gestan- dene Frau, seit 25 Jahren verheiratet, zwei erwachsene Töch- ter. Sie arbeitet als Lehrerin für Mathematik und Physik an einem Gymnasium in einer süddeutschen Kleinstadt. Das sieht ganz nach Bilderbuch aus, nach vertrauter Normalität. Dass bei ihr da doch etwas anders ist, hat Lena bereits gemerkt, als sie noch ein Mädchen war. Die ihr zugewiesene Rolle passte ihr nicht, sie spielte gerne Fußball, skalpierte ihre Puppen, wäre lieber ein Junge gewesen. In der Pubertät kamen dann die Fantasien hinzu. Sie stellte sich vor, ein Mann zu sein, der Sex hat mit einem anderen Mann. Was war los mit ihr? War sie vielleicht transsexu- ell? Oder eine Lesbe, die sich hinter schwulen Fantasien versteckt? Nichts von alledem, längst weiß Lena es besser: „Ich habe die Rolle als Mädchen abgelehnt. Ich wollte nicht diese passive Rolle einnehmen, sondern habe mir eine Beziehung kämpferischer vorgestellt, als gegenseitige Herausforderung, eine Beziehung, in der man auch die Rollen wechseln kann.” Lange hat sie gedacht,

sie sei mit diesen Fantasien ganz allein auf der Welt, bis sie im In- ternet entdeckte, dass sie bei Weitem nicht die Einzige ist. Auf den entsprechenden Seiten lernte sie Tausende von Frauen kennen, weltweit, die so oder so ähnlich fühlen wie sie selbst. Mit denen tauscht Lena sich aus seitdem, gegenseitig schrei- ben sie sich ihre sexuellen Fantasien auf, die eine fängt an, eine andere übernimmt, entwickelt die Story weiter. Die Männer in den Fan-

tasien, in den Geschichten haben rea- le Vorlagen, sind in der Regel Schau- spieler oder Figuren aus populären Filmen und TV-Serien, aber auch aus

Popgruppen und Fußballmannschaf- ten. Die ersten jener Slash-Geschichten erschienen Anfang der 1970er Jahre als eine Sparte der Fan-Literatur zu der Fernseh- serie „Raumschiff Enterprise“ mit Kirk/Spock als bevorzugtem Paar. Lena hat ihre Idealtypen in Viggo Mortensen und Sean Bean gefunden, zwei gestandene Männer, nicht zu jung, nicht zu alt, at- traktive Draufgänger mit Gefühl. Auch mit dieser Vorliebe ist sie nicht allein, mit rund 50 Frauen auf vier Kontinenten kommuni- ziert sie im Netz. Sie folgen alle der gleichen Vorgabe: „The pai- ring is strictly VigBean!”

gleichen Vorgabe: „The pai- ring is strictly VigBean!” Die Geschichten, die in diesen Foren entstehen, oftmals

Die Geschichten, die in diesen Foren entstehen, oftmals in Koproduktion mit

einer oder mehreren anderen, liegen inzwischen auch in Buchform vor, haben sich als Unterabteilung der so genannten Fanfiction unter dem Namen Slash (Schräg- strich) etabliert. Mit Tausenden von Leserinnen auf der ganzen Welt, mit Verla- gen, die sich darauf spezialisiert haben, mit Wissenschaftlern, die sich akade- misch um das Phänomen kümmern. Lena wollte ihre Geschichten auch als Buch in der Hand halten und hat sich in Deutschland auf die Suche nach Verlagen gemacht. Natürlich ist sie von

den etablierten abgelehnt worden, bis sie in einer Ni- sche unterkam, bei schwulen Verlagen – unter dem männlichem Pseudonym Cliff Morten. Heute veröffentlicht Lena beim Hamburger Ver-

lag Männerschwarm, ihr Lektor weiß von Anfang an Bescheid, dass er es mit einer Frau zu tun hat. Einer Frau, die pornographische Romane für ein schwules Publikum schreibt. „Ich maße mir dabei aber nicht an, dass ich über Schwule schreiben kann”, sagt Lena. „Ich schreibe keine schwulen Geschichten, sondern vielmehr über die schwulen Anteile in mir.” Ihre amerika- nische Kollegin Dorothy-Rose Devereaux sagt dazu: „Slash bedient sich der bei- den männlichen Figuren nur, weil Frauen in der Fiktion mit Männern keinen Sex auf Augenhöhe haben können, weil ihnen da alle möglichen gesellschaftlich und literarisch festgeschriebenen Rollenmuster dazwischenkommen.” Und weiter:

„Es geht nicht darum, schwul zu sein. Es geht vielleicht eher darum einen

„Es geht nicht darum, schwul zu sein. Es geht eher darum, einen Schwanz zu haben.“

Schwanz zu haben. Und zu zeigen, dass man dafür kein Mann sein muss.” Es geht in Lenas Geschichten nicht um den schnellen Sex ne- benbei, wie man ihn aus der Pornographie von homo- ebenso wie von heterosexuellen Männern kennt. Bei ihr gibt es auch ein Vor- und ein Nachspiel, alles mit viel Gefühl, aber auch einer richtigen Portion Aggression an der passenden Stelle. „Die strikte Tren- nung zwischen pornographischen und romantischen Geschich- ten lehne ich ab. Ich will beides.” Seit sie gezielt für ein schwu- les Publikum schreibt, muss Lena immer wieder Konzessionen machen. Es sollen gar keine Frauen vorkommen, bei den ge- fühligen Passagen muss sie sich disziplinieren, und einmal, als ihr Fantasieheld Viggo sich ein Kleid überzieht, um sich dann von sei- nem Geliebten Sean penetrieren zu lassen, muss sie hart kämp- fen, dass ihr der Lektor diese Passage nicht streicht. Dass sie mit ihrem wirklichen Namen nicht erscheinen darf, weder in diesem Artikel noch auf den Buchdeckeln, ist Lena egal. „Ich muss Rücksicht nehmen auf meine Tätigkeit als Lehrerin, das allein ist der Grund.” Darüber hinaus hat sie keine Lust, sich zu verstecken. Ihre Freundinnen kennen ihre Texte und sind zum

Teil begeisterte Leserinnen, ihre Töchter schmunzeln eher über ihre Geschichten, und ihr Mann ist immer wieder erstaunt über die Fantasie seiner Frau, ohne sich davon bedroht zu fühlen. Auf die Frage, ob sie eine Feministin sei, antwortet sie ohne wenn und aber mit „Ja”. Die Plots für ihre Storys kommen durch- aus aus eigenem Erleben. „Ich habe meine eigene Beziehungs- geschichte immer auch als Kampf erfahren, und daraus erge- ben sich dann die Geschichten.” Und sie schaut sich auch keine Schwulenpornos an, um sich so den Stoff für ihre Bücher abzu- schauen. „Ich will das ja gar nicht echt machen, ich schreibe nur das auf, was ich mir in meiner Fantasie vorstellen kann.” Ihre ei- gene Lust steht über allem, erlebt im Kollektiv: „Frauen feiern ge- meinsam nicht nur ihre zärtliche Hingabe, sondern auch ihre wilde, erobernde, triumphierende Lust am Mann. Vielleicht”, fügt Lena verschmitzt hinzu, „ist das alles auch meine Rache am Mann.”

Von Cliff Morten erschienen im Verlag Bruno Gmünder u.a. „Spot an, Hose auf“, im Verlag Männerschwarm u.a. „Bastard“, „Seilschaft“ und „Mit Haut und Haar”

http://seilschaft.livejournal.com

Verlag Männerschwarm u.a. „Bastard“, „Seilschaft“ und „Mit Haut und Haar” http://seilschaft.livejournal.com
Verlag Männerschwarm u.a. „Bastard“, „Seilschaft“ und „Mit Haut und Haar” http://seilschaft.livejournal.com

titel

ORGIE

auf dem Wohnzimmertisch

Schwule Sexratgeber überschwemmen den Büchermarkt. Volker Surmann stellt sich der Flut entgegen

V olker, gibt‘s etwas, das du uns sagen möch- test?“ Lucy hält das Handbuch für Meister hoch. Verdammt, ich sollte aufräumen,

wenn Besuch kommt! „Recherche für einen Artikel“, sage ich. Das hat schon damals die Buchhändlerin nicht geglaubt, als ich meinen ersten schwulen Rat- geber kaufte, da mein sexuelles Wissen auf dem Ni- veau von Mike Krügers „Nippel durch die Lasche zie- hen“ stagnierte. Das Buch war grün mit Kleeblättern drauf und enthielt u.a. Ralf-König-Comics. Nach drei Kapiteln hab ich nur noch die Comics angeguckt. Nach hinten wird‘s immer spezieller; die erste Über- schau der Ratgeberorgie auf meinem Wohnzim- mertisch bestätigt diese Regel. Es sei denn, man sor- tiert alphabetisch wie die Herren Silverstein & Pica- no in ihrem Klassiker Die Freuden der Schwulen. „Mann, muss schwuler Sex langweilig sein“, unkt Lucy, „wenn ihr so viele Ratgeber braucht.“ Das kommt, weil jeder Verlag einen eigenen rausgibt, er- kläre ich, und noch welche übersetzt. Oder Nischen besetzt wie mit dem Lederhandbuch II, das unhand- lich dick ist, aber harte Kerle müssen das stemmen können. Tom Schmitts Bondage besetzt eine ähnli- che Nische: seitenlange Knotenanleitungen. „Kenn ich alles,“ kommentiert Lena, „vom Segeln.“ All meine Gäste sind am Blättern. „Ich mag keine Ratgeber von Doktoren“, nölt Jens und legt Dr. Alex Vass‘ Schwuler Sex, schwule Ge- sundheit weg: 300 Seiten, das einzige Bild ein Un- terleibsschema. Fundiert und freundlich geschrie- ben, aber wenig Lust machend. Etwas für Leute, die auch bei einer neuen Kaffeemaschine zuerst die Be-

die auch bei einer neuen Kaffeemaschine zuerst die Be- dienungsanleitung lesen. Um Sven Rebels Gay Sex

dienungsanleitung lesen. Um Sven Rebels Gay Sex Guide streiten sich meine Gäste. „Das ist doch ‘n Pornoname!“ – „Quatsch, da steht drin, der ist Do- kumentarfilmer!“ – „Das sagen sie alle.“ Lucy be- trachtet den bunten Querschnitt aktueller Pornofo-

tos, „auch mal was fürs Auge!“, und kichert ab und zu, denn neben klaren Worten zu Bareback („Selbst- mord“), ist der Ton angenehm rotzig, zum Beispiel über die Nebenwirkungen von Poppers: „Mit aller Gewalt ein entspanntes Arschloch und doof für den Rest des Lebens. Oder einfach etwas mehr ent-

und

spannende Vorarbeit

sich auch morgen noch

selbständig die Schuhe zubinden können.“ In mei- nem erotischen Zufallslesezirkel kommt das an. Lena wendet sich Erotisch Massieren von Stephan Niederwieser zu, da könne sie als Hetera sicher auch was lernen. Sie liest auffällig lange im Kapitel „Schwanzmassage“. „Muss man für‘s erotische Mas-

sieren ‘nen Bart haben?“ –„Nee, das ist das ästheti- sche Konzept.“ Ralf Rühmeiers Bilder sind hoch- wertig, aber man sollte Bärte mögen. Bart haben leider auch Überschriften wie „Berührt werden, um berührt zu sein“. Da bin ich eher geschüttelt als berührt. Immer wieder Niederwieser. Der wird noch zum schwulen Sex-Papst. 180 Seiten über Analver- kehr? Kein Problem: Bück dich! – Stellungen, Übun- gen, Tipps vom Bruno-Gmünder-Ratgeber-Fließ- band, von dem auch gerade Das Orgasmusbuch ge- fallen ist. Hier „10 Schritte“, da „15 Stufen“, schöner kommen. Ausgerechnet der schmächtige Paul liest ver- sunken Pauls Handbuch für Meister. Sein Kopf ist rot. Ob das an dem Buch liegt, das in seiner An- schaulichkeit zur Einhandliteratur tendiert? Mal sehn, ob er gleich mal kurz im Bad verschwindet. Dabei kommt mir die Idee zu einem neuen Sex- party-Konzept: „Read & Try. Ratgebersex auspro- biert.“ Ich könnte es einschlägigen Locations ver- kaufen. Oder gleich einen passenden Ratgeber schreiben.

Der Kabarettist Volker Surmann hat noch keinen Ratgeber ge- schrieben, aber zwei Bände mit Kurzgeschichten herausgegeben. Sie heißen „Sex – von Spaß war nie die Rede“ (Satyr Verlag)

www.volkersurmann.de

war nie die Rede“ (Satyr Verlag) www.volkersurmann.de „All In One“ - das neue Album der Bossa-Pop-Königin.
„All In One“ - das neue Album der Bossa-Pop-Königin. Produziert von Mark Ronson (Amy Winehouse),
„All In One“ - das neue Album der
Bossa-Pop-Königin. Produziert von
Mark Ronson (Amy Winehouse),
Mario Caldato Jr. (Beastie Boys) u.a.
Verve 06025 2716690
14
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hinnerk 11/09

www.sonymusic.de · www.ariola.de · www.mireillemathieu.com

Fotos: ABILÈNE DISC/André RAU (all rights reserved).

GESCHICHTEN ÜBER SCHLECHTEN SEX

Pleiten, Pech und Pannen: die Kurzgeschichtensammlung „F*CK! Wenn Sex daneben geht“

Kurzgeschichtensammlung „F*CK! Wenn Sex daneben geht“ Weltstar S Sex kann außerordentlich ekstatisch, be-

Weltstar

S Sex kann außerordentlich ekstatisch, be- friedigend, befreiend und erfüllend sein. Das weiß ein jeder aus eigenem Erleben.

Sex kann aber auch ganz schön in die Hosen ge- hen. Auch das haben wir ganz sicher alle schon ein- mal am eigenen (Unter-)Leib erfahren. Schlimm ist‘s, wenn es einen selbst trifft. Ziemlich komisch kann es sein, wenn man von Pleiten und Pannen der anderen erfährt. 18 solcher Reinfälle, peinlichen Bett-Desaster und frustrierenden Sexerlebnisse sind nun zu unser aller Freude in dem Band „F*ck. Wenn Sex daneben geht“ nachzulesen. „Mit dieser Textsammlung soll schwuler schlech- ter Sex endlich sein Coming-out haben“, verkün- det der Herausgeber Egbert Hörmann program- matisch. Was folgt sind 200 Seiten mit Berichten über Vögeln mit Bandscheibenvorfall und ernüch- ternden Sex mit der heterosexuellen Jugendliebe aus alten Schultagen; One-Night-Stands, die sich als Taschendiebe entpuppen oder glauben, dass schwülstig-dramatische Klassik oder schamlos peit- schende Schlager-Rhythmen eine passende Hin- tergrundmusik sein könnten. Die 17 Autoren – dar- unter Christian Lütjens, Jan Gympel, Jan Stressen- reuter, Simon Rhys Beck und Martin Schacht – er- zählen in ihren Kurzgeschichten von derart skurri- len Peinlichkeiten und absurden Missgeschicken, dass einem als Leser hinterher die letzte selbst er- lebte Sexpleite fast schon banal normal vorkommt. Bei Christian Lütjens beginnt das Dilemma be- reits im Alter von neun Jahren und unter Einfluss von Astrid Lindgren, welches Jahre später einen

Butt-Plug-Unfall nach sich zieht. Sirko Salka lässt sich unter der Dusche des Sportstudios angesichts testosterongeladener Türken-Machos zur unüber- legten Anmache hinreißen. Der Hamburger Baby Neumann stellt die schwule Gretchenfrage „Gibt es Sex ab vierzig? Und wenn ja, mit wem?“ und ge- winnt beim Geburtstagskaffeekränzchen die Er- kenntnis, dass schlechte Liebhaber über die Jahr- zehnte durchaus an Bettqualitäten zulegen kön- nen. Der Kabarettist Volker Surmann wiederum gibt einen Einführungskurs „Schwuler Instant-Sex“ für Heterosexuelle und bringt so die Geschehnisse in Saunen und Darkrooms, auf Autobahnraststät- ten, Sexpartys und Klappen satirisch auf den Punkt:

„Hier sind Schwule tatsächlich ein bisschen wie Frauen, sie gehen manchmal zu zweit aufs Klo.“ Schlechtem Sex kann man durchaus gute Sei- ten abgewinnen – zumindest, wenn er so lustig und unterhaltsam dargeboten wird wie in den Kurzge- schichten dieser Anthologie. AXEL SCHOCK

Egbert Hörmann (Hg.): „F*CK! Wenn Sex daneben geht“, Quer- verlag, 201 Seiten, 14,90 Euro

www.querverlag.de

Quer- verlag, 201 Seiten, 14,90 Euro www.querverlag.de MIREILLE MATHIEU Eine große Stimme. Wunderschöne neue

MIREILLE MATHIEU

Eine große Stimme. Wunderschöne neue Lieder, Leidenschaft pur!

Die Tournee 2010 „Meine größten Erfolge“

Mireille Mathieu · Live mit Orchester

Das brandneue Album:

NAHBEI DIR

CD 88697 56526 2
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14.04.

Halle/Saale

16.04.

Gera

17.04.

Magdeburg

18.04.

Erfurt

20.04.

Baden-Baden

21.04.

Nürnberg

22.04.

Frankfurt

23.04.

Düsseldorf

25.04.

Wetzlar

26.04.

Stuttgart

28.04.

Chemnitz

29.04.

Leipzig

30.04.

Hamburg

02.05.

München

03.05.

A - Wels

Georg-Friedrich-Händel-Halle

Kultur- und Kongresszentrum

Jetzt überall imm HHandel!andel!

Stadthalle

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A - Wien

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Messe

07.05.

Dresden

Kulturpalast

Festspielhaus

08.05.

Rostock

Stadthalle

Meistersingerhalle

09.05.

Braunschweig Stadthalle

Alte Oper

11.05.

Mannheim

Rosengarten

Philipshalle

12.05.

Ilsenburg

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Berlin

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sowie im Internet unter www.semmel.de.

Mobilfunkpreise können abweichen) BRP-Rotax Halle sowie im Internet unter www.semmel.de . hinnerk 11/09 15

hinnerk 11/09

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titel

Mit welchem PROMI hättest du gerne mal Sex?

titel Mit welchem PROMI hättest du gerne mal Sex? Nadine (19), Auszubildende: Jessica Alba. Die habe

Nadine (19), Auszubildende: Jessica Alba. Die habe ich schon in so vielen Filmen gesehen – einfach genial die Frau! Matthew (18), Schüler: Ross Anthony, der Dschungelkönig. So ein Tarzan ist doch voll geil!

der Dschungelkönig. So ein Tarzan ist doch voll geil! Lothar (50), Angestellter: Manfred Krug. Den kenne

Lothar (50), Angestellter: Manfred Krug. Den kenne ich als Westberliner noch aus dem DDR-Fernsehen. Krug wirkt intelligent, das finde ich erotisch.

Krug wirkt intelligent, das finde ich erotisch. Alvaro (24), Friseur: David Beckham, der ist verdammt

Alvaro (24), Friseur: David Beckham, der ist verdammt heiß. Ich mag Sportler. Aber das ist ja nur Fantasie. Mein aller- liebster Promi ist mein Freund.

ja nur Fantasie. Mein aller- liebster Promi ist mein Freund. Andreas (35), Krankenpfleger: Gale Harold aus

Andreas (35), Krankenpfleger: Gale Harold aus „Queer As Folk“. Vom Typ her wäre das mein Fall. Und privat ist er sicher ganz anders.

wäre das mein Fall. Und privat ist er sicher ganz anders. Devon (29), Art Director: Michel

Devon (29), Art Director: Michel Gon- dry! Er hat viele Björk-Videos gedreht. Sex mit ihm stelle ich mir vor, als ob man in einem Kaleidoskop wäre.

stelle ich mir vor, als ob man in einem Kaleidoskop wäre. Dorothy (33), Saxofonistin: Matt Da-

Dorothy (33), Saxofonistin: Matt Da- mon. Der hat für seine letzte Rolle 15 Kilo zugenommen. Das ist ein echt süßer Bauch geworden.

Fotos: Stephan Pflug
Fotos: Stephan Pflug

Michael (48), Wirtschaftsberater: Jo Weil aus „Verbotene Liebe“, der sieht einfach niedlich aus. Und er lacht so schön!

Bestseller

Sexbücher, auf die wir immer noch warten

11.

Der Butt-Plug

Günter Grass

12.

Wer fickt mich – und wenn ja, wie viele?

Richard David Precht

13.

Ich steck’ ihn dann mal weg

Hape Kerkeling

14.

Der Daniel ist dem Gerald sein Stecher

Bastian Sick

15.

Die Latte wächst mit ihren Aufgaben

Eckhart von Hirschhausen

16.

Auf eine Zigarette danach mit Helmut Schmidt

Helmut Schmidt/Giovanni di Lorenzo

17.

In Analgewittern

Ernst Jünger

18.

Gerne unten

Günter Wallraff

19.

Radetzkyarsch

Joseph Roth

10.

Axelwichs und Obelfick

René Goscinny/Albert Uderzo

11.

Der Graf von Monte Fisto

Alexandre Dumas

12.

Der Name der Rosette

Umberto Eco

13.

Die Beulen der Erde

Ken Follett

14.

Der Stecher

Theodor Fontane

15.

Ledersumpf

James Fenimor Cooper

Theodor Fontane 15. Ledersumpf James Fenimor Cooper Sex-Demonstration Die Fotos unserer Titelgeschichte hat

Foto: Groothuis/Witters

hamburg

Kein leichtes Spiel

Beim Länderspiel in Hamburg wagte der DFB erstmals eine Aktion gegen Homo-Hass. Die Fans blieben unbehelligt

Volksparkstadion, 14. Oktober 2009: Volksfeststim- mung, das Stadion ist ausverkauft, 51 500 Menschen wollen den Auftritt der Nationalmannschaft gegen Finnland sehen. Die Qualifikation zur WM 2010 ist si- cher, das Spiel bedeutungslos. Für Schwule und Les- ben aber ist es ein Meilenstein: Der Deutsche Fuß- ball-Bund (DFB) nutzt das Match als Auftakt zur ers- ten „Aktionswoche gegen Homophobie“. Das Problem: Kaum einer der Fans im Stadion be- kommt etwas davon mit – ganz zu schweigen von de- nen vorm Fernseher. Zwar wird der Flyer „Viele Far- ben, ein Spiel“ verteilt, und im hunderseitigen Pro- grammheft DFB aktuell erläutert der Journalist Ron- ny Blaschke auf immerhin zwei Seiten das Problem. Doch es gibt keinen Banner, keine Durchsage. Tanja Walther-Ahrens von der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF), die an der Vorbe- reitung beteiligt war, ist trotzdem begeistert: „Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, es gibt zum Länderspiel in Hamburg einen Flyer mit DFB-Logo in Regenbogenfarben, hätte ich ihn ausgelacht.“ Die Initiative des DFB sei ein enormer Fortschritt. „Homo- phobie ist lange gewachsen. Man kann sie nicht mit

einem Mal beiseiteschaffen.” Um so größer war das Medieninteresse, als DFB-Präsident Theo Zwanziger wenige Stunden vor Anpfiff die Medien zur Eröff- nung der Aktionswoche ins Interconti bat. In die Mi- kros von ZDF, RTL, Spiegel und Kicker verkündete er:

„Wir wollen die Botschaft in unser Land senden: Be- urteilt die Menschen unvoreingenommen und fair.“ Seit über zwei Jahren arbeitet der DFB mit den schwul-lesbischen Fußball-Fanclubs (QFF), dem Bünd- nis Aktiver Fußballfans (BAFF) und der EGLSF zusam- men. Im Oktober 2007 unterzeichneten alle Betei- ligten die gemeinsame „Erklärung gegen Diskriminie- rung im Fußball“. Ihr haben sich zahlreiche Vereine und Organisationen angeschlossen. Vor dem Länder- spiel unterschrieb noch Michael Sander für den Fan- club Nationalmannschaft. „Wenn ein Nationalspie- ler sagen würde: Fans, das ist kein Problem, dann wäre das natürlich authentischer als nur eine Aussa- ge des DFB“, hatte er zuvor eingeräumt. Und die Vorbehalte gegen Homosexualität sind noch immer groß – nicht nur bei den Fans. Kein Na- tionalspieler war dazu bereit, mit seinem Foto im Flyer zu erscheinen. „Wir sind dabei, Trainer und Na-

tionalspieler zu finden, die sich positionieren“, be- teuert DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn. „Aber sie sollen persönlich dahinterstehen.“ Am 14. Oktober jedenfalls fand hinnerk keinen Fan, der von der Aktion erfahren hatte. Selbst Gerhard hatte nichts gehört. Dabei ist der 46-jährige Ratze- burger Mitglied des Fanclubs Nationalmannschaft. „Wir hatten den Kopf mit anderen Dingen voll“, ge- steht er. Er habe den ganzen Nachmittag die Eröff- nungschoreografie vorbereitet. Entsprechend nüchtern urteilt QFF-Sprecher Christian Deker: „Wenn ein Fan nach zwei Bechern Bier mit mir erfährt, dass ich schwul bin, und fest- stellt ,Du siehst ja gar nicht so aus’, dann haben wir in zwei Minuten mehr erreicht, als eine landesweite Kampagne je schaffen kann.“ Doch ein Anfang ist gemacht. Warum sollten bei der ersten Aktion vor einem Bundesligaspiel Homo-Fanclubs nicht auf dem Rasen beweisen, dass Schwule einen Ball treffen kön- nen? Wenn die Heimmannschaft dann noch besser kickt als die müde DFB-Auswahl gegen Finnland, wird Homophobie bald abgeschossen.

PHILIP EICKER

Foto: Stephan Pflug

Linienrichter

DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn über Homo-Hass und Spekulationen

Herr Spahn, war in ihrer aktivenHelmut Spahn über Homo-Hass und Spekulationen Fußballzeit „schwul“ ein wirkungs- volles Schimpfwort?

Fußballzeit „schwul“ ein wirkungs- volles Schimpfwort?

Ja, das wurde durchaus so benutzt und ist es teilweise auch heute noch.

Wie reagieren denn die Fußball-durchaus so benutzt und ist es teilweise auch heute noch. fans auf ihren Kampf gegen Homo-

fans auf ihren Kampf gegen Homo- phobie?

Durchweg positiv. Aber das muss man dif- ferenziert sehen. Ich habe ja viele Filme zu dem Thema gesehen. Und ein häufiger Kommentar war: „Ach, damit habe ich kein Problem.“ Und beim Wegdrehen kommt dann ein Spruch wie: „Nur beim Duschen müsste ich aufpassen.“ Diese Haltung ist gefährlich, weil die Diskriminierung un- terschwellig abläuft. Es stellt sich heute ja keiner offen gegen so eine Aktion.

Warum engagiert sich der DFB

gegen Homo-Hass?

Es darf im Fußball weder auf dem Spiel- feld noch auf den Rängen eine Rolle spie- len, welche Hautfarbe, welche politische Meinung oder welche sexuelle Orientie- rung man hat. Deshalb gehen wir gegen jede Form von Diskriminierung vor. Wir ha- ben fast 26 000 Vereine und 6,7 Millionen Mitglieder. Unsere große Chance ist: Wir werden gehört.

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Warum hat Ihre Kampagne kein

Gesicht? Zum Beispiel das von Philipp Lahm?

Philipp Lahm hat seine Meinung zur The- matik ja klar zum Ausdruck gebracht. Viele Trainer und Spieler haben eine ähnliche

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Meinung, aber es ist allein ihre persönli- che Entscheidung, ob sie sich in diesem Zusammenhang verstärkt engagieren.

Wann rechnen Sie mit dem erstenob sie sich in diesem Zusammenhang verstärkt engagieren. Coming-out im Profifußball? Ich werde ja regelmäßig mit

Coming-out im Profifußball?

Ich werde ja regelmäßig mit den Zahlen konfrontiert: Rein statistisch müsste es so- undsoviele schwule Spieler geben. Aber das sind alles Spekulationen, konkrete Na- men kenne ich nicht.

Sie bezweifeln diese Zahlen?sind alles Spekulationen, konkrete Na- men kenne ich nicht. Wenn man ein Doppelleben führen muss, dann

Wenn man ein Doppelleben führen muss, dann ist das nicht leistungsfördernd. Des- wegen glaube ich, dass die Schwulen-Quo- te im professionellen Männerfußball ge- ringer ist als im Bevölkerungsdurchschnitt. Aber wenn sich ein schwuler Profi outen sollte, bekommt er vom DFB jede Unter-

stützung, die er braucht. Ich denke, auch die Vereine sind inzwischen so weit.

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Muss man im Stadion mit

Schmähungen leben?

Dass man seine Mannschaft bedingungs- los unterstützt und sich hier und da über eine Niederlage des Gegners freut, gehört zum Spiel dazu. Aber es gibt Grenzen. Und die müssen wir klar abstecken. Im Bereich Rassismus haben wir eine wesentlich bes- sere Situation erreicht als noch vor fünf

Jahren. Warum sollte das im Bereich Ho- mophobie nicht auch gelingen? Trotzdem muss jeder Spieler, der sich outet, beden- ken, dass ihn Wirrköpfe mit Schmährufen provozieren könnten – und das vermutlich auch tun werden. INTERVIEW: PHILIP EICKER

vermutlich auch tun werden. I NTERVIEW : P HILIP E ICKER Ex-Polizist Helmut Spahn (48) soll

Ex-Polizist Helmut Spahn (48) soll den deutschen Fußball sicherer ma- chen. Für hinnerk posierte er auf dem Uwe-Seeler-Fuß vor dem HSV- Stadion

soll den deutschen Fußball sicherer ma- chen. Für hinnerk posierte er auf dem Uwe-Seeler-Fuß vor dem

Foto: Martin Stiewe

hamburg

Rosige Zeiten

Nach Jahren der Konsolidierung fährt der Hamburger CSD verlässlich in die Gewinnzone

Es hat sich so schön eingebürgert: Anfang August feiert die Hamburger Community ihren CSD an der Alster – und Zehntausende Besucher nehmen das als selbstverständlich hin. Das Modell, das den Ham- burger CSD trägt, erntet dennoch immer wieder Kri- tik. Denn der Gay Pride weckt in allen großen Städten Begehrlichkeiten, weil auch Gastronomen, Partyver- anstalter und Geschäftsleute verdienen wollen. Auch der Hamburger CSD hat sich in den letzten Jahren professionalisiert. Das ist nicht zuletzt die Lehre aus dem EuroPride-Desaster von 2004, als sich der ehrenamtliche Vereinsvorstand aufzehrte, am Ende aber dennoch ein hoher fünfstelliger Verlust stand. Mit der geplatzten Aids-Gala ein Jahr später wurde dann noch eins draufgesetzt. Seither bemüht sich Hamburg Pride unter neuer Führung, die frühe- ren Verluste abzuarbeiten. Neben dem Verein wurde die Marketing GmbH & Co. KG installiert, die die komplette Vorfeldarbeit des CSD leistet: von der Gesamtorganisation über Behör- denabsprachen bis zur Sponsorenakquise laufen hier die Fäden zusammen, die rein ehrenamtlich gar nicht mehr in der Hand zu halten wären. Zwei volle Stellen und ein Ausbildungsplatz wurden mittlerweile ge- schaffen. An dieser Firma ist der Verein mit 20 Prozent be- teiligt, drei Vorstandsmitglieder halten die restlichen 80 Prozent (siehe Erläuterung unten). Macht der CSD

einen Gewinn, wird dieser entsprechend der Anteile aufgeteilt. Allerdings ist der Vereinsanteil auf maxi- mal 10 000 Euro jährlich begrenzt – im Gegenzug wird der Verein für Verluste nicht herangezogen. Ein Konstrukt, von dem Hamburg Pride profitierte. 15 000 Euro landeten bisher auf dem Vereinskonto – obwohl zwischen 2005 und 2008 nur 13869 Euro Gesamtgewinn erwirtschaftet wurden; zwei verlust- reichen Jahren standen zwei ertragreiche gegenüber. Das Geld diente vor allem dazu, die GmbH-Einlage des Vereins abzustottern, mit der im Falle einer Pleite gehaftet wird. Das dürfte bald erledigt sein. Für 2009 rechnet Finanzvorstand Roland Rotermund mit ei- nem Plus von rund 40 000 Euro – und auch künftig mit positiven Zahlen: „Ab 2010 hat der Verein jährlich mehrere tausend Euro zur Verfügung, die wir auch unmittelbar an Communityprojekte geben können.“ Die Vorstände, die an der GmbH & Co KG beteiligt sind, können sich ebenfalls freuen. Rotermund: „Ab jetzt sind wir an einem Punkt, an dem die Gesell- schafter zum ersten Mal etwas verdienen – bisher gab es nämlich nichts, die Kommanditisten hatten nur Verlustanteile. Das ist ein gutes Beispiel um zu zeigen, dass wir das für den Verein machen.“ Doch genau hier setzt immer wieder Kritik an, die Rotermund indes gelassen sieht. Von Anfang an sei es das Ziel des Modells gewesen, keine festen Vergü- tungen für die Beteiligten zu schaffen. Die Idee: Wenn

es gut läuft, sollen die, die am meisten arbeiten, auch etwas vom Gewinn abbekommen. „Hinter der Kritik steht die Frage: Habe ich ein Recht, an dieser Veranstaltung zu verdienen?“, so Rotermund. „Ich finde schon, denn ich kann nicht so richtig verstehen, dass andere Veranstalter mit der schwullesbischen Gemeinde ihr Geld verdienen – es beim Christopher Street Day aber nicht so sein soll. Die Gegenfrage lautet: Was ist eigentlich so schlimm

daran?“

STEFAN MIELCHEN

Hamburg Pride: das Modell

Die Hamburg Pride Marketing GmbH & Co. KG wickelt den CSD im Auftrag von Hamburg Pride e.V. ab. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Hamburg Pride Management GmbH, die wie- derum zu 100 Prozent dem Verein gehört (Stammkapital: 25000 Euro, Geschäftsführer:

Roland Rotermund). 20 Prozent an der Marke- ting GmbH hält der Verein, weitere Kommandi- tisten sind Lars Peters (25 %), Claudia Kiesel (25 %) und Roland Rotermund (30 %). Sie wer- den entsprechend ihrer Anteile an Gewinn oder Verlust beteiligt.

Die Paten sammeln

Zahlreiche Aktionen im Vorfeld des Welt-Aidstages

Micco Dotzauer trommelt bereits seit einigen Wochen, um Clubbetreiber, Party- macher, Gastronomen und alle anderen Interessierten zu motivieren, sich zwischen dem 1. und 30. November an der Spendenaktion „Die Paten – gemeinsam gegen Aids“ zu beteiligen: „Das kann auf die unterschiedlichste Art und Weise gesche- hen“, so Dotzauer, der die Aktion gemeinsam mit Harald Greßl zum dritten Mal organisiert. Etwa durch spezielle Drinks oder einen bestimmten Spendenbetrag pro verkauftem Stück Kuchen, durch anteilige Eintrittsgelder oder die altherge- brachte Sammelbüchse. Im letzten Jahr kamen auf diese Weise über 15 000 Euro für die Aidsseelsorge zusammen. Am 30. November gestalten Pastor Detlef Gause von der AIDS-Seelsorge und Bischöfin Maria Jepsen um 18 Uhr einen Gottesdienst im Michel unter dem Motto „AIDS Ist Deine Sorge“, unter anderem mit Musik von „Kurz vor Hamburg“ sowie eine Performance der Jugendlichen der Kreuzkirche Wandsbek. Zum Gedenken an die Verstorbenen findet im Anschluss der traditionelle Candlelightwalk statt. Er startet um 19.30 Uhr am Michel und endet bei Hein & Fiete, wo es zum Ausklang Glühwein und Gebäck gibt. In der Woche vor dem Welt AIDS Tag (23. bis 28. November) wird bei Hein & Fiete ein Raum des Gedenkens eingerichtet, zum Innehalten und Erinnern. Geöffnet ist der Raum des Gedenkens im schwulen Infoladen täglich ab 16 Uhr. Und gefeiert wird natürlich auch: Am 20. November heißt es in der Wunderbar wieder „Die Familie tut was“: Alle, die an diesem Abend arbeiten, verzichten auf ihren Lohn und das Trinkgeld. Zusammen mit den Eintrittsgeldern kamen so im vergangenen Jahr 1 800 Euro für die Patenaktion zusammen.

www.die-paten.net

Zusammen mit den Eintrittsgeldern kamen so im vergangenen Jahr 1 800 Euro für die Patenaktion zusammen.
Zusammen mit den Eintrittsgeldern kamen so im vergangenen Jahr 1 800 Euro für die Patenaktion zusammen.

hamburg

Mehr Stadt als Dorf

Wenn sie nicht ab und zu in die Szene wollten, kämen Jibben und Philipp kaum noch aus Volksdorf raus

Jibben (62) und Philipp (35) sind wie Max und Moritz: Sie lassen sich gerne vom Duft frisch gegrillter Hähnchen aus ihrer Wohnung locken. Die beiden Polizisten – der eine pensioniert, der andere aktiv – müssen nur die Straße überqueren, um das beste Geflügel Hamburgs zu genießen: „Die von de Fries sind am größten, günstigsten und leckersten“, betont Jibben. Das gleichnamige Hotel ist schon lange pleite. Einem ehemaligen Mitarbeiter gelang es, den Imbiss zu retten. „Um die Innenausstattung zu finanzieren, hat er seinen alten Porsche versetzt“, weiß

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Fotos: Stephan Pflug
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Jibben zu berichten. Als ehemaliger Streifenpolizist kennt er viele Geschichten aus Volksdorf. Die Investition

in den Grill hat sich gelohnt. Wenn Spielbeobachter Jibben zum Fußballverband nach Jenfeld muss, rufen ihn vorher die Kollegen an: Er möge zur Mittagspause die guten Grill- hähnchen aus Volksdorf mitbringen.

Claus-Ferck-Str. 6, (040) 60 95 13 66

Sonntagsbraten und Martinsgänse „Einmal um die Teichwiesen reicht genau für die Sonntagsrunde nach dem Mittagessen
Sonntagsbraten und Martinsgänse „Einmal um die Teichwiesen reicht genau für die Sonntagsrunde nach dem Mittagessen

Sonntagsbraten und Martinsgänse

„Einmal um die Teichwiesen reicht genau für die Sonntagsrunde nach dem Mittagessen – damit man rechtzeitig zu Kaf- fee und Kuchen wieder zu Hause ist.“ Philipp witzelt über das Volksdorfer Traditionsbewusstsein, zu dem auch der Sonn- tagsbraten gehört. Unter den vielen Familien sticht das schwule Paar hervor. „Durch meinen Bart falle ich sowieso auf“, meint Jibben gelassen. Besucher führen die beiden durchs Museumsdorf. Die reetgedeckten Bauernhäuser zeigen, wie der Ort vor etwa 100 Jahren aussah. Die Gänse dort haben schon Martinstag-Maße.

Im Alten Dorfe 46-48, Führungen Nov-Mrz, So 15 Uhr, www.museumsdorf-volksdorf.de

Führungen Nov-Mrz, So 15 Uhr, www.museumsdorf-volksdorf.de Suchtfaktor und Shopping-Meile Hamburgs erstes verheiratetes

Suchtfaktor und Shopping-Meile

Hamburgs erstes verheiratetes Polizistenpaar wohnt in der Haupteinkaufsstraße von Volksdorf, rund um die Claus- Ferck-Straße finden die beiden alles, was sie brauchen. Mit dem Caligo gibt es nun sogar einen Coffee Shop. „Der Kaffee dort hat einen gewissen Suchtfaktor“, schwärmt Jibben. Und Philipp ergänzt lachend: „Wenn wir hier noch ei- nen richtigen Elektromarkt hätten, käme ich kaum noch in die Innenstadt.“

Claus-Ferck-Str. 4-6, Mo-Sa 8-18 Uhr, So 11-18 Uhr, www.caligo-coffee.de

Schwules Volksdorf

Koralle: Das kommunale Kulturzentrum bietet kein schwul-lesbisches Programm, aber sorgt dafür, dass gelegentlich Filme wie „Milva canta Brecht“ auch in Volksdorf laufen.

Kattjahren 1, www.korallekino.de

Die Hörmeister: Erst Optiker, nun Akustiker – „Hörmeister“ Frank Burghardt arbeitet seit über zehn Jahren in Volksdorf, vor Kurzem hat er sich auf Hör- geräte spezialisiert.

Farmsener Landstr. 202, ww.die-hoermeister.de

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VOLKER JOHANNSEN OHG

DAS FACHGESCHÄFT IN PÖSELDORF FÜR BRILLEN UND KONTAKTLINSEN

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MITTELWEG 121A 20148 HAMBURG TELEFON + FAX 040/45 10 47

www.optic-johannsen.de

hamburg

„Neue Qualität“

Brutaler Überfall am Hansaplatz: Ein Täter stellt sich, eine Mahnwache klagt an

Ein 27-jähriger Gaststudent aus den USA ist Ende September nachts am Hansaplatz zusammengeschlagen und beraubt worden. Die mutmaßli- chen Täter, vier junge Männer, sollen zuvor schwulenfeindliche Pöbeleien von sich gegeben haben. Sie wurden von den Überwachungskameras rund um den Hansaplatz erfasst. Ein 19- Jähriger stellte sich im Beisein seiner Mutter der Polizei, nachdem er von Bekannten auf den veröffentlichten Fotos erkannt wurde. Der Wilhelmsburger behauptete, al- leine gehandelt zu haben. Er ist den Behörden als gewalttätig bekannt. Po- lizeisprecherin Ulrike Sweden äußerte in der taz allerdings Zweifel, dass der Überfall tatsächlich schwulenfeindlich motiviert war. Sie glaubt: „Die Anrede ,Ey, ihr Schwuchteln‘ hat nichts zu be- deuten. In deren Sprachgebrauch wird das benutzt wie ,Du Friseur‘ oder ,Du Penner‘." Das wird das Opfer kaum trösten, weist aber auf einen Teil des Problems hin. Die Gewaltkriminalität in Hamburg ist in den vergangenen Jah- ren deutlich angestiegen. Die Hem- mungen sinken, auf wehrlose Men- schen brutal einzuschlagen, sie vor die S-Bahn zu stoßen, ihnen eine abgebro- chene Glasflasche in den Körper zu

Foto: Polizei Hamburg
Foto: Polizei Hamburg

rammen. Das kann jeden treffen – nicht nur Homosexuelle. Wenige Tage nach der Tat fand eine von Privatleuten organisierte Mahn- wache am Hansaplatz statt, um ein Zei- chen gegen antischwule Gewalt zu set- zen. In dem Aufruf dazu hieß es, der Überfall vom Hansaplatz stelle eine „neue Qualität von Homophobie“ in

der Hansestadt dar. An dieser Behaup- tung sind allerdings Zweifel ange- bracht. Es gibt unbestreitbar eine neue Qualität von Gewalt in Hamburg. Und es gibt einen in dieser Tragweite ersten Fall mit möglicherweise homophobem Hintergrund. Die möglicherweise gefühlte Zunah- me antischwuler Gewalt in Hamburg

ist jedoch nicht durch Fakten belegt, eine „neue Qualität von Homophobie“ mit Zahlen nicht zu untermauern. Daran dürfte sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Wohl auch, weil es in Deutschlands zweitgrößter Stadt nicht einmal ein schwules Überfalltelefon gibt. Ein solches wurde aber in der Ver- gangenheit auch von niemandem ernsthaft angemahnt, sprich: für not- wendig erachtet. Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gabi Dobusch sieht dennoch die Politik in der Pflicht: „Diese Tat wirft kein gu- tes Licht auf Hamburg. Der Senat sollte dem mit einer glaubwürdigen Politik gegen antischwule Gewalt entgegen- treten“, forderte sie. Mit einer Kleinen Anfrage will sie Aufklärung über den Fall und die geplante Senatspolitik er- halten. Denn: „Schon seit 2007 liegen Vorschläge auf dem Tisch, wie offen- siv für Toleranz insbesondere bei Ju- gendlichen geworben werden kann. Der Senat verschleppt aber die Um- setzung der Aufklärung in der Schule und ist auch unter Schwarz-Grün weit davon entfernt, eine ehrliche Bestands- aufnahme über anti-schwule Gewalt und Homophobie zu erstellen.“

STEFAN MIELCHEN

Siehe auch: www.hinnerk.publigayte.com

S TEFAN M IELCHEN Siehe auch: www.hinnerk.publigayte.com Unterschriftenübergabe: Aaron Sagui von der israelischen

Unterschriftenübergabe: Aaron Sagui von der israelischen Botschaft in Ber- lin (rechts) mit (v.l.) Marc Grenz (Hein & Fiete), Stefan Hensel (Deutsch-Israeli- sche Gesellschaft), Steve Behrmann und Wiebke Fuchs (MHC).

Zeichen der Solidarität

Unterschriften nach dem Tel-Aviv-Anschlag übergeben

Der Anschlag rief weltweit Entsetzen hervor: Anfang August waren bei einem Überfall auf das schwul-lesbische Jugendzentrum von Tel Aviv zwei junge Men- schen getötet worden. Die Täter konnten bislang nicht gefasst werden. In Ham- burg sammelten das MHC, Hein & Fiete und das Junglesbenzentrum rund 350 Unterschriften, mit denen Anteilnahme und Solidarität ausgedrückt werden soll- ten. Sie wurden nun an den Pressesprecher der israelischen Botschaft in Deutsch- land übergeben. Aaron Sagui dankte den Hamburgern und versprach, die Unter- schriften an das Jugendzentrum weiterzuleiten: „Der Anschlag hat ganz Israel schockiert, nicht nur die Homosexuellen.” Sagui betonte aber auch: „Dies war die Tat eines Einzelnen. Der Attentäter wollte das Rad der gesellschaftlichen Ent- wicklung zurückdrehen.“ Im Anschluss an die Tat hatten 100 000 Menschen an einer Gedenkveranstaltung in Tel Aviv teilgenommeen. Staatspräsident Perez und Premierminister Netanjahu besuchten das Jugendzentrum.

Familie Das Magnus Hirschfeld Cen- trum veranstaltet am 8. No- vember (11 Uhr bis 20

Familie

Das Magnus Hirschfeld Cen- trum veranstaltet am 8. No- vember (11 Uhr bis 20 Uhr) den dritten „Tag der Regenbogen- bogenfamilie“. In Workshops und Vorträgen können sich nicht allein Lesben und Schwule mit Kinderwunsch informieren. Auch lesbische und schwule El- tern, Angehörige und Men- schen, die sich beruflich mit dem Thema befassen, sind angesprochen. Von der künstlichen Befruchtung über Pflegefamilien und Patenschaften bis zur rechtlichen Situation von Regenbogenfamilien reichen die Themen des Tages. Für eine Kinderbetreuung wird gesorgt. www.mhc-hamburg.de

Auktion

Die Lesbisch Schwulen Filmtage haben gerade erfolgreich ihren 20. Geburtstag gefeiert. Fotograf Rüdiger Trautsch begleitet das Festival schon seit 1996 und stellte exklusiv für eine Ausstellung im Café Gnosa (noch bis zum 8. No- vember) die besten Bilder zusam- men. Top-Moderator, -Entertainer und -Auktionator Ricardo M. versteigert alle Werke zu Gunsten der Filmtage:

am 9. November ab 19.30 Uhr wird er gewohnt direkt-charmant sein Bestes ge- ben, um für die 21. Filmtage im kommenden Jahr das Maximum heraus zu ho- len – Spannung, Spaß und Top-Entertainment sind garantiert!

– Spannung, Spaß und Top-Entertainment sind garantiert! Verfassung Hamburg, Berlin und Bremen ha- ben gemeinsam eine

Verfassung

Hamburg, Berlin und Bremen ha- ben gemeinsam eine Initiative zur Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes in den Bundesrat eingebracht. LSVD-Sprecher Axel Hochrein freut, dass er von Re- gierungen getragen wird, an de- nen CDU, SPD, Grüne und Linke beteiligt sind: „Wir appellieren an die anderen Bundesländer, sich der Initiative anzuschließen. Auch der neue Bundestag sollte die Forderung von Lesben, Schwulen und Transgender nach einem gleichberechtigten Grundrechtsschutz auf die Tagesordnung setzen.“

Grundrechtsschutz auf die Tagesordnung setzen.“ Noch keine Geschenkidee? In vino veritas! Rundum-Service
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hamburg

Schwuler Bauen

Wie leben und lieben schwule Männer? Die Veranstaltung „Queer Spaces“ schaut durch die Architektenbrille

Da hatte man geglaubt, das schwule Leben sein in all seiner Vielfalt längst hinreichend erforscht. Und dann das: Mitte November kommen in Hamburg Ar- chitekten, Architekturhistoriker und Kulturwissen- schaftler zusammen, um den schwulen Lebensraum neu zu vermessen, oder besser gesagt: zu diskutieren, was diesen Lebensraum über- haupt ausmacht – eine Premiere. „Queer Spaces“ lautet der Titel eines spannenden Symposiums, dessen Untertitel program- matisch den Weg weist: „Definition eines ver- drängten Raumes.“ „Denn obwohl Homosexuelle als beson- ders design- und damit auch architekturaffin gelten, wurde der queere Raum aus dem Ar- chitekturdiskurs bisher weitgehend ausge- blendet“, beklagt Uwe Bresan, Architekt und einer der Organisatoren der Veranstaltung. Anders ausgedrückt: man weiß, dass der schwule Mann wohnt und seine Freizeit und seine Sexualität auslebt – nur das Wie ist aus dem Blickwinkel der Architektur bisher kaum beleuchtet worden. Das Hamburger Sympo- sium soll hier Grundlagenarbeit leisten. Im kommenden Jahr folgen weitere Veranstaltungen in Hamburg und Frankfurt, dem Sitz des Deutschen Ar- chitekturmuseums. Wie Krankenhäuser, Gefängnisse oder Schulen ge- baut werden müssen, wird seit Jahrzehnten er- forscht. Der Bau von Wohnungen und Privathäusern unterliegt klaren Regeln und Strukturen, die sich zu- meist an der althergebrachten Familie orientieren. Ob Kirche oder Plenarsaal: es gibt eine breite öf-

fentliche wie wissenschaftliche Debatte darüber, wel- che Funktionen solche Bauten erfüllen müssen. Doch was zeichnet die Gestaltung spezieller Räu- me für Homosexuelle aus? Die Hamburger Veran- staltung will dieser Frage nicht nur unter dem Aspekt

der Frage beschäftigt, wie ein Wohnraum gestaltet sein muss, um homosexuellen Lebensbedürfnissen gerecht zu werden. In einem Umfeld, das so viel mit Selbstinszenierung zu tun hat, fehlt fundiertes Wis- sen, um die entsprechenden Bühnen sinnvoll zu ge- stalten. Einige wenige Studien aus dem angel- sächsischen Raum sind zwar vorhanden, doch mit dem Symposium, das unter ande- rem von der Architekturfachzeitschrift AIT veranstaltet wird, betreten die Macher weit- gehend Neuland. In Vorträgen und Diskus- sionen sollen erste Definitionen des „schwu- len Raumes“ behandelt und bisherige For- schungsergebnisse vorgestellt werden: „Die verschwiegenen Biographien von schwulen und lesbischen Architekten werden dabei ebenso diskutiert wie Analyse- und Pla- nungsinstrumente für queere Räume“, ver- spricht Bresan. Und auch das Bild des vermeintlich desi- gnbegabten Schwulen soll kritisch hinter- fragt werden. Ein Vortrag nimmt sich bei- spielsweise der homosexuellen Wohnkultur zwischen Klischee und Wirklichkeit an. Denn dass es im durchschnittlichen schwulen Wohnzimmer immer so elegant zugeht, wie es die Zuschreibungen wol- len, darf mehr als bezweifelt werden. SM

„Queer Spaces: Definition eines verdrängten Raumes“. 14. November, 13 Uhr bis 19.30 Uhr, 15. November, 10 Uhr bis 13 Uhr. AIT-Architektursalon, Bei den Mühren 70 www.ait-architektursalon.de

Bei den Mühren 70 www.ait-architektursalon.de des alltäglichen Wohnens nachgehen, sondern auch unter dem

des alltäglichen Wohnens nachgehen, sondern auch unter dem Blickwinkel gelebter Sexualität: denn die unterscheidet sich in den einschlägigen Clubs und Saunen von der Lebenswirklichkeit der Heteros deut- lich. Doch kaum jemand weiß so recht, wie Orte der schwulen Subkultur optimal gestaltet sein könnten. Wie sieht beispielsweise die perfekte Cruisingland- schaft aus? Nur die wenigsten Architekten haben sich je mit

beispielsweise die perfekte Cruisingland- schaft aus? Nur die wenigsten Architekten haben sich je mit 26 hinnerk
Foto: Stepfan Pflug
Foto: Stepfan Pflug

Die Schauspieler Irene Christ und Christian Bruhn proben in der St.-Georg-Kirche für die Aufführung von „Pastor Ephraim Magnus“.

Besessen

Zwei Aufführungen erinnern an Hans Henny Jahnn

Am 29. November 2009 jährt sich der Todestag des Hamburger Schriftstel- lers Hans Henny Jahnn zum 50. Mal. Mit zwei Veranstaltungen erinnern der Buchladen Männerschwarm und das Hamburger Literaturhaus an den Dich- ter, der schon zu Lebzeiten polarisierte. Jahnns erstes Theaterstück „Pastor Ephraim Magnus“ wird von Andreas Marber in der St. Georgs-Kirche vorbereitet: Das Drama, ein gewaltiger und ge- walttätiger Text für vier Solisten und ein großes Stimmen-Orchester, wird als Live-Hörspiel von der Orgelempore aus in den Kirchenraum hinein gelesen. Darin geht es um Pastor Magnus, der auf dem Sterbebett die Welt verflucht, die Schöpfung und sein ohne Liebe gelebtes Leben. Seine Kinder begeben sich auf die Suche nach einer schrankenlosen Liebe – und erfahren dabei vor allem Schmerz und den Wunsch nach Selbstauslöschung. „Man wird die Besessenheit und die Jahnnsche Exstase erleben, aber nicht jedes Wort verstehen“, erklärt Marber den angestrebten expressionistischen Hörspieleffekt. 40 Beteiligte wirken mit, das Publikum sitzt in der abgedun- kelten Kirche, die nur durch Kerzen und zwei Lichtsäulen illuminiert wird. Unter dem Titel „Jeden ereilt es“ lesen Nina Petri, Christian Bruhn und Ar- min Dallapiccola eine Woche später eine szenische Textcollage von Mario Fuhse: Der Naturbusche Gari rettet dem Reedersohn Matthieu das Leben, doch ihre Freundschaft ruft im Haus der Reeder ambivalente Reaktionen her- vor. Das gedankliche Spektrum reicht hierbei von Reflexionen über Eros und Thanatos bis zu modernen Fragen von Gender und Identität. Die Veranstaltung findet an einem wichtigen Ort der Handlung statt, dem Witthüs im Hirsch- park, wo Hans Henny Jahnn von 1950 bis 1959 gewohnt hat. SM

„Pastor Ephraim Magnus“. Es lesen u.a.: Susi Banzhaf, Wulf Mey, Christian Bruhn. Sonntag, 15. November, 21 Uhr, Heilige Dreieinigkeitskirche, St. Georgs Kirchhof

„Jeden ereilt es“. Szenische Textcollage von Mario Fuhse. 23. November, 20 Uhr, Witthüs im Hirschpark, 10 Euro Bewirtungspauschale

20 Uhr, Witthüs im Hirschpark, 10 Euro Bewirtungspauschale Schöner Sitzen! ab Ledersofa “Mombassa” in versch.
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mahlzeit

Gute Haltungsnote: hinnerk-Chefredakteur Stefan Mielchen übt mit Koch-Kontoristin Martina Olufs für den Plätzchenbackkurs

Backattacke

Im Koch-Kontor kann man Kochbücher nicht nur kaufen, sondern auch gleich anwenden. Im November können Schwule hier Plätzchen backen

Aus aller Welt pilgern Kochbuchliebhaber nach London zu „Books For Cooks“, dem Kochbuchladen mit angeschlosse- nem Bistro. Dort werden mittags Rezepte aus den Koch- büchern serviert. Der Faszination des Ladens konnte sich auch Martina Olufs nicht entziehen. Seit drei Jahren betreibt sie ihr charmantes „Koch-Kontor“ im Karolinenviertel. „Ich saß im ,Books for Cooks‘ und habe dort gegessen. An meinem Tisch saß eine Frau, die den Laden schon viele Jahre kannte. Sie erzählte mir die ganze Geschichte“, erin- nert sich Olufs an ihren ersten Besuch im Kochbuch-Mekka. Während die meisten Leute, die von dem Geschäft schwär- men, den Traum vom eigenen Laden nie umsetzen, gab die Reisekauffrau ihren Job auf und fand in der Karolinenstraße die perfekten Räumlichkeiten. Ganz nach dem britischen Vorbild kocht Olufs in der Kü- che des Koch-Kontors Gerichte aus Kochbüchern. Bei der Umsetzung unterstützen sie ein Koch und eine Ökotropho- login. Wem‘s geschmeckt hat, kann das passende Kochbuch gleich kaufen und das Rezept zu Hause ausprobieren. Oder bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen noch ein wenig in anderen kulinarischen Schmökern blättern. Die Auswahl an Kochbüchern ist riesig, doch anders als in den großen Filial-Buchläden gibt es im Koch-Kontor ganz besondere Kochbuch-Leckerbissen – Beratung inklusive.

Natürlich gibt es auch das neueste Jamie-Oliver-Kochbuch – aber lieblose Bücher, die von den unzähligen TV-Shows auf den Markt geworfen werden, hat Olufs nicht im Pro- gramm. „Aber wenn jemand fragt, bestelle ich das gern.“ Wer Anleitung zum Kochen braucht, kann sich von be- kannten Hamburger Köchen an die Hand nehmen lassen und im Kochkurs zu wechselnden Themen kochen lernen. Passend zur Weihnachtszeit zeigt Zuckerbäckerin Christine Bergmayer hinnerk-Lesern, wie Mann perfekte Kekse backt und dekoriert.

Koch-Kontor, Karolinenstr. 27, 43 21 60 36, Öffnungszeiten:

Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr, www.koch-kontor.de

Plätzchenbacken für Schwule

Speziell für hinnerk-Leser veranstaltet das Koch-Kon- tor einen Plätzchenbackkurs mit Christine Bergmayer („Die Zuckerbäckerin“), die schon fürs Londoner Kaufhaus Harrods und viele Kochzeitschriften köstli- che Kreationen schuf. Auf dem Lehrplan stehen weih- nachtliche Plätzchen und deren gekonnte Dekoration.

28. November, 16-20 Uhr, Preis: 75 Euro, Anmeldung unter 43 21 60 36, www.diezuckerbaeckerin.de

28. November, 16-20 Uhr, Preis: 75 Euro, Anmeldung unter ✆ 43 21 60 36, www.diezuckerbaeckerin.de 28
28. November, 16-20 Uhr, Preis: 75 Euro, Anmeldung unter ✆ 43 21 60 36, www.diezuckerbaeckerin.de 28
Dicke Bretter Whisky-Vielfalt in St. Georg: Hotelbar DaCaio Der traumhafte Blick über die Alster, das

Dicke Bretter

Whisky-Vielfalt in St. Georg: Hotelbar DaCaio

Der traumhafte Blick über die Alster, das Barangebot auf der Dachterrasse im Sommer: Das Hotel „The George“ in St. Georg ist längst kein Geheimtipp mehr. Dafür gibt es für Whisky-Fans in der Hotelbar DaCaio so manche Rari- tät zu entdecken. Wahre Kenner genießen gerade in den dunklen Monaten das große An- gebot an Whisky, das mit über 120 ver- schiedenen Whiskys in Hamburg sei- nesgleichen sucht. „Der Port Ellen ist sehr selten. Auch ein Johnnie Walker Blue Label ‚King George V‘ ist norma-

lerweise schwer zu bekommen“, er- läutert Bar-Chef Giovanni Massimino seine Schätze. Bei Whisky-Verkostungen werden fünf unterschiedliche Whiskys pro- biert, dazu kredenzt der Bar-Chef Kä- se, Lachs und Nobelschokolade, klas- sisch-stylisch auf dicken Holztabletts angerichtet.

The George Hotel, St. Georg, Barcastraße 3, 280 03 00, Öffnungszeiten: tägl. 10-1 Uhr, www.thegeorge-hotel.de

Fotos: Claudia Schmidt Fotos und Texte: Claudia Schmidt
Fotos: Claudia Schmidt
Fotos und Texte: Claudia Schmidt
tägl. 10-1 Uhr, www.thegeorge-hotel.de Fotos: Claudia Schmidt Fotos und Texte: Claudia Schmidt hinnerk 11/09 29
tägl. 10-1 Uhr, www.thegeorge-hotel.de Fotos: Claudia Schmidt Fotos und Texte: Claudia Schmidt hinnerk 11/09 29

kultur

Artige Schlampe

Joel Gibb, Kopf der Hidden Cameras, über das neue Album „Orphans” und sein Leben in Berlin

Joel, das neue Album ist in der Bandbreite an musikalischenElementen und Atmosphären geradezu ausufernd. Hast du diese zahlreichen musikalischen Zitate und Sounds schon beim

Elementen und Atmosphären geradezu ausufernd. Hast du diese zahlreichen musikalischen Zitate und Sounds schon beim Schreiben im Ohr oder entwickelt sich das erst im Studio?

Wenn ich die Melodie oder Hookline habe, dann sind das Genre und die da- zugehörigen Klänge bereits impliziert. Da ergibt sich das gewissermaßen ganz von alleine. Ich bin niemand, der im Studio herumprobiert oder etwas in der Gruppe erarbeitet.

Für deine Liveaufritte holst du dir bisweilen bis zu 20 Musiker aufim Studio herumprobiert oder etwas in der Gruppe erarbeitet. die Bühne. Die Songs selbst aber heckst

die Bühne. Die Songs selbst aber heckst du allein zuhause aus?

Songs zu schreiben ist eine sehr einsame Beschäftigung. Manche schaffen, es mit einem völlig Fremden in 20 Minuten zusammen einen Song zu schrei- ben. Sowas klappt bei mir nicht. Ich kann mich auch nicht einfach hinsetzen und dann losschreiben oder komponieren. Es passiert, aber nicht auf Bestel- lung.

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Du hast schon über Analverkehr und Piss-Spiele gesungen.

Derart provozierend sexuelle Lieder fehlen auf dem neuen Album.

Du kannst nicht immer und immer wieder das Gleiche machen. Als Künstler musst du andere Dinge machen, immer wieder die Grenzen austesten und deine eigenen Möglichkeiten. Zum anderen: Was für den einen provokativ ist, muss für einen anderen noch lange nicht gelten. Und umgekehrt natürlich auch.

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Dass gerade diese Songs aber dein Image unter Schwulen

geprägt haben, ist dir schon klar, oder?

Wie meinst du das denn jetzt? Welches Image denn?

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Als kleine Schlampe.

Ich bin doch das genaue Gegenteil! Wenn die wüssten! Aber sollen sie‘s von mir denken, mir ist das nur recht…

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Geht‘s deshalb auf dem neuen Album so oft um Liebe

und Beziehung?

Für mich dürfen Songs nicht eindimensional sein, sie sollen offen sein für vie- le Lesarten. Deshalb will ich sie auch nicht erklären. Ich finde es interessant, welche Assoziationen die Texte bei den Menschen auslösen. Das ist das Span- nende am Songschreiben: dass Worte und Texte verschiedene Bedeutungen haben können. So ist das auch bei meinen Liebesliedern.

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Dass du in Berlin hängengeblieben bist, hat schon damit zu tun,

dass es hier einen bestimmten Mann gibt?

Aää…….hm. In gewisser Weise schon. Vor allem wollte ich raus aus Toronto und woanders leben, in einer Stadt, in der ich viele unterschiedliche Menschen begeben kann. Toronto ist wie eine Kleinstadt.

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Was magst du an Deutschland?

Ich mag den deutschen Lifestyle, die deutschen Männer. Ich bin nicht aus- schließlich auf Berlin fixiert, aber das ist schon okay hier. Die Mischung der Menschen zum Beispiel; es sind nicht nur Deutsche hier, sondern eben eine in- ternationale Mischung. Und ich hänge hier auch mit genügend Kanadiern ab. Die Stadt ist voll davon.

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Rufus Wainwright zum Beispiel. Der ist ja auch wegen

eines Mannes hier hängengeblieben.

Wir haben uns ein paar Mal hier getroffen, aber soviel haben wir nicht mitein- ander zu tun. Wir sind ja auch beide ständig unterwegs.

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Wo fühlst du dich zuhause?

In meinem Körper. Toronto bleibt schon meine Heimat. Da sind meine Fami- lie und meine Band. Aber es ist schon schön, noch eine zweite Heimat zu haben. Ich mag es, neue Sprachen zu lernen. INTERVIEW: AXEL SCHOCK

The Hidden Cameras: „Orphans“ (Arts & Cra/AL!VE) www.thehiddencameras.com

: A XEL S CHOCK The Hidden Cameras: „Orphans“ (Arts & Cra/AL!VE) www.thehiddencameras.com hinnerk 11/09 31
: A XEL S CHOCK The Hidden Cameras: „Orphans“ (Arts & Cra/AL!VE) www.thehiddencameras.com hinnerk 11/09 31

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kultur

Martin Stadtfeld: „Der junge Beethoven“ (Sony Classical)

Unvoreingenommene Forscher haben in den letzten Jahren biografische De- tails im Leben von Händel und Schu- bert neu bewertet. Seitdem sind diese Komponisten in die schwule Gemein- de aufgenommen worden. Beim ewi- gen Junggesellen Beethoven ist die

Sachlage noch nicht ganz klar. Bis es neue Einsichten gibt, hören wir uns die grandiose aktuelle Beethoven-Ein- spielung von Martin Stadtfeld an:

Frisch, natürlich und unglaublich le- bendig bringt er Beethovens Klavier- konzert Nr. 2 und frühe Klavierstücke,

Barbra Streisand: „Love is the Answer” (Decca)

Barbra Streisands neues Studioalbum wirkt zunächst sehr aufgeräumt. Für „Love ist the Answer“ hat sich La Bar- bra erstaunlicherweise die Jazzdiva Diana Krall als Produzentin ins Boot geholt und eine Vielzahl der Songs al- lein mit deren Quartett aufgenom-

men. Und dort, wo dann doch noch das obligatorische Streichorchester hinzugezogen wurde, klingen diese Klassiker aus Frankreich und dem Great American Songbook zwar ele- gant, jedoch zurückgenommen und dezent. Auf ihre alten Tage wirkt die

Mary Roos: „Amour Toujours” (Bureau B)

Ihre Ehe mit dem Franzosen Pierre Scardin verhalf Mary Roos in den 70er Jahren zu einer überraschenden Kar- riere auch in Frankreich. Erst in dem Musical „Un enfant dans la ville“ und schließlich mit zwei französischspra- chigen Alben. 18 dieser zwischen 1972

und 1975 entstandenen Aufnahmen versammelt nun „Amours Toujours“, darunter auch die französische Ver- sion ihres Grand-Prix-Hits „Nur die Liebe lässt uns leben“. So sehr einen diese wunderbare Neuveröffentli- chung freut, so zeigt sie doch auch,

Ich+Ich: „Gute Reise“ (Polydor/Universal)

Während Adel Tawil auf Tour allein die Ich+Ich-Fahne hochhielt und höchst erfolgreich bei Azad oder Cassandra Steen „gastierte“, nutzte Annette Humpe die Zeit zum Schreiben vieler neuer Songs. Vertraut klingen die alle Schattierungen des menschlichen Ge-

fühlslebens auslotenden Texte, Musik und liebevolle Arrangements dazu he- ben sich in ihrer Qualität gewohnt wohltuend ab vom übrigen Deutsch- pop-Allerlei. Sehr hübsch ist Annettes Huldigung an alle Krankenschwestern, Müllmänner oder Bäcker dieser Welt.

genial ❚❚❚❚❚❚ ❚❚❚❚❚❚ mies

Robbie is back

Rückkehr zu alter Form mit „Reality Killed The Video Star”

„Video Killed the Radio Star“, der 79er-Plastik-Hit der Buggles, eröffnete am 1. August 1981 das MTV-Zeitalter. Unverwüstlich blieb sein Schöpfer Trevor Horn, als Produzent verhalf er höchst

unterschiedlichen Acts wie Fran- kie Goes To Hollywood, Seal oder t.A.T.u. zu Star-Ruhm. Genau der Richtige also, um Robbie Williams nach dem wirren „Ru- debox“-Album wieder auf die Beine zu helfen. Gut, dass sein neuer Schützling gerade rechtzeitig zu alter Songschrei-

ber-Hochform auflief, davon kündet schon der groß ausgemalte Opener „Morning Sun“, der später einen Bruder in „Blas-

darunter das Rondo „Die Wut über den verlorenen Groschen“. Stadtfelds Interpretationen haben so viele Facet- ten, dass er den Hörer immer wieder neu überraschen kann.

www.sonyclassical.de

ECKHARD WEBER

einst so herrische Diva erstaunlich ge- lassen und souverän, und fast ver- schwunden ihre jahrzehntelange Stre- berhaltung, alles besser, lauter, dra- matischer singen zu können als die anderen Diven. AXEL SCHOCK

www.barbrastreisand.com

welches Potential Mary Roos künstle- risch in Deutschland hätte haben kön-

nen – wäre sie nicht in die Fänge mit- telmäßiger Schlagerproduzenten ge-

raten.

AXEL SCHOCK

www.mary-roos.de

Und ganz zum Schluss wissen Humpe und Tawil doch noch zu überraschen, bei der strahlend-schönen Ode auf „Yasmin“ gastiert Ägyptens hierzu- lande unbekannte Ikone Mohamed

Mounir.

www.ich-und-ich.de

TORSTEN BLESS

phemy“ erhält. Robbies Vorliebe für die Pet Shop Boys klingt aus „Difficult For Weirdos“ heraus. Poppig mit einem Re- frain zum Sofortauswendiglernen kommt „Starstruck“ daher, dagegen wächst das schwelgende „Deceptacon“ mit dem mehrmaligen Hören. Ganz nach den Ster- nen greift Robbie dann doch nicht, das eine oder andere Füllsel ärgert, und man- ches eher Mittelmäßige wird nur durch die magischen Hände von Trevor Horn gerettet. Trotzdem: Eine Rückkehr zu alter Form, mit der unser großmäuliger Lieb- ling seinen ihm zustehenden Platz im Pop- Olymp wieder einnimmt. TORSTEN BLESS

www.robbiewilliams.com

Klassik ❚❚❚❚❚❚
Klassik
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Jazz ❚❚❚❚❚❚
Jazz
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Pop ❚❚❚❚❚❚
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Pop ❚❚❚❚❚❚
Pop
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Instrument für Kerle Ein Schwuler mit Chart-Erfolg: Bratschist Nils Mönkemeyer gastiert in Hamburg Nils Mönkemeyer,

Instrument für Kerle

Ein Schwuler mit Chart-Erfolg: Bratschist Nils Mönkemeyer gastiert in Hamburg

Nils Mönkemeyer, die Bratscher gelten als dieBratschist Nils Mönkemeyer gastiert in Hamburg Ostfriesen im Orchester… Ich verstehe das gar nicht. Zu

Ostfriesen im Orchester…

Ich verstehe das gar nicht. Zu Mozarts Zeiten war die Bratsche noch sehr beliebt. Ich weiß auch nicht, woher der schlechte Ruf kommt. Vielleicht liegt es daran, dass sehr viele Geigenlehrer ihre schlechten Schüler an die Bratsche geschickt haben.

Wie sind Sie zur Bratsche gekommen?ihre schlechten Schüler an die Bratsche geschickt haben. Ich spielte zuerst Geige. Mit dem Instrument war

Ich spielte zuerst Geige. Mit dem Instrument war ich im Bundesjugendorchester. Abends im Hotel trafen wir uns manchmal zu Sessions, bei denen wir vom Blatt spielten. Wer einen Fehler machte, musste einen Schluck aus der Weinflasche nehmen. Das bestätigt jetzt das Vorurteil – aber die Bratschistin war als erste betrunken und ging ins Bett. Ich habe Ihren Part übernommen und fand das Spiel auf der Bratsche toll. Auf der Violine hatte ich kei- nen schönen Ton, fand ich, ich machte mit dem Bogen zuviel Druck. Bei der Bratsche muss man stattdessen mehr Körpereinsatz zeigen, hier habe ich einen schönen Ton. Es ist eben eher ein Instrument für einen Kerl.

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Ist die Bratsche zu Unrecht verrufen?

Ja, definitiv. Der Bratschenklang hat eine warme, sinnli- che Farbe. Die Geige klingt dagegen wie eine zickige Bal- lerina, und das Cello ist so ein Angebertyp. Die Bratsche schwebt dazwischen, hat etwas Androgynes, ist vielseiti- ger. Eine Mischung, die ich persönlich sehr sexy finde.

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Sie sind offen schwul. Wie reagiert das

konservative Klassik-Publikum?

Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man

in die Oper geht, sind Schwule ja auch eher gängig. Ich glaube, dass sich das Solistenbild vom klassischen Musi- ker gerade ändert. Bei meinen Konzerten spreche ich ja auch zum Publikum. Das war vor Jahrzehnten noch ver- pönt, die Klassikinterpreten sollten wie Halbgötter auf die Bühne kommen, unantastbar. Ich bin eher frech und frisch.

Den Mozart-Zeitgenossen Antonio Rosetti, eineBühne kommen, unantastbar. Ich bin eher frech und frisch. Skandalnudel, von dem sie auch ein Bratschenkon-

Skandalnudel, von dem sie auch ein Bratschenkon- zert spielen, vergleichen Sie bei Ihren Ansagen im Konzert auch mal mit Britney Spears …

Ich könnte natürlich auch lexikalische Fakten herunter- leiern. Aber Klassik ist ja nicht getrennt von unserem Le- ben. Diese Musik spricht von unseren Ängsten und Sehn- süchten. Das ist genauso aktuell wie in der Popmusik. Der Klassikmarkt braucht eine Belebung in eine jüngere, fri- schere Richtung, sonst schlafen wir doch alle ein.

Wie lässt sich das Privatleben mit dem stres-fri- schere Richtung, sonst schlafen wir doch alle ein. sigen Musikerleben vereinbaren? Ich bin nicht der

sigen Musikerleben vereinbaren?

Ich bin nicht der Typ Klassik-Nerd. Wenn das Konzert vor- bei ist, kann ich auch feiern gehen. Man muss sich für das Privatleben genauso Freiräume schaffen wie für den Be- ruf. Es ist mir wichtig, dass ich auch Stoff für die Bühne habe. Ich kann ja nur Musik bringen, die vom Leben spricht, wenn ich selbst auch ein Leben habe.

INTERVIEW: ECKHARD WEBER

30.11., 20 Uhr: Laeiszhalle Nils Mönkemeyer: Weichet nur, betrübte Schatten. Werke von Rosetti, Bach, Hoffmeister. Dresdner Kapellsolisten, Helmut Branny (Leitung), 2009, Sony Classical

Schatten. Werke von Rosetti, Bach, Hoffmeister. Dresdner Kapellsolisten, Helmut Branny (Leitung), 2009, Sony Classical

Fotos: Farbfilm Verleih

kultur

Ewige Treue

Das Jungmännerdrama „66/67 – Fairplay war gestern“ zeigt, wie Eintracht-Braunschweig-Fans zu leiden haben

Wenn die Fans von Eintracht Braunschweig sich an große Stunden ihres Vereins zurückerinnern wollen, müssen sie schon sehr alt sein. In der Spielzeit 1966/67 war der heutige Drittligist tatsächlich mal Deutscher Meister. Für die sechs Helden in Carsten Ludwigs und Jan-Christian Glasers Generationenporträt hat die Zif- fernfolge 66/67 geradezu Fetischcharakter. Ewige Treue haben sie geschworen, sich einander und dem Verein, und sich die Zahlen in die Brust gebrannt. Doch langsam beginnt der Zusammenhalt zu brö- seln. An den sinnlosen Schlägereien mag sich nicht mehr jeder beteiligen. Irgendwo da draußen wartet das richtige Leben, aber die Zurückgebliebenen schaf- fen den Absprung nicht. Um nicht den Betrieb seines Vaters übernehmen zu müssen, verheimlicht Florian (Fabian Hinrichs) seinen längst absolvierten Studien- abschluss. Der beleibte Christian (Christian Ahlers) plant sein Leben schon mal detailgenau bis ins hohe Al- ter. Aber ausgerechnet beim öffentlich im Stadion ze- lebrierten Heiratsantrag gibt ihm seine Freundin ei- nen Korb. Mit einem Loser will sie nicht den Rest des Lebens zusammen sein. Und der schwule Otto (Chri- stoph Bach) hat sich auf ein Leben in Faulheit und Hartz IV eingerichtet. Das Regieduo Ludwig & Glaser will viel und kann auch recht viel. Immer wieder gibt es schauspielerisch prägnante Momente, in denen die Lebenswirklichkeit über die Jungs hereinbricht und ihnen das Ende ihrer pubertären Jungmännerträume von Saufen, Prügeln und Stadionparty vor Augen führt. Doch leider ver-

zettelt sich der Film in seinen vielen Strängen und ver- mag die vielen Themen von der Hooligan-Gewalt bis zur Angst vor Verantwortlichkeit nur an der Oberfläche anzukratzen. Geradezu ärgerlich ist der Erzählstrang des schwu- len Otto, an sich eine spannende Figur. Seine Prügel- truppe geht überraschend gelassen mit seiner Ho- mosexualität um. Aber dann hatten die Drehbuchau- toren wohl was von Poz-Partys gehört, bei denen sich Schwule angeblich wissentlich infizieren lasen. Das hat bei Ludwig & Glaser eine abenteuerliche Fantasie aus- gelöst: Da wird Otto von einem wildfremden Mann ver- schwörerisch eine Türcode-Karte zugesteckt, die Zu- tritt zu einer düsteren High-Tech-Location gewährt.

Man könnte meinen, hier hätten Freimaurer und die „Matrix“-Schöpfer gemeinsam ein Event geplant. Und das alles wohlgemerkt in Braunschweig und nicht in New York oder Berlin. Soviel spekulativer Blödsinn macht den Film, der eh schon langweilig wie ein torlo- ses Drittligisten-Spiel daherkommt, richtig ärgerlich.

AXEL SCHOCK

„66/67 – Fairplay war gestern“. D 2008, Regie: Carsten Ludwig und Jan-Christian Glaser. Mit: Fabian Hinrichs, Christoph Bach, Melika Foroutan, Maxim Mehmet, Fahri Ogün Yardim, Christian Ahlers. 106 Minuten. Kinostart: 19. November

Foroutan, Maxim Mehmet, Fahri Ogün Yardim, Christian Ahlers. 106 Minuten. Kinostart: 19. November 3434 hinnerk 11/09
Jung & verliebt Die erste Liebe ist oft die aufregendste und aben- teuerlichste, manchmal aber

Jung & verliebt

Die erste Liebe ist oft die aufregendste und aben- teuerlichste, manchmal aber die schmerzlichste. Zumal, wenn ganz nebenbei auch noch das Co- ming-out erledigt werden muss. Von solchen ers- ten Lieben , vor allem aber von den verwirrenden Momenten, die so mancher schwuler Junge in der Pubertät erleben muss, erzählen die sechs inter- nationalen Kurzfilme der inzwischen dritten Kom- pilation in der Reihe „Schuljungs“. Schön, berüh-

rend, komisch und dramatisch.

www.bildkraft.biz

w w w . b i l d k r a f t . b i

Prächtig & edel

Regisseur James Ivory und sein Lebensgefährte Ismail Merchant haben in den 80er Jahren mit Fil- men wie „Zimmer mit Aussicht“ und „Wiederse- hen in Howards End“ die Welle des gediegenen, opulenten Kostümfilms losgetreten. Mit der nicht weniger prächtig ausgestatteten Verfilmung von E. M. Forsters schwuler Liebes- und Emanzipations- geschichte „Maurice“ haben sie sich 1987 zudem einen Herzenswunsch erfüllt. Opulent fiel mit über

zweieinhalb Stunden Bonusmaterial (u.a. zwei Ivory-Kurzfilme, Interviews und ein

Making-of) nun auch die DVD-Edition aus.

www.Kinowelt.de

DVD-Edition aus. w w w . K i n o w e l t . d

Mystisch & blutig

Die Filme Agustí Villarongas sind keine leichte Kost. Ob in seinem Debüt „Tras el Cristal“ oder in „El Mar“ – ohne sadistisch-sexuelle Obsessionen scheint der Katalane nicht auszukommen. In dem bei der Berlinale 2000 mit dem Manfred-Salzge- ber-Preis ausgezeichneten Drama treffen sich zwei Jugendfreunde als erwachsene Männer in einem Lungenheilsanatorium wieder. Krankhaft-religiö-

ser Wahn, Eifersucht und unterdrückte (Homo-) Sexualität münden in einem blutigen Finale, welches aber – so viel Meisterschaft

muss sein – in beeindruckend ästhetischen Bildern zelebriert wird.

www.cmv-laservision.de

Bildern zelebriert wird. www.cmv-laservision.de Herzerwärmend Um den kranken Großvater zu pflegen, kehrt

Herzerwärmend

Um den kranken Großvater zu pflegen, kehrt der Maler Henry von New York in seine kleine Heimat- stadt in den Bergen Montanas zurück. Die wieder- erwachte Liebe zu seinem besten Schulfreund hält in diesem idyllisch gelegenen, aber doch auch recht verschlafenen Nest länger, als zunächst ge- plant. Thomas Bezuchas „Big Eden“ ist ein Feel- Good-Film im besten Sinne. Und weil die Men-

schen, und seien sie noch so verschroben, hier allesamt das Herz auf dem rechten Fleck haben und ausnahmslos und über die Maßen schwulenfreundlich sind, darf man „Big Eden“ auch guten Gewissens als schönes Märchen bezeichnen. www.pro-fun.de

Ohlenhoff 1 · Norderstedt Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 10 - 18, Sa. 10 - 14 Uhr, Besichtigung
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Ohlenhoff 1 · Norderstedt
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 10 - 18, Sa. 10 - 14 Uhr,
Besichtigung auch Sa. 14 - 18 Uhr, So. 11 - 17 Uhr
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 10 - 18, Sa. 10 - 14 Uhr, Besichtigung auch Sa. 14 - 18

beautiful people

beautiful people Simon & Anass @ Inferno Matze @ Generation Bar Michael @ Pulse Steffen, Matthias

Simon & Anass @ Inferno

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Matze @ Generation Bar

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Michael @ Pulse

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& Norman @ G.-Bar Mike, Stefan & Kay @ Dare! Sebastian & Sascha @ Dare! Tom

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Martin & James @ Pulse Daniel, Mike & Armin @ Pink Park Marco @ Inferno

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Thomas & Sascha @ Pink Park

@ Pink Park Marco @ Inferno Thomas & Sascha @ Pink Park Felix @ Pulse Bo

Felix @ Pulse

@ Inferno Thomas & Sascha @ Pink Park Felix @ Pulse Bo @ Inferno mehr partypics

Bo @ Inferno

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Friedrich &Kenan @ Pink Park

www.hinnerk.publigayte.com Friedrich &Kenan @ Pink Park Niclas, Ralf & Jan @ Inferno Holger @ Dare! Marcel

Niclas, Ralf & Jan @ Inferno

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Holger @ Dare!

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Marcel @ Generation Bar

& Jan @ Inferno Holger @ Dare! Marcel @ Generation Bar Simon & Marc @ Pink

Simon & Marc @ Pink Park

Fotos: www.karl-mai.de (8), Martin Stiewe (16)
Fotos: www.karl-mai.de (8), Martin Stiewe (16)

Patrick & Robert @ Generation Bar

szene

Mis-Shapes feiert Geburtstag

Im November gastiert die kanadische Formation Dance Yourself To Death bei der Party im Molotow

Hier lebt die queere Musikszene: Abseits des normal- gängigen Homopop hat sich Mis-Shapes vor vier Jahren zum Ziel gesetzt, das Hamburger Partyle- ben um eine knallige Indie-Farbe zu bereichern. Das Ziel ist mehr als erreicht. Zweimal monatlich geht Mis-Shapes mittlerweile an den Start und ebnete damit auch den Weg für den großen Bruder aus der Hauptstadt. „London Calling“ feierte Ende Oktober im Grünspan mit einem Hamburger Ableger Premie- re und rockte erfolgreich einen der traditionsreichs- ten Kiezclubs. Am 6. November wird Mis-Shapes nun bereits den

vierten Geburtstag feiern und die Tradition der quee- ren Clubkonzerte fortsetzen. Mit der kanadischen Band Dance Yourself To Death kommt eine Forma- tion aus Toronto auf die Bühne, die irgendwo zwi- schen Gossip und The Organ anzusiedeln ist. Von der Band war auch schon Sir Elton John dermaßen beeindruckt, dass er sie für seinen Film „It’s A Boy Girl Thing“ engagierte und ihre Musik auf den So- undtrack packte. „Wir freuen uns schon riesig auf den Moment, wenn Dance Yourself To Death die Bühne des Molotow betreten und den Gästen zu mu- sikalischen Orgasmen verhelfen werden“, sagt Jo-

hannes vom Mis-Shapes-Team. „Die Band wird mit- ten in der Party auftreten, und nicht einfach nur da- vor. Round about midnight werden wir den Vorhang heben – frühes Kommen lohnt sich also.“ Teil zwei der Geburstagssause sollte eigentlich im Turmzimmer des Uebel & Gefährlich stattfinden – doch das steht vorerst nicht mehr bereit. Der zu- ständigen Behörde fehlt ein zweiter Fluchtweg. Der muss jetzt geplant, genehmigt und gebaut werden. Dennoch feiert Mis-Shapes auch am 14. November:

jetzt im großen Ballsaal des Bunkers, gemeinsam mit dem Kiss Kiss Club. Geht doch!

Im Keller

Zweite Auflage des Infernos am Rothenbaum

Der schönste Teil der Party ist immer in der Küche, heißt es. Und wenn es gar keine Küche gibt? Verlegt man die Party ein- fach in den Keller. So wie Chris Fleig, dessen „Inferno“ im ver- gangenen Monat eine heiße Premiere feierte. Und das darf man wörtlich nehmen, denn im Aston, dem Untergeschoss der Rothenbaumchaussee 31a war es eng, hot und bums- voll. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber Klaustro- phobiker gehen ja ohnehin selten auf Partys. Ende des Mo- nats geben Chris und sein Team wieder Gas: Am 28. November legt nicht nur der Chef selbst Hand an den Plattenteller. Aus Kassel reist Miss Betty Ford an, um den Mainfloor zu beschal- len. Außer bei ihrer eigenen Partyreihe Kiss Bang Boom treibt sie sich auch gerne in London und Berlin herum, um die Gäste verrückt zu machen. Ähnliches hat DJ-Cutie Fa- brice Chantée im Sinn; der 19-Jährige steht ebenfalls an den Housereglern. Alternativ hierzu können sich die Kellerkinder bei Inferno aber auch auf RnB, Funk und Pop freuen: DJ-Darling D-Mac, zu- letzt bei Pulse im Rathaus gefeiert, über- nimmt dort das Kommando.

auf RnB, Funk und Pop freuen: DJ-Darling D-Mac, zu- letzt bei Pulse im Rathaus gefeiert, über-
szene Familie Tutwas Die Familie Tutwas ist eine eigentümliche Sippschaft: jung, schwanger und verdorben (siehe
szene Familie Tutwas Die Familie Tutwas ist eine eigentümliche Sippschaft: jung, schwanger und verdorben (siehe

szene

szene Familie Tutwas Die Familie Tutwas ist eine eigentümliche Sippschaft: jung, schwanger und verdorben (siehe oben).

Familie Tutwas

Die Familie Tutwas ist eine eigentümliche Sippschaft: jung, schwanger und verdorben (siehe oben). Einmal im Jahr aber wird aus den Nachwuchsludern eine mildtätige Vereinigung. Das liegt daran, dass die, nunja, Jungs das Feld räumen beziehungsweise die Wunderbar Verstärkung erhält. Denn „Die Familie tut was“ hat sich als Party etabliert, die ihrem Namen alle Ehre macht. Alle, die an diesem Abend im Einsatz sind, arbeiten kostenlos. Lohn, Trinkgeld und Eintritte gehen an die Aktion „Die Paten – gemeinsam gegen Aids“. Am 20. No- vember ist es wieder soweit: DJ Arno von Dannen legt auf, im Service arbei- ten die Jungs aus dem 136 Grad, dem Gnosa und der M+V.

ten die Jungs aus dem 136 Grad, dem Gnosa und der M+V. Wäschereiparty Sobald das Winterhuder

Wäschereiparty

Sobald das Winterhuder Möbelhaus „Die Wäscherei“ von Schonwaschgang auf Schleudern umschaltet, ist wieder Party: Einmal im Jahr wird Bunt-, Hand- und Kochwäsche einfach durcheinander gewirbelt, bis am Ende alle völlig wu- schig heimgehen. Dieses Jahr wird der Waschbottich am 28. November im Mondoo auf der Reeperbahn aufgestellt (und daneben noch eine neue CD und die aktuelle Sofakollektion präsentiert). Und weil ja alle ihre Klamotten in der Wäsche haben, begeistert das Paris Dancing Team so freizügig wie eine Late Night Sexy Show und die Wäscherei-Gogos. Für die Ohren gibt‘s in die- ser Nacht unter anderem die Discofamily und Ellen Pitches.

Places to be ✓ Pink Connection. Das MHC und die Alpha Girls präsentieren am Borgweg

Places to be

Pink Connection. Das MHC und die Alpha Girls präsentieren am Borgweg 8 eine Party für Lesben und Schwule mit Pop, Charts und Black. Start am 7. November um 22 Uhr.

Laser Dance 4. Die 90er leben: Laser Dance 4 tritt am 6. November im Uebel & Gefährlich ab 23 Uhr den Beweis an! DJ Dee & DJ Jay (aka Matt3000 & Tillicious) legen auf, Ricardo M. lädt in die Super Xxxxtreme VIP-Lounge.

Café Bukarest. Eklektizistisches Plattendrehen, Croonerpop, Disco, ho- mohiphop – es ist wieder Café Bukarest: 14. Vovember, 22 Uhr in der Ha- senschaukel, Silbersackstraße 17.

Tante Paul. Musik von Punk bis Schlager, Rock bis Elektro: im Komet in der Erichstraße 11 startet am 28. November wieder „Tante Paul“ durch.

11 startet am 28. November wieder „Tante Paul“ durch. Es wird genagelt Am 7. November feiert

Es wird genagelt

Am 7. November feiert der Spike e.V. im Catonium wieder seine „Spike Night“. Die Fetisch- und SM-Nacht mit dem Dresscode Leather, Army, Rubber und Skin beginnt um 21 Uhr. Ebenfalls am Samstag öffnet auch der Fickstutenmarkt wieder seine Scheu- nentore: Am 21. November ist im Slut Club zwischen 17.30 und 18.30 Uhr Ein- lass für die Stuten, die Hengste kommen von 19 bis 20 Uhr herein. In der Sexplosion am Kleinen Pulverteich startet am 8. November die wöchentliche Sonntagssexparty. Einlass ist von 16 Uhr bis 18 Uhr, Dresscode hier: mindestens freier Oberkörper, Underwear, nackt.

Sonntagssexparty. Einlass ist von 16 Uhr bis 18 Uhr, Dresscode hier: mindestens freier Oberkörper, Underwear, nackt.

szene

„Deine Kolumne hat keinen Sinn. Niemand interessiert sich für dein dummes Berlin. Es gibt sowieso keine Gemeinsamkeiten mit Ham- burg.“ Kritische Leser sind blöd. Keiner von ihnen hat die Eier, ei- nen ordentlichen Leserbrief zu schreiben. Deshalb behalte ich auch diesmal wieder recht. Es gibt sie nämlich: die schwulen Eigenarten, die Hamburg und Berlin verbinden. Hier meine Top 3. Platz 3 – der Club für Friseurlehrlinge vom Dorf: Was in Ham- burg die Gay Factory, ist in Berlin das Haus B. Glitzernde, minder- jährige Landpommeranzen werden vom nahen Regionalbahnhof auf den Dancefloor gespült und feiern, als ob es keinen Morgen gäbe. Den gibt es auch nicht, denn am einsamen Bahnhof ihres Hei- matstädtchens wartet bereits die hochmotivierte NPD-Jugend auf den jungen Figaro im Ed-Hardy-Shirt mit dreifarbiger Frisur und blauen Strähnchen. Platz 2 – die dicke beste Freundin: In Hamburg heißt sie Gabi, in

Artistentraum

Electric Circus goes Halloween

Ach du Scheiße: es wird Blut fließen! Jedenfalls verspricht der Electric Cir- cus für seine Halloween-Ausgabe am 21. November „Blood on the Dance- floor“, angesichts des promotenden Homomagazins gehen wir aber mal ge- trost von blauem Blut aus. Im Hühnerposten dürfte sich der gemeine Par- tyadel versammeln, der sich in drei Tanzmanegen tummeln kann und auch vor Feuerschluckern nicht zurückschrecken sollte. Auf die Öhrchen gibt’s lecker was von DJ Dajimm, Bearded Lady Roberta Jones, Pascha sowie den Internationally Killer Bunnys. Das Ganze unter dem Motto: You better dress up! Also, hübsch aufgefummelt, aber Obacht: Blutflecken gehen echt schlecht wieder raus.

durch die Szene mit Lukas Nimschek

Berlin einfach nur Tonne. Diese birnenförmigen Mädchen kleben an ihrem Begleiter wie Parasiten. Wie oft schon musste ich einen verzweifelten Knaben beim matschigen „Spaß“-Zungenkuss mit Busengabi beobachten? Stopp! Ich will auch was Gutes über sie schreiben: Gabis sind nicht gewollt fett. Sie alle haben eine sel- tene Stoffwechselkrankheit, und die beiden Döner in der U-Bahn waren die einzige Mahlzeit ihres Tages. Platz 1 – der schwule Bürgermeister: Klaus und Ole. Klingt wie ein sächsisches Alleinunterhalter-Duo, ist aber politische Realität. Hamburg und Berlin sind in schwuler Gewalt. Bald wird auch Mr. Westerwave mit Regenbogenfahne in den Irak einziehen. Hof- fentlich ist das Guido-Mobil gut gepanzert.

Lukas (20) kam von Berlin nach Hamburg und durchstreift das schwule Leben der Stadt

November Vier Wochen Programm in Hamburg Bären & Stinktiere Bunte Musik im dunklen Winter Der
November
Vier Wochen Programm in Hamburg
Bären & Stinktiere
Bunte Musik im dunklen Winter
Der Hamburger Herbst wird bunt. Gleich drei queere Bands und ein schwu-
ler Popstar haben sich angekündigt. Den Anfang macht das New Yorker In-
dierock-Quartett Grizzly Bear (Foto). Um ihre Kunst zu beschreiben, kra-
men Journalisten gerne das Wort psychedelisch aus ihrer musikalischen
Hausapotheke.
Eine Nummer größer präsentieren sich Placebo auf ihrer „Battle For
The Sun“-Tour. „Wenn du wissen willst, wie ich mit geplatzter Hose aus-
sehe, musst du schon in unser Konzert kommen“, lockte Frontmann Brian
Molko im hinnerk-Interview (07/2009) – eine Anspielung auf seinen Ein-
satz auf der Bühne und die schwindenden Einnahmen im CD-Geschäft.
„Fucking Political“ wird es, wenn Deborah Ann Dyer alias Skin die Große
Freiheit rockt. Die Wiedervereinigung mit ihrer antirassistischen und an-
tisexistischen Band Skunk Anansie hat gewaltige Erwartungen geweckt,
denn die charismatische Glatzenträgerin versprüht bei Live-Auftritten
enorme Energie. Sollte die Revolution dennoch ausbleiben, schaut zur Mo-
natsmitte der Gentleman unter den Popstars vorbei: Morrissey präsentiert
sein just erschienenes Album „Swords“ im Congress Centrum.
Grizzly Bear: 10.11., 20 Uhr, Grünspan, www.stage-entertainment.de
Placebo: 10.11., 20 Uhr, Color Line Arena, www.placeboworld.co.uk
Skunk Anansie: 11.11., 20 Uhr, Große Freiheit 36, www.skunkanansie.net
Morrissey: 17.11., 20 Uhr, CCH 1, www.itsmorrisseysworld.com
hinnerk Programm
20 Uhr, CCH 1, www.itsmorrisseysworld.com hinnerk Programm Wasser & Farben Die Gay-Filmnacht ist nach Wandsbek

Wasser & Farben

Die Gay-Filmnacht ist nach Wandsbek umgezogen. Salzgeber zeigt schwule Filme, die es sonst nur zu Festivals ins Kino schaffen. In „Watercolors“ verliebt sich der schüchterne Danny in den Star des Schwimmteams. Passender Gastauftritt: Olympia- Wasserspringer Greg Louganis.

27.11., 20.15 Uhr, Cinemaxx Wandsbek

Greg Louganis. 27.11., 20.15 Uhr, Cinemaxx Wandsbek Haydn & Bruckner Höchste Zeit um den neuen Chef

Haydn & Bruckner

Höchste Zeit um den neuen Chef der Hamburger Symphoniker kennenzulernen: Jeffrey Tate tritt mit Harfenist Xavier de Maistre auf, der gerade mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde. Neben Bruckners Fünfter geben die beiden zum Ausklang des Haydn- Jahres dessen Harfenkonzert in D-Dur.

7./8.11., 19 Uhr, Laeiszhalle, www.hamburgersymphoniker.de

7./8.11., 19 Uhr, Laeiszhalle, www.hamburgersymphoniker.de Leder & Luden Als Hubert Fichtes „Ledermann“ wurde

Leder & Luden

Als Hubert Fichtes „Ledermann“ wurde Hans Ep- pendorfer zum Denkmal. Dabei verstand er sich vor allem als Chronist, schrieb „Szenen aus St. Pauli“ auf, verfasste mit Dieter Wedel den „König von St. Pauli“. Stadtrundgang und Filmvorführung erinnern an den besonderen Hamburger. Bitte anmelden.

1.11., 14 Uhr, U-Bhf. St. Pauli, www.kurverwaltungstpauli.de

Fotos (v.l.n.r): Tom Hines/Armin Smailovic/Salzgeber & Co. Medien/Matthias Mramor/Filmverleih im Nordseepark/Marco Maas/Jürgen Rocholl/www.face-rocholl.de

Nordseepark/Marco Maas/Jürgen Rocholl/www.face-rocholl.de Männer & Gefühle Mit einer verführerischen

Männer & Gefühle

Mit einer verführerischen Kombination lockt das Thalia Theater Männer in „Bunbury (Ernst ist das Leben)“:

Oscar Wildes Unterhaltungsklassiker, übersetzt von Elfriede Jelinek, musikalisch aufgepoppt von Rocko Schamoni, gespielt von einem rein männlichen Ensemble. Wildes Figuren verstricken sich hemmungslos in ihre Doppelleben. Identitäten, Gefühle und Geschlechter sind austauschbar. Am Ende bleibt nur eine Ge- wissheit: Ohne Geld macht der Ernst des Lebens keinen Spaß!

19. (Premiere) und 24.11., 20 Uhr, Thalia Gaußstraße

19. (Premiere) und 24.11., 20 Uhr, Thalia Gaußstraße Alt & Neu Das Elbipolis Barockorchester spielt Händel,

Alt & Neu

Das Elbipolis Barockorchester spielt Händel, zwei DJs sampeln dazu heutige Musik. Ein Angebot für Clubbesucher, Alte Musik und neue Sounds kennen- zulernen, ohne auf die Bierflasche verzichten zu müs- sen. Im November legt Brezel Göring (Foto) von Ste- reo Total auf.

11.11., 21 Uhr, Kampnagel/KMH, www.kampnagel.de

www.thalia-theater.de

Uhr, Kampnagel/KMH, www.kampnagel.de www.thalia-theater.de Feder & Glitzer Nach mehr als 500 ausverkauften

Feder & Glitzer

Nach mehr als 500 ausverkauften Vorstellungen kehrt Judy Winter in ihrer Glanzrolle als „Marlene“ Dietrich noch einmal ans Ernst-Deutsch-Theater zurück. Im Tuntenbarock von Schwanenfedern und Pailetten gibt sie alles: von „Lili Marleen“ bis „Sag mir, wo die Blumen sind“.

11.-16.11., 19.30 Uhr, Ernst-Deutsch-Theater

Marleen“ bis „Sag mir, wo die Blumen sind“. 11.-16.11., 19.30 Uhr, Ernst-Deutsch-Theater Programmadressen Seite 56
11 hinnerk Programm
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hinnerk Programm

Musikinsel

Statt „Tatort“ oder Pornokino bietet das Indra ab sofort eine Alternative für den Sonntagabend: Jeden ersten Sonntag im Monat wird der Club, in dem die Beatles berühmt wurden, zur Insel für „Sirenen und Sängerknaben“. Zu er- leben sind jeweils vier Menschen, die alleine auf die Bühne steigen, um mit ihrer Musik die Herzen der Zuhörer zu gewinnen. Für den einen oder die andere vielleicht der Beginn einer pilzköpfigen Karriere? Am 1. November singen Sasa Jansen, Meike Schrader, Thomas Le- bioda und der schwule Mitveranstalter Stefan Waldow.

1.11., 19 Uhr, Indra, www.myspace.com/ saengerknabenundsirenen

Museen, Galerien, Theater, Musicals

11.-16.11., 19.30 Uhr, www.ernst-deutsch-theater.desaengerknabenundsirenen Museen, Galerien, Theater, Musicals Große Schmidt-Weihnachtsgala Das SchmidtTheater schafft

Große Schmidt-Weihnachtsgala Das SchmidtTheater schafft Abhilfe bei akutem Weihnachts- koller: gelöstes Ablachen mit Hilfe eines hochdosierten Comedy-Cocktails, verabreicht von Kay Ray.

ab 18.11., Di/Do-Sa 20 Uhr, Mi/So 19 Uhr, Schmidt Theaterhochdosierten Comedy-Cocktails, verabreicht von Kay Ray. Vier Freunde Eine böse Komödie über vier Jugendfreunde,

Vier Freunde Eine böse Komödie über vier Jugendfreunde, die sich nach 20 Jahren wiedersehen – vor den Trümmern ihrer Leben. Einer der Anti-Helden ist ganz selbstverständlich schwul.Vier Freunde

4.-15.11., Di-Sa 20 Uhr, So 19 Uhr, www.hamburger- kammerspiele.de

Barbie & der Weihnachtsmann Eine Ausstellung über zwei schrille Kunstfiguren, die jedes Jahr neu inszeniert werden und die einander dringend bedürfen: Weihnachtsmann und Barbie-Puppe.

Marlene Nach über 500 Vorstellungen kommt Judy Winter nochmals als „Marlene“ nach Hamburg und singt die größten Schlager der Dietrich. Eine perfekte Anverwandlung.

14.11.-31.1., Di-So 10-17 Uhr, www.altonaermuseum.deSchlager der Dietrich. Eine perfekte Anverwandlung. Tarzan Die Geschichte des Affenmenschen als Musical,

Tarzan Die Geschichte des Affenmenschen als Musical, nacher- zählt von Disney, durchkomponiert von Phil Collins. Wer keinen Schmusepop mag, kommt dank spektakulärer Artistik auf seine Kosten.Tarzan

Neue Flora, Stresemannstr. 163, U/S Holstenstraße. Di, Mi 18.30, Do, Fr 20, Sa 15 und 20, So 14 und 19 Uhr

Ich war noch niemals in New York Die Ohrwürmer von Udo Jürgens verpackt in eine hafen- stadtgerechte Musical-Story. Immerhin mit schwuler Nebenhandlung – denn dies ist ja ein ehrenwertes Operettenhaus!

TUI Operettenhaus, Spielbudenplatz 1, U St. Pauli. Di, Do, Fr 20, Mi 18.30, Sa 15 und 20, So 14.30 und 19 Uhr– denn dies ist ja ein ehrenwertes Operettenhaus! Theater im Hafen, Norderelbstr. 6, U Landungsbrücken. Di,

Theater im Hafen, Norderelbstr. 6, U Landungsbrücken. Di, Mi 18.30, Do, Fr 20, Sa 15 und 20, So 14 und 19 UhrDi, Do, Fr 20, Mi 18.30, Sa 15 und 20, So 14.30 und 19 Uhr König

König der Löwen Der Dauerbrenner im Theater im Hafen: Dank der Musik von Elton John und perfekter Disney-Inszenierung läuft das Ethno-Tier-Musical noch immer im „Ewigen Kreis“

Sonntag 1 Party 19.00 Indra Sängerknaben & Sire- nen. Songwriter präsentieren ihre Musik 19.00

Sonntag

1

Party

19.00

Indra Sängerknaben & Sire- nen. Songwriter präsentieren ihre Musik

19.00

Lesbenverein Intervention Halloweenparty. Mit gruseligem Kochen,Tanzen und Übernachten

22.00

Wunderbar Reste finden

Kultur

11.00

Hamburger Kunsthalle Hamburger Ansichten. Maler sehen die Stadt. Öffentliche Führung

11.00

Deutsches Schauspiel- haus Gustaf Gründgens zum 110. Geburtstag. Charity-Mati- nee: Vortrag desTheaterwis- senschaftlers Manfred Braun- eck, Szenen aus dem Faust- Film, Zeitzeugen erinnern sich und Songs, die Gründgens gesungen hat

14.00

U-Bahnhof St. Pauli (U3) Der Ledermann auf St. Pauli. Stadtteilrundgang zum Leben von Hans Eppendorfer

15.00

Hamburger Engelsaal Komm ein bißchen mit nach Italien. Heitere Musikrevue der großen, alten Zeit des deutschen Schlagers

17.00

B-Movie Der Ledermann auf St. Pauli. Suche nach Leben – Das Leben Hans Eppendorfers. Film von Peter Kern

19.00

Hamburger Kammer- spiele Ich mach ja doch, was ich will. Die Lebensgeschichte der Charlotte von Mahlsdorf als

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Narrenkäfig

Der Komödienklassiker „Ein Käfig voller Narren“ erweist sich als überraschend zeitlos: Ein schwules Paar zieht liebevoll einen Sohn groß. Regenbogenfamilien sind seit den 70ern ein spannendes The- ma für gute Unterhaltung – vor allem, wenn die Schwiegertochter in spe ihren erzkonservativen Vater mitbringt. Recht- zeitig zur Vorweihnachtszeit inszenieren die Fliegenden Bauten die fröhliche Familienkomödie in der Musicalfassung von Jerry Herman und Harvey Fierstein.

3.-8./11.-13./17./18./22.11., Di-Sa 20 Uhr, So 19 Uhr, Fliegende Bauten www.fliegende-bauten.de

 

Theater von Doug Wright. Mit Dominique Horwitz

19.00

Docks Lily Allen. Konzert

19.30

Hamburger Engelsaal Einmal so wie ABBA sein. Ein amüsanter schwedischer Liederabend

19.30

Planetarium Dark Side of the Moon. Performance mit Bil- dern, 3-D-Welten und Laseref- fekten in Echtzeit als Ausflug ins Universum von Pink Floyd

20.30

Thalia Theater Jackie. Ein Prinzessinnendrama. Jackie Onassis: Glamour und Glanz von weiblichen Superstars im

20. Jhd. Von Elfriede Jelinek

Lust

weiblichen Superstars im 20. Jhd. Von Elfriede Jelinek Lust 18.00 Slut Club Cocksucker Club. Einlass 18-20

18.00

Slut Club Cocksucker Club.

Einlass 18-20 Uhr. Dresscode:

Nackt. (Ab 22 Uhr Barbetrieb)

19.00

Strictly Men FFisten mit Klasse

Community

18.00

Basisgemeinde MCC

Gottesdienst

Sonstiges

09.00

Frauencafé endlich Frühstücksbuffet. Bis 14 Uhr

TV

06.00

Sat.1 Kommissar Rex:Tödliche Verführung (Serie, D ‘94) WDR KölnerTreff (Talk, D ‘09) 3sat Ludwig II. –Tod des Märchenkönigs (Doku., D ‘04) Das Erste Lindenstraße: Steffi (Serie, D ‘09)

08.05

13.30

18.50

19.10

3sat Mythos Marlene – Die Dietrich und das „Dritte Reich“ (Dokumentation, D ‘01)

21.40

Comedy Central Little Britain USA (1) (Comedy, USA ‘08)

22.55

ZDF Theaterkanal Tracks (Magazin, D ‘09)

00.00

Timm Das Kondom des

Grauens (Komödie, D ‘96)

01.30

3sat Die ZDF-Kultnacht – Hildegard Knef (Musik, D ‘03)

01.30

Comedy Central The IT

Crowd: Der Betriebsausflug (Comedy, GB ‘06-’08)

03.00

Timm Im Himmel ist die Hölle los (Spielfilm, D ‘84)

Montag

2

Party

17.00

Generation Bar Happy Hour. Jeder Cocktail für 4,70

21.00

Strictly Men SmallTalk & More

22.00

Wunderbar „Ficken“ Zwei Euro. Start in die Woche

Kultur

20.00

Schmidt Theater Hidden Shakespeare. Improvisations- theater. Das Publikum liefert die Stichworte

Lust

19.00

Dragon Sauna Kostenloses Pastabuffett (bis 21 Uhr)

Community

 

10.00

Kleiner Saal Offenes Frühstück der Aids-Seelsorge

18.00

Lesbenverein Intervention

Offener Ü-20Treff

19.00

MHC Die Kunstgruppe. Florian 42913755

19.00

MHC Schwulenberatung. 2790069 (bis 21 Uhr)

19.00

Aids-Hilfe Selbsthilfegruppe „Schwul und Positiv“

19.30

MHC Gruppe für Schwule und Lesben mit Kinderwunsch

19.30

MHC Schola Cantorosa.

Männerchorprobe

19.30

MHC-Café Montagstreff.

Freizeitgruppe für Schwule ab 30. Constantin 55583694

19.30

MHC Selbsthilfegruppe schwuler Alkoholiker

19.30

MHC-Café Schachgruppe

20.00

Oase Leder Positiv. Offener Stammtisch für Schwule aus der Lederszene

TV

21.15

NDR Tatort: Der doppelte Lott (Krimi, D ‘05) 3sat Gero von Boehm begegnet: Wolfgang Joop (Porträt, D ‘09) ZDF Theaterkanal Basquiat (Spielfilm, USA ‘96)

22.25

22.55

Dienstag

3

Party

17.00

Generation Bar Happy Hour. Jeder Cocktail für 4,70Strictly Men SmallTalk & More Wunderbar Zauberhaft. Selten. Schön. Blond

21.00

22.00

Kultur

19.30

Komödie Winterhuder Fährhaus SechsTanzstunden in sechs Wochen. Komödie von Richard Alfieri über eine Süd- staatenwitwe in Florida und einen schwulenTanzlehrer aus New York

20.00

Fliegende Bauten Ein Käfig voller Narren. Musical von Harvey Fierstein

20.00

Schmidt Theater Schmidt in

Love. Eine Revue mit Liebe

20.00

Kampnagel A Mary Wigman Dance Evening. Rekonstruktion einesTanzabend von Mary Wig- man aus ihrer Nordamerika- tournee der 1930er. Von Fabian

Barba

Lust

13.00

Dragon Sauna Single-Tag

Community

 

10.00

Ambulanzzentrum UKE Regenbogencafé. Frühstück der Aids-Seelsorge Lesbenverein Intervention Offener Junglesbentreff (bis 20 Uhr) Frauencafé endlich Lesben über 40 Frauencafé endlich Motorradstammtisch. Für interessierte Frauen. Martina 69088252

16.00

18.30

19.00

Für interessierte Frauen. Martina ✆ 69088252 16.00 18.30 19.00 46 46 hinnerk 11/09

programm@hinnerk.de

44
44

Kathedertheater

Die Uni-Vorlesungen der Arbeitsgruppe Queer Studies stechen aus dem Wis- senschaftsalltag hervor. Meist wegen ihrer ungewöhnlichen Themen, manch- mal auch wegen des ungewöhnlichen Vortragsstils der geladenen Fachleute. Am 4. November spricht Bridge Mark- land. Ihr Vortrag heißt „Mein Leben, meine Verwandlungen“. Man darf an- nehmen, dass die Verwandlungskünst- lerin dabei nicht stoisch am Rednerpult kleben wird. Das ganze Programm der wöchentlichen Vorlesungsreihe „Jen- seits der Geschlechtergrenzen“ findet sich unter http://agqueerstudies.de.

4.11., 19 Uhr, Raum 0079, WiWi-Bunker, Universität, www.bridge-markland.de

20.00

MHC Gayandgray. Gruppen- treff für Schwule über 40

Sonstiges

 

16.00

Hein&Fiete Anonyme HIV- Testsprechstunde (bis 18 Uhr)

TV

20.15

Sat.1 All you need is love ? Meine Schwiegertochter ist ein Mann (Spielfilm, D ‘09)

01.20

RTL 2 Exklusiv – Die Repor- tage: Unternehmen Erotik – Wenn die ganze Familie swingt (Reportage, D ‘93-‘09)

05.20

RTL 2 Hallo Holly: Zeit für die Wahrheit (Sitcom, USA ‘02-‘06)

Mittwoch

4

Party

17.00

Generation Bar Happy Hour. Jeder Cocktail für 4,70

20.00

Slut Club Cheap and sexy wednesday. Halbe Getränke- preise bis 23 Uhr. Kein dresscode

22.00

Wunderbar Salute Ragazzi!

23.00

Kir Love Pop. Schwul-lesbische Party mit DJ Sven Enzelmann (Pop, Charts, Black, Indiepop und Rock)

Kultur

11.00

Streits Kino Chéri – Eine Komödie der Eitelkeiten. Liebesgeschichte im Konkubi- nenmilieu des Paris der Jahrhundertwende. U.a. mit Michelle Pfeiffer (GB/D ‘09)

19.00

Schmidt Theater Schmidt in Love. Eine Revue mit Liebe

19.30

Komödie Winterhuder Fährhaus SechsTanzstunden in sechs Wochen. Komödie von Richard Alfieri über eine Süd- staatenwitwe in Florida und einen schwulenTanzlehrer aus New York

19.30

Hamburgische Staatsoper Die kleine Meerjungfrau. Ballett von John Neumeier frei nach Hans Christian Andersen

20.00

Fliegende Bauten Ein Käfig voller Narren. Musical von Harvey Fierstein

20.00

Hamburger Kammer- spiele Alte Freunde.Theater- stück von Maria Goos über die Abgründe der Freundschaften von vier Männern.

20.00

Kampnagel A Mary Wigman Dance Evening. Rekonstruktion einesTanzabend von Mary Wigman aus ihrer Nordameri- katournee der 1930er. Von Fabian Barba

20.00

Grünspan Aviv Geffen. Konzert

20.00

Heymann in der Axel- Springer-Passage Eine Entdeckungsreise in die Welt der Oper. „Die Ohren wollen Klänge, die Herzen mitgerissen werden“. Ingo Metzmacher berichtet von seiner Liebe zum Musiktheater. Lesung und Gespräch

21.00

Planetarium The Cosmic Wall. A Monument to Pink Floyd unter der Sternenkuppel in 360- Grad-Multimedia- Choreographie

Lust

13.00

Dragon Sauna 40 up. Ermäßigter Eintritt für

Gäste über 40

 
40 up. Ermäßigter Eintritt für Gäste über 40   20.00 Sexplosion   Horny! Underwear-Party 20.00

20.00

Sexplosion

 

Horny! Underwear-Party

20.00

Strictly Men Sex-Party. Oben oder unten ohne

Community

 

11.00

Aids-Hilfe Regenbogen- Kantine. Kochen und Essen in Gemeinschaft (mit Voranmel- dung, bis 13 Uhr). NachTisch – Nachmittagstreff. Unterneh- mungen nach Lust, Laune und Wetterlage

17.00

MHC Lesbenberatung.

 

2790049 (bis 19 Uhr)

18.30

MHC Dancing Deerns. Susanne (0172) 4167069

19.00

MHC Schwulenberatung.

2790069 (bis 21 Uhr)

19.00

Cafee mit Herz Spieltreff für Menschen mit HIV und Aids

19.30

MHC-Café FrauenLesben-Stammtisch

Sonstiges

 

19.00

Universität Wiwi-Bunker (Raum 0079) AG Queer Studies. Bridge Markland – mein Leben und meine Verwandlungen. Ein Vortrag mit Performance Tanzsalon Schwullesbischer Standardtanz. Infos bei Eike.

20.00

30036686

TV

16.35

Kabel1 Two and a Half Men:

20.15

Pamela und Purzelchen (Sitcom, USA ‘04) ProSieben Desperate Housewives: Verhandlungs- sache (Serie, USA ‘09) EinsFestival It‘s Showtime! Judy Garland in EinsFestival. The Concert Years (Dokumentation, USA ‘85)

21.55

Donnerstag

5

Party

 

19.00

Bellini Gay Stammtisch

21.00

Generation Bar Blond am Donnerstag

 

21.00

Strictly Men SmallTalk & More

22.00

Wunderbar Schrill, schräg und sexy

Kultur

 

18.00

Harburger Rathaus Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919-1969. Ausstel- lungseröffnung mit Referat von Ulf Bollmann. Musikalische Begleitung: Schola Cantorosa (Ausstellung bis 19.11.)

19.15

Planetarium Voices in the Dark. Magisches audiovisuelles Universum

19.30

Komödie Winterhuder Fährhaus SechsTanzstunden in sechs Wochen. Komödie von Richard Alfieri über eine Süd-

19.30

staatenwitwe in Florida und einen schwulenTanzlehrer aus New York Kampnagel

20.00

No Step Without Movement. Tanzkongress. Bis 8.11. viel- fältige Veranstaltungen zum Thema Tanz. Programminfos s. www.tanzkongress.de Hamburger Kammer-

20.00

spiele Alte Freunde.Theater- stück von Maria Goos über die Abgründe der Freundschaften von vier Männern. Cafe Keese Quatsch Comedy

20.00

Club. Club-Mix Fliegende Bauten

20.00

Ein Käfig voller Narren. Musical von Harvey Fierstein Schmidt Theater Schmidt in Love. Eine Revue mit Liebe

20.00

Kulturhaus III&70 Rushadub. „Mach dein Späng- chen ins Haar und begieß dich mit Honig“. Sofamusik aus Wien und anderswo mit Downtempo,Trip Hop und

20.30

Dopebeats Planetarium Dark Side of the Moon. Performance mit Bildern, 3-D-Welten und Laser-

Lust

TV

effekten in Echtzeit als Ausflug ins Universum von Pink Floyd

13.00

Dragon Sauna Mix-Tag.

20.00

Wellness und Erotik für gay, bi, hetero und Paare (bis 24 Uhr) Slut Club Sleazy and Easy. Naked Sex-Party bis 0 Uhr (Einlass 20-22 Uhr, ab 0 Uhr Barbetrieb)

Community

16.30

Lesbenverein Intervention

18.00

Das Lesbentreff-Café MHC Lesbenberatung.

19.00

2790049 (bis 19 Uhr) MHC Transliebchen.

19.00

Gesprächsgruppe für Partner/ innen vonTrans-Menschen Café Leben Süd-Gays.

19.30

Harburger Freizeitgruppe Café Gnosa Stammtisch schwuler Lehrer

19.30

MHC Kulturbeutel. Schwule Theatergruppe

20.00

MHC Leichter werden. Offene Gruppe für queere Frauen zu Ernährungstipps und Fitness

Sonstiges

16.00 Hein&Fiete Anonyme HIV- Testsprechstunde (bis 18 Uhr)

11.40

Vox Die Nanny: Entzweite Trauergemeinde (Sitcom, USA

‘93-‘99)

16.00

RTL 2 Hinterm Sofa an der Front: Alles nervt (Sitcom, USA

‘05-‘07)

16.30

EinsFestival Legenden:

Hildegard Knef (Doku., D ‘05)

20.15

EinsFestival French and Saunders (15/39) (Serie, OmU, GB ‘87-‘04) 16/39 um 20.45 Uhr

21.00

ZDFneo Ein Date fürs Leben (Fersehfilm, D ‘09)

22.35

MDR Horizonte: Das Leben, die Liebe und derTod - Zwei Nonnen begleiten Aids-Kranke (Dokumentation, D ‘08)

00.05

HR In & Out – Rosa wie die Liebe (Spielfilm, USA ‘97)

hinnerk Programm
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Rosa wie die Liebe (Spielfilm, USA ‘97) hinnerk Programm Programmadressen Seite 56 • Programm Norddeutschland:
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City Süd Wendenstraße 274–278 20537 Hamburg Telefon: 040/25 17 24-0

Wandsbek Stormarner Straße 26 22049 Hamburg Telefon: 040/68 33 44

274–278 20537 Hamburg Telefon: 040/25 17 24-0 Wandsbek Stormarner Straße 26 22049 Hamburg Telefon: 040/68 33
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Fußballwelt

Zum fünften Mal treten schwule Fuß- ballteams aus ganz Europa an, um die Hamburger Startschuss Masters zu ge- winnen. PAN Fodbold aus Kopenhagen (Foto) verteidigt den Titel. Das dürfte bei Gegnern wie den mehrmaligen Homo- Fußballweltmeistern Cream Team Colog- ne und Vorspiel Berlin nicht leicht fallen. Im Anschluss an das Turnier empfängt Bürgerschaftsabgeordneter Farid Müller (GAL) die Sportler im Rathaus. Dort wird auch der Wanderpokal an die strahlenden Sieger überreicht. Zuschauer sind in der Öjendorfer Soccerworld herzlich will- kommen.

7.11., 12-16.30 Uhr, Soccerworld, Sportpark Öjendorf, www.startschuss-masters.de

Sportpark Öjendorf, www.startschuss-masters.de 23.00 H1 Unique Russian Room. Neue Partyreihe für

23.00 H1 Unique Russian Room. Neue Partyreihe für Schwule, Lesben,Transsexuelle und Heteros. Mit DJs Dajimm und Jerome Jerkins. Mit Dance-, Music- und Showacts

Kultur

19.30

Hamburger Engelsaal Die Haifischbar. Die Legende lebt – Folge 2

19.30

Komödie Winterhuder Fährhaus SechsTanzstunden in sechs Wochen. Komödie von Richard Alfieri über eine Süd- staatenwitwe in Florida und einen schwulenTanzlehrer aus New York

20.00

Hamburger Kammer- spiele Alte Freunde.Theater- stück von Maria Goos über die Abgründe der Freundschaften von vier Männern.

20.00

Cafe Keese Quatsch Comedy Club. Club-Mix

20.00

Fliegende Bauten

360-Grad-Multimedia-

20.00

Ein Käfig voller Narren. Musical von Harvey Fierstein Schmidt Theater

20.00

Das Geheimnis der Irma Vep. Trashige Persiflage auf die Kinothriller der Schwarz-Weiß- Zeit mit Corny Littmann und Bernhard Hofmann Kampnagel A Mary Wigman

20.00

Dance Evening. Rekonstruktion einesTanzabend von Mary Wigman aus ihrer Nordameri- katournee der 1930er. Von Fabian Barba Planetarium Dark Side of the

20.00

Moon. Performance mit Bil- dern, 3-D-Welten und Laseref- fekten in Echtzeit als Ausflug ins Universum von Pink Floyd Grünspan Chris Corner alias

21.15

IAMX. Konzert Planetarium The Cosmic

Wall. A Monument to Pink Floyd unter der Sternenkuppel in

Choreographie

22.30

Planetarium Deep Space Night 3.1. Die Begegnung der Dritten Art. Mit Astronauten, Sternen und Space Rock

00.00

Schmidts Tivoli Kay Ray Late Night

Lust

13.00

Dragon Sauna Partnertag

Late Night Lust 13.00 Dragon Sauna Partnertag 20.00 Sexplosion Nackt! Naked-Sex-Party Community

20.00

Sexplosion

Nackt! Naked-Sex-Party

Community

 

11.00

Kleiner Saal Veteranentreffen. Frühstück der Aids-Seelsorge für langzeit- positive Männer