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Sehr verehrte Leser und Leserinnen,  

mein heutiger Artikel führt mich zu einer inhaltlichen Panne die ihres gleichen sucht. Wir haben hier 
in Ilmenau die ISWI(http://www.iswi.org) bei der den ausländischen Studenten ein interessantes 
Programm geboten wird. Im Einzelnen sind das folgende Aktivitäten: Sportfest, International Brunch, 
Mittelalterliches Grillfest, Open Air, Ehrenberg on fire, Filmabend, VJ‐Show und zu letzt die 
Abschlussveranstaltung. Es hört sich alles prima an aber wem fällt hier, dass unpassende Event auf? 
Niemand stört sich an dem „Mittelalterlichen Grillfest“, wissen denn die Organisatoren nicht mehr 
was das Mittelalter war und wovon es geprägt gewesen ist?  

Fangen wir mit ein paar Fakten an die das Mittelalter betreffen. Wir bezeichnen als Mittelalter eine 
Epoche die zwischen der Antike und der Neuzeit lag. Hierbei sollte den Meisten klar sein, dass 
speziell im 16. und 17. Jahrhundert ein starker Kultur‐ und Bildungsverfall einsetzte. Aber der Reihe 
nach, im Frühmittelalter setzte die Leibeigenschaft ein (Bauern waren unfrei mit eingeschränkten 
Rechten und nur bedingt eigentumsfähig, wurden aber von ihrem Herrn geschützt), diese führte zur 
Schichten Bildung, wonach die untersten die wenigsten Rechte besaßen aber gleichzeitig das Meiste 
leisten mussten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Feudalismus in der die Adligen das 
Land besaßen aber für den Schutz aufkommen mussten. In dieser Zeit wurde auch die Kirche in das 
Herrschaftswesen integriert und festigte so die Stellung des Königs. Die Kirche wiederum festigte in 
dieser Zeit ihren Anspruch auf das Kulturmonopol, dessen Grundlage die lateinische Sprach war. 
Zwar wurde anfangs noch Wert auf die Sicherung des Antiken Wissens wert gelegt, dies wandelte 
sich allerdings über die Jahre. Im Hochmittelalter gab es einen allgemeinen Aufschwung der zu 
Wohlstand führte. Durch Verbesserung im landwirtschaftlichen Sektor profitierten die Städte aber 
auch die unfreien Bauern, ihnen wurde ein Aufstieg zu Städtern möglich. Auch differenzierte sich die 
kirchliche Organisationsstruktur so aus, dass der Papst das alleinige weltliche Oberhaupt wurde. Es 
entstanden aber auch erste Bestrebungen das Papsttum aufzulösen, allerdings erfolgte keine 
wirkliche Durchsetzung. Wohl auch aus dem Grund, dass sich die Kirche in der Lehre und 
Wissenschaft beteiligte. Da alle wichtigen Schriften aus der Antike durch sie kopiert wurde, besaß sie 
ein Fundamt auf dem sie sich etablieren konnte. In Folge dessen kam es zu einem Aufschwung in der 
Wissenschaft und Forschung. Kommen wir nun zum wichtigsten negativen Aspekt, den Kreuzzügen. 
Sie wurden injiziert um die „Heiligen Stätten“ des Christentums vom Islam zu befreien. Es gab 
insgesamt 7 große Kreuzzüge, in dem Zeitraum von 1096 bis 1291, da eine genaue Beschreibung zu 
ausführlich ist, beschäftige ich mich nur mit den Ergebnissen dieser Unterfangen. Es kamen etwa 
20.000.000 Menschen ums Leben. Es wurden Kulturgüter verschleppt und/oder zerstört und 
Menschen in Größenordnungen versklavt und dahin geschlachtet.  

Nachdem klar wurde, dass man einen Krieg gegen die Muslime nicht gewinnen konnte, verlegte man 
diese destruktiven Energien in die Heimat um dort Ketzer, Heiden und andere Ungläubige zu töten. 
Ein gängiges Mittel um die Ungläubigen zum Glauben zu bekehren, war die Folter. Charakteristisch 
für das Spätmittelalter waren der „Hundertjährige Krieg“, sowie Hungersnöte, Volksaufstände und 
schließlich die Pest.  

Das wohl schwierigste mittelalterliche Thema wird sicherlich die Inquisition sein, denn durch sie war 
es der Kirche möglich weitestgehend einen freien Glauben zu verbieten. Den Grundstein legte 
Thomas von Aquin, ab 1231 setzte Pabst Gregor IX sie als ständiges Gremium ein, um mit ihr gegen 
anders Gläubige vorzugehen. Einher geht die Hexenverfolgung sie richtete sich gegen all jene die er 
Hexerei angeklagt waren. Oft reichte Denunziation um ein Todesurteil an Männer, Frauen und 
Kindern zu fällen. Sie hatte ihre Blütezeit von 1550‐1650 und wurde besonders durch den 
„Dreißigjährigen Krieg“ (1618‐1648) begünstigt. Man kann in etwa von ca.50.000 Todesopfern 
ausgehen allerdings ist es schwer die Zahlen korrekt zu bestimmen.  

Fazit:  

Das Mittelalter gilt nicht umsonst als das düsterste aller Kapitel der Menschheitsgeschichte. Hier 
wurde unterdrückt, gefoltert, getötet, versklavt und geschändet. Ein Verlust an Menschen durch 
Kriege, Inquisition und Pest ist kaum schätzbar, man könnte vorsichtig eine 9‐stellige Summe 
annehmen ohne, dass der Wahrheitsgehalt ernsthaft in Gefahr wäre. Unter den obigen 
Gesichtspunkten wählt man eine Festlichkeit aus, deren geschichtlicher Hintergrund bewiesen ist und 
lädt internationale Gäste. Wenn man es mal kritisch betrachtet ist es eine indirekte Verhöhnung der 
kompletten restlichen Welt durch West‐Europa.  

So etwas wird dann gefeiert? Ich bin beeindruckt und schockiert, denn wenn es so weiter geht, wirbt 
man beim nächsten Event mit Holzpritschen zum Probeliegen, man soll ja auch andere Ereignisse 
nicht aus den Augen verlieren. 

Gehabt euch wohl  

OG3r