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Über die Realityshows, ihren orwellschen Nutzen und mediale Müllschlucker

Seit geraumer Zeit hat ein Sendeformat in deutschen Fernsehen Einzug gehalten in dem es um die
Realität geht, unsere Realität, unserer Alltag wird zum Thema einer Sendung.
Von „Die Fensterputzer“ bis „Die Autobahnstreife“ geht es Ausschnittweise um den Alltag der
vorkommenden Personen. An und für sich – mal davon abgesehen, das jeder den es interessiert, nur
vor seine eigene Haustür zu treten braucht, um die Reality zu haben, die ihm da über die
Mattscheibe entgegenflimmert – nichts verwerfliches und im Grunde der Reportage oder der
Dokumentation nur bezüglich ihres Seriencharakters verschieden.
Wäre da nicht ein Trend, der dahin geht, dass ein Teil solcher Serien sich Reality schimpfen, jedem
geistig halbwegs beisammenem Menschen auffällt, daß es nur ein schlecht geschauspielerter
Abklatsch der Realität ist.
Gefährlicher Nebeneffekt ist die eine – sollte sich die Professionalität bei der Produktion steigern –
Unmündigkeit des Medienkonsumenten Echtes (und schlecht gespieltes Echtes) von Falschem (und
schlecht gespieltem Flaschem) zu unterscheiden. Es stellt sich die Frage ob hier nicht in
zunehmenden Maße eine Polarisation – oder Überspitzung – und eine gleichzeitige Vermischung
von zwei Sendeformaten stattfindet.
Kinoartige Effekthascherei in Berichterstattungen auf der einen, und „Realität“ in serienartigen
Realityshows. Im extremsten Fall führt diese Unmündigkeit, Wirklichkeit und Fiktionales zu
unterscheiden bzw. falsch zu beurteilen, zur Bereitung eines Nährbodens auf dem Falschmeldungen
(eingeschränkte Berichterstattung und Zensur haben wir ja bereits) wunderbar gedeihen, die
suggerierte Wirklichkeit Wirklichkeit wird und eine imposante Möglichkeit darstellt, noch gezielter
die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Früh übt sich was ein medialer Müllschlucker werden soll!