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Testmagazin

Testmagazin Drei Richtige S. 54 • Neue Monacor-Subwoofermodule im Test • 300 Watt Dauerleistung für 190

Drei Richtige S. 54

Neue Monacor-Subwoofermodule im Test

300 Watt Dauerleistung für 190 Euro

Neue Treiber imTest S. 56

K10607
K10607

Neuer Beryllium-Top-Hochtöner von Scan-Speak

Erstaunlicher Ovalbass von Tang Band

4,50 Deutschland · 4,70 Ausland · CHF 8,80 · PLZ 30,80 · DKK 39 · SEK 62

1/2013 Dezember/Jamuar

1 2013 Dezember/Januar

VomSchaltbild zur Frequenzweiche
VomSchaltbild zur
Frequenzweiche

Spule, Kondensator & Co. – so baut man daraus Frequenzweichen

Optimale Signalführung durch überlegte Bauteileanordnung

Exzellente klangliche Ergebnisse durch minimale Übergangswiderstände

S. 26

große Praxisdoku
große
Praxisdoku
Zwei Wege, maximaler Druck S. 12 94 dB • Rückgeladenes Horn mit bezahlbarem PA-Mitteltöner •
Zwei Wege,
maximaler Druck
S. 12
94 dB
• Rückgeladenes Horn mit bezahlbarem PA-Mitteltöner
• Satte 94 Dezibel Wirkungsgrad
• Ultradynamischer, aber trotzdem ausgewogener Klang
Vettern-FAST auf den Stand gebracht
• Dritte Inkarnation eines Lautsprecher-Klassikers
• Atemberaubend tiefer Bass mit Unterhang-Tieftöner
• Toller Mittelhochtonbereich mit dem legendären BB3.01 S. 42
Überraschung aus Israel S. 18
• Extrem breitbandiger Mitteltöner als Fullrange-Wandler eingesetzt
• Gehäuse mit Design-Ambitionen
• Sehr präzises Klangbild mit toller Räumlichkeit
Hoch hinaus S. 36
Röhrentauglich
• Besonders schlanke Standbox
• Ungewöhnliche Kombination: zwei Breitbänder, eine Kalotte
• Brillantes Klangbild, exzellentes Rundstrahlverhalten
75 Euro? Das reicht S. 60
Macht doch, was ihr wollt S. 22
• Cheap Trick mit besonders günstigen Monacor-Treibern
• Ein Gehäuse, ein Filter, zwei Tieftöner zur Auswahl
• Voller Bass durch Transmissionline-Gehäuse
• Anspringendes Klangbild durch Breitbänder mit Bassunterstützung

Angenehme Abstimmung fürs lange Musikhören

Spätere Umrüstung auf anderen Breitbänder möglich

Bits mit Groove

eins

null

Bits mit Groove eins null Jetzt am Kiosk

Jetzt am Kiosk

KLANG+TON

3

Editorial

KLANG+TON 3 Editorial Ab- und Zugänge B eginnen wir den Jahrgang 2013 mit einer we- niger

Ab- und Zugänge

B eginnen wir den Jahrgang 2013 mit einer we- niger erfreulichen Meldung: Wir tragen un-

ser Referenzprojekt „Proxima“ hiermit zu Grabe. Thiel/Accuton hat seine Treiber zurückgefordert, weil der Hersteller nicht mehr an ein glückliches Ende für die Konstruktion glaubt. Das ist ver-

ständlich und völlig okay, immerhin sind seit dem Startschuss für die Box mittlerweile anderthalb Jahre ins Land gegangen. Ob’s eine Möglichkeit gegeben hätte, das gute Stück doch noch zu vollenden? Ich denke schon, aber bei unseren personalbedingten Zeitproblemen der jün- geren Vergangenheit gab’s einfach keine Möglichkeit, die Entwicklung mit der nötigen Konsequenz abzuschließen. Niemand bedauert die Entwicklung mehr als ich, habe ich doch Unmengen von Zeit und Schweiß in den Aufbau gesteckt, und reichlich Material- und Werkzeugkosten hat das Ding auch produziert. Wenn ich allein daran denke, wie viele Stunden die CNC-Maschine in der Werkstatt Teile für den Sand- wich-Aufbau des Bassgehäuses gefräst hat und wie lange ich Sandfüllungen festgeklopft habe; alles vertane Zeit – vom zweifellos vorhandenen Lerneffekt einmal abgesehen. Schade drum – aber es hat nicht sollen sein. Verschiedentlich wurde ich gebeten, dann doch wenigstens das Scheitern des Projektes in Form eines Artikels zu dokumentieren. Das wäre dann von Sinn geprägt gewesen, wenn’s wirklich handfeste technische Gründe dafür gegeben hätte. Das trifft aber den Kern der Sache nicht: Ein so großes Ensemble von Hartmembrantreibern ist einfach nicht trivial zu beschalten. Die Optimie- rung der Filterarchitektur ist in diesem Falle eine besonders langwierige Sache und … siehe oben. Thiel-Treiber sind halt die Formel 1 des Lautsprecherbaus, und wer damit Erfolg haben will, der muss bereit sein, den entsprechenden Aufwand zu treiben. Selbstverständlich ist das nicht das Ende unserer Bemühungen, einen wirk- lich „ernsten“ Lautsprecher auf die Beine zu stellen. Die Notwendigkeit für einen solchen wird derzeit eher größer als kleiner, von daher werden wir uns dazu sicherlich etwas Neues einfallen lassen. Erleichternd kommt dies- bezüglich hinzu, dass unsere Personalsituation in Entspannung begriffen ist:

Holger Barske, Chefredakteur

Dieser Tage hat der neue Kollege angefangen, und sobald der im Sattel sitzt, haben wir auch wieder Luft für Projekte des etwas aufwendigeren Art. Der Neue heißt übrigens Philipp Busch, senkt den Altersdurschnitt der Redaktion merklich und ist sein halbes Leben lang KLANG+TON-Leser. Allen Bewerbern, die es nicht nach Duisburg geschafft haben, möchte ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für die teilweise äußerst originellen Vor- stellungen aussprechen. Zwischen all den verheißungsvollen Kandidaten aus- zuwählen, war keine leichte Sache. Von daher sollten Sie sich nicht grämen, wenn wir Sie nicht eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark.

eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark. E-Mail: klangundton@brieden.de KLANG+TON 1/2013

E-Mail: klangundton@brieden.de

KLANG+TON 1/2013

eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark. E-Mail: klangundton@brieden.de KLANG+TON 1/2013
eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark. E-Mail: klangundton@brieden.de KLANG+TON 1/2013

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eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark. E-Mail: klangundton@brieden.de KLANG+TON 1/2013

eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark. E-Mail: klangundton@brieden.de KLANG+TON 1/2013

eingeladen haben – die Konkurrenz war einfach ausge- sprochen stark. E-Mail: klangundton@brieden.de KLANG+TON 1/2013

KLANG+TON

Inhalt 4 K+T-Projekt: Klang+Ton DeltaHorn Backloaded Horn mit PA-Treibern von Eminence und BMS Seite 12
Inhalt
4
K+T-Projekt: Klang+Ton DeltaHorn
Backloaded Horn mit PA-Treibern von Eminence und BMS Seite 12

Bausatztest: ELTIM Supreme 614 „Solo“

Seite 18

Exklusive Breitband-Standbox mit Morel-Hightech-Chassis

18 Exklusive Breitband-Standbox mit Morel-Hightech-Chassis Bausatzest: Blue Planet Acoustic Vettern FAST MkIII

Bausatzest: Blue Planet Acoustic Vettern FAST MkIII

Neuauflage des legendären FAST

mit Tang Band und Omnes

Seite 42

Service: Frequenzweichen

Planung und Aufbau von Frequenzweichen

Seite 26

K+T-Projekt: Klang+Ton Odo

Zwei FAST-Systeme mit dem Visaton B80

 

Inhalt

5

 

Themen

 

Seite 22

K+T-Projekt: Klang+Ton DeltaHorn

12

Backloaded Horn mit PA-Treibern von Eminence und BMS

Bausatztest: ELTIM Supreme 614 „Solo“

18

Exklusive Breitband-Standbox mit Morel-Hightech-Chassis

K+T-Projekt: Klang+Ton Odo

22

Zwei FAST-Systeme mit dem Visaton B80

Service: Frequenzweichen

26

Planung und Aufbau von Frequenzweichen

Bausatzest: Open Air Referenz 2

32

Kompakte Box mit Visaton AL130 und Vifa Ringradiator

Bausatzest: Lautsprechershop Beni

36

Elegante schmale Standbox mit Markaudio und Wavecor

Bausatzest: Lautsprechershop Beni Elegante schmale Standbox mit Markaudio und Wavecor Seite 36
Bausatzest: Lautsprechershop Beni
Elegante schmale Standbox mit Markaudio und Wavecor Seite 36

Bausatzest: Blue Planet Acoustic Vettern FAST MkIII 42 Neuauflage des legendären FAST mit Tang Band und Omnes

 

Techniktest: Monacor Subwoofermodule

54

Drei neue SAM-Module auf dem Prüfstand

Einzelchassistest

56

Subwoofer von Audaphon und Tang Band, Scan-Speak-Berylliumkalotte

Cheap Trick 264

60

Treansmissionline mit günstigen Monacor-Chassis

Rubriken

 
 

Editorial

3

Inhalt

4

Leserforum

6

Magazin

8

Neues vom Bausatzmarkt

Händlermarkt

47

Die gute Adresse

Nachbestellung älterer Hefte

64

Impressum / Inserentenverzeichnis / Vertriebsadressen

65

Vorschau

66

Elegante Kompaktbox mit Visatons kleinem Koax
Elegante Kompaktbox mit Visatons kleinem Koax
Elegante Kompaktbox mit Visatons kleinem Koax Schönen guten Tag. Ich habe in Ausgabe 2/12 Ihrer Zeitschrift

Schönen guten Tag.

Ich habe in Ausgabe 2/12 Ihrer Zeitschrift entdeckt, dass einer Ihrer Leser, Herr Graßhoff eine Kompaktbox mit dem Visaton HX10 gebaut hat. Könnten Sie mir die Mail-Adresse des Lesers geben, da ich einige Fragen und Anregungen zu seinem Projekt habe. Zusätzlich habe ich noch die Sorge, dass das Chassis meine Erwartungen nicht erfüllen kann. Bis- her habe ich im Stereobetrieb zwei BK 168 KH von Art of Sound Saarbrücken laufen, welche meiner Dame allerdings zu groß sind. Das Ziel ist, ein Heimkino mit audiophilem Klang in kompakt auf- zubauen. Denken Sie, dass dieses Ziel mit dem Chassis erreicht werden kann?

Grüße, Philipp Gröbel

Hallo Herr Gröbel, Ihre Anfrage haben wir weitergeleitet. Der HX10 ist sogar hervorragend zum Aufbau eines Heimkinos geeignet – die Chassis müssen eigentlich nur in passende Gehäuse geschraubt werden, und man ist eigentlich schon am Ziel – selbst die Problematik der korrekten Aufstellung des Centers entfällt. Vergleichbar mit Ihren momentanen Hornlautsprechern werden sie aufgrund der völlig unterschiedlichen Konzepte nicht sein.

Sehr geehrte Herren!

Ihre Anleitung über den praktischen Auf- bau einer Weiche kommt wie gewünscht! Könnten Sie bitte auch darauf eingehen, ob Crimpen anstelle von Löten die glei- che Qualität ergibt und praktisch auch realisierbar ist. (Kommt man für kür- zeste Verbindungen mit der Zange dicht genug heran und geht das überhaupt bei den verschiedenen Weichenbauteilen?) Ich habe die exzellente Crimpzange von WBT. Es wird ja behauptet, dass Crim-

KLANG+TON

6

Leserbriefe

pen wie „Kaltschweißen” sei, die Materi- alien quasi ineinander fließen. Vielen Dank im Voraus mit freundlichem Gruß Alois Herzog

Hallo Herr Herzog! Mit dem WBT-Set sind Sie natürlich prompt beim stärksten Verfechter des Crimpens gelandet – und das sicher zu Recht. Wenn man sich am oberen Ende des Machbaren bewegen will, dann sind gecrimpte Verbindungen erste Wahl: Die Übergangswiderstände sind niedriger als beim Löten und man erspart dem Strom zwei Materialübergänge. Von daher findet ein solches Vorgehen bedingungslos unsere Zustimmung, enthebt sich aber sicherlich dessen, was der normale Boxenbauer zu investieren bereit ist – immerhin braucht‘s dafür auch penibel gesäuberte Kontakt- ächen und zusätzliche Crimphülsen, die auch bezahlt werden wollen.

zusätzliche Crimphülsen, die auch bezahlt werden wollen. Hallo K+T-Redaktion Es gibt von Visaton die Pentaton –

Hallo K+T-Redaktion

Es gibt von Visaton die Pentaton – ich möchte gerne statt des Breitbänders B 200 ein Mitteltonhorn mit dem Treiber DR 45 (aus der MONITOR 890 MK) ver- wenden. Den Hochtöner TL 16 H würde ich gerne zentral in das Mitteltonhorn „hängen“. Die Breite des Hornes sollte nicht größer sein, als die Pentaton selbst, in der Höhe bin ich flexibel. Ist bei dem Ganzen eher ein klangliches Disaster zu erwarten, oder kann man einen Ver- such wagen? Die Chassis sind aus vielen Vorprojekten vorhanden – mein Plan ist nicht, sie zu verbauen, weil sie da sind. Ich möchte sie verbauen, weil ich die Hörner gerne hören mag, allerdings habe ich nach Umbauten zu Hause ein Pro- blem mit der Breite der Hörner. Die Wei- che ist aktiv und an die Hörner, so wie sie von Visaton angeboten werden ange- passt. Wenn es gehen sollte, könntet Ihr mir den Hornverlauf ermitteln, und was würde so etwas kosten? Gerne würde ich als Gegenleistung Euch, oder dem einen oder anderen Leser bei Oberflächenbe- handlungen Tipps geben, naja, bei Euch ist ja ohnehin bestimmt jemand vom Fach, da bedarf es eher weniger Tipps denke ich, aber vielleicht ja doch.

Handwerkliche Grüße & vielen Dank für eine Antwort Jörn Göppert

Auch in seinem gefühlt hundertsten Bauvorschlag ein echter Volltreffer: Der Visaton BG20. Nur die Fullrange-Box fehlt noch im Sortiment.

Visaton BG20. Nur die Fullrange-Box fehlt noch im Sortiment. Hallo liebes K+T Team, ich sitze gerade

Hallo liebes K+T Team,

ich sitze gerade an der Entwicklung eines Bauvorschlages für den Visaton BG20. Das Ganze wird eine schriftliche Fachar- beit werden, welche ich zum Abschluss meiner Fachschulausbildung auch vertei- digen muss. Aktueller Stand ist, dass der BG20 in ca. 50 l Bassreflex laufen wird und mit lediglich 2 Sperrkreisen auskommt. Das Besondere an der Sache ist die rela- tiv große Schallwand mit einer Fläche von 45 cm x 105 cm, daraus ergibt sich dann auch ein relativ flaches Gehäuse. Jetzt aber zu meinem Problem. Der Schwirrkonus des BG20 macht bekannt- lich immer etwas Schweinereien. Ihr habt ihn ja auch des Öfteren entfernt, und mich würde interessieren, ob Ihr Vorher-Nachher-Messungen habt und sie mir evtl. zur Verfügung stellen wür- det? Interessant wäre vor allem Klirr und Wasserfall, weil ich aktuell noch nicht in der Lage bin, dies selbst zu messen. Falls dies alles schon in einer eurer Zeit- schriften veröffentlicht ist, wäre ich auch dankbar, wenn Ihr mir sagen würdet, in welcher.

MFG, Michael Klimaschewski

Hallo Michael, wir freuen uns darüber, dass es immer wie- der Nachwuchs in den Reihen der Selbst- bauer gibt, umso mehr, wenn jemand so richtig ernsthaft in das Thema einsteigt. Und dass Du Dich auch noch mit einem unserer absoluten Lieblings-Chassis be- fasst, ist natürlich die Krönung. Bei zwei Sperrkreisen sind wir noch nicht ange- kommen – tatsächlich stellt der BG20 in Sachen Fullrange-Wiedergabe eine echte Herausforderung dar. Natürlich sind wir auf das Ergebnis ge- spannt und könnten uns sogar vorstellen, dieses auf unserer Webseite zu veröffent- lichen. Sämtliche Messungen, die wir von unseren BG20-Variationen haben, stellen wir sehr gerne zur Verfügung.

Hallo Herr Göppert, also: So ein Horn ist natürlich berechen- bar, allerdings dann auch nur nach Kon- turliste – wie der Frequenzgang dann mit dem speziellen Treiber aussieht, ist eher schwer zu simulieren. Einen Versuch wür- de ich dennoch wagen, aber in erster In- stanz erst mal mit einem gekauften Kunst- stoffteil – ich denke da vor allem an das gute alte „Arschbackenhorn“ von JBL, das es als Nachbau von P-Audio bei Intertech- nik gibt. Nur bringt man da natürlich kei- nen TL 16 H mehr koaxial unter. Gut und bezahlbar sind auch MRH 162 oder 200 von Monacor, Letzteres entspricht vom Abstrahlwinkel auch sehr gut dem Visaton M 300. Ein hochkant gestelltes Horn funktioniert irgendwie auch, klingt aber in meiner Erfahrung eher schlechter und macht auch mehr Probleme in Sachen Boden/Decken-Reflexion. Extrem günstig wird es mit einem Dayton-Waveguide – und das ist etwas, das man später auch sehr gut in Holz geschichtet nachbauen kann. Wo die Trennfrequenz zum Horn ge- nau liegt, sollte beim breitbandigen BG20 in der Pentaton keine große Rolle spielen.

BG20 in der Pentaton keine große Rolle spielen. Liebe KLANG+TON Redaktion, Seit Kurzem befasse ich mich

Liebe KLANG+TON Redaktion,

Seit Kurzem befasse ich mich mit der schönen und spannenden Welt von Klang und Ton. Durch einen Arbeitskol- legen bin ich auf Ihre Zeitschrift gesto- ßen, die mich sofort zum Basteln ange- regt hat. Nun zu meinem Anliegen: Ich habe Inte- resse daran, mir ein 5.1-System zu bauen. Mir ist der Schneewittchen-Bausatz aus der Zeitschrift vom 1/2009 in Gedanken geblieben. Dieser ist allerdings ein Stereo Bausatz, und ich bin vom Klangvermö- gen fasziniert! Wenn ich nun diesen Bau- satz erweitere, stellt sich mir die Frage, ob das überhaupt möglich ist? Wenn ja, was müsste ich verändern? Könnten Sie mir einen Schaltplan für den Center erstellen, oder ist dies nicht nötig? Ich würde mich über eine Antwort zu diesem Thema sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß, Helge Bünz

Leserbriefe

7

Hallo, natürlich können Sie die „Schneewittchen“ fünffach bauen und als Surroundset ein- setzen. Wenn Sie dazu einen oder mehrere Subwoofer (da fällt uns vom selben Ver- trieb so einiges ein) dazustellen, könnten Sie sogar erwägen, die Boxen geschlossen zu bauen, um die Belastbarkeit noch zu erhöhen. Im Sinne bester Klangqualität sollten Sie die Centerbox allerdings wie die anderen Lautsprecher stellen und nicht legen.

Auch im Heimkino eine hübsche und vor allem klangstarke Wahl:

Unser Schneewittchen

Gradient AXD-97-NF Gewebehochtöner für Enthusiasten HÖRSINNIG GUT MIT DEN BESTEN von www.intertechnik.de I.T.
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KLANG+TON

8

Magazin

KLANG+TON 8 Magazin Lautsprecherkurs Der Lautsprechershop Strassacker veranstaltet einen Kurs zum The- ma

Lautsprecherkurs

Der Lautsprechershop Strassacker veranstaltet einen Kurs zum The- ma Lautsprecherbau. Es werden drei verschiedene Projekte mit Mission, Markaudio und Wavecor zur Auswahl stehen, wobei die Bauteile für die Lautsprechergehäuse auf einer CNC-Fräse vorgefertigt werden; es wird um Details bei Verarbeitung und Verklebung gehen. Betreut wird der Work- shop von Daniel Gattig vom Lautsprechershop und von Norbert Reinhart von der Tischlerei Steffan. Stattfinden wird das Ganze bei der

Steffan GmbH, Königheimer Str. 57, 97941 Tauberbischofsheim.

Die Kosten liegen bei 99,- Euro zuzüglich Material und Box. Essen und Trinken stehen kostenlos zur Verfügung. Die Anmeldung erfolgt über den Lautsprechershop:

daniel@lautsprechershop.de · 0721 970 37 24

Ausstellung WOHNKULTUR: Weickstraße 21 97941 Tauberbischofsheim

Neuer Breitbänder von Monacor

Mit dem SPX-200WP erweitert Monacor sein Portfolio um ein 20-cm-Breitbandchassis. Der Treiber besitzt eine wetter- feste Membran mit einer Gummisicke und ist in einen Stahl- blechkorb eingefasst. Eine niedrige Resonanzfrequenz und praxistaugliche Parameter machen den Treiber zu einer guten Besetzung für geschlossene Gehäuse. Das Chassis hat einen zum Hochton hin leicht ansteigenden Frequenzgang, was ei- nen zusätzlichen Hochtöner überflüssig machen dürfte. Mit knapp 60 Euro ist der Treiber außerdem sehr erschwinglich und kommt damit sogar für den Mehrfacheinsatz infrage.

und kommt damit sogar für den Mehrfacheinsatz infrage. Monacor International · Zum Falsch 36 · 28307

Monacor International · Zum Falsch 36 · 28307 Bremen Telefon: 0421 48650 · Fax: 0421 488415 E-Mail: info@monacor.de · Internet: www.monacor.com

488415 E-Mail: info@monacor.de · Internet: www.monacor.com F a r b e n f r o h

Farbenfroh

Die Firma FPH-Akustik bietet ihre Akustik-Dämpfer jetzt auch in Glanz-Weiß an. Dadurch stehen dem Selbstbauer nun acht verschiedene Farbausführungen zur Verfügung, womit für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Da zu Beginn nur ein begrenztes Kontingent zur Verfügung stehen wird, lohnt sich ein schnelles Bestellen.

Kontakt: Fairplay HiFi · Adolf-Todt-Str. 14 · 65203 Wiesbaden Telefon 0611 5659333 E-Mail: info@fph-akustik.de · Internet: www.fph-akustik.de

Magazin

9

Magazin 9 Glanzvolles von SEAS Der norwegische Chassis-Hersteller SEAS p räsentiert einen neuen Hochtöner und einen

Glanzvolles von SEAS

Der norwegische Chassis-Hersteller SEAS präsentiert einen neuen Hochtöner und einen Bausatz mit neu entwickelter Mittel-/Hochtonkalotte. Der Bausatz „SEAS A26“ ist eine Neuauflage des Erfolgsmodells „Dynaco A25“ und kombiniert eine 35-mm- Kalotte mit einem 26-cm-Bass mit unbeschichteter Papiermembran. Der neue Hoch- töner T29D001 ist eine Weltpremiere. Es ist die erste Diamantkalotte aus dem Hause SEAS. Nach zehn Jahren Entwicklung präsentieren die Norweger einen Hochtöner der, abgesehen vom exklusiven Material, durch extravagante Optik und einen sehr ausgedehnten Frequenzgang besticht.

Optik und einen sehr ausgedehnten Frequenzgang besticht. I.T. Electronic · Europaring 28 · 50170 Kerpen Telefon:

I.T. Electronic · Europaring 28 · 50170 Kerpen Telefon: 02273 90840 · Fax 02273 908435 E-Mail: info@intertechnik.de · Internet: www.intertechnik.de

Mini-Speaker-Kit von Open Air

Mit dem Bausatz „Mini W 3 Reflex“ bietet der Hamburger Lautsprecher-Shop „Open Air“ einen äußerst kompakten, aber dennoch basstauglichen Lautsprecher. Laut Entwickler macht das verwendete Koaxi- alchassis von Tang Band einen zusätzlichen Subwoofer überflüssig. Dank des einfachen Aufbaus ist die vielseitig einsetzbare Box ideal für Anfänger geeignet, zumal der Preis mit 49 Euro pro Box als niedrig bezeichnet werden darf.

Open Air Loudspeaker · Rentzelstr. 34 · 20146 Hamburg Tel: 040 445810 · Fax: 040 4107812 · www.openair-speaker.de

040 445810 · Fax: 040 4107812 · www.openair-speaker.de Evolution bei Mundorf Der Kölner Bauteilespezialist Mundorf
040 445810 · Fax: 040 4107812 · www.openair-speaker.de Evolution bei Mundorf Der Kölner Bauteilespezialist Mundorf

Evolution bei Mundorf

Der Kölner Bauteilespezialist Mundorf präsentiert mit dem MCap EVO einen neuen Folienkondensator. Der Unter- schied zu den bewährten MCaps steckt hauptsächlich in geo- metrischen Dingen: Die neuen Modelle sind im Durchmes- ser deutlich größer, aber dafür schmaler geraten. Dadurch ergeben sich kürzere Strompfade durch das Bauteil und eine deutlich vergrößerte Kontaktfläche, was den Serienwi- derstand deutlich senkt. Außerdem sind mehr Windungen parallel geschaltet, was die die unerwünschten induktiven Komponenten reduziert. Derzeit sind Werte zwischen 10 Nanofarad und 330 Mikrofarad bei Spannungsfestigkeiten von 250 bis 450 Volt angekündigt. Selbstverständlich ist das Ende der Fahnenstange dort noch nicht erreicht, die gleiche Technologie kommt auch bei den brandneuen MCap EVO Oil und MCAP EVO SilverGold.Oil zum Einsatz

Kontakt: Mundorf, Köln Telefon: 0221 9777050 Internet: www.mundorf.com

Driving your loudspeakers to a higher end Lesen sie mehr über die neue Modelle und
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EUROPA DISTRIBUTEUR
tel. +31 (0)595 49 17 48
fax +31 (0)595 49 19 46
info@moreleurope.com
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KLANG+TON

10

Magazin

Schnäppchen Das Testmodell der EGGO2 aus K+T 5/2012 steht zum Verkauf. Das Gehäuse wurde professionell
Schnäppchen
Das Testmodell der EGGO2 aus K+T
5/2012 steht zum Verkauf. Das Gehäuse
wurde professionell vom Fachmann ge-
fertigt und weiß lackiert. Die Frequenz-
weiche ist fertig aufgebaut und montiert.
Zitat: „Ein wunderbarer Klang, gepaart
mit dynamischen Möglichkeiten, die
eine ausgewachsene PA-Box blass werden
lassen.“
Der Preis beträgt 3.000 Euro inkl. Anlieferung.
Lautsprechershop, Karlsruhe
Internet: www.lautsprechershop.de
Es klemmt

Der Kabelspezialist ViaBlue aus dem ba- dischen Malsch erweitert seine Produkt- palette um hochwertige Lautsprecherter- minals in verschiedenen Ausführungen. Alle basieren auf den neuen Polklem- men, die sich separat für knapp 40 Euro pro Paar erwerben lassen. Zusätzlich bietet ViaBlue einbaufertige Terminals aus zehn Millimeter starkem Aluminium an, wahlweise in Single- oder Bi-Wiring- Ausführung; beide sind schwarz oder silbern erhältlich. Das Paar S-120 (120 x 120 mm, Single Wiring) kostet 100 Euro komplett, ein Paar R-150 (150 x 120 mm, Bi-Wiring) 140 Euro.

Kontakt: ViaBlue, Malsch Telefon: 07246 943112 Internet: www.viablue.de

Neue Visaton-Homepage

Der Chassis-Hersteller Visaton hat seine Homepage überar- beitet. Die völlig neu gestaltete Seite bietet, neben der optisch ansprechenden Aufmachung, eine gute Übersichtlichkeit über sämtliche Visaton-Produkte. Neben Infos zu Chassis und Bau- sätzen gibt es natürlich das Simulationsprogramm „Boxsim“ zum kostenlosen Download, ein Forum für Diskussionen sowie zahlreiche Tipps und Tricks zum Thema Lautsprecherselbstbau.

Visaton · Ohligser Str. 29-31 · 42781 Haan Telefon: 02129 552-0 · Fax: 02129 552-10 E-Mail: visaton@visaton.com Internet: www.visaton.de

KLANG+TON Hörtest-Termine 2013 Auch im neuen Jahr werden wir unseren Lesern wieder die Möglichkeit einräu-

KLANG+TON

Hörtest-Termine 2013

Auch im neuen Jahr werden wir unseren Lesern wieder die Möglichkeit einräu- men, die in der Klang+Ton vorgestellten Lautsprecher in unseren Redaktionräu- men in Duisburg anzuhören. Traditio- nell findet der „Hörtest“ alle zwei Mo- nate statt; folgende Termine (immer samstags) haben wir derzeit im Angebot:

16.

Februar

06.

April

08.

Juni

10.

August

12.

Oktober

Wir beginnen traditionell um 14:00 Uhr, Ende ist dann, wenn die Lust bei Ihnen oder bei uns nachlässt. Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung unter klangund- ton@brieden.de; die Anzahl der Plätze ist begrenzt

Kontakt: Brieden Verlag GmbH, Duisburg Telefon: 0203 42920 Internet: www.klangundton.de

Morel Titan Linie Morel bringt demnächst eine Serie von Titanchassis auf den Markt.Zuerst wird eine

Morel Titan Linie

Morel bringt demnächst eine Serie von Titanchassis auf den Markt.Zuerst wird eine Reihe von 6-Zoll-(160-mm)Treibern er- scheinen, welche unterschiedliche Antriebssysteme und Nenn- impedanzen haben. Alle Chassis sollen sowohl in geschlos- senen, als auch in Bassreflexgehäusen einsetzbar sein. Langfristig ist eine komplette Serie geplant, wobei die Hochtö- ner auf Titanbasis schon angekündigt sind.

ELTIM audio Louis Timmers · Eenrummerweg 5 · NL-9961 PC Mensingeweer Tel +31 595 491748 · Fax +31 595 491946 · E-Mail: louis@eltim.eu Internet: www.moreleurope.com · www.eltim.eu

louis@eltim.eu Internet: www.moreleurope.com · www.eltim.eu Internationaler Designpreis für Manger Der deutsche

Internationaler Designpreis für Manger

Der deutsche High-End-Hersteller Manger ist für seinen Monitor „MSMc1“ mit dem Focus Open-Designpreis aus- gezeichnet worden. Dieser wurde unter 300 Bewerben an 13 Produkte für die Gestaltung vergeben. Laut Jury ein „techno- logisch und akustisch herausragendes Gerät“. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir neben der Anerken- nung der hohen akustischen Qualität in vielen Testveröffent- lichungen nun auch eine Auszeichnung für das Design be- kommen haben“, so Firmenchefin Daniela Manger

Manger Products · Industriestr. 17 · D-97638 Mellrichstadt Telefon: 09776 9816 · Fax: 09776 5925 E-Mail: info@manger-msw.de

Products · Industriestr. 17 · D-97638 Mellrichstadt Telefon: 09776 9816 · Fax: 09776 5925 E-Mail: info@manger-msw.de
Products · Industriestr. 17 · D-97638 Mellrichstadt Telefon: 09776 9816 · Fax: 09776 5925 E-Mail: info@manger-msw.de

Products · Industriestr. 17 · D-97638 Mellrichstadt Telefon: 09776 9816 · Fax: 09776 5925 E-Mail: info@manger-msw.de

KLANG+TONKLANG+TON

KLANG+TON

KLANG+TON

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Klang+Ton-Projekt DeltaHorn

Backloaded Horn mit Eminence-Tieftöner und BMS-Hochtonhorn

Wer Beta sagt, muss auch Delta sagen

In der Zeit, in der ich mich nicht beruflich mit Lautsprechern beschäftige, spiele ich privat – mit Lautsprechern. Eine hübsche kleine Sammlung von Klassikern ist dabei entstanden, die natürlich standesgemäß untergebracht werden wollen

Chassistest:

• Eminence Delta 8 Pro Klang+Ton 5/2012

• BMS 4524 mit Faital STH-100 Klang+Ton 4/2011

E ine der größten Legenden in Sachen Achtzoll-Breitbänder ist sicherlich

der Beta 8, der von der längst unterge- gangenen japanischen Lautsprechermar- ke Coral seit den späten 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts produziert wurde. Ich habe das große Glück, ein Pärchen dieser inzwischen fast mit Gold aufzuwiegenden Breitbänder zu besitzen. Nach einigen Experimenten mit Bassre- exgehäusen und unserer Breezer kam der Tag, an dem ich mich doch entschie- den habe, dass der Klassiker auch in sein klassisches Gehäuse muss. Der Erfindung des Internets ist es ge- dankt, dass man auch heute noch ohne Probleme an die Original-Baupläne von Coral Japan kommt – so war eine weitge- hend getreue Nachzeichnung des Horns ebenso wenig ein Problem wie dessen Si- mulation in AJ Horn. Für den originalen Coral Beta 8 kommt dabei ein durchwachsenes Ergebnis he- raus – zwar ist der zu erwartende Fre- quenzgang recht linear, dafür endet der Übertragungsbereich im Bass bereits bei 80 Hertz. Da ich bei der KLANG+TON natürlich an der Quelle sitze, habe ich auch gleich einmal ein paar andere Chas- sis in die Simulation gehackt, die vielver- sprechende Parametersätze zeigen.

Technik

Einer dieser Kandidaten ist der Eminence Delta 8 Pro, der eigentlich ein klassischer PA-Mitteltöner ist. Er besitzt einen ex- trem starken Antrieb, aus dem eine Ge- samtgüte von etwa 0,25 resultiert, aber dennoch eine Resonanzfrequenz von recht tiefen 65 Hertz, so dass mit Unter- stützung eines Horns eine überzeugende Tieftonwiedergabe zu erwarten ist. Da das Chassis zudem eine ziemlich lineare Frequenzgangkurve zeigt, ist der geeig- nete Tieftonkandidat gefunden. Die Suche nach dem passenden Spiel- partner im Hochtonbereich ist noch einfacher gewesen. Da ein Achtzöller im Gegensatz zu wirklich großen PA-Chassis ab 12 Zoll ein deutlich besseres Rund- strahlverhalten zeigt, kann die Trenn- frequenz zum Hochtöner auch jenseits der zwei Kilohertz liegen, ohne zu tiefe Schalldrucksenken unter Winkel zu be- kommen. Damit stand für mich der Kandidat fest:

Es musste noch einmal der BMS 4524 mit dem kleinen Faital-Metallhörnchen aus der Passepartout werden. Zur Erin- nerung: Dieser Lautsprecher ist eine Uni-

versallösung für alle Anwendungszwecke gewesen, bei denen höchste Belastbarkeit bei kompakten Abmessungen gefragt ist. Zwei Sechszöller und eben das erwähnte Hörnchen erledigten den Job ganz her- vorragend. Die Kehrseite der Medaille:

Um noch so etwas wie Bass aus der Passe- partout zu holen, musste so viel Wir- kungsgrad geopfert werden, dass am Ende nicht einmal 90 Dezibel an 2,83 Volt üb- rig blieben – da ist ein Hochtonhorn, das ab zwei Kilohertz mal eben über 110 dB aus dem Ärmel schüttelt, Perlen vor die Säue. Außerdem entsprach die senkrechte Einbauposition des Horns nicht seinem natürlichen Habitat. Nun, jeder sollte eine zweite Chance bekommen.

Gehäuse:

Das Beste an diesem Gehäuse ist, dass ich es nicht selbst bauen musste. Also bauen schon, aber nicht zusägen. Ich denke, das ist auch der einzige Grund, warum nicht mehr Hornlautsprecher in den Hörräumen dieser Welt stehen – der Zuschnitt ist aufwendig oder teuer. Umso mehr freuen wir uns, Ihnen mittei- len zu können, dass wir einen Kooperati- onspartner gefunden habe, der nicht nur für uns den Zuschnitt liefert, sondern auch dem nachbauwilligen Leser. Die Kontakta- dresse der Firma Oktaeder finden sie weiter unten. Die Bauform entspricht weitestgehend dem original von Coral Japan entworfenen Bauplan für den Beta 8 – ein sehr breit bau- endes Gehäuse, das den Breitbänder im Mitteltonbereich so weit stützt, dass keine weitere Frequenzgangkorrektur nötig war. Die gemessene Hornlänge beträgt bei einem moderaten exponentiellen Öffnungsverlauf ziemlich genau 1,80 Meter, so dass enorme Tiefbassausflüge nicht zu erwarten sind. Dafür ist das Gehäuse erfreulich kompakt und bei einer Höhe von gut 80 Zentimetern gut geeignet für Aufsatzhochtöner. Der gelieferte Holzbausatz in 20-Milli- meter-Buche-Multiplex ist extrem sauber gefertigt und dankbarerweise mit Dübel- löchern versehen, so dass der Aufbau ein Kinderspiel ist. Man muss nur einmal kurz darüber nachdenken, in welcher Reihen- folge man vorgeht, weil einige Bretter auch über Eck verdübelt werden. Die Zuordnung ist dagegen kein Problem, weil jedes Brett ein Etikett mit der exakten Bemaßung aus der CNC-Maschine trägt. Zwei komplexe Horngehäuse, aufgebaut an einem Tag – daran könnte ich mich gewöhnen! Zwei kleine Modifikationen musste ich

Klang+Ton-Projekt

13

noch vornehmen: Der Eminence Delta 8 Pro hat einen weitaus größeren Magneten als der Coral Beta 8, weswegen ein klei- ner Bogen aus dem Brett, das den Horn- hals bildet, ausgesägt werden muss. Da ich den Eminence ohnehin auf einem der originalen Schallwand vorgesetzten Brett montiert habe, musste ich im Horn nichts mehr weiter ändern – durch eine solche Maßnahme kann man ohne Probleme mit allen möglichen Treibern experimentieren

– nur die beengten Platzverhältnisse in der

„Vorkammer“ sollte man immer auf dem Schirm haben. Die Bedämpfung eines Horngehäuses ist immer ein Abenteuer für sich – eine offene Seitenwand ist daher in der Konstruktions- phase Pflicht – durch die Führungsdübel klemmt das Seitenteil aber so fest auf den Dichtungsstreifen, dass der ordnungsge- mäße Betrieb sichergestellt ist. Letzten Endes habe ich alles an Polyester- watte aus dem Horn geworfen und den Hornverlauf lediglich an den Teilern mit Damping 10 und Damping 30 belegt – im Vergleich zu einem frühen Versuch mit Polyesterwatte im Hornhals sicher die bes- sere Wahl:

((Diagramm kt113 adam hall entwick- lung bedämpfung))
((Diagramm kt113 adam hall entwick-
lung bedämpfung))

Frequenzweiche

Die ersten unkonzentriert vorgetragenen Versuche einer Weichenentwicklung lie- ßen die Hornkombination einfach kalt

– zu unruhig verläuft die Impedanz, als

dass man mal eben ein paar Filter zusam- menlötet. Also wurden erst einmal die Unruhestifter zur Räson gebracht. Der

Hochtöner erhält einen breitbandigen Saugkreis, der Tieftöner ein RC-Glied zur Korrektur des Impedanzanstiegs und einen Saukgkreis, der vor allem die Hornresonanzen höherer Ordnung wei- testgehend glatt bügelt.

((Diagramm kt113 adam hall ht lineari-
((Diagramm kt113 adam hall ht lineari-

KLANG+TON

14

Klang+Ton-Projekt DeltaHorn

KLANG+TON 14 Klang+Ton-Projekt DeltaHorn Aus den Resten eines alten Projekts entstand dieser Hornhalter - nicht schön,

Aus den Resten eines alten Projekts entstand dieser Hornhalter - nicht schön, aber selten

sierung)) ((Diagramm kt113 adam hall tt lineari- sierung))
sierung))
((Diagramm kt113 adam hall tt lineari-
sierung))

Damit kann man arbeiten, denke ich. Für den Hochtöner war dann mit einem Spannungsteiler und einem Filter drit- ter Ordnung eine schöne Weichenflanke

einem Filter drit- ter Ordnung eine schöne Weichenfl anke Das DeltaHorn ist eine echte Ansage in

Das DeltaHorn ist eine echte Ansage in Sachen höchste Linearität mit Hornfeeling

gefunden – zwischen zwei und drei Kilo- hertz passen auch die akustischen Phasen der beiden Treiber sehr gut zusammen, aber nur in einem schmalen Bereich, wie man später noch sehen wird.

((Diagramm kt113 adam hall entwick- lung ht))
((Diagramm kt113 adam hall entwick-
lung ht))

Der Tieftöner im Horn macht erwar- tungsgemäß mehr Probleme – eine Spitze bei einem Kilohertz widersetzte sich jedem Versuch, sie mit der eigent- lichen Tiefpassschaltung gleich mitzu- korrigieren. Also habe ich sie erst einmal ignoriert, ein passendes Filter dritter Ordnung auf- gebaut und anschließend die Spitze mit einem weiteren Saugkreis eliminiert.

((Diagramm kt113 adam hall entwick- lung tt))
((Diagramm kt113 adam hall entwick-
lung tt))

Der resultierende Frequenzgang würde so mancher Edelbox mit zahmen HiFi- Treiberlein sehr gut zu Gesicht stehen – die Schwankungen unter 500 Hertz lassen wir mal bewusst außer Acht, sind

sie doch dem Horn und den Messbedin- gungen geschuldet. Die kleine Phasen- nungenauigkeit fällt kaum ins Gewicht.

((Diagramm kt113 adam hall entwick- lung zweige))
((Diagramm kt113 adam hall entwick-
lung zweige))

Messwerte

Die Frequenzgangmessung zeigt einen sehr ausgewogenen Verlauf bei einem mittleren Schalldruckpegel von 93 dB. Die vermeintliche Bassschwäche ist auf unser Standardmessverfahren im Freifeld zurückzuführen – ein Hornlautsprecher benötigt unbedingt die Bodenankopp- lung als integralen Bestandteil des Horn- verlaufs. Dann liegt die untere Grenz-

des Horn- verlaufs. Dann liegt die untere Grenz- Volle Transparenz: Der Hornverlauf wird nur an den

Volle Transparenz: Der Hornverlauf wird nur an den Wänden mit Damping 10 und 30 bedämpft – das war es auch schon

frequenz etwa bei 60 Hertz – bei dem Wirkungsgrad respektabel. Der Einfluss des Horns auf den Gesamtfrequenzgang endet bei etwa 300 bis 400 Hertz, die Un- regelmäßigkeit bei 1,5 Kilohertz ist auf die ungünstige Einbauposition des Tief- mitteltöners zurückzuführen, macht sich aber klanglich nicht bemerkbar und er- zeugt auch keine Nachschwinger. Der Impedanz- und Phasenverlauf sieht etwas wild aus, ist aber mit der optio- nalen Linearisierung so weit in den Griff zu bekommen, dass die Schwankungs- breite röhrenverstärkertauglich bleibt – immerhin bleiben wir immer über sechs Ohm. Das Wasserfalldiagramm zeigt die horntypischen Nachschwinger und oberhalb von einem Kilohertz absolute Perfektion! Die Klirrwerte sind ebenso hervorra- gend – die Spitzen im Bass sind auf zeit- versetzte Signale aus dem Horn zurück- zuführen – das kann man an dem fast identischen Verlauf der 85 dB- und der 95 dB-Messung erkennen. Ansonsten ist das DeltaHorn im wichtigen Mittelton- bereich sensationell klirrarm. Erst bei 105 dB macht der Hochtöner mit erhöhtem K2 darauf aufmerksam, dass er auch einen Druckkammertreiber mit Horntrichter besitzt:

((Diagramm kt113 adam hall klirr105))
((Diagramm kt113 adam hall klirr105))

Hörtest

Wie das DeltaHorn sich misst, so klingt es auch: Der Tieftöner macht richtig Spaß und schiebt und drückt, dass es eine wahre Freude ist. Man kann es nicht oft genug sagen: Einmal im Leben muss man ein Horn gehört haben, um zu glau- ben, was diese messtechnisch nie ganz zu erfassenden Konstruktionen zu leisten imstande sind. Verfärbungen treten so gut wie keine auf – je nach Hörraumsitu- ation kann man darüber nachdenken, ob man den Bassbereich mithilfe von etwas gerolltem Sonofil oberhalb des Horn- munds noch ein bisschen zurücknimmt. Im Mittel- und Hochtonbereich agiert das DeltaHorn absolut perfekt – ausge-

Klang+Ton-Projekt 15 Klang+Ton DeltaHorn Technische Daten Chassishersteller: Eminence, BMS, Faital Vertrieb: Adam
Klang+Ton-Projekt 15 Klang+Ton DeltaHorn Technische Daten Chassishersteller: Eminence, BMS, Faital Vertrieb: Adam

Klang+Ton-Projekt

15

Klang+Ton DeltaHorn

Klang+Ton-Projekt 15 Klang+Ton DeltaHorn Technische Daten Chassishersteller: Eminence, BMS, Faital Vertrieb: Adam
Klang+Ton-Projekt 15 Klang+Ton DeltaHorn Technische Daten Chassishersteller: Eminence, BMS, Faital Vertrieb: Adam

Technische Daten

Chassishersteller:

Eminence, BMS, Faital

Vertrieb:

Adam Hall,

Konstruktion:

Thomas Schmidt,

basierend auf dem Coral Horn Beta 8

Funktionsprinzip:

Backloaded Horn

Bestückung:

1 x Eminence Delta 8 Pro

1 x BMS 4524 mit Faital Pro STH-100

Nennimpedanz:

8 Ohm

Kennschalldruckpegel 2,83 V/1 m:

93 dB

B x H x T:

39,5 x 101,4 x 39,1 cm

Kosten pro Box:

ca. 350 Euro + Gehäuse

x 101,4 x 39,1 cm Kosten pro Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
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Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für
Box: ca. 350 Euro + Gehäuse Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für

wogen, sauber und präzise wird jede Art von Musik bei jeder Lautstärke wiederge- geben. Die räumliche Abbildung ist da- bei horntypisch scharf umrissen und so genau, dass man meint, die Sänger und Instrumentalisten anfassen zu können. Und das Ganze funktioniert schon mit einigen wenigen Watt aus einem Single- Ended-Röhrenverstärker perfekt!

Fazit

Eine altbewährte Konstruktion wieder- aufleben zu lassen, war die richtige Idee. Das DeltaHorn vereint die Faszination eines klassischen Backloaded-Horns mit der spielerischen Disziplin einer mo- dernen Lautsprecherkonstruktion – das Mehr an Entwicklungsarbeit und Bau- aufwand lohnt in jedem Fall!

Thomas Schmidt

Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Zerfallspektrum (Wasserfall)
KLANG+TON Klang+Ton-Projekt DeltaHorn 16 Holzliste Aufgrund des komplexen Aufbaus empfehlen wir dringend, den Bausatz
KLANG+TON
Klang+Ton-Projekt DeltaHorn
16
Holzliste
Aufgrund des komplexen Aufbaus empfehlen
wir dringend, den Bausatz möglichst fertig zu
kaufen. Dieser ist bei der Firma Oktaeder Aku-
stik in 20-mm-Buche Multiplex zu erwerben.
Unsere Zeichnung geht von 21-mm-Birke
Multiplex als Material aus:
1
x 35,5 x 27 cm
Schallwand
2
x 35,5 x 37,1 cm
Deckel, Boden
1
x 35,5 x 86,2 cm
Rückwand
2
x 39,1 x 86,2 cm
Seitenteile
1 x 35,5 x 11,7cm
Teiler über Druckkammer
1 x 35,5 x 1,8 cmÜbergang Schallwand - Hals
1 x 35,5 x 33 cm
Hornhals
1 x 35,5 x 16 cm
1. Umlenkung
1 x 35,5 x 47,8 cm
Teiler
1 x 35,5 x 45 cm
Teiler
1 Umlenkbrett Hornmund
x 35,5 c 23,6 cm
Hochtongehäuse:
Material: 16mm MDF
2
x 18 x 30 cm
Deckel, Boden
2
x 18 x 12 cm
Front, Rückwand
Zubehör pro Box
2
x 12 x 30 cm
Seitenteile
• Bedämpfungsmaterial
Gehäusebausatz:
• Terminal
Oktaeder Akustik
• Schrauben
Internet:
www.oktaeder-webshop.de
• Kabel
E-Mail:
uc@oktaeder-akustik.de
Lieferant: Intertechnik
Telefon:
0172 6734050
Fax:
06206 963914
Weichenbestückung L1: 1,0 mH, Luftspule, 1,4 mm L2: 0,39 mH, Luftspule, 1,4 mm L3: 3,3

Weichenbestückung

L1:

1,0 mH, Luftspule, 1,4 mm

L2:

0,39 mH, Luftspule, 1,4 mm

L3:

3,3 mH, Kernspule

L4:

8,2 mH, Kernspule

L5:

0,82 mH, Luftspule, 1,0 mm

L6:

1,0 mH, Luftspule, 0,7 mm

L7:

0,1 mH, Luftspule, 0,7 mm

C1:

15 μF MKT

C2:

8,2 μF MKT

C3:

15 μF MKT

C4:

100 μF Elko glatt

C5:

33 μF Elko glatt

C6:

1,5 μF MKP

C7:

2,7 μF MKP

C8:

15 μF MKT

C9:

8,2 μF MKT

R1:

10 Ohm MOX10

R2:

15 Ohm MOX10

R3:

15 Ohm MOX10

R4:

8,2 Ohm MOX10

R5:

6,8 Ohm MOX10

R6:

15 Ohm MOX10

R7:

8,2 Ohm MOX10

R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10
R3: 15 Ohm MOX10 R4: 8,2 Ohm MOX10 R5: 6,8 Ohm MOX10 R6: 15 Ohm MOX10

KLANG+TONKLANG+TON

KLANG+TON

KLANG+TON

KLANG+TON

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Bausatztest Eltim Supreme 614 „Solo“

Elegante Breitbandbox mit Morel-Hightech-Treiber

Haben wir doch gesagt

Es ist schön zu sehen, wie eigene Ideen aufgegriffen und in etwas sehr Greifbares umgesetzt werden, vor allem, wenn das Endergebnis etwas wirklich Besonderes geworden ist

Chassistest:

• Morel SCM 634:

Test in K+T 1/2012

V or ziemlich einem Jahr hatten wir ein im wahrsten Sinne des Wortes

bemerkenswertes Chassis zum Einzeltest in unserem Messlabor. Es kam vom is- raelischen Chassishersteller Morel und wurde uns vom Morel-Vertrieb Eltim Audio zur Verfügung gestellt.

Technik

Wenn man den SCM 634 in den Hän- den hält, dann gibt es nichts, aber auch gar nichts, das auf den Einsatz als Breit- bänder hindeutet. Der gewaltige Korb umschließt das kräftige Neodym-Fer- rit-Magnetsystem, in dem eine für die Chassisgröße riesige Dreizoll-Unter- hang-Schwingspule arbeitet. Die Mem- bran ist auf einem Kern aus Rohacell aufgebaut, der beidseitig mit Kohle- faser beschichtet wurde. Belüftungs- maßnahmen sind trotz der geringen Bautiefe und des innen liegenden Ma- gnetsystems mehr als ausreichend vor- handen – bei einem Maximalhub von fünf Millimetern in beide Richtungen ist das auch nötig. Unsere damaligen Messungen erga- ben wundersame Dinge: Dieser ausge- wiesene Tiefmitteltöner zeigte neben hervorragenden Klirrwerten vor allem einen extrem weit ausgedehnten Fre- quenzgang bis fast an die 20-Kilohertz- Marke, der selbst so manchen ausgewie- senen Breitbänder in seine Schranken verweist. Mangels Schwirrkonus ist unter Winkeln damit natürlich schnell Schluss, dafür gibt es aber auch so gut wie keine Unsauberkeiten wie erhöhten Klirr oder Resonanzen.

Gehäuse

Und jetzt wird es wirklich kompliziert:

Das elegante schmale Gehäuse, das Louis Timmers (alias Eltim) dem Morel auf den Korb geschneidert hat, ist keine triviale Konstruktion. Eine Menge „ungerader“ Winkelschnitte sind ebenso erforderlich,

Das Reflexrohr führt von der mittleren Kam- mer durch die untere und mündet knapp über

Das Reflexrohr führt von der mittleren Kam- mer durch die untere und mündet knapp über dem Boden

Die dritte Klemme führt nicht etwa zu einer anderen Abstimmung, sondern erdet das Chassis i

Bausatztest

wie eine schon etwas gehobenere Werk- stattausstattung, um einen sauberen Auf- bau hinzubekommen. Wir möchten da- her an dieser Stelle ausdrücklich auf das Angebot von Eltim hinweisen, den fertig gesägten Bausatz inklusive rückseitiges Metallprofil für 119 Euro mit zu erwer- ben – angesichts des Bausatzpreises von sage und schreibe 689 Euro eine über- schaubare Investition. Die schmale Box hat einen dreieckigen Grundriss und ist vertikal in drei Kam- mern unterteilt, die miteinander ver- bunden sind. In der oberen Abteilung sitzt das Chassis; das Volumen dahinter ist komplett mit einer speziellen Faser befüllt, die laut Louis Timmers momen- tan das Beste in Sachen Bedämpfung ist:

Twaron „Angel Hair“ nennt sich die dün- ne Faser, die im Gewebe bei geringem Ge- wicht eine hohe Stabilität aufweist, lose aber durch extrem kleinteilige amorphe Struktur Schallwellen so effektiv streut, dass es kaum noch Mitteltonresonanzen gibt. Zusammen mit der Abwesenheit von parallelen Wänden ergibt sich ein nahezu perfektes Verhalten des Gehäu- ses. Die mittlere Abteilung ist dagegen nur an den Seitenwänden mit Polyester- watte belegt. Von hier führt ein langes Reflexrohr durch die der Weichenplatine zugewiesene dritte Kammer durch die Bodenplatte nach außen. Somit muss die Solo zwingend vorne auf zwei Spikes ste- hen – hinten sorgt das spitz zulaufende Aluprofil, das die Rückwand bildet, für den sicheren Stand.

Frequenzweiche

Nur die feinsten Bauteile aus dem Hau- se Mundorf werden verwendet, um die spärliche Filterung zu realisieren. Ein RC-Glied linearisiert den mäßigen Im- pedanzanstieg des Chassis zum Hoch- ton, ein Sperrkreis nimmt zwischen 7 und 11 Kilohertz den Pegel ein bisschen zurück - das war es auch schon. Der Box

liegt ein von Timmers selbst gemachtes Lautsprecherkabel bei, das über ein dritte Leitung verfügt. Damit werden sämtliche Metallteile in der Box, inklusive Chas- siskorb ,geerdet und somit ihre „Neben- funktion“ als Antenne unterbunden. Wir haben es bei uns nicht mit Sicherheit überprüfen können, andererseits schadet eine saubere Erdung nie.

Messwerte

Dass die Solo nichts für die Messwert-Fa- natiker unter uns ist, war von vornherein klar. Dennoch hat sie ein paar bemer- kenswerte Eigenschaften. Da wären zum einen die hervorragenden Klirrwerte, die in jeder denkbaren Situation für einen klaren Klang sorgen, zum anderen die fast völlig abwesenden Resonanzen. Der glatte Impedanzverlauf lässt sogar an den Einsatz mit Röhrenverstärkern denken, allerdings sollten diese schon ein biss- chen Leistung mitbringen. Zum Frequenzgang: Die Solo fällt im Tieftonbereich schon recht früh ab, al- lerdings mit einer so flachen Flanke, dass man dies durch wandnahe Aufstellung völlig kompensieren kann. Darüber gibt es einen durch die schmale Schallwand recht prägnanten Mitteltonbereich, eine leichte Senke in den Präsenzen und da- rüber auf Achse einen Frequenzgang, der immerhin bis etwa 18 Kilohertz reicht. Unter Winkeln bleibt davon allerdings oberhalb von 5 Kilohertz nur recht we- nig übrig.

Hörtest

Komplett auf den Hörplatz eingewin- kelte Aufstellung ist deswegen Pflicht. Und man muss sich im Klaren darüber sein, dass sich das „Solo“ im Namen nicht nur auf das eine Chassis bezieht, sondern dass genauso der eine Zuhörer gemeint ist, der im Sweet Spot sitzt. Der aber hat nach einer ganz kurzen Eingewöhnungsphase ein Klangerlebnis

der besonderen Art. Die Solo ist ganz be- stimmt nicht zu hell timbriert, dazu feh- len einfach zu sehr die indirekten Hoch- tonanteile, die normalerweise vom Raum an den Hörplatz reflektiert werden. Die ausschließlich direkt ankommenden ho- hen Töne sorgen aber für eine ungemein präzise Information in Sachen Tonalität und Räumlichkeit. Der gemeinhin unter „Luftigkeit“ verstandene Mischmasch an Schall ist weg – man kann nur das hö- ren, was direkt ankommt und das kann je nach Qualität einer Aufnahme durchaus auch mal irritierend sein. Bei sauberen Produktionen ist die räumliche Abbil- dung aber einfach nur umwerfend präzi- se und fast greifbar real. Der Bassbereich ist kräftiger als unsere Messungen verra- ten – hier zeigt das unten mündende Re- exrohr seine Wirkung. Mit der Aufstellung der Solo kann man ganz lange experimentieren und sich eventuell sogar für verschiedene Hörsi- tuationen Markierungen machen – ich

verschiedene Hörsi- tuationen Markierungen machen – ich Das passende Spezialkabel gibt es ebenfalls vom Vertrieb 19

Das passende Spezialkabel gibt es ebenfalls vom Vertrieb

19

KLANG+TON

   

Bausatztest

20

habe beispielsweise Rock, Pop und Jazz lieber mit enger zusammenstehenden Boxen gehört, was etwas druckvoller und direkter wirkt, während ich die Ba- sisbreite für Klassik etwas weiter ausein- andergezogen habe, was einen weiteren Raumeindruck mit sich bringt. Insge- samt ist die Supreme 614 Solo weit da- von entfernt, die perfekte Box zu sein, macht aber auf der anderen Seite so viel Lust auf Musik, dass wir jedem Breit-

Eltim Supreme 614 „Solo“

Technische Daten

Technische Daten

Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30

bandfan empfehlen möchten, sie einmal anzuhören.

Fazit

Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase

Keine Box für jedermann, schon wegen des exklusiven Preises. Wenn man sich aber einmal auf den Klang und die Fas- zination der Solo eingelassen hat, dann kann man mit dieser Box alt werden.

Thomas Schmidt

Chassishersteller:

Morel

Vertrieb:

Eltim Audio BV, Mensingeweer, NL

 

Konstruktion:

Louis Timmers

 
Funktionsprinzip: Bassreflex

Funktionsprinzip:

Bassreflex

Bestückung:

1 x Morel SCM 634

Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m

Nennimpedanz:

4 Ohm

Kennschalldruckpegel 2,83 V/1 m:

87 dB

B x H x T:

21,8 x 97,9 x 28,9 cm

Kosten pro Stück:

689 Euro + Gehäuse (119 Euro)

Lieferant Gehäuse-Zuschnitt:

Eltim BV

Aufbauanleitung

Die Boxen werden auf einer Seitenwand lie- gend aufgebaut. Auf diese werden nacheinan- der Deckel, Boden und Teiler aufgeleimt. Nach Einbringen der Bedämpfung und der Weichen- platine werden die Gehäuse mit der zweiten Seitenwand verschlossen, danach die Rück- und die vorgefräste Schallwand aufgesetzt.

Weichenbestückung

L1:

0,12 mH Luftspule, 1,0mm

C1:

2,2 μF MKP oder besser

C2:

0,47 μF MKP oder besser

C3:

2,7 μF MKP

R1:

2,7 Ohm MOX 20 Watt

R2: 10 Ohm MOX 20 Watt Zerfallspektrum (Wasserfall)
R2:
10 Ohm MOX 20 Watt
Zerfallspektrum (Wasserfall)

Eine außergewöhnliche Box in einem außergewöhnlichen Design

Zubehör pro Box • Polklemmen • Dämpfungsmaterial • Holzschrauben • Kabel • Reflexrohr Lieferant: Eltim
Zubehör pro Box • Polklemmen • Dämpfungsmaterial • Holzschrauben • Kabel • Reflexrohr Lieferant: Eltim

Zubehör pro Box

• Polklemmen

• Dämpfungsmaterial

• Holzschrauben

• Kabel

• Reflexrohr

Lieferant: Eltim

Holzliste

siehe Baupläne unter:

www.eltim.eu

• Empfehlung: Kompletter Holzbausatz vom Vertrieb

Lieferant: Eltim Holzliste siehe Baupläne unter: www.eltim.eu • Empfehlung: Kompletter Holzbausatz vom Vertrieb

KLANG+TON

KLANG+TON

KLANG+TONKLANG+TON

KLANG+TON

22

KLANG+TON-Projekt

Standbox mit variabler Visaton-Bestückung

Die Wandelbare

Manche Ideen sind so naheliegend – man kommt einfach nicht drauf. Die diesem Projekt zugrunde liegende ist so eine. Warum nicht einfach mal eine Box bauen, in der man die Wahl bei den Treibern hat?

Chassistest:

• Visaton AL130: K+T 3/2008

• Visaton W130S: K+T 3/2010

• Visaton B80: K+T 6/2011

N atürlich kann man nicht einfach ir- gendeine Kiste definieren und dort

hineinschrauben, was gerade zur Hand ist. Innerhalb gewisser Parameter jedoch ist die „Mehrfachnutzung“ eines beste- henden Gehäuses durchaus möglich. Bei der Beschäftigung mit den Visaton- Tiefmitteltönern AL130 und W130S fiel uns nämlich auf, dass beide durchaus unter gleichen Gehäusevoraussetzungen funktionieren könnten. Und nicht nur das – sie müssten sogar am gleichen Fil- ter laufen können. Grundvoraussetzung dafür ist, dass eine niedrige Trennfre- quenz gewählt wird, sonst läuft die akus- tische Phase beider Kandidaten zu weit auseinander. Das läuft fast zwangsläufig auf ein FAST-System – also eine Kombi- nation mit einem Breitbänder – hinaus. Somit bot sich die Gelegenheit, Visatons immer noch ziemlich neuen Dreizöller B80 wieder einmal einzusetzen – fertig war das Projekt. Aber halt. Wieso sich auf einen mög- lichen Mittelhochtonpart beschränken? Warum nicht eine zweiteilige Box bau- en, bei der man nicht nur die Wahl zwi- schen zwei Tieftönern hat, sondern auch verschiedene Mittelhochtonaufsätze ausprobieren kann? Gesagt – getan; das Resultat ist eine extrem wandelbare Box, der wir den Namen „Odo“ gegeben ha- ben, selbstverständlich in Anlehnung an den im Star-Trek-Universum beheima- teten Formwandler aus der Serie „Deep Space Nine“.

Treiber

Alles alte Bekannte, die wir sehr schätzen gelernt haben und immer wieder gerne einsetzen: Der AL130 findet in diesem Heft gleich zum zweiten Mal statt, und aus gutem Grund sind wir Fans des klei- nen Alu-Dreizehners (der wegen des sehr

KLANG+TON-Projekt

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breiten Korbrandes eigentlich mehr ein Zehner ist). Durch seine lange Schwing- spule kann er ordentliche Hübe vollfüh- ren und somit durchaus ernste Pegel pro- duzieren; der Parametersatz erlaubt bei entsprechendem Gehäuse sogar so etwas wie Bass. Der W130S lässt ein etwas anderes Ver- halten erwarten, er kann beispielsweise mit dem AL130 in Sachen Tiefgang nicht ganz mithalten. Er schafft zudem weni- ger Hub und verfügt über etwas weniger Membranfläche – in Sachen Pegel kann er dem metallenen Kollegen nicht das Wasser reichen. Dafür kostet er aber nur rund ein Viertel des AL130 – ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Der Breitbänder B80 ist eine der jüngs- ten Entwicklungen der Haaner Laut- sprecherspezialisten. Er verfügt über ein modernes Design mit großzügig hinter- lüfteter Zentrierung und potentem Neo-

dymantrieb. Das Übertragungsverhalten ist mustergültig, allerdings hat der sogar fullrange einsetzbare Treiber mit knapp 70 Euro auch seinen Preis.

Gehäuse

Für das Bassgehäuse orientierten wir uns am oberen Limit des sinnvollen Vo- lumens und konzipierten eine 20 Zen- timeter breite Box mit einem Nettovo- lumen von 20 Litern. Der AL130 schafft darin unter 50 Hertz – das ist ein Wort. Eigentlich wollten wir, je nach Tieftöner, zwei verschiedene Reflexrohre einsetzen, aber die Praxis belehrte uns eines Besse- ren: Kein Rohr, ein simples, 34 Millime- ter durchmessendes Loch in der 16 mm starken Rückwand erwies sich als opti- male Reflexlösung für beide Tieftöner. Das Gehäuse für den B80 ist von der schlichten geschlossenen Sorte. Es hat die gleiche Grundfläche wie das Bassab- teil und wird einfach obendrauf gestellt. Wer mit an- oder abkoppelnden Maß- nahmen experimentieren will – bitte sehr. Jedenfalls lässt sich diese Abteilung sehr einfach gegen eine mit einem ande- ren Breitbänder austauschen, und ganz bestimmt werden wir dort mal einen Vi- saton FRS5x ausprobieren.

Frequenzweiche

Unsere „Universalweiche“ für die Odo besteht aus einem schlichten Zwölf-De- zibel-Tiefpass (L1, C1) für die Bässe, der die Tieftöner bei rund 400 Hertz aus dem Geschehen nimmt. Die Trennfrequenz ist nicht für beide exakt gleich, liegt aber in der gleichen Größenordnung. Für den AL130 sieht die Messung der Einzel- zweige so aus:

((kt113 visaton box AL130 zweige))
((kt113 visaton box AL130 zweige))

Der Hochpass für den Breitbänder ist im Prinzip ebenfalls zwölf Dezibel steil, die Basiskomponenten sind C2 und L2. Der Widerstand R1 sorgt für einen etwas sanfteren Anstieg der Filterflanke, das sorgt für mehr Linearität im Übernah- mebereich. C3, L3 und R2 bilden einen Sperrkreis, ohne den der B80 bei zwei Kilohertz leicht buckelt. Mit dem Sperr- kreis wird daraus eine kleine Senke um drei Kilohertz, die den Klang des Breit- bänders etwas sanfter macht. Angesichts der niedrigen Trennfrequenz haben die Filterbauteile ziemlich hohe Werte und sind somit bei guter Qualität nicht ganz billig – das gehört bei FAST- Systemen dazu.

Messungen

Beide Varianten der Box zeigen ein er- freuliches Maß an Linearität; die Unter- schiede beschränken sich, wie zu erwar- ten, auf den Bassbereich. Mit dem AL130 geht’s etwas tiefer mit einem minima- lem Buckel um 80 Hertz, beim W130S steckt die Energie etwas weiter oben im Spektrum. Der Breitbänder benimmt sich im Rahmen des Möglichen hochan- ständig und strahlt bis deutlich über 20 Kilohertz koordiniert Schall ab. Ab etwa einem Kilohertz setzt die Bündelung ein – das ist typisch für einen Breitbänder dieser Größe. Die Box liefert einen Wirkungsgrad von etwa 84 Dezi- bel an 2,83 Volt, die Nennim- pedanz beträgt acht Ohm. In Sachen Klirr tun sich beide Varianten kaum etwas, das Ver- zerrungsniveau liegt

Der B80 macht sich in geschlossenen 2,5 Litern sehr gut, trotzdem ist der Einsatz anderer Breitbänder denkbar

Das Reflexrohr auf der Rückseite ist zu einem simplen Loch mit 34 mm Durch- messer mutiert

denkbar Das Reflexrohr auf der Rückseite ist zu einem simplen Loch mit 34 mm Durch- messer

KLANG+TON

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KLANG+TON-Projekt

Technische Daten

K+T „Odo“ w 130s

AL 130

Chassishersteller:

Visaton

Konstruktion: Holger Barske, Thomas Schmidt

Funktionsprinzip:

Zwei Wege, Bassreflex

Bestückung:

1 x Visaton AL130 oder W130S / Visaton B80

Nennimpedanz:

8 Ohm

Kennschalldruckpegel 2,83 V/1 m: 84 Dezibel

B x H x T:

20 x 100 x 17,7 cm

Kosten pro Box: ca. 230/150 Euro + Gehäuse

erfreulich niedrig – auch bei 95 Dezibel Schalldruck. Die Wasserfalldiagramme sind fast deckungsgleich, es fällt lediglich ein kleiner Ausschwinger des Breitbän- ders bei einem Kilohertz auf.

Klang

Jawohl, das war eine gute Idee. Die bei- den Varianten der Odo unterscheiden sich charakterlich ein wenig, spielen aber beide ausgezeichnet. Hüben wie drüben dominiert der Breitbänder das Gesche- hen und erfreut mit einem sehr offenen und ansprechenden Klangbild. Per An- winkelung kann der Tenor im Hoch- tonbereich von „durchaus forsch“ bis „angenehm zurückhaltend“ eingestellt werden – sehr flexibel und gut dosierbar. Stets überrascht die Box mit einer sehr weiträumigen und genauen Abbildung – typisch Breitband. Beim Bass wirkt der AL130 etwas zurückhaltender, beim rich- tigen Porgrammaterial ist sein Mehr an Tiefgang aber durchaus feststellbar. Sein tolles Auflösungsvermögen passt bestens zum B80, mit dem W130S gibt’s in Sum- me nicht ganz so viele Details zu hören. Klasse Lautsprecher, beim Tieftöner setzt sich letztlich die ambitioniertere und teurere Konstruktion durch.

Holger Barske

Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Impedanz und elektrische Phase Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Zerfallspektrum (Wasserfall)
K2/K3 für 95 dB/1 m Zerfallspektrum (Wasserfall) Wer flexibel bleiben will, sollte die Weiche extern

Wer flexibel bleiben will, sollte die Weiche extern montieren und die Treiberanschlüsse einzeln herausführen

KLANG+TON-Projekt Aufbauanleitung Beide Teile der Box sind einfache rechteckige Gehäuse. Rücckwand und Deckel liegen

KLANG+TON-Projekt

Aufbauanleitung

Beide Teile der Box sind einfache rechteckige Gehäuse. Rücckwand und Deckel liegen jeweils auf, weshalb man die Montage sinnvollerweise auf einem dieser Teile beginnt. Beim Bassge- häuse bitte die Ringversteifung nicht verges- sen. Das 34 mm durchmessende Reflexloch kann man am besten mit einem entsprechend eingestellten Zentrumsbohrer anfertigen. Die Basstreiber haben wir nicht eingefräst, den Breitbänder sehr wohl. Die Befämpfung der Bassgehäuse erfolgt mit einer knappen Matte Sonofill, die unterhalb der Versteifung einge- bracht wird. Oberhalb des Reflexrohrs werden Seitenwände, Deckel und Rückwand mit Nop- penschaumstoff ausgekleidet. Der kommt auch rundherum im Aufsatzgehäuse zum Einsatz, um dort steckt in der Mitte noch etwas ausein- andergezupfte Polyesterwatte.

Weichenbestückung

L1=

5,6 mH I-Kern I78

L2=

5,6 mH I-Kern I78

L3=

0,68 mH Luftspule 0,71mm Draht

C1=

47 μF MKT

C2=

33 μF MKT

C3=

8,2 μF MKT

R1=

2,2 Ohm MOX 10W

R2=

5,6 Ohm MOX 10W

MKT R1= 2,2 Ohm MOX 10W R2= 5,6 Ohm MOX 10W Holzliste MDF-16-mm 2 x 86
MKT R1= 2,2 Ohm MOX 10W R2= 5,6 Ohm MOX 10W Holzliste MDF-16-mm 2 x 86

Holzliste

MDF-16-mm

2

x 86 x 20 cm

Front / Rückwand Bassgehäuse

2

x 14 x 20 cm

Front / Rückwand Aufsatzgehäuse

2

x 86 x 14,5 cm

Seitenwände Bassgehäuse

2

x 14 x 14,5 cm

Seitenwände Aufsatzgehäuse

5

x 16,8 x 14,5 cm

Boden / Deckel / Versteifung Bass- / Aufsatzgehäuse

Zubehör pro Box

• 1/2 Matte Noppenschaumstoff

• 1 Matte Polyester-Dämmwatte

• 2 Paar Polklemmen

• ca. 80 cm Dichtband

• div. Kabel, Schrauben

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KLANG+TONKLANG+TONKLANG+TON KLANG+TON KLANG+TON Service Frequenzweichenaufbau 26 Vom Schaltbild zur Frequenzweiche – ein
KLANG+TONKLANG+TONKLANG+TON KLANG+TON KLANG+TON Service Frequenzweichenaufbau 26 Vom Schaltbild zur Frequenzweiche – ein
KLANG+TONKLANG+TONKLANG+TON KLANG+TON KLANG+TON Service Frequenzweichenaufbau 26 Vom Schaltbild zur Frequenzweiche – ein

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KLANG+TON KLANG+TON Service Frequenzweichenaufbau 26 Vom Schaltbild zur Frequenzweiche – ein Exkurs für

Vom Schaltbild zur Frequenzweiche – ein Exkurs für Elektroniklaien

Die Sache mit dem Stromgedöns

Wenn unsere Kommunikation mit den Lesern dieses Magazins eini- germaßen repräsentativ ist, dann sind sie alle begnadete Schreiner, aber in Sachen Elektrik eher weniger bewandert. Was beim Boxenbau durchaus ein Problem darstellt, das wir hier zu lösen gedenken

S ie haben ein Paar wunderschöne Gehäuse gebaut, die Treiber für die

neuen Boxen liegen vor Ihnen – und eine Tüte mit Frequenzweichenbauteilen. Und die Jungs von der KLANG+TON haben mal wieder nur ein Schaltbild für die Wei-

che abgedruckt, was Ihnen nur sehr be- dingt weiterhilft – Sie haben nämlich nur sehr bedingt eine Ahnung, wie man vom Schaltbild zu einer fertigen Frequenzwei- che kommt. Genau das wollen wir Ihnen hier erklären, und zwar gänzlich unpro- fessionell-praxisorientiert. Als Beispiel haben wir uns die Weiche für Cheap Trick 263 aus dem letzten Heft ausgeguckt, die ist nämlich zu richtig schön typisch. Dazu erst einmal ein paar ganz elementare Dinge: Die dünnen Linien im Schaltbild repräsentieren elektrische Leitungen. Sie verbinden Bauteile miteinander, werden an die Lautsprecherchassis angeschlossen oder treten über die Anschlussterminals in Verbindung zum Rest der Welt – also dem am Verstärker angeschlossenen Laut- sprecherkabel. Die Lautsprecherchassis zeichnen wir immer mit ein, auch wenn sie nicht direkt mit zur Weiche gehören. Die Eingangsklemmen – bei uns grund- sätzlich links im Schaltbild – und die Verbindungen zu den Chassis-Anschluss- terminals sind die einzigen Situationen, in denen die Polung eine entscheidende Rolle spielt, dazu später mehr. Die Methode zum Weichenaufbau, die wir hier propagieren wollen, ist eine ru- stikale: Wir kleben die Bauteile an geeig- neter Stelle auf ein Brett und stellen da- nach die elektrischen Verbindungen mit Draht her. Das Vorgehen sorgt für relativ kompakte und vor allem mechanisch sta- bile Weichen, die mit einem Minimum von Lötstellen und damit Kontaktüber- gängen auskommen. Ein Platinenaufbau zum Beispiel hat lange nicht die Festig- keit unserer Lösung und ist, je nach Pla- tine, deutlich überlegungsintensiver auf- zubauen. Kommen wir zu den Bauteilen selbst. In Frequenzweichen von passiven Lautspre- chern gibt’s davon zum Glück nur drei Typen, von einigen exotischen Ausnah- men abgesehen. Diese drei Bauteiltypen sind Spulen, Kondensatoren und Wider- stände. Sich über deren exakte Funkti- onsweise auszulassen ist an dieser Stelle gar nicht nötig, sie bekommen eine Fre- quenzweiche auch dann zusammenge- baut, wenn Sie nicht genau wissen, wie sie funktioniert.

Service Frequenzweichenaufbau

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wie sie funktioniert. Service Frequenzweichenaufbau 27 Das Schaltbild der Weiche von Cheap Trick 263. Die

Das Schaltbild der Weiche von Cheap Trick 263. Die Transformation in Hardware ist einfacher, als man gemeinhin denkt

Was allerdings wichtig ist: Sie müssen die Bauteile aus der Tüte Ihres Bausatzes den entsprechenden Teilen zuordnen kön- nen. Die rechteckigen schwarz gefüllten Kästchen im Schaltbild repräsentieren Spulen, die nur als Umriss gezeichneten Rechtecke sind Widerstände, die Din- ger mit den zwei parallelen dicken Bal- ken Kondensatoren. Jedes dieser drei grundlegenden Bauteile gibt es in einer ziemlich großen Anzahl von Bauformen, von den verschiedenen Werten mal ganz abgesehen. Trotzdem sollte es keine große Mühe bereiten, Ihre tatsächlich vorhandene Hardware mit dem Schalt- bild abzugleichen. Die meisten Bauteile tragen einen Aufdruck mit ihrem Wert. Zumindest ist das bei Spulen und Kon- densatoren so. Anhand dessen ist die Identifikation des entsprechenden Teils

meist kein Problem. Etwas anders sieht es bei vielen Widerständen aus, denn die tragen ihren Wert in codierter Form zu Markte: Bunte Ringe zeigen an, um was für einen Widerstandswert es sich han- delt. Die drei in gleichmäßigem Abstand zueinander angeordneten Ringe sind die entscheidenden: Die äußeren beiden be- stimmen die ersten beiden Ziffern des Widerstandswertes, der dritte den Mul- tiplikator (in Zehnerpotenzen), mit dem der Wert zu multiplizieren ist. Hört sich ein wenig sperrig an, ist es aber nicht:

Den Farbcode haben Sie in kürzester Zeit verinnerlicht. Tabellen, die angeben, wel- che Farbe welchen Zahlenwert (respekti- ve welchen Multiplikator) bedeutet, gibt es wie Sand am Meer im Internet oder bestimmt auch beim Bausatzhändler Ihrer Wahl.

KLANG+TON

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Service Frequenzweichenaufbau

KLANG+TON 28 Service Frequenzweichenaufbau Verschiedene Bauformen von Spulen. Bei der Platzierung dieser Bauteile

Verschiedene Bauformen von Spulen. Bei der Platzierung dieser Bauteile zueinander muss man etwas aufpassen

dieser Bauteile zueinander muss man etwas aufpassen So sehen Widerstände typischerweise aus. Die Dinger wer-

So sehen Widerstände typischerweise aus. Die Dinger wer- den warm, das muss man beim Einbau berücksichtigen

wer- den warm, das muss man beim Einbau berücksichtigen Kondensatoren sind beim Einbau unproblematisch. Sie werden

Kondensatoren sind beim Einbau unproblematisch. Sie werden nicht warm und zeigen kaum Sensibilitäten in Bezug auf ihre Nachbarschaft

zeigen kaum Sensibilitäten in Bezug auf ihre Nachbarschaft Ein erster Schritt ist die provisorische Anordnung der

Ein erster Schritt ist die provisorische Anordnung der Bauteile exakt so wie auf dem Schaltbild

Das Nächste, was es zu tun gibt, ist ein erster Abgleich zwischen Schaltbild und Realität. Das heißt: Wir drapieren alle Bauteile auf dem Tisch vor uns genau so, wie sie im Schaltbild angeordnet sind. Dabei kommt uns ein Umstand zur Hilfe: Jedes in Frage kommende Bauteil hat zwei Anschlussdrähte, deren Anschlusssinn erst einmal egal ist. Nur Highender, die das Gras wachsen hören interessieren sich dafür, welcher Spulen- anschlussdraht innen und welcher außen am Wickel liegt. Für die grundsätzliche elektrische Funktion sind derlei Din- ge uninteressant. Wenn Sie alle Bauteile entsprechend ausgebreitet haben, ergibt sich in aller Regel ein Aufbau von er- schreckender Größe: In dieser Form wäre eine Weiche kam sinnvoll in einem Laut- sprecher unterzubringen, deshalb gilt es

die Anordnung jetzt zu optimieren. Das bedeutet vor allem: zusammenschieben. Vorhandene Freiräume nutzen. Und da- bei immer darauf achten, dass die sich ergebenden elektrischen Verbindungen nicht zu lang werden. Grundsätzlich stre- ben wir an, die Verbindungen, wo immer möglich, nur mit den Bauteileanschluss- drähten selbst herzustellen und nur dann auf zusätzliche Leitungen zurückzugrei- fen, wenn es nicht anders geht. Es gibt noch ein paar Dinge, die es bei der Bauteileanordnung zu beachten gilt. Da wären zuerst einmal Spulen: Eine ist unproblematisch, mehrere davon auf en- gem Raum neigen dazu, sich gegenseitig zu beeinflussen. Das Prinzip ist das glei- che wie beim Transformator; hier ist die magnetische Kopplung zwischen zwei Wicklungen das Funktionsprinzip. Bei

Frequenzweichen stört das Phänomen, und darauf gilt es Rücksicht zu nehmen. Zwei Dinge kann man tun. Erstens: Ab- stand halten zwischen den einzelnen In- duktivitäten. Zweitens: durch geschickte Anordnung die Kopplung verringern. Der erste Punkt kollidiert ein wenig mit dem Wunsch nach einem kompakten Aufbau, sollte aber trotzdem Beach- tung finden: Platzieren sie die Spulen so weit voneinander weg, wie es der Auf- bau sinnvoll zulässt. Gerade bei unserer Musterweiche ein nicht unwichtiger As- pekt, sind hier doch gleich vier Spulen im Spiel. Zu Punkt zwei: Die schlechteste Anordnung zweier Spulen zueinander ist, sie einfach nebeneinander zu setzen. Dann nämlich ist die magnetische Kopp- lung sehr stark. Viel besser ist es, eine der beiden auf die Seite zu stellen und

Mit ein wenig Optimierung kann man den Platzbedarf der Anordnung deutlich reduzieren Im Anschluss wird

Mit ein wenig Optimierung kann man den Platzbedarf der Anordnung deutlich reduzieren

kann man den Platzbedarf der Anordnung deutlich reduzieren Im Anschluss wird die Größe der Platte festgelegt,

Im Anschluss wird die Größe der Platte festgelegt, auf der der Aufbau erfolgen soll

im 90-Grad-Winkel zur ersten anzuordnen. Eine weitere Spule kann man darüber hinaus nochmals um 90 Grad drehen, so dass man schon derer drei recht gut magne- tisch voneinander separieren kann. Wir haben vier – da hilft nur Abstand zwischen den zwei notgedrungen gleich ausgerichteten. Weitaus unproblematischer sind da Kondensatoren: Sie lassen sich an praktisch jeder Stelle und in jeder Position montieren und interessieren sich recht wenig für ihre Nachbarschaft. Auch werden sie nicht warm, was die Montage vereinfacht. In diesem Punkt unterscheiden sie sich entscheidend von Widerständen – die werden nämlich warm oder mitunter sogar ziemlich heiß. Deshalb sollte man Widerstände nach Mög- lichkeit nicht direkt auf die Montageplatte oder auf andere Bauteile kleben: Einseseits versagt der Kleber früher oder später, andererseits mögen es Kondensatoren nicht besonders, ständig gekocht zu werden. Man sollte Widerstände also mit ein wenig Abstand zum Boden und zu anderen Bauteilen möglichst nur über ihre Anschluss- drähte fixieren. Gewiss, das sind eine Menge Dinge, die es zu beachten gilt, aber früher oder später haben Sie eine Anordnung ausgeknobelt, die alle Faktoren unter einen Hut bringt. Wenn das geschafft ist, kann man die Abmessungen der Montageplatte festlegen und entsprechende Zuschnitte besorgen. Lassen Sie lieber den einen oder anderen Zenti- meter mehr Platz, das ist weniger tragisch als eine zu kleine Platte.

Lassen Sie lieber den einen oder anderen Zenti- meter mehr Platz, das ist weniger tragisch als

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Service Frequenzweichenaufbau

KLANG+TON 30 Service Frequenzweichenaufbau Festgeklebt werden zunächst die Spulen und Kondensatoren. Man beachte die

Festgeklebt werden zunächst die Spulen und Kondensatoren. Man beachte die versetzte Anordnung der Induktivitäten

Man beachte die versetzte Anordnung der Induktivitäten Dieser Kondensator wird „fliegend“ als Bindeglied

Dieser Kondensator wird „fliegend“ als Bindeglied zwischen dem Hoch- und Tiefpasseingang genutzt (C3 im Schaltbild)

dem Hoch- und Tiefpasseingang genutzt (C3 im Schaltbild) So sieht eine typische Lötverbindung bei einem solchen

So sieht eine typische Lötverbindung bei einem solchen Aufbau aus:

Drei Anschlüsse werden an einem Punkt zusammengeführt

aus: Drei Anschlüsse werden an einem Punkt zusammengeführt Mit massivem Kupferdraht aus Installationsleitung kann man

Mit massivem Kupferdraht aus Installationsleitung kann man prima „Sammelschienen“ bauen

Material? MDF geht ohne Probleme. Multiplex auch. Wer im Trend liegen will, der nimmt relativ dünnes Fichten- oder sogar Pappelsperrholz. Der Pragmatiker entscheidet sich für eine stabile Varian- te, unsere Musterweiche fand auf einem Reststück 18er-Birkenmultiplex Platz. Als Nächstes kleben wir Kondensatoren und Spulen an die vorher festgelegten Positionen. Meistens nimmt man da- für Heißkleber, aber bitte nicht den aus dem Ebay-Sonderangebot: Ein gewisses Maß von Festigkeit tut Not, und dafür braucht’s gescheiten Kleber und eine gute Klebepistole. Wer will, kann auch mit Silikon kleben: Das braucht zwar Tage zum Trocknen, hält aber garantiert. Achten Sie darauf, dass sie eine geruchs- freie Sorte erwischen. Oder sie kleben gar nicht und fixieren die Teile mit Ka- belbindern. Oder sie tun beides. Oder … die Möglichkeiten sind zahlreich.

Nach dem Fixieren der Teile stellen wir die notwendigen Verbindungen her. Dafür empfiehlt sich ein Lötkolben mit ein wenig Leistung, 50 Watt sind schon eher das Minimum. Beim Lötzinn gibt’s nichts zu diskutieren: Nehmen sie das gute, alte bleihaltige Zeug. Sie sind Pri- vatanwender, Sie dürfen das völlig ohne Probleme, und deshalb kann man das gute „SN60PB40“ (das ist Lötzinn mit einem Zinnanteil von 60 und einem Blei- anteil von 40 Prozent) auch noch kaufen. In Sachen Verarbeitung ist das Zeug im Vergleich zu den bleifreien Loten immer noch ein absoluter Traum. Verdrillen Sie Bauteileanschlussdrähte dort, wo sie verbunden werden sollen und verzinnen sie die Stellen anschlie- ßend; überschüssige Drahtreste werden abgeschnitten. Dort, wo die Anschluss- drähte nicht ausreichen, muss zusätz- licher Draht her. In der Praxis sehr be-

währt hat sich die abisolierte Einzelader eines simplen Installationskabels vom Typ „NYM 3 x 1,5 mm²“. Das gibt’s in je- dem Baumarkt, kostet nicht viel und ist perfekt für den Job geeignet. Seine Stei- figkeit hilft uns hier und da bei der Mon- tage der Widerstände, die sollen ja ein wenig Abstand zum Rest der Welt haben. Bewährt hat sich eine Art „Masseschie- ne“ aus diesem Material, an die gleich eine ganze Reihe von Verbindungen andocken können. Ein solche lässt sich übrigens prima montieren, wenn man zwei kleine Löcher in die Montageplatte bohrt und die umgebogenen Enden die- ser Schiene dort hineinsteckt – das sorgt für nennenswerte Stabilität. Jetzt haben Sie’s schon fast geschafft – das Einzige, was noch fehlt, sind die Anschlussleitungen für Treiber und Eingangsklemmen. Sie müssen unbe- dingt darauf achten, dass die mit Plus

So sieht die fertige Weiche mit angelöteten Ansschlussleitungen aus Noch besser als Kleben ist die

So sieht die fertige Weiche mit angelöteten Ansschlussleitungen aus

die fertige Weiche mit angelöteten Ansschlussleitungen aus Noch besser als Kleben ist die Montage zumindest der

Noch besser als Kleben ist die Montage zumindest der großen und schweren Bauteile mit Kabelbindern

markierten Anschlussleitungen auch an den entsprechenden Anschlüssen der Lautsprecherchassis landen; zum Glück sind die Anschlussfahnen entsprechend markiert. Entweder kennzeichnet ein roter Punkt den Plus-Anschluss oder ein entsprechendes Symbol. Manchmal muss man etwas genauer hinschauen, um die Kennzeichnung zu entdecken. Gleiches gilt natürlich für die Eingangsklem- men: Die rote sollte mit dem Plus-Eingang der Weiche verbunden werden. Ge- rade bei diesen beiden letzten Punkten gilt es Aufmerksamkeit zu investieren – auch die Besten unter uns haben schon über mehr oder weniger lange Zeit mit zumindest teilweise verpolten Lautsprechern gehört. Was bleibt, ist die Montage der Weiche im Gehäuse. Selbstverständlich haben Sie daran gedacht, schon vorher Befestigungslöcher für die Schrauben in die Ecken zu bohren. Falls nicht – ich hab Ihnen ja schon geraten, rundum den einen oder anderen Zentimeter Platz zu lassen. Das soll‘s an dieser Stelle gewesen sein. Ich hoffe, Ihnen ein wenig die Scheu vor der elektrischen Seite des Boxenbaus genommen zu haben – in letzter Kon- sequenz ist ein Weichenaufbau nach diesem Strickmuster lediglich ein wenig „Malen nach Zahlen“ mit dem Zusatzrisiko, sich dabei ein paar Brandblasen an den Fingern zu holen.

Holger Barske

„Malen nach Zahlen“ mit dem Zusatzrisiko, sich dabei ein paar Brandblasen an den Fingern zu holen.

KLANG+TON

KLANG+TONKLANG+TON

KLANG+TON

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Händlerbausatz

Kompakter Monitor mit bewährter Bestückung

Der Teufel im Detail

Open Air in Hamburg ist seit vielen Jahren eine gute Adresse für Lautsprecher- selbstbauer. Neben dem Vertrieb verschiedenster Komponenten entwickelt Inhaber Peter Brager auch eigene Lautsprecherkonzepte – wie die nur auf den ersten Blick unspektakuläre „Referenz 2“

Chassistest:

• Visaton AL130:

K+T 3/2008

N un ist es beileibe nicht so, dass täg- lich jemand das Prinzip „Lautspre-

cher“ neu erfinden würde. Zwar tauchen andauernd neue Treiber auf, die angeb- lich alles viel besser können als das bis- her Dagewesene, aber in der Realität sind auch Chassis, die schon ein paar Jähr- chen auf dem Buckel haben, in vielen Fällen sehr brauchbar. Peter Brager hat sich zwei solcher Klassiker ausgesucht, um mit ihnen einen potenten Kleinmo- nitor zu bauen. Das Konzept an sich ist nicht eben ein Alleinstellungsmerkmal: Zwei Wege,

Bassreflexabstimmung mit rückwär- tigem Reflexrohr. Die Box ist mit zwölf Litern brutto sehr kompakt, zumal sie ihr Volumen hauptsächlich in der Tiefe ver- steckt. Mit ihrer kleinen Silhouette trägt sie auch bei beengten Platzverhältnissen nicht zu sehr auf und gibt sich prinzipiell aufstellungsunkritisch. Betrieb auf dem Tisch neben dem PC-Monitor? Kann man prinzipiell machen, aber dann wür- den wir einen kleinen Unterbau empfeh- len, sonst gibt’s arg viel Grundton über die Tischplatte.

Treiber

Was uns da silbern angrinst, ist genau der, den die Vermutung nahe legt: ein Visaton AL130. Jener Klassiker aus dem Programm der Haaner, der auch mit Metallmembran ein eher gutmütiger Tiefmitteltöner ist, ordentlich Tiefgang produzieren kann und sehr fein zu klin- gen in der Lage ist. Visaton attestiert ihm nicht ohne Grund das Prädikat „High End“ und verlangt gut 117 Euro dafür – er ist es wert, der aluminiumbewehrte Dreizehner. Auch den Hochtöner wählte Peter Bra-

ger mit Bedacht: Zum Einsatz kommt der XT300 NEO von Vifa. Dabei handelt es sich um die kompakte Variante des berühmten Vifa-Ringstrahlers, bei dem ein Neodym-Magnetsystem den Antrieb auf erträgliche Größe schrumpfen lässt. Linearität, Breitbandigkeit und Verzer- rungsarmut des kleinen Vifas sind Legen- de, und deshalb ist er eine sehr gelungene Ergänzung zum Visaton-Dreizehner.

Gehäuse

Das Gehäuse besteht aus 19 Millimeter starkem Material, was für eine Box dieser

Händlerbausatz

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Größe sicherlich luxuriös ist – schaden tut’s keinesfalls. Sie haben die Möglich- keit, die Behausung komplett in Eigenre- gie zu bauen oder können bei Open Air Rohgehäuse aus MDF zum Stückpreis von 149 Euro erwerben. Wir konnten im Inneren keine weiteren Versteifungsmaßnahmen ausmachen – das wäre bei einem so kompakten Laut- sprecher vermutlich auch ein wenig übertrieben.

Messergebnisse

Der Amplitudenverlauf der „Referenz 2“ offenbart einen für Kleinboxen typischen und auch völlig korrekten Verlauf: Im Grundton gibt’s „eine kleine Schippe drauf“, um unten herum etwas Fülle zu suggerieren. Realistisch betrachtet reicht der Frequenzgang im Bass bis etwa 70 Hertz. Eine kleine Senke im Übernah- mebereich um drei Kilohertz macht etwaige „metallische“ Anflüge beim Klang des Tiefmitteltöners zunichte. Der Hochtöner benimmt sich prinzipiell lammfromm, fängt aber bei rund sieben Kilohertz merklich an zu bündeln. Auf Achse allerdings sieht bis zur Messgrenze alles makellos aus. Wirkungsgrad? Rea- listische 82 Dezibel bei 2,83 Volt an den Klemmen, das ist im Rahmen. Der Im- pedanzschrieb weist lupenreines Acht- Ohm-Verhalten ohne Impedanzlineari- sierung aus. Das Klirrverhalten der Box zeigt ein paar Besonderheiten. Es fällt der extrem ge- ringe Anteil an „bösem“ K3 auf, und das auch bei 95 Dezibel – das ist für eine Box dieser Größe schon ordentlich Pegel. Ge- radzahlige Anteile (k2) gibt’s hingegen merklich, da geht’s bei 95 Prozent auch schon mal über die Zwei-Prozent-Marke. Das Wasserfalldiagramm zeigt verzö- gertes Ausschwingen im Bereich um ein Kilohertz, das ist der Metallmembran des AL130 geschuldet. Ansonsten finden sich keine weiteren Auffälligkeiten.

Klang

Obschon die Typenbezeichnung „Refe- renz 2“ ein ganz klein wenig übers Ziel hinausgeschossen scheint – oder war bei der Namensfindung gar eine Portion Iro- nie im Spiel? – die Kleine aus Hamburg

KLANG+TON

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Händlerbausatz

KLANG+TON 34 Händlerbausatz Technische Daten Chassishersteller: Visaton, Vifa Konstruktion: Open Air

Technische Daten

Chassishersteller:

Visaton, Vifa

Konstruktion:

Open Air

Funktionsprinzip:

Zwei Wege, Bassreflex

Bestückung:

1 x Visaton AL130 1 x Vifa XT300 NEO

Nennimpedanz:

8 Ohm

Kennschalldruckpegel 2,83 V/1 m: 82 Dezibel

B x H x T:

18 x 25,2 x 30 cm

Komplettbausatzpreis pro Box:

ca. 269 Euro + Gehäuse

stellt sowohl das sehr intime musika- lische Geschehen als auch das begeisterte Publikum überzeugend dar, und das sind zwei grundverschiedene Paar Socken bei der Raumabbildung. Auch hier zeigt sich:

keinerlei „Metallartefakte“ in der damals noch glockenreinen Stimme Neil Youngs, aber ganz viel Detailreichtum und Atmo- sphäre. Ich würde Lautsprecher natürlich nicht ins Regal pferchen; dieses Kleinod gehört auf einen Ständer mit ein wenig Abstand zur Rückwand in den Raum gestellt, erst dann kann es sein ganzes Potenzial entfalten. Irgendwie also doch ein ganz kleines bisschen „Referenz“ und ein schöner Beweis dafür, dass die Kunst beim Lautsprecherbau tief im Detail steckt.

Holger Barske

Open Air „Referenz 2“

Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Zerfallspektrum (Wasserfall)

Optisch unspektakulär aber sehr stimmig:

die „Referenz 2“ von Open Air

klingt ausgezeichnet. Dass der AL130 ein exzellenter Treiber ist, steht ja nun schon seit Jahren außer Frage, und auch hier macht er eine sehr gute Figur. Na- türlich nicht mit übermä- ßigem Tiefgang gesegnet, erstaunt er hier mit tollem Auflösungsvermögen und der Abwesenheit von klanglich auffäl- ligen Resonanzen. In dieser Box stecken tatsächlich alle Vorteile einer Metall- membran, nicht jedoch deren Nachteil. Der Ringstrahler integriert sich nahtlos an den Dreizehner, ich kann beim besten Willen die Trennung zwischen den bei- den Treibern klanglich nicht ausmachen. Der XT hält sich ganz oben am Ende des Spektrums ein ganz klein wenig zurück; das ist bei Lautsprechern mit begrenz- tem Tieftonfundament eine gute Idee und sorgt für klangliche Stimmigkeit. Kleine Box und große Bühne – das geht nicht? Aber klar doch. Zumindest bis zu einem gewissen Grade. Das beweisen „Referenz 2“ und Neil Youngs legendäres Konzert in der Massey Hall anno 1971 eindrücklich. Das Geschehen löst sich ausgezeichnet vom Lautsprecher, die Box

löst sich ausgezeichnet vom Lautsprecher, die Box Das Reflexrohr auf der Rückseite sorgt für tiefe Töne

Das Reflexrohr auf der Rückseite sorgt für tiefe Töne bis 70 Hertz

Händlerbausatz

Händlerbausatz Aufbauanleitung Da wir es mit einem rechteckigen Gehäuse ohne Komplikationen zu tun haben, folgt der

Aufbauanleitung

Da wir es mit einem rechteckigen Gehäuse ohne Komplikationen zu tun haben, folgt der Aufbau einem Standard-Prozedere: Zuerst wer- den die Aussparungen in Front und Rückwand gesägt oder gefräst. Es empfiehlt sich, die Ein- senkungen für die Treiber ebenfalls im Vorfeld einzubringen. Der Zusammenbau beginnt auf der Rückwand. Auf diese werden die Seitenteile, Deckel und Boden aufgeleimt. Wenn der Kleber getrocknet ist, ist die Front an der Reihe. Wer mag, kann an den Seiten Fasen wie bei unserem Muster- gehäuse anbringen, akustisch notwendig ist das hier jedoch nicht. Zum Schluss wird rund- herum plan geschliffen, beim Finish sind Ihrer Fantasie wie immer keine Grenzen gesetzt. Der hintere Teil der Box wird mit Polyesterwat- te oder Schafwolle gefüllt. Hierbei aufpassen, dass der Eingang des Bassreflexrohrs frei bleibt. Die Frequenzweiche wird auf den Boden der Box geschraubt oder geklebt.

Holzliste

19-mm-MDF:

2

x 180 x 255

Schall-/Rückwand

2

x 180 x 262

Deckel/Boden

2

x 217 x 262

Seiten

x 180 x 255 Schall-/Rückwand 2 x 180 x 262 Deckel/Boden 2 x 217 x 262

35

KLANG+TONKLANG+TONKLANG+TON

KLANG+TON

KLANG+TON

36

Bausatztest Lautsprechershop Beni

Schlanke Standbox mit Chassis von Markaudio und Wavecor

Big

Beni

Schlanke Silhouette und Volumen für ordentlichen Tiefgang widersprechen sich? Nicht unbedingt: Dem Boxen- konstrukteur stehen ja noch zwei weitere Dimensionen zur Verfügung

D ie Grenzen der Physik lassen sich natürlich nicht aushebeln, aber man

kann kreativ mit ihnen umgehen. So kann man ein Gehäuse nicht nur in die Breite und die Tiefe bauen, sondern auch mal etwas mehr in die Höhe als gemein- hin üblich. In Verbindung mit einer sehr schmalen Schallwand kann dies sehr gut aussehen, wie die vom Lautsprechershop Strassacker für diese Ausgabe angelieferte Beni zeigt. Eine silberne Oberfläche ha- ben wir schon lange nicht mehr gesehen – das sieht mit den Tieftönermembranen sogar ganz gut aus – ansonsten liegt die Farbgestaltung natürlich im Ermessen des Nachbauers.

Technik

Eine schmale Schallwand erfordert ent- sprechende Treiber – und das ist gar nicht mal so trivial, denn eine Marktübersicht wirklich tieftonfähiger Vierzöller fällt einigermaßen übersichtlich aus. Wenn man den Blick einmal über die reine Tiefmitteltönerabteilung hinaus schwei- fen lässt, dann gibt es doch eine Reihe von kleinen Breitbandchassis, die full- rangetauglich sind und somit auch ohne Probleme mit einer Kalotte zusammen- arbeiten können – man hat sogar stark erweiterte Möglichkeiten bei der Wahl der Trennfrequenz. Ein solcher Kandi- dat ist der CHR-70 von Markaudio, der mit knapp 70 Euro pro Paar sogar preis- lich so interessant ist, dass man ihn auch in einer Box im Doppelpack verbauen kann. Dafür gibt es einen eleganten Alu- miniumkonus mit aufgesetzter Dustcap, die im Breitbandbetrieb oberhalb des Präsenzbereichs als Kalotte arbeitet. Die recht breite Sicke ist mit einem Kunst- stoffkorb verklebt – ein Zugeständnis an den doch recht günstigen Preis, anson- sten eine klassenübliche und durchaus ausreichend stabile Lösung. Bei unseren Messungen schlug sich der CHR-70 recht

Das mächtige Reflexrohr ist passend zur Farbgebung auch in Silber erhältlich

Bausatztest

wacker – der Frequenzgang zeigt sich auf Achse und unter einem Winkel von 15 Grad enorm breitbandig – bis immerhin

30

Kilohertz reicht er hinauf. Erst unter

30

Grad muss der Konus im Hochton sei-

nem Durchmesser Tribut zahlen. Durch alle Messungen hindurch zieht sich eine kleine Störung um 1,5 Kilohertz, die aber im Wasserfalldiagramm schnell abklingt und sich bei den Klirrmessungen erst bei mörderischen 95 Dezibel in einem leicht erhöhten K2 zeigt. K3 bleibt auf einem bemerkenswert niedrigen Niveau. Ins- gesamt ein hervorragender kleiner Breit- bänder, der sich als Tiefmitteltöner vor allem in Doppelbesetzung bemerkens- wert gut schlagen sollte. Die Wavecor-Kalotte TW030A01 ist eng verwandt mit den Hochtönern, die wir schon in diversen Lautsprechershop- Projekten gesehen haben und nicht zu- letzt auch in unserer eigenen Fineline in Ausgabe 05/2010 eingebaut haben. Sie gehört zu einer ganzen Familie von 30-Millimeter-Hochtönern aus dem Hause Wavecor und zeichnet sich aus durch ihre kompakte Baugröße. Es gibt hier kein angekoppeltes Volumen und auch kein Ferrofluid im Luftspalt, wes- wegen die Trennfrequenz nicht so atem- beraubend tief liegen kann wie bei den größeren Kollegen – ab 2 Kilohertz geht es aber allemal. Und zusammen mit zwei kleinen Breitbändern ist man da ohnehin auf der sicheren Seite, was das Abstrahl- verhalten angeht.

Gehäuse:

Wie gesagt: Man hat hoch hinaus gebaut – mit Sockel ist die Beni über 1,25 Meter hoch. Der Aufbau ist schlicht und kom- plett mit geraden Holzzuschnitten zu bewerkstelligen. Stabilisiert werden die langen Seiten durch drei Versteifungen, von denen zwei knapp ober- und unter- halb der Treiber eingeleimt werden. Die

Schallwand ist gerade einmal so breit, dass die Markaudios eingefräst werden können und daneben noch eine schmale Fase Platz findet – schmaler kann man eine Standbox mit über 20 Litern nicht bauen. Der Sockel sorgt für die nötige Standfestigkeit.

Frequenzweiche

Dieses Kapitel fällt erfreulich schlicht aus:

Ein Filter zweiter Ordnung trennt die Markaudios relativ hoch – die Hochton- kalotte erhält ein Filter dritter Ordnung und einen Spannungsteiler, der den Pe- gel auf Tieftönerniveau bringt. Optional gibt es einen Saugkreis zur Impedanzli- nearisierung auf der Trennfrequenz. Das macht Sinn, auch wenn die Beni nicht auf den ersten Blick nach einem Röhrenver- stärker schreit. Zum einen steht die Box in Sachen Wirkungsgrad nicht schlecht im Saft und kann mit einem Push-Pull- Röhrenverstärker sehr gut betrieben wer- den, vor allem, wenn man bedenkt, dass die kleinen Breitbänder eine sehr geringe Schwingspuleninduktivität haben, was einen Röhrenamp neben dem linearen Impedanz- und Phasenverlauf am mei- sten erfreut. Zudem hat sich auch bei den immer mehr aufkommenden klei- nen Schaltverstärkern gezeigt, dass auch diese von einer Linearisierung klanglich profitieren.

nen Schaltverstärkern gezeigt, dass auch diese von einer Linearisierung klanglich profitieren. 37 KLANG+TON 1/2013

37

KLANG+TON

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Bausatztest Lautsprechershop Beni

Messungen

Wie gesagt: Der Wirkungsgrad ist für die versammelte Membranfläche sehr beachtlich – und das durchaus bis zu ei- ner respektablen unteren Grenzfrequenz. Der Frequenzgang verläuft äußerst linear und zeigt wegen der kleinen Konustrei- ber bis über den Präsenzbereich hinaus keinerlei Bündelung. Der Hochtonfre- quenzgang der großen Kalotte lässt sich dann über Einwinkeln der Box einstellen – von dominant über ausgewogen bis hin zu sanft. Die leichten Unregelmäßigkeiten des Markaudio sind auf der schmalen Schall- wand verschwunden – die Beni gibt sich im Wasserfalldiagramm so gut wie keine Blößen. Leichte Resonanzen schwingen äußerst schnell ab. Und auch die Klirr- messungen zeigen ein gutes Großsignal- verhalten – selbst die 95-Dezibel-Mes- sung geht völlig in Ordnung.

Hörtest

Und so durften die beiden Säulen auch beim Hörtest mit durchaus höheren Lautstärken arbeiten – das taten sie mit Verve und Lässigkeit. Klar – die Memb- ranen wiegen ja so gut wie gar nichts, was den subjektiven Eindruck von Agili- tät und souveräner Feindynamik fördert. Im Bass sind die Benis dynamisch gut dabei – es geht nicht bis in Subwoofer-

dynamisch gut dabei – es geht nicht bis in Subwoofer- Kleine Tiefmitteltöner und große Kalotte –

Kleine Tiefmitteltöner und große Kalotte – passt in Sachen Zusammenspiel und Rund- strahlverhalten perfekt

Markaudio CHP-70

Technische Daten

Technische Daten

Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase
 

Hersteller:

Markaudio, England

Bezugsquelle:

Lautsprechershop, Karlsruhe

Unverb. Stückpreis

35 Euro

Chassisparameter K+T-Messung Z:

8 Ohm

Z

1 kHz:

8,2 Ohm

Z

10 kHz:

12 Ohm

Fs:

65 Hz

Re:

7,32 Ohm

Rms:

0,63 kg/s

Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m

Qms:

2,50

Qes:

0,71

Qts:

0,55

Cms:

1.54 mm/N

Mms:

3.8 g

BxL:

4,04 Tm

Vas:

5,4 l

Le:

0.21 mH

Sd:

50 cm 2

 
 

Ausstattung

Korb

Kunststoff

Membran

Aluminium

Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Zerfallspektrum (Wasserfall)

Dustcap

Aluminium

Sicke

Gummi

Schwingspulenträger

Kapton

Schwingspule

-

Xmax absolut

-

Magnetsystem

Ferrit

Polkernbohrung

-

Sonstiges

-

- Magnetsystem Ferrit Polkernbohrung - Sonstiges - Regionen hinab, der Tieftonbereich ist dafür dynamisch

Regionen hinab, der Tieftonbereich ist dafür dynamisch trocken, klar umris- sen und kommt absolut mühelos daher, auch bei größeren Lautstärken. Ein län- gerer Quercheck durch diverse Musi- krichtungen zeigt auch die Universalität der Box, die mit kleineren Besetzungen

Bausatztest

Bausatztest 39 Lautsprechershop Beni Frequenzgang für 0/15/30 Impedanz und elektrische Phase Klirrfaktor K2/K3 für 85

39

Lautsprechershop Beni

Frequenzgang für 0/15/30
Frequenzgang für 0/15/30
Impedanz und elektrische Phase
Impedanz und elektrische Phase
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 85 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Klirrfaktor K2/K3 für 95 dB/1 m
Zerfallspektrum (Wasserfall)
Zerfallspektrum (Wasserfall)

Der Sockel sorgt für die nötige Stand- festigkeit der doch recht hohen Säule

genauso gut umgeht wie mit der vollen Breitseite eines Orchesters oder einer elektrisch gewaltig aufgerüsteten Band. Und wenn es vorwiegend elektronisch zugeht, kann man sich ja einen Subwoo- fer dazustellen – im Normalbetrieb ist dies jedoch kaum nötig. Schön gelingt der Beni die räumliche Ab- bildung – die imaginäre Bühne vor dem inneren Auge ist breit aufgefächert, die Instrumente sind exakt positioniert und auch in der Tiefe gut gestaffelt. Und tatsächlich spielen die beiden Säulen auch sehr gut mit einem Röhrenverstär- ker zusammen – Klangunterschiede zu einem Transistoramp gibt es nur so weit, wie es die Charakteristik der Elektronik vorgibt – es gibt keine Aufweichung im Bass oder Klangverfärbungen, so dass wir die Benis guten Gewissens als äußerst günstige Standboxenlösung für jede Art von Verstärker und Musikgeschmack empfehlen können.

Technische Daten

Chassishersteller:

Markaudio, Wavecor

Vertrieb:

Lautsprechershop, Karlsruhe

Konstruktion:

Daniel Gattig, Dennis Frank

Funktionsprinzip:

Bassreflex

Bestückung:

Hochtöner:

Wavecor TW030WA01 4 Ohm

Tiefmitteltöner:

2 x Markaudio CHR-70

3.Generation

Nennimpedanz:

4 Ohm

Kennschalldruckpegel 2,83 V/1 m:

87 dB

H x B x T:

120 x 15 x 20 cm (ohne Sockel)

Kosten pro Stück:

159 Euro + Gehäuse

179 Euro + Gehäuse (High-End-Version)

Fazit

Man bekommt etwas fürs Geld: Richtige Standboxen, die man trotzdem in jedem Raum stellen kann und eine Abstim- mung, die komplett verstärkerunkritisch ist und vor allem klanglich auch vewöhnte Ohren mehr als zufrieden stellt. Thomas Schmidt

vewöhnte Ohren mehr als zufrieden stellt. Thomas Schmidt Weichenbestückung C1: Audaphon MKT Kondensator 6,8 μF /

Weichenbestückung

C1:

Audaphon MKT Kondensator 6,8 μF / 160 Vdc

C2:

Audaphon MKP CAP Superior 6,8 μF / 400 Vdc

C3:

Audaphon MKP CAP Superior 15 μF / 400 Vdc

L1:

Luftspule L7, 0,22 mH/0,39 Ohm

L2:

Mundorf H-Kern-Spule H71, 1 mH/0,25 0hm

R1:

Metalloxidwiderstand MOX10 3,3 Ohm 2% (orange-orange-gold)

R2:

Metalloxidwiderstand MOX10 8,2 Ohm 2% (grau-rot-gold)

KLANG+TON

Bausatztest Lautsprechershop Beni 40 Zubehör pro Box Holzliste • Bassreflexrohr HP70, 70 x 115 mm,
Bausatztest Lautsprechershop Beni
40
Zubehör pro Box
Holzliste
• Bassreflexrohr HP70, 70 x 115 mm, silber
Material: 19mm MDF

• Dämmmaterial für 20 Liter, weiß (Polyesterwatte)

1 x 120,0 x 15,0 cm

Front

1 x 116,2 x 11,2 cm

Rückwand

• Polklemmen PK28 I, Paar, vergoldet, rot+schwarz

2 x 120,0 x 20,0 cm

Seiten

2 x 20,0 x 11,2 cm

Deckel, Boden

• Lautsprecherkabel 2 x 1,5 mm 2 , transparent

3 x 18,1 x 11,2 cm

Versteifungen

Pan-Schrauben 4 x 20 schwarz, 12 Stück Lieferant: Lautsprechershop

Optional: Sockel

Aufbauanleitung

Die Beni wird auf einer Seitenwand liegend aufgebaut, auf der nacheinander Deckel, Rück- wand, Boden und die vorgesägten Verstei- fungen aufgeleimt werden. Danach werden die zweite Seitenwand und die Front aufgeleimt. Die Chassis sollten auf jeden Fall eingefräst werden – das auf 11,5 Zentimeter abgelängte Reflexrohr sitzt unten in der Schallwand, die Polklemmen gegenüber. Die Weiche findet an der Rückwand Platz. Die Polyesterwatte wird hinter den Chassis über Seiten- und Rückwand gefaltet, der Rest wird in die Kammer darüber gestopft.

1 x 12,0 x 3,0 cm

2 x 17,0 x 3,0 cm

1 x 8,2 x 3,0 cm

1 x 30,0 x 30,0 cm

E101134 · KLANG+TON 1-2013

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42

Bausatztest Blue Planet Acoustics Vettern FAST Mk III

Standbox mit Chassis von Omnes Audio und Tang Band

Der große Cousin
Der große Cousin

Schon in die dritte Generation geht das berühmte „Vettern FAST“ von Blue Planet Acoustic – damit dürfte es sich endgül- tig um einen der langlebigsten Bausätze handeln, die wir auf dem deutschen Markt kennen – so etwas hat natürlich Gründe

Chassistest:

• Tang Band W6-1721:

Test in K+T 1/2009

• Omnes Audio BB3.01:

Test in K+T 01/2006

N och mal zur Erinnerung: Bereits vor 6 Jahren haben wir die Urver-

sion des Vettern FAST vorgestellt, schon